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Sitta+, Sherine Keller, BA Objektdesign, 2026

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SITTA+ SITTA+ SITTA+ SITTA+ SITTA+

SITTA+

Künstlerisch-gestalterische

2026 Projektdokumentation

Kontext Kontext Kontext Kontext Kontext

Kontext Kontext

+Korrektes Sitzen ist für uns Menschen essenziell. Vor allem, wenn in der Schule über einen längeren Zeitraum aufgepasst werden muss. Für Kinder mit Kleinwuchs passt der typische Schweizer Schulstuhl mit den zwei Holzflächen und der Metallverbindung jedoch oft nicht. Daher muss vor der Einschulung oder bei einem Schulwechsel zuerst ein passendes Modell gefunden werden. Teilweise werden Stühle sogar extra angefertigt. Ein anderes Stuhlmodell kann nicht nur zu Ausgrenzung oder Stigmatisierung führen, sondern ist auch immer mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Darüber hinaus kann die Nutzung eines abweichenden Systems für Kinder mit Kleinwuchs eine starke Belastung darstellen.

Bei Hilfsmitteln oder Produkten speziell für Menschen mit Behinderungen kommt es zudem häufig vor, dass sie fast nur auf Funktionalität und nicht auf das Design ausgelegt sind. Ihr Aussehen gleicht daher nicht dem eines ästhetischen Produktes. Umso wichtiger ist es, auch Kindern mit Kleinwuchs eine ansprechendere und zugänglichere Lösung zu bieten.

Prototyping

Prototyping Prototyping Prototyping

Prototyping Prototyping

Zur schnellen Erstellung von Prototypen und Volumen habe ich mich dazu entschieden, lange Ballons zu verwenden, um die Form zu finden. So konnte ich sie direkt an den Stuhl anpassen und sehen, was ästhetisch passend ist. Dabei habe ich mit verschiedenen Formen an der Rückenlehne, an der Seite und an der Stange experimentiert.

Formfindung Formfindung Formfindung Formfindung Formfindung Formfindung

Verlauf der Formfindung von oben nach unten.

Das 3D-Druckverfahren hatte einen grossen Einfluss auf die Formfindung. Durch leichte Veränderungen, wie das Biegen oder Schrägen einer Wand, konnten Fehler minimiert und die Stabilität der gedruckten Elemente erhöht werden. Zu sehen sind hier Drucke, die durch ihre Biegung unterschiedliche auffallende optische Brüche verursachten, sei es durch die Anordnung der Schichten oder Stützen.

Um den Objekten eine einheitliche Optik zu verleihen, war es wichtig, eine Form kontinuierlich und ohne grosse Veränderungen beizubehalten. Dabei musste darauf geachtet werden, dass diese Form an allen drei Hauptstellen des Stuhls visuell und funktional passt.

Stuhllehne

Stuhllehne Stuhllehne Stuhllehne Stuhllehne Stuhllehne

Die Entwicklung des Lehnenzusatzes vom Objekt, das mit vielen Stützen gedruckt werden musste, bis zum fast fertigen Objekt mit glatter Oberfläche und nahezu keinen Stützen.

Eine der grössten Herausforderungen beim Lehenenzusatz war es, die Verbindung zwischen den Elementen so zu stabilisieren, dass sie hohen Krafteinwirkungen standhält. Aus diesem Grund wurde das Objekt in drei Elemente aufgeteilt, um die Krafteinwirkungen zu verschieben.

CAD-Modell des Lehnenaufsatzes

Beim Lehnenzusatz ist Teil 1 das Objekt, das an der Lehne eingehängt werden kann. Teil 2 ist das Objekt, das Teil 1 mit Teil 3 verbindet und die Verstellbarkeit auf die einzelnen Bedürfnisse gewährleistet. Teil 3 ist das Objekt, das den Rücken des Kindes stützt.

Seitenstütze Seitenstütze

Seitenstütze

Seitenstütze

Seitenstütze Seitenstütze

Erste Version der Seitenstütze mit einzelnen Löchern und Ablagefläche.

Tests der Prototypen und deren Funktionen wie beispielsweise das Verdecken von Löchern, die die Verstellbarkeit ermöglichen, oder das richtige Befestigen des Objekts.

Bei der Seitenstütze war die Klemmeverbindung zur Sitzfläche einer der Brennpunkte, da dort die meiste Kraft einwirkte und aus Bequemlichkeitsgründen nicht viel Material verwendet werden durfte.

CAD-Modell der Seitenklemme

Das Seitenelement besteht aus sechs unterschiedlich gedruckten Teilen, die insgesamt elf Teile ergeben. Die Fläche zum Ablegen des Arms wurde eingespart, da dies keinen Einfluss auf die Bequemlichkeit hatte und sich nicht gut mit dem 3D-Druck vereinbaren liess.

Fussstütze Fussstütze Fussstütze

Fussstütze Fussstütze Fussstütze

Ursprünglich war die Idee, mit Spanngurten zu arbeiten, um für die unterschiedlichsten Stühle flexibel zu bleiben. Mit den Spanngurten konnte die Stabilität, das heisst das Rutschen und das Wegkippen nach vorne aufgrund der Hebelkraft, aber nur sehr schlecht verhindert werden. Aufgrund der anderen Materialität der Spanngurte passte es nicht zu den beiden anderen Objekten, die mit Schrauben funktionierten, weshalb es verworfen wurde

Test des Stangenausschnitts, angepasst an die Grösse des Bigla-Stuhls.

Auch hier stellte die Krafteinwirkung in Verbindung mit dem 3D-Druck einen der schwierigsten Punkte dar. Durch das Design, spezielle Einstellungen beim 3D-Druck und eine neue Befestigung mit Schrauben konnte diese jedoch erhöht werden. Die Fussablagerung besteht dabei nur aus zwei 3D-gedruckten Objekten.

Verstellbarkeit Verstellbarkeit

Verstellbarkeit

Verstellbarkeit

Verstellbarkeit

Verstellbarkeit

Ein wichtiger Punkt, der bei allen drei Objekten eine Rolle spielte, war die Verstellbarkeit und Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichen Grössen der Kinder. Das heisst, der Lehnenzusatz kann nach vorne verlängert oder nach hinten verkürzt werden. Bei den Seitenstützen kann die Höhe eingestellt werden, sodass Kinder mit längeren Armen ihn tiefer und Kinder mit kürzeren Armen, was beim Kleinwuchs üblich ist, höher einstellen können. Auch die Fussstütze kann in einer passenden Höhe an der Stange montiert werden.

Die Objekte ermöglichen es somit, in nur wenigen Schritten auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

Befestigung Befestigung Befestigung Befestigung

Befestigung

Befestigung

Für die Befestigung der einzelnen Teile habe ich unterschiedliche Möglichkeiten und Mechanismen an verschiedenen Stellen ausprobiert. Einige eigneten sich an bestimmten Stellen des Stuhles besser, an anderen schlechter. Dabei war es wichtig, bei den Befestigungsmechanismen auf deren Verstellbarkeit bzw. Anpassungsfähigkeit zu achten, um die Unterschiede der verschiedenen Stühle bestmöglich auszugleichen.

Ansammlung von Schellen für Funktionstests

Umsetzung Umsetzung Umsetzung Umsetzung Umsetzung Umsetzung

Bis auf Schrauben, Gewinde und Moosgummi werden alle Objekte im 3D-Druckverfahren hergestellt. Das bedeutet, dass sie überall auf der Welt produziert werden können, sofern ein entsprechender Drucker vorhanden ist. Die entwickelten Objekte sind dabei optimal auf diese Herstellungsart ausgelegt. Sie benötigen nur die notwendigsten Stützstrukturen, wodurch die Abfallmenge reduziert wird. Zudem sind sie in spezifische Einzelteile unterteilt, um Ausschuss zu minimieren und die Stabilität zu erhöhen. Darüber hinaus wird diese durch die optimierte Ausrichtung der Objekte während des Druckprozesses nochmals verbessert. Aufgrund der Flexibilität des 3D-Druckverfahrens können einzelne Teile zudem schnell und einfach an unterschiedliche Grössen und Bedürfnisse angepasst werden.

Für das Anziehen und einen besseren Halt der Schrauben wurde Messinggewinde verwendet. Diese können in das Filament hineingeschmolzen und wieder herausgeschmolzen werden.

Die Fussablagerung benötigt etwa 18 Stunden zum Drucken.

Users Users Users Users Users Users

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Grössen bestimmen

Die Masse des vorhandenen Stuhls an den entsprechenden Stellen ausmessen und eintragen.

3 Objekte 3D-Drucken

Die Dateien werden auf den Drucker übertragen und in dem gewünschten Filament in den Auftrag gegeben.

5

Montage

Je nach Wahl können alle drei Teile bis zu einem Teil in der gewünschten Höhe und/oder Distanz fixiert werden.

7 Reparatur

Sollte ein Teil brechen, können die einzelnen Objekte neu gedruckt und ausgetauscht werden.

2 Farben wählen

Es kann eine Kombination aus einer Auswahl von Farben gewählt werden, je nach Nutzer:in von kunterbunt bis ganz schlicht.

4 Zusammenbauen

In die Verbindungsstücke werden M5-Messinggewinde geschmolzen, und die einzelnen gedruckten Elemente werden zusammengesteckt. Mit M5-Schrauben und -Muttern werden sie fixiert.

6

Nutzung

Nun können die Objekte von Schüler:innen frei genutzt werden und die Schulstühle sind optimal an die Bedürfnisse der Kinder angepasst.

8

Recycling

Ein Recycling der alten gedruckten Objekte ist möglich, aber sehr zeitaufwendig. Und das Ergebnis ist bisher noch nicht vollständig zufriedenstellend.

Reflexion

Reflexion Reflexion Reflexion

Reflexion Reflexion

+In dieser Zeit sind drei Objekte entstanden, die durch ihr Design und ihre Entwicklung aufzeigen wie wichtig es ist an Zugänglichkeit zu denken und dass auch Menschen mit Behinderungen, das Recht auf ästhetische Hilfsmittel haben.

Bei der Zugänglichkeit spielt auch das 3D-Druckverfahren eine grosse Rolle, da die Objekte so überall auf der Welt ohne grossen Aufwand gedruckt und verwendet werden können. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass der verwendete Kunststoff aus ökologischer Sicht kritisch zu betrachten ist. Es ist ein Material, das unseren Alltag prägt und dessen Auswirkungen uns langfristig begleiten. Auch wenn diese Symptomatik nur leicht dadurch gelöst wird, habe ich darauf geachtet, dass die einzelnen Elemente gut auseinandernehmbar sind. So können die Objekte bei Bedarf leicht repariert oder in das Monomaterial zurückgeführt werden.

Insgesamt war es ein Projekt, das mir viel Freude bereitet hat , wenn auch viel Durchhaltevermögen erforderlich war. Für mich ist es ein Projekt der Möglichkeiten, das dazu anregt, über die Umsetzung von Inklusion nachzudenken.

Dank an...

Mònica Gaspar

Thai Hua

Juri Liechti

Bigla AG

Bernhard Sievi

Antonio und Familie

Mitstudies

Familie und Freunde

+ +

(Projektdokumentation der Bachelorarbeit Sitta+ entstanden im Jahr 2026 an der HSLU Luzern Design, Film und Kunst.

In Unterstützung von Bigla AG in Hochdorf. Vielen Dank für den Austausch und die Bereitstellung der Stühle

Sherine Keller @musemuriel

Projektdokumentation der Bachelorarbeit Sitta+ 2026 HSLU Design, Film und Kunst

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