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Kaiser Partner Privatbank - Monthly Market Monitor Juli 2020

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Monthly Market Monitor

Juli 2020


Inhalt

Bergsicht Die geopolitische HeatMap

Auf einen Blick Unsere Sicht auf die Märkte

06 KonjunkturRadar

04

Am Puls der Wirtschaft

Anlagethema im Fokus

Anlagestrategie Notizen vom Investment-Komitee

07

Die letzte Seite

Surfen auf der Technologie-Welle

05

09

Anlageklassen und Agenda

ESG Rund ums Thema Nachhaltigkeit

11

10

Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - Juli 2020

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Auf einen Blick

Unsere Sicht auf die Märkte

COVID-19 beschäftigt weiterhin Die Coronavirus-Pandemie hält die Menschheit weiterhin in Atem. Die Anzahl der Neuinfektionen und die Todesfälle stiegen in einigen Schwellenländern sowie in den USA in den letzten Wochen weiter massiv an. Nachdem die Eindämmungsmassnahmen in Europa schrittweise gelockert wurden, steigen auch hier zuletzt wieder die Fallzahlen. Das Risiko einer „zweiten Welle“ bleibt bestehen. Eine solche dürfte aber nicht erneut zu vergleichbar restriktiven Massnahmen wie im Frühling führen, da der dadurch entstehende Schaden von der Politik wohl als zu gross erachtet würde. „Langsame Genesung“ mit Abwärtsrisiken Unser Basisszenario für die Konjunktur bleibt jenes der „langsamen Genesung“ vom Corona-Schock. Es sieht nach einem kurzen, scharfen Einbruch der Wirtschaftsleistung eine stetige, aber verhaltene Erholung der Weltkonjunktur vor, bei der das Vorkrisenniveau erst im Jahr 2022 wieder erreicht wird. Ein erneuter Ausbruch des Virus im Herbst würde den Ausblick weiter eintrüben und das Wachstumsminus in diesem Jahr auf unter -5% drücken. Die Politik gibt alles Regierungen und Notenbanken dürften weiterhin alle Hebel in Gang setzen, um ein negatives wirtschaftliches Szenario abzumildern. Geldspritzen und Konjunkturpakete dürften eine Erholung unterstützen. Einige

Grafik des Monats Demokraten bauen Vorsprung aus | Gelingt Trump noch die Trendwende? Wahrscheinlichkeit für den Sieg bei der Präsidentschaftswahl, in % 65% 60% 55% 50% 45% 40%

Biden

Trump

Quellen: predict.org, Kaiser Partner Privatbank 4

Monthly Market Monitor - Juli 2020 | Kaiser Partner Privatbank AG

07/20

06/20

05/20

04/20

35%

Branchen und viele Unternehmen könnten dennoch einen nachhaltigen Schaden erleiden. Die Kosten der Rettungsmassnahmen stehen derzeit zwar nicht im Fokus, sind aber nicht unerheblich: Die Staatsschulden dürften massiv ansteigen und eine Normalisierung der Geldpolitik in der Zukunft wird noch schwieriger. Finanzmärkte zu optimistisch? Die Aktienmärkte sind seit ihrem Tief Ende März um mehr als ein Drittel angestiegen und scheinen sich von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt zu haben. Auf dem aktuellen Kursniveau preisen Aktien eine schnelle konjunkturelle Besserung beziehungsweise nur einen zeitlich begrenzten Einbruch der Unternehmensgewinne ein. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist unserer Meinung nach momentan leicht asymmetrisch – kleinen Gewinnchancen steht ein grösseres Rückschlagpotential gegenüber. Weiterhin erhöhte Volatilität Wir empfehlen daher eine neutrale Aktienquote und favorisieren Branchen, die weniger konjunkturabhängig sind. Dazu gehören neben Schweizer Schwergewichten wie Nestlé, Roche und Novartis auch die dominanten Technologiekonzerne aus den USA und China. Auch in der zweiten Jahreshälfte dürften die Schwankungsbreiten an den Finanzmärkten hoch sein. Gold bleibt vor diesem Hintergrund ein solider Portfoliobaustein.

Der US-Wahlkampf geht in den kommenden Wochen endgültig in die heisse Phase. Der Ausgang der 59. Präsidentschaftswahl dürfte wegweisend sein – sowohl für die amerikanische Innenpolitik als auch für die globale (Geo-) Politik. Gemäss diversen Meinungsumfragen sowie Online-Wettmärkten liegt der Demokrat Joe Biden derzeit klar vor dem derzeitigen Präsidenten Donald Trump. In den letzten Wochen konnte er seinen Vorsprung weiter ausbauen. Das schwache präsidiale Auftreten Trumps in „Corona-Zeiten“ sowie in Bezug auf die sozialen Unruhen hat seine Spuren hinterlassen. Der überraschende Ausgang der Wahlen 2016 lehrt uns aber, Donald Trump nicht zu früh abzuschreiben. Die Finanzmärkte könnten einer zweiten Trump‘schen Amtszeit vielleicht gar mehr abgewinnen als einer blauen Welle. Letztere würde wohl höhere Steuern und eine strengere Regulierung mit sich bringen.


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Konjunktur-Radar Am Puls der Wirtschaft

Die „Corona-Rezession“ dürfte kurz und scharf werden. Mehr denn je sind jegliche (Wachstums-)Prognosen aber mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Im Falle einer zweiten Welle würden sich die Konjunkturperspektiven nochmals eintrüben.

V-Erholung der Konjunkturindikatoren… Diverse konjunkturelle Vorlaufindikatoren wie beispielsweise die Einkaufsmanagerindizes haben sich im Juni deutlich erholt. In einigen Ländern ist dieses wichtige Wirtschaftsbarometer wieder über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gestiegen. Auch die Einzelhandelsumsätze verzeichneten im letzten Monat teils rekordverdächtige Zugewinne. Ein wesentlicher Teil der Datenüberraschungen ist aber auf methodische Gründe beziehungsweise Sondereffekte zurückzuführen. …aber nicht beim Wachstum Der Wachstumsausblick für dieses Jahr bleibt daher ernüchternd. Zwar dürfte die „Corona-Rezession“ kurz und scharf sein. Das Gleiche gilt aber nicht für die folgende Erholung. In unserem Basisszenario rechnen wir mit einer „langsamen Genesung“, bei der die Wirt-

Verbesserte Stimmung | Der Konjunktur-Wendepunkt liegt hinter uns Heatmap Einkaufsmanagerindizes 2017

2018

####### ####### Mai 20 Jun 20

2019

Global

42.4

47.8

USA

43.1

52.6

Eurozone

39.4

47.4

Deutschland

36.6

45.2

Frankreich

40.6

52.3

Italien

45.4

47.5

Spanien

38.3

49.0

Schweiz

42.1

41.9

Japan

38.4

40.1

China (offiziell)

50.6

50.9

China (Caixin)

50.7

51.2

Kontraktion

Expansion

Konsensschätzungen Wachstum & Inflation

Zinserwartungen Kaiser Partner Privatbank

2020

2021

BIP-Wachstum (in %)

Letzter

3M

12M

Leitzinsen (in %)

Schweiz

0.8

-5.6

4.0

Schweiz

-0.75

-0.75

-0.75

Eurozone

1.2

-8.0

5.4

Eurozone

-0.50

-0.50

-0.50

Grossbritannien

1.3

-8.3

5.6

Grossbritannien

0.10

0.10

0.10

USA

2.3

-5.6

4.1

USA

0.25

0.25

0.25

China

6.1

1.8

8.0

China

2.95

2.70

2.70

Inflation (in %)

10-jährige Renditen (in %)

Schweiz

0.4

-0.6

0.2

Schweiz

-0.41

Eurozone

1.2

0.4

1.1

Eurozone

-0.40

Grossbritannien

1.8

0.9

1.5

Grossbritannien

0.20

USA

1.8

0.8

1.7

USA

0.67

China

2.9

2.8

2.2

China

2.85

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank 6

Hilfspakete (fast) ohne Grenzen Die Geldschleusen bleiben angesichts der globalen Rezession weit offen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr Pandemie-Anleihenkaufprogramm im Juni nochmals deutlich aufgestockt und bis Mitte 2021 verlängert. Die US-Notenbank Fed kündigte derweil an, die Zinsen bis mindestens Ende 2022 auf rekordtiefem Niveau zu belassen. Auch die Fiskalpolitik bleibt vorerst im Rettungsmodus. In den USA wird derzeit über ein weiteres billionenschweres Stimulusprogramm diskutiert und in Europa könnte bald ein 750 Milliarden Euro grosser Rettungsschirm gespannt werden. Die Staatsschulden dürften vor dem Hintergrund des fiskalpolitischen Aktivismus weiter in die Höhe schnellen. (Vorerst) kein Inflationsdruck Mit Blick auf die stark expansive Geld- und Fiskalpolitik und die sich immer deutlicher abzeichnenden De-Globalisierungstendenzen ist ein deutlicher Anstieg der Inflation nicht gänzlich auszuschliessen. Derzeit schätzen wir die Wahrscheinlichkeit für ein Szenario, in dem die Teuerung bis Mitte des Jahrzehnts nachhaltig über die Marke von 2% steigt, aber „nur“ auf 20% bis 30%. In der kurzen Frist überwiegen in der Folge von „Corona“ klar die deflationären Tendenzen.

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

2019

schaftsleistung in den Industrieländern voraussichtlich erst 2022 auf das Vorkrisenniveau zurückkehrt. 2020 dürfte die Weltwirtschaft um 3% bis 5% schrumpfen. Mehr denn je sind jegliche Prognosen aber mit grosser Unsicherheit behaftet. Im Falle einer zweiten globalen Corona-Welle besteht das Risiko für noch schwächere Wachstumszahlen.

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Quellen: Kaiser Partner Privatbank


Bergsicht

Die geopolitische HeatMap

US-Präsidentschaftswahlkampf kampfs vorerst nicht zu erwarten. Die zunehmend neDas Rennen ums Präsidentenamt in der grössten Volks- gative Einstellung gegenüber China hat sich in den USA wirtschaft der Welt geht in den nächsten Monaten in sowohl in Breiten Teilen der Bevölkerung als auch über den Endspurt. Angesichts der schwachen „Performan- die Parteigrenzen hinweg verfestigt. Dies nicht zuletzt ce“ von Donald Trump während der jüngsten Krise(n), auch aufgrund des rigiden Umgangs der Kommunistihaben die Demokraten derzeit Oberwasser. Sollten sie schen Partei mit Hongkong. sowohl das Weisse Haus als auch die Mehrheit im Parlament erobern, dann wären höhere Steuern und eine „Brexit“-Hängepartie schärfere Regulierung für einige Branchen wohl eine Die Meinung darüber wie die Beziehungen zwischen ausgemachte Sache. Für die Aktienmärkte würde dies dem Vereinigten Königreich und der Europäischen grösseren Gegenwind bedeuten. Union zukünftig ausgestaltet werden sollen, geht auf beiden Seiten des Ärmelkanals nach wie vor weit ausHandelskrieg USA vs. China einander. Dabei drängt die Zeit, denn das Ablaufen der Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten Übergangsperiode zum Jahresende nähert sich. Auch und China brodelt derzeit auf mittlerer Flamme, könnte wenn eine Einigung in letzter Minute gelingt, dürfte aber jederzeit wieder hochkochen. Von den im „Han- sie nur eine Minimallösung hervorbringen. Die Unsidelsdeal“ beschlossenen, ambitionierten Importzielen cherheit für die Wirtschaftsakteure dürfte auch danach sind die Chinesen derzeit weit entfernt. Eine Entspan- nicht gänzlich beseitigt sein. nung ist nicht zuletzt auch aufgrund des US-Wahl- .

Geopolitische Entwicklungen machen vor den Finanzmärkten nicht Halt. Vielmehr sind sie in den letzten Jahren zu einer immer wichtigeren Einflussgrösse geworden. In der „Bergsicht“ werfen wir einen Blick auf die aktuell wichtigsten Brennpunkte.

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Anlagestrategie

Notizen vom Investment-Komitee

Die „Risk-on“-Rally an den Finanzmärkten hat in den letzten Wochen etwas an Dynamik verloren. Wahrscheinlicher als ein Angriff auf alte Aktienhöchststände ist unserer Meinung nach denn auch eine ausgeprägte Konsolidierung mit anhaltend hoher Volatilität. Eine hohe Quote von alternativen Anlagen sowie eine übergewichtete Goldposition sind in diesem Umfeld angebracht.

Asset Allocation monitor -

+

-

Liquidität

Aktien

Festverzinsliche Anlagen

Global

Staatsanleihen

Schweiz

Unternehmensanleihen

Europa

Mikrofinanz

Grossbritannien

Inflationsbasierte A.

USA

Hochzinsanleihen

Schwellenländer

Schwellenländeranleihen

Alternative Anlagen

Versicherungsbasierte A.

Rohstoffe

Wandelanleihen

Gold

Laufzeiten

Immobilien

Währungen

Hedgefonds

US-Dollar

Strukturierte Produkte

Schweizer Franken

Private Equity

+

Euro Britisches Pfund

Aktien: Hoch bewertet Scorecard • Die bevorstehende Berichtssaison für das 2. Quartal + dürfte den Tiefpunkt bei den Unternehmensgewin- Konjunktur nen markieren. Ob sich die Anleger von nun an aber Geld-, Fiskalpolitik ausschliesslich auf die (bessere) Zukunft konzentrieren Unternehmensgewinne ist zumindest fraglich. Viel eher sind einige negative Bewertung Überraschungen zu erwarten, die auf die Stimmung Trend drücken können. Angesichts rückgängiger Gewinne Anlegerstimmung und hoher Kursgewinne seit dem März-Tief sind die Bewertungen der Aktienmärkte im historischen Vergleich sehr hoch und lassen wenig Spielraum für höheder Anleiherenditen, sehen wir die Zeit für Value-Inre Preise. Höherverzinsliche Anleihen stellen momenvestments noch nicht gekommen. tan eine interessante Alternative zu Aktien dar. • Die sehr expansive Geldpolitik der Notenbanken Anleihen: Noch länger seitwärts bleibt derzeit die einzige grosse Stütze für Aktien. Die • Die Renditen der langlaufenden Staatsanleihen penAnlegerstimmung könnte hingegen von Rücken- auf delten in den vergangenen Wochen in bekannten Gegenwind drehen, denn der Pessimismus, welcher Bahnen. In den USA hat sich bei 10-jährigen Treasunoch im April/Mai zu beobachten war, ist längst verries eine Handelsspanne von 0.5% bis 1% etabliert. Bei flogen. Inzwischen haben die Investoren ihre hohen deutschen Benchmarkanleihen scheint ein Level von Cash-Quoten aber reduziert und an den Optionsmärk-0.15% in diesem Jahr das obere Limit darzustellen. ten wird wieder auf steigende Kurse spekuliert. In Angesichts der regelmässigen Bestätigung seitens der Summe lässt unsere Aktien-Scorecard einen volatilen Notenbanken ihre Hilfsprogramme noch sehr lange Sommer (ohne typisches Sommerloch) erwarten. Zeit aufrecht zu erhalten und bei Bedarf auszuweiten, • Das Revival der Value-Aktien im Mai entpuppte sich heisst das Motto bei den Anleiherenditen noch auf als Einmonats-Fliege. Zuletzt haben sich die tief beunbeschränkte Zeit „lower for longer“. werteten, zyklischen Sektoren bereits wieder merk- • Auch auf die risikoreicheren Segmente des festverzlich schlechter entwickelt als Wachstumstitel oder deinslichen Bereichs verfehlt die Medizin der Notenfensive Branchen. Dieser Trend dürfte sich demnächst banken ihre Wirkung nicht. Die Kreditaufschläge für fortsetzen. Ohne eine deutliche Verbesserung der Hochzinsanleihen sowie für die die südeuropäischen Konjunkturaussichten und einen nachhaltigen Anstieg Länder haben sich ausgehend von den Höchstständen 8

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len die Anlageklasse insbesondere mit Blick auf das im März bereits wieder deutlich entspannt. Auf dem Tiefzinsumfeld längerfristig als weiterhin attraktiv. aktuellen Niveau sind die Risiken in diesen Anlageklassen angesichts der „Corona-Rezession“ und der aus ihr resultierenden Folgen (zunehmende Unternehmens- Währungen: Schweizer Franken bleibt stark pleiten beziehungsweise weiter steigende Staatsver- • EUR/CHF: Nachdem der Schweizer Franken bis Mitte Mai unter erheblichem Aufwertungsdruck stand – schuldung) unserer Meinung nach aber grösser als die und die Schweizerische Nationalbank (SNB) entspreChancen. Entsprechend empfehlen wir eine Untergechend heftig intervenieren musste – hat sich die Lage wichtung. seitdem etwas entspannt. Allerdings ist die Eu(ro)pho• Mikrofinanz bleibt einer der wenigen Bereiche mit rie, die den Euro kurzzeitig über die Marke von CHF anleiheähnlichem Charakter, in dem wir längerfristig 1.09 hob, bereits wieder verflogen. Die Fundamentalweiterhin gute Chancen sehen. Die Pandemie stellt daten haben jüngst wieder die Oberhand gewonnen. allerdings auch für diese Anlageklasse eine HerausforDiese sehen einen weiterhin zur Stärke tendierenden derung dar, insbesondere weil einige Schwellenländer Franken, welche vor allem durch den massiven Leisnoch deutlich stärker unter der Gesundheitskrise leitungsbilanzüberschusses begründet ist, dem nur unden als die Industrieländer. Vor diesem Hintergrund zureichende Kapitalabflüsse gegenüberstehen. zeigen sich die Kreditgeber derzeit sehr zurückhaltend. Zahlungsausfälle beziehungsweise negative Implikati- • EUR/USD: Gegenüber dem US-Dollar steht die Gemeinschaftswährung – zumindest charttechnisch onen für die Performance halten sich bisher dennoch – hingegen auf etwas soliderem Fundament. Die in Grenzen. Die langfristige Story bleibt intakt. Tiefststände von Anfang 2017 wurden auch auf dem Höhepunkt der Corona-Krise im März/April nicht mehr Alternative Anlagen: Gold glänzt erreicht. Auf der Oberseite schickt sich der Euro der• Rally, Konsolidierung, Aufbruch zu neuen Höhen – weil an, den Abwärtstrend seit Anfang 2018 bei 1.14nach diesem Muster verläuft der Aufwärtstrend beim 1.15 erneut zu testen. Ein Ausbruch über diese Marke Goldpreis seit Sommer 2018. Auch die jüngste Konwäre ein Befreiungsschlag. Solange dieses Signal nicht solidierung wurde Ende Juni nach oben hin aufgelöst. vorliegt, bleibt der Euro in der Handelsspanne der ersNun kommt der charttechnische Widerstand bei 1´800 ten Jahreshälfte gefangen. US-Dollar ins Visier. Die expansive Geldpolitik der Notenbanken bleibt das Rückgrat der Goldhausse, da sie • GBP/USD: Auch beim britischen Pfund heisst die wahrscheinlichste Tendenz in den kommenden Wochen: noch für lange Zeit tiefe Opportunitätskosten für das weiter seitwärts. Das März-Tief, welches aus einem Halten von Gold verspricht. Eine erhöhte Goldquote panischen Ausverkauf resultierte, könnte beim Pfund macht im Portfoliokontext nach wie vor Sinn. ein langfristiges Tief beziehungsweise einen Wende• Schweizer Immobilienfonds haben sich im „Coropunkt markieren und dürfte so schnell nicht wieder in na-Crash“ im Vergleich zu Immobilienaktien oder Reichweite gelangen. Trotz der günstigen Bewertung Immobilienanlagen anderer Regionen relativ gut geder Währung ist indes aber auch kein nachhaltiger halten. Fonds mit höherem Exposure zu gewerblichen Anstieg vom aktuellen Niveau aus zu erwarten – eine Immobilien haben zum Teil deutlich underperformt. schwache Konjunktur, die lockere Geldpolitik der Bank Wohnimmobilien zeigen sich einmal mehr als die etof England und die Unsicherheit bezüglich der weitewas robustere Kategorie. Auch die aktuelle Krise bietet ren „Brexit“-Diskussionen sprechen dagegen. im Schweizer Immobilienmarkt Chancen. Wir beurtei-

Chart unter der Lupe Pessimisten in der Überzahl | Anleger trauen dem Braten nicht Anzahl Optimisten („Bullen) und Pessimisten („Bären“) unter US-Privatanlegern, in % 60%

50%

40%

30%

20%

„Bullen"

„Bären"

Quellen: American Association of Individual Investors, Kaiser Partner Privatbank

2020

2019

2018

2017

2016

2015

10%

Der „Corona-Crash“ hat bei den Privatanlegern in den USA nachhaltige Spuren hinterlassen. Trotz des starken Anstiegs der Aktienmärkte seit Ende März rechnet eine Mehrzahl in den nächsten sechs Monaten mit fallenden Kursen. Dies ist ungewöhnlich, denn normalerweise steigt die Stimmung mit steigenden Preisen. Aus Sicht der verhaltenswissenschaftlichen Finanzanalyse (Behavioral Finance) ist der erhöhte Pessimismus eigentlich positiv zu werten – wer „bärisch“ ist, ist noch nicht übermässig investiert und somit ein potentieller Aktienkäufer. Allerdings würden wir die Statistik im vorliegenden Fall nicht überbewerten. Denn eine Reihe anderer Stimmungsindikatoren wie beispielsweise das Verhältnis von Kauf- zu Verkaufsoptionen am Terminmarkt und die reduzierten Cash-Bestände von Fondsmanagern widerspiegeln einen gesunden Optimismus. Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - Juli 2020

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Anlagethema im Fokus Surfen auf der Technologie-Welle

Technologiekonzerne dominieren unseren Alltag. Und ebenso die Aktienmärkte. Durch die Corona-Krise haben Megatrends wie digitale Transformation und Cloud Computing weiteren Schub erhalten. Auch in den kommenden Jahren verspricht die Tech-Branche hohes Wachstum und interessante Investitionsmöglichkeiten.

Nichts geht mehr ohne FANMAG Online-Shopping bei Amazon, Navigieren via Google Maps und Freunde treffen auf Facebook – all dies ist für uns in den letzten Jahren so normal geworden wie das Zähneputzen. Die Internetriesen begleiten uns im Alltag, ohne dass es uns auffällt. An der Börse fallen die Titel von Facebook, Amazon, Netflix, Microsoft, Apple und Google (beziehungsweise Alphabet), die auch unter dem Akronym FANMAG bekannt sind, allerdings durchaus auf. Nach einem jahrelang andauernden Kursaufschwung sind sie mittlerweile so schwergewichtig geworden, dass sie mehr als 20% der Marktkapitalisierung des S&P500 Index ausmachen. „Everything from home“ während der Pandemie Die FANMAG-Aktien widerspiegeln den unaufhaltbaren Trend der digitalen Transformation. Dieser hat durch die Corona-Krise nochmals einen weiteren Schub erhalten. Praktisch von heute auf morgen wurden beispielsweise das Home-Office und Videokonferenzen zur neuen Gewohnheit. Für einige technologische Megatrends wie Digitalisierung oder Cloud Computing dürfte die Gesundheitskrise als ein nachhaltiger Beschleuniger wirken. Denn auch wenn bald langsam wieder Normalität in unseren Alltag einkehrt, dürften Unternehmen und Verbraucher die neuen „Gewohnheiten“ zumindest teilweise beibehalten (wollen). Für Firmen macht dies nicht zuletzt

Ein riesiger Markt... | ... mit weiterem Wachstumspotenzial Vergleich Internet USA vs. China

Quellen: South China Morning Post, Kaiser Partner Privatbank 10

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auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn, denn der Umstieg auf digitale Kanäle kann unter anderem Büroflächen und Reisespesen sparen. Solide Fundamentaldaten In Bezug auf die Entwicklung am Aktienmarkt hat die Technologiebranche die Corona-Krise bereits wieder komplett hinter sich gelassen: Anfang Juni erreichte der Nasdaq Index bereits wieder ein neues Allzeithoch. Die inzwischen mehr als 11 Jahre andauernde Tech-Rally setzt sich also weiter fort. Mit Blick auf die Fundamentaldaten steht sie dabei auf solidem Boden. Der Kursaufschwung der letzten Dekade war nämlich stets durch starkes Umsatzwachstum, hohe Margen und entsprechend gute Unternehmensgewinne unterlegt. Die Geschäftsmodelle der Branche sind heutzutage oft weitgehend „krisenresistent“ und konjunkturunabhängig. Trotz teils rasanter Kurszuwächse ist die Bewertung von Technologieaktien heute deshalb nicht unbedingt (zu) teuer. Überdurchschnittliches Wachstum und hohe Profitabilität sprechen auch in den kommenden Jahren für weiteres Aufwärtspotential Chinas Antwort aufs Silicon Valley Wer international anlegen möchte, kommt an China heutzutage nicht vorbei. Das Reich der Mitte hat in den letzten Jahren Internetriesen wie Baidu, Alibaba und Tencent hervorgebracht, die sich inzwischen auch im Westen einen Namen gemacht haben und einen grossen Heimvorteil haben. Mit mehr als 800 Millionen Nutzern ist der chinesische Internetmarkt rund dreimal so gross wie der amerikanische. Die Affinität der Chinesen für „Digitales“ ist dabei viel grösser. Beispielsweise zahlen inzwischen mehr als 40% der Chinesen (583 Millionen) mobil, in den USA ist es nur etwa jeder Fünfte (62 Millionen). Auch in puncto Innovationsfreude können sich westliche Unternehmen bei den Chinesen etwas abgucken. Mit WeChat oder Alipay sind zum Beispiel „Super-Apps“ entstanden, über die man vom Einkaufen, über das Buchen von Flügen bis hin zu Geldgeschäften alles Erdenkliche an einem „Ort“ erledigen kann. Neue Geschäftsmodelle können an diese Apps in kürzester Zeit angedockt werden, was den Zugang zu einem Pool von weltweit mehr als einer Milliarde Nutzer ermöglicht. Dieses Modell ist so erfolgreich, dass es inzwischen selbst von Facebook kopiert wird. Im Bereich des mobilen Internets kann der Westen also noch etwas von China lernen.


ESG

Rund ums Thema Nachhaltigkeit

Nach der Krise ist vor dem (nachhaltigem) Aufschwung Mit viel buchstäblich positiver Energie fand Ende Juni die grösste europäische Konferenz zu erneuerbaren Energien und effizienter Energienutzung in Europa statt: die EU Sustainable Energy Week (EUSEW). Erstmals digital trafen sich politische Entscheidungsträger, Interessenvertreter und Bürger, um Klima- und Energieziele für die Energy Union der EU festzulegen.

Möglichkeiten für Investitionen und die Finanzierung der Förderungen sowie auf die sogenannte sektorale Integration inklusive der Energienutzung in der Industrie und die Flexibilität von Energiesystemen. Das vierte grosse Thema war die allgemeine Strategie, das Engagement lokaler Behörden, der Industrie und der Energiegemeinschaften für einen fairen Übergang zu den neuen Energien.

Von der Bevölkerung der EU-Mitgliedstaaten gibt es dazu Seit 2006 ist die EUSEW fixer Bestandteil des Veranstal- laut einem Schwerpunkt-Eurobarometer im Herbst 2019 tungskalenders der Europäischen Kommission. Im Mit- jedenfalls mehrheitliche Zustimmung für diese Vorhatelpunkt steht dabei eine dreitägige Konferenz, während ben: Sowohl der Rückzug von fossilen Brennstoffen als sich weitere Events über insgesamt zwei Monate erstre- auch der Zugang zu sicherer, sauberer und erschwingcken, die sichere, saubere und effiziente Energie bewer- licher Energie findet klaren Zuspruch. Ähnliches gilt für ben sollen. Die diesjährige, 15. Ausgabe der EU Sustain- den Vorrang für erneuerbare Energie, die Investitionen able Energy Week widmete sich wohl einem der derzeit in Forschung und Technologie und eine grundsätzliche aktuellsten Themen unter dem Motto „Jenseits der Krise: Reduktion im Energieverbrauch. Für grünen Aufschwung und Wachstum. Insbesondere die jüngere Generation war aufgerufen, ihre Ideen ein- Letzteres ist bereits ein Anspruch der Energy Union und zubringen: Am 22. Juni, dem allerersten European Youth das gleich um deutliche 32,5% in 2030. Neben der EnerEnergy Day tauschten 18-30-Jährige aus allen europäi- gieeffizienz soll der Anteil erneuerbarer Energie steigen. schen Ländern ihre Sichtweisen darüber aus, wie Europa In den vergangenen 15 Jahren war bereits ein Anstieg um zum ersten klimaneutralen Kontinent werden könnte. Bis 10% auf 19% zu verzeichnen, für Ende 2020 steht die an2050 soll dieses ambitionierte Ziel im Rahmen des Euro- gepeilte 20%-Marke noch offen. pean Green Deal erreicht werden. An ehrgeizigen Zielen für die kommenden Jahren und Der European Green Deal soll auch die Basis für die Er- Jahrzehnte mangelt es den EU-Mitgliedsstaaten nicht. holungsphase nach der Corona-Pandemie bilden. Die Si- Im Bereich der nachhaltigen Energie versucht die Eucherheitsmassnahmen, an denen die Europäische Kom- ropäische Union jedenfalls die Zusammenarbeit ihrer mission derzeit mit Hochdruck arbeitet, sollen in dessen Mitglieder und auch ihre globale Vorreiterrolle im Einklang stehen, um auf die beispiellose Situation der Eiltempo auszubauen. vergangenen Monate und ihre finanziellen Folgen für die EU-Länder nachhaltig reagieren zu können. Der „grüne Aufschwung“ soll von entsprechenden Investitionen der EU geprägt sein. Im Energiesektor steht beispielsweise die Sanierung von Gebäuden im Vordergrund, um die Dekarbonisierung, die Umstellung auf einen niedrigen Umsatz von Kohlenstoff, europaweit zu beschleunigen. Weitere Projekte sollen die Entwicklung erneuerbarer Energien als alternative Energiequellen fördern sowie innovative, saubere Energietechnologien. Dieser Fokus soll dabei nicht nur Emissionen von Treibhausgasen reduzieren, sondern auch vermehrt Arbeitsplätze schaffen. Folglich konzentrierten sich die Vorträge und Diskussionen zur EUSEW 2020 auf vier Bereiche: Zum einen auf die Renovierungswelle, einschliesslich der Energieeffizienz in Gebäuden und die damit verbundenen Energieeinsparungen für die Verbraucher. Des Weiteren auf die neuen Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - Juli 2020

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Die letzte Seite

Anlageklassen und Agenda

Performance per 30. Juni 2020 Anlageklassen

seit Jahresbeginn

Liquidität

1 Monat

1 Jahr

3 Jahre

0

CHF

-0.3%

0.0%

-0.7%

-2.1%

EUR

-0.2%

0.0%

-0.4%

-1.1%

0.0%

1.6%

6.1%

0.2%

4.9%

11.2%

2.1%

5.7%

14.6%

0.1%

2.4%

10.2% 19.1%

USD

0.5%

Festverzinsliche Anlagen

0

Staatsanleihen

4.2%

Unternehmensanleihen

2.6%

Mikrofinanz

0.3%

Inflationsbasierte Anleihen

6.5%

Hochzinsanleihen

-5.12

Schwellenländeranleihen

-2.6%

Versicherungsbasierte Anl.

1.8%

Wandelanleihen Aktien

5.0%

-5.3%

Schweiz

-3.99%

Europa

-12.4% -17.7%

USA

-2.5%

Schwellenländer

-10.7%

Alternative Anlagen Rohstoffe

9.0%

3.5%

1.0%

11.4%

0.5%

5.6%

7.8%

5.0%

10.6%

25.4%

2.4%

3.3%

22.2%

1.6%

2.9%

21.3%

4.9%

-5.5%

-0.4%

1.5%

-15.3%

-6.8%

2.2%

7.8%

34.5%

7.0%

-5.7%

-1.6% -21.3%

0 -19.7%

Gold

17.4%

Immobilien Schweiz

-1.6%

Hedgefonds

-1.2%

Währungen

2.3%

-18.4%

2.9%

26.3%

43.4%

0.3%

5.1%

11.8%

1.6%

3.0%

3.4% -1.7%

0

EUR/USD

0.2%

EUR/CHF

-2.0%

GBP/USD

8.0% -1.3%

0

Global

Grossbritannien

1.1% -0.2%

-6.5%

4.6%

0.1%

-1.3%

-2.9%

-1.1%

2.6%

-0.2%

-4.8%

Auf unserer Agenda 17./18. Juli: EU-Sondergipfel In Brüssel beraten die Regierungschefs der EU-Länder über das nächste mehrjährige Budget der Wirtschaftsgemeinschaft und über den Wiederaufbauplan nach der Corona-Krise. Ein (finaler) Kompromiss um den geplanten Rettungsfonds in Höhe von 750 Milliarden Euro steht immer noch aus. 29. Juli: FED-Sitzung US-Notenbankchef Jerome Powell dürfte die Anleger auf ein anhaltend herausforderndes konjunkturelles Umfeld im zweiten Halbjahr vorbereiten. Noch tiefere (negative) Zinsen sind jedoch nicht zu erwarten, dafür (bei Bedarf) noch mehr Wertpapierkäufe. 30. Juli: KOF Konjunkturbarometer Der wichtige Indikator für die Schweizer Wirtschaft dürfte sich im Juli weiter erholt haben. Doch auch wenn die Tendenz für die Konjunktur nach oben zeigt – eine Rezession bleibt auch der Schweiz (und Liechtenstein) in diesem Jahr nicht erspart.

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Dieses Dokument stellt keine Finanzanalyse oder Werbung dar, sondern dient lediglich zu Informationszwecken. Die darin enthaltenen Informationen begründen kein Angebot oder eine Empfehlung seitens der Kaiser Partner Privatbank AG zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstrumentes oder zu anderen Handlungen bezogen auf diese, und stellen auch keine Anlageberatung dar. Allfällige Hinweise auf die frühere Performance garantieren keine positiven Entwicklungen in der Zukunft. Kaiser Partner Privatbank AG haftet weder dafür, dass die enthaltenen Informationen vollständig, richtig und aktuell sind, noch für allfällige Verluste oder Schäden, die durch den Gebrauch dieser Informationen verursacht werden. Der gesamte Inhalt dieses Dokumentes ist immaterialgüterrechtlich, insbesondere urheberrechtlich, geschützt. Die vollständige oder teilweise Verwendung, unabhängig ihrer Art und Mittel, für öffentliche oder kommerzielle Zwecke, ist ohne vorgängige schriftliche Zustimmung seitens Kaiser Partner Privatbank AG untersagt. 14

Monthly Market Monitor - Juli 2020 | Kaiser Partner Privatbank AG

Herausgeberin: Kaiser Partner Privatbank AG Herrengasse 23, Postfach 725 FL-9490 Vaduz, Liechtenstein HR-Nr. FL-0001.018.213-7 T: +423 237 80 00, F: +423 237 80 01 E: bank@kaiserpartner.com Redaktion: Oliver Hackel, Senior Investment Strategist Roman Pfranger, Head Private Banking & Investment Solutions Cornelia Kopf, Marketing Specialist, 21iLAB Design & Druck:

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