DOKUMENTATION SASKIA TSCHECH
Touched by a goddess Objects to wear and marvel at
Praktische Bachelor Arbeit Saskia Tschech Frühlingsemester 2022 Hochschule Luzern, Design & Kunst XS Schmuck
Inhalt
9 Vorbereitung
15 Wasserperlen
19 Wassergeelperlen
25 Einblick Werkstatt
31 Porifera
45 Fotoshooting mit Raisa Durandi
51 Ballonetta
59 Ringe
71 Jungverung - Performance
89 Danksagung
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Es hat etwas Beunruhigendes die Kontrolle abzugeben, aber gleichzeitig auch etwas Verlockendes. Objects to wear and marvel at folgen einem spannenden Balanceakt. Im freien und intensiven Spiel mit verschiedenen Prozessen und Produktionsmethoden entstehen Arbeiten aus Materialien wie Silikon, Kupfer, Silber, Latexhäuten und Pigmenten. Hier sucht Saskia Tschech den Zufall - die Magie - immer am Rande des Kontrollverlustes und vollbringt so kleine Wunder. Ob Tastobjekt oder tragbarer Schmuck, Saskias Arbeiten sind lustvolle Einladungen um berührt zu werden.
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Vorbereitung THEMA FINDEN
Während dem ich an der schriftlichen Arbeit schrieb, war ich wenig mit Material am Arbeiten. Im Hinterkopf war die praktische Arbeit immer präsent. Meine ersten Gedanken drehten sich um griechische Mythologien und ihre Göttinnen. Ihre Geschichten faszinierten mich und ich hörte viele Podcasts, Hörbücher und schaute Dokumentationen über Gaia, Nike oder Medusa. Mein Ziel dabei war, durch die Geschichten und Assoziationen mein Thema zu entdecken. Allgemein war ich am Anfang vor allem mit dem Kopf auf der Suche nach dem Thema. Später erkannte ich, dass mein Kreativprozess bis jetzt immer in Materialexperimenten begonnen hatte.
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Aufgefädelte Wassergeelperlen, Popkorn Experiment, Weinglas auf Sticker, Kaleidoskop Experiment
Was berührt mich? Was ist mir wichtig? Was habe ich zu sagen? Was sind meine Themen? Wo spüre ich ein „kribbeln“? Durch diese Fragen erhoffte ich mir herauszufinden, welches Thema schon längst in mir schlummert. Mein Vorhaben ist geschrieben und abgegeben. Jedoch bleibt das inhaltliche Thema offen. Dass mein Vorhaben genau mein Vorgehen, wie ich es zum Schluss verfolgen werde, beschrieb, merkte ich erst viel später. Ich hatte mühe, Material zu brauchen, wenn es für mich noch keine inhaltliche Begründung gab. Der Austausch mit Freunden über meine Hemmung ins Material zu gehen tat mir gut und ich merkte, dass ich hier fast zu ökologisch denke. Zu ökologisch, weil es mich in meinem Kreativprozess hindert. Dafür brauchte es einen Reflexionsprozess mit meiner Arbeit, damit ich lerne, mir zu vertrauen, dass das was ich herstellen werde, seine Berechtigung haben wird, das Material dafür verwendet wurde - sogar wenn die Materialien für die Umwelt belastend sein könnten. Daraus entwickelte sich meine ersten weiteren Ideen. Körperbezogene Objekte zu gestalten, welche einmalig funktionieren. Dass sich Mensch einen Zeitpunkt aussuchen muss, um seinen Schmuck zu “aktivieren.
Durch die Auslösung wird sich das Objekt für immer verändern. Der Prozess ist unumkehrbar, und nicht wiederholbar. Da kamen mir als Beispiel Popkorn in den Sinn. Erst habe ich das Maiskorn, wenn es erhitzt wird ein Popcorn. Beide sind vollkommen - ich fälle aber zu einem von mir gewählten Zeitpunkt den Entscheid, die Verwandlung durchzuführen. Dieses Thema würde vieles beantworten von meinen vorangestellten Fragen. Sich Zeit nehmen, bewusst leben, mit Material bewusst umgehen, entscheiden können, im Moment sein, geniessen, Gemeinschaft. Nach ersten Experimenten verging mir aber schnell die Lust am Prozess, ich fühlte kein Feuer. Während einem Brainstorming-Bar Abend war ich fasziniert von meinem Weinglas, dass zufällig auf einem Sticker stand. Kaleidoskopische Objekte! Kaleidoskope, Infinitispiegel, allgemein begeistern mich Spiegelungen im Alltag. Diese Freude anderen Menschen weiterzugeben fand ich eine schöne Idee. Kleine Wunder im Alltag entdecken durch einen neuen Blickwinkel. Aber auch hier hatte ich bald nicht mehr das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein Im Kopf hatte ich fertige Ideen und hätte in die Produktion gehen können. Jedoch fühlte es sich für mich ungewohnt und nicht ausgeschöpft an, nicht durch einen aktiven Prozess zu meinem Resultat zu kommen.
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VORHABEN
Motivation Im Studium lernte ich, dass wenn ich von mir ausgehe, von dem was mich berührt, es schaffe Objekte zu fertigen, die auch bei anderen Menschen emotionale Reaktionen auslösen. Ich möchte Menschen mit meinen Arbeiten berühren und selbst berührt werden. Und das nicht nur physich, auch metaphorisch, mit Hand und Herz. Es soll mir gelingen die Schönheit, die ich sehe und spüre, an Hand einer Vielzahl an Objekten mit Körperbezug zu kreieren. Ich möchte mich ausdrücken – in einen Prozess einsteigen - persönliche Objekte machen „der Weg ist das Ziel“. Ich mach mich auf die Suche nach meiner inneren Göttin, nach Selbsterkentniss und Inspiration. Ich möchte die Magie, die Schönheit, die kleinen Wunder die ich im Alltag erlebe festhalten. Entstehen sollen eine Vielzahl von Objekten mit Körper- und Schmuckbezug, deren Qualitäten sich erst durch eine vertiefte Ausseinandersetzung erschliessen. Ich suche die Wahrnehmung im Subtilen, im nicht Offensichtlichen. Ich möchte „das poetische, die Zerbrechlichkeit und Kurzlebigkeit“ feiern. Es geht um den Fokus auf das Momentane und weniger das Permanente, das mich begeistert. Ich werde Achtsam sein und sensibel.
Dafür brauche ich Material, um meine Entdeckungen transportieren zu können und sichtbar zu machen. Ich werde mit schnell verarbeiteten Materialien experimentieren und in unterschiedliche Arbeits-prozesse, wie beispielsweise mit Epoxidharzen, keramischen Materialien und Wachsen prozess-orientiert arbeiten. Die finalen Resultate sollen so präsentiert werden, dass meine Arbeitsprozesse sichtbar bleiben.
Vorgehen Experimentieren, Experimentieren, Experimentieren. Erst durchs Machen, durchs achtsame Wahrnehmen von Material und Form, komme ich zu spezifischen Ideen und Inhalten. Durch regelmässige Präsentationen und Feedback meiner Kolleg*innen und den Dozierenden, reflektiere ich meine Arbeiten und kann meine Experimente so thematisch zu spitzen.
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Wassergeelperlen NEUES MATERIAL - NEUES GLÜCK
Aufgrund meiner Faszination, wie sich Wasser-
Zufrieden von dem Guss beschloss ich in der Schule
geelperlen verhalten, wenn eingefärbtes Wasser
Zinn direkt in die Perlen zu giessen. Einen Tag
hindurch
ihren
später entdeckte ich genau dieses Experiment auf
durchsichtigen Kugeln spiegelt, bestellte ich mir
Instagram. Da verlor dieses Experiment erst mal an
40‘000 Stück.
Reiz.
Nach den ersten Experimenten mit Wasserfarbe zu
Lange konnte ich mich nicht von den Gussbäumen
Hause, goss ich in der Schule Wachs in einen vollen
lösen - Kill your Darlings - als ich die Struktur
Eimer Wassergeelperlen. Die Objekte begeisterten
einen Monat später von den Angüssen wegschnitt
mich. Kombiniert war diese Idee damit, dass ich
bekamen die Objekte eine neue Wertigkeit. Damit
eine Woche später zu Peter Bauhuis fuhr, um
sie angenehm in der Hand liegen, müsste ich schon
ihn bei einem Gusstag zu assistieren. In seiner
im Wachs bewusst auf scharfe Kanten und spitze
Werkstatt durfte ich zwei Couvetten füllen und
Enden achten, damit ich mit wenig Aufwand den
fuhr mit einem Bronze und einem Kupferguss von
fertigen Guss überarbeiten kann.
fliest
und
München nach Luzern.
sich
die
Welt
in
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24h Aufnahme Tag EIN WEITERER VERSUCH
IImmer noch auf der Suche nach meinem Vertiefungspunkt war der Plan durch eine Dadaistische Spielmethode, auf welche ich in meiner Recherche für meine schriftliche Arbeit stiess, auf neue Ideen zu stossen. Ich bat ungefähr 30 Menschen an der Schule mir auf verschiedene Würfel Begriffe zu schreiben. Die Würfel waren auf verschiedene Vorgaben beschränkt: -
ein Wort eine Zeit Angabe eine Grössenangabe eine Aktion Anzahl an Zusätzlichen Materialien 2x ein Material Würfel
In dieser Nacht würfelte ich immer wieder und erfüllte mit der ersten Idee, die ich durch den Wurf bekam, eine Aufgabe.
Fast immer war es eine kleine Performance. Zum Beispiel hatte ich die Begriffe: so lange bis du etwas rotes siehst (Zeit) Augenbrauen rasieren (Action), Pergament und Gras (Material), zwei zusätzliche Materialien. Für diese Aufgabe nahm ich als Zusatz eine Feile und statt Pergament (da ich keines fand) eine Serviette. Ich feilte mir langsam eine Augenbraue weg, bis es blutete. Das Blut fing ich mit der Serviette auf und “bewässerte” damit die Grashalmwurzel, welchen ich in die Serviette steckte. Am Schluss war für mich klar, dass ich die Performance gar nicht machen müsste und es spannender finde, wenn ich sie nur aufschreibe und sie die betrachtende Person in Gedanken sieht. Wie muss ich die Würfel gestalten, damit bei jedem Wurf ein spannenden Gedankenspiel entsteht? Reicht schon ein 2.2m grosser Würfel, der im Raum steht und dadurch nur 4 Seiten gesehen werden können? Diese Arbeit bleibt erst Mals in meinem Notizbuch, diese Idee möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt verfolgen.
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Diese 24h arbeiten befreiten mich von dem Druck - deshalb entschied ich mich in die Kunststoffwerkstatt zu gehen und einfach los zu legen- mit Material zu spielen.
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Kunststoff-Werkstatt
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SPIEL MIT MATERIAL
Um meinen Ideenfluss zu optimieren, weiss ich
angekommen bin. Zum Beispiel, wenn mir auch
von mir, dass ich viel Material um mich herum
spät abends wieder Ideen kommen was ich am
brauche. Ich muss sehen, was mir zur Verfügung
nächsten Tag noch versuchen könnte. Bis zum eine
steht, dass bringt mir immer wieder neue Ideen.
meiner Arbeit werde ich um die 900 Ballone bestellt
Dadurch entsteht ein Wechselspiel aus Zufall und
haben und ungefähr 550 verbraucht haben.
bewussten Entscheidungen. Während
dem
arbeiten
fand
ich
es
eine
Als Startidee wollte ich Ballone in Silikon tauchen
Verschwendung, wenn der Silikon, der von den
und als zweiten Schritt in Gips oder Ludur. Ich
bestrichenen Ballons herunterfloss, irgendwann zu
wollte herausfinden, was passiert, wenn ich danach
dick um nochmals zu bestreichen aber auch noch
das Material breche.
so flüssig, das er zu schade war wegzuwerfen, übrig blieb. Dadurch goss ich einmal alles in den
Bis zum Ende meiner Bachelorarbeit werde ich
herumstehenden Wassergeelperlen Eimer.
aber nie mehr Gips berühren. Ich war hin und weg
Die Struktur welche sich ergab, wenn ich die
vom Silikon. Mit den Ballonen Formen finden,
Materialien
Farbkombinationen, die Ballone aufschneiden, wie
spannend, das ich bald drauf bewusst den Eimer
lange ist der Silikon wie flüssig? Wie gross kann ich
mit Silikon befüllte.
werden? Wie kann ich die Tropfen Steuern?
So ergab sich der Start für meine finalen Objekte.
Wann lasse ich den Ballon in der Silikonhülle platzen damit die Silikonhaut schrumpelig wird? Welche Materialien kann ich noch bestreichen? Schon nur mit Ballonen und Silikon war ich zwei Wochen konzentriert am arbeiten um die Materialien kennen zu lernen. Ich (bestimmt geht es vielen so) spüre wenn ich bei einer Idee
aus
dem
Eimer
fischte,
war
so
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Experimente aus der Kunstoffwerkstatt, Sillikon, Draht, Ballon, Netze, Nähnadeln, Pigmente, Perlen, Edelstahlkette
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Kupfer, Ballon, Silikon
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Silikon, Ballon, aus den Abschnitten konnte ich Saugnäpfe herstellen
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Einblick Werkstatt EXPERIMENTIEREN, EXPERIMENTEIREN, EXPERIMENTIEREN
Meine Konstruktionen in der Werkstatt wurden immer gezielter. Irgendwann wusste ich, welchen Abstand und Winkel die Ballone haben müssen, zu welcher Zeit ich welchen Silikon giessen muss, um eigenen spannenden Fluss zu bekommen. Die bunten Ballone, welche ich nur mit weissem Silikon bestrich, gefielen mir optisch sehr. Das es eine Art Täuschung gab und durch den Ballon eine klare Farbe. Mit dem Verlauf der Zeit musste bzw. wollte ich mich entscheiden, welches Konzept ich vertiefen möchte. Die organisch wirkenden überzogenen Ballone oder die weissen, welche mich stärker an Korallen erinnerten. Durch meine anderen Experimente erschloss sich, dass ich mich auf Körperextension konzentriere. Wucherungen.
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Tests an der Büste für mögliche Tragbarkeit
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Immer wieder suche ich den Körperbezug und untersuche die Tragbarkeit, Materialien: Sillikon, Ballon, Nagellack, Draht, Plexiglas
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Alle meine Experimente untersuchte ich immer wieder auf ihre Tragbarkeit. Dabei merkte ich, dass ich, vor allem zu Beginn gleich an Ketten, Ringe oder Ohrringe dachte. Ich versuchte in Schmuckbüchern Inspiration zu finden, um weniger alltägliche Lösungen zu finden. Da meine Stücke ebenfalls ungewöhnlich sind, wollte ich auch eine ungewöhnliche tragbare Lösung finden. Abschnitte von den in weissem Silikon gebrauchten Ballone waren wunderbare Saugnäpfe. Eine Arbeit, die ich gerne nach meinem Abschluss beenden möchte. Für die begrenzte Zeit musste ich mich entscheiden, welche Arbeiten ich weiterverfolge, um mich mit Form, Materie und einem sauberen finish vertiefen konnte.
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Fotografie: Pawel Streit
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P o r i f e r a VOM PROZESS ZUM FERRTIGEN OBJEKT
Porifera bedeutet auf lateinisch: porus ‚Pore‘ und ferre ‚tragen‘ es ist der latinische Name für den Tierschwamm. Die Optik meiner Arbeit erklärt den Titel für meine Arbeit eigentlich schon fast genug. Da sie an der Haut geklebt, an eine Wucherung erinnern soll, passt die lateinische Übersetzung wunderbar. Wie meine Arbeit setzen sich auch Tierschwämme auf einer Oberfläche fest und schmücken (in meinen Augen zumindest) ihren Lebensraum. Meine
Arbeit
soll
losgelöst
von
Normen
getragen
werden. Ihre Formen und grössen wurden bewusst von mir zugeschnitten. Die Lösung, welche ich in Roségold vergoldeten Kupfer gesucht habe, unterstützen die Form und Farbigkeit der Objekte. Porifera
soll
ein
Statement
unkonventionelle Weise zu tragen.
sein,
Schmuck
auf
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FINISH SUCHEN
Für meinen bisher gewohnten Arbeit-
herzustellen, löten, feilen, schleifen und
Prozess fing ich bei diesem Projekt früh
Ösen herzustellen, waren Arbeiten, in
an, nach dem finish zu suchen.
denen ich noch nicht geübt war. Es ist
Wie kann ich meine Stücke unterstützen,
toll konnte ich (mit Hilfe) viel neues
damit sie in ihrer Wertigkeit unterstütz
lernen.
werden? Wie viel braucht es dazu? Durch längeres Versuchen und Pröbeln, Mein erster Gedanke war: Möglichst
ergab sich Schritt für Schritt die Form
viel, gross, am liebsten direkt alles auf
des Broschenpins. Um einen guten Griff
eine Person giessen und ein einziges
zu haben, wurde ein Kufperrohr an der
komplexes
Drehbank gedreht.
Stück
ausstellen.
Durch
genaues Hinschauen wurde mir bewusst, dass
die
Objekte
alleine
genauso
Damit das Stück durch den Leim nicht
spannend sind “nur” noch bewusste
beschädigt wird, entschied ich mich
Entscheidungen benötigen um fertig zu
für eine Lösung aus Kupfer, welche
sein. An Mitstudierenden versuchte ich
einen flachen Boden als Klebefläche und
die Stücke “Porifera” aus, um zu sehen,
ein “T” angelötet hat, welcher in das
wie sie wirken. Durch Ketten bekamen
“Schäumchen” eingehakt werden kann.
sie eine neue Dimension. Das
Konzept
der
Arbeit
“Porifera”
Um die Arbeit “Porifera” in ihrer Form
ist, dass eine Hälfte des Stücks eine
zu unterstützen, und einen Hinweis auf
Broschierung direkt an der Kugel haben,
den den Herstellungsprozess zu geben,
dieser Teil kommt an die Kleidung. Die
entschied ich mich, 14 mm grosse Kugeln
andere Hälfte wird mit Mastix direkt auf
aus
die Haut geklebt.
Kupfer
herzustellen.
Abgesehen
davon war mir wichtig, während meinem Abschluss möglichst vieles zu lernen. Die Kugeln so rund und genau wie möglich
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Kupfer Kugel aus zwei Hälften zusammen gelötet, auf der Drehbank gedrehte Pinnadelkappe
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Um die Arbeit abzurunden, bearbeitete ich ein altes Tinten Glas und befestigte den Originalmastix (Theaterleim) Pinsel in der Flasche. Um eine Verbindung zu den Stücken herzustellen, entschied ich mich für Kupfer. Der Mastix bekommt dadurch einen Look, welcher mich an eine alte Parfümflasche erinnert - wie Parfüm soll auch die Arbeit Porifera an bewusst gesuchte Stellen am Körper angebracht werden.
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Pawel Streit Fotografierte meine Arbeit an Severin Villiger und Sophie Willener, eine lehrreiche Erfahrung
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Foto: Pavel Streit Model: Severin Villiger
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Fotoshooting mit Raisa Durandi Für mich war klar, dass meine Objekte nahe an der Haut und der Berührung sein müssen. Sie haben etwas intimes, was bestimmt mit der Materialität, Farbigkeit und ihrem fragilen Aussehen zu tun hat. Das ich sie in einem (meist hellen, fleischigen) Hautton eingefärbt habe, soll einen dezenten Hinweis sein, um Mensch zur vorsichtigen Berührung zu animieren. Wenn Menschen meine Arbeit das erste mal sahen konnte ich beobachten das sie die Poriferas erst vorsichtig kennenlernen und es erst dann stärker berühren, wenn sie sicher sind, das sie es nicht beschädigen können. Solche Berührungen wünsche ich mir mit meinem eigenen Körper ebenfalls. Dieser Gedanke schwingt mit, war aber nie zentral in meiner Arbeit. Vor allem ging es um eine Prozessverfolgung. Während dem Shooting mit Raisa Durandi war eine unglaublich liebevolle Energie da. Vor dem Shooting sprachen wir über die jeweiligen Grenzen. Die Schönheit, die auf den Bildern zu sehen ist, spiegelt voll und ganz die Stimmung die im Fotostudio war. Was meine Models: Sophie Willener, Eva Maspoli, Luisa Viggiano und Jodie Schulthess, als besonders schön beschrieben war, dass sie auch durch die Objekte verbunden waren. Wenn ich ein Stück bei Eva bewegte kitzelte und streichelte die Kette auch eine andere Person. Diese gemeinsame Erfahrung stärkte meine eigene Freude an der Arbeit.
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Fotografien: Raisa Durandi Models: Sophie Willener, Eva Maspoli, Luisa Viggiano, Jodie Schulthess
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Foto: Pawel Streit
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Foto: Pawel Streit
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Balonettas VOM PROZESS ZUM FERRTIGEN OBJEKT
Die Arbeit Balonettas, ist das Resultat einer intensiven Prozessverfolgung. Es war eine schwere Geburt.. Am Anfang mochte ich sie sehr und konnte mich kaum satt sehen wenn die unterschiedlich farbigen Sillikone über die Ballons flossen. Dann stockte ich lange mit der Tragbarkeit und kam auf keine Lösung, die mir schlüssig erschien. Direkt auf die Haut kleben? Müssen sie aus T-Shirts heraus wuchern? Ist es organisch, Organe nahe dem Eileiter oder Ailieneier? Ich gab mir für den Fertigstellungsprozess fast so viel Zeit wie für den Herstellungsprozess. Bei dieser Arbeit habe ich gelernt, dass es sich lohnt, geduldig zu sein und Vertrauen in den Prozess zu haben. Der Prozess ist erst zu Ende wenn das Stück fertig ist. Die Stücke sind überall an der Kleidung und unter der Kleidung tragbar, so lange es eine geeignete ansteckbare Stelle hat, wie ein BH träger. In der Tragbarkeit so wie den gefundenen finishs, besteht eine Verbindung zu den Poriferas. Die sichtbare Kupferhalbkugel erinnerte mich am Anfang an die Klitoris. Auch ist sie so oder so ein weiterer Punkt am Stück, welcher sich angenehm anfühlt zu berühren.
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Aus Kupferblech und Stangen, punsiert, feilte und lötete ich die Ansteckverbindungen
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Foto: Pawel Streit
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Foto: Raisa Durandi
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R i n g e VOM PROZESS ZUM FERRTIGEN OBJEKT
Durch eine Recyclingidee entstanden die ersten dieser Stücke. Bei der Herstellung der Balonetas schnitt ich immer die langen Enden des Ballons ab. Mit der Zeit hatte ich so viele, das ich entschied auch sie zu nutzen. Mit Epoxidharz goss ich die Abschnitte in einen Maldeckel. Am nächsten Tag beim Auspacken bemerkte ich, dass sie eine kaleidoskopische Funktion haben, wenn Mensch durch die Ballonabschnitte blickt. Genauso wie mich der Blick durch die Abschnitte faszinierte, faszinierte mich auch die Haptik. Auch an diesen Objekten wurde lange getüftelt. Erst überarbeitete ich die runden Deckelabgüsse. Ein Loch, eine schöne selbst gemachte Sicherheitsnadel und das Stück währe tragbar.. Mich nahm es aber wunder, wie sich 925 Silber verhält, wenn es mit eingegossen wird. Kann ich einen Kaleidoskopring herstellen? Aus gewalztem 4 mm 925 Silberdraht lötete ich Ringe und die Aussenform. Nach dem Polieren goss ich Epoxidharz direkt hinein und platzierte die Ballonabschnitte. Danach überarbeitete ich die Stücke, bis der Rand keine scharfen Kanten mehr hatte und überall gleich viel vom Silberdraht zu sehen ist. Da ich ziemlich aus der Übung war beim Randpolieren, rutschte ich ab. Auch mit Nagellack und anderen versuchen, liess sich das Stück nicht sauber reparieren. Für mich und als Anschauungsobjekt finde ich sie wunderbar. Für den Verkauf habe ich aber den Anspruch an mich selber, dass die Arbeit fehlerfrei ist und würde die Stücke nochmals machen. Für die Bachelorarbeit war es eine Zeitliche und Energiereserven Entscheidung, diese so zu belassen.
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Silber, Epoxidharz, Ballonabschnitte, Sillikon
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Foto: Raisa Durandi
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Raisa Durandi Fotografierte einen Prototypen von mir, eine Idee ist, die Silikonmatte für Kleidung zu verwenden. Genau so wie die Arbeit auf Seite Nr. 97. Denn wenn jemensch über die Ballonabschnitte mit der Hand streicht, fühlt sich das ganz eigenartig an auf der Haut. Mich persönlich kribelte es bis in die Füsse.
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Jungverung
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PERFOMANCE
Schon sehr früh fragte ich mich, ob ich meine Objekte als Lösung ebenfalls im Prozess direkt auf die Haut giessen kann. Um die eher kleinen Objekte zu Unterstützen war für mich klar, ich möchte eine grössere Arbeit machen. Erst unterbewusst und schliesslich mit genauer Planung entwickelte sich meine erste Performance “Jungverung”. Klar war mir, das ich mindestens 2-kg-Sillikon über einen Menschen giessen möchte. Eine Abformung neu Formung und Verformung. Um möglichst gut vorbereitet zu sein, verabredete ich mich zu einem Zoommeeting mit Anina Schenker. Sie konnte mir helfen und aufzeigen, was alles in einer professionellen Performance geplant werden muss. Die wichtigsten Fragen, welche ich für mich klären musste, waren: -
Wer sind wir? Wie sehen wir aus? Wo sind wir? - Raum? - Universum? Was möchte ich bei den Betrachtenden auslösen?
Damit ich noch vorbereiteter bin, verschob ich meinen ersten gesetzten Termin. Meinen mit Performaner*innen schickte ich im vorhinein mein Storyboard, damit auch sie vorbereitet kommen. Zu Hause testete ich in einer Nachtschicht den hautfreundlichen Sillikon. An mir und an einem sehr behaarten Männerbein, um das Schmerzlevel abschätzen zu können, wenn sich Severin wieder aus dem Silikon befreien wird. Wir fanden heraus, dass mit viel Vaseline und einer Strumpfhose darüber die Entfernung fast schmerzfrei funktioniert.
Auch die Zeit musste ich genau wissen. Wann verhält sich der Silikon wie? Nach dem ich mit dem Silikon vertraut war, machte ich mich ans Outfitt nähen. Am Schluss fand ich das ein einfach gehaltenes Kleid aus Abdeckfolie, Klebeband und einer selbst gemachten Badekappen-Krone am besten funktioniert. Das ganze Szenario sollte einen skurrilen Look bekommen. Denn mit dem Übergiessen, fand ich, das es schnell eine religiöse Assoziation bekommt. Da ich dies nicht verhindern kann, entschied ich mich, dass es an eine unbekannte Welt erinnern soll. Unklar wer wir genau sind, um dem nicht zu viel Wichtigkeit zu geben. Am Mittwoch, 8. Juni 2022, war es so weit, um 17.00 Uhr versammelten wir uns im Raum 312 an der HSLU D&K. Ich hatte im Vorhinein die Materialien mit Lukas hingebracht. Während den Testfotografien bemerkten wir, dass auch der ganze Boden weiss sein musste. Auch entschieden wir uns gegen die Szene, in der Severin eingekleidet wird, da es umständlich war, bis alle Strumpfhosen auf seinem Körper richtig platziert waren und dafür für mich zu wenig spannend war. Wir machten einen Probelauf, um einen reibungslosen Ablauf zu planen und darauf zu achten, wie die Bilder auf der Foto und Videokamera wirken. Wir merkten, dass es das Bild stört, wenn zwei die Leiter halten und passten auch das meinem Skript an. Danach legten wir los - Vorfreude, konzentriert und ruhig. Es folgen Bilder vom Ablauf.
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Ablauf den ich verschickt hatte
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Am anfang stand Severin noch aleine im Raum. Ich kam rein, Vivi brachte und holte die selbstgemachte Kupferschale.
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Severin floss Silikon in seine Strumpfhosen-Hülle. Wir mussten mit der Nagelscheere improvisieren und seine Brusthaare entfernen.
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Wir waren zu gwunderig - wir mussten die Hülle kurz anschauen, ganz vorsichtig legten wir sie weider zurück
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DANKSAGUNG Durch Mein grössten und herzhaftigsten Dank geht an meine Eltern, durch welche ich dieses Studium machen konnte, mir in meinem Leben den Grundstock mitgegeben haben, dass ich jetzt hier abschliessen kann. Monika Meier Tschech Christoph Tschech Ein riesen und krasses Danke richte ich an Christoph Zellweger Salome Bruggisser für ihre stetige Unterstützung, Geduld und Herzlichkeit während der letzten drei Jahre wirklich riesen Danke, ihr seid Super! Für ganz viel wertvolle Unterstützung, Kritik und Motivation danke ich Anina Schenker Ilona Schwippel Mònica Caspar Alle XS (Gast)Dozierenden die während und neben den Mentoren Meetings eine riesige Hilfe für mich waren. Ein grosses Dankeschön an alle Menschen, die mir in den Werkstätten geholfen haben wie Isabel, Andre, Rene und Nadja - und mein Chaos so gut akzeptiert haben. :) Meine XS Buddy-Freunde-Gang die mir mit Rat, Tat, Kaffes, Bier sehr viel geholfen haben und allem voran eine grosse Mentale Unterstützung waren Jenny, Chrisi, Nicle, Beni, Fäbu, Tobi
Dank der Talentierten Raisa Durandi Pawel Streit Balz Schlegel Melissa Bechter habe ich wundertolle Fotografien von meinen Arbeiten. Wärmsten Dank dafür - es war eine Freude mit euch zu arbeiten. Dabei spielten auch alle Models eine grosse Rolle mit Sophie Willener Eva Maspoli Luisa Viggiano Jodie Schulthess Aller herzlichstes Danke schön, eine kleine Ehre durfte ich meine Arbeit an euch fotografieren lassen. Meine Performance war dank Severin Williger Vivi Jordi Flavio Dali Lukas Huwiler Balz Schlegel möglich und gelungen. Vielen Dank fürs mitmachen, mitdenken und den Abend zu verzaubern. Besonderen Dank an Severin der (fast) ohne mit der Wimper zu zucken Wort wörtlich Haut und Haar dafür gegeben hat. Und dann bin ich auch SO froh um alle meine Freunde die in den letzten Monaten für mich da waren und viel Geduld mit mir hatten und Verständnis und ich mich jeder Zeit melden durfte. Sophie, Melissa, Barbara, Nibha, Hubi, Lou, Fla, Balz, Vivi
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1000 Dankeschöns und Knicks an alle wunderbaren Helfenden Menschen - in Erinnerung und im Herz verewigt
Lukas Huwiler, Severin Villener, Vivi Jordi, Flavio Dali und Balz Schlegel, Verschwitzt und Glücklich nach der Performance
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Foto: Raisa Durandi
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Saskia Tschech Reusszopf 21 6015 Luzern saskia.tschech@gmail.com 078 967 02 04