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Inside Freilager, 2. Ausgabe Mai 2017

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Meins ist auch deins Sharing Economy Super Sache Sonne in Marokko Teilen im Freilager Warum wir hier Zwischen Atlas und liegt auf der Hand. nicht nur nachhaltig, Atlantik gibt es Es gibt bereits ver- sondern auch besser zahlreiche Gegenschiedene Angebote. leben kÜnnen. sätze zu entdecken.


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Brasserie Freilager – Ihr Quartierlokal Freilagerstrasse 53, 8047 Zßrich +41 44 492 09 09 reservation@restaurant-freilager.ch www.restaurant-freilager.ch

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INHALT

Das Freilager-Herz schlägt höher Ve r d i c h t e t e s Wohnen sei gut für die Umwelt, aber schlecht fürs Herz. Wenn man unser Quartier, das Freilager, betrachtet, dann bin ich anderer Meinung. Denn zwischen Rautitürmen und Marktgasse liegen nicht nur die Langhäuser und der Südhof, sondern auch eine ganze Menge Lebensqualität. Und dass eben diese Lebensqualität bestens in ein umweltfreundliches Quartier passt, das zeigen wir in dieser Ausgabe auf Seite 7. Zum zweiten Mal erscheint nun unser Magazin. Das ist definitv gut fürs Herz! Mitten im Frühling werfen wir auch einen Blick nach draussen. Wir erklären, wie man Licht auf den Balkon bringt, und erzählen, was man in der Wüste Marokkos alles erlebt. Und natürlich gibt es viel Spannendens aus dem Vereinsleben zu berichten. Denn so einige Quartierbewohner stecken viel Herzblut in ihre Ideen und deren Umsetzung. Wer mitmachen möchte, ist gerne willkommen und besucht am besten die neue Website freilager.org. Dem Verein widmen wir hier und auch künftig die letzte Seite. Für uns, die Redaktion, bleibt das Erstellen dieses Magazins eine Herzensangelegenheit. Sie kostet uns viel Arbeit, macht aber auch grossen Spass. Gerade weil uns unser Quartier am Herzen liegt. Von Herzen viel Spass wünschen wir euch nun auch beim Lesen! Mirko Hofmann Redaktionsleitung

4 Teilen ist im Freilager einfacher denn je. Es gibt verschiedene Angebote und Hilfsmittel, die den Besitz von Dingen unnötig machen und so viel Mehrwert schaffen. 6 Endlich wieder Sommer, endlich wieder Balkonzeit. Wir zeigen, wie man auch ohne Stromanschluss auf Terassen, Balkonen und Gärten das Licht nach draussen bringt. 7 Den Begriff vom 2000-Watt-Areal haben wir im Zusammenhang mit dem Freilager alle schonmal gehört. Doch was bedeutet das genau für unser Zuhause? Wir klären auf. 10 Architektin Gabrielle von Bernstorff erzählt uns im Interview, warum sie das Freilager immer besser findet und wie sie der Neubau als Künstlerin inspiriert. 14 Mit einem Smart Meter können die Freilager-Bewohner ihren Stromverbrauch selber messen. Die Probleme bei der Auslieferung sollten gemäss ewz behoben sein. IMPRESSUM

Konto Freilager Verein CH52 0900 0000 8984 9663 0

Inside Freilager Mai 2017 1. Jahrgang 2. Ausgabe

Vereinsadresse: Freilager Verein Zürich 8000 Zürich

Erscheint 4x jährlich

E-Mail an die Redaktion: inside@freilager.org

Auflage 1100. Wird an alle Haushalte des Freilagers verteilt und in nahen Läden und Lokalen aufgelegt.

Nachdruck von Texten oder Bildern ist nur in Absprache mit der Redaktion erlaubt.

Diese Zeitung wurde unentgeltlich von Bewohner/innen des Freilagers gemacht.

Kontakt für Inserate: Jeannette Jetter jeannette@freilager.org

Redaktion: Mirko Hofmann Noah Munzinger Jeannette Jetter Guido Acker Roman Lobmaier E-Mail: vorname@freilager.org Layout: Mirko Hofmann und Chantal Speiser Lektorat: Beatrice Huber «Inside Freilager» ist politisch und konfessionell unabhängig und nicht kommerziell.

Titelbild: Mirko Hofmann

EDITORIAL

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SHARING-ANGEBOTE IM FREILAGER

Teilen ist das neue Besitzen In einem Quartier mit vielen Nachbarn lohnt es sich besonders, Dinge gemeinsam zu nutzen. Es gibt bereits viele Angebote – vom Auto bis zum Lastenvelo. Von Mirko Hofmann

Ein E-Bike ums Eck Was mit dem Fahrdienst Uber und der Zimmervermittlung AirBnB bekannt wurde, ist heute in der Schweiz Alltag. Auch im Freilager gibt es immer mehr solche Angebote. In Zusammenarbeit mit «Carvelo2go» wird Velo Zürich ab Anfang Juni ein Lasten-E-Bike vermieten. Für wenige Franken pro Stunde (1. Stunde 5 Fr., ab 2. Stunde 2 Fr.) kann das Cargobike gemietet werden. Es bietet Platz für zwei Kinder oder viel Gepäck. Noch unsicher ist, ob auch der Rautipoint zu einem Standort wird. Wer ohne viel Gepäck, aber möglichst schnell von A nach B kommen möchte, der findet dank Smide ein E-Bike an (fast) jeder Ecke. Insgesamt stehen 200 Smide-Velos auf dem Stadtgebiet von Zürich. Auf der App findet man ein nahegelegenes Bike, kann dies über Bluetooth entsperren und losfahren. Am Ziel angekommen schliesst man es wieder ab und überlässt es dem nächsten Nutzer. 25 Rappen pro Minute bezahlt man für die Nutzung. Abos für Vielnutzer sind gemäss Jana Lév von der Betreiberin Mobiliar Services AG in Planung. Auch im Freilager gibt es einige Smide-Nutzer, denn immer wieder finden sich die Miet-E-Velos auf

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Mit dem E-Bike von Smide lässt es sich entspannt durchs Freilager-Areal cruisen.

Im Carvelo2go gibts Platz für den Einkauf.

dem Areal. Bei Anschaffungskosten von mehreren tausend Franken lohnen sich die Sharing-Angebote sehr häufig. Das eigene Auto für andere verfügbar Gleiches gilt natürlich auch für das Auto. Über Sharoo können Autobesitzer ihr eigenes Fahrzeug anderen zur Verfügung stellen. Der Zustupf, der je nach Kilometer vergütet wird, hilft die Fixkosten zu senken. Und wer kein eigenes Auto besitzt, kann je nach

Bedürfnis aus einer Vielzahl von Modellen auswählen. Leider gibt es in der Freilager-Tiefgarage noch praktisch keine Autos, die auf Sharoo buchbar sind. Dafür stehen auf dem Parkplatz drei Mobility-Fahrzeuge. Um diese zu nutzen, muss man eine Mitgliedschaft lösen und bezahlt einen Betrag pro Stunde und gefahrener Kilometer. Die Auslastung der «Freilager-Fahrzeuge» ist gemäss Mobility zufriedenstellend. Weitere Fahrzeuge in der unmittelbaren Nähe sind aber nicht geplant. Junge wachsen mit dem Teilen auf Vor wenigen Jahren wurde der Sharing Economy eine grosse Zukunft vorausgesagt. Heute ist das professionelle Teilen in der Gegenwart angekommen. Natürlich steht bei vielen Start-ups und neuen Dienstleistungen auch das finanzielle Überleben im Vordergrund, obwohl meist ökologische und ideolo-

Bilder: Mirko Hofmann, ZVG

Ob Veloanhänger, Kinderkleider, Babysitter oder gar das WLAN, im Freilager wird fleissig geteilt. Das macht Sinn, denn die Nachbarn leben nah, die Bedürfnisse sind ähnlich und viele Dinge braucht man nicht besonders häufig. Die Vorteile des gemeinsamen Besitzens wurde vor Jahren auch von der Wirtschaft entdeckt und die sogenannte Sharing Economy wurde zu einem Versprechen für die Zukunft.


gische Gründe die Leute dazu bewegt, Dinge zu teilen. Gemäss einer Studie des Gottlieb-Duttweiler-Instituts (GDI) haben vor allem die 18- bis 29-Jährigen eine hohe Bereitschaft zum Teilen. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass die Generation der unter 30-Jährigen über die sozialen Medien mit dem Konzept des Teilens aufwächst. Ältere Generationen hingegen assoziieren das Teilen eher mit Wohltätigkeit oder Hilfsbedürftigkeit.

Mit Sharoo das eigene Auto teilen.

Alles teilen auf sharley.ch Während AirBnB und Uber mit Millionenbeträgen arbeiten können, wird in der Schweiz mit verhältnismässig kleinen Brötchen gebacken. Denn Smide, Sharoo oder auch das Carvelo2go werfen noch nicht die ganz grossen Margen ab. Und ein Blick auf sharley.ch zeigt schnell, dass die grosse Masse da noch nicht ihre Dinge teilt. Auch im Freilager sind keine Artikel zu finden. Und das, obwohl man auf sharley.ch von der Bohrmaschine bis zum Musikinstrument alles teilen könnte. So teilt man im Freilager Ein Augenschein bei den Freilager-Bewohnern zeigt denn auch, dass man viele persönliche Dinge direkt mit den Nachbarn teilt. Hilfstools sind vielfach gar nicht nötig, da man sich gerne mal etwas ausleiht oder gemeiname Anschaffungen tätigt. Doch dass Sharing-Angebote der Wirtschaft auch im Freilager gut ankommen, beweist die gute Auslastung der Mobility-Fahrzeuge. Und vielleicht künftig auch der die E-Bikes von Smide und Carvelo2go.

Mobility Drei Fahrzeuge, zwei Kleinwagen und ein Kombi, stehen auf dem Parkplatz vor den Rautitürmen. Diese kann man mit einer Mitgliedschaft und einer Karte (z.B. dem SwissPass) ausleihen. Man bezahlt pro Stunde und Kilometer.

Online-Dienste Auf sharly.ch kann man alles mögliche teilen und findet auch (fast) alles. Für Freilager-Bewohner gibt es auch die offizielle Freilager App oder das Vereins-Forum (freilager-forum.ch). Die Nutzung ist gratis.

Weeshare-App Wenn sich Nachbarn zusammen etwas anschaffen, erhalten sie mit dieser App ein sehr einfaches und effizientes Organisationstool. Die Kalenderfunktion hilft dabei, dass es keine Überschneidungen in der Nutzung gibt.

Carvelo2go Lasten-E-Bikes sind nützlich, aber doch braucht man sie selten. Am 6. Juni startet das Sharing-Angebot von Carvelo2go nach Bern, Basel und St. Gallen nun auch in Zürich. Ein Standort wird Velo Zürich sein.

Sharoo Das eigene Auto vermieten oder jederzeit auf andere zugreifen können. Sharoo, das unter anderem der Migros gehört, ist eine Plattform für alle, die ab und zu ein Auto brauchen oder ihr eigenes besser auslasten möchten.

Smide Beim neuen E-Bike-Verleihservice ist man völlig ortsunabhängig. Auf Zürcher Stadtgebiet kann man eines der 200 Velos via App buchen und aufschliessen. Egal wo die Fahrt endet, Velo stehen lassen und ausbuchen.

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DO IT YOURSELF

Bild: Noah Munzinger

Es werde Licht auf dem Balkon

Für lange Sommerabende draussen auf den Balkonen fehlen leider vielen die Stromanschlüsse für die Beleuchtung. Drei Möglichkeiten, wie man Licht ins Dunkel bringt. Von Noah Munzinger

Der Balkon ist für viele ein Ort der Entspannung. Ein paar bequeme Sessel, ein Grill und ein bisschen Grün verwandeln jeden Balkon in einen gemütlichen urbanen Garten. Zumindest tagsüber, denn sobald es dunkel wird, benötigt man auch eine passende Beleuchtung. Ist kein Stromanschluss vorhanden, macht es die Solartechnik dennoch möglich. 1. Solarzellen mit integrierten Akku Die einfachsten Modelle sind Solarleuchten, die über eine sparsame LED-Lichtquelle und ein integriertes Solarmodul verfügen. Es gibt sie in allen denkbaren Varianten als Ständerlampen, Laternen, Tischlampen oder Lichterketten. Sie sind in Warenhäusern oder Fachmärkten für rund 10 bis 100 Franken erhältlich, bedürfen keiner Installation und sind sehr einfach im Betrieb. Das Solarmodul besteht aus einer etwa 5x5 cm kleinen Solarzelle und einem integrierten Akku. 6

Der Selbsttest mit einer Solar-Lichterkette im ersten Stock im Freilager war gelungen. Im Sommer reichte die Sonneneinstrahlung für einen mehrstündigen Betrieb am Abend aus. Aufgrund der geringen Lichtstärke war die Lichterkette aber eher Dekoration als Beleuchtung. Als Mass dafür kann der gesamte Energieverbrauch aller LEDs herangezogen werden: Weniger als ein Watt ist zur Dekoration und mehr als ein Watt zur Beleuchtung geeignet. 2. Eigene Solaranlage für mehr Power Wer auf LED-Technologie verzichten oder weitere Geräte an den Solarstrom anschliessen möchte, benötigt eine eigene Solaranlage. Diese besteht aus einer Solarzelle, einem Wechselrichter, der den erzeugten Strom in verwertbaren Wechselstrom überführt, und einem Akku. Die Solarzellen sind mit etwa 0.25 bis 1.5 m2 grösser, abhängig davon ob nur ein paar Lampen oder zusätzlich noch eine Musikanlage oder

ein kleiner Kühlschrank betrieben wird. Die benötigten Einzelteile sind als Set für 200 bis 2000 Fr. erhältlich, je nach Grösse der Solaranlage. 3. Mechanische Lampen Für schattige Balkone oder nach Tagen geringer Sonneneinstrahlung gibt es eine Alternative zu Solarleuchten: Mechanische Lampen. Diese lassen sich mit Gewichten aufziehen wie früher die Wanduhren und erzeugen dadurch Licht. Was als Entwicklungshilfeprojekt gestartet wurde könnte sich heute auch in Neubauwohnungen inmitten Zürichs bewähren. Wer hätte das gedacht! Hier sind die Beleuchtungen erhältlich: Solarzellen mit Akku: Grosse Auswahl auf lampenwelt.ch, getestet wurde Art. 1522130 für 19.90 Fr. Solaranlage: Kombipakete bspw. von Phaesun, erhältlich bei conrad.ch ab 200 Fr. Mechanische Lampen: Bald erhältlich auf gravitylight.org (Preis noch unbekannt)


STORY

Besser leben mit 2000 Watt Das Freilager ist das grösste bewohnte 2000-Watt-Areal der Schweiz. Doch was bedeutet das überhaupt?

Moderne Wohnungen, ein grosser Balkon, Veloabstellplätze direkt vor dem Haus, Läden, Kinderkrippe, nahe Grünflächen und ÖV in Gehdistanz – darum leben wir heute im Freilager. Gerade diese von uns geschätzten Vorteile machen das Freilager zum grössten bewohnten 2000-Watt-Areal der Schweiz. Warum eigentlich? Ein Durchschnittsschweizer verbraucht heute 5000 Watt, ein Durchschnitts-Freilagerbewohner eben nur 2000 Watt – zumindest auf lange Sicht in der Theorie. Wir verbrauchen (theoretisch) also weniger als die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer, trotz mehr Lebensqualität! Es beginnt bereits mit dem Bau Die Umsetzung dieser Ziele begann lange bevor wir alle wussten, dass wir hier einziehen würden. Die Hälfte des Aushubmaterials wurde mit der Bahn abtransportiert, was gegenüber den üblichen Lastwagen bereits rund 300 Tonnen CO2 einsparte. Der Beton der rückgebauten Gebäude wurde rezykliert und für den Bau von Gebäuden und Strassen eingesetzt. Und auch die Umnutzung der bestehenden Gebäude an der Marktgasse sparte Energie und Ressourcen ein. Dass unsere Wohnungen im Sommer angenehm temperiert sind, hat einen positiven Effekt für die Umwelt: Die «weggekühlte» Wärme wird in einem Erdsondenfeld eingelagert und für den Winter «aufbewahrt». Damit wird erreicht, dass die Wärme, die dem Erdreich im Winter zum Heizen entzogen wird, regeneriert wird und der Boden über die Jahre nicht auskühlt. Weil die Sommerkühlung der Wohnungen

Bild: Nora Herbst

Von Nora Herbst

Das Freilager verbindet Nachhaltigkeit mit Lebensqualität.

für das Heizen im Winter nicht ausreicht, übernehmen wir auch gleich die Wärme des nahen Rechenzentrums der UBS Flur Süd, das damit ebenfalls vom Erdspeicher profitiert, um effizienter zu kühlen. Wenn es regnet, wird das Wasser in einem Rückhaltebecken gesammelt und für die Bewässerung der Pflanzen verwendet. Die nahen Läden und die Kinderkrippe wirken sich ebenfalls positiv auf unsere Nachhaltigkeit aus: Wer die Kinder nicht mit dem Auto in die Krippe fahren muss, belastet die Umwelt weniger. Dasselbe gilt natürlich für den Coiffurebesuch, die Yogastunde, den Weineinkauf oder für den Spaziergang ins Grüne. Die Mobility-Fahrzeuge und Veloabstellplätze vor der Haustür sind ein weiteres Element, das eine umweltfreundliche Lebens-

weise vereinfachen. Ein Mobility-Auto ersetzt im Durchschnitt 10 Privatautos, da mehrere Personen ein Fahrzeug gemeinsam nutzen. Meist werden Mobility-Fahrzeuge ergänzend zu ÖV und Velo genutzt. Lebensweise ist entscheidend Wir haben also beste Voraussetzungen, ein nachhaltiges Leben zu führen. Damit das nicht Theorie bleibt, ist das Bewusstsein von jedem einzelnen ausschlaggebend. Auch ausserhalb des Freilagers braucht es einen entsprechenden Lebensstil. Shoppingnachmittage in London, Autopendeln nach Bern oder regelmässige Ferien auf den Malediven passen nicht dazu. Doch wer braucht das schon, wenn sich das Feierabendbier auf dem Balkon schon nach Ferien anfühlt!

Die 2000-Watt-Gesellschaft Der Begriff steht für eine nachhaltige und gerechte Gesellschaft. Jeder Mensch hat Anrecht auf gleich viel Energie und damit auf gleich viel (materiellen) Wohlstand. Ca. 2000 Watt Dauerleistung auf Primärenergiestufe pro Person stehen weltweit nachhaltig zur Verfügung. Die damit verbundenen CO2-Emissionen sollten 1 Tonne pro Person/Jahr nicht übersteigen, weil sich sonst das Klima drastisch verändert. In einem intelligenten Energieversorgungsystem und mit dem nötigen Bewusstsein reichen 2000 Watt Dauerleistung pro Person aus, um in Wohlstand und mit hoher Qualität zu leben. Weitere Informationen: www.2000watt.ch Die Fachstelle 2000-Watt-Gesellschaft beantwortet gerne Ihre Fragen: fachstelle@2000watt.ch

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IMPRESSIONEN

Mit zwei Rädern in den Sommer

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Bilder: Guido Acker


BEWOHNERIN

«Am Anfang war ich skeptisch» Gabrielle von Bernstorff hat als Architektin einen geschulten Blick für Neubauten. Im Freilager entdeckt sie immer mehr Qualitäten.

Du bist vom James ins Freilager gezogen. Was hat dich dazu bewogen? In der James-Siedlung, in der ich vorher gewohnt hatte, lebte ich in einem der kleineren Appartements. Dort mit Partner, Kind und dem Malen war es zu eng. Als ich diese Wohnung im Freilager angeschaut habe, wusste ich sofort, dass es die richtige ist. Welche Kriterien wählst du für dein Zuhause? Für mich ist die Grösse wichtig, aber auch das Gefühl von Weite. Und das habe ich hier, viel fliessenden Raum. Dann auch das Licht. Am Nachmittag ist die Wohnung lichtdurchflutet. Wie passt die Weite mit der Enge des verdichteten Bauens zusammen? Mir gefällt der Gegensatz vom dichten Bauen und der Grosszügigkeit des Raumgefühls. Ich mag urbanes Wohnen. Es gibt hier so eine Graduierung von räumlichen Qualitäten. Ich sehe auf die Bachwiesen und den Üetliberg, habe aber auch auf beiden Seiten Häuser. Es hat so eine Vielschichtigkeit, eine Polyfonie von Raumqualitäten. Welchen Einfluss hat das Wohnen auf deine Bilder? Bewusst keinen. Der Einfluss auf die Bilder kommt von der Natur oder von Ideen, die ich verfolgen möchte. Ich gestalte viel in Serien, arbeite intuitive Sachen aus, von denen ich noch nicht weiss, wo sie hinführen. Falls es einen Einfluss hätte, wäre das unbewusst. Du bist Architektin und Künstlerin. Was inspiriert dich als Künstlerin im Freilager? Die Wohnräume sind förderlich für die Kreativität. Sie sind offen und engen nicht ein. So kann ich mich gut konzentrieren. Ich geniesse die 10

soziale Lebendigkeit. Gerade jetzt im Frühling spüre ich das. Die Leute sind draussen, die Kinder spielen. Man kommt ins Gespräch. Was sagt die Architektin? Am Anfang war ich skeptisch. Ich dachte, dass es gar keinen Versuch gab, ein homogenes Ganzes zu machen. Inzwischen aber merke ich, dass es viele Graduierungen von räumlichen und architektonischen Qualitäten gibt, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht. Das merkt man erst im Alltag. Es gibt hier zwar Dissonanzen, aber Gabrielle von Bernstorff ist Künstlerin und Architektin. Sie wohnt im Südhof. die räumliche Qualität der Strassen und Plätze hält alles zusammen. Später habe ich noch im Hamburger Gibt es schon ein Freilager-Bild? Wenn Hafen gelebt. nicht, mit welchen Formen und Farben Was würdest du von dort nach Zürich würdest du das Freilager malen? holen? Nein, es gibt noch keines. Ich würde Ich vermisse hier die Vielfalt, wie etwas mit den Farben und Materialien Little Italy und China Town, mit den der Gebäude machen. Vielleicht auch verschiedenen Gerüchen, Klängen und mit den Menschen und den Spuren, die Sprachen. Das findet man hier nicht. sie hinterlassen. Dafür gibt es auch keine GhettobilWiderspiegelt sich deine Kunst auch in dung. Unterschied hat bei uns weniger der Wohnungseinrichtung? mit Kulturen zu tun. Es geht mehr um Ich habe verschiedene Bereiche geunterschiedliche Lebensentwürfe. Die schaffen, um zu verweilen. Man kann Binnenhaftigkeit der Schweizerinnen sich immer mal wieder hinsetzen, sich und Schweizer schlägt sich manchmal ausruhen, einen Blick auf die Kunst auch in den Köpfen nieder. werfen, schauen, wie das Licht fällt. Was wünschst du dir für die Zukunft Du warst viel im Ausland. Bist du in vom Freilager? Städten aufgewachsen? Bänke. Sodass man draussen sitzen, Als Kind habe ich auf dem Land gelebt. Zeit verbringen und verweilen kann. Es war fantastisch, mit verkehrsfreien Und einen Raum, wo man eine AusstelZonen wie hier. Dann sind wir nach lung, eine Theateraufführung oder eine New York gezogen, als ich 13 war. Gesprächsrunde durchführen könnte.

Bild: Guido Acker

Mit Gabrielle von Bernstorff sprach Jeannette Jetter


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RÄTSEL

Wer hat die Palme auf dem Balkon? Von Noah Munzinger

Gabriel, Lara, Nadia, Philippe und Tobias wohnen in fünf übereinanderliegenden Wohnungen. Alle haben unterschiedliche Berufe, gehen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, treiben eine andere Sportart und haben eine andere Pflanze auf dem Balkon. Wer von ihnen hat die Palme auf dem Balkon? 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.

Gabriel ist von Beruf Gärtner. DIE LÖSUNG: Lara hat Sonnenblumen auf ihrem Balkon. Philippe geht mit dem Auto zur Arbeit. Der/die Anwalt/Anwältin wohnt direkt unterhalb des/der Polizisten/in. Der/die Anwalt/Anwältin geht mit dem Velo zu Arbeit. Die Person mit dem Efeu auf dem Balkon mag Yoga. Die Person in der mittleren Wohnung geht mit dem Tram zur Arbeit. Der/die Arzt/Ärztin mag Pilates. Nadia wohnt in der untersten Wohnung. Die Person mit dem Bonsai auf dem Balkon wohnt neben der Person, die Fussball spielt. Die Person mit dem Kaktus auf dem Balkon wohnt neben der Person, die Pilates mag. Die Person, die gerne schwimmt, geht mit dem Bus zur Arbeit. Nadia wohnt neben dem/der Maler/in. Tobias joggt gerne. Die Person, die Fussball spielt, wohnt neben der Person, die mit dem Roller zur Arbeit fährt.

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KINDERSEITE

Ist es denn schon Schlafenszeit? Liebe Kinder

Bilder: Sharon Pfister

Hier kommt das Uhren-Puzzle! Einfach alle Einzelteile ausschneiden und richtig zusammensetzen. Dann findet ihr heraus, ob es Zeit für das Mittagessen ist, der Z`Vieri wartet oder ob es schon Zeit fürs Bett ist. Wir wünschen euch ganz viel Spass dabei!

Das Siegerbild der letzten Ausgabe: Die schönste Zeichnung von allen hat Elira abgebeben. Sie erhält dafür einen Gutschein vom Kinderladen yolyo.

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SMART METER

Intelligent Strom messen Viele Bewoher haben schon vom Smart Meter gehört, wissen aber nicht, was das genau ist. Wir haben beim ewz nachgefragt. Von Roman Lobmaier

Noch nicht alle haben Zugriff Die Einführung des Smart Meters lief im Freilager nicht problemlos ab. In der Anfangsphase hat ein Teil der Ausleseelektronik nicht richtig funktioniert. Zusammen mit dem Lieferanten konnte das Problem aber behoben werden. Es gibt aber immer noch Wohnungen, bei denen der Smart Meter nicht funktioniert. Dies liegt daran, dass die Zähler defekt sind oder etwas mit der Verdrahtung nicht stimmt. «Wir

bedauern die Verzögerung und bitten betroffene Kunden um Entschuldigung für die Wartezeit», sagt Simon Oehy vom ewz. Sicherheit wird grossgeschrieben Um die Sicherheit der aufgeschalteten Daten zu gewährleisten, ist der Zugang verschlüsselt. Mit der Vermieterin Zürcher Freilager AG hat das ewz eine spezielle Vereinbarung: Die Verwaltung des Freilagers hat keinen Zugriff auf die Daten. Sie erhält lediglich die Jahreswerte für jene Zähler, die über die Nebenkostenabrechnung verrechnet werden. Der Datenschutz innerhalb des ewz ist auch klar geregelt. Zugriff haben nur jene Mitarbeitende, die dies z.B. für die Störungsbehebung oder Verrechnung benötigen. Strom sparen dank Smart Meter? Gemäss einer ewz-Studie sinkt der Stromverbrauch durch den Smart Meter, allerdings ist der Effekt gering. Am meisten Energie wird gespart, wenn sich die Mieterinnen und Mieter jederzeit einfach über ihren Verbrauch

Smart Meter beim ewz.

informieren können, so wie dies im Freilager der Fall ist. Es ist mit dem Smart Meter leider nicht möglich, den Verbrauch einzelner Haushaltsgeräte zu bestimmen, um allfällige Stromfresser zu entlarven. Es kann lediglich der Gesamtverbrauch pro Wohnungsanschluss betrachtet werden. Einfach aufschalten lassen Alle Bewohner des Freilagers können bei der Verwaltung einen Webportal-Zugang beantragen. Die Verwaltung sendet die Anmeldung ans ewz weiter und man erhält dann die Zugangsdaten für das Online-Portal. Das vollständige Interview auf freilager.org

Die Tanzschule RITM wurde 2011 geboren. Sie möchte Kindern Freude vermitteln, sich selbst im Tanz auszudrücken und durch Bewegung Selbstsicherheit zu finden. Mehr als 190 Schüler - zwischen 1 und 14 Jahren - erfreuen sich, in den Schulen Zürich und Zug der Tanzschule RITM eingeschrieben zu sein. Die Schule bietet ausserdem Kurse für Erwachsene an. Die diplomierten Lehrerinnen mit grosser Erfahrung führen Sie in die spannende Welt verschiedener Tanzstile ein: von Waganowa- Ballett bis Modern Dance. Kinder und Erwachsene sind herzlich willkommen, bei uns mitzutanzen und unsere Tanzbegeisterung mit uns zu teilen. Wir freuen uns auf Sie! Ihre Tanzfamilie RITM Freilagerstrasse 73, 8047 Zürich www.ritm.ch

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Bild: ZVG

Der Smart Meter ist, wie der Name sagt, ein intelligenter Zähler. Im Freilager misst er in jedem Haushalt Strom, kaltes und warmes Wasser, Wärme sowie Kälte. Die Daten werden ans ewz übermittelt und jeder kann seinen Verbrauch über ein Online-Portal direkt einsehen. Ein grosser Vorteil des Smart Meters ist, dass nur der tatsächliche Gebrauch verrechnet wird und die Akontozahlungen nicht mehr nötig sind. Zudem können das ewz und die Verwaltung die Daten aus dem System nehmen und müssen den Verbrauch nicht vor Ort ablesen.


OUTSIDE FREILAGER

Farbenfrohe Gegensätze Auf unserer Reise durch Südmarokko begegnen uns unendliche Weiten und überwältigende Momente der Stille. Von Jeannette Jetter und Guido Acker

Endlich dem Winter entflohen kommen wir am 9. März in Marrakesch bei 22 Grad und strahlend blauem Himmel an. Die Stadt, die wir schon letztes Jahr bereisten, lassen wir schnell hinter uns und fahren Richtung Gebirge unserem Abenteuer entgegen. Marokko im Frühling ist traumhaft! Die Strasse klettert bis auf den 2260 Meter hohen Tizi-n-Tichka Pass hoch. Das leuchtende Grün der frühlingshaften Vegetation schlängelt sich wie eingeflochtene Bänder durch die Südhänge des Atlas. Wir fahren weiter Richtung Sahara. Unendliche Weiten der Wüste Kleine Oasen und Palmengärten durchbrechen die Steinwüsten, die immer wieder Farben und Formen wechseln. Einsame Hirte mit ihren Ziegen und ab und zu die ersten Kamele. Wir geniessen die unendliche Weite und spüren den Unterschied vom Leben in der Stadt, in einem verdichteten Quartier wie unser Freilager, und dem Raum, der hier unendlich scheint. Bevor wir die Wüste erreichen, folgen wir auf unseren Wanderungen den Spuren der Berber und lernen dieses

freundliche Volk, dessen Traditionen und Handwerkskunst kennen. Ob wir all unsere Schätze, denen wir nicht widerstehen können, in unserer 3-Zimmerwohnung unterbringen? Wir träumen vom bevorstehenden Abenteuer in der Sandwüste. Die Nacht unter einem wundervollen Sternenhimmel und die überwältigende Stille und Weite der Sahara lassen sich erahnen. Doch weit gefehlt! Als wir mit unseren Kamelen losreiten, überrascht uns ein

gewaltiger Sandsturm. Jetzt wird uns klar, wofür die Tücher auf unserem Kopf sind. Trotz allem ist es eine ganz besondere, nicht alltägliche Erfahrung.

Wüstensand und Kamele in der Sahara.

Typischer marokkanischer Riad-Innenhof.

Farbenfrohe Märkte Nordafrikas.

Der herrliche Ausblick über die Dächer von Tamdaght.

Bilder: Guido Acker

Die Sonnen geniessen Malerisch auf einem Felsvorsprung liegt Essaouira, ein Fischerdorf am Atlantik – unsere letzte Station. Wir verlieren uns im riesigen Souk und geniessen die letzten Tage auf der Terrasse unseres Riads.

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Der Verein nimmt Fahrt auf An der ersten Generalversammlung haben wir unseren Vorstand aus acht engagierten Bewohnern des Freilagers gewählt. Seither geht es fleissig vorwärts in den verschiedenen Interessengruppen des Freilager Vereins. Von Roman Lobmaier

Urban Gardening Die Heilkräutergruppe hat im GZ Bachwiesen Pflanzkasten auf Vordermann gebracht und ist jetzt daran, diese mit einer vielfältigen Auswahl an Heilkräutern zu bepflanzen.

Urban Gardening im GZ Bachwiesen.

Die erste Kinderkleiderbörse war ein Erfolg.

Stoffwechsel Die Familien- und Kindergruppe hat am 1. April mit grossem Erfolg den ersten Stoffwechsel Kinderkleidertausch durchgeführt. Die Kleiderauswahl bestand aus 200 aufgehängten Kleiderbügel, sechs vollen Tischen und drei Körben mit Accessoires. Sirup und selbstgemachte Kuchen rundeten das Angebot ab. Am 20. Mai findet der nächste Anlass statt, eine Sport- und Spielsachenbörse für Kinder. Gründungsfeier Einen erfreulich grossen Zulauf hatte unsere Gründungsfeier am 7. April. Wir hatten das Freilager eingeladen, mit uns zu feiern und sich über uns und unsere Projekte zu informieren. Wir haben allein an diesem Abend über 30 neue Mitglieder gewonnen! Das zeigt, dass wir mit unserem Verein einen Nerv getroffen haben und es im Quartier ein grosses Bedürfnis nach einem gemeinschaftlichen Zusammenleben gibt. Dieses grosse Echo ist ein Ansporn uns noch mehr und noch besser für ein interessantes, vielfältiges und lebensfrohes Freilager einzusetzen.

Bilder: Roman Lobmaier

Neues Logo und Webseite Ihr habt es sicher schon gesehen: Die Kommunikationsgruppe hat dem Verein ein neues Design und ein frisches Logo verpasst. Seit kurzem könnt ihr Euch zudem auf unserer Vereins-Webseite www.freilager.org über uns und unsere Projekte informieren und mit uns in Kontakt treten.

Viele Besucher am Gründungsfest.

Sommerfest am 26. August 2017 Zu guter Letzt noch eine Ankündigung: Der Freilager Verein veranstaltet dieses Jahr am 26. August ein Sommerfest auf dem Freilager-Platz. Es soll ein gemütlicher Anlass für das ganze Quartier werden, an dem für jeden etwas dabei ist. Wir halten Euch auf dem Laufenden - am Besten abonniert ihr gleich den Newsletter auf unserer Webseite!

Veranstaltung mit Führung (nicht vom Verein organisiert) Interessieren Sie sich für die nachhaltigen Bauweisen im Freilager Areal und das Energieversorgungssystem? Das Forum Energie Zürich führt eine Führung durch: «Freilager Zürich – Urbaner Wohnraum und Ökologie im Einklang» Dienstag, 4. Juli, 17:15 bis 19:00 Uhr, 30.- pro Person Anmeldung unter: www.forumenergie.ch/anlaesse

Werde Teil des Freilager Vereins! Du möchtest dein Wohnquartier mitgestalten, hast Ideen, wie du Leben ins Freilager bringst, möchtest dich vernetzen und dich engagieren? Dann bist du herzlich willkommen bei uns im Freilager Verein. Besuche die Webseite freilager.org oder melde dich per Email an info@freilager.org.

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Inside Freilager, 2. Ausgabe Mai 2017 by Mirko Hofmann - Issuu