Taekwondo 20 Magazin für olympisches Taekwondo in Deutschland
Meisterschaften im Blick: WM, EM, DM Hasim Celik beendet seine Karriere
Ausgabe 11 - April 2022
Foto: Taekwondo Europe
Unser Team für die Poomsae-WM in Südkorea Sportsoldatin Ela Aydin im Interview Leistungssteigerung durch gesunde Zähne
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Liebe Freunde des Taekwondo, liebe Sportlerinnen und Sportler! Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind weitgehend aufgehoben. In der Politik ist von einer Zeitenwende die Rede. Auch in unserem Sport spüren wir langsam die Veränderungen. Die Deutschen Meisterschaften am 19. und 20. März in Weißenburg fanden noch unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen statt (Seite 36), die Deutschen Meisterschaften der Kadetten, Junioren und Master am 9. und 10. April in Münster unterliegen nur noch eingeschränkten Schutzmaßnahmen. Welche Vorschriften und Ein schränkungen möglicherweise bei den PoomsaeWeltmeisterschaften vom 21. bis 24. April in Goyang/ Südkorea, im Mutterland des Taekwondo gelten, werden die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der großen Deutschen Nationalmannschaft erfahren. Wir stellen das deutsche Team vor (Seite 14/15) und haben mit dem jüngsten deutschen WM-Teilnehmer, Matteo-Won Campana (12) und dem ältesten deutschen Teilnehmer, Manfred Stadtmüller (63) ein Interview über ihre Gefühle und Erwartungen geführt (Seite 22 und 23). Was macht eigentlich Kostantinos Konstantinidis? Wir haben mit ihm über seine Karriere und die Zeit danach gesprochen (Seite 4). „Ich war nicht mehr behindert genug für den Para-Sport.“ Hasim Celik erzählt uns, warum er abrupt seine Karriere im November vergangenen Jahres beendet hat (Seite 7). Sportsoldatin Ela Aydin berichtet im Interview, wie Sie einen Wettkampftag gestaltet (Seite 10). Nach ihrem Karriereende im September vergangenen Jahres übernimmt Roxana Nothaft in der DTU die Aufgabe als Funktionstrainerin für den Nachwuchs (Seite 34). Welchen Einfluss gesunde Zähne auf die Leistung, auch im Sport haben, das verrät uns Dr. Johann Herzog in einem Gespräch in ihrer Praxis in Nürnberg (Seite 30). Fitness, Selbstwertgefühl und Selbstdisziplin sind die herausragenden Merkmale für den Breitensport. Die beiden neuen Bundesbreitensportreferenten Klaus Haggenmüller und Stephanie Wiechert stellen ihre Ideen für die zukünftige Arbeit vor (Seite 25). In Zukunft berichtet die DTU-Jugend regelmäßig im DTU-Magazin 20 über ihre Arbeit und ihre spezifischen Themen (Seite 40/41). Auf Seite 42 stellen wir drei großartige Karrieren vor, die zu Ende gehen, und auf Seite 43 verraten Yanna Schneider und Cem Ünlüsoy, ob sie Morgenmuffel sind und ob sie kochen können. Ich hoffe, dass Ihnen/Euch unsere Berichte, Interviews und Meldungen aus dem Deutschen Taekwondo gefallen. Allen eine sportliche und schöne Frühlings- und Sommerzeit. Herzliche Grüße Helena Stanek
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Inhalt ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■
4 Interview mit Kostantinos Konstantinidis 7 Hasim Celik im Gespräch 10 Vorgestellt: Sportsoldatin Ela Aydin 14 Das Poomsae WM-Team 17 Finale der WT Online Challange 18 Formenreferenentagung 2022 19 Regional-Bundeskaderlehrgang Technik 20 Bundeskaderlehrgang Technik in Hennef 22 Online-Fortbildung Technik-Freestyle 22 Bundeskaderlehrgang Freestyle Only 24 Jüngster und ältester WM-Teilnehmer 26 Funktionstrainerin Nachwuchs: Roxana Nothaft 28 Leistungssteigerung durch gesunde Zähne 32 Bundesbreitensportreferenten im Gespräch 38 Deutsche Meisterschaft in Weißenburg 40 Von der DTU-Jugend 42 Karriere-Ende 43 Entweder, oder!
Impressum Herausgeber: Deutsche Taekwondo Union e. V. Georg Brauchle-Ring 93 80992 München Telefon: 089 15 00 21 31 Verantwortlich für den Inhalt: Helena Stanek Mitarbeiter an dieser Ausgabe: Hermann-J.Hoffe (hh), Raffaella Delli Santi, Klaus Haggenmüller, Aylin Semrau, Uwe Mühling Fotos: DC-Fotographie, Felix Schmale, Binh Doung, Werner Thorenz, Peter Bolz, World Taekwondo, DTU-Archiv, Interviewpartner Redaktionsleitung: Helena Stanek (Fromm) – E-Mail: stanek@dtu-mail.de – Mobil: +49 174 6853194 www.dtu.de www.facebook.com/DeutscheTaekwondoUnion instagram.com/ger_taekwondo/
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WAS MACHT EIGENTLICH…? Kostantinos Konstantinidis von Helena Stanek Der Gewinn der Europameisterschaft 2010 war für den Stuttgarter Kosta Konstantinidis der größte Erfolg seiner Karriere. Das er trotz einer großen Verletzungshistorie in seiner aktiven Laufzeit heute noch top fit im Kraftraum stehen kann, verdankt er seiner neuen Leidenschaft: dem Cross-fit. Sein eigener Anspruch, alle Übungen, die er von seinen Kunden verlangt auch selbst durchführen zu können, treibt den ehemaligen Sportsoldaten auch heute noch zu neuen Höchstleistungen. DTU: Was war dein schönster sportlicher Moment im Einsatz der DTU? Kosta: Mein schönster sportlicher Moment war natürlich die Europameisterschaft 2010, wo ich Gold gewonnen habe. Das war zum einen mein erfolgreichster, zum anderen auch mein schönster Moment. Es war dahingegen auch ganz besonders für mich, da ich mir zuvor das Kreuzband gerissen hatte und lange verletzt war. Außerdem hatte ich den Druck, bei dieser EM auch erfolgreich sein zu müssen, um wieder in Sportfördergruppe der Bundeswehr zurückkehren zu können. Daher war der Titel für mich ein doppelter Gewinn und eine doppelte Belohnung. Verletzungshistorie: Ich habe mir 2008 das linke hintere Kreuzband gerissen. Ich habe das damals konservativ behandelt und nicht operieren lassen. Der nächste Kreuzbandriss, auch am linken Knie, war dann bei der Europameisterschaft 2010 im zweiten Kampf. Danach habe ich dann noch mit gerissenem Kreuzband (vorne und hinten) dann noch drei weitere Kämpfe gemacht und am Ende Gold geholt. Danach kam so eine Serie von Verletzungen. 2013 Innenband im rechten Knie gerissen, danach hatte ich einen Mittelfußbruch ein halbes Jahr später und 2014 habe ich mir dann noch mal das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Das habe ich dann operieren lassen und auch noch wieder erfolgreich gekämpft u.a. den dritten Platz bei den Swiss Open erreicht.
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DTU: Bei welchem Turnier bist mit einer großen Enttäuschung zurück gekehrt? Warum warst du unzufrieden und enttäuscht? Kosta: Die größte Enttäuschung war für mich definitiv die WM 2005 in Madrid/Spanien. Ich habe mir in der Vorbereitung auf gut Deutsch gesagt „den Arsch aufgerissen“, habe über mehrere Monate so intensiv trainiert wie noch nie. Ich war total diszipliniert, ohne feiern gehen oder so, habe mich im Training einfach total fit gefühlt und dann habe ich auf der WM im ersten Kampf gegen einen Griechen verloren, den ich 2 Monate vorher bei den German Open noch haushoch besiegt habe. Und das war richtig deprimierend. Da habe ich tatsächlich ein halbes Jahr mitzukämpfen gehabt. Ich habe in dieser Zeit total zugenommen, von 58 kg auf 68kg, weil ich einfach keine Lust mehr auf Training hatte und total in einem Loch war. DTU: Erzähl uns mal eine oder zwei amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam? Kosta: Das schönste war eigentlich immer das Zusammensein, das Miteinander mit den ganzen Leuten und den verschiedenen Charakteren. Es war nie langweilig und es war immer etwas los. Es gibt da total viele schöne Geschichten. DTU: Was machst du/arbeitest du heute und wo lebst du? Kosta: Ich lebe nun wieder in Stuttgart, nachdem ich kurze Zeit auch mal in München gelebt habe. Nach dem ich meine Karriere beendet hab, war ich tatsächlich erstmal ein bisschen in einem Loch und wusste nicht so wirklich, was ich machen soll. Ich habe ja BWL studiert
und eine Ausbildung bei der Bank gemacht. Aber darin zu arbeiten hat mich nicht so gereizt. Mein Herz hat immer noch für den Sport geschlagen und dann habe ich 2016 in einem Fitnessstudio angefangen Training zu geben. Also als Trainer zu arbeiten. Daraus hat sich dann so ein wenig das entwickelt, was ich heute mache: Personal Training. 2017 und 2018 habe ich mit einem Kollegen dann angefangen, Fußballer zu betreuen und wir haben Camps bzw. Trainings für Fußballer organisiert. Ab 2019/2020 bin ich selbstständig als Vollzeit Personal Trainer. Ich habe einige zusätzliche Trainerlizenzen gemacht, baue aber auch sehr viel auf meine eigenen Erfahrungen als Leistungssportler. Durch meine letzte Verletzung habe ich Kontakt zu Dr. Papadopolous bekommen. Er war lange Zeit in der medizinischen Leitung beim FC Schalke und danach dann beim VFB Stuttgart und gibt auch für die UEFA Seminare. Und er war so ein wenig ein Mentor für mich und hat mir sehr viel beigebracht. DTU: Wer dich in den sozialen Medien verfolgt, sieht deine Passion zum Sport. Was bedeutet dir Sport? Kosta: Es gibt ja zwei Bereiche für mich. Der private Sport und der berufliche Sport. Im Beruf habe ich so ein wenig das Credo „Ich werde von dir nichts verlangen, was ich selbst nicht kann“. Damit mir keiner meiner Klienten sagen kann, das geht aber gar nicht. Wenn sie sagen, dass es nicht geht, dann zeige ich es ihnen, dass es eben doch geht. Auch wenn ich teilweise viel älter bin als die jungen Fußballer. Darum muss ich natürlich auch privat fit sein. Aber generell macht mir Sport einfach nur Spaß. Ich kann nicht verstehen, wie man an Sport keinen Spaß haben kann. Und seit ich mit dem Taekwondo aufgehört habe, toi toi toi, habe ich mich nicht mehr verletzt und kann alles trainieren, was sich möchte. DTU: Welche Art von Zielgruppe betreust du aktuell als Personal Trainer? Kosta: Ich habe im Endeffekt vier Zielgruppen. Das sind „normale“ Leute, sprich Breitensportler. Dann habe ich Leute die Cross-Fit machen, teilweise auch wettkampfmäßig. Dann betreue ich Fußballer, von Semi-Profis bis Profis, und dann auch ein paar Taekwondo-Kämpfer. DTU: Wie und in welcher Form betreust du Sportler/ Sportlerinnen? Gibt es ein All-Inclusive-Paket? Kosta: Ich habe Leute, mit denen ich ein Eins-zu-Eins-
Training mache. Entweder im Studio oder aber auch online. Durch das Online-Training habe ich zum Beispiel auch Kunden aus der Schweiz oder Amerika. Dann biete ich auch die Form vom Remote-Coaching an, das heißt, ich schreibe dem Kunden einfach nur den Trainingsplan und die Kunden trainieren selbstständig. Ich biete KleingruppenTraining an, online oder in Präsenz. Mit dem Landrats-Amt hier in Stuttgart mache ich zum Beispiel auch Klein gruppen training. Welche Betreuung der Kunde will, ist dann im Endeffekt auch eine Geldfrage, sprich, wie viel möchte der Kunde investieren. DTU: Thema Cross-Fit: Ist das was für TKD Sportler oder eher nicht? Kosta: Je nach Sportler würde ich es ab dem JugendKader empfehlen, aber definitiv für alle im SeniorenKader! Cross-Fit ist sehr umfangreich ich seinen Bewegungsmustern und hilft dem Sportler eine bessere All Around Fitness zu erlangen. Dadurch das man immer viele unterschiedliche Dinge können muss hat man stets einen unterschiedlicheb Impuls/unterschiedliche Einwirkungen auf den Körper, die dann wiederum den Körper auf unterschiedliche Weise reizen. Dadurch wird der Köper dazu gebracht, besser zu werden. Das ist ja das Grundprinzip von Training. Ich denke im Taekwondo ist das Training häufig noch zu einseitig, sprich der Fokus liegt nur auf dem Taekwondo-Training. Und da ist es sicher gut einen Ausgleich zu haben, der dir trotzdem in deinem spezifischen Sport hilft. Und da ist halt Cross-Fit, mit dem man die Explosivkraft, aber auch generell die Kraft verbessern kann, sehr gut als Ergänzung zum Taekwondo Training. Cross-Fit Training ist immer ein ganzheitliches Training, denn du kannst viele Übungen nur machen, wenn dein ganzer Körper fit ist. Und das ist im Hinblick auf Verletzungsprofilaxe im Taekwondo sicher auch nur von Vorteil. Auch die Intensitäten im Cross-Fit sind ähnlich zum Taekwondo. Denn man hat teilweise Frames von „nur“ zwei Minuten. Und das ist halt super intensiv.
DTU: Welchen Anteil hat das Thema Ernährung für dich in Bezug auf sportlichen Erfolg? Kosta: Also wenn mich Leute heute Fragen, wie ich mich früher ernährt habe, fallen die fast vom Glauben ab. Jetzt ist es schwierig zu sagen, dass ich damals was versäumt habe, durch die Ernährung. Aber ich bin überzeugt davon, DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 11 04/2022 -
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dass es so ist. Ich hatte ein einschneidendes Erlebnis vor der Euro 2010. Ich musste ja immer viel abnehmen und habe das auch oft auf den letzten Drücker gemacht. Aber vor der Euro 2010 habe ich mich total bewusst ernährt und auch viel früher mit dem Abnehmen angefangen. Ich habe viel Obst und Gemüse gegessen, nur noch ganz wenig Fleisch. Ich habe noch nie so gut abgenommen und mich dabei noch so super fit gefühlt. Energietechnisch war ich top fit. Ich musste bei der Europameisterschaft echt oft und teilweise sehr hart kämpfen. Aber ich habe mich trotzdem top fit gefühlt. Und da denke ich, hatte die Ernährung einen großen Einfluss drauf. Einige Prozente kann man sicher dank einer guten Ernährung dann im fünften oder sechsten Kampf noch drauflegen. Denn hier entscheidet ja oft einzig die körperliche Fitness, wer den Kampf gewinnt. Und die Erkenntnis, wie wichtig Ernährung ist, kommt leider oft bei Sportlern erst, wenn sie nicht mehr im Leistungssport sind. Aber das sollte sich einfach ändern. Die Top-Athleten müssen anfangen, den Körper als etwas Ganzes zu sehen. Hart trainieren und schlecht essen
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passt einfach nicht zusammen. In dem Zusammenhang steht auch Feiern gehen und die Erholung. Ich bin ja noch keine 50 Jahre und weiß daher noch gut, wie es in den Köpfen der jungen Sportler aussieht. Aber jeder von denen muss sich die Frage stellen "was will ich erreichen". Wenn das Ziel klar gesteckt ist, gibt es nur einen Weg ... und auf diesem Weg wird sich zeigen, wer es wirklich will und wer es zwar sagt, davon aber nicht überzeugt ist!
„ICH WAR NICHT MEHR BEHINDERT GENUG FÜR DEN PARA-SPORT“ Hasim Celik im Interview von HELENA STANEK Hasim Celik beendete im vergangenen November relativ abrupt seine Karriere als Para-Sportler. Der Welt-und Europameister gibt nun all seine Erfahrungen an eine neue Generation Para-Athleten weiter. Der Startschuss für einen Neubeginn fiel zu Beginn des Jahres in Nürnberg. DTU: Erklär uns einmal kurz, wie es zu dem abrupten Ende kam? Hasim: Es gab bei der WT eine Regeländerung, was die Klassifizierung der ParaKlassen angeht. Früher gab es vier Klassifizierungen und nach der Änderung durch die WT nur noch zwei. Meine Behinderung erfüllt nach dieser neuen Klassifizierung nicht mehr die Mindestkriterien. Daher wurde ich sozusagen dazu gezwungen, aufzuhören. Wenn man es hart ausdrückt, bin ich nicht mehr behindert genug für den ParaSport. Nach der verpassten Qualifikation für die Paralympics war der Gedanke ans Aufhören zwar bereits in meinem Kopf. Aber letztlich hat diese Regeländerung dazu geführt, dass ich die Karriere beenden musste. DTU: Eine Aufgabe fällt weg, die nächste hast du direkt übernommen – Bundestrainer Para im Zweikampf. Wieso? Hast du nicht schon genug zu tun? Hasim: Ich kann einfach mit Freizeit nicht umgehen. Darum habe ich den Posten übernommen – Spaß. Es ist immer so, dass der Vertrag zwischen der DTU und dem Behindertensportverband nach jedem olympischen Zyklus erneuert werden muss. Ist der Zeitraum des Kooperationsvertrages vorbei, setzen sich beide Parteien hin und reden über einen neuen Vertrag. Dadurch, dass ich jahrelang der einzige Para-Zweikampfathlet war, war die Frage natürlich da, warum man den Vertrag verlängern sollte. Es ist schließlich kein aktiver Sportler mehr dabei. Bei unserem Treffen waren wir uns alle einig, dass das Projekt nicht komplett eingestampft werden soll. Vom Behindertensportverband und von unserem DTU-Team kam daher der Vorschlag, dass ich das Projekt fortfüh-
ren solle. Ich habe mir vier Wochen Bedenkzeit gegeben. Ich musste mir klar darüber werden, ob ich mir das auch zutraue. Man darf nicht vergessen, dass ich auch ein Mensch mit Behinderung bin. Das heißt, dass ich als Trainer manche Dinge nicht machen kann, wie beispielsweise die Pratzen halten. Darum wollte ich die Zusage, dass ich stets einen Assistenten einsetzen darf, der mich unterstützt. Als das geklärt war, habe ich zugesagt und im Januar direkt mit der ersten Maßnahme losgelegt. DTU: Erzähl uns von eurer ersten Maßnahme und deinen ersten Erfahrungen als Para-Trainer? Hasim: Wir haben hier in Nürnberg einen ersten Sichtungslehrgang über drei Tage mit zwei jungen Athleten gemacht. Ich bin sehr überrascht von den beiden Athleten und sehe großes Potenzial in ihnen. Demirhan Aydin aus Dachau, der Heimtrainer von einem der ParaSportler ist, hat mich bei dem Lehrgang unterstützt. Wir wollten erstmal sehen, wo die beiden Jungs Aziz und Felix stehen. Mein Ziel für den Lehrgang war es auch, sie erst einmal zu motivieren und ihnen die Möglichkeiten zu zeigen, die der Para-Sport für sie bietet. Ich habe Vieles ja selbst erlebt und versuche daher, zu informieren. Die beiden haben beim Lehrgang richtig gut mitgemacht und waren total stolz, in Nürnberg trainieren zu können. Da wir an dem Wochenende auch gleichzeitig einen Kaderlehrgang mit der Nationalmannschaft hatten, waren sie mächtig stolz, unter den gleichen Bedingungen wie die Profis trainieren zu können. Allerdings muss ich sagen, dass wir sogar teilweise länger trainiert haben als die Profis. Einige vom Herrenund Damenteam haben uns dann auch zugeschaut, wie wir trainieren. Das hat die Jungs zusätzlich motiviert. Es war wirklich ein sehr schönes Wochenende. DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 11 04/2022 -
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Strahelende Gesichter beim ersten Para-Lehrgang im Bundesstüztpunkt in Nürnberg.
DTU: Du warst jahrelang der einzige Para-Athlet im deutschen Nationalteam. Woran fehlt es aktuell im deutschen Para-Sport Taekwondo? Hasim: Es gibt aktuell einfach wenig Para-Athleten im Zweikampf-Bereich. Seit ich 2016 hier in Deutschland angefangen habe, kamen zwar immer mal wieder ein oder zwei Athleten hinzu, doch auch die erfüllten dann teilweise nicht die Mindestkriterien für den Para-Sport und sind somit herausgefallen. Auch ein Screening über die Landesverbände hat nicht viele neue Athleten herausgefiltert. Vielleicht gibt es in Deutschland einfach wenig Para-Athleten Zweikampf. Andere Nationen sind da schon viel weiter oder auch teilweise einfacher aufgebaut. Aufgrund unserer strengen Datenschutzvorgaben ist es hier viel schwieriger, an Daten von Personen mit einer Behinderung heranzukommen und sie somit unkompliziert anzusprechen, ob sie Lust hätten, zum Training zu kommen. Aber auf ein Mädchen habe ich schon ein Auge geworfen und ich denke, sie wird bald zu unserer Trainingsgruppe dazustoßen. Somit hätten wir schon drei aktive Zweikampf Para-Sportler. Ich denke, es ist vielleicht auch ein wenig ein gesellschaftlicher Punkt. Meine Eltern zum Beispiel wollten auch nicht unbedingt, dass ich einen Kampfsport mache. Ich hatte als Kind viele Operationen und da war es für meine Eltern schwer zu verstehen, dass ich einen Sport machen möchte, bei dem man sich noch zusätzlich verletzen könnte. Ich war einfach zu dickköpfig und habe es schließlich trotzdem durchgezogen. Ich glaube, dass viele Eltern die Kinder vielleicht deshalb lieber zu einer anderen Sportart schicken. Sie brauchen aber keine Angst zu haben, denn ich bin ein gutes Beispiel, dass es sich lohnen wird. DTU: Was muss getan werden, damit Taekwondo in Paris 2024 vertreten ist?
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Hasim: Aktuell sind im Para-Bereich nur Senioren startberechtigt. Ich habe noch weitere jüngere Athleten im Visier, aber kämpfen dürfen alle erst mit frühesten 16 Jahren. Um ins Nationalteam zu kommen, müssen wir alle noch ein paar Hausaufgaben erledigen. Die Athleten müssen klassifiziert werden und natürlich auch Deutscher Meister werden. Auch ich muss noch einige Voraussetzungen erfüllen, um international coachen zu dürfen. Bis dahin wird dies, in enger Abstimmung mit mir, weiterhin Nurettin übernehmen, der bereits alle internationalen Voraussetzungen hat. Ich erhoffe mir einfach, dass wir mit diesem kleinen Neustart auch die Berührungsängste abbauen können und mit den zwei oder drei Athleten zeigen, was möglich ist. Ich werde häufig von Trainern angerufen, die einen potenziellen Sportler haben, aber nicht so recht wissen, wie sie ihn behandeln sollen. Ich versuche dann so gut es geht zu informieren, dass es immer der beste Weg ist, die Sportler ins normale Training mit einzubinden und sie einfach inklusiv am Training teilnehmen lassen. DTU: Welches Ziel verfolgst du vom aktuellen Stand her? Hasim: Über Paris 2024 nachdenken kann man schon, aber ich möchte da auch realistisch bleiben und meine Ziele aktuell eher langfristig ausrichten. Ich sehe definitiv großes Potenzial in den beiden Athleten. Aziz, der in der Klassifizierung K41 kämpft, ist noch sehr jung (gerade 16 Jahre geworden) und da ist wirklich noch viel Potenzial da. Ich kenne ja auch die internationale Konkurrenz und da muss ich sagen, hat Aziz eine gute Chance, sich schnell nach oben zu entwickeln. Felix, er ist 26 Jahre, studiert und ist vom Körperbau wirklich total fit. Er startet in der Gewichtsklasse – 80 Kilogramm in der Kategorie K44. Diese Klasse ist international sehr stark besetzt. Ich habe selbst dort lange gekämpft und kenne somit die Gegner. Felix ist mental und physisch sehr stark und er hat mich beim Kaderlehrgang total
Demirhan Aydin trainiert mit den Para-Sportlern Felix (links) und Aziz (rechts)
positiv überrascht. Mit etwas Feinschliff denke ich, dass wir mit ihm in ein oder zwei Jahren auf europäischer Ebene um Medaillen mitkämpfen werden. Das ist auch für uns alle das Ziel: Internationale Wettkämpfe besuchen und zeigen, dass sich in Deutschland etwas entwickelt. Paris wird sportlich gesehen sehr knapp, aber 2028 ist ein realistischer Zeitpunkt, auf den wir alle hinarbeiten werden. DTU: Welche Maßnahmen planst du für das erste Jahr als Para-Bundestrainer? Hasim: Wir versuchen nun ab sofort in jedem Quartal ein Trainingslager zu organisieren. Außerdem steht in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft an und dann versuchen wir auch ein internationales Trainingslager zu besuchen. Internationale Turniere werden wir definitiv erst in der zweiten Jahreshälfte bestreiten. Welche das sein werden, wissen wir noch nicht. Da müssen wir schauen, wie sich alles entwickelt.
DTU: Welchen Appell hast du an Menschen mit Behinderungen, die sportlich aktiv werden wollen? Hasim: Mein Appell ist, egal welchen Sport, macht einen Sport, der euch Spaß macht. Ich habe damals angefangen und hätte mir nie erträumt, dass ich einmal Weltund Europameister werde. Ich habe mir das aber immer wieder gesagt: Ich will Weltmeister werden. Ich habe dafür viel trainiert und war irgendwann so tief drin, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Was Besseres kann einem ja gar nicht passieren. Und nun bin ich dafür da, andere dabei zu begleiten und zu unterstützen, ihre Träume zu verwirklichen. Jeder, der Interesse an Para-Taekwondo hat, kann sich gerne bei mir melden. Wenn jemand lieber über den Verein gehen möchte, ist das auch kein Problem. Wichtig ist nur, dass ich weiß, dass dort im Verein ein Sportler trainiert, der möglicherweise für den Para-ZweikampfBereich interessant ist. Nur so können wir gemeinsam den Para-Bereich ausbauen.
Das Leistungssportpersonal der DTU: v.l. Sergej Kolb, Marco Scheiterbauer, Hasim Celik, VP Finanzen Gerd Kohlhofer, Präsident Stefan Klawiter, Sportdirektor Holger Wunderlich, Balazs Toth, Boris Winkler
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„DA HABE ICH KURZZEITIG GEZWEIFELT, OB ICH JEMALS WIEDER TAEKWONDO MACHEN KANN.“ Ela Aydin im Interview von Helena Stanek Der erste registrierte Kampf der Sportsoldatin Ela Aydin waren die Kroatien Open 2010 in Zagreb. Elf Jahre später war sie Deutschlands Hoffnung auf einen weiteren Startplatz bei den Olympischen Spielen in Tokio. Was die „NeuNürnbergerin“ in ihrer noch jungen Karriere bereits für Rückschläge verkraften musste, wie sie einen Wettkampftag gestaltet und warum sie nun nach Nürnberg gezogen ist, erzählt uns Ela in einem persönlichen Interview. Die meisten Kartons sind ausgepackt, der Umzug nach Nürnberg ist für die Dachauerin Ela Aydin geglückt. Mit der Zentralisierung der Bundestrainer an den Bundesstützpunkt Nürnberg hat auch Ela Aydin entschieden, neue Wege in ihrem Training zu gehen. „Es ändert sich nun einiges für mich. Aber ich freue mich auf diese neue Aufgabe und bin gespannt, wie sich alles entwickeln wird.“ Sie sei glücklich darüber, dass sie nun die Möglichkeit habe, tagtäglich mit ihrem Bundestrainer unter solch professionellen Bedingungen trainieren zu können. Früher habe man sich mit dem Bundestrainer auf den Lehrgängen oder auf dem Wettkampf gesehen, nun sei man täglich zusammen. Sie sehe es an anderen Nationen, die eben genau diesen Vorteil schon länger hätten. Für das erfolgreiche VaterTochter-Gespann war dies eine große Veränderung. Demirhan Aydin betreut seine Tochter Ela im Verein seit Kindesbeinen. Er hat mit ihr auch ihre großen Verletzungen durchgestanden. Doch nach der verpassten Qualifikation für die Olympischen Spielen in Tokio ist das gemeinsame Ziel „Olympia 2024“ so groß, dass der Papa seine Tochter ziehen lässt. „Er unterstützt mich in allen Belangen. Er hat das Vertrauen in den Bundestrainer und wir sagen beide, dass dies für mich eine gute Möglichkeit ist, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Er sagte zu mir, wenn es mich weiterentwickeln und mir helfen würde, dann unterstütze er mich zu 100 Prozent.“ Ela sagt von sich
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selbst, dass sie diszipliniert sei und das auch lange Zeit in ihrem Training in München unter Beweis stellen musste. Das Frühtraining in München lief oft in Eigenregie ab. In Nürnberg wird nun der ganze Tag vom Trainerteam begleitet. Ela sieht dies als weiteren Vorteil für ihre Karriere. „Ich bin diszipliniert, aber es tut auch gut, wenn einer einem auch beim Krafttraining sagt: Auf geht’s, einen Satz noch, du schaffst das!“ Sie glaubt, dass ihr das gut tun wird und alles nun noch ein bisschen professioneller werden würde. Durch die Regelung, dass am Freitag nur noch das Frühtraining am Stützpunkt gemeinsam abgehalten wird, kann Ela vor allem am Freitagabend noch in ihrem Vereinstraining mit ihren Vereinskollegen und Vater Demirhan trainieren. Die Zusammenarbeit mit ihrem Papa sei ihr immer enorm wichtig gewesen und wird es auch weiterhin sein. „Ich weiß, dass mein Papa immer nur das Beste für mich will. Egal ob ich erfolgreich bin oder ob es mal nicht so läuft – ich weiß, er steht immer hinter mir.“ Momente, in denen es mal nicht so lief, waren ihre Verletzungspausen, die sie aufgrund von einem Kreuzbandriss und einem Meniskusriss einlegen musste. Im Halbfinale der Belgian Open hatte sich Ela das Knie verdreht. Sie hatte Schmerzen, kämpfte aber weiter. Als sie erneut wegknickte, warf Marco Scheiterbauer (damals als Coach im Einsatz) das Handtuch. Eine gold-
richtige Entscheidung, stellte sich nachher doch heraus, dass Elas Kreuzband gerissen war. „Das war nicht einfach damals. Ich war erst 17 Jahre alt und bin noch zur Schule gegangen. Da mussten wir alles richtig koordinieren. Ich war noch kein Vollprofi, so wie ich es jetzt bin, und hatte nicht den ganzen Tag Zeit, zu trainieren.“ 16 Jahre, Pubertät und eine schwere Verletzung. Das alles zusammen machte es vor allem direkt nach der Operation sehr schwer für sie, wieder reinzukommen. Ihr Vater fing sie jedoch auf und motivierte Ela, weiterzumachen. „Man muss nach so einer Operation alles neu lernen. Man muss lernen, wie man normal läuft, wie man sich hinsetzt, wie man sein Bein bewegt. Da habe ich kurzzeitig gezweifelt, ob ich jemals wieder Taekwondo machen kann“. Nach der überstandenen Verletzung ist Ela mit viel mehr Wertschätzung in die Trainings gegangen. Sie sei glücklich gewesen, ihre Freunde und ihre zweite Familie wieder täglich im Verein sehen zu können. „Ich war einfach nur froh, wieder trainieren zu können. Durch die Verletzung habe ich diesen Sport noch viel mehr wertgeschätzt“. Angst vor weiteren Verletzungen habe sie nicht. Das wäre die falsche Art, diesen Sport zu betreiben. Respekt habe sie aber schon davor.
Wenn Ela fit ist und auf der Fläche steht, ist sie meist sehr erfolgreich. Zehnfache Deutsche Meisterin, U-21 Vizeeuropameisterin, Bronzemedaillen-Gewinnerin bei der Europameisterschaft 2021, Vize-Europameisterin bei den European Extra Games, sowie 50 gewonnene Medaillen bei Weltranglistenturnieren (stand 14. März 2022). In dieser noch jungen Saison konnte die Sportsoldatin der Bundeswehr bereits zwei Goldmedaillen bei G2-Weltranglistenturnieren gewinnen und somit ihre maximalen 40 Weltranglistenpunkte schon im Februar erkämpfen. Nun kann sie sich auf die großen Events wie die Europameisterschaft und die Grand Prix Serie konzentrieren, bei denen sie zusätzliche Weltranglistenpunkte sammeln kann. Als schönsten Moment ihrer Karriere beschreibt Ela den Gewinn der Silbermedaille bei den European Extra Games 2019 in Bari. Bei ihrem ersten G4-Weltranglistenturnier schaffte sie es hier, auf Anhieb ins Finale zu kommen. „Ich habe zwar das Finale verloren, aber trotzdem war dies der schönste Moment meiner Karriere.“ Die ganze Stimmung und Atmosphäre in Bari sei besonders und ein ganz anderes Level gewesen. Alle Halbfinalkämpfe wurden nur auf einer Fläche ausgetragen, sodass der Fokus stets auf nur einer Fläche lag. Genau hier im Halbfinale siegte Ela gegen Elizaveta DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 11 04/2022 -
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Ryadninskaya aus Russland in der letzten Sekunde des Kampfes. Dies sei für sie ein besonderer Sieg gewesen. „Es gibt nichts Schöneres, als zu gewinnen. Beim Leistungssport ist das vielleicht auch eine Art Sucht. Es ist einfach ein so schönes Gefühl, dass man sich selbst für die ganzen Anstrengungen und Aufwendungen, die man jeden Tag im Training bringt, auf der Fläche belohnen kann. Auf dem Siegerpodest zu stehen, ist dann einfach pures Glück.“ Das Schönste nach einem Wettkampftag sei die Dusche nach dem Wettkampf. Und das Schlimmste, ins Bett zu gehen, denn dann fängt alles an, wehzutun. Elas Wettkampftroutine: 1. Die WAAGE: Wenn ich in meiner olympischen Gewichtsklasse kämpfe, also - 49 Kilogramm, muss ich zuvor abnehmen. Dies mache ich mit meinem Ernährungsplan, den meine Ernährungsberaterin erstellt hat. Das klappt gut und ich kann in meiner Gewichtsklasse gesund und fit kämpfen. Wenn ich – 53 Kilogramm kämpfe, habe ich zwar auch meinen Ernährungsplan, muss aber nicht so konzen-
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triert auf die Kilos achten. Nach der Waage freue ich mich dann wieder sehr auf das Essen. Dann fängt die mentale Vorbereitung an. 2.Der Abend vor dem Wettkampf: Nach dem Essen fange ich an, mich auf meinen Wettkampf vorzubereiten. Abends setzen wir uns meistens noch mal hin und reden über die Poolliste und mögliche Gegnerinnen. Dann gehe ich schlafen. Ich versuche stets drauf zu achten, dass ich meine acht Stunden Schlaf bekomme. 3.Das FRÜHSTÜCK: Je nach dem, wann meine Kampfnummer ist, wähle ich auch meine Frühstückszeit. Zum Frühstück esse ich gerne Porridge. Ich habe gemerkt, dass mein Körper dies gut verträgt und ich damit gut in den Tag starte. Wenn es aber mal kein Müsli oder Porridge gibt, geht die Welt auch nicht unter. 4. Die VORBEREITUNG: Ich gucke nicht auf die Uhr, sondern eher auf die Kampfnummern. Etwa acht bis zehn Kämpfe vor meinem Kampf fange ich an, mich umzuziehen und mein
Taping zu machen. Fünf bis sechs Kämpfe vor meinem Kampf gehe ich mich locker aufwärmen und steigere die Intensität, bis ich dann richtig warm bin. Ich pusche mich dann richtig hoch, so, als hätte ich schon einen Kampf gemacht. Nach dem Aufwärmen gehe ich nur noch zum Platz, ziehe meine Wettkampf-Sachen an und bewege mich in Richtung Kampffläche. Vor jedem Kampf bete ich noch einmal und dann geht es los!
Analysierst du deine Gegner oder schaust du eher auf dich? Ich schaue eher auf mich. Jubelst du euphorisch oder eher im Stillen? Natürlich eher euphorisch.
5. Nach dem KAMPF: Nach dem Kampf gehe ich zum Platz zurück und starte mit der Regeneration, damit ich wieder fit für die nächsten Kämpfe bin. In Absprache mit meiner Ernährungsberaterin esse ich zwischen den Kämpfen gerne die Obst-Quetschies, die Kinder auch oft essen. Ich habe gemerkt, dass sie gut für mich sind. Oft lege ich mich zwischen den Kämpfen auch kurz hin und schaue dabei meinen Kampf, den ich gerade hatte, auf dem Handy an. Und dann warte ich auf den nächsten Kampf, für den ich mich dann wieder kurz aufwärme und vorbereite. Bist du eher der Angriffstyp oder eher die Konterkämpferin? Zu meiner Jugendzeit war ich eher die Angreiferin. Und jetzt bin ich eher eine Konterkämpferin. Bist du eher der Stepping-Champion oder eher ruhig auf der Fläche? Das kommt auf den Kampf an. Aber ich bin eher chillig auf der Fläche. Was denkst du, wenn du einen Kopftreffer kassiert hast? „Oh, das musste nicht sein.“ Das denke ich mir dann sofort. Bist du eine Drehkünstlerin oder kämpfst du eher mit Standardtechniken? Eher Standardtechniken.
ERFOLGE ELA AYDIN: National: 10-fache Deutsche Meisterin International: 2013 U15 Europameisterschaft – Bronze 2014 U18 Weltmeisterschaft Teilnahme 2015 U18 Europameisterschaft – Platz 5. 2016 U18 Weltmeisterschaft Teilnahme 2017 Junioren Europameisterschaft – Silber 2017 Europameisterschaft (OWC) – Silber 2018 Europameisterschaft Teilnahme 2018 Grand Prix Team 2019 Grand Prix Team 2019 Weltmeisterschaft – Platz 9. 2019 CISM World Games – Bronze 2019 European Extra Games – Silber 2019 Olympic Test Event – Platz 5. 2020 Olympia Qualifikation – Platz 5. 2021 Europameisterschaft – Bronze
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Das absolute Saisonhighlight im Poomsae-Bereich wird stattfinden: Von 21. bis 24. April kommen über 760 Formenläuferinnen und Formenläufer aus der ganzen Welt im südkoreanischen Goyang zusammen, um die Weltbesten unter sich auszumachen. Für Deutschland werden 20 Bundeskaderathlet:innen um die heißbegehrten Medaillen kämpfen. Das DTU-Team befindet sich in der intensiven Vorbereitung und hat die lange Zeit des bangen Wartens, ob die pandemische Situation und alle daran hängenden Schwierigkeiten eine Teilnahme überhaupt ermöglichen, bestens genutzt. „Wir haben ein starkes Team nominiert, das schon in der Vorbereitung - mit der langen Ungewissheit über die Rahmenbedingungen - besondere mentale Stärke beweist“, freut sich Vizepräsident Rainer Tobias. Für viele ist die WM-Teilnahme gleich in zweierlei Hinsicht ein persönliches Highlight: Der Start auf den Titelkämpfen selbst, und das im Mutterland des Taekwondo erleben zu dürfen. Für einen Großteil des Teams ist es zudem der erste Start auf einem Weltturnier. Die deutschen Sportlerinnen und Sportler gehen in insgesamt 17 Klassen an den Start, einige von ihnen haben Doppelstarts. Damit alle fit für ihre Wettkämpfe sind, wird der erfahrene Physiotherapeut und Osteopath Markus Wittek das Team unter Leitung von Rainer Tobias wieder begleiten. Neben dem natürlich intensiven Heimtraining hat sich das Team auf einem Vorbereitungswochenende Ende Februar in Hennef sowie weiteren Regionallehrgängen und individuellen Trainingseinheiten mit den Bundestrainer:innen auf die WM vorbereitet, bis die Sportlerinnen und Sportler am 17. April in den Flieger nach Seoul steigen.
Das nominierte DTU-Team: Tuong-Vi Hannah Do, Cadets Female (NTU)
Manfred Stadtmüller, Under 65 Male (BTU)
Matteo Won Campana, Cadets Male (TUBW)
Helena Silberhorn und Mian Fromm, Juniors Pairs (HTU)
Ana Catalina Pohl, Juniors Female (HTU) Mian Fromm, Juniors Male (HTU) Thi Nam Phuong Vuong, Under 30 Female (TUH) Patrick Kuzenko, Under 30 Male (TUBW) Bärbel Reiner, Under 40 Female (BTU) Christian Senft, Under 50 Male (NTU) Heekyung Reimann, Under 60 Female (HTU)
Ana Catalina Pohl, Pia Hoffmann und Helena Silberhorn, Team Juniors Female (HTU) Patrick Kuzenko, Emir Can Erdemir und Leon Pfaffl, Team Male Under 30 (TUBW/BTU/NTU) Quoc Binh Duong, Tilman Gothner und Patrick Lebens, Team Male Over 30 (HTU/BTU/BTU) Adina Machwirth, Freestyle Individual Under 17 Female (HTU)
Matteo Won Campana und Manfred Stadtmüller, jüngster und ältester Teilnehmer im deutschen Team: Interview auf Seite 22 und 23
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GROSSES FINALE DER WT ONLINE CHALLENGE Kurz vor Weihnachten hieß es Daumendrücken für die drei Finalteilnehmer am „Grand Final“ der WT Online Poomsae Challenge, dem Abschluss der virtuellen Formenturniere der WT, die übers Jahr hinweg zuerst in den Kadettenkategorien, anschließend in der Jugend und im dritten Durchgang für die Senioren ausgetragen wurden. Die jeweils besten Acht der drei Challenges waren automatisch für das große Finale im Dezember gesetzt, wo sie nochmals gegen die Gegner ihres Finales antreten mussten. Tom Lüdders startete dabei in zwei Kategorien – zum einen bei den Kadetten männlich im traditionellen Bewerb, zum anderen in der Freestyle-Kategorie. In beiden Klassen präsentierte sich Tommy kämpferisch und überzeugend, für die Medaillenränge reicht es dann leider knapp nicht. Christian Senft hatte sich für das Finale in der Klasse der Herren unter 50 Jahren qualifiziert und belohnte
sich mit einer souveränen Leistung mit einer Bronzemedaille. Auch Heekyung Reimann hatte sich in der vorherigen Challenge für dieses Finale in der Klasse der Damen unter 60 Jahren das Startrecht erkämpft und gewann die zweite Bronzemedaille für das deutsche Team. Im März geht die Online-Tunierserie mit den Muju Taekwondowon Online 2022 WT Poomsae Open Challenge Series weiter, für das die DTU in den beiden starken Seniorenklassen die beiden Altersaufsteiger aus der Jugend, Anna Siepmann und Tim Do, in der Klasse unter 30 Jahren nominiert hat, sowie den erfahrenen Roger Kesternich bei den Herren unter 40. Franziska Schneegans, ebenfalls eine hochdekorierte und erfahrene Formenwettkämpferin, ist dieses Jahr auch aufgestiegen und wird in der Klasse der Damen unter 40 Jahren für die die DTU starten.
Die Medaillengewinner der Challenges III und Final bei der „nachgeholten Siegerehrung“ durch Vizepräsident Rainer Tobias beim Bundeskaderlehrgang in Hennef, von links nach rechts: Christian Senft, Bronze (Final); Kai Müller, Bronze (Challenge III); Heekyung Reimann, Bronze (Challenge III und Final), Manfred Stadtmüller (Silber, Challenge III); Vizepräsident Rainer Tobias
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Formenreferententagung 2022
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gestalten
beraten
arbeiten. Um gerade in der Pandemie die Anreise kurz zu halten, waren Paul Knauthe nur im Norden, Imke Turner nur in der Mitte und Daniela Koller nur im Süden eingesetzt, für 2022 soll bei Entspannung der Lage aber die ursprünglich geplante Rotation der Bundestrainer zum Einsatz kommen. Freestyle-Bundestrainer Lukas Stein hingegen trainiert seine Bundeskadermitglieder ortsflexibel je nach freestylegeeigneter Hallenverfügbarkeit. Für 2022 erhofft sich das Technikteam eine Entspannung der Situation, sodass Lehrgänge, Turniere und Fortbildungsmaßnahmen wie etwa im Kampfrichterbereich auch wieder unter entsprechenden Rahmenbedinungen in Präsenz durchgeführt werden können – vor allem wieder planbarer und somit frühzeitiger ankündbar sind. Spannend wird es, ob und wie die bereits für April geplanten Weltmeisterschaften in Südkorea durchgeführt werden können (zum Zeitpunkt der Formenreferententagung war die Ausschreibung noch nicht veröffentlicht). Abhängig von der WM wird auch überlegt, die für Januar abgesagten German Open später im Jahr nachzuholen, zudem hofft man natürlich, die beiden Bundesranglistenturniere und auch die Deutsche Meisterschaft sowie den Deutschen Jugend-Cup in Präsenz anbieten zu können. Zumal “nach der WM ist vor der EM” gilt – schließlich findet 2023 die nächste Europameisterschaft statt, für die Turniere in der zweiten Jahreshälfte bereits erste Gradmesser sein könnten; Ausrichter und Datum sind allerdings noch nicht bekannt. Nach einer effizienten Sitzung verabschiedeten sich alle in der Hoffung, auch bald wieder “live” aufeinderzutreffen.
texten
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verstehen
Traditionell zu Jahresbeginn kommen die Formenverantwortlichen der Landesverbände auf Einladung des Vizepräsidenten Technik zusammen, um über Neuerungen, die vergangene und die anstehende Saison sowie aktuelle Themenkomplexe zu sprechen und sich auszutauschen. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Formenreferententagung pandemiebedingt nur virtuell stattfinden, statt wie gewohnt in Frankfurt. Corona hatte auch die Saison 2021 fest im Griff, dennoch fiel das Fazit von Rainer Tobias für den Formenbereich gut aus. Er bedankte sich für die Kooperation aller Verantwortlichen im vergangenen Jahr, insbesondere auch für die Geduld im Hinblick auf die unsichere Turniersituation. Er könne gut verstehen, dass die Absage geplanter Präsenzturniere bei vielen auf Enttäuschung gestoßen ist. Doch die drei PräsenzEvents in der zweiten Jahreshälfte mit dem Bundesranglistenturnier in Gehrden, dem EM-Vorbereitungslehrgang in der Sportschule Hennef und natürlich dem Highlight – der Europameisterschaft in Portugal, bei dem das deutsche Team 12 Medaillen gewann – waren ein Lichtblick nach den online-geprägten Monaten seit Ausbruch der Pandemie. Auch die Tatsache, dass im Technikbereich überhaupt OnlineTurniere durchgeführt werden können – wie etwa die Online Challenges der WT, hat zumindest dazu beigetragen, dass der Formensport nicht zum völligen Erliegen gekommen ist wie andere Sportarten. Die Bundestrainer hatten auch die Chance, ab Juli die neu eingeführten Regional-Bundeskaderlehrgänge durchzuführen. Dabei kommen die Bundeskadersportler:innen aus und in den drei Regionen Nord, Mitte und Süd zusammen, um gemeinsam unter Leitung eines Bundestrainers zu
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ERSTER REGIONAL-BUNDESKADERLEHRGANG TECHNIK VORBEREITUNG AUF DIE WM von Technikteam Der erste Bundeskaderlehrgang im Jahr soll in der Regel der Grundlagenarbeit dienen und den Leistungsstand der Sportler:innen analysieren. Ebenso bietet er die Möglichkeit, einfach und unkompliziert regionale Sichtungen vorzunehmen. In diesem Jahr war die Ausrichtung des ersten Technik-Regionalbundeskaderlehrgangs freilich eine andere. Die WM im Blick, wurde im Sinne einer effizienten Trainingsgestaltung und sinnvollen Periodisierung ein anderes Format gewählt. So beschränkte sich der Teilnehmerkreis zum einen auf aktuelle Nationalkadersportler:innen. Zum anderen wurden die Inhalte so gewählt, dass sie sowohl langfristig angelegte Impulse enthielten, als auch einen Leistungseffekt für den April versprachen. Im Hauptteil der drei Lehrgänge, die parallel in den drei Regionen Süd, Mitte und Nord stattfanden, standen zwei im Vorjahr identifizierte Fokusthemen auf dem Programm. Die Sportler:innen arbeiteten zuerst an ihrer Kickhärte, um diesem internationalen Anspruch noch gerechter zu werden. Zur Intensivierung des Krafteindrucks wurde anschließend an der Differenzierung von Anspannung und Entspannung gefeilt. All das mündete dann in Wettkampfläufen, aus denen das Bundestrainerteam einen generellen Eindruck gewinnen und jedem Mitglied
individuelle Hinweise für das Heimtraining mitgeben konnte. Hoch motiviert gingen die Sportler an das Training. Unter gewohnt optimalen Bedingungen nahmen alle die anspruchsvolle Situation an und arbeiteten fokussiert an den Inhalten. „Auch wenn ich mir noch mehr Klarheit über die nächsten Monate gewünscht hätte, war es toll zu sehen, dass die Sportler das so professionell annehmen. Genau das hatten wir ja auf dem letzten EM Vorbereitungslehrgang mit den Sportlern erarbeitet: Flexibilität und Fokus auf das eigene Handeln“, fasst Bundestrainer Paul Knauthe zusammen. Nach den rund vierstündigen Einheiten gingen alle Sportler:innen zufrieden aus der Halle, so auch das Bundestrainerteam: „Ich bin glücklich darüber, dass die Sportler so kurz nach der Euro auf einem so hohen Leistungsstand sind“, freut sich Bundestrainerin Daniela Koller. Genau hierin liege das Ziel bei den neu eingerichteten Regionallehrgängen, ergänzt Bundestrainerin Imke Turner: Häufigere Impulse über das Jahr verteilt zu geben, um die Sportler mit kleinem Aufwand noch optimaler in ihrer Entwicklung zu begleiten.
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TechnikBundeskaderlehrgang in Hennef – Vorbereitung auf die WM Mian Fromm und Helena Silberhorn
von Raffaella Delli Santi Nach der EM ist vor der WM: Zwischen der für das deutsche Team sehr erfreulich verlaufenen Europameisterschaft mit 12 Medaillen und der im April stattfindenden Weltmeisterschaft in Südkorea liegt nicht viel Verschnaufpause für die Formen wettkämpfer:innen. Um sich auf dieses Saisonhighlight vorzubereiten, kamen die potentiellen Starter:innen Ende Februar unter gewohnt perfekten Bedingungen in der Sportschule Hennef zusammen, um unter Anleitung des Bundestrainerteams miteinander zu trainieren und ihren Leistungsstand zu präsentieren. Die generelle Lehrgangsausrichtung orientierte sich an der Periodisierung kurz vor der WM: Hohe Intensität in den Einheiten mit vollem Fokus, aber wenig Umfänge und der Möglichkeit für die Sportler, ihre Belastung individuell zu steuern. Damit ist gewährleistet, dass sie auch in der nächsten Woche direkt weiter an den Themen arbeiten können und auch das Verletzungsrisiko minimiert wird. „Der Lehrgang hat wie immer viel Spaß gemacht. Wir sind in vielen Bereichen auf einem sehr guten Stand. An den Baustellen haben wir noch einmal einen Schritt vorwärts gemacht und blicken jetzt voller Vorfreude in die heiße Phase der WM-Vorbereitung.“ (Bundestrainer Lukas Stein)
Der Freitagabend stand noch im Zeichen des “Ankommens”. Nach der teils langen Anfahrt der Teilnehmer:innen widmeten sich Daniela Koller und Paul Knauthe vor allem den Themen "Mobilisierung” und “Aktivierung”, um die müden Muskeln und Sehnen auf das Training
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Heekyung Reimann und Manfred Stadtmüller
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der kommenden zwei Tage vorzubereiten. In der anschließenden Wahl der kommissarischen Aktivensprecher erhielten Bärbel Reiner und Steven Behn erneut die Stimmen des Teams, um deren Belange und Interessen kompetent zu vertreten. Das Technikteam freut sich auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den beiden erfahrenen Aktivenvertretern. „Es war beeindruckend, wie die Sportler auf diesem Niveau arbeiten, Impulse annehmen und sich in kürzester Zeit weiterentwickeln. So macht die Arbeit Riesenspaß und lässt positiv in die Zukunft blicken.“ (Bundestrainer Paul Knauthe)
Der Samstagmorgen startete dann mit Grundmobilisation als Vorbereitung für den gesamten Trainingstag, um die Einheiten effizient nutzen zu können. Nach einer kurzen Theorieeinheit mit Vizepräsident Rainer Tobias und Sportdirektorin Raffaella Delli Santi zum aktuellen Stand der WM-Planungen arbeiteten die traditionellen Formenläufer mit Daniela Koller und Paul Knauthe vor allem an der Exaktheit und Dynamik ihrer Ap und Yop Chagis: Um vor allem die Kickhärte in den Fokus zu nehmen, wurden die Techniken auf ihre Einzelbestandteile reduziert geübt sowie die Ansteuerung der benötigten Muskulatur. Anschließend wurde alles „zusammengebaut“ und in Kickreihen trainiert, bevor die Sportler:innen diese Inhalte in ihre Formensequenzen überführten. Die Freestyler widmeten sich mit Disziplin-Bundestrainer
Lukas Stein währenddessen der Verbesserung und Verstetigung einzelner Elemente ihrer Choreographien. “Über die drei Tage hinweg arbeiteten die Sportler:innen konzentriert und fokussiert miteinander, um sich für ihr gemeinsames Ziel im April in Topform zu bringen. Trotz vieler Unwägbarkeiten sind Leistungsbereitschaft und -niveau auf einem sehr hohen Level, was die Professionalität des Teams unterstreicht. Mit einem guten Gefühl kann die finale Phase der Vorbereitung angegangen werden.“ (Bundestrainerin Daniela Koller)
Die Nachmittagseinheit Stand im Zeichen von Impact und Flow. Mit der Vorgabe, die Hüfte anzusteuern und auf klare Endpunktsetzung zu achten, mussten alle Teilnehmer:innen zwei Formen unter Wett kampfbedingungen präsentieren, um den Trainern die Möglichkeit zu geben, nach der Analyse individuelle Verbesserungen und Impulse an die Hand zu geben, die sie in den anstehenden Wochen im Heimtraining umsetzen sollen. Hier waren dieses Mal auch die beiden Landestrainer aus der TUBW und der HTU zu Gast – Nicole Ketteniss und Marcus Ketteniss – um den Input der Bundestrainer für die Landesbetreuung mitzunehmen und über die Leistungsentwicklung der Schützlinge zu sprechen. Die Athlet:innen zeigten Topleistungen und überzeugten das Trainerteam, dass sie bereit für das große Event sind. Samstagabend stieß dann auch Bundestrainerin Imke Turner zum Team – ab da waren bei den „Traditionellen“ drei strenge Augenpaare bei der Arbeit. Der dritte Trainingstag sah dann vor allem Zeit für die individuelle Arbeit vor, ebenso wie für Teamkonstellationen: Die Bundestrainer boten allen Zeitslots, um nochmals individuell mit ihnen zu arbeiten. Den Abschluss bildeten ann eine kleine Stabieinheit sowie das Lehrgangsfazit. Das fiel beim
Bärbel Reiner und Steven Behn als neu gewählte Aktivensprecher
Bundestrainerteam sehr gut aus: Sie waren hochzufrieden mit der Einstellung der Sportler:innen und verzeichneten vielversprechende Leistungen. Auch das Feedback des Teams viel positiv aus, die Teilnehmer:innen konnten viel Entwicklung bei sich selbst feststellen – genau das war den Trainern ein Anliegen. „Keine zwei Monate mehr bis zur WM, und noch immer gibt es keine Entscheidung zu den Einreisebedingungen und damit keine Planungssicherheit. Ich bewundere die Zuversicht unseres potentiellen WM-Teams, mit der alle hochmotiviert weiter trainieren und sich ständig verbessern. Und ich wünsche allen, dass sie die Chance bekommen, ihre Leistung auch abzurufen." (Bundestrainerin Imke Turner)
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EIN TRAUM WIRD WAHR 14facher Bayrischer Meister freut sich auf erste WM-Teilnahme
Manfred Stadtmüller (63) betreibt seit 45 Jahren Taekwondo und hat zunächst an zahlreichen VollkontaktMeisterschaften teilgenommen. Seit 15 Jahren startet er in Deutschland und Europa auf Poomsae-Meisterschaften. Die WM-Teilnahme in Südkorea stellt für den vierzehnfachen Bayrischen Meister die größte sportliche Herausforderung. „Für mich ist wahrlich ein großer Traum in Erfüllung gegangen.“ Der Servicetechniker der Telekom in Altersteilzeit zeigt im Online-Gespräch mit dem DTUMagazin sichtlich seinen ganzen Stolz und seine Freude.
Durch Freunde zum Taekwondo
Nach Turnen, Skifahren und Leichtathletik wechselte Manfred Stadtmüller 1977 zum Taekwondo. „Ein Freund hat mich zum Taekwondo-Training mitgenommen. Er hat dann irgendwann aufgehört. Ich bin dabeigeblieben“, sagt der WM-Teilnehmer. Über den Breitensport, Gürtelprüfungen und Lehrgänge, unter anderem auch bei Georg Streif, hat er beim Vollkontakt reingeschnuppert. Danach hat Manfred als Trainer und Coach mit einem seiner Söhne an zahlreichen Meisterschaften im Vollkontakt teilgenommen. Seit nunmehr fast fünfzehn Jahren gehört Manfred Stadtmüller zum Technik-Landeskader Bayern.
Irgendwann das Ziel erreichen Für Manfred Stadtmüller war die WM-Teilnahme bereits 2020 zum Greifen nah. Doch dann kam Corona und ein langes Bangen begann. „Ich habe dann zwar ein bisschen online gemacht, aber im Prinzip wurde alles zurückgeschraubt. Man hat sich nicht beweisen können“, erklärt Manfred im Gespräch. „Es ist etwas anderes, ob ich vor Publikum laufe, oder vor der Kamera, die meine Frau Tanya
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bedient.“ Die, selbst erfolgreiche Taekwondo-Formenläuferin, ist Trainerin und Coach des WM-Teilnehmers aus Bayern. Die Online-WM 2020 war für den agilen PoomsaeLäufer bereits ein Highlight im Sportlerleben. Manfred wurde Online-Vizeweltmeister. Im vergangenen Jahr sattelte er noch einen drauf und wurde bei den Wettkämpfen in Portugal Europameister. „Das war alles schon sehr schön. Mit anderen Nationen und mit der Nationalmannschaft dabei zu sein. Die Online-WM 2020 war nicht live. Daher ist die WM-Teilnahme in Südkorea noch eine ganz andere Sache“, sagt er. Taekwondo gehört für den sympathischen und unterhaltsamen Bayern einfach zum Leben dazu. Auch als Trainer, Prüfer, Kampfrichter. „Ich war und bin immer mittendrin. Ich mache das einfach gerne. Dabei muss ich nicht in der ersten Reihe stehen“. Ob Manfred Stadtmüller in Korea nur dabei ist oder ganz vorne steht, werden wir nach dem 24. April wissen. Manfred: „Jeder steht an dem Tag vor der Matte und darf drauf. Ich werde es den anderen nicht leichtmachen und mir auch nicht. Ich weiß, was ich kann. Und das muss ich an dem Tag auf die Matte bringen“. Der Wettkampf wird herausfordernd und anderes als bei normalen Turnieren ablaufen. „Wer bei der WM ganz oben auf dem Treppchen stehen will, muss in meiner Klasse acht Formen laufen - erst zwei im Halbfinale, und dann noch einmal jeweils zwei Formen in den drei FinalBegegnungen. Das ist die besondere Herausforderung. Mein Wunsch ist erst einmal unter die ersten acht zu kommen. Danach muss man weitersehen. Ich unterschätze keinen.“ Und was kommt danach? „Etwas bewegen, auch im höheren Alter. Das treibt mich an. (hh)
MATTEO HAT SCHON VIEL ERREICHT Jüngster WM-Teilnehmer im deutschen Team hat Opa Park Soo-Nam als Vorbild
Als jüngster Teilnehmer der Deutschen Nationalmannschaft reist Matteo-Won Campana (12) vom 21. bis 24 April zur Weltmeisterschaft der Formenläuferinnen und -läufer in Goyang in Südkorea. Im Online-Gespräch mit dem DTU-Magazin erzählt der erfolgreiche Stuttgarter Poomsae-Athlet, wie er zum Taekwondo kam und was der Sport für ihn bedeutet. „Mich reizt Poomsae. Im Gegensatz zum Kampf muss man alleine seine Leistung zeigen, um zu gewinnen. Die Form oder Fehler des Gegners spielen keine Rolle. Das gefällt mir.“ Matteo ist ein aufgeweckter und äußerst zuversichtlich dreinblickender Junge, der seit dem vierten Lebensjahr Taekwondo übt und mit zwölf Jahren schon beachtliche Erfolge vorweisen kann. 2021 wurde Matteo Europameister in seiner Altersklasse, was ihn durchaus zu einem Mitfavoriten bei der WM im Land seiner Großeltern werden lässt. Bereits 2019 hat Matteo dreimal Gold bei den Austrian Open gewonnen. Im vergangenen Jahr belegte er beim Bundes rang listenturnier einmal den ersten Platz.
Einfach froh, dass ich dabei sein darf
In der Familie von Matteo spielt Taekwondo eine herausragende Rolle. Opa Park Soo-Nam hat den 9. Dan und Mama Sun-Jeong Campana-Park den 6. Dan. Da blieb es nicht aus, dass der kleine Matteo schon früh beim Training und bei Wettkämpfen dabei war. Zunächst hat ihn Taekwondo gar nicht so interessiert. Aber dann kam irgendwann der Kick und seitdem lässt ihn die Sportart nicht mehr los. „Nach der Schule gehe ich entweder direkt in die Sportschule oder ich fahre erst nach Hause und packe dann meine Sachen für das Training“, sagt Matteo wie selbstverständlich. Nach den Erfolgen 2019 und im vergangenen Jahr hat Matteo gemerkt, dass etwas mehr auf ihn geschaut wird. „Ich habe eine gewisse Vorbildfunktion“, bemerkt der junge Taekwondo-Athlet. Zur Weltmeisterschaft wird Matteo von seiner Oma und seiner Mutter begleitet. Aufregung. Ein bisschen Unsicherheit. Großes Interesse. Das sind die Gefühle von Matteo vor der WM. „Ich bin einfach froh, dass ich mit nach Südkorea reisen darf“, sagt Matteo auf die Frage nach der WM-Teilnahme. (hh)
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Online-Fortbildung für das Technik-Freestyle-Training
Über 50 interessierte Trainerinnen und Trainer versammelten sich am 12. Februar vor ihren Bildschirmen, um an der virtuellen Trainerfortbildung im Bereich Freestyle teilzunehmen, die vom Disziplin-Bundestrainer Lukas Stein angeboten wurde. Die Teilnehmer:innen bekamen einen ausführlichen Einblick in die Kernpunkte des Regelwerks sowie erläuternde Hinweise zu den Pflichtelementen, verknüpft mit spezifischen Vorübungen. Auch der Aufbau und die Struktur für eine Freestyle-Gruppe im heimischen Verein war Bestandteil der Fortbildung. Zuletzt wurde eine
Vielzahl an Informationen zur Vernetzung mit Expert:innen sowie zur Organisation im Landesverband bereitgestellt, um auch bei der Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen Impulse zu geben. Mithilfe des bereitgestellten Freestyle-Leitfadens sowie fertiger Choreografien verspricht sich Bundestrainer Stein künftig eine breiter werdende Basis an Freestyle-interessierten Vereinen und Landesverbänden. Im Anschluss an den Vortrag bot sich die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und Feedback zu äußern.
Bundeskaderlehrgang Freestyle Only Wä h re nd die Kadersportler:innen im traditonellen Bereich bereits Anfang Januar zum ersten Lehrgang der Saison zusammengekommen waren, trafen sich die Freestyler pandemiebedingt erst Anfang Februar für einen zweitägigen Lehrgang im niedersächsischen Hildesheim, wo sie unter Idealbedingungen von Freestyle-Bundestrainer Lukas Stein auf die anstehende Saison vorbereitet wurden. Speziell für das Tricking hatte sich Stein den Experten Florian Gems dazugeholt, der bereits mehrmals mit den DTU-Laderathlet:innen gearbeitet hat. Das konzentrierte Talent aller Aktiven sorgte für eine großartige Atmosphäre, die Sportler:innen
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nutzten die große AirTrack und Bodenturnfläche intensive aus, was jede und jeden zu persönlichen Bestleistungen und neuen Moves anspornte. Der Fokus des Lehrgangs lag sowohl auf der Optimierung von Bewegungen aus dem bestehenden Repertoire in Hinblick auf Kicks und sichere Landungen, als auch auf dem Erlernen neuer, schwierigerer Elemente für künftige Formen. Darüber hinaus präsentierten die Sportler:innen den aktuellen Stand ihrer Choreografien. Mit schweren Beinen und vielen wertvollen, individuellen Anregungen für das Heimtraining traten die Aktiven nach zwei trainingsintensiven Tagen die Heimreise an.
FITNESS, SELBSTWERTGEFÜHL UND SELBSTDISZIPLIN Im Gespräch mit den Bundesbreitensportreferenten von Hermann-J. Hoffe Durch seine Vielseitigkeit ist Taekwondo für Menschen jeden Alters und mit den unterschiedlichsten Ambitionen attraktiv. Im Breitensport stehen die fünf Bereiche Grundschule, Formenlauf, Zweikampf, Selbstverteidigung und Bruchtest im Mittelpunkt des regelmäßig stattfindenden Trainings. Ziel des Trainings ist die Verbesserung der körperlichen Fitness, sowie die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Selbstdisziplin. Bei regelmäßig organisierten Breitensportlehrgängen haben Breitensportler die Möglichkeit, sich mit anderen Sportlerinnen und Sportlern auszutauschen und zu messen. Klaus Haggenmüller und Stephanie Wiechert sind seit der letzten Mitgliederversammlung die neuen Bundesbreitensportreferenten. Unabhängig voneinander haben wir mit ihnen über ihre neue Aufgabe und die Herausforderungen im Breitensport der DTU gesprochen. Bundesbreitensportreferent Klaus Haggenmüller haggenmueller@dtu-mail.de DTU 20: Was sind die Aufgaben eines Bundesbreitensportreferenten? Klaus Haggenmüller: Zunächst sehe ich die DTU und damit auch das Amt des Breitensportreferenten als Dienstleister für die Vereine und die Sportler. Ich bin schon seit 2017 für den Breitensport im Landesverband Bayern verantwortlich und habe mir immer einen stärkeren Austausch unter den Breitensportreferenten der Länder gewünscht. Ich finde es tatsächlich sehr wichtig, dass die Landesbreitensport Referenten, aber auch jeder einzelne Breitensportler einen Ansprechpartner in der DTU hat. Der größte Teil unserer Mitglieder sind Breitensportler. Gleich zu Beginn unserer Tätigkeit, haben wir uns deshalb mit allen Landes-Breitensportverantwortlichen getroffen, natürlich virtuell. Mit unserer Funktion auf DTU-Ebene können wir die Leute zusammenbringen, so dass man voneinander profitieren und in seinem Landesverband den Breitensport weiter fördern kann. Natürlich ist das zentrale Element, das uns alle verbindet die Ausübung des Sports, sprich das gemeinsame Training. Die Veranstaltung von gemeinsamen Lehrgängen ist natürlich eine der Hauptaufgaben. Daneben ist es wichtig, sich kennenzulernen und den Austausch unter den Sportlerinnen und Sportlern zu fördern. Konkret zum Beispiel, dass wir in der Ausführung von Techniken einfach ein gemeinsames Verständnis haben. Gerade auch in Richtung von Dan-Prüfungen. Dass da nicht jeder alleine auf sich gestellt ist.
DTU 20: Du hast von einem gegenseitigen Austausch gesprochen. Muss Taekwondo allgemein in der Öffentlichkeit nicht auch bekannter, anerkannter und interessanter werden, um der Sportart ein eindeutiges, klares Gesicht zu geben? Klaus Haggenmüller: Das ist ganz entscheidend. Wir haben natürlich das Problem, dass Taekwondo in der Presse nicht so gut vertreten ist. Und es scheint, dass wir da gerade bei Breitensportveranstaltung auf regionaler Ebene mehr in die Medien kommen, als bei der OlympiaTeilnahme. Für die lokale Presse sind größere Taekwondo Veranstaltungen ein interessantes Thema und helfen auch den Vereinen vor Ort zu mehr Bekanntheit. DTU 20: Es hängt ja immer von den Menschen ab, die vor Ort das Gesicht für eine Sportart abgeben. Und Kampfsportarten leiden häufig unter dem Image Außenseitersport. Wie siehst Du das? Klaus Haggenmüller: Ich hoffe sehr, dass uns dieses Vorurteil nicht mehr oft begegnet. Ich glaube, im ländlichen Umfeld haben wir wenig Schwierigkeiten damit, in Großstädten mag das noch anders sein. Aber es ist natürlich ein Vorurteil, dem man begegnen muss. Damit kommen wir wieder zu öffentlichen Veranstaltungen (insbesondere Lehrgängen), bei denen man den Sport und das „Do“ aus Taekwondo präsentieren kann. DTU 20: Neben der Vielfalt in sportlicher Hinsicht zählt auch das Miteinander zu dem Austausch, der auf Lehrgängen ermöglicht wird. Wie werden die Bundesbreitensportlehrgänge von den Sportlern angenommen? DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 11 04/2022 -
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Klaus Haggenmüller: Ich erlebe im Grunde zwei Arten von Sportlern. Das eine sind diejenigen, die einfach ihr Training an einem fixen Tag mit ihrem Trainer an ihrem Ort haben wollen. Aber es gibt auch die anderen, die über den Tellerrand gucken wollen. Die vielleicht doch einmal ein paar Kilometer fahren, um mal jemand anderes zu erleben. Die auf einem Lehrgang vielleicht auch mal andere Sportarten kennenlernen wollen. Wir haben auf den nächsten Lehrgängen zum Beispiel einen Athletiktrainer dabei. Oder wir zeigen Familienkonzepte, wie man Familientraining macht. In der Vergangenheit hatten wir in Bayern auch Schwertkampf mit dabei. Dann haben wir natürlich noch Zusatzangebote. Das Sportabzeichen zum Beispiel. Hier haben unsere Vorgänger einen sehr tollen Start geliefert mit der Integration von Taekwondo in das System des Deutschen Sportabzeichens. Wir glauben, dass wir darauf aufbauen können und es gerne noch ein bisschen weiterentwickeln. Es wird auch neue Ansätze geben, die sind aber noch in der Entwicklung. DTU 20: Das ist ein gewisser Wettbewerbs- und Leistungs gedanke, der dem Sportabzeichen zugrundeliegt? Klaus Haggenmüller: Genau, dieses Deutsche Sport abzeichen, das ja aus vier verschiedenen Kategorien besteht: konditioneller Bereich, Schnelligkeit, Ausdauer, koordinativer Bereich. Viele Jahre konnte man in diesem koordinativen Bereich zum Beispiel Turnen ablegen. Was wir geschafft haben ist, dass man den koordinativen Bereich jetzt ersetzen kann durch Taekwondo als Leistungsabzeichen. Was aber ein bisschen so eine Alleinstellung hat. Wir würden es gerne noch dahin bringen, dass man das komplette Deutsche Sportabzeichen vor unseren Prüfern ablegen kann. DTU 20: Leistungssport ist am Ende nur durch Breitensport möglich? Klaus Haggenmüller: Sehr viele unserer Top-Athleten haben im Breitensport angefangen. Wenn sie dann das Talent haben, den Willen und den Support, dann geht es Schritt für Schritt weiter. Dafür haben wir ein gutes Talent Management seitens der Bundes und Landestrainer. DTU 20: Das ist eine Kommunikations aufgabe. Taekwondo ist eine Sportart nicht nur für Jugendliche, sondern gerade auch für die älteren Menschen. Klaus Haggenmüller: Selbstverständlich unser Fokus liegt nicht nur auf dem Nachwuchs, genauso wichtig sind die Erwachsenen und auch die Senioren, die aktiv im Taekwondo sind. Gesund alt werden oder neudeutsch „Healthy aging“ ist eine große gesellschaftliche Aufgabe, und da ist unsere Sportart prädestiniert für.
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DTU 20: Man sieht, es macht Dir ungeheuer Spaß, darüber zu berichten. Wie bist du selbst zum Breitensport gekommen? Klaus Haggenmüller: Ich habe immer Sport gemacht. Und eines Tages sagte mein Sohn mit damals drei Jahren, er will jetzt Taekwondo machen. Ich weiß bis heute nicht, wie er auf Taekwondo gekommen ist. Jetzt wird er bald 21 Jahre und wir sind beide noch dabei, inzwischen auch meine drei Töchter und meine Frau. So bin ich, und meine ganze Familie zum Taekwondo gekommen. Mit, wenn man alle zusammenrechnet, 9 DAN Graden. DTU 20: Der Breitensportreferent ist ja keine Hauptamtliche Tätigkeit, oder? Klaus Haggenmüller: Der Breitensportreferent ist ein Ehrenamt, so wie die Tätigkeit als Trainer. Beruflich bin ich an der Sportfakultät der Technischen Universität München. Vor 4 Jahren habe ich die Immobilien-Wirtschaft verlassen, mich neu orientiert und nochmals ein Studium begonnen. Ich habe Sportwissenschaften studiert, mit dem Bachelor of Science letztes Jahr abgeschlossen und mit einem Masterstudium fortgesetzt, das voraussichtlich Anfang 2023 fertig wird. Im Zusammenhang mit dem Studium arbeite ich an zwei Projekten, eines ist die videobasierte Wettkampfanalyse für den Taekwondo Spitzensport, das zweite ist eine Studie zur Herzfunktion nach einer Krebstherapie bei Kindern und Jugendlichen. Im Anschluss an das Masterstudium plane ich, in einem der beiden Bereiche zu promovieren.
DTU 20: Was sind Eure Ziele, die ihr in den nächsten zwei, drei, vier Jahren erreichen wollt? Klaus Haggenmüller: An erster Stelle steht, dass wir in jedem Bundesland einen Breitsportlehrgang anbieten wollen. Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen, und unsere Sportart weiter bekannt machen. Die Weiterentwicklung des Sportabzeichens ist auch eines der großen Ziele. Die Zusammenarbeit mit den anderen Ressorts und der DTU Jugend liegt uns auch sehr am Herzen. DTU 20: Müsste es vielleicht etwas Ähnliches wie das regelmäßig stattfindende Deutsche Turnfest geben? Ein Massenevent für alle Taekwondo-Freunde und -Fans? Klaus Haggenmüller: Das haben wir in Bayern schon einmal versucht. Vielleicht war es einfach noch zu früh. Aber so ein Sportevent außerhalb des Leistungssports wäre sicher ein Gedanke, den wir aufgreifen können. DTU 20: Was wünschst Du Dir von den Breitensportlern selbst? Wie können sie helfen, Eure Arbeit zu unterstützen? Klaus Haggenmüller: Was ich mir tatsächlich wünsche, ist, dass unsere Sportler Spaß am Sport haben und dadurch körperlich und geistig lange gesund bleiben. Und dass die Anzahl der Sportler weiter steigt! DTU 20: Gibt es noch etwas, was du als Botschaft gerne noch loswerden möchtest? Klaus Haggenmüller: Wer Anliegen oder Wünsche oder Ideen hat, bitte gerne Kontakt mit mir aufnehmen. Gerne per E-Mail oder Telefon!. Ich freue mich über jeden neuen und alten Kontakt! DTU 20: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die weitere Arbeit als einer der Breitensportreferenten der DTU.
Bundesbreitensportreferentin Stephanie Wiechert wiechert@dtu-mail.de DTU 20: Ich habe ein bisschen recherchiert, und da finde ich über dich nicht so viel im Internet. Außer, dass du vor einigen Monaten Referenten für den Breitensport mit Klaus Haggenmüller geworden bist. Und in Aachen gab es eine Zeitungsmeldung. Du bist noch relativ jung und dann aber im Breitensport tätig. Da musst Du schon seit langer Zeit mit Taekwondo etwas zu tun haben? Stephanie Wiechert: Genau. Ich betreibe seit 21 Jahren Taekwondo, habe zunächst als Breitensportlerin angefangen, dann als Leistungs sportlerin weitergemacht. Vor fünf
Jahren habe ich mich mit unserem Verein hier in Alsdorf selbstständig gemacht. Wir haben quasi bei Null angefangen, wie logischerweise jeder Verein. Und jetzt sind wir mittlerweile bei gut 120 Mitgliedern. DTU 20: Warum hast Du zusammen mit anderen Interessierten einen Verein gegründet? Stephanie Wiechert: Ich habe schon früh angefangen auch die Trainerlizenzen zu machen. 2020 habe ich den Trainer A-Lehrgang besucht. Durch Corona wurde es natürlich ein bisschen schwierig alle Prüfungen abzulegen. Die praktische Prüfung konnte ich dann erst Ende letzten Jahres ablegen. Vor fünf Jahren stand ich vor der Frage, wo kann die Reise hingehen? Ist es die Reise als Sportler oder soll die Reise auch weitergehen, als Trainer? Seit meinem 16. Lebensjahr war ich immer auch irgendwo als Trainerin in den verschiedensten Vereinen tätig. Taekwondo gehört für mich wirklich zum Leben dazu. Ohne kann ich nicht. Dann habe ich mich entschieden, noch mehr Zeit in den Sport Taekwondo zu investieren. DTU 20: Um das zu deinem Beruf zu machen? Stephanie Wiechert: Nein, zum Beruf nicht. Ich werde Lehrerin. Aber Taekwondo bestimmt quasi mein komplettes Freizeitleben. So kann man es gut ausdrücken. Ich gebe im Moment rund 18 Stunden Training in der Woche. Für Klein und Groß. Die Kleinsten sind vier Jahre und der älteste Teilnehmer wird, glaube ich, am Sonntag 67. DTU 20: Du sagtest, ohne Taekwondo kann ich nicht. Was ist daran so faszinierend? Stephanie Wiechert: Beim Kampfsport sind alle gleich. Besser, alle sollten gleich sein. Alle werden gleichbehandelt. Alle haben irgendwie die gleichen Ziele. Man bekommt eine andere Philosophie mitgegeben, die man vielleicht von zu Hause nicht so kennt. Das ist das Faszinierende. Einfach zu sagen, es ist etwas ganz anderes, es macht nicht jeder. Man hat aber trotzdem viele Möglichkeiten, ganz verschiedene Leute kennenzulernen. Mann kommt mit Leuten aus ganz Deutschland zusammen. Man ist nicht so an den Ort gebunden. Und man kann sich, egal in welcher Form, weiterbilden. Ob als Sportler, wenn man sagt, man macht erstmal seine Prüfungen und legt die Prüfungen für den schwarzen Gürtel ab. Damit hat man quasi schon mal ein großes Ziel erreicht. Und kann dann trotzdem immer weitergehen. Es gibt beim Taekwondo für mich kein Ende.
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Wichtig beim Taekwondo scheint mir auch zu sein, seine Toleranzgrenzen zu erweitern. Ich merke in der Schule, dass die Toleranzgrenzen immer mehr sinken. Umso schneller ich an meine Grenzen stoße, umso unzufriedener werden die Kinder. Und das kann man gerade im Sport fördern und auch fordern. Keiner von uns ist perfekt. Und das muss man den Kindern und auch manchen Erwachsenen immer wieder in den Blick rufen. So wie ich damals angefangen habe, da war auch nicht alles super. Da funktionierte auch nicht alles beim ersten Mal. Ich sage immer, wenn es nach 21 Jahren noch genauso aussehen würde wie am Anfang, dann hätte ich irgendwas falsch gemacht in den Jahren. DTU 20: Kannst Du als Referentin für den Breitensport bei der DTU solche Impulse auch in die Landesverbände hinein und in die Vereine hinein geben? Stephanie Wiechert: Ja, auf jeden Fall. Sowohl für Klaus Haggenmüller als auch für mich ist das Ziel, den Breitensport einfach wieder ein bisschen mehr in den Fokus zu rücken. Wir sprechen logischerweise immer alle gerne vom Leistungssport. Wir freuen uns alle, wenn Medaillen gewonnen werden. Aber ich denke, der Breitensport ist die Basis des Verbandes. Klar bekommen wir auch Förderung durch den Deutschen Olympischen Sportbund und aus anderen Fördertöpfen. Wenn wir aber die breite Masse nicht hätten, könnte keiner diesen Sport im Sinne von Leistungssport ausleben. Und ich denke, dass wir einfach unseren Breitensportlern, wieder mehr bieten müssen. Gerade durch Corona war das natürlich sehr schwer. Wir alle sind nun gefordert wieder aktiver zu werden, und zu schauen, wo können wir zum Beispiel bundesweit Breitensportlehrgänge organisieren. Da sind wir natürlich bestrebt, mit den verschiedenen Landesreferenten öfters in Kontakt zu kommen, um zu hören, wie sind überhaupt deren Bedürfnisse. Wir sind ja nur die Spitze des Eisberges, ohne die anderen können wir auch nichts machen. Heißt, wenn die Landesreferenten nicht mitziehen, dann können Klaus und ich uns auf den Kopf stellen, und mit den Füßen wackeln. Dann wird nichts passieren. Da denke ich, muss ein enger Austausch auf jeden Fall das Ziel sein, um auf die Bedürfnisse der einzelnen Verbände und Vereine einzugehen. Man kann es nicht jedem recht machen. Aber ich denke, wir müssen mehr für den Breitensport machen, damit die wieder mehr die Verbindung zum Landesverband oder zum Bundesverband bekommen. DTU 20: Ein wichtiger Aspekt der Vereinsarbeit sind die Themen Migration und Integration. Dies spielt gerade bei Taekwondo eine große Rolle. Wie ist das im Breitensport aus? Stephanie Wiechert: Unser Verein ist ein Stützpunktverein für Integration. Dazu gehört auch die Inklusion. Für mich sind die beiden Themen gleichermaßen wichtig und müssen gelebt werden und selbstverständlich sein. Taekwondo wird ja nicht nur in Deutschland praktiziert, sondern gefühlt in allen Ländern auf dem Globus. Warum sollen der
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Unterschiede gemacht werden? Wir wollen alle diesen Sport lernen. Wir wollen auch alle das Hintergrundwissen dazu erlangen. Und ich glaube, das macht es wieder so, dass wir alle gleich sind. Egal welche Sprache. Ich glaube, dass die Integration ein bisschen leichter ist als die Inklusion. Ich höre unglaublich viel, dass Kinder mit Inklusion Probleme haben, in Vereinen aufgenommen zu werden. Es ist für mich ein bisschen schwer nachvollziehbar. Das liegt vielleicht auch an dem pädagogischen Hintergrund, aber vielleicht auch einfach an meiner persönlichen Einstellung, dass ich einfach denke, ein Kind mit Inklusion hat es ja sowieso schon schwieriger. Und das wäre vielleicht auch noch so ein Ziel, was wir hier im Breitensport fördern könnten. Dass wir Seminare anbieten. Wie gehe ich mit Inklusionskindern um? Wie kann ich diese Hemmschwelle, die ich vielleicht als Trainer habe, abbauen oder niederschwelliger machen, dass ich nicht diese große Angst habe. Ich finde es beim Training jedes Mal wieder faszinierend, wenn man sieht, wie einfach Kinder damit umgehen. Ich kann die Hemmschwelle bei uns in der Trainingshalle nicht sehen. Die Kinder kommen zur Tür rein und sind direkt mitten drin. Interessiert keinen ob die Down-Syndrom haben, ob die Williams-BeurenSyndrom haben, ob die eine körperliche Beeinträchtigung haben in irgendeinem Sinne. Interessiert keinen. Und das ist, glaube ich, Faszination Sport. DTU 20: Ein wichtiges Thema für den Breitensport, hier noch stärker Impulse und Anregungen zu geben. Die Kommunikation zu nutzen über die offiziellen Wege hinaus. Vor Ort wird mal über einen Verein berichtet, der solche Angebote macht. Das ist ja eben wiederum das Problem vieler Vereine vor Ort, wie werden wir wahrgenommen? Wie erreichen sie überhaupt die Öffentlichkeit? Das ist eine große Schwierigkeit? Stephanie Wiechert: Wir hatten zum Beispiel im vergangenen Jahr das Glück, dass das WDR-Fernsehen über uns so eine kleine Dokumentation gedreht hat, weil eine InklusionSportlerin von uns letztes Jahr dreifache Landesmeisterin geworden ist. Die waren total begeistert und haben gesagt, genau das muss man mehr in den Fokus rücken. Dass auch diese Kinder die Möglichkeit haben, so etwas zu erreichen. Dass Eltern sich trauen sollen, in Vereine reinzugehen. Und zu sagen, wir probieren es einfach. Das Kind muss keinen Leistungssport machen, aber ich glaube mit diesen zwei Beispielen, die wir zu dieser Zeit hatten, einmal mit einer körperlichen Beeinträchtigung und auch mit der geistigen, dass man einfach sagen kann, doch es gibt Trainer, es gibt Vereine, die sich trauen, es zu probieren. Um dann einfach zu gucken, wo die Reise für das jeweilige Kind hingehen kann. Dass sie nicht zu Hause sitzen müssen, nur zur Schule gehen dürfen, die auch schon stellenweise dann gesondert ist. Sondern, dass sie einfach irgendwo hinkommen, wo sie Kind sein können. Und keiner mit dem Finger draufzeigt, und sagt, du hast aber.
DTU 20: Das ist wichtig. Man muss es ja irgendwie der Öffentlichkeit darstellen, damit sie dieses mitbekommt. Und ich glaube, da brauchen manche Vereine auch Hilfe und Unterstützung. Wie geht man mit der Öffentlichkeit und der PR-Arbeit um, damit es einem gelingt, genau auch diese Wirkung zu erzielen? Stephanie Wiechert: Als ich 2020 den Trainer A Lehrgang besucht habe, war zum Beispiel Helena online zugeschaltet, weil sie zu dem Zeitpunkt hochschwanger war, und hat quasi zu diesem Thema referiert. Danach bin ich nach Hause gekommen, und habe gesagt, da gibt es noch viel mehr. Und ab dem Zeitpunkt machen wir vielmehr auch im Internet: auf Facebook, Instagram. Dass man den Leuten mit kleinen Videos vermitteln kann, sie waren gefühlt dabei,
und können so kleine Trainingseinblicke sehen. Die Zeitung lesen meistens ältere Leute. Wenn ich die Jugendlichen bei uns frage, und habt ihr den Zeitungsartikel gelesen? Dann fragen die mich zurück: welche Zeitung? Allerdings haben mich auch schon Großeltern angerufen und sagen: „Wir haben den Zeitungsartikel gelesen, wir würden gerne mit unserem Enkelkind kommen.“ Man muss halt echt gucken, welche Generation schaut welches Medium? DTU 20: Vielen Dank für das Gespräch und die Ideen, Impulse und Anregungen für den Breitensport. Wir wünschen Dir und Klaus Haggenmüller viel Erfolg bei eurer Arbeit.
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Leistungssteigerung und Verletzungsprophylaxe durch gesunde Zähne von Helena Stanek Mit sechs Monaten kommen sie. Mit sechs Jahren fallen sie das erste Mal aus. Und mit 66 kann es sein, dass man schon seine dritten bekommt. Die Rede ist von: Zähnen! Auf höchstem sportlichem Niveau entscheiden oft Nuancen über Sieg und Niederlage. Dass unsere Zahnhygiene ein entscheidender Punkt auf dem Weg zu Olympischen Medaillen sein kann und wie wichtig eine symmetrische Kieferstellung für einen Spitzensportler ist, erklärt uns Frau Dr. Johanna Herzog, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Sport-Zahnmedizin (DGSZM) und Zahnärztin bei unserem Partner „Edel und Weiss Zahnärzte“ in Nürnberg. Es geht um Zähne, ein gesundes Zahnfleisch und eine spezielle Sportschiene, die Spitzensportlern zu mehr Leistungsfähigkeit verhelfen kann. Doch zunächst möchte ich über meine persönlichen Erfahrungen berichten: Ich muss gestehen, dass ich meine Zahnpflege in den letzten Jahren teilweise vernachlässig habe. Nicht das tägliche Zähneputzen, aber den Besuch beim Zahnarzt habe ich stets beiseitegeschoben. Bis es nun an manchen Stellen hier und da mal häufiger zwickte. Dass ich ein Loch im Zahn haben würde, damit hatte ich fast gerechnet. Doch nach dem Betrachten meines Röntgen-Bildes sagte mir Frau Dr. Herzog freundlich, aber bestimmend, dass hier einiges vor mir liegt. Etwas erschrocken über die Vielzahl an Problemstellen in meinem Mund, aber froh, hier in der Praxis von einem solch netten Team an die Hand genommen zu werden, denke ich darüber nach, welchen Einfluss wohl die Zahnpflege während meiner aktiven Leistungssportkarriere hatte. Nach dem, was mir Frau Dr. Herzog über die Zusammenhänge zwischen Kiefermuskulatur und Leistungsfähigkeit schnell zwischen Tür und Angel erzählte, ist meiner Einschätzung nach möglicherweise einiges an Potenzial verschenkt worden. Oft habe ich mit meinem Mann überlegt, warum mir so oft das Kreuzband gerissen ist. Warum mir gleich dreimal der Meniskus operiert werden musste. War es einfach ein blödes Schicksal oder lag es vielleicht … an den Zähnen? Zum ersten Mal habe ich den Zusammenhang zwischen Kiefermuskulatur und Leistungsfähigkeit nach einer intensiven und langwierigen Behandlung bei meinem damaligen Physiotherapeuten Stefan Hunecke gemerkt. Nach den Olympischen Spielen in London, die ich wohl mit gerissenem Meniskus gekämpft haben muss, wurde ich an dem zwickenden Knie im Oktober 2012 erneut operiert und es ging wieder ins Reha-Training. Ich muss sagen, bei der Vielzahl an Operationen war ich es irgendwie leid und ich wollte mir und meinem Körper nach dieser Operation etwas mehr Zeit geben. Nicht wieder sofort auf der Matte stehen und das nächste große Event anpeilen. Gut, die Olympische Medaille im Gepäck, hat mir dies ein wenig erleichtert. Ich wechselte also meinen Physio und merkte gleich, dass ich hier ein wenig anders behandelt wurde. Natürlich lag das Hauptaugenmerk auf dem operierten Knie, aber eben auch auf noch mehr Flexibilität im Körper. Ich hatte nie Probleme, meinen Gegnerinnen zum Kopf zu treten. Ich war stets gelenkig genug, um alle möglichen Tritte auszuführen. Doch das, was ich bei meinem ersten Taekwondo-Training in Iserlohn nach dem langen Reha-Training erlebte,
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war ein völlig neues Kick-Gefühl. Vielleicht kennen einige Leserinnen und Leser das Gefühl, das man locker zum Kopf kicken kann, aber dennoch ist immer etwas, was den Kick nicht hundert Prozent frei gib. Man schafft es, aber es ist manchmal schon ein kleiner „Kraftakt“. Als ich an diesem Tag ins Training ging und wir in dieser ersten TaekwondoEinheit einfach nur leichte lockere Standard-Kicks trainierten, hatte ich das Gefühl, ich fliege. Und das meine ich ernst. Ich hatte in meiner ganzen Karriere noch nie so ein freies Gefühl beim Treten wie an diesem Tag. Es war nichts, was mich zurückhielt oder was mich quälte, wenn ich zum Kopf getreten habe. Was war also in der Praxis passiert? Stefan hatte neben meiner Baustelle „Knie“ stets meinen Kiefermuskel mitbehandelt und die umliegende Muskulatur gelockert. Vielleicht war nie nur das Knie die Baustelle, sondern stets der Kiefermuskel, der es mir nicht ermöglichte, eine symmetrische Körperhaltung beim Kicken einzunehmen. Verletzungen waren, so könnte man rückblickend sagen, vorprogrammiert. Es war sicherlich nicht nur die Behandlung meines Kiefers, die mir dieses freie Gefühl beim Kicken gegeben hatte, denn wir haben in vielen, vielen Stunden gemeinsam an der allgemeinen Flexibilität des Körpers gearbeitet. Aber an diesem Punkt habe ich persönlich gemerkt, wie Kiefer und das anschließende Training zusammenhänge können. Doch nun möchte ich lieber der Fachfrau das Wort geben, denn sie kann uns in den folgenden Zeilen noch viel tiefere Infos über Sportzahnmedizin geben: Dr. Johanna Herzog ist im letzten Jahr 30 geworden und seit 2016 im Team der Zahnarztpraxis „Edel und Weiss“ in Nürnberg. Sie ist in einem kleinen Dorf in Franken aufgewachsen und wusste lange nicht so recht, was sie beruflich eigentlich machen will. Eher zufällig hat sie direkt einen Studienplatz für Zahnmedizin in Erlangen bekommen und war seit diesem Moment an, „schwer verliebt in das Thema Zahnmedizin“. Sie beschreibt sich selbst als sehr zielstrebig und gewissenhaft und sucht stets den Spaß am Ganzen. Auch bei der Arbeit. DTU: Taekwondo als Kampfsport hat viele Berührungspunkte mit Zähnen. Angefangen vom Zahnschutz, den wir tragen müssen, bis hin zu Zahnverletzungen, spielt das Thema Zähne stets eine Rolle im Taekwondo. Und andersherum: Hattest du schon Berührungspunkte mit Taekwondo? Dr. Herzog: Total witzig. Ich war tatsächlich mit acht oder neun Jahren mal beim Taekwondo-Training. Aber dann gab es parallel noch zu viele andere Hobbys, darum ist Taekwondo leider rausgefallen. Aber ich weiß, worum es bei dem Sport geht. Ja. DTU: Der Zahnschutz im Taekwondo ist ein elementarer Bestandteil im Wettkampf. Was empfiehlst du hier? Eher klein und unscheinbar für eine gute Atmung, oder eher dick und damit ein besserer Schutz? Dr. Herzog: Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt beim Kampfsport. Es gibt leider viele Zahnärzte, die wirklich viel zu große Zahnschützer herstellen, die dann den Sportler eher beeinträchtigen. Eine ganz dünne Knirscherschiene halte ich auch für nicht optimal, da sie
wirklich kaum Schutz für die Zähne bietet. Darum liegt die Hauptaufgabe bei uns Zahnärzten darin, einen Mundschutz herzustellen, der tragbar ist, aber trotzdem genug Schutz für die Zähne bringt. Wir von der Deutschen Gesellschaft für SportZahnmedizin (DGSZM) haben hier einen speziellen Sportmundschutz entwickelt. Der Zahnschutz ist relativ dünn, sodass die Atmung und das Sprechen kaum beeinträchtig werden, aber er gewährleistet auch guten Schutz. Wir haben den Schutz noch dahingehend weiterentwickelt, dass der Zahnschutz zudem den Biss vorgibt und so dem Kiefer beziehungsweise dem Sportler während der gesamten Zeit die optimale Statik vorgegeben wird. DTU: Zahnschutzhygiene – wie sollte mein Zahnschutz gereinigt werden? Dr. Herzog: Wenn der Zahnschutz im Mund ist, ist er umhüllt von Speichel. Und im Speichel ist nicht nur Wasser, sondern dort sind auch viele Nährstoffe. Aber eben auch Zucker. Und diese Sachen lassen den Zahnschutz mit der Zeit vergilben und verkleben. Darum sollte man den Zahnschutz nach jedem Training oder nach einem Wettkampf einmal mit einem Tröpfchen Spülmittel oder Handseife abbürsten und unter lauwarmen Wasser abspülen. Wichtig ist, dass man ihn wirklich abbürstet und nicht nur unters Wasser hält. DTU: Kiefermuskulatur – Wie wichtig ist ein entspannter Kiefer zur Verletzungsprophylaxe? Dr. Herzog: Ein entspannter Kiefer ist enorm wichtig. Das ist genau das, was wir mit unserer Performance-Schiene machen. Der Sportler kommt zu uns und wir vermessen
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ihn komplett. Wir vermessen seinen gesamten Kiefer und schauen, wo steht sein Ober kiefer in dem ganzen System. Anhand dieser ganzen Para meter erstellen wir eine Schiene für den Sportler, die den Ober- und Unterkiefer in eine Zentrik bringt. Zentrik bedeutet hier in eine bestmögliche physiologische Position. Das Kiefergelenk ist das erste Gelenk im Körper. Wenn hier ein Ungleichgewicht vorliegt, kann, durch die absteigende Kette des Körpers, dieses Ungleichgewicht zu Kompensationshaltungen des Körpers führen, die dann wiederum zu Verletzungen führen können. Verletzungsprophylaktisch ist es somit enorm wichtig, dass das Kiefergelenk optimal zueinandersteht. Der andere Punkt ist die neuromuskuläre Rückkopplung. Es gibt afferente Nervenfasern im Kiefer beziehungsweise in der Kaumuskulatur, die Infos an unser Ur-Hirn weitergeben. Wenn die, salopp gesagt, „schief stehen“, haben wir eine Beeinflussung auf das vegetative Nervensystem – vor allem auf unseren Schlaf und unsere Regeneration. Ein guter Schlaf und ausreichend Regeneration ist für Spitzensportler natürlich enorm wichtig. Darum ist dies neben der Verletzungsprophylaxe ein elementarer Vorteil von einem zentrischen Kiefer. Ein ganz wichtiger Punkt ist außerdem das Zahnfleisch beziehungsweise Zahnfleischentzündungen. Wenn das Zahnfleisch stark entzündet ist, muss der Körper enorm viel Energie aufwenden, um im Mund halbwegs ein Gleichgewicht zu halten, damit die Bakterien nicht überhand gewinnen. Diese Energie braucht der Sportler natürlich viel dringender für andere Funktionen im Körper. Um den Zahnfleischentzündungen vorzubeugen ist das tägliche Mittel die Zahnseide und jährlich eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung. DTU: Wird der Kiefer und seine Kraft im Leistungssport häufig unterschätzt? Dr. Herzog: Das Thema Zahnmedizin oder SportZahnmedizin wird tatsächlich häufig sehr stiefmütterlich behandelt. In Amerika ist die Sportzahnmedizin schon seit mehr als 30 Jahren etabliert. In Europa hinken wir da
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ein wenig hinterher. Sie ist aber für Spitzensportler extrem wichtig. Es gibt sogar einige Studien, die belegen, dass eine größere und symmetrischere Kaukraft auch eine größere Kraft in der Bein muskulatur hervorbringen kann. Wichtig ist hier einfach, dass der Kiefer wirklich symmetrisch steht. DTU: Kannst du uns ein paar Erfolgs geschichten erzählen, bei dem eure Behandlung zu einer Leistungssteigerung führte? Oder aber die Behandlung der Schlüssel aus einer Verletzungsmisere war? Dr. Herzog: Da gibt es viele Beispiele, denn wir betreuen aktuell ziemlich viele Leistungssportler. Eine tolle Geschichte war die von Jonathan Zipf. Jonathan war Triathlet, der kurzzeitig tatsächlich seine Karriere beendet hat, wegen eines Zahnes, der nicht richtig Wurzel behandelt wurde. Der Zahn wurde schließlich entfernt und innerhalb kurzer Zeit, nach ein oder zwei Wochen, waren seine ständigen Knieschmerzen an der PatellaSehne weg. Diese dauerhaften Schmerzen hatten ihn damals zum Karriereende gezwungen. Und er schaffte es, wieder in den Sport zurückzukehren. Für Olympia 2020 hat es nicht mehr ganz gereicht, aber als Stützpunkleiter Triathlon kann er jetzt alles machen. Ohne das Entfernen des Zahnes wäre er wahrscheinlich immer noch nicht schmerzfrei. Mit den Performance-Schienen haben wir auch ganz viele Erfolgsgeschichten erlebt. Niko Kappel zum Beispiel kann sich dank unserer Schiene nun deutlich weiter im Rücken drehen, obwohl das bei ihm als Kleinwüchsigen von der Wirbelstellung lange Zeit undenkbar war. Ein Bob-Anschieber zum Beispiel kann die einbeinige Kniebeuge nur ausführen, wenn er die Schiene trägt. Wenn er sie nicht trägt, fällt er nach hinten um. Es gibt viele schöne Geschichten von deutschen Spitzensportlern, die mithilfe der Schiene Übungen machen und Dinge trainieren können, von denen sie selbst überrascht sind. DTU: Die DGSZM arbeitet auch eng mit der Sporthilfe zusammen. Wie kam es zu deinem Engagement für die Deutsche Gesellschaft für Sport-Zahnmedizin? Dr. Herzog: Dieses ganze Thema der Funktionen rund um die Zähne hat mich schon immer beschäftigt, weil ich als
Kind ebenfalls betroffen war. Ich wurde mit 14 Jahren falsch vom Kieferorthopäden behandelt und hatte große Probleme mit meinem Mund. Glücklicherweise bin ich damals zu einem Zahnarzt gegangen, der mir eine Schiene verpasst hat, die mir nach einem Jahr Tragezeit und nochmaliger Zahnspange zu einem neuen Gefühl verholfen hat. Daraus resultierte schließlich mein persönliches Interesse für die Zusammenhänge und die Funktion der Schienen. Unsere Praxis hier in Nürnberg arbeitet schon sehr lange mit Sportlern zusammen und so kam es, dass hier die Deutsche Gesellschaft für Sport-Zahnmedizin (DGSZM) gegründet wurde. Als ich 2016 in der Praxis angefangen habe, bin ich gleich mit in die DGSZM reingewachsen. Das hat einfach gepasst und war gleichzeitig Zufall. DTU: Wo findet man euch und wie kann man an euch herantreten? Dr. Herzog: Wir haben aktuell 350 Zahnärzte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die unser Curriculum besucht haben. Wir haben eine extra Fortbildungsreihe für Zahnärzte entwickelt, die einen normalen Zahnarzt zu einem Sportzahnarzt ausbildet. Auf unserer Homepage der DGSZM haben wir eine GeoMapping-Suche installiert, bei der man seinen Sportzahnarzt in der Nähe seines Wohnortes suchen und
hoffentlich finden kann. Durch die Zusammenarbeit mit der Sporthilfe wurde auch die Internetseite sportzahnärzte.de ins Leben gerufen, wo ebenfalls Zahnärzte gelistet sind, die sich auf die Behandlung von Freizeit- und Profisportlern spezialisiert haben. Aber auch hier in Nürnberg stehen die Türen natürlich immer offen. TIPP für einen abgebrochenen oder ausgeschlagenen Zahn: Hier kommt es darauf an, ob der Zahn ganz rausgefallen ist. Dann sollte man den Zahn am besten in eine SOS-Zahnnotfallbox legen, denn die Nährstoffe, die um den Zahn herum sind, halten den Zahn am Leben. Auf keinen Fall in ein Taschentuch wickeln, da er hier austrocknet! Am besten auch nicht in Leitungswasser legen, da das wegen des PH-Werts für den Zahn nicht förderlich ist. Wenn keine Notfallbox da ist, im schlimmsten Fall einfach versuchen, den Zahn wieder zurückzustecken und unmittelbar zum nächsten Zahnarzt gehen. Wenn nur ein Stück vom Zahn abgebrochen ist, würde ich möglichst schnell zum Zahnarzt gehen. Ganz wichtig: Immer das abgebrochene Stück mitbringen. Einige Zahnärzte schmeißen das einfach weg. Aber wir versuchen stets, auch die kleinsten Stücke noch wiederzuverwenden.
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ROXANA BLEIBT IHREM SPORT TREU Neue Funktionstrainerin Nachwuchs von Helena Stanek Nach ihrem Karriereende im September 2021, übernimmt die Nürnbergerin Roxana Nothaft die Aufgabe der „Funktionstrainerin Nachwuchs“ in der DTU. Damit bleibt sie auch nach ihrer langen aktiven Karriere ihrem geliebten Sport treu. Wie es zum Karriereende kam und was die ehemalige Eliteschülerin der Bertolt-Brecht-Schule neuen Nachwuchsathleten empfiehlt, verrät sie uns im Interview. DTU: Kannst du noch mal Revue passieren lassen, wie es zu deiner Entscheidung kam, den Leistungssport zu verlassen. Was waren die Gründe für dein Karriereende? Roxana: Seit 20 Jahren mache ich Taekwondo und ich war insgesamt 8 Jahre davon Sportsoldatin bei der Bundeswehr. Ich habe während dieser Zeit schon eine Ausbildung beendet, aber immer habe ich mich auch gefragt, was ich mal beruflich machen werde. Während der aktiven Taekwondo-Zeit ist es ziemlich schwer ein normales Studium abzuschließen. Doch dann kam 2020 die Corona-Pandemie und eine Zeitlang stand sportlich gesehen alles komplett still. Dadurch konnte ich meinen Schwerpunkt etwas verschieben und meine Weiterbildung vorantreiben. Irgendwann habe ich gedacht, vielleicht ist es jetzt der passende Moment einen Strich zu ziehen und sich komplett auf etwas neues zu fokussieren. Hinzu kam auch eine langwierige Hüftverletzung, womit ich lange Zeit nur Reha-Training machen konnte. Und dann fragt man sich schon, wie lange brauche ich wohl, um wieder so fit zu sein, wie vorher. Ich habe dann wieder mit dem leichten Training angefangen, aber der Druck, möglichst schnell wieder fit zu sein, war schon sehr groß. DTU: Ging dir das dann alles damals vielleicht auch ein wenig zu schnell, dass du zurück auf die Wettkampffläche solltest? Roxana: Es ist manchmal schon etwas schwierig auch dem Trainerstab zu verdeutlichen, dass man sich noch nicht bereit fühlt. Man kennt sich ja selbst nach so einer langen Zeit im Leistungssport am besten und sieht auch an sich selbst, was so eine drei bzw. viermonatige Verletzungspause mit einem macht. Ich denke, das kann dann ein
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Trainer oft nur schwer nachvollziehen. Vor der Verletzung war ja auch noch die Corona-Pause, in der ich auch nicht so wie sonst trainieren konnte. Ich wollte einfach nicht zurück auf die Matte, wenn ich mich selbst nicht fit genug dafür fühle. Dafür war ich lange genug im Leistungssport und kenne meinen Körper – fit und weniger fit. Ich persönlich habe mir zu dem Zeitpunkt nicht so den Druck gemacht, weil mir die Gesundheit in diesem Fall sehr wichtig war. Ich hätte einfach mehr Zeit gebraucht, um vernünftig wieder zurückzukommen. DTU: Dann hast du sozusagen das Heft in die Hand genommen und gesagt, unter den und den Bedingungen, ist es einfach für dich in der aktuellen Situation nicht mehr möglich den Leistungssport auszuüben bzw. zurückzukommen? Roxana: Auf jeden Fall. Ich wollte auch das Studium in den Vordergrund stellen, sodass ich da zu einem Abschluss komme und das war dann alles etwas zu viel. Und ich wollte natürlich auch einen schönen Abschluss von dem Sport und nicht noch mal krafthaft einem Erfolg hinterherrennen. Da habe ich mir nun im Nachhinein gedacht, vielleicht waren die Military Worldgames 2019 in Wuhan der perfekte Abschluss für mich. Und jetzt beginnt einfach ein neues Kapitel. DTU: Was war das Besondere an den Military Worldgames in Wuhan? Heutzutage verbindet jeder ja mit der Stadt Wuhan etwas anderes. Roxana: Die Military World Games sind ja quasi die Olympischen Spiele für Sportsoldaten. Schon allein deshalb ist es etwas Besonderes, daran teilnehmen zu können. Wir sind alle gemeinsam mit einem großen Team nach Wuhan geflogen. Nicht nur
Taekwondo-Sportler, sondern eben auch alle anderen Sportarten der Bundeswehr. Ich war in dem Team, das früh angereist ist, sodass ich an der Eröffnungsfeier teilnehmen konnte. Die war einfach spektakulär. So etwas hatte ich zuvor noch nicht erlebt. An meinem Kampftag habe ich mich auch super gefühlt und den Einzug ins Finale geschafft. Das Team war klasse, die Stimmung super und insgesamt war das ein Turnier, an das ich mich sehr gerne zurückerinnere. DTU: Würdest du dieses Turnier als das schönste Turnier deiner Karriere nennen? Roxana: Das kann ich so nicht sagen. Es gab auch immer wieder kleinere Turniere, die ich besonders schön fand, weil z.B. meine ganze Familie mit dabei war. Oder weil ich nach einer ziemlich anstrengenden Vorbereitung erfolgreich nach Hause gefahren bin. Ganz besonders war für mich auch meine erste Teilnahme bei der Europameisterschaft 2007 in Budapest. Da war ich gerade mal 12 Jahre alt. DTU: In deiner neuen Aufgabe als Funktions bundestrainerin Nach wuchs begleitest du nun Kinder/Jugendliche, die in den Leistungssport reinwachsen. Du bist ja damals über die Eliteschule des Sports nach Nürnberg gekommen und hast hier das Internat besucht. Was kannst du Eltern empfehlen, die ein talentiertes Taekwondo-Kind haben? Roxana: Das ist eine gute Frage, denn nur weil der Weg für mich gut war, heißt es nicht, dass es für jeden der richtige ist. Aber wenn ein Kind es unbedingt will, wenn er mehr trainieren will als bisher und auf viele Turniere fahren möchte, dann kann ich auf jeden Fall sagen, dass das der richtige Weg ist. Ein Kind mit 12 oder 13 Jahren dazu zu überreden, solch einen Weg zu gehen, halte ich für falsch. Da benötigt das Kind vielleicht eher noch ein wenig mehr Entwicklungszeit. Wenn man aber sieht, dass Kind will es von sich aus unbedingt, würde ich den Weg zu einer Eliteschule immer empfehlen. Der Sport gibt einem, auch in jungen Jahren, schon so viel und man hat auch später noch genug Zeit, seine berufliche Karriere in Angriff zu nehmen.
Ob man nun mit 20, 24, 27 oder auch erst mit 30 Jahren seinen beruflichen Weg beendet, finde ich nicht so ausschlaggebend. Es gibt immer verschiedene Weg zum Ziel, aber die Zeit im Leistungssport ist begrenzt. DTU: Gibt es etwas, was dir der Sport mitgegeben hat, um die berufliche Karriere nun genauso erfolgreich anzugehen? Roxana: Ich glaube, so etwas wie Selbstdisziplin gibt einem der Sport auf jeden Fall. Man muss ja schon früh Topleistungen im Sport und in der Schule bringen und diese Doppelbelastung hilft einem auch für das spätere Leben. Ich war aber nun im Studium trotzdem von mir etwas überrascht, dass ich mich auch wirklich konsequent hingesetzt und gelernt habe. Aber auch hier habe ich ja ein Ziel, nämlich meinen Abschluss. Und das hat man auch beim Sport gelernt. Ob das ein Wettkampf oder eine Prüfung ist, man ist fokussiert auf dieses Ziel, arbeitet darauf hin und möchte das Ziel dann auch erreichen. Das lernt man beim Sport. Mich persönlich hat das frühe Ausziehen aus meinem Elternhaus hier nach Nürnberg ins Internat in vielerlei Hinsicht Selbstständig und auch Selbstbewusst gemacht. Roxana Nothaft ist 15-fache Deutsche Meisterin und hat 39 internationale Medaillen bei Weltranglistenturnieren gewonnen. Sie erkämpfte bei den Militär-Welt meisterschaften 2018 die Bronzemedaille und konnte bei den Military World Games 2019 in Wuhan die Silbermedaille erkämpfen. Roxana kämpfte bei insgesamt vier Grand Prix Turnieren. Bei Europa meisterschaften trat sie acht mal an, gewann 2013 bei der U21-EM die Silbermedaille, und jeweils Bronze bei der Kadetten-EM 2007 und der Jugend-EM 2011. Roxana war insgesamt acht Jahre bei der Sport fördergruppe der Bundeswehr und beendet ihre Dienstzeit als Oberfeldwebel.
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„TOLLE HALLE UND VIELE FLEISSIGE HELFER“ von Uwe Mühling (Weißenburger Tageblatt) Taekwondo – Bei der Deutschen Meisterschaft in Weißenburg gab es von Verbandsseite viel Lob für die neue Seeweiherhalle der Stadt sowie für den SV Nennslingen als örtlicher Ausrichter. Nach der Kritik an den hohen Mietkosten organisiert OB Schröppel eine 2000-EuroSpende. Weißenburg – Eine Deutsche Meisterschaft erlebt man nicht alle Tage in Weißenburg, und schon gar nicht in Corona-Zeiten. Insofern avancierten die nationalen Titelkämpfe im Taekwondo am vergangenen Wochenende zu einem großen Treffpunkt und zu einem sportlichen Highlight. Unter den rund 300 Startern der deutschen Elite waren WM- und EM-Teilnehmer. Sie brachten viel Klasse auf die vier Wettkampfmatten und lockten hunderte von Zuschauern an. Auch zahlreiche einheimische nutzten die Gelegenheit, um sich bei freiem Eintritt ein Bild zu machen – einerseits von der Kampfsportart, anderseits von der neuen Weißenburger Seeweiherhalle, die mit der „Deutschen“ ihre erste Großveranstaltung erlebte und diese Feuertaufe zugleich bestand. Der Eindruck, wenn man sich unter den Besuchern ein wenig umhörte: alles sehr modern, hell, freundlich und mit viel Platz für Zuschauer und Aktive. Das Turnier spielte sich auf drei Vierteln der Sport- und Mehrzweckhalle ab, das hinterste Viertel war für das Aufwärmen der Athleten reserviert. Klar gibt es noch Mängel, wie das Fehlen von WLAN oder Beamer. Für die Verantwortlichen der Deutschen und der Bayerischen Taekwondo Union (BTU und DTU) die das zweitägige gemeinsam mit dem SV Nennslingen als örtlicher Ausrichter durchführten, war das aber kein Problem. Sie hatten das entsprechende Equipment selbst dabei und sorgten mit viel Technik (Kameras, Bildschirme, Computer etc.) dafür, dass Zuschauer, Aktive, Kampfrichter und Co stets bestens über das Geschehen informiert waren. Nimmt man noch elektronische Westen und Kopfschutz hinzu, dann kommt man laut Gerd Kohlhofer schnell mal auf ca. 100.000 Euro, welche die gesamte Ausrüstung für ein solch großes Turnier wert ist. Kohlhofer ist Präsident der BTU, Vizepräsident der DTU und kommt aus Karlshuld. In Weißenburg schwärmte er regelrecht von der neuen Sportstätte sowie vom SV Nennslingen als Gastgeber: „Tolle Halle, tolle Umgebung und viele fleißige Helfer. Ein
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Riesenlob geht vor allem an Horst Scholz“, so Kohlhofer. Scholz ist seit Jahrzehnten der Motor für den Taekwondosport am Jura und obendrein Abteilungsleiter sowie Trainer des SVN. Auch BTU-Vizepräsident Georg Streif, der für den Leistungssport Bereich Zweikampf zuständig ist, zeigt sich froh, den SVN mit Horst Scholz an der Spitze als Ausrichter an der Seite zu haben. „Ich freue mich immer, wenn bei solchen Meisterschaften auch kleine Vereine zum Zug kommen“, sagt Streif. Aus Sicht des Marktoberdorfers ist die Weißenburger Seeweiherhalle „sehr gut geeignet“ für derartige Wettkämpfe.
„Alles reibungslos gelaufen.“
BTU-Kampfrichter-Referent Abdullah Ünlübay (Ochsenhausen) konnte da nur beipflichten. Bei ihm sowie bei Horst Scholz liefen die Organisationsfäden zusammen. „Es ist alles reibungslos gelaufen – genau so wie wir uns das vorgestellt haben“, stellte Ünlübay fest und zollte speziell dem SV Nennslingen großes Lob: Es waren sehr viel fleißige und stets hilfsbereite Leute da“. Aber auch sportlich konnte der SVN sehr zufrieden sein: Die 14-jährige Anna Satzinger musste am Samstag in de Jugend A bis 55 kg zwar eine knappe Niederlage und das vorzeitige Aus in der ersten Runde hinnehmen; am Sonntag dann jedoch als es bei den Senioren richtig zur Sache ging; glänzte Isabel Beckstein mit der Silbermedaille. Die 22-Jährige unterlag bei den Damen bis 62 kg erst im Finale mit einem Punkt. Während Anna Satzinger nach der ersten Endtäuschung froh war, über die weitere Erfahrung, die sie sammeln konnte. Die dritte SVN- Athletin wäre Sarah Simon gewesen, die nach monatelanger Vorbereitung aber Corona-bedingt kurzfristig absagen musste – sehr bitter! Durch das Turnier wurde Weißenburg für zwei Tage zum Treffpunkt für die Deutsche Taekwondo-Szene. Fast alle Landesverbände waren vertreten. Die Weißenburger Hotels und sonstigen Unterkünfte waren ausgebucht. Am Rande gab es viele Gespräche. Im Mittelpunkt aber stand der Sport mit rund 260 Kämpfen. Der gastgebende Landesverband Bayern schnitt dabei am besten ab. Die BTU gewann klar die Verbandwertung der Jugend A und sehr klar die Verbandswertung der Senioren und war auch deshalb rundum zufrieden. Ein Stück weit vergessen war durch den erfolgrei-
chen Ablauf die Kritik an „immens hohen“ Mietkosten, die im Vorfeld laut geworden war. Über 3.200 Euro müssen die Veranstalter hinlegen. „In Nürnberg oder Ingolstadt bekommen wir die Hallen für solche Meisterschaften kostenlos“, sagte BTU-Chef Kohlhofer. Weißenburgs Oberbürgermeister Jürgen Schröppel konnte zwar keinen Nachlass gewähren und verwies auf den Stadtratsbeschluss, in dem die Nutzungsgebühren festgelegt sind. Er organisierte jedoch eine Spende in Höhe von 2.000 Euro für den SV Nennslingen, sodass es in Sachen Finanzen einen beträchtlichen Ausgleich gibt. Ebenso war Landrat Manuel Westphal nicht nur als Ehrengast vor Ort, sondern hatte auch ein Spende in Höhe von 1.000 Euro für den örtlichen Ausrichter SV Nennslingen dabei. Damit unterstützter er die Arbeit des Vereins und des Taekwondosports ebenso wie der Weißenburger Oberbürgermeister und „Hausherr“ Jürgen Schröppel. SVN- Taekwondo-Spartenleiter Hort Scholz bedankt sich bei allen Sponsoren, Helfern und Unterstützern und freut sich über die positive Resonanz der Veranstaltung „Das Echo ist ein Wahnsinn“, stellt er fest. Trotz der Kritik hatte es sich der OB nicht nehmen lassen, bei dem Turnier vorbeizuschauen. Zu den Gästen zählten unter anderem auch Landrat Manuel Westphal, dessen Vorgänger Gerhard Wägemann, der Nennslinger Bürgermeister Bernd Drescher sowie BLSVKreisvorsitzende Brigitte Brand. Und natürlich war auch DTU-Präsident Stefan Klawitter vor Ort. Sie alle assistierten teils auch bei den über 30 Siegerehrungen. Ob die DEM in Weißenburg eine einmalige Sache bleibt, wird sich zeigen. Für Hauptorganisator Abdullah Ünlübay, der die welthöchste Kampfrichterlizenz besitzt, steht nach dem Turnier unterm Strich eines fest: “Wir würden eine solche Meisterschaft auf jeden Fall wieder in Weißenburg machen.“
Vizetitel für Isabel Beckstein
Deutsche Meisterschaft – Die Taekwondoka vom SV Nennslingen trumpfte bei ihrem „Heimspiel“ mit Rang zwei auf. Weißenburg – Zwei Tage volles Programm mit Taekwondo vom Feinsten bescherte die Deutsche Meisterschaft in der neuen Weißenburger Seeweiherhalle. Der SV Nennslingen und vor allem dessen TKD-Abteilungsleiter und Trainer Horst Scholz hatten das hochklassige Sportereignis in den Landkreis geholt. Es war die erste Großveranstaltung in diesem Kampfsport nach der Corona-Pause. Dementsprechend motiviert gingen alle knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die vier Matten und boten rund 260 Fights. Besonders im Mittelpunkt stand Lokalmatadorin Isabel Beckstein, die gestern ab der Mittagszeit für viel Stimmung in der Halle sorgte und ihren Heimvorteil nutzte. In der stark besetzten Gewichtsklasse bis 62 kg kämpfte sich die 22 Jahre alte Nennslingerin bei den Damen bis ins Finale. Erst dort unterlag sie knapp mit 3:4 Punkten gegen die WM. Und EM- Teilnehmerin Celine Schmidt vom BSV Friedrichshafen.
Die Silbermedaille fühlte sich für Isabel allerdings wie ein Sieg an. „Platz zwei – das hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen“, schwärmte sie unmittelbar nach der Finalniederlage. Die SVN-Athletin wollte trotz ihres lädierten Knies unbedingt mit ihrem „Heimspiel“ dabei sein. Wichtig war ihr besonders, verletzungsfrei zu bleiben. Das gelang ebenso wie ein hervorragendes Abschneiden. Eine „Fetzenleistung“ attestierte ihr Trainer Horst Scholz und auch Vanessa Beckstein, die ihre Schwester bei den vier Fights in der Seeweiherhalle coachte, war überglücklich und fast ausgelaugter als die Kämpferin selbst. Isabel Beckstein startete mit einem klaren 16:7 Sieg und lies im Viertelfinale ein 12:4 folgen. Es lief einfach und sie wollte weiter „Gas geben und Spaß haben“. Mit dieser Devise schaffte sie es ins Halbfinale, dass gegen Meike Unrau 2:2 endete. Auch bei der Verlängerung, dem sogenannten „sudden death“, gab es keine Entscheidung (0:0), so dass die Mehrzahl der Kontakte mit der elektronischen Weste der Gegnerin schließlich den Ausschlag zugunsten von „Isa“ gab. Auch im Finale hielt sie stark dagegen, musste sich aber letztlich knapp ´mit 3:4 gegen Celine Schmidt geschlagen geben und konnte wenig später bei der Siegerehrung die Silbermedaille entgegen nehmen. Es ist ein weiterer Erfolg ihrer Karriere. Genau vor zehn Jahren hat Isabel Beckstein – damals bei den Kadetten – ihren ersten von mittlerweile insgesamt acht deutschen Titeln geholt. Zweite Starterin des SV Nennslingen war Anna Satzinger, die bereits am Samstag in der Jugend A an der Reihe war. Sie traf in Gewichtsklasse bis 55 kg zum Auftakt auf Frieda Steinkühler (Herringen). Beide lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem die beherzt kämpfende Anna kurz vor Schluss die entscheidenden Punkte abgeben musste und mit 25:28 knapp unterlag. Auch Anna Satzinger wurde von Vanessa Beckstein gecoacht. Neben den beiden Athletinnen waren noch viele weitere Aktive aus den Reihen des SV Nennslingen dabei und zwar als Helferinnen und Helfer. Rund 40 von ihnen waren im Einsatz und erhielten ebenso wie Abteilungsleiter Horst Scholz große Wertschätzung von den Vertretern der Deutschen Taekwondo Union, die zusammenmit dem SVN als Ausrichter fungierten. Auch für die neue Seeweiherhalle gab es viel Lob.
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SIEGER DEUTSCHE MEISTERSCHAFT 2022
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LIVESTREAM Dank der großzügigen finanziellen und personellen Unterstützung der Firma e.Infra, konnte das Projekt Livestream gestemmt werden. Alle Kämpfe der DM stehen weiterhin auf unsere YouTube-Kanal zur Verfügung! Link: https://www.dtu.de/events/deutschemeisterschaft-senioren-und-jugend-a/ livestream/
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Arbeitstagung in Göttingen Vom 10.12. bis 12.12.2021 haben wir, das DTU-Jugend-Team, uns für eine intensive dreitägige Arbeitstagung in Göttingen getroffen. Ziel war es, unsere Arbeit aus dem Jahr 2021 Revue passieren zu lassen und neue Themenfelder für das Jahr 2022 auszumachen. Die ersten Sessions wurden genutzt, um Stärken und Motivation herauszuarbeiten. Dabei ist deutlich geworden, dass Engagement besonders in Zeiten des digitalen Zusammenarbeitens herausfordernd ist. Um den Sport voranzubringen, ist nachhaltiges, ehrenamtliches Engagement jedoch unersetzlich. Dies wollen wir erreichen, indem wir innerhalb unseres kreativen, jungen Teams strategische Ziele für die DTU-Jugend neu denken. Wir haben uns diesem Ziel in einer ersten Arbeitssession genähert, indem wir uns Gedanken darüber gemacht haben, wie die „perfekte“ Jugendarbeit für uns aussieht und was wir tun können, um die ganzheitliche Jugendarbeit möglich zu machen. Aus unseren Erkenntnissen ist auch unser Jahresmotto für 2022 gewachsen: „Gemeinsam Richtung geben“.
Arbeitstagung in Berlin
Rund vier Wochen nach unserem Jahresabschluss in Göttingen haben wir uns zu einem Kick-Off 2022 in Berlin getroffen. Das Wochenende stand ganz im Zeichen der strategischen Weiterentwicklung der Jugendarbeit in der DTU.
Damit sich unser DTU-Jugend-Team vollständig auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren konnte, bekamen wir Unterstützung von einem externen Moderator. Die Erarbeitung eines Konzepts, das eine spürbare und nachhaltige Auswirkung auf die Jugendarbeit hat, ist ein intensiver Prozess und lässt sich nicht an einem Wochenende verwirklichen. Deshalb war es besonders wichtig, das Berlin-Wochenende zu nutzen, um zu evaluieren, wie der Prozess realisiert werden kann. Klar ist, dass es viele spannende Punkte auf dem Weg in ganz unterschiedlichen Formaten zu diskutieren gilt. Wir freuen uns darauf, die ersten Schritte in diesem Jahr zu gehen.
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Unsere Empfehlung für euch: Heute möchten wir euch eine spannende Folge des Pushing Limits-Podcasts vorstellen. #50 – Podcast über Anti-Doping-Kampf und Prävention: Thomas Berghoff von der NADA Der ehemalige Ressortleiter für Prävention bei der Nationalen Antidoping Agentur (NADA), Thomas Berghoff, spricht unter anderem über: • komplexe Präventionsarbeit • die Rolle von Vorbildern im Sport • Gründe, warum Sportlerinnen und Sportler zu Dopingsubstanzen greifen und was Traubenzucker damit zu tun hat. Nehmt euch die Zeit und hört rein!
Termine in 2022:
Wusstet ihr schon…? Wenn die Nase juckt und tropft, oder der Hals kratzt, bieten die Regale in der Apotheke eine breite Auswahl an allen möglichen Heilmitteln an. Für aktive Wettkampfathletinnen und -athleten, insbesondere solche aus de Kader ist hier Vorsicht geboten.
Wie gut kennt ihr euch aus? Nicht alle harmlos klingenden Medikamente sind es auch. Zwischen Grippostad, Sinupret und Paracetamol versteckt sich die ein oder andere Dopingfalle: Wick MediNait enthält den verbotenen Wirkstoff Ephedrin. Dieser gehört zur Gruppe der Stimulanzien und ist aufgrund seiner leistungssteigernden Wirkung innerhalb von Wettkämpfen verboten. Wick DayNait enthält den verbotenen Wirkstoff Pseudoephedrin. Dieser gehört ebenfalls zur Gruppe der Stimulanzien und ist aufgrund seiner leistungssteigernden Wirkung innerhalb von Wettkämpfen verboten. Pseudoephedrin befindet sich auch im Präparat „Wick DuoGrippal“. Ihr seid euch unsicher, ob euer Medikament eine verbotene Substanz enthält? Prüft jedes Medikament vor der Einnahme in der NADAmedMedikamentendatenbank! (www.nada.de/medizin/nadamed)
27.05.2022 - 29.05.2022: Schulsportausbildung I (Lehrte) 16.09.2022 - 18.09.2022: Schulsportausbildung II (Bruchsal) 23.09.2022 - 25.09.2022: Bundesversammlung (Jena) Herbst 2022: PSG-Weiterbildung (Ort noch offen) Herbst 2022: Antidoping-Weiterbildung (Ort noch offen)
Kontakt: jugend@dtu-mail.de
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DREI GROSSARTIGE KARRIEREN GEHEN ZU ENDE! Wir bedanken uns bei Hasim Celik, Tahir Gülec und Rabia Bachmann für emotionale und historische Momente auf der Fläche. Für die weitere Zukunft wünschen wir euch alles gute, stets Zufriedenheit und einen guten Start in einen neuen Lebensabschnitt. Hasim ist der erste und einzige Medaillengewinner bei ParaWeltmeisterschaften im Zweikampf. Mehr als nur Fair-Play zeigte er bei der WM 2006, als er seinen WM-Titel zurück gab, weil er der Meinung war, seine Klassifierzung im Vergleich zu seinem Gegner sei nicht fair gewesen. Hasim trainierte stets inklusiv, d.h. mit Top-Athleten aus seinem Verein wie dem Olympiasieger Servet Tazegül.
Tahir ist der erste Kadetten-Europameister der Deutschen Taekwondo Union. Neben der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio, startete Tahir bereits bei den Olympischen Jugend-Spielen 2010. 2010 wird Tahir Jugend-Vize Weltmeister. Nach 18 Jahren Titelabstinenz gewann Tahir 2013 sensationell den WM-Titel. Im Finale in Mexiko besiegte er seinen mexikanischen Gegner vor knapp 8000 mexikanischen Zuschauern. 2015 gewinnt Tahir erneut eine WM-Medaille (Bronze) bei den Herren. Er zählt zu den wenigen Grand Prix Medaillengewinnern der DTU. Knapp verpasste er 2021 die Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Tokio. Mit der Quali hätte er Geschichte geschrieben: noch kein männlicher DTU-Athlet schaffte es zweimal zu Olympischen Spielen. Zählt man alle WM-Medaillen sind es: 6 WM Medaillen (1G/1S/3B) Zählt man alle EM-Medaillen sind es: 4 EM Medaillen (1G/2S/1B) Medaillengarant bei Europameisterschaften: 9 Medaillen bei 11 Teilnahmen! In der Jugend gewinnt Rabia 2009 die Goldmedaille bei der EM und wird Europameisterin. Mit gerade mal 17 Jahren nimmt sie an ihrer ersten Damen-WM teil. Bei der WM 2013 in Mexiko gewinnt sie Bronze in der Gewichtsklasse -62KG. 2014, 2016 und 2018 gewinnt sie Bronze bei der EM der Damen. Mit der Olympiateilnahme 2016 schreibt sie Geschichte. Erstmals qualifiziert sich ein Geschwisterpaar aus der DTU für die Olympischen Spiele. Der Vize-Militär-Weltmeisterstitel 2018 ist ihr letzter großer Erfolg.
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Entweder, oder! –Wir haben Yanna Schneider und Cem Ünlüsoy gefragt:
Morgenmuffel oder top fit nach dem Aufstehen? Cem Ünlüsoy: Ich bin ein absoluter Morgenmuffel. Ich brauche morgens immer etwas mehr Zeit zum Aufstehen. Yanna Schneider: Morgenmuffel. Ich brauche mindestens zehn Minuten, bis ich es mal geschafft habe, den Wecker auszustellen.
Guter Film oder gutes Buch? Cem Ünlüsoy: Ich schaue mir gerne einen guten Film an, auch zur Motivation. Da gucke ich am liebsten die ganze Reihe der Rocky-Filme durch. Yanna Schneider: Im Alltag einen guten Film und im Urlaub auch mal ein gutes Buch.
Räumst du die Trainingstasche sofort aus oder bleibt sie auch mal eine Weile liegen? Cem Ünlüsoy: Ich sollte sie eigentlich immer direkt ausräumen. Aber meistens bleibt es dann doch mal ein bis zwei Tage liegen. Yanna Schneider: Lieber alles gleich ausgepackt, weil es nass ist und in der Tasche liegt und deswegen schnell ekelig wird.
Frühstückstyp oder nüchtern ins Training? Cem Ünlüsoy: Ich kann absolut ohne Frühstück in den Tag starten. Aber ich bin trotzdem auch ein Frühstücksliebhaber. Wenn ich also frühstücke, dann auch gerne schön ausgiebig und mit Genuss. Yanna Schneider: Ich muss immer frühstücken. Ohne geht es nicht.
Bauch oder Kopf – wer entscheidet bei dir? Cem Ünlüsoy: Ich bin der absolut Spontane. Ich entscheide vieles aus dem Bauch heraus. Yanna Schneider: Absoluter Kopf-Mensch. Manchmal zerdenke ich auch viel. Gesunde Ernährung oder eher der „Ich esse alles was ich möchte“-Typ? Cem Ünlüsoy: Ich achte sehr auf gesunde Ernährung. Aber zwischendurch sollte man sich auch mal etwas gönnen. Yanna Schneider: Teils, teils. Vor einem Turnier oder im Trainingslager achte ich schon darauf, was ich esse – aber ein gutes Eis ist auch wichtig.
WhatsApp-Nachricht oder telefonieren? Cem Ünlüsoy: Wenn es um schnelle Sachen geht, dann eine WhatsApp-Nachricht. Aber ich telefoniere auch sehr gerne, zum Beispiel mit meiner Familie. Weil man sich ja wegen der vielen Wettkämpfe und Trainingslager auch nicht so oft sieht. Da nehme ich mir gerne die Zeit und rufe an. Yanna Schneider: Mein WhatsApp benutze ich nur zwei Minuten am Tag. Mein Telefon hingegen glüht am Abend. Kochen oder Essen-gehen? Cem Ünlüsoy: Ich habe nichts gegen ein gutes selbstgekochtes Gericht. Meine Frau und ich kochen auch gerne. Aber richtig schön Essen zu gehen, tut auch gut. Yanna Schneider: Ich lasse mich ganz gerne bekochen. DTU-Magazin Taekwondo 20 - Ausgabe 11 04/2022 -
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FÖRDERER UND SPONSOREN DER
RDERN THLETEN. E MENGE MOMENTE. 11.09.19 12:42
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