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Pastoralkonzeption 2018

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Seelsorgeeinheit Freiburg

Wiehre-Günterstal

Neue Wege zur Verwirklichung des Auftrages Jesu – Unsere Pastoralkonzeption –


1. Einführung Eine der ersten Selbstbezeichnungen der Christinnen und Christen war „neuer Weg“ (Apg 9,2). Sie brachten damit zum Ausdruck, dass Christsein nichts Starres ist, sondern eine Bewegung, die aus der Entscheidung erwächst, Jesus nachzufolgen. Was für jeden Einzelnen gilt, gilt ebenso für die Gemeinschaft der Kirche. Auch sie ist keine starre Größe, sondern ein Miteinander von Menschen, die immer wieder neu danach fragen, was Nachfolge Jesu in den verschiedenen Zeiten und an unterschiedlichen Orten bedeuten kann. Die Pastoralkonzeption ist das Ergebnis der Verständigung innerhalb unserer Seelsorgeeinheit darüber, welche neuen Wege wir für die Verwirklichung des Auftrages Jesu gehen wollen. Sie nimmt damit besonders das in den Blick, was zukünftig die Schwerpunkte unseres gemeinsamen Handelns bildet. Das, was keinen Schwerpunkt darstellt, ist deshalb noch lange nicht ohne Relevanz. Bewährtes gilt es zu erhalten, es ist auch weiterhin Teil unseres Auftrages als katholische Christinnen und Christen. Und doch heißt Neues auszuprobieren, manches in Zukunft anders oder auch weniger oder nicht mehr zu machen. Dazu bedarf es des Mutes. Wir setzen darauf, dass uns dieser Mut auch dann nicht verlässt, wenn manches von dem Geplanten nicht so gelingt wie gedacht. Getragen von der Hoffnung nicht allein unterwegs zu sein, sind wir gespannt auf die Erfahrungen und Entdeckungen auf den hier vorgestellten „neuen Wegen“.

2. Unsere Seelsorgeeinheit Die Seelsorgeeinheit Freiburg-Wiehre-Günterstal besteht seit dem 01. Januar 2015. Mit diesem Datum hat die Erzdiözese Freiburg die vier Pfarrgemeinden Liebfrauen, Maria Hilf, St. Cyriak und Perpetua und St. Johann zur katholischen Kirchengemeinde Freiburg-Wiehre-Günterstal fusioniert. Kirchenrechtlich behalten die vier Gemeinden ihren Status als Pfarreien. 9.730 katholische Christen gehörten im Jahr 2016 zu unserer Seelsorgeeinheit, die räumlich die Stadtteile Wiehre und Günterstal umfasst. Die Prägung des Sozialraumes ist die eines städtischen Wohngebietes. Die Seelsorgeeinheit zeichnet sich durch ein vielfältiges gesellschaftliches und kirchliches Engagement unterschiedlicher Personen und Gruppierungen aus. Jugendarbeit, Familienpastoral, Seniorenarbeit, Caritas und Ökumene bilden aktuell bereits Schwerpunkte des kirchlichen Handelns innerhalb der Seelsorgeeinheit.

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Die Pfarrgemeinden: Liebfrauen in Günterstal – Patrozinium am 15. August (Aufnahme Mariens in den Himmel)

Die Liebfrauengemeinde mit 799 Katholikinnen und Katholiken (Stand: 2016) ist ein wesentlicher Teil des gesellschaftlichen Lebens in Günterstal. Aktive Gruppen, z.B. der Kirchenchor, der Seniorenkreis, die Jugendgruppen und die Krabbelgruppe bringen sich in das Gemeindeleben ein. Der Kindergarten im ehemaligen Klostergebäude ist in katholischer Trägerschaft. Das Kloster St. Lioba ist ein wichtiger pastoraler Ort in und für Günterstal und darüber hinaus. Die Ökumene spielt in Günterstal seit vielen Jahren eine herausragende Rolle. So ist etwa der Willkommensgruß für Neuzugezogene ökumenisch ausgerichtet, genauso wie die Jugendarbeit, die in den Räumen der Pfarrgemeinde ihre Heimat hat. Maria Hilf – Patrozinium am 24. Mai (Maria, Hilfe der Christen)

Maria Hilf nimmt mit 3.171 Katholikinnen und Katholiken (Stand: 2016) als Pfarrgemeinde einen wichtigen Platz in der Oberwiehre ein. Sie richtet sich derzeit sowohl räumlich als auch pastoral neu aus. Das zukünftige Ensemble mit Kirche, Pfarrhaus, Kindergarten und neuem Gemeindehaus soll zu einem attraktiven Zentrum im Stadtteil werden. Der große Kindergarten macht deutlich, wie wichtig die Familienpastoral für die Pfarrgemeinde ist – genauso wie die regelmäßig angebotenen Familiengottesdienste. St. Cyriak und Perpetua – „Annakirchle“ – Patrozinien 07. März und 08. August

St. Cyriak und Perpetua liegt zentral in der Mittelwiehre und zählt 1.494 Katholikinnen und Katholiken (Stand: 2016). Die Kirche am Annaplatz, der ihr den eingängigen Namen „Annakirchle“ gibt, ist ein Kleinod. Sie ist ein sehr begehrter Ort für Trauungen und Taufen. Die Pfarrgemeinde verfügt über den Franziskussaal, dessen Name die bleibende Verbindung zu den Franziskanern, die über Jahrzehnte die pfarrlichen Seelsorger stellten, zum Ausdruck bringt. Im Gemeindezentrum hat sowohl die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) mit dem Stamm Guy de Larigaudie als auch die Suppenküche St. Franziskus (ein Projekt der Seelsorgeeinheit) ihren festen Platz.

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St. Johann – Patrozinium am 24. Juni

St. Johann (4.266 Katholikinnen und Katholiken, Stand: 2016) ist eine Stadtkirche, die für viele Menschen aus Freiburg und dem Umland gerne für einen Gottesdienstbesuch aufgesucht wird. In den vergangenen Jahren wurden sowohl das kirchenmusikalische Profil im Bereich der Orgel- und Chormusik gestärkt als auch neue Formen von Gottesdiensten entwickelt, z.B. Segnungsgottesdienste, der jährliche Gottesdienst am „Welttag des Flüchtlings und Migranten“. Während der „Woche der Stille“, aber auch zu anderen Zeiten, dient die Johanneskirche als Oase in der Betriebsamkeit der Stadt und lädt zu Einkehr und Gebet ein.

3. Unser Leitbild Vision – wohin wollen wir

Wir, die Katholikinnen und Katholiken der Seelsorgeeinheit Freiburg Wiehre-Günterstal, sind eine lebendige Gemeinschaft, die in der Vielfalt ihrer Persönlichkeiten Einheit im gemeinsamen Glauben an den einen Gott erfährt. Wir suchen Antworten auf Fragen des Lebens und des Glaubens, in einer Haltung des aufeinander Hörens und der Achtsamkeit. In unserem Handeln wird unser Glaube offenbar. Dabei verstehen wir uns als gesellschaftliche Kraft, die in unserem Lebensraum wirkt. Wir sind offen für alle Menschen, die ein gelingendes Miteinander gestalten möchten. Mission – das ist unser Auftrag

Unser Auftrag leitet sich aus dem Evangelium Jesu Christi ab. Wir versuchen, Anlässe für die Begegnung der Menschen untereinander und mit Gott zu schaffen, um das Evangelium lebendig zu halten. Dazu laden wir ein, immer wieder Gottesdienst miteinander zu feiern, dazu fördern wir Initiativen und Kooperationen, engagieren wir uns im Dienst für unsere Mitmenschen und begleiten Menschen auf ihren unterschiedlichen Lebenswegen. Wir wollen durch vielfältige Angebote einladend sein. Werte – wofür wir stehen

Jeder Mensch ist gemäß der Bibel Ebenbild Gottes. Wir stehen daher für die Würde und Achtung eines jeden Menschen ein. Wir begegnen jedem Menschen, unabhängig von seiner Herkunft und Religion, mit Respekt und Offenheit. Wir sind untereinander und gegenüber anderen verlässliche Partner. Unser Handeln wird getragen von der biblischen Botschaft und vom Leben und Wirken Jesu Christi. Wir bewegen uns im Spannungsfeld zwischen •  Gottverwurzelung und Dienst am Nächsten •  Empathie und Eindeutigkeit •  Vergebung und Gerechtigkeit •  Konfliktfähigkeit und Versöhnungsbereitschaft 4


4. Unsere Ziele für die kommenden Jahre Der Pfarrgemeinderat setzt für die nächsten Jahre folgende Schwerpunkte: I. Jugendarbeit

In allen vier Gemeinden der Seelsorgeeinheit gibt es eine lebendige Jugendarbeit. Sie organisiert sich auf unterschiedliche Art und Weise in den vier Gemeinden – z.B. als KJG, Pfarrjugend, Ministrantengruppe oder Pfadfindergruppe. In allen Gemeinden beteiligt sich die Jugend während des Kirchenjahres am Gemeindeleben, organisiert Gruppenstunden und Aktionen sowie mindestens ein Ferienlager pro Jahr. Im Jahr 2016 wurden einheitliche Standards zur Ausbildung der Jugendleiterinnen und -leiter geschaffen. Alle angehenden Leiterinnen und Leiter müssen seither eine Jugendleiterausbildung absolvieren. Der Erhalt, die Qualitätssicherung und der Ausbau der Jugendarbeit sind Kernziele des Pfarrgemeinderats. Ziele: 1) Die Qualität der Jugendarbeit wird gesichert und verstetigt. Maßnahmen: •  Es wird darauf hingearbeitet, dass eine Person hauptberuflich als Ansprechpartner/in für die Jugendarbeit in der Seelsorgeeinheit zuständig ist. Sie soll die Kontinuität in der Begleitung der Jugendarbeit gewährleisten. Bis Ende 2018 soll die Stelle geschaffen sein. •  Einmal im Jahr (Februar) findet eine Vollversammlung aller Jugendverbände der Seelsorgeeinheit statt. Hier werden alle wichtigen Themen, die die Jugendarbeit betreffen, diskutiert und gemeinsam entschieden. Dieses für die Leiterinnen und Leiter verpflichtende Treffen wird im Sachausschuss Jugend organisiert und vorbereitet. •  Der Sachausschuss Jugend trifft sich alle zwei Monate, um die aktuellen Themen der Jugendarbeit der Seelsorgeeinheit zu beraten. In diesem Gremium sitzen Vertreterinnen und Vertreter aller Leiterrunden und der Oberministrantinnen und -ministranten. •  Die Hauptamtlichen im Sachausschuss Jugend stellen in Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen die Einhaltung und Festigung der mit den Jugendlichen gemeinsam erarbeiteten Standards sicher (Standardkatalog: Juleica, Schutzkonzept, Regelungen im Hinblick auf das Jugendschutzgesetz). 2) Die Vernetzung der Jugendarbeit und der Erfahrungsaustausch zwischen den Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern, Kindern und Jugendlichen der Seelsorgeeinheit wird verbessert. Maßnahmen: •  Bis zur Vollversammlung 2018 werden neue Angebote für Kinder und Jugendliche auf Seelsorgeeinheitsebene geschaffen – korrespondierend mit den Möglichkeiten der Jugendleiter und in das regelmäßige Programm der Jugend eingebaut, um Kinder und Jugendliche aller Pfarreien miteinander in Kontakt zu bringen. Beispiele: Tischtennisturnier, Fußballturnier, Spielangebot für Kinder und gemeinsame Veranstaltungen für die Gruppenleiterinnen und -leiter. 5


•  Die Leiterrunden präsentieren den Kommunionkindern und Firmanden ihre Angebote auf einer Infoveranstaltung im Verlauf der Kommunion- und Firmvorbereitungszeit. •  Durch den Sachausschuss Jugend (alle zwei Monate) und die Vollversammlung (1x im Jahr) der Jugendverbände der Seelsorgeeinheit wird die Vernetzung weiter gefördert. 3) Das Engagement der Jugend in den Gemeinden wird gefördert. Maßnahmen: •  Die Gemeindeteams/Ansprechpartner der Jugend legen einmal im Jahr gemeinsam mit der jeweiligen Leiterrunde in der Gemeinde fest, an welchen Aktivitäten die Jugend im jeweiligen Jahr mitwirkt. Es wird ein Terminplan erstellt, den die jeweiligen Vertreter im Sachausschuss Jugend vorstellen. •  Es findet ein Jugendgottesdienst am Jugendsonntag für die Seelsorgeeinheit statt, der rotierend von einer Gemeinde organisiert wird. Ebenso gibt es vor Ort Jugendgottesdienste je nach Interesse der Jugendgruppen. •  Der Sachausschuss Jugend trägt dafür Sorge, dass gemeinsam mit den Jugendlichen ab dem Jahr 2018 dauerhaft neue niederschwellige spirituelle und liturgische Angebote geschaffen werden. II. Liturgie

Aktuell findet in jeder der vier Kirchen am Sonntag mindestens eine Hl. Messe statt. Insgesamt sind es sechs Eucharistiefeiern. Die Eucharistiefeier ist Quelle und Höhepunkt der Versammlung der Gemeinde. Die Pfarrer Kohler und Schweiger sowie jeweils mindestens eine Vertretung stehen den Eucharistiefeiern vor. Ziele: 1) In jeder der vier Kirchen findet am Sonntag ein Gottesdienst (Eucharistiefeier, Wort-Gottes-Feier) statt. Maßnahmen: •  Im Herbst 2017 wird ein Liturgieausschuss des PGR auf Seelsorgeeinheit-Ebene gegründet. Dieser Kreis trifft sich zweimal jährlich auf Ebene der Seelsorgeeinheit zu Reflexion, Weiterbildung und Planung. •  Bis Sommer 2018 entwickelt der Liturgieausschuss unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der vier Pfarreien ein verlässliches Liturgiekonzept für die Seelsorgeeinheit, in dem die Planungen halbjährlich koordiniert werden. Die Eucharistie wird regelmäßig gefeiert, die begonnene Kultur der Wort-Gottes-Feiern wird reflektiert und fortgeführt. 2) Werktags gibt es ein regelmäßiges Angebot an Wort-Gottes-Feiern in jeder der vier Kirchen, die Zahl der Eucharistiefeiern an Werktagen wird bis Ende 2017 überprüft. Das kirchliche Stundengebet sowie weitere Formen des Gebetes und der Anbetung werden an den Werktagen gepflegt. 6


Maßnahmen: •  Ab 2018 werden werktags verschiedene Liturgieformen (Stundengebet/Wortgottesdienst) angeboten. Die Gemeinden werden über den hohen Stellenwert des Stundengebetes und der Tagzeitenliturgie informiert und zur Teilnahme eingeladen. •  Bis zum Sommer 2018 werden weitere Personen aus den Gemeinden befähigt, liturgische Angebote durchzuführen. •  Stille Zeiten der Anbetung werden in den Kirchen angeboten. 3) Liturgische Angebote, die in den vergangenen Jahren erfolgreich eingeführt wurden, werden weiterentwickelt und profiliert. Maßnahmen: •  Der Choral Evensong in der Johanneskirche und die Geistliche Musik zur Fastenzeit in der Liebfrauenkirche finden regelmäßig statt. •  Thematische Gottesdienste, wie z.B. der zum Tag des Flüchtlings und Migranten, werden fest im liturgischen Konzept der Seelsorgeeinheit verankert. •  Familiengottesdienste und Kinderkirche finden regelmäßig statt und werden im Familiennewsletter kommuniziert. •  Im Jahr 2018 werden im Sachausschuss Jugend konkrete Überlegungen hinsichtlich zeitgemäßer Gottesdienste für Jugendliche erarbeitet. III. Ökumene und Dialog der Religionen

Ökumene: Es gibt eine Reihe von Formen des gewachsenen Miteinanders zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen und Kirchen auf dem Gebiet der Seelsorgeeinheit, die sich in regelmäßigen gemeinsamen Veranstaltungen und Plattformen der Begegnung und des Austausches zeigen. Ziele: 1) Das ökumenische Miteinander zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen auf dem Gebiet der Seelsorgeeinheit wird weiter gestärkt und ausgebaut. Maßnahmen: •  Bis Sommer 2018 organisiert das Bildungswerk der Seelsorgeeinheit, dass in den verschiedenen christlichen Gemeinden die gedruckten Informationen über Bildungsveranstaltungen gegenseitig ausgelegt werden. •  Bis Sommer 2018 bieten die Homepages der evangelischen und katholischen Gemeinden in unserem Raum gegenseitige Links zu ihren Kirchen. •  Das Angebot an ökumenischen Gottesdiensten und Veranstaltungen wird erhalten und nach Möglichkeit ausgebaut. •  Mit den Ansprechpartnern auf evangelischer Seite wird die Zusammenarbeit regelmäßig bewertet, und es werden weitere Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet. 7


2) Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Situation soll die ökumenische Zusammenarbeit insbesondere mit den orientalischen christlichen Kirchen einen weiteren Schwerpunkt bilden. Maßnahmen: •  Im Laufe des Jahres 2018 wird eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Kontakte zu den entsprechenden Gemeinden herstellt und pflegt. •  Die Arbeitsgruppe entwickelt bis Ende 2020 Formate für gemeinsame Veranstaltungen und Gottesdienste (z.B. ein Format, das die Beheimatung der geflüchteten Christinnen und Christen in unserer Kultur fördert). Dialog der Religionen: Der Dialog mit Menschen anderer Religionen dient dem besseren gegenseitigen Verständnis und dem Eintreten für gemeinsame Werte. Er ist ein wichtiger Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben und setzt eine gute Kenntnis des eigenen Glaubens voraus. Aktuell gibt es nur wenige Kontakte. Ziele: 1) Kontakte zu Menschen, die anderen Religionen angehören, insbesondere dem Judentum und dem Islam, werden aufgebaut und gepflegt. Maßnahmen: •  Eine Arbeitsgruppe sichtet bis Ende 2018, welche anderen Religionen in unserem Sozialraum vertreten sind und nimmt Kontakt auf. •  Die Arbeitsgruppe lädt zu einem „Dialog des Lebens“ ein, um mit Menschen anderen Glaubens, die wir näher kennengelernt haben, das offene Gespräch über den Glauben zu suchen. •  Es findet jährlich eine Kooperationsveranstaltung mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit statt. IV. Kirche und Kultur

Kunst als besondere Ausdrucksform für essentielle Themen gehört zum kirchlichen Leben in unserer Seelsorgeeinheit. Die (Kirchen-)Musik nimmt insbesondere durch die Kirchenchöre, die Kinderband und die Junge Kirche einen besonderen Stellenwert ein. Die Ausbildung von Kantorinnen und Kantoren wurde verstärkt und weitergeführt. Darüber hinaus hat sich ein regelmäßiges liturgisches Angebot wie Musik in der Fastenzeit, Choral evensong oder Roratemessen etabliert. Zusätzlich finden kirchenmusikalische Konzerte in den Kirchen durch Musikschaffende aus den Gemeinden wie auch durch externe Musikerinnen und Musiker statt. Als weitere kulturelle Angebote im Kirchenraum finden in nicht regelmäßigen Abständen Kirchen- und Orgelführungen in den vier Pfarrkirchen statt. Theologisch akzentuierte Theateraufführungen werden nach Möglichkeit in der Gemeinde Maria Hilf veranstaltet. In den Kirchen Liebfrauen und St. Johann gibt es vereinzelt thematische Kunstausstellungen/-projekte. 8


Ziele: 1) Erhöhung der Sichtbarkeit und Koordination bestehender Angebote im Bereich „Kirche und Kultur“. Maßnahmen: •  Ab 2019 erscheint zweimal im Jahr ein Flyer, der über das gesamte kirchenmusikalische und kulturelle Programm einen Überblick gibt. •  Im Pfarrblatt und auf der Homepage der Seelsorgeeinheit werden durch die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit regelmäßig die vielfältigen Angebote aus dem Bereich „Kirche und Kultur“ kommuniziert. •  Termine bzw. Berichte über kulturelle Veranstaltungen werden von der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit an lokale Medien weitergeleitet. •  Neue Termine werden durch die Verantwortlichen innerhalb der Seelsorgeeinheit regelmäßig abgesprochen. 2) Bestehende und bewährte kirchenmusikalische Angebote in den vier Pfarrgemeinden werden gesichert und ausgebaut. Maßnahmen: •  Kirchenmusikalische und kulturelle Veranstaltungen und Kooperationen in der Seelsorgeeinheit werden weitergeführt und -entwickelt, neu hinzukommende gefördert und unterstützt (z.B. Kirchen- und Orgelführung für Kinder). •  Es finden zweimal im Jahr Treffen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kirchenmusik und des Seelsorgeteams zur Programmplanung statt. •  Bis 2018 wird ein Chor für Kinder und Jugendliche gegründet. 3) Öffnung des Kirchenraumes für vielfältige kulturelle Angebote, um in gesellschaftlichen Diskurs zu treten und Mitmenschen zu erreichen, die mit traditionellen Angeboten nicht erreicht werden. Maßnahmen: •  Bis 2020 wird eine Arbeitsgruppe gegründet, die solche Angebote konzipiert und realisiert. •  Bei der Realisierung von weiteren kulturellen Projekten werden insbesondere Künstlerinnen und Künstler, aber u.a. auch (Religions-) Lehrerinnen und -Lehrer aus dem Gebiet der Seelsorgeeinheit angesprochen. V. Andersorte

„Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung“ (Mk 16, 15), so lautet der Sendungsauftrag des Auferstandenen an seine Jünger und so auch an die Kirche bis zum heutigen Tag. Ein ehrlicher Blick auf unsere Situation wird aber oftmals eine Entfremdung zwischen dem Leben und der Sprache in unseren Gemeinden und vielen Lebensräumen, Milieus und Kulturen in unserer Stadt feststellen. Dieser Schwerpunkt soll dazu dienen, auf Zukunft hin dieses beidseitige Fremdsein zu überwinden. 9


Ziele: Eine Arbeitsgruppe initiiert ab 2019 jährlich wenigstens ein Projekt, bei dem wir an „anderen Orten“ als dem Kirchenraum unseren Glauben (er)leben. Die Projekte setzen auf Begegnung und Dialog, auch mit Menschen, die wir durch unsere aktuellen Angebote nicht erreichen. Der „Ortswechsel“ soll zugleich Perspektivwechsel sein und Glauben auf eine neue, andere Art erlebbar machen. Beispielhafte Maßnahmen, die zum jetzigen Zeitpunkt denkbar sind: •  Waldhaus Wonnhalde: Themenbereich Schöpfungsverantwortung – „Baum“ in Bibel, Literatur, Musik und… – „Garten“ in Bibel, Literatur, Musik und… – Der andere Blick auf Tiere – die Bibel – Tiersegnung am Waldhaus •  Weingut: Wein / Rebe – biblisch / theologisch Kontakt Referent „Biblische Weinprobe“ •  Pilgern / Miteinander auf dem Weg sein als Raum, spirituelle Erfahrung zu teilen und zu vertiefen – Jakobswege, Kreuzwege, Kirchenwanderungen •  Offene Kirche – Lunchkonzert (Musik und kleine Stärkung) – Ein Kunstwerk, Text, Stille, Sitzmöglichkeiten… für eine Auszeit

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5. Ausblick Neue Wege zu suchen und auszuprobieren, bedeutet nicht, bewährte Wege nicht mehr zu gehen und zu vergessen. Die in der Pastoralkonzeption vorgenommenen Schwerpunktsetzungen sind deshalb nicht so zu verstehen, dass alles, was darin nicht benannt ist, keine Relevanz für das Handeln in unserer Seelsorgeeinheit mehr besäße. Die vom Pfarrgemeinderat auf seiner Klausur im September 2016 bestimmten Schwerpunkte formulieren vielmehr Wegmarken, an denen sich die Pastoral in den kommenden Jahre besonders orientieren wird. Sie setzen so in von den Pfarrgemeinderätinnen und –räten gemeinsam mit dem Team der Seelsorgerinnen und Seelsorger und Pfarrer Michael Schweiger, als dem Leiter der Seelsorgeeinheit, ausgewählten Feldern Ziele, an denen wir uns im Sinne einer Selbstverpflichtung auch messen lassen wollen. Die konkrete Arbeit der Ausformulierung der Pastoralkonzeption und der Steuerung des am Ende mehrjährigen Entstehungsprozesses lag bei einer eigens dafür vom Pfarrgemeinderat beauftragten Gruppe, zu der neben den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates auch weitere dafür vom Pfarrgemeinderat eigens berufene Gemeindemitglieder zählten. Den daran Beteiligten sowie allen, die dazu beigetragen haben, dass die Pastoralkonzeption auf diese Weise erstellt werden konnte, sei an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Mag sein, dass wenn wir im Jahr 2019 bei der nächsten Visitation unserer Seelsorgeeinheit im Rahmen des LEVI-Prozesses gemeinsam mit Vertretern des Stadtdekanats darauf schauen, was sich in den einzelnen Bereichen erreichen ließ – beziehungsweise was nicht – , sich zeigen wird, dass manches vielleicht zu ehrgeizig gedacht war und anderes ganz anders kam als geplant. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass die in den genannten fünf Feldern vorgestellten neuen Wege Schritte sein können, die unser Handeln als Christinnen und Christen stärken und helfen, das Evangelium Jesu Christi heute in unserem Lebensraum lebendig zu halten.

Heidegun Blümle Vorsitzende des Pfarrgemeinderates

Pfarrer Michael Schweiger Leiter der Seelsorgeeinheit

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Vertraut den neuen Wegen 1. Vertraut den neuen Wegen, / auf die der Herr uns weist, / weil Leben heißt: sich regen, / weil Leben wandern heißt. / Seit leuchtend Gottes Bogen / am hohen Himmel stand, / sind Menschen ausgezogen / in das gelobte Land. 2. Vertraut den neuen Wegen / und wandert in die Zeit! / Gott will, dass ihr ein Segen / für seine Erde seid. / Der uns in frühen Zeiten / das Leben eingehaucht, / der wird uns dahin leiten, / wo er uns will und braucht. 3. Vertraut den neuen Wegen, / auf die uns Gott gesandt! / Er selbst kommt uns entgegen. / Die Zukunft ist sein Land. / Wer aufbricht, der kann hoffen / in Zeit und Ewigkeit. / Die Tore stehen offen. / Das Land ist hell und weit. Text: Klaus-Peter Hertzsch (Gotteslob Nr. 860)


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