
Ausbau der Kläranlage Graz
Mitte 2025 bis Ende 2028 holding-graz.at/klaeranlage
![]()

Ausbau der Kläranlage Graz
Mitte 2025 bis Ende 2028 holding-graz.at/klaeranlage
Das starke Wachstum, der technische Fortschritt und die neuen Vorgaben aus der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bedeuten große Herausforderungen für die Grazer Kläranlage.
Die Bevölkerung in der Region Graz und GrazUmgebung wächst schneller als in jedem anderen österreichischen Bezirk. Der letzte Ausbau der Anlage erfolgte 2001, die damals vorgesehenen Kapazitätsreserven sind mittlerweile vollständig ausgeschöpft. Damit eine zuverlässige Abwasserreinigung auch in Zukunft sichergestellt ist, muss die Kläranlage an die aktuellen Anforderungen angepasst werden.
Leistungsfähigkeit der Kläranlage ist erreicht
Die Bevölkerung im Einzugsgebiet der Grazer Kläranlage wächst kontinuierlich. Im Jahr 2022 wurde in Graz erstmals die Marke von 300.000 Einwohner:innen überschritten. Das ist einerseits ein positives Zeichen, da es zeigt, dass Graz als lebenswerter Standort geschätzt wird. Andererseits stellt dieses Wachstum die städtische Infrastruktur jedoch vor große Herausforderungen. Auch im Betrieb der Grazer Kläranlage in Gössendorf ist diese Entwicklung deutlich spürbar: Die Leistungsgrenze der Abwasserreinigung ist mittlerweile erreicht, es stehen keine Kapazitätsreserven für zukünftige Entwicklungen mehr zur Verfügung. Um auch weiterhin eine verlässliche Abwasserreinigung sicherzustellen, ist eine rasche Erweiterung der Kläranlage notwendig.
Modernste Technik zum Schutz der Umwelt
Um auf weiteres Bevölkerungswachstum und die gesetzlichen Anforderungen an die Abwasserreinigung vorbereitet zu sein, wird die Grazer Kläranlage in den kommenden Jahren umfassend erweitert. Im Rahmen eines Großprojekts steigt die Kapazität von derzeit 500.000 auf 815.000 Einwohnerwerte (EW). Zentrales Element ist der Bau eines zusätzlichen Belebungsbeckens mit einem Volumen von rund 32.000 m³. Gleichzeitig werden aus technischen und wirtschaftlichen Gründen zahlreiche Pumpen, Maschinen und Aggregate erneuert oder auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Viele dieser Anlagen sind seit fast zwei Jahrzehnten rund um die Uhr in Betrieb.
Das Projekt wurde im Zuge eines UVPVerfahrens geprüft und genehmigt. Besonderes Augenmerk wird auf die zukünftige Reinigungsleistung gelegt, um die Wasserqualität der Mur weiterhin halten zu können. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die energetische Optimierung, um klimaschädliches CO2 auf ein Minimum zu reduzieren. Moderne Biofilter verbessern die Abluftsituation im Bereich des Rechenhauses bzw. der Klärschlammübergabe und sind wichtige Maßnahmen für die Gössendorfer Bevölkerung.
Schnitt durch das neue Belebungs becken (Bio 4), 32.000 m³ Volumen

Zeitgleich mit der Projektentwicklung wurde 2024 auf europäischer Ebene die Kommunale Abwasserrahmenrichtlinie (KARL) überarbeitet. Darin wurden zahlreiche neue Ziele definiert und bestehende Anforderungen an die Abwasserreinigung verschärft. Diese Vorgaben gelten zwar mittel bis langfristig und müssen bis 2027 in österreichisches Recht übertragen werden, doch im Projekt wurden sie bereits bestmöglich berücksichtigt. Besonders relevant sind die Anforderungen an die Mischwasserbewirtschaftung, die verstärkte Entfernung von Stickstoff und Phosphor aus dem Abwasser sowie die Einrichtung einer zusätzlichen Behandlung zur Entfernung von Mikroverunreinigungen und Mikroplastik (4. Reinigungsstufe).
KARL beinhaltet auch die Einführung einer integrierten Abwasserbewirtschaftungsstrategie, die Regenwasser, das Kanalnetz und die Kläranlage miteinander verbindet. Die Stadt Graz hat darum dezentrale Speicherkapazitäten für Abwasser geschaffen und baut diese kontinuierlich aus.
Die Steuerung erfolgt in Echtzeit über das SCADASystem der Kläranlage.
Um Mischwasserüberläufe weiter zu reduzieren, werden die Speicher durch kontinuierliche Investitionen in blaugrüne Infrastruktur ergänzt. So soll der Zufluss von sauberem Regenwasser in das Kanalsystem minimiert werden. Zusätzlich hat die Stadt ein umfassendes Überwachungssystem eingerichtet, das moderne Technologien zur Niederschlagsmessung sowie die kontinuierliche Erfassung hydraulischer und stofflicher Parameter im Kanalnetz nutzt. So entsteht eine präzise EchtzeitÜbersicht über die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems und eine solide Basis für zukünftige Optimierungen.
Der Ausbau der Kläranlage wird
• die Abwasserreinigung im Großraum Graz für die nächsten Jahrzehnte sichern – gesetzesgemäß und am neuesten Stand der Technik,
• die Mischwasserbewirtschaftung nach dem Stand der Technik und den Vorgaben der neuen EUAbwasserrichtlinie sicherstellen,
• die energetische Situation verbessern durch
» das Vergrößern der Klärgasspeicher und die Beibehaltung des Autarkiegrades von über 90 Prozent trotz Ausbau,
» das Reduzieren des jährlichen CO2Ausstoßes um rund 900 Tonnen,
» das PhotovoltaikPotenzial nutzen,
• Notstromversorgungen zur BlackoutSicherheit herstellen und
• die KARLVorgaben hinsichtlich Technik, Raumkonzept und Energetik berücksichtigen.
Überblick über die Erweiterung der Kläranlage
Zulauf Zentraler Speicherkanal (ZSK)
Mischwasserüberlaufbecken
Hauptzulauf Neu
Mechanische Reinigung
Schlammentwässerung Neu
Nachklärung
Gasspeicher Neu
Bestand Neu Auslauf
1. Reinigungsstufe (Mechanische Reinigung)
2. Reinigungsstufe (Biologische Reinigung, Kohlenstoffentfernung)
Anpassung an den Stand der Technik: Erweiterung Biologische Reinigung
Errichtung von 2 Vorlagebehältern zur Schlammentwässerung
Die Umsetzung des Projektes erfolgt in Zusammenarbeit mit der Ingenieurgemeinschaft SAG – Vatter (Süddeutsche AbwasserreinigungsIngenieur GmbH aus Ulm und Vatter & Partner ZT – GmbH aus Gleisdorf) als Generalplaner. Als örtliche Bauaufsicht fungiert das Ingenieurteam TDCSKD ZT GmbH aus Fürstenfeld und das Büro Dr. Lengyel ZT GmbH aus Wien.
Die ersten Gewerke wurden bereits europaweit ausgeschrieben. Sämtliche Umbaumaßnahmen sollen bau und anlagentechnisch von Jahresmitte 2025 bis Ende 2028 umgesetzt werden, wobei die Inbetriebnahme 2029 folgt. Mit den geplanten Gesamtkosten von 83 Mio. Euro entsteht in Graz eine der modernsten und sichersten Kläranlagen Österreichs!
Die Kläranlage der Stadt Graz reinigt das Abwasser aus der Stadt Graz sowie den Umlandgemeinden Stattegg, Weinitzen, Kainbach, Hart bei Graz, RaabaGrambach, Laßnitzhöhe, Hitzendorf und Thal bei Graz.
3. Reinigungsstufe (Stickstoff und Phosphorentfernung)
Errichtung einer Wasserkraft schnecke im Auslauf zur Energiegewinnung
Erweiterung und Anpassung der Kläranlage
Zentral Wasserversorgung Hochschwab Süd GmbH
Wasserwerk (WW) Friesach
Thal bei Graz
Wasserversorgung (WV) Steinberg
WW Andritz
Gratkorn
Stattegg Stattegg
Weinitzen
WV Schöckl Alpenquell
Hitzendorf Kainbach
Hart bei Graz
Raaba Grambach Laßnitzhöhe
Weststeiermark
WV Umland Graz
WW Feldkirchen
Südsteiermark
Trinkwasser
Kläranlage der Stadt Graz in Gössendorf
Oststeiermark
Abwasser
Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in Graz
Reduktion des jährlichen
CO₂-Ausstoßes von ca. 900 Tonnen
Einhaltung der Ablaufgrenzwerte in die Mur
Gesicherte Abwasser- und Mischwasserreinigung im Großraum Graz für die nächsten Jahrzehnte
Einsparung der Instandhaltungskosten von rd. 1,2 Mio. Euro/Jahr
Jährliche Energiekosteneinsparung von ca. 600.000 Euro
An English version of this content and more can be found on the website holding-graz.at/ wastewater-treatment-plant
Kontakt
Holding Graz Wasserwirtschaft
Wasserwerkgasse 11, 8045 Graz | Tel.: +43 316 887-7272 wasserwirtschaft@holding-graz.at | holding-graz.at