Laura Canalis
Säugetiere der Alpen Der Bestimmungsführer für alle Arten
Übersetzt von Tabea Turrini-Biedermann
Haupt Verlag
Laura Canalis, geb. 1970 in Turin (I), hat nach dem Studium der Natur- und Umweltwissenschaften an Studien und Forschungsprojekten im Bereich Wildtiere und Ökosysteme teilgenommen sowie sich mit Fragen der Ökologie des Alpenraums und von Feuchtgebieten beschäftigt.
Umschlagfoto: Hermelin (Foto: G. Forneris – C. Balestro) Foto auf S. 260: Murmeltiere (Foto: L. Giunti) Die italienische Originalausgabe erschien 2012 bei Blu Edizioni unter dem Titel I mammiferi delle Alpi Copyright © Blu Edizioni 2012 Nach Vereinbarung mit Michaela Schwermann, Literaturagentur, Essen, Deutschland Grafiken: Stefano Crosetto, nach Bruno Caula Zeichnungen: Elena Bunino Grafik und Layout: Laura Caratti Satz der deutschsprachigen Ausgabe: Die Werkstatt, Göttingen Aus dem Italienischen übersetzt von Tabea Turrini-Biedermann, Bern Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. ISBN 978-3-258-07790-1 Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2013 für die deutschsprachige Ausgabe: Haupt Bern Jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung des Verlages ist unzulässig. Printed in Germany www.haupt.ch
Inhalt
Die Alpen Höhenstufen und Vegetation
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Die Säugetierfauna der Alpen Behandelte Arten Wichtige Bestimmungsmerkmale
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Beobachtung der Säugetiere Direkte Beobachtung Beobachtung anhand von Spuren: Fußspuren und Kot Andere Anwesenheitsspuren
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Einige Bemerkungen zur Verwendung dieses Bestimmungsführers Verwendete Terminologie und Reihenfolge der Erläuterungen Symbole
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Die Artenporträts
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Exoten und andere Tiere
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Glossar
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Weiterführende Literatur und Links
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Register der deutschen Namen
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Register der wissenschaftlichen Namen
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Dank Dieses Buch wäre nicht zustande gekommen ohne das Vertrauen von Giorgio Quaglio, dem ich hier an erster Stelle meinen Dank und meine Achtung aussprechen möchte. Für die wertvollen Bilder, die dieses Werk bereichern und aufwerten, geht mein tiefer Dank an die Naturfotografen, die ihr Talent und ihre Professionalität zur Verfügung gestellt haben. Ihnen bin ich besonders dankbar, weil mir bewusst ist, wie schwierig es sein kann, so scheue Tiere wie die Säugetiere zu fotografieren, und welche Ausdauer und Geduld dafür nötig sind. Mein inniger Dank gebührt daher: Yves Adams, Dante Alpe, Milos Andě ra, Luca Anselmo, Wolfgang Alexander Bajohr, Costantino Balestro, Graziella Bazzan, Sandro Bertolino, Massimo Bertozzi, Pietro Bottini, Pierpaolo Brenta, Jan Buys, Attilio Calegari, Mara Calvini, Massimo Campora, Antonio Cantù, Laura Caratti, Gianni Carrara, Ruggero Casse, Anna Cenerini, Renato Cottalasso, Stefano Crosetto, Chiara Crotti, Alberto Deaglio, Paolo Debernardi, Hans Dekker, Daniele Fazio, Tiziano Fiorenza, Gilberto Forneris, Veronica Frigerio, Battista Gai, Claudio Galasso, Federica Gaydou, Marco Ghirardi, Michele Giordano, Marco Giovo, Luca Giunti, Alberto Grand, Francesco Grazioli, Luca Lapini, Guy Lombart, Roberto Macario, Roberto Malacrida, Valentina Mangini, Paul Marchesi, Ambrogio Molinari, Martin Mollet, Federico Monticone, Piet Munsterman, Jan Nijendijktif, Dietmar Nill, Paolo Paolucci, Daniele Pastre, Aurelio Perrone, Renzo Ribetto, Claudia Rossato, Andrea Sant andrea, Libor Šejna, Jan Ševč ík, José Antonio Silva García, Roberto Sindaco, Karol Tabarelli de Fatis, Sergi Torné Viudas, Roberto Toffoli, Fabrizio Usubelli, Jeroen Van der Kooij, Jan Van der Straaten, Rollin Verlinde, Mark Zekhuis, Rudmer Zwerver. Herzlich danke ich Elena Bunino für die Zeichnungen der Anwesenheitsspuren und Stefano Crosetto für seine geduldige und wichtige Arbeit an den Grafiken. Für die hilfreichen Anregungen und Ratschläge danke ich Claudia Canalis, Bruno Caula, Paolo Debernardi, Francesco Grazioli, Luca Lapini, Paolo Paolucci, Roberto Toffoli.
F端r meine Eltern Teresio und Agnese, f端r Bruno und Stefano
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Die Alpen
Mit ihren über 4000 m hohen Gipfeln und einer Fläche von zirka 200 000 Quadratkilometern sind die Alpen eine der wichtigsten Bergketten Europas. Der Alpenbogen spannt sich über eine Länge von 1300 Kilometer und mehrere Länder: Norditalien, Südostfrankreich, Monaco, die Schweiz, Liechtenstein, den Süden Deutschlands, Österreich und Slowenien. Aufgrund der großen Ausdehnung und der Vielzahl an Mikroklimata beherbergen die Alpen eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen sowie an Tier- und Pflanzenarten. Die Gesamtzahl der Tierarten wird auf zirka 30 000 geschätzt, mehr als achtzig davon sind Säugetiere.
Höhenstufen und Vegetation Mit zunehmender Höhe ändert das Bergrelief schrittweise sein Aussehen und seine Vegetationsdecke: Nicht nur die Temperatur, auch die Sonnenexposition, die geologischen Charakteristika und die Bodenbeschaffenheit bestimmen die Pflanzengemeinschaft, die ihrerseits die Zusammensetzung der Tierarten beeinflusst. Man unterscheidet folgende Höhenstufen: •
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montane Stufe: Niedrige Bergstufe zwischen 800 m und 1400–1700 m. Die charakteristische Vegetation ist der Laubwald: In den tieferen Lagen ist er von Arten wie Kastanie, Eiche und Hainbuche geprägt, die in höheren Lagen von Ahorn, Linde, Esche und Buche abgelöst werden. subalpine Stufe: Mittlere Bergstufe zwischen 1400–1700 m und 2000–2200 m. Nadelwälder mit Tannen, Fichten und Lärchen prägen die Vegetation. Die Waldgrenze kennzeichnet den Übergang zwischen Mittel- und Hochlage (2000–2200 m). alpine Stufe: Hohe Bergstufe, die bis zirka 3000 m reicht, der Grenze zur ganzjährig schneebedeckten Zone. Während die Untergrenze, am Übergang zum Wald, durch Strauchvegetation gekennzeichnet ist, prägen in höheren Lagen vor allem alpines Grasland und Hochweiden das Landschaftsbild. nivale Stufe: Bergstufe über 3000 m. Die Vegetationsdecke ist fleckenhaft, schollenoder polsterförmig und konzentriert sich in Becken oder kleinen Tälern zwischen Felsen auf Steinfluren sowie auf Vorsprüngen in den Felswänden. Auf über 3600 m reduziert sich die Flora auf Moose und Flechten.
Die Obergrenzen der unterschiedlichen Vegetationstypen können um mehr als 200–300 m variieren, je nach Morphologie und Mikroklima. So variiert die Waldgrenze in den Westalpen zwischen 1400 m und 2400 m und in den Ostalpen zwischen 1500 m und 2000 m.
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Einteilung der Hรถhenstufen in den Alpen nivale Stufe
alpine Stufe
3200 2900 2600 2300 2000 1700 1400 1100 800
subalpine Stufe
montane Stufe
(Fotos: P. L. Beraudo, L. Canalis, B. Caula, M. Pettavino)
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Die Säugetierfauna der Alpen
Die terrestrischen Säugetiere der Westpaläarktis (zu der Europa sowie Teile Nordafrikas und Vorderasiens zählen) umfassen mehr als 400 unterschiedliche Arten. Weniger als neunzig von ihnen besiedeln den Alpenbogen in jenen Höhen, die hier berücksichtigt werden (über 800 m). Die besonderen Umweltbedingungen und die klimatischen Eigenheiten, die durch die Gletscher geschaffen werden, haben zur Bildung vieler endemischer Arten geführt. Diese haben sich während der Eiszeiten entweder von der ursprünglichen Art abgespalten, nachdem eine Population in einer kleinen unvereisten Zone («Nunatak») eingeschlossen wurde, oder einzelne Populationen haben überlebt, während die Art im Rest von Europa ausgestorben ist. Viele eurasiatische Säugetiere haben eigene endemische Unterarten in den Alpen, die sich eindeutig von den nördlichen Unterarten unterscheiden, zum Beispiel die Rötelmaus, das Mauswiesel und das Hermelin.
Behandelte Arten Dieser Bestimmungsführer beinhaltet Porträts der 86 bisher bekannten Arten, die ganzjährig in der alpinen Zone leben, einschließlich jener Arten, die zumindest während bestimmter Perioden im Jahr auch in höher gelegenen Zonen anzutreffen sind oder die montane Stufe, vor allem warme Täler, besiedeln (etwa manche Fledermäuse). Zwei Arten, Sorex coronatus und Microtus bavaricus, die morphologisch nicht von nah verwandten Arten unterscheidbar sind, werden gemeinsam mit ihren jeweiligen Zwillingsarten vorgestellt (S. araneus und M. lichtensteini). An den Hauptteil des Bestimmungsführers schließen Artenporträts nicht autochthoner Spezies an, die sich im Alpenraum etabliert haben und zum Teil bereits fester Bestandteil der alpinen Fauna sind. Sie wurden entweder vom Menschen eingeschleppt oder haben selbstständig das neue Areal besiedelt. Nicht in den Bestimmungsführer aufgenommen wurden allochthone Arten, die zwar in anderen Arealen sehr häufig sind, jedoch keine spezifischen Anpassungen an die montanen Lebensräume zeigen, wie zum Beispiel das Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus). Jene Arten, die für den Alpenraum repräsentativ oder von besonderem Interesse sind, da sie Gegenstand intensiver Forschung sind oder einfach im Feld beobachtet werden können, sind ausführlicher beschrieben und illustriert.
Wichtige Bestimmungsmerkmale Die Säugetiere werden in systematische Gruppen eingeteilt, wobei sehr unterschiedliche Merkmale für die Zuordnung zu einer bestimmten Gruppe herangezogen werden. Der Vollständigkeit wegen werden im Folgenden die wichtigsten Charakteristika der behandelten Ordnungen beschrieben. Erinaceomorpha (Igel) Bis vor Kurzem wurde diese Gruppe als Unterordnung der Insektenfresser angesehen. In den Alpen ist diese Ordnung durch die Igel vertreten, die durch ihren mit Stacheln besetzten Rücken unverwechselbar sind. Soricomorpha (Spitzmausartige) Auch diese Gruppe wurde früher den Insektenfressern zugeordnet und erst kürzlich als eigene Ordnung anerkannt. Sie ist in den Alpen durch die Familie der Maulwürfe vertreten sowie durch jene der Spitzmäuse (Soricidae). Die Spitzmausartigen werden als relativ ursprüngliche Ordnung angesehen. Sie haben allgemein eine geringe Körpergröße, eine schmale Schnauze sowie kleine Ohren und Augen, jedoch einen ausgeprägten Geruchssinn. An den Füssen tragen sie jeweils fünf Zehen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Wirbellosen und verzehren dabei oft große Mengen landwirtschaftsschädigender Insekten, wenngleich manche Rotzahnspitzmäuse auch Pflanzenmaterial fressen. Die Familie der Maulwürfe ist leicht an den offensichtlichen Anpassungen an das Leben unter der Erde erkennbar. Hingegen halten sich die Spitzmäuse in der Regel an der Erdoberfläche oder im Wasser auf, finden jedoch auch in unterirdischen Bauen Unterschlupf. Charakteristisch ist die lange, spitze und bewegliche Schnauze, ähnlich einer Art Rüssel, an deren Unterseite die Mundöffnung liegt. Die Spitzmäuse aus der Gattung Sorex und der am Wasser lebenden Gattung Neomys (Unterfamilie Soricinae) haben kleine, runde Ohren, die im dichten Fell verborgen sind, das auf der Oberseite dunkel gefärbt ist. Ein eisenhaltiges Pigment verleiht den Zahnspitzen eine rotbraune Färbung, die dieser Gruppe den Namen «Rotzahnspitzmäuse» eingebracht hat. Die Weißzahnspitzmäuse unterscheiden sich von ihnen durch ihre völlig weißen Zähne und durch ihren Schwanz, der einen runden Querschnitt aufweist und von dichten, kurzen Haaren bedeckt ist sowie deutlich spärlicher von langen Haaren. Längere Haare, die als Tastsinnesorgane dienen, sind auch über den restlichen Körper verteilt. Die Ohrmuscheln sind groß, unbehaart und asymmetrisch, nach oben hin stärker entwickelt und niemals im Fell versteckt. Auch aufgrund ihrer geringen Körpergröße haben die Spitzmäuse eine sehr hohe Stoffwechselrate, die sie zwingt, häufig Nahrung aufzunehmen. Sie können täglich eine Menge fressen, die ihrem eigenen Köpergewicht entspricht. In der Regel sind Spitzmäuse sowohl tagsüber als auch nachts aktiv, und im einzigen Winter, den sie erleben, halten sie keinen Winterschlaf. Sie erhöhen jedoch die Anzahl der Ruhephasen und können in sehr unwirtlichen Zeiten sogar in einen Torpor fallen. Außerdem haben sie die Fähigkeit, ihren Nahrungsbedarf herabzusetzen, indem sie die Größe einiger innerer Organe reduzieren (eine Strategie, die «Dehnel’sches Phänomen» genannt wird). Es scheint, dass sie über eine einfache Form der Echoortung verfügen, die sie bei der Jagd oder bei der Erkundung ihres Reviers einsetzen.
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3. Finger 4. Finger
2. Finger
Flughaut Daumen
5. Finger
Tragus Unterarm
Schwanz
Schwanzflughaut
5. Finger Fuß
Braunes Langohr (Foto: F. Grazioli)
Chiroptera (Fledermäuse, Fledertiere) Die Fledermäuse sind die einzigen Vertreter der Klasse der Säugetiere, die aktiv fliegen können. Ihre vorderen Gliedmaßen sind so weit umgebaut, dass sie zu richtigen Flügeln wurden, worauf auch ihr wissenschaftlicher Name hinweist: «geflügelte Hand», aus dem griechischen keir (Hand) und pteron (Flügel). Charakteristisch für die Fledermäuse sind die stark entwickelten Unterarm-, Hand- und Fingerknochen, die das Gerüst für eine dünne Membran, die Flughaut, bilden. Diese besteht aus Bindegewebe, elastischen Fasern und Muskelfasern und wird von Nervenenden und Blutgefäßen durchzogen. In die Flughaut, auch Patagium genannt, sind alle Finger bis auf den Daumen eingegliedert, außerdem ist sie mit dem Körper sowie mit den hinteren Gliedmaßen und oft auch mit dem Schwanz verwachsen. Der Daumen, der frei bleibt, endet mit einer Kralle, mit deren Hilfe das Tier klettern kann oder sich an Zweigen einhängt. Die hinteren Gliedmaßen sind kürzer als die vorderen und die Zehen, die mit Krallen versehen sind, sind nicht mit der Flughaut verbunden. Der Tastsinn ist gut entwickelt, mit Rezeptoren auf den Flügeln, die auch beim Beutefang eingesetzt werden, während Seh- und Geruchssinn schwach ausgeprägt sind. Um sich zu orientieren und bei der Jagd, nutzen die Fledermäuse Echoortung. So können sie ähnlich wie mit einem Radar durch die Nacht fliegen. Über den Kehlkopf senden sie, entweder in Form von Einzelimpulsen oder als Lautfolgen, kurze (Ultraschall-)Laute aus. Treffen diese auf ein Hindernis, werden sie reflektiert und erzeugen so ein Echo, das von den Ohrmuscheln aufgenommen wird (eine besondere Funktion kommt dabei dem Tragus zu, einem Organ an der Ohrinnenseite, das wie eine Stimmgabel wirkt). Im Gehirn wird das Signal anschließend weiterverarbeitet. Die Laute und Ultraschalllaute können auch eine soziale Bedeutung haben. Im Gegensatz zu den Ortungslauten sind gewisse Soziallaute für menschliche Ohren hörbar.
In den Alpen ernährt sich keine einzige Fledermaus von Blut oder Früchten: Die Fledermäuse dieser Region sind vorwiegend Insektenfresser. Mithilfe ihrer scharfen, festen Zähne verspeisen sie Schmetterlinge, Käfer und Stechmücken, aber auch Spinnen und andere terrestrische Wirbellose, die sie am Boden erbeuten. Man nimmt an, dass Individuen mit einem Gewicht von fünf Gramm in einer Nacht mehr als 5000 Insekten verzehren. Die Paarungen finden in der Regel im Herbst statt, aber einige Arten können sie bis in den Winter hinauszögern, sogar bis in die Zeit des Winterschlafes. Die Spermatozoen ruhen anschließend in vitalem Zustand im Uterus des Weibchens: Erst im Frühling kommt es zur Ovulation und anschließenden Befruchtung des Eis. Eine Ausnahme bilden hier nur die Weibchen der Langflügelfledermaus (Miniopterus schreibersii), bei denen die Befruchtung direkt auf die Paarung folgt und stattdessen die Embryonalentwicklung bis zum Frühling unterbrochen und so die kalte Jahreszeit überbrückt wird. Die Fledermäuse beginnen ihren Winterschlaf gegen Ende September/Mitte November und suchen dafür eine Umgebung mit relativ konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf, zum Beispiel Höhlen. In dieser Zeit reduziert sich ihr Stoffwechsel drastisch, die Körpertemperatur wird fast bis auf die Umgebungstemperatur gesenkt und die Herzschlag- und Atmungsfrequenz stark vermindert. Nach dem Erwachen sammeln sich die Weibchen an warmen, störungsfreien Plätzen zu Fortpflanzungskolonien (Wochenstuben), in denen sie in den ersten Sommermonaten die Jungen zur Welt bringen. Lagomorpha (Hasentiere) Typische Vertreter der Ordnung Lagomorpha sind der Feld- und der Schneehase. Sie haben einen kleinen Kopf, große Augen und lange Ohren sowie sehr gut entwickelte Hinterbeine, die den Tieren ein ausgezeichnetes Lauf- und Springvermögen verleihen. Die Vorderfüße haben fünf Zehen, wobei die fünfte Zehe meist bis auf eine Kralle reduziert ist, während die hinteren Füße nur vier Zehen tragen. Die Hasentiere sind Pflanzenfresser und haben auch die Angewohnheit, ihren eigenen Kot zu fressen, um so die noch vorhandenen Pflanzenfasern zu verwerten. Hasenjunge sind Nestflüchter und tragen bereits bei der Geburt ein Fell, haben offene Augen und können sich selbstständig bewegen. Rodentia (Nagetiere) In den Alpen umfassen die Nagetiere die Familien Sciuridae (Hörnchen), Gliridae (Bilche), Cricetidae (Wühler) und Muridae (Langschwanzmäuse). Sie stellen einen wichtigen Knotenpunkt im Nahrungsnetz dar: einerseits, weil sie für viele Wirbeltiere eine Beute sind, andererseits, weil sie durch die Verbreitung von Samen die Erneuerung des Waldes fördern. Für den Menschen können sie jedoch auch eine negative Rolle einnehmen, da einige Arten Populationszyklen mit explosionsartiger Vermehrung durchlaufen, was zu Schäden für die Landwirtschaft führt. Andere, wie die Ratten, verbreiten Viren und Bakterien, die mitunter schwere Krankheiten verursachen. Zu den Hörnchen zählen recht verschiedene Gattungen, die sich auch in ihrem Aussehen stark unterscheiden, etwa das Murmeltier, das in der Erde gräbt, und das baumbewohnende Eichhörnchen. Die Hinterfüße haben bei beiden Arten fünf Zehen. Während die Vorderfüße des Murmeltieres vier Zehen aufweisen, haben jene des Eichhörnchens fünf, wenngleich der Daumen reduziert ist. Der Familie der Bilche hingegen gehören relativ ähnliche Arten an. Ihr Schwanz trägt dichte, meist lange Haare, die Augen sind hervorstehend und die Füße vorne mit vier, hinten mit fünf Zehen ausgestattet. Die baumbewohnenden Arten sind vorwiegend nachtaktiv.
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Die Wühler sind durch die Wühlmäuse vertreten, die in der Unterfamilie Arvicolinae zusammengefasst werden. Sie sind erkennbar an ihrem gedrungenen Körper, der ohne deutlichen Hals in einen großen Kopf mit runder Schnauze übergeht. Die Vorderfüße tragen fünf, die Hinterfüße vier Zehen. Oft fehlen äußerliche Merkmale für eine einfache Unterscheidung der Arten. Für die Bestimmung werden daher innere Merkmale hinzugezogen, wie Schädelabmessungen und Unterschiede in der Zeichnung der Mahlzähne (besonders der erste Molar unten und der dritte Molar oben), die eine glatte Fläche mit gezackten Rändern haben. Vor allem die Wühlmäuse der Gattung Microtus stellen aus morphologischer Sicht eine sehr einheitliche Gruppe dar. Eine korrekte Bestimmung der Art erfordert daher entweder komplexe und tiefgehende Skelett- und Gebissanalysen oder genetische Tests. Diese Probleme sprengen den Rahmen dieses Buches, weshalb diesbezüglich auf Fachliteratur verwiesen wird (zumal die systematische Aufteilung dieser Unterfamilie im Laufe der Zeit diverse Neuerungen erfahren hat und immer noch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung ist). In der Regel haben die Wühlmäuse eine geringe Lebenserwartung bei hoher Reproduktionsfähigkeit. Diese Kombination führt bei manchen Arten zu periodischen Schwankungen der Populationsdichte, wobei auf explosionsartige Vermehrungen plötzliche Populationszusammenbrüche folgen. Wühlmäuse sind Pflanzenfresser und suchen ihr Futter gewöhnlich zu jeder Tages- und Nachtzeit, wobei aktive Phasen und Ruhephasen wechseln. Die Langschwanzmäuse sind in den Alpen nur durch eine einzige Unterfamilie, die Altweltmäuse (Murinae), vertreten, zu denen die Mäuse und Ratten gerechnet werden. Diese Arten sind in der Regel sehr anpassungsfähig und konnten sich, auch dank des passiven Transports gemeinsam mit Handelsgütern, nahezu weltweit verbreiten. Die enorme Anpassungsfähigkeit dieser Tiere zeigt sich auch in der Bandbreite an Lebensräumen, die sie besiedeln, sowie an ihrem breiten Nahrungsspektrum. Die Nahrungsgrundlage bilden zwar pflanzliche Bestandteile, doch haben sie die Möglichkeit erworben, auch verschiedenste Elemente tierischer Herkunft zu fressen. Diese Arten haben allgemein ein hohes Fortpflanzungspotenzial und eine geringe Lebenserwartung und können dadurch zu einer Gefahr für menschliche Aktivitäten und die Gesundheit des Menschen werden. Die Unterscheidung der unterschiedlichen Arten ist nicht immer einfach: Vor allem innerhalb des Genus Apodemus gestaltet sich eine Bestimmung bei südeuropäischen Populationen sehr schwierig, da sich die Arten äußerlich stark ähneln, besonders A. flavicollis und A. sylvaticus. Eine Vermessung und Beurteilung innerer Charakteristika ist daher unumgänglich. Carnivora (Raubtiere) Die Raubtiere kennzeichnet ein ihrer jagenden Ernährungsweise angepasstes Kiefergelenk. Es erlaubt dem Maul, sich weit zu öffnen, lässt jedoch keine vertikalen Bewegungen zu, sodass die Nahrung, die auch pflanzliche Elemente beinhalten kann, zerquetscht und in großen Brocken geschluckt werden muss. Viele Raubtiere besitzen Reißzähne, die oben vom letzten Prämolar, unten vom ersten Molar gebildet werden. Den vorderen Gliedmaßen fehlt ein Schlüsselbein, wodurch sie sehr beweglich sind. Geruchsund Gehörsinn sind stark entwickelt, und die Tiere sehen auch im Dunkeln gut. Im Alpenbogen werden die Raubtiere von den Familien der Hundeartigen (Canidae), Bären (Ursidae), Marderartigen (Mustelidae) und Katzen (Felidae) vertreten. Für Hundeartige charakteristisch sind eine schmale Körperform sowie ein Kopf mit einer langen Schnauze und dreieckigen Ohren, außerdem Reißzähne mit scharfen Kanten. Hundeartige sind in der Regel ausdauernde Läufer und tragen an den Vorderfüßen vier bis fünf, an den Hinterfüßen jeweils vier Zehen mit nicht einziehbaren Krallen. Sie sind meist räuberisch, können sich aber auch von pflanzlicher Nahrung ernähren.
Die Bären haben einen massigen Körper mit einem rundlichen, großen Kopf und einem relativ kleinen Gesicht (die Stirn ist größer als das Gesicht) sowie einem rudimentären Schwanz. Das Gebiss ist einer omnivoren Ernährungsweise angepasst, mit gut entwickelten Eckzähnen und großen, abgeflachten Mahlzähnen. Bären sind Sohlengänger, setzen also die gesamte Fußsohle auf den Boden auf. Ihre Füße haben fünf Zehen, an denen kräftige, gebogene Krallen sitzen, die nicht einziehbar sind. Die Marderartigen sind an ihren kurzen Gliedmaßen erkennbar, die sowohl an den Vorder- als auch an den Hinterbeinen mit jeweils fünf Zehen ausgestattet sind. Die Stirn ist im Verhältnis zum Gesicht größer und das Gebiss hat gut entwickelte Eck- und Reißzähne. Zur Unterfamilie Mustelinae zählen in den Alpen hoch effiziente Jäger, die einen schmalen, langen Körper haben. Hingegen zeichnet sich der Dachs, in Europa der einzige Vertreter der Unterfamilie Melinae, durch einen massigen Körperbau aus. Er trägt einen kurzen Schwanz und seine Gliedmaßen sind mit starken Krallen ausgestattet, die zum Graben dienen. Seine Ernährungsweise ist omnivor. Die Otter hingegen gehören zur Unterfamilie Lutrinae und sind dank ihres spindelförmigen Körpers und der Schwimmhäute an den Füßen perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Im Gegensatz zu anderen Musteliden haben sie ein reduziertes Gebiss. Vertreter der Familie der Katzen haben eine kurze, breite Schnauze und einen rundlichen Kopf, wobei Stirn und Gesicht etwa gleich lang sind. Der Hals ist kurz. Als reine Fleischfresser haben die Katzen ein messerscharfes Gebiss mit längs geriffelten Eckzähnen. Sie sind darauf spezialisiert, ihrer Beute aufzulauern oder sie kurzzeitig mit einem Sprint zu verfolgen. Die Gliedmaßen enden mit rundlichen Pfoten, an den Vorderfüßen sitzen fünf Zehen (wobei der Daumen der Vorderfüße den Boden nicht berührt) und an den Hinterfüßen vier Zehen. Die Krallen sind stark gebogen und einziehbar. Artiodactyla (Paarhufer) Zur Ordnung der Paarhufer gehören große bis mittelgroße Tiere, deren Gliedmaßen mit Klauen, umgestalteten Nägeln, enden. Paarhufer laufen auf der dritten und vierten Zehe und zählen daher zu den Huftieren (Ungulata), eine zusammenfassende Kategorie für Tiere, deren Körpergewicht von den Zehenspitzen getragen wird. In den Alpen trifft man auf die Unterordnung der Schweineartigen (Suiformes), die nur das Wildschwein beinhaltet, sowie auf die Wiederkäuer (Ruminantia), die durch die Geweihträger oder Hirsche (Cervidae) vertreten sind. Die Wiederkäuer zeichnet ein besonderer Verdauungsapparat aus, bei dem der Magen mehrere Kammern aufweist, wodurch die Nahrung besser genutzt werden kann. Einerseits wird die Zellulose mithilfe spezialisierter Bakterien aufgespalten, andererseits wird die Nahrung wiedergekäut, bevor sie endgültig absorbiert wird. Ein Unterscheidungsmerkmal für die Geweihträger ist, dass nur die Männchen einen Kopfschmuck tragen (mit Ausnahme des Rentiers, das jedoch nicht in den Alpen vorkommt). Das Geweih ist eine Struktur aus Knochensubstanz, die jährlich abgeworfen wird und einer Erhebung des Stirnbeines aufsitzt. Die oberen Eckzähne können vorhanden sein oder fehlen. In der Familie der Hornträger (Bovidae) sind beide Geschlechter oder nur das Männchen mit dauerhaften Hörnern ausgestattet, die kontinuierlich wachsen. Eine Scheide aus Horn sitzt dabei einer knöchernen Struktur auf. Beim Steinbock wächst das Horn von innen nach außen, wobei sich eine Reihe ineinandergesteckter Hüllen bildet. Im Winter wird das Wachstum des Hornes unterbrochen, wodurch eine kreisförmige Rille auf der Oberfläche zurückbleibt, die eine Altersbestimmung des Tieres erlaubt. Während bei den Männchen das Wachstum beeindruckend ist, wächst das Horn der Weibchen nach vier bis fünf Jahren nur noch im Millimeterbereich.
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Hintersprosse
Mittelsprosse
Vordersprosse
Augsprosse
Stange/Geweihstange Krone
Rose
Mittelsprosse Eissprosse
Reh
Rothirsch
Bei den Hirschen (Familie Cervidae) besteht das Geweih aus zwei Stangen, an deren Oberfläche knopfartige Erhebungen und Unebenheiten sind, die sogenannte «Perlung». Die Basis des Geweihs besteht aus einem ringförmigen Wulst, sie wird als «Rose» bezeichnet und befindet sich direkt über den knöchernen «Rosenstöcken». Die Anzahl der Enden ist nicht direkt mit dem Alter korreliert. Eine sichere Altersbestimmung ist jedoch anhand einer Gebissanalyse möglich. Bei den Rehen tragen die erwachsenen Männchen gewöhnlich ein Geweih mit sechs Enden (drei auf jeder Seite); jede Geweihstange hat typischerweise eine Vorder-, eine Mittel- und eine Hintersprosse. Bei den Rothirschen hingegen sitzt an der Basis der Stange jeweils die hakenförmige Augsprosse, nach oben folgen die Eissprosse (sie erscheint in einem Alter von fünf bis sechs Jahren), die Mittelsprosse (sie zweigt in einer deutlichen Biegung der Stange ab) und schließlich die Krone (drei oder mehr Enden, die becherförmig angeordnet sind). Manchmal ist zwischen Mittelsprosse und Krone ein weiteres Ende vorhanden. Beim Reh tauchen schon im ersten Jahr ein oder zwei Geweihspitzen pro Seite auf, und bereits nach zwei Jahren sind gewöhnlich drei Enden auf jeder Seite vorhanden. Beim Rothirsch setzt die Entwicklung des Geweihs mit der Bildung der beiden Rosenstöcke am Stirnbein ein, die in einem Alter von etwa neun Monaten sichtbar werden und zur Bildung von zwei einfachen Spießen führen, die am Ende des ersten Lebensjahres etwa 15–40 cm groß sind. Wenn das Tier zwei Jahre alt ist, haben sich die Rose und die ersten Verzweigungen des Geweihs gebildet. Bei etwa fünf- bis sechsjährigen Rothirschen erscheinen dann entweder die Eissprossen oder ein drittes Ende an der Krone. Die maximale Größe und Anzahl der Enden ist mit 10 bis 14 Jahren erreicht. Die Stangen haben dann durchschnittlich fünf bis sechs Enden. Mit zunehmendem Alter, etwa ab 15 bis 16 Jahren, wird das Geweih schwächer.
Bei den Gämsen wachsen die Hornscheiden, die auf vertikalen Knochenzapfen stecken, in jeder warmen Jahreszeit von der Basis her, wo neues Horngewebe gebildet wird. Auch hier hinterlassen die Unterbrechung des Wachstums im Winter und die anschließende Wiederaufnahme Rillen, die über das Alter des Tieres Aufschluss geben. Nach dem fünften oder sechsten Lebensjahr beträgt die Zunahme nur noch Millimeter. Das Gebiss der Hornträger weist keine Eckzähne auf, die Mahlzähne wachsen kontinuierlich.
Die Artenportr채ts
34 Ordnung:
Igelartige (Erinaceomorpha) Familie: Igel (Erinaceidae) Unterfamilie: Stacheligel (Erinaceinae) Western Hedgehog Hérisson d’Europe Riccio europeo Rjavoprsi jež
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Braunbrustigel Erinaceus europaeus
Der Igel ist dafür bekannt, sich bei Gefahr zu einer Kugel zusammenzurollen, aus der seine 8000–9000 Stacheln hervorstehen, die den Rücken bedecken. Jeder der 2–3 cm langen Stacheln kann mit einem eigenen Muskel aufgestellt werden. Dort, wo keine Stacheln sind, kann das Fell von grau bis braun variieren, mit dunkleren Haaren an den Wangen und um die Augen. Je nach Unterart ist die Färbung der Schnauze heller oder dunkler und kann sogar eine regelrechte schwarze Maske bilden. Bei den adulten Tieren kann die Bauchseite braun sein, oft ist ein dunkler Brustfleck vorhanden. Auch helle Färbungen der Bauchseite sind möglich, sie steht jedoch niemals in starkem Kontrast zum restlichen Körper. Der Igel bewohnt eine breite Palette von Lebensräumen, vom offenen Kulturland über Buschlandschaften bis hin zu Wäldern mit reichlich Unterholz. Er bevorzugt Ebenen und Hügelland, ist aber bisweilen auch im Gebirge bis auf 2000 m anzutreffen, meist in Siedlungsnähe. Typischerweise bewegt sich der Igel im Zickzackkurs, wobei er immer wieder kurz anhält. Dann stöbert er zwischen Blättern oder gräbt mit seinen spitzen Krallen in der Erde auf der Suche nach Wirbellosen. Er ernährt sich außerdem von Vogeleiern, Früchten und Pilzen, die er von
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3 1. Der Igel ist sowohl in offenen Landschaften als auch im Wald anzutreffen, wo er Randzonen und buschreiche Gebiete bevorzugt (Foto: D. Alpe). 2. Der Schwanz ist sehr kurz, meist 10–40 mm, und daher kaum zu sehen (Foto: D. Alpe). 3. Die Weibchen sind etwas leichter als die Männchen und werfen in der Regel einmal pro Jahr 2–20 Junge (Foto: P. Paolucci). 4. Vom kompakten Körper hebt sich die spitze Schnauze ab. Augen und Ohren sind klein (Foto: V. Mangini).
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Sonnenuntergang bis kurz vor Sonnenaufgang sucht. In dieser Zeit hält er nur für kurze Pausen an, um zu rasten. In einer Nacht kann er mehr 1,5 km zurücklegen. Er kann klettern und schwimmen. Von Spätherbst bis Frühling hält der Igel Winterschlaf und erwacht nur etwa alle zehn Tage für einige Stunden bis mehrere Tage. Während des Winterschlafs werden alle Körperfunktionen gedrosselt: Die mittlere Körpertemperatur fällt auf 4–5 °C, Atemfrequenz und Herzschlag verringern sich, sogar das Blut ändert seine Zusammensetzung und wird dickflüssiger. Den Winter überlebt der Igel dank der Fettreserven, die er im Sommer angelegt hat, im Frühling ist sein Körpergewicht deutlich re5
5. Die Jungen verlassen mit 3–4 Wochen erstmals das Nest (Foto: L. Giunti). 6. Wie die adulten Tiere haben auch die Jungen unbehaarte Pfoten (Foto: L. Giunti).
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duziert. Den Winterschlaf verbringt er in einem der zahlreichen Verstecke, die er unter Sträuchern oder Holzhaufen, in Hecken oder unter Baumwurzeln anlegt und mit Pflanzenmaterial auspolstert. Zwar sind Igel ortstreue Einzelgänger, ihre Aktionsräume können sich jedoch großflächig überlappen. Igel werden von zahlreichen Beutegreifern wie Fuchs, Dachs und Iltis gefressen, aber auch von großen Greifvögeln wie dem Uhu.
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7. Füchse schaffen es wahrscheinlich, Igel zu fressen, indem sie die kleinen Tiere auf den Rücken drehen. Dabei entrollen sich die Igel und geben so die verwundbare Bauchseite frei (Foto: P. Paolucci). 8. Die Stacheln sind umgebildete Haare. Sie sind weißlich bis cremefarben, werden zum Ende hin dunkler und sind an der Spitze schließlich oft schwarz (Foto: F. Monticone). 9. Wenn sich die Tiere zum Schutz zusammenrollen, stellen sie mit ihrer kräftigen Rückenmuskulatur die Stacheln auf und kreuzen sie ineinander, sodass eine undurchlässige Barriere entsteht (Foto: P. Paolucci).
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38 Ordnung:
Igelartige (Erinaceomorpha) Familie: Igel (Erinaceidae) Unterfamilie: Stacheligel (Erinaceinae) Eastern Hedgehog Hérisson oriental Riccio orientale Beloprsi jež
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Weißbrustigel Erinaceus roumanicus
Der Weißbrustigel kommt nur im östlichsten Teil der Alpen vor, wo die Areale zweier Arten aufeinandertreffen: das von Erinaceus europaeus im Westen und das von Erinaceus roumanicus im Osten. Dort, wo sich die beiden Areale überlagern, kommen beide Arten gemeinsam vor. Der Weißbrustigel gleich in Ökologie und Nahrungsspektrum seinem Verwandten, unterscheidet sich jedoch von diesem durch die hellere Unterseite: An der Brust und rund um die Vorderbeine ist das Fell weiß oder weißlich, während es beim Braunbrustigel von grau bis dunkelbraun variiert. Im italienischen Teil der Ostalpen ist dieses Merkmal zwischen den beiden Arten jedoch nicht immer eindeutig unterschiedlich ausgeprägt. Eine sichere Bestimmung ist daher nur durch eine biometrische Vermessung des Kopfes möglich: Der Maxillarindex, das Verhältnis zwischen Länge und Höhe des Oberkiefers, ist bei E. europeus kleiner als 1, bei E. roumanicus größer. Der Schwanz ist kurz, zwischen 21–36 mm. Wie der Braunbrustigel ist auch der Weißbrustigel in anthropogen beeinflussten Lebensräumen oft häufiger als in natürlichen. Es scheint, dass die Igel viele Umweltgifte tolerieren können, darunter auch solche, die vom Menschen als Schädlingsgifte gegen Tierarten eingesetzt
werden, von denen nicht wenige zum Nahrungsspektrum des Igels zählen. Die Fähigkeit des Igels, biotoxische Substanzen im Körper anzureichern, ohne dabei Schaden zu nehmen, ist möglicherweise eine Anpassung an die chemische Verteidigung vieler seiner Beutetiere. Selbst gegen das Gift von Ottern ist der Igel im Allgemeinen immun.
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1. Der Igel ist nachtaktiv. Die Tage verbringt er in einem gut versteckten Nest aus trockenen Blättern und anderem Pflanzenmaterial (Foto: K. Tabarelli de Fatis). 2. Er ernährt sich hauptsächlich von Wirbellosen, die er am Boden sucht (Foto: K. Tabarelli de Fatis). 3. Die Brust und der Bereich um die Vorderpfoten sind meist weiß, jedenfalls heller als der restliche Körper (Foto: K. Tabarelli de Fatis). 4. Der Weißbrustigel ist an Waldrändern, im Kulturland und auf Wiesen bis etwa 1400 m anzutreffen (Foto: L. Canalis).
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40 Ordnung:
Spitzmausartige (Soricomorpha) Familie: Maulwürfe (Talpidae) Unterfamilie: Altweltmaulwürfe (Talpinae) Blind mole Taupe aveugle Talpa cieca Sredozemski krt
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Blindmaulwurf Talpa caeca
Der Maulwurf ist gut an das Leben und die Grabtätigkeit unter der Erde angepasst: Sein Körper ist zylindrisch geformt, mit einem zwischen die Schultern versenkten Hals. An den Zehen der kurzen Beine sitzen enorme Krallen, die, gemeinsam mit einer speziellen Struktur der Knochen und Muskeln, das Schaufeln von Erde erleichtern. Der Gehörgang ist meist geschlossen, sodass keine Erde eindringen kann. Die vorderen Gliedmaßen sind groß und abgeflacht mit einer typischen Schaufelform; da sie nach außen verdreht sind, ermöglichen sie den charakteristischen drehenden Grabmechanismus. Neben den Daumen spreizt sich ein zusätzlicher, sichelförmiger Knochen ab, der die Oberfläche vergrößert und so das Graben erleichtert. Da die Augen sehr klein und von Haut und Fell bedeckt sind, ist der Tastsinn sein wichtigster Sinn. Sensorische Strukturen und Tasthaare bedecken den ganzen Körper, von der Schnauze bis zum kurzen, spitzen Schwanz, den der Maulwurf als Tastorgan einsetzt, wenn er sich durch seine Gangsysteme bewegt. Das Fell ist dicht und samtartig, ohne Strich, sodass die Haare bei einer Richtungsänderung in den engen Gängen nicht hinderlich sind. Maulwürfe sind meist einfarbig schwarz, mit bläulichen oder gräuli-
chen Schattierungen, aber es kommen auch hellere goldgelbe oder sogar weiße Färbungen vor. Die Weibchen sind kleiner als die Männchen. Der Blindmaulwurf unterscheidet sich vom Europäischen Maulwurf durch die Augenlider, die die Augen bedecken und ihrerseits von Fell bedeckt sind, durch die geringe Größe sowie die schlanke Körperform. Die Körpermerkmale, besonders die Größe, variieren jedoch beträchtlich je nach geografischer Region, sodass für eine sichere Bestimmung auch das Aussehen der Zähne und Beckenknocken herangezogen werden sollte (dem Becken fehlt eine knöcherne Verbindung zwischen Kreuz- und Sitzbein). Der Blindmaulwurf ist die häufigste Maulwurfart im Gebirge, wo er auf Wiesen und Weiden sowie in nicht zu trockenen, sonnigen Laubwäldern relativ tiefgründige Böden besiedelt und bis in große Höhen vorkommt (2550 m). Er verträgt auch karge Böden, die über mehrere Monate schneebedeckt sind und in denen der größere Europäische Maulwurf unterlegen ist. 2
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1. Das dichte Fell kann variabel gefärbt sein, von schwarz bis bläulich grau (Foto: Archiv PNM – G. Lombart). 2. Maulwürfe können ihren unterirdischen Lebensraum nur kurzfristig verlassen: Wenn sie als Jungtiere in neue Gebiete auswandern, in Gefahrensituationen oder beim Erweitern ihrer Gangsysteme (Foto: R. Ribetto). 3. In Bergregionen ist der Blindmaulwurf konkurrenzstärker als der Europäische Maulwurf, da er dank seiner geringen Körpergröße auch mit stärker limitierten Ressourcen leben kann (Foto: L. Canalis).
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42 Ordnung:
Spitzmausartige (Soricomorpha) Familie: Maulwürfe (Talpidae) Unterfamilie: Altweltmaulwürfe (Talpinae) Common mole Taupe d’Europe Talpa europea Navadni krt
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Europäischer Maulwurf Talpa europaea
Der Europäische Maulwurf gleicht in seinem Aussehen dem Blindmaulwurf und kann sogar in manchen Gebieten mit diesem im gleichen Territorium leben. Er ist jedoch größer als sein Verwandter und unterscheidet sich von ihm auch durch die Augen, die nicht von Haut bedeckt sind, sondern im Inneren von unbehaarten Aureolen liegen, sowie durch die Morphologie der Zähne und Knochen (Becken gewöhnlich mit knöcherner Verbindung zwischen Sitz- und Kreuzbein). Entgegen der landläufigen Meinung nimmt der Maulwurf das gesamte Lichtspektrum wahr. Wie sein Verwandter besiedelt der Europäische Maulwurf unterschiedliche Lebensräume, offene Flächen wie Wiesen, Weiden oder extensives Kulturland ebenso wie geschlossene Wälder. Er bevorzugt tiefgründige, gut drainierte Böden mit einer ausgeprägten Streuschicht, in der sich seine Beute gut entwickelt. Er ernährt sich von wirbellosen Bodentieren, allen voran Regenwürmern. Innerhalb eines Tages vertilgt er rund die Hälfte seines eigenen Körpergewichtes. Der Maulwurf ist ein Einzelgänger und gräbt in einer Tiefe von 10– 100 cm Tunnelsysteme aus Gängen mit einem Durchmesser von 3–7 cm, die sich über verschiedene Höhenniveaus erstrecken. Aufweitungen in den Gängen dienen als Vorratskammern für Beute, als Latrinen zum
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Absetzen des Kots oder, mit einer Schicht aus Pflanzenmaterial ausgepolstert, als Schlafplatz und Nest für die Jungen. Der Maulwurf wandert seine Tunnelsysteme regelmäßig ab, um Futter zu suchen und sein Territorium zu markieren, wobei er bisweilen sein Höhlensystem in den Randbereichen mit jenem von angrenzenden Territorien verbindet. Aktive Phasen und Ruhezeiten, die jeweils 3–4 Stunden dauern, wechseln sich ab. Die größte Aktivität zeigt er in den frühen Morgenstunden sowie am späten Nachmittag, wahrscheinlich abgestimmt auf die Bewegungen der Wirbellosen, von denen er sich ernährt. Wenn es taut, beginnt die Fortpflanzungszeit der polygamen Maulwürfe. Auf der Suche nach Weibchen können die Männchen dann beachtliche Strecken von bis zu mehreren Kilometern zurücklegen. Die 2–8 (durchschnittlich 4) Jungen werden vom Weibchen aufgezogen. In manchen Ländern werden Maulwürfe immer noch als Schädlinge betrachtet, obwohl zahlreiche Studien mittlerweile gezeigt haben, dass sie eine wichtige Rolle als Vertilger von Wirbellosen spielen, auch von solchen, die Schädlinge für die Landwirtschaft sind. Außerdem sorgen sie mit ihren Tunnelsystemen für eine Belüftung und Drainage des Bodens. Es ist allerdings möglich, dass die Aktivitäten des Maulwurfs indirekt zu Ernteschäden beitragen, da manche Nagetiere, etwa aus der Gattung Microtus, die Tunnelsysteme nutzen, um an die Wurzeln, Knollen und Zwiebeln von Kulturpflanzen zu gelangen.
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1. Das Fell ist dicht, samtig und ohne Strich, sodass die Haare Richtungsänderungen im Tunnel nicht behindern. Der Schwanz ist gerade und spitz (Foto: F. Grazioli). 2. Der Europäische Maulwurf ist meist einfarbig, gewöhnlich schwarz mit bläulichen oder gräulichen Schattierungen (Foto: P. Paolucci). 3. Mit einem Biss der scharfen Zähne fängt der Maulwurf Regenwürmer, die er bisweilen lebend in den unterirdischen Höhlen «lagert», indem er sie bewegungsunfähig macht (Foto: F. Grazioli). 4. Die vorderen Gliedmaßen sind groß und abgeflacht, mit der Innenfläche nach außen gedreht. Die Zehen sind mit kräftigen Krallen ausgestattet, die das Graben erleichtern (Foto: A. Calegari – M. Campora).
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Register der deutschen Namen
Abendsegler Großer 98 Klein- 96 Riesen- 94 Alpenfledermaus 100 Alpensteinbock 21, 24, 242 Bär siehe Braunbär Bartfledermaus, Kleine 80 Baumschläfer 148 Bechsteinfledermaus 70 Bilche 11, 138–149 Brandtfledermaus 72 Braunbär 20, 192 Breitflügelfledermaus 104 Bulldoggfledermaus, Europäische 118 Dachs, Europäischer 19, 23, 212 Eichhörnchen 19, 23, 128 Erdmaus 156 Feldhase 21, 23, 120 Feldmaus 158 Fischotter 19, 22, 214 Fledermäuse/Fledertiere 10, 23, 62–119 Fransenfledermaus 82 Fuchs siehe Rotfuchs Gämse 21, 24, 48 Gartenschläfer 146 Gelbhalsmaus 174 Glattnasen 68–115 Goldschakal 256 Grauhörnchen 255
Haselmaus 142 Hasentiere 11, 120–127 Hausmaus 20, 23, 178 Hermelin 19, 23, 28, 204 Hirsche 13, 14, 230–241, siehe auch Rothirsch Hörnchen 11, 128–137, 255 Hornträger 242–253, 259 Hufeisennase 62–67 Große 64 Kleine 66 Mittelmeer- 62 Hundeartige 184–191, 256 Igel 9, 19, 23 Braunbrust- 44 Weißbrust- 38 Iltis 19, 22, 210 Katzen 218–225 Kleinwühlmaus Alpen- 164 Italienische 168 Mittelmeer- 160 Kurzohrmaus 166 Bayerische 163 Illyrische 162 Langflügelfledermaus 116 Langohr Alpen- 114 Braunes 110 Graues 112 Langschwanzmäuse 11, 12, 172–183 Luchs, Eurasischer 20, 23, 222
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Marderartige 198–217, 257 Marder Baum- 19, 22, 200 Stein- 19, 22, 198 Marderhund 257 Maulwurf 9 Blind- 40 Europäischer 42 Mausohr Großes 78 Kleines 84 Mauswiesel 19, 23, 208 Mopsfledermaus 108 Mückenfledermaus 92 Mufflon, Europäischer 22, 24, 259 Murmeltier 20, 132 Nagetiere 11, 128–183, 255 Nordfledermaus 102 Nymphenfledermaus 68 Paarhufer 13–14, 226–253, 259 Ratte 20, 23 Haus- 23, 182 Wander- 23, 180 Raubtiere 12–13, 184–225, 256–258 Rauhautfledermaus 88 Reh 14, 21, 24, 236 Rötelmaus 170 Rotfuchs 21, 24, 188 Rothirsch 21, 23, 230
Schneehase 124 Schneemaus 154 Schwermaus 152 Siebenschläfer 30, 138 Spitzmausartige 40–61 Spitzmaus 9, 20 Alpen- 44 Feld- 56 Garten- 60 Haus- 58 Schabracken- 49 Sumpf- 52 Wald- 48 Walliser 46 Wasser- 54 Zwerg- 50 Springmäuse 150–151 Steinbock siehe Alpensteinbock Waldbirkenmaus 150 Waldmaus 176 Alpen- 172 Waschbär 258 Wasserfledermaus 74 Weißrandfledermaus 86 Wildkatze, Europäische 20, 23, 31, 218 Wildschwein 21, 24, 226 Wimperfledermaus 76 Wühlmäuse 11, 20, 23, 152–171 Wolf 21, 24, 184 Zweifarbenfledermaus 106 Zwergfledermaus 90
Register der wissenschaftlichen Namen
Apodemus alpicola 172 Apodemus flavicollis 174 Apodemus sylvaticus 176 Arvicola scherman 152 Barbastella barbastellus 108 Canis aureus 256 Canis lupus 184 Capra ibex 242 Capreolus capreolus 236 Cervus elaphus 230 Chionomys nivalis 154 Crocidura leucodon 56 Crocidura russula 58 Crocidura suaveolens 60 Dryomys nitedula 148 Eliomys quercinus 146 Eptesicus nilssonii 102 Eptesicus serotinus 104 Erinaceus europaeus 34 Erinaceus roumanicus 38 Felis silvestris 218 Glis glis 138 Hypsugo savii 100 Lepus europaeus 120 Lepus timidus 124 Lutra lutra 214 Lynx lynx 222 Marmota marmota 132 Martes foina 198
Martes martes 200 Meles meles 212 Microtus agrestis 156 Microtus arvalis 158 Microtus bavaricus 162 Microtus duodecimcostatus 160 Microtus liechtensteini 162 Microtus multiplex 164 Microtus savii 168 Microtus subterraneus 166 Miniopterus schreibersii 116 Muscardinus avellanarius 142 Mus musculus 178 Mustela erminea 204 Mustela nivalis 208 Mustela putorius 210 Myodes glareolus 170 Myotis alcathoe 68 Myotis bechsteinii 70 Myotis brandtii 72 Myotis daubentonii 74 Myotis emarginatus 76 Myotis myotis 78 Myotis mystacinus 80 Myotis nattereri 82 Myotis oxygnathus (Myotis blythii) 84 Neomys anomalus 52 Neomys fodiens 54 Nyctalus lasiopterus 94 Nyctalus leisleri 96 Nyctalus noctula 98 Nyctereutes procyonoides 257 Ovis orientalis musimon 259
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Pipistrellus kuhlii 86 Pipistrellus nathusii 88 Pipistrellus pipistrellus 90 Pipistrellus pygmaeus 92 Plecotus auritus 110 Plecotus austriacus 112 Plecotus macrobullaris 114 Procyon lotor 258 Rattus norvegicus 180 Rattus rattus 182 Rhinolophus euryale 62 Rhinolophus ferrumequinum 64 Rhinolophus hipposideros 66 Rupicapra rupicapra 248
Sciurus carolinensis 255 Sciurus vulgaris 128 Sicista betulina 150 Sorex alpinus 44 Sorex antinorii 46 Sorex araneus 48 Sorex coronatus 49 Sorex minutus 50 Sus scrofa 226 Tadarida teniotis 118 Talpa caeca 40 Talpa europaea 42 Ursus arctos 192 Vespertilio murinus 106 Vulpes vulpes 188