Taekwondo 20 Magazin für olympisches Taekwondo in Deutschland
Großes Kino und bewegende Momente Lehrgänge und Meisterschaften Gold für den Nachwuchs
Ausgabe 17 - Oktober 2023
Ein guter Coach ist Gold wert. Als Finanzcoach unterstützt Sie Ihr Vermögensberater bei Absicherung, Altersvorsorge und Vermögensaufbau. .
Finden Sie Vermögensberater in Ihrer
Als Deutschlands größte eigenständige Finanzberatung coachen unsere
Nähe online unter www.coach.dvag
18.000 Berater rund 8 Millionen Kunden umfassend zu den Themen Absicherung, Altersvorsorge und Vermögensaufbau. Seit vielen Jahrzehnten entstehen so individuelle Finanzkonzepte, die Menschen weiterbringen – ein Leben lang. Nehmen auch Sie jetzt Kontakt auf und besprechen Sie Ihre Wünsche und Ziele mit Ihrem Vermögensberater.
E
D
I
T
Liebe Freunde des Taekwondo, liebe Sportlerinnen und Sportler!
O
R
I
A
L
Inhalt 4 Lächeln, positive Einstellung und wenig Schlaf 7 U15 WM in Sarajewo 10 Ein sehr bewegender Moment 12 Supportlehrgang für das EM-Nationalteam 14 Kampfrichterin Anne-Kathrin Minx 17 Taekwondo im Grand Palais 18 Jugend-EM in Tallinn 22 Großes Kino: über die FINALS 2023 24 TG Jeong EUI Nettetal 26 Para-Taekwondo 28 Kampfrichterin Candida Tunkel 30 Interview mit Polizeidirektor Gerd Enkling 32 Spitzensport Bayrische Polizei: Darija Husovic und Marlen Nedic 34 Deutsche Meisterschaft und Jugend Cup in Bautzen 36 Bronze für Anya Kisskalt und Alema Hadzic 39 Europameisterschaft in Innsbruck 42 Roya Afshar und Franz Bartl 45 DTU-Jugend
Erfolgreiche Wochen und Monate liegen hinter den verschiedenen Kadersportlerinnen und -sportlern und Nachwuchsteams der DTU. Die Jugend-Europameisterschaften in Tallinn und die Kadetten-Weltmeisterschaft in Sarajewo erforderten von allen Beteiligten höchsten Einsatz. Wir haben mit der Disziplinbundestrainerin Denise Liedtke über die zeitintensiven Vorbereitungen dieser Meisterschaften gesprochen (Seite 4). Zwei Vize-Weltmeistertitel und eine Bronzemedaille für das U15 WM-Team können sich sehen lassen (Seite 8). Arndt Mallepree, der Para-Beauftragte der DTU kam als Weltmeister in der Klasse P 34 von den Para-Weltmeisterschaften in Veracruz/Mexiko zurück (Seite 12). Nach zehn Jahren gab es endlich mal wieder Jugend-EM-Titel für unser Team (Seite 20). Knapp 180 Starterinnen und Starter stimmten sich jeweils in ihren Landesverbänden schon vor Beginn der Deutschen Meisterschaft und dem Deutschen Jugend Cup in Bautzen lautstark auf die Technik-Wettkämpfe ein. (Seite 36). 36 Athletinnen und Athleten und ein achtköpfiger Trainer- und Betreuerstab werden Ende November als bislang größtes Technikteam zur Europameisterschaft vor der Haustür, in der Tiroler Hauptstadt Innsbruck antreten. Erstmals werden dabei auf ein und demselben Turnier auch die Paraklassen ausgetragen (Seite 39). Anya Kisskalt und Alema Hdizic konnten bei den FISU World University Games in Chengdu eine Bronzemedaille erkämpfen (Seite 42).
■
Das EM-Nationalteam kam am 16. September in Gehrden und Feucht zu einem sogenannten „3 in 1-Lehrgang“ zusammen. Drei Ziele, ein Lehrgang: gemeinsam trainieren, von den Referenten Details zu den Formen erlernen und die Mannschaft unterstützen (Seite 14). Ann-Kathrin Mix ist eine der Top 45 Kampfrichterinnen, die in der letzten Auswahlrunde des Weltverbandes für die Paralympischen Spiele 2024 in Paris steht. Wir stellen die Berlinerin auf Seite 16 vor. Wie der Ablauf eines Technikturniers aus Kampfrichtersicht abläuft, darüber berichtet Kampfrichterin Candida Tunkel (Seite 30).
■
Über die FINALS 2023 in Düsseldorf berichtet im Nachgang Björn Pistel (Seite 24), der uns dabei auch den Taekwondo Landesstützpunkt NRW in Nettetal vorstellt (Sei 26). Warum und wie der Spitzensport bei der Bayrischen Polizei gefördert wird, berichten wir auf Seite 32. Mit den 16. Europameisterschaften der Technik Ende November in Innsbruck wird gleichzeitig das 30-jährige Jubiläum der Europameisterschaft gefeiert. Gesundheit und Wissen standen im Fokus eines DTU-JugendLehrganges vom 25. bis 27. August im Sportcamp Nordbayern (Seite 50).
Herausgeber: Deutsche Taekwondo Union e. V. Georg Brauchle-Ring 93 80992 München Telefon: 089 15 00 21 31
Jetzt heißt es Daumen drücken für unser Technikteam bei den Europameisterschaften Ende November in Innsbruck und für alle anderen, die in den kommenden Wochen auf nationalen und internationalen Wettkämpfen antreten. Denen und Ihnen allen viel Freude, Spaß und Erfolg mit Taekwondo.
Herzliche Grüße Helena Stanek
■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■
■ ■ ■
Impressum
Verantwortlich für den Inhalt: Helena Stanek (hs) Mitarbeiter an dieser Ausgabe: Helena Stanek, Hermann-J. Hoffe (hh), Melanie Kordel, Aylin Semrau, Raffaella Delli Santi Fotos: DTU-Archiv, Re-Strike, adh, Worldtaekwondo, BPT, Felix Schmale, Julia Holzhammer Redaktionsleitung: Helena Stanek (Fromm) – E-Mail: stanek@dtu-mail.de – Mobil: +49 174 6853194 www.dtu.de www.facebook.com/DeutscheTaekwondoUnion instagram.com/ger_taekwondo/
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
3
„MIT EINEM LÄCHELN, POSITIVER EINSTELLUNG UND WENIG SCHLAF IST DAS ZU MACHEN" DENISE LIEDTKE IM DAUEREINSATZ FÜR DEN NACHWUCHS von Helena Stanek Die Jugend-Europameisterschaft in Tallinn und die Kadetten-Weltmeisterschaft in Sarajewo waren für Disziplinbundestrainerin Denise Liedtke sehr zeitintensiv und nur dank der großen Unterstützung von Familie und Freunden möglich. Dass nicht nur die Medaillengewinner für Denise etwas Besonderes sind, sondern jeder Athlet, der es zu so einem großen Event geschafft hat, ist in der erfolgsverwöhnten und medaillenorientierten Sportwelt sicher nicht selbstverständlich. Helena Stanek sprach mit der Allrounderin nach den intensiven Wochen im Einsatz der DTU. DTU: Die letzten Wochen waren für dich im Rahmen deines Einsatzes für die DTU sehr zeitintensiv. Wie schaffst du es, diese Tätigkeit mit deinem normalen Alltag zu kombinieren? Denise Liedtke: Ich muss sagen, dass ich dieses und letztes Jahr das große Glück hatte, dass die Vorbereitungslehrgänge und die EM in meine Sommerferien fielen. Hier musste ich lediglich auf
4 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
meine persönliche Auszeit weitestgehend verzichten. Meine Schulleitung, meine Kollegen und Familie sowie mein Freundeskreis unterstützen mich in diesen Phasen und nehmen viel Rücksicht. Hier bin ich meinem Lebenspartner auch sehr dankbar, da er nichts mit Taekwondo zu tun hat, aber trotzdem alles versucht, um mich zu unterstützen. Außerhalb der Ferien ist der Spagat zwischen Arbeit, eigenem Verein, der Verbandsarbeit und der DTU wirklich schwierig. Aber mit einem häufigen Lächeln, positiver Einstellung und wenig Schlaf ist das zu machen. DTU: Man sieht dich bei DTU-Einsätzen als Coach an der Fläche. Welche Aufgaben übernimmst du zusätzlich im Team, wenn du nicht gerade als Coach im Einsatz bist? Denise Liedtke: Ganz grob kann man sagen: Jeder im Team macht alles, was bei so einer Maßnahme anfällt. Jeder in seinem Stil und mit seinen Stärken. Es geht darum, dass es den Jugendlichen gut geht, sie volle Leistung abrufen können und ein großartiges Erlebnis
haben. Das kann in der Organisation, in Gesprächen, im Trösten oder dem gemeinsamen Lachen sein. Insbesondere in unserem Trainer- und Betreuerteam geht die Übernahme von Aufgaben ohne viele Worte vonstatten. DTU: Die Jugend-EM verlief mit einem Titel und einer Bronzemedaille sehr erfolgreich. Wie hast du diese Jugend-EM erlebt und wie bewertest du das Abschneiden des Teams? Denise Liedtke: Eine EM ist immer etwas Besonderes. Im Laufe einer Woche geschehen so viele schöne, lustige, emotionale, ärgerliche und besondere Momente, welche man schwer in Worte fassen kann. Ich empfand es als sehr konzentriert, fokussiert und professionell. Jeder wusste, was er zu tun hat. Die Jugendlichen haben sich sehr professionell verhalten, waren füreinander da und haben in jedem Kampf bis zur letzten Sekunde alles gegeben. Ich bin sehr stolz auf jeden einzelnen von ihnen. DTU: Oft stehen die Athleten im Vordergrund, die den Sprung aufs Podest geschafft haben. Welche besonderen Leistungen in Tallinn und auch Sarajewo haben dich ebenso beeindruckt, auch wenn der Kampf möglicherweise verloren ging? Denise Liedtke: Es gab niemanden, der mich nicht beeindruckt hat. Jeder auf seine individuelle Art und Weise. Die Jugendlichen haben schon in der Vorbereitung Unglaubliches geleistet und sich auf die EM konzentriert. Sie waren auf jedem Lehrgang voll dabei und haben ihr Bestes gegeben. In jedem Kampf haben sie bis zur letzten Sekunde gekämpft und Freude am Kämpfen gezeigt. Die Kadetten sind im Allgemeinen etwas verspielter, aber nicht weniger fokussiert. Hier dürfen wir nicht vergessen, dass einige von ihnen noch Kinder sind und erst noch richtige Teenager werden wollen. Da kommt man mit elf oder zwölf Jahren auf eine WM, erlebt ein riesiges Event, trifft Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt. Das ist ein wirklich sehr großes „Ding“. Aber auch die kleinsten und jüngsten waren voll bei der Sache, haben sich unterstützt. Das war wirklich schön anzusehen. Auch hier zeigte sich, dass die Kids bis zur letzten Sekunde alles gegeben haben. Wir können alle sehr stolz auf unseren Nachwuchs sein.
Denise Liedtke mit Lilly Ettelbrück bei der Jugend-EM
etwas erschöpft war. Wir haben uns aber als Team gegenseitig unterstützt und aufeinander Acht gegeben. Das mentale Umdenken ist in diesem Kontext relativ einfach. Kadetten benötigen eine andere Ansprache und Aufmerksamkeit. Hier waren ja zudem die Heimtrainer meistens vor Ort und haben die Betreuung und das Coaching übernommen. Auch die Eltern spielen bei Kadetten eine noch intensivere Rolle. Wie ich oben bereits sagte, sind die Kadetten teilweise noch richtige Kids, die noch andere Bedürfnisse haben. Hier spielt das Finden von Lösungen, unterstützen und einfach „da sein“ eine zentrale Rolle. DTU: Die U15-Athletinnen und Athleten leisten in jungen Jahren schon Beachtliches. Die Doppelbelastung Schule und Sport unter einen Hut zu bekommen ist für viele eine Herausforderung. Was denkst du, gibt dieser Sport den jungen Athletinnen und Athleten neben der körperlichen Betätigung? Denise Liedtke: Als erstes muss ich sagen, dass es für Kinder und Jugendliche im Leistungssport eine weitaus größere mentale und körperliche Belastung ist als für die erwachsenen Profisportler. Rechnet man Schule, Training etc. zusammen, können manche auf
DTU: Die Kadetten-WM folgte unmittelbar auf die Jugend-EM. Wie hast du es geschafft, von dem einen großen Turnier direkt auf das nächste umzuswitchen? Denise Liedtke: Das war wirklich eine große Herausforderung. Im letzten Jahr in Sofia war es zwar ähnlich, aber der Ortswechsel und die damit verbundene Neuorientierung waren noch eine ganz andere Erfahrung. Und ich muss gestehen, dass ich schon
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
5
- Der Kontakt zu vielen Jugendlichen auf der ganzen Welt ist zudem eine unschätzbare Erfahrung. Sie lernen unterschiedliche Menschen aller Kulturen kennen. Insbesondere bei der U15 WM war es schön mit anzusehen, wie Freundschaften geknüpft wurden, mit Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern Kontakte entstanden etc. - Taekwondo ist ein Sport mit einem familiären Charakter. Ich erkläre es Außenstehenden oder neuen Familien in meinem eigenen Verein so, dass die Kinder dort ihre Vorbilder zum Anfassen haben. Sie stehen mit denselben Personen vielleicht in der Halle, die sie einige Monate später bei Olympia sehen und schon gesehen haben. In wie vielen Sportarten hat man das? eine 50-Stunden-Woche kommen. Das machen nicht viele „normale“ Arbeitnehmer mit. Um sich diesem Stress aussetzen zu wollen, muss man die vielen Vorteile des Leistungssportes auf diesem Niveau betrachten. Ich betreue seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche im Leistungssport und stelle folgende Punkte immer wieder fest: - Im schulischen Kontext haben die wenigsten meiner Leistungssportler im eigenen Verein Probleme. Dieses resultiert aus einem extrem guten Eigenmanagement, einer hohen Belastbarkeit und daraus, daran gewöhnt zu sein, auf den Punkt Leistung abrufen zu können. - Im späteren Berufsleben sind auch hier die Tugenden und Verhaltensmuster eines Leistungssportlers gefragt. Ich habe immer wieder gehört, dass meine ehemaligen Sportlerinnen und Sportler gerne in Unternehmen genommen werden. - Taekwondo bedeutet häufig ein großes Abenteuer. Welche Jugendlichen können sich so viele unterschiedliche Länder ansehen? Auch aus einer nicht touristischen Sichtweise.
U21-Nachwuchstrainingslager am Bundesstützpunkt in Nürnberg
6 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Ich könnte tatsächlich noch viele, viele weitere Punkte aufzählen, aber das würde wohl den Rahmen sprengen. DTU: Was bedeutet Taekwondo in deinem Leben? Denise Liedtke: Taekwondo hat für mich viele Bedeutungen in meinem Leben. Als erstes bedeutet es für mich einen Ausgleich zu meinem beruflichen Alltag. In der Taekwondo-Halle ist die „normale“ Welt draußen. Hier entspanne ich und kann abschalten. Als zweites ist Taekwondo für mich Freundschaft. Freundschaft zu vielen lieben Menschen, die ich im Laufe der Jahre kennen gelernt habe. Irgendwie sind alle ein wenig verrückt, aber doch liebevoll und herzlich. Als dritten Punkt kann ich einen Satz nennen, den ich schon oft verwendet habe. Taekwondo ist Medizin für den Geist und für die Seele. Hat man scheinbar unlösbare Probleme oder Sorgen, kann man in die Halle gehen, trainieren, die Menschen treffen und danach geht es einem besser. Das hört sich alles etwas verrückt an, aber Taekwondo ist für mich persönlich mehr als ein Hobby. Ich liebe es einfach.
Zwei neue Vize-Weltmeistertitel und eine Bronzemedaille für unser U15-WM-Team von Helena Stanek Direkt am ersten Tag der Kadetten Weltmeisterschaft in Sarajevo konnte das deutsche Team eine Silberund eine Bronzemedaille feiern. Maria Koukousoudis vom TKD Swisttal wird in der Klasse -148 cm VizeWeltmeisterin, Hilal Ayar vom LT Sports gewinnt die Bronzemedaille in der Klasse -144 cm. Wir gratulieren den beiden Medaillengewinnerinnen sowie ihren Heimtrainern Dimitrios Lautenschläger und Levent Tuncat ebenso wie Nachwuchsbundestrainer Boris Winkler. Mit einer starken Vorstellung konnte sich Maria Koukousoudi -148 cm (TKD Swisttal) mit Siegen über Litauen, die Türkei, Korea und Chinese Taipei bis ins Finale vorkämpfen und musste sich leider erst dort der neuen Weltmeisterin Virginia Lampis aus Italien geschlagen geben. Sie wird mit einer sehr guten Leistung hochverdient Vize-Weltmeisterin 2023. Ebenfalls sehr gut präsentierte sich Hilal Ayar -144 cm (LT Sports). Sie zog mit einem Sieg über Serbien ins Halbfinale ein, die zuvor die starke Kämpferin aus dem Iran geschlagen hatte. Leider konnte sie nicht ganz an ihre Leistung im Viertelfinale anknüpfen und verlor das Halbfinale gegen Nazerk
Zhanabergen aus Kasachstan. Somit erreichte Hilal Ayar bei der diesjährigen Kadetten Weltmeisterschaft den 3. Platz. Johanna Carlotta Zander -152 cm (TKD Universum Meiningen), sowie Miguel Pereira Machado -148 cm (TKD Swisttal) konnten ihre Auftaktkämpfe gewinnen. Johanna setzte sich gegen Trinity Suh aus den USA durch und Miguel schlug den Italiener Alessio Andreoli. Beide verloren jedoch die darauffolgenden Kämpfe mit einer guten Leistung und erreichten Platz 9. „Mich freut es natürlich sehr, dass wir mit diesem Wettkampfsystem ein sehr gutes Ergebnis am ersten Wettkampftag erzielen konnten und uns gleich mit zwei Medaillen, davon eine Finalteilnahme, belohnen konnten“, so Nachwuchsbundestrainer Boris Winkler.
Coach Levent Tuncat mit Hilal Ayar vom LT Sports
Auch am zweiten Tag schafft es mit Christos Nitsas erneut ein Athlet aus dem Deutschen Team ins Finale bei der KadettenWeltmeisterschaft in Sarajevo. Mit einer starken Leistung erkämpft der Nachwuchsathlet Silber und verbessert das Medaillen-Ergebnis bei dieser WM bereits auf drei gewonnene Medaillen.
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
7
Mit einer herausragenden Leistung hat sich Christos Nitsas in der Klasse -164 cm (TSV 1865 Dachau) mit vier spektakulären Kämpfen bis ins Finale vorkämpfen können. Erst im Finale musste er sich leider dem starken Kasachen geschlagen geben und wird mit einer großartigen Vorstellung Vize-Weltmeister 2023 in Sarajewo. Für unsere anderen vier Kämpfer*innen lief es leider nicht ganz so erfolgreich. Im ersten Kampf mussten sich jeweils Majid Hopic -160 cm (LT Sports) gegen Saudi-Arabien und Daoud El Barkani -156 cm (Turngemeinde Schwalbach 1887) gegen Südkorea geschlagen geben. Ihre Auftaktkämpfe konnten Anna Klein -156 cm (TKD Altmannstein) gegen Albanien und Ela-Eylül Celik -160 cm (LT Sports) gegen Japan gewinnen. Beide mussten sich am Ende mit einer guten Vorstellung und teilweise unglücklichem Kampfverlauf, einmal gegen Armenien, einmal gegen Spanien, geschlagen geben und erreichten am Ende beide den 9. Platz. Am dritten Wettkampftag blieb der Sprung aufs Podium aus. Alle Starter konnten zwar ihren Auftaktkampf gewinnen, mussten sich jedoch im zweiten Kampf geschlagen geben und erreichten mit einer tollen Vorstellung den 9. Platz. Danil Lavrov, -172 cm (OTC Bonn), gewann seinen ersten Kampf gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und verlor im zweiten Kampf gegen Mexiko.
Dimitrios Lautenschläger, Maria Koukousoudi, Boris Winkler, Hilal Ayar und Levent Tuncat
8 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Marcello Vinciguerra, -168 cm (Team Kimera), gewann seinen ersten Kampf gegen Kasachstan und verlor seinen zweiten Kampf gegen die USA. Emilia Laura Rucinski, -172 cm (TSV 1865 Dachau), gewann ihren ersten Kampf gegen die Türkei und verlor im zweiten Kampf gegen Spanien. Tugce Nigdeli, -168 cm (LT Sports), gewann ihren ersten Kampf gegen Spanien und verlor im zweiten Kampf gegen Chinese Taipei (Taiwan). Mia Malea Majstorovic, -164 cm (Taekwondo Center Stuttgart), gewann ihren ersten Kampf gegen Slowenien und verlor im zweiten Kampf gegen Italien. Am vierten und zugleich letzten Wettkampftag bei der U15 Weltmeisterschaft in Sarajewo konnten unsere vier Sportler*innen nicht an die Erfolge vom ersten und zweiten Tag anknüpfen. Lena Djuric, +176 cm (TKD Creti Tübingen), konnte zwar ihren ersten Kampf gegen Litauen gewinnen, musste sich aber im Viertelfinale gegen die starke Niederländerin geschlagen geben und verpasste somit den Einzug in das Halbfinale. Ihre ersten Kämpfe verloren haben, mit einer durchschnittlichen Leistung, Max Paul, -176 cm (KSG Oh-DoKwan Dülken), gegen Kasachstan, Eser Ergün, -176 cm (TKD Gladbeck), gegen die Türkei und Marius Wolf, +180 cm (Taekwondo Wolf), gegen WT.
Luka Boban, Christos Nitsas, WT-Präsident Dr. Choue und Demirhan Aydin
Fazit des Nachwuchsbundestrainers Boris Winkler: Gesamt betrachtet, haben unsere Sportlerinnen und Sportler bei der diesjährigen U15 Weltmeisterschaft vom 28.08. bis 31.08.2023 in Sarajewo eine sehr gute sportliche Leistung gezeigt. Nach einer längeren Durststrecke konnten sich zwei unserer Nachwuchsathlet*innen (Maria Koukousoudi und Christos Nitsas) mit einer herausragenden Vorstellung bis ins Finale vorkämpfen. Erst im Finale mussten sie sich ihren Gegner*innen geschlagen geben und sind hochverdient Vize-Weltmeisterin bzw. VizeWeltmeister geworden. Ebenfalls mit einer sehr guten sportlichen Vorstellung und spannenden Vorkämpfen konnte sich Hilal Ayar bis in die Medaillenränge vorkämpfen und erreichte am Ende einen hochverdienten dritten Platz.
Erfolgreiches Team: Boris Winkler, Chritos Nitsas und Demirhan Aydin
Hilal Ayar freut sich über Bronze
Das Kampfverhalten unserer U15 Sportlerinnen und Sportler ist positiv zu bewerten. Allesamt haben bis zum Schluss ihr Bestes gegeben. Im technischen und taktischen Bereich besteht weiterhin noch Optimierungsbedarf, doch die Entwicklungen unserer Nachwuchsathleten sind schön mit anzusehen. Mit diesem sehr guten Ergebnis unseres U15 WM-Teams können wir positiv in die Zukunft blicken. Die Vorbereitungen im Vorfeld sind sehr gut verlaufen. Über das Jahr fanden regelmäßige Bundeskaderund Sichtungslehrgänge statt, die unsere Sportlerinnen und Sportler mit Freude besucht und wahrgenommen haben. Im Training finden weiterhin kontinuierliche Verbesserungen statt. Die interne Konkurrenz steigt wieder, sodass wir bei den Zielturnieren eine größere Auswahl an Sportler*innen generieren können.
4 x im Jahr DTU-Taekwondo nach Hause bekommen! Taekwondo 20 Magazin für olympisches Taekwondo in Deutschland
R NK FÜ ! E H C S S EIN GE ONDO-FAN and) ers TAEKW ro (inkl. V 0 Eu
n für 20,0
4 Ausgabe
Jetzt kannst Du/können Sie das viermal jährlich erscheinende DTU-Magazin 20 zum Jahresbezugspreis von 20,00 Euro (Inlandspreis inkl. MwSt. und Versandkosten, Auslandspreis auf Anfrage) per Rechnung schnell und bequem bestellen. Das Abonnement verlängert sich automatisch, kann aber nach Ablauf des ersten Bezugszeitraums jederzeit mit einer schriftlichen Nachricht gekündigt werden. Für ein Abo eine Mail mit Vornamen, Namen, Anschrift, PLZ und Ort an die Geschäftsstelle schicken. Deutsche Taekwondo Union e.V., Georg-Brauchle-Ring 93, 80992 München – per Post oder Mail stanek@dtu-mail.de
Großes Kino und bewegende Momente Lehrgänge und Meisterschaften Breitensport und Spitzensport
Ausgabe 17 - Oktober 2023
Widerrufsgarantie: Die Bestellung kann ich innerhalb von zehn Tagen ohne Begründung bei der DTU Deutsche Taekwondo Union e.V., Georg-Brauchle-Ring 93, 80992 München schriftlich widerrufen. Zur Fristwahrung reicht die rechtzeitige Absendung.
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
9
„Ein sehr bewegender Moment“ Arndt Mallepree ist Weltmeister von Raffaella Delli Santi Der Para-Formenwettkampf ist zurück auf der großen Bühne! Und die hat Arndt Mallepree, einziger Starter für Deutschland bei den Para-Weltmeister schaften in Veracruz/Mexiko, bestmöglich für sich genutzt: Der Para-Beauftragte der DTU ist Welt meister in der Klasse P34!
den beiden war Dr. Marion Schrader als Kampf richterin im Einsatz, und Dr. Luka Boban, Verbands arzt der DTU, der vor Ort als „Apprentice Classifier“ eingesetzt wurde, um diesen Teil seiner Ausbildung zum Internationalen Klassifizierer in der Klasse K/P 40 zu absolvieren.
Erstmals nach vierjähriger pandemiebedingter Pause durften sich auch die Formenwettkämpfe rinnen und -wettkämpfer im Parabereich wieder bei den Welttitelkämpfen messen. 71 Sportlerinnen und Sportler aus insgesamt 18 Ländern waren Ende September nach Mexiko gereist und mit großer Begeisterung an den Start gegangen. Da sich im Vollkontakt keine deutschen Sportler qualifizieren konnten, war Arndt der einzige Teilnehmer aus Deutschland. Betreut wurde er vom Bundestrainer Technik-Para Bernhard Thomys. Neben
Bevor Arndt an den Start gehen konnte, musste er sich einen Tag vor Beginn der Wettkämpfe der vorgeschriebenen Klassifizierung stellen – ein komplexes Verfahren, das den Grad und die Art des Handicaps bestätigen muss. Das anstrengende Prozedere dauerte gut eine Stunde und verlangt dem Sportler alles ab, man wird „komplett auf den Kopf gestellt“. Dank der guten Vorbereitung, die Luka Boban schon in Deutschland durch sorgfältige Vorbereitung und Prüfung der nötigen Unterlagen begleitet hat, stand der Klassifizierung nichts mehr im Wege. Mit
10 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
offizieller Bestätigung und internationaler Anerkennung für seine Startklasse nahm Arndt also die letzte Hürde auf dem Weg zum Podest – doch nicht alle angemeldeten Sportler haben die Klassifizierung bestanden, sehr zur Enttäuschung von Arndt: Die anfangs vier Mitstreiter in seiner Klasse wurden entweder nicht oder in eine andere Klasse klassifiziert, ein weiterer trat nicht mehr an. Gespräche mit zahlreichen Betreuern und Verantwortlichen änderten jedoch seine Sichtweise – sie bestätigten ihm, dass er stolz sein könne, mit seinem Handicap überhaupt in der Lage sein zu können, zu starten. Somit ist schon die Klassifizierung an sich und der Start an einem Turnier ein Erfolg. Seine beiden Läufe und die dafür erhaltene Wertung waren Lohn seiner intensiven Vorbereitung, die nun mit dem Weltmeistertitel gekrönt worden sind. „Das war für mich ein sehr bewegender Moment“, fasst Arndt diesen Erfolg zusammen. Diese tolle Leistung bestätigt auch Bernhard Thomys, der nach 2019 zum zweiten Mal als Trainer zu einer WM fahren durfte – und zum zweiten Mal mit einem Weltmeister zurückgekehrt ist. Er begleitete Arndt auch in der Vorbereitung auf die WM. „Es war ein besonderes Erlebnis, ein Traum ist wahr geworden!“, freut sich Bernhard für seinen Schützling. „Er zeigte sehr gute Leistungen und hätte auch die möglichen Konkurrenten bezwungen“, ist sich Bernhard sicher. Neben den persönlichen Erfolgserlebnissen stellten die drei auch fest, dass Para-Poomsae immer mehr Zuspruch erfährt und die Fortentwicklung in dieser Kategorie rasant voranschreitet: „Durch den Kontakt mit anderen Sportlern und Offiziellen habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Para-Bewegung deutlich an Fahrt aufgenommen und an Dynamik zugenommen hat“, resümiert Arndt auch aus dem Blickwinkel des Para-Beauftragten.
So wurde auch wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass Deutschland an der WM teilgenommen hat und damit die Para-Bewegung entscheidend unterstützt – denn die Strapazen, die mit der Vorbereitung und auch der langen Reise nach Mexiko einhergehen, sind nicht zu verachten. Auf der WM war von offiziellen Vertretern übrigens zu vernehmen, dass die Aussicht besteht, dass Para-Poomsae für 2032 in das olympische Programm aufgenommen werden könnte. Nach kurzer Erholung steht für Arndt nun aber bereits das nächste große Event an: Erstmals wird Para-Poomsae Teil der regulären TechnikEuropameisterschaften sein. Arndt wurde in das Nationalteam für die Euro in Innsbruck berufen und wird dort als amtierender Weltmeister beste Werbung für den Para-Bereich machen.
Auch DTU-Präsident Stefan Klawiter findet anerkennende Worte für den neuen Weltmeister: „Das ist ein besonderes Ergebnis dieser ParaWeltmeisterschaft für ihn persönlich, aber auch für die Deutsche Taekwondo Union, und macht uns alle gemeinsam stolz.“ Mit seiner Gratulation an Arndt verbindet der Präsident auch einen Dank für dessen Einsatz nicht nur auf, sondern auch neben der Wettkampffläche in Mexiko. Strahlende Gesichter bei Luka Boban, Bernhard Thomys und Arndt Mallepree
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
11
3 IN 1 SUPPORTLEHRGANG FÜR DAS EM-NATIONALTEAM von Raffaella Delli Santi Großes Team, großer Support – 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 16. September in Gehrden und Feucht zusammen, um ihre Unterstützung für die Nationalmannschaft zu zeigen, die im November zur Technik-EM nach Innsbruck fährt. Unter dem Motto – 3 Ziele, ein Lehrgang – kamen die Sportler aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam zu trainieren, von
Das Referenten-Team beim Supportlehrgang in Feucht
12 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
den Referenten viele Details zu den Formen zu erlernen und mit ihrer Teilnahme die Mannschaft zu unterstützen. Das Team um Vizepräsident Rainer Tobias und Sportdirektorin Raffaella Delli Santi zeigt sich überwältigt von so viel Zuspruch: Hochmotivierte und gut gelaunte Teilnehmer in allen Gürtel- und Altersklassen trainierten
mit großem Spaß bei den vier Technik-Bundestrainern – Imke Turner und Daniela Koller im Süden, Paul Knauthe und Adrian Wassmuth im Norden, die jeweils von mehreren Co-Referenten aus dem nominierten EM-Team und Bundeskader unterstützt wurden. In mehreren unterschiedlichen Einheiten widmeten sich die Trainer der korrekten Ausführung der Kicks und der Fußstellungen, aber auch Flow und Impact beim Lauf der Formen selbst – hautnah erlebten die Teilnehmer, wie detailliert an der korrekten Ausführung gearbeitet wird und worauf geachtet wird. Die Freestyler und solche, die in diese
Kategorie einmal reinschnuppern wollten, übten zusätzlich unterschiedliche Grundelemente. Die wissbegierigen Teilnehmer arbeiteten intensiv mit und konnten vom Lehrgang viel Input und neue Eindrücke mit nach Hause nehmen. Die Einnahmen der beiden Supportlehrgänge kommen dem EM-Team zu Gute, um es bestmöglich auf die Europameisterschaft vorbereiten zu können. Ein Dank gilt hier auch nochmals den Co-Referentinnen und Referenten sowie den beiden ausrichtenden Vereinen, dem SV Gehrden und dem TSV Feucht, für die Bereitstellung der Halle und die Verpflegung der Sportler und mitgereisten Eltern und Fans.
Das Referente-Team beim Supportlehrgang in Gehrden
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
13
„Es wird viel mehr gelächelt“ von Helena Stanek Anne-Kathrin Minx ist eine der Top 45 Kampfrichterinnen, die in der letzten Auswahlrunde des Weltverbandes für die Paralympischen Spiele 2024 in Paris ist. Die Berlinerin, die ursprünglich aus MecklenburgVorpommern stammt, trainiert in der Sportschule Kum-Gang bei Meister Ishak Korkut und war bei den Para European Games für die Deutsche Taekwondo Union im Einsatz. Die Organisation bei ParaWettkämpfen sei im Prinzip ähnlich zu den „normalen“ Wettkämpfen. Man müsse sich besonders am ersten Tag immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es vor allem im Regelwerk Unterschiede gäbe. „Da nicht jeder Para-Sportler und jede Para-Sportlerin in der Lage ist, den Kopf zu schützen, sind Kopftreffer im Para-Bereich komplett verboten.“
14 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Käme es aus Versehen doch zu einem Tritt zum Kopf, werde dies direkt mit einem Gamjeom (Ganzer Minuspunkt) und einer gelben Karte geahndet. Ebenso sei die Umstellung für die Punktrichter recht groß. Im ParaBereich gibt es keine Fausttreffer, die normalerweise von den Punktrichtern gedrückt werden. Allerdings muss die Aufmerksamkeit auch bei den Punktrichtern stets hoch sein, da für Dreh-Techniken (z.B. Dwit-Chagi) ein Zusatzpunkt, für Dreh-Techniken mit 360-Grad-Drehung zwei Zusatzpunkte gedrückt werden müssen. Die größte Faszination für AnneKathrin Minx sei jedoch er Umgang der Sportlerinnen und Sportler untereinander sowie mit den Kampfrichtern und Kampfrichterinnen. „Nach einem Kampf ist das Abklatschen beim
Gegenüber nicht nur eine Pflicht, die den Anstand wahrt. Man liegt sich in den Armen und freut sich für den Erfolg des Gegners.“ Es würde allgemein viel mehr gelächelt als bei normalen TaekwondoTurnieren.
Die Para European Games in Rotterdam Bei den Para European Games, wo als einziger deutscher Starter Felix Abeldt für das Para-TaekwondoTeam an den Start ging, konnte die Berlinerin einen richtigen Team-Zusammenhalt spüren. „Das Team
GER war wirklich ein Team. Der Umgang untereinander war top.“ Und egal, in welcher Position das Team auf dem Turnier aufgetreten sei, die Außenwirkung habe gestimmt. Vor allem auch Verbandsarzt Luka Boban, der als medizinischer Chef des Turniers im Einsatz war, habe in Kampfrichterkreisen großes Lob für seine sehr schnelle Reaktionszeit bekommen. Das Kampfrichterteam in Rotterdam sei für AnneKathrin eines ihrer Highlights bei diesen Para European Games gewesen. „Es war eine zusammengewürfelte Truppe, die sich gegenseitig unterstützt und bei schwierigen Kämpfen mitgefiebert hat.“
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
15
Generell war die Stimmung unter allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen etwas ganz Besonderes. Und da die Taekwondo-Halle in Rotterdam sehr zentral lag, konnten auch noch andere Wettbewerbe besucht werden. „Besonders hat mich hier Rollstuhl-Basketball fasziniert. Man muss den Rollstuhl bewegen, dabei dribbeln und die Gegner von sich fernhalten. Das alles gleichzeitig und die Jungs und Mädels sind beim Blocken auch nicht gerade zimperlich.“
Die Paralympischen Spiele in Paris Auch in der Kampfrichterszene richten sich allmählich die Blicke in Richtung Paris 2024, wo vom 29. bis 31. August die Paralympischen Spiele ausgetragen wurden. In Tokio feierte unsere Sportart bei den Paralympics Premiere. Nun steht mit Anne-Kathrin Minx auch erstmals eine Kampfrichterin in der engeren Auswahl, Deutschland in Paris zu vertreten. „Ich denke, die Paralympischen Spiele 2024 werden besonders für Taekwondo ein Aushängeschild. Was ich bisher gesehen habe, lässt erstklassige Kämpfe erwarten, bei denen es etwas mehr zur Sache gehen wird als bei Nicht-Para-Wettkämpfen. Da man keinen Kopftreffer befürchten muss, ist das Kampfverhalten ein ganz anderes, aggressiver, fordernder.“ Anne-Kathrin Minx glaubt, dass die Spiele in Paris die letzten sind, bei denen nach dem aktuellen Regelwerk gekämpft wird. „Die WT geht den Kurs ‚able bodied‘ und Para-Wettkämpfe immer mehr auf eine Stufe zu stellen. Eine Angleichung des Regelwerks ist da sehr wahrscheinlich.“ Ihren nächsten Einsatz hat Anne-Kathrin Minx bei der Kadetten-Europameisterschaft vom 19. bis 22. Oktober in Belgrad.
16 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Para-Taekwondo hat 2021 bei den
Spielen in Tokio sein Debüt gegeben und ist die zweite Kontaktsportart im paralympischen Programm, 33 Jahre nach der Hinzufügung von Judo. Kyorugi ist eine paralympische TaekwondoDisziplin für Sportler mit Beeinträchtigungen der oberen Gliedmaßen, aufgeteilt in zwei Sportklassen. Die Sportler werden in Gewichtsklassen eingeteilt. Para-Taekwondo ist eine relativ neue Sportart, die 2005 ins Leben gerufen wurde und seitdem immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 2009 statt und die Sportart wurde später in das paralympische Programm aufgenommen. Die fesselnden Leistungen der Athleten bei den ersten Paralympischen Spielen dieser Sportart, die weltweit übertragen werden, werden zweifellos die Teilnehmerzahl auf der ganzen Welt steigern. Die Kämpfe bestehen aus drei zweiminütigen Runden mit einminütigen Pausen. Sportler tragen Schutzausrüstung – einschließlich Kopfschutz – und führen Tritte auf den Oberkörper des Gegners aus. Für normale Kicks werden zwei Punkte vergeben, für Spinning Kicks hingegen drei oder vier Punkte. Fouls – etwa Tritte gegen den Kopf, Überschreiten der Spielfeldbegrenzung und Stürze – werden als zusätzlicher Punkt für den Gegner gewertet. Zum Einsatz kommt ein elektronisches Punktesystem – mit Sensoren am Rumpfund Fußschutz. Im Taekwondo gelten nur Tritte gegen den Oberkörper als gültige Angriffe – jeder Tritt gegen den Kopf gilt als Foul. Es gibt mehrere Möglichkeiten für einen Teilnehmer, einen Kampf zu gewinnen – indem er einen Vorsprung von 20 Punkten aufbaut, als Erster 40 Punkte erzielt oder am Ende der sechs Minuten der regulären Spielzeit die meisten Punkte hat. Bei Gleichstand am Ende der regulären Spielzeit findet eine Verlängerungsrunde statt. Sollte es am Ende der Verlängerungsrunde immer noch zu einem Unentschieden kommen, wird der Sieger von den Kampfrichtern anhand mehrerer Kriterien ermittelt, darunter technisches Können, Anzahl der registrierten Treffer und Kampfgeist. Es gibt fünf Gewichtsklassen für Männer, -58 kg, -63 kg, -70 kg, -80 kg und +80 kg, und fünf für Frauen, -47 kg, -52 kg, -57 kg, -65 kg und +65 kg. Alle Athleten treten in der Kategorie K44 an.
TAEKWONDO IM GRAND PALAIS Bereits zum dritten Mal in der Geschichte Olympischer Spiele ist die französische Hauptstadt Paris vom 26.07 bis zum 11.08.2024 Gastgeber des weltweit größten Sportevents. Insgesamt werden 10.500 Sportlerinnen und Sportler aus 206 Ländern in Paris vertreten sein und in insgesamt 32 Sportarten um Medaillen kämpfen. Neu ins Programm kommt die Tanzsportart „Breaking“. Taekwondo – seit den Olympischen Spielen in Sydney offiziell im Olympischen Programm – trägt seine Wettkämpfe vom 7. bis 10. August im Grand Palais in Paris aus. Insgesamt 128 Athleten und Athletinnen kommen in diesen Tagen in den Genuss, den ganz besonderen Charme der Olympischen Spiele zu spüren. Wir erklären Ihnen, wie sich die deutschen Taekwondokas für die Spiele qualifizieren können. Das Qualifikationssystem: Insgesamt nehmen 128 Athleten an den TaekwondoWettbewerben teil. 120 von ihnen qualifizieren sich über die Olympische Rangliste, die Grand Slam Champion Serie oder die kontinentalen Qualifikationswettkämpfe. Vier Startplätze erhält das französische Team als „Host Nation“. Vier weitere Plätze werden von der Tripartite Commission als „Universality Places“ vergeben.
5 Sportler pro Gewichtsklasse = 40 Direktqualifizierte (20 Frauen/20 Männer) WT Grand Slam Champions Serie Der höchstplatzierte Athlet und die höchstplatzierte Athletin in der jeweiligen Olympischen Gewichtsklasse erhält einen Quotenplatz für das jeweilige NOC. Maßgebend ist der Stand nach dem Grand Slam (16. bis 17. Dezember in Wuxi/China). 1 Sportler pro Gewichtklasse = 8 Qualifizierte (4Frauen/4Männer) Das kontinentale Qualifikationsturnier An den kontinentalen Qualifikationsturnieren dürfen nur NOCs teilnehmen, die weniger als zwei Athleten pro Geschlecht über die Direktqualifikation oder die Grand Slam Serie qualifiziert haben. Athleten aus Frankreich dürfen nicht an dem kontinentalen Turnier teilnehmen. Die beiden Finalisten in der jeweiligen Olympischen Gewichtsklasse erhalten einen Quotenplatz für ihr NOC. (Ausgenommen Ozeanien; hier erhält nur der Erstplatzierte einen Quotenplatz). 2 Sportler pro Gewichtsklasse (Afrika, Asien, Europa, Pan-America) = 64 Qualifizierte (32 Frauen/32Männer) + 1 Sportler pro Gewichtsklasse (Ozeanien) = 8 Qualifizierte 72 Qualifizierte (36 Frauen/36 Männer).
Direktqualifikation über die Olympische Rangliste Die fünf höchstplatzierten Sportlerinnen und Sportler in der jeweiligen Olympischen Gewichtsklasse erhalten einen Quotenplatz für ihr NOC. Maßgebend ist die Rangliste nach dem Grand Prix Finale (1. bis 3. Dezember in Manchester). DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
17
NACH ZEHN JAHREN: ENDLICH WIEDER EIN JUGEND-EM TITEL FÜR DEUTSCHLAND von Melanie Kordel Die besten U18 Taekwondo-Athleten kamen vom 24. bis 26. August in der Tondiraba Ice Hall in Tallinn (Estland) zusammen, um die Europameistertitel in den Jugend-Klassen auszukämpfen. Das deutsche Team reiste mit einem 13-köpfigen Sportlerteam unter der Leitung von Nachwuchs-Bundestrainer Boris Winkler in die estnische Hauptstadt. Mit einer Goldund einer Bronzemedaille sowie sechs fünften Plätzen ist die Ausbeute durchaus zufriedenstellend. Bei der vorherigen Jugend-EM in Sarajevo im Jahr 2021 konnte das deutsche Team lediglich eine Bronzemedaille durch Esmeralda Husovic (+68 kg) erkämpfen. Es war ein sensationell überlegener Tagessieg, den der 17-jährige Enis Calik vom TKD Swisttal e.V. in der Gewichtsklasse -59 kg am zweiten Wettkampftag zeigte. In all seinen Kämpfen setzte das junge
Taekwondo-Talent seine Stärken effektiv und konsequent ein und besiegte all seine Gegner mit 2:0 Runden. Er überzeugte souverän in den Vorkämpfen gegen starke Konkurrenten aus Spanien, Dänemark, Griechenland und im Finale gegen die Niederlande. Mit diesem Sieg sicherte er sich bereits den zweiten EM-Titel seiner jungen Karriere, nachdem er im Jahr 2020 bereits den U15-Europameistertitel gewonnen hatte. Die Deutsche Jugend-Nationalmannschaft konnte mit Vanessa Beckstein zuletzt im Jahr 2017 eine Goldmedaille feiern. Bei den männlichen U18Sportlern ist es sogar zehn Jahre her, dass Hamza Adnan Karim im Jahr 2013 Gold für Deutschland holte. Bereits vor der EM schrieb Enis in diesem Jahr Sportgeschichte in der Deutschen Taekwondo Union, indem er in beeindruckender Manier gleich vier Deutsche Meistertitel in den Klassen U18, U21,
Maximilian Spick (-73Kg), Daniel Muntaniol (-68Kg), Lilly Ettelbrück (-42Kg), Dina Kamandi (-46Kg), Emre Cavusman (-63Kg), Johanna Rommel (-44Kg)
18 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Senioren und olympische Gewichtsklassen gewann. Die zweite Medaille der diesjährigen Jugend-EM konnte sich Daniel Mehlmann vom BSV Friedrichshafen in der Gewichtsklasse -55 kg erkämpfen. Mit drei starken Siegen über Georgien (2:0), Italien (2:1) und Albanien (2:0) zog er ins Halbfinale ein, wo er sich schließlich mit 0:2 gegen den Ukrainer Samir Mirzoiev geschlagen geben musste. Eine tolle Leistung vom jungen Friedrichshafener, die mit der Bronzemedaille belohnt wurde.
Interview mit Europameister Enis Calik DTU: Enis, du bist aktuell vierfacher amtierender Deutscher Meister. Was bedeutet der EM-Titel für dich? Enis Calik: Ich bin sehr stolz auf meine Leistungen. Ich hoffe, dass ich weiterhin Erfolge erzielen kann. Der Titel war mein persönlich wichtigster dieses Jahr. DTU: Wie hast du dich im Vorfeld auf die Europameisterschaft vorbereitet? Enis Calik: Ich habe mich gut auf die Europameisterschaft vorbereitet, da ich mich das ganze Jahr über auf dieses Turnier fokussiert habe. Die Turniere und Lehrgänge waren eine sehr gute Vorbereitung für die Europameisterschaft. DTU: Wie hast du dich an deinem Wettkampftag gefühlt? Warst du nervös? Und hast du damit gerechnet, an diesem Tag Europameister zu werden? Enis Calik: Ich war von mir überzeugt, dass ich Europameister werden kann, weil ich mich gut gefühlt habe. Ich war etwas angespannt, aber ich denke, dass das normal ist. DTU: Hast du bestimmte Rituale oder einen bestimmten Ablauf am Wettkampftag? Enis Calik: Ich habe einige Rituale, wie zum Beispiel die Art und Weise wie ich meine Hand tape und ich
bete vor dem Kampf, jedoch möchte ich meine Rituale ansonsten für mich behalten. DTU: Welcher Kampf war an diesem Tag für dich am schwierigsten und wieso? Enis Calik: Der erste Kampf war am schwierigsten, weil ich erstmal reinkommen musste, aber es wurde von Kampf zu Kampf immer leichter. DTU: Du hast alle deine Kämpfe sehr souverän mit 2:0 gewonnen. Woher kommt deine mentale Stärke? Enis Cali: Ich war so stark auf den Sieg fokussiert, sodass ich an keine Niederlage glaubte. Meine Trainer und meine Trainingspartner haben mir ebenfalls sehr viel geholfen, indem sie mich vor dem Turnier und während des Turniers gepusht und unterstützt haben. DTU: Welche Trainings- oder Wettkampf-Tipps hast du für unsere Nachwuchs-Sportler, die auch einmal eine EM-Medaille gewinnen möchten? Enis Calik: Es gibt immer Zeiten, in denen man nicht so erfolgreich ist, weshalb es sehr wichtig ist, weiterhin am Ball zu bleiben, denn irgendwann kommt die Zeit, wo man wirklich daran glaubt. DTU: Wie bist du eigentlich zum Taekwondo gekommen und mit wie viel Jahren hast du mit der Sportart angefangen? Enis Calik: Ich bin durch meinen Cousin zum Sport gekommen, da er früher sehr erfolgreich war. Die Art und Weise wie er trainierte, hat mich zum Sport gezogen, weil ich genauso erfolgreich sein wollte wie er. Er war damals in der türkischen Nationalmannschaft. Ich begann meine Taekwondo Karriere im Jahr 2016 und im Jahr 2020 habe ich mit Fussball aufgehört, sodass ich mich danach voll und ganz auf Taekwondo konzentrieren konnte. DTU: Wer ist dein persönliches Vorbild und wieso? Enis Calik: Meine Vorbilder sind meine Eltern, weil ich es ohne deren Bemühungen nicht geschafft hätte.
Nurselin Aydemir (-49Kg), Feyyaz Gümüs (-51Kg), Viktoria Rucinski (-63Kg), Enis Calik (-59Kg), Kerim Kücüksungur (+78Kg), Ashley Sosna (-55Kg), Daniel Melhmann (-55Kg)
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
19
DTU: Was sind deine nächsten Ziele? Enis Calik: Ich möchte bei der U21 Europameisterschaft dieses Jahr eine Medaille gewinnen, weshalb ich weiter hart trainieren muss.
immer bereit zu kämpfen und zu gewinnen. Ich war in guter Form und nicht nervös. Meine Trainer bringen mir bei, dass ich bei jedem Turnier mit dem Wunsch antreten muss, die Goldmedaille zu gewinnen.
Interview mit BronzemedaillenGewinner Daniel Mehlmann
DTU: Hast du bestimmte Rituale oder einen bestimmten Ablauf am Wettkampftag? Daniel Mehlmann: Nach der Waage muss gut gegessen werden und am Kampftag muss ich mich optimal aufwärmen. Das sind die wichtigsten Punkte.
DTU: Was bedeutet die EM-Medaille für dich? Daniel Mehlmann: Selbstverständlich freue ich mich über meine EM-Medaille, obwohl es nicht die gewünschte Farbe ist. Die Medaillen bei solchen Turnieren wie EM oder WM sind etwas Besonderes. Außerdem hat mir diese Medaille meine ersten Punkte bei den Senioren beschert. DTU: Wie hast du dich im Vorfeld auf die Europameisterschaft vorbereitet? Daniel Mehlmann: Durch tägliches hartes Training, das Sommercamp in Friedrichshafen und Lehrgänge im Bundesstützpunkt in Nürnberg. Dank meiner Trainer war ich sehr gut vorbereitet. DTU: Wie hast du dich an deinem Wettkampftag gefühlt? Warst du nervös? Und hast du damit gerechnet, an diesem Tag eine Medaille zu gewinnen? Daniel Mehlmann: Ich habe schon gute Erfahrungen bei internationalen Turnieren gesammelt, deswegen war für mich der Wettkampftag bei der EM wie jeder andere Kampftag bei einem G1-Turnier. Ich war wie
DTU: Welcher Kampf war an diesem Tag für dich am schwierigsten und wieso? Daniel Mehlmann: Alle Kämpfe waren nicht leicht. Das Problem war, dass ich nicht in meiner gewohnten Gewichtsklasse gestartet bin. Ich habe das ganze Jahr in der Gewichtsklasse -51 kg gekämpft, ziemlich erfolgreich. Bei der Club-Europameisterschaft Ende April in Sofia habe ich die Gold-Medaille gewonnen. Ich kannte jeden Gegner in der Gewichtsklasse -51 kg. Anders war es bei der EM, wo ich in der Gewichtsklasse -55 kg starten durfte. Meine Gegner waren gut, stabil und groß. Ich kannte fast niemanden. Der zweite Kampf gegen Italien war schwer. In diesem Kampf habe ich meinen Fuß ein bisschen verletzt. Zum Glück konnte ich aber weiterkämpfen. Der dritte Kampf (Medaillenkampf) war gegen den Albanier, der als Erster gesetzt war und als Favorit des Turniers galt. Gegen ihn konnte ich 2:0 gewinnen und somit stand ich im Halbfinale. DTU: Welche Trainings- oder Wettkampf-Tipps hast du für unsere Nachwuchs-Sportler, die auch einmal eine EM-Medaille gewinnen möchten? Daniel Mehlmann: Es ist wichtig, am Kampftag in einer guten Form zu sein. Das kann man nur mit einer langfristigen Vorbereitung (Taekwondo-spezifisches Training, Ausdauer-Training, Diät etc.) erreichen. DTU: Wie bist du eigentlich zum Taekwondo gekommen und mit wie viel Jahren hast du mit der Sportart angefangen? Daniel Mehlmann: Ich habe mit Taekwondo mit sechs Jahren angefangen. Meine Erzieherin im Kindergarten meinte, dass ich sportlich begabt bin und bestand darauf, dass meine Eltern mich zum Sport schicken sollen. Eines Tages war ich mit meinem älteren Bruder bei seinem Freund zu Besuch und sah bei ihm mehrere Pokale und Medaillen von Taekwondo-Turnieren. Das hat mich beeindruckt, ich wollte unbedingt auch Pokale und Medaillen haben. Mein Ehrgeiz und meine sportliche Begabung haben meine Eltern überzeugt und sie haben mich bei einem Taekwondo-Verein angemeldet. So ging es los.
20 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
DTU: Wer ist dein persönliches Vorbild und wieso? Daniel Mehlmann: Es gibt schon ein paar TaekwondoKämpfer, von denen ich begeistert bin und deren Sportleben ich gerne verfolge. Leider kenne ich sie nicht persönlich und kann mir so kein Allgemeinbild von ihnen verschaffen. Daher kann ich sie nicht als persönliches Vorbild nennen.
DTU: Was sind deine nächsten Ziele? Daniel Mehlmann: Ab sofort starte ich bei den Senioren. Ich wünsche mir einen erfolgreichen Start bei den Erwachsenen und für dieses Jahr noch eine Medaille bei der U21-EM in Dezember.
Alle Ergebnisse des deutschen Teams in der Übersicht Jugend weiblich Name
Gewichtsklasse Verein
Platzierung
Lilly Ettelbrück
-42 kg
Taekwondo Axel Müller
5. Platz
Johanna Rommel
-44 kg
BSV Friedrichshafen
9. Platz
Dina Kamandi
-46 kg
TKD Herringen
9. Platz
Nurselin Aydemir
-49 kg
Sportwerk Düsseldorf
5. Platz
Ashley Sosna
-55 kg
TKD Sportschule Wuppertal
5. Platz
Viktoria Rucinski
-63 kg
TSV Dachau 1865
9. Platz
Jugend männlich Vorname
Gewichtsklasse Verein
Platzierung
Feyyaz Gümüs
-51 kg
TKD Center Iserlohn
5. Platz
Daniel Mehlmann
-55 kg
BSV Friedrichshafen
3. Platz
Enis Calik
-59 kg
TKD Swisttal
1. Platz
Emre Cavusman
-63 kg
Sportwerk Düsseldorf
5. Platz
Daniel Muntaniol
-68 kg
TKD Varol Neu-Ulm
9. Platz
Maximilian Spick
-73 kg
ASV Dachau
9. Platz
Kerim Kücüksungur
+78 kg
KSC Leopard Nürnberg
5. Platz
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
21
GROSSES KINO Björn Pistel über die Finals 2023 in Düsseldorf von Helena Stanek Bei den Finals 2023 wurden die Deutschen Meister in den olympischen Gewichtsklassen gesucht. 129 Meistertitel in 18 verschiedenen Sportarten waren zu vergeben. Ausgetragen wurden die Meisterschaften in Düsseldorf und auch Taekwondo war in diesem Jahr wieder mit von der Partie. Je vier Athletinnen und Athleten durften pro Gewichtsklasse an den Start gehen und um die Medaillen kämpfen. Helena Stanek hat mit Björn Pistel, Coach des TG Jeong Eui Nettetal darüber gesprochen, wie das national im Fernsehen ausgestrahlte Event gelaufen ist, wie sich die Taekwondo Sportlerinnen und Sportler präsentiert haben und welch positiven Einfluss so ein öffentliches Event für den Sport haben kann. Auch in diesem Jahr waren die Finals wieder eine gute Möglichkeit, Taekwondo einem breiten Publikum zu präsentieren. Dank der Fernsehübertragung konnte national auf den Sport aufmerksam gemacht werden. „Ich fand es großartig, wie es gelungen ist, Taekwondo medial auf der Bühne zu präsentieren“, stellt Björn Pistel fest. „Die Atmosphäre war einfach sehr beeindruckend. Für mich als Coach war es natürlich noch einmal mehr besonders, da wir mit so vielen Sportlern ins Finale einziehen konnten, die ich betreut hatte. Drei davon, konnten dann auch wirklich einen Deutschen Meistertitel holen. Das macht einfach Spaß.“ Die Anspannung ist natürlich immer da, auch bei einem erfahrenen Coach wie Björn Pistel: „Ich bin relativ fokussiert, aber genieße es natürlich auch, im
22 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Mittelpunkt zu stehen. Als Trainer bist du eigentlich immer eher im Hintergrund. Daher genieße ich es immer sehr, wenn ich mit Athletinnen und Athleten auf Turnieren bin. Denn liegt der Fokus auch ein wenig mehr auf mir und das pusht mich noch ein wenig mehr. Es fordert mich heraus, noch mehr als Coach zu geben.“
Tolle Momente
Die Athletinnen und Athleten, die sich bei den Finals 2023 in Düsseldorf präsentiert haben, brachten alle bereits eine Menge Erfahrung mit. „Ich habe mich sehr gefreut, dass sie es geschafft haben, ihr Potential abzurufen. Madeline Folgmann zum Beispiel. Sie wird in der 57er Klasse oft noch nicht ernstgenommen, liefert aber in der 53er Klasse schon immer ab. Diesmal
Björn Pistel im Gespräch mit Martin Stach
konnte sie sich auch in der 57er Klasse souverän national durchsetzen“, so Björn Pistel. „Aber auch Martin hatte tolle Momente, als er nach einer verkorksten ersten Runde im Finale dann noch den Turn-Over geschafft hat und gewinnen konnte.“ Auch Yanna Schneider hat Björn Pistel schon auf vielen Turnieren in den vergangenen Jahren begleitet. Trotz neuer Gewichtsklasse konnte sie zeigen, dass sie sich auch dort durchsetzen kann. „Ranye Drebes war nicht der Top-Favorit in der ersten Runde. Aber er hat es geschafft, gegen Jordanis Konstantinidis zu gewinnen“, erinnert sich der Coach. „Das war auch ein bisschen eine Überraschung. Zwar weiß ich, welches Potenzial in ihm steckt und ich habe auch vor dem Kampf schon an ihn geglaubt, aber er schafft es nicht immer, alles das, was in ihm steckt, auch auf der Fläche abzurufen. Im Kampf gegen Jordanis Konstantinidis hat er gezeigt, wozu er in der Lage ist. Auch im Kampf gegen einen international erfolgreichen WM-Teilnehmer konnte er sich behaupten. So hat er deutlich gemacht, dass er mithalten kann und durchaus konkurrenzfähig ist.“ Dass bei einem Kampf immer alles passieren kann, weiß jeder, der mit dem Sport zutun hat. „Ich gehe aber in jeden Kampf rein und möchte den Kampf gewinnen. Ich bin da eigentlich immer sehr optimistisch. Aber es gibt eben viele Faktoren, die Einfluss auf den Ausgang des Kampfes haben: die Elektronik, der Kampfrichter, vielleicht eine leichte Verletzung, der Gegner kann vielleicht nicht die volle Leistung abrufen – aber für dich läuft alles nach Plan. Da kann dann auch schonmal ein Underdog gegen einen Favoriten gewinnen.“ „Es hat insgesamt einfach alles funktioniert. Es freut mich immer, wenn meine Tipps umgesetzt werden können. Vielleicht hat auch das ein wenig dazu beige-
Björn Pistel und Madeline Folgmann freuen sich über den DM-Titel
tragen, dass der ein oder andere Deutsche Meistertitel am Ende mit nach Hause genommen werden konnte.“
Rundum gelungen
Im letzten Jahr war Taekwondo bei den Finals nicht dabei. „Das fand ich sehr schade. Denn ich finde es sehr wichtig, dass unser Sport sich bei einem solchen Multisportevent präsentiert. Wenn wir es schaffen wollen, dass wir mehr mediale Präsenz bekommen, seien es nur ein paar Minuten im ÖffentlichRechtlichen, sollten wir alles dafür tun, solche Plattformen zu nutzen“, findet Björn Pistel. Denn so haben die Sportlerinnen und Sportler die Möglichkeit, zu zeigen, welch spannende, schnelle und spektakuläre Sportart Taekwondo ist. Das ist nicht nur interessant für Sponsoren, sondern zieht dann auch noch mehr Medieninteresse auf sich. Auch der Rahmen der Veranstaltung in der Halle in Düsseldorf macht einiges her. Für die Sportler aber auch für die Zuschauer vor Ort und im Fernsehen. „Ich habe nur positives Feedback bekommen. Das war großes Kino. Auf der Rückfahrt nach Hause und auch noch Tage danach haben wir noch sehr viel über die Veranstaltung gesprochen. Videos gingen in den Vereinsgruppen viral und auch Außenstehende erklärten mir, wie professionell sie die Veranstaltung und die Präsentation unseres Sports fanden.“ Die Finals haben wieder einmal die Möglichkeit geboten, Taekwondo auf einem hohen Level zu präsentieren. Allerdings hätte Björn Pistel sich gewünscht, dass noch mehr Vereine aus der Region teilgenommen hätten und die Veranstaltung so als Werbung für sich und den Sport im Allgemeinen genutzt hätten.
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
23
TG JEONG EUI NETTETAL von Helena Stanek Björn Pistel, Dipl. Sportwissenschaftler, selbständiger Sporttherapeut und Personal Trainer, ist Vorstand vorsitzender der TG Nettetal. Wir haben mit ihm über den Verein und das Sportleistungszentrum NRW gesprochen.
bisschen geduldig sein, bis die ganzen Maßnahmen, die wir ergriffen haben, optimal wirken. DTU 20: Wie habt ihr das gestemmt? Habt ihr viel in Eigenregie und mit eigenen Mitteln arbeiten müssen?
Björn Pistel: Es ist ein Renovierungsprojekt gewesen. DTU 20: Ihr habt in den vergangenen Jahren viel getan Tatsächlich haben wir es geschafft, mit einem sehr und es hat sich viel verändert. Welche großen kleinen Budget, das wir zur Verfügung hatten, wirkVeränderungen hattet ihr als Verein, und wie habt ihr das gemeistert? lich alles zu stemmen. Solch ein Projekt Björn Pistel: Wir sind seit Oktober vergangewürde bei einer öffentlichen Vergabe sicher eine Finanzierung von etwa nen Jahres offiziell in der neuen Halle. Es 300.000 Euro benötigen. Wir sind mit hat sich einiges verändert, da wir nun deutlich weniger Budget zurechtviel mehr Trainingszeiten anbieten können als vorher. Wir hatten gekommen, da wir auch eine immer schon viele Trainer, aber große Unterstützung von der nie die Kapazität auch so viel Stadt Nettetal bekommen Training anzubieten. Das hat haben. Einiges haben wir über sich jetzt geändert. Dadurch Sponsoren und letztlich auch sind unsere Mitgliederzahlen durch Eigenmittel finanziert. nach oben geschossen. Wir können Unser großer Benefit war, dass TG NETTETAL nun viel professioneller arbeiten. wir wirklich mit viel Manpower Mit dem Top-Team habe ich nun die die Halle renoviert haben. Über den Möglichkeit, auch unter der Woche jeden Daumen gepeilt waren das über 3.000 Abend zu trainieren. Wir haben durch unseArbeitsstunden, die da in einem Jahr reinren Athletikraum zusätzlich die Möglichkeit, geflossen sind. Jedes Wochenende und auch das Krafttraining bei uns abzuhalten. Ich hoffe, dass unter der Woche waren Leute in der Halle und haben das in Zukunft Früchte tragen wird. Da muss man ein gearbeitet. Ohne die Unterstützung des gesamten
CUP
2023
24 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Vereins, aber auch von Freunde und Verwandten wäre das Projekt nicht umsetzbar gewesen. DTU 20: Was ist dir im Verein besonders wichtig? Björn Pistel: Dass ich als Trainer vielen Menschen die Faszination und den Spaß an Taekwondo vermitteln kann und sie auf ihrem sportlichen Weg ein Stück weit begleiten darf. Ich komme aus dem Leistungssport. Ich liebe es, Menschen zu Dingen zu bewegen, bei denen sie vielleicht gar nicht gedacht hätten, dass sie die schaffen können. Aber genauso finde ich es schön, wenn Menschen Taekwondo als Leidenschaft sehen und nicht der Leistungssport im Mittelpunkt steht. Wenn die ebenfalls ihre Karriere machen und irgendwann dann einen Schwarzgurt tragen, das erfüllt mich eigentlich mit der gleichen Freude. Das ist ja
Do's & Don'ts
auch die Faszination von Taekwondo, dass es auf der einen Seite koreanische Kampfkunst ist und auf der anderen Seite olympische Sportart. Das macht mir sehr großen Spaß. 1995 beginnt die Vereinsgeschichte der TG Jeong Eui Nettetal. Angefangen mit 50 Mitgliedern, steuert der Verein heute auf gut 150 Mitglieder zu. Seit 2018 ist die TG Nettetal offizieller Landesleistungsstützpunkt der TU NRW. Dank engagierter Arbeit des Vorstandes und der Trainer, konnten große nationale und internationale Erfolge in der Talentschmiede TG Nettetal errungen werden. Neben dem Leistungskader wird viel Wert auf den altersgerechten Aufbau der Nachwuchssportler gelegt. Individuelle, regelmäßige Erfolge im Leistungs- wie auch im Breitensport geben die notwendige Motivation und sind ständiger Begleiter.
Was kommt gut auf Instagram, was nicht? Ein Überblick:
Poste regelmäßig, gerne so oft Du kannst. Interagiere auch mit anderen Konten durch Likes, Kommentare und Reposts. Trau Dich, außergewöhnliche Bilder, Videos oder Themen zu posten. So stichst Du aus der Masse. Reposte Deine und unsere neuen Posts in Deiner Story. Fordere die Zuschauer zu einer Handlung auf. Das kann sein, Deinen Post zu kommentieren, zu speichern, etc. oder ein Produkt zu testen, zu kaufen oder ein Training zu absolvieren.
Vermeide Bilder und Videos im Querformat. Sie nehmen wenig Platz auf dem Bildschirm ein und werden nicht gepusht. Logos von anderen (Kampf-) Sportmarken sollten nicht sichtbar sein. Ohne Zusammenhang etwas schreiben wie "adidas ist super, kauft alle ein" (erzähle stattdessen eine Story, den Hintergrund oder liefere eine Begründung).
Spanne Trainingspartner und Trainer ein, um Videos aufzunehmen und Fotos zu machen
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
25
Angehender Pädagoge und Botschafter für Para-Taekwondo von Hermann-J. Hoffe · Fotos: Ralf Kuckuck (ralfkuckuck.de ) Er ist Newcomer im Para-Taekwondo und konnte bei den Para-Europameisterschaften in Rotterdam doch überzeugen. Felix Abeldt (28) verlor im Achtelfinale der Europameisterschaften gegen den Serben Davor Cajic nach einem engen Kampf. Auch wenn das Abenteuer European Para Championships erst in der Verlängerung für ihn damit beendet war, geht der Blick bereits in die Zukunft. Abeldt lieferte sich im gesamten Kampf der Klasse bis 80kg einen spannenden Schlag- und Trittabtausch mit seinem serbischen Gegner. Der deutsche ParaTaekwondo-Athlet kämpfte sehr aktiv mit vielen Treffern, leider blieben viele der Tritte ohne Punktauslösung. Nach der regulären Kampfzeit von fünf Minuten stand es 7:7, über den Sieger sollte also in der Verlängerung, dem „Golden Point“, entschieden werden. Hier legte der Serbe einen Blitzstart hin, traf mit einem seiner ersten Tritte und entschied den Kampf für sich. Für Felix Abeldt bedeutet dies das Ausscheiden bei seiner ersten Europameisterschaft. Sein Trainer Haşim Çelik blickt allerdings schon nach vorn: „Ich bin sehr
26 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
zufrieden mit Felix und seiner Leistung, dies war erst sein dritter internationaler Wettkampf. Unser Augenmerk liegt klar auf Los Angeles 2028, das gibt Felix Zeit, sich noch weiterzuentwickeln.
Lange mit mir gerungen
Felix Abeldt hat im jugendlichen Alter von 13 Jahren mit Taekwondo begonnen und sich auch auf kleineren Turnieren im Wettkampf gemessen. Mit 20 Jahren suchte er die Herausforderungen im Fitness-Sport. Jetzt trainierte er nur noch sporadisch. Vor einiger Zeit hat ihn Bundesstützpunktleiter Haşim Çelik angerufen: „Hast du keine Lust, im Para-Taekwondo auf Leistungsniveau zu kämpfen und wieder mit mehr Intensivität zu trainieren?“ Lange hat Felix Abeldt mit sich gerungen, das Für und Wider abgewogen. „Ich war ja bisher Breitensportler. Sollte ich voll in den Sport einsteigen, professionell trainieren? Wollte ich weiter Fitness trainieren oder fünf- bis sechsmal in der Woche ein gezieltes Taekwondo-Training absolvieren? Zumal es erforderlich war, dass ich rund 15 kg abtrainieren musste, um nicht in der Schwergewichtsklasse antreten zu müssen. "Keine leichte Entscheidung“, sagt Felix
Vorbereitung auf den Wettkampf
Die Familie ist dabei
Abeldt im Gespräch. Doch dann haben ihn die Argumente von Haşim Çelik überzeugt, und seitdem trainiert er gezielt die Taekwondo-Tritte und -schläge im Para-Taekwondo an der Sportschule in Stuttgart, dort, wo auch Alexander Bachmann trainiert.
Unterschiede beim Kicken
Während beim klassischen Taekwondo die Tritte zum Kopf zu den entscheidenden Techniken zählen, fallen diese beim Para-Taekwondo weg. Es zählen derzeit nur die Kicks mit den Füßen auf die Weste. Daher können die Hände voll für die Deckung eingesetzt werden. Dies erfordert im Para-Taekwondo natürlich ein anderes Training gegenüber dem klassischen Taekwondo. Bis zu seinem Wechsel zum Para-Taekwondo hat Felix Abeldt über seine Beeinträchtigung nicht nachgedacht. Seit der Geburt fehlt ihm der linke Unterarm, was aber bisher bei seinen sportlichen Aktivitäten überhaupt keine Rolle spielte, und wenn nötig, mit einer entsprechenden Prothese ausgeglichen wurde. Nun tritt er in der Gruppe K 44 an. Der fehlende linke Unterarm eint hier alle Kämpferinnen und Kämpfer. Felix Abeldt ist froh, den Weg in den Para-Sport gefunden zu haben. „Ich bin dankbar für die Chancen, die sich
Ganz auf den Wettkampf fixiert
mir jetzt bieten. Und daher kann ich alle TaekwondoSportlerinnen und -Sportler nur auffordern, wenn sie eine körperliche oder andere Beeinträchtigung haben, sich mit Para-Taekwondo auseinanderzusetzen“, fordert der Newcomer. „Gerade Eltern sollten die Vorteile und Möglichkeiten von Taekwondo für die Entwicklung ihrer Kinder sehen“, ist Felix Abeldt überzeugt. „Durch Sport und gerade durch Kampfsport bekommen Kinder mehr Selbstbewusst sein und lassen sich durch ihre Behinderung oder Beeinträchtigung nicht so leicht unterkriegen. Dazu kommt der Spaßfaktor, der ebenso wichtig ist.“ Mit dieser Empfehlung will Felix Abeldt ein Botschafter für Para-Taekwondo sein. „Wir suchen nach neuen Sportlerinnen und Sportlern und wollen ParaTaekwondo sichtbarer machen. Bei Poomsae läuft das schon sehr gut, im Wettkampfbereich kann mehr passieren“, sagt der Botschafter für Para-Olympics im Taekwondo. Bei Fragen zum Warum und Wie empfiehlt der angehende Lehrer für Sonderpädagogik, der sich später im Beruf vor allem um Kinder mit geistigen Behinderungen sowie emotionalen und sozialen Schwierigkeiten kümmern möchte, sich mit ihm oder Haşim Çelik in Verbindung zu setzen. „Wir stehen gerne Rede und Antwort.“
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
27
TECHNIKTURNIER AUS KAMPFRICHTERSICHT von Raffaella Delli Santi Alle Aktiven wissen, wie es sich anfühlt, einen Wettkampftag zu bestreiten – vom frühen Aufstehen am Morgen, der Fahrt zur Halle und der Registrierung, dem ersten Blick auf das Teilnehmerfeld und dem großen Hallo mit der Taekwondo-Familie bis hin zum Warm-Up, persönlichen Ritualen vor dem Start und dann, endlich, dem Betreten der blauroten Fläche, ganz cool oder doch etwas nervös. Bis dann am Ende des Wettkampfs die Medaillen verliehen werden. Umgeben wird man an so einem Tag von Freunden, Familienmitgliedern, Fans, aber auch den Gegnern, Coaches und – natürlich den Frauen und Männern in blauen Sakkos und grauen Hosen: Ohne Kampfrichter ist ein Turnier ebenso wenig möglich wie ohne Starter. Grund genug, einmal bei einer erfahrenen Kampfrichterin nachzufragen, wie sie so einen Tag typischerweise erlebt. Daher haben wir Candida Tunkel, Vizeweltmeisterin 2016 und seit 2013 Bundeskampfrichterin im Technikbereich, nach ihren persönlichen Erfahrungen befragt. DTU: Warum hast Du Dich entschieden, Dich als Kampfrichterin zu engagieren? Candida Tunkel: Der erste Impuls war, zu verstehen, wie die Maßstäbe der Bewertung funktionieren, um als Sportlerin erfolgreich zu werden. Als aktive Sportlerin war ich stets auf engagierte Kampfrichter angewiesen. Heute möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass sich die nächste Generation ebenfalls auf motivierte Kampfrichter verlassen kann. DTU: Wie erlebst Du einen Tag als Kampfrichterin? Candida Tunkel: Einen typischen Turniertag erlebe ich wie folgt: Zuallererst freue ich mich auf die netten Menschen, die ich eigentlich zu selten im Jahr sehe. Denn die Kampfrichter-Truppe ist eine tolle Gemeinschaft, in der ich mich sehr wohlfühle. Nach dem ersten Briefing am Morgen durch den
28 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Kampfrichterreferenten besprechen wir uns nochmals in den einzelnen Teams, bevor es losgeht, und ab dann wird konzentriert bewertet. In den Pausen findet sich auch immer die Möglichkeit, sich teamübergreifend auszutauschen. Am wichtigsten ist, dass die Besten gewinnen und sich die Sportler, wie auch die Kampfrichter, wertgeschätzt fühlen. Dann ist ein Turnier gut gelaufen. So ein Tag kann auch einmal lang sein. Ärgerlich ist nur, wenn die Technik versagt und die Sportler dadurch zu unberechenbaren Zeiten dran sind. Dass sie sich nicht richtig vorbereiten können oder sehr lange auf Temperatur halten müssen. DTU: Welcher Moment ist für Dich der spannendste an einem Turniertag? Candida Tunkel: Der spannendste Moment ist für mich zu sehen, ob die Sportler in den Finals die Nerven behalten und ihre Leistung auf die Fläche bringen können. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass es im Taekwondo am Ende auf die Nervenstärke ankommt. DTU: … und welcher der nervigste? Was ärgert Dich? Candida Tunkel: Eine schlechte Planung und fehlen-
de Stringenz bei der Durchführung auf einem Turnier steht für mich auf Platz eins. Als Kampfrichter gilt das Credo „Alles für die Sportler“, und genau das leben wir. Unangemessenes Verhalten von Betreuern, Sportlern oder Trainern ist deshalb klar auf Platz zwei.
Candida Tunkel: Bei den traditionellen Formen zum Beispiel macht die Techniknote, also die Fehlersuche, 40 Prozent der Gesamtnote aus, die Präsentation schlägt mit 60 Prozent zu Buche. Daraus ergibt sich, dass der Blick immer für die gesamte Formendarbietung gegeben ist.
DTU: Kannst Du uns beschreiben, was das Schwierigste bei den Einsätzen ist? Candida Tunkel: Jedem Sportler die ihm gebührende Aufmerksamkeit und Konzentration zukommen zu lassen stellt über einen langen Turniertag eine Herausforderung dar.
DTU: Wie ist es, als Kampfrichterin, die bis vor kurzem noch selbst aktiv war und viele der Sportler aus dieser Zeit als Teamkollegen kennt, nun zu bewerten, also auf „der anderen Seite“ zu sitzen? Candida Tunkel: Auf der Fläche macht es keinen Unterschied. Die Neutralität ist auch in dieser Situation zwingend. Zum Glück gelingt mir das sehr gut.
erkennen
beraten
planen
Wir
verstehen
DTU: Als Kampfrichter sitzt man den ganzen Tag da, um Fehler zu suchen – es ist der Job, sich darauf zu fokussieren. Wie ist Deine Strategie, das Gesamtpaket der Formendarbietung nicht aus den Augen zu verlieren?
DTU: Welche Ziele hast du noch als Kampfrichterin? Candida Tunkel: Seit kurzem befasse ich mich mit dem Gedanken, International Referee werden zu wollen. Mal sehen, wo der Weg hinführt. DTU: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die zukünftigen Einsätze!
fotografieren
gestalten
DTU: Wie ist man als Kampfrichter davor gefeit, bei bekannten bzw. hocherfolgreichen Sportlern neutral zu bleiben – wenn man etwa die Erwartung hat, dass er oder sie es besonders gut machen muss? Beeinflusst dich das? Candida Tunkel: Mir fällt es nicht schwer, die Neutralität zu wahren, auch bei Sportlern, bei denen man eine gewisse Erwartungshaltung hat.
DTU: Als ehemals Aktive: Glaubst du, es macht einen Unterschied, ob man Kampfrichter mit und Kampfrichter ohne eigene Wettkampferfahrung ist? Candida Tunkel: Als Sportlerin wollte ich die Sichtweise der Kampfrichter kennen und verstehen lernen. Genauso glaube ich, dass Kampfrichter aus eigener Erfahrung die Situation der Sportler auf der Fläche kennen sollten.
texten
DTU: Worauf freust Du dich am meisten? Candida Tunkel: Bei jedem Einsatz freue ich mich auf viele bekannte Gesichter und nette Gespräche sowie Topleistungen auf der Fläche.
realisieren !
HÄTTEN SIE ES GEWUSST?
Agentur
Druckerei
Werbetechnik
Vita
Weststraße 52 • 57392 Schmallenberg • Tel. 0 29 72 / 9 77 58-0 • www.glade.de
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
29
SPITZENSPORT BEI DER BAYRISCHEN POLIZEI WARUM UND WIE WIRD DER SPITZENSPORT BEI DER BAYRISCHEN POLIZEI GEFÖRDERT? Interview mit dem Leitenden Polizeidirektor (LPD) Gerd Enkling Im Rahmen der Spitzensportförderung bei der Bayerischen Polizei werden olympische Einzelsportarten im Bereich Winter- und Sommersport gefördert. Derzeit gibt es eine Zusammenarbeit mit insgesamt 17 Sportverbänden und eine Förderung von rund 40 Einzeldisziplinen. Die polizeiliche Ausbildung für den Bereich Wintersport findet beim Ausbildungsseminar Spitzensport Winter im Fortbildungsinstitut Ainring und für den Bereich Sommersport beim Ausbildungsseminar Spitzensport Sommer in der VI. Bereitschaftspolizeiabteilung Dachau statt. Die Ausbildung wird aufgrund der sportlichen Erfordernisse zeitlich gestreckt. Die Ausbildungsdauer beträgt im Sommersport viereinhalb Jahre, im Wintersport fünf Jahre. Pro Jahr gibt jeweils eine viermonatige Präsenzphase, hier werden die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler am jeweiligen Standort täglich polizeilich unterrichtet. Daran schließt sich die achtmonatige Wettkampfphase an, in der die Athletinnen und Athleten vollumfänglich für Trainings- und Wettkampfmaßnahmen freigestellt werden. Pro Jahr erfolgt die Einstellung von zwei neuen Klassen (1x Winter- und 1x Sommersport). Seit Bestehen der Spitzensportförderung der Bayerischen Polizei im Jahr 2012 konnten herausragende sportliche Erfolge erzielt werden. Beispielhaft sind hier vier olympische Medaillen, vier Gesamtweltcupsiege
30 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
und weitere Weltmeister/Europameister sowie Weltcup Einzelsiege zu nennen. Wir haben mit dem Leitenden Polizeidirektor (LPD) Gerd Enkling gesprochen. DTU: Bereitschaftspolizei und Spitzensport werden oft in Verbindung mit Bundesligaspielen oder großen Meisterschaften genannt, wo die Polizei mit Hundertschaften im Einsatz ist. Hier soll es um die gezielte Suche nach Spitzensportlern gehen, die für den Polizeidienst gewonnen werden sollen. Warum? Gerd Enkling: Warum diese Initiative? Weil Spitzensport einer gezielten Förderung bedarf. Angebote für eine duale Karriere sind erforderlich, damit Sportlerinnen und Sportler, sich neben ihrer Sportkarriere eine sichere berufliche Existenz aufbauen können. Das ist unser Ziel. Ein herausragender Förderer dieses Konzeptes ist der bayrische Innenminister Hermann, gleichzeitig Sportminister. Er hat dieses Programm aus der Taufe gehoben. DTU: Was zeichnet Spitzensportler als angehende Polizisten besonders aus? Gerd Enkling: Wir sagen immer: Die Tugenden eines Spitzensportlers decken sich mit den Anforderungen der Polizei. Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen, auch wenn es mal „weh“ tut, sich auf den Punkt konzentrieren und Leistung abrufen, wenn sie erforderlich ist – beim Sport im Wettkampf, aber auch in brenzligen Situationen. Trotz höchstem Stress die gelernte Leistung
abrufen, das sind die Tugenden eines Spitzensportlers, und das sind auch die Tugenden eines guten Polizisten.
uns als ein guter Arbeitgeber und erwarten natürlich eine gewisse Approbation des Bewerbers.
DTU: Welche Möglichkeiten haben Spitzensportler, wenn sie zur Polizei gehen? Gerd Enkling: Zunächst geht es um die Ausbildung. Sportlerinnen und Sportler kommen zur Polizei und machen eine speziell auf sie zugeschnittene Ausbildung. Das heißt, die Inhalte sind die gleichen wie in der regulären Ausbildung, aber die zeitliche Komponente ist eine andere. Die Ausbildungsdauer wird von zweieinhalb Jahren auf fünf Jahre gestreckt. So haben die Sportler mehr Zeit, neben der Ausbildung auch die sportlichen Aktivitäten fortzuführen. Dafür haben wir mit eigenem Personal spezielle Ausbildungsseminare für den Sport gebildet: kleine Klassen bis maximal neun Personen, in denen sehr intensiv unterrichtet wird. Im Gegenzug bleibt mehr Zeit für das Training und die Wettkämpfe.
DTU: Bringen Taekwondo-Sportlerinnen und -Sportler sportliche Vorteile bei einer Bewerbung mit? Stichworte: Selbstverteidigung, Respekt? Gerd Enkling: Im Einstellungsprozess nicht. Bei Taekwondo ist natürlich die Tatsache wichtig, dass man später bei der Selbstverteidigung eine gewisse Prophylaxe mitbringt. Aber darüber hinaus würde ich es nicht sehen. Der Respekt gegenüber der Polizei nimmt ab, die Brutalisierung nimmt zu. Es ist daher schon ein Vorteil, wenn Polizeibeamte körperlich fit sind und zum Beispiel bei Festnahmen klar definierte Griffe anwenden, die das Gegenüber möglichst wenig verletzen.
DTU: Was müssen Spitzensportler können, wenn Sie Polizistin oder Polizist werden wollen? Gerd Enkling: Neben allgemeinen Ein stellungsvoraussetzungen, wie ein Mindestalter von 16 Jahren und einer Mindestgröße, braucht es eine Empfehlung des jeweiligen Spitzensportverbandes, der eine Kooperation mit uns vereinbart und einen gültigen Bundeskader hat. Das ist bei Taekwondo der Fall. In der Regel sprechen wir im Vorfeld eine Entscheidung mit dem Sportdirektor ab. DTU: Wie viele Sportlerinnen und Sportler werden pro Jahr in den Polizeidienst aufgenommen? Gerd Enkling: Von den Sommersportlern nehmen wir maximal neun pro Jahr auf. Aus verschiedenen Disziplinen, und da nehmen wir die Besten. DTU: Es ist nicht so einfach in den Polizeidienst aufgenommen zu werden. Gerd Enkling: Ja, definitiv. Da gehört schon einiges dazu. Neben der Kader-Voraussetzung zählt ebenso ein gute Einstellungsprüfung dazu. DTU: Gute Deutschkenntnisse sollen wichtig sein? Gerd Enkling: Sprache spielt eine große Rolle. Das ist ja klar. Ein Polizist muss Deutsch können. Und das nicht nur mündlich, sondern idealerweise auch schriftlich. Das ist eine Kernkompetenz, die gerade bei der männlichen Klientel aus dem Taekwondo-Verband hin und wieder Schwierigkeiten macht. Nicht vorbestraft, guter Leumund, ist ebenfalls wichtig. DTU: Das sind sehr strenge Vorgaben, die erfüllt werden müssen. Gerd Enkling: Ja, das ist auch bei den allgemeinen Bewerbungen bei der Bayerischen Polizei so. Wir sehen
DTU: Welche bekannten Spitzensportler sind derzeit aktiv im Polizeidienst oder waren im Polizeidienst? Gerd Enkling: Das ist zum Beispiel Sideris Tatsiadis, der Einer-Canadier-Kanute aus Augsburg: OlympiaSilbermedaillengewinner in 2012 in London und Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. Dann der Judoka Sebastian Seidl, der 2021 in Tokio mit dem Mixed-Team eine Bronzemedaille gewann. Im Wintersport ist die Snowboarderin Ramona Theresia Hofmeister hervorzuheben: Bronzemedaille im Parallel Riesenslalom bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang 2018 und Fünfte 2022 in Peking. 100 Leistungs-Sportlerinnen und -Sportler werden derzeit gefördert, etwa je zur Hälfte Männer und Frauen. Es ist uns dabei sehr wichtig, dass jemand, der zu uns kommt, sich bewusst ist, dass wir erwarten, dass deroder diejenige nach Ende der Sportkarriere auch Polizist bleibt. Es ist natürlich kein Zwang. Jeder kann jederzeit die Polizei verlassen. Aber wir wollen natürlich nicht nur ein Sportförderer für die Sportzeit sein, und dann gehen sie wieder weg. Da wären wir die Falschen. In über 90 Prozent der Fälle bleiben die geförderten Sportlerinnen und Sportler auch nach der sportlichen Karriere bei uns. DTU: Wie und wo kann man sich bewerben? Über die Website oder den Verband? Gerd Enkling: Genau. Über die Website erfährt man, wie man an persönliche Kontakte kommt. Oder im Falle von Taekwondo auch die Empfehlung. Und dann wird es ja zu einem ersten Gespräch kommen. Auch über den Verband. Es über den Verband zu klären, ist vielleicht der beste Weg. DTU: Vielen Dank, Herr Enkling, für das Gespräch und die Informationen über den Polizeidienst bei der bayrischen Polizei. (hh) DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
31
DARIJA HUSOVIC Mein Alltag während der Präsenzphase: Die Ausbildung beim Spitzensport Sommer der bayerischen Polizei ist über viereinhalb Jahre gestaffelt, in denen die Sommersport-Klassen jeweils von Oktober bis Januar in Dachau ihren Beruf erlernen. Ich befinde mich aktuell im vierten Ausbildungsabschnitt und werde in diesem mein Praktikum beim Polizeieinzeldienst, sprich bei der Polizeiinspektion Dachau, absolvieren. Anders als in der regulären Ausbildung bietet unser Stundenplan uns die Möglichkeit, während der Woche zweimal vormittags zu trainieren sowie jeden Nachmittag. Am Ausbildungsstandort in Dachau stehen uns viele Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel Turnhalle, Krafträume oder Trainingsräume für uns Kampfsportler. Neben dem Training haben wir aber auch die Polizei-Ausbildung zu absolvieren und deshalb gehören auch Unterricht und Lerneinheiten zu unserem Alltag. Zu den Rechtsfächern wie Strafrecht oder Allgemeines Polizeirecht, haben wir etliche praktische Einheiten wie zum Beispiel Schießtraining, Selbstverteidigung und SIT = Situatives Handlungstraining. Auch während der Präsenzphase haben wir die Möglichkeit, an Wettkämpfen oder Trainingsmaßnahmen teilzunehmen und werden dafür vom Dienstherrn anlassbezogen und auf Antrag vom Taekwondo-Verband freigestellt. Im Rahmen der Digitalisierung der Polizeiausbildung hat jeder Polizeischüler beim AS Spitzensport sein eigenes Convertible bekommen und somit kann ich mich auch auf Wettkämpfen optimal für die Ausbildung vorbereiten.
32 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Mein Alltag während der Wettkampfphase: Während der achtmonatigen Wettkampfphase liegt das Hauptaugenmerk auf meinem Sport, dem Taekwondo. Ich trainiere als Bundeskaderathletin von Montag bis Freitag zweimal täglich. Für das Training muss ich viermal wöchentlich nach Nürnberg pendeln, um am dortigen Bundesstützpunkt u.a. mit Sportsoldaten der Bundeswehr zu trainieren. Freitags hingegen trainiere ich bei meinem Heimverein und dem Landesstützpunkt aus Bayern, dem TSV 1865 Dachau. Für die Fahrten zu Wettkämpfen, Trainingslagern und Maßnahmen des Bundeskaders werde ich vom Dienstherrn unterstützt, indem ich, bei Verfügbarkeit, ein Dienstfahrzeug gestellt bekomme, wofür ich sehr dankbar bin, da mir so eine große Last abgenommen wird. Über die achtmonatige Wettkampfphase bekommen wir regelmäßig polizeiliche Übungsaufgaben, die wir zu erledigen haben. Diese kann ich optimal an meinem Convertible abarbeiten und bin somit immer gut vorbereitet für den neuen Abschnitt. Durch die Maßnahmen der Digitalisierung sind wir Sportler dahingehend sehr flexibel geworden und können unsere Übungsaufgaben zu jeder Zeit und an jedem Ort erledigen.
MARLEN NEDIC In der Oberstufe habe ich mir, wie alle anderen, sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie es nach der Schule für mich weitergehen soll. Ich wollte eine Möglichkeit finden, bei der ich Taekwondo als Leistungssport weiterführen und mich persönlich weiterbilden konnte. Mein eigentlicher Plan war es, Sportwissenschaften zu studieren. Doch ein paar Monate vor den Abiturprüfungen erfuhr ich, dass Taekwondo im Spitzensportprogramm der bayerischen Polizei aufgenommen wurde. Ich habe mich schon immer für die Polizeiarbeit interessiert, habe auch einige Praktika in Ingolstadt absolviert und fand Gefallen an dem Beruf. Deshalb entschloss ich mich nach Rücksprache mit meinen Trainern dazu, mich für die Spitzensportfördergruppe zu bewerben. Heute bin ich sehr froh über diese Entscheidung. Nach meiner Bewerbung wurde ich zunächst zu einem Gespräch bei der Laufbahnberatung der bayerischen Polizei eingeladen. Dort wird entschieden, ob man für den Polizeiberuf infrage kommt. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, erhält man danach eine
Einladung zum Einstellungstest in München. Dieser Test nimmt zwei Tage in Anspruch. Bei meinem Testverfahren starteten wir mit einem Deutschtest, wobei der Schwerpunkt primär auf Ausdruck und Rechtschreibung lag. Danach folgte ein Logiktest mit Denk- und Rechenaufgaben. Nach dem schriftlichen Part ging es weiter mit dem Sporttest. Da die Übungen, die geprüft werden, bereits auf www.mit-sicherheitanders.de zur Verfügung stehen, konnte ich mich im Vornherein gut darauf vorbereiten. Nach einer Mittagspause folgte nachmittags eine Gruppendiskussion, um unsere Teamfähigkeit zu testen. Am nächsten Tag wurden wir noch polizeiärztlich untersucht und hatten ein Einzelgespräch mit dem Prüfer. Aus dem Geprüften bildet sich ein Gesamtschnitt. Sowohl dieser Schnitt als auch die sportlichen Erfolge spielen eine Rolle, ob man für das Spitzensportprogramm infrage kommt. Dies wird bei einer Sitzung Anfang des Sommers entschieden.
Deutsche Meisterschaft und Deutscher Jugend Cup in Bautzen von Raffaella Delli Santi Noch vor dem offiziellen Beginn der Deutschen Meisterschaft 2023 schallte es schon laut durch die Halle im sächsischen Bautzen: Mit lauten und vor allem sehr kreativen Anfeuerungsrufen stimmten sich die knapp 180 Starterinnen und Starter in ihren Landesverbands-Teams auf die Titelkämpfe ein und sorgten damit gleich von Anfang an für eine großartige Atmosphäre. Bei der Begrüßung am Morgen freute sich DTUVizepräsident Technik Rainer Tobias über die große Zahl an Teilnehmern und stimmte diese auf die Deutsche Meisterschaft ein. Die Athletinnen und Athleten kämpften bis zum frühen Abend um die deutschen Meistertitel. Teilweise ging es sehr knapp zu bei der Entscheidung um Gold, Silber und Bronze – alles in allem sah das Publikum viele gute Leistungen und spannende Entscheidungen in den einzelnen Klassen. Für die
34 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Starter, die im November auf der Europameisterschaft antreten, war die DM ein letzter innerdeutscher Test und Vorbereitungsturnier. Ihr Fokus lag darauf, ihren aktuellen Trainingsstand auf der Wettkampffläche und unter den Augen der Bundestrainer zu präsentieren. Einige Sportler des EM-Teams wurden im Hinblick auf den Einsatz bei der Euro auch gleich von Bundestrainern oder Teamkollegen gecoacht, um auch diese Komponente unter Echtzeitbedingungen zu testen. Die Bundestrainer zeigten sich zufrieden mit den Entwicklungen der Teammitglieder. Die offizielle Begrüßung nahmen kurz vor den FreestyleBewerben DTU-Präsident Stefan Klawiter und der Oberbürgermeister der Stadt Bautzen, Karsten Vogt, vor. Sie dankten den Ausrichtern für das außerordentliche Engagement und zeigten sich beeindruckt von den Wettkämpfen.
Die Vereinswertung sicherten sich 2023 die Sportlerinnen und Sportler von Redfire, gefolgt von der Budoschule Wiesbaden und auf Platz 3 der USV Potsdam. Auf den Plätzen 4 und 5 der Wertung folgten die Sportschule Park und das Taekwondo Team Fuhlsbüttel. Die Mannschaft der Niedersächsischen Taekwondo Union gewann mit den Erfolgen ihrer Sportlerinnen und Sportler den Pokal für den ersten Platz in der Verbandswertung. Die Hessische Taekwondo Union belegt Rang 2 vor der TU Baden-Württemberg. Bayern und Hamburg erreichten die Plätze 4 und 5. An Tag 2 in Bautzen trat dann der Nachwuchs auf die Flächen, viele von ihnen schnupperten zum ersten Mal Turnierluft. Die mitfiebernden Fans heizten im Vergleich zum Vortag die Stimmung in der Halle nochmals um einige Dezibel mehr an: Die Sportlerinnen und Sportler wurden frenetisch angefeuert und gefeiert, insbesondere die Starter in den Para-Klassen fesselten das gesamte Publikum. Die Bundestrainer beobachteten auch beim Jugend Cup alle Klassen und zogen ein positives Fazit: „Hier präsentierten sich vielversprechende Talente, von denen manche auch die Konkurrenz bei einer Deutschen Meisterschaft nicht fürchten müssen. Für Nachwuchs
ist also gesorgt“, so Adrian Wassmuth und Imke Turner. Die DM und der DJC 2023 waren auch aus Kampfrichtersicht ein voller Erfolg. „Die Mischung aus erfahrenen internationalen Referees, langjährigen Bundeskampfrichtern sowie jungen Bundes kampfrichtern führte zu sehr homogenen Teams, um die gezeigten Leistungen bestmöglich zu bewerten“, fasst Bundeskampfrichterreferent Andreas Osthoff seine Eindrücke vom Turnierwochenende zusammen. Das Tableau in der Vereinswertung führt die KSG Taepoong Germany mit großem Vorsprung vor Redfire und dem TKD & Allkampf Club Dresden an, Rang 4 und 5 nehmen die TASG Dresden und der TC Donau-Lech-Iller ein. Die Länderwertung gewann die TUBW vor der TU Sachsen und der NTU, gefolgt von TVSH und BTU. Rainer Tobias zeigte sich nach dem Ende der beiden intensiven Wettkampftage rundum zufrieden: „Das war ein toll organisiertes Turnier in traumhafter Umgebung und mit vielen herausragenden sportlichen Leistungen.“ Alle Ergebnisse der beiden Wettkampftage können auf der Homepage der DTU nachgelesen werden.
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
35
BRONZE FÜR ANYA KISSKALT UND ALEMA HADZIC BEI DEN FISU WORLD UNIVERSITY GAMES IN CHENGDU von Raffaella Delli Santi und Melanie Kordel Die FISU World University Games sind nach den Olympischen Spielen das größte Multisport-Event der Welt - und ein unvergessliches Erlebnis für alle Studierenden, die daran teilnehmen dürfen. Nachdem die Summer Games in Chengdu Corona-bedingt zwei Mal verschoben wurden, fanden diese nun endlich vom 28. Juli bis 8. August 2023 statt. Taekwondo, als eine von insgesamt 18 Sportarten, trug seine Wettkämpfe vom 29. Juli bis 4. August im dem Wangjiang Campus Gymnasium der Sichuan Universität aus. Insgesamt 23 Gold-Medaillen wurden in diesen Tagen an studentische Spitzensportler in den Disziplinen Poomsae und Zweikampf vergeben. Mit 18 Sportlerinnen und Sportler stellte die Sportart Taekwondo, hinter der Leichtathletik, das zweitgrößte Team der gesamten deutschen Delegation. „Wir haben es tatsächlich geschafft 18 Sportlerinnen und
36 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Sportler, sowie vier Trainer nach China zu entsenden. Mit mir als Disziplin-Chef umfasst unser TaekwondoTeam somit 23 Teilnehmende. Besonders erfreulich ist es, dass ein komplettes Formen- und DamenZweikampfteam an den Start gehen kann.“ so Sebastian Lehmann, Delegationschef Taekwondo. Sechs Poomsae-Läufer und zwölf Zweikämpfer waren nominiert und haben sich in Chengdu in ihren Disziplinen und Kategorien mit den studentischen Spitzensportlern der Welt gemessen. Als Trainer und Coaches waren Adrian Wassmuth, Balazs Toth, Sasan Darlirnejad und Dong-Eon Lee mit vor Ort und haben das Team sportartspezifisch betreut. Den Auftakt im Taekwondo bestritten die Formenläufer. Erstmals waren sechs Sportlerinnen und Sportler für die Poomsae-Wettkämpfe zur
Universiade nominiert worden – ein großer Erfolg! Denn der Turniermodus im Poomsae ist auf der Universiade etwas anderes als gewohnt: während die Teilnehmer in den ersten beiden Runden noch Recognized-Formen präsentieren, müssen sie im Finale jeweils eine Recognized- sowie eine FreestyleForm zeigen – die Teilnehmer an der Universiade müssen also beides beherrschen. Am ersten Turniertag traten Emir Can Erdemir und Marina Briechle jeweils in den beiden Einzelbewerben an. Beide erwischten in einem extrem starken Teilnehmerfeld, in dem die asiatischen Nationen sehr dominant waren, sehr schwere Auslosungen in ihren Vorrunden. Emir Can zeigte in den beiden Runden vier sehr starke Formen und wurde Neunter, zwar punktgleich mit dem Achten, jedoch mit einer knapp niedrigeren Streichwertung. Somit verpasste er hauchdünn den Einzug ins Finale. Ebenso präsentierte sich Marina mit vier starken Läufen in den beiden ersten Runden und wurde am Ende Zwölfte.
Nicolas Tragkos. Die drei Herren, die zum ersten Mal in dieser Formation starteten, präsentierten sich überzeugend und belegten am Ende einen guten 10. Platz. Aller guten Dinge sind drei hieß es dann auch für Marina, die zusammen mit Leah Lawall und Laura Heinrich erneut bei den weiblichen Teams antrat. Auch hier reichte es knapp nicht für den Einzug ins Finale der besten acht – das Team belegte Platz 11.
An Tag 2 standen dann der Paar- und die Teamwettbewerbe an. Emir Can und Marina, die bereits ein eingespieltes Paar sind, gingen in dieser Kategorie an den Start und konnten souverän ins Halbfinale einziehen. Hier mussten sie sich dann leider der starken Konkurrenz geschlagen geben und beendeten den Wettkampf auf Platz 11. Seinen dritten Einsatz bei der Universiade absolvierte Emir Can dann im Team zusammen mit Jules Berger und
Am dritten Wettkampftag starteten schließlich unsere Zweikämpfer in das Turnier. Selina Düz (-46 kg) verlor beide Runde sehr knapp gegen Karine Leclercq aus den USA und wurde am Ende 17. Auch Takrim Mirza (-54 kg) verlor beide Runden gegen seinen US-amerikanischen Gegner Juancarlos NorzagarayGarcia und wird somit ebenso 17. Mohamed Omeirat (-68 kg) gewinnt seinen ersten Kampf gegen Valter Daniela aus Armenien deutlich mit 2:0 Runden und
Bundestrainer Freestyle Adrian Wassmuth, der selbst 2017 an der Universiade in Taipei teilgenommen und die Formenläufer nun in Chengdu als Coach betreut hat, zieht ein absolut positives Fazit: „Unsere Sportler:innen können stolz auf ihre Leistung sein, sie haben sich in ungewohnten Konstellationen zusammengefunden, die Herausforderung angenommen und sich im starken Feld gut verkauft. Leider hat es zum Finaleinzug nicht gereicht, mit einem 9. Platz (punktgleich zum 8.) war es jedoch denkbar knapp und mit den sonstigen 10. und 11. Plätzen können wir in Summe zufrieden sein.“
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
37
muss sich im nächsten Kampf seinem Gegner aus der Türkei, den späteren Bronzemedaillengewinner Ferhat Kavurat, mit 0:2 Runden beugen. Mohamed belegt somit den 9. Platz. Ebenso wird Franziska Drucklieb (-57 kg) Neunte in ihrer Gewichtsklasse. Ihren ersten Kampf gewinnt sie mit 2:0 Runden gegen Shivangi Chanambam aus Indien und muss sich im anschließenden Kampf mit 0:2 Runden gegen die spätere Drittplatzierte Patrycja Adamkiewicz aus Polen geschlagen geben.
che Niederlage im Halbfinale, aber trotzdem eine bärenstarke Leistung von Alema, die mit einer Medaille belohnt wurde. „Ich bin richtig glücklich, dass ich es bei einem so großen Event wie den FISU World University Games endlich über das Viertelfinale hinaus geschafft habe. Es wäre noch mehr drin gewesen, aber es sollte wohl nicht sein. Ich freue mich schon jetzt auf die FISU Games 2025 in Deutschland, bei denen ich sehr gerne wieder dabei sein möchte, um dann erneut auf dem Podest zu stehen.“
Tag 4 bescherte der deutschen Mannschaft schließlich die heiß ersehnte Medaillen. Anya Kisskalt (-49 kg) gewann deutlich gegen Hyejin Cho aus Korea sowie gegen Yun-Chen Shih aus Taiwan, jeweils mit 2:0 Runden. Im Halbfinale musste sie sich der starken Türkin Merve Dincel, amtierende Weltmeisterin, mit 0:2 Runden geschlagen geben. Anya hat einen tollen Wettkampf gekämpft und verdient die Bronzemedaille für das Deutsche Team geholt. „Meine beiden ersten Kämpfe gegen Korea und Taiwan liefen gut. Im Halbfinale hatte ich leider zunächst Schwierigkeiten, konnte mich dann aber steigern. Ich freue mich, dass ich mein Ziel erreicht habe, bei meinen ersten World University Games eine Medaille zu holen. Super war, dass ich hier in Chengdu die Möglichkeit hatte, nicht nur gegen europäische, sondern auch gegen asiatische Gegnerinnen zu kämpfen!“
Madeline Folgmann (-53 kg) gewann ihren ersten Kampf gegen Indonesien mit 2:0 Runden. Im zweiten Kampf musste sie sich mit 0:2 Runden gegen die starke Po-Ya Su aus Taiwan, spätere Silber medaillen gewinnerin, geschlagen geben.
Viviana Valentino (-67 kg) verlor an diesem Tag unglücklich ihren ersten Kampf mit 1:2 Runden gegen Ara White aus den USA und wurde Neunte. Sara Di Sinno (+73 kg) unterlag in ihrem ersten Kampf gegen Dohle Yoon aus Korea mit 0:2 Runden. Die zweite Bronzemedaille konnte Alema Hadzic (-73 kg) am fünften Wettkampftag für das deutsche Team gewinnen. Ihren ersten Kampf gewann sie mit 2:0 Runden gegen Carlota Zanoni aus Spanien und ebenso mit 2:0 Runden gegen Indonesien und stand somit im Halbfinale. Spannender konnte ein Kampf nicht sein: nach einem ausgeglichenen Kampf gegen die Türkin Mervenur Erdem entschieden schließlich die Punktrichter den Kampf zugunsten der Türkin. Eine hauchdünne und ärgerli-
38 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Am sechsten und letzten Wettkampftag stand mit den Team Fights eine neu eingeführte Disziplin an. Jede Nation durfte hierbei ein Damen- und ein Herrenteam, bestehend aus jeweils vier Athleten, stellen. Die deutschen Herren mussten sich gegen das türkische Team geschlagen geben, die deutschen Damen verloren denkbar knapp gegen das Team aus Korea, welches schließlich Bronze gewann. Dennoch ein toller Abschluss dieses Turniers mit einer grandiosen Stimmung in der Halle. Die nächsten FISU World University Games werden 2025 in Deutschland (Rhein-Ruhr) stattfinden - ein tolles Event, bei dem wir unseren deutschen Athleten live erleben und anfeuern können!
EINE EUROPAMEISTERSCHAFT FAST VOR DER HAUSTÜR von Raffaella Delli Santi Afshar und Franz Bartl). „Wir hoffen auf großen Support von vielen deutschen Fans“, sagt Rainer Tobias. Denn die Halle bietet Platz für sehr viele Zuschauer – und für die deutschen Unterstützer hat sich das Team um Tobias auch etwas Besonderes einfallen lassen. Dazu wird es schon bald mehr Informationen auf der Eventseite der DTU-Homepage geben. Dort werden auch alle Teammitglieder vorgestellt und zusätzliche Informationen über die Europameisterschaft bereitgestellt. TIME SCHEDULE (subject to change)
DATE
TIME 09:00 - 13:00 09:00 – 13:00
23 November
14:00 – 18:00 19:00 – 20:00
Erstmals werden in der Geschichte dieser Titelkämpfe auch die Paraklassen auf ein und demselben Turnier ausgetragen. Und so besteht die Nationalmannschaft, die die deutschen Farben vertreten wird, aus insgesamt 31 Athletinnen und Athleten in den Kategorien Recognized, Freestyle und Para. Drei weitere Formenläufer, die sich über die ETU Open 2022 in Schweden für die EM qualifiziert hatten, komplettieren die Mannschaft. Für dieses 34-köpfige deutsche Team, das von Vizepräsident Rainer Tobias und seinem Staff angeführt und betreut wird, beginnt nun die heiße Phase der Vorbereitung. Um die Athleten auf der #roadtoInnsbruck bestmöglich zu begleiten, stehen zwei Wochenendlehrgänge im Oktober in der Sportschule Hennef und im Bundesstützpunkt in Nürnberg auf dem Programm. Bereits im September kamen die Sportler bei den regionalen Lehrgängen zum Training unter den Augen der Bundestrainer zusammen. Am 22. November wird die Mannschaft dann ab München im Teambus nach Innsbruck aufbrechen. Die Europameisterschaften kehren 2023 übrigens in das Land „zurück“, das vor 30 Jahren die erste EM ausgetragen hat. Dieses besondere Jubiläum verspricht natürlich zusätzliches Publikum, denn auch viele Ehemalige wollen nach Innsbruck kommen, um das Team Germany anzufeuern (siehe dazu auch das Interview mit Roya
20:00
09:00 - 13:00 14:00 - 20:00 24 November
EVENT
LOCATION
Registration & Accreditation Para Athlete Classification
OFFICIAL HOTEL
Head of Team Meeting Publication of drawsheets Competition Day 1 Recognized Poomsae Individual Cadets (M/F) Individual Under 30 (M/F) Individual Under 50 (M/F) Pair Junior Freestyle Poomsae Individual Under 17 (M/F) Pair Over 17
VENUE
All Para Poomsae medal events 13:00 - 14:00
Lunch break
20:00
Medal Ceremony
21:30
Publication of drawsheets Competition Day 2
09:00 - 13:00 14:00 - 20:00 25 November
Recognized Poomsae Individual Juniors (M/F) Individual Under 40 (M/F) Individual Under 60 (M/F) Pairs Cadets Teams Under 30 (M/F) Teams Over 30 (M/F) Freestyle Poomsae Individual Over 17 (M/F) Pair Under 17
13:00 - 14:00
Lunch break
20:00 hrs
Medal Ceremony
21:30 hrs
Publication of drawsheets Competition Day 3
09:00 - 13:00 14:00 - 20:00 26 November
VENUE
Recognized Poomsae Individual Under 65 (M/F) Individual Over 65 (M/F) Pair Under 30 Pair Over 30 Team Cadet (M/F) Team JUNIOR (M/F)
VENUE
Freestyle Poomsae Mixed Team Over 12 13:00 - 14:00
Lunch break
20:00
Medal Cermony
22:00
After Party
Bar and Nightclub 'Filou' Stiftgasse 12, 6020 Innsbruck
39
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 - E | 27 PAG
Teilnehmer und Trainerstab Das Kribbeln könnte kaum größer sein, die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, der Countdown hat begonnen: Im November wird das bisher größte Technikteam, das die DTU je zu einer Europameisterschaft entsandt hat, die gemeinsame Reise nach Innsbruck antreten, um in der „Olympiaworld“Halle um die begehrten Medaillen zu kämpfen. Vom 24. bis 26. November finden die 16. Technik-Europameisterschaften in der österreichischen Alpenmetropole statt.
Adina Machwirth
Ana Catalina Pohl
Angelika Bussmann
Anh-Tuan Do
Anna Siepmann
Arndt Mallepree
Bärbel Reiner
Carsten Gauger
Christian Senft
Emir Can Erdemir
Fabian Frank
Franziska Schneegans
Hannah Do
Heekyung Reimann
Helena Silberhorn
Hilko Paschke
Jasmin Flotow
Jessica Storm
Jules Berger
Julius Müller
40 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Europameisterschaft 2023
Ksenia Bongard
Lanika Romeyke
Leah Lawall
Manfred Stadtmüller
Marina Briechle
Matteo-Won Campana
Mian Fromm
Pia Hoffmann
Sabrina Pütz
Sylvia Höhfeld
Thi Nam Phuong Vuong
Tim Do
Tina Herrmann
Wyatt Sommerfeld
Adrian Wassmuth
Bernhard Thomys
Daniela Koller
Paul Knauthe
Raffaella DelliSanti
Rainer Tobias
Imke Turner
Markus Joey Wittek
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
41
„HABT SPASS!“ von Raffaella Delli Santi Mit den 16. Europameisterschaften in Innsbruck wird gleichzeitig auch das 30-jährige Jubiläum der EM gefeiert. Grund für das DTU-Magazin, zwei Sportler zu interviewen, die 1993 Mitglieder im ersten PoomsaeNationalteam der DTU waren: Roya Afshar aus Hamburg, die damals Bronze holte, und Franz Bartl aus Kolbermoor, der Silber in seiner Klasse gewann. Beide sind feste Größen in der Technikszene und haben als Aktive – sie waren auch Teilnehmer an den ersten beiden Weltmeisterschaften – und als Trainer Poomsae in Deutschland mitgeprägt. Wir haben Sie nach ihren Erlebnissen und Eindrücken von der Europameisterschaft in Wörgl befragt. DTU: Wenn Ihr auf die erste Euro zurückblickt, welche Erinnerungen kommen sofort ins Gedächtnis? Roya: Wir waren ein ziemlich kleines Team. Die Altersklasse, in der ich gestartet bin, ging von 18 bis 35 Jahren. Dann gab es noch die Synchronklassen, aber keine Jugend- und Paar-Klassen. Und ja, es war schon ein Pioniergefühl. Wir kannten noch niemanden. Es war nicht so, dass man international verknüpft war. Ich wusste nicht, wer Ky-Tu [Dang] ist. Franz: Als ich dort hingekommen bin, habe ich Ky-Tu gar nicht gesehen, außer seine Wahnsinnswaden. Da habe ich gedacht: Das ist eine Rakete! Der hat so ein Dauergrinsen draufgehabt, da fühlte ich mich gleich akzeptiert und habe gedacht: Wenn der was rauskickt, da kann ich gar nicht mithalten. Wir haben wirklich im Nebel rumgestochert, hinausblickend in die weite Welt, keiner kannte den anderen, aber wir fühlten uns alle gut. Und für die Nationalmannschaft zu starten, war eine Ehre. Roya: Es gab nur eine Fläche, jeder hatte maximale Aufmerksamkeit. Dadurch haben wir uns auch wirklich schnell kennengelernt. Ich weiß nicht, ob das schon auf dem ersten Turnier so war, dass wir eine recht zügige, enge Verbindung zu Dänemark aufgebaut haben. Das lag aber, glaube ich, auch an Ky-Tu. Meine erste Begegnung mit ihm war auch auf der ersten Euro – ich war kurz vor dem Finale und er kam auf mich zu und hat angefangen, mit mir zu quatschen. Der war ganz kontaktfreudig.
42 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
DTU: Wie war damals eigentlich der Nominierungsprozess? Roya: Ich kann mich da gar nicht mehr so richtig erinnern. Ich war damals ja gerade erst in die Seniorenklasse aufgestiegen, als die Entscheidung getroffen wurde. Und ich glaube, es war auch relativ kurzfristig bekannt gegeben worden, dass die Euro stattfindet. Dann hat Roland [Klein] mal eben eine Nationalmannschaft aus dem Boden gestampft. Und bei mir gab es die Schwierigkeit, dass wir damals noch Hyongs und Poomsae hatten. Ich bin damals gerade das erste Mal auf der Deutschen gestartet und meine, den dritten Platz gemacht zu haben. Vor mir waren Tanja und eine andere Dame. Alle Hyongläufer wurden gefragt, ob sie mal eben für die Euro von Hyongs auf Poomsae umlernen wollen, und die haben sich dann verständlicherweise dagegen entschieden. Es gab aber noch eine Starterin, die potentiell in meiner Klasse in Frage gekommen wäre. Dann hat Roland in irgendeine Turnhalle Kampfrichter eingeladen, vor denen wir vorlaufen mussten. Die haben die Entscheidung getroffen, wer nominiert wird. Aber das war nur für die Klassen, in denen es nicht eindeutig war. DTU: Wie war denn die Stimmung innerhalb des Teams? Habt Ihr Euch schon als Team gefühlt oder hat sich das erst auf dem Turnier ergeben? Franz: Es gab einen, maximal zwei Lehrgänge, glaube ich. Am Turniertag selbst war man mit sich beschäftigt, aber ich möchte behaupten, dass man sich gegenseitig respektiert und wertgeschätzt hat. Roya: Ich kann mich auch noch an die Lehrgänge erinnern, die wir in den ersten Jahren gemacht haben. Wir waren weniger und es war noch nicht so professionell. Wir haben in einem Gasthof übernachtet und in Vereinsoder Schulturnhallen trainiert. Und dann sind wir häufig abends noch ausgegangen und haben in einer Kneipe gesessen, also richtig Zeit miteinander verbracht. Das hat viel Freude gemacht. Franz: Ich habe jetzt 43 Jahre Taekwondo auf dem Buckel. Das ist wunderbar. Ich habe im Taekwondo und im Turniergeschehen sehr viel Positives erfahren, auch die Menschen, die man kennenlernt, und die Menschen, die im Herzen bleiben. Das war nie ein Gegeneinander, immer ein Miteinander.
DTU: Wie war die Stimmung in der Halle? Franz: Ich kann mich gut an den österreichischen Moderator erinnern, der die Leute rausbegleitet und immer einen Spruch einfließen ließ. Bei mir hat er gesagt: „Und jetzt kommt unser Nachbar, somit eigentlich fast ein Österreicher, der Bartl Franz.“ Das haben die wirklich sehr nett gemacht. Roya: Die erste Europa meisterschaft war sehr gut organisiert, das hat mich beeindruckt. Es gab wenige gut organisierte Turniere. Ich fand auch, dass die Euros, die später kamen, sich alle eine Scheibe von der ersten abschneiden konnten. DTU: Habt Ihr von der Meisterschaft noch etwas aufgehoben? Gab es schon Merchandising? Franz: Es gab bestimmt etwas, aber ich habe mir nichts gekauft. Wimpel wurden überreicht, und ich glaube, dass wir auf denen unterschrieben haben. Damals haben wir eingeführt, dass alle auf Plakaten unterschreiben. [Beim Blick auf Fotos stellt Franz plötzlich fest, dass er damals der Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier war]: Ich bin so stolz, bei euch gewesen zu sein! Roya: Es gab ein weißes, dünnes T-Shirt mit dem Logo drauf. Das Logo fand ich sehr gelungen. Franz: Das müsste ich dann auch noch haben! Vielleicht weiß meine Frau, wo es ist. Aber ich glaube nicht, dass es mir noch passt (lacht). DTU: Habt ihr damals eigentlich schon weiter geträumt: Was kommt als nächstes, gibt es eine WM? Roya: Ich glaube, wir sind damals von der Euro heimgefahren und wussten, dass das jetzt kein Testballon mehr war. Es war schon klar, dass weitere Euros folgen werden, und ich glaube auch, der Rhythmus von zwei Jahren war schon festgelegt. DTU: Wie schätzt ihr die Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte ein?
Roya: Die Frage ist, was eigentlich gleichgeblieben ist: Das Punktesystem hat sich verändert. Die Formen haben sich verändert: Was wir gelaufen sind, ist ja jetzt einfach mal pauschal falsch (lacht). Der Modus hat sich verändert, es ist viel spezialisierter geworden. Es ist aber auch mehr Ruhe reingekommen. In den ersten Jahren – und bei den ersten Weltmeisterschaften – herrschte viel Unruhe über die Frage, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Man hat sich viel danach ausgerichtet, wer an der Spitze war. Am Anfang war das egal, da gab es kein richtig oder falsch, da ist jeder gelaufen, wie er es gelernt und für sich interpretiert hatte. Franz: Es überzeugte letzten Endes die Leistung vor Ort. Je nach Sportler und seiner Leistungsfähigkeit hat er versuchen können, ein bisschen langsamer, vielleicht ein bisschen schneller zu laufen. Aber das war es dann auch. Tür und Tor waren dann mit der WM geöffnet. Da wurden wir eingebremst, nach dem Motto: Alles, was ihr von Europa mitgebracht habt, muss verworfen werden. Ihr müsst erst einmal wieder geradeaus laufen lernen und Entspannungstechniken üben. Danach hat sich erst wieder eine Dynamik entwickeln dürfen, aber nach Vorgabe derer, die vorne waren. DTU: Es hat sich also vieles geändert. Wie bewertet Ihr das? Roya: Man kann es unter der Überschrift vereinen: Professionalisierung, Vereinheitlichung, mehr Transparenz. Es konnte ja damals jeder laufen, wie er Lust hatte, aber wir haben teilweise auch nicht verstanden, warum jemand welche Platzierung gemacht hat. Wir haben uns dann immer Erklärungen gesucht. Ich habe auch wirklich lange gebraucht, um zu verstehen, warum andere sagen, dass wir robotermäßig laufen. Damals war es ja so, dass die Spanier im Vergleich zu uns damals einen soften Stil gelaufen sind, den man vielleicht als Vorläufer zu dem heutigen Stil sehen könnte, bei dem wir
DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
43
Roya: Technik war natürlich wichtig. Man wurde weniger abgestraft. Charakterläufern wird es durch die Vereinheitlichung schwerer gemacht. Denn trotz der Vereinheitlichung einen persönlichen Stil zu transportieren, schaffen ja wirklich nur die sehr guten Läufer. Das war vorher ein wenig einfacher, weil jeder seinen persönlichen Stil einbringen konnte. Man hatte mehr Gestaltungsmöglichkeiten.
versuchen, alles im Fluss zu halten. Das fanden wir immer fast langweilig, wie einschlafende Füße (lacht). Was habe ich trainiert damals … Ich muss erst in die Richtung schauen, in die die folgende Technik erfolgt, und mich dann erst in die Richtung bewegen. Und das so schnell wie möglich. Das war ein anderer Stil, er war sehr Hyong-geprägt. Franz: Diese Überreglementierung, dieses Herausnehmen der eigenen Persönlichkeit, die wie ein Gewürz, eine persönliche Note ist, sollte man nicht permanent einschränken. Es muss doch Inspiration geben. Die Inspiration des einen ist die Motivation des anderen. Auch du hattest ja deinen persönlichen, eigenen Stil. Das hat uns ausgezeichnet. Ich finde, es ist durch die Gleichmacherei schwerer geworden, sich zu positionieren. Wir hatten es leichter.
DTU: Habt Ihr vor, nach Innsbruck zu kommen? Roya: Ja, ich werde da sein. Franz: Das ist ja nicht weit weg. Es wäre sicher ein nettes Wiedersehen! DTU: Gibt es etwas, das Ihr dem jetzigen Euro-Team auf den Weg geben wollt? Franz: Außer viel Erfolg und bringt was nach Hause – habt Spaß dabei! Roya: Genau, habt Spaß! Franz: Und feiert euch! Denn man denkt immer, dass man das dann irgendwann macht, aber irgendwann gibt’s nicht mehr, sondern es ist jedes Mal das erste Mal. Lebe im Jetzt! Und was überdauert denn die Jahre? Die Medaillen? Irgendwann weiß man schon gar nicht mehr, welches Turnier das war. Aber die Erlebnisse, die Gespräche, die gehen über die Sache hinaus, die bleiben!
FÜR MEHR JUGENDAUSTAUSCH: FREUNDSCHAFTSVEREINBARUNG MIT KOREA
Im Rahmen der dreitägigen Konferenz des deutsch-koreanischen Netzwerks ADeKo fand am 18. September die Unterzeichnung einer Absichtserklärung statt. Mit dabei war Hilko Paschke, unser kommissarischer Referent für Internationale Jugendarbeit. Zusammen mit den Projektpartnern aus Korea (Koreanisch-Deutsche Gesellschaft und ADeKo) wollen wir den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Korea festigen und ausweiten. Angebahnt wurde die Vereinbarung bereits im Sommer während des Fachkräfteaustauschs der DTU-Jugend, bei dem wir u.a. die Rahmenbedingungen und Ziele des deutsch-koreanischen Jugendaustauschs abstecken und die erste potenzielle koreanische Partnerschule Deoksoo Highschool besuchen durften. Langfristiges Ziel des Freundschaftsvertrages ist ein Netzwerk aus mehreren deutsch-koreanischen Partnerschaften, damit mehr junge Menschen aus Deutschland und Korea an einem gemeinsamen Austausch teilnehmen können. Wollt ihr für euren Verein oder euer Gymnasium einen Jugendaustausch mit Korea organisieren? Wenn ihr Interesse habt, so ein Projekt ins Leben zu rufen und euch dafür mit einem koreanischen Gymnasium zu vernetzten, meldet euch gern bei jugend@ dtu-mail.de.
44 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Gesundheit und Wissen im Fokus von Aylin Semrau Vom 25. bis 27. August versammelten sich 35 Trainer:innen und Sportler:innen aus ganz Deutschland im Sportcamp Nordbayern, um gemeinsam in die Themen der physischen und psychischen Gesundheit im Taekwondo einzutauchen.
dem Programm. Trainer:innen und Sportler:innen bildeten separate Gruppen und erkundeten die eigens für sie zusammengestellten Goodie-Bags. In entspannter Atmosphäre gab es reichlich Raum für anregende Gespräche.
In der malerischen Natur des FichtelAm Samstag ging es inhaltlich richtig zur gebirges liegend bot das Sportcamp beste Sache: Am Vormittag nahmen die Voraussetzungen, um dem TaekwondoTrainer:innen an zwei spannenden SemiKontakt: Alltag zu entfliehen. Es wurde erst im jugend@dtu-mail.de naren teil. Professor Dr. med. Dejan Relijc letzten Jahr eröffnet und sehr modern von der Uniklinik Nürnberg berichtete ausgestattet. Dort wurden die Teilnehmenden von über seine Forschung zum Thema Gewichtmachen dem hochmotivierten Team der DTU-Jugend und im Taekwondo. Er ging dabei explizit auf die negatiengagierten jungen Menven Auswirkungen des kurzschen aus verschiedenen fristigen Gewichtmachens Landesjugenden empfangen. auf die Leistungsfähigkeit Das Organisationsteam hatte beim Kampf und die allgedas Wochenende lange im meine Gesundheit ein. Voraus vorbereitet und gab während des gesamten Steffen Sindulka vom Events ihr Bestes für ein Landessportbund Thüringen unvergessliches Erlebnis. führte mit den Trainer:innen eine intensive Session zur Schon am Freitagabend Gewaltprävention im Sport stand das Kennenlernen auf durch. Hier wurden die DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023 -
45
Grundlagen erarbeitet, um ein sicheres und respektvolles Umfeld für alle Sportler zu schaffen. Am Nachmittag stand nicht nur die Verdauung des leckeren Mittagessens auf dem Programm, sondern auch die Vertiefung der Vormittagsinhalte. Die nachfolgenden Workshops hat Nico Mikulic vom Landessportbund Hessen moderiert. Hier konnten die Trainer:innen gemeinsam diskutieren, wie die Erkenntnisse aus den Seminaren in Materialien umgesetzt werden könnten, die sich an Trainer:innen, Sportler:innen und Vereinsvertreter:innen in der gesamten DTU richten. Mit den wertvollen Inputs aus den Workshops in der Tasche freut sich die DTU-Jugend nun darauf, die gewonnenen Erkenntnisse in praxisnahen Materialien umzusetzen. Diese werden bis zum Jahresende erarbeitet und in der gesamten DTU verteilt. Aber auch die Sportler:innen kamen auf ihre Kosten. Für sie waren zwei Referentinnen von Avalon e.V. aus Bayreuth angereist, um zielgruppengerecht zu erarbeiten, was sexualisierte Gewalt ist und wie persönliche Grenzen gesetzt werden können. Julia August führte einen Workshop zur Stressbewältigung durch, um ihnen wertvolle Techniken für den Umgang mit Belastungen im Sport und im Leben zu vermitteln. Neben den informativen Veranstaltungen konnten die Teilnehmenden auch die brandneuen Sportstätten des Sportcamps ausgiebig nutzen. Hier konnten sie sich an der beeindruckenden 18 Meter hohen Kletterwand beweisen, Taekwondo in der Halle trainieren und spannende Reaktionsspiele erleben. Wesentlich zum Erfolg dieses Wochenendes beigetragen hat die finanzielle Unterstützung durch die Deutsche Sportjugend (dsj). Das Projekt wird im
46 - DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 17 10/2023
Rahmen der MOVE FOR HEALTH Kampagne der Deutschen Sportjugend umgesetzt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend durch das Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit gefördert. Diese Förderung ermöglichte es der DTU-Jugend, das MOVE FOR HEALTH Taekwondo-Wochenende kostenfrei anzubieten und so eine breite Teilnahme von Engagierten aus ganz Deutschland zu ermöglichen. Das MOVE FOR HEALTH Taekwondo-Wochenende war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gesünderen und wissensreicheren Zukunft für unseren Sport. Die Teilnehmenden haben nicht nur voneinander gelernt, sondern auch wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die sie in ihre Vereine und Gemeinschaften tragen werden.
NEU DOBOK ADI SEUNGRI erhältlich bei
www.ju-sports.de
Combatsports_pro.de
combatsports_pro.de
combatsports_pro.de
Meiners GmbH | CEO Jörn Meiners | Zur Schirmeiche 5 | 97357 Prichsenstadt | 09383 - 902547 | info@ ju-sports.de
FÖRDERER UND SPONSOREN DER
RDERN THLETEN. E MENGE MOMENTE. 11.09.19 12:42
Werden Sie Sponsor oder Förderer der DTU! Weitere Infos gibt Helena Stanek (stanek@dtu-mail.de)