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Journal Teekampagne 2018

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2018

projektwerkstatt TEEKAMPAGNE

EDITORIAL Niemand wäre in den 1950er Jahren auf die Idee gekommen, von der Ausbeutung deutscher Arbeitnehmer zu sprechen, obwohl die Löhne in Deutschland viel niedriger waren als etwa in den USA. Das deutsche Wirtschaftswunder basierte seinerzeit in Teilen auch auf diesem Lohnunterschied. Und doch erleben wir immer wieder, dass die indischen Löhne in den Teegärten mit deutschen Löhnen verglichen werden. Ein solcher Vergleich ist in mehrfacher Hinsicht unzulässig. Zum einen sind die Lebenshaltungskosten völlig andere als in Deutschland, zum anderen befindet sich das Land Indien in einem anderen Entwicklungsstadium. Sogar innerhalb Indiens gibt es große Unterschiede. So erleben wir in Assam gerade eine ähnliche Situation wie in Darjeeling vor 30 Jahren. Wenn man einen vernünftigen Vergleich führen will, dann sollte man die Bedingungen innerhalb der Teegärten mit denen außerhalb vergleichen – und da schneiden die Teegärten recht gut ab: Mietfreie Häuser mit kleinen Gärten zur Selbstversorgung für die Pflückerinnen und ihre Familien, kostenlose medizinische Versorgung und Schulen, die von den Teeplantagen getragen werden, sind Standard. Und wie engagiert sich die Teekampagne, um die Lebensbedingungen in den Teegärten weiter zu verbessern? In den letzten Jahren sind wir dazu übergegangen, ausschließlich Tees von Plantagen zu erwerben, deren Management wir gut kennen. Bei denen wir zuverlässig darauf vertrauen können, dass sie führend im Bio-Anbau sind und Standards in der fairen Gestaltung der Arbeitsbedingungen für ihre Pflückerinnen setzen. Die Teekampagne hat kontinuierlich jedes Jahr die Einkaufspreise erhöht. Auch dann, wenn die Preise für Darjeeling-Tee insgesamt rückläufig waren. Wir vereinbaren die Abnahmemenge und den Preis jeweils im Voraus für die kommende Ernte, um den Teegärten Planungssicherheit zu geben.

INHALT Darjeeling trifft auf Bergamotte „Die Teekampagne hilft enorm“ - Interview Gautam Mohan Darjeeling First Flush Gartentees Tonganagaon Teeplantage Der lange Weg des Tees zu uns Fair gehandelt Teepreiserhöhung GLS Bank – Die etwas andere Bank S.E.R.V.E. , Assam, Ritterschlag für die Teekampagne Depot im Portrait, MitarbeiterInnen stellen sich vor RatioDrink, Delinat Kampagne für Leitungswasser, Waschkampagne Komponentenportal Der Künstler als Entrepreneur – MASCH Entrepreneurship Summit 2018

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Wir initiierten bereits 1995 das Projekt S.E.R.V.E. und finanzieren es seitdem ausschließlich mit unseren Mitteln. Wir unterstützen die Durchsetzung der Geographical Rights für Darjeeling. Wir tun damit unser Bestes, Darjeeling-Tee vor Etikettenschwindel zu schützen. Das garantiert faire Preise für die Qualität und damit faire Löhne. Genießen Sie unseren Tee – und das mit wirklich gutem Gewissen. Günter Faltin


Bergamotte Darjeeling trifft auf

K

unden, die bislang immer einen Bogen um aromatisierte Tees gemacht haben, berichten uns begeistert, dass sie unseren Earl Grey als geschmackliche Offenbarung empfinden. Der mit naturreinem Bio-Bergamotteöl leicht aromatisierte Darjeeling-Tee ist seit letztem Jahr als Spezialität in unserem Sortiment. Das dafür verwendete naturreine Öl wird direkt aus der Bergamotte, einer Zitrusfrucht, die nur in Kalabrien kultiviert wird, durch Kaltpressung gewonnen. Es gilt als das hochwertigste ätherische Öl, für das wir je nach Marktlage bis zu 300 Euro pro Liter bezahlen. Unsere aromasichere Verpackung mit rundum verschweißten Nähten sorgt dafür, dass die wertvollen Aromen nicht entweichen.

KLEINE ÖLKUNDE Natürliches Öl ist eine Mischung aus verschiedenen naturreinen Ölen. Es ist ebenfalls hochwertig, aber stammt nicht nur aus einer Pflanze. Wenn man es mit Tee vergliche, dann wäre das naturreine Öl ein Gartentee und die natürlichen Öle entsprächen einem Tee-Blend, also einer Mischung aus Tees unterschiedlicher Teegärten einer Anbauregion. Naturidentische Öle nehmen sich die Natur als Vorbild. Die chemischen Komponenten werden synthetisch hergestellt. Sie ahmen die natürliche Variante nach, sind in ihrer chemischen Struktur aber nicht so komplex wie das Original. Künstliche Öle haben kein natürliches Vorbild, dem sie nacheifern. Sie sind ausschließlich im Labor „designed“ und sollen bestimmte Geruchseigenschaften aufweisen.

IMPRESSUM Herausgeber und Konzeption: Projektwerkstatt, Gesellschaft für kreative Ökonomie mbH Redaktionelle Leitung: Barbara Hoppe, Kathrin Gassert Mitarbeit: Horst Hamm, Thomas Räuchle-Gehrig, Claudia Steffen, Joanna Kurczewska, Peter Csajkas, Patrick Völker, Romy Röhl Gestaltung: hundertmark - Agentur für Kommunikation, Berlin Bilder: Projektwerkstatt, Stiftung Entrepreneurship, Hans-Joachim Aubert, Waschkampagne, Kunstwerke: Masch, Künstlerportrait: Romy Campe, Summit: Twoseconds Photography Anschrift: Pasteurstraße 6-7, 14482 Potsdam-Babelsberg Telefon 0331-74 74 74, Telefax 0331-74 74 717 www.teekampagne.de, www.projektwerkstatt.com Die Projektwerkstatt ist zertifiziert von der Ökokontrollstelle DE-ÖKO-005 Gedruckt auf Kriebcoat Superior Bulk matt 60g-, 1,2 f-Volumen, Recyclingpapier (BlauerEngel zertifiziert)

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„Die TEEKAMPAGNE hilft enorm“

T

ea Promoters India betreiben fünf Gärten in Darjeeling und waren vergangenes Jahr durch den Generalstreik extrem in Mitleidenschaft gezogen. Zu den Folgen des Streiks und aktuellen Entwicklungen befragten wir Juniorchef Gautam Mohan. Interview: Horst Hamm Herr Mohan, Sie sind dabei, die Leitung der Tea Promoters India von Ihrem

Die Migration vom Land in die Städte ist ein weltweites Phänomen – nicht nur

Vater zu übernehmen. Wo sehen Sie Ihre wichtigsten Herausforderungen?

in Darjeeling. Gegen den Wunsch junger Menschen, etwas Neues zu erfah-

Das ist sehr vielschichtig. Wir haben in Darjeeling seit Jahren extreme Wet-

ren, müssen wir ein Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln. Wir müssen ihnen

terbedingungen mit viel zu wenig Regen im Frühjahr. Auf der Produktionssei-

zeigen, dass wir ihre harte Arbeit schätzen und dem bäuerlichen Leben Res-

te müssen wir uns deshalb auf den Klimawandel einstellen. Bei unseren

pekt entgegenbringen. Und wir müssen ihnen klarmachen, dass vom Traum,

Pflückerinnen und Arbeitern habe ich das Gefühl, dass wir im Moment auf der

in der Stadt mehr zu verdienen und ein besseres Leben zu haben, oftmals

Suche sind: Wir müssen zu einem lokalen Gemeinschaftsgefühl finden, so

nichts bleibt: Etliche Frauen werden zur Prostitution gezwungen, Männer

dass jeder spürt, dass er zu den Teefeldern und dem Ökosystem gehört.

müssen in der Baubranche hart arbeiten oder bekommen vielleicht als Kellner einen Job. Aber weil die Arbeit in der Stadt höher angesehen ist als die auf

Im vergangenen Jahr war Darjeeling durch einen monatelangen Streik ge-

dem Land, gehen viele trotzdem weg. Daran müssen wir arbeiten.

lähmt. Welche Folgen hatte dieser Streik? So etwas haben wir noch nie erlebt. Über 100 Tage stand die gesamte Region

Sie gehören selbst zur jungen Generation. Was raten Sie einem 20- oder

und das öffentliche Leben still: Teefabriken, Hotels, Schulen – einfach alles.

30-Jährigen, der sich überlegt, sein Glück in Kalkutta zu suchen?

Es ging dabei nicht um höhere Löhne oder bessere Arbeitsbedingungen, son-

Ich würde ihm vor Augen führen, was er an diesem wunderschönen Öko-

dern um die politische Unabhängigkeit Darjeelings. Für uns Gartenbetreiber

system in Darjeeling hat. Was bieten dagegen große Städte wie Kalkutta?

waren die Folgen katastrophal: Hinsichtlich Menge und Qualität sind die hun-

Luftverschmutzung, Verkehrschaos, steigende Mieten, Stress und alle Arten

dert wichtigsten Erntetage verloren gegangen. Das war ein enormer Einnah-

von Zivilisationskrankheiten. Nicht zu vergessen: Ein Leben ohne Familie ist

meverlust.

niemals ein gutes Leben. Wir alle sind gefordert, diese Zusammenhänge klarzumachen.

Gab es irgendwen, der von dem Streik profitiert hat? Nein, aus der Sicht eines Teegartens sehe ich niemanden. Weder Besitzer

Die Tea Promoters India produzieren ausschließlich Bio. Wie kam es dazu?

noch Pflücker. Wir haben alle gelitten und riesige Verluste erlitten. Und

Für uns ist Bio-Landbau eine Lebenseinstellung. Mein Großvater hat bereits

Darjeeling als Marke wurde schwer beschädigt.

die Schattenseiten des Einsatzes von Pestiziden begriffen: Die Vögel verschwinden, das Trinkwasser wird vergiftet und damit letztlich wir Menschen.

Fürchten Sie, dass sich ein derartiger Streik wiederholt?

Deshalb hat er mit meinem Vater entschieden, ausschließlich ökologisch zu

Ich kann es mir nicht vorstellen. Die meisten haben gelernt, dass ein solcher

wirtschaften.

Streik niemandem hilft. Nein, ich bin ziemlich sicher, dass das nicht noch einmal passieren wird.

Sie selbst haben auf einem Demeter-Hof in Hessen gearbeitet. Inwiefern können Sie diese Erfahrungen für Ihre Arbeit in den Teegärten Indiens nut-

Ein großes Problem in Darjeeling besteht seit Jahren darin, dass vor allem die

zen?

jungen Leute Arbeit in den Städten oder sogar im Ausland suchen. Das ist für

Auf dem Demeter-Hof habe ich vor allem begriffen, dass Deutschland die

die Gärten ein großer Verlust. Was muss geschehen, damit diese Abwan-

Wiege der gesamten ökologischen Bewegung ist und dass es dabei immer

derung gestoppt werden kann?

um die richtige Balance geht: Sie ist der beste Schutz gegen Schädlinge und

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Krankheiten. Ein gesunder Boden braucht keinen künstlichen Dünger. Die Menschen auf diesem Demeter-Hof leben, arbeiten und essen in einer gesunden Umwelt. Die Erfahrung dieser Balance habe ich nach Darjeeling und in unsere Teegärten mitgebracht. Die Teekampagne hat in Darjeeling bei der Umstellung auf Bio eine zentrale Rolle gespielt. Sie arbeiten mit ihr seit 25 Jahren zusammen. Welche Erwartungen haben Sie an die weitere Zusammenarbeit? Ich sehe mehr denn je: Wir müssen in den Bereichen guter Qualitätstees kooperieren. Das bedeutet nicht nur die Qualität in der Tasse, sondern auch den ökologischen Fußabdruck einer Tasse Tee. Mit ihrer großen Erfahrung in Sachen Nachhaltigkeit kann uns die Teekampagne helfen, die Veränderungen zu dokumentieren, die unsere Partnerschaft für die Umwelt gebracht hat. Und sie kann uns helfen, die guten Ideen und Projekte weiter voranzubringen, die wir seit Jahren miteinander teilen. Sie alle helfen diesem fragilen Ökosystem in Darjeeling. Sie besitzen auch zwei Gärten in Assam. Während fast 70 Prozent der Gartenbetreiber in Darjeeling auf Bio-Anbau umgestellt haben, ist es in Assam bislang nur eine kleine Minderheit. Sehen Sie für biologischen Tee-Anbau auch dort eine Zukunft? Ganz sicher, auch wenn in Assam derzeit noch 99 Prozent aller Gärten konventionell bewirtschaftet werden. Allerdings ist das eine große Herausforderung. Aber ich glaube, dass uns die Teekampagne mit ihren Erfahrungen bei der Vermarktung sehr helfen kann. Ich freue mich auf eine Zusammenarbeit mit Tee aus Assam. Ein Großteil des Tees aus Assam wird allerdings in Indien verkauft. Dort gibt es derzeit aber keinen Markt für Bio-Tee. Daran kann die Teekampagne auch nichts ändern … Das ist richtig. Die meisten indischen Konsumenten achten zunächst einmal auf den Preis. Inzwischen ist ihnen aber auch die Qualität wichtig. Das Thema Bio kommt leider erst ganz zum Schluss. Die Ideale der Nachhaltigkeit haben uns noch nicht so erreicht, wie wir das gerne hätten. Aber ich bin mir sicher, dass man auch indischen Verbrauchern erklären kann, dass sie Chemierückstände mitkonsumieren, wenn sie konventionellen Tee trinken. Diesen Zusammenhang muss man ihnen vor Augen führen – und dann wird auch die Nachfrage nach Bio-Tee steigen. In Kalkutta hat mir auf die gleiche Frage ein Teegartenbesitzer geantwortet, dass die Luft durch den enormen Verkehr so dreckig ist, dass die meisten Käufer deshalb keinen Grund sehen, Biolebensmittel zu kaufen ... Das ist der Widerspruch, in dem wir leben. Ich bin dennoch zuversichtlich. Denn die dreckige Luft in Kalkutta sollte niemanden davon abhalten, seine Lebensqualität zu verbessern. Bio-Tee ist dabei nicht nur gut für die eigene Gesundheit, Bio-Tee vergrößert auch den grünen Fußabdruck in den Ökosystemen, in denen er angebaut wird. Aber diesen Zusammenhang muss man den Verbrauchern in Indien klar machen. Vergangenes Jahr hat die Teekampagne die ersten 40 Tonnen Bio-Tee aus Assam in Deutschland vermarktet. Kann Assam in Sachen Bio weiter vorangebracht werden, wenn die Teekampagne ihr Engagement dort ausweitet? Ganz sicher! Unsere idealistischen Werte allein bringen den Bio-Anbau in Assam nicht voran. Bio-Tee muss sich auch wirtschaftlich rechnen. Dann wird sein Anbau ganz schnell ausgeweitet werden. Deshalb ist das Engagement der Teekampagne in Assam enorm wichtig. Produzenten wie wir sind seit Jahrzehnten im Bio-Markt tätig. Wir haben bisher aber nicht genug Unterstützung vom Markt bekommen, sprich zu wenig Nachfrage. Wenn die Teekampagne in Zukunft mehr Assam-Tee verkauft und bereit ist, uns einen fairen Preis zu bezahlen, was sie immer gemacht hat, dann hilft sie uns enorm.

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G

autam Mohan, Jahrgang 1987, ist Direktor der Tea Promoters India, einer familiengeführten Teegesellschaft mit Sitz in Kalkutta. Das Unternehmen besitzt fünf Teegärten in Darjeeling, zwei in Assam und je einen in Dooars und Südindien. Nach dem Bachelor in Agrarwissenschaft an der englischen Universität Reading legte er den Master in Ökonomie an der London School of Economics mit Spezialisierung auf „Entwicklung“ ab. Er ist derzeit dabei, das Unternehmen von seinem Vater zu übernehmen.


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n diesem Jahr können wir Ihnen gleich aus mehreren Teegärten First Flush Gartentees aus dem Hause Tea Promoters anbieten: Singell, Selimbong und Seeyok. Neben den Auszeichnungen für die hohe Qualität der Tees ist man hier genauso stolz auf soziale Erfolge. Insbesondere die Stärkung der Rolle der Frauen, die das Rückgrat jedes Teegartens darstellen, liegt dem Unternehmen am Herzen. In einer Domäne, in der einflussreichere und höher bezahlte Positionen in der Regel bislang noch Männern vorbehalten sind, finden sich bei Tea Promoters weibliche Vorarbeiterinnen und auch Assistenz-Managerinnen. Den Teegarten Singell gibt es bereits seit 1861. Er war damals der größte Teegarten in Darjeeling und ausschließlich mit Teebüschen aus China bepflanzt. Von den

SINGELL

550 Hektar, die der Teegarten umfasst, sind 242 Hektar der Teekultivierung vorbehalten, darunter noch Teebüsche der allerersten Generation. Das Städtchen Kurseong ist nicht weit, ebenso die Flüsse Balasun im Westen und der Rinchintong in der tiefer gelegenen Region der Plantage. In der Tasse weist der First Flush Singell eine helle goldgelbe Farbe auf, vom Geschmack wird er diejenigen begeistern, die einen milden, blumigen und frischen First Flush schätzen. Die Infusion, also die aufgegossenen nassen Teeblätter, sind relativ hell und grün. Nur 25 km entfernt vom „Tiger Hill“, dem berühmten Aussichtspunkt mit Blick auf den majestätischen Kanchenjunga, liegt Selimbong. „Selimbong” oder „Sulbong” bedeuten in der Sprache der Lepcha „Land der Orangenbäume“ und tatsäch-

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lich findet man diese in mittleren und tieferen Höhenlagen der Region. Auf 160 Hektar wächst Tee, der den für First Flush typischen leichten „Biss“ hat, die feine Adstringenz, die bei vielen Tees der Frühjahrsernte erwünscht ist. Seit 1869 gibt es den Teegarten Seeyok, der mit dem Kauf durch Tea Promoters im Jahr 1994 auf kontrolliert biologischen Anbau umgestellt wurde. Nur ein Drittel der Fläche des Gartens ist den Teebüschen vorbehalten. Der Rest der üppigen Naturlandschaft bietet Lebensraum für Muntjak-Hirsche, Zibetkatzen, Schuppentiere, den einen oder anderen Leoparden und eine Vielzahl von Zugvögeln. Der First Flush aus dem Teegarten Seeyok ist blumig und leicht mit einer exotischen Fruchtigkeit, die an grüne Mangos erinnert.


Tonganagaon I

n diesem Frühjahr waren wir erneut in der Teeplantage Tonganagaon, um zu schauen, was sich seit unserem letzten Besuch dort verändert hat. Was wir feststellen können: Es geht voran, wenn auch bisweilen in kleinen Schritten. An ausreichend Toiletten mangelt es noch, hier ist man nicht so weit gekommen wie geplant. Dafür sind viele neue Häuser entstanden und, besonders schön, auch die Erweiterung des Schulgebäudes ist fertig geworden. Sie werde nun auch als Abendschule genutzt, erklärt uns Rajiv Gupta, der Manager des Gartens. Viele der Pflückerinnen möchten Schreiben und Lesen lernen. Ein wichtiger Schritt, liegt doch die Alphabetisierungsrate in Assam erst bei 70 Prozent, in den Teegärten bisweilen bei unter 30 Prozent. Auch bei der Krankenversorgung sind Fortschritte zu sehen: Durch bessere Ernährung und mehr Medikamente ist die Zahl der Erkrankungen in den letzten vier Jahren von 700 auf 380 pro Jahr zurückgegangen.

BILDUNG IST DAS A UND O In langen und intensiven Gesprächen mit Vertretern der NichtRegierungs-Organisation Seva Kendra der Diözese in Dibrugarh sowie den Managern der lokalen Teegärten haben wir beraten, welchen sinnvollen Beitrag wir als Teekampagne leisten können, um die Lebensbedingungen in Assam dauerhaft zu verbessern. Immer wieder kamen wir auf das Thema Bildung. Viele Kinder verzichten aufgrund langer Schulwege darauf, weiterführende Schulen zu besuchen, und berauben sich damit ihrer Chancen für die Zukunft. Hier setzt unser erstes Projekt an: Mit den Partnern vor Ort werden wir einen Schulbus anschaffen und weitere Maßnahmen anbieten, die der Bildungsförderung dienen, darunter die Vermittlung von Fähig- und Fertigkeiten in Selbsthilfegruppen.

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DER LANGE

H

WEG DES TEES ZU UNS

äufig liest man, dass die Ernte des Darjeeling First Flush bereits im März beginnt. Warum ist er bei uns dennoch erst ab Ende August / Anfang September verfügbar? Bis in die 1980er Jahre begann die Teeernte tatsächlich schon im März, doch seit den Wetterkapriolen des Klimawandels verschieben sich die Ernteperioden nach hinten. Starkregen und viel zu niedrige Temperaturen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass in den niedrigen Lagen erst Anfang April und Ende April in den Höhenlagen – aus denen unser Premium-Tee stammt – mit der Ernte begonnen werden konnte.

vollmundigeren Tees mit mehr „body“, die rund zwei Wochen nach dem Beginn der First Flush-Ernte gepflückt werden. In der zweiten Maihälfte erhalten wir dann die Muster für unsere First Flush Blends. Die Untersuchung der sogenannten Table Blends durch unabhängige Prüfer dauert rund sieben Arbeitstage. Ist alles in Ordnung, geben wir den Final Blend frei, der nach weiteren sieben bis zehn Tagen bei uns ist. Nun folgen noch die sieben- bis zehntägige Qualitätsprüfung und Rückstandsanalyse. Noch eine weitere Woche benötigen wir für die Importpapiere und die Verladung, bis der Tee ab Mitte Juni auf einen ca. fünfwöchigen Seeweg nach Hamburg geht, wo er in unserem Kontor ein letztes Mal gesiebt und schließlich in die Packungen abgefüllt wird. Sind Sie Abonnement-Kunde, erhalten Sie bereits Ende Juli / Anfang August ihren First Flush. Da die Ernte des Second Flush genauso verläuft, aber Mitte Mai beginnt und daher ab Ende September / Anfang Oktober verschickt wird, erfolgt der Versand an Sie erst, wenn alle Tees bei uns eingetroffen sind.

Diese erfolgt in fortlaufend nummerierten Pflückrunden, den „Invoices“. Dabei werden „two leaves and a bud“ – also die beiden oberen frischen Blättchen samt Blattknospen – per Hand gezupft. Die ersten Invoices bringen sehr feine Tees hervor, die in Teilen als sogenannter „Flugtee“ zu hohen Preisen ab April im Handel zu finden sind. Für kräftigere Blends und größere Mengen benötigt man allerdings jene körperreicheren und

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Fair GEHANDELT U

nser Verständnis von fairem Handel bedeutet, dass wir über die Hälfte unseres Verkaufspreises bereits für den Einkauf des Tees aufwenden. Das ist weit mehr als üblich. Wenn man den eigenen ökonomischen Spielraum aus den Einsparungen an Material, Verpackungsaufwand, Transportwegen, vor allem aber der Ausschaltung des Zwischenhandels erzielt, braucht man am Einkaufspreis für die Ware in Indien nicht zu sparen. Für Tee-Produzenten ist es wichtig, Planungssicherheit zu haben und Preisschwankungen möglichst gering zu halten. Wie man in der folgenden Abbildung erkennen kann, unterliegt der durchschnittliche Einkaufspreis für Darjeeling-Tee heftigen Schwankungen. Der Einkaufspreis der Teekampagne dagegen hat sich kontinuierlich erhöht – seit 1985 im Schnitt um 2,5 Prozent im Jahr. Diese Steigerung in Euro wirkt sich in indischen Rupien gerechnet noch deutlich höher für die Erzeuger aus, so dass die Preisentwicklung unseren Produzenten kontinuierlich steigende Erträge bringt.

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tungs-Verhältnis bieten, das heute genauso einmalig ist, wie in den 33 Jahren zuvor – auch dafür empfehlen uns unsere Kunden weiter, so dass wir auf teure Werbemaßnahmen verzichten können.

EIN VERGLEICH DER LÖHNE ALLEIN REICHT NOCH NICHT So werden beispielsweise die Wohnhäuser in den Gärten mietfrei zur Verfügung gestellt, wobei zu allen Häusern kleine Gärten gehören, in denen die meisten Familien Hühner, Ziegen und Kühe halten sowie Obst, Gemüse und Kräuter für den Eigenbedarf anbauen. Die medizinische Versorgung im Teegarten ist umsonst. In größeren Gärten gibt es Krankenstationen, in den kleineren gibt es zumindest eine Krankenhausapotheke. Für Kinder besteht Schulpflicht in Schulen, die zum Teegarten gehören und vom Betreiber unterhalten werden. All das sind Leistungen, die der Plantagenbesitzer aufbringen muss – und die stetig in kleinen Schritten verbessert werden.

EURO

2 0 JAHR

1985

1990

1995

2000

2005

2010

2015

2016

2017

durchschnittlicher Einkaufspreis in € Einkaufspreis der Teekampagne in €

Entwicklung des durchschnittlichen Einkaufspreises der Teekampagne im Vergleich zu den durchschnittlichen Einkaufspreisen insgesamt (DM-Preise wurden in € umgerechnet). Der Preissprung 2017 ist auf einen 104-tägigen Streik zurückzuführen. Quelle: Auktionshaus J. Thomas, Kolkata

1985

1990 1995 2000 2005

2010

2015 2016

2017

Durchschnittlicher Einkaufspreis in €

5,39

3,94

2,69

3,66

5,43

4,21

10,09

Einkaufspreis der Teekampagne in €

7,58

8,49

8,69

10,47 10,28 12,43 15,87 16,09 16,94

2,83

4,46

Quelle: Auktionshaus J. Thomas, Kolkata

Deutlich wird auch, dass der von der Teekampagne bezahlte Einkaufspreis merklich über den durchschnittlich von Tee-Einkäufern gezahlten Preisen liegt. Das ist vor allem auf die besonders hohe Qualität, der von uns eingekauften Tees zurückzuführen. Trotz des höheren Einkaufspreises können wir Ihnen ein sehr gutes Preis-Leis-

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AUCH AUF DEN VERBRAUCHER KOMMT ES AN Mit dem Kauf bei der Teekampagne kommen Sie nicht nur in den Genuss hochwertiger Produkte, sondern unterstützen darüber hinaus unsere Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen und Wiederaufforstung in Darjeeling. Wir prüfen die Situation vor Ort selbst und arbeiten mit Produzenten zusammen, die ihre soziale Verantwortung ernst nehmen. Die Produktion hoher Qualitäten ist auch deswegen wichtig, weil aufgrund der billigen Massenproduktion weltweit ein preisdrückendes Überangebot an Tee besteht. Nur das Geld, das bei den indischen Produzenten ankommt, kann in Form höherer Löhne verteilt werden.


WARUM WIR UNSERE PREISE ERHÖHEN MÜSSEN:

Z

u wenig Regen vor der Frühjahrsernte, zu viel während der Sommerernte – schon häufig haben wir darüber berichtet, wie sich klimatische Veränderungen auch auf die Region Darjeeling auswirken. Bereits seit einigen Jahren erleben wir dadurch rückläufige Ernteerträge.

Gleichzeitig sind die Löhne der Pflückerinnen in Darjeeling um 17,5 Rupien auf 150 Rupien/Tag gestiegen und die Leistungen in Naturalien wurden um 9 Rupien pro Tag erhöht. Insgesamt steigen die Personalkosten pro Kilogramm dadurch um rund 45 Rupien pro Kilogramm, da sowohl Boni-Zahlungen und Pensionsrückstellungen zu berücksichtigen sind als auch die hohe Abwesenheitsrate der Pflückerinnen und Arbeiter (knapp 50 Prozent), die trotzdem Anspruch auf ihren Grundlohn haben. Die Situation verschärft sich in Bio-Gärten, die noch einen größeren Einsatz von Handarbeit erfordern. Kosten für Energie, Transport, Materialien und Dienstleistungen nehmen sowohl in Indien als auch bei uns in Deutschland zu, was generell zu höheren Einkaufspreisen führt, aber auch die Kalkulation unserer internen Kosten berührt. Unberührt hingegen bleibt die hohe Qualität unserer Tees. Bei der Teekampagne erhalten Sie weiterhin Tees in rückstandskontrollierter Bioqualität.

GLS BANK –

B

DIE ETWAS ANDERE BANK

ank ist nicht gleich Bank. Mit der Bankenkrise haben wir erlebt, dass es sehr wohl einen Unterschied gibt, wie sich Banken verhalten. Vor allem die großen internationalen Banken haben sich unrühmlich hervorgetan, haben sich in riskante Geschäfte begeben, die lange hohe Gewinne abwarfen. Als das Risiko zu ihrem Nachteil umschlug, riefen sie nach dem Staat und setzten erfolgreich die Politik unter Druck. Das böse Wort von der Privatisierung der Gewinne und der Sozialisierung der Verluste machte die Runde. Es ist an der Zeit, Klartext zu sprechen! Wir sollten genauer hinsehen, wie die Bank mit dem Geld der Kunden umgeht, welche Projekte sie finanziert und wie sie sich in Krisenzeiten verhält. Die GLS Bank ist eine Genossenschaftsbank und gilt als erste Bank, die nach sozialökologischen Grundsätzen

wirtschaftet. Eine Bank, die lieber nachhaltige Unternehmerinnen und Unternehmer finanziert, statt an Finanzmärkten zu spekulieren, die in Bereiche wie Ernährung, erneuerbare Energien, Bildung und Kultur, Wohnen, Soziales und Gesundheit sowie die nachhaltige Wirtschaft investiert statt in Tabakkonzerne, Atomkraftwerke und Rüstungsindustrie. „Geld ist für uns ein Mittel, Umwelt und Gesellschaft zu gestalten. Wenn wir das gut machen, ist der ökonomische Gewinn eine Folge – aber nicht der Zweck – unseres Handelns.“ Auch das unterscheidet die GLS von anderen Banken. Daher ist es durchaus sinnvoll, darüber nachzudenken, ob man nicht die Bank wechseln sollte. Die Teekampagne hat die GLS Bank gewählt.

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S.E.R.V.E. S

eit über zwanzig Jahren engagieren wir uns im Rahmen unseres Projekts „Save the Environment and Regenerate Vital Employment“ in Darjeeling. Aktuelle Aktivitäten seit 2015 befassen sich mit dem Erhalt von Biodiversität, der Vermeidung von Mensch-Wildtier-Konflikten, dem Schutz von Wasserquellen, der Entwicklung von Strategien für klimaresistente Landwirtschaft und der Förderung von Umweltschutz und -bewusstsein. Im Vergleich zu unseren Anfängen benötigt das Thema Abfallmanagement heute ein weitaus größeres Augenmerk. Laut einem Bericht der Weltbank von 2012 lag die durchschnittliche Menge an Hausmüll in Indien bei 0,34 kg/Kopf und Tag (zum Vergleich: In Deutschland waren es 2,11 kg/Kopf und Tag). Die zunehmende Urbanisierung und der konsumorientierte Lebensstil werden diese Zahlen in den kommenden Jahren dramatisch in die Höhe schnellen lassen. Darjeeling ist aufgrund seiner wunderschönen Landschaft ein beliebtes Touristenziel, doch achtlos hingeworfener Müll verschandelt an vielen Stellen die Natur. Eine groß angelegte Müllsammel-Aktion in Zusammenschluss mit anderen Organisationen verhalf diesem Thema zu lokal-öffentlicher Aufmerksamkeit, und die anschließende Mülltrennung machte deutlich, dass sich im Müll Wertstoffe befinden, die recycelt oder verkauft werden können. Zur Entwicklung von Zero-Waste-Strategien haben die Mitarbeiter unseres SERVE-Projekts mit anderen Stakeholdern und Partnern diverse Workshops veranstaltet und auch einen Film-Wettbewerb abgehalten. Elf Kurzfilme schafften es bis in die Endauswahl. Herzstück ist und bleibt bei unserem SERVE-Projekt die Wiederaufforstung – sowohl als Blockanpflanzung als auch in Form von Schattenbäumen in Teegärten. Aufgrund des Erfolgs unserer Baumpatenschaften werden wir dieses Programm fortsetzen. Die nächsten Baumsetzlinge, die „adoptiert“ werden können, werden in den

Teegärten Chamong, Nagrifarm, Singell und Selimbong angepflanzt. Was uns besonders freut: Der WWF in Deutschland hat die Idee von Baumpatenschaften aufgegriffen und so wird man über die Seiten des WWF die Möglichkeit erhalten, Bäumchen in Darjeeling und an anderen Orten wachsen lassen zu können. Und ein weiteres neues Projekt hat der WWF-Deutschland gestartet - den Living Planet Club. Mitglieder können sich für eines der sieben Ziele besonders engagieren: Den Schutz des Klimas, der Wildtiere, der Meere, der Wälder, des Wassers, der nachhaltigen Landwirtschaft oder der Entwicklung weiterer Schutzflächen für ein „wilderes“ Deutschland. Aufgrund ihres Engagements in Darjeeling wurde die Projektwerkstatt als Gründungsmitglied aufgenommen. Ein Ansporn für uns, noch viele weitere Bäume zu pflanzen und für biologischen Anbau zu werben.

RITTERSCHLAG für die Teekampagne

Von Anfang Juni bis Ende August 2018 heißt es in der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem „Greetings from India“. Hier, zwischen historischen Gewächshäusern, hundert Jahre alten Bäumen und einem Café hat Gabriella Pape eine „blühende Schatzkammer“ geschaffen. Ein Stück englischer Gartenkultur in Deutschland, in dem beim Thema Indien eine erstklassige Tasse Darjeeling-Tee natürlich nicht fehlen darf.

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Als wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal auch Tee aus Assam angeboten haben, waren wir gespannt auf Ihre Reaktionen. Umso mehr freuen wir uns heute, wie positiv Sie die Sortimentserweiterung aufgenommen haben. „Eine wunderbare Ergänzung zum Darjeeling-Tee“ ist der Tenor in zahlreichen Rückmeldungen. Assam-Tee mit seiner eigenen, viel kräftigeren Note gegenüber Darjeeling-Tee, zeigt, wie sehr Terrain und Klima das Aussehen und den Geschmack des Tees beeinflussen. Während die Teebüsche in Darjeeling, die Camellia sinensis, in Höhenlagen gedeihen und sogar kurze Fröste überstehen können, wächst die Assamsaatpflanze, die Camellia sinensis var. assamica, in Ebenen und im Sumpfland. Das eine kann das andere nicht ersetzen und soll es auch gar nicht, zu sehr unterscheiden sich beide im Geschmack. Übrigens, auch die grüne Variante des Assam-Tees hat uns bei unserem letzten Besuch in Indien überzeugt. Die Planungen laufen bereits, damit auch Sie ihn bald probieren können


DEPOT IM PORTRAIT:

TausendundeinBuch EIN INTERVIEW MIT ANGELIKA BOCZEK, BUCHHÄNDLERIN UND ANTIQUARIN Seit wann ist „TausendundeinBuch“ Depot? Gefühlt fast so lange wie es die Teekampagne schon gibt. Tatsächlich aber seit 1994. Was gab damals den Impuls, Depot der Teekampagne zu werden? Wir kannten den Tee schon und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Qualität des Tees ist einfach sehr hoch, und was für uns auch wichtig ist: Tee ist ein trockenes Produkt. Wir müssen keine Angst haben, dass etwas ausläuft und vielleicht ein Buch ruiniert. Außerdem passen Tee und Bücher doch gut zusammen. Wir haben uns damals erhofft, dass die Kunden nicht nur wegen des Tees zu uns kommen, sondern auch noch ein Buch kaufen. Früher ist diese Rechnung aufgegangen, heute merken wir leider schon, dass das Medium Buch bei vielen nicht mehr so an erster Stelle steht. Heute kommen viele Kunden nur noch, um ihren Tee zu kaufen. Was sind die häufigsten Fragen zum Tee/zur Teekampagne? Die Leute wollen viel wissen. Sie fragen alles Mögliche, über den Geschmack verschiedener Gartentees, den Unterschied zwischen First und Second Flush. In der Regel sind es lange Fachgespräche, die bringen mir Spaß, weil ich selber ein Teefan bin. Überzeugungsarbeit muss ich kaum leisten. Die Leute kennen die Teekampagne und kommen deswegen zu mir. Was ist der Bestseller? In jedem Jahr wieder ist es der First Flush, der wird über alles geliebt. Nur einige glauben, es sei der beste Tee, weil er den Zusatz „First“ trägt, aber die meisten wissen schon, dass es nicht „besser“ bedeutet als Second Flush, sondern sich auf den früheren Erntezeitpunkt bezieht. Welchen Tee mögen Sie am liebsten? Ich mag eigentlich alles und probiere gerne mit Freunden aus und trinke mal den einen und mal den anderen Schwarztee. Im Sommer greife ich besonders gerne zu Grünem Tee. Wenn es etwas Besonderes sein soll, dann gönne ich mir einen Earl Grey. Was möchten Sie der Teekampagne mit auf den Weg geben? Also, die Website ist toll, leicht zu bedienen, ich finde auch, die Verpackungen sind super. Ansonsten kann ich nur salopp sagen: Weiter so!

MITARBEITER stellen sich vor PATRICK VÖLKER Nach einem Bauingenieur-Studium an der TU Berlin und mehrjähriger Tätigkeit im Ausland bin ich im Sommer 2006 durch eine Stellenanzeige auf die Teekampagne aufmerksam geworden. Als ich dort begann, erwartete mich ein neuer spannender Aufgabenbereich in einem Unternehmen mit Ideen und Zukunftsvisionen. Heute bin ich Leiter der logistischen Abteilung des Betriebs. Wann immer es darum geht, Transporte und Materialien zu steuern, ist das eine Aufgabe für meine Kollegen und mich. Das beginnt bei dem Versand von Teeproben an das Labor, geht weiter beim Seetransport des Tees von Indien zu unseren Abfüll- und Packbetrieben, bis hin zum Teepaket, das Sie an Ihrer Haustür in Empfang nehmen, und hört an dieser Stelle nicht auf. Denn die Koordination mit den beteiligten Partnerunternehmen, von Bio-Zertifizierungsstellen bis zu Verpackungsherstellern, gehört ebenfalls zu meinem Tätigkeitsbereich. Es sind Aufgaben, die mich bis heute jeden Tag auf positive Art und Weise neu fordern. Trotz manch stressigem Tag liebe ich meine Arbeit, vor allem auch wegen der unglaublich kollegialen Arbeitsatmosphäre, durch die mir meine täglichen Aufgaben doppelt Spaß machen. Wenn es um meinen persönlichen Teegeschmack geht, so genieße ich gern unseren Neuzugang aus Assam. Der Second Flush der Sommerernte mit seinem vollmundigen Geschmack ist mein absoluter Lieblingstee.

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RATIODRINK Sicher ist Ihnen bereits aufgefallen, dass über 90 Prozent aller Fruchtsäfte, die Sie trinken, aus Konzentrat hergestellt werden, dem der Abfüller Wasser hinzufügt. Können Sie das nicht auch selbst? Natürlich. So müssen Sie das Wasser im Getränk nicht teuer bezahlen. Warum also in einem Kasten mit Saftflaschen viel Wasser und wenig Konzentrat einkaufen? Mal ganz davon abgesehen, welch ein Unsinn dies ist, betrachtet man die langen Transportwege. Saft hingegen, dem mit einem schonenden Verfahren das Wasser entzogen wird, das Sie ihm zu Hause wieder zufügen, ist eine ökonomisch und ökologisch gute Alternative, zumal Leitungswasser bei uns in Deutschland das am strengsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt ist. Kaufen Sie einfach nur das Konzentrat, und das möglichst in Großpackungen.

REINES KONZENTRAT, OHNE ZUSÄTZE Mit diesem Verfahren erhält der Kunde reine Konzentrate aus kontrollierter Landwirtschaft, ohne Zusätze oder Konservierungsstoffe, die auch nicht notwendig sind, weil Konzentrate haltbarer sind als Saft. Dank des ausgeklügelten „Bag-in-Box“-Verfahrens gelangt selbst nach dem Öffnen keine Luft in die Packung, sodass die Flüssigkeit nicht mit Sauerstoff in Berührung kommt. Wie bei der Teekampagne machen Sie so die Vorratshaltung selbst, statt den Händler dafür teuer zu bezahlen. Auch die Umwelt profitiert: Aufgrund des geringen Transportgewichts reduziert sich die CO2-Belastung. Durch die komplett recyclebaren Boxen fallen zudem keine Pfandflaschen an, die nach Gebrauch abtrans-

portiert und mit viel Wasser und Chemie gesäubert werden müssen. Und für den Kunden bedeutet das praktische Bag-in-Box-Konzentrat nicht nur ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis, sondern auch endlich keine Schlepperei mehr von Saft- und Wasserflaschen.

er aber auch weiterhin mit der Projektwerkstatt eng verbunden.

RATIODRINK UND PROJEKTWERKSTATT

In Analogie zu den Gartentees der Teekampagne wird es bei RatioDrink zukünftig besondere Angebote geben, die nur in limitierter Auflage erhältlich sind: Direktsäfte, und zwar die beste erste Pressung, der so genannte Muttersaft. Wir laden Sie herzlich ein, sich auf der neu gestalteten Internetseite umzusehen und Ihre Favoriten zu bestellen.

Die Bestellabwicklung der RatioDrink AG wurde seit ihrer Gründung durch die Projektwerkstatt organisiert und betreut. Personell ist die RatioDrink AG seit Anfang des Jahres noch enger an die Projektwerkstatt herangerückt. Weil sich Rafael Kugel neuen Aufgaben widmet, hat das Unternehmen seine Anteile übernommen. Als Entrepreneur und „Freund der Familie“ bleibt

Auf Wunsch vieler Kunden wird es demnächst neue Saft-Konzentrate auch in der 1,5 Liter Bag-in-Box geben. Den Anfang macht Birnensaftkonzentrat.

www.ratiodrink.de

DELINAT: schenkt reinen Wein ein Als Pionier Maßstäbe setzen – nicht nur wir als Teekampagne wissen, wie schwierig das sein kann – und doch auch wieder befriedigend, wenn der eigene Anspruch zu neuen Standards führt. Ähnlich wie wir bei der Teekampagne durch die Unterstützung sozialer und ökologischer Projekte in Darjeeling dazu beitragen, die Zukunft in der Ursprungsregion der Tees zu sichern, so arbeitet auch Delinat auf vielen Ebenen an der Verbesserung der Produktionsbedingungen im Bio-Weinbau. Deshalb verpflichten die strengen Delinat-Richtlinien die kooperierenden Winzer auch zur Einhaltung von Sozialstandards und zu klimaneutraler Weinproduktion. Dazu gehört auch, prinzipiell auf Weine aus Übersee zu verzichten. Mit der Konzentration auf heimische Rebsorten, die sich an den Gegebenheiten der jeweiligen Region orientieren, ignoriert das Schweizer Unternehmen Moden und Trends der Weinmärkte – auch dies vergleichbar zur Teekampagne, die immer schon auf künstlich aromatisierte Mode-Tees verzichtete. Den Kern der Philosophie der Schweizer bildet jedoch die Überzeugung, dass lebendige Böden und natürliche Artenvielfalt für stabile Ökosysteme sorgen, die gesunde und hochwertige Trauben gedeihen lassen. Von der Teekampagne sind Sie es gewohnt: Eingehende Laborkontrollen stellen sicher, dass alle Produkte frei von Pestiziden und anderen unerwünschten Stoffen sind. Dieselbe Garantie finden Sie auch bei Delinat. Nur gesunde und lebendige Böden führen zu reichhaltigen, aromatischen Trauben und nur aus diesen entstehen lebendige, genussvolle und charakterreiche Weine. Besonders wichtig sind daher die anspruchsvollen Degustationen: jeder Wein wird mehrfach von Experten verkostet, bevor er Einlass ins Sortiment findet. Auch beim Thema Transparenz sind Parallelen zur Teekampagne zu finden. So gewähren detaillierte Informationen auf den Produktdetailseiten und ein ausgeklügelter Suchfilter vollständigen Aufschluss über sämtliche Parameter der Weinproduktion und über die Laboranalysen, darunter Düngung und Pflanzenschutz, Ernte, Gärung und Klärung, Lagerfähigkeit, Alkohol- und Zuckergehalt, Säuren und Allergene. Vor rund 40 Jahren gegründet, ist Delinat ein außerordentliches Beispiel für verantwortungsvolles und nachhaltiges Wirtschaften. Ein Partner, den wir seit Jahren kennen und schätzen. www.delinat.com

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KAMPAGNE FÜR LEITUNGSWASSER MACHEN SIE MIT! Jeder Deutsche trinkt knapp 144 Liter Mineralwasser pro Jahr. Das waren laut Verband Deutscher Mineralbrunnen im Jahr 2014 sage und schreibe 10,8 Milliarden Liter Mineralwasser. 10,8 Milliarden Liter, für die man zunächst Flaschen herstellen musste, größtenteils aus für die Gesundheit und Umwelt bedenklichem Plastik. 10,8 Milliarden Liter, die man in speziellen Anlagen abfüllen musste, um sie dann schließlich durch das gesamte Land zu transportieren. Ein Irrsinn für Geldbeutel und Umwelt, bei dem die Nutznießer die Hersteller sind. Dabei fließt durch unsere Wasserhähne Trinkwasser in sehr guter Qualität. Denn deutsches Leitungswasser ist das am intensivsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Die Trinkwasserverordnung macht Vorgaben zur Beschaffenheit, Aufbereitung und zu den Pflichten der Versorgungsunternehmen und Überwachungsbehörden. So müssen die Wasserversorger regelmäßig überprüfen, ob alle Grenzwerte und Anforderungen eingehalten werden. Und günstig ist es obendrein! Für einen Liter Leitungswasser zahlt der Verbraucher durchschnittlich 0,5 Cent. Mineralwasser aus dem Supermarkt kostet mindestens 24 Cent pro Liter das Fünfzigfache. Und wie sieht es mit Mineralwasser aus? Neben Pestiziden, Korrosionsschutzmittel, Acetaldehyd, ein Stoff, den PET-Flaschen abgeben und der in Verdacht steht krebserregend zu sein, fand Stiftung Warentest auch bei einigen wenigen Produkten Keime, die besonders für immunschwache Menschen gefährlich sein könnten. Auch können Abbauteile des Kunststoffs der Flaschen ins Wasser übergehen und hormonell wirksame Substanzen hinterlassen.

Auch wenn die Trinkwasserverordnung weit strenger ist als die Mineral- und Tafelwasserverordnung, besteht noch Verbesserungsbedarf, denn zunehmend werden im Trinkwasser geringe Spuren von Medikamentenrückständen nachgewiesen. Neue Analysemethoden erlauben es heute, selbst winzigste Mengen von Stoffen im Mikro- oder Nanogrammbereich in den Proben aufzuspüren. In Zukunft werden wir immer ausgeklügeltere Filtersysteme benötigen, aber auch ein Bewusstsein für die sachgemäße Entsorgung von Medikamenten, sowie die Bereitschaft der Firmen, umweltfreundlichere Medikamente herzustellen, ist dringend notwendig. Wer in Sachen Leitungswasser auf Nummer Sicher gehen will, kann bei seinem lokalen Wasserwerk eine Analyse verlangen. Oder aber man lässt im Labor untersuchen, ob die Hausleitungen auf den letzten Metern vor dem Wasserhahn Schadstoffe wie Blei oder Kupfer ins Wasser abgeben. Möglich ist dies z.B. auf den Seiten www.test-wasser.de oder www.wasserschnelltest.de. Auch die Stiftung Warentest übernimmt diesen Service zu bezahlbaren Preisen, getestet wird der Gehalt von Blei, Kadmium, Kupfer und Zink. Unser Tipp für erfrischendes Wasser: Glasflasche im Kühlschrank. Bereiten Sie dem ökologischen Unfug ein Ende! Leitungswasser statt Flaschenwasser. Machen Sie mit: Probieren Sie einen Monat flaschenfrei.

Ohne Verschwendung:

DIE WASCHKAMPAGNE Der übermäßige Verbrauch von Waschmitteln wird in Zahlen deutlich: In Deutschland werden laut Umweltbundesamt jährlich etwa 630.000 Tonnen Waschmittel verbraucht. Hinzu kommen noch etwa 220.000 Tonnen an Weichspüler und weiteren Waschhilfsmitteln. Das ist eine Menge Chemie, die in unserem Abwasser landet. Als Folge muss das Wasser aufwändig gereinigt werden. Dabei ist das alles völlig unnötig. Die Krux beginnt nämlich beim Wasserenthärter. Weil man zum Waschen weiches Wasser braucht, ist jedem herkömmlichen Waschmittel Enthärter beigemengt. Je härter das Wasser, umso mehr Enthärter brauchen wir. Da der aber Bestandteil des Waschmittels ist, dosieren wir automatisch und unnötigerweise auch die

waschaktiven Substanzen höher. Und diese Mehrdosierung ist es, die ungenutzt im Abwasser landet. Wolfgang Kunz war auf dieses Missverhältnis gestoßen, als er beim Waschen einen genaueren Blick auf sein Waschmittel warf. Die Lösung für ihn: Für jeden Härtegrad ein Waschmittel, das genau die richtige Dosierung Enthärter enthält, aber immer nur die gleiche kleine Menge waschaktive Substanzen. Das spart dem Verbraucher Kosten und der Umwelt Schäden – bei hartem Wasser sogar eine Einsparung von Tensiden bis zu 70 Prozent. www.waschkampagne.de

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Gründen mit Komponenten

Der Entrepreneur als

KOMPONIST

STATT ALS ALLESKÖNNER

Lange Zeit herrschte die Vorstellung, ein Gründer müsse eine Art Alleskönner sein: Mit Personalführung ebenso vertraut wie mit Marketing und Rechnungswesen, natürlich bewandert im Steuer- und Vertragsrecht, und klar, hart arbeiten gehört auch dazu, zwölf bis sechzehn Stunden pro Tag. Nur wenn er sämtliche notwendigen Teilbereiche beherrsche, könne er ein Unternehmen führen. Doch wie sollen Gründer und Gründerinnen all diese Anforderungen bewältigen? Und eine weitere Frage drängt sich auf: Wie kann in einer hochgradig arbeitsteiligen Welt der Gründer als Alleswisser fungieren? Die Antwort: Gar nicht. Verlangen wir es von ihm, kann das Ergebnis nur Überlastung, Überforderung und Dilettantismus sein. Es ist an der Zeit, diese überholte Vorstellung abzulegen, denn gerade die arbeitsteilige Gesellschaft stellt dem Gründer vieles zur Verfügung, das er für sich nutzen kann.

ten, bis alles stimmig und jeder falsche Ton eliminiert ist. Dabei greifen wir auf fertige Teilstücke, die so genannten Komponenten, wie auf Melodien zurück, die wir zu einem Ganzen zusammensetzen. Wir komponieren ein Unternehmen. Auch der Komponist hat nicht alle Instrumente des Orchesters zu spielen gelernt, so wie der moderne Kapitän nicht Maschinist, Softwarespezialist und Navigationsexperte zugleich ist. Es geht um die Beherrschung des Instrumentariums insgesamt, um die Fähigkeit zur Neukombination, um die Abstimmung und Koordination der einzelnen Komponenten, nicht um die Ausbildung jeder einzelnen Fertigkeit. Wir können uns den Entrepreneur als den Komponisten vorstellen, der ein Ziel vor Augen hat und sein Instrumentarium einzusetzen versteht. Solche »Komponisten« finden wir unter Gründern bisher selten. Dabei ist es die empfehlenswerteste Methode für Gründer, ein Unternehmen zu führen: Mit Dienstleistern, die jene Tätigkeiten professionell übernehmen, die dem Gründer fern liegen. Die Aufgabe des Entrepreneurs ist, die Teilbereiche in seinem Geschäftsmodell zu identifizieren, die von einer Komponente abgedeckt werden können, und dafür zu sorgen, dass die Abläufe unter den Dienstleistern reibungslos verlaufen.

KONZEPT PLUS KOMPONENTEN – WIR KOMPONIEREN EIN UNTERNEHMEN

GROSS WERDEN UND DABEI KLEIN BLEIBEN

Um zu zeigen, wie intelligentes Entrepreneurship aussehen sollte, können wir uns den Prozess der Entwicklung eines Entrepreneurial Design, eines Geschäftsmodells, wie eine musikalische Komposition vorstellen, an der wir so lange arbei-

Um Gründern eine Übersicht über das Spektrum solcher bereits vorhandenen professionellen Komponenten zu geben, hat die Projektwerkstatt das Komponentenportal eingerichtet. Dem Gründer steht damit eine Art Baukasten zur Verfügung, der zahlreiche Kombinationen und effizientere Abläufe ermöglicht. Aus dem Angebot von mehr als 100 Komponenten kann der Entrepreneur ganz nach den Erfordernissen seines Entrepreneurial Designs die richtigen auswählen und so seine eigene Komposition kreieren. „Gründen mit Komponenten“ bietet heutzutage ungeahnte Möglichkeiten und damit viel mehr Menschen die Chance, aktiv am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Statt zu einem überarbeiteten Selbstständigen zu werden, kann sich der Gründer mithilfe professioneller Komponenten ausschließlich auf sein Konzept und dessen Weiterentwicklung konzentrieren. Die lästigen, aber notwendigen Aufgaben im Tagesgeschäft, ob betriebswirtschaftlicher, rechtlicher oder organisatorischer Art, kann er so in professionelle Hände delegieren und dabei noch einen weiteren Vorteil nutzen: Wächst sein Unternehmen, so wachsen Komponenten mit. So bleibt der Kern seines Geschäfts klein, während die Skalierbarkeit durch professionelle Dienstleister gewährleistet ist. www.komponentenportal.de

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KUNST

E

und Entrepreneurship

in Gründer baucht innovative Ideen, schafft neue Sichtachsen, bricht aus den Konventionen seiner Zeit und Umgebung aus, lässt sich auch von Krisen nicht von seinen Visionen und Zielen abbringen und ist damit dem Künstler sehr viel näher als dem Manager. Aus diesen Gründen wollen wir in Zukunft im Journal Künstler vorstellen, deren Lebensweg und künstlerische Entwicklung Elemente enthält, die auch für Entrepreneure neue Perspektiven eröffnen.

UNSER KÜNSTLER DES JAHRES IST MASCH Seine Bilder sind ausdrucksstark und kraftvoll. Als Set Painter beherrscht er die Akribie, genau nach Vorgabe zu arbeiten. (Oscar für das beste Bühnenbild 2015 „The Grand Budapest Hotel“). Der Künstler MASCH lebt und arbeitet in Berlin. Mit 24 Jahren hatte er seine erste Ausstellung. Das war 1974. Bis heute ist seine Schaffenskraft ungebrochen. Schon früh entdeckte MASCH seine Leidenschaft für moderne Malerei. Er beschloss – damals noch in München – freier Künstler zu werden. Finanziert hat er sich seinen Traum durch diverse Nebenjobs und als Tonmischmeister bei den Bavaria Filmstudios. Nebenher organisierte er regelmäßig eigene Ausstellungen und Happenings und machte mit exzessiver Bemalung nackter Models auf dem Münchner Marienplatz Furore. Immer dabei: Freunde und Bekannte, die ebenfalls dafür sorgten, dass der Künstler an Bekanntheit gewann. Als schließlich eine neue Galerie eröffnete, machte sie ihn zu ihrem erfolgreichen Leading Artist, zum Zugpferd des Hauses. 2008 dann der Neustart. Münchens Kunstszene ist schnelllebig und so zog es MASCH nach Berlin. Um zukünftig unabhängig von Galerien und Gönnern zu sein, entschloss er sich zu einem unter Künstlern eher ungewöhnlichen Schritt: Den, sich selbst zu vermarkten. Kunstleben Berlin entstand, ein Kunstsalon, in dem MASCH und seine Lebensgefährtin Romy Campe regelmäßig Künstler und Kunstinteressierte zusammenbrachten. Schnell avancierte der Salon zu einem angesagten Treffpunkt der Kulturszene Berlins. Eine gelungene Gründung, deren Er-

folg dazu führte, dass MASCH mehr und mehr vom Künstler zum Unternehmer mutierte. Er begann, die langen, kreativen Malphasen zu vermissen. Ein Schnitt musste her. Neue Ideen und Konzepte entstanden. Seine Kunst erfuhr regelrechte Kreativitätsschübe. MASCH experimentierte mit unterschiedlichen Techniken, Materialien und Formaten, erfand sich als Künstler neu. Und auch Kunstleben Berlin entwickelte sich weiter. Aus dem Salon wurde eine Onlineplattform, auf der Besucher nicht nur die angesagtesten Ausstellungen und Kunstveranstaltungen der Stadt finden, sondern auch Galerien und Museen ihre Angebote einstellen können. Angebot und Nachfrage – punktgenau zusammengebracht. Für Künstler bietet die Plattform zusätzlich den Vorteil, auch ohne Galerie ihre Kunst präsentieren zu können. MASCH brachte der neue „Entrepreneurial Spirit“ auch als Künstler Glück: Durch die neuen Beziehungen fand er wieder eine Galerie, die ihn unter Vertrag genommen hat. „Ich mache Kunst aus meiner Lebenserfahrung, richte mich nach nichts und niemand“ – ein Motto, dass für den Künstler MASCH ebenso gilt, wie für den Entrepreneur. www.masch-art.com www.kunstleben-berlin.de www.etsy.com/shop/kunstlebenberlin

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ENTREPRENEURSHIP SUMMIT 2018:

DAVID GEGEN GOLIATH Wie wir Ökonomie in die eigene Hand nehmen können Wir stehen vor einem Berg von Problemen: Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt, steigende Differenzierung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Wir ahnen, dass es so nicht weitergehen kann. Auch noch mehr Wachstum bringt uns nicht weiter. Die Geschichte von David gegen Goliath lehrt uns: Nicht auf die Größe kommt es an. Die Zeit der Markenriesen ist vorbei. Wir brauchen eine Ökonomie, in der die Anstöße von Entrepreneuren kommen, die ökonomische, soziale, aber auch künstlerische Fantasie einbringen. Wenn wir nichts tun, bleibt die Ökonomie in den Händen von Gewinnmaximierern. Genau hier setzt der jährlich stattfindende Entrepreneurship Summit an. Ziel ist es, mehr Menschen für das Thema Entrepreneurship zu begeistern, sie zu ermutigen, selbst tätig zu werden. Denn wir können das Thema Gründen heute ganz anders angehen. Uns stehen Mittel zur Verfügung wie nie zuvor. Man braucht kein großes Kapital. Man muss nicht 16 Stunden am Tag arbeiten.

allem ein überlegenes Konzept. Im Vordergrund der Veranstaltung steht daher das konzept-kreative Vorgehen. Denn kreatives, nachhaltiges, auf Langfristigkeit ausgelegtes Gründen funktioniert nicht auf Knopfdruck. Es bedeutet viel systematisches Arbeiten, entwerfen, verwerfen und wieder neu entwerfen eines Konzepts. Was zählt, sind Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen und Mut. Mut, Dinge neu zu denken, mit Konventionen zu brechen, „sich seines eigenen Verstandes zu bedienen“, wie Kant gesagt hat. Gefordert ist ein Langstreckenlauf, denn komplexe Probleme löst man nicht im Sprint. Wir brauchen eine intelligentere Ökonomie. Unsere Chance sind Entrepreneure, die helfen, die Probleme einer Welt zu lösen, die derzeit auf Konfrontationskurs mit den Möglichkeiten dieses Planeten liegen. Gefragt sind nicht Manager, die Dinge richtig tun, sondern Entrepreneure, die die richtigen Dinge tun. Wir laden Sie ein, auf dem Entrepreneurship Summit Teil davon zu sein.

Wie in der Geschichte von David und Goliath müssen Sie aber Ihren Kopf, Ihre Kreativität, Ihren Witz einsetzen, nicht die Mittel der Riesen. Gegen Goliath hilft vor

ENTREPRENEURSHIP SUMMIT 2018: 6. Oktober 2018: 9.00 Uhr – 22.00 Uhr 7. Oktober 2018: 9.30 Uhr – 18.00 Uhr Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem www.entrepreneurship-summit.de


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