Skip to main content

Journal 2021

Page 1

2021

EINFACHHEIT

PREIS

FAIRNESS

QUALITÄT

teekampagne

projektwerkstatt höchste QUALITÄT FAIRNESS zu Natur und Herstellern trotzdem günstiger PREIS In der EINFACHHEIT liegt die höchste Vollendung

INHALT Die Zukunft des Darjeeling 2 Ökologische und ökonomische Brüche 4 Wie geht es weiter mit Fair und Bio? 5 Tee-Nachrichten 6 Tee-Testimonial 7 Warum Projektwerkstatt? 8 Gesunde Luft und gute Ökonomie 9 Die Ideenkinder der Projektwerkstatt 10/11 Studie „Der teure Schein” 12/13 Zwischen gestern und morgen 14 Der Summit der Transparenz 15 20 Jahre Stiftung Entrepreneurship 16


Liebe Freunde der Teekampagne, befragt man Menschen in unserem Land zum Thema Wirtschaft, sagen rund zwei Drittel, dass sie unzufrieden sind mit der Art und Weise, wie die Wirtschaft läuft. Dass die meisten Unternehmen nicht nachhaltig wirtschaften, dass das Bewusstsein der Verbraucher nicht ausreiche oder dass erst ein anderes Wirtschaftssystem Alternativen überhaupt ermögliche. Teekampagne ist ein Gegenbeispiel dazu. Ein kleines, aber eben doch ein Gegenbeispiel. Höchste Qualität. Fair zu den Erzeugern und fair zur Natur. Und trotzdem ein günstiger Preis. Weil wir dort sparen, wo es Sinn macht. Teekampagne ist eine Alternative im System – die Sie möglich machen.

Das Unternehmen, zu dem die Teekampagne gehört, wurde 1985 gestartet: die Projektwerkstatt. Das Ziel war, unternehmerische Alternativen zu zeigen, praktisch zu zeigen, sinnlich erfahrbar zu machen. Das geht in jeder Branche, bei jedem Produkt. Mehr noch: Es muss gehen. Von der Projektwerkstatt gibt es Tee und Saft, Möbel und Putzmittel und seit letztem Herbst einen Hochleistungsluftfilter gegen Corona-Viren und Feinstaub (mehr dazu ab S. 8). Das mag so aussehen, als würden wir fremdgehen. Nein, das tun wir nicht. Wir bleiben unserer Kernidee treu: eine bessere Ökonomie möglich zu machen. Für uns alle – und mit Ihnen. Ihr Günter Faltin

DIE ZUKUNFT DES DARJEELING DARJEELING

Die zweite und hoffentlich letzte Erntesaison unter CoronaBedingungen liegt hinter uns. Auch wenn der größte Teil Ihres Tees aus Darjeeling und Assam noch auf dem Weg nach Deutschland ist, können wir schon eine Bilanz der Pandemie ziehen – und eine Prognose wagen, wie sich für unsere Produkte und unsere

A

Regionen die Lage weiter entwickeln wird. ls wir für Sie kurz vor Ostern einen ersten Blick auf die 2021er Teekampagne warfen, war die Pandemie-Lage in Indien noch in Ordnung: Im gesamten Bundesstaat Westbengalen lag die Inzidenzrate unter fünf Infektionen je 100.000 Einwohner. „Die FirstFlush-Ernte ist dieses Jahr nicht von pandemiebedingten Einschränkungen betroffen”, konnten wir Ihnen berichten. Dann kam das hinduistische Frühlingsfest, vielerorts ganz ohne Schutzmaßnahmen gefeiert, und binnen weniger Wochen wurde Indien zum Corona-Hotspot. Insbesondere in einigen Megastädten in Indien war die Lage dramatisch, wie wir wochenlang in jeder Nachrichtensendung sehen konnten. Fernab der Metropolen und der Kameras der Korrespondenten waren die Auswirkungen insgesamt geringer, so auch in unseren

2

Tee-Regionen Darjeeling und Assam. Während einige Teegärten in Assam wegen hoher Infektionszahlen komplett unter Quarantäne gestellt waren, verzeichnete man in den Plantagen Tonganagaon und Chardwar, aus denen wir unseren Assam-Tee beziehen, nur sehr vereinzelt COVID-Erkrankungen, die in den Krankenstationen problemlos behandelt werden konnten. Auch in den Teegärten in Darjeeling, mit denen wir zusammenarbeiten, waren die direkten Folgen der Pandemie gering. Zudem wurden viele Arbeiterinnen und Arbeiter bereits geimpft. Anders als im Vorjahr gab es in dieser zweiten Infektionswelle keinen kompletten Lockdown, sondern je nach Branche, Region und Inzidenz unterschiedliche Schutzvorschriften. Für die Teegärten bedeutete das: Die Ernte und der Betrieb konnten aufrechterhalten werden, wenn auch nur mit 50 Prozent der Arbeitskräfte. Dazu kam dieses Jahr auch das zweite große C neben Corona: Climate. Die ungewöhnlich starke Trockenheit im ersten Quartal 2021 hat insbesondere die First-Flush-Ernte betroffen. Und anders als die Pandemie wird der Klimawandel nicht so einfach wieder verschwinden. Ganz im Gegenteil. Schon jetzt ist zu erkennen, dass die südlicher gelegenen Teegärten Darjeelings stark unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben: lange Phasen der Trockenheit, gefolgt von sint-


teekampagne

DARJEELING VISHWA SHANTI STUPA

PREIS

EINFACHHEIT

FAIRNESS

QUALITÄT

flutartigen Regenfällen, statt normaler Niederschläge in Monsunzeiten. Die nördlicheren Regionen Darjeelings, aus denen wir den größten Teil Ihres Tees beziehen, sind ebenfalls betroffen, wenn auch nicht so stark wie der Süden. Auch Assam, eine der niederschlagsreichsten Regionen dieser Erde, hatte dieses Frühjahr unter ungewohnter Dürre zu leiden. Anstatt der sonst üblichen sechs Arbeitstage konnte nur an drei Tagen pro Woche Tee gepflückt werden, weil die Teebüsche nicht genug neue Triebe hatten. Es ist zu befürchten, dass solche extremen Wettergeschehnisse sich in Zukunft aufgrund des Klimawandels auch dort häufiger zeigen. Für Ihren Tee bedeutet das in diesem Jahr: Die Ernte des Darjeeling First Flush ist dieses Jahr besser als im – in dieser Beziehung extrem schlechten – Vorjahr. Aber dennoch nicht groß. Deshalb können wir in diesem Jahr erneut keinen First Flush Gartentee anbieten. Die First Flush Blends und alle übrigen Tees unseres Sortiments werden wir Ihnen hoffentlich im gewohnten Umfang anbieten können. Die Lieferungen aus Indien werden allerdings deutlich später bei uns – und damit bei Ihnen – eintreffen. Die Schifffahrts- und Logistikbranche wurde durch die Corona-Wellen in Asien massiv beeinträchtigt. Allein die Corona-bedingte Schließung des chinesischen Hafens Yantian im Juni, der im Vergleich zum Hamburger Hafen pro Jahr die dreifache Menge an Containern umschlägt, hat ähnlich gravierende Auswirkungen wie die Schließung des Suezkanals nach einer Havarie im März. Es wird nach jetzigem Stand bis zum vierten Quartal 2021 dauern, bevor alle aufgestauten und umgeleiteten Container ihr Ziel erreichen. Insgesamt steigen unsere Logistik-Kosten deutlich: Sowohl die Frachtraten für den Import aus Indien als auch die Preise unseres Dienstleisters DHL für den Paketversand in Deutschland liegen spürbar höher als im Vorjahr. Trotzdem können wir durch Einsparungen an anderen Stellen die Preise für die Tees der diesjährigen Ernte konstant halten.

DIE BILANZ DES DARJEELING-TEES In Darjeeling gibt es derzeit ca 70.000 registrierte Pflückerinnen und Arbeiter. Ihr tariflich vereinbarter Jahreslohn liegt bei 73.800 Rupien pro Person. Umgerechnet ergäbe sich daraus für alle Tee-Pflückerinnen und -Arbeiter eine Lohnsumme von gut 58 Millionen Euro. Allerdings erscheinen jeden Tag nur etwa 50 Prozent der Beschäftigten zur Arbeit. Da der Grundsatz „no work – no pay“ gilt, reduziert sich das Lohnvolumen entsprechend. Real liegen die Jahreslohnkosten also bei etwa 29 Millionen Euro. Hinzu kommen die sozialen Leistungen wie Wohnung, Schule und medizinische Betreuung, die für alle registrierten Pflückerinnen und Arbeiter bereitgestellt werden. In der Summe belaufen sich diese Leistungen auf ungefähr 30 Millionen Euro pro Jahr. Zusammengenommen ist das für indische Verhältnisse ein durchaus guter Standard. Für die Teegärten beträgt der gesamte Personalaufwand also 59 Millionen Euro pro Jahr. Außerdem entstehen weitere Kosten für Transport, Technik, Energie, Lagerwesen, Versicherungen, Verwaltungen, Gebühren, Overheadkosten, Investitionen etc. Sie sind von Fall zu Fall unterschiedlich, dürften im Schnitt aber bei etwa 40 Prozent der realen Lohnkosten liegen – also weitere 11,6 Millionen Euro. Die gesamten Herstellungskosten für eine Jahresproduktion Darjeeling-Tee liegen also in etwa bei 70,6 Millionen Euro. Bei einem Gesamt-Erntevolumen im Jahr 2021 von etwa 7 Millionen Kilogramm Tee ergeben sich im Durchschnitt über alle Qualitätsstufen Produktionskosten von 10,08 Euro je Kilogramm Darjeeling-Tee.

3


DARJEELING STADT

ÖKOLOGISCHE UND ÖKONOMISCHE BRÜCHE So schwer das Jahr 2021 auch ist: Die nächsten Jahre machen uns noch weitaus mehr Sorgen. Denn ökologische und ökonomische Strukturbrüche gefährden die Teeregion Darjeeling, wie wir sie kennen.

DARJEELING STADT, MARKET STREET

4

Schon die Herausforderungen der letzten Jahre haben bei den Teeproduzenten in Darjeeling ihre Spuren hinterlassen. 2017 bedeutete der über drei Monate andauernde Generalstreik herbe Einbrüche beim First und Second Flush – gerade die beiden Haupternten sind wichtig, weil ihre Verkäufe helfen, die Wintermonate, in denen kein Tee produziert werden kann, zu überbrücken. Von den durcheinandergewirbelten Zyklen des Beschneidens und Erntens der Teebüsche haben sich einige Büsche nur langsam erholt, sodass auch 2018 kein Jahr war, in dem aus dem Vollen geschöpft werden konnte. 2019 waren Winter und Frühjahr viel zu trocken, was wie in diesem Jahr die Erntemengen des First Flush beeinträchtigte. Und 2020 wurde während der Haupterntezeit des First Flush in ganz Indien ein Lockdown verhängt. Ein Ausnahmezustand reiht sich an den nächsten. Derzeit geht auch keiner davon aus, dass in Zeiten des Klimawandels sich daran signifikant etwas ändern wird. An frühere Produktionsmengen von 10.000 Tonnen reicht Darjeeling schon lange nicht mehr heran, für 2021 wird mit 6.900 Tonnen Erntemenge gerechnet. Und als wäre all das noch nicht genug, steigen die Kosten der Produktion und die Verkaufspreise sta-

gnieren, weil es auf dem Weltmarkt ein erdrückendes Überangebot an Broken, Fannings und Dust aus anderen Anbaugebieten als Indien gibt. Vor allem aus Kenia und China kommen Tausende Tonnen niederer Blattgradierungen auf den Markt, die zu weniger als zwei US-Dollar je Kilo verkauft werden – da können die Produzenten in Darjeeling nicht mithalten. Die Folge: Etwa 40 Prozent der Gesamtproduktion Darjeelings, nämlich die niederen Blattqualitäten, sind nahezu unverkäuflich oder können nur weit unter den Produktionskosten abgesetzt werden.

A

uf den ersten Blick scheinen wir davon nicht betroffen zu sein. Schließlich kaufen wir in Darjeeling nur Tee hoher und höchster Qualität ein. Aber natürlich können wir das nur, wenn es Teegärten gibt, bei denen wir einkaufen können. Und viele der Betreiber sind in ihrer Existenz gefährdet – wer in diesen Zeiten einen Teegarten in Darjeeling kaufen möchte, wird viele finden, die ihren Garten bereitwillig verkaufen würden. Es liegt in unserem wie in Ihrem Interesse, dass der beste Tee der Welt sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig angebaut werden kann. Wir haben dazu in der Vergangenheit beigetragen – unter anderem durch unser Aufforstungsprogramm SERVE (s. Seite 6) und durch faire Einkaufspreise. Wir werden auch weiterhin unseren Beitrag leisten.


teekampagne

WIE GEHT ES WEITER MIT FAIR UND BIO?

Durch höhere Preise für die Rohware Tee lässt sich der Aufwand, eine Plantage bio-zertifiziert zu betreiben, allein nicht rechtfertigen. Der Personaleinsatz in Bio-Teegärten ist ungefähr doppelt so hoch wie in konventionell betriebenen Teegärten, die Erlöse sind es allerdings nicht und die Erntemengen erst recht nicht. Es gehört also eine große Portion Enthusiasmus für die gute Sache dazu, den Bio-Weg zu gehen. Wir werden dieses Engagement ausdrücklich unterstützen.

A

PREIS

m 1. Januar 2022 – ein Jahr später als geplant – tritt eine neue Richtlinie für Bio-Lebensmittel in der EU in Kraft. Sie sieht vor, dass nur noch Bio-Produkte aus Drittländern vermarktet werden dürfen, die nach denselben Vorgaben wie in der EU produziert werden. Es sollen zwar klimatische und traditionelle Besonderheiten berücksichtigt werden, wie das aber im Spezialfall Tee aussehen wird, ist derzeit noch nicht klar. Was sich unserer Meinung nach allerdings schon jetzt abzeichnet, Bio-Landbau wird schwieriger:

EINFACHHEIT

Die 500 Millionen Bürgerinnen und Bürger der EU stellen zwar einen bedeutenden Teil des Weltmarktes dar – aber einen immer kleiner werdenden. Von allen Produzenten weltweit zu verlangen, sich exakt an die Vorgaben dieses einen Marktes zu halten, wird von vielen Anbietern als Zumutung empfunden. Zudem lassen sich durch die feineren Messmethoden heutzutage viel leichter Pestizidrückstände aufspüren, die so klein sind, dass sie nur über Luft und Regen eingetragen worden sein können (es handelt sich dabei um Größenordnungen, die einem Stück Zucker im Bodensee entsprechen!) und nicht auf einen aktiven Einsatz unerlaubter Substanzen hindeuten.

FAIRNESS

Auch wenn eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Teegärten kritisiert, gehören Pflückerinnen und Arbeiter in Teegärten zur „organised industry“, das heißt, sie haben Rechte, um deren Einhaltung und Ausübung sie und ihre Vertreter sich kümmern. Ihre Position zu halten und zu stärken ist uns ein Anliegen.

Wir haben mit Fairtrade einen Partner, der diese Aufgabe sehr ernst nimmt und als neutrale Organisation auch Dinge erreichen kann, die wir als Kunde nur schwer beeinflussen können. Allerdings sehen wir aufgrund unserer langjährigen Vertrautheit mit den lokalen Gegebenheiten in Darjeeling und Assam auch Chancen und Risiken, die unterschiedlicher Ansätze bedürfen. Wir halten aus diesem Grund daran fest, uns mit allen unseren Produzenten gemeinsam an den (derzeit digitalen) Tisch zu setzen, um für uns gemeinsam eine Strategie festzulegen wie wir mit Herausforderungen im Hinblick auf die Verbesserungen der Lebensstandards in den Teegärten umgehen.

QUALITÄT

S

chon vor der Corona-Epidemie besaß das reichste Prozent der Menschheit mehr Vermögen als der gesamte Rest der Weltbevölkerung. Die Pandemie hat die Kluft zwischen arm und reich noch vertieft. Leidtragende sind in erster Linie Frauen und Kinder. Allein in Indien sind 91 Prozent der weiblichen Arbeitskräfte im informellen Sektor tätig. In der Pandemie verloren viele ihren Arbeitsplatz, der ihnen mehr schlecht als recht ein Überleben sicherte. In erster Linie sind es auch Frauen, die sich um Kinder kümmern, die nicht mehr zur Schule gehen konnten. Während in den Städten viele Schülerinnen und Schüler digital am Unterricht teilnehmen konnten, bedeutete Lockdown in ländlichen Gebieten, dass gar kein Schulunterricht stattfand und für einen großen Teil der Kinder damit auch die tägliche warme Mahlzeit durch die Schulspeisung wegfiel.

5


PFLEGE STATT PFLANZUNG Unser Nachhaltigkeitsprojekt „Save the Environment and Regenerate Vital Employment“ (SERVE), das wir 1992 initiierten, bis heute ausschließlich allein finanzieren und seit 1996 gemeinsam mit unserem Projektpartner WWF-India in Darjeeling durchführen, wurde durch die Corona-Pandemie natürlich ebenfalls betroffen. Von Deependra Sunar, unserem Projektleiter in Darjeeling, haben wir die Information erhalten, dass die für den 5. Juni geplante große Pflanzaktion aufgrund des Lockdowns in Westbengalen nicht durchgeführt werden konnte. Aus diesem Grund wird, sobald es wieder möglich ist, der Fokus auf die Anpflanzungen der letzten drei Jahre gelegt. Drei Jahre müssen wieder aufgeforstete Flächen überwacht und gepflegt werden, bevor die Bäumchen stark genug sind, allein klarzukommen. Auch der Fortschritt des Quellenprojekts, bei dem es darum geht, durch Regenwasserauffangtechniken natürliche Wasserquellen zu speisen, konnte nur mithilfe der App KOBO überwacht werden, weil Besuche vor Ort nicht möglich waren. Der „Himalaya Clean Up Day“ am 26. Mai konnte nur als Onlineveranstaltung dazu einladen, sich über die Beseitigung der Müllberge, die insbesondere durch Bergtourismus verursacht werden, Gedanken zu machen.

I TEA Die Informationstechnologie gilt als die zukunftsfähigste Branche Indiens. Kein Wunder also, dass auch in Darjeeling die Digitalisierung voranschreitet. Ein aktuelles Beispiel: Iris-Scanner für Tee-Pflückerinnen. Insbesondere in Darjeeling klagen viele Teegarten-Betreiber über die hohe Abwesenheitsrate der Pflückerinnen – bis zu 50 Prozent bleiben der Arbeit fern, weil sie anderswo mehr Geld verdienen können, nutzen jedoch die die sozialen Leistungen des Teegartens. Die Betreiber sind darüber natürlich nicht erfreut, würden ihnen aber auch deswegen nicht das Bleiberecht in ihren kleinen Häusern verwehren. Wo sollten die Menschen auch sonst wohnen? Damit also keine Pflückerin Lohn einstreicht für Arbeit, die sie nicht geleistet hat, nutzt man in einigen Teegärten Iris-Scanner. So wird genau erfasst, wer die gepflückten Teeblätter an den Sammelstellen abliefert. Papiersparend ist dieses Verfahren noch dazu, weil das Führen langer Listen durch elektronische Datenübermittlung entfällt. Die Pflückerin erhält jetzt sogar einen Bon zu ihrer Information und Kontrolle. Auch die wöchentliche oder zweiwöchentliche Bezahlung durch die Überreichung einer Lohntüte gehört in vielen Teegärten der Vergangenheit an. Der Lohn wird direkt einmal pro Monat auf das Bankkonto überwiesen. Viele Pflückerinnen begrüßen das sehr, weil es ihnen so viel besser möglich ist, die Ausgaben für die Familie zu steuern und sogar etwas zu sparen.

LIEFERZEITEN 2021 Die Corona-Pandemie sorgte im vergangenen Jahr dafür, dass Lieferzeiten sich zum Teil erheblich verlängerten. Damit rechnen wir auch in diesem Jahr. Derzeit gehen wir davon aus, dass alle Tees uns mit einer Verzögerung von vier bis acht Wochen erreichen werden – Sie finden die Angaben dazu auf unserem Bestellformular. In unserem Onlineshop passen wir diese Termine fortlaufend an, sobald wir über aktuelle Informationen verfügen. Wenn Sie über das Eintreffen bestimmter Teesorten benachrichtigt werden möchten, registrieren Sie sich bitte in unserem Shop im Menüpunkt „Mein Konto“. Unter dem dortigen Menüpunkt „Service Jahresbestellung“ wählen Sie aus, über welchen Teelieferzeitpunkt Sie von uns per E-Mail informiert werden möchten.

6


teekampagne

ÜBER INHALTSSTOFFE Furanfettsäure klingt nicht auf Anhieb sympathisch. Aber es lohnt sich, diesen Stoff kennenzulernen, der von Pflanzen gebildet wird und in unserem Körper freie Radikale bindet. Furanfettsäure ist im Teeaufguss enthalten und kann vom Körper aufgenommen werden. Näheres hierüber finden Sie in einer aktuellen Studie der Universität Hohenheim und des Berliner PICA-Instituts: A. Romanotto, W. Vetter et al.: Bestimmung von Furanfettsäuren in Tee und Teeaufgüssen, Berlin/Hohenheim 2021 Bei Teetrinkern schon bekannter ist der Zungenbrecher Epigallocatechingallat, kurz EGCG. Dieser Stoff gehört zur Gruppe der Catechine, die in jungen Teeblättern bis zu 30 Prozent der Blatttrockensubstanz ausmachen können. EGCG ist ein Antioxidans. Sowohl Schwarz- als auch Grüntee enthalten EGCG, Grüntee allerdings in der Regel in höherer Konzentration, da bei der Fermentierung die Catechine teilweise in Theaflavine umgewandelt werden. Der EGCG-Gehalt im Aufguss variiert je nach Anbauregion, Erntezeitpunkt und Ziehzeit. Mehr Informationen dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Epigallocatechingallat

„ICH BIN GENUSSTRINKER“ Dr. Klaus Schreiber betreibt in Stuttgart eine bekannte Praxis für Neurologie, Psychiatrie, Psychoanalyse und Psychotherapie – und ist seit 2003 Kunde der Teekampagne. Klaus Weidner, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Entrepreneurship, hat ihn damals geworben. Und heute interviewt. Herr Schreiber, seit wann sind Sie Teetrinker und Kunde der Teekampagne? Ich bin ein lebenslanger, passionierter Teetrinker, der schon fast alle bekannten Teeanbaugebiete ausprobiert hat. Tee gehört bei mir zum Tagesablauf, während der Arbeit komme ich auf mindestens 8 Tassen. Kunde der Teekampagne bin ich, seit Sie 2003 mein Patient wurden. Sie schwärmten damals so von der Teekampagne, dass ich, neugierig geworden, eine Probesendung bestellte und so angetan war, dass ich seither treuer Kunde geblieben bin. Was sind die Gründe für Ihre Treue? Ich bin von der anhaltenden Bioqualität der Teekampagne begeistert, aber auch vom glaubwürdigen Bemühen, sowohl um einen nachhaltigen und pestizidfreien Anbau in Darjeeling als auch das ressourcenschonende Handeln mit Tee bis zum Kunden. Ich empfinde die Informationen der Teekampagne als offen und ehrlich, weil sie sich nicht scheut, auch über kritische Entwicklungen vor Ort zu berichten. Im Vergleich zur nationalen und noch mehr zur internationalen Konkurrenz ist die Teekampagne ein Premiumanbieter mit erstaunlich fairen und günstigen Preisen. Welche Teesorten bevorzugen Sie? Ich bin Genusstrinker, morgens beginne ich mit dem kräftigen Second Flush, nachmittags bevorzuge ich den feinen, eleganten First Flush. Dazwischen trinke ich aber auch Grüntee, wobei ich den grünen Assam besonders delikat finde. Die Teekampagne verzichtet auf teures Marketing und lebt von den Empfehlungen zufriedener Kunden. Wie sieht es diesbezüglich bei Ihnen aus? In meiner Praxis finden Sie keinen Kaffeeautomaten, meine Mitarbeiterinnen sind im Laufe der Zeit alle Teetrinkerinnen geworden. Automatisch ergeben sich im persönlichen Gespräch auch entsprechende Empfehlungen an Patienten. Auch meine Familie folgt meinem Vorbild, meine erwachsenen Kinder decken sich bei jedem Besuch mit einem Vorrat der vorhandenen Lieblingstees ein. Insofern nehme ich jedes Jahr gerne Ihr Angebot als Sammelbesteller wahr, wovon viele profitieren. Sind Sie auch Kunde anderer Produkte der Projektwerkstatt? Bisher nicht, aber aktuell steht ein von Ihnen empfohlenes Virenschutzgerät im Wartezimmer. Dieses Produkt passt zur Teekampagne – es ist ein Markenprodukt, das durch Qualität und einen günstigen Preis überzeugt. Ohne großes Zutun meinerseits haben sich mein Steuerberater und weitere Patienten und Freunde für dieses formschöne, leise und wirksame Gerät entschieden. Welche Wünsche haben Sie zum Schluss an die Teekampagne? Bewahren Sie Ihren unbedingten Qualitätsanspruch und die besonderen Werte, die die Teekampagne von der Konkurrenz bisher unterschieden haben.

7


WARUM PROJEKTWERKSTATT? Manch einer von Ihnen wird sich fragen, warum in unserem Journal immer so hartnäckig der Name Projektwerkstatt auftaucht. Wo Sie doch höchstwahrscheinlich wegen der Teekampagne hier sind, mehr über Tee wissen wollen. Ja – am Anfang stand die Projektwerkstatt. Und eigentlich steht sie bis heute im Vordergrund.

EINFACHHEIT

PREIS

QUALITÄT

GÜNTER FALTIN

FAIRNESS

Als ich als junger Hochschullehrer an der Freien Universität in Berlin antrat, hatte ich mir geschworen, Ökonomie anders lehren zu wollen, als ich es selbst als Student erfahren hatte. Weniger unrealistische Annahmen, weniger Denken in abstrakten Modellen, weniger Mathematik. Dafür aber näher an den Menschen, näher an ihrem wirklichen Verhalten, vor allem aber eine Ökonomie, die nicht nur in Gewinnmaximierung denkt und rücksichtslos mit Naturverbrauch umgeht. Sondern eine Ökonomie, wie sie sich viele Menschen wünschen, ja, ich würde sogar behaupten, die meisten Menschen. Eine Ökonomie, die die Maximierung der Qualität und Haltbarkeit von Produkten an die oberste Stelle setzt – aber auch den Umgang mit Menschen, vor allem denjenigen in den Ländern der Dritten Welt. Eine solche Ökonomie schien mir zum Greifen nahe. Nichts steht ihr entgegen, wenn man statt der Maximierung der Gewinne die genannten Ziele an die erste Stelle setzt.

Ja, ich hörte das Argument, immer wieder und bis heute: Wer sich sozialer verhalte als seine Mit-Wettbewerber, scheide in der gnadenlosen Konkurrenz aus. Merkwürdig nur, dass es in der Praxis viele Gegenbeispiele gab und gibt. Dass sich nicht der brutalere durchsetzt, sondern der überzeugendere. Nicht immer, aber immer öfter. Nicht der Kapitalist alten Schlags, Anton Schlecker, setzte sich mit seiner Drogeriekette durch, sondern Götz Werner mit seinen DM-Drogerien. Mein eigenes großes Vorbild war die Migros mit ihrem Gründer Gottlieb Duttweiler in der Schweiz, ein Unternehmen, das ich als Student kennengelernt hatte. Höchste Qualität, fair zu allen Beteiligten und vor allem auch fair zur Natur – das wollte ich nicht nur lehren, sondern auch ganz praktisch vorführen. Also ein Unternehmen gründen und zeigen, dass es funktioniert. So entstand die Teekampagne. Aber es ging eben nicht nur um Tee, sondern darum zu zeigen, dass eine bessere Ökonomie tatsächlich möglich ist. Und nicht als utopische Vorstellung abgetan werden kann. Damals, im Gründungsjahr der Teekampagne, 1985, dachte ich, ich könnte mit meinen Studenten jedes Jahr ein neues Unternehmen gründen. Universität als Werkstatt für neue ökonomische Projekte – Projekte der etwas anderen unternehmerischen Art. Nicht der kapitalistisch-brutalen Art folgend, sondern einem Verständnis von Unternehmertum, das sich andere Ziele setzt, als den maximalen Gewinn herauszuholen. Aber wie das so ist, wenn man sich auf die Praxis einlässt, ist es dann doch viel zeit- und arbeitsaufwändiger als gedacht. Immerhin gab es mehrere solcher Gründungen, aber der Erfolg der Teekampagne stellte die anderen in den Schatten. So kam es, dass die Projektwerkstatt immer im Hintergrund stand, obwohl sie eigentlich das Hauptthema war. Aber die Zeit ist reif, den ursprünglichen Gedanken einer anderen, sensibleren und zukunftsfähigeren Ökonomie wieder in den Vordergrund zu stellen und nicht bei der Teekampagne stehenzubleiben. Ich hoffe, dass es uns mit diesem Journal gelingt, Sie mit unserem Vorhaben vertraut zu machen und zu überzeugen. Dass es Sinn macht, mit unseren Geldscheinen täglich darüber abzustimmen, welche Ökonomie wir uns für die Zukunft vorstellen.

projektwerkstatt 8


GESUNDE LUFT UND GUTE ÖKONOMIE

A

ls wir im letzten Juli das Journal 2020 in die Druckerei schickten, ahnte keiner von uns, dass wir uns bald in eine völlig neue Branche wagen würden. Aber schon drei Monate später erblickte unser erstes Produkt in dieser Branche das Licht des Marktes: der Luftreiniger „Virenfänger“. Dies ist seine Geschichte. Es war einer von vielen, vielen Presseartikeln über das Corona-Virus, der Anfang August Günter Faltin auf eine Idee brachte. Der Münchner Professor Christian Kähler hatte herausgefunden, dass mit Luftreinigern die Aerosol-Konzentration in geschlossenen Räumen auf einem so niedrigen Niveau gehalten werden kann, dass eine Infektion via Aerosole praktisch ausgeschlossen ist. Und diese Aerosole waren der Haupt-Risikofaktor für die Übertragung des Corona-Virus in Innenräumen. Da hatte also ein Wissenschaftler etwas entdeckt, was die Infektionswellen bremsen und die Zeit bis zur rettenden Impfung überbrücken konnte. Aber dafür würden die entsprechenden Geräte gebraucht werden – mit Luftfiltern der HEPA-14-Qualitätsstufe, um die Viren auch zuverlässig aus der Raumluft zu entfernen. Aber solche Geräte waren praktisch nicht aufzutreiben. Kein Wunder, HEPA 14 wurde bis dahin allenfalls in Krankenhäusern, Flugzeugen oder bei Asbestsanierungen verwendet. Hier ergab sich eine ideale Gelegenheit, um mithilfe von Entrepreneurship ein gesellschaftliches Problem zu lösen. Wir mussten keine neue Technik entwickeln – die gab es schon. Wir mussten sie nur an ein neues Anwendungsgebiet anpassen. Und wir mussten dafür kein neues Unternehmen gründen – die Projektwerkstatt gab es ja schon. Wir mussten nur den richtigen Spezialisten finden, der in der gebotenen Schnelligkeit dafür ein neues Produkt her-

stellen konnte. „Gründen mit Komponenten“, nennen wir das, und es ermöglicht eine extrem schnelle Entwicklung, bei gleichzeitig geringem Investitionsaufwand und damit geringem eigenen Risiko. Keine zwei Monate nach dem ersten Anstoß war unser Virenfänger der ersten Generation auf dem Markt. Noch in Kleinserie, aber mit allen Merkmalen eines Ideenkinds der Projektwerkstatt: Bestmögliche Qualität – mit HEPA-14-Technologie und exakt den Forschungsergebnissen von Prof. Kähler entsprechend. Günstiger Preis – als erstes Gerät in seiner Leistungsklasse war der Virenfänger zu einem Preis von unter 1000 Euro erhältlich. Der Markt, den wir im Herbst 2020 als Pionier mit erschlossen haben, wurde in der Folge mit qualitativ schlechten Geräten überflutet. Das hat leider zu Verwirrung bei vielen Konsumenten geführt. Deshalb haben wir uns jetzt mit Mann + Hummel verbündet, dem deutschen Weltmarktführer für Filtertechnologie mit 20.000 Beschäftigten im In- und Ausland. Das Unternehmen hat, angeregt durch uns, ein kleines Gerät der zweiten Generation entwickelt, das höchsten Qualitätsansprüchen genügt und zudem handlicher, leiser und preiswerter ist. Es beseitigt nicht nur Viren und Feinstaub PM2,5 (kleiner als 2,5 Mikrometer) – auch den noch weitaus gefährlicheren Ultra-Feinstaub (kleiner als 0,1 Mikrometer) entfernt es zuverlässig. Wir bleiben Entrepreneure. Und als solche können wir Ihnen die beste Qualität an Luftreinigung zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Denn auch nach der Pandemie bleibt gesunde Luft ein wichtiges Thema – vom Wohnbis zum Wartezimmer, vom Gast- bis zum Klassenraum.

Virenfreie Luft Geschlossene Räume werden schnell und nachhaltig von Aerosolen und damit von Viren und Feinstaub befreit. Leise und leicht Mit 42 dB Geräuschpegel das leiseste Gerät seiner Klasse und mit 11 kg Gewicht das leichteste. Günstiger Preis Der Luftreiniger MANN+HUMMEL OurAir SQ 500 ist mit 790 € (inkl. 19% MwSt.) das preiswerteste Gerät in dieser Leistungsklasse.

www.virenfaenger.de

9


DIE IDEENKINDER DER PROJEKTWERKSTATT

Aus diesen vier Säulen der Unternehmensphilosophie ergeben sich weitere Maximen der Unternehmensführung. Hier seien nur drei der wichtigsten aufgeführt: Ressourcensparendes statt ressourcenfressendes Marketing: Wir brauchen keine Werbung, die vorgibt zu informieren, aber in Wirklichkeit desinformiert. Wir brauchen keine Reklame, die unsere Umwelt verschandelt. Wir brauchen keine Marken, die vorgeben, Qualitätsstandards zu sichern, aber in Wirklichkeit uns einlullen und Transparenz und Wettbewerb behindern. Transparenz des Produkts – Rückverfolgbarkeit bis zum Ursprung: Unser Verständnis von Transparenz umfasst alle Bereiche der Ökonomie: Transparenz der Produktqualität, Transparenz der Lieferkette, des Ressourcenverbrauchs, des ökologischen Rucksacks, des Marketing-Rucksacks, vor allem aber auch Transparenz der Preiskalkulation. Transparenz der Kalkulation: Wir legen die Konditionen unserer Hersteller offen, genauso wie unsere eigenen Kosten – und auch und gerade, ob und was für uns dabei herausspringt.

Im Zentrum der Projektwerkstatt steht eine Philosophie. Und diese Philosophie steht auf vier Säulen: Höchstmögliche Qualität des Produkts: Niemand kauft gerne ein schlechtes Produkt. Und es sollte auch niemand gerne ein schlechtes Produkt verkaufen. Und wer es doch tut, hat auf dem Markt nichts zu suchen. Fairness zu allen Beteiligten: Zur Natur, zu den Herstellern, zu den Beschäftigten und insbesondere auch zu den Kunden. Trotzdem günstiger Preis: Die Forderung nach Qualität, Fairness und Umweltverträglichkeit trifft auf hohe Zustimmung. Aber das genügt nicht. Erst in Verbindung mit gleichbleibenden oder gar günstigeren Preisen, mit Führerschaft im Preis-Leistungs-Verhältnis kann daraus eine erfolgreiche, bessere Ökonomie werden. In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung. Kompliziert kann jeder. Einfach nicht.

Wer heute gute Produkte herstellt, verantwortungsvoll mit den Menschen und der Natur handelt sowie Einsparungen dort vornimmt und ausdrücklich propagiert, wo sie sinnvoll sind und dies auch überzeugend und transparent kommunizieren kann, hat gute Chancen, im Wettbewerb zu bestehen. Theoretisch ergibt sich daraus: Was immer zu diesen Prinzipien und Maximen passt, passt auch zur Projektwerkstatt. Und praktisch entwickeln sich daraus immer wieder Ideenkinder. Wir stellen sie hier vor. Ein Anfang. Noch lange nicht das Ende. Mit aufgenommen ist auch die jüngste der Beteiligungen der Projektwerkstatt: Medmin, eine Art Komponentenportal für Arztpraxen (www.medmin.de). Wo wir eine Nähe in der Philosophie sehen und auch selbst etwas zu einer Unternehmung beitragen können, müssen wir nicht alles selber machen, sondern können auch die Ideenkinder von anderen unterstützen. Daraus kann auch weit über die Start-up-Phase hinaus eine harmonische Beziehung werden: Mit der ältesten unserer Beteiligungen, dem Olivenöl-Anbieter Zait (www.zait.de), sind wir jetzt schon im 20. Jahr verbunden – und kein Ende in Sicht. www.projektwerkstatt.com

1996

1985

10

TEEKAMPAGNE

THE WATERHYACINTH CHAIR

Das älteste und erfolgreichste unserer Ideenkinder ist fast schon erwachsen auf die Welt gekommen. Aus einem Universitätsprojekt machte Prof. Günter Faltin in kurzer Zeit den weltweit größten Importeur von Darjeeling-Tee. Wichtigstes Produkt damals wie heute: Darjeeling First Flush, der Champagner unter den Tees. Ebenfalls im Sortiment: Second Flush, Earl Grey und Grüntee aus Darjeeling sowie Schwarz- und Grüntee aus Assam – sämtliche in Bio-Qualität.

Überall in tropischen Ländern ist die Wasserhyazinthe ein Problem: ein Unkraut, das in Flüssen und Seen wuchert und die Gewässer verstopft. Die thailändische Designerin Khun Tük nutzte das Unkraut als Rohstoff für einen Sessel aus WasserhyazinthenStängeln. Da sich Khun Tük kürzlich zur Ruhe gesetzt hat, wird diese Produktlinie nach 25 erfolgreichen Jahren auslaufen.

www.teekampagne.de

www.waterhyacinth.de


projektwerkstatt

2007

2014

CO2-KAMPAGNE

KOMPONENTENPORTAL

Der Name klingt, als sei er gerade von Klimaschützern erfunden worden. Die Projektwerkstatt war damit schon vor 14 Jahren am Start. „Wir machen Energiesparlampen preiswerter", hieß das Motto der Kampagne, die dazu beitrug, der neuen Lichttechnologie den Weg in den Massenmarkt zu ebnen. Diese CO2-Kampagne wurde 2009 beendet. Aber man könnte sie neu erfinden, oder?

Die Arbeit mit Komponenten ermöglicht es Entrepreneuren, von Beginn an in Konkurrenz mit markterfahrenen Mitanbietern zu treten. Komponenten schaffen Freiräume, um sich auf die Entwicklung des Entrepreneurial Design und die Weiterentwicklung des Unternehmens zu konzentrieren. Sie verringern Gründungsrisiken und machen Wachstum besser beherrschbar. Das Komponentenportal bietet eine einzigartige Plattform mit Bausteinen, die sich nach eigenem Bedarf zusammenstellen lassen.

www.co2kampagne.de

www.komponentenportal.de

2017

2019

RATIODRINK

RATIOPUTZ

Die meisten handelsüblichen Fruchtsäfte werden aus Konzentrat hergestellt, dem der Abfüller Wasser hinzufügt. Mit Ratiodrink werden Sie zu Ihrem eigenen Abfüller, anstatt im Laden viel Wasser und wenig Konzentrat einzukaufen. Zur Produktpalette gehören unter anderem Apfel, Birne, Orange und Traube in Bio-Qualität. Je nach eigenen Mischungsvorlieben werden aus der 1,5-Liter-Box Ratiodrink 7 bis 12 Liter köstlicher Fruchtsaft.

Bei Ratioputz wird das KonzentratPrinzip auf Reinigungsmittel angewendet. Mit nur fünf Produkten werden alle Bedürfnisse der Wohnungsreinigung abgedeckt: Allzweck, Boden, Glas, Bad, WC. In den dauerhaft verwendbaren Flaschen können Sie immer wieder neu Reinigungskonzentrat und Leitungswasser im Verhältnis 1 zu 9 mischen. Das Ratioputz-Versandmodell vermeidet zudem die hohen Nebenkosten des Einzelhandels.

www.ratiodrink.de

www.ratioputz.de

2020

2019 MEDMIN

DER VIRENFÄNGER

Die Entrepreneurin Harriet Kollmann möchte Ärzten und Ärztinnen wieder mehr Zeit fürs Wesentliche geben. Für alle nichtmedizinischen Aufgaben rund um die Praxis, von Praxisorganisation über Personalführung bis zur Abrechnung verfügt Medmin über ein Netzwerk von Experten mit Passion und Erfahrung. Damit sich Mediziner ganz auf das Wohl ihrer Patienten – und ihrer Familie – konzentrieren können.

Dieser Luftreiniger entfernt mit HEPA-14-Technologie Viren und Feinstaub aus Innenräumen. Und das leise im Betrieb, sparsam im Verbrauch und einfach in der Handhabung. Mit einem Gerät können Räume bis 40 Quadratmeter virensicher gemacht werden, also etwa Wohn- oder Wartezimmer. Für Klassenräume zum Beispiel empfiehlt sich die Anschaffung von zwei Virenfängern.

www.medmin.de

www.virenfaenger.de

11


ÖKOLOGISCHERE WIRTSCHAFT OHNE HEISSE MARKETING-LUFT

W

ir können unseren Ressourcenverbrauch weltweit um 5 bis 10 Prozent reduzieren, ohne dabei auf irgendetwas verzichten zu müssen. Außer auf Teile des Marketings. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Der teure Schein“ der Stiftung Entrepreneurship, die im Juni 2021 publiziert wurde. Erstmals überhaupt wurde in dieser Studie untersucht, wie groß der Marketing-Rucksack ist, der den Produkten aufgebürdet wird. Dieser Begriff, von Stiftungsgründer Günter Faltin in Anlehnung an den „ökologischen Rucksack“ geprägt, bezeichnet diejenigen Marketing-Aufwendungen, die über die Produktionskosten und das Auf-den-MarktBringen hinaus anfallen. „Zu einer besseren, sanfteren, ökologischeren Welt kommen wir am einfachsten, indem wir überflüssige Marketing-Luft aus den Preisen lassen", sagt Prof. Faltin. In der Ökonomie wimmelt es zwar von Analysen aller Art, und jeder Konzern publiziert jedes Jahre dicke Geschäftsberichte; dennoch gibt es bislang keine belastbaren Daten, die eine Berechnung oder auch nur eine Abschätzung des Marketing-Aufwands erlaubten. Die Studie, verfasst von Prof. Christian Kreiß und Detlef Gürtler, stellt einen ersten Schritt dar, um diese Datenlücke zu füllen. Dabei werden drei Berechnungsmethoden verwendet: Der Preisaufschlag-Ansatz erfasst innerhalb einer Produktkategorie die Preisunterschiede zwischen No-Name-Produkten und Markenartikeln. Den Preisaufschlag kann man als Marketing-Rucksack bezeichnen, denn die höheren Kosten der Markenartikel kommen ja gerade dadurch zustande, dass eine Marke aus dem jeweiligen Produkt gemacht wird. Besonders groß fällt dieser Aufschlag naturgemäß bei intensiv beworbenen Markenartikeln aus. In der Studie wurden hierfür unter anderem Coca-Cola und Nivea-Creme untersucht. Das Ergebnis zeigen die Abbildungen auf Seite 13: Bei Nivea ist dieser Rucksack etwa doppelt so groß wie die eigentlichen Herstellungskosten, bei Coca-Cola sogar dreimal so hoch. Der Herstellungskosten-Ansatz schätzt aufgrund bekannter Daten, etwa den Bestandteilen eines Produkts oder den Angaben im Geschäftsbericht, wie hoch die jeweiligen Herstellungskosten sind. Diese werden dann mit der Gesamtbilanz des Unternehmens oder mit dem Endpreis des Produkts verglichen. Am Beispiel von Pesto alla Genovese zeigt sich, dass der Preis des

Markenprodukts von Barilla zwar in etwa dem entspricht, was man selbst beim Einkauf der Originalzutaten bezahlen würde – dass aber Barilla für sein Pesto weit billigere Zutaten verwendet. Der Marketing-Rucksack ist schwerer als alle Zutaten zusammengenommen. Der gesamtwirtschaftliche Ansatz schätzt die Größenordnung des Marketing-Rucksacks anhand volkswirtschaftlicher Gesamtdaten. Die Studie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass der Marketing-Rucksack in Deutschland etwa 200 bis 400 Milliarden Euro schwer ist – und global eine Größenordnung von 5000 Milliarden Dollar erreicht. Das entspricht einer Größenordnung zwischen fünf und zehn Prozent des BIP, also der gesamten Weltwirtschaftsleistung.

Die Chance für eine Abrüstungsdividende Wir können uns eine Marketing-„Abrüstungsdividende" vorstellen. Das Verkleinern des Marketing-Rucksacks bietet eine große Chance, national wie global den Ressourcenverbrauch zu senken. Nicht einmalig und schmerzhaft, wie in der Pandemie, sondern dauerhaft und sanft. Aber wie lässt sich das erreichen? Diejenigen Firmen, deren Geschäftsmodell auf Aufblähung ausgerichtet ist, werden kaum freiwillig den ersten Abrüstungsschritt machen. Hier müsste von oben eingegriffen werden, etwa durch Werbebeschränkungen oder das Festlegen von Nachhaltigkeitszielen, die den Ressourcenaufwand begrenzen. Ein attraktiverer Weg, den Marketing-Rucksack zu verkleinern, sind neue Unternehmen. Denn die meisten Gründer starten mit einem geringeren Marketingaufwand – sie hätten gar nicht die Mittel, um in einer Materialschlacht gegen Marken-Goliaths zu bestehen. Statt dessen setzen sie oft „Waffen des David" ein, etwa ihre Authentizität. Und das spart Ressourcen. Der Königsweg zu einem kleineren Marketing-Rucksack aber sind: die Konsumenten. Sie entscheiden mit ihren Einkäufen, welche Geschäftsmodelle erfolgreich sind. Die Projektwerkstatt plant deshalb eine Vertriebsplattform, die für alle Produkte offen ist, die dieser Philosophie folgen. Spätestens 2022 soll sie starten, ein Testlauf könnte bereits in diesem Jahr stattfinden. Der Name für diese Plattform ist gleichzeitig auch ihr Programm: Kopf schlägt Kapital. Download der Studie: www.entrepreneurship.de/artikel/der-teure-schein

12


entrepreneurship

MARKETING-RUCKSACK VON COCA-COLA

MARKETING-RUCKSACK VON PESTO ALLA GENOVESE

MARKETING-RUCKSACK VON NIVEA

13


ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN Über Transparenz und Sichtweisen in Kunst und Entrepreneurship

© STUDIO MAIX MAYER

Von Thomas Fuhlrott

E

ntrepreneurship als künstlerische Tätigkeit, der Entrepreneur als Künstler. Dieser Gedanke liegt allen Unternehmungen der Projektwerkstatt zugrunde. Auch wenn die Welten von Wirtschaft und Kunst kaum zusammenpassen – für die Welten von Entrepreneurship und Kunst gilt das Gegenteil. „Unser wahres Analphabetentum ist das Unvermögen, kreativ schöpferisch tätig zu sein“, sagte der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser. Unsere Vorstellungskraft, unsere Ideen, die Kombination von Gedanken sind unbegrenzt. Bislang gibt es keinen Beleg dafür, dass unserer Kreativität Grenzen gesetzt sind. Der Publizist Bernd Guggenheimer war der Überzeugung, erst die Kunst ermögliche hinter der Welt des Faktischen die gewaltige Welt des Möglichen. Eine Welt mit unentdeckten Potenzialen und möglichen Irrtümern. Doch was sehen Künstler und Künstlerinnen, was andere nicht sehen? Im Gegensatz zu realen Prozessen, zu Bewertungen von Qualität, Preis oder Funktionalität wirkt Kunst emotional, virtuell oder transzendent. Als Mittel der Kommunikation offenbarte Kunst oft, was nicht gesagt oder gezeigt werden durfte. Kunst überwindet jedes Gefängnis, sie zeigt uns die Vergangenheit und weist in die Zukunft. Eine spezifische Art gesellschaftliche Prozesse sichtbar, sprich transparent zu machen, entwickelte der durch nationale und internationale Ausstellungen bekannte Leipziger Künstler Maix Mayer. Während wir allgemein davon ausgehen, jede Gegenwart habe ihre Vergangenheit, schaut Maix Mayer genauer hin. Ihn interessiert, wie man sich in der Vergangenheit, als diese noch Gegenwart war, die Zukunft, also die heutige Gegenwart, vorstellte. Bevorzugter Gegenstand seiner Arbeiten ist die Architekturgeschichte der 1960er und 1970er Jahre, eines Zeitraums seiner eigenen Jugend und persönlichen Erfahrung. Mit Erstaunen stellen wir beim Betrachten der Arbeiten fest: Die Bilder von der Zukunft, im Hier und Jetzt angekommen, entsprechen oft nicht den damaligen in der Architektur manifestierten sozialen, kulturellen, ökonomischen und politischen Visionen. Zwischen diesen Zeitpolen macht Maix Mayer Prozesse sichtbar, die an vielen Stellen völlig anders liefen als gedacht und eine gewisse Unplanbarkeit von Zukunft aufzeigen. Jeder, der schon einmal einen Businessplan gemacht hat, wird diese Erkenntnis bestätigen können. Aber bleiben wir aus aktuellem Anlass noch einen Moment bei Maix Mayer. Den meisten von uns sind Videokonferenzen mit Software wie Teams oder

14

Zoom inzwischen vertraut. Für Besprechungen, Vorlesungen, Seminare, Verkostungen oder das Gespräch mit Freunden sind sie zu einem Teil unseres Lebens geworden. Oft gestatten uns die Bilder auf dem Bildschirm einen flüchtigen Blick in das private Umfeld der Teilnehmenden, eine Wand, ein Möbelstück, eine Zimmerdecke oder ein Fenster, oft mit ungünstigem Gegenlicht. Beliebt sind auch Hintergründe von Traumstränden oder der Blick in den Weltraum. In einem dieser Zoom-Treffen äußerte ein gemeinsamer Freund sein Bedauern darüber, dass seit vielen Monaten alle Schwimmbäder geschlossen seien. Sofort kam Maix Mayer eine Idee. Er verschickte an alle Freunde das Bild eines Schwimmbades und zwar eines besonderen: des wirklich beeindruckenden Pools des Cliff Hotels in Sellin auf Rügen. Kein Wunder, handelt es sich hier doch um das Werk des Ingenieurs und Architekten Ulrich Müther. Dessen Markenzeichen waren Schalenkonstruktionen aus Beton, mit denen Müther, für die DDR unüblich, seinen Gebäuden schon in den 1960er Jahren avantgardistische Formen verlieh. Vor diesem Hintergrund trafen wir uns alle mit Schwimmbrille, und so entstand mit den Screenshots des Zoom-Meetings die Dokumentation „zoom ein – zoom aus“ als Geschenk und Trost für den verhinderten Schwimmer, als Erinnerung an gemeinsame virtuelle Abende und als schönes Beispiel, wie Kunst unseren Alltag immer wieder verändern kann. Maix Mayer geb. 1960 lebt und arbeitet in Leipzig, vertreten durch die Galerie eigen + art, Berlin, Leipzig http://artbook.studio

© STUDIO MAIX MAYER


entrepreneurship

DER SUMMIT DER TRANSPARENZ „Die Große Transformation" – so lautete der Titel des Entrepreneurship Summits im Jahr 2020. Diese Große Transformation ist nicht in ein paar Monaten erledigt. Sie hat gerade erst begonnen. Auf dem 14. Entrepreneurship Summit in Berlin begleiten wir sie weiter. Vom 22. bis 24. Oktober 2021 lautet das Thema: „Die Große Transformation – Transparenz-Offensive“. Denn nur eine transparente Ökonomie ist auch eine gute Ökonomie. Je mehr die Menschen darüber wissen können, wie ein Unternehmen arbeitet, wie ein Produkt hergestellt wird, desto besser können sie ihre Werte und ihren Konsum in Einklang bringen. Eine Transparenz-Offensive führt zu mehr Fairness und zu mehr Nachhaltigkeit – und damit nicht nur zu einer besseren Ökonomie, sondern auch zu einer besseren Gesellschaft.

M

ehr Transparenz bedeutet eine Ökonomie, die man durchschaut, und die der Einzelne auch beurteilen kann. Hohe Transparenz würde dazu beitragen, dass sich die besten Produkte am Markt durchsetzen. Ökonomische Aktivitäten sollten auf Werten basieren, den Menschen dienen und die Ressourcen schonen. Transparenz hilft uns – und Ihnen – dabei, solche Werte zu erkennen und diese Werte auch zu leben.

besser können sie ihre Werte mit ihrem Konsum in Einklang bringen – ihre Geldscheine als Stimmzettel für eine bessere, fairere Ökonomie einsetzen. Die Transparenz-Offensive schafft Chancen für Entrepreneure. Aber sie braucht eben auch Entrepreneure, die diese Chancen nutzen. Die die Alternativen schaffen, aus denen eine bessere Ökonomie, eine bessere Gesellschaft, eine bessere Welt entstehen können. Mit diesen Entrepreneuren wollen wir beim Entrepreneurship Summit reden, streiten, denken, machen, lachen. Nach dem komplett digitalen Summit im vergangenen Jahr wird „Die Große Transformation – Transparenz-Offensive“ dieses Jahr sowohl digital als auch analog stattfinden. Wie das Hygienekonzept für den Veranstaltungsort, den Henry-Ford-Bau der Freien Universität im Oktober aussehen wird, war bei Drucklegung dieses Journals noch nicht klar. Bitte informieren Sie sich hierüber sowie über das detaillierte Programm auf www.entrepreneurship.de/summit. Dort können Sie sich für die Teilnahme am digitalen und/oder analogen Summit anmelden.

Je transparenter eine Branche ist, desto bessere Chancen bestehen für die Anbieter mit den besten Produkten. Und damit gilt auch: desto bessere Chancen für Entrepreneurship. Denn dann reicht ein einziger Entrepreneur, eine ganze Branche umzukrempeln. Bessere Qualität, besseres Preis-Leistungs-Verhältnis setzen sich durch – die Konkurrenz muss folgen, wenn sie nicht einen Großteil ihrer Kunden verlieren will. Je transparenter eine Ökonomie ist, desto fairer und nachhaltiger wird sie auch sein. Denn je mehr die Menschen darüber wissen können, wie ein Unternehmen arbeitet, wie ein Produkt hergestellt wird, desto

15


2001

DIE STIFTUNG ENTREPRENEURSHIP UND IHRE IDEENKINDER

2008 ENTREPRENEURSHIP SUMMIT Seit 2008 findet jedes Jahr an einem Wochenende im Oktober der Entrepreneurship Summit statt. Im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin kommen dafür 1500 Entrepreneure, Gründer, Gründungswillige und Interessierte zusammen, um sich auszutauschen, um zu diskutieren, um andere zu inspirieren und sich inspirieren zu lassen. Mehr als 100 Experten sind beim Summit dabei: in Workshops, in Impulsgruppen und bei Keynotes. Einen Einblick in die bisherigen Summits ermöglicht der Youtube-Kanal EntrepreneurshipTV. https://www.youtube.com/user/EntrepreneurshipTV www.entrepreneurship.de/e-summit

2014 CITIZEN ENTREPRENEURSHIP COMPETITION

ENTREPRENEURSHIP MASTERCLASS

Dieser Wettbewerb wurde 2014 auf dem UNESCO Youth Summit in Paris gestartet und wird seitdem jährlich veranstaltet. Jeder Weltbürger ab 13 Jahren kann Ideen und Projekte vorschlagen, deren Umsetzung zum Erreichen der 17 UN Sustainable Development Goals beitragen. Der Wettbewerb hat ein ausdrücklich diskursives Format: Auf der Online-Plattform Entrepreneurship Campus diskutieren und arbeiten die Teilnehmer gemeinsam an ihren Projekten. Zudem steht ihnen dort Schulungsmaterial zur Konzeptentwicklung und Unternehmensgründung zur Verfügung. Aus den von der Community am besten bewerteten Konzepten kürt eine hochkarätige Expertenjury drei Gewinner pro Kategorie.

Basierend auf Prof. Günter Faltins langjähriger Erfahrung in der Entrepreneurship-Lehre und beim Aufbau erfolgreicher Unternehmen wurde die Entrepreneurship Masterclass entwickelt. Sie startet jeweils im Oktober mit dem Entrepreneurship Summit und endet ein Jahr später mit dem darauffolgenden Summit. Die Teilnehmer werden dabei unterstützt, die zu ihrer Person stimmigen Potenziale zu entdecken, Sinn für sich und die Gesellschaft zu stiften, ganz praktisch an ihren eigenen Ideen zu arbeiten und daraus ein Unternehmen zu gründen. Zudem erhalten sie die Möglichkeit, ihr Entrepreneurial Design beim Proof-of-ConceptWettbewerb während des Summits zu testen.

www.entrepreneurship.de/youth-citizen-entrepreneurshipcompetition

www.entrepreneurship.de/masterclass

V

or exakt 20 Jahren wurde die Stiftung Entrepreneurship mit einem Kapitalstock von einer Million D-Mark von den Professoren Günter Faltin (80 %) und Dietrich Winterhager (20 %) errichtet. Als Gesellschafter der Projektwerkstatt GmbH stellen sie seit 2001 auch alle Ausschüttungen aus dem Unternehmen der Stiftung Entrepreneurship zur Verfügung. Von Beginn an ging es der Stiftung darum, ein Verständnis von Entrepreneurship zu fördern, das mit kreativen Konzepten zu einer besseren, menschlicheren Ökonomie beiträgt. So heißt es in der Satzung vom 10. Dezember 2001: „Entrepreneurship bietet die Chance, mit unkonventionellen Ideen und Sichtweisen zu arbeiten und gerade damit erfolgreich am Wirtschaftsleben teilzuhaben und etablierte Strukturen aufzubrechen. Solche Ansätze entstehen selten im Betriebsalltag. Schöpferisches Handeln braucht ein kreatives Umfeld, wie es eher für die Tätigkeit des Künstlers typisch ist." Genau dieser Entrepreneur neuen Typs soll durch die Stiftung gefördert werden: „Eine Kultur des Unternehmerischen bezieht bewusst auch Personen ein wie Künstler, Außenseiter oder engagierte Mitmenschen, die bisher in der Welt der Wirtschaft weder für sich Handlungschancen sahen, noch als Anreger und Akteure geeignet erscheinen." Die Stiftung Entrepreneurship wird in ihrer Arbeit von einem hochkarätigen Kuratorium begleitet. Schon seit der Gründung im Jahr 2001 Mitglied im Kuratorium ist Prof. Muhammad Yunus aus Bangladesch, der Friedensnobelpreisträger von 2008.

16

2016

Um die Stiftung langfristig auf ein starkes finanzielles Fundament zu stellen, planen die Stiftungsgründer, ihre Unternehmensanteile an der Projektwerkstatt vollständig auf die Stiftung zu übertragen. www.entrepreneurship.de/stiftung-entrepreneurship

IMPRESSUM Herausgeber und Konzeption: Projektwerkstatt, Gesellschaft für kreative Ökonomie mbH Redaktionelle Leitung: Detlef Gürtler Chef vom Dienst: Klaus Weidner Mitarbeit: Kathrin Gassert, Thomas Räuchle-Gehrig, Thomas Fuhlrott, Oliver Törner Gestaltung: hundertmark - Agentur für Kommunikation, Berlin Bilder: Projektwerkstatt, Stiftung Entrepreneurship, Thomas Fuhlrott, Tim Hüfner on unsplash, Dominik Lückmann on unsplash, Pahala Basuki on unsplash Anschrift: Pasteurstraße 6–7, 14482 Potsdam-Babelsberg Telefon (0331) 74 74 74, Telefax (0331) 747 47 17 www.teekampagne.de, www.projektwerkstatt.com Das Journal wurde gedruckt auf Kriebcoat Superior bulk, zertifiziert nach FSC Recycled Credit. 100 Prozent klimaneutral gedruckt mit Evers-ReForest durch die Beteiligung an Erstaufforstungsprojekten in Schleswig-Holstein.


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook