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Inside Freilager, Ausgabe 13, Februar 2020

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Vorwärts kommen Sharing Elektro-Trottis polarisieren. Wir zeigen, wie man diese eigentlich nutzt.

Stillgelegt Das Industriegleis ins Freilager bietet Potenzial für spannende Projekte.

Sicherheit Die Kreuzung Flur-/ Rautistrasse soll ab 2022 entschärft werden.


Wie immer das Leben spielt. Wir spielen mit.

Agentur ZĂźrich-West Albisriederstrasse 334 8047 ZĂźrich-West T 044 217 99 11 zuerich@mobiliar.ch mobiliar.ch

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Michele Zannini, Versicherungs- und Vorsorgeberater T 044 217 99 47, michele.zannini@mobiliar.ch


EDITORIAL

INHALT

Es bewegt sich was 4/5 Ausleihen und losfahren Wer in der Stadt Zürich vorwärts kommen möchte, hat neben dem eigenen Fahrzeug und dem ÖV unzählige Möglichkeiten, etwa E-Trottis.

Unsere Mobilität ist im Wandel. Wie wir uns von einem Ort zum anderen bewegen, hat sich alleine in den letzten fünf Jahren stark verändert. Gerade in der Stadt gibt es unzählige neuere Angebote neben dem privaten Auto, dem ÖV und den eigenen Füssen und Beinen.

6 Neues zwischen den Gleisen Dass auf stillgelegten Schienen etwas Inspirierendes entstehen kann, zeigen verschiedene Beispiele aus aller Welt. 10 Gefährliche Kreuzung Vor allem für Velofahrer und Fussgänger ist die Kreuzung vor den Toren des Freilagers kein Zuckerschlecken. Doch das soll sich bald ändern.

Darauf wollen wir in dieser Ausgabe eingehen. Nicht nur möchten wir einige dieser vielfältigen Angebote aufzeigen, auch haben wir uns damit beschäftige, was für Folgen die Mobilität für uns Freilager-Bewohnerinnen und Bewohner hat.

11 Schlitteln Vielleicht gerade weil es in diesem Winter kaum Schnee in Zürich hatte, zeigen wir die schönste Art des Vorwärtskommens im Winter.

So gehen wir der Frage nach, wie die Kreuzung vor unserem Quartier in ein paar Jahren aussehen soll. Wir fragen uns, ob die kaum gebrauchten Gleise ins Freilager irgendwann ebenfalls zu einem spannenden Projekt umgenutzt werden. Ebenso beschäftigen wir uns mit der Elektromobilität und fragen E-Auto-Besitzer, wie sie mit der momentanen Lade-Infrastruktur im Freilager umgehen. Und wir zeigen euch etwas wehmütig, wie man bei viel Schnee ebenfalls von A nach B kommt.

Viel Spass beim Lesen, beim Betrachten und beim Knobeln.

IMPRESSUM Inside Freilager März 2020 4. Jahrgang 1. Ausgabe Erscheint 4x jährlich

Mirko Hofmann Redaktionelle Leitung

Auflage 1000. Wird an alle Haushalte des Freilagers verteilt und in nahen Läden und Lokalen aufgelegt. Diese Zeitung wurde unentgeltlich von Bewohner/innen des Freilagers gemacht.

Redaktion: Mirko Hofmann, Noah Munzinger, Ben Liechti, Kati Moser, Peter Egli, Lorenz Ineichen

Kontakt für Inserate: Noah Munzinger noah@freilager.org

E-Mail an die Redaktion: inside@freilager.org

E-Mail: vorname@freilager.org

Nachdruck von Texten oder Bildern ist nur in Absprache mit der Redaktion erlaubt. Konto Freilager Verein CH52 0900 0000 8984 9663 0 Vereinsadresse: Freilager Verein Zürich 8000 Zürich

Layout: Mirko Hofmann Lektorat: Beatrice Huber «Inside Freilager» ist politisch und konfessionell unabhängig und nicht kommerziell. Alle Ausgaben online: www.issuu.com/insidefreilager

Titelbild: Mirko Hofmann

Aber in dieser Ausgabe haben wir auch tolle Bilder vom Baubginn des Schulhaus Freilagers und ein wirklich spannendes Rätsel.

13 Elektromobilität Die E-Mobile sind auf dem Vormarsch. Doch noch hinkt die Ladeinfrastruktur hinterher. Auch für die Mieter im Freilager sind die Angebote noch spärlich.

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SHARING-ANGEBOTE

Mobilität zum Ausleihen Ob mit dem E-Trotti zur Tramhaltestelle, dem Lastenvelo zum Einkaufen oder dem Wohnmobil auf einen Europa-Roadtrip: Heute lässt sich das passende Vehikel ganz einfach ausleihen. Von Mirko Hofmann

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sein, etwa Mobility oder Smide, aber auch Privatpersonen. Immer mehr Angebote in Zürich In den letzten drei Jahren hat sich das Angebot enorm ausgeweitet. Vor allem die E-Trottis sind an jeder Ecke in der Stadt zu finden. Kein Wunder buhlen

doch mehrere Anbieter um fahrfreudige Kundinnen und Kunden. Doch die fast unbeschränkte Mobilität zum Ausleihen sorgt hie und da auch für kontroverse Diskussionen. Hier eine Übersicht der mietbaren Fahrzeuge aller Art, die im Freilager oder der nahen Umgebung zu finden sind.

Publibike Die Postauto-Tochter bietet Velos und E-Bikes zur Leihe in 8 Städten an. In Zürich gibts 1629 Velos (50% E-Bikes) and 126 Stationen, eine davon direkt beim Freilager.

Smide Im «Free floting System» können die E-Bikes von Smide überall in der Stadt gefunden und abgestellt werden. Rund 200 Bikes gibt es in Zürich momentan.

3 CHF (4.50 CHF E-Bike) für 30 min.

25 Rappen pro Minute

Carvelo2go E-Lastenbikes sind ideal für Ausflüge mit Kindern oder für den Gepäcktransport. 27 Standorte gibt es in Zürich, u.a. das Zero Wast Café in der Marktgasse.

Elektro-Trottis Bird, Lime, Tier und Circ (von Bird übernommen) heissen die Anbieter dieses gehypten, aber auch umstrittenen Mobilitätsangebots, das es auch in Zürich gibt.

5 CHF Gebühr + 2.50 CHF pro Stunde

1 CHF Gebühr + ca 35 Rappen pro Minute

Mobility Fahrzeuge aller Art können dank Mobility jederzeit an hunderten Standorten ausgeliehen werden. Direkt im Freilager stehen drei Autos bereits.

Ennu Das etwas gewöhnungsbedürftige Gefährt lässt sich ohne Auto-Ausweis fahren und soll vor allem bei Regen eine Alternative zu anderen Sharing-Angeboten sein.

Jahresgebühr + Stunden und Km-Preis

90 Rappen Gebühr + 20 Rappen pro Minute

Sharoo Hier bieten Privatleute ihr Fahrzeug anderen zur Miete an. Entsprechend ist die Vielfältigkeit der Fahrzeuge, was Grösse, Alter, Typ oder den Preis betrifft.

Mycamper Auch hier sind es Privatpersonen, die ihre Camper anderen vermieten. Vom Hippie-Bus bis zum topmoderen Wohnmobil findet man alles.

Je nach Fahrzeug

Ab ca. 100 Franken pro Nacht

Bilder: Mirko Hofmann, Sharoo, Screenshot Enuu

Bereits vor drei Jahren haben wir im «Inside Freilager» über Mobilitätsangebote berichtet, die auf dem sogenannten «Sharing Modell» basieren. Es steht eine Flotte von Fahrzeugen bereit, die Mann und Frau auf Knopfdruck reservieren und ausleihen kann. Vermieter können dabei Unternehmen


GETESTET

Unterwegs mit dem E-Trotti Elektro-Trottinetts verändern das Stadtbild und vielleicht sogar unsere Mobilität. Wir erklären, wie man sie nutzt, und machen einen Selbstversuch. Von Noah Munzinger

App downloaden Unsere Reise beginnt am Handy, wo die entsprechende Applikation herun-

tergeladen werden muss. Während der Installation werden die Handynummer verifiziert, die Kreditkarte hinterlegt und die Ortungsdienste aktiviert. Wer dann noch den Nutzungsbedingungen zustimmt, darf sich auf die erste Fahrt freuen. Losfahren Es erscheint eine Karte, auf der alle verfügbaren E-Trottis sichtbar sind. Neben ihrem Standort werden auch der Akkuladestand und die ungefähre Reichweite angezeigt. Per Klick kann das gewünschte Trotti entsperrt oder für einen Tarif von 0.35 Fr. pro Minute reserviert werden. Wer es nicht findet, kann es über einen Handybefehl auch klingeln lassen. Alternativ kann das Trotti auch direkt über den am Lenker aufgebrachten QR-Code mit der Handykamera entsperrt werden. Unser Redaktor Noah testet das Lime-Trotti. Ist es einmal entsperrt, kann es wie ein gewöhnliches Trottinett kann sie auch unterbrochen werden, gefahren werden. Ein Hebel am Lenker der «Taximeter» läuft dann aber weiter. aktiviert die elektrische Unterstützung. In der App muss das korrekte Abstellen Mit ihr fährt es sich nach ein paar Mal des Gefährts noch bestätigt und fotoAngeben von selbst und ziemlich flink. grafisch hinterlegt werden. SchliessErstaunlicherweise gleiten die kleilich folgt der Fahrtbericht: 6 Minuten, nen Räder auch fast mühelos über die 377 Meter und 3.10 Franken für den niedrigen Absätze von Randsteinen. Ausflug zur Shell- Tankstelle an der Die Entsperrung kostet 1 Franken und Rautistrasse und zurück. Für den Alltag die Fahrt 0.35 Franken pro Minute. ist der Mobilitätsdienst eher teuer. Übrigens: Es gelten damit die gleichen Für diejenigen, die Spass am Fahren Regeln wie mit dem Velo. haben, kann es aber eine vergnügliche Alternative zum Taxi sein. Wer Lime Fahrt abschliessen beim Aufladen der Trottis unterstützt, Wer am Ziel angekommen ist, beendet kann damit sogar Geld verdienen. Lime die Fahrt wieder am Handy. Alternativ verspricht bis zu 150 Dollar pro Tag!

Bild: Mirko Hofmann, Screenshot Lime

Vier Anbieter von Elektro-Trottinetts kämpfen derzeit ums Monopol in Zürich. Ihre Trottinetts sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Auch auf dem Freilager Areal steht praktisch jederzeit eine Hand voll bereit zur Nutzung. Sie sind elektrisch angetrieben, fahren schnell und sind einfach verfügbar. Bezahlt wird pro Minute und abgerechnet per Mobile-App. Sie stehen für einen jungen Trend in der Mikromobilität. Ob sie sich gegen die traditionellen Angebote durchsetzen werden, ist allerdings noch offen. In unserem Selbstversuch nutzen wir ein Trottinett der Marke Lime und fahren wir damit zur Shell-Tankstelle an der Rautistrasse.

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SCHIENEN NEU DENKEN

Inspirierendes Industriegleis Das praktisch stillgelegte Industriegleis zwischen dem Bahnhof Altstetten und dem Freilager fristet ein kümmerliches Dasein. Könnte es zum Ausgangspunkt für neue Projekte werden? Von Peter Egli

Als die Pläne für den Umbau des Zollfreilagers bekannt wurden, berichtete der Tages-Anzeiger unter dem Titel «1000 neue Wohnungen mit Bahnanschluss?», wie die zukünftige Grossüberbauung idealerweise zu erschliessen sei. Geprüft werde von der VBZ ein Schienen-Shuttle zum Bahnhof Altstetten. Dies, da die alten Gleise so oder so für den Rückbau reaktiviert würden. Kein Schienentaxi Doch bald überwogen die Zweifel: Die Einbindung ins ÖV-System fehle, die Wirtschaftlichkeit sei fraglich und es gebe Sicherheitsprobleme wegen der Querungen mit anderen Verkehrsachsen, vor allem der Tramlinie 2. Trotz des Verzichts auf das «Schienentaxi» hielten die VBZ jedoch am alten Industriegleis fest. Sie übernahmen dessen Betrieb und Unterhalt und nutzen es bis auf Weiteres für sporadische Tramtransporte zur Zentralwerkstätte Luggwegstrasse – eine ideale Anbindung ans SBB-Netz. Wildbienen und Karthäusernelken Ansonsten fristet das Gleis ein kümmerliches Dasein und sorgt höchstens bei Velofahrerinnen und -fahrern für Aufregung, wenn wiedermal die Räder in die Schienenspur geraten. Immerhin: Grün StadtZürich weist das Industriegleis als Lebensraum des Typs «Ruderal» aus. Dieser ist geprägt durch spärlich bewachsene, meist trockene Böden und bietet unter anderem idealen Lebensraum für Mauereidechsen, Wildbienen und andere Kleintiere sowie für scharfen Mauerpfeffer und Karthäusernelken. Er dient so als wichtiger Vernetzungspfad zwischen Bahnhof Altstetten und Albisrieden 6

Kulturbetrieb Der Verein Kulturbuvette (kulturbuvette.ch) installierte letzten Sommer in Wallisellen ein Schienenfahrzeug, den «Sputnik», und betrieb einen Ausschank mit Kulturangebot. Ein Erfolg! Vor dem Prellbock beim Eingang in das Freilager könnte ein Bahnwagen mit Barbetrieb zum Kulturtreffpunkt werden. und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Vielfalt des Stadtgrüns. Das ist möglich Aber könnte man mit diesem kaum genutzten Industriegleis nicht einiges mehr anstellen? Wer weiss, ob sich dereinst ein spannendes Projekt entwickeln könnte, vielleicht in Abstimmung mit dem neu entstehenden Park auf dem Koch-Areal? Als Gemeinschaftswerk von Quartieranwohnern, dem GZ, der F+F Schule für Kunst und Design und dem Zirkus Chnopf – finanziell unterstützt von UBS, dem Medienhaus Ringier und

der Stadt Zürich. Ein bisschen Träumen sei erlaubt. Einige Denkanstösse, vom Kulturbetrieb bis zum Bistrowagen, auf dieser und der nächsten Seite.

So sehen die «Freilager-Gleise» jetzt aus.


Grüne Ader Inspiriert von der berühmten High Line in New York, einem stillgelegten Hochbahntrassee, das zum Park wurde, könnte sich das Industriegleis zur attraktiven grünen Verbindung vom Bahnhof Altstetten zum Freilager wandeln. Ein Biodiversitäts-Park, der zum Spazieren einlädt und den Eidechsen und Insekten aus dem Gleisfeld den Weg in unser Quartier erleichtert.

Bistrowagen

Bilder: Heimatschutz, Wikimedia, Mirko Hofmann, ZVG

In Winterthur werden in umgebauten Wagen der Uetlibergbahn unter dem Namen Les Wagons Speis und Trank geboten. Das preisgekrönte Angebot ist weitherum bekannt. Liesse sich dieses Konzept auf das Industriegleis transferieren? Allenfalls mit einer Take-Away-Version, die morgens Gipfeli und abends Gourmetsalate oder Güggeli anbietet?

Draisine Auf der Gleisstrecke zwischen der Haltestelle Flurstrasse und Kappeli könnte eine Draisine zur freien Nutzung bereitstehen: für Pendlerinnen, Schulkinder, UBS-Angestellte, Medienhausleute und Ausflügler – als willkommenes Gefährt, um die Fussstrecke abzukürzen, als Fitnessmobil oder Spielgerät. In ganz Europa finden sich Angebote von Draisinen für Ausflüge auf stillgelegten Bahnstrecken, wie zum Beispiel in Hultsfred im Schwedischen Småland.

27. März 2020 | 19.30 Uhr

Tonhalle Maag Zürich ALFRED FELDER | OPER

WALPURGIS-

NACHT URAUFFÜHRUNG | KONZERTANT

Gretchen Hexe Faust Mephisto

Ania Vegry Sonja Leutwyler Lothar Odinius Ruben Drole

Musikkollegium Winterthur Konzertchor Harmonie Zürich Dirigent Peter Kennel

Unterstützt durch

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IMPRESSIONEN

Schweres Gesch체tz f채hrt vor

Die Schreberg채rten sind weg, die Bauarbeiten f체rs Schulhaus im vollen Gange. August 2019

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BIlder: Kati Moser, Siro MĂźller

Februar 2020

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MEHR VERKEHRSSICHERHEIT

Der Kreuzungs-Umbau startet 2022 Seit dem Bezug des Freilagers ist der Verkehr – der private und der öffentliche – ein wiederkehrendes Thema. Wir fassen zusammen, was die Stadt vor hat.

Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Freilagers werden sich schon geärgert haben über die Verkehrssituation an der Nord- und Ostseite des Freilagers, konkret im Bereich Flurund Rautistrasse. Zwar konnte die Situation beim Fussgängerübergang an der Flurstrasse Höhe Freilagerstrasse etwas entschärft werden, indem die Kurve für den motorisierten Verkehr verengt und dieser damit verlangsamt wurde. Zudem machte die Stadt den Fussgängerstreifen durch eine leichte Erhöhung besser sichtbar. Das ist dem hartnäckigen und schliesslich erfolgreichen Einsatz einer Gruppe aus dem Freilager zu verdanken. Auch Tempo 30 auf Freilager- und Flurstrasse bringt mehr Sicherheit. Unverändert schlecht präsentiert sich aber die Lage an der Kreuzung Rauti-/Flurstrasse. Gab es dort bis vor rund zehn Jahren vor allem Werk- und wenig privaten Verkehr, leben heute rund 2500 Menschen, davon viele Kinder, in der Umgebung. Viele von ihnen müssen die Kreuzung täglich passieren, sei es mit einem Fahrzeug oder zu Fuss. Gefahr für Velofahrer und -innen Seit der Verwandlung des alten Zollfreilagers in eine Wohnsiedlung hat sich die Verkehrssituation also komplett verändert, ohne dass die Strasseninfrastruktur angepasst worden wäre. Schaltet die Ampel auf grün, brausen die Motorfahrzeuge los und drängen die Velofahrerinnen und Velofahrer von der Strasse. Vor allem das Abbiegen von der Rautistrasse ins Freilager ist für sie ein gefährliches Unterfangen. Die Stadt begründet die Untätigkeit mit der Ablehnung eines 10

Diese Kreuzung soll für den Langsamverkehr verbessert werden.

ersten Infrastrukturprojektes durch den Gemeinderat im Jahr 2016. Umbau der Rautistrasse kommt Bleibt das so? Nein, sagt die Stadt Zürich: Der Umbau der ganzen Rautistrasse im Abschnitt Albisrieder- und Altstetterstrasse sei ab 2022 vorgesehen, meint der Sprecher der Dienstabteilung Verkehr (DAV). Da die Rautistrasse eine regional klassierte Verbindungsstrasse sei, brauche es die Zustimmung des Kantons. Dieser sei über das Projekt auch bereits vorinformiert. Mit dem Umbau soll Tempo 30 eingeführt werden, in Diskussion sei zudem ein lärmarmer Belag. Wie die Kreuzung vor dem Freilager mit der Überquerung der Rautistrasse genau gestaltet werden wird, sagt die DAV nicht. Möglicherweise gibt es Abbiegeverbote für die motorisierten Verkehrsteilnehmerinnen und - teilnehmer. Ob das die Situation für die Velofahrenden verbessert, bleibt abzuwarten.

Und die Anbindung mit dem ÖV? Erfreulicherweise gestaltet sich die Fahrt vom Freilager in die Innenstadt seit diesem Jahr auch tagsüber besser, seit die Buslinie 83 ganztags unterwegs ist. Doch am Sonntag müssen wir Anwohnerinnen und Anwohner des Freilagers uns mit einem 15-Minuten-Takt und der Buslinie 89 begnügen. «Die Erschliessung des Freilagers mit der Linie 89 ist (am Sonntag, Anm. d. Red.) hinsichtlich der aktuellen Nachfrage ausreichend», urteilen die VBZ. Sie planen die Einführung des Sonntagsbetriebs des 83ers auf das Fahrplanverfahren 2024/25, will heissen: Der Sonntagsbetrieb kommt nicht vor Ende 2025. Bis dann dürfte auch das Koch-Areal bezogen sein, was den Bedarf nach einer Ausweitung des Betriebs zweifellos erhöhen wird. Eine Einstellung der Buslinie 83 ist mit der Ablehnung des Rosengartentrams nun bis auf Weiteres natürlich vom Tisch.

Bild: Lorenz Ineichen

Von Lorenz Ineichen


SCHLITTELN

Zürich auf Kufen Es ist die schönste Art, vorwärts zu kommen: mit dem Schlitten. Obwohl es diese Saison noch nicht möglich war, widmen wir eine Seite dem Schlittelweg auf dem Uetliberg.

Früher, so sagt man, da gab es auf Schweizer Staatsgebiet einmal pro Jahr eine Zeitspanne von vier Tagen, an welchen man nicht richtig Schlitteln konnte. Diese Zeit nannte man Sommer. Leider haben sich die Zeiten aber schon lange vor Greta Thunbergs Erkenntnissen geändert und der Spiess scheint eher umgedreht. Mit etwas Glück kann man in Zürich einige Tage pro Jahr erleben, an welchen sich unser Hausberg in ein weisses Kleid hüllt, ohne dieses beim ersten Sonnenstrahl bereits wieder von sich zu werfen. Diese Bedingungen rufen dann sogleich den Pistendienst der Stadt Zürich auf den Plan, welcher umgehend die Strecke von der Station Üetliberg hinunter bis ins Triemli präpariert. 3,1 Kliometer lang, 330 Höhenmeter Obwohl es die ersten Meter nur langsam vorwärts geht, hat es die Strecke durchaus in sich. Auf rund 3,1 Kilometern legt man einen Höhenunterschied von 330 Metern zurück, was einem durchschnittlichen Gefälle von rund 11 Prozent entspricht. Man erreicht ohne weiteres Geschwindigkeiten von über 30 Kilometern pro Stunde und ist somit bereits nach rund zehn Minuten wieder unten am Triemli. Familien mit Kindern wird deshalb empfohlen, den Schlittelhang bei der Station Ringlikon zu benutzen. Für Draufgänger bietet sich aber an, sich den Schlittelspass

Schlitteln auf dem «Üetzgi» ist leider nur noch selten möglich.

gleich mehrmals zu gönnen. Die S 10 transportiert mutige Schlittler und Schlittlerinnen zweimal die Stunde, jeweils .14 und .44 ab der Haltestelle Triemli in 11 Minuten auf den Üetliberg, Schlitten werden gratis transportiert. Wer keinen eigenen Schlitten besitzt, kann diesen im Restaurant Gmüetliberg, gleich oben bei der Bahnstation, für 20 Franken pro Tag mieten. Allerdings ist ein bescheidenes Depot von 200 Franken zu hinterlegen und die Schlitten müssen am Ende wieder beim Restaurant abgegeben werden.

auf halber Strecke im Teehüsli Hohenstein oder täglich im Uto Kulm zuoberst auf dem Üetliberg, der wohl luxuriösesten Berghütte der Schweiz, verpflegen lassen. Ähnlich wie werktags um 17 Uhr im Gubrist, beim Brüttiseller Kreuz oder auf der Hardbrücke, kann es an schönen Nachmittagen auch auf dem Schlittelweg zu stockendem Kolonnenverkehr kommen. Ungeduldigen wird deshalb empfohlen, sich mit einer Stirnlampe auszurüsten und den Üetliberg-Schlittelweg mit etwas extra Nervenkitzel nachts zu befahren.

Geheimtipp: Nachtschlitteln Wer nach den ersten Läufen durstig oder hungrig ist, kann sich sonntags

Ob gerade heute einer der wenigen Schlitteltage ist, erfährt man am besten am Infotelefon 044 412 14 71.

Bilder: Famigros, Travelita, freizeit.ch, Cristian Bobst, ZVV

Von Ben Liechti

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ELEKTROAUTOS IM FREILAGER

Wie laden Mieter ihr E-Fahrzeug? Wer sich ein Elektroauto zulegen möchte, dem stehen als Mieter oder Mieterin «nur» drei Ladestationen unter der Marktgasse zur Verfügung. Ist das genug?

«Wer heute ein neues Auto kauft, der kann meiner Meinung nach nicht auf einen traditionellen Benziner oder Diesel setzten», ist Marc Moser überzeugt. Deshalb hat sich der Marktgasse-Bewohner auch ein reines Elektroauto gekauft. Sein ID3 von VW, der «Golf der Elektroautos» wird voraussichtlich im Sommer geliefert. Natürlich hat sich Marc vorgängig Gedanken gemacht, wie er künftig sein Auto mit Strom betankt. Ladestationen im öffentlichen Bereich Sein gemieteter Parkplatz steht unter der Marktgasse. Dieser ist momentan nicht mit einer Ladestation ausgerüstet. Aber nur rund 70 Meter weiter vorne befinden sich auf dem öffentlichen (Besucher-)Parkplatz drei gelb eingefärbte Parkplätze mit Lademöglichkeiten. «Für mich ist das optimal. Dann fahre ich das Auto, wenn es geladen ist einfach kurz auf meinen Parkplatz», sagt Marc. Der Zusatzaufwand empfindet er als sehr gering. Sein Auto wird in 30 Minuten fast bereits für 250 Kilometer geladen sein. Total wird es eine Reichweite von rund 500 Kilometern haben.

Die drei Parkplätze mit Ladeinfrastruktur unter der Marktgasse.

Um auf eine der Parkplätze laden zu können, braucht es eine Karte und ein Konto beim Anbieter, im konkreten Fall von swisscharge.ch. Dieser bietet neben den Stationen im Freilager auch noch fast 3500 weitere in der Schweiz an. Das Kabel bringt übrigens jeder Nutzer selber mit. Wenige Elektromobile im Freilager Momentan dürften Marc und andere Nutzer im Freilager kein Problem haben wegen besetzten Ladestationen. Beobachtungen zeigen, dass zur Zeit vor allem ein Tesla regelmässig lädt sowie ab und zu Besucher, die mit dem E-Auto kommen. Marc dürfte ab Sommer zu den ganz wenigen reinen E-Auto-Nutzern im Freilager gehören. Eine Lösung für den gemieteten Parkplatz gibt es momentan noch nicht. Zwar schreibt die Zürcher Freilager AG im offiziellen FAQ zum Quartier «Es sind Leerrohre in der Tiefgarage vorhanden, die ausgebaut werden können. Die nachträgliche Einrichtung ist Aufgabe des Mieters. Auch die Kosten sind vom Mieter zu tragen.» Auf Anfrage

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erhalten wir folgende Antwort: «Uns ist bewusst, dass die Nachfrage nach Elektromobilität zunehmend ein Thema ist», sagt Andreas Köhler von ZFImmo. Sie seien derzeit mit verschiedenen Anbietern von E-Ladestationen in Abklärung, welche Stationen für das Freilager in Frage kommen könnten. Ein Entscheid wird noch vor Ostern erwartet. VW übernimmt Kosten für ein Jahr Für Marc stellt sich dieser Frage momentan noch nicht. Auch weil VW ihm die Kosten für den Strom im ersten Jahr bezahlt. Sollten jedoch künfig mehr Mieterinnen und Mieter auf ein Elektroauto setzten, ist eine Ladeinfrastruktur auf den gemieteten Parkplätzen sicher nötig. Was es nicht zu vergessen gilt: Die Elektormobilität ist bei den Fahrrädern bereits weit fortgeschritten. Bewohnerinnen und Bewohner des Freilagers mit E-Bike würden sich freuen, wenn zumindest bei einigen der 1400 Veloabstellplätzen Strom zum Laden zur Verfügung stehen würde.

Bilder: Mirko Hofmann

Von Mirko Hofmann und Lorenz Ineichen


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14 Unterschiede im rechten Bild: Zusätzliche Ringschraube am Store oben links, Strassenlampe über Kreuzung links im Bild fehlt, zusätzliches Fenster im obersten Geschoss des Rautiturms, Logo auf Bus fehlt, zusätzliche blaue Farbfläche hinten seitlich am Bus, gelber Streifen bei Bushaltestelle fehlt, «T» bei Schriftzug EINFAHRT fehlt.

Bilder: Peter Egli

Von Peter Egli

An der Kreuzung Rauti- und Flurstrasse ist häufig viel los. Hier treffen Autos, Busse und Lastwagen auf Velofahrerinnen, E-Trottinettfahrer und Fussgängerinnen. Auch das Industriegleis zum früheren Zollfreilager führt über die Kreuzung. Wer findet die sieben Unterschiede?

Finde die Unterschiede BILDER-RÄTSEL


KULTURTIPPS

Farbenrausch zum Frühlingsanfang Ein Film über Bäume, eine Show über Van Gogh und Bilder über Ottilia. Von Kati Moser

AUSSTELLUNG

«Ottilia Giacometti – Ein Porträt»

MULTIMEDIA

«Van Gogh Alive» – The experience

Zuerst das Buch, dann der Film. Als der Förster Peter Wohlleben 2015 sein Buch «Das geheime Leben der Bäume» (Ludwig Verlag) veröffentlicht, landet er einen Grosserfolg. Auf unterhaltsame Weise erzählt der Deutsche von der Solidarität und dem Zusammenhalt der Bäume – und trifft damit den Nerv der Zeit und mitten ins Herzen der Leser. Das Buch wurde in 42 Sprachen übersetzt und nun – vier Jahre später – kommt dessen Verfilmung in die Kinos. Mit wunderschönen Aufnahmen von Jan Haft und spannenden Interviews von Peter Wohlleben gibt diese fesselnde

Dokumentation einen faszinierenden Einblick in das komplexe Zusammenleben der Bäume. Wer mehr erfahren möchte, dem sei das Lesen des Buches ans Herz gelegt. «Als ich meine berufliche Laufbahn als Förster begann, kannte ich vom geheimen Leben der Bäume ungefähr so viel wie ein Metzger von den Gefühlen der Tiere». Was wiederum beweist: Erst muss das Interesse geweckt werden, dann folgen die Taten.

Die Familie Giacometti war aussergewöhnlich. Nicht nur wegen den zahlreichen Künstlern, die sie hervorgebracht hat, sondern auch wegen der grossen Liebe und Harmonie, die in ihr herrschten. Ottilia (1904–1937), die einzige Tochter von Giovanni Giacometti und Annetta Stampa und die Schwester von Alberto, Diego und Bruno verstarb im Alter von 33 Jahren bei der Geburt ihres Sohnes Silvio. Die Ausstellung im Kunsthaus Zürich zeigt über 70 Gemälde, Plastiken und Zeichnungen von Giovanni und Alberto, die Ottilia gewidmet sind.

Giovanni zeichnete seine Kinder immer wieder. Zahlreich sind die Porträts von Ottilia, in denen er sie von Kindesbeinen an malt, bis hin zu den Bildern, die eine strahlende Schönheit zeigen. Alberto beginnt seine künstlerische Arbeit ebenfalls im Kreis der Familie, in den er immer wieder zurückkehrt, auch als er sich in Paris einen Namen gemacht hatte, um seine Studien zur menschlichen Figur fort zu setzten. Spannend, die Werke von Vater und Sohn in einer Ausstellung zu sehen.

Eigentlich ist man sich gewöhnt, Kunstwerke im Museum anzuschauen – oder sie in Kunstbüchern zu betrachten. Nun kommt die meistbesuchte MultimediaAusstellung der Welt nach Zürich, eine packende Kombination aus Licht, Farbe und Musik. Die Show in der Maag Halle revolutioniert unser Sehen, stellt alles auf den Kopf und mutiert zu einem Fest der Sinne. In einem verdunkelten Raum huschen Bilder über Wände, Böden und Decken, untermalt durch eine passende Musik. Es wird dabei das Gefühl vermittelt, der Besucher befände sich mitten im Ge-

mälde und ja, er wird sogar ermuntert, sich im Saal zu bewegen und seinen Standort immer wieder zu wechseln. Letztes Jahr standen Werke von Hodler und Klee im Mittelpunkt, heuer sind es jene des grossen holländischen Meisters Vincent van Gogh. In der ersten Bilderreihe erlebt man van Goghs Heimat, die Niederlande, mit Landschaften, Menschen und Stillleben in erdigen Tönen. In Frankreich explodieren dann die Farben, die Malweise wird pastös und intensiv. Ein echtes Vergnügen!

«Das geheime Leben der Bäume» mit Peter Wohlleben, im Kino

«Ottilia Giacometti – Ein Porträt», Kunsthaus bis 3.5.2020

«Van Gogh Alive», Maag Halle, 18.2.–9.4.2020

Bilder: ZVG

FILM

«Das geheime Leben der Bäume» – Was sie fühlen, wie sie kommunizieren»

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Jahresprogramm 2020 - Freilager Verein Veranstaltungen Minergie und 2000-WattWas bedeutet das? Mitgliederversammlung Stoffwechsel Kleidertausch Tag der Nachbarn/Gartenfest Hofgesang Sommerfest Kuchenstand am Herbstmarkt Weihnachtsbaumschmücken Adventsfenster Samichlaus

27. Februar 19. März 4. April / 12. September 29. Mai 10. Juni 15. August 26. September 28. November Dezember 5. Dezember

offen offen offen Freilagergarten Marktgasse Freilagerplatz Marktgasse Freilagerplatz Freilager im Wald

Weitere Aktivitäten Freilager Chor Freilager Familien Freilager Garten Freilager Jassgruppe Freilager Pfoten Spielkiste & Fahrzeuge Inside Freilager Stammtisch

Mittwoch, alle 2 Wochen laufend laufend laufend laufend März bis Dezember 4 x pro Jahr 1. Donnerstag im Monat

Weitere Informationen auf www.freilager.org. Wir informieren auch regelmässig über die Freilager App. Wir freuen uns auf euch!


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Inside Freilager, Ausgabe 13, Februar 2020 by Mirko Hofmann - Issuu