HSLU – Objektdesign
Nodus Viridis, Lou Vernier
Dokumentation Bachelor Arbeit 2025 –Lou Vernier
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Bachelorarbeit – Dokumentation
Projektbeschreibung Das Projekt „Nodus Viridis“ ist eine spekulative Auseinandersetzung mit der Frage, wie ein zukünftiges Zusammenleben von Menschen und Zimmerpflanzen aussehen könnte. Im Mittelpunkt stehen beziehungsstiftende Objekte, die als Vermittler zwischen beiden Lebensformen agieren. Ziel ist es, durch diese Objekte Achtsamkeit, Empathie und Wertschätzung gegenüber den grünen Mitbewohnern zu fördern. Damit trägt das Projekt zum SDG 13 „Klimaschutz“ bei, indem es das Bewusstsein für Umweltpflege stärkt und das Raumklima verbessert.
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Prozessverlauf 1. Erste Ideen: Die Oase Der Ausgangspunkt des Projekts war die Vision einer Oase. Ein Ort der Ruhe und Verbindung zwischen Mensch und Pflanze. Diese Oase sollte physisch erfahrbar sein: Eine erste Idee war ein grosses, organisch geformtes Gefäss aus tiefgebranntem Ton, das mit Wasser befüllbar und bepflanzbar wäre. Inspiriert von bestehenden Produkten mit ähnlichem Ansatz. Alternativ wurde erwogen, Erde mit einem Bindemittel zu mischen, in Formen zu pressen und daraus bepflanzbare Objekte zu gestalten. > Beide Ansätze scheiterten jedoch an der Umsetzbarkeit: Die Bepflanzung funktionierte nicht zufriedestellend, und die Objekte blieben zu nah an konventionellen Möbelstücken. Die Pflanze blieb Schmuck, ein dekoratives Objekt, nicht integrierter Teil des Lebens.
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2. Reflexion durch Theorie: Pflanze als interagierendes Lebewesen Die begleitende schriftliche Auseinandersetzung vertiefte das Verständnis für das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Daraus entwickelte sich der Wunsch, zu zeigen, wie Pflanzen funktionieren und auf ihre Umwelt reagieren. Eine Idee war die Gestaltung von gläsernen Laborobjekten, die ihre Künstlichkeit und die Fragwürdigkeit der Haltung von Pflanzen im Innenraum betonen sollten. Beispielsweise: Glaskuppeln mit regulierbarer Verdunklung, kontrollierter Wasserzufuhr oder anderen wachstum beeinflussenden Faktoren. > Diese Konzepte wurden jedoch verworfen. Sie kritisierten eher als dass sie neue Umgangsformen vorschlugen. Die Pflanzen blieben Objekte der Kontrolle und der Mensch als lenkende Instanz. Stattdessen sollte das Projekt eine Haltung von Demut und Beziehung fördern ein Miteinander statt ein Überordnen.
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3. Pflanzenbedürfnisse sichtbar machen In einem nächsten Schritt entstanden Ideen für Objekte, die Bedürfnisse der Pflanzen in menschlich verständliche Signale übersetzen Beispielsweise: Töpfe, die zerbrechen, wenn das Wurzelwerk zu gross wird Gefässe aus Erde, durch die herauswachsende Wurzeln sichtbar werden Pflanzgefässe, die sich zur Sonne ausrichten Akustisch signalisieren, wenn Wasser fehlt Pflanzentöpfe mit die von der Wand wegrollen, wenn die Pflanze zu nah ankommt > Diese Ideen thematisierten zwar eine neue Interaktionsebene, blieben jedoch im Bereich der technischen Darstellung bereits bekannter Bedürfnisse.
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Die Beziehung blieb funktional: „Was braucht die Pflanze und wie sage ich es dem Menschen?“
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4. Hin zu Achtsamkeit und Fürsorge Der entscheidende Perspektivwechsel kam mit der Frage: Wie würde eine Beziehung aussehen, wenn Fürsorge über das Notwendige hinausgeht? Statt Kontrolle oder To-do-Listen ging es nun um gegenseitige Aufmerksamkeit und Zuwendung. Inspiriert vom menschlichen Umgang mit Haustieren und Mitmenschen: Zuhören, Spielen, Pflegen, Beobachten. So entstanden Konzepte für Objekte, die diese Qualität auf Pflanzen übertragen. > So entstand die Idee der „Nodus Viridis“ – textilartige Objekte, die den Blick der Pflanze lenken und gleichzeitig ein Gefühl von Zuwendung vermitteln. Diese Objekte sind für beide: Mensch und Pflanze. Sie stärken das Zusammenleben, ohne es zu instrumentalisieren.
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Fazit Nodus Viridis ist ein Projekt, das sich im Laufe des Entwurfsprozesses grundlegend transformiert hat: von der anfänglichen Idee einer gestalterischen, fast skulpturalen Pflanzeninstallation hin zu einem sensiblen, beziehungsorientierten Designansatz. Anstatt Pflanzen weiterhin als passives Gestaltungselement oder dekoratives Beiwerk zu behandeln, verschiebt das Projekt die Perspektive – hin zu einem empathischen Miteinander zwischen Mensch und Pflanze. Im Zentrum steht nicht mehr die Kontrolle oder technische Optimierung pflanzlicher Bedürfnisse, sondern das bewusste Wahrnehmen, das Miteinander, das Interesse. Die entwickelten
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Objekte zielen nicht auf Funktionalität im klassischen Sinn, sondern auf emotionale Resonanz. Sie laden dazu ein, sich mit der Pflanze als eigenständiges Wesen auseinanderzusetzen – als Mitbewohnerin, nicht als Besitz. Nodus Viridis stellt somit eine Einladung dar, über unsere gewohnten Denk- und Nutzungsweisen von Natur im Wohnraum hinauszugehen. Es fordert auf zur Entschleunigung, zum Beobachten, Zuhören, Interagieren.Qualitäten, die auch in menschlichen Beziehungen zentral sind. Die Gestaltung wird zur Brücke, nicht zur Barriere. In diesem Sinne öffnet das Projekt einen neuen Raum: nicht für effizientere Pflege, sondern für ein tieferes, gleichberechtigteres Zusammenleben.
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