Themenheft von Hochparterre, September 2026
Gartenstadt und Grand Ensemble
Zwischen Luzern und der Horwer Bucht wächst Luzern Süd heran – ein riesiges Entwicklungsprojekt, das Pragmatismus und Widersprüche vereint.
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Von der grünen Luzerner Allmend blickt man auf den Pilatus in der Ferne.
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Editorial
Auf in den Dschungel!
Inhalt
4 Unterwegs in der Stadt der Widersprüche Ein Architekt auf Erkundungsfahrt mit dem Velo
12 « In den Parlamenten fand
ein enormer Reifungsprozess statt » Offen und ehrlich: fünf Akteur*innen und ihr Blick auf das Projekt
18 Die 17 wichtigsten Bauprojekte Vom Eichhof-Areal im Norden bis zum Seefeld in der Horwer Bucht
22 Das Potenzial im Zwischenraum Die wichtigsten Zahlen zu Luzern Süd
Im Herbst 2010 brachen die drei Gemeinden Horw, Kriens und Luzern zu einem gemeinsamen Abenteuer auf. Mit dem ‹ Leitbild für die Entwicklung von Luzern Süd › verpflichteten sie sich zur partnerschaftlichen Entwicklung eines 3,3 Quadratkilometer grossen Gebiets, das sich von der Luzerner Neustadt bis zur Horwer Bucht erstreckt. Landschaftliche Qualitäten: top. Verkehrsanbindung: erstklassig. Entwicklungspotenzial: gigantisch. 16 Jahre später sind die drei Gemeinden noch immer zusammen unterwegs, und in Luzern Süd ist ein urbaner Dschungel gediehen. Zwischen Autogaragen, Industriebrachen und Einfamilienhausquartieren ragen die ersten einst im Leitbild skizzierten Bausteine der dichten Stadtlandschaft auf. Dass das Experiment auf gutem Weg ist, liegt nicht zuletzt am Gebietsmanagement durch den Gemeindeverband LuzernPlus, der die Fäden zusammenhält, zwischen den vielfältigen Akteur*innen vermittelt, Prozesse gestaltet und sie vorantreibt. Marcel Bächtiger ist mit dem Velo durch Luzern Süd gefahren, seine Reportage lesen Sie auf Seite 4. Ich habe fünf an der Gebietsplanung beteiligte Akteur*innen nach ihrem Blick auf das Grossprojekt gefragt ( Seite 12 ). Rebekka Habegger, Beraterin bei Wüest Partner, stellt Luzern Süd mit Zahlen in den kantonalen Kontext. Und die Luzerner Fotografin Franca Pedrazzetti hat das sich rasant verändernde Entwicklungsgebiet fotografisch festgehalten. Sollten Sie sich beim Lesen einmal im Dschungel verirren, keine Sorge: Die Karte auf Seite 15 zeigt die relevantesten Projekte von Luzern Süd, die ab Seite 18 dokumentiert sind. Deborah Fehlmann
Luzern
Kriens
Horw
Drei Gemeinden wachsen zusammen. Themenfokus Die Inhalte dieses Hefts erscheinen auch als Themenfokus auf der Website von Hochparterre: luzernsued.hochparterre.ch
Dieses Themenheft / dieser Themenfokus ist eine journalistische Publikation, entstanden in Zusammenarbeit mit Partnern. Die Hochparterre-Redaktion prüft die Relevanz des Themas, ist zuständig für Recherche, Konzeption, Text und Bild, Gestaltung, Lektorat und Übersetzung. Die Partnerinnen finanzieren die Publikation, genehmigen das Konzept und geben ihr Einverständnis zur Veröffentlichung. Impressum Verlag Hochparterre AG Adressen Ausstellungsstrasse 25, CH-8005 Zürich, Telefon +41 44 444 28 88, www.hochparterre.ch, verlag@hochparterre.ch, redaktion@hochparterre.ch Geschäftsleitung Deborah Fehlmann, Roderick Hönig Redaktionsleitung Axel Simon Leitung Themenhefte Roderick Hönig Konzept und Redaktion Deborah Fehlmann Fotografie Franca Pedrazzetti, www.pedrazzetti.ch Layout Barbara Schrag Produktion Nathalie Bursać Korrektorat Rieke Krüger Lithografie Team media, Gurtnellen Druck Stämpfli AG, Bern Herausgeber Hochparterre in Zusammenarbeit mit Gemeindeverband LuzernPlus hochparterre.ch / luzernsued Themenheft in Deutsch bestellen ( Fr. 15.—, € 12.— ) und als E-Paper lesen
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Das Areal Mattenhof mitten in Luzern Süd war einer der ersten Bausteine der Stadtlandschaft.
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Seit 2003 hält die Zentralbahn auf ihrer sechsminütigen Fahrt von Luzern nach Horw am Mattenhof.
Unterwegs in der Stadt der Widersprüche Was früher Zürich West war, ist heute Luzern Süd: ein Entwicklungsgebiet, das neue Fragen an den Städtebau stellt. Eine Erkundungsfahrt mit dem Velo.
Nur: Was ist Luzern Süd ? Ein « 3,3 Quadratkilometer grosser, urbaner, kreativer und nachhaltiger Lebensraum », schreibt das Marketing. « Ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt des Kantons Luzern », sagt die Verwaltung. Jede Zeit hat ihre städtebaulichen Themen und Brenn- Gebietskarten zeigen einen Streifen Land, der sich aus drei punkte. Um die Jahrtausendwende herum standen die Teilgebieten der Gemeinden Luzern, Kriens und Horw zuSchweizer Industrieareale im Zentrum der raumplaneri- sammensetzt. Dieser Streifen hat sich in den letzten Jahschen Debatten: Je mehr Firmen ihre industrielle Produk- ren zu einer neuen Form von Stadtlandschaft entwickelt. tion einstellten oder ins Ausland verlagerten, desto heller Der Wandel geschah rasant, und er hält ungebremst an. leuchteten die Visionen davon, wie aus den riesigen Fabrikarealen zwischen Genf und Bodensee neue StadtquarDer wunde Punkt als grösstes Potenzial Luzern Süd lässt sich mit dem Velo, der S-Bahn oder tiere entstehen könnten. Das Sulzer-Areal in Winterthur oder das Industriequartier in Zürich, das das schillernde dem Bus erkunden. Oder auch zu Fuss, allerdings muss Label ‹ Zürich West › erhielt, galten als urbane Experimen- man dafür genug Zeit einrechnen. Von der Überbauung tierfelder – ganz am Puls der Zeit. Eichhof West im Norden bis zum Strandbad Horw im SüHeute sind es nicht mehr die Industrieareale, die ex- den ist man auf direktestem Weg eine Stunde lang unteremplarisch für die städtebaulichen Fragen der Gegenwart wegs, für die Querverbindung zwischen den Dorfzentren stehen, sondern jene neuartigen Stadtlandschaften, die von Kriens und Horw braucht es 45 Minuten. Ein dichtes sich während der letzten zwei Jahrzehnte in den Agglome- Geflecht von Strassen und Wegen hat sich über die Landrationen der grossen Zentren entwickelt haben: Gebiete, schaft am Fuss des Pilatus gelegt, einige dieser Wege sind die ein baulicher Ausdruck von Wachstum und Verdich- jedoch Sackgassen, einige Strassen mehrspurige unübertung sind. Diese Gebiete sind Beispiele für eine Raum- windbare Hindernisse. Man kann sich gut und gern einen planung, die über Gemeindegrenzen hinaus denkt und so Tag lang in diesem Geflecht verlieren, zwischen NeubauGebilde von bisher unbekannten Dimensionen entstehen siedlungen und Fünfzigerjahrehüsli, zwischen Montagelässt. Kurz gesagt: Heute wäre ein gutes Beispiel für aktu- hallen und Autoverkaufsflächen, zwischen wild wuchernelle Schweizer Stadtentwicklung nicht mehr Zürich West, der Natur und akkurat geschnittenem Abstandsgrün, sondern Luzern Süd. zwischen Beizen und Fast-Food-Ketten. →
Text: Marcel Bächtiger
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Die Autobahn A2 trennt den Siedlungsraum und belastet die angrenzenden Quartiere. In den nächsten Jahren sollen deshalb weitere Streckenabschnitte eingedeckt werden.
terisches Kapital schlagen und eine komplexe, vielfältige, widersprüchliche, also im besten Sinn lebendige Stadtlandschaft entstehen lassen ?
Kriens, aber anders: Auf dem Areal Eichhof West entsteht ein neuartiges Stück Stadt.
→ Die Studierenden und Mitarbeitenden des Departements Technik & Architektur an der Hochschule Luzern gehören zu den Menschen, die regelmässig durch Luzern Süd reisen. Alltäglich bringt sie der ÖV vom Stadtzentrum zum Campus Horw ( 10 ) siehe Karte Seite 15, vorbei an der Allmend und dem Mattenhof. Im Verlauf der letzten Jahre hat sich der Blick aus dem S-Bahn-Fenster fundamental verändert. Wo eben erst noch landwirtschaftlicher Acker war, steht heute das höchste Hochhaus der Zentralschweiz. « Verrückt », sagt eine wissenschaftliche Mitarbeiterin des Studiengangs Architektur ; « schwierig », sagt ein Dozierender – um sofort anzufügen, dass Luzern Süd « extrem interessant » sei, gerade für Personen, die sich mit Architektur, Städtebau und Raumplanung auseinandersetzen. Ein Absolvent des Architektur-Studiengangs hat sich in seiner Masterthesis theoretisch und entwerferisch mit Luzern Süd auseinandergesetzt. « Architekturen des Schaums » betitelte er seine Arbeit und fand damit die passende Metapher für ein Wachstum, das an vielen Orten gleichzeitig und nach eigenen Regeln geschieht: « hierarchielos, sich immer neu formierend, schäumend ». Es ist eine Betrachtung, die gesunde Skepsis mit berechtigter Faszination verbindet – und zielgenau auf den wunden Punkt beziehungsweise das grösste Potenzial hinweist: Müsste man, statt einzelne Blasen zu entwerfen, nicht vielmehr die Struktur dazwischen aktivieren ? Sich mit den Infrastrukturen und Resträumen beschäftigen, die zwischen den sauber entworfenen urbanen Inseln übrig bleiben ? Aus dem Unfertigen und Informellen gestal-
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Auf kleinem Raum viel Stadt Das Mattenhof-Quartier liegt im Zentrum von Luzern Süd, sozusagen im Dreiländereck von Kriens, Luzern und Horw und am Kreuzungspunkt von Bahnlinie, Hauptstrasse und Veloroute. Für den an die S-Bahn-Station anschliessenden Mattenhof, ein Ensemble aus fünf mehrgeschossigen Volumen, hat das Standortmarketing die Bezeichnung ‹ Mikropole › erfunden: Auf kleinem Raum gibt es hier ein Stück grosse Stadt: Strassen zwischen strengen Rasterfassaden, Arkaden und Geschäften. Um die Mittagszeit stellt sich dank diverser Gastronomieangebote schnell Leben ein. Lernende und Studierende steuern den kostengünstigen Sandwichladen an, Angestellte der umliegenden Firmen gehen zum Businesslunch ins trendige Asia-Food-Lokal, Senior*innen und Eltern mit Kleinkindern treffen sich im Café der Bäckerei. Unter den aufgespannten Sonnenschirmen und im Schatten der Arkaden herrscht eine aufgeräumte Stimmung. Freundlich ist das Miteinander von Jung und Alt, von Locals und Expats, von Zivilist*innen und Militärs – denn auch vom nahegelegenen Ausbildungszentrum der Armee zieht es die Menschen zum Mattenhof. Es lässt sich nicht leicht sagen, ob die Szenerie eher einem Dorfplatz oder der Plaza einer Grossstadt entspricht. Für Letzteres sprechen die hochaufragenden Bauten links und rechts mit ihrer anonymen Architektur. Für die dörfliche Lesart spricht die Tatsache, dass das Zentrum hinter der nächsten Ecke bereits wieder zu Ende ist. Auf den städtisch anmutenden Strassenzug des Mattenhofs folgt unvermittelt ein Verkehrskreisel, dahinter eine Wiese mit einer Scheune und einem Drive-in-Fast-FoodLokal. Links davon spannt sich das weisse Zeltdach eines Autohändlers in die Höhe. Landwirtschaft und Gewerbe sind hier plötzlich wieder ganz nah. Um vom Mattenhof zum Pilatus Tower und der dazugehörigen Sport- und Eventarena zu gelangen, müsste man eigentlich bloss die Strasse überqueren. Doch so einfach ist das nicht, da sich die Strasse als tiefer Einschnitt entpuppt. Autos rauschen hier Richtung Tunnel, der unter → den Bahngleisen hindurchführt.
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Luzern Süd könnte so idyllisch sein, wäre da nicht der noch immer sehr präsente Autoverkehr.
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Grossstadt-Feeling und Heimatgefühle: die werdende Überbauung Nidfeld mit Blick auf den Pilatus
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Die Luzerner Allmend ist die grüne Lunge von Luzern Süd. Nachdem städtische Grün- und Freiräume im Entwicklungsgebiet lange zu kurz kamen, sind nun weitere in Planung.
→ Ein Hauch von Grossstadt ? Ennet der Gleise verkehrt sich die Stimmung ins Gegenteil: Man findet sich inmitten von Familiengärten und Fussballfeldern wieder. Eine ältere Frau, die einen der Schrebergärten bewirtschaftet, nimmt den baulichen Wandel gelassen – solange er nicht auf ihre Seite überschwappe, sagt sie. Man habe nun einfach eine Aussicht auf zwei Spitzen, meint sie: den Pilatus und den Pilatus-Tower. Etwas südlich des Turms wandelt man durch ein Hüsliquartier wie aus dem Bilderbuch. An den Hauswänden stehen Namen wie ‹ Alpengruss ›, ‹ Sonnige Egge › oder ‹ Ländli ›. Hinter der letzten Thujahecke schiessen bereits wieder Neubauten in die Höhe: Rund um den Bahnhof Horw hat sich ein weiteres Zentrum von Luzern Süd ausgebildet; der silbern glänzende Turm der Architektin Tilla Theus setzt hier eine unverkennbare Wegmarke zwischen alten und neuen Siedlungsstrukturen. Wie ganz Luzern Süd profitiert auch das Entwicklungsgebiet Horw Mitte von der beispielhaften Anbindung an den öffentlichen Verkehr: Das Bahn- und Busnetz mit seinem dichten Takt ermöglicht es, dass man alle Orte in Luzern Süd auch gut ohne Auto oder Velo erreicht. Spaziert man weiter in südlicher Richtung, gelangt man zum Vierwaldstättersee. Der Seeanstoss ist in seiner Widersprüchlichkeit typisch für das ganze Gebiet: Während sich im östlichen Teil der Horwer Bucht ein geschütztes Naturried befindet, wird der westliche Teil dominiert von den imposanten Förderanlagen eines Kieswerks. Dazwischen liegen der Campingplatz, ein Fussballfeld und das Strandbad. Gartenstadt und Grand Ensemble Noch zeichnet sich Luzern Süd durch abrupte Brüche aus. Zwischen einzelnen Zentren, die einer bestimmten formalen Idee folgen, behauptet sich das pragmatischungeplante Nebeneinander der peripheren Stadtlandschaft: Kreisel und Kiesplätze, Lärmschutzwände und Lagerhallen, Einstellhallen und Einkaufszentren. Für den Fussverkehr sind diese Zwischenräume kaum gedacht, die Distanzen sind lang, die Strassen laut und unwirtlich. Doch manchmal passiert es doch, dass man sich unverhofft auf einem geschwungenen Fussweg wiederfindet. Er führt durch das satte Grün des Schweighof-Areals, eine weitere « Blase » im Schaum von Luzern Süd. Der Schweighof ( 14 ) will keine Mikropole sein, eher eine Gar-
Mit dem ‹ Velo-Highway › auf dem Freigleis sind die Stadt Luzern und ihre südliche Agglomeration für den Langsamverkehr dichter zusammengerückt.
tenstadt. Ein gutes Dutzend Bauten bieten hier zahlreiche Wohnungen mit teils ausladenden Loggias und Veranden an. Die Atmosphäre ist lauschig bis arkadisch, einzig ein leises Rauschen verrät an manchen Stellen, dass die Autobahn nicht fern ist. Etwas weiter nördlich – nicht weit entfernt, aber aufgrund allzu autofreundlicher Raumplanung nur über Umwege zu erreichen – ist der nächste Stadtbaustein von Luzern Süd bereits zur Hälfte realisiert: Das Quartier Nidfeld bietet im Endausbau rund 600 Wohnungen sowie Gastronomie-, Büro- und Gewerbeflächen. Dort, wo der Schweighof Gartenstadt-Ideale evoziert, erinnert Nidfeld eher an französische Grands Ensembles. Scharf aus dem Volumen geschnittene doppelgeschossige Durchgänge führen von der Strasse in einen mehrteiligen Hof. Die Dimensionen sind für hiesige Verhältnisse ungewohnt, die schiere Masse an Fenstern beeindruckend. An der Spitze der dreieckig zulaufenden Wohnanlage entsteht als Abschluss ein Hochhaus. Von dort aus muss man nur noch einen Verkehrskreisel überwinden, um zum kulturellen Herzen von Luzern Süd zu gelangen: der Gebäudekomplex aus Kultur- und Theaterhaus Südpol, Probenhaus des Sinfonieorchesters Luzern sowie Gebäude für die Abteilung Musik der Hochschule Luzern ( 8 ). Der gekieste Aufenthaltsplatz der Musikschule wiederum geht nahtlos über in den grosszügigen Natur- und Freizeitraum der Allmend. Dazwischen liegt wie ein dünner Faden das Freigleis: das ehemalige Trassee der Zentralbahn, das heute als Spazierweg und ‹ Velo-Highway › vom Luzerner Stadtteil Neustadt bis nach →
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In Horw findet der Entwicklungsschub im Zentrum statt: Unmittelbar an den Gemeindehausplatz angrenzend wachsen neue Wohnüberbauungen in die Höhe.
Ruhe und Naturidylle in der Horwer Bucht
→ Horw führt. Das Freigleis ist eine Erfolgsgeschichte, wohl nicht zuletzt deshalb, weil es bislang der einzige Erschliessungsraum ist, der explizit für den Langsamverkehr konzipiert und gestaltet worden ist. Am nördlichen Ende von Luzern Süd, wo auf dem Areal Eichhof West ( 1 ) weitere Wohn- und Geschäftsbauten in die Höhe schiessen, versucht man Ähnliches mit grosser Kelle anzurichten: Die geplante Grosshofbrücke soll mehr als nur ein neues Autobahnportal sein, nämlich begehbarer Park ( auf dem Dach ) , Stadtraum ( unter der Brücke ) sowie ein Tor zu Kriens: eine Infrastruktur, die nicht nur dem Autoverkehr dient, sondern auch einen neuartigen öffentlichen Raum bietet, der die Verkehrsschneise zwischen dem EichhofAreal und dem übrigen Luzern Süd überbrückt. Nebeneinander der Unterschiede Das Freigleis, sagt eine Studentin der Musikhochschule, sei wichtig für ein Gefühl der Nähe: zwischen Innenstadt und Luzern Süd, aber auch zwischen Schule und Öffentlichkeit. Sitzt man auf einer der Pausenbänke im Schatten der Bäume, im Rücken die Bar der Musikhochschule, vor sich das Freigleis und die Weite der Allmend, muss man ihr zustimmen. Und man möchte ergänzen: Hier, wo die Dinge zusammenrücken und in ihrer Widersprüchlichkeit unmittelbar aneinandergrenzen, entwickelt Luzern Süd eine ganz eigene Qualität: Es ist keine homogene Stadt, vielleicht überhaupt keine Stadt im herkömmlichen Sinn, eher ein vielfältiges Gewebe aus Bauten, Infrastrukturen und unerwarteten Grün- und Freiräu-
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men. Noch gibt es zu viele asphaltierte Durststrecken und eigenschaftslose Orte, an denen es nichts zu erleben und kaum etwas zu tun gibt. Je mehr Puzzleteile aber dazukommen, je mehr Knoten und Verbindungen das urbane Gewebe bereichern, je dichter das Nebeneinander der Unterschiede – desto einfacher hat es das gute, reichhaltige Leben in Luzern Süd. Wegen ganz vergleichbarer Qualitäten war der legendäre Basler Stadtbaumeister Carl Fingerhuth einst über Zürich West ins Schwärmen gekommen: « Ich kenne kein Quartier in der westlichen Welt, wo auf so kleinem Raum so viel Verschiedenes, oder um die Begriffe von Robert Venturi zu verwenden, so viel Komplexität und Widerspruch entstanden sind», schrieb er vor gut 15 Jahren. « Die Maschinenfabrik neben dem Theater, das höchste Haus der Schweiz neben dem Wohnheim der Heilsarmee, die Hochschule für Gestaltung neben dem grössten geplanten Asylzentrum der Schweiz, die geschützte Wohnsiedlung aus den 1920er-Jahren neben dem Fussballstadion. » Lob des Informellen Fingerhuths damalige Eloge auf Zürich West ist indes auch ein warnender Fingerzeig für Luzern Süd: Aus dem bunten Nebeneinander im Zürcher Industriequartier ist heute zu grossen Teilen ein etwas monotones Büroquartier geworden ; verschwunden sind viele der individuellen Nutzungen, die Kulturnischen, die angeeigneten Räume für Kleingewerbe und Kunst. Für Luzern Süd wäre eine lebendigere Entwicklung wünschenswert: ein Wachstum, das unproduktive Leerstellen schliesst, ohne produktive Lücken zu schlucken, das neuen Lebens- und Arbeitsraum schafft, ohne dafür den spröden Charme des Bestands einzubüssen, eine Stadtlandschaft, die nicht nur aus Apartments und Offices besteht, sondern dem Kleinen und dem Informellen Raum und Luft gibt. Am Rand des Freigleises bei der Musikhochschule steht auch ein Baucontainer mit der Aufschrift « Werft ». Es ist ein Probe- und Konzertlokal. Manchmal spielen darin internationale Grössen der Jazzszene. Ein wunderbarer, freier Ort, der in der touristisch dicht genutzten Innenstadt von Luzern kaum Platz finden würde. In Luzern Süd hingegen schon.
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Auf dem Kampus Südpol in Kriens sind die Musikhochschule und weitere Kulturinstitutionen daheim.
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« In den Parlamenten fand ein enormer Reifungsprozess statt » Der Gebietsmanager, der Kantonsplaner und zwei Gemeindevertreter von Horw und Kriens über die Herausforderungen des Mega-Unterfangens, einen Stadtraum für 20 000 Einwohner*innen zu planen. Text: Deborah Fehlmann
« Kriens findet Stadt » steht auf einem Schild an der Bushaltestelle. Verwundert schaut man sich um. Viel Stadt ist im Zentrum der mit 30 000 Einwohner*innen drittgrössten Luzerner Gemeinde nicht zu finden. Zu den Überbleibseln eines alten Dorfkerns gesellt sich die für Agglomerationsgemeinden charakteristische Mischung aus Hauptstrasse, Nachkriegsarchitektur, lokalem Kleingewerbe, Beizen und Dönerbuden. Das ehemalige Industrieund Landwirtschaftsgebiet entlang der Autobahn A2, wo eine grundlegend andere Vision von Stadt heranwächst, scheint weit weg von hier. Im « Dorfzentrum », wie die Alteingesessenen es nennen, gibt sich einzig das Stadthaus dezidiert urban. Kubisch, sechsgeschossig und mit einer Rasterfassade aus Glas und bronzeschimmerndem Aluminium dominiert es den Stadtplatz. Es gibt keine « Luzern-Süd-Identität » Maurus Frey, Stadtrat von Kriens, empfängt die anderen Gesprächspartner im Sitzungszimmer im ersten Obergeschoss. Mit ihm am Tisch sitzen Thomas Zemp, Gemeinderat im benachbarten Horw, der Luzerner Kantonsplaner Cüneyd Inan sowie Kai Brun, Gebietsmanager des Entwicklungsgebiets Luzern Süd. Schon nach kurzer Zeit ist die Gruppe mitten im Gespräch. Maurus Frey: Seien wir ehrlich: Die meisten, die auf Krienser Boden in Luzern Süd wohnen, tun dies kaum, weil Kriens eine lässige Fasnacht oder den besten Fussballverein hat. Sie wollen in einem hochfunktionalen Raum zu Hause sein, gut verkehrserschlossen, nahe der Stadt Luzern und umgeben von Erholungsgebieten. In Luzern Süd entstehen Lebensräume, wie wir sie in Kriens bisher
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Maurus Frey Seit 2020 leitet der GrünenPolitiker als Krienser Stadtrat das Bau- und Umweltdepartement. Er ist Vorstand des Gemeindeverbands LuzernPlus und des Verbands Luzerner Gemeinden.
nicht kannten. Das ist herausfordernd für die Menschen, die dort hinziehen, aber auch für die, die schon in Kriens leben. Wir sind 2018 per Volksabstimmung eine Stadt geworden, doch für viele beschränkt sich Kriens immer noch auf das Dorf. Unsere Aufgabe als Stadt ist nun, das nötige Umdenken zu begleiten und die neuen Quartiere an uns zu binden. Das Ziel ist eine Stadt, die unterschiedliche, eigenständige Stadtteile zulässt und miteinander verbindet. Darauf arbeiten wir unter anderem mit der laufenden Ortsplanungsrevision hin. Thomas Zemp: Im Gegensatz zu Kriens haben wir in Horw keine freien Landreserven beplant, keine neuen Quartiere an der Peripherie gebaut. Bei uns findet das Wachstum im Zentrum statt. Daher ist die Frage der Identitätsfindung in Horw eine ganz andere. Veranschaulichen lässt sich das an den Quartiervereinen: In Horw gab es solche lange nur dezentral, typischerweise in Quartieren mit viel Wohneigentum. Nach dem Bezug der neuen Überbauung an der Allmendstrasse bildete sich letztes Jahr auch im Zentrum ein Quartierverein. Plötzlich finden dort Anlässe wie Strassenfeste statt. Der Ort gibt sich ein Gesicht, eine eigenständige Identität. Das ist aber keine « Luzern-SüdIdentität ». Denn Luzern Süd ist ein Kunstbegriff aus Planung und Politik, der im Lebensalltag keine Bedeutung hat. Kai Brun: Der Begriff kommt aus der Standortförderung, die in den Anfangsjahren von Luzern Süd ein wichtiges Anliegen war. Man musste ja eine glaubhafte Vision verkaufen, um interessante Unternehmen und Investor*innen anzulocken. Daher auch das « Luzern » im Namen. Das Konzept von Luzern Süd beschäftigt sich mit dem funktionalen Raum, der zusammenwächst.
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2010 wird das Vorhaben besiegelt Mit der Richtplanrevision von 1998 definierte der Kanton Luzern den heutigen Perimeter von Luzern Süd als einen von zwölf kantonalen Entwicklungsschwerpunkten ( ESP ). Dennoch war es nicht der Kanton, sondern die drei Standortgemeinden Luzern, Horw und Kriens, die der Entwicklung des Gebiets zwölf Jahre später den entscheidenden Anschub gaben. Im Sommer 2010 unterzeichneten die drei Gemeinden das ‹ Leitbild für die Entwicklung von Luzern Süd ›. Sie bekannten sich damit erstens zu einer gemeinsamen raumplanerischen Vision für den Perimeter, in dem enorme Entwicklungspotenziale schlummerten. Zweitens verpflichteten sie sich zu einer engen Zusammenarbeit bei der schrittweisen Realisierung. Als Drehscheibe und treibende Kraft des Prozesses sah das Leitbild ein vom Gemeindeverband LuzernPlus mandatiertes Gebietsmanagement vor – eine neuartige Rolle, die es erst noch zu definieren galt. Im März 2011 nahm der Raumplaner Thomas Glatthard seine Arbeit als erster Gebietsmanager von Luzern Süd auf. Die ersten grossen Neubauprojekte im Perimeter waren zu diesem Zeitpunkt bereits in den Startlöchern. Cüneyd Inan: Die Entwicklungsschwerpunkte aus der Richtplanrevision waren kein raumplanerischer Akt, der einer räumlichen und funktionalen Untersuchung des Kantons folgte, sondern eine schlichte Aufwertung vorhandener Industriezonen. Man schaute, wo grossflächige Arbeitsgebiete lagen, und definierte sie als ESP. So auch Luzern Süd. 2002 und 2003 genehmigte die Regierung die überkommunalen Richtpläne. Auf dieser Basis, so die Annahme, würde die Entwicklung von selbst geschehen. Tatsächlich passierte in Luzern Süd nicht viel, bis die Gemeinden Ende der Nullerjahre die gemeinschaftliche Planung anstiessen. Ein Auslöser dafür war sicher das Agglomerationsprogramm des Bundes, auch die Teilüberdeckung der Autobahn und der Bau der Ringstrasse, die die Gebiete leistungsfähig erschliesst. Drittens lagen in Kriens erste grössere Baugesuche auf, und es zeichneten sich bereits Probleme ab. Die geplanten Überbauungen waren stark aufs Auto ausgerichtet, und die im Richtplan hinterlegten Kapazitäten zu knapp bemessen. Die Gemeinden merkten: Soll die Entwicklung nicht aus dem Ruder laufen, ist Koordination unabdingbar. Sie nahmen den Kanton in die Pflicht, an Lösungen mitzuarbeiten – was dieser zunächst nur widerwillig tat. Mit bald 20 Jahren Abstand mutet diese Haltung des Kantons seltsam an. Heute ist Luzern Süd für uns ein Vorzeigeprojekt, aus dem wir gelernt haben. Wir nehmen bei überkommunalen Planungen eine aktivere Rolle ein, gleisen Prozesse auf und beteiligen uns finanziell, damit es vorwärts geht. Das in Luzern Süd erprobte Gebietsmanagement findet bei weiteren ESP Anwendung. Maurus Frey: Gebietsmanager*innen, die moderieren und vermitteln, sind extrem wichtig. Die Gemeinden haben ihre kommunalen und territorialen Interessen im Fokus, doch diesen Lebensraum zu gestalten, braucht Aufmerksamkeit für das gemeinsame Ganze. Ein gutes Gebietsmanagement bricht das kommunale Denken auf und stellt eine Ausrichtung auf das gemeinsame Ziel her. Kai Brun: Das ist ein wichtiger Teil des Jobs. Ich behalte aber auch den Überblick über einen komplexen Raum, in dem viel läuft. Und ich bin der Motor des Prozesses, treibe Themen voran und greife ein, wenn eines ins Stocken gerät. Dabei trage ich weder die Fahne des Kantons noch die einer Gemeinde. Ich bin neutraler als die öffentliche Hand, was gegenüber Investor*innen und anderen Akteur*innen Vertrauen schafft. Sich zu kennen und zu vertrauen, ist das A und O, wenn man auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet.
Thomas Zemp: Inzwischen ist der Austausch mit dem Ge-
Cüneyd Inan Der Raumplaner begleitet die Entwicklung von Luzern Süd seit über 30 Jahren: Von 1996 bis 2000 betreute er als Ortsplaner von Kriens die Ortsplanungs revision. Ab 2023 leitete er die Abteilung Raumentwicklung und seit 2025 ist er Kantonsplaner.
Thomas Zemp Seit 2016 ist der Ingenieur und Mitte-Politiker Horwer Gemeinderat und leitet das Baudepartement, wo das Planungswesen an gesiedelt ist. Er ist Mitglied der Steuerungsgruppe von Luzern Süd und verschiedener Gremien des Gemeindevebands LuzernPlus.
Kai Brun Der Geograf mit Spezialisierung auf Raumplanung und Stadtpolitik arbeitet seit 2025 für den Gemeindeverband LuzernPlus. Als Gebietsmanager von Luzern Süd koordiniert er die Entwicklung und ist erste Ansprechperson für externe Stakeholder und öffentliche Akteur*innen.
bietsmanagement allerdings deutlich loser als zu Beginn, als wir am Zielbild arbeiteten. Die übergeordneten Regeln sind vereinbart, jetzt gehts an die Umsetzung. Diese passiert grösstenteils auf kommunaler Ebene. Die Weiterentwicklung des Fachhochschul-Campus ( 10 ), die Überarbeitung der Zentrumszone Bahnhof, das Seefeld ( 18 ), die Teilrevision der Ortsplanung liegen bei Horw. Herausfordernde Umsetzung Auf dem ‹ Leitbild Luzern Süd › aufbauend, entstand über die Jahre eine Fülle an städtebaulichen Konzepten für verschiedene Teilgebiete sowie Richtlinien zu Themen wie Sozialraum oder Verkehr. 2021 trat schliesslich das für die Gemeinden verbindliche ‹ Regelwerk LuzernSüd › in Kraft, das den Teilrichtplan mit einem regionalen Konzept verknüpft. Letzteres wiederum integriert die unterschiedlichen Teilkonzepte. Bei der Erstellung des Regelwerks profitierte Luzern Süd unmittelbar von einer Neuerung im kantonalen Planungs- und Baugesetz: Seit 2013 ist es Regionen erlaubt, eigenständig und ohne die Zustimmung des Kantons Konzepte zu erlassen. ‹ Regelwerk LuzernSüd › gilt als pionierhaftes Instrument für die interkommunale Planung. Dessen Vollzug bringt für die Kommunen aber auch neue Herausforderungen mit sich. Thomas Zemp: Aus Perspektive der Gemeinde Horw ist die Lösung des Verkehrsproblems zentral. Auf Exekutivebene sind sich die Gemeinden ziemlich einig. Doch geht es in den kommunalen Parlamenten um Sondernutzungspläne oder Parkplatzregelungen, beginnt die Politik zu spielen. Das macht es schwierig, eine über das Gebiet hinweg einheitliche Lösung zu finden. Wir haben es beispielsweise nicht geschafft, ein gemeindeübergreifend einheitliches Muster-Parkplatzreglement durch die Parlamente zu bringen. Das Abstimmen von Siedlung und Verkehr bleibt damit eine unserer grössten Herausforderungen. Wir müssen aufpassen, dass die Kapazitäten nicht nach dem ‹ First come, first serve ›-Prinzip konsumiert werden, bis sie aufgebraucht sind. Maurus Frey: Das Gesamtverkehrskonzept von Luzern Süd besagt unter anderem, dass das geplante Bevölkerungswachstum ohne erheblichen Ausbau der Verkehrsflächen möglich sein muss. Dafür braucht es einen knallharten Vollzug, und da sind die Parlamente, die Gemeinden, die Bauherrschaften, aber auch der Kanton, der sich teilweise als Schutzmacht der Autofahrer*innen versteht, noch nicht auf einer Wellenlänge. Doch die Lernkurve ist steil. Bei der Überbauung Nidfeld etwa hat das Krienser Parlament länger über die Anzahl Parkplätze diskutiert als über den gesamten Rest des Projekts. Heute sind sich wohl alle einig, dass wir nicht möglichst viele Parkplätze, sondern vor allem kluge Verkehrskonzepte brauchen, um das Wachstum bewältigen zu können. Übrigens fand auch in Sachen Qualität der Bauprojekte in den Parlamenten ein enormer Reifungsprozess statt: Am Anfang war man nicht so wählerisch und alle freuten sich einfach darüber, dass etwas gebaut wurde. Inzwischen will das Parlament auch Einfluss nehmen, einfordern, mitbestimmen. Es ist mutiger darin, private Interessen einzuschränken. Thomas Zemp: Dass wir anfangs zu wenig einforderten, führte zu einem Mangel an Sozial- und Freiräumen. Unter dem Druck der Investor*innen gelang es uns bisher nicht, genügend solcher Räume zu sichern. Die Flächen sind bereits eingezont, was es schwierig macht, jemandem wieder etwas wegzunehmen. Eine Mehrwertabschöpfung steht erst seit 2018 im Planungs- und Baugesetz. Als die Bebauungspläne in Horw erarbeitet und erlassen wurden, gab es dafür noch keine gesetzliche Grundlage. →
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Der nächste Meilenstein kommt an die Urne Im Herbst 2026 entscheiden die Wähler*innen der Stadt Kriens und des Kantons Luzern über zwei weitere Teilüberdeckungen der Autobahn A2 auf dem Stadtgebiet von Kriens. Dabei geht es nicht bloss um Lärmschutz, sondern um eine eigentliche Stadtreparatur. In den Bereichen Arsenal und Schlund entstehen mit den Abdeckungen neue Freiräume und Quartierverbindungen für den Langsamverkehr. Der Bund finanziert das Grossprojekt zu 60 Prozent. Die Parlamente stimmten dem kantonalen und dem kommunalen Baukredit ohne Gegenstimmen zu. Bereits bewilligt ist die Verlängerung und Verbreiterung der Grosshofbrücke im Norden des Perimeters. Dank dem Park auf dem Dach der Brücke werden Kriens und Luzern für den Fuss- und Veloverkehr näher zusammenrücken. Mit diesen zusätzlichen Siedlungsverbindungen stehen die Chancen gut, dass die Vision des interkommunalen Stadtraums Luzern Süd Realität wird. Kai Brun: Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Zahlreiche Areale sind am Entstehen oder bereits Realität. Nun geht es darum, sie miteinander in Verbindung zu setzen, sodass aus einzelnen Inseln ein Lebensraum wird. Das braucht seine Zeit. Thomas Zemp: Das Tempo ist schwierig zu steuern, da viele private Investor*innen mit unterschiedlichen Interessen involviert sind. Dennoch finde ich es bemerkenswert, dass sich das Planungsteam nie über einen Zeitplan oder eine Entwicklungsgeschwindigkeit für Luzern Süd unterhalten hat. Beschleunigen ist schwierig, aber drosseln liesse sich die Geschwindigkeit problemlos. Diesbezüglich hatten Kriens und Horw unterschiedliche Ansichten. Wir haben immer gestaunt, dass Kriens mehr oder weniger alles auf einmal entwickelte. Maurus Frey: In der anfänglichen Entwicklungseuphorie mag dies so gewesen sein, doch jetzt leben wir in einer anderen Zeit. In unserem neuen räumlichen Entwicklungskonzept ist eine Wachstumslenkung vorgesehen, bloss ist eine solche gegenüber Planenden und Investor*innen schwierig durchzusetzen. Auch der Kanton hat kein Verständnis dafür. Aus meiner Sicht ist eine Wachstumslenkung jedoch unumgänglich, wenn wir die Bevölkerung mitziehen wollen. Wir müssen zeigen, dass wir die Entwicklung im Griff haben. Vertraut die Bevölkerung uns nicht, wird sie ein Nein in die Urne legen. Cüneyd Inan: Klar, die rasche Entwicklung hatte auch ihre Schattenseiten. Es fehlte die Zeit, um aus Fehlern zu lernen. Beispielsweise wurden Handwerksbetriebe und anderes Gewerbe aus dem Gebiet verdrängt. Da hätte man sorgfältiger vorgehen können. Abgesehen davon ist Luzern Süd eine Erfolgsgeschichte. Ein Schlüssel dafür ist, dass es insbesondere durch das Gebietsmanagement stets gelungen ist, die Leute mitzunehmen. Viel entscheidender als die Planungsinstrumente sind letztlich die Köpfe, die eine Vision vorantreiben und alle dafür begeistern.
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« Mitgestalten heisst, eine aktive Bodenpolitik zu betreiben » Mit Luzern Süd entsteht ein dichtes Siedlungsnetz mit mehreren urbanen Zentren. Dass die Luzerner Bürgergemeinde bereits vor Jahrzehnten Grundstücke an der Gemeindegrenze erworben hat, war weitsichtig. So kann die Stadt Luzern die Entwicklung im Grenzgebiet heute auf zwei Ebenen aktiv mitgestalten: Als Mitglied des Planungsteams von Luzern Süd und als Grundstücksbesitzerin. Mitgestalten heisst für uns, eine aktive Bodenpolitik zu betreiben – stets mit dem Ziel vor Augen, einen Beitrag zum Gelingen des neuen Stadtteils zu leisten. In den Anfangsjahren bestand dieser Beitrag unter anderem darin, die Entwicklung des zuvor teils brachliegenden Gebiets in Gang zu bringen. So ermöglichte die Stadt Luzern bewusst die Entwicklung des Zentrums im Gebiet Mattenhof, indem sie zwei ihrer Grundstücke für den Bau des Areals Mattenhof ( 2 ) und der Pilatus Arena ( 13 ) veräusserte. Heute liegt der Fokus der aktiven Bodenpolitik auf der öffentlichen Infrastruktur. Denn Luzern Süd soll nicht nur ein dichtes Wohn- und Arbeitsplatzgebiet werden, sondern eine Stadt der kurzen Wege. Eine solche bedingt neben einer hohen Bebauungsdichte und einer zeitgemässen Verkehrsinfrastruktur auch eine angemessene Versorgung mit öffentlichen Nutzungen, Sozial- und Freiräumen. Diese Anliegen kamen in den Anfangsjahren der Gebietsentwicklung allerdings zu kurz. Zwar war immer klar, dass die Luzerner Allmend eine grüne Lunge, eine Art Central Park, im neuen Stadtteil bilden würde. Doch das allein reicht bei Weitem nicht. Auf ihrem Grundstück Grabenhof ermöglicht die Stadt deshalb einen öffentlichen Park ( 6 ) und den Bogenweg als Quartierverbindung für den Langsamverkehr. Dazu tritt sie Teile der Parzelle im Baurecht an die Stadt Kriens ab. Und auf dem Grundstück Hinterschlund sollen nicht nur Gewerbe- und Wohnflächen realisiert werden, die Stadt stellt es auch für den Bau eines Recyclinghofs zur Verfügung. Das gemeinsame Ziel muss sein, alle Bedürfnisse der wachsenden Stadt abzudecken. Dabei ist es uns wichtig, mit den Projektpartner*innen partnerschaftlich unterwegs zu sein und am selben Strang zu ziehen. Korintha Bärtsch. Seit 2024 ist die Grünen-Politikerin Luzerner Stadträtin und leitet die Baudirektion und ist Mitglied des Steuerungsgremiums von Luzern Süd.
Das Gebiet von Luzern Süd A Allmend Luzern B Haltestelle Allmend/Messe C Haltestelle Mattenhof D Bahnhof Horw E S tadtplatz Kriens F Bahnhof Luzern G Kampus Südpol H Zentrum Horw 1 A real Eichhof West, 2016 2 Areal Mattenhof, 2019 3 Wohn- und Geschäftshaus Mattenhof, 2019 ohn- und Gewerbehaus 4 W Mattenplatz, 2027 chällenmatt, 3. Etappe, 2026 5 S 6 Grabenhofpark ( Wettbewerb 2025 / 2026 ) 7 Grosshofbrücke, 2037 8 H ochschule Luzern – Musik, 2020 9 Wohn- und Gewerbeüberbauung Nidfeld, 2028
10 Campus Horw, 2036 11 Ziegeleipark 2019 / 21 / 23 12 Horw Mitte, 2023 13 Pilatus Arena und Tower, 2025/26 14 Areal Schweighof, 2018 / 20 / 21 / 27 15 Siedlungsverbindung A2 Rösslimatt, circa 2040 16 Siedlungsverbindung A2 Chäppeliallmend, circa 2040 17 Hochhaus Solitaire, 2019 18 Seefeld Horw Perimeter Gemeindegrenzen Autobahn Eisenbahn Freigleis ( Velo-Highway ) Südallee
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Städtebauliche Brüche wie hier am Mattenhof zeugen vom Umbruch, der in Luzern Süd im Gange ist.
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Projektschau 1
Auftakt im Norden
Am nördlichsten Zipfel von Luzern Süd, zwischen Brauerei Eichhof, Autobahn und Sonnenberg, liegt das Areal Eichhof West. Im Auftrag der Pensionskasse BVK ist hier ein dichtes Areal mit 234 Wohnungen, Arbeitsplätzen und öffentlichen Nutzungen entstanden. Pool Architektur ZT aus Wien gewann 2010 den städtebaulichen Wettbewerb mit zwei in den Hang geschobenen Hochhäusern. 2019 trat dann ein Bebauungsplan mit vier unterschiedlich hohen und gegliederten Baukörpern in Kraft. Eine autofreie, vielfältig nutzbare und biodiverse Parklandschaft bildet die grüne Mitte des Areals. Das höchste Gebäude, ein 16-geschossiger Wohnturm, stammt von Stücheli Architekten. Den fast 90 Meter langen, parallel zum Hang stehenden Riegelbau und die kleinere Wohnscheibe quer dazu plante Pool Architektur ZT. Auf dem vierten Baufeld hat die kantonale Anstalt ‹ WAS Wirtschaft Arbeit Soziales › ein Sozialversicherungszentrum mit 700 Arbeitsplätzen gebaut. Das Gebäude von Gigon Guyer basiert auf dem Energiekonzept ‹ 22.26 › und kommt dementsprechend mehrheitlich ohne Heizung, Kühlung und Lüftungsanlage aus. Foto: Studio Willen Areal Eichhof West, 2026 Langsägestrasse, Kriens Bauherrschaft: BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich, Zürich ; WAS Immobilien, Luzern Auftragsart: Städtebaulicher Wettbewerb 2010 ; Projektwettbewerb 2020 ( Sitz WAS ) Städtebau: Pool Architektur ZT, Wien Architektur: Gigon Guyer, Zürich ; Pool Architektur ZT, Wien ; Stücheli, Zürich Tragwerksplanung: Basler & Hofmann, Zürich ( Hochbauten BVK und Einstellhalle ) ; CES Bauingenieure, Hergiswil ( Sitz WAS ) Landschaftsarchitektur: SKK, Wettingen Nachhaltigkeitslabel: Zertifikate SNBS Gold; Natur & Wirtschaft und Minergie-P ( BVK ); Konzept 2226 ( WAS )
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Pionier*innen am Kreisel
Die Planungsgeschichte der ‹ Mikropole Mattenhof › reicht bis vor die Anfänge von Luzern Süd zurück: 2008 gewannen Scheitlin Syfrig den städtebaulichen Wettbewerb der Immobilienfirma Mobimo für eine städtische Bebauung auf der Brache zwischen der geplanten S-Bahn-Haltestelle Mattenhof und dem Mattenhofkreisel. Bis zum Bezug 2019 sollte sich das städtebauliche Konzept des ersten grossen Bausteins von Luzern Süd jedoch deutlich verändern. Anstelle der zunächst vorgeschlagenen Grossform realisierten Scheitlin Syfrig für Mobimo schliesslich eine dichte Komposition aus fünf Volumen, die einen autofreien Aussenraum umschliessen. Über publikumsorientierten Erdgeschossen liegen Büroflächen, ein Hotel und 129 Wohnungen – insgesamt beträgt der Gewerbeanteil gut 60 Prozent. Die Credit Suisse übernahm 2016 ein fertig entwickeltes Teilprojekt im Norden des Areals. Basierend auf dem separaten Gestaltungsplan ‹ Sternmatt › realisierte die Bank mit Schärli Architekten das Wohn- und Geschäftshaus Matteo mit insgesamt 146 Wohnungen. Foto: Arnet Fotografik / Mobimo
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Areal Mattenhof und Wohn- und Geschäftshaus Matteo, 2019 Am Mattenhof 2 und 4 – 16, Kriens Bauherrschaft: Mobimo, Küsnacht ( Am Mattenhof 4 – 16 ) ; CSA Real Estate Switzerland, Zürich ( Matteo, Am Mattenhof 2 ) Auftragsart: Wettbewerb, 2008 Städtebau: Scheitlin Syfrig, Luzern Architektur: Scheitlin Syfrig ( Am Mattenhof 4-16 ) und Schärli ( Matteo, Am Mattenhof 2 ), Luzern Landschaftsarchitektur: Rotzler Krebs Partner, Winterthur Nachhaltigkeitslabel ( Am Mattenhof 4 – 16 ): zertifiziertes 2000-Watt-Areal, ECO-BKP, SIA-Effizienzpfad Energie
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Harte Schale, weicher Kern
Seit den 1990er-Jahren betrieb das Transportund Reiseunternehmen Heggli unmittelbar am heutigen Mattenhofkreisel einen Werkhof. Im Jahr 2014 verkaufte sie das Grundstück an die Gesellschaft für Immobilien-Anlagewerte ( GIA ) und verlagerte ihren Betrieb in den Folgejahren schrittweise, sodass die neue Eigentümerschaft die Liegenschaft entwickeln konnte. Auf den Studienauftrag 2017 folgte ein Gestaltungsplanverfahren und 2022 das Baugesuch. 2024 konnte der Bau des Wohn- und Gewerbehauses schliesslich beginnen. Der bis zu achtgeschossige Blockrandbau des Zürcher Architek turbüros Manetsch Meyer fasst zusammen mit den gegenüberliegenden Hochhäusern der Areale Mattenhof ( 2 ) und Pilatus Arena ( 13 ) den Mattenhofkreisel. Über den Gewerbeflächen im Erdgeschoss befinden sich 141 Miet- und Eigentumswohnungen. Zur Strasse hin erscheint der Mattenplatz mit seiner glatten mineralischen Fassade städtisch. Das Leben findet vorwiegend am begrünten Innenhof statt. Zu diesem hin öffnen sich die Wohnräume mit grossen Verglasungen hinter einer durchgehenden Balkonschicht. Wohn- und Gewerbehaus Mattenplatz, 2027 Industriestrasse 1A – 1G, Kriens Auftraggeberin: Gesellschaft für ImmobilienAnlagewerte, Luzern Projektentwicklung, Organisation, Projektmanagement und Bauleitung: Anliker Generalunternehmung, Emmenbrücke Auftragsart: Studienauftrag, 2017 Architektur: Manetsch Meyer, Zürich Organisation, Generalunternehmung: Anliker, Emmenbrücke
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Gartenstadt statt Grossstadt
Kurz nach der Jahrtausendwende verschwand in Kriens gut ein Kilometer Autobahn unter einem begrünten Deckel. So rückten die Industrie- und Gewerbeflächen um den heutigen Mattenplatz auf der einen Seite der Asphaltschneise und die Wohnquartiere auf der anderen auf einen Schlag zusammen. Unmittelbar an dieser Nahtstelle entsteht ab 2008 über einen Zeitraum von gut 20 Jahren die Überbauung Schällenmatt, die eine bauliche Brücke zwischen dem grossstädtischen Gebiet Mattenplatz und den kleinteiligen Krienser Wohnquartieren schlagen will. Nach dem Vorbild der englischen Gartenstädte soll auf der bisher unbebauten Fläche eine vorwiegend dreigeschossige Zeilenbebauung mit im Endzustand gut 300 Wohnungen im Grünen entstehen. Drei Bau-Etappen sind bereits fertiggestellt: Die erste und zweite umfassen zusammen sieben Wohnbauten entlang der Autobahn. Die
dritte Etappe, bestehend aus zwei fünfgeschossigen Zeilen und einem siebengeschossigen Kopfbau, schliesst das Areal im Süden ab. Im Sommer 2026 bezogen, beherbergen die drei Häuser aus Schweizer Holz nebst den 74 Wohnungen auch schulergänzende Tagesstrukturen des benachbarten Schulhauses Roggern. Schällenmatt ( 3. Etappe ), 2026 Schällenmatt 17 – 27, Kriens Auftraggeberin: Schällenmatt AG, Kriens Projektentwicklung: Werner Baumgartner & Partner, Kriens Architektur: Iwan Bühler Luzern Landschaftsarchitektur: Freiraumarchitektur, Luzern Auftragsart: Direktauftrag Nachhaltigkeitslabel: zertifiziertes Minergie-Gebäude, SIA-Effizienzpfad Energie
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Oase und Verbindungsstück
Als Gegenpol zum dichten städtischen Mattenhof-Gebiet plant die Stadt Kriens auf dem südlich des Mattenplatzes gelegenen Areal Grabenhof einen öffentlichen Park. Ein Teil der heutigen Familiengärten muss dem neuen Grabenhof-Park weichen. Das Luzerner Büro Freiraumarchitektur gewann Anfang 2026 den offenen Projektwettbewerb. Sein Entwurf gliedert den Park in drei atmosphärische Raumtypen namens ‹ Pionierraum ›, ‹ Auenraum › und ‹ Waldraum ›. Das zentrale Landschaftselement des künftigen Grabenhof-Parks ist der renaturierte Schlimbach. Senkrecht dazu verbindet der Bogenweg als Fortsetzung der Industriestrasse das Gebiet Mattenhof für den Fuss- und Veloverkehr zukünftig über den Hinterschlund mit Horw. Grabenhof-Park Areal Grabenhof, Kriens Auftraggeberin: Stadt Kriens Auftragsart: Projektwettbewerb 2025 / 2026 Landschaftsarchitektur: Freiraumarchitektur, Luzern Investitionsvolumen: Fr. 4,0 Mio.
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Autobahn und Park
Im Rahmen des Verkehrsgrossprojekts ‹ Bypass Luzern › wird die Grosshofbrücke am Südportal des Sonnenbergtunnels verlängert und um mehrere Fahrspuren verbreitert. Auf Bodenniveau wird – wie heute – der lokale Verkehr die Brücke unterqueren, zudem gibt es Platz für Gewerbe und öffentliche Freiräume. Darüber verläuft die Autobahn. Mit dem Park auf dem Dach des Bauwerks entstehen zusätzlicher Freiraum und eine neue Siedlungsverbindung an der Schnittstelle von Kriens und Luzern. Visualisierung: Astra Grosshofbrücke, 2037 Luzernerstrasse, Kriens Auftraggeberin: Bundesamt für Strassen ( Astra ) Planung: Planungsteam Grosshof: ACS Partner, Zürich ; Mathys & Stücheli, Zürich ; Uniola, Zürich Auftragsart: Wettbewerb, 2017 8
Ein Haus für die Musik
Seit 2020 ist die einst auf vier Standorte verteilte Abteilung Musik der Hochschule Luzern unter einem Dach vereint. Das Schulhaus mit Werkstatt-Charakter bildet den Mittelpunkt des Kampus Südpol, auf dem unter anderem auch das Kulturzentrum Südpol und das Luzerner Sinfonieorchester beheimatet sind. →
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1 Areal Eichhof West
5 Schällenmatt ( 3. Etappe )
2, 3 Areal Mattenhof und Wohn- und Geschäftshaus Matteo
4 Wohn- und Gewerbehaus Mattenplatz
7 Grosshofbrücke Themenheft von Hochparterre, September 2026 — Gartenstadt und Grand Ensemble — Projektschau
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Hochschule Luzern – Musik, 2020 Arsenalstrasse 28A, Kriens Auftraggeberin: Luzerner Pensionskasse, Luzern Architektur, Generalplanung: Arge Enzmann Fischer Partner, Zürich, mit Büro Konstrukt, Luzern Landschaftsarchitektur: Freiraumarchitektur, Luzern Baukosten ( BKP 2 ): Fr. 59 Mio. 9
Wohnen statt Einkaufen
2006 bezog das Einkaufszentrum Pilatusmarkt seinen Neubau direkt an der Autobahnausfahrt Luzern-Horw. Der alte Standort im Nidfeld wurde dadurch frei für eine neue Nutzung. Basierend auf einem Bebauungsplan von 2016 entstand im Süden des Areals bis 2019 ein Neubau für einen Grosshändler. 2020 begann der Bau der Wohn- und Gewerbeüberbauung Nidfeld, für die das Basler Architekturbüro Christ & Gantenbein verantwortlich zeichnet. Im Zentrum des Areals umschliessen zwei lange Zeilenbauten 9 Wohn- und Gewerbeüberbauung Nidfeld einen begrünten Innenhof. Ein gut 60 Meter hoher Wohnturm, der 2028 bezogen wird, bildet den nördlichen Abschluss. Im Endausbau wird auf dem Nidfeld nebst rund 560 Wohnungen für unterschiedliche Zielgruppen ein Hotel mit 130 Zimmern entstehen. Foto: Yves Roth Wohn- und Gewerbeüberbauung Nidfeld, 2028 Nidfeldstrasse 2, Kriens Auftraggeberin: Baloise Leben, Basel ; Baloise Versicherung, Basel ; Patrimonium Anlagestiftung, Baar ; Novoreal, Hergiswil ; Aargauische Gebäudeversicherung, Aarau ; Gebäudeversicherung Kanton Zürich, Zürich ; Bernische Pensionskasse, Bern ; Edmond de Rothschild, Genf ; Baloise Swiss Property Fonds, Basel Entwicklung, Totalunternehmung: Losinger Marazzi, Bern Architektur: Christ & Gantenbein, Basel Landschaftsarchitektur: Maurus Schifferli, Bern Auftragsart: Studienauftrag, 2017 Nachhaltigkeitslabel: 2000-Watt-Areal in Entwicklung, Vorzertifikat der Stiftung Natur & Wirtschaft, Minergie-PEco ( Zeilenbauten ), SNBS und Minergie-P ( Hochhaus )
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Zeitgemäss studieren
1977 nahm der Campus Horw, damals dem Zentralschweizerischen Technikum Luzern zugehörig, den Betrieb auf. 500 Studierende und 150 Mitarbeitende gingen in den Anfangsjahren in den leuchtend roten Unterrichtstrakten ein und aus. Heute ist auf dem Campus das Departement Technik & Architektur der Hochschule Luzern beheimatet. Das Fassadenrot der bald 50-jährigen Bauten ist sichtlich verblasst, dafür hat sich die Zahl der Nutzer*innen gut verdreifacht. Deshalb führte der Kanton Luzern in den Jahren 2020 und 2021 einen Wettbewerb für die Erneuerung und Erweiterung des Hochschulstandorts durch. Ab 2027 wird das siegreiche Projekt von Penzel Valier in drei Etappen umgesetzt. In der ersten entsteht an beiden Enden des Areals je ein Neubau in Holz-Beton-Hybrid-Bauweise. Einen davon wird die Pädagogische Hochschule Luzern nutzen, die neu auf den Campus zieht. In der zweiten Etappe werden die bestehenden Gebäude saniert und aufgestockt, in der dritten entsteht unter Verwendung von Re-use-Bauteilen aus dem Bestand ein Café. Die Fassaden des Campus werden auch künftig rot leuchten. Anstelle von Metallpaneelen werden jedoch rote PV-Elemente zum Einsatz kommen. Visualisierung: Maaars
12 Überbauung Horw Mitte
11 Ziegeleipark
10 Erneuerung und Erweiterung Campus Horw
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Erneuerung und Erweiterung Campus Horw, 2036 Technikumstrasse, Horw Auftraggeber: Kanton Luzern, Finanzdepartement zukünftig vertreten durch die Immobilien Campus Luzern-Horw AG Bestellerin: Hochschule Luzern, Technik & Architektur; Pädagogische Hochschule Luzern Auftragsart: selektiver Projektwettbewerb, 2020/2021 Gesamtprojektleitung: Kanton Luzern, Finanzdepartement, Dienststelle Immobilien Architektur, Generalplanung, Statik, Gebäudetechnik: Penzel Valier, Zürich Landschaftsarchitektur: Maurus Schifferli, Zürich Nachhaltigkeitslabel: SNBS Gold
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Ein Park als Herzstück
Seit über 100 Jahren betreibt die Firma AGZ Ziegeleien einen Standort unmittelbar beim Bahnhof Horw und hat dort bis heute ihren Firmensitz. Die Produktion in Horw stellte das Unternehmen allerdings kurz nach der Jahrtausendwende ein und plante auf der Industriebrache eine Wohn- und Gewerbeüberbauung. Das Herzstück der Planung ist der naturnahe Park mit den renaturierten Bächen Schlimbach und Steinibach. Der öffentliche Grünraum wurde 2019 eingeweiht. In der ersten Hochbau-Etappe plante das Architekturbüro Felberfendt für die AGZ auf dem Baufeld ‹ Mitte › drei achtgeschossige Punktbauten. Die 107 Wohnungen waren 2021 bezugsbereit. In der zweiten Etappe folgten auf dem Baufeld ‹ Nord › bis 2023 ein zehngeschossiges Wohnhaus von Baumann Roserens und ein Sechsgeschosser von Noaarchitecten. Auftraggeberin war die Anlagestiftung Turidomus, in deren Eigentum sich das Baufeld ‹ Nord › seit 2018 befindet. Für zwei weitere Etappen ist derzeit eine Teilanpassung des Bebauungsplans im Gange. Foto: Daniela Valentini Ziegeleipark, 2019 / 2021 / 2023 Sternenried / Sternenriedplatz / Ziegeleiweg, Horw Auftraggeberin: AGZ Ziegeleien, Horw ( Etappen 1, 3, 4 ) ; Pensimo Management, Zürich ( Etappe 2 ) Projektentwicklung, Bauherrschaftsvertretung: Topik Partner, Zürich Landschaftsarchitektur: Studio Vulkan, Zürich ( Park, Platz, Etappe 1 und 2 ) ; Robin Winogrond, Zürich ( Konzept Etappen 3 und 4 ) Masterplan: Felberfendt, Zürich Architektur: Felberfendt, Zürich ( Etappe 1, Konzept Etappen 3 und 4 ) ; Baumann Roserens, Zürich und Noaarchitecten, Brüssel ( Etappe 2 )
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Sport und zwei Türme
Als multifunktionale Halle für Sport- und Kultur anlässe sowie Konzerte bietet die Pilatus Arena Platz für 4000 Zuschauer*innen. Flankiert wird der flache Hallenbau von zwei Hochhäusern: dem 115 Meter hohen ‹ Pilatus Tower › und dem 50 Meter hohen ‹ PilatHuus ›. Beide zusammen fassen 370 Miet- und Eigentumswohnungen.
Hochhaus Solitaire, 2019 Gemeindehausplatz 13, Horw Auftraggeberin: Asga Pensionskasse, St. Gallen Architektur: Tilla Theus und Partner, Zürich Projektentwicklung, Totalunternehmung: HRS, Frauenfeld 17
Seefeld aufwerten
Wo Horw an den Vierwaldstättersee stösst, trifft heute das Steinibachried, ein Flachmoor und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, Pilatus Arena und Pilatus Tower, 2025 / 2026 auf einen Campingplatz, Freizeit- und SportanlaAm Mattenhof, Kriens gen und ein Kieswerk. Mit dem Ziel, das Horwer Architektur: Giuliani Hönger, Zürich Seefeld für Sport, Erholung und Freizeit aufzuAuftragsart: Studienauftrag mit Präqualifikation, 2017 werten und zugleich den Naturschutz zu stärken, Auftraggeberin: Pilatus Arena AG ( Arena und ‹ Pilatus Tower › ); Helvetia Versicherungen, Basel lobte die Gemeinde Horw 2019 einen Studien( ‹ PilatHuus › ), Marbet Immobilien AG, Luzern auftrag für die Weiterentwicklung des Gebiets Investitionsvolumen total: ca. Fr. 200 Mio. aus. Basierend auf dem siegreichen Entwurf erarbeitete ein interdisziplinäres Planungsteam bis 2023 die ‹ Vision Seefeld ›. Sie bildete die Basis 14 Gemeinschaftswerk Für die Entwicklung des Schweighofareals in für den kommunalen Richtplan, den der RegieKriens taten sich diverse Beteiligte zu einer In- rungsrat im Januar 2026 genehmigte. vestorengruppe zusammen. Realisiert wurde die Seefeld Horw Überbauung mit zwei Dritteln Wohn- und einem Auftraggeberin: Gemeinde Horw Drittel Dienstleistungsflächen in mehreren Etap- Kernteam Planung: BBZ Landschaftsarchitekten, Bern ; Joos Mathys Architekten, Zürich ; Plangrün, Rotkreuz pen durch verschiedene Architekturbüros. Areal Schweighof, 2018 / 2020 / 2021 / 2027 Horwerstrasse / Ringstrasse / Schweighofplatz / Schweighofweg, Kriens Auftraggeberin: Investorengemeinschaft Schweighof ( Schweighofpark AG, Luzerner Pensionskasse, PKG Pensionskasse, Ringpark AG, Linsi AG, St. Anna Stiftung, Luzern ; SUVA Schweiz ) Städtebau: Meletta Strebel Zangger, Luzern / Zürich ( heute Josef G. Zangger, Luzern ) Architektur: Gmür & Geschwentner, Zürich Lüscher Bucher Theiler, Luzern ; Zwimpfer Partner ( heute FFBK ), Basel / Zürich ; Josef G. Zangger, Luzern ; Lütolf & Scheuner, Luzern ; Wigplan, Luzern Nachhaltigkeitslabel: zertifiziertes 2000-Watt-Areal 15
Siedlungsverbindung
Zwei Teilüberdeckungen der Autobahn A2 in den Gebieten Arsenal und Schlund sollen die angrenzenden Siedlungsräume miteinander verbinden. Ausserdem sollen sie zusätzlichen Freiraum schaffen und die Quartiere vom Verkehrslärm entlasten. Von den veranschlagten Kosten von 186 Millionen trägt der Bund den maximal möglichen Anteil von 60 Prozent. Den Rest der Kosten werden der Kanton Luzern ( 26 Prozent ) und die 12 Mittendrin Wer in Horw aus dem Zug steigt, erblickt als Ers- Stadt Kriens ( 17 Prozent ) unter sich aufteilen – votes die Überbauung Horw Mitte. Die zwei sieben- rausgesetzt, die Krienser und Luzerner Stimmbegeschossigen Häuser auf L-förmigem Grundriss völkerung stimmt im Herbst 2026 an der Urne zu. fassen einen Innenhof ein, zum angrenzenden Ortszentrum hin wächst eines der Häuser zu Teilüberdeckungen Autobahn A2, circa 2040 Kriens einem doppelt so hohen Turm an. Im hohen, Auftraggeberschaft: Bundesamt für Strassen ( Astra ), mit dunklen Keramikfliesen verkleideten Erd- Kanton Luzern, Gemeindeverband LuzernPlus, geschoss liegen Gewerberäume und die Filiale Stadt Kriens eines Grossverteilers. Hinter den gewellten, gol- Bearbeitungsteam: Ventus Projekte ( externe Projektleitung ), KCAP / Studio Vulkan, S2L, Corso ; den und silbern schimmernden Alufassaden der alle Zürich Obergeschosse liegen unterschiedlich grosse Mietwohnungen. Foto: Leonardo Finotti 16
Überbauung Horw Mitte, 2023 Allmendstrasse 1 und 3, Horw Auftraggeberin: Gebrüder Amberg Bauunternehmung, Luzern Architektur: Rüssli, Luzern Landschaftsarchitektur: Dové Plan, Luzern Baukosten: Fr. 85 Mio.
Schillernde Landmarke
Der geplante Wohnturm Solitaire mit Gewerbe im Erdgeschoss war 2019 das erste Hochhaus von Horw. Mit seiner kristallartigen Form und der schillernden Fassade aus Aluminium-Schuppen bildet es eine unverwechselbare Landmarke zwischen Bahnhof und Ortszentrum.
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Das Potenzial im Zwischenraum Text: Rebekka Habegger, Wüest Partner
Luzern Süd zählt zu den bedeutendsten urbanen Entwicklungs- und Transformationsräumen der Zentralschweiz. In diesem rund 3,3 Quadratkilometer grossen Perimeter weist Wüest Partner über 400 000 Quadratmeter Entwicklungsfläche aus. Dies entspricht 13 Prozent der Gesamtfläche und verdeutlicht das enorme Potenzial des Gebiets. Hier entsteht ein neuer Lebensraum mit Platz für zusätzlich 8000 Bewohner*innen, 7000 Arbeitsplätze und 2000 Studienplätze. Bereits heute leben rund 20 000 Menschen in Luzern Süd. Den grössten Anteil stellt Horw, wo rund 68 Prozent der Bevölkerung innerhalb des Perimeters wohnen. In Kriens ist es knapp ein Drittel der Bevölkerung. Für die Stadt Luzern, die insbesondere auch als Eigentümerin diverser Grundstücke eine Schlüsselrolle spielt, ist Luzern Süd eine Verbindung zur dynamisch wachsenden Agglomeration siehe ‹ Bevölkerung nach Gemeinde ›. Die Gemeinden verzeichnen seit Jahren ein dynamisches Bevölkerungswachstum und gehören –
gemessen an der Einwohner*innenzahl – bereits heute zu den grössten Gemeinden im Kanton. In Kriens stieg die Einwohner*innenzahl zwischen 2015 und 2024 von rund 27 000 auf über 30 000 ( +11 % ), während Horw im gleichen Zeitraum auf 15 800 Einwohner*innen ( +15 % ) wuchs. Die Prognose von Wüest Partner zeigt, dass das Bevölkerungswachstum in der Stadt Luzern limitiert ist – auch aufgrund der knappen Entwicklungsflächen. Deutlich mehr Potenzial gibt es im südlichen Agglomerationsgürtel: Für die Gemeinden Horw und Kriens geht Wüest Partner bis 2040 von einem Bevölkerungswachstum von 24 respektive 15 Prozent aus – für die Stadt Luzern sind es lediglich 7 Prozent siehe ‹ Bevölkerungsentwicklung und Prognose ›. Aufgrund der grossen Wohnungsnachfrage stiegen seit 2021 die medianen Angebotsmieten in der Stadt Luzern um 18 Prozent, in Kriens um 27 Prozent und in Horw um 23 Prozent siehe ‹ Entwicklung der Angebotsmieten ›. Wie in anderen Schweizer Städten lässt sich auch in Luzern und den Agglomerationsgemeinden ein Nachfrageüberhang an Wohnungen feststellen. Ein knappes Wohnangebot trifft auf eine erhöhte Nachfrage, die nebst bekannten Faktoren wie der wachsenden Anzahl an Haushalten, dem Trend zu kleineren Haushalten und dem
konstant hohen Wohnflächenverbrauch pro Person zusätzlich durch die Steuerpolitik des Kantons dynamisiert wird. In den letzten Jahren hat sich die Steuerbelastung sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen reduziert. Dies stärkt sowohl die Beschäftigungsentwicklung als auch die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt. Die umfangreiche Wohnraumproduktion in Luzern Süd ist eine Antwort auf die anhaltende Wohnungsknappheit in der Region. Ob sich der Wohnungsmarkt dadurch tatsächlich spürbar entspannen lässt, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen. Entscheidend wird sein, ob eine hohe bauliche Dichte bei hoher Lebensqualität gelingt. Dazu gehören auch ausreichend Frei- und Grünräume, soziale Durchmischung sowie eine gute Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur. Luzern Süd steht damit exemplarisch für die zentrale Herausforderung vieler Schweizer Transformationsgebiete: Innenentwicklung nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ überzeugend und bedarfsgerecht zu gestalten.
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Entwicklung der Angebotsmieten Nettomiete einer 4-Zimmer-Wohnung in Fr. / m� Quelle: Wüest Partner, jeweils 1. Quartal für 2021 und 2026 Bevölkerung nach Gemeinde Einwohner*innen total davon in Luzern Süd Quelle: BFS STATPOP ( Stand 2024 ) 100 000
400 350
80 000
300
60 000
250
40 000
200
20 000 27 % 0
450
Kriens
150
68 %
2026 2021
2026 2021
2026 2021 2021
1% Horw
Luzern
100
Kriens
Horw
Luzern
2026
Schweiz
Bevölkerungsentwicklung und Prognose Horw Kriens Luzern Kanton Luzern ( Index 2015 = 100 % ) Quellen: BFS STATPOP ( Stand 2024 ), Bevölkerungsprognose von Wüest Partner 180 170 160 150 140 130 120 110 100 2015 2017 2019 2021 2023 2025 2027 2029 2031 2033 2035 2037 2039 2041 2043 2045 2047 2049 2051 2053 2055
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Themenheft von Hochparterre, September 2026 — Gartenstadt und Grand Ensemble — Das Potenzial im Zwischenraum
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Was für New York der Central Park ist, ist für Luzern Süd die Allmend. An der Skyline wird noch gearbeitet.
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Gartenstadt und Grand Ensemble 2010 machten sich Horw, Kriens und Luzern auf den gemeinsamen Weg zur Entwicklung von Luzern Süd, denn in dem 3,3 Quadratkilometer grossen Gebiet, das sich vom Süden der Stadt Luzern bis an die Horwer Bucht erstreckt, schlummerte ein gigantisches Entwicklungspotenzial. 16 Jahre später sind die drei Gemeinden noch immer gemeinsam unterwegs, und in Luzern Süd gedeiht zwischen Autogaragen, Industriebrachen und Einfamilienhausquartieren allmählich die dichte Stadtlandschaft, die das Entwicklungsleitbild 2010 skizziert hatte. Dieses Heft zieht Zwischenbilanz in Luzern Süd. Es erkundet eine Stadtlandschaft im Werden, lässt ihre Macher*innen zu Wort kommen und stellt die wichtigsten Bauten und Projekte im Entwicklungsgebiet vor.
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Hochparterre X / 18 — Titel Artikel