Nationalpark-Forschung in der Schweiz Band 99/I
Nationalpark-Forschung in der Schweiz Herausgegeben von der Forschungskommission des Schweizerischen Nationalparks – eine Kommission der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz SCNAT Recherches scientifiques au Parc National Suisse Publié par la Commission de recherche du Parc National Suisse – une Commission de l’Académie suisse des sciences naturelles SCNAT Ricerca scientifica sul Parco Nazionale Svizzero Pubblicato della Commissione per la ricerca scientifica nel Parco Nazionale Svizzero – una Commissione dell’Accademia svizzera di scienze naturali SCNAT Perscrutaziuns scientificas en il Parc Naziunal Svizzer Publitgà da la Cumissiun da perscrutaziun dal Parc Naziunal Svizzer – ina Cumissiun da l’Academia svizra da las scienzas natiralas SCNAT Scientific Research in the Swiss National Park Published by the Research Council of the Swiss National Park – a Council of the Swiss Academy of Sciences SCNAT
Früherer Titel der Reihe (bis Nr. 84): Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen im Schweizerischen Nationalpark (vgl. Verzeichnis der bisher erschienenen Arbeiten auf Seite 246)
Herausgeber Heinrich Haller, Antonia Eisenhut, Rudolf Haller
Atlas des Schweizerischen Nationalparks Die ersten 100 Jahre Britta Allgöwer, Pia Anderwald, Norman Backhaus, christian bernasconi, Claudio Bozzini, Peter Brang, Frank Breiner, Martin Brüllhardt, Ursus Brunold, Harald Bugmann, Bundesamt für meteorologie und klimatologie meteoschweiz, Valentin Burki, Martin Camenisch, Daniel Cherix, Marcel Clausen, Claudio Defila, Matthias Dobbertin †, Michael Doering, Markus Egli, Antonia Eisenhut, Flurin Filli, Walter Finsinger, Duri Florineth, Jakob Frei, Anne Freitag, Marietta Funke, Heinz Furrer, Dorian Gaar, Claudia Gerber, Yves Gonseth, Sabine Güsewell, Christoph Haemmig, Heinrich Haller, Rudolf Haller, Ambros Hänggi, Janett Hanitzsch, Josef Hartmann, Pius Hauenstein, Alan G. Haynes, Daniel Hermann, Johann von Hirschheydt, Stephan Imfeld, Lukas Inderbitzin, Andrea Jauss, David Jenny, HANNES JENNY, Barbara Kawecka, Felix Keller, Fabian Kessler, eduard kissling, Frank Klötzli, Mathias Kneubühler, Sandra Knispel, Mario Kocher, Bertil o. Krüsi, Patrick Kupper, Patrick Laube, Daniel Locher, Hans Lozza, Verena Lubini, Beatrice Lüscher, Peter Lüscher, arnaud maeder, Annina Margreth, Christoph Marty, Martina Meier, Jean-Claude Monney †, Benjamin U. Müller, Jürg Paul Müller, Mathis Müller, stefanie Müller, Uta Mürle, Johannes Ortlepp, jon domenic Parolini, Aline Pasche, Eric Pointner, Jonathan Raper, Maja Rapp, Ursina Raschein, Peter Rey, Daniel Rigling, Anita C. Risch, Armin Rist, Stefan Röber, Christopher T. Robinson, Marc Rolli, Thomas Scheurer, daniel Schläpfer, Christian Schlüchter, Christian Schmid, Ronald Schmidt, Martin Schütz, Anna-Katharina Schweiger, Laura Seelen, Pascal Sieber, Lena C. Spalinger, Fabiola Stadelmann, Markus Stähli, Benno Steiner, Stefan Strasky, Christoph Suter, Willy Tinner, Alice Trachsel, Reto Trachsel, Sylvain Ursenbacher, Heinz Veit, Heinz Vetter, Dragan Vogel, Gian-Reto Walther, Beat Wartmann, Andreas Weissen, Otto Wildi, urs wohler, Stefan Wunderle, Margot Zahner, Niklaus Zbinden, Stephan Zimmermann, Ruedi Zweifel
Haupt Verlag
Heinrich Haller, geboren 1954, hat an der Universität Bern Zoologie, Botanik und Geografie studiert
Projektleitung: Antonia Eisenhut
und an der Universität Göttingen in Wildbiologie habilitiert. Seine Fachgebiete sind die Gebirgsökologie im Allgemeinen und die grossen Wildtiere der Alpen im Speziellen. Heinrich Haller ist seit 1996 Direktor des Schweizerischen Nationalparks (SNP).
Rudolf Haller, Antonia Eisenhut Kartografisches Konzept: Kartenerstellung: Antonia Eisenhut
Antonia Eisenhut, geboren 1980, hat an den Universitäten Fribourg, Barcelona und Bern Geografie, Geologie und Biologie studiert. Sie ist in den Bereichen Kartografie, Geoinformation und Wissensvermittlung tätig. Antonia Eisenhut ist seit 2008 Mitarbeiterin im Bereich Forschung und Geoinformation des SNP. Rudolf Haller, geboren 1966, hat an der Universität Zürich Geografie und Kartografie studiert und
zum Thema Geoinformationstechnologie und -management promoviert. Er beschäftigt sich mit Fragen der Geografischen Informationssysteme und räumlichen Analysen anhand von Fallbeispielen aus dem SNP. Rudolf Haller leitet seit 2000 die Geoinformation im SNP und übernahm 2012 auch den Forschungsbereich.
Basisdaten:
Pia Anderwald, Seraina Campell, Niculin Caviezel, Datenbearbeitung: Przemyslaw Dusza, Antonia Eisenhut, Marietta Funke, Urs Gyseler, Rudolf Haller, Pius Hauenstein, Stephan Imfeld, Fabian Kessler, Maja Rapp, Thomas Rempfler, Stefan Röber, Christian Sailer, Christian Schmid, Anna-Katharina Schweiger, Matthias Uden, Remo Wild Grafiken: Franziska Bock Bildbearbeitung Kapiteleinführungen:
Zitierung: Haller, H., A. Eisenhut & R. Haller (Hrsg.) (2013): Atlas des Schweizerischen Nationalparks. Die ersten 100 Jahre. Nat.park-Forsch. Schweiz 99/I. Bern: Haupt Verlag. Zitierung von Einzelbeitrag (Beispiel): Furrer, H., C. Schlüchter, L. Inderbitzin, E. Pointner, A. Margreth, D. gaar & J. Frei (2013): Geologie und Erdgeschichte. Lithologisches und zeitliches Fundament des SNP. In: H. Haller, A. Eisenhut & R. Haller (Hrsg.): Atlas des Schweizerischen Nationalparks. Die ersten 100 Jahre. Nat.parkForsch. Schweiz 99/I. Bern: Haupt Verlag: 16–17.
Ergänzende Materialien zu dieser Publikation unter: http://www.atlasnationalpark.ch
Finanzierung: Zigerli-Hegi-Stiftung Vontobel-Stiftung Alfons und Mathilde Suter-Caduff Stiftung Publikationsrechte für dieses Werk wurden von der swisstopo unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Reproduziert mit Bewilligung von swisstopo (BA13077)
swisstopo, Kanton Graubünden
Marco Cadonau
Übersetzungen: Marie Billet, Anke Bostelmann, Jean-Jacques Daetwyler, Marie Fleury Wullschleger, Eva Inderwildi, Suzanne Metthez, Sandrine Seidel, Milena Zocca Lektorat:
Antonia Eisenhut, Jakob Eisenhut, Katharina Eisenhut, Ruth Fischer, Yves Gonseth, Heinrich Haller, Marlies Haller, Rudolf Haller, Martin Hasler, Toni Mair, Alfredo Mastrocola, Thomas Scheurer, Jon Duri Vital, Willi Widmer, Ruedi Zweifel
Kartenlektorat:
Institut für Kartografie und Geoinformation der ETH Zürich
Grafisches Konzept/Beratung:
Franziska Bock, Hans Krenn
Satz und Lithografie:
Antonia Eisenhut, Franziska Bock
Umschlaggestaltung:
Franziska Bock, Stephan Imfeld
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. ISBN 978-3-258-07801-4 Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2013 Haupt Bern Jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung des Verlages ist unzulässig.
Umschlagabbildung: Verzerrungsfreie Ansicht der Gebirgskette zwischen Piz Laschadurella und Piz Tavrü von Süden, erstellt durch Stephan Imfeld
Printed in Germany www.haupt.ch
Inhaltsver zeichnis
Inhaltsverzeichnis
Vorwort Heinrich Haller. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Erosion – Transport – Ablagerung Eine Landschaft wird geformt Stefan Röber und Ronald Schmidt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Geografische Namen Ortsbezeichnungen mit Inhaltsangaben Rudolf Haller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Grundlagen
Bodenkartierung im SNP Ein offenes Feld Stephan Zimmermann, Peter Lüscher und Markus Egli. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Eine wechselhafte Geschichte Wie der SNP zustande kam und sich entwickelte Patrick Kupper. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Zur ersten Orientierung Topografie des Schweizerischen Nationalparks Heinrich Haller. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Geologie und Erdgeschichte Lithologisches und zeitliches Fundament des SNP Heinz Furrer, Christian Schlüchter, Lukas Inderbitzin, Eric Pointner, Annina Margreth, Dorian Gaar und Jakob Frei; Janett Hanitzsch . . . . . . . . . . . 16 Tektonik Das bewegte und gestapelte Gebirge cHRISTIAN sCHLÜCHTER, Marcel Clausen, Fabiola Stadelmann und Eduard Kissling. . . . . . . . . . . . . . . . 18
Vegetationskartierungen im SNP Geschichte und Zukunft Martin Schütz, rudolf Haller, Mathias Kneubühler und Anita C. Risch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Das Projekt HABITALP Lebensräume erfassen und beschreiben Rudolf Haller und Stephan Imfeld. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Rückblende
Norden oder Süden, flach oder steil Grundsätzliches zur Exposition und Hangneigung Rudolf Haller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Dinosaurierspuren, Korallen und andere Fossilien Zeugen einer langen geologischen Geschichte Heinz Furrer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Das Klima im SNP Viel Sonne, wenig Niederschlag, extreme Temperaturen Bundesamt für meteorologie und klimatologie meteoschweiz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Die letzte Vergletscherung Das Ofenpassgebiet unter Eis Christian Schlüchter, Duri Florineth, Heinz Vetter, Marcel Clausen, Lukas Inderbitzin, Eric Pointner und Mario Kocher. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Schneehöhen im SNP Abnehmende Tendenz und grosse Schwankungen Christoph Marty und Christoph Suter . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Die Gewässer im SNP Minimaler Eintrag, maximale Wirkung Antonia Eisenhut. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Quellen Natürliche Wasseraustritte im Gelände Christian Schlüchter, Marcel Clausen, Christoph Haemmig, Annina Margreth, Eric Pointner, Benno Steiner, Stefan Strasky und Heinz Vetter. . . . . . . . . . 30 Permafrost Klimasignale aus dem Untergrund Felix Keller. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 6
Naturschutz unter Strom Der Bau der Kraftwerke verändert den Nationalpark Patrick Kupper. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Vergleiche und Kooperationen Wildnis im SNP Zwischen Sehnsucht und Forschungsgegenstand HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 ALPARC Der SNP im Netzwerk Alpiner Schutzgebiete Antonia Eisenhut. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 Mehr Platz für naturnahe Landschaften Der Weg zum vielschichtigen Pärkesystem der Schweiz Andreas Weissen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 Biodiversität im SNP Tagfalter als Gradmesser für die Artenvielfalt Heinrich Haller, Daniel Cherix, Yves Gonseth und Stephan Imfeld. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
Pollen, Nadeln und Kohlestückchen Einblicke in die Geschichte der Ofenpasswälder Britta Allgöwer, Markus Stähli, Walter Finsinger und Willy Tinner. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Generationenwechsel im Wald Jede Baumart tickt im eigenen Takt Peter Brang und Harald Bugmann. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Vom Kahlschlag zum Naturreservat Die frühere Waldnutzung im Gebiet des SNP Jon Domenic Parolini. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Rothirsch und Jagd Wie mehr Wildasyle die Hochjagdstrecken erhöhen HEINRICH HALLER und HANNES JENNY . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Frühe Investoren und Gastarbeiter am Pass dal Fuorn 350 Jahre Bergbau und Eisenverhüttung Daniel Schläpfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Natur pur? Infrastrukturen im SNP Hans Lozza. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Die Region im Blick alter Karten Vom Bißögger Gebürg zum Piz Pisoc Rudolf Haller; Ursus Brunold . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Wanderwege in die Wildnis Sichtbare und unsichtbare Landschaften Antonia Eisenhut und Rudolf Haller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
Pflanzen Ein Refugium für Nadelhölzer Die Baumarten im SNP rudolf Haller, Britta Allgöwer und Pius Hauenstein. . . . . . 82 Phänomenales Totholz Friedhof, Geburtsstätte und Lebensraum zugleich Pius Hauenstein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86 Von der Bergföhre zur Arve? Lernen aus der Vergangenheit Anita c. Risch und Martin Schütz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 Waldverjüngung und hohe Huftierdichte Neue Baumgenerationen in der Val Trupchun Martin Brüllhardt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 Die Geschichte der Alpweiden Von der Vieh- zur Hirschweide Martin Schütz und Anita C. Risch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92 Ein Gras auf dem Weg nach oben Bedroht die Fiederzwenke die Artenvielfalt? Bertil o. Krüsi. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94 Die Immergrüne Segge Zu Gast auf den ehemaligen subalpinen Weiden Bertil O. krüsi. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96 Orchideen Erste Ergebnisse systematischer Kartierung Beat Wartmann und Anna-Katharina Schweiger . . . . . . . . . . . 98 Ungewöhnliche Zeitmesser Flechten datieren die Aktivität von Blockgletschern Jonathan Raper, Antonia Eisenhut und Pia Anderwald . . . . 100
Tiere Nahrungsnetze im Boden Die kaum bekannten Lebensgemeinschaften Martin Schütz, Ursina Raschein und Anita C. Risch. . . . . . . . 104 Wasserinsekten Konstanz in der Vielfalt der Steinfliegen Sandra Knispel und Verena Lubini. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106 Heuschrecken von 1951 bis heute Ausbreitung infolge globaler Erwärmung? Martin Schütz, Alan G. Haynes, Lena C. Spalinger und Anita c. Risch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 Die Tagfalter des SNP Die Entwicklung von 1920 bis heute Yves Gonseth, Daniel Cherix und Aline Pasche. . . . . . . . . . . . 110 Die Kerbameise Eine bedrohte Art, die sich im SNP wohlfühlt Anne Freitag, Daniel Cherix, arnaud maeder und christian bernasconi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
Waldameisen Eine Gattung mit Symbolcharakter Christian Bernasconi, Daniel Cherix, Arnaud Maeder und anne freitag. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 Auf Augenhöhe mit den Spinnen Die kleinräumige Welt der Alp Trupchun Beatrice Lüscher und Ambros Hänggi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
Gämse und Rothirsch Zwei Huftierarten mit unterschiedlicher Geschichte HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148 Sommerfrische im SNP Saisonale Wanderungen der Rothirsche Heinrich Haller. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
Fische Leben in beeinträchtigten Lebensräumen Peter Rey . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
Rothirsche in der Val Foraz Komplexe Karten machen Veränderungen sichtbar Patrick Laube, Daniel Hermann, rudolf haller und Flurin Filli. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154
Die Kreuzotter im Engadin Die Val Trupchun als Referenzgebiet Sylvain Ursenbacher und Jean-Claude Monney †. . . . . . . . . . 120
Von allen Seiten unter Druck und trotzdem vital Das Reh HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156
Brutvögel im SNP Gesamtsituation und Entwicklung in drei Teilflächen Mathis Müller, Johann von Hirschheydt und Niklaus Zbinden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
Der Steinbock, das Bündner Wappentier Schleppende Wiedergeburt im SNP HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158
Wie Phönix aus der Asche Die Rückkehr des Bartgeiers in die Alpen David Jenny. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 Der Steinadler Grundlegende Erkenntnisse aus langer Dokumentation HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 Falken im Hochgebirge Der Turmfalke und der Wanderfalke im SNP HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130 Vögel der Taiga in unseren Bergwäldern Auerhuhn und Birkhuhn HEINRICh HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132 Unterschiedliche Schicksale Steinhuhn und Alpenkrähe HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134 Waldbewohner mit unterschiedlichen Arealen Schwarzspecht und Dreizehenspecht HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136 Immer weiter oben im Hochgebirge zu Hause Schneehase und Alpenschneehuhn HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138 Das Alpenmurmeltier Ein Steppenbewohner im alpinen Grasland HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140 Kleinsäuger und ihr Lebensraum Wie Expertenwissen zu Lebensraumkarten führt Jürg Paul Müller; Marietta Funke und rudolf Haller. . . . . 142 Zögerliche Wiedereinwanderung Braunbär, Wolf und Luchs HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
Der Mensch Unberührte Natur als Attraktion Besucherströme zum SNP Hans Lozza. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162 Wer ist der typische Nationalparkgast? Und wann wandert er wo? Hans Lozza; Alice Trachsel und Norman Backhaus. . . . . . . . 164 Spurensuche mittels GPS Wie Menschen durch den SNP wandern Antonia Eisenhut, Fabian Kessler und Rudolf Haller. . . . . . 166 «Noss» Parc Die Einstellung der lokalen Bevölkerung zum SNP Martina Meier und Norman Backhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168 Auch ohne kapitalintensive Investitionen Der SNP als kräftiger Motor der regionalen Wirtschaft Flurin Filli, Norman Backhaus und urs wohler. . . . . . . . . . 170 Die Ofenpassstrasse 100-jähriger Konflikt zwischen Nutzung und Naturschutz Flurin Filli; Christian Schlüchter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 172 Motorradfahren im SNP Auch ein Freiheitsgefühl in der Natur Flurin Filli und Andrea Jauss; Matthias Dobbertin †. . . . . . 174 Künstliche Böschungen entlang der Ofenpassstrasse Die einheimischen Pflanzenarten setzen sich durch Sabine Güsewell und Frank Klötzli. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176 Was tun, wenn es brennt im SNP? Eine Managementfrage wird zum Forschungsprogramm Britta Allgöwer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178
7
Inhaltsver zeichnis
Der Lai da l’Ova Spin Die höchsten bekannten Sedimentationsraten Christian Schlüchter, Benjamin U. Müller, Marc Rolli, Valentin Burki, Daniel Locher, Reto Trachsel, Lukas Inderbitzin und Heinz Vetter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180
Langsam, aber stetig Die Solifluktionsloben am Munt Chavagl Armin Rist, Felix Keller, christian Schmid, Claudia Gerber, Dragan Vogel, claudio bozzini, Stefan Wunderle und Heinz Veit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
Forschung
Geröll in Bewegung Blockgletscher und kriechender Permafrost Felix Keller und Christian Schmid. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210
Aus Datenbergen werden Wissensschätze Langzeitforschung im SNP Antonia Eisenhut. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
Szenarien und Perspektiven
Josias Braun-Blanquet 100 Jahre botanische Dauerbeobachtung Martin Schütz, Martin Camenisch und Margot Zahner. . . . 186
Die Klimaentwicklung im SNP Von den frühen Messungen bis zum Jahr 2099 Bundesamt für meteorologie und klimatologie meteoschweiz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214
Im Fokus alter Luftbilder Landschaftswandel in der Val Mingèr Rudolf Haller, Pius Hauenstein und Stephan Imfeld. . . . . . 188 Bildspektrometrie im SNP Ökologie trifft Fernerkundung Anna-Katharina Schweiger, Maja Rapp, Mathias Kneubühler und Anita C. Risch. . . . . . . . . . . . . . . . . . 190 Beziehungsnetze auf Weiden Von Pflanzen und Pflanzenfressern Anita c. Risch, Alan g. Haynes und Martin Schütz. . . . . . . . . 192 Beziehungsnetze auf Weiden Kerbameisen und Hirsche als Ökosystemgestalter Martin Schütz und Anita c. Risch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194 Parasitische Pilze Die grössten Lebewesen im SNP Daniel Rigling. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196 Waldbrandfläche Il Fuorn Gräser ersetzen Bergföhren Thomas Scheurer und Josef Hartmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . 198 Pflanzenphänologie Die Flora des SNP im Wandel der Jahreszeiten Claudio Defila . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200
Entwicklung im Waldgrenzökoton Verjüngung der Bergföhre bertil O. Krüsi und pASCAL sIEBER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218 Sukzession auf Stabelchod Wie schnell bewalden Alpweiden? Martin Schütz, Anita C. Risch und Otto Wildi. . . . . . . . . . . . 220 Berggipfel Pflanzen im Wärme-Stresstest Thomas Scheurer, Martin Camenisch, Frank Breiner und Gian-Reto Walther. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 222 Geschützte Gebiete im näheren Umfeld des SNP Perspektiven für die Zukunft HEINRICH HALLER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224
Anhang 100 Jahre Beobachten und Forschen Wie dieser Atlas zu seinen Karten kam Rudolf Haller; Ruedi Zweifel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230 Hinweise zum Lesen des Atlas und seiner Karten . . . . . . . . . . . . . 232 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 234
Künstliche Hochwasser am Spöl Ein Langzeitprojekt mit vielfältigem Nutzen Christopher T. Robinson, Michael Doering, Johannes Ortlepp, Uta Mürle und Thomas Scheurer; Heinrich haller. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
Bildnachweis. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240
Die Gewässer von Macun Bedeutung eines Biomonitorings Christopher T. Robinson, Laura Seelen und Barbara Kawecka. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 204
Die digitale Erweiterung http://www.atlasnationalpark.ch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244
Quecksilber Alle Spuren führen in die Val Brüna Christian Schlüchter, Daniel Locher, Lukas Inderbitzin, Benjamin U. Müller, Marc Rolli, Valentin Burki, stefanie Müller und Reto Trachsel. . . . . . . 206
8
Quellennachweis Daten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241 Kleines Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242 Abkürzungsverzeichnis. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
100 Jahre Schweizerischer Nationalpark (SNP), ein Jahrhundert regionale Umweltbeobachtung und ein Werk, welches dies alles zusammenfasst: Das sind die Eckpunkte des vorliegenden Atlas, der die räumliche Entwicklung im und um den SNP in ihrer ganzen Vielfalt in Form von verschiedensten kartografischen Darstellungen und mit entsprechenden Erläuterungen beschreibt, Rückschau hält sowie Zukunftsperspektiven eröffnet.
Der SNP, gegründet 1914 als erster Nationalpark der Alpen, ist das Urmodell eines wissenschaftlichen Naturschutzgebiets (Kupper 2012): Innerhalb des ausgewiesenen Geländes sollte sich die Natur ohne das Dazutun des Menschen frei entwickeln können und als «Freiluftlaboratorium» der Wissenschaft dienen. Diese visionäre Idee des Prozessschutzes und des Forschungsraums wurde im Verlauf der Zeit unterschiedlich stark, doch stets zielgerichtet vorangetrieben: Obwohl weitere Aufgaben dazugekommen sind, insbesondere die Information der Öffentlichkeit, hat der SNP seine vorrangige Ausrichtung als Forschungsareal bewahrt. Die letzten beiden Jahrzehnte waren geprägt von einem Ausbau der Parkverwaltung, einem Aufbruch auf allen Ebenen, der durch die Eidgenössische Nationalparkkommission (ENPK) als strategisches Organ gefördert und von der Forschungskommission des SNP (FoK-SNP) mit vorangetrieben worden ist. Abb. 1 belegt die seit Mitte der 1990er-Jahre markante Steigerung der fachlichen Artikel aus dem und über den SNP. Gegenläufig ist die Entwicklung des SNP als räumliches Gebilde. Dieses wuchs zwischen 1910 und 1914 Anzahl Artikel
Vorwort
Vorwort
rasch an und umfasste im Gründungsjahr bereits vier Fünftel der heutigen 170 km 2 (Seite 58). Spätere Erweiterungen gestalteten sich äusserst schwierig oder wurden nur durch Konzessionen erreicht. Obwohl das Parkgebiet weniger durch naturräumliche als durch politische Grenzziehungen geprägt und – gesamthaft betrachtet – für die Schweiz überhaupt nicht repräsentativ ist, hat sich der SNP zu einer nationalen Marke entwickelt und der Region den Namen gegeben. Letzteres schliesst ein, dass der Park mit der Umgebung in Verbindung steht, speziell auch mit dem benachbarten, 2010 eingerichteten Regionalen Naturpark Biosfera Val Müstair (Seite 224). Vergleiche zwischen der Natur innerhalb und ausserhalb des Parks drängen sich auf, woraus eine wichtige Funktion des SNP abgeleitet werden kann, nämlich die der Referenzfläche. Freiluftlaboratorium, Forschungsareal, Referenzfläche – diese Begriffe machen deutlich, dass im SNP stets ein Raumbezug gegeben ist. Sämtlichen Informationen aus dem Park lassen sich im Grundsatz Koordinaten zuordnen. Mehr noch, genaue Lokalisierung ist unabdingbar, wenn Daten richtig
80
60
40
interpretiert werden sollen. Und im Zusammenhang mit den zu erfassenden natürlichen Prozessen gehört selbstverständlich das Datum bzw. der Zeitpunkt ebenso dazu: Im SNP geht es um raum-zeitliche Ereignisse und Entwicklungen sowie um deren Dokumentation. Von besonderer Bedeutung ist das Erkennen der schleichenden Veränderungen, die in der Alltagsperspektive kaum und selbst in der Wissenschaft nicht genügend wahrgenommen werden. Für das eigentliche, integrale Verständnis sind sie aber fundamental. 100 Jahre nach der Gründung des SNP soll Bilanz gezogen werden. Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen, durch eine bereits publizierte geschichtliche Rückschau (Kupper 2012), durch eine Zusammenfassung bedeutender Ergebnisse und Highlights aus der Nationalparkforschung (Baur & Scheurer in Vorb.) und – aufgrund der besonderen Bedeutung von Raum und Zeit – eben durch den «Atlas des Schweizerischen Nationalparks». Dieser verbindet zwei traditionelle Marken unseres Landes miteinander: Kartografie und SNP. Der Atlas mit seinen Karten, Texten, Abbildungen und Literaturverweisen ist auf den SNP und die Nationalparkregion fokussiert, grundsätzliche und grossräumige Zusammenhänge werden aber selbstverständlich wo nötig und sinnvoll ebenfalls eingebracht. Durch den kleinen Bezugsraum und die hohe Dichte thematischer Karten unterscheidet sich das vorliegende Buch von den meisten anderen kartografischen Sammelwerken und fügt sich ein in die Reihe entsprechender Atlanten aus anderen Parks (zum Beispiel Henry & Armstrong 2004, Carro & Pedrotti 2010, Marcus et al. 2012).
20
0 1910
10
19 3 0
19 5 0
1970
19 9 0
2012
Abb. 1. Anzahl fachlicher Artikel (Publikationen, Studiumsarbeiten und Berichte) aus dem (bzw. über den) snp 1910–2012
Der Atlas des Schweizerischen Nationalparks richtet sich an interessierte Naturfreundinnen und -freunde sowie an Fachleute und hat zum Ziel, den kartografisch fassbaren Datenschatz aus dem ersten
Jahrhundert des SNP aufzuarbeiten, darzustellen und zu erklären. In acht Kapiteln werden alle relevanten und hinreichend dokumentierten Themen aufgenommen: Von den Quellen bis zur Gipfelflora und von Dinosaurierspuren bis zum Verkehrslärm. Neben Beiträgen zu wissenschaftlichen Projekten auf internationalem Niveau finden sich auch solche, denen nicht oder nur bedingt systematisch gesammelte Daten zugrunde liegen. Die Berücksichtigung beider Ansätze erscheint sinnvoll, da nur so eine Übersicht und eine Grundlage zu Forschung und Monitoring im SNP und ebenso für den fachlich gestützten betrieblichen Umgang mit dem Park geschaffen werden kann. Im Zentrum steht aber nicht nur eine Auslegeordnung, sondern mehr noch die Standortbestimmung: Das vorhandene Material soll als Basis für den Auftakt ins zweite SNP-Jahrhundert gebündelt und interpretiert vorliegen. Die einzelnen Beiträge sind in sich abgeschlossen und können somit separat gelesen werden, doch zeigen erst die mannigfaltigen thematischen Verbindungen zwischen den Artikeln den wahren Wert des Werkes. Gleichermassen ist die Nationalparkforschung weniger durch Einzelleistungen als vielmehr durch den kollektiven Ansatz auf multi-, inter- und transdisziplinärer Basis geprägt. Es geht um die Fülle der auf denselben Raum bezogenen Informationen und deren Verknüpfung, wenn immer möglich auf ökosystemarer Ebene. Insofern darf vom Datenmaterial aus dem SNP bzw. von der hier vorgelegten Zusammenstellung ein erhebliches Potenzial für weitere Studien abgeleitet werden. Trotz der markant verstärkten Investitionen in der jüngeren Vergangenheit (Abb. 1), finden sich in der Forschungsbilanz des SNP aber auch empfindliche Lücken sowie diverse Unklarheiten. Einige davon waren bekannt, andere sind erst durch die Beschäftigung mit dem Atlas deutlich geworden, und weitere werden noch aufscheinen. Dies gehört zur Standortbestimmung und
soll Ansporn für fortgesetzte und erweiterte Datenerhebungen im und um den SNP sein. Der raum-zeitliche Ansatz der wissenschaftlichen Arbeiten im SNP lädt ja geradezu zu einer späteren Neubearbeitung des Werkes ein, die sich dann auf die vorliegende Gesamtschau wird stützen können. Als flexible Lösung gibt es zu diesem gedruckten Atlas eine digitale Erweiterung, die unter folgender Internetadresse zu finden ist: http://www.atlasnationalpark.ch Dieses Angebot (siehe auch Seite 244) geht weit über eine Webkarte hinaus, es bietet eine inhaltliche Vertiefung an und lädt zur interaktiven Beschäftigung ein. Mit diesem Instrument lassen sich auf statischer Basis schwierig abzubildende Sachverhalte, zum Beispiel die Überlagerung verschiedenster räumlicher Informationen oder die Dynamik von Vorgängen, in geeigneter Form darstellen bzw. erlebbar machen. Beide Varianten des Atlas des Schweizerischen Nationalparks, Buch und Internetangebot, stehen quasi in symbiotischer Beziehung und bieten der interessierten Öffentlichkeit einen umfassenden kartografischen Zugang zum SNP. Der digitale Teil ist darauf ausgerichtet, situativ ergänzt und aktualisiert zu werden. Der Atlas des SNP ist ein Gemeinschaftswerk von Forschenden im und Forschungs- bzw. Monitoringverantwortlichen des SNP. Die Idee entstand 2006 in der Parkdirektion, ausgehend vom damaligen Bereich Rauminformation (heute Forschung und Geoinformation), und fand Eingang in die Strategischen Leitlinien 2007–2014 des SNP. Die Umsetzung erfolgte durch die drei Herausgeber bzw. durch die 118 Personen/Institutionen aus dem Kreis der FOK-snp und darüber hinaus, welche als Autoren auf dem Titelblatt aufgeführt sind. An dieser Stelle sei allen Mitwirkenden für die Kooperation herzlich gedankt. Besondere Erwähnung verdienen Rudolf Haller, der eigentliche Spiritus Rector der hier präsentierten
Kartografie, sowie Antonia Eisenhut, die zwischen 2010 und 2013 speziell für dieses Projekt verpflichtet werden konnte, als umsichtige Projektleiterin die Fäden des Vorhabens stets in der Hand behielt und die Karten bearbeitete.
Stiftung bedeutungsvoll. Nicht zu vergessen sind die umfangreichen Eigenleistungen und ebenso die zahlreichen ehrenamtlichen Engagements, die für das Gelingen solch umfassender Vorhaben stets unverzichtbar sind.
Aus nachvollziehbaren Gründen kann hier nur ein kleiner Teil der Personen genannt werden, die in irgendeiner Weise zu diesem Werk beigetragen haben. Dass Vergleiche über einen Zeitraum von bis zu 100 Jahren möglich geworden sind, ist früheren Erhebungen und deren Verantwortlichen zu verdanken. Speziell zu erwähnen sind die früheren Direktoren Robert Schloeth † und Klaus Robin sowie Mario Negri als ehemaliger Leiter der Nationalparkaufsicht und die Parkwächter, welche heute unter anderem mit verschiedensten Monitoringaufgaben betraut sind. Diese Funktion wahrgenommen haben seit Mitte der 1990er-Jahre Fadri Bott, Dario Clavuot, Göri Clavuot †, Mario Conradin, Andri Cuonz, Curdin Eichholzer, Curdin Florineth, Domenic Godly, Silvio Gross, Reto Mösle, Ueli Nef, Alfons à Porta, Peter Roth, Reto Strimer und Not Armon Willy. Weitere Personen, die sich um das Werk verdient gemacht haben, sind im Impressum aufgeführt. Hervorzuheben sind die ehrenamtlichen Lektoren und das drucktechnische Schlusslektorat, die dem Atlas den letzten Schliff gegeben haben. Das gepflegte Erscheinungsbild ist vor allem auch Franziska Bock zu verdanken, die zusammen mit der Projektleiterin und dem Haupt-Verlag die Drucklegung vorbereitete.
Es liegt nicht an den Verantwortlichen des vorliegenden Werkes, dessen Bedeutung darzulegen. Diese lässt sich vielleicht ohnehin erst in späteren Jahren beurteilen. Auf jeden Fall hat die Atlasbearbeitung uns grossen Spass gemacht. Sie liess uns während längerer Zeit auf etwas doch Wesentliches und für unsere Arbeit eigentlich Typisches konzentrieren, nämlich die persönliche Beschäftigung mit wissenschaftlichem Datenmaterial aus dem SNP. Prof. Dr. Heinrich Haller, Direktor SNP
Den grössten Dank haben die Geldgeber verdient, ohne die das Werk nicht hätte verwirklicht werden können. Die Zigerli-Hegi-Stiftung hat mit ihren wiederholten Beiträgen das Vorhaben eigentlich ermöglicht, doch waren auch die substanzielle Beteiligung der Vontobel-Stiftung und die Unterstützung durch die Alfons und Mathilde Suter-Caduff 11
Grundlagen
Intensive Prozesse haben die wilde Landschaft des Schweizerischen Nationalparks zwischen der Val Trupchun bei S-chanf und der Grava dal Pisoc oberhalb Scuol geprägt. Vor 100 Jahren verfolgten die Gründer des SNP bemerkenswerte, ja geradezu visionäre Ziele: Sie wollten die Aktivitäten des Menschen gänzlich ausschliessen und die natürlichen Prozesse wirken lassen. Damit sollten natürliche Phänomene und Entwicklungen sichtbar werden, welche diese Landschaft geschaffen haben und künftig gestalten werden. Während Jahrzehnten wurden diese landschaftsbildenden Prozesse erfasst, dokumentiert und interpretiert. Die Ergebnisse bilden die Basis für andere Forschungsprojekte in verschiedenen Disziplinen. Schritt für Schritt eröffnen sich somit die Zusammenhänge dieses komplexen Ökosystems. Rauwacketürme oberhalb Grass da Val dal Botsch. Die durch kalkreiches Wasser verfestigten Bereiche sind härter als das umgebende Gestein und heute als Türme sichtbar. Allerdings sind sie auch der Erosion ausgesetzt, wie der Vergleich des alten Bildes von Steivan Brunies mit dem neuen aus dem Jahr 2012 zeigt.
grundl agen
Zur ersten Orientierung Topografie des Schweizerischen Nationalparks
Erde Wasse r Luft Flor a Fauna
Der Schweizerische Nationalpark (SNP) befindet sich inmitten der Alpen und umfasst 170,3 km 2 Gebirgsgelände im Osten des Kantons Graubünden nahe des 2149 m hohen Ofenpasses (Pass dal Fuorn; A auf Karte 2). Der Park liegt im rätoromanischen Sprachgebiet und heisst in der einheimischen Sprache Parc Naziunal Svizzer. Dieser steht für ursprüngliche, von Menschen wenig beeinflusste Natur, die sich durch den seit 100 Jahren strikt eingehaltenen Prozessschutz in Richtung Wildnis weiterentwickelt hat. Der SNP liegt im Zentrum der Alpen, in der südöstlichen Ecke der Schweiz, genauer im Engadin und (politisch gesehen) in der Val Müstair (Karte 1). Eingangstor ist die Ortschaft Zernez (46º 42’ N/10º 06’ O) (B, Karte 2). Der Park hat ausgesprochen zentralalpinen Charakter (allgemein zum SNP: Haller 2006). Der Nationalpark erstreckt sich über Seitentäler und Gebirgsgelände rechtsseitig des Inns (rätoromanisch = En) auf Territorium der rätoromanischen Gemeinden S-chanf, Zernez, Val Müstair, Lavin und Scuol. Mit zwei Dritteln Flächenanteil ist Zernez die weitaus wichtigste Nationalparkgemeinde. Am Südrand des SNP deckt sich die Parkgrenze auf einer Strecke von knapp 18 km mit der Landesgrenze zu Italien, wo der 1935 gegründete und 1977 bis an die Grenze des SNP erweiterte Nationalpark Stilfserjoch (Parco Nazionale dello Stelvio) anschliesst (Abb. 2). Der SNP besteht aus zwei unterschiedlich grossen Teilgebieten (Karte 2): Zum einen das 167 km² umfassende Hauptareal im Bereich der Unterengadiner Dolomiten und zum anderen – in einem
Abstand von 2,5 km – die 3,6 km² grosse Seenplatte von Macun, welche im Jahre 2000 als Exklave auf kristallinem Untergrund ausgewiesen wurde. Das ursprüngliche Parkgebiet gliedert sich vom unteren Oberengadin in nordöstlicher Richtung haupttalabwärts in die Talkammern Val Trupchun, Val Tantermozza und Val Cluozza, dann folgt das eigentliche Herzstück des SNP, das weiträumige Gelände auf der Westseite des Ofenpasses, welches im Nordosten, Richtung Scuol, von der Val Mingèr und der Ostflanke des Piz Pisoc ergänzt wird. Die genannten Täler schliessen ihrerseits Verzweigungen ein, so die Val Müschauns im nördlichen Abschnitt der Val Trupchun und die drei Nebentäler Valletta, Val Sassa sowie Val dal Diavel im Hintergrund der Val Cluozza. Im Ofenpassgebiet ist das Gelände weniger eng strukturiert: Rundliche, glazial überformte Buckel, zum Beispiel der zentral gelegene, 2587 m hohe Munt la Schera, prägen den Landschaftsaspekt; Täler an der Peripherie sind Val da l’Acqua, Val Ftur und Val Nüglia. Und schliesslich verfügt auch die Val Mingèr mit der Val Foraz über einen Seitenarm.
Für die Verhältnisse in den Alpen bemerkenswert ist die mittlere Höhenlage, die sogenannte Massenerhebung. Diese beträgt für den SNP 2323 m. Die absoluten Höhenlagen variieren im Nationalpark zwischen 1380 und 3173 m ü.M. Diese beiden Extreme liegen lediglich 3 km auseinander und beziehen sich auf die schroffe Nordspitze des SNP südlich Scuol zwischen Clemgia (= Bach der Val S-charl) und dem Piz Pisoc. Der höchste Punkt innerhalb des Nationalparks ist der 3165 m hohe Piz Quattervals, zentral im südwestlichen Parkgebiet aufragend. Die Gipfelflur der Unterengadiner Dolomiten liegt einheitlich auf gut 3000 m Höhe. Die klimatische Schneegrenze hat sich im Verlauf der letzten 100 Jahre über dieses Niveau gehoben, so dass die früheren kleinen Gletscher verschwunden sind. Geblieben sind die Blockgletscher, wobei diejenigen in der Val da l’Acqua und der Val Sassa zu den eindrücklichsten Vertretern ihrer Art im Alpenraum gehören (Seite 210). Die tiefer gelegenen Grenzen des SNP sind politisch geprägt und verlaufen entlang des Haupttals des Engadins (zwischen S-chanf und Zernez) mehrheitlich auf der Höhe der oberen Waldgrenze, die bei 2200–2300 m ü.M. liegt. Dem Park wurden primär karge Räume überlassen, wo der Verzicht auf konsumptive Nutzung möglichst wenig ins Gewicht fiel: Der Anteil der vegetationsfreien Flächen beträgt nicht weniger als 51 %. Das mit Ausnahme von Macun und der südlichen Peripherie in der Val Trupchun gänzlich dolomitische Gelände neigt zur Verwitterung in Form von scharfkantigem, beweglichem Kleinschutt. Davon zeugen die weitflächigen Geröllhalden und zahlreichen Murgänge (Seite 34). Der Waldanteil
Abb. 2. Das Grenzgebiet zwischen dem Nationalpark Stilfserjoch (vorne) und dem snp (hinten) mit dem Lago di Livigno (links) und dem Munt la Schera (im Bildmittelgrund rechts aussen)
14
M ens c h
Topografie
im SNP liegt bei 31 % (Seite 82), der Rest entfällt auf subalpine und vor allem auf alpine Rasen (17 %). Die gesamte Fläche des SNP entwässert zum Inn. Hauptfluss des Nationalparks ist der Spöl, der in der italienischen Valle di Livigno entspringt, bei Punt dal Gall bzw. unterhalb des Lago di Livigno auf Schweizer- bzw. Parkgebiet übertritt und bei Zernez in den Inn einmündet (Seite 28). Menschliche Infrastrukturen (Seite 76) beschränken sich heute auf das 80 km lange Netz markierter Wege und 15 Gebäude bzw. Bauwerkskomplexe, darunter die einzige öffentlich zugängliche Hütte, die Chamanna Cluozza im gleichnamigen Tal, und das Laborhaus bei Il Fuorn. An der Ofenpassstrasse (Seite 172) kommen das Zollamt Punt la Drossa und das Hotel Parc Naziunal Il Fuorn dazu. Letzteres ist in privatem Besitz, wobei der 15 ha grosse Umschwung nicht im selben Mass dem Prozessschutz unterworfen ist wie das eigentliche Parkgebiet (Karte 2). Der SNP ist grundsätzlich von Menschen unbewohnt. Durch das Parkstatut ist die in früheren Jahrhunderten erhebliche Einflussnahme des Menschen in der Fläche aufgehoben worden. In linearer Form, entlang der Ofenpassstrasse einschliesslich des Munt la Schera-Tunnels sowie durch die Anlagen der Engadiner Kraftwerke (Seite 60), haben Einrichtungen des Menschen und dessen Präsenz im Verlauf der Parkgeschichte aber wieder zugenommen. Staumauern und Wasserfassungen liegen knapp ausserhalb des SNP oder auf dessen Grenze, das Ausgleichsbecken Ova Spin ragt gut 1 km in den Nationalpark hinein. Aber insgesamt gilt der SNP als Oase der Ursprünglichkeit und der wiederkehrenden Wildnis (Seite 64), die grossräumig in einen besonders naturnah gebliebenen Kernraum der Alpen eingebettet ist. Heinrich Haller
0
Karte 2 Tu Val
s
s a B a s
n a a d i i g E n
Lavin
amp
Piz Nair
Piz Sursass
Piz Nuna
Macun
ura
La
sc
Piz Plattas l Va
ots da
lB tta
Va l ua
Val le
cq l'A da
l
Va l
iave
a ass
al D Val d
Val S
n i d a g
n
Piz Saliente
Corna Cavalli d Valle
Piz Chaschauna
M
ü
Cima Paradiso
Cima del Serraglio
Va lM
ora
t a
i r
Piz Turettas
Piz Pala Gronda
Pizzo del Ferro Monte Forcola
lient
un a
el Sa
Punta Casana
Piz Mon'Ata
Monte Cassa del Ferro
Fuldera
s
Piz Murtaröl Il Motto
e
m
Valle A
lpise
Il Corn
lle Va
di
eria Fed
Monte Crapene Livigno
lla
Gia Lag co o d mo i S di . Fra éle
Piz Schumbraida Lago di Cancano
2795000
l
di Liv
igno
Piz Dora
c n
Piz Uter
Cima del Fopél C Val del antone
Lago
a t O
a
Va u
1170000
'
V
Piz Daint
Punt dal Gall
m
i
Lü Tschierv
Ro
1165000
A
l
Piz Fier
hu
E
Pass dal Fuorn
nne
Val Tru p
a sch
ha
1160000
Buffalora
a-Tu
Piz da l'Acqua
Piz Serra
ha lC Va
O va C
ra
Piz dal Diavel
Munt la Schera
cher
ch Val Müs auns
Piz Murtiröl
Piz Mezzaun
Piz Starlex
t la S
S-chanf
A – B Bezüge auf Seite links
Mun
Piz d'Esan
Piz Murtera
Punt la Drossa
ö l Sp
Cinuos-chel
Piz Quattervals
ue
Piz Murter
za
Infrastruktur Wanderweg Strasse Strassentunnel Eisenbahn Siedlung Hotel Hüttenunterkunft
luoz
Val Su Va sau lle na mb er
C Val
Brail
Piz Vallatscha
Il Fuorn
l da
a
Piz Nair
Piz d'Astras
l
Ot
ozza
Relief
Piz Tavrü Val N
a
nt
Piz Terza
V
Pu
h
rm nte Ta
Piz Fourun
En
l Va
Va l
Bodenbedeckung Wiese, Weide Wald
s-c
l Piz dal Fuorn
lia üg
arla
Piz Mezdi
Ftur
Ova Spin
Val B
S-charl
Piz Foraz
Piz Murters
öl Va
Piz Vadret
Piz Sampuoir
Sp
da Ova za z Cluo
Gewässer Fluss, Bach See
Mot da l'Hom
èr
Va l
1175000
Vadret da Piz Grialetsch
ng Mi
Piz Plavna Dadaint
ra ha d u
Piz Laschadurella
Zernez B
Piz d'Urezza
Piz Cristanas s Val Se venna
raz
Va lG
l Va
Vadret da Sarsura Piz Sarsura
Piz Mingèr
Ils Cuogns Munt Baselgia
Piz Madlain
Piz Zuort
Fo
l Va
Piz Arpschella
h sc
rs Sa
Höchster Punkt: Piz Pisoc 3173 m ü.M.
Val S
Piz Macun
ri
t al e
Grenzen in nachfolgenden Beiträgen: Landesgrenze
Piz dal Ras
Piz Murterchömbel
Nachfolgende Signaturen sind allgemeiner Art und daher nicht auf jeder Karte ausgewiesen (vgl. Karte 241 auf Seite 233):
snp,
Piz Mezdi
Va l
snp Nationalpark Stilfserjoch (Parco Nazionale dello Stelvio)
Va
Susch
sca
Piz San Jon Dadaint
harl
1180000
Karte 2. Topografie des snp
sa l Su
Flüelapass
Piz Lavetscha
-c Val S
Karte 1. Lage des snp
Piz San Jon Dadora
gia
uoir
2800000
Piz Rims
a
gli ain
vn
Sa
Tiefster Punkt: Piz Lischana 1380 m ü.M.
Tarasp
Pla
1185000 2700000
Ardez
Clem
2600000
Piz Ajüz
Guarda
s es Fl
2500000
l Va
Jöriseen
100 km
Va l
Ftan
Va l
1200000 1100000
Piz Murtera
ina d'U
Piz Fless
l Va
l
z vinuo
ne
an
tun
Piz Chapisun
La Clozza
ina
Scuol
Tas n
Piz Linard a Val L
Ve re
Piz Cotschen
oi
Plattenhörner
ch
Karte 1
2800000
2805000
2810000
2815000
2820000
5 km 2825000
15
grundl agen
Geologie und Erdgeschichte Lithologisches und zeitliches Fundament des SNP
Erde Wasse r Luft F lo ra Fauna
Die Berge und Täler des SNP werden erst seit wenigen Millionen Jahren durch die Erosion aus dem komplexen Alpenbogen herausgearbeitet. Die verschiedenartigen hiesigen Kristallin- und Ablagerungsgesteine sind die zuoberst liegenden Einheiten des alpinen Deckenstapels und werden als Oberostalpine Decken zusammengefasst. Sie wurden in der Zeit vor etwa 30 bis 90 Millionen Jahren bei der mehrphasigen alpinen Gebirgsbildung stark deformiert und verschoben.
M ensch
geologie
Die Oberostalpinen Decken bestehen aus mehreren Tausend Metern dicken Gesteinspaketen. Sie umfassen das kristalline Grundgebirge und auflagernde Sedimente, Meeresablagerungen, die zwischen 245 und 90 Millionen Jahren vor heute am Nordwestrand des damaligen Urozeans, der Tethys, entstanden sind. Die verschiedenartigen Ablagerungen von Sand, Ton und Kalk zeigen, dass dieses Randmeer in Becken, Riffe, Lagunen und Küstenebenen gegliedert war, deren Wassertiefe im Lauf der Zeit und räumlich stark schwankte. Das ganze Gebiet lag damals auf etwa 20 Grad nördlicher Breite und wurde von einem warmen, subtropischen Klima geprägt. Die Ostalpinen Decken wurden in den frühesten Gebirgsbildungsphasen vom Untergrund abgeschert und viele Kilometer weit nach Nordwesten über das Penninikum geschoben. Diese Überschiebung fand weitgehend unter Meeresbedeckung statt. Erst die viel später einsetzende, noch heute andauernde Hebung und Erosion der in geologischen Zeitmassstäben noch jungen Alpen brachten die Gesteine mit den eingeschlossenen Fossilien zutage (Seite 44).
Abb. 36 auf Seite 45 zeigt eine schematische Darstellung der vollständigen oberostalpinen Schichtreihe, wie sie für das zentrale Parkgebiet gültig ist. Seit rund 40 Millionen Jahren ist diese aus dem Meer herausgehoben und unterliegt intensiver Abtragung und Durchtalung. Die Ablagerungen des Eiszeitalters sind so bescheiden, dass sie wie ein lückenhaftes Make-up das Gebirge in den Tälern und Passgebieten überdecken (Seite 34, Seite 46). Wer von Mittelbünden, dem Bündner Oberland oder sogar von weiter nordwestlich liegenden Gebieten der Alpen in den SNP reist, dem fällt sofort der ganz andere Habitus des Gebirges auf: Die Farbe der Felswände ist heller, und die Oberflächenbeschaffenheit ist zerklüfteter. Der stock- und pyramidenartige Gebirgsbau wird noch betont durch die weicheren Landschaften und die riesigen Schuttkegel dazwischen. Ein bestimmter Gesteinstyp prägt und dominiert diese Landschaft: Der Hauptdolomit (Abb. 3). Diese Einheit ist das weitaus dickste Schichtpaket im Park (Abb. 36 auf Seite 45) und ist wegen seines starren und spröden mechanischen Verhaltens bei der Gebirgsbildung tektonisch gestapelt worden (Seite 18). Daher nimmt diese Einheit auf der geologischen Karte breiten Raum ein (Karte 3). Einleitend ist dargelegt worden, dass die Sedimente des SNP mit der «basalen Ausnahme» des Kristallins über ungefähr 155 Millionen Jahre die Geschichte eines Meeres dokumentieren. Selbstverständlich ist das Gebiet des SNP nur ein Ausschnitt aus den
Abb. 3. Hauptdolomit der Pisoc-Gruppe
16
Alpen, deren geologische Geschichte im Grunde genommen diejenige von verschiedenen Beckenfüllungen über lange Zeiträume umfasst. Komplexe Vertikalbewegungen in diesen Becken führten zu schwankenden Wassertiefen und damit zur Ablagerung verschiedener Gesteine. Mit der Alpenbildung sind diese Sedimentstapel verfaltet, überschoben, zerbrochen und bis mehrere tausend Meter aus dem Meer emporgehoben worden. Die Beckenfüllungen, welche die Schichten des SNP bilden, beginnen mit kontinentalen Ablagerungen (also über dem Meeresspiegel). Diese bestehen aus verschieden dicken, grobkörnigen Konglomeraten und Brekzien aus wüstenhafter Umgebung. In der Val Müstair sind sie von grosser Mächtigkeit und werden darum als Münstertaler Verrucano bezeichnet. Ihre kristalline Unterlage wurde durch Dehnung der Erdkruste auseinandergerissen. Dadurch konnten gangartig Magmen in die Gesteine eindringen und Vulkane Material ausfliessen lassen oder auswerfen. Das Auseinanderreissen der alten Kruste mitsamt den kontinentalen Ablagerungen ermöglichte darauf ein Vordringen des Meeres in die am stärksten abgesenkten Bereiche. Damit wurde das Gebiet des zukünftigen Parks zur Küste des oben erwähnten Ozeans, der Tethys. In der Schichtreihe (Abb. 36 auf Seite 45) befindet sich diese Grenze zwischen dem Münstertaler Verrucano und der Fuorn-Formation. Mit der Fuorn-Formation begann eine wechselhafte Geschichte mit unbeständigen Ausbildungen von Küste und anschliessendem Flachmeerbereich. In der mittleren Trias gab es Lagunen und sogenannte Verdunstungspfannen, welche klimatisch gesteuert waren und worin sich Gips ablagerte (Mingèr-Formation). Der SNP ist heute im grossen geologischen Rahmen ein Abtragungsgebiet. Wegen der verschiedenartigen Gesteine, vor allem des dominierenden Hauptdolomits und seiner räumlichen Anordnung, ergibt sich im Gesamtvergleich der Schweizer Alpen ein spezielles
Gebirge: Die Engadiner Dolomiten. Macun hingegen ist anders. Hier bilden kristalline Gesteine alter Krustenteile einen mit der Silvretta vergleichbaren Gebirgstyp (Seite 18). Heinz Furrer, Christian Schlüchter, Lukas Inderbitzin, Eric Pointner, Annina Margreth, Dorian Gaar und Jakob Frei Homogenisierung der geologischen Karten des SNP (Karte 3) Um die lithologischen Gegebenheiten zu erkunden und zu beschreiben, wurden im Gebiet des SNP mehrere Kartierungen durchgeführt. Keine dieser Kartierungen deckt jedoch das gesamte Parkgebiet ab. Um diese im Verband darstellen und somit auch vergleichen zu können, wurden alle erhobenen geologischen Daten für die vorliegende Karte vereinheitlicht. Da die Daten unterschiedliche Inhalte hatten, wurden die wichtigsten Informationen zur Geologie herausgefiltert. Dazu zählen die Lithologie (Gesteinsart, meist als Formation oder Gruppe zusammengefasst), die Stratigrafie (Gesteinsalter), das Deckensystem (tektonische Decke), der Bearbeiter und das Erhebungsjahr. Die auf ein ausreichendes Informationsminimum reduzierten Daten waren letztendlich für jedes einzelne geologische Element vollständig. Mit dieser Zusammenstellung verschiedenster Kartierungen mit unterschiedlichem Detailliertheitsgrad wurde in mehreren Generalisierungsschritten eine massstabseinheitliche Karte generiert. Die Gesteinseinheiten, welche in der Karte zu sehen sind, wurden einander angeglichen und zusammengefasst, wodurch ein möglichst homogenes Erscheinungsbild entstanden ist. Janett Hanitzsch
GM
GM Am
GA GM GM Am Am GO Am Ardez GM GM GM Am GMGuarda Am GM C8-11 GM Am GM GM GM Am GM En Lavin GM GM Am GM GM C8-11 Am GM GM GO GO GM GO Am iT t5 Am t5 GM Am GO GM GM Am GM Am iT GM GM GO GO Am GM Am GM Am Am Am Am GM Am iT GM Am Am GM Am GM Am GM Am GO GM Am GM Am Am GM GM GO GO Am GO GM GM Am GM Am GM Am Am GM Am Am Am Am GM Am GM GO GM GM GM Am Am GM GO Susch GM Am GM GM Am GM Am Am GO Am GM Am GM GO Am Am En Am 1180000
Karte 3
GM
Am
Am
Am
t4 S Tarasp
Am
I-i t5
CT iT Piz Pisoc
t5 t4
Am
GO
t4
Macun
GM GM GM GO Am Am GM GM GO Am GM GO GM GO GM GM Am GM Am Am GM GO GOGM GM Am GM GM GM GO Am Am Am GO GM GM GM GM Am Am Am Am GO Am Zernez GM Am Am GM GM Am GM GM Am GM GM GM GM GM t4 GM GM GM GM GM Am r GM GO GM Am GM Am Am GO t5 t4 GM t4 t5 Am GM t5 r GO GM Am t5 Am r GM t4 r r GO
t4 r
t4 t5
1175000
Am
Am
t5
öl
t4
t4
Il Fuorn
r
t3
t3
t4 pt t3 t5
t3 Cinuos-chel
t4
t3 pt
t5
t3
di Liv
1165000
igno
pt GM
Lago
I-i
pt
t5 t5
t4
GM
i t4 pt
t5
pt t4
r i i
t4
I-i
t4 i
t3
t3
t5
Am
t4 t4
pt
t4
r
i
t5
Pass dal Fuorn
t4
Am t5 t4
t4 t5
Quartär Künstliche Aufschüttung Alluvion (Sumpf, Moor, t5 Schwemmebene) t4 Gletscher, Firn I-i t4 Gletscherbecken 1850 Gletscherbecken 1850, kollabiert Moräne t4 Toteislandschaft Strukturboden Blockgletscher t4 Blockschutt, Bergsturz Schotter S-charl Lockergestein, Hangschutt Trockenschuttkegel Bachschuttkegel Sackung Rutschung
t4
t5
t5
GO
Karte 3. Geologische Karte des Umgebung
t4
t5
t4
Sp
t5
t4
t5
r
t4 r
t4
t2
t4
GO
iT t4
GO
Am
Am
1170000
Am
GO
Am
GO GO GM
iT
I-i
t5
t5 t5 t4
t5
t4
5 km GM
GM 2800000
t5
pt 2805000
2810000 r
2815000
2820000
Oberostalpin c Chanels-Formation (Fm.) i-C Russenna-Fm. iR Blais-Radiolarit I-i Allgäu-Fm. Alv-Breccie r Kössen-Fm. t5 Hauptdolomit t4 Raibl-Gruppe (Mingèr-Fm. bis Fanez-Fm.) t3A Altein-Fm. t3 Vallatscha-Fm. Turettas-Fm. t2 S-charl-Fm. t1 Fuorn-Fm. pt Chazforà-Fm. Ruina-Fm. Diabas-Gang GO Metagranitoid GM Gneis, Glimmerschiefer Am Amphibolith
snp
und dessen
Oberpenninikum fA Flysch OA Metaultrabasit GA Gneis, Glimmerschiefer Mittelpenninikum fT Flysch CT «Unterkreide» iT Jes-Fm. und Falknis-Breccie I-i Steinsberg-Kalk t5 ? Hauptdolomit tT Evaporite (? Raibl-Gruppe) GO Metagranitoid G Gneis, Glimmerschiefer Am Amphibolith Unterpenninikum S Bündnerschiefer O Metaultrabasit GM Gneis, Glimmerschiefer Perimeter der detaillierten geologischen Kartierungen im snp und in dessen Randgebieten
Unterostalpin f Flysch i-C Russenna-Fm. I-i Allgäu-Fm. r Kössen-Fm. t5 Hauptdolomit t4 Raibl-Gruppe (Mingèr-Fm. bis Fanez-Fm.) Dolomite der mittleren Trias pt Chazforà-Fm. Ruina-Fm. GO Metagranitoid P Gneis, Glimmerschiefer Am Amphibolith
17
grundl agen
Tektonik Das bewegte und gestapelte Gebirge
Erde Wasser Luft F lo ra Fauna
Die Einheiten, die mit verschiedenen Farben auf der tektonischen Karte erscheinen, sind durch einen bestimmten inneren Aufbau sowie eine einheitliche Dislokations- und Verformungsgeschichte charakterisiert. Sämtliche Festgesteine im SNP sind disloziert, also räumlich versetzt worden, und haben eine komplizierte Bewegungsgeschichte über grosse Distanzen erfahren. Ebenso sind Teile der kristallinen Unterlage (des alten «kontinentalen Sockels», auf dem die Sedimente später abgelagert worden sind) mitgerissen, mitgeschleppt und mitverfrachtet worden. Einheiten gleicher Bewegungsgeschichte während der Gebirgsbildung werden seit ihrer Entdeckung in den Alpen als Decken bezeichnet. Im SNP ist ein doppelter Deckenstapel zu beobachten: Die Penninischen Decken unten, die Ostalpinen Decken darüber. Diese Gesteinsund Schichtpakete wurden infolge der Plattenkollision von Europa und Adria als Teil von Afrika zusammen- und übereinandergeschoben. Die Grenzen zwischen den tektonischen Einheiten in einer so komplexen Struktur wie den Alpen sind in der Regel Überschiebungen verschiedener Bewegungshierarchien und Neigungen (Haupteinheitsgrenzen in Karte 4). Da aber zu Beginn der marinen Sedimentation der Gesteine des SNP der frühere europäische Kontinentalrand bei der Bildung der Alpinen Tethys (eines relativ kleinen Ozeanbeckens von ca. 1000 km Breite) durch Extensionstektonik auseinandergerissen wurde, sind im damaligen kristallinen Sockel und den ihn überlagernden Sedimenten Abschiebungen entstanden, welche wir auch heute noch im Deckengebäude finden. Die Dislokationen der extensiven Bewegungsphase sind später durch die Kompression nicht einfach rückgängig gemacht, sondern intensiv überprägt worden. Allerdings ist nach mehreren intensiven Kompressionsphasen und der teilweise gleichzeitigen Deckenstapelung eine zweite Extensionsphase mit Abschiebungen zu beobachten. Die ganze rekonstruierbare Deformationsgeschichte ist im Zeitraum von ca. 130 Mio. Jahren bis heute abgelaufen. NW
Inn
P. Plavna Dadora
Die tektonischen Einheiten im SNP werden im NW durch eine der grösseren tektonischen Linien der Alpen, der Engadiner Linie, begrenzt. Der Versatz entlang dieser Verschiebung beträgt gemäss Trümpy (1977) im Oberengadin 15 bis 20 km. Diese Bruchfläche trennt nicht nur an der Oberfläche die Ostalpinen Decken des SNP von den im Engadiner Fenster anstehenden Penninischen Decken, sondern sie reicht bis in eine Tiefe von ca. 10 km hinab. Sie verliert sich im Westen bei Maloja an der jüngsten Intrusion der Alpen, dem Bergeller Granit, und verschwindet am Ostrand des Engadiner Fensters östlich von Nauders unter der grossen Überschiebung der Ötztal-Einheit. Die Einheiten nördlich der Engadiner Linie sind kräftig herausgehoben bzw. aufgewölbt (Inntal-Gewölbe), die Einheiten südlich der Engadiner Linie aber abgesenkt worden (im Raum Zernez um mindestens 4 km, Trümpy et al. 1997). Die Engadiner Dolomiten sind von drei grossen Kristallineinheiten eingerahmt, welche dem ehemaligen Grundgebirge der europäischen Oberkruste entsprechen (Karte 4): Die Silvretta-Einheit im Norden (im östlichen Teil wegen der InntalAufwölbung als Deckel des Engadiner Fensters erodiert), die Campo-(Languard-)Einheit im Süden und Südosten und die im Osten alles überdeckende höchste tektonische Einheit, die Ötztal-Einheit mit ausgeprägtem Westschub (Mattmüller 1996). Auf Karte 4 ist ersichtlich, dass das Seengebiet von Macun nicht Piz Foraz
Piz Tavrü
Falten entsprechend orientiert sind. Im deformierten Schichtstapel fällt eine weitere Einheit auf: Die RaiblGruppe. Hier handelt es sich um mergeliges und gipsführendes, plastisch deformierbares Material, das gewissermassen zum Schmiermittel der Deckenbildung geworden ist.
Profilschnitte sind die einfachste Art, die komplizierte Deckenstruktur darzustellen, werden in der Regel senkrecht zu Strukturelementen wie Falten und Bruchzonen angelegt und sind stark überhöht. In Abb. 4 ist ein solcher Schnitt durch die Engadiner Dolomiten vom Engadin im NW bis nach Minschuns (Val Müstair) dargestellt (Karte 4). Hier kommt zum Ausdruck, wie die Einheiten an der Engadiner Linie versetzt sind. Die Unterlage der Sedimentdecken, der verschuppte Kristallinsockel des Sesvenna-Kristallins, zeigt unter dem Piz Tavrü die Kulmination einer grossen Aufwölbung. Dem südöstlichen Abtauchen von diesem Gewölbe folgt eine immer mächtiger werdende kontinentale Einheit (Chazforà-Formation/ Münstertaler Verrucano). Abb. 4 zeigt auch, dass der Hauptbewegungssinn der kompressiven Phase der Gebirgsbildung von SO nach NW gerichtet ist und Überschiebungen und überrollte bzw. ausgewalzte
Val Laschadura: «Und sie bewegt sich doch!»
Minschuns
SO 3000
2000
2000
0
Engadiner Fenster (Penninikum)
Sesvenna-Kristallin
1000 0
1
2km 0
Abb. 4. NW-SO-Querprofil durch die Engadiner Dolomiten, die als strukturelles Gewölbe über dem verschuppten Sesvenna-Kristallin liegen und steil durch die Engadiner Linie begrenzt sind ( trümpy et al. 1997; Legende siehe Seite 19).
18
tektonik
zu den Engadiner Dolomiten, sondern zur SilvrettaEinheit gehört. Von Zernez bis gegen Tarasp folgt also der Talverlauf nicht der tektonischen Hauptlinie. Im Raum Zernez–Macun müssen demzufolge junge (< 10 Mio. Jahre) Bewegungen stattgefunden haben, rasch und ausgeprägt genug, um den Inn von den leichter erodierbaren Gesteinen entlang der Engadiner Linie in das massigere, festere Gestein der Silvretta zu verdrängen (siehe Textbox).
m ü.M. 3000
1000
M ensch
cHRISTIAN sCHLÜCHTER, Marcel Clausen, Fabiola Stadelmann und Eduard Kissling
Östlich von Zernez verläuft die Engadiner Linie durch den nördlichen Talhang der Val Laschadura zur Fuorcla Stragliavita hinauf (Karte 5). Im Talhang unmittelbar nördlich der Alp Laschadura ist die Engadiner Linie aufgefächert und zeigt im Gelände mindestens zwei gut ausgebildete morphologische Linien, entlang welchen (junge) Bewegung stattgefunden hat. Auffällig sind bergseitige Staunässen oberhalb von angehobenen Hangpartien talseitig der Linie und eine spektakulär abgeschnittene bergseitige Rinne eines Schuttkegels. Wegen dieser Ablenkung bildete sich ein neuer Schuttkegel westlich von den Gebäuden der Alp Laschadura. Diese tektonischen Details sind aus zwei Gründen von Bedeutung: Erstens müssen sie nach der letzten Eiszeit entstanden sein, denn die auf Seite der Engadiner Dolomiten angehobenen Hangpartien sind weder glazial überschliffen noch von Lawinen eingeebnet worden. Und zweitens ist der Bewegungssinn an dieser reaktivierten Stelle dextral; die Seite der Engadiner Dolomiten hat sich nach Westen verschoben und dabei den Schuttfächer nach Westen abgelenkt. Diese neuen Beobachtungen über den Bewegungssinn an der Engadiner Linie stehen im Gegensatz zur etablierten Auffassung und werden einer «parasitären Struktur» (Seite 242) zugeordnet (nach Clausen 2001).
Karte 5
1176400
1185000
B
see
n
d ia
a
En
he n
E
g
in
sa as
c Res
1190000
Karte 4
Tarasp
1176200
En
1176000
Piz Plavna Dadora
1175000
Macun Fuorcla Stragliavita
Zernez
Vin s
ra
ch
Piz Foraz
Va l
L
u ad ch as
ga
u
Piz Tavrü
1175800
1180000
Haidersee
Alp Laschadura
sc
Et
1175600
1170000
h
En
Minschuns öl
Sp
1165000
Lago di Livigno
n
g
d
in
O
t
Va l
2807000
2807200
2807400
Karte 5. Tektonik in der Val Laschadura
Ro
m
Heutige Schwemmfächer Ehemalige Schwemmfächer Engadiner Linie Engadiner Linie, vermutet Relative Absenkung Relative Hebung Doline Überlagerung der beiden ehemaligen Schwemmfächer
M ü s t a i r
1160000
E
ia
'
a
200 m
Lago di S. Giacomo di Fraéle
5 km
Lago di Cancano
2795000
2800000
2805000
2810000
2815000
2820000
2825000
2830000
2835000
Legende zu Abb. 4:
Karte 4. Tektonik in der Region des snp (aus trümpy et al. 1997)
Oberostalpin Kristallin Ötztal-Einheit
Dislozierte Teile der S-charl-Einheit (höhere Schuppen)
Jura bis Kreide Hauptdolomit und Kössen-Formation Raibl-Gruppe
S-charl-Oberbau (inkl. Terza-Einheit)
Hauptdolomit Verrucano bis Raibl- Gruppe Kristallin
S-charl-Unterbau (inkl. Jaggl und Quattervals- Einheit)
Jura bis Kreide Ortler-Einheit und Permotrias Ela-Einheit Kristallin
Sedimente (Permotrias) Kristallin Engadiner Dolomiten
Kristallin Silvretta Subsilvrettide Schuppen Einheit
Jura bis Kreide Permotrias Kristallin
Campo-(Languard-) Einheit
Unterostalpin Err-Bernina-Elemente (Kristallin und Sedimente) Penninikum (Engadiner Fenster) Oberpenninikum (Arosa-Einheit) Mittelpenninikum (Tasna-Einheit) Zonen von Ramosch und Roz-Champatsch Bündnerschiefer des Fensterinneren Engadiner Linie Haupteinheitsgrenzen Einheitsgrenzen, Auf- und Abschiebungen
Oberostalpin Hauptdolomit Raibl-Gruppe Altein-Formation und Vallatscha-Formation Turettas-Formation und/oder S-charl-Formation Fuorn-Formation und Val Müstair-Verrucano Sesvenna-Kristallin Penninikum (Engadiner Fenster) Mittelpenninikum (Tasna-Einheit) Ophiolite der Zone von Ramosch Bündnerschiefer
Unterpenninikum
Profilschnitt (Abb. 4)
19
Luft Flor a Fa u na M ensch
Die Ausprägung von Geländeformen kann mit der Exposition, der Hangneigung oder mit der Rauigkeit des Geländes beschrieben werden. Im SNP stehen für diese Analysen seit 1992 digitale Geländemodelle zur Verfügung, heute mit einer räumlichen Auflösung von 1–4 m. Generell zeigt sich hier im Vergleich zu anderen Regionen der Alpen ein bevorzugter Verlauf der Täler von Nord nach Süd, was Ost- und Westexpositionen begünstigt. Die häufigsten Hangneigungen von 20–50° liegen im mittelsteilen Bereich. Mit der Definition der geografischen Lage eines Objekts beschreibt die Topografie auch die Geländeformen wie Berge und Täler und deren Ausprägung wie Steilheit, Rauheit oder Exposition. Auch wenn diese Eigenschaften für viele Betrachter relativ abstrakt wirken, beeinflussen sie das Klima (Seite 22) und zusammen mit dem geologischen Untergrund (Seite 16) die Lebensformen an einem bestimmten Ort grundlegend. Es ist deshalb klar, dass alle Forschungsfragen im SNP mit geografischem Bezug auf Grundlagendaten zu diesen Eigenschaften der Geländeform angewiesen sind. Im Schatten – auf der Nordseite eines Berges – herrschen ganz andere klimatische Bedingungen als auf der Südseite. Aus diesem Grund wechseln Tiere beispielsweise im Verlauf eines Tages von den Osthängen einer Talflanke auf die Westseite. Pflanzen können dies – zumindest kurzfristig – nicht. Auch die Hangneigung ist für das Vorhandensein oder Fehlen einer Pflanze oder eines Tieres sehr wichtig. Es gibt Tierarten, die sich in steilem Gelände adaptieren können und wohlfühlen. Steinböcke und Gämsen nutzen steiles Gelände gezielt, um Feinden oder Konkurrenten aus dem Weg zu gehen, und haben besondere Formen der Anpassung entwickelt, um sich in diesem Gelände behaupten zu können (Abb. 5).
Es gab in der Vergangenheit zahlreiche Forschungsarbeiten, welche das Verhalten und die Verteilung von Pflanzen und Tieren mithilfe der Geländeformen erklären konnten, indem das Angebot mit der tatsächlichen Nutzung verglichen wurde. Bei den Rothirschen konnte in der Val Trupchun festgestellt werden, dass sie sich vor allem auf Gelände mit einer Neigung von 20–40° aufhalten, während Steinböcke und Gämsen mehrheitlich auf Hängen mit 30–50° zu finden sind (Haller & haller 2002). Verglichen mit dem Angebot an verschieden steilen Flächen in der Val Trupchun wird aber auch ersichtlich, dass die Hirsche flachere Hänge bevorzugen würden, denn sie nutzen dieses Angebot überdurchschnittlich (Abb. 6). Dieses Beispiel zeigt, dass Informationen über Höhe, Exposition, Hangneigung aber auch zur Rauigkeit des Geländes für die Forschung im SNP von zentraler Bedeutung sind, um Zusammenhänge und Verhaltensweisen in Ökosystemen zu erkennen und zu verstehen. Diese Grundlagen sollten flächendeckend und in möglichst hoher räumlicher Auflösung vorhanden sein. Das erste digitale Geländemodell wurde deshalb bereits 1992 mit der Einführung des Geografischen Informationssystems (GIS) erstellt und hatte eine räumliche Auflösung von 20 m. Aktuell verfügt der SNP über Geländeinformationen in der Auflösung von 1–4 m, und dies über die gesamte Fläche von rund 170 km2 (Haller 2011). Damit ist es möglich, auch Felsvorsprünge in steilen Felswänden abzubilden. Karte 6 zeigt eine Kombination von Exposition (Farbwert) und Hangneigung (Helligkeit) im SNP, basierend auf dem aktuellen Geländemodell. Klar ersichtlich sind jeweils die Talsohlen sowie die Geländekämme, welche den Wechsel der Exposition besonders deutlich machen. In der Val Trupchun fallen die nord- und nordostgerichteten Hänge auf der Abb. 5. Vor allem im Frühling lassen sich Steinböcke mit eingeknickten Vorderbeinen beim Fressen beobachten.
20
E xposition
linken Talseite auf. Vor allem aber sticht im hinteren Talbereich eine ost- bzw. südostgerichtete Fläche (A) hervor, die von Hirschen insbesondere im unteren Teil bevorzugt genutzt wird. Weitere südwärts ausgerichtete Flächen finden sich in den sogenannten Spedlas auf der rechten Seite der Val Trupchun – ebenfalls wichtige Einstände der Rothirsche – sowie in der Val Müschauns, die aufgrund ihrer Steilheit eher von den Gämsen und Steinböcken genutzt werden. In den weiteren Tälern Richtung Spöl fällt die klare Ost-West-Ausprägung der Hänge auf, bevor im Ofenpassgebiet wieder vermehrt Südhänge vorkommen. Abb. 7 zeigt die Prozentanteile der verschiedenen Expositionsklassen im ganzen SNP. Auch hier manifestiert sich der etwas geringere Anteil der südwärts gerichteten Flächen. Zum Vergleich werden in Abb. 8 und Abb. 9 zwei willkürlich gewählte auswärtige Gebiete dargestellt. Einerseits handelt es sich dabei um den regionalen Naturpark Ela in Mittelbünden (Karte 7), andererseits wurde im Wallis die Fläche rund um den Dom analysiert, mit 4545 m der höchste Berg, der gänz500 lich innerhalb der Schweiz liegt (Karte 450 8). Gross sind die Expositions-Diffe400 renzen zwischen den Gebieten nicht. Bei der Hangneigung fallen im snp die geringen Flächenanteile zwischen 0 und 10° auf (Abb. 7). Grössere zusammenhängende Ebenen finden sich im Raum Il Fuorn bis Stabelchod und entlang den Talsohlen, zum Beispiel in der Val Mingèr. Sichtbar sind auch die hoch gelegenen, relativ flachen Abschnitte rund um den Munt la Schera, in der Val Nüglia oder auf Macun. Hierzu konstrastieren die Felspartien der 3000er, zum Beispiel im Bereich Piz Pisoc oder rund um den Piz Nair. Aber auch diese nehmen mit
Anzahl Tagesbeobachtungen
grundl agen
Norden oder Süden, flach oder steil Grundsätzliches zur Exposition und Hangneigung
Erde Wasser
8,8 % nur einen geringen Flächenanteil ein. Diese Zahl zeigt aber nur die planare Fläche: Würde man die Felspartien von der Seite betrachten, wäre der Flächenanteil viel grösser. Dies gilt natürlich für alle Flächen im SNP. Die 3D-Fläche des SNP ist ca. 26 % grösser als die planare, welche 170,3 km2 beträgt. Bei der Hangneigung zeigen sich im Vergleich mit dem Parc Ela und dem Massiv um den Dom grössere Differenzen. Während es im Gebiet des Piz Ela im Vergleich zum SNP viel mehr Flächen mit geringer Hangneigung (< 20°) und weniger in den Klassen 30–50° gibt, weist das westalpine Hochgebirge um den Dom einen geringfügig höheren Anteil sehr steiler Partien aus. Alles in allem sind die Differenzen aber gering. Dies zeigt, dass der SNP hinsichtlich Exposition und Hangneigung durchaus als repräsentativ für viele Gebiete der Schweizer Alpen gelten kann. Rudolf Haller Steinbock Gämse Rothirsch M Rothirsch F Erwartungswert
350 300 250 200 150 100 50 0 0 –10
10 –20
20 – 30
30 – 40
40 – 50 > 50 Hangneigung in °
Abb. 6. Hangneigung und Aufenthaltsorte von Rothirschen, Steinböcken und Gämsen in der Val Trupchun. Die waagrechten Striche bezeichnen den Erwartungswert aufgrund des Angebots (aus haller & haller 2002).
Karte 6. Exposition und Hangneigung im snp
Karte 6
Ardez
Guarda
Tarasp
d i n a E n g i a
Lavin
Neigung < 10°
B a s s a
10–20° 20–40° > 40°
35 % 30 %
Susch
25 %
A Bezug auf Seite links
Piz Pisoc
1180000
20 % 0%
Macun
15 %
5% 10 %
10 %
15 %
5%
20 %
Karte 7. Lage und Perimeter des Parc Ela Karte 8. Lage des virtuellen Perimeters snp rund um den Dom
0%
Abb. 7. Exposition (links) und Hangneigung (rechts) im snp V
a
l
M
in
g
èr
Hangneigungen in Abb. 7–Abb. 9 < 10° 20–30° 10–20° 30–40°
40–50° > 50°
35 % 30 %
1175000
Zernez
25 % 20 % 0% N Val
üg lia
En
10 %
10 %
15 %
5%
20 %
Piz Nair Il Fuorn
15 %
5%
0
Abb. 8. Exposition (links) und Hangneigung (rechts) im Parc Ela
Stabelchod
35 %
1170000
30 % 25 %
Munt la Schera
20 %
pö
S
l 0%
Pass dal Fuorn
15 %
5%
Cinuos-chel
10 %
10 %
15 %
5%
20 %
5 km
0%
o
A
Piz Kesch
Savognin
Piz Platta
2805000
2810000
Balfrin
Weisshorn
St. Moritz
20 km 2800000
M a t t e r t a l
Bravuogn
Tr u p c h u n
S t. Niklaus
Filisur Tiefencastel
1110000
Lag o
Karte 8
Lenzerheide
Thusis
1160000
Va l
Karte 7
2815000 2760000
2780000 2820000
Zinalrothorn
1100000
ivign di L
l
c h a u n s ü s
V
a
M
l t a as S a
1165000
Abb. 9. Exposition (links) und Hangneigung (rechts) Perimeter snp rund um den Dom im Wallis
2620000 Zermatt
Randa
Täsch
Dom
Weissmies
Saas-Fee
Alphubel
Allalinhorn
2630000
Fletschhorn
Saas-Almagell
10 km 2640000
21
Luft F lo ra Fauna M ensch
Das Klima im SNP ist geprägt durch inneralpine Trockenheit. Im Schutz der umliegenden Berge ist die Region gegen die Niederschlagsaktivität aus allen Richtungen abgeschirmt. Während die jährliche Niederschlagssumme in den nördlichen Voralpen und Alpen sowie in der Südschweiz bei ungefähr 2000 mm liegt, erhält der SNP in derselben Zeitspanne nur knapp 800 mm. Als Folge davon herrschen im Gebiet sonnige Verhältnisse. Mit rund 300 Tagen im Jahr, an denen sich die Sonne zeigt, gehört der SNP damit zu den sonnenreichsten Regionen der Schweiz.
10
160
0
120
-10
80
-20
40
-30
0
01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Monat T Max T Min T Mittel Niederschlag Abb. 10. Klimadiagramm Station Buffalora
Neben saisonalen Unterschieden weisen die Niederschlagsmengen auch eine grosse jährliche Variabilität auf. Ursache hierfür sind unterschiedliche Grosswetterlagen, welche sich über einen längeren Zeitraum einstellen. Auffallend sind zum Beispiel die sehr trockenen Jahre von 2003 bis 2007 (Tab. 1, Abb. 11), wogegen die Niederschlagssummen vor und nach dieser Periode auf höherem und vergleichbarem Niveau lagen.
Tab. 1. Rekordwerte an der MeteoSchweiz Station Buffalora. Ausgewertete Periode 1959–2011. Stationshöhe: 1968 m ü.M. Klimaregion: Engadin
Höchste Temperatur Tiefste Temperatur
27,5 °C
8. Aug. 1992
-36,2 °C
6. Jan. 1985
Wärmstes Jahr (Jahresmittel)
2,0 °C
1994
Kältestes Jahr (Jahresmittel)
-1,3 °C
1962
Grösster Tagesniederschlag
93 mm
26. Mai 1981
Grösste Jahresniederschlagssumme
1233,1 mm
1960
Tiefste Jahresniederschlagssumme
558,3 mm
2005
Grösste Tages-Neuschneesumme Maximale Gesamtschneehöhe
22
95 cm
21. Dez. 1991
195 cm
10. April 1975
Die Karten auf Seite 24 bestätigen die naheliegende Vermutung, dass die relative Sonnenscheindauer (Seite 242) aufgrund der inneralpinen Trockenheit im Engadin bzw. im SNP höher sein muss als in anderen Regionen der Schweiz (Abb. 12). Auffallend ist die markant höhere Sonnenscheindauer im Engadin im Vergleich zum Mittelland während der Herbst- und Wintermonate. Dies ist, neben der erwähnten
geschützten Lage, auf das Fehlen von beständigen Nebel- und Hochnebellagen zurückzuführen. Die Statistik zeigt für das Engadin in den Herbst- und Wintermonaten nur einen Nebeltag pro Monat, während im Flachland der Alpennordseite zum Teil an mehr als zehn Tagen pro Monat Nebel liegt. Das Minimum bei der Sonnenscheindauer im Frühling bis Frühsommer erklärt sich durch gehäufte Südstaulagen und die einsetzende Konvektion (Quellwolkenbildung). Stabile Hochdrucklagen und fehlende Konvektion führen zum Maximum im Spätsommer bis Winter. Die Temperatur an einem Standort wird grundsätzlich durch die Höhenlage und die Exposition bestimmt. Die Abnahme der Temperatur mit der Höhe, der sogenannte Temperaturgradient, beträgt dabei im Mittel -0,4 bis -0,6 °C pro 100 m. Diese Annahme gilt aber nicht beim Vergleich von Standorten mit unterschiedlicher Exposition, wie zum Beispiel ausgeprägten Tal- und Gipfellagen, oder bei klimatologischen Besonderheiten wie der erwähnten inneralpinen Trockenheit. Das Klima im Gebiet der Station Buffalora (Abb. 10) ist durch eine Tallage sowie durch Trockenheit bestimmt. Insbesondere im Winterhalbjahr kühlt die Luft hier während klaren Nächten bodennah stark aus. Die kalte Luftmasse sammelt sich in Tal- und Muldenlagen und bildet einen Kaltluftsee. Daraus resultieren tiefere Minimumtemperaturen als an Gipfelund Hanglagen mit vergleichbarer Höhenlage. So sind zum Beispiel die langjährigen Minimumtemperaturen im Januar in Buffalora auf 1968 m ü.M. mit -15,8 °C zwei Grad tiefer als jene auf dem 3305 m ü.M. gelegenen Piz Corvatsch (Karte 17–Karte 20). Am Tag wird die einfallende Sonnenstrahlung in die Erwärmung der Atmosphäre und die Verdunstung von Wasser umgesetzt. Als Folge des inneralpin
geringen Wasserangebots ist die Verdunstung im regionalen Vergleich reduziert, und es fliesst mehr Energie in die Erwärmung der Luft. Dies zeigt sich schön beim Vergleich der langjährigen Tagesmaximumtemperaturen von Adelboden und Scuol. Beide Stationen liegen auf ca. 1300 m ü.M. Mit 22,8 °C gegenüber 19,7 °C weist Scuol aber gut 3 Grad höhere Juliwerte auf. Zusammengefasst kann das Klima des SNP als trocken-kühl mit ausgeprägten Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter bezeichnet werden. Bundesamt für meteorologie und klimatologie meteoschweiz Jahresniederschlag in mm
200
Das Klimadiagramm von Buffalora (Abb. 10) zeigt einen ausgeprägten Jahresgang des Niederschlags mit einem Maximum in den Sommer- und einem Minimum in den Wintermonaten. Im Winter fallen die Niederschläge weitgehend aus herangeführten Luftmassen (advektive Niederschläge). Da sich diese Luftmassen an den Voralpen und Alpen stauen, geht bereits viel Feuchtigkeit verloren, bevor sie das Gebiet des Parks erreicht haben. Die Sommerniederschläge hingegen entstammen oft Schauern und Gewittern, welche meistens vor Ort über den Bergen entstehen. Diese konvektiven Niederschläge treten im gesamten Alpenraum auf, und die regionalen Unterschiede sind kleiner. Frühling und Herbst schliesslich sind typische Föhnjahreszeiten. Anhaltende Südstaulagen führen in dieser Zeit vor allem im Tessin und Oberengadin zu starken Niederschlägen, die auch Teile des SNP treffen können.
1200 1100 1000 900 800 700 600 500 1961 Sta. Maria
1970
1980 Buffalora
1990
2000
2011
Zernez
Abb. 11. Niederschlag in der Nationalparkregion
Rel. Sonnenscheindauer in %
20
Niederschlag in mm
Die Niederschlagsverteilung in der Schweiz ist stark durch die Alpen geprägt (Karte 9–Karte 12). Die grössten Mengen fallen in den nördlichen Voralpen und Alpen sowie im Tessin. Im Schutz der Berge hingegen befinden sich inneralpine Trockengebiete wie das Wallis, Mittelbünden und das Engadin. An der Messstation Buffalora am Ofenpass wird mit rund 800 mm pro Jahr nicht einmal die Hälfte der Niederschlagssumme gemessen, die in den Glarner oder Tessiner Alpen auf derselben Höhe fällt. Selbst in weiten Teilen des Mittellandes werden grössere Mengen registriert.
Temperatur in °C
grundl agen
Das Klima im SNP Viel Sonne, wenig Niederschlag, extreme Temperaturen
E rde Wasse r
60 50 40 30 20 10 0 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Monat Kloten
Samedan
Abb. 12. Relative Sonnenscheindauer in Samedan und Kloten
Karte 10
1250000
Karte 9
Kloten
1200000
Kloten
Scuol
1150000
Zernez
Scuol Zernez
Buffalora Sta. Maria
Adelboden
Buffalora Sta. Maria
Adelboden Corvatsch
1100000
Corvatsch
Karte 9. Mittlerer Januarniederschlag in der Schweiz 1981–2010
Karte 10. Mittlerer Aprilniederschlag 1981–2010
Karte 12
1250000
Karte 11
Kloten
1200000
Kloten
Scuol
1150000
Zernez
Scuol Zernez
Buffalora Sta. Maria
Adelboden
Buffalora Sta. Maria
Adelboden
Corvatsch
1100000
Corvatsch
50 km
2500000
2550000
2600000
Karte 11. Mittlerer Juliniederschlag 1981–2010
2650000
2700000
2750000
2800000
2500000
2550000
2600000
Karte 12. Mittlerer Oktoberniederschlag 1981–2010
2650000
2700000
2750000
Monatlicher Niederschlag (mm) 25 50 75 100 125 150 200
2800000
250
300
23 mk 0 5
Digitale Erweiterung
Die digitale Erweiterung http://www.atlasnationalpark.ch Die digitale Erweiterung vertieft die im vorliegenden Werk behandelten Themen und weitet diese aus: Sie bildet damit die ideale Ergänzung zum Buch. Im Zentrum stehen auch im digitalen Teil die Karten, welche – der gewählten Technik entsprechend – viele Funktionen enthalten, die ein interaktives Arbeiten erlauben. Die Verbindung zum gedruckten Teil des Atlas wird durch gleichnamige thematische Kapitel sowie ein Schlüsselwort sichergestellt. 100 Jahre räumliche Entwicklung des SNP einzig in Buchform zu beschreiben und in Karten darzustellen, würde der Vielfalt und der inhaltlichen Tiefe des vorhandenen Materials nicht gerecht. Das Buch, welches kompakt, übersichtlich und zusammenfassend die Themen behandelt und auch langfristig ein Referenzwerk sein soll, wird deshalb mittels einer interaktiven Internetapplikation erweitert. Hier werden die Inhalte vertieft und ergänzt. Die digitale Erweiterung des Atlas illustriert die gewählten Themen mit Bildern und Videos. Dies ist hilfreich für alle, welche sich im Detail mit der Entwicklung des und den Befunden im SNP auseinandersetzen wollen. Auch in der digitalen Erweiterung des Atlas des Schweizerischen Nationalparks stehen die kartografischen Darstellungen im Zentrum. Anders als im Buch kann der Benutzer die Inhalte abfragen, auswählen, einander gegenüberstellen oder ins Detail hinein zoomen und sich so einen für ihn besonders interessanten Ausschnitt des SNP erschliessen. Zeitliche Abfolgen erleichtern es dem Nutzer, eine Entwicklung nachzuvollziehen, beispielsweise bei der Gebietsentwicklung des SNP oder der Einwanderung von Braunbären. Eine sogenannte «Swipe»-Funktion erlaubt, zwei Karten oder Datensätze individuell zu verschieben und so Vergleiche anzustellen. Die digitale Erweiterung schafft somit neue Bezugsebenen und bildet damit die ideale Plattform zur vertieften und detaillierten Auseinandersetzung mit den Atlasthemen. Der thematische Aufbau, die Kapitelnamen und auch die Farbgebung entsprechen dem Buch und machen den Überblick möglichst einfach. Am direktesten kann das Buch mit der digitalen Erweiterung verknüpft werden, indem der Schlüsselbegriff, oben rechts auf der Textseite in der Kapitelfarbe gehalten, zum Beispiel geologie, im Suchbereich des digitalen Atlas eingegeben wird. 244
Ansicht eines Beitrags mit Layerauswahl und Diagrammfunktion
Suchresultat für Codewort
geologie
Ansicht eines Beitrags mit Layerauswahl und Abfragefunktionen
Aufruf von speziellen Funktionen (hier beispielsweise das «Swipe-Tool»)
Cratschla Das Magazin des Schweizerischen Nationalparks Möchten Sie gerne das Neuste aus dem Schweizerischen Nationalpark erfahren? Cratschla informiert Sie zweimal jährlich über die wichtigsten Entwicklungen im ältesten und bestgeschützten Nationalpark der Alpen.
Mit einem Cratschla-Abonnement zum Preis von chf 24.– pro Jahr erhalten Sie die wichtigen News aus dem grössten Wildnisgebiet der Schweiz. Es erwarten Sie Beiträge zu unterschiedlichsten Themen – sei es zu Tieren, Pflanzen, Geologie, dem Menschen im snp oder zu verschiedenen natürlichen Prozessen. Spezielle Wandervorschläge und Saisonaktualitäten ergänzen den Inhalt.
Schweizerischer Nationalpark Chastè Planta-Wildenberg 7530 Zernez
Sie möchten ein Cratschla-Abonnement bestellen? Kontaktieren Sie uns mit dem Stichwort «Cratschla» auf eine der folgenden Arten:
Post:
E-Mail: info@nationalpark.ch Tel. +41 (0)81 851 41 11 Fax. +41 (0)81 851 41 12
Webshop: www.nationalpark.ch
Bitte geben Sie mit Ihrer Bestellung Ihren Vor- und Nachnamen, Strasse sowie PLZ und Ort an. Falls Sie ein Cratschla-Abonnement verschenken möchten, fügen Sie bitte zudem die Empfängeradresse an. Selbstverständlich schicken wir Ihnen auf Wunsch gerne eine Cratschla-Probenummer.
245
Nationalpark-Forschung in der Schweiz Bisher erschienene Arbeiten Nrn. 1–4 sind in den Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, Bde. LV (1920)–LXIII (1926) erschienen. Ab Nr. 5 wurden die Arbeiten als eigene Reihe herausgegeben unter dem Serien-Titel «Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen im Schweizerischen Nationalpark»; Nrn. 7–84 sind in Bände zusammengefasst und bilden die «Neue Folge» (N.F.). Ab Nr. 85 erscheinen die Beiträge unter dem neuen Serientitel «Nationalpark-Forschung in der Schweiz» und werden nicht mehr zu Bänden zusammengefasst. In der folgenden Liste sind die Titel der Arbeiten gekürzt aufgeführt.
Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft 1
Schröter, c., Der Werdegang des Schweizerischen Nationalparks als Total-Reservation und die Organisation seiner wissenschaftlichen Untersuchung ; Bütikofer, E., Die Molluskenfauna. Denkschr. Schweiz. nat.forsch. Ges. Bd. LV, Abh. 1. 1920. 2 Hofmänner, B., Die Hemipterenfauna (Heteropteren und Cicadinen). Denkschr. Schweiz. nat.forsch. Ges. Bd. LX, Abh. 1. 1924. 3 HandSchin, e., Die Collembolenfauna. Denkschr. Schweiz. nat.forsch. Ges. Bd. LX, Abh. 2. 1924. 4 Braun-Blanquet, J., unter Mitwirkung von Jenny, h., Vegetations-Entwicklung und Bodenbildung in der alpinen Stufe der Zentralalpen. Denkschr. Schweiz. nat.forsch. Ges. Bd. LXIII, Abh. 2. 1926.
25 Hofmänner, B., Die Geradflügler (Dermaptera und Orthoptera). 1951. 26 Altherr, E., Les Nématodes (Nématodes libres du sol, 2ème partie). 1952. 27 Frey, E., Die Flechtenflora und -vegetation 1. Teil: Die diskokarpen Blatt- und Strauchflechten. 1952. Bd. 4 (N.F.) (enthält Nrn. 28–32) 28 Braun-Blanquet, J., Pallmann, H., Bach, R., Pflanzensoziologische und bodenkundliche Untersuchungen: Vegetation und Böden der Wald- und Zwergstrauchgesellschaften (Vaccinio- Piceetalia). 1954. 29 Furrer, G., Solifluktionsformen. 1954. 30 Lüdi, W., Die Neubildung des Waldes im Lavinar der Alp la Schera. 1954. 31 Nold, H., SchmaSSmann, h., Chemische Untersuchungen in der Ova da Val Ftur. 1955. 32 Altherr, E., Les Nématodes (Nématodes libres du sol, 3èmepartie). 1955.
Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen im Schweizerischen Nationalpark 5 6
Bigler, W., Die Diplopodenfauna. 1928. BarBey, A., Les Insectes forestiers. 1932.
Bd. 1 (N.F.) (enthält Nrn. 7–13) 7 Meylan, C., Les Muscinées. 1940. 8 Pictet, A., Les Macrolépidoptères. 1942. 9 nadig, A., Hydrobiologische Untersuchungen in Quellen. 1942. 10 Pallmann, H., Frei, E., Lokalklimate einiger Waldgesellschaften. 1943. 11–13 Favre, J., Etudes mycologiques; ViScher, W., Heterokonten aus alpinen Böden; HeiniS, F., Mikrobiocoenose der Sphagnumpolster. 1945.
Bd. 2 (N.F.) (enthält Nrn. 14–21) 14 Blumer, S., Parasitische Pilze. 1946. 15–17 Ferrière, C., Hyménoptères térébrants; Carl, J., de Beaumont, J., Liste préliminaire des Hyménoptères aculéates; giSin, h., Insectes aptérygotes. 1947. 18 KeiSer, F., Die Fliegen 1. Teil: Brachycera, Orthorhapha. 1947. 19/20 Müller-Schneider, P., Endozoochore Samenverbreitung durch Weidetiere; SchWeizer, J., Landmilben. 1948. 21 SchWeizer, J., Die Landmilben 1. Teil: Parasitiformes. 1949. Bd. 3 (N.F.) (enthält Nrn. 22–27) 22 Altherr, E., Les Nématodes (Nématodes libres du sol, 1ère partie). 1950. 23 SchWeizer, J., Die Landmilben 2. Teil: Trombidiformes. 1951. 24 Domaradzki, J., Blockströme im Kanton Graubünden. 1951.
246
Bd. 5 (N.F.) (enthält Nrn. 33–36) 33 Favre, J., Les Champignons supérieurs. 1955. 34 SchWeizer, J., Die Landmilben 3. Teil: Sarcoptiformes. 1956. 35 Thomann, H., Die Psychiden und Mikrolepidopteren. 1956. 36 Tjeder, B., A new European Hemerobius (Neuroptera). 1957. Bd. 6 (N.F.) (enthält Nrn. 37–42) 37 SchWeizer, J., Die Landmilben 4. Teil: Lebensraum, Vergesellschaftung, Lebensweise. 1957. 38 GiSin, H., Collembolen einiger Waldböden des Fuorngebietes. 1957. 39 Braun-Blanquet, J., Über die obersten Grenzen pflanzlichen Lebens. 1958. 40 De Beaumont, J., Les Hyménoptères aculéates. 1958. 41 frey, E., Die Flechtenflora und -vegetation 2. Teil: Flechtenvegetation auf Dauerflächen. 1959. 42 Favre, J., Catalogue descriptif des Champignons supérieurs. 1960. Bd. 7 (N.F.) (enthält Nrn. 43–48) 43 SchlaePfer, D., Der Bergbau am Ofenpass. 1960. 44 BenSon, R.B., The Sawflies (Hymenoptera, Symphyta). 1961. 45 Schloeth, R., Markierung von Rotwild. 1961. 46 DottrenS, E., Microtus nivalis et Microtus arvalis. 1962. 47 Somm, A., Schneider, B., Paläontologische und stratigraphische Beobachtungen in der Obertrias. 1962. 48 KaragouniS, K., Zur Geologie der Berge zwischen Ofenpass, Spöltal und Val del Gallo. 1962.
Bd. 8 (N.F.) (enthält Nrn. 49–50) 49 HandSchin, E., Die Coleopteren. 1963. 50 Boder, R., Die Thysanopteren. 1963. Beiheft Kurth, A., Weidmann, A., Thommen, F., Beitrag zur Kenntnis der Waldverhältnisse. 1961.
Lfg. 16 Nadig, A., Sauter, W., zoller, H., Versuch einer Synthese. 1999.
Bd. 9 (N.F.) (enthält Nr. 51) 51 zoller, H., Braun-Blanquet, J., Müller-Schneider, P., Flora des Schweizerischen Nationalparks und seiner Umgebung. 1964.
Bd. 14 (N.F.) (enthält Nrn. 71–75) 71 Bader, C., Die Wassermilben. 1. Systematisch-faunistischer Teil. 1975. 72 Wuthrich, M., Les Diatomées. 1975. 73/74 Bader, C., Die Wassermilben. 2. Nachtrag; Kutter, H., Die Ameisen (Hymenoptera, Formicidae). 1975. Lienhard, C., Die Psocopteren (Insecta: Psocoptera). 1977. 75
Bd. 10 (N.F.) (enthält Nrn. 52–56) 52 Somm, A., Zur Geologie der westlichen Quattervals-Gruppe. 1965. 53/54 Ohm, P., Beiträge zur Kenntnis der Gattung Helicoconis (Neuroptera, Coniopterygidae); ASPöck, H., ASPöck, U., Boriomyia helvetica nov. spec. (Neuroptera, Hemerobiidae). 1965. 55 AuBert, J., Les Plécoptères. 1965. 56 Lüdi, W., Lokalklimatische Untersuchungen am Fuornbach und am Spöl. 1966. Bd. 11 (N.F.) (enthält Nrn. 57–60 und 62–70) Klingler, K., Sektionsbefunde von Rotwild. 1966. 57 58 CamPell, E., TrePP, W., Vegetationskarte des Schweizerischen Nationalparks mit einer Beschreibung der Pflanzengesellschaften. 1968. 59 Schloeth, R., Analyse des Fegens und des Schlagens von Rothirschen. 1968. 60 ZuBer, E., Untersuchungen an Strukturrasen. 1968. 62–64 Sonderegger, P., Das Genus Erebia (Lep.); GottWald, J., Arten aus der Verwandtschaft von Ernobius explanatus (Coleoptera, Anobiidae); Kiauta, B., The chromosome conditions in the spermatogenesis of the caddis-fly Goera pilosa. 1971. 65 Furrer, G., Bachmann, F., Fitze, P., Erdströme als Formelemente von Solifluktionsdecken im Raum Munt Chavagl/Munt Buffalora. 1971. 66 Lattmann, P., Oekologie und Verhalten des Alpenmurmeltiers. 1973. 67/68 DottrenS, E., Observations sur les Batraciens et Reptiles; EugSter, H., Bericht über die Untersuchungen des Blockstroms in der Val Sassa 1917–1971. 1973. 69/70 Schloeth, R., Variabilität und Abhängigkeit des Röhrens beim Rothirsch; Hartmann-Brenner, D.-C., Ein Beitrag zum Problem der Schutthaldenentwicklung. 1974. Bd. 12 (N.F.) Oekologische Untersuchungen im Unterengadin. Lfg. 1 Baer, J.G., Avant-propos; Nadig, A., Einleitung; Brunner, H., Landschaftsbild; uttinger, H., Klima; WalSer, E., Hydrographie. 1968. Lfg. 2 TrümPy, R., Geologie; TrümPy, R., SchluSche, P., Erläuterungen zur geologischen Karte der Plattamala; Jaag, O., märki, E., BoSli-Pavoni, m., Leben im Wasser. 1972. Lfg. 3 Heller, H., Lebensbedingungen auf den Untersuchungsflächen. 1978. Lfg. 4 zoller, H., Flora und Vegetation der Innalluvionen. 1974. Lfg. 5 ochSner, F., Die Moosflora; Frey, E., Flechtenflora und -vegetation. 1975. Lfg. 6 Horak, E., Die Pilzflora (Macromyceten). 1985. Lfg. 7 camPell, E., Pflanzengesellschaften Ramosch; TrePP, W., Pflanzengesellschaften San Niclà–Strada. 1979. Lfg. 8 Forcart, L., Weichtiere (Mollusca); Lienhard, C., Psocopteren (Insecta: Psocoptera); kutter, H., Ameisen (Hymenoptera, Formicidae). 1980. Lfg. 9 Bader, C., Wassermilben (Hydracarina); Voellmy, H., Sauter, W., Wanzen (Heteroptera). 1983. Lfg. 10 Nadig, A., Heuschrecken (Orthoptera). 1986. Lfg. 11 Eglin-Dederding, W., Netzflügler und Schnabelfliegen (Neuropteroidea, Mecoptera). 1986. Lfg. 12 Günthart, H., Zikaden (Auchenorrhyncha). 1987. Lfg. 13 LamPel, G., Blattläuse (Sternorrhyncha, Aphidina). 1988. Lfg. 14 Sauter, W., Schmetterlinge (Lepidoptera). 1993. Lfg. 15 Thaler, K., Spinnen (Araneida) und Weberknechte (Opiliones). 1995.
Bd. 13 (N.F.) (enthält Nr. 61) 61 StüSSi, B., Naturbedingte Entwicklung subalpiner Weiderasen auf Alp la Schera 1939–1965. 1970.
Bd. 15 (N.F.) (enthält Nrn. 76–79) 76 Bader, C., Die Wassermilben. 3. Populationsdynamische Untersuchung zweier Quellen. 1977. 77 Beeler, F., Geomorphologische Untersuchungen am Spät- und Postglazial im Schweizerischen Nationalpark und im Berninapassgebiet. 1977. 78 Eglin-Dederding, W., Die Netzflügler (Insecta: Neuropteroidea). 1980. 79 GamPer, M., Heutige Solifluktionsbeträge von Erdströmen. 1981. Bd. 16 (N.F.) (enthält Nrn. 80–84) 80 Welten, M., Pollenanalytische Untersuchungen zur Vegetationsgeschichte. 1982. 81 Schanz, F., Zur Ökologie der Algen in Quellbächen. 1983. 82 VoSer, P., Einflüsse hoher Rothirschbestände auf die Vegetation im Unterengadin und im Münstertal. 1987. 83 Bader, C., Die Wassermilben. 4. Zweiter Nachtrag. 1994. 84 Bovey, P., Les Scolytides (Coleoptera: Scolytidae). 1994. Nationalpark-Forschung in der Schweiz Zoller, H., Vegetationskarte: Erläuterungen. 1995. Zoller, H., Erny-Rodmann, C., Punchakunnel, P., The history of vegetation and land use; pollen record. 1996. 87 TrümPy, R., Schmid, S.M., Conti, P., Froitzheim, N., Erläuterungen zur Geologischen Karte 1:50 000. 1997. 88 Günthart, H., Die Zikaden (Insecta: Auchenorrhyncha). 1997. 89 Schütz, M., KrüSi, B.O., EdWardS, P.J. (eds.), Succession research/Sukzessionsforschung. 2000. 90 KüPfer, I., Die regionalwirtschaftliche Bedeutung des Nationalparktourismus. 2000. 91 Haller, H., Der Rothirsch im Schweizerischen Nationalpark und dessen Umgebung. 2002. 92 ABderhalden, W., Raumnutzung und sexuelle Segregation beim Alpensteinbock. 2005. 93 Filli, F., Suter, W. (eds.), Huftierforschung/Ungulate Research. 2006. 94 Cherix, D., GonSeth, Y., PaSche, A. (eds.), Faunistique et écologie des invertébrés. 2007. 95 Haller, R.M., Integratives Geoinformationsmanagement in der Schutzgebietsforschung. 2011. 96 Parolini, J.D., Vom Kahlschlag zum Naturreservat. Geschichte der Waldnutzung. 2012. 97 KuPPer, P., Wildnis schaffen. Geschichte des Schweizerischen Nationalparks. 2012. 98 Schanz, F., Scheurer, T., Steiner, B. (eds.), Gewässerforschung. 2012. 99/1 Haller, H., Eisenhut, A., Haller, R. (eds.), Atlas des Schweizerischen Nationalparks. 2013. 99/II Haller, H., Eisenhut, A., Haller, R. (eds.), Atlas du Parc National Suisse. 2013. 100/I BAUR, B., SCHEURER, T. (eds.), Wissen schaffen. 100 Jahre Forschung im Schweizerischen National- park. 2014 (in Vorb.) 100/II BAUR, B., SCHEURER, T. (eds.), Au cœur de la nature. Cent ans de recherches au Parc National Suisse. 2014 (en préparation) 101 Schläpfer, D., Die Eisenberge am Ofenpass – Homens da(l) fier al Pass dal Fuorn. 2013. 85 86
2 47