Soziale Arbeit
Recht und Wirklichkeit in der Sozialhilfe – Hindernisse für den Sozialhilfebezug und Umsetzung der Rückerstattungspflicht Luzerner Tagung zum Sozialhilferecht
Donnerstag, 29. Oktober 2026 Die Tagung wird online durchgeführt → hslu.ch/fachtagung-sozialhilferecht-2
FH Zentralschweiz
Luzerner Tagung zum Sozialhilferecht Die Sozialhilfe hat in der Schweiz die wichtige Aufgabe, Menschen aufzufangen, die durch die Maschen anderer Sozialsysteme fallen. Dennoch zeigen Studien, dass rund ein Viertel bis ein Drittel der Anspruchsberechtigten ihnen zustehende Leistungen nicht beziehen.
Vor diesem Hintergrund haben Pascal Coullery und Melanie Studer in einem zu Ende gehenden Forschungsprojekt untersucht, ob kantonale Sozialhilfegesetze selbst Hindernisse für den Zugang zur Sozialhilfe schaffen – und ob die Verwaltungspraxis, etwa im Intake-Verfahren oder während des laufenden Bezugs, dazu führt, dass Betroffene auf ihnen zustehende Leistungen verzichten. In ihrem Referat stellen sie die Ergebnisse vor: Sie haben alle 26 kantonalen Sozialhilfegesetze auf hemmende oder fördernde Normen analysiert, die Rechtsprechung und Praxis in drei Kantonen (Bern, Fribourg, Luzern) untersucht sowie Interviews mit Armutsbetroffenen, Sozialdiensten und NGOs geführt. Auf dieser Grundlage haben sie Handlungsempfehlungen erarbeitet, die einen niederschwelligen Zugang zur Sozialhilfe sicherstellen sollen. Ein zentrales Hindernis sind Rückerstattungspflichten. Diese sind kantonal sehr unterschiedlich geregelt und verwenden oft unbestimmte Begriffe wie «zumutbar» oder «finanziell günstige Verhältnisse». Benedikt Hassler und Christophe Roulin haben die Rückerstattungspraxis rechtmässig bezogener Sozialhilfe in acht Deutschschweizer Kantonen erhoben. Sie stellen ihre Ergebnisse vor, die eine erhebliche Varianz im Umgang mit den gesetzlichen Spielräumen zeigen.
Beide Referate werfen grundsätzliche wie praktische Fragen auf: Wie lässt sich eine rechtsgleiche Praxis sicherstellen? Was können einzelne Sozialdienste tun, um den Zugang zur Sozialhilfe und eine nachhaltige Ablösung zu gewährleisten? Diese Fragen diskutieren die Referierenden gemeinsam mit dem Publikum im abschliessenden Gespräch.
Kosten Tagungsbeitrag: CHF 100.–, Preis für Studierende: CHF 50.– (Alumni der Hochschule Luzern erhalten einen Rabatt von 10%) Anmeldung Das Anmeldeformular finden Sie unter hslu.ch/fachtagung-sozialhilferecht-2. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Anmeldeschluss ist der 28. Oktober 2026. Durchführungsort Online Kontakt Tagungsleitung Melanie Studer melanie.studer@hslu.ch T +41 41 367 48 59 Tagungsorganisation Ricarda Achermann ricarda.achermann@hslu.ch T +41 41 367 49 06
Programm 13:30 Uhr
Begrüssung und Eröffnung Nathalie Joder, MSc Soziale Arbeit, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berner Fachhochschule
13:45 Uhr
«Sozialhilfe: vom theoretischen Anspruch zur praktischen Inanspruchnahme» Dr. iur. Pascal Coullery, Dozent an der Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit Dr. iur. Melanie Studer, Rechtsanwältin., Dozentin und Projektleiterin Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
14:45 Uhr
Pause
15:15 Uhr
Unterschiede bei der Rückerstattung rechtmässig bezogener Sozialhilfe Dr. Benedikt Hassler und Dr. Christophe Roulin, Wissenschaftliche Mitarbeiter an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
16.15 Uhr
Diskussionsrunde mit den Referierenden Moderation: Nathalie Joder
16:40 Uhr
Abschluss
Programmänderungen vorbehalten.
T +41 41 367 48 48 sozialearbeit@hslu.ch hslu.ch/sozialearbeit
09-2026
Hochschule Luzern Soziale Arbeit Walter-von-Moos-Promenade 1 6005 Luzern