Taekwondo 20 Magazin für olympisches Taekwondo in Deutschland
Olympische und Paralympische Spiele in Tokio Viktoria Rucinski – Gold bei der Kadetten-EM Auszeichnungen für DTU-Spitzensportvereine
Ausgabe 09 - September 2021
Foto: Taekwondo Europe
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Liebe Freunde des Taekwondo, liebe Sportlerinnen und Sportler!
Inhalt
Die Olympischen und Paralympischen Spiele sind vorbei. Leider gibt es von diesen Wettkämpfen keine Medaillen-Erfolge für unsere Athleten zu vermelden. Die Erlebnisse und Erfahrungen rund um diese außergewöhnlichen Olympischen und Paralympischen Spiele werden lange in Erinnerung bleiben und weiterhin für Diskussionen sorgen. DTU 20 hat in Tokio mit dem Vorsitzenden des World Para Taekwondo Technical and Referee Committes Chakir Chelbat gesprochen (Seite 4) gesprochen. Auf den Seiten 8 bis 24 gibt es unsere große Oympiaberichterstattung, unter anderem mit einem Interview mit Kimia Alizadeh und Servet Tazegül.
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„Ihre größte Stärke ist ihr Wille“, mit dieser Aussage beschreibt Heimtrainer Martin Schöpe seine Wettkämpferin Ashley Sosna, die Vizeeuropameisterin bei den Kadetten in der Gewichtsklasse bis 51 Kg wurde. (Seite 25). Ashley Sosna selbst und Viktoria Rucinski – Europameisterin der Kadetten in der Gewichtsklasse bis 55 Kg - erzählen, wie sie die Europameisterschaften in Tallinn erlebt haben. Eine weitere NachwuchsTaekwondo-Kämpferin stellen wir in dieser Ausgabe unseres Magazins vor: Viviana Valentino. Sie verließ mit 15 Jahren ihr Elternhaus, um am Bundesstützpunkt in Nürnberg professionellere Trainingsbedingungen nutzen zu können. Viviana berichtet uns über den Schulwechsel zur Eliteschule des Sportes, der Berthold Brecht Schule und ihre anfänglichen Sorgen (Seite 33). Welche Rituale und Glücksbringer im Wettkampf helfen, erzählen wir auf Seite 34. Außerdem berichten wir in diesem DTU-Magazin über den Start der RegionalBundeslehrgänge (Seite 36) und das Olympische Jugendlager (Seite 38). Wie man Leistungssport und Beruf, beziehungsweise Ausbildung miteinander verbindet, darüber erzählt Darja Husovic, die am Spitzensportprogramm der Bayrischen Polizei teilnimmt (Seite 42). Helena Silberhorn und Tom Lüdders waren bei der WT Poomsae Online Challenge der Kadettinnen und Kadetten am Start (Seite 41). Nach Olympia ist vor Olympia – diesmal schon in drei Jahren in Paris. Wir hoffen, dass wir mit unseren Berichten und Interviews alle Taekwondo-Begeisterten motivieren können, sich weiter auf dem Weg zu Spitzenleistungen im Sport zu begeben: als Verein, als Sportler, Trainer oder in welcher Funktion auch immer. Die DTU-Spitzenvereine im olympischen Taekwondo für die Jahre 2021-2022 wurden jetzt mit Gold, Silber, Bronze ausgezeichnet ( Seite 29).
Herzliche Grüße und eine gute Zeit
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4 Interview mit Chakir Chelbat 8 Olympische Spiele Tokio 13 Marco Scheiterbauer: Fazit EM U15 und U21 14 Olympia hat seine eigenen Regeln 16 Ich bin immer noch Kimia 19 Ich habe jeden Tag geweint 20 Servet Tazegül beginnt Trainerkarriere mit Medaille 24 Alexanders Tag bei Olympia 25 Heimtrainer Martin Schöpe 26 Europameisterin Viktoria Rucinski 28 Vizeeuropameisterin Ashley Sosna 29 DTU -Spitzensportvereine 2021 – 2022 30 Das Dachauer Duo 31 Eliteschule des Sports 32 Viviana Valentio 34 Rituale und Glücksbringer im Wettkampf 36 Start der RegionalBundeskaderlehrgänge Technik 38 Deutsches Olympisches Jugendlager 41 WT Poomsae Online Challenge 42 Spitzensportprogramm der Bayrischen Polizei
Impressum Herausgeber: Deutsche Taekwondo Union e. V. Georg Brauchle-Ring 93 80992 München Telefon: 089 15 00 21 31 Verantwortlich für den Inhalt: Helena Stanek Mitarbeiter an dieser Ausgabe: Hermann-J.Hoffe (hh), Raffaella Delli Santi, Klaus Haggenmüller, Aylin Semrau Fotos: BeLa Sportfotografie, Amandine Lauriol, World Taekwondo, DTU-Archiv Redaktionsleitung: Helena Stanek (Fromm) – E-Mail: stanek@dtu-mail.de – Mobil: +49 174 6853194 www.dtu.de www.facebook.com/DeutscheTaekwondoUnion instagram.com/ger_taekwondo/
Helena Stanek DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 9 09/2021 -
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„PARA-ATHLETEN SIND MEINE HELDEN“ INTERVIEW MIT DEM WT PARA TAEKWONDO CHAIRMAN CHAKIR CHELBAT Im April 2017 wurde Chakir Chelbat zum Technischen Delegierten für Taekwondo für die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio sowie zum Vorsitzenden des World Para Taekwondo Technical and Referee Committees ernannt. Wir haben mit Chakir Chelbat über die historischen Paralympischen Spiele in Tokio gesprochen.
In April 2017, Chakir Chelbat has been appointed technical delegate for taekwondo at the Tokyo 2020 Paralympic Games and also as chairman of the World Para Taekwondo Technical and Referee Committee.” So let ́s talk about the historical Paralympic Games in Tokyo.
DTU 20: Die Paralympischen Spiele 2020 beginnen am 24. August 2021 in Tokio. Neben Badminton feiert Taekwondo als zweite Sportart eine paralympische Premiere in Tokio. Welche Bedingungen und Regeln kommen für Taekwondoathleten zur Anwendung? Chakir Chelbat: Wir haben dieselben Regeln und Vorschriften wie bei den Olympischen Spielen. Aber die Wettkampfregeln sind etwas unterschiedlich, da wir es hier mit Para-Athleten zu tun haben. Nur die Kategorie K43, zusammengelegt mit K44, kommt zur Austragung. Das war für das erste Mal die einzige und beste Option bei den Paralympischen Spielen. Für Paris 2024 werden wir dies verbessern und die Paralympischen Spiele von Tokio analysieren und den Report der Führungsebene vorlegen. Jeder muss dieselben Bedingungen unter der Anführung unseres Präsidenten Dr. Choue erhalten. Ich bin mehrere Male nach Tokio gereist, selbst zu Beginn der Pandemie. Als diese Herausforderung die Welt erfasst hat, haben wir unseren Fokus und unsere Vorbereitungen für Tokio in enger Zusammenarbeit mit dem Tokioter Organisationskomitee für die Paralympischen Spiele und natürlich in enger Abstimmung mit dem Internationalen Paralympischen Komitee fortgesetzt. Wir haben unsere Arbeit auf täglicher und wöchentlicher Basis fortgesetzt, wir sind gut vorbereitet und ich bin sehr zuversichtlich, dass es ein erfolgreiches und historisches Ereignis wird.
DTU 20: The Paralympics 2021 will begin in Tokyo on August 24th. Besides badminton, Taekwondo is the second sport that celebrates its Paralympic premiere in Tokyo. Which conditions and rules apply here for Taekwondo athletes? Chakir Chelbat: We have the same rules and regulations as in the Olympic Side able body . But the rules in competition are little different because we are dealing with Para athletes. WE ARE USING ONLY SPORT CLASS K43 CONSOLIDATED WITH K 44 . This was the only best option to do it for the first time in Paralympic games. For Paris 2024 we will do it better and we will now review the Tokyo Paralympic Games analyze and deliver our report to the leadership. Everybody has to get the same conditions under the leadership of our president DR Choue. I visited Tokyo several times even in the beginning of this pandemic. When the challenge hit the world, we continue our focus and our preparations for Tokyo in close cooperation with Tokyo Organization of the Paralympic Games and of course with Very close contact with the International Paralympic Committee . We have continued to work together in daily and weekly base and we are well prepared and i am very confident together with our amazing team it will be a very historical and successful event.
DTU 20: Wie entwickeln Sie Para-Taekwondo weiter? Chakir Chelbat: Para-Taekwondo ist ein fantastischer Sport. Und ich bin sehr gesegnet, dass ich die Möglichkeit habe, der technische Vorsitzende des Paralympischen Komitees zu sein. In der WT gibt es normalerweise keine Vereine, die nur paralympisches Taekwondo anbieten. Alle Vereine auf der Welt sind für nicht-beeinträchtigte Sportler und in diesen Vereinen findet man einige Para-Sportler.
DTU 20: How do you further develop the advancement of Para Taekwondo? Chakir Chelbat: Para taekwondo is an amazing sport. And I am very blessed to have an opportunity to be a technical chairman of the Paralympic committee. In the WT, usually there are no clubs specific for only Paralympic taekwondo. All the clubs around the world are able body clubs, and among these clubs we can find certain Para
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Unter der Leitung unserer Führungsebene arbeiten wir sehr effizient mit Para-Schulungsprogrammen; Schulungen für Para-Coaches auf den Leveln 1, 2 und 3; MNA-Workshops, um unsere Interessensvertreter mit Schulungen zu unterstützen; Informationen; Verwaltung, wie man ParaTaekwondo in den MNAs aufbaut und eine Anleitung, um Para-Taekwondo in den MNAs zu etablieren. Wir bieten ihnen fantastische Werkzeuge für die Klassifizierung von Para-Sportlern, biologische und psychologische Aspekte bei Para-Sportlern, viele weitere Programme, um das Bewusstsein für Para-Taekwondo sowohl im Vollkontakt als auch im Poomsaebereich zu schärfen, auch für die Parasportler, die nicht an Wettkämpfen teilnehmen können – wir können diese dennoch trainieren und ihnen helfen. Es gibt derzeit 84 Länder innerhalb unserer MNAs, die Para-Taekwondo anbieten, und es werden mehr. Das ist nur der Anfang. Es ist viel erreicht worden. Wir arbeiten ohne Pause. Wir haben starke Programme entworfen und die Ausbildung im Para-Bereich mit der Unterstützung des WT Education Departments unter der Leitung des Senior Director Dr. Yoo Jeong Seok begonnen, und natürlich der größten Unterstützung durch unseren Präsidenten Dr. Choue. Wir haben auch einige Para-Coach-Kurse angeboten. Ebenso einige Kurse zur Klassifikation, sowohl technisch als auch medizinisch.
athletes. So under the guidance of our leadership, we are working very efficiently through Para education programs, education for para coach certification level one, level 2 and level 3, MNAs workshop to assist our stakeholders with educations, informations, administration , how to build the para taekwondo in each MNA , the road map to follow in order to establish a strong Para taekwondo in each MNA. We give them amazing tolls about classification rules for para athletes, Biological aspect and Psychological aspect for Para athletes, Many other programs to increase the awareness about Para Taekwondo both in kyorugi, Poomsae and even our amazing para athletes who can not compete but we still can train them and help them. We have actually at least 84 countries among our MNAs practicing para Taekwondo and more are coming. This is just the beginning. A lot of work has been done. We work non-stop. So we made strong programs and have started our Para education together with help and support of the WT education department under the lead of our Senior Director Dr YOO Jeong Seok and of course the greatest support of our President Dr Choue. We did also conducted several Para coach courses.We did also ceverall courses in classification, Both technical and medical .
DTU 20: Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die eine guter Taekwondo-Kampfrichter haben muss? Chakir Chelbat: Es ist unterschiedlich, internationale Kampfrichter auszubilden. Es ist notwendig, dass sie das Wissen der notwendigen Aspekte über unsere ParaSportler haben. Die Sportler der unterschiedlichen Klassen und mit unterschiedlichen Einschränkungen kämpfen auch unterschiedlich. Und die Kampfrichter müssen verstehen, womit sie es zu tun haben. Es geht um die Sicherheit unserer Para-Sportler. Zum Beispiel ist die niedrigere K41-Klasse mit einem Höchstmaß an Einschränkung anders als K42, K43 und K44. Ich glaube, dass es in der Zukunft einen Kurs für internationale Kampfrichter nur für Para-Taekwondo benötigt, denn unter der Leitung unserer Führungsebene decken wir alle zehn Klassen des IPC ab, wie etwa die P10, P20. P30. P40, K40, P50 P60, P70-Klasse für gehörlose Sportler, die Rollstuhlklasse. Es bedarf so vieler Programme im ParaTaekwondo, da wir so viele unterschiedliche Klassen
DTU 20: What are the most important qualities a good Taekwondo referee must have? Chakir Chelbat: It is different to educate the international referees. It is necessary that they have knowledge about the necessary aspects of our para-athletes. The athletes with different sport classes and with different disability have different way to compete. And referees need to understand that which sport class they are dealing with, It is about the safety of our Para athletes. for example, k41 lower sport class with maximum disability is different than K42, K43 and k44, I believe an international referee course for only para taekwondo will be needed in the future because under the guidance of our leadership we are covering all the 10 SPORT KLASS categories under the IPC, like sport class P10, P20. P30. P40, k40, P50 P60, P70 Sport class for the deaf athletes, wheel chair sport class So many programs in Paralympic taekwondo are needed, because we have different sport classes. And the referees and coaches, DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 9 09/2021 -
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haben. Und die Sportler und Kampfrichter müssen das lernen. Um bessere Ergebnisse zu erhalten ist es daher notwendig, Experten in jedem Bereich zu haben. Wir müssen unsere Schiedsrichter so ausbilden, dass sie alle Arten von Wettbewerben leiten können.
they need to learn this. Therefore it is necessary in order to have better results, we need specific experts for each area. We need to educate our referees to officiate in all kind of competition.
DTU 20: Sie haben versucht, Para- und nicht-Para-Veranstaltungen zu verbinden, zum Beispiel mit dem World Taekwondo Grand Prix in London. Was bedeutet Inklusion für Sie? Chakir Chelbat: Das bietet eine großartige Chance, zusammen mit dem Marketing, der Werbung, Social Media. Im nächsten Jahr werden die Para-Sportler in der Grand Prix-Serie und dem Grand Prix-Finale antreten. Es ist auch geplant, dass Para-Taekwondo Teil des Grand Slam wird. Der Dank gebührt der Führungsebene dafür, Chancengleichheit für Para-Sportler zu ermöglichen.
DTU 20: You tried to connect Para- and non-Para events, for example the World Taekwondo Grand Prix in London. What does Inclusion mean for you? Chakir Chelbat: This is a great opportunity, together with the marketing, the promotion, the social media. The para athlete from next year will be competing in Grand Prix series and Grand Prix final Para Taekwondo is planed to be also in Grand slam. Thank you to the leadership for giving giving equal opportunities for Para athletes.
DTU 20: Was sollten die nationalen Verbände tun, damit Para-Taekwondo noch populärer wird? Chakir Chelbat: Zunächst einmal bin ich sicher, dass Para-Taekwondo nach sehr erfolgreichen Paralympischen Spielen sehr an Bedeutung gewinnen wird. Das wird allen MNAs einen kraftvollen Schub geben. Es wird helfen, unseren Sport voranzubringen. In unseren Workshops geben wir den MNAs sehr eindeutige Hilfestellung dazu, wie man vorgeht. Wir müssen mit all unseren Nationalen Para-Komitees (NPC) zusammenarbeiten. Jeder MNA muss sehr eng mit seinem NPC kollaborieren. Die NPCs müssen prüfen, welche Sportarten im Paralympischen Programm vorhanden sind. Und diese können dem Taekwondo helfen und es unterstützen. Und sie können verschiedene Sportarten ausarbeiten, indem sie ein gutes
DTU 20: What should National Federations do so that Para-Taekwondo is getting more popular? Chakir Chelbat: First of all,I am sure after a very great success of the Paralympic games , The para Taekwondo will grow highly.This will give a very strong kick and push to all MNAs. This will help to promote our sport. In our workshops, we give a very clear guidance to help MNAs on how to proceed. We have to work together with all our NPCs around the world. Each MNA must work very near and in close relation with their NPC.The national Paralympic committees have to see which kind of sports we have in the Paralympic program. And then they can help and support taekwondo. And they can elaborate different sports by creating a good network with the Paralympic national committee and also with
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Netzwerk mit dem NPC und auch den unterschiedlichen Verbänden aufbauen, wie man mit Para-Sportlern umgeht. Und die Schulen – mit diesen muss man zusammenarbeiten.
the different federations in dealing with the para athletes. And schools, of course. You have to work with schools in your country.
DTU20: Ein Blick nach vorne – welche Änderungen wird es für die paralympischen Taekwondobewerbe in Paris 2024 geben? Chakir Chelbat: Wir haben uns beim IPC sogar darum beworben, die Gewichtsklassen von drei auf fünf zu erhöhen, für Männer und Frauen, um zehn Gewichtsklassen zu haben. Wir warten noch auf die Entscheidung des IPC. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir Teil der Paralympischen Spiele bleiben werden. Und wir hoffen, dass das IPC unserem Antrag zustimmt. Nach den erfolgreichen Spielen von Tokio 2020 werden wir alles genau analysieren und prüfen und werden mit vielen Experten aus dem Taekwondo brainstormen. Auch der Beitrag der Medien ist sehr wichtig. Wir werden auch den Beitrag der MNAs benötigen. Und mit diesen Beiträgen werden wir einen Bericht für die Führungsebene erstellen.
DTU20: Looking forward, what changes will there be in Paris 2024 for the Paralympic Taekwondo Events? Chakir Chelbat: We did even apply to the IPC to increase the weight categories from three to five for male as well as for female players. So we will have ten categories. We are still waiting for the decision from the IPC. We are very positive that we will remain part of the Paralympic games. And we hope the IPC will approve our request. After a successful Tokyo 2020, we will analyze an review all we did during the games , and we will have brain storm with many experts in the field Taekwon-Do and also the input from media is very important , We will also need to our MNAs input , And with this brain storm we will deliver the report to the leadership .
Die Vorbereitung für Paris beginnt jetzt. Und wir konzentrieren uns auf unsere Ziele, um die Paralympischen Spiele größer und erfolgreich zu machen. Und ich bin zuversichtlich, dass Tokio ein großer Erfolg wird, und Paris 2024 ebenso. Wie bereits eingangs erwähnt, ich bin sehr zuversichtlich. Wir werden am Ende der Spiele sehr glücklich sein. Wir freuen uns auf Paris 2024. ParaSportler sind meine Helden Auch die Coaches sind meine Helden.
The work for Paris starts now. And we are focusing on our targets to make the Paralympic games a greater and successful. And i am confident Tokyo will be a great success and Paris 2024 will also be an other great success... Like I said before I am very confident. We will be very happy at the end of the games. We are looking forward to Paris in 2024. Para athletes are my heroes. The coaches are my heroes, too.
Para-Veranstaltungen mit nicht-Para-Veranstaltungen zu verbinden ist ein Beispiel – der Grand Prix ist fantastisch. Es bietet eine große Unterstützung für ParaTaekwondo, da organisatorisch alles auf höchstem Niveau abläuft. Es motiviert auch alle Para-Taekwondosportler und inspiriert sie, weil sie erkennen, dass sie gleichbehandelt werden, und dies Dank der Vision unserer Führungsebene.
Combining the Para events with Able body events example..the Grand Prix is amazing. It provides great support for Para Taekwondo as everything is done at the highest level from an organizational perspective. It also gives great motivation and inspire the Para Taekwondo athletes who see that they are equally treated and this is thanks to the vision of the leadership.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung des Para-Taekwondo.
Thank you for supporting the Para Taekwondo Sport.
Chakir Chelbat WT Para Taekwondo Chairman
Chakir Chelbat WT Para Taekwondo Chairman
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Olympische Spiele Tokio 2020
Bei den Olympischen Spielen in Tokio konnten die Zuschauer an den Livestreams oder während der TV-Übertragung miterleben, wie sich ein großes Gesetz bewahrheitet „Olympia hat seine eigenen Gesetze“. Es gab Wettkämpfe, die in der allerletzten Sekunde entschieden wurden (Halbfinale Bianca Walkden vs. Dae Bin). Es gab überraschende Niederlagen (Vorkampfniederlage vom koreanischen Ausnahmetalent und dreifachen Weltmeister Daehoon Lee). Und es gab auch die Dominanz einiger Favoriten (Der an Nr. 1 gesetzte und amtierende Weltmeisterin Vladislav Larin gewinnt Olympiagold). Die acht möglichen Goldmedaillen wurden von sieben verschiedenen Nationen gewonnen. Unter diesen sieben Nationen waren auch Usbekistan, Thailand, Kroatien und das russische Olympische Komitee, die erstmals bei Olympischen Spielen eine Goldmedaille im Taekwondo gewinnen konnten. Die erste Medaille für eine TaekwondoKämpferin feierte Israel mit dem Gewinn der Bronzemedaille. Silber als erste Olympische Medaille aller Sportarten feierte Nord-Mazedonien. „Das Olympische Taekwondo in Tokio 2020 war toll. Unsere Athleten haben uns alle daran erinnert, warum Taekwondo weltweit eine so beliebte Sportart ist. … Wir konnten wieder einmal sehen, dass Taekwondo eine universelle Sportart ist, die Möglichkeiten für alle Nationen
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schafft – große und kleine“, so Dr. Choue. Fünf Medaillengewinnner in Tokio haben erst 2018 bei der Jugend-Weltmeisterschaft oder den Olympischen Jugendspielen Erfolge gefeiert. „Wir haben Teenager gesehen, welche die etablierten Stars in unserer Sportart herausgefordert haben. Dies führte zu spannenden Kämpfen und überraschenden Ergebnissen, aber es zeigte uns auch, welch strahlende Zukunft Taekwondo mit so viel aufstrebendem Talent hat.“ Insgesamt gingen in Tokio 131 Athletinnen und Athleten aus 62 verschiedenen NOKs + einem Flüchtlingsteam auf die Wettkampffläche. Die meisten Kämpferinnen und Kämpfer schickten China und Südkorea mit insgesamt sechs Plätzen. Großbritannien und die Türkei stellten fünf Kämpferinnen und Kämpfer. Vom 24. bis 27. Juli gab es in der Makuhari Messe Halle 32 Medaillen zu vergeben (acht Gold, acht Silber und sechszehn Bronze). Erfolgreichste Nation war das Russische Olympische Komitee. Mit vier Kämpferinnen und Kämpfern gewannen sie vier Medaillen (zwei Goldmedaillen, eine Silbermedaille und eine Bronzemedaille). Serbien und Kroatien belegten in der Nationenwertung Rang zwei mit jeweils einer gewonnen Gold- und einer Bronzemedaille.
STATEMENTS OLYMPIA
Vizepräsident Zweikampf Jannis Dakos über das Abschneiden bei den Olympischen Spielen und die Aussicht auf Paris 2024 Mit dem Ergebnis der Olympischen Spiele und der Qualifikation eines einzigen Athleten aus Deutschland können wir nicht zufrieden sein.
Alex Bachmann hatte leider in der Vorbereitung einen erneuten Handbruch erlitten und konnte die letzten sechs Wochen bis zum Kampftag kein Sparring absolvieren. Dadurch ist er auch bei den Spielen unter seinen Möglichkeiten geblieben. Die direkte Qualifikation zu schaffen, war eine große Herausforderung, die Alex, Vanja und Georg in gemeinsamer Planung und Arbeit gemeistert haben, obwohl Alex eigentlich in der nicht olympischen Klasse -87kg Zuhause ist. Schade ist es, dass zum Schluss der olympische Erfolg ausgeblieben ist, aber so ist es nun mal im Sport und besonders auf diesem Level. Wir haben jetzt die historisch einmalige Situation eines verkürzten olympischen Zyklus und wir müssen in den nächsten drei Jahren alles aus unseren Möglichkeiten herausholen. Europa ist zur Zeit im Taekwondo der leistungsstärkste Kontinent, das haben die Ergebnisse in Tokio gezeigt und es bedarf Veränderungen und Verbesserungen in unserer Arbeit, wenn wir gegen die Konkurrenz bestehen wollen.
Wir haben gute Sportler und Sportlerinnen in unseren Reihen, die zu Weltklasseleistungen geführt werden müssen. Unser Leistungssportpersonal hat jetzt die Aufgabe, die kurze Zeit bis Paris 2024 zu nutzen und unsere Athleten und Athletinnen in Qualifikationsposition zu bringen. Aber auch bei den Spielen müssen wir wettbewerbsfähig sein und um Medaillen kämpfen. Das ist unser Anspruch. Spordirektor Holger Wunderlich zum Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Tokio Mit dem Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Tokio können wir natürlich nicht zufrieden sein und auch einige Tage nach den Taekwondo-Wettkämpfen sind wir alle noch sehr enttäuscht. Am meisten ärgert mich, dass wir unsere Potenziale nicht ausgeschöpft haben. Alexander Bachmann hat als Weltmeister gezeigt, dass er das Potenzial hat, auch bei Olympischen Spielen eine gute Platzierung und im Optimalfall eine Medaille zu erkämpfen. Im Damenbereich haben wir die Qualifikation nicht geschafft, auch hier haben wir die Qualität, um bei Olympia dabei zu sein. Richtung Paris 2024 muss wieder Schritt für Schritt ein Aufwärtstrend erfolgen. Es muss unser Anspruch sein, für Paris 2024 die Qualifikation bei den Damen und Herren zu schaffen und dann auch bei den Olympischen Spielen konkurrenzfähig zu sein.
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Vito Dell´Aguila (-58Kg)
Ulugbek Rashitov (-68Kg)
Maksim Khramtcov (-80Kg)
Olympiasieger
Anastasija Zolotic (-57Kg)
Vladislav Larin (+80Kg)
Milica Mandic (-67Kg)
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Panipak Wongpattanakit (-49Kg)
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Matea Jelic (-67Kg)
Israel
– – 1 1
Kuba
– – 1 1
Medaillengewinner Tokio 2020
Medaillengewinner Tokio 2020: Männer Disziplin
Gold
Fliegengewicht Vito (bis 58 kg) Dell’Aquila (ITA)
Federgewicht (bis 68 kg)
Ulugʻbek Rashitov (UZB)
Mittelgewicht (bis 80 kg)
Maxim Chramzow (ROC)
Schwergewicht Wladislaw (über 80 kg) Larin (ROC)
Silber
Mohamed Khalil Jendoubi (TUN)
Bradly Sinden (GBR)
Bronze
Michail Artamonow (ROC) Jang Jun (KOR)
Hakan Reçber (TUR) Zhao Shuai (CHN)
Saleh AlSharabaty (JOR)
Toni Kanaet (CRO) Seif Eissa (EGY)
Dejan Georgievski (MKD)
In Kyo-don (KOR) Rafael Alba (CUB)
Frauen Disziplin
Gold
Silber
Bronze
Einige Fakten über die Medaillengewinner: • Mit 20 Jahren und 263 Tagen ist Vito Dell´Aquilla (ITA) der jüngste männliche italienische Goldmedaillengewinner in einer Einzeldisziplin. • Mohamed Khalil Jendoubi (TUN) wird mit 19 Jahren und 53 Tagen jüngster Medaillengewinner für Tunesien. • Ulugbek Rashitov (UZB) gewinnt die erste Goldmedaille für Uzbekistan im Taekwondo. Mit 19 Jahren ist er der jüngste Olympiasieger in den Herren-Wettbewerben aller Zeiten. Außerdem ist er der erste männliche Taekwondo-Kämpfer, der sowohl bei den Olympischen Spielen als auch bei den Olympischen Jugendspielen im Finale stand. (2018 gewann er bei den Olympischen Jugendspielen in der Gewichtsklasse - 48 kg Silber). • Zhao Shuai (CHN) ist der erste männliche Athlet, der für China mehr als eine Medaille bei Olympischen Spielen gewinnt. In Rio 2016 gewann er Gold (- 58 kg).
Fliegengewicht Panipak (bis 49 kg) Wongpattanakit (THA)
Adriana Cerezo (ESP)
Avishag Semberg (ISR) Tijana Bogdanović (SRB)
Federgewicht (bis 57 kg)
Tatjana Minina (ROC)
Lo Chia-ling (TPE) Hatice Kübra İlgün (TUR)
Lauren Williams (GBR)
Ruth Gbagbi (CIV) Hedaya Malak (EGY)
• Adriana Cerezo Igelsias (ESP) wird mit 17 Jahren und 242 Tagen jüngste Olympiamedaillengewinnerin aller Zeiten.
Bianca Walkden (GBR) Althéa Laurin (FRA)
• Tijana Bogdanovic (SRB) gewinnt als dritte Athletin in der Gewichtsklasse – 49 kg ihre zweite Olympische Medaille.
Anastasija Zolotic (USA)
Mittelgewicht (bis 67 kg)
Matea Jelić (CRO)
Schwergewicht (über 67 kg)
Milica Mandić (SRB)
Lee Da-bin (KOR)
Einige Fakten über die Medaillengewinner: - Mit 20 Jahren und 263 Tagen ist Vito Dell´Aquilla (ITA) der jüngste männliche italienische Goldmedaillengewinner in einer Einzeldisziplin. - Mohamed Khalil Jendoubi (TUN) wird mit 19 Jahren und 53 Tagen jüngster Medaillengewinner für Tunesien. - Ulugbek Rashitov (UZB) gewinnt die erste Goldmedaille für Uzbekistan im Taekwondo. Mit 19 Jahren ist er der jüngste Olympiasieger in den HerrenWettbewerben aller Zeiten. Außerdem ist er der erste männliche TaekwondoKämpfer, der sowohl bei den Olympischen Spielen als auch bei den Olympischen Jugendspielen im Finale stand. (2018 gewann er bei den Olympischen Jugendspielen in der Gewichtsklasse - 48 kg Silber). - Zhao Shuai (CHN) ist der erste männliche Athlet, der für China mehr als eine Medaille bei Olympischen Spielen gewinnt. In Rio 2016 gewann er Gold (- 58 kg). - Vladislav Larin (ROC) gewinnt als amtierender Weltmeister die Goldmedaille bei Olympischen Spielen. - Panipak Wongpattanakit (THA) gewinnt die erste Goldmedaille für eine Thailändische Taekwondo-Kämpferin. - Adriana Cerezo Igelsias (ESP) wird mit 17 Jahren und 242 Tagen jüngste Olympiamedaillengewinnerin aller Zeiten. - Tijana Bogdanovic (SRB) gewinnt als dritte Athletin in der Gewichtsklasse – 49 kg ihre zweite Olympische Medaille. - Abishag Semberg (ISR) gewinnt die erste Olympiamedaille für Israel im Taekwondo. - Anastacja Zolotic (USA) ist die erste weibliche Kämpferin, die Gold für die USA im Taekwondo gewinnt. - Matea Jelic (CRO) wird Kroatiens erste Olympiasiegerin im Taekwondo. - Ruth Gbagbi wird die erste Athletin, die für die Elfenbeinküste, mehr als eine Olympiamedaille gewinnt. In Rio 2016 gewinnt sie ebenfalls Bronze. - Milica Mandic (SRB) wird die erste serbische Athletin, die bei Olympischen Spielen zweimal Gold gewinnt. Zuletzt gewann sie 2012 in London Gold. - Lee Dabin (KOR) gewinnt für Südkorea die insgesamt zehnte olympische Medaille bei den Frauenwettkämpfen und die erste Silbermedaille. Kein anderes Land ist in den Frauenwettkämpfen erfolgreicher. - Althea Laurin (FRA) ist die jüngste Medaillengewinnerin bei Olympischen Spielen für Alex Bachmann späteren Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev bei derist Frankreich.mit Sie dem gewinnt für Frankreich die achte olympische Medaille. Frankreich Eröffnungsfeier das NOC mit den meisten olympischen Medaillen ohne den Gewinn einer Goldmedaille (G0-S3-B5).
• Vladislav Larin (ROC) gewinnt als amtierender Weltmeister die Goldmedaille bei Olympischen Spielen. • Panipak Wongpattanakit (THA) gewinnt die erste Goldmedaille für eine Thailändische TaekwondoKämpferin.
• Abishag Semberg (ISR) gewinnt die erste Olympiamedaille für Israel im Taekwondo. • Anastacja Zolotic (USA) ist die erste weibliche Kämpferin, die Gold für die USA im Taekwondo gewinnt. • Matea Jelic (CRO) wird Kroatiens erste Olympiasiegerin im Taekwondo. • Ruth Gbagbi wird die erste Athletin, die für die Elfenbeinküste, mehr als eine Olympiamedaille gewinnt. In Rio 2016 gewinnt sie ebenfalls Bronze. • Milica Mandic (SRB) wird die erste serbische Athletin, die bei Olympischen Spielen zweimal Gold gewinnt. Zuletzt gewann sie 2012 in London Gold. • Lee Dabin (KOR) gewinnt für Südkorea die insgesamt zehnte olympische Medaille bei den Frauenwettkämpfen und die erste Silbermedaille. Kein anderes Land ist in den Frauenwettkämpfen erfolgreicher. • Althea Laurin (FRA) ist die jüngste Medaillengewinnerin bei Olympischen Spielen für Frankreich. Sie gewinnt für Frankreich die achte olympische Medaille. Frankreich ist das NOC mit den meisten olympischen Medaillen ohne den Gewinn einer Goldmedaille (G0-S3-B5).
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Nachwuchsbundestrainer Marco Scheiterbauer zieht ein Fazit über die U15 und die U21 Europameisterschaft in Tallinn: Fazit U15 Europameisterschaft
Mit dem Titelgewinn von Viktoria Rucinski konnten wir nach 2018 endlich wieder eine Goldmedaille feiern. Der Vizetitel von Ashley Sosna ist ebenso eine herausragende und sehr starke Einzelleistung. Die Verwirklichung der Teilnahme an der U15 Europameisterschaft war dieses Jahr eine große Herausforderung. Aus diesem Grund bin ich sehr glücklich das die Jüngsten in unseren Verband diese wichtige internationale Erfahrung positiv für sich nutzen konnten. Die Betreuung der Athletinnen und Athleten war durch die hochmotivierten und zahlreich angereisten Heimtrainer gewährleistet. Nur wenn unser Athletenpool an jungen Talenten weiterhin gefördert und langfristig an solchen wichtigen Maßnahmen erfolgreich teilnimmt können wir als Verband unsere zukünftige Kader mit leistungsstarken Athletinnen und Athleten besetzen, deshalb möchte ich mich hier noch mal bei allen bedanken die zur Verwirklichung der Teilnahme positiv beigetragen haben.
Fazit U21 Europameisterschaft
Das Abschneiden bei der U21 Europameisterschaft widerspiegelt nicht unserer internen Zielstellungen. In den Einzelanalysen werden die jeweils spezifischen Lücken zur europäischen Spitze deutlich, die wir in Vorbereitung auf die kommenden Turniere schnellstmöglich und mit Nachdruck schließen müssen. Die 18 Monate Wettkampfpause war sicherlich ein Faktor der es uns schwierig gemacht hat unsere Trainingsleistungen im Vergleich zur Konkurrenz realistisch einzuschätzen zu können. Dennoch war es wichtig als Team wieder in den Turnierbetrieb einzusteigen, um den Athletinnen und Athleten eine Perspektive nach dem Lockdown zu bieten und ihre persönliche Entwicklung voranzutreiben. Das im Anschluss an der U21 Europameisterschaft abgehaltene G1 Turnier Tallinn Open war eine weitere Möglichkeit wieder Turnierpraxis zu sammeln. Mit den dort gezeigten Leistungen im weiblichen Nachwuchsbereich können wir eine deutliche Steigerung feststellen. Im männlichen Nachwuchsbereich muss weiterhin konsequent an den Defiziten gearbeitet werden.
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OLYMPIA HAT SEINE EIGENEN REGELN Kolumne von Helena Stanek
Ich sitze noch immer in der Halle und schaue mir die Kämpfe an, in denen ich gerne unseren Olympiastarter Alexander Bachmann gesehen hätte. Doch dieser musste nach nur sechs Minuten seine Medaillenträume begraben. Viele Jahre harte Arbeit für den großen Traum, genau für diesen Tag – in nur sechs Minuten war alles vorbei! Dennoch steht er da und beantwortet geduldig die Fragen der Journalisten. Kommt auch noch mal zu uns, als das Aus endgültig feststeht. Auch das zeichnet ihn aus. Nicht nur auf der Fläche leistet er, nicht immer, aber oft, vorbildliche Leistungen, sondern auch neben der Fläche. Stets tritt er seinen Mitmenschen mit einem freundlichen Lächeln gegenüber. Doch heute nicht. Heute ist er enttäuscht. Er wirkt ernst, nachdenklich, einfach traurig. Kurzzeitig werden auch seine Augen etwas feucht. Wobei die Lüftung in der Halle auch sehr stark eingestellt war. „Ich weiß gar nicht so recht, was da auf der Fläche passiert ist. All das, was ich im Training erarbeitet habe, kam heute nicht raus.“ Als zweifache Olympionikin weiß ich ein wenig, was da passiert ist. Das ist Olympia. Schnell ist man ein Held und genauso schnell kriegt man auf der Fläche einfach gar nichts auf die Reihe. Es bewahrheitet sich der vielgesagte Spruch „Olympia hat seine eigenen Regeln“. Es scheitern Favoriten, siehe Jade Jones, es erwachen neue Stars, siehe Adriana Cerezo, und bei vielen dieser 131 Sportlerinnen und Sportler war es „ … einfach ein beschissener Tag, den ich mir nicht erklären kann.“ Dennoch waren sie dabei und dürfen sich voller Stolz „Olympionike“ nennen. In Gesprächen mit anderen Journalisten wird dies anerkannt. Es wird gesehen, dass
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der Weg hierher eigentlich die Größte Leistung der 131 Sportlerinnen und Sportler ist. Taekwondo zählt zu den Sportarten mit dem härtesten Qualifikationsmöglichkeiten. Entweder man ist unter den Top 6 in der Welt, geschafft durch akribisches Punktesammeln auf möglichst vielen G-Turnieren. Oder aber man ist unter den Top 2 in Europa auf dem einzig entscheidenden Qualifikationsturnier. Dann hat man es geschafft und es geht direkt los. Es gibt keine Vorrunde, kein vorsichtiges Einsteigen in die Atmosphäre, kein Herantasten, keine zweite Disziplin in der man es besser machen könnte, wie in anderen Sportarten. Es wartet direkt die Weltelite. Auch wenn man etwas schmunzeln muss, wenn man in der Startliste einen Kämpfer aus Tonga sieht, der „eigentlich nur hier ist, weil er wegen eines Lockdowns in seiner Heimat die Qualifikation für diese Spiele in seiner eigentlichen Disziplin ‚Kanu‘ verpasst hat.“ Das Ticket für Taekwondo hatte er bereits vor dem Lockdown auf der Ozeanien-Qualifikation erreicht und darum hat er vor gut sechs Wochen wieder mit dem TaekwondoTraining begonnen – und ist nicht mehr Kanu gefahren. Er ist kein Unbekannter, sind es immerhin seine dritten Olympischen Spiele. Seinen größten Erfolg schaffte er hier in Tokio, wo er stolz drei anstatt nur einen Punkt im Kampf erzielen konnte. Er stieg auch noch einmal ins Repechage ein, verlor aber hier deutlich. „Es geht hier um mich und meine persönliche Steigerung. In Rio habe ich einen Punkt erzielt, in Tokio drei. Das ist mein persönlicher Erfolg.“ Olympia braucht solche „Außenseiter“. Davon lebt die olympische Vielfalt. Aber ist unser Qualifikationssystem im Taekwondo noch zeitgemäß? Sollte es nicht möglich sein, mehr Sportlerinnen und Sportlern die Chance zu geben, an Olympischen Spielen teilzunehmen?
Zurück zu Alex: Denn er war es, der es im Dezember 2019 geschafft hat, diesen harten Qualifikationsprozess zu bezwingen. Dann kam Corona, zwei Hüftoperationen, eine familiär schwierige Phase und eine Corona-Infektion. Und dann, als wäre das alles noch nicht genug, sechs Wochen vor Olympia, eine Operation an der Hand. Klar ist: Für die meisten Sportlerinnen und Sportler war die Vorbereitung auf diese außergewöhnlichen Spiele nicht optimal. Doch wenn man auch mal hinter diesen Fakt schaut und mit dem Athleten und Athletinnen spricht, sieht man, was wirklich nicht optimal gelaufen ist – als Erfahrung für die nächste Olympiade. Alex sagt mir dazu: „Natürlich war das mit der Operation an der Hand ein absolut blöder Zeitpunkt. Es ist auf dem letzten internationalen Wettkampf passiert, den ich vor Olympia noch für mich brauchte. Danach war verständlicherweise kein Sparring im Training mehr möglich und die internationalen Trainingspartner, die wir schon fix bestellt hatten, konnten nicht kommen.“ Das war aus der Öffentlichkeit rausgehalten worden. Warum? Weil jegliche Kommunikation über diese Verletzung auch seine Gegner hellhörig gemacht hätte. „Natürlich haben wir niemanden davon etwas erzählt. Viel zu schnell gelangt so eine Information in die Welt und dann auch zu meinen Gegnern.“ Ob ihn die Hand im Kampf beeinflusst hat? „Ganz klar: nein. Ich war heute einfach kraftlos und habe von Anfang an nicht in den Kampf gefunden. Und klar, dann ist das hier eben auch Olympia.“
Vom 24. bis 27. Juli gab es in der Makuharie Messe Ha Gold, acht Silber und sechszehn Bronze). Erfolgreichste Nation war das Russische Olympische K Kämpfern gewannen sie vier Medaillen (zwei Goldme Bronzemedaille). Serbien und Kroatien belegten in de jeweils einer gewonnen Gold- und einer Bronzemeda
Die Nationenwertung: Die Nationenwertung: 1
ROC
2 1 1 4
Kroatien
1 – 1 2
Serbien
1 – 1 2
Italien
1 – – 1
Thailand
1 – – 1
Usbekistan
1 – – 1
2
4
Vereinigte Staaten 1 – – 1
8
Großbritannien
– 2 1 3
9
Südkorea
– 1 2 3
Jordanien
– 1 – 1
Nordmazedonien
– 1 – 1
Spanien
– 1 – 1
Tunesien
– 1 – 1
Ägypten
– – 2 2
Türkei
– – 2 2
China
– – 1 1
Chinesisch Taipeh
– – 1 1
Elfenbeinküste
– – 1 1
Frankreich
– – 1 1
Israel
– – 1 1
Kuba
– – 1 1
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Im Vorfeld sagte mir Alex stets, dass er mit Druck gut umgehen könne. Dass er das im Griff habe. Nun, nachdem er das nun einmal erlebt hat, sagt er selbst, „dass das Drumherum schon eine andere Liga ist.“ Wie geht es weiter? „Das weiß ich nicht. Da muss ich mir Gedanken machen. Natürlich sind es bis Paris nicht einmal mehr drei Jahre. Das wäre ein Ziel. Aber erst einmal muss ich nach Hause zu meiner Frau“, sagt er und lächelt dann doch noch für uns. Ein Lächeln eines werdenden Vaters.
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Medaillengewinner Tokio 2020:
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„Ich bin immer noch Kimia“ von Helena Stanek Als erste Flüchtlingsathletin kämpft Kimia Alizadeh bei den Olympischen Spielen in Tokio um eine Medaille, besiegt im Vorkampf die Doppelolympiasiegerin Jade Jones aus England. Für die Außenstehenden ein großer Erfolg. Für sie selbst ist das Gesamtergebnis eine große Enttäuschung. Das selbstgesetzte Ziel „Gold“ wurde mit Platz 5 verpasst. Doch nach einem schwierigen Jahr mit der Flucht aus dem Iran, dem Einleben in Deutschland, zahlreichen Operationen in den vergangenen Monaten und schwierigen Trainingsbedingungen steht sie hochkonzentriert und fokussiert auf der Wettkampffläche der Makuhari Messehalle in Tokio. Ihr Blick beim Einmarsch auf die Fläche ist klar. Gepaart mit einem Lächeln zeigt sie ihre Freude, hier in Tokio kämpfen zu können. Klar fixiert ist ihr Blick auf ein Ziel: Gewinnen, egal wer vor ihr steht. Das gelingt ihr im ersten Kampf, der mental eine enorme Belastungsprobe war, mit Bravour. Ist es ausgerechnet Niad Kiyani Chandeh aus dem Iran, gegen die sie im Qualifikationskampf antreten muss. Das war ihr schon lange vor den Spielen bekannt. Und auf der Fläche tut sie das, was sie uns schon während eines anderen Interviews mitteilte: „Ich werde mein Bestes geben, um zu gewinnen. Vorher und nachher sind wir Freundinnen. Aber im Kampf ist sie eine Gegnerin wie jede andere
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auch.“ Erstmals begegnet Kimia ihren alten Landsleuten auf einem internationalen Turnier. Und sendet gleich ein Signal, eine Message raus in die Welt: Auf ihrem Gürtel hat sie ihren Vornamen in den iranischen Landesfarben sticken lassen. Sie verrät uns die Bedeutung dieser Aufschrift: „Ich bin Iranerin. Auch wenn ich nun in der Welt unterwegs bin. Ich bin immer noch Kimia, eine Iranerin. Ich liebe mein Land immer noch.“ Was in den sozialen Medien mit Kimia gemacht wird, ist zweigeteilt. Ich habe Amir Hosseini gefragt, der Kimia auf ihrem Weg nach Tokio im Training viel unterstützt hat und mir ein paar Posts sinngemäß übersetzen konnte. „Das Land verachtet sie als Verräterin, aber beim Volk wird sie immer noch geliebt.“ Zurück auf die Fläche: Nach dem Sieg im Qualifikations kampf wartete im folgenden Kampf keine geringere als die zweifache Olympiasiegerin Jade Jones aus England. Diese wollte in Tokio als erste Sportlerin überhaupt ihre dritte Goldmedaille in Tokio gewinnen. Ich schreibe „wollte“, denn es war Kimia, die als Siegerin aus diesem hochklassigen Kampf ging. „Es war schon das fünfte Mal, dass ich gegen sie gekämpft habe. Wir versuchen immer unser Bestes zu
geben. Wir hatten einen Plan für jede Kämpferin und haben auch dafür trainiert. Unser Plan gegen Jade hat geklappt.“ Ob es der schwierigste Kampf an diesem Tag war? – „Alle Kämpfe waren hart. Aber natürlich war der Kampf gegen die Doppelolympiasiegerin besonders hart.“ Es sei verrückt, sagt uns Kimia lächelnd, dass eine Sportlerin erstmals bei Olympischen Spielen fünf Kämpfe absolviert, in dreien als Siegerin von der Fläche geht und dann trotzdem keine Medaille gewinnt. Während des Interviews wirkt Kimia phasenweise fröhlich. Spricht man sie auf die Medaille an, wird sie sofort wieder ernst. Auf die Frage, ob sie schon den Moment hatte, wo sie ein wenig stolz auf sich war, antwortet sie lächelnd: „Es ist schwer auf diese Frage zu antworten. Ich weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe. Wir waren hier, um Gold zu holen. Und wir waren wirklich sehr nah dran, dies zu schaffen. Ich sage „wir“, denn wir sind ein Team: Davoud und ich!“ Die Enttäuschung ist zu spüren. Die Enttäuschung über die verpasste Medaille. Der Gang mit leeren Händen zum IOC-Präsident Dr. Thomas Bach fiel schwer, auch wenn es ein schöner Moment gewesen sei. „Unglücklicherweise konnte ich ihm keine Medaille
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bringen. Ich war sehr traurig. Aber er hat mir gesagt, dass ich toll gekämpft und es gut gemacht habe. Ich könne es wieder schaffen oder sogar besser. Das wisse er. Und er hat mir das Beste für die Zukunft gewünscht.“ Die Zukunft wartet auf die 23-Jährige und das Ziel für die nächsten Spiele ist, wen wundert es, schon gesetzt. In Paris will sie wieder angreifen. Gemeinsam mit ihrem Trainer Davoud. Obwohl beide noch nicht so lange und intensiv miteinander arbeiten konnten, waren sie von außen betrachtet ein eingespieltes Team. Auf die Frage, was sie in Tokio als Team so stark gemacht hat, antwortet Kimia: „Das ist witzig, denn alle Freunde im Iran haben das gleiche zum mir gesagt. Das wir ein so gutes Team waren. Ich bin wirklich happy, dass Davoud in meinem Sportlerleben an meiner Seite ist. Er hat mir in jedem Moment geholfen. Mental und natürlich auch physisch. Wir können es in Paris schaffen, Gold zu holen. Hier haben wir keine Medaille geholt, aber in Paris versuchen wir es wieder. Das steht fest!“ Zum Schluss des Interviews bedankt sich Kimia auch noch bei uns, bei der DTU. „Ich danke auch der Deutschen Taekwondo Union für ihre Unterstützung. Sie hat den Grundstein für meinen Wiedereinstieg gelegt. Vielen Dank dafür.“
„ICH HABE JEDEN TAG GEWEINT“ Die niederländische Sportlerin Reshmie Oogink erlebte bei den Olympischen Spielen das, wovor so viele Sportler und Sportlerinnen im Olympischen Dorf große Angst hatten: ein positiver Corona-Test. Das positive Testergebnis bedeutete den sofortigen Ausschluss von den Olympischen Spielen. Anstatt die Spiele im Olympischen Dorf bzw. auf der Wettkampffläche zu verbringen, musste sie die Spiele in zum Teil menschenunwürdigen Verhältnissen in einem Quarantänehotel aussitzen.
Helena Stanek sprach mit Reshmie nach ihrer Ankunft in den Niederlanden
DTU Magazin: Es kommt dir wahrscheinlich immer noch wie ein Alptraum vor. Obwohl du vollständig geimpft warst, erhieltest du am 22. Juli ein positives Corona-Testergebnis. Kannst du uns deine erste Reaktion auf dieses Testergebnis beschreiben? Reshmie: Mein Olympischer Traum wurde vom Anruf des Doktors zerstört. Ich war nur noch am Weinen, als ich meine Familie anrief und davon berichtete. Es war schrecklich. Der schlimmste Albtraum ist eingetreten: Einen Tag vor der Eröffnung der Olympische Spiele positiv getestet. Meine ganze harte Arbeit ist im Mülleimer gelandet. Ich denke, ich habe mir den Virus auf dem Flug nach Tokio eingefangen. Ein Mann, eine Reihe hinter mir, hat auf dem Flug ständig gehustet. Ich habe das ganze Jahr so sehr aufgepasst, mich nicht zu infizieren. Und dann das. Es ist unglaublich! DTU Magazin: Was ist danach passiert? Musstest du unmittelbar in Quarantäne? Reshmie: Nach dem das Testergebnis aus dem Speicheltest positiv war, musste ich zu einer Klinik fahren, um dort zwei weitere PCR-Tests zu machen. Es hat drei Stunden gedauert, bis ich das Ergebnis bekam. Diese musste ich in einem isolierten Raum verbringen. Danach ging es dann direkt in das Quarantäne-Hotel. Natürlich hat mir meine Familie und mein Team in dieser schlimmen Situation geholfen. Online konnte ich mit ihnen in Kontakt bleiben. Ich habe jeden Tag geweint. DTU Magazin: Wie sah dein Zimmer im Quarantäne-Hotel aus? Reshmie: Die Zimmer waren sehr simple eingerichtet. Zwei Betten, ein kleiner Fernseher und eine Klimaanlage. Man durfte das Zimmer nicht verlassen. DTU Magazin: War diese Situation, die größte Herausforderung in deinem Sportlerleben? Reshmie: Ich hatte wirklich viele Herausforderungen in meinem Sportlerleben. Insbesondere in den letzten vier Jahren,
wo ich drei Kreuzbandverletzungen hatte. Ich musste oft allein trainieren und Mittel finden, mein Training zu finanzieren. Aber ich bin davon zurückgekommen und habe mich qualifiziert. Die Spiele nun auf diese Weise zu verpassen, ist besonders hart. DTU Magazin: Mit Sicherheit warst du sehr verärgert. Was hat dich besonders geärgert? Reshmie: Ich war verärgert über so viele Dinge. Aber es ist besser, dies aus diesem Interview rauszulassen. DTU Magazin: Wurdet ihr im Vorfeld der Spiele darüber informiert, wie im Falle eines positiven Tests die Quarantäne aussehen wird? Reshmie: Nein. Wir haben keinerlei Informationen darüber erhalten. Mein NOC (National Olympic Committee) hat hierzu keine Infos vom IOC oder von den Organisatoren Tokyo2020 bekommen. DTU Magazin: Es muss hart sein, diese Frage zu beantworten. Aber, wie hast du dich an deinem Wettkampftag im Quarantäne-Hotel gefühlt? Reshmie: Mein Herz war gebrochen. Ich habe eine Flasche Wein in meinem Zimmer getrunken. DTU Magazin: Was war es für ein Gefühl, als du das Hotel verlassen durftest? Reshmie: Jeder, der hier war, verlässt das „Hotel“ – ich nenne es Olympia-Gefängnis – wie ein Zombie. DTU Magazin: Planst du in Paris 2024 noch einmal einen Versuch zu starten? Reshmie: Tokio sollte mein letzter Wettkampf sein. Was ich nun machen werde, weiß ich noch nicht. DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 9 09/2021 -
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Bronze in Tokio
Servet Tazegüle und Hakan Recber zeigen stolz die gewonnen Bronzemedaille
SERVET TAZEGÜL BEGINNT SEINE TRAINERKARRIERE MIT EINER OLYMPISCHEN MEDAILLE von Helena Stanek So wie er 2008 als Sportler mit dem Gewinn einer Bronzemedaille in den olympischen Wettbewerb gestartet ist, beginnt das Ausnahmetalent aus Nürnberg auch seine Trainerlaufbahn für die türkische Nationalmannschaft mit einem olympischen Medaillengewinn. In Tazegüls alten Gewichtklasse – 68 kg gewinnt Hakan Recber in Tokio Bronze. Warum dies für den sympathischen Nürnberger, der nun mit seiner Familie in der Türkei lebt, besonders wichtig war und wie er den neuen Taekwondo-Stil im Vergleich zum Stil aus seiner aktiven Zeit einschätzt, verrät er uns im Interview. DTU: In Sofia beim europäischen Qualifikationsturnier hast du mit deinem Sportler Hakan Recber in deiner alten Gewichtsklasse - 68 kg die Qualifikation für Tokio geschafft. Wie groß war der Druck in Sofia/Bulgarien? Servet: Der Druck in Sofia war sehr groß. Zunächst musste ich zwei Sportler aussuchen, die auf der Qualifikation für die Türkei kämpfen durften. Als Sportler hat man damit nichts zu tun oder man macht sich keine Gedanken darüber. Als neuer und unerfahrener Trainer ist so eine Entscheidung nicht leicht. Ich habe mich immer gefragt, ob ich die richtigen Personen ausgewählt habe. Aber ich habe einen von zwei Sportlern in Sofia qualifiziert, darum denke ich, dass es die richtige Entscheidung war, diese Sportler zu nominieren. Besonders freut es mich
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auch, dass sich Hakan in meiner alten Gewichtsklasse 68 kg qualifiziert hat. Nachdem ich meine Karriere beendet habe, musste ich viel Kritik einstecken. Viele Personen, auch aus der Politik, wollten, dass ich noch weitermache und in Tokio kämpfe. Darum habe ich mich über Hakans Ticket doppelt gefreut. Als Trainer ist man generell aufgeregter, aber die Sportler haben mir sehr vertraut und haben auf mich gehört. Es war ein schönes Gefühl wieder eine Medaille zu gewinnen. In Peking habe ich auch mit einer Bronzemedaille angefangen. Meine Trainerkarriere starte ich nun auch mit einer Bronzemedaille und ich hoffe, dass ich weiter machen kann und in Paris eine Goldmedaille mit einem Sportler erkämpfe.
DTU: Wie gehst du generell mit Druck um? Die Türkei ist ja sehr medaillenverwöhnt? Servet: Die Türkei hat bisher bei allen Olympischen Spielen seit 2000 eine Medaille gewonnen. Der Druck und die Erwartungen sind hoch. Aber ich habe versucht, den Stress nicht so sehr an mich heranzulassen. Ich habe gesagt: Wenn es klappt, klappt es. – Wenn nicht, dann nicht. Man kann nichts ändern und kann dann nur nach vorne schauen, aus Fehlern lernen und dann auf das nächste Ziel konzentrieren. Das habe ich auch Hakan gesagt. Er ist noch jung und wenn es nicht in Tokio geklappt hätte, wird es in Paris 2024 klappen. DTU: Du hast mir mal in einem Trainingslager gesagt: „Helli, Taekwondo ist doch total einfach. Kommt er mit dem vorderen Bein, machst du indirekt Doppel-Paltung. Kommt er mit dem hinteren Bein, drehst du Dwitt-Chagi oder Pande. War es in deiner aktiven Zeit wirklich so einfach? Was war dein Erfolgsrezept? Servet: In meiner Zeit war Taekwondo natürlich nicht einfach. Aber ich habe das für mich trotzdem immer so gesehen. Für jeden Zug gibt es auch einen Konterzug. Und wenn man die Gegner analysiert, dann muss man eigentlich nur Reflexe, Kondition und Ausdauer trainieren. Das Training war hart, und ganz und gar nicht einfach. Aber wenn ich gut trainiert hatte und ich fit auf die Matte gegangen bin, waren die Vorkämpfe angenehm zu kämpfen. Halbfinal- und Finalkämpfe sind immer anstrengend. DTU: Und heute? Wie schwer ist es für dich, diesen neuen Stil zu akzeptieren und nun auch mit deinen Athleten zu trainieren? Servet: Taekwondo hat sich sehr verändert. Man braucht heutzutage Kämpfer, die dünn und lang sind und die ein gutes Distanzgefühl haben. Früher hat man vielleicht nicht so viel Stabilisationstraining gemacht. Nur wenn man verletzt war. Aber heutzutage muss man viel mehr Kondition- und Athletiktraining machen. Das liegt daran, weil jeder das Gleiche macht. Und am Ende gewinnt derjenige, der die bessere Ausdauer hat. Ausdauer, Kraft und Kondition ist heutzutage echt sehr wichtig. Ich sage meinen Sportlern immer: „Taekwondo ist einfacher geworden, aber erfolgreich zu werden, ist schwieriger geworden, weil die ganze Welt mit dem gleichen System kämpft.“ Es gibt selten Sportler, die dominieren. Auf den Turnieren ist dann auch alles möglich und das sage ich auch meinen Sportlern. Auch die besten der Welt sind zu schlagen, wenn man an sich arbeitet. DTU: Wenn man deine Liste an Erfolgen anguckt, gehörst du zu den herausragenden Sportlern in unserer Sportart. Das, was du auf der Fläche geleistet hast, hat viele Zuschauer, Trainer und Kampfrichter zum Staunen gebracht. Was war der schönste Moment in deiner Karriere?
Servet: Mein schönster Moment war natürlich die Olympia-Goldmedaille und die zwei WM-Goldmedaillen. Mein WM-Finalkampf 2011 war extrem schwer. Ich bin in dem Kampf noch mal zurückgekommen und habe am Ende doch noch Gold gewonnen, nachdem der Anfang vom Finale nicht gut lief. Das war ein ganz besonderes Glücksgefühl. Die Goldmedaille ein Jahr später (also 2012) in London musste kommen, da ich ja auch amtierender Weltmeister war. Nach Bronze in Peking musste für mich in London Gold kommen. Das sind die zwei Turniere, die mich sehr glücklich gemacht haben, weil ich mein Ziel erreicht habe. 2015 hatte ich keinen guten Start und ich war verletzt. Ich konnte die internationalen Turniere nicht so erfolgreich abschließen wie gewohnt. Darum hat keiner mit mir auf der WM gerechnet. Alle haben mir gesagt, dass ich auch mit dem Vorderbein kämpfen soll. Es würde nicht klappen, wenn ich meine Drehtechniken mache. Ich sollte mehr CutTechniken machen. Bei der WM wollte ich der Welt dann zeigen, dass es mit dem alten System immer noch klappt. Wenn man daran arbeitet und es immer wieder versucht, kann man auch mit dem alten System Gold gewinnen. Darum habe ich mich 2015 besonders über die Goldmedaille gefreut. DTU: In Tokio haben wir erfahren, dass die Mutter von dem russischen Sportler Maksim Khrmatcov kurz vor den Spielen verstorben ist. Dir ging es in London ähnlich. Magst du darüber reden? Wenn ja: Was hat dieser Schicksalsschlag kurz vor den Spielen in dir bewirkt? Servet: Nach dem Tod meiner Mutter ist es für mich schwer gewesen zu trainieren. Mir hat komplett die Motivation gefehlt, auf die Matte zu gehen und zu trainieren. Der Verband hat mich dann sehr unterstützt und sie haben für mich extra Trainingslager in Nürnberg organisiert, sodass ich bei meiner Familie bleiben konnte. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe meiner Mutter versprochen, dass ich die Goldmedaille holen werde. Sie hat immer an mich geglaubt. Und das war auch die Motivation für mich, mich zu 100 Prozent auf den Kampf zu konzentrieren. Für Maxim tut es mir sehr leid. Es ist wirklich nicht leicht und ich denke, ihm ging es genauso wie mir 2012. Auch er hat bestimmt seiner Mutter ein Versprechen gegeben und darum hat er Gold geholt. DTU: Wer dich kennt, weiß, dass du ein sehr sympathischer und bodenständiger Mensch bist. Hat dir in Deutschland phasenweise die Anerkennung gefehlt? Servet: In Deutschland hat mir die Anerkennung nicht gefehlt. Ich wurde vom Bürgermeister eingeladen und habe mich ins Ehrenbuch der Stadt eingetragen. Alle Trainer aus Deutschland haben sich mit mir mitgefreut. Natürlich ist Taekwondo in Deutschland nicht so populär wie in der Türkei. Aber ich war in Deutschland immer zufrieden.
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Europameister 2016 - Servet Tazegül mit Tochter Esmira und dem Präsident des Türkischen Verbandes Metin Sahin.
DTU: In der Türkei ist ein Stadion nach dir benannt. Doch was ist für dich die größte Anerkennung deiner Leistungen gewesen? Gibt es etwas, was dir nach einem Erfolg besonders viel bedeutet hat? Servet: Es macht mich natürlich stolz, dass ein Stadion nach mir benannt wurde. Wenn man meinen Namen in Google Maps eingibt, kommt auch die Adresse vom Stadion. Es ist eine der größten Sporthallen der Türkei. Alle Einwohner dieser Stadt kennen mich und wissen, wer ich bin. Die größte Anerkennung ist dies für mich persönlich allerdings nicht. Die schönste Anerkennung ist für mich, zuhause geschätzt zu werden: Von der Familie empfangen zu werden und von denjenigen, die mich wie eine Familie unterstützen. Das sind die Personen, die immer bei mir stehen und mich nicht alleine lassen. DTU: Seit längerem lebst du nun mit deiner Familie in der Türkei und trainierst dort die Herren-National mannschaft. Wie kam es dazu, dass ihr in die Türkei gezogen seid und fehlt dir etwas, was du in Deutschland hattest? Servet: 2019 habe ich ein Angebot vom Präsidenten und damaligen Trainer Ali Sahin bekommen. Ali war damals für die Damen und für die Herren zuständig und er meinte zu mir: „Servet ich brauche deine Unterstützung. Die Herren brauchen jemanden, der sich um sie kümmert. Ich schaffe es nicht, da ich mich um die Damen kümmern muss. Es gibt talentierte Herren im Team. Wenn du dich darum kümmerst, kann aus ihnen etwas werden.“ Wir haben uns unterhalten und ich habe ihm gesagt, dass ich mit meiner Frau sprechen muss, ob ich das Angebot annehmen kann. Denn ein Grund, weshalb ich meine Karriere beendet habe, war, dass ich nicht mehr so oft von meiner Familie getrennt sein wollte. Ich habe mit Melda gesprochen und sie hat mich unterstützt, dieses Angebot anzunehmen. Wir haben Taekwondo sehr viel zu verdanken und darum war sie der Meinung, es wäre nun an der Zeit, dem Sport etwas zurückzugeben. Darum sind wir in die Türkei gezogen. Im Moment läuft
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Hochzeit von Servet und Melda - Helena war Trauzeugin des Taekwondo-Paares.
alles wunderschön, wir sind glücklich hier. Uns fehlt natürlich der Rest der Familie, der noch in Deutschland ist, aber ansonsten vermisse ich nichts. DTU: Wie hast du diese Olympischen Spiele erlebt, die mittlerweile deine vierten sind? Servet: Meine mittlerweile vierten Olympischen Spiele waren das jetzt in Tokio, aber sie sind nicht zu vergleichen mit den anderen. Es war wegen der Pandemie viel anstrengender und stressiger. Das Volk hatte Angst, dass die Sportler den Virus mitbringen. Beim Essen musste man immer sehr lange warten. Jeden Tag einen Corona-Test zu machen, ihn frühzeitig abzuholen und ihn rechtzeitig wegzubringen, war stressig. Aber es war natürlich ein schönes Gefühl, dabei zu sein. Nach den Spielen 2016 in Rio habe ich nicht daran gedacht, noch einmal bei Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Als Zuschauer ja, aber nicht so wie jetzt. Noch einmal im Olympischen Dorf zu wohnen, hatte ich mir nicht mehr vorstellen können. Aber das Schicksal hat es so gewollt. Es war ein wunderschönes Gefühl bei der Eröffnungsfeier ins Stadion einzulaufen – auch als Trainer. Natürlich gehört nicht mehr mir die Show, sondern den Athleten. Da musste ich mich erst dran gewöhnen, aber ich war glücklich, dabei gewesen zu sein. DTU: Bist du zufrieden mit dem Abschneiden deines Teams/deines Sportlers? Servet: Ich bin glücklich über die Medaille, denn bei Olympia ist für mich jede Medaille eine Goldmedaille. Es ist extrem schwer, eine Medaille zu erkämpfen. Acht Gewichtsklassen gibt es eigentlich, bei Olympia sind es nur vier. Da verbinden sich die Gewichtsklassen miteinander. Mein Athlet kämpft normalerweise - 63 kg und hat sich in der - 68 kg-Klasse durchsetzen und sich eine Medaille ergattern können. Im Bronzekampf musste er gegen den amtierenden Vize-Europameister aus der Klasse - 74 kg kämpfen. Das sind 10 Kilogramm Gewichtsunterschied gewesen. Das war kein einfacher Kampf. Deswegen bin ich im Großen und Ganzen zufrie-
den. Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren dabei. Natürlich setze ich mir Ziele. Ich möchte nicht nur mit einem Sportler teilnehmen, sondern am besten mit vieren, die sich über die Weltrangliste qualifizieren. Das ist mein Ziel: Mit vier Teilnehmern zu Olympia fahren und vier Medaillen holen. DTU: Die Türkei beziehungsweise die türkischen Fans sind für ihre lautstarken Anfeuerungen bekannt. Hat euch dies in Tokio gefehlt? Wie ging dein Athlet damit um? Servet: Natürlich feuern uns die Leute immer stark an. Für meinen Athleten fand ich es in Tokio sogar etwas besser, dass es so ruhig war. Er kommt schnell aus der Kontrolle und wenn er mich dann direkt hört und niemand außer mir etwas ruft, ist es leichter für ihn, mich zu verstehen. Und dann kann er das machen, was ich ihm sage. Ohne Publikum und ohne Anfeuern war es aber eben nicht 100 Prozent Olympia-Atmosphäre, sondern eben nur 50 Prozent. Vor acht- bis zehntausend Zuschauern zu kämpfen, ist ein ganz anderes Gefühl. DTU: Was bedeutet dir Olympia? Servet: Für mich bedeutet Olympia die Spitze für jeden Athleten. Allein dabei sein zu dürfen, ist ein großartiges Gefühl. Wenn man dabei ist, hat man schon bewiesen, dass man einer der Besten der Welt ist. Und wenn man dann auch noch eine Medaille erreicht, ist es das Schönste auf der Welt. Es ist wunderschön, dass alle Sportarten zusammentreffen und es eine Organisation gibt, in der man als Sportler erwähnt wird. Ohne Olympia würde unsere Sportart nirgendwo erwähnt. Darum ist es gut, dass Taekwondo bei Olympia dabei ist und auch bleibt.
Weltmeister 2015
Olympiasieger 2012
Info Servet Tazegül: Geboren am 26.09.1988 Verein: KSC Leopard Vereinstrainer: Nurettin Yilmaz Verheiratet mit Melda Tazegül (geb. Akcan) Zwei Kinder Erfolge: Olympische Spiele: Gold 2012 in London/Großbritannien Bronze 2008 in Peking/China Weltmeisterschaft: Gold 2011 in Gyeongju/Korea Gold 2015 in Chelyabinsk/Russland Bronze 2009 in Kopenhangen/Dänemark Gold 2004 (Jugend) in Suncheon/Korea Europameisterschaft: Gold 2008 in Rom/Italien Gold 2010 in St. Petersburg/Russland Gold 2012 in Manchester/Großbritannien Gold 2014 in Baku/Aserbaidschan Gold 2016 in Montreaux/Schweiz Gold 2005 (Jugend) in Baku/Aserbaidschan
5-facher Europameister. Unbesiegt bei Europameisterschaften seit 2010. 2-facher Weltmeister. Reiste jeweils als Weltmeister zu den Olympischen Spielen 2012 und 2016. 3-facher Olympiateilnehmer (2008,2012, 2016). 2-facher Olympiamedaillengewinner. Gold 2012 in London, Bronze 2008 in Peking.
Europameister 2010 - Servet Tazegül mit seinem Heimtrainer Nurretin Yilmaz und seiner Vereinskollegin, heutigen Ehefrau, Melda Akcan.
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Alexanders Tag bei Olympia
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„IHRE GRÖSSTE STÄRKE IST IHR WILLE„ MARTIN SCHÖPE, HEIMTRAINER VON ASHLEY SOSNA, IM INTERVIEW von Helena Stanek DTU: Wie geht es dir nach diesem großen Erfolg bei der Kadetten-EM? Wie stark sind die Emotionen noch? Martin: Mir geht es sehr gut, die harte Arbeit (fünf Wochen Vorbereitung) hat sich gelohnt. Ab Montag ist Ashley wieder im Training, der Fokus liegt auf den Polish Open. Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. DTU: Wie sah eure Vorbereitung auf die EM aus? Hattet ihr mit Einschränkungen aufgrund der Pandemielage zu kämpfen? Martin: In den ersten zwei Wochen haben wir viel Ausdauertraining, Krafttraining und Schnellkrafttraining geübt. Es wurde fünfmal in der Woche trainiert. Ab der dritten Woche haben wir uns auf das Sparring konzentriert. Ashley hat pro Trainingseinheit 15 Runden Sparring absolviert. In der vierten und fünften Woche haben wir auch zum Zweck der Sparringseinheiten den Bundesstützpunkt Düsseldorf besucht. Wir hatten dadurch, dass Ashley und ihre Trainingspartner bei uns im Verein im Bundes - und Landeskader sind, zum Glück keine Einschränkungen während der Pandemielage, da die Sportler*innen auch in dieser Zeit trainieren konnten. DTU: Was war Ashleys Stärke an ihrem Wettkampftag? Was ist generell eine ihrer Stärken? Martin: Ashley liebt und lebt unseren Sport. Sie ist unglaublich ehrgeizig, fleißig, will ihre Kämpfe gewinnen und gibt nie auf. Ihre größte Stärke ist ihr Wille. DTU: Man hofft als Trainer stets, dass sein Sportler/seine Sportlerin eine Medaille gewinnt. War es für euch eine Überraschung, dass es dann zu Silber gereicht hat? Martin: Wir sind mit dem Ziel um eine Medaille zu kämpfen nach Tallinn gereist. Ashley hat sich bei der EM-Qualifikation in Sofia den zweiten Platz erkämpft und
war damit für die EM in Tallinn qualifiziert. Auch letztes Jahr 2020 hat sie bei den G-Turnieren gute Leistungen gezeigt, bei den German Open und Dutch Open den zweiten Platz, sowie bei den Slovenia Open den dritten Platz belegt. Somit sind wir nach Estland zur EM mit einem guten Gefühl und einer positiven Einstellung gefahren. Nachdem Ashley ihren ersten Kampf überragend gewonnen hat, haben sich unsere Hoffnungen auf eine Medaille natürlich noch einmal erhöht. Dadurch war Silber für uns nicht mehr so überraschend, zumal ich von Ashleys Leistung überzeugt war. DTU: Wie emotional war der Moment, als feststand, dass die Medaille sicher ist? Wie seid ihr das Finale angegangen? Martin: Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, das war unser Ziel. Die Vorkämpfe hat Ashley ja alle vorzeitig gewonnen (20 Punkte Regelung). Ashleys Halbfinalgegnerin aus Irland hat einen starken Kampf gegen ihre Gegnerin aus Spanien abgeliefert. Doch Ashley hat schließlich auch gegen Irland vorzeitig gewonnen. Im Finale stand die als Nummer eins gesetzte Polin Julia Nowak gegen die als Nummer zwei gesetzte Ashley Sosna. Wir wollten im Finale die Polin unter Druck setzen und schnell in den Infight kommen, um mit Ashleys Stärke (Infight) Punkte auf der Weste zu machen. Das ist uns leider nur in der ersten Runde gelungen. DTU: Wie geht es nach dem Erfolg weiter? Was sind eure nächsten Ziele? Martin: Wir bereiten uns gerade auf die G-Turniere und Deutsche Meisterschaft vor. Ashley kämpft ab nächstes Jahr in der Jugend A Klasse und unser Ziel ist es, an unsere Erfolge anzuknüpfen. Mit dem zweiten Platz bei der EM wird Ashley nächstes Jahr in den Bundeskader aufgenommen. Dort möchte sie mit guter Leistung überzeugen. Es macht sie sehr stolz, den Bundesadler zu tragen. DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 9 09/2021 -
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Viktoria Rucinski – Europameisterin - 55 kg von Helena Stanek DTU: Wie bist du zum Taekwondo gekommen und wie lange trainierst du schon? Als ich klein war, wurde mir vom Arzt empfohlen, für meine körperliche Entwicklung eine Sportart zu betreiben. Ich probierte das Reiten und Tanzen aus, aber am bestens gefiel mir Taekwondo. So blieb ich beim TSV Dachau und fing an Taekwondo zu trainieren. Ich trainiere diesen Sport nun schon seit meinem sechsten Lebensjahr. DTU: Wie sah deine Vorbereitung auf die Kadetten EM aus? Hattest du spezielles Training und wer hat dich in der Vorbereitung unterstützt? Ich habe mit der Vorbereitung für die Europameisterschaft vor etwa einem Jahr begonnen. Mein Trainer Demirhan Aydin machte mit mir spezielle Trainingseinheiten und opferte oft seine private Zeit dafür. Die Top-Sportlerin Ela Aydin half mir in zusätzlichen Trainingsstunden, mit elektronischem Equipment präziser zu kicken um besser Punkte auszulösen. Ich bekam auch Unterstützung von meinen Vereinskameraden, die immer bereit waren mit mir zu trainieren, um meine Kick-Techniken zu verbessern. DTU: Welcher Kampf war für dich der schönste beziehungsweise der schwerste bei der EM in Tallinn? Der schwerste Kampf für mich war das Halbfinale gegen die Kroatin Tea Bozic. Ich kämpfte bereits gegen Kroatinnen bei den Multi Games in Bulgarien. Das war ein Qualifikationsturnier zur EM. Bei dem Turnier galten die Kroatinnen als Favoriten in meiner Gewichtsklasse bis 55 kg. Ich gewann aber trotzdem hoch gegen die Kroatin Maria Uglesic, die sich auch durch den zweiten Platz zur EM direkt qualifizierte. Es bestand also die Möglichkeit, dass wir uns wieder im Finale treffen, des-
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wegen war uns (meinem Trainer und mir) klar, dass die Kroaten meinen Kampfstill genau analysieren werden. Ich kämpfte zwar nicht gegen Maria Uglesic, aber ich erkannte, dass meine Gegnerin Tea Bozic sehr gut vorbereitet war. Ich gewann nur mit zwei Punkten Vorsprung, dank meinem hervorragenden Trainer Demirhan Aydin, der mich sehr gut bei dem Kampf coachte und schnell meine Aufstellung anpassen konnte. DTU: Mit welchen Gedanken bist du in deinen Finalkampf gegangen? Warst du aufgeregt? Meine früheren Kämpfe fanden dicht nacheinander statt. Der Finalkampf musste sogar um einen Kampf verschoben werden damit ich nach dem Halbfinale mindestens 10 Minuten Pause bekomme. Ich ging also in den Finalkampf – erschöpft und sehr aufgeregt. Als ich meine Gegnerin Daria Solosich aus Russland sah, die um mindesten einen Kopf größer war, wurde ich ein wenig unsicher. Mit ihren langen Beinen blockte sie ihre ganze Körperseite und ich konnte zuerst überhaupt nicht an sie rankommen. Dank der von meinem Coach komplett geänderten Aufstellung, konnte ich die Gegnerin aber durcheinanderbringen und gewann somit mit großen Vorsprung mit 9:2. DTU: Der Jubel über die Goldmedaille im deutschen Team war riesig. Wie sehr hat dich auch das Team am Wettkampf unterstützt? Hinter jedem Erfolg steht Arbeit von mehreren Personen. Das war bei mir nicht anders. Ich möchte mich bei der DTU für die Ermöglichung der Teilnahme an der EM bedanken. Das ganze DTU-Team vor Ort hat mich großartig unterstützt, ich konnte das Anfeuern und Jubeln aus den Tribünen hören, was mich
bei meinen Kämpfen umso mehr motivierte. An diesem Punkt möchte ich mich außerdem sehr herzlich bei der BTU für die großartige Betreuung und Organisation bedanken. Meinen besonderen Dank geht an Marco Scheiterbauer, Özer Gülec, Mustafa Gürel und an meinen Trainer Demirhan Aydin für die Fürsorge, besondere Betreuung und logistische Unterstützung. Ein herzliches Dankeschön geht auch an meinen Verein TSV Dachau 1865 und Herrn Wolfgang Moll, der unsere Taekwondo-Abteilung während der schweren Pande miezeit unterstützte und uns einen guten Trainingsplatz zur Verfügung stellte. DTU: An was hast du gedacht, als für dich die National hymne gespielt wurde? Das war ein bewegender Moment, der mich mit Stolz erfüllte. DTU: Hast du ein Vorbild? Wenn ja, wen? Meine größten Vorbilder sind die amerikanische Olympia-Goldmedaillengewinnern Anastasija Zolotic und unsere Top-Sportlerin Ela Aydin. DTU: Welche Ziele möchtest du im Taekwondo noch erreichen? Ich setze meine zukünftigen Ziele sehr hoch. Nächstes Jahr eine Medaille in der WM und künftig eine Teilnahme – womöglich auch eine Medaille – bei den Olympischen Spielen. Ich hoffe, mein Team wird mich weiterhin unterstützen und somit meine künftigen Erfolge teilen.
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Ashley Sosna vom TS Wuppertal wird Vizeeuropameisterin in der Gewichtsklasse - 51 kg von Helena Stanek
DTU: Wie bist du zum Taekwondo gekommen und wie lange trainierst du schon? Als ich Bekanntschaft mit dem Verein machte, sollte ich es einfach einmal ausprobieren. Das habe ich getan und es hat mir direkt viel Spaß gemacht. Inzwischen bin ich seit fast neun Jahren dabei. DTU: Wie sah deine Vorbereitung auf die Kadetten EM aus? Hattest du spezielles Training und wer hat dich in der Vorbereitung unterstützt? Ich hatte sehr viel Training. In den Sommerferien hatte ich PRV-Training mit einem anderen Mädchen aus dem Verein. Auch nach Düsseldorf bin ich oft zum Training gefahren, manchmal nach Iserlohn. Dabei hatte ich viel Unterstützung – natürlich von Martin, meiner Familien und meinen Freunden, meinem Verein und sogar manche Lehrer aus der Schule sowie meine Klasse. DTU: Welcher Kampf war für dich der schönste beziehungsweise der schwerste bei der EM in Tallinn? Ich fand alle Kämpfe schön und schwierig. Es gab natürlich ein paar Momente, in denen mir sehr gute Treffer gelungen sind. Aber den letzten Kampf fand ich am schwierigsten. DTU: Mit welchen Gedanken bist du in deinen Finalkampf gegangen? Warst du aufgeregt?
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Jeder ist ein wenig aufgeregt vor dem Kampf, aber ich war schon deutlich aufgeregter als sonst. Meine Gedanken aber waren dieselben wie bei jedem anderen Kampf: „Hab Spaß und zeig, was du kannst. Alle glauben an dich. Du schaffst das.“ DTU: Der Jubel über die Silbermedaille im deutschen Team war riesig. Wie sehr hat dich auch das Team am Wettkampf unterstützt? Das Team hat mich die ganze Zeit unterstützt. Ich habe es auch gehört, was mich sehr glücklich gemacht hat. DTU: An was hast du gedacht, als du auf dem Siegerpodest standest? Ich habe daran gedacht, wie stolz jetzt alle auf mich sind. Ich habe mich so sehr gefreut! DTU: Hast du ein Vorbild? Wenn ja, wen? Ja, ich hab ein Vorbild. Jade Jones. DTU: Welche Ziele möchtest du im Taekwondo noch erreichen? Schritt für Schritt zu Olympia. Weltmeisterin werden und natürlich auch Olympiasiegerin. Aber jetzt möchte ich erst einmal die bevorstehenden Turniere gewinnen, wie etwa die Deutsche Meisterschaft.
Der TSV Dachau 1865 wird mit dem Spitzensportabzeichen in Gold ausgezeichnet
DTU-Spitzensportvereine 2021 – 2022 GOLD, SILBER, BRONZE FÜR SPITZENSPORTVEREINE IM OLYMPISCHEN TAEKWONDO von Holger Wunderlich Mit dem Prädikat „Spitzensportverein für olympisches Taekwondo“ erhalten alle Sportvereine mit mindestens 4 Bundeskaderathleten (OK, PK, NK1, NK2) für die Dauer von 2 Kalenderjahren (2021 – 2022). Nach Ablauf dieser Zeit findet eine Überprüfung und entsprechende Neuvergabe statt. GOLD gibt es für Vereine mit mindestens 8 Bundeskaderathleten SILBER für Vereine mit 6 bis 7 Bundeskaderathleten und BRONZE für Vereine mit 4 bis 5 Bundeskaderathleten
An der Vergabe des Gütesiegels sind natürlich einige Bedingungen geknüpft:
• Trainerqualifikation ab Trainer B-Lizenz der DTU • Besuch der Trainer von Coach-Seminaren, erforderliche GOL-Karte, die aktive Mitgliedschaft in der DTUDatenbank ist eine grundlegende Voraussetzung • Klares Bekenntnis zum Leistungssport – Kooperationsvereinbarung • Effektive Talentsichtung, Talentförderung und Spitzensportförderung • Aktive Kooperation mit der DTU und den zugehörigen Landesverbänden • Hohe Trainerqualifikation (regelmäßige Fortbildung durch Hospitationen und Lehrgänge) • Verfügbarkeit von qualitativ angemessenen Trainingsstätten und Trainingsmöglichkeiten für den Spitzensport • Verfügbarkeit eines medizinischen Versorgungssystems (Physiotherapeuten, Ärzte, etc.)
Unterstützung durch die DTU
Für die zertifizierten Vereine bietet die DTU ein zusätzliches Unterstützungsprogramm: • Jährliches Abstimmungsgespräch der Trainer des DTUSpitzensportvereins mit dem DTU-Sportdirektor und/ oder den Bundestrainern • Beratung und Unterstützung durch das LSP-Personal der DTU • Unterstützung in der Öffentlichkeit durch Vorstellung der Vereine auf der DTU-Homepage und in den Sozialen Medien der DTU • Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten von leistungssportlich interessierten Trainern und aktiver Förderung ihrer Trainerkarriere • Urkunde, beziehungsweise Plakette für die DTUSpitzensportvereine Die Deutsche Taekwondo Union gratuliert den Spitzensportvereinen zu ihrer Auszeichnung und wünscht dem Verein und ihren Athleten/innen weiterhin viel Erfolg. Verein TSV Dachau KSC Leopard TKD Özer Nürnberg TKD Center Stuttgart e.V. TAEKWONDO AXEL MÜLLER jvs e.V. TKD Gladbeck Tangun Hamburg TKD Swisttal Taekwondo Altmannstein AC Ückerath BSV Friedrichshafen TC Ingelheim
OK
PK
NK1
NK2
Gesamt OK, PK, NK1, NK2
Beispiel
1 0 0 1 0 0 0 0 1 0 0 0
4 5 4 2 0 1 3 3 1 2 2 1
4 1 1 1 1 2 0 1 1 1 2 2
3 4 4 3 6 3 2 1 1 1 0 1
12 10 9 7 7 6 5 5 4 4 4 4
GOLD >=8 GOLD >=8 GOLD >=8 SILBER 6-7 SILBER 6-7 SILBER 6-7 BRONZE 4-5 BRONZE 4-5 BRONZE 4-5 BRONZE 4-5 BRONZE 4-5 BRONZE 4-5
Beispiel mit den Kaderanteilen Januar 2021
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Nach EM-Bronze bei den Senioren durch Ela Aydin, gewinnt ein weiteres seiner „Kinder“ eine EM-Medaille. Es ist Gold bei der Kadetten-EM für das Dachauer-Duo. Demirhan Aydin erzählt über den emotionalen Moment, als Viktoria Rucinski in Tallinn Gold gewinnt. von Helena Stanek
Wie war eure Vorbereitung? Demirhan Aydin: Wir sind ja ein Landesstützpunkt und durften daher immer gut trainieren. Auch im Bundesstützpunkt haben wir einige Lehrgänge absolviert. Ich habe auf meinen Urlaub verzichtet, aber das hat sich natürlich gelohnt. Alle Spitzensportler in meinem Verein, wie Jordanis, Ela und Darija haben alle mittrainiert und Viktoria unterstützt. Wir hatten eine gute Vorbereitung.
Wie emotional war der Moment? Demirhan Aydin: Es war unbeschreiblich. Als ich aus dem Kampf gekommen bin, habe ich richtig geweint. Weil wir diesen Titel geholt haben. Die Sportlerinnen und Sportler sind alle wie meine Kinder. Ich trainiere schon seit ihrem sechsten oder achten Lebensjahr mit ihr. Darum war der Titelgewinn sehr emotional. Viktoria ist ein sehr fleißiges Mädchen und sie hört gut zu. Ihr Familie steht hinter ihr und unterstützt sie. An dieser Stelle möchte ich auch ganz herzlich ihren Eltern danken, dass sie ihre Tochter mit aller Kraft unterstützen. Auch finanziell. Denn als Verein kann man nicht alles zahlen und da ist es wichtig, dass die Eltern dahinterstehen.
Was war Viktorias Stärke am Wettkampftag? Demirhan Aydin: Ein Sportler muss einem Trainer gut zuhören. Und an dem Tag hat sie sehr gut zugehört und mitgemacht. Alles was ich ihr gesagt habe, hat sie umgesetzt.
Wie hat das Team reagiert? Demirhan Aydin: Das Team hat super angefeuert und mitgefiebert. Auch das U21-Team hat mit angefeuert. Sie haben richtig geschrien und die letzten zehn Sekunden runtergezählt.
War es eine Überraschung, dass es Gold wurde? Demirhan Aydin: Ich habe mit ihr schon vor Monaten gesagt, dass sie Europameisterin wird. Ich habe es ihr fest eingeredet, dass sie das Bewusstsein bekommt, dass sie es schaffen kann. Ich habe sie immer gefragt „Was werden wir?“. Und sie hat geantwortet „Europameisterin“. Immer wieder habe ich sie das gefragt. Am Ende ist es natürlich immer ein wenig eine Überraschung. Wenn man das erreicht, was man sich auch wünscht. Obwohl die Russin sehr groß war, hat Viktoria es geschafft, sie müde zu machen. Und das hat sie super gemacht.
Wie geht es nach diesem Erfolg weiter? Demirhan Aydin: Mitte September kämpft Viktoria in Polen bei den Polish Open. Die EM ist vorbei und liegt hinter uns. Wir haben den Titel in der Tasche. Aber es geht weiter. Nächstes Jahr ist Viktoria auch noch bei den Kadetten und wir hoffentlich bei der Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft dabei sein. Bewusst habe ich mich entschieden, sie in -55Kg kämpfen zu lassen und nicht -51Kg. Ich möchte nicht, dass sie abnimmt und dann keine Kraft hat. Ich plane mit ihr weiter und es soll nicht nur bei einem Titel bleiben. Sie soll eine gute, starke und gesunde Sportlerin für Deutschland werden.
Wie geht es dir nach diesem großen Erfolg? Demirhan Aydin: Es geht mir sehr gut. Ich bin sehr happy und sehr stolz auf meine Sportlerin.
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Eliteschule des Sports DIE BERTOLT-BRECHT-SCHULE IN NÜRNBERG Die Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg ist seit 2007 Eliteschule des Sports und Eliteschule des Fußballs. Neben Taekwondo sind hier 13 weitere Sportarten zu finden. Spezielle Leistungssportklassen wurden eingerichtet, um besonders talentierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, ihr sportliches Talent und ihre schulische Ausbildung optimal miteinander zu verbinden. Aktuell gehen 30 Sportler und Sportlerinnen hier zur Schule. Staatliche Mittelschule, städtische Realschule und städtisches Gymnasium arbeiten unter einem Dach zusammen, sodass den Sportlerinnen und Sportlern alle Schulabschlüsse ermöglicht werden können. Ab dem 14. Lebensjahr können auswärtige Schülerinnen und Schüler außerdem das Internat (Haus der Athleten) besuchen. Neben der Berücksichtigung von Trainings- und Wettkampfterminen bietet die Schule zusätzlich noch Hausaufgabenbetreuung und bei Bedarf Förder- und Nachführunterricht an. Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 findet zweimal wöchentlich morgens ein Verbandstraining statt, ab der 7. Jahrgangsstufe dreimal pro Woche.
lerinnen und Sportlern im vollen Umfang genutzt werden und wird von der Bayerischen Taekwondo Union finanziert. Aktuell laufen die Baumaßnahmen, mit einem Bauvolumen von 170 Millionen Euro, für eine neue Eliteschule des Sports und eines Haus der Athleten in unmittelbarer Nähe zum Bundesstützpunkt Nürnberg. Wie kann ich als Sportlerin oder Sportler an der Bertolt-Brecht-Schule aufgenommen werden? Es gibt zwei Wege in die Leistungssportklassen der Bertolt-Brecht-Schule einzusteigen: Für einen Einstieg in die 5. Jahrgangsstufe ist neben der schulischen Eignung für den jeweiligen Schulzweig eine erfolgreiche Teilnahme an der Sichtung des jeweiligen Sportverbandes und die schriftlich bestätigte Eignung Voraussetzung. Bei einem Quereinstieg ab der 6. Jahrgangsstufe wird außerdem eine Mitgliedschaft im Landeskader vorausgesetzt.
Taekwondo an der Bertolt-Brecht-Schule In unmittelbarer Nähe zum Bundes- und Landesleistungszentrum und unter der Leitung von Nurettin Yilmaz, ist Taekwondo an der Bertolt-Brecht Schule eine der erfolgreichsten Sportarten und als Schwerpunktsportart stark vernetzt. Personell stehen hier ein hauptamtlicher Landestrainer, ein Co-Trainer, ein Assistenztrainer sowie ein Athletiktrainer zur Verfügung. Jegliches Trainings-Equipment kann von den Sport-
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Viviana Valentino verließ mit 15 Jahren ihr Elternhaus um am Bundesstützpunkt in Nürnberg professionellere Trainingsbedingungen nutzen zu können. Viviana berichtet uns über den Schulwechsel und ihre anfänglichen Sorgen. von Helena Stanek DTU 20: Wie bist du auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht worden, eine Eliteschule des Sports zu besuchen? Viviana: Irgendwann kam der Wunsch, mich am Bundesstützpunkt in Nürnberg sportlich weiter ausbilden zu lassen. Bei einem Gespräch mit Helena wurde ich über das Gesamtpaket Schulbesuch-InternatWettkampftraining informiert.
DTU 20: Was für Vorteile bringt der Besuch einer Eliteschule für dich? Viviana: Schulisch hatte ich noch nie Probleme, deswegen ist für mich der Hauptvorteil, dass ich noch zusätzliche Trainingseinheiten in Form von Frühtraining während den Unterrichtszeiten habe und in einer sogenannten „Sportklasse“ mit gleichgesinnten Mitschülern und Mitschülerinnen meine Ziele verfolgen kann.
DTU 20: Welche Klasse besuchst du aktuell? Welche Hobbys hast du neben dem Sport? Viviana: Ich besuche die 11. Klasse des Gymnasiums an der Bertolt-Brecht-Schule und mache nächstes Jahr mein Abitur. Viel Zeit für andere Hobbys als Taekwondo bleibt mir nicht, allerdings male ich gerne und spiele hin und wieder noch Klavier.
DTU 20: Hattest du anfangs Sorgen oder Ängste, diesen Weg zu gehen? Viviana: Meine einzige Sorge, die mich auch heute noch bedrückt, ist, wie meine Familie sich fühlt, wenn ich nicht zuhause bin. Es ist nicht leicht, so jung aus dem Familienleben rauszugehen, aber durch das viele Training und die Schule ist man ziemlich beschäftigt und das lenkt mich ab. Ängste habe ich keine. Ich bin ziemlich abenteuerlustig und finde es spannend, etwas Neues zu erleben.
DTU 20: Musstest du die Schule wechseln? Wenn ja: Wie schwer war diese Entscheidung? Viviana: Mit dem Wechsel nach Nürnberg musste ich natürlich auch die Schule wechseln. Darüber habe ich sehr lange mit meinen Eltern und Trainern gesprochen. So eine Entscheidung mit erst 15 Jahren zu treffen, fiel mir auf keinen Fall leicht. Neben der Familie verlässt man Freunde und den gesamten Umkreis, in dem man aufgewachsen ist und sich wohlfühlt.
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DTU 20: Wie oft trainierst du in der Woche? Viviana: Die Anzahl der Einheiten variiert etwas, grundsätzlich habe ich etwa acht Einheiten pro Woche, in der Wettkampfphase sind es auch mal zwölf. DTU 20: Wie lautet dein sportliches Ziel? Viviana: Mein Ziel ist und war immer auf den Olympischen Spielen zu kämpfen.
DTU 20: An welche sportlichen Momente erinnerst du dich besonders gerne? Viviana: Mein größter Erfolg bisher ist der Gewinn der Bronze-Medaille auf der Jugend-Europameisterschaft 2019, das war so ziemlich der schönste Moment. DTU 20: Was sagen deine Schulkameraden zu deiner sportlichen Karriere? Bist du etwas Besonderes bei deinen Freunden? Viviana: Seitdem ich in Nürnberg trainiere, bin ich in der Schule und im Internat nur von Sportlern und Sportlerinnen umgeben. Daher kann ich nicht behaupten, dass ich da besonders heraussteche. Wir schätzen unsere Erfolge und wissen, welche Arbeit dahintersteckt, unterstützen uns deshalb gegenseitig. DTU 20: Was möchtest du einmal beruflich erreichen? Viviana: Die Frage begegnet mir in letzter Zeit sehr häufig, weil ich meinen Sport dabei nicht vernachlässigen möchte. Eine feste Entscheidung habe ich noch nicht getroffen, aber mein Wunsch wäre ein Beruf, in dem ich mich künstlerisch ausleben kann.
Vivianas Eltern
DTU 20: Stolz sind Eltern sicherlich immer auf ihre Kinder. Doch was zeichnet Viviana besonders aus? Auf welche Eigenschaft sind sie besonders stolz? Eltern von Viviana: Sportler und Sportlerinnen, die diesen Weg einschlagen und so weit gekommen sind, haben natürlich immer besondere Eigenschaften. Bei Viviana ist es so, dass sie alles, was sie sich vornimmt, mit Ehrgeiz und starkem Willen durchzieht. Sie hat schon immer mit Fleiß und Disziplin an ihren Zielen
gearbeitet, wollte in der Schule und in ihrem Sport immer das Beste herausholen. Das Bemerkenswerteste ist, dass sie dabei immer gut gelaunt ist und sich lachend mit gutem Sozialverhalten in jedes Team einfügt. DTU 20: Hat sich auch ihr Leben verändert, seit Viviana den Leistungssport verinnerlicht hat? Eltern von Viviana: Unser Leben hat sich natürlich sehr verändert, weil durch das Verlassen des Elternhauses die Erziehungsarbeit nur noch telefonisch oder per WhatsApp läuft und natürlich fehlt ein Kind zuhause, da fließen manchmal schon Tränen, vor allem beim kleinen Bruder. Taekwondo ist ein Teil unseres Lebens geworden und wir Eltern leisten viel Unterstützungsarbeit. Aber es wäre schade, so ein Talent nicht zu fördern und die Freude über Turniererfolge und das Vertrauen in die Trainer und Internatsbetreuer gleichen es dann wieder etwas aus. DTU 20: Können sie werten, was ihnen wichtiger ist: die sportliche oder schulische Karriere? Oder sind für sie beide Erfolge in Einklang zu sehen? Eltern von Viviana: In erster Linie sollte natürlich eine schulische/ berufliche Ausbildung im Vordergrund stehen, um sich nach der Sportkarriere sein Leben finanzieren zu können. Leistungssportler zu sein und ein/e Ausbildung/Studium abzuschließen, ist dankbarerweise möglich und wird bestens unterstützt. Insofern machen wir uns keine Sorgen, dass für Viviana ein Weg gefunden wird, ihren Traum einer Olympia-Teilnahme zu verwirklichen und gleichzeitig eine Berufsausbildung abzuschließen.
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RITUALE UND GLÜCKSBRINGER IM WETTKAMPF von Paul Knauthe, Raffaella Delli Santi und Helena Stanek An vielen Stellen begegnen Sie uns. Manchmal sind sie offensichtlich, manchmal nur eine versteckte Geste. Eines sind sie in jedem Fall: individuell und persönlich – Rituale. Umso wertvoller und spannender ist es, dass einige unserer Leistungssportler und - sportlerinnen ihre Rituale mit unseren Lesern teilen. Tommy Lüdders, Bärbel Reiner und Binh Duong (hier ergänzen: Vertreter aus dem Vollkontakt) nehmen uns mit in ihre Gedankenwelt. Doch zunächst einmal die Definition: Was ist ein Ritual, wozu dient es und was gilt es zu beachten? Jeder Sportler hat ihn sicherlich schon einmal erlebt, den perfekten Zustand, in dem es einfach „lief“. Der Zustand völliger Konzentration und das Aufgehen in der Tätigkeit. Jeder Sportler hat aber eben auch sicherlich Momente erlebt, in denen es nicht funktioniert hat, diesen Zustand zu erreichen. Ob es gelingt, liegt an vielen Faktoren. In den seltensten Fällen hat es allerdings etwas mit Glück zu tun, sondern oft mit bewussten Handlungen, zum Beispiel mit Ritualen. Auch wenn diese allgemein gerne mit Glücksbringern gleichgestellt werden, können Rituale doch viel mehr bewirken. Sie geben dem Gehirn den Impuls, in einen bestimmten Modus zu schalten. Raus aus dem Alltag, rein in den Wettkampf. Dies gibt dem Athleten die
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Möglichkeit, vom Außen ins Innen zu gehen und den Fokus auf sich und die bevorstehende Herausforderung zu legen. Noch kraftvoller und stabiler wird das Ritual, wenn man es trainiert. Das Gehirn ist wie ein Muskel: Durch Training werden bestimmte Fähigkeiten ermöglicht, gefestigt und ausgebaut. Auch mentale und emotionale Zustände kann man trainieren und somit verfügbar machen. Mit diesem Wissen und dem bewussten Einsatz können Rituale noch kraftvoller werden und den Sportler unterstützen. Aber nicht nur im Leistungssport finden sich Anwendungsbereiche. Eine wichtige Präsentation halten, ein Bewerbungsgespräch führen oder vor einer großen Gruppe sprechen – immer wieder stoßen wir im Leben auf Herausforderungen, in denen wir uns die Kraft, das Selbstbewusstsein und die Leichtigkeit wünschen, um diese zu meistern. Auch dafür können Rituale helfen. Drei Dinge sind dabei u. a. wichtig: • Man muss es üben. Nur Dinge, die man trainiert hat, kann man stabil abrufen. • Das „Ritual“/die Unterstützung/die Hilfestellung sollte leicht abrufbar und (dauerhaft) verfügbar sein. Nicht, dass das Ritual einzuhalten am Ende mehr Stress verursacht als dass es hilft.
• Man sollte weiterhin flexibel bleiben und auch diese Anpassungsbereit schaft üben. Es können immer neue und unvorhersehbare Herausforderungen auftreten, auf die man sich einstellen muss. Das Gute ist: Auch das kann man trainieren. Wie immer im Leben gilt: Es gibt nicht die eine Wahrheit. Vieles hängt miteinander zusammen und Rituale können eine Hilfestellung für erfolgreiche Sportler sein. Diese Mitglieder der beiden Bundeskader geben uns einen Einblick, welche Rituale vor einem Wettkampf sie zelebrieren: Tommy Lüdders (Poomsae Recognized und Freestyle, Kadetten) „Vor meinem Start fokussiere ich mich stufenweise, bis ich bereit bin. Es gibt da natürlich die körperliche Vorbereitung und eine mentale. Irgendwann sehe ich nur noch mich und die Fläche. Wenn ich als Ritual vor der Fläche hin und her gehe, bin ich bereit und will nur noch rauf!“
Binh Duong (Poomsae, Team O 30) „Vor dem Abgrüßen des Coaches zu meinem Lauf klatsche ich mir mit beiden Händen dreimal fest auf die Wangen. Dieses Ritual habe ich mir in der aktiven Zeit als Wettkämpfer angewöhnt, um mich auf den Punkt zu fokussieren, mich ‚aufzupushen‘ und mir nochmal physisch und geistig klarzumachen, darauf zu achten, keinen Kopftreffer einzufangen.“ Yanna Schneider: „Egal ob im Training, im Alltag oder ganz besonders im Wettkampf: meine Kette mit meinen drei Anhängern ists mein ständiger Begleiter und Glücksbringer. Sowohl die Kette, als auch die drei Anhänger sind von ganz besonderen Menschen in meinem Leben. So weiß ich zu jeder Zeit, dass sie hinter mir stehen. Egal was kommt!“
gestalten
beraten
fotografieren
texten
erkennen
planen
Wir
verstehen
Bärbel Reiner (Poomsae, Einzel U 40 und Paar O 30) „Ein bis zwei Starter vor mir begebe ich mich an die Fläche und drehe mich um, sodass mein Blick nicht zur Fläche gerichtet ist. Mein Fokus liegt nun voll bei mir und ich schaue nur noch meinen Coach an. Wenn ich dann dran bin, ziehe ich immer zweimal an meinem Gürtel und klatsche mit beiden Händen meinen Coach ab. Anschließend drehe ich mich um, betrete die Fläche, verbeuge mich und gehe zu meinem Startpunkt. Meine beiden Glücksbringer reisen zu jedem Turnier mit. Bevor die Vorbereitung beginnt, drücke ich sie noch einmal, denn sie bleiben dann den ganzen Tag in der Tasche.“
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START DER REGIONALBUNDESKADERLEHRGÄNGE TECHNIK
RBKL Mitte (Foto B. Duong)
Ein wichtiges Anliegen der neuen Technik-Bundestrainer ist es, die Mitglieder des Bundeskaders noch intensiver zu betreuen und zu fördern. Die neu eingeführten RegionalBundeskaderlehrgänge bilden hierbei eine wichtige Säule: die Sportler und Sportlerinnen der drei Regionen Süd, Mitte und Nord kommen in kleinen Gruppen zusammen und trainieren für einen Tag mit einem Bundestrainer. So ist die Anfahrt kurz, der Aufwand ökonomisch und die Betreuung individueller. Coronabedingt erfolgte der
Startschuss für diese neue Lehrgangsart nun im Juli 2021, nachdem die Zeit bis dahin mit zahlreichen OnlineEinheiten, Videoanalysen und Onlinemeetings genutzt wurde: In Dachau trainierten die Mitglieder aus dem Süden mit Daniela Koller, in Ronneburg die Sportler und Sportlerinnen aus der Mitte Deutschlands mit Imke Turner und in Lauenau die norddeutschen Athleten und Athletinnen mit Paul Knauthe. Die Freestyler betreute Lukas Stein sowohl in Hannover als auch in Potsdam und Wiesbaden. Das Bundestrainerteam vertiefte mit den Sportlern und Sportlerinnen die Inhalte, die im vergangenen halben Jahr online vermittelt wurden. Auf dem Trainingszettel standen Kicks und die Gleichzeitigkeit von Hand- und Fußtechniken zur Verbesserung des Impacts. Die Athleten und Athletinnen zeigten durchweg, dass sie trotz der schwierigen Umstände das Feedback aus den Onlinetrainings gut umsetzen konnten und gewohnt motiviert bei der Sache waren. Einen weiteren Schwerpunkt der Lehrgänge bildeten Präsentationsläufe. Hier zeigten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehr gute Leistungen und nahmen die Empfehlungen der Trainer und Trainerinnen für das eigene Heimtraining mit.
Bundestrainerin Imke Turner erklärt eine Technik beim RBKL Mitte (Foto B. Duong)
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Im Freestyle erhielten die Sportler und Sportlerinnen in den drei Gruppen intensive, direkte Korrekturen und Impulse für ihre Übungseinheiten zu Hause. In einem
Rundum-Check der Pflichtelemente galt es, den Fokus für die kommenden Wochen auf die entscheidenden Schwerpunkte zu richten, um an den passenden Stellschrauben in der Gesamtperformance zu drehen. Außerdem eignete sich der Lehrgang dazu, neu erlernte Bewegungen live zu beurteilen und gemeinsam
Umsetzungsmöglichkeiten für den Einbau in die Choreo grafie zu erörtern.
RBKL Nord Gruppe 1
RBKL Nord Gruppe 2
RBKL Freestyle Mitte
RBKL Freestyle Nord
RBKL Freestyle Ost
RBKL Süd
Mit dem umfangreichen Feedback startet für die Mitglieder des Bundeskaders nun die Vorbereitung auf das zweite Bundesranglistenturnier Anfang September.
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BERICHT ZUM DOJL von Aylin Semrau Das Deutsche Olympische Jugendlager, was von der „Deutschen Sport Jugend“ und der Deutschen Olympischen Akademie unter dem Dach des DOSB veranstaltet wird, findet normalerweise immer parallel zu den Olympischen Spielen an dem jeweiligen Ausrichtungsort statt. Das Olympische Jugendlager hat es sich zum Ziel gesetzt, jungen Nachwuchssportlern und engagierten jungen Menschen Einblicke rund um die Olympischen Spiele zu geben. Rund 50 Jugendliche werden für jedes Jugendlager ausgewählt. Dieses Jahr konnten Jona Pörsch und Antonia Beck die Jury davon überzeugen, dass sie geeignete Teilnehmer des Jugendlagers sind.
Erfahrungsbericht:
Am 21. Juli 2021 hätten wir zu den Olympischen Spielen nach Tokio fliegen sollen, um dort für 14 Tage an einem binationalen Austausch mit weiteren 50 japanischen Jugendlichen teilzunehmen. Die Enttäuschung war groß, als beschlossen wurde, das Jugendlager in Tokio nicht stattfinden zu lassen. Stattdessen wurde als Ersatz mit allen Teilnehmern eine Woche lang das Jugendlager in Frankfurt abgehalten. Wir hätten vorher nicht gedacht, dass dies so eine großartige Erfahrung für uns werden würde!
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Das ursprünglich geplante, persönliche Kennenlernen wurde zwar nur online abgehalten, doch schon hier konnte man erahnen, dass es ein großartiges Programm mit vielen interessanten Menschen geben würde. Vom 29.07.21 bis 05.08.2021 waren wir mit 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und acht Betreuerinnen und Betreuern im Landessportbund Hessen untergebracht. Nach dem ersten Kennenlernen hatten wir jeden Tag ein umfangreiches Programm mit unterschiedlichsten Angeboten. Es fanden in dieser Woche eine Vielzahl von Workshops mit spannenden Referentinnen und Referenten statt: ● Wir lernten den Sportökonom und Sportsoziologen Herrn Professor Holger Preuß kennen, der bei zahlreichen Olympischen Spielen zugegen war. Er referierte über die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen der olympischen Bewegung. ● Es gab eine Liveschaltung nach Tokio mit Lenka Dienstbach-Wech, ehemalige Teilnehmerin (Rudern) sowie derzeitige Ärztin bei den Olympischen Spielen. ● Der erste Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Stefan Raid, referierte mit seinen Kollegen über Engagement-Förderung. ● Die UN-Jugenddelegierten, Franka und Ruszlan, diskutierten mit uns über Völkerverständigung und Völkerdiplomatie.
● Petra Tzschoppe, Gudrun Doll-Tepper und Katja Lüke aus dem DOSB Präsidium sprachen mit uns über geschlechtergerechte Teilhabe und Inklusion im Sport. ● Jessica Bohr von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit hielt einen Workshop über „sport for development“. ● Holger Kühne, Leiter der SWR Sportredaktion in Mainz, zeigte uns am Beispiel der Olympischen Spiele, wie sich die Medienwelt verändert. Alle Referentinnen und Referenten stellten sich nach den Workshops beim Essen oder anderen Gelegenheiten für persönliche Gespräche zur Verfügung, sodass wir auch Einblicke in persönliche Erfahrungen und interessante Lebenswege erhielten. Es gab aber auch einen kulturellen Austausch mit dem japanischen olympischen Jugendlager. An vier Vor mittagen trafen wir uns in Videokonferenzen zu den unterschiedlichsten Themen, wie etwa Nachhaltigkeit, Kultur und Landeskunde und natürlich den Olympischen Spielen selbst. Es war eine großartige Erfahrung für uns, hierbei auch viele Gemeinsamkeiten mit einem Land und den Menschen zu entdecken, welches 9.000 Kilometer entfernt von Deutschland liegt. An einem Morgen war sogar Johannes Weißenfeld, Silbermedaillengewinner des Deutschland Ruderachters, hinzugeschaltet, welcher uns aktuelle Eindrücke eines Medaillenge winners geben konnte. Ein gemeinsam eingeübter Flashmob mit den japanischen Jugend lichen war ein riesiger Spaß und hat gezeigt, wie Leichtigkeit und Verbundenheit auch auf Entfer nung gelebt werden kann. Neben den virtuellen Treffen wurde uns auch die japanische Kultur nähergebracht. Es gab Tanzkurse, ein gemeinsames japanisches Kochen, wir durften uns an der japanischen Kalligrafie versuchen und haben viel über Japans Geschichte, die aktuelle Situation und Traditionen gelernt. Natürlich durften aber auch Spaß, Spiel und Sport nicht fehlen. In den Pausen konnten wir die Olympischen Spiele verfolgen, selbst Sport treiben oder Spiele spielen. Es gab eine Stadtrallye durch Frankfurt, Stand-UpPaddling und abends verausgabten wir uns teilweise in stundenlangen, heiß umkämpften Volleyball-Matches. Das Angebot zum Frühsport um 7:00 Uhr war dann freiwillig.
Zwei absolute Highlights waren der Empfang der Athletinnen und Athleten am Montag- und Mittwoch abend am Frankfurter Flughafen. Mit lautem Gesang, vielen Fahnen, Bannern und super Stimmung hießen wir die an diesen Tagen ankommende Athle tinnen und Athleten mit ihren Freunden, Familien sowie der Presse willkommen. Nicht nur die Athletinnen und Athleten waren beeindruckt von unserem Flash mob, den wir alle in gleicher, offizieller Bekleidung vorführten. Dies war ein großartiges Bild und brachte eine einzigartige Stimmung. Wir durften im An schluss noch mit in die Welcome Lounge der Lufthansa und die Athletinnen und Athleten hautnah erleben. Sie nahmen sich Zeit für Fotos und jeder, der wollte, durfte sich einmal eine Medaille umhängen. Das alles war Gänsehaut pur!
Statement Jona:
„Die gesamte Lagerzeit wurde uns ein spannendes und kurzweiliges Programm mit super interessanten und vielseitigen Angeboten geboten. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, wenn am Tag zuvor Athleten wie Lukas Dauser, die Handball Nationalmannschaft oder auch der Deutschland-Achter im Fernsehen zu sehen waren und dann 24 Stunden später mit ihnen lockere Gespräche in der Team Deutschland Lounge am Flughafen zu führen.“ DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 9 09/2021 -
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Statement Antonia:
„Das Olympische Jugendlager 2020/2021 war, trotz der durch Corona eingeschränkten Situation, ein unvergessliches Erlebnis für mich. Wir waren komplett fremd zusammengewürfelte Jugendliche, die zunächst nur ihre Leidenschaft zum Sport verband. Nach den acht Tagen trennten wir uns unter Tränen. Wir haben hautnah erlebt, wie Sport eine Brücke schlagen kann zu Freundschaft, Freude und gegenseitigem Respekt. Wir wuchsen zu einer neuen, kleinen Familie zusammen. Allein das war schon eine wertvolle und großartige Erfahrung. Die ganze Zeit herrschte eine ganz besondere Stimmung – energiegeladen und voller Lust auf mehr. Wir sind in dieser Woche eng zusammengewachsen und es herrschte eine unglaublich gute Stimmung. Dies dann noch gepaart mit den vielen Workshops und der Möglichkeit, so viele unterschiedliche Persönlichkeiten – von jung bis sehr
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erfahren – kennenlernen zu dürfen, hat mich sehr beeindruckt. Keiner der Referentinnen und Referenten oder Leiterinnen und Leiter war auf Distanz zu uns; im Gegenteil, wir hatten alle die Chance auf einen persönlichen Austausch mit ihnen. Ich habe, als eine der jüngsten Teilnehmerinnen, in dieser kurzen Zeit schnell die Hemmschwelle verloren, mich mit sehr erfahrenen Menschen auszutauschen und Fragen zu stellen. Das Thema Nachhaltigkeit und wie wir mit Hilfe des Sports die Zukunft gestalten können, wird mich mit Sicherheit auch außerhalb des Jugendlagers noch weiter beschäftigen. Ein paar Sportlerinnen und Sportler durfte ich hautnah bejubeln, empfangen, umarmen und mit ihnen ein paar Worte wechseln. Das Glücksgefühl und die Gänsehaut sind etwas, das ich noch sehr lange nachfühlen werde.“
WT POOMSAE ONLINE CHALLENGE – KADETTEN UND KADETTINNEN AM START Nach der ersten Online Poomsae Challenge der WT im April für die Jugend sind im Juni und Juli die Kadetten und Kadettinnen online angetreten, um die besten unter sich auszumachen und das Ticket für das große Finale im Dezember zu lösen. Für das deutsche Nationalteam hat die DTU dieses Mal die beiden Mitglieder des Technikbundeskaders Helena Silberhorn (HTU) und Tom Lüdders (TUH) nominiert. Helena startete im Einzel Recognized der Kadettinnen, Tom in den beiden Klassen Einzel Recognized und Einzel Free Style der Kadetten. Mit insgesamt 361 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den unterschiedlichen Kategorien aus der ganzen Welt war auch diese Challenge wieder sehr stark besetzt. Trotz einer starken Leistung hat Helena ganz knapp als Neuntplazierte das Finale der besten Acht verpasst. Dennoch hat die junge Formenläuferin viel Erfahrung aus dem Wettkampf mitgenommen und auch ein kleines Ziel erreicht – eine bestimmte Konkurrentin hinter sich zu lassen, die bisher immer um Haaresbreite vor ihr lag. Tom hat als einziger Europäer das Finale bei den männlichen Kadetten
erreicht und sich dort beachtlich gegen die internationale Konkurrenz geschlagen: Mit Platz 6 hat er bewiesen, dass er zu den besten Kadetten weltweit gehört, und das nicht nur in der Recognized-Kategorie. Auch im Freestyle hat er den sechsten Platz erkämpft. Damit hat Tom auch gleich beide Tickets für das Challenge-Finale im Dezember gelöst, bei der nochmals alle Finalisten in ihren Kategorien gegeneinander antreten. Dabei werden auch weitere Starterinnen und Starter die deutschen Farben vertreten, denn in der FamilienPaarlaufklasse der Open Kategorie haben Cira und Cornelia Lange aus Sachsen die gesamte Konkurrenz hinter sich gelassen und Gold gewonnen. Als Achtplatzierte sind Jin-Ah und Finja Saupe vom USV Potsdam ebenfalls mit von der Partie. Für die Senioren gilt es, die Sommerpause aktiv zum Training zu nutzen, denn bereits im September wird die dritte Challenge ausgetragen, sowohl im Recognized und Freestyle, als auch in den Paraklassen. Außerdem steht das zweite Bundesranglistenturnier dieses Jahres an, das am 4. September in Gehrden ausgetragen wird.
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Leistet einen entscheidenden Beitrag bei der Förderung von sportlichen Nachwuchstalenten: die Bayerische Polizei.
Leistungssport und Beruf miteinander verbinden DARIJA HUSOVIC TRAINIERT TAEKWONDO IM SPITZENSPORTPROGRAMM DER BAYERISCHEN POLIZEI Meine Ausgangssituation:
Meine Eltern wollten mich damals als Kind schon zum Sport schicken. Als wir im Jahr 2007 an einer TaekwondoSchule in Wuppertal vorbei fuhren, meinten sie, ich solle mal zum Probetraining. Ich trainierte dort ein Jahr lang, bis wir nach Karlsfeld umgezogen sind und mein damaliger Trainer aus Wuppertal empfiehl uns meinen jetzigen Verein TSV 1865 Dachau, damit ich auch hier in Bayern den Sport weiter ausführen konnte.
Mein schulischer Werdegang:
Nach der Grundschule besuchte ich die Dr. JosefSchwalber Realschule in Dachau bis zur achten Klasse. Mir fiel es allerdings immer schwerer, den verpassten Unterrichtsstoff nachzuholen, da ich mich sehr auf Taekwondo fokussiert und viele Fehltage in der Schule durch Wettkämpfe und Lehrgänge hatte. Somit wechselte ich auf die Mittelschule in Dachau Süd und vollendete dort meine Mittlere Reife.
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Mein sportlicher Werdegang:
Wie oben schon beschrieben fing ich 2007 in Wuppertal mit Taekwondo an, wechselte ein Jahr später dann zum TSV 1865 Dachau, da wir umgezogen waren. Als ich mit dem Sport anfing, war es zunächst nur ein Hobbysport und ich trainierte zwei- bis dreimal wöchentlich. Ab meinem zwölften Lebensjahr fing ich schließlich an, fast jeden Tag ins Training zu gehen. Taekwondo war zu meiner Leidenschaft geworden. 2017 hatte ich meinen ersten internationalen Einsatz mit der Nationalmannschaft und ebenso meine erste U18 Europameisterschaft. Mein größter Moment im Sport war der, als ich 2018 Bronze bei der Jugend-Weltmeisterschaft gewonnen habe, genauso wie der, als ich bei den YOGQualifikationen teilgenommen habe und Deutsche Meisterin wurde. Seit September 2020 bin ich bei der Sportfördergruppe der bayerischen Polizei.
Mein Weg zur Polizei
Nach meiner mittleren Reife war bei mir eigentlich sofort klar, dass ich Taekwondo mit meinem Beruf verbinden möchte. Als ich von der Sportfördergruppe der bayerischen Polizei hörte, habe ich mich sofort beworben. Meine Eltern und mein Trainer waren mir dabei eine große Unterstützung und halfen mir, mich auf den kommenden Einstellungstest vorzubereiten. Ich war sehr glücklich als ich erfuhr, dass ich bei der Polizei aufgenommen wurde und kann auch heutzutage sagen, dass es meine beste Entscheidung war.
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Mein Alltag bei der Polizei
Die Ausbildung ist in fünf Ausbildungsabschnitte gestaffelt und jeder Abschnitt geht von Oktober bis Februar. In diesen vier Monaten erlernen wir in theoretischen und praktischen Teilen den Polizeiberuf. Ein Teil der theoretischen Fächer beinhaltet zum Beispiel Strafrecht oder Verkehrsrecht und die praktischen Fächer beispielswiese Schießen oder polizeiliches Einsatztraining. Während der Ausbildung stehen uns viele Möglichkeiten zur Verfügung, unser Training bestmöglich zu gestalten, indem wir vor und nach dem Dienst die Möglichkeit haben, in Krafttrainingsräumen und Trainingsräumen für Kampfsportler zu trainieren. Für Wettkämpfe und Trainingslager können wir ebenfalls während der Präsenzphase freigestellt werden.
Meine berufliche Zukunft:
Nach der Ausbildung bei der Polizei stehen mir einige Möglichkeiten für mein weiteres Berufsleben offen. Ich persönlich interessiere mich für die Kriminalarbeit der Polizei, jedoch möchte ich dies erst nach meiner sportlichen Karriere machen. Bis dahin bietet mir die Polizei die Möglichkeit, auch nach der Ausbildung in die Trainingsgruppe einzusteigen um Taekwondo professionell auszuführen.
SPITZENSPORT
PROGRAMM
Was ich anderen Sportlerinnen/Sportlern raten möchte:
Mir persönlich ermöglicht die Spitzensportfördergruppe der bayerischen Polizei, meine sportliche Karriere mit meinem Beruf zu verbinden. Ich kann es jedem weiter empfehlen, der genau dies möchte: eine sportliche Karriere und am Ende dieser eine abgeschlossene Ausbildung.
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FÖRDERER UND SPONSOREN DER
RDERN THLETEN. E MENGE MOMENTE. 11.09.19 12:42
Werden Sie Sponsor oder Förderer der DTU? Weitere Infos gibt Helena Stanek (stanek@dtu-mail.de)