Skip to main content

Kaiser Partner Privatbank AG - Monthly Market Monitor März 2022

Page 1

Monthly Market Monitor

März 2022


Inhalt Auf einen Blick Unsere Sicht auf die Märkte

Konjunktur-Radar Am Puls der Wirtschaft

04 06

Thema im Fokus

Bergsicht

Anlagestrategie

Die geopolitische HeatMap

Notizen vom Investment-Komitee

07

08

Bitcoin – geliebt, gehasst und (un) verzichtbar (?)

10

Ask the experts Was unsere Kunden (und die Finanzmärkte) bewegt

Die letzte Seite

14

Anlageklassen und Agenda

15 Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2022

3


Auf einen Blick

Unsere Sicht auf die Märkte

Den kühlen Kopf bewahren Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine humanitäre Katastrophe, deren langfristige politische und wirtschaftliche Konsequenzen derzeit noch nicht gänzlich absehbar sind. Anleger müssen in den kommenden Wochen mit anhaltend hoher Volatilität an den Finanzmärkten rechnen – und sollten dennoch einen kühlen Kopf bewahren. Für (Panik-)Verkäufe ist es zu spät. Alte Börsenweisheiten könnten hingegen einmal mehr zum Tragen kommen. Zinserhöhungen trotz Krise Für die Notenbanken stellt der militärische Konflikt in Osteuropa eine neue Variable dar, welche sie in ihre geldpolitischen Überlegungen mit einbeziehen müssen. Allerdings dürfte ihr Fokus dabei vor allem auf den nochmals gestiegenen Inflationsrisiken liegen. Die EZB dürfte daher an der verbal bereits eingeleiteten geldpolitischen Wende festhalten. Auch der erste Zinsschritt der US-Notenbank im März bleibt gesetzt. Putins Pokerspiel Der Angriff Wladimir Putins auf die Ukraine ist eine humanitäre Tragödie und dürfte Europa beziehungsweise die Nato zu einem Überdenken der europäischen Sicherheitsarchitektur sowie grösserer militärischer Präsenz in

Grafik des Monats Smile?! | Die Zinswende ist da (und etabliert sich in den Preischarts) Rendite 2-jähriger US-Staatsanleihen

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank 4

Monthly Market Monitor - März 2022 | Kaiser Partner Privatbank AG

Osteuropa veranlassen. Längerfristig dürfte die militärische Aggression auch für Russland selbst Folgen haben. Es drohen sowohl direkte (Kriegs-)Kosten als auch hohe indirekte Kosten in Form einer zunehmenden Isolation und der beschleunigten Entkopplung vom Westen. Bitcoin – geliebt, gehasst und (un)verzichtbar (?) Ist der Bitcoin ein Ponzi-Schema, bei dem die heisse Kartoffel immer weitergereicht wird, bevor das Kartenhaus zusammenstürzt? Oder sind Kryptowährungen eine neue Anlageklasse, die in keinem Portfolio fehlen darf? Die Debatte darüber ist noch nicht entschieden. Unübersehbar ist aber die zunehmende Adoption von Kryptos – immer mehr Finanzinstitute bieten Gross- und Kleinanlegern auf Kryptowährungen basierende Finanzprodukte an. Wir beantworten die Frage, ob Privatanleger hier zugreifen sollten. Ask the experts Und noch mehr Fragen: Wie lange dauert der Preisanstieg noch an? Sind die Notenbanken «hinter der Kurve»? Wie nachhaltig ist die Rotation bei den Sektoren und Regionen? Und sollte man Aktien in diesen unsicheren Zeiten untergewichten? Unsere Antworten finden Sie im quartalsweise erscheinenden Frage-und-Antwort-Format.

Noch im letzten Herbst schienen höhere Zinsen in weiter Ferne (USA) oder waren fast undenkbar (Europa). Doch die Dinge haben sich schnell geändert… Nachdem die Teuerungsraten auf beiden Seiten des Atlantiks zuletzt stets deutlich auf der Oberseite überraschten und sich die Notenbanker immer «hawkisher» zeigen, ist die Zinswende längst im Gange. Exemplarisch dafür stehen die 2-jährigen US-Renditen, deren Chart – je nach individueller Optik – entweder wie eine Untertasse oder ein breites Grinsen aussehen und einen deutlichen Zinsanstieg implizieren. Sechs bis sieben Zinsschritte bis Jahresende sind aktuell eingepreist. Ab 2024 werden aber bereits wieder fallende Zinsen erwartet. Der Zinsmarkt spekuliert also darauf, dass die US-Notenbank (aufgrund fallender Aktienkurse) schon bald wieder kapituliert oder dass der kommende Zinserhöhungszyklus besonders kurz wird (weil schon wieder die nächste Rezession droht).


Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2022

5


Konjunktur-Radar Am Puls der Wirtschaft

Eigentlich war für die europäische Wirtschaft in den kommenden Wochen eine kräftige Frühlingserholung «eingeplant». Die eskalierende UkraineKrise stellt kurzfristig ein Risiko dar. Mehr als «nur» einen erneuten Stimmungsdämpfer und noch längere Zeit hohe Energiepreise dürfte es aber nicht geben. Letztere können die Notenbanken nicht ignorieren.

Entspannungssignale… Die Ergebnisse der monatlichen Unternehmensumfragen wie der deutsche Ifo-Index und die europäischen Einkaufsmanagerindizes signalisierten im Februar klare Entspannungszeichen und lagen allesamt über den Konsenserwartungen. Die weitgehende (oder vollständige) Aufhebung der Corona-Beschränkungen stimmt die Unternehmer und insbesondere den Dienstleistungssektor zuversichtlich für einen kräftigen Frühlingsaufschwung. Die Verbraucher, welche auf angesammelten Corona-Ersparnissen sitzen, dürften einen solchen in den kommenden Monaten stützen. …und Risiken Die eskalierte Ukraine-Krise stellt diese positive Grunderwartung auf die Probe. Russland ist für West- und Mitteleuropa nicht nur der wichtigste Erdgaslieferant, sondern global auch ein wichtiger Exporteur von Rohöl, Metallen und Getreide. Ein beeinträchtigter Rohstoff-Kanal könnte daher vor allem in den besonders exponierten europäischen Ländern zu einem erneuten Stimmungsdämpfer sowie einem weiteren kleinen Inflationsschub führen. Ein für längere Zeit über 100 US-Dollar pro Fass verharrender Ölpreis würde sich auch auf das globale Wachstum negativ auswirken und ist ein ernstzunehmendes Risiko. Da inzwischen eine erhebliche Öl-Risikoprämie besteht, gibt es aber die Hoffnung, dass sich dieses nicht realisiert. Ein möglicher Iran-Deal könnte zusätzliches Öl auf den Markt bringen. Zudem dürfte der Westen von Sanktionen, welche die Energiesicherheit gefährden, absehen. Für Russland würden die

Mehr Wachstum, mehr Inflation | Solide Einkaufsmanagerindizes lassen Konjunktur-Frühling erwarten Einkaufsmanagerindizes (Industrie und Dienstleistungen kombiniert)

(Kriegs-)Kosten indes noch weiter steigen, sollte es seine Rolle als zuverlässiger Lieferant in Frage stellen. Notenbanken in der Zwickmühle? Für die Notenbanken stellt der militärische Konflikt in Osteuropa eine neue Variable dar, welche sie in ihre geldpolitischen Überlegungen mit einbeziehen müssen. Allerdings dürfte ihr Fokus dabei vor allem auf den nochmals gestiegenen Inflationsrisiken liegen. So dürfte sich die Europäische Zentralbank im März angesichts der gestiegenen Unsicherheit zwar alle Optionen offenhalten wollen. An der grundlegenden, bereits eingeleiteten Wende der Geldpolitik dürfte sich aber wenig ändern. Eine schrittweise Reduzierung der EZB-Wertpapierkäufe und eine erste Zinserhöhung gegen Jahresende bleibt trotz geopolitischer Krise wahrscheinlich. Auch ein erster Zinsschritt der Fed bleibt für März gesetzt – obwohl es Jerome Powell bei 25 Basispunkten belassen dürfte. Konsensschätzungen Wachstum & Inflation 2021

2022

2023

BIP-Wachstum (in %) Schweiz

3.6

2.9

1.8

Eurozone

5.2

4.0

2.5

Grossbritannien

7.2

4.3

2.1

USA

5.7

3.7

2.5

China

8.1

5.2

5.2

Schweiz

0.6

1.0

0.6

Eurozone

2.6

3.9

1.8

Grossbritannien

2.6

5.4

2.4

USA

4.7

5.1

2.5

China

0.9

2.1

2.2

3M

12M

Inflation (in %)

Zinserwartungen Kaiser Partner Privatbank Letzter Leitzinsen (in %) Schweiz

-0.75

Eurozone

-0.50

Grossbritannien

0.50

USA

0.25

China

2.85

10-jährige Renditen (in %)

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank 6

Monthly Market Monitor - März 2022 | Kaiser Partner Privatbank AG

Schweiz

0.12

Eurozone

-0.02

Grossbritannien

1.17

USA

1.73

China

2.83

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank


Bergsicht

Die geopolitische HeatMap

«Back to business» im Westen, Rezession in Russland Einfrieren der russischen Notenbankguthaben, Ausschluss eines Grossteils russischer Banken aus dem SWIFT-System und vieles mehr – abgesehen von der direkten Sanktionierung der russischen Energieexporte haben Europäer und Amerikaner innerhalb weniger Tage so ziemlich alle Sanktions-Register gezogen. Die westlichen Sanktionen dürften die ohnehin bestehenden Probleme der russischen Wirtschaft verschärfen und deren langfristiges Wachstumspotential mindern. Sollte es nicht innerhalb kürzester Zeit zu einer De-Eskalation kommen, erscheint eine Rezession in Russland unvermeidlich. Währungsverfall, springende Teuerung und wirtschaftliche Misere könnten die Kritik an Putin innerhalb der Bevölkerung und unter den russischen Oligarchen lauter werden lassen. Die Implikationen für den Westen hängen derweil am Thema Rohstoffe. Höhere Energiepreise dürften der Stimmung bei westlichen Konsumenten und Unternehmen kurzfristig nochmals einen Dämpfer versetzen. Die wirtschaftliche Erholung von der Omikron-Welle könnte sich daher einmal mehr etwas nach hinten verschieben. Relativ bald könnte es aber zum «business as usual» zurückgehen. Abgesehen vom Energie-Thema hat Russland für die Volkswirtschaften (West-)Europas ein zu kleines Gewicht, um die konjunkturelle Entwicklung nachhaltig zu beeinflussen. Sowohl Wirtschaftswachstum als auch

Geldpolitik könnten daher bald wieder auf ihren VorKrisen-Pfad zurückkehren. Militärisch dürfte die Nato ihre Präsenz im Osten Europas, entgegen Putins Hoffnungen, stärken. Ein Paradigmenwechsel in der europäischen Aussen- und Sicherheitspolitik scheint bereits vollzogen worden zu sein. Putin im Abseits Längerfristig dürfte die aggressive militärische Expansion nach Osten auch für Russland selbst Folgen haben. Es drohen sowohl direkte (Kriegs-)Kosten als auch hohe indirekte Kosten in Form einer zunehmenden Isolation und der beschleunigten Entkopplung vom Westen. Zwar könnte das Land aufgrund seiner Ressourcen und guter Verbindungen (beispielsweise zu China) auch ohne Anschluss an den Westen (über)leben. Auf längere Sicht könnten Putin aber seine wichtigsten Kunden für Energieexporte verloren gehen und die wichtigste Einnahmequelle versiegen. Ein im wirtschaftlichen Abstieg begriffenes, aber hochgerüstetes Russland wäre für die USA und Europa auf nicht absehbare Zeit eine grosse Herausforderung.

Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine humanitäre Katastrophe. Sie stellt die europäische Sicherheitsarchitektur in Frage und hat den Westen innert weniger Tage zu einem Umdenken gezwungen. Was sind die Implikationen der geopolitischen Krise?

Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2022

7


Anlagestrategie

Notizen vom Investment-Komitee

Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine humanitäre Katastrophe, deren langfristige politische und wirtschaftliche Konsequenzen derzeit noch nicht gänzlich absehbar sind. Die Volatilität an den Finanzmärkten dürfte in den nächsten Wochen entsprechend hoch bleiben. Anleger sollten in diesem Umfeld einen kühlen Kopf bewahren.

Asset Allocation Monitor -

+

-

Liquidität

Aktien

Festverzinsliche Anlagen

Global

Staatsanleihen

Schweiz

Unternehmensanleihen

Europa

Mikrofinanz

Grossbritannien

Inflationsbasierte A.

USA

Hochzinsanleihen

Schwellenländer

Schwellenländeranleihen

Alternative Anlagen

Versicherungsbasierte A.

Gold

Wandelanleihen

Immobilien

Laufzeiten

Hedgefonds

Währungen

Strukturierte Produkte

US-Dollar

Private Equity

+

Schweizer Franken Euro Britisches Pfund

Scorecard

Aktien: Wie lang sind die Beine der «politischen Börse»? + • «Politische Börsen haben kurze Beine» oder «Kaufen, Konjunktur wenn die Kanonen donnern» – Börsenweisheiten wie Geld- und Fiskalpolitik diese legen nahe, dass sich geopolitische Krisen in Unternehmensgewinne der Vergangenheit oft als günstige Kaufgelegenheiten Bewertung herausstellten. Angesichts des menschlichen Leids, Trend das Russlands Angriff auf die Ukraine mit sich bringt, Anlegerstimmung scheint es nicht unbedingt opportun zu sein, aus dieser humanitären Katastrophe einen Profit ziehen zu lidierung im US-Blue-Chip-Index passt genau in diese wollen. Anleger sind aber zumindest gut beraten in Schablone, so dass aus dieser Sicht kein «Bedarf» für den kommenden Wochen, in denen an den Aktienweitere Kursabgaben besteht. märkten mit anhaltend hoher Volatilität zu rechnen ist, • Die Erwartung an ein taktisches Kurstief wird durch einen kühlen Kopf zu bewahren. Für (Panik-)Verkäufe das pessimistische Sentiment der Marktteilnehmer ist es zu spät. gestützt. Bei den (US-)Privatinvestoren sind die Bären • Nüchtern betrachtet müssen wir nämlich feststellen, inzwischen klar in der Überzahl und auch unter den dass sich Aktien bereits seit einigen Wochen in einem Börsenbriefschreiber hat die Zuversicht drastisch ab«risk-off»-Modus befinden und eine substanzielle Risigenommen. Viele Anleger dürften ihr Risiko zuletzt koprämie schon eingepreist ist. Das unmittelbare weibereits reduziert haben. Derweil sind die kurzfristere Abwärtspotential könnte daher limitiert sein. In tigen Momentumindikatoren inzwischen deutlich diesem Fall würde sich der Krieg in der Ukraine in die überverkauft. Wie weit eine mögliche Erholungsbelange Liste geopolitischer Ereignisse einreihen, welche wegung geht, dürfte nicht zuletzt von der Länge des in den Preischarts der Aktienmärkte keinen nachhaltimilitärischen Konflikts beziehungsweise der Dauer der gen Schaden angerichtet haben. Diese Einschätzung höchsten Sanktionslevel gegen Russland abhängen. wird auch von einer aktuellen Studie des AnalysehauNachhaltig erhöhte Energiepreise und ein Ausbleiben ses BCA Research gestützt, in der die geopolitischen anderer wichtiger Rohstoffexporte aus Russland soKrisen der letzten 100 Jahre analysiert wurden. Demwie der Ukraine könnten das globale Wachstum spürnach beträgt die Aktienmarktkorrektur (gemessen bar bremsen und würden letztlich auch negativ auf am S&P 500-Index) in mit der aktuellen Ukraine-Krise die Unternehmensgewinne ausstrahlen. Dies würde vergleichbaren Ereignissen durchschnittlich zwischen das Aufwärtspotential für den Aktienmarkt in diesem -11% und -14%. Die seit Jahresanfang laufende KonsoJahr einschränken. 8

Monthly Market Monitor - März 2022 | Kaiser Partner Privatbank AG


te aber letztlich auch von den Realzinsen abhängen. Anleihen: Immer noch ein sicherer Hafen? Diese sehen wir im Jahresverlauf infolge rückgängi• Nachdem es im Februar mit den Anleiherenditen zuger Inflation und höherer Zinsen weiter ansteigen, nächst weiter aufwärts ging, wurde die Zinsrally vom so dass eine allfällige Gold-Rally aus dieser Sicht nur eskalierenden Ukraine-Konflikt jäh gebremst. In den limitiertes Potential hätte. letzten Tagen sind deren Kurse kräftig gestiegen beziehungsweise die Renditen deutlich gefallen. So fiel die Rendite für 10-jährige deutsche Bundesanleihen sogar Währungen: «Risk off» wieder in den negativen Bereich. Die massive Reaktion • EUR/USD: Der EUR/USD-Kurs schwankte im Februar zwischen 1.11 und 1.15 USD. Auf einen Aufwärtsiman den Anleihemärkten widerspiegelt die Schwere der puls, induziert von restriktiveren Tönen seitens der geopolitischen Krise und das Risiko einer nachhaltigen EZB, folgte ein Abwärtsimpuls, getrieben von der Verschlechterung der globalen WachstumsperspektiFlucht in den sicheren Hafen namens US-Dollar. Im ven. Entscheidend für den weiteren Kurs dürfte das grösseren Bild bleibt es aber bei einer Bodenbildung, Verhalten der Notenbanken sein. Legen sie den Fokus aus welcher der Euro mittelfristig gestärkt hervorgeauf das nun noch höhere Inflationsrisiko oder auf das hen könnte. Mit Blick auf die Straffung der Geldpolitik Konjunkturrisiko? In unserem Basisszenario rechnen hat die EZB gegenüber der Fed nämlich noch Einiges wir damit, dass sie die Inflation höher gewichten und an Boden gutzumachen. Dies dürfte sich im Jahresam eingeschlagenen Kurs einer zunehmend restrikverlauf auch im Währungskurs reflektieren. tiveren Geldpolitik festhalten werden. In diesem Fall wäre es fraglich wie lange der «Safe-haven»-Charakter • GBP/USD: Von der «risk-of»-Bewegung an den Finanzmärkten war in den letzten Tagen auch das von Staatsanleihen anhalten kann. britische Pfund betroffen, welches gegenüber dem Greenback abwertete. Ebenso wie die Fed dürfte sich Alternative Anlagen: Gold als geopolitischer «Hedge» auch die Bank of England durch den Ukraine-Konflikt • Der Goldpreis ist aus der im letzten Monat erwähnaber nicht vom ihrem Zinserhöhungs-Kurs abbringen ten Dreiecksformation Mitte Februar dynamisch nach lassen. Vielmehr sind angesichts weiter steigender oben ausgebrochen und hat somit ein klares chartInflationsrisiken schon kurzfristig weitere Zinsschrittechnisches Kaufsignal geliefert. Weiteren Auftrieb te zu erwarten. Spätestens beim Dezember-Tief auf erhielt das gelbe Edelmetall durch die eskalierende dem Niveau von 1.32 USD sollte das Pfund im Falle Situation in der Ukraine. Seinen Zweck als Absicheweiterer Abgaben daher einen Boden finden. rung gegen geopolitische Risiken beziehungsweise den Nutzen als Diversifikationsbaustein im Anlage- • EUR/CHF: Als klassischer Vertreter defensiver Anlagen war auch der Schweizer Franken zuletzt gefragt. portfolio konnte das Gold damit unter Beweis stellen. Gegenüber dem Euro markierte er Ende Februar ein Nach dem Lehrbuch müsste nach einer nötigen Konmarginales neues Verlaufstief unterhalb von 1.03 solidierung infolge der kurzfristig bereits überkauften CHF. Dieses wurde allerdings nicht mehr von den Lage ein weiterer Aufwärtsimpuls und ein Angriff auf Momentumindikatoren gestützt, so dass sogenanndie psychologisch wichtige Marke von 2'000 US-Dolte «positive Divergenzen» auftraten. Diese lassen für lar pro Unze folgen. Angesichts der durch die Ukraidie kommenden Wochen auf eine Stabilisierung des ne-Krise weiter ansteigenden Inflationsgefahr wäre Euro schliessen, welche fundamental mit der zuletzt jedenfalls ein Narrativ dafür vorhanden. Wie weit «hawkisheren» Haltung der EZB gut begründet wäre. ein möglicher Gold-Aufschwung gehen könnte, dürf-

Die aktuell prominenten Makrotrends – steigende Inflation/Zinsen und höhere Rohstoffpreise – widerspiegeln sich seit Jahresbeginn auch bei den Branchen. Nicht überall geht es bergab. Klarer Gewinner ist nach zwei Monaten die Energiebranche, welche zweistellig zulegt. Auch zinssensitive Segmente mit Value-Charakter wie der Finanzsektor schlagen sich verhältnismässig gut (insbesondere in Europa). Klares Schlusslicht im Performanceranking ist die Technologiebranche, die per Ende Februar mit mehr als -10% klar im roten Bereich notiert. Die Stimmung der Anleger gegenüber dem Tech-Sektor ist inzwischen sehr schlecht und Fondsmanager sind gemäss Umfrage von BoAML stark untergewichtet, so dass eine kurzfristige Gegenbewegung bei den Branchentrends aus Sentimentsicht nicht verwunderlich wäre. Ob daraus ein Tech-Comeback wird ist jedoch fraglich, denn die zugrundeliegenden Trends dürften sich mittelfristig fortsetzen und der Sektor handelt noch immer mit stattlichen Prämien.

Chart unter der Lupe Top oder flop? | Erhebliche Performancedifferenzen zwischen den Branchen Sektorenperformance seit Jahresbeginn (MSCI Weltindex)

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2022

9


Thema im Fokus

Bitcoin – geliebt, gehasst und (un)verzichtbar (?)

Frage eingehen, listen wir einige der prominentesten Das Stehaufmännchen der Finanzmärkte Totgesagte leben länger… – dies gilt in jedem Fall Pro- und Contra-Argumente in Bezug auf den Bitcoin für den Bitcoin, der in den letzten zehn Jahren ge- und seine Verwandten auf. Diese – nicht abschliefühlt ein Dutzend Tode gestorben, heute aber immer ssende – Aufzählung soll einen kleinen Einblick in die noch quicklebendig und weiterhin die wichtigste Krypto-Debatte ermöglichen, in der sich jeder sein aller Kryptowährungen ist. Im Nachhinein war jeder eigenes Bild machen sollte. Abgesang auf den Bitcoin verfrüht und auf jede vermeintlich geplatzte Blase folgten neue Höchstkurse. Pro: «To the moon» Tatsächlich hat die digitale Währung seit 2011 inzwi- • «Cryptos are eating gold’s lunch»: Das Edelmetall Gold wird von Anlegern nicht zuallererst aufschen sieben Boom-Bust-Zyklen mit Einbrüchen von grund seiner Funktion als Schmuck oder aufgrund mehr als 50% erlebt. Für Bitcoin-Anhänger ist diese elektrischer Leitfähigkeit, sondern vor allem als Volatilität normales Tagesgeschäft auf dem Weg in Absicherung gegen die Entwertung von Papiereine rosige Zukunft der Massenadoption als revolutigeld gehalten. Auch bei den Kryptowährungen onäres Zahlungsmittel oder zumindest als neue Anla(und insbesondere beim Bitcoin) steht nicht degeklasse. Für die Gegner von Bitcoin & Co. sind deren ren Funktion als Zahlungsmittel im Vordergrund. Schwankungen hingegen nur eines von vielen «ProVielmehr sollen sie eine Alternative zu Gold sein blemen». In der Debatte um das Für und Wider von – und immun gegen die möglicherweise inflatiKryptowährungen nehmen wir eine neutrale Haltung onstreibende Geldpolitik der Notenbanken. Der ein. Wir verschliessen uns nicht dem Potential der Marktwert alles bisher geschürften Goldes bezukunftsträchtigen Blockchain-Technologie, können trägt knapp 10 Billionen US-Dollar. Würden die vor unbestreitbaren Schwächen wie dem Mangel Kryptowährungen auch nur die Hälfte der «Marktdes Bitcoins an Nachhaltigkeit aber nicht die Augen kapitalisierung» von Gold erreichen, so hätten sie verschliessen. In unserer Funktion als vermögensvervom derzeitigen Niveau (1.7 Billionen US-Dollar) waltende Privatbank ist für uns vor allem die Frage ausgehend das Potential für eine Kursverdreifainteressant, ob Bitcoins ins Anlageportfolio gehören chung. und dort einen Mehrwert bieten. Bevor wir auf diese • «Proof-of-stake» gehört die Zukunft: Die Trägheit des Bitcoins ist «by design» und in dessen «proof-of-work»-Architektur begründet. Dabei Wie oft kann eine Blase platzen? | Bitcoin-Crashs gehören weiterhin zum «Tagesgeschäft» werden vom Bitcoin-Algorithmus komplizierte Historische Bitcoin-Korrekturen von 50+% Rätsel gelöst, um Transaktionen zu verifizieren und somit die Sicherheit des Netzwerks zu garantieren. Dieser Prozess ist unbestritten extrem energieintensiv – ein Problem, das sich durch den Wechsel auf den «proof-of-stake»-Mechanismus einfach lösen liesse. Genau diesen Wechsel wird die zweitgrösste Kryptowährung Ethereum demnächst vornehmen. Es wird davon ausgegangen, dass dies dessen Energieverbrauch um 99% senken wird und Transaktionen danach 5’000-mal schneller ablaufen werden. • Bitcoins sind sozial: Zwar punktet der Bitcoin beim E-Aspekt von «ESG» nicht hoch – beim «S» dafür umso mehr. Als vollständig dezentralisiertes und zugangsfreies System kommt das Bitcoin-Netzwerk einer direkten Demokratie so nahe wie nur möglich. Es bietet ein hohes Mass an Datenschutz und Privatsphäre und diskriminiert keinen Nutzer

Ist der Bitcoin ein PonziSchema, bei dem die heisse Kartoffel immer weitergereicht wird, bis das Kartenhaus zusammenstürzt? Oder sind Kryptowährungen eine neue Anlageklasse, die in keinem Portfolio fehlen darf? Trotz Achterbahnfahrt von Bitcoin & Co. ist die zunehmende Adoption von Kryptos bei Finanzprodukten unübersehbar. Wir prüfen, ob Privatanleger hier zugreifen sollten.

Quelle: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank 10

Monthly Market Monitor - März 2022 | Kaiser Partner Privatbank AG


aufgrund von Geschlecht oder Herkunft. Jede Person mit Zugang zum Internet kann an der Krypto-Revolution teilnehmen, selbst wenn sie kein • Bankkonto hat. Contra: «Back to earth» • Die Kosten von Krypto: Wer zahlt für Kryptowährungen? Nicht nur diejenigen, welche damit spekulieren – einige negative Externalitäten (insbesondere des Bitcoins) sind nicht zu leugnen. Eine einzelne Bitcoin-Transaktion verbraucht 14-mal so viel Energie wie 100'000 VISA-Transaktionen. Der jährliche Stromverbrauch des Bitcoins übertrifft den Verbrauch von Pakistan mit seinen 217 Millionen Einwohnern. Das Schürfen nach neuen digitalen Münzen macht Energie in einigen Ländern teurer als nötig. Selbst wenn zukünftig alle Bitcoin-Bergwerke mit «grünem» Strom betrieben würden, würde dies viele Ressourcen kosten, die an anderer Stelle dringender gebraucht würden. Kriminalität ist eine weitere negative Externalität und bis heute ein grosses Problem der Krypto-Industrie. Gemäss Chainalysis erhielten illegale Adressen im Jahr 2021 Krypto-Zahlungen im Wert von 14 Milliarden US-Dollar. Krypto-Betrug stieg gegenüber dem Vorjahr um 82%, Krypto-Diebstahl gar um 516%. • Wofür ist Bitcoin gut?: Gemessen an der Anzahl der Händler, die Bitcoin als Zahlungsmittel annehmen, hat dessen Akzeptanz in den letzten Jahren kaum zugenommen. Anstatt auf den E-Kommerz ist die Mehrheit der Krypto-Transaktionen weiterhin auf spekulative Kapitalflüsse zurückzuführen. Das Bitcoin-Netzwerk kann gerade einmal fünf Transaktionen pro Sekunde abwickeln (im Gegensatz zu 20'000 beim VISA-Netzwerk). Die Gebühr für eine Bitcoin-Transaktion kann signifikant variieren und ist meist viel höher als bei einer Kreditkarte. Obwohl es technisch Möglichkeiten gäbe den Bitcoin effizienter zu gestalten, macht dessen Anhängerschaft bis dato keinerlei Anstalten vom bisherigen Protokoll abzuweichen. • Hyperinflation der Kryptowährungen: Eines der Verkaufsargumente von Krypto-Enthusiasten ist dessen auf 21 Millionen Münzen begrenzte Menge. Auch andere Kryptowährungen begrenzen das Angebot des jeweiligen Coins. Die limitierte Geldmenge soll Inflation, wie sie beim von den Notenbanken ausgegebenen Papiergeld droht, verhindern – und für langfristig stetig steigende Kurse sorgen. Für die Anzahl an Kryptowährungen gibt es allerdings kein Limit – jeder kann seinen eigenen «Dogecoin» ins Leben rufen. Die offensichtliche Hyperinflation der Digitalmünzen offenbart die Brüchigkeit des Inflationsschutz-Arguments. • Was ist ein Bitcoin wert?: Der Wert von Aktien basiert auf den Fundamentaldaten eines Unternehmens beziehungsweise dessen zukünftigen Cash

Flows. Im Gegensatz dazu haben Kryptowährungen keinen intrinsischen Wert. Ihr Wert ist allein das, was andere bereit sind für sie zu zahlen. Regulierung wird kommen: Bisher sind Kryptowährungen in den meisten Ländern weitgehend unreguliert. Aber diese Laissez-faire-Haltung der Regierungen ändert sich bereits. Die Umweltproblematik ist dabei nur ein Aspekt, auch der Schutz von Verbrauchern, Unternehmen und Banken vor der hohen Volatilität von Kryptowährungen rückt immer mehr in den Vordergrund. Zudem werden

Comeback Kid | Hohe Volatilität – Normalität auf dem Weg zur Massenadoption? Bullen- und Bärenmärkte im Bitcoin

10000

1000

100

10

1

0.1 2011

2013

2015

2017

2019

2021

Quelle: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

Limitiertes Angebot? | Die Krypto-(Geld)menge ist theoretisch unbegrenzt Anzahl an Kryptowährungen

Quelle: Coinmarketcap, Kaiser Partner Privatbank Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2022

11


Der jährliche Stromverbrauch des Bitcoins übertrifft den Verbrauch von Pakistan mit seinen 217 Millionen Einwohnern.

die Regierungen bestrebt sein nicht die Kontrolle über das Geldsystem zu verlieren – die Fähigkeit gesetzliche Zahlungsmittel zu schaffen und zu kontrollieren ist ein entscheidender Bestandteil ihrer wirtschaftlichen Souveränität. Sollten sich Kryptowährungen unkontrolliert verbreiten, verlieren Notenbanken und Politik ihre Fähigkeit die Geldmenge und das allgemeine Preisniveau effektiv zu manipulieren sowie die Konjunktur bei Bedarf anzukurbeln. Portfolio-Mehrwert? Mehr als fragwürdig Egal wie man zu Kryptowährungen stehen mag – die Frage, ob sie einen Mehrwert im Anlegerportfolio bieten können, lässt sich unabhängig davon beantworten. Für die Vergangenheit (und das Beispiel Bitcoin) lautet die Antwort klar: ja. Zwar musste man bei diesem im Beobachtungszeitraum ab 2014 (vorher waren Investitionen in Bitcoins für Anleger nicht so einfach möglich) eine durchschnittliche Volatilität von rund 80% ertragen und Drawdowns von bis zu 83% aussitzen. Aufgrund einer ausserordentlichen Performance von annualisiert rund 68% war diese Achterbahnfahrt den Nervenkitzel aber wert. Mit einer resultierenden Sharpe Ratio von 0.85 (besser als die des S&P500-Index im gleichen Zeitraum) war ein Bitcoin-Investment auch unter risikoadjustierter Betrachtung akzeptabel. Zudem war die Korrelation des Bitcoins gegenüber anderen Anlageklassen verhält-

12

Monthly Market Monitor - März 2022 | Kaiser Partner Privatbank AG

nismässig tief. Im Rückspiegel betrachtet hätte die Digitalwährung innerhalb eines breitaufgestellten Portfolios somit nicht nur aus Rendite- sondern auch aus der Diversifikationsperspektive einen Mehrwert generiert. Doch gilt dies auch für die Zukunft? Wie die Kursentwicklung seit Anfang November 2021 (mit einem Einbruch von 50% innerhalb von nur zehn Wochen) zeigt, hat der Bitcoin – trotz zunehmender Beteiligung von institutionellen Anlegern – nichts von seiner Volatilität eingebüsst. Wer so viel Risiko in Kauf nimmt, möchte aber auch zukünftig mit einer einigermassen ansprechenden risikoadjustierten Rendite entschädigt werden. Legt man diese Hürde bei einer Sharpe Ratio von 0.5 an, so müsste der Bitcoin (unter Berücksichtigung seiner langfristigen annualisierten Volatilität von 80%) eine Performance von 40% pro Jahr liefern, um attraktiv zu sein. Dies würde bedeuten, dass ein Bitcoin im Jahr 2030 mehr als eine Million US-Dollar wert sein müsste, um ein lohnendes Investment darzustellen. Ob ein solches Kursziel realistisch ist, muss jeder Anleger für sich entscheiden. Doch wer einen siebenstellig notierenden Bitcoin Ende des Jahrzehnts als zu hoch gegriffen betrachtet, der sollte von einem Investment eher Abstand nehmen. Liefert der Bitcoin die nötige Performance nämlich nicht, werden die einzugehenden Risiken nicht genügend entschädigt. Allein aufgrund ihrer Diversifikationseigenschaften sind Kryptowäh-


rungen jedenfalls keine Investition wert. Zwar lag die Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien über den Gesamtzeitraum der letzten zehn Jahre bei nur 0.1. Immer dann, wenn es an den Aktienmärkten brenzlig wurde – und eine tiefe Korrelation nötig wäre – stieg der Zusammenhang zwischen Aktien- und Kryptopreisen aber deutlich an. Bei Korrekturen am Aktienmarkt von mehr als 5% betrug die durchschnittliche Bitcoin-Performance im Schnitt -13% und war in 86% der Fälle negativ. Es ist kaum zu erwarten, dass sich dieses Verhalten mit der zunehmenden Institutionalisierung von Kryptos ändern wird – ganz im Gegenteil: In den letzten zwei Jahren hat sich deren Korrelation zu Aktien generell stark erhöht. Gross- und Kleinanleger scheinen Digitalwährungen (mit gutem Grund) als den riskantesten Teil ihres Portfolios zu betrachten, der im Falle steigender Risikoaversion als erstes zur Disposition steht. In diesem Sinne verhielten sie sich zuletzt wie eine gehebelte Variante von (unprofitablen) Wachstumsaktien. Ebenso wie diese dürften auch Bitcoin & Co. besonders anfällig für die bevorstehende Normalisierung der (US-) Geldpolitik sein. Dies ist ein weiterer Grund warum so schnell nicht mit einer deutlichen Verringerung der Kursschwankungen zu rechnen ist. Falls doch, dann diversifiziert Die Entwicklungen im Krypto-Universum sind sehr schnelllebig. Daher werden wir unsere Einschätzung regelmässig einer Revision unterziehen. Per heute betrachten wir Kryptowährungen aber nicht als zwingenden Bestandteil unserer Asset Allocation – insbesondere aufgrund des oben beschriebenen Preisverhaltens und der problematischen Nachhaltigkeitsaspekte. Wer Optimist ist und glaubt, dass der Bitcoin tatsächlich zum Mond fliegt, der sollte eine mögliche Krypto-Investition aber möglichst diversifiziert gestalten. Neben dem Bitcoin als (noch) führendem Coin sollten auch dessen Konkurrenten, die auf die zukunftsträchtigere «proof-of-stake»-Technologie setzen, wie beispielsweise Cardano, Solana und Polkadot Teil eines solchen Krypto-Baskets sein. Aber selbst der grösste Optimist sollte maximal 5% seines liquiden Vermögens in Kryptowährungen investieren. Selbst eine solche kleine Beimischung würde bereits 20% zur Volatilität eines gemischten Portfolios beitragen. Eine noch grössere Allocation würde eine zu starke Risikokonzentration bedeuten und die zu erwartenden Drawdowns für das Gesamtportfolio in schwachen Marktphasen auf unzumutbar hohe Niveaus steigen lassen. Nicht vergessen werden darf auch ein weiterer Aspekt der erhöhten Volatilität: Eine Krypto-Beimischung erfordert ein regelmässiges Rebalancing des Portfolios, was mit erhöhten Tradingkosten einhergeht.

Nur (noch) ein Proxy für hochspekulative Aktien? | Krypto-Preise zunehmend zu Aktien korreliert Korrelation zwischen Bitcoin und S&P500-Index (2 Jahre rollierend)

Quelle: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

Kein sicherer Hafen | Nur für Anleger mit guten Nerven? Volatilität (6 Monate rollierend)

Quelle: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2022

13


Ask the experts

Was unsere Kunden (und die Finanzmärkte) bewegt

Unseren Kundinnen und Kunden stehen wir jederzeit für Anliegen und Fragen zu ihren Portfolios zur Verfügung. Stellvertretend dafür fassen wir einmal pro Quartal die häufigsten Kundenfragen sowie die Antworten unserer Experten zusammen und geben Ihnen damit direkte Einblicke in unsere Vermögensverwaltung und Anlageberatung.

Folgende Fragen beantworten wir in der aktuellen Ausgabe von «Ask the experts» auf unserem Investment Blog:

Anlagestrategie (2): Die US-Aktienmärkte haben zuletzt underperformt – ist dies der Beginn einer Trendwende? Was sind die Implikationen für den Anleger?

Inflation: Probleme in den Lieferketten, teurere Rohstoffe, etc. – wie lange dauert der Preisanstieg noch an und welche Rolle spielt der Fachkräftemangel? Und was sind die Auswirkungen auf die Finanzmärkte?

Anlagestrategie (3): Steigende Teuerung, bevorstehende Zinswende, hohe Marktbewertungen und geopolitische Konflikte – viele Themen sorgen bei Anlegern derzeit für Sorgenfalten. Sollte man Aktien in diesen unsicheren Zeiten untergewichten?

Geldpolitik: Sind die Notenbanken «hinter der Kurve»? Welche Zinspolitik preisen die Märkte ein und wie realistisch sind diese Markterwartungen? Anlagestrategie (1): Wie nachhaltig ist die Sektorenrotation von Technologieaktien in zyklische Werte?

News-Artikel | Das 7. Performance-Projekt der Fuchs | Richter Prüfinstanz Erstmalig nimmt die Kaiser Partner Privatbank AG an einem Fuchs | Richter Prüfinstanz Performance-Projekt teil. Insgesamt 43 Banken und Vermögensverwalter aus dem deutschsprachigen Raum werden über den Zeitraum von fünf Jahren das Vermögen eines Privatkunden gemäss seinen Anforderungen managen und sich dem Mitbewerbervergleich stellen. Zudem wird ein ETF Portfolio bestehend aus 6 ETF als Benchmark eingesetzt, welchen es zu schlagen gilt. Vermögensverwaltung ist ein Marathon und kein Sprint – dies gilt auch für dieses Performance-Projekt. Dennoch können wir nach den ersten drei Monaten des Wettbewerbs ein erstes Mal die Stoppuhr anhalten und auf das Performance-Ranking schauen: Nach dem ersten Quartal liegen wir auf dem guten 5. Zwischenrang und schlagen zudem den Benchmark. Dies verdeutlicht, dass die aktive Vermögensverwaltung für Kunden einen Zusatznutzen haben kann. Der Mehrwert zeigt sich insbesondere durch eine auch in Schwächephasen robuste Anlagestrategie, eine vorausblickende taktische Vermögensallokation sowie durch eine fokussierte Titelselektion.

14

Monthly Market Monitor - März 2022 | Kaiser Partner Privatbank AG

Erfahren Sie mehr auf unserem Blog:

2022 PERFORMANCE-PROJEKT 7 P R I VA T E B A N K I N G P O R T F O L I O

Besser als die Benchmark KAISER PARTNER PRIVATBANK AG unter 43 Teilnehmern im Zeitraum 1.10.2021 bis 31.12.2021

fuchsrichter.de


Die letzte Seite

Anlageklassen und Agenda

Performance per 28. Februar 2022 Anlageklassen

seit Jahresbeginn

1 Monat

1 Jahr

3 Jahre

Liquidität CHF

-0.1%

-0.7%

-2.0%

EUR

0.0%

-0.5%

-1.4%

USD

0.0%

0.2%

2.8%

Festverzinsliche Anlagen Staatsanleihen

-1.0%

-2.3%

4.1%

Unternehmensanleihen

-2.1%

-5.4%

10.6%

Mikrofinanz

0.1%

3.0%

9.2%

Inflationsbasierte Anleihen

0.3%

7.3%

22.4% 13.6%

Hochzinsanleihen

-0.7%

0.5%

Schwellenländeranleihen

-6.5%

-7.1%

3.1%

0.2%

5.2%

14.5%

-0.6%

-8.4%

43.3%

Versicherungsbasierte Anl. Wandelanleihen Aktien Global

-2.7%

12.8%

49.8%

Schweiz

-1.9%

15.9%

34.6%

Europa

-5.2%

9.3%

25.6%

Grossbritannien

0.8%

21.5%

16.9%

USA

-3.0%

13.9%

63.7%

Schwellenländer

-3.1%

-12.5%

11.5%

Rohstoffe

6.2%

34.3%

40.7%

Gold

6.2%

10.1%

45.4%

Immobilien Schweiz

-3.4%

5.5%

30.6%

Hedgefonds

-0.4%

0.4%

14.9%

Alternative Anlagen

Währungen EUR/USD

-0.1%

-7.1%

-1.3%

EUR/CHF

-1.2%

-6.2%

-9.4%

GBP/USD

-0.2%

-3.7%

1.2%

Auf unserer Agenda 14. März: Pi-Tag Auch dieses Jahr wird am 14. März wieder kreisförmiger Kuchen gegessen. Auf diese Weise ehren die Anhänger der Kreiszahl Pi die bekannte Konstante. Das Datum des Ehrentags geht auf die US-amerikanische Schreibweise 3/14 zurück, welche die ersten drei Ziffern (3.14) von «Pi» sind. 16. März: US-Notenbank-Sitzung Selten war eine Zinserhöhung der Fed so sicher (und überfällig) wie diesen März. Nachdem verbal genügend vorgespurt wurde, dürfte die Fed einen neuen Zinserhöhungszyklus einleiten. Die Frage lautet nur: 25 oder 50 Basispunkte? Auch angesichts des Kriegs in der Ukraine ist ein kleiner Schritt wahrscheinlicher. 26. März: «Earth Hour» Am letzten Samstag des März ist es wieder soweit – um 20h30 Ortszeit gilt dann bei Millionen Menschen auf der ganzen Welt, tausenden Städten und Unternehmen für eine Stunde: Licht aus für einen lebendigen Planeten. Seit 2007 soll so die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Klimaschutz gelenkt werden.

Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2022

15


Notizen

Ihre Lesenotizen

16

Monthly Market Monitor - März 2022 | Kaiser Partner Privatbank AG


Kaiser Partner Privatbank AG | Monthly Market Monitor - März 2022

17


Dieses Dokument stellt keine Finanzanalyse oder Werbung dar, sondern dient lediglich zu Informationszwecken. Die darin enthaltenen Informationen begründen kein Angebot oder eine Empfehlung seitens der Kaiser Partner Privatbank AG zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstrumentes oder zu anderen Handlungen bezogen auf diese, und stellen auch keine Anlageberatung dar. Allfällige Hinweise auf die frühere Performance garantieren keine positiven Entwicklungen in der Zukunft. Kaiser Partner Privatbank AG haftet weder dafür, dass die enthaltenen Informationen vollständig, richtig und aktuell sind, noch für allfällige Verluste oder Schäden, die durch den Gebrauch dieser Informationen verursacht werden. Der gesamte Inhalt dieses Dokumentes ist immaterialgüterrechtlich, insbesondere urheberrechtlich, geschützt. Die vollständige oder teilweise Verwendung, unabhängig ihrer Art und Mittel, für öffentliche oder kommerzielle Zwecke, ist ohne vorgängige schriftliche Zustimmung seitens Kaiser Partner Privatbank AG untersagt. 18

Monthly Market Monitor - März 2022 | Kaiser Partner Privatbank AG

Herausgeberin: Kaiser Partner Privatbank AG Herrengasse 23, Postfach 725 FL-9490 Vaduz, Liechtenstein HR-Nr. FL-0001.018.213-7 T: +423 237 80 00, F: +423 237 80 01 E: bank@kaiserpartner.com Redaktion: Oliver Hackel, Senior Investment Strategist Roman Pfranger, Head Private Banking & Investment Solutions Cornelia Kopf, Marketing Specialist, 21iLAB Design & Druck:

21iLAB AG, Vaduz, Liechtenstein


DE210312

kaiserpartner.bank


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Kaiser Partner Privatbank AG - Monthly Market Monitor März 2022 by Kaiser Partner - Issuu