Nina Hotopp blurring lines
blurring lines Eine wesentliche Motivation in Nina Hotopps Malerei ist es, ihre Kunst als Vermittlerin des Unaussprechlichen zu nutzen. Der Mensch ist gewöhnlich fähig, innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde Gesichter und Körperhaltungen in Bildern zu deuten. Eine spannende Irritation tritt ein, wenn genau das nicht gelingt. Ist es eine Frau oder ein Mann? Ist es pure Selbstsicherheit oder gar Unsicher heit? Welche Brüche des Lebens, welche Ver letzungen der Seele wirken mit? Die Bilder von Nina Hotopp sind zeitlos. Nur auf den ersten Blick wirken ihre darge stellten Figuren auf zumeist großformatigen Leinwänden zugewandt, zärtlich, dynamisch oder auch in sich ruhend. Diese Stimmung wird jedoch irritiert durch eine sonderbare Kühle, die von den Bildern der Hamburger Künstlerin ausgeht und dabei den Betrach ter anzieht und einfängt. Es gelingt kaum, die Bilder nur im Vor beigehen wahrzunehmen ohne kurz inne zuhalten. Sehr subtil kreiert die Künstlerin Szenen und Motive in ihrer Malerei, bei der sie ihre charakteristische Bildsprache dazu nutzt, psychosoziale Bezüge darzustellen und das vielschichtige, oft widersprüchliche Seelen leben ihrer Figuren anzudeuten. Ihre Lein wände sind geprägt von der Spannung im Minenspiel ihrer dargestellten Personen und deren Beziehung zur Gesamtkomposi tion des Bildes. Mit ihren formalen Ausdrucksmitteln begibt sich Nina Hotopp in einen Balanceakt
zwischen figurativer und abstrakter Malerei. Dabei wird ihr Malprozess, gesteuert von einem thematisch roten Faden, meist intuitiv geleitet. Die expressive Farbgebung und der dynamische Duktus ihrer Formgestaltung vermitteln einen visuellen Sinneseindruck, der einen Großteil der kompositorischen Palette ausreizt. Dieses Spiel zwischen malerischen und grafischen Bildelementen beherrscht die Künstlerin exzellent. In ihrer dritten Einzelausstellung bei uns führt Nina Hotopp eindrucksvoll ihr Thema ›Die menschliche Figur in der Malerei‹ fort und deutet bereits im Ausstellungstitel auf die Mehrdeutigkeit ihrer Darstellungen hin: Blurring Lines.
Shift II . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 140 × 100 cm
Mother IV . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 60 × 50 cm
In Line II . 2018 Acryl, Öl auf Leinwand, 80 × 80 cm
Sitter X . 2018 Acryl, Öl auf Leinwand, 60 × 50 cm
Sitter XI . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm
Don‘t look XIV . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 70 × 50 cm
Kids . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 140 × 100 cm
Ride X . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 165 × 115 cm
On Top II . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 115 × 165 cm
Lovers . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm
Jumper II . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm
Don‘t look IX. 2018 Acryl, Öl auf Leinwand, 70 × 50 cm
Mother III. 2018 Acryl, Öl auf Leinwand, 130 × 120 cm
Ride IX . 2018 Acryl, Öl auf Leinwand, 140 × 130 cm
Twosome . 2018 Acryl, Öl auf Leinwand, 60 × 50 cm
Man . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 60 × 50 cm
Operators . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 140 × 100 cm
Men . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 60 × 50 cm
Alliance . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 165 × 115 cm
Dowry . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 110 × 140 cm
Einzelausstellungen, Auswahl 2017 2014 2013 2006 2005 2003 2000
HOLTHOFF-MOKROSS Galerie, Hamburg, ›Creature.Me‹ HOLTHOFF-MOKROSS Galerie, Hamburg, ›So tief ist dieser Abgrund nicht‹ CCA&A Gallery Showroom, Wohltorf, ›Neue Arbeiten‹
Grundbuchhalle des Justizgebäudes, Hamburg, ›Arbeiten von 2000 – 2013‹ Kunsttreppe, Hamburger Abendblatt, Hamburg, ›Mitgift‹ Galerie Gardy Wiechern, Hamburg, ›Innerer Raum‹ Galerie Lochte, Hamburg, ›Nebelläufer‹ Galerie Lochte, Hamburg, ›Scheinbar wunderbar‹
Gruppenausstellungen, Auswahl
Jumper I . 2019 Acryl, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm
Nina Hotopp 1969 1990 – 1995 1995 2001 – 2007 2015 – 2019 Seit 1995
Geboren in Hamburg Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg Diplom in Illustration bei Prof. Rüdiger Stoye Studium an der Hochschule Für Bildende Künste Hamburg Lehrauftrag für Malerei und Zeichnen an der HAW Hamburg, Department Design Arbeit als bildende Künstlerin in Hamburg
2019 Kunstverein Elmshorn, ›KAMMERSPIEL‹ mit Muriel Zoe Taylor Wessing, Hamburg, ›#003 MALEREI‹ 2018 add art bei vangard, Hamburg Taylor Wessing, Hamburg, ›#001 COLLAGEN & ANDERE INTERPRETATIONEN‹ 2017 Galerie der GEDOK, Hamburg, ›Zeichen und Zeichnung‹ 2016 Galerie der GEDOK, Hamburg, ›NESTING‹ 2015 Galerie der GEDOK, Hamburg, ›SERIE‹ und ›FEST‹ 2014 Galerie der GEDOK, Hamburg, ›Die Neuen‹ Rathaus Hamburg, SPD Fraktion, ›Pathosformeln‹ HOLTHOFF-MOKROSS Galerie, ›paper works #002‹ 2012 CCA&A Gallery, Hamburg, Affordable Art Fair 2007 Galerie Gardy Wiechern, Hamburg, ›Positionen der Malerei – von der Abstraktion zur Gegenständlichkeit‹ Galerie G2, Gardy Wiechern Dependance, Annette Vonberg, in Hamburg, ›Androgyn‹ 2005 Galerie G2, Galerie Gardy Wiechern Dependance, A. Vonberg, Hamburg, ›Meisterwerke‹ 2001 Galerie Lochte, Hamburg 1999 Galerie Lochte, Hamburg Galerie Kühn, Berlin, ›Der Hase‹ 1997 Kulturhaus Eppendorf, Hamburg 1995 HAW, Department Design, Pentimentstipendiaten, Hamburg 1994 Galerie im Forum, Rathaus Norderstedt 1992 Aida Galerie, Hamburg, ›Macht und Ohnmacht‹
HOLTHOFF-MOKROSS Galerie
Fischers Allee 70 22763 Hamburg www.holthoff-mokross.com galerie@holthoff-mokross.com
Impressum Text: Katharina Mokross, Hamburg Abbildungen: Nina Hotopp, Hamburg Gestaltung: Büro für Belange und Angelegenheiten, Hamburg Druck: Reset, Grafische Medien GmbH, Hamburg Auflage: 100 Hamburg, September 2019
Mit freundlicher Unterstützung
by Taylor Wessing and Holthoff-Mokross