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Ein Lösungsansatz bei Reizdarm?
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Empfehlungen bezüglich der LowFODMAP-Diät
Für Patientinnen und Patienten mit Reizdarmsyndrom gibt es individuelle Ernährungsempfehlungen, die sich an den jeweiligen Beschwerden orientieren. So sollte etwa bei Schmerzen, Blähungen und Diarrhoe als dominantes Symptom die LowFODMAP-Diät angeraten werden.1
Personalisiertes Vorgehen
FODMAP steht für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole – dabei handelt es sich um kurzkettige Kohlenhydrate, die im Dünndarm schlecht absorbiert werden. Spätestens im Dickdarm werden diese osmotisch aktiv und rasch fermentiert, was zu Bauchschmerzen, Blähungen und wei-chem, voluminösem Stuhlgang führt. Ein ausschlaggebendes Charakteristikum der Low-FODMAP-Diät ist ihr dreiphasiger Aufbau: Phase der Elimination: FODMAP-reiche Lebensmittel werden für sechs bis acht Wochen strikt gemieden1, optimalerweise bis unterhalb der Toleranzschwelle. Die Initialphase stellt gleichzeitig einen diagnostischen Test in Bezug auf die FODMAP-Sensibilität des Patienten dar: Kommt es innerhalb von vier bis sechs Wochen zu keiner Besserung der Symptome, sollte ein Umstieg auf eine andere Intervention erfolgen.2 Phase der Toleranzfindung: In zunehmenden Mengen werden Lebensmittel, die ein einzelnes FODMAP enthalten, über drei Tage hinweg wieder zugeführt, um die individuellen Toleranzschwellen herauszufinden. Zwischen den „Challenges“ liegt mindestens eine ein- bis zweitägige Pause. Diese Phase erstreckt sich über sechs bis zehn Wochen.2 Langzeiternährung: Auf Basis der aus Phase zwei gewonnenen Erkenntnisse wird eine personalisierte Low-FODMAP-Diät für eine Langzeitanwendung entwickelt. Der dreiphasige Verlauf ist wesentlich, um die diätetische Vielfalt möglichst zu erhalten und einen negativen Einfluss auf die Nährstoffversorgung und potenziell auf das Darmmikrobiom einzugrenzen. Daher sollte die Low-FODMAPDiät von medizinischen Ernährungsberatern begleitet werden, nicht zuletzt, damit auch ortho- oder anorektische Patienten identifiziert werden können.
Anna Schuster, BSc
Literatur: 1 Layer P et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (AWMF 021/016), Juni 2021. 2 Chey WD et al., Gastroenterology 2021;160:47–62.
