HUGH JOHNSON
BÄUME
HUGH JOHNSON
BÄUME Die Wald- und Gartenbäume der Welt
Haupt Verlag Bern · Stuttgart · Wien
Die englische Originalausgabe erschien erstmals 1973 in Großbritannien unter dem Titel Trees bei Mitchell Beazley, einem Imprint von Octopus Publishing Group Ltd, Endeavour House, 189 Shaftesbury Avenue, London WC2H 8JY Copyright © 2010 Octopus Publishing Englischer Originaltext: Copyright © 2010 Hugh Johnson Alle Rechte vorbehalten.
Aus dem Englischen übersetzt von Bettina Borst, Martina Walter, Frank von Berger Lektorat: bookwise Medienproduktion GmbH, München Satz der deutschsprachigen Ausgabe: Carsten Klein für bookwise GmbH
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN 978-3-258-07672-0
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2011 für die deutschsprachige Ausgabe by Haupt Berne Jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung des Verlages ist unzulässig. Printed and bound in China www.haupt.ch
Widmung Ich widme dieses Werk all den Freunden und Kollegen, die mit mir oder für mich Bäume gepflanzt, eingeplant, geschnitten, vermehrt und gefällt haben. Unter anderem sind das Aileen, Alain, Andrew, Anna, Arvon, Bertrand, Chris, Claude, Eric, Hugh, John, Michael, Simon, Tom, Waf und Wyn.
Inhaltsverzeichnis Vorwort Einführung
6 8
Die Welt der Bäume Wie wächst ein Baum? Innenleben eines Baumes Die Blätter Die Blüten Die Früchte Baum-Geschichtsschreibung Wurzeln und Böden Systematik der Bäume Bäume und Wetter Winterhärtezonen für Bäume in Nordamerika und Europa Natürliche Waldvegetation Der Frühlingsanfang Waldbewirtschaftung Die Eiszeiten Die Alte Welt Die Neue Welt Die Welt wird größer Entdecker im Westen Entdecker im Osten Sammler und Schöpfer Die richtigen Arten Pflanzungen planen Wetterschutz, Sichtschutz und Strukturelement Bäume pflanzen Erhaltung Baumschnittkunst
10 14 16 20 24 26 28 30 34 36 38 40 42 46 48 50 52 54 56 58 62 66 68 70 72 74
Die Koniferen (Nadelbäume) Ginkgo oder Fächertanne Die Kiefern Nordamerikas Die Kiefern Asiens Die Kiefern Europas Die Tannen Nordamerikas Die Tannen Europas und Asiens Die Douglasien Die Fichten Nordamerikas
78 80 84 88 92 96 100 102
Die Fichten Europas und Asiens Die Hemlocktannen Die echten Zedern Die Lärchen Araukarien und Kaurifichten Kopfeiben und Steineiben Die echten Zypressen Die Scheinzypressen Die Wacholder Weihrauchzedern Die Lebensbäume oder Thujen Sumpfzypressen und Urweltmammutbäume Berg- und Küstenmammutbäume Zwerg-Koniferen Die Palmen
106 110 112 116 122 126 134 138 142 146 148 150 154 158 160
Die Laubbäume Tulpenbäume und Magnolien Die Lorbeergewächse Die Platanen Zaubernuss, Amberbaum und Parrotie Eukalypten oder Blaugummibäume Die Weiden Pappeln und Espen Robinien und Gleditschien Goldregen, Judasbäume und die Seidenakazie Die Rosengewächse Felsenbirnen und Zwergmispeln Die Weißdorne Quitten und Mispeln Wild-Apfelbäume Japanische Blüten-Kirschen Europäische Kirschen Pfirsich, Pflaume und Kirschlorbeer Birnbäume Mehlbeeren Ebereschen Die Ulmen Die Ulmen Europas und Amerikas Zelkoven und Zürgelbäume
166 174 178 182 186 190 194 198 200 204 206 208 210 212 216 222 226 230 234 238 242 244 248
Feigen- und Maulbeerbäume Die Scheinbuchen Die Buchen Die Eichen Die Eichen Europas und Asiens Die Eichen Nordamerikas Die Kastanien Die Birken Die Erlen Hainbuchen und Haseln Die Walnüsse Hickorynüsse und Flügelnüsse Die Linden Die Rosskastanien Die Ahorne Nordamerikas Die Ahorne Asiens Die Ahorne Europas Cashewnüsse und Sumache Götterbaum und Zedrelen Die Zitruspflanzen Die Hartriegel Taubenbäume und Tupelobäume Die Bäume der Teestrauchgewächse Dattelpflaumen, Schneeglöckchenund Storaxbäume Erika und Erdbeerbäume Die Rhododendren Die Eschen Oliven und Schneeflockensträucher Trompeten- und Blauglockenbäume Die Stechpalmen Stechpalmen und Buchsbäume Der Holunder Zwölf-Monats-Abfolge von dekorativen Blüten, Früchten und Blättern Tabelle der Baumentdeckungen Wachstumsgeschwindigkeit Anleitung zur Auswahl von Bäumen Die Bedeutung der lateinischen Namen Verzeichnis der Baumarten Register Bildnachweis
250 252 254 260 264 268 274 276 280 282 284 286 290 294 298 304 308 312 314 316 320 324 326 330 332 336 338 342 346 350 352 354 356 358 360 364 368 373 398 400
6
Vorwort
Vorwort
Vorwort Vor fast 40 Jahren habe ich ein Loch in den Lehmboden meines Rasens gegraben und meinen ersten exotischen Baum gepflanzt. Es war eine Blumen-Esche, ein Baum aus Griechenland oder Kleinasien. Zur Wahl dieses Baumes hatte mich eine Passage aus der ersten Auflage von Hugh Johnsons wunderbarem Buch inspiriert. Er beschreibt dort, dass die Blumen-Esche ihre Blüten präsentiert wie «die Barock-Mätresse Nell Gwynn und ihre Zeitgenossinnen ihre von Samt gerahmten Dekolletés auf den Wänden altehrwürdiger Speisesäle». Ich fand den Vergleich unwiderstehlich. Leider fand der Baum die kühlen irischen Sommer weit weniger unwiderstehlich und wuchs nur langsam auf steif-korrekte sieben Meter Höhe heran. Seitdem habe ich meinen Garten erfolgreich mit Bäumen bevölkert, denen ich in Hugh Johnsons Buch begegnet war. Ich habe Mammutbäume und Krüppelkiefern gepflanzt, genügend Pagodenbäume (deren englische Bezeichnung «Gelehrten-Bäume» bedeutet) für hundert Doktorarbeiten und genügend Taschentuchbäume für tausendmal Naseputzen. Johnson ist ein echter Feinschmecker, der einen wunderbaren Baum genauso genießt wie einen wunderbaren Wein. Er ist eine wandelnde Baumenzyklopädie, und seine mitreißende Prosa drückt eine leidenschaftliche Bitte aus: Nimm deinen Spaten, pflanze einen Baum – verhilf unserem Planeten damit zu mehr Frieden und Grazie. Für diese neue Ausgabe hat Johnson einige seiner blumigeren Passagen zurückgestutzt (zu meiner Freude aber nicht die NellGwynn-Stelle). Er hat viele neue Arten und gestochen scharfe Bilder hinzugefügt. Außerdem hat er viele kleine Schatzjagden ins Bewusstsein gerückt, die die Welt der Botanik verändert haben. Wer hätte jemals gedacht, dass ein «fossiler Baum», der erst 1941 in China entdeckte Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), sich in vielen gemäßigten Teilen Europas und Amerikas zu einem der beliebtesten Bäume entwickeln würde? Das Buch ist auch persönlicher geworden und erzählt von Bäumen, die Johnson geliebt und verloren hat (die Scheinbuche, die in einem kalten Winter in seinem Garten einging) oder die ihn mit Zuneigung überschüttet haben, wie die chinesische Tempel-Kiefer (Bunges Kiefer). Ich bin einmal gefragt worden, wer eine Lanze für die Bäume bricht. Inzwischen kenne ich die Antwort: Hugh Johnson.
Thomas Pakenham, Autor von Bäume, County Meath, Irland, im Sommer 2010
7
8
Einführung
Einführung Ein Reisender sollte immer auch Botaniker sein, denn wo man hinsieht, sind Pflanzen die häufigste Zier. Charles Darwin Darwin hätte sich ruhig etwas genauer ausdrücken können, denn für die meisten Landschaften wäre «Bäume sind die häufigste Zier» zutreffender. Bäume sind die Pflanzen, die am stärksten auffallen und am längsten bleiben, sie geben den Ton und die Stimmung an. Bäume verleihen einer Landschaft ihren Charakter, verkünden ihr Klima und legen Zeugnis über ihren Boden ab – sie verraten sogar, womit die Menschen dort sich beschäftigen. Die erste Ausgabe dieses Buches habe ich vor 37 Jahren geschrieben, ganz begeistert von meinen ersten Entdeckungen über die Schönheit und Vielfalt von Bäumen und ganz bestürzt über den plötzlichen Anblick sterbender Bäume um mich herum – 1973 brach das Ulmensterben aus und zerstörte innerhalb von fünf Jahren die Landschaft im Osten Englands, in die ich gezogen war. Ich erinnere mich an ein Vorher- und ein Nachher-Foto aus dem Time-Magazin. Vorher: die Hauptstraße einer Stadt in Neuengland, harmonisch, anmutige, helle Holzfassaden, gesprenkelt vom Licht, das durch die Kronen einer Allee aus mächtigen Ulmen fällt. Nachher: alle Ulmen vernichtet, Nacktheit statt Anmut und Öde statt Harmonie und Frieden. Teilweise aus hilflosem Protest begann ich mit diesem Buch. Was, so fragte ich, können wir tun und anpflanzen, um die heitere Atmosphäre wiederherzustellen? Im Laufe der Zeit hat sich diese Frage von selbst beantwortet: In der englischen Landschaft East Anglia haben Eichen, Eschen und Weiden viele der Lücken gefüllt und der Gegend wieder Kontur gegeben. Wenn ich mich mit offenen Augen umsah, botanische Gärten besuchte und mich in Wäldern verlief, entdeckte ich eine Vielfalt an Schönheit und Sinngehalt, von der ich nichts geahnt hatte. Darum ging es mir bei meinem Buch über Bäume. Ich habe nicht über die grundlegende Rolle geschrieben, die Bäume spielen, weil sie unsere Atemluft erzeugen oder unsere vielseitigsten Bauund Rohstoffe. Zweifelt tatsächlich noch jemand daran, dass ohne Bäume die Existenz unseres Planeten nicht zu sichern ist? Mein Ziel war einfach, alle Baumliebhaber auf die Bäume aufmerksam zu machen. Heute kommt mir diese Vorgehensweise ziemlich blamabel vor – es war der persönliche Bericht eines Erzählers, für den Bäume zu Berührungspunkten mit der Schöpfung geworden waren, zur Quelle von Erstaunen und Befriedigung. Fast 40 Jahre später wundert mich mein jugendlicher Höhenflug sehr. Aber ich bin ungeheuer dankbar, dass meine intensive Beschäftigung mit Bäumen für mich zum Hobby, zur lebenslangen Leiden-
schaft und Entdeckungsreise wurde. Ich bin deswegen gereist, habe gelesen und mit anderen passionierten Baumfreunden gesprochen. Ich bin zum Gärtner, Baumsammler und Forstmann geworden. Ich habe mir ein Verständnis für Bäume erworben, Vorlieben und Vorurteile entwickelt, kann die Schönheit im Gewöhnlichen und die Banalität in so mancher von Baumschulen geschaffener Neuheit sehen. In diesen 40 Jahren sind Bäume in Mode gekommen. Eine Gesellschaft, die sich mühsam zur Dankbarkeit für Baumschatten durchrang, lässt sich nun wortreich über Baumschutz aus. Die Klimaveränderung wirft Fragen auf, für die es keine Antwort gibt. Das Wissen über Bäume und die entsprechende Technik machen rasche Fortschritte. Wir haben Hunderte neuer Baumarten entdeckt, in drei Jahrhunderten Forschungsreisen die Welt dem Westen geöffnet und so neue Arten eingeführt, vor allem im frühen 20. Jahrhundert. Seit den 1970er-Jahren ist die Entdeckertätigkeit in eine neue Ära eingetreten: Mittelamerika wird nach neuen Pflanzen abgegrast, die Öffnung in China und Ostasien bereichert unser Wissen und unsere Sammlungen. Das baumwissenschaftliche Standardwerk des 20. Jahrhunderts, nicht nur in England, war Trees and Shrubs Hardy in the British Isles von W. J. Bean, das 1988 bis auf fünf Bände erweitert wurde. 2004 beauftragte die International Dendrology Society (die Dendrologie ist die Lehre von den Bäumen und Gehölzen) die Botaniker John Grimshaw und Ross Bayton mit der Durchsicht aller neuen Wildund Zuchtformen von Bäumen seit 1970. Ihr Buch New Trees, das 2009 herauskam, führt über 800 Arten auf. Manche Gattungen enthalten nun doppelt so viele Arten wie vorher. Selbst wenn noch nicht alle diese Bäume zu erwerben sind, manche schwierig zu halten oder einfach nur langweilig sind oder einheimische Arten verdrängen, so tun sich doch unendliche Möglichkeiten auf. Das genetische Potenzial vieler Bäume wird damit vervielfacht, zumal die Hybridzucht bei Bäumen sehr langsam verläuft. Nie war die Zukunft aufregender. Womit ich nicht einer «Verschiedenheit um jeden Preis» das Wort reden will. Beim Bäumepflanzen ist es meist am besten, einfach mehr vom Vorhandenen zu pflanzen. Große Wälder und stattliche Alleen sind so schön, weil sie in sich so einheitlich sind. Gleichzeitig ist ein Thema mit unendlich vielen Variationen auch eine unendliche Quelle der Befriedigung. Im Grunde geht es einfach um eine Pflanze mit Stamm, Ästen, Zweigen und Blättern. Ob riesige Ulmen, Kirschbäume mit herabhängenden Ästen voller Blüten oder uralte Fichten mit Flechtenbärten – kann es eine faszinierendere Sammlung geben? Dabei geht es ausnahmsweise nicht um das Besitzen. Bäume sind ein wunderbares Gemeingut. Überall kann man sich über sie freuen, ohne einen Cent zu bezahlen.
Einführung
Seit 40 Jahren erfreue ich mich nun an all dieser Schönheit und Vielfalt, genieße Laubfall und Blütezeit, pflanze und fälle, sammle unterbewusst immer weiter. Ich konnte dem Drang nicht widerstehen, meine Worte von damals im Licht all dieser Erfahrungen zu überarbeiten. Über die Hälfte dieses Buches ist neu oder zumindest völlig umgeschrieben, der Rest hat die Zeiten überdauert. Was dieses Buch hoffentlich erzielt, ist ein lebhaftes Bild von den Unterschieden zwischen den großen Baumfamilien. Es will deren Geschichten erzählen und dazu anregen, sich an dem fast unerschöpflichen Formenreichtum zu erfreuen, den all die Arten und Sorten bekannter Baumfamilien aus den gemäßigten Klimazonen der Erde bereithalten. Dabei bilden die Baumfamilien die Grundstruktur dieses Buches: ihre Mitglieder, Eigenschaften, Ansprüche und Vorlieben sowie ihre Verwandtschaft mit anderen Familien der Bäume. Bei der Definition von «Baum» bin ich nicht pedantisch. Laut einer klassischen Definition ist ein Baum eine verholzende Pflanze, die mindestens sieben Meter hoch werden kann und vorzugsweise einen einzigen Stamm hat. Aber was macht man, wenn da ein schöner Stamm steht, sich wie ein Baum anfühlt und auch im Winter nicht abstirbt, aber das Ganze einfach nicht höher wird als drei Meter? Oder wenn das Gewächs zehn Meter erreicht, aber unbeirrbar ein mehrstämmiger Busch bleiben will? Ich neige in diesem Punkt eher zum Ein- als zum Ausschluss. Es gehört zu den Wundern der Baumwelt, dass ein Riese von 70 Meter Höhe die engste Verwandtschaft einer nicht einmal ein Meter hohen Zwergart sein kann. Deswegen macht es dann noch mehr Spaß, den Zwergbaum zu pflanzen – die meisten Menschen haben einfach nicht mehr Platz. Vor hundert Jahren begann Lionel de Rothschild, einer der größten Rhododendronzüchter der Welt, einen Vortrag vor einem städtischen Gärtnerverein mit den Worten: «Kein Garten, wie klein auch immer, sollte auf seine tausend Quadratmeter Wäldchen verzichten.» Der größte Teil der Menschheit wird sich mit tausend Quadratmetern im Geiste begnügen müssen. Aber wie groß kann das Vergnügen sein, wie viel kann man über unseren Platz in Gottes Schöpfung lernen, wenn man mit ein wenig Wissen und offenen Augen durch diese Fläche streift. Bei der ersten Ausgabe dieses Buches hatte ich unverzichtbare Hilfe von vielen großzügigen Menschen. Sir George Taylor, der damalige Kurator der Kew Gardens, hat mir so viel Vertrauen in mich
selbst eingeflößt, dass ich mit dem Schreiben begann. Alan Mitchell von der Forestry Commission verausgabte sich und sein unglaubliches Wissen. Ken Becker (früher Fachlektor der Zeitschrift Gardener’s Chronicle), Roy Lancaster (Kurator von Hilliers Baumgarten in Hampshire, England) und Oscar Traczewitz (Forstdirektor der International Paper Company) haben unzählige Fragen beantwortet und Fehler verbessert. Dame Sylvia Crowe (ehemalige Vorsitzende des Institute of Landscape Architects) hat freundlicherweise die Kapitel über Bäume, Garten und Landschaft durchgelesen und wertvolle Anregungen gegeben. Für die vorliegende Ausgabe, die von New Trees mit inspiriert ist, bin ich John Grimshaw sehr verpflichtet. Dieser überragende Botaniker hat mir nicht nur freigebig sein Wissen zur Verfügung gestellt, sondern auch meines immer wieder in Richtung Genauigkeit dirigiert und mich freundlichst bewirtet. Seine große Liebe gehört den Knollen, aber er hat nicht gezögert, den Blick zu den Bäumen zu erheben. Andrew Lawson, den ich seiner prägnanten Fotos wegen gerne den Gartenfotografen der englischen Nation nenne, hat für dieses Buch tolle Arbeit geleistet. Wenn trotzdem viele der Bilder von mir stammen, liegt das daran, dass ich vor diesen Bäumen stand und wusste, was ich meinen Lesern zeigen will. Das Verlagswesen hat sich in den letzten 30 bis 40 Jahren stark verändert. So primitive Mittel der Verlegerkunst wie Korrekturfahnen, Diapositive, Farbauszüge und Ablaufdiagramme sind verschwunden. Wunderbare neue Software ermöglicht es jedem Autor, online zu arbeiten. Meine höchst sachverständige, geduldige und einfühlsame Lektorin Joanna Chisholm wohnt über 600 Kilometer entfernt in Edinburgh. Mitchell Beazley, seit 1970 mein Verlag, ist mitten in der Arbeit an diesem Buch umgezogen. Umso größer ist meine Hochachtung für David Lamb und Helen Griffin, die die Druckvorbereitung übernommen haben, für Juliette Norsworthy für die grafische Gestaltung und für Giulia Hetherington für die Bildüberwachung. Ihnen allen den verbindlichsten Dank des Autors. Wie üblich, stammen jegliche Fehler von mir.
Hugh Johnson
9
Die Koniferen (Nadelbäume) NADELBÄUME TRAGEN ZAPFEN. Das ist ihr Kennzeichen. Doch nicht alle Zapfen sehen aus wie Zapfen, eine Wacholderbeere würde man beispielsweise kaum als solchen betrachten. Technisch gesehen, haben alle Koniferen eines gemeinsam: Die weiblichen Blüten bieten ihre Eizellen nackt der ganzen Welt zur Befruchtung an und entwickeln dann normalerweise holzige Früchte, die die reifenden Samenanlagen einschließen. Alle Koniferen sind überdies Bäume – oder zumindest holzige Pflanzen. Es gibt keine krautigen Koniferen. Zu den Koniferen gehören die bei Weitem größten Pflanzen der Welt. Dabei klafft zwischen den Rekordhöhen von Laub- und Nadelbäumen eine große Lücke. Auf der amerikanischen Siegerliste
kommen Laubbäume von mehr als ungefähr 55 Meter Höhe nicht vor. Dann aber folgen die Nadelbäume mit 75 bis 115 Metern. Außerdem halten Koniferen alle Altersrekorde. Tausendjährige sind ganz normal. Man diskutiert höchstens darüber, wie viele Tausende von Jahren die ältesten Kiefern und Fichten schon wachsen. Betrachtet man den natürlichen Ablauf der Evolution, so sind die besten Tage der Koniferen vorüber. Sie gehören zu den ältesten Pflanzenfamilien. Aber seit Millionen von Jahren sind sie zahlenund gebietsmäßig auf dem absteigenden Ast. Der Mensch schätzt sie als Bauholz- und Papierlieferanten mehr als die moderneren Laubbäume. Das liegt zum Teil daran, dass sie unter den ungüns-
tigsten Bedingungen wachsen: auf Standorten, die zu mager, zu nass oder zu exponiert sind oder einfach zu weit nördlich für den Ackerbau liegen. Teils liegt es an ihrem einfachen Aufbau, der den dicken Stamm betont – die Äste dienen lediglich zum Aufhängen der Blätter –, doch hauptsächlich geht es um ihr Tempo: Koniferen können die tief stehende Sonne der Höhenlagen bis ins Letzte nutzen, behalten praktisch alle Blätter und können so das ganze Jahr über Nährstoffe aufbauen und speichern. Im kalten Norden erreichen sie deswegen mehr Holzzuwachs als jeder Laubbaum. Es gibt ungefähr 650 Koniferenarten in 50 Gattungen und nur acht Familien. Alle wachsen in den gemäßigten Zonen, die meisten
außerdem in den kälteren Gebieten. Wenn sie in den Tropen überhaupt wachsen, dann auf Bergen mit gemäßigtem Klima. Die große Mehrheit – 33 der 50 Gattungen – ist auf die Nordhalbkugel der Erde beschränkt. Praktisch alle Koniferen sind immergrüne Bäume mit robusten, dunkelgrünen, nadelförmigen Blättern, die dichte und sehr dunkle Wälder ergeben. Im Schattendunkel sterben die unteren Äste rasch ab. So entwickeln sich die Stämme zu makellosen Säulen von oft Ehrfurcht gebietender Höhe. Ebendiese Gruppe bringt auch kleine, kerzengerade Bäume und sogar Miniaturbäume hervor, perfekt ausgeformt und oft prächtig gefärbt – ein weiterer Grund, die Koniferen besonders zu beachten.
78
Die Koniferen Ginkgogewächse Ginkgoaceae
Ginkgo oder Fächertanne MAN EMPFINDET GEWISSEN RESPEKT für ein Wesen, das die Zumutung der Evolution einfach von sich weist. Es gibt ein paar Reptilien, Krabben und Insekten, die sich ungefähr hundert Millionen Jahre lang kaum verändert haben. Aber wenn ein Waldbaum sämtliche Verwandten und Abkömmlinge überlebt, wenn er unbewegt der Kontinentaldrift zusieht, dem Auffalten der Bergketten, dem Kommen und Gehen von Dinosauriern und Eiszeiten – wenn er all das 200 Millionen Jahre lang unverändert überdauert – zeugt das von einer gewissen Beharrlichkeit. Und von guter Bauweise. In Hiroshima stehen Ginkgobäume, die die Atombomben überlebt haben. Das unverwechselbare Blatt des Ginkgo (Ginkgo biloba) ist ebenso überraschend wie es die Fußabdrücke von Robinson und Freitag in Fossilienschichten aus dem Paläozoikum wären. Damals kam dieser Baum weltweit vor. Bevor die modernen Koniferen sich entwickelten, lange bevor es Laubbäume gab, gediehen Ginkgos in Amerika, Asien, Australien und auf der Isle of Mull (Innere Hebriden). Anscheinend war die Baumart bereits vor den Eiszeiten auf dem Rückzug, aber ihr Lebenswille war ungebrochen. Irgendwie fand dieses seltsam durchdachte Relikt immer eine Nische. Als der Mensch die Bühne betrat, hatte sich der Ginkgo in die Bergwälder von Zhejiang im östlichsten China und Sichuan im Westen zurückgezogen. Dort könnte er heute noch natürlich vorkommen. Seine Wiederentdeckung verdankt er der Tatsache, dass er in Tempelgärten in China und später in Japan gepflanzt wurde. Ein chinesischer Schriftsteller des 8. Jahrhunderts berichtet davon, und einer aus dem 16. Jahrhundert spricht vom Entenfußbaum – aufgrund der Blattform. Sein moderner Name ist die japanische Version des chinesischen yin-kuo («Silberfrucht»). Diese Frucht war einer der Gründe, Ginkgos anzupflanzen: Die gerösteten Kerne dienten den alten Chinesen als Snack.
Die Herbstfärbung ist kurzlebig, aber wunderschön. Das makellose Gelb betont die feinen Blattstrukturen. Junge Bäume wirken recht formell, was sie zu idealen Alleenbäumen macht. Diese hier liegt in der Präfektur Yamagata nördlich von Tokio.
Der Ginkgo im Westen Der Westen hörte vom Ginkgo, als Kaempfer über seine Japanreise von 1690 schrieb. 1730 erreichte das erste Exemplar Europa, und 1754 kauften die Kew Gardens den Baum. Er steht immer noch dort. 30 Jahre später erreichte der Baum Philadelphia und begann damit einen neuen Lebensabschnitt. Wenn man sein eigenes Zeitalter überlebt, hat das den Vorteil, dass alle Feinde schon weggestorben sind. Zweifellos gab es vor Millionen von Jahren Ginkgokrankheiten und ginkgofressende Insekten. Aber wenn heute Eichen welken und Ulmen sterben, steht der Ginkgo ungerührt da. Selbst die Luftverschmutzung in den Städten lässt ihn kalt, er wächst auch in flachen Betonkästen und lässt sich von Bussen mit Abgasen anblasen. Er ist die Antwort auf alle Gebete der städtischen Grünflächenämter – außer wenn es sich um einen weiblichen Baum handelt. Gingkofrüchte sind sehr
Sonnenlicht hinter diesen Ginkgoblättern betont ihre eigenartige Form: Sie sehen wie langstielige Fächer aus – daher der Name Fächertanne – mit mehr oder weniger gewellten Rändern und einer Einkerbung in der Mitte. Die Blätter an Jungtrieben werden durch die Kerbe fast geteilt.
Ginkgo oder Fächertanne
Ginkgofrüchte sieht man in öffentlichen Anlagen selten. Weibliche Bäume meidet man besser, weil die fleischige Umhüllung der essbaren Nüsschen beim Verrotten einen kräftigen, unangenehmen Geruch verströmt.
Der Bauplan des Ginkgo hat sich in den letzten 150 Millionen Jahren kaum verändert. Das fossile Blatt, das man in Norddakota gefunden hat, ist eines von vielen, die beweisen, dass Ginkgos früher weltweit wuchsen. Heute haben sie sich in das Bergland von Zentralchina zurückgezogen.
unerwünscht, weil sie beim Verrotten erbärmlich stinken. Als Straßenbäume werden deshalb männliche Bäume gepflanzt. Die Zweige eines jungen Ginkgo erheben sich steif und gerade, im Sommer zeigt er sich mit lichtgrünen, an langen Stängeln herunterhängenden Blättern viel weicher, und im Winter zeichnen die Äste Skulpturen (für Ginkgoliebhaber) oder sind einfach kahl (für Gingkohasser). Mit zunehmendem Alter sinken die Astspitzen ab. Die entfernte Verwandtschaft des Ginkgo zu den modernen Koniferen spiegelt sich in seiner Wuchsform, selbst im Alter. Am schönsten sind Ginkgos im Herbst. Die Blätter färben sich makellos buttergelb, ohne jede Andeutung von Orange oder Braun. Sie fallen rasch, aber gerade an einem großen, üppigeren Ginkgo wirkt dieser flüchtige Effekt einfach wunderbar. Der Ginkgo wird nur 20 bis 25 Meter hoch. In Mailand steht ein Exemplar, das fast 40 Meter misst, und in China werden die Bäume noch einmal halb so hoch, denn sie lieben heiße Sommer. Man sagt ihnen nach, sie würden langsam wachsen, doch kürzlich in London gepflanzte Ginkgos legen im Jahr 60 Zentimeter zu. Der Durchmesser der Krone hängt vom jeweiligen Klon ab, weil es mindestens 25 Varietäten mit unterschiedlichen Wuchsformen und Blattfarben gibt. Dieser uralte Baum ist ganz schön flexibel. Eine sehr schlanke und hohe Sorte namens ‘Princeton Sentry’ wird in Amerika für Straßenpflanzungen angeboten, aber am ansprechendsten wirken die ausladenden Exemplare mit den hängenden Zweigen. Ginkgoextrakt? Millionen nehmen ihn ein, um Gehirn und Gedächtnis fit zu halten. Ob das nun wirkt oder nicht – für ein so uraltes Lebewesen ist es sehr passend.
Die steif-aufrechte Struktur junger Ginkgos kann sich bis ins Alter fortsetzen. Manche wachsen schmal und hoch, fast schon säulenförmig. Andere, wie dieser 1762 gepflanzte Veteran in den Kew Gardens, entspannen sich irgendwann und entwickeln ganze Kaskaden von üppigem Grün.
79
80
Die Koniferen Kieferngewächse Pinaceae
Die Kiefern Nordamerikas KIEFERN SIND BEI KONIFEREN, was Eichen bei Laubbäumen sind: die am stärksten verbreiteten, formenreichsten und wertvollsten Bäume ihrer Klasse. Die größte Familie innerhalb der Koniferen, die Pinaceae oder Kieferngewächse, trägt ihren Namen. Sie umfasst Tannen, Fichten, Zedern, Lärchen – fast alle Nadelbäume. Die eigentliche Gattung Pinus (also Kiefern) ist auf etwa 110 Arten begrenzt. Charakteristisch sind die langen, immergrünen Nadeln, von denen bis zu fünf in Büscheln mit einer papierartigen Hülle an der Basis sitzen. Der jährliche Zuwachs eines Kieferntriebs sieht zunächst wie eine Kerze aus und steht senkrecht. Tannen und Fichten dagegen schieben ihre Sprosse jedes Jahr ziemlich waagrecht. Die Kiefernkerzen senken sich erst später, wenn sie schwerer geworden sind, auf normale Asthöhe. Die Kiefer selbst kämpft, im Gegensatz zu ihren aufstrebenden Jungtrieben, weit weniger gegen die Schwerkraft an als ihre Verwandtschaft. Eine Tanne oder Fichte ist als Jungbaum pyramidenförmig und bleibt so. Die meisten Kiefern schlagen im mittleren Alter dagegen einen Kurs ein, der eher an ausladende Laubbäume erinnert. Die exzentrischen Schnörkel alter Äste sind unglaublich malerisch. So sind alte Kiefern die Bannerträger jeder weiten Aussicht. Aber Jungkiefer-Besitzer haben noch mehr Freude: Das kraftstrotzende Bäumchen auf Augenhöhe lädt ein, sich mit jedem Detail zu befassen, und die stämmigen harzigen Triebe sind über und über mit kräftig-grünen jungen Nadeln besetzt, in die originell geformte Zapfen eingestreut sind.
Über ganz Amerika verbreitet Das natürliche Verbreitungsgebiet der Kiefern ist enorm groß und reicht vom Polarkreis bis hinunter zum Äquator. Sie haben eine Vorliebe für raue Bedingungen: trocken und den Elementen ausgesetzt auf Bergen, auf sandigen Küstenstreifen mit ständig gefrorenem Unterboden, oder wie die Jeffreys Kiefer hoch oben auf einer Felskuppe, wo es überhaupt keine Erde zu geben scheint. Die meisten Kiefern findet man in Mexiko. Sie bevorzugen die tropischen Hochplateaus, wo sie ihrer Evolutionstaktik der ständigen Kreuzungen folgen und so die Botaniker beschäftigen. Manche Bäume schränken ihr Sozialleben allerdings ein und bleiben lieber als kauzige Originale jahrtausendelang auf einsamen Felskämmen stehen. Von den über hundert bekannten Kiefernarten sind mehr als 30 in Nordamerika heimisch und lassen sich in nordöstliche, südöstliche und westliche Populationen einteilen. Beim Pflanzen sollte man das berücksichtigen und trotzdem auch Importe aus Europa, Asien und Mexiko nicht vergessen. Die große Kiefer des Nordostens ist die Weymouths-Kiefer oder Strobe (Pinus strobus). Die alten Wälder von Neuengland, die 300 Jahre lang schonungslos abgeholzt wurden, enthielten riesige Strobenbestände mit über 60 Meter hohen Bäumen von zweiein-
halb Meter Durchmesser. Das Holz versorgte halb Europa und die östlichen Staaten der USA mit Holzverkleidungen für Häuser. In England wurde sie im 18. Jahrhundert durch Viscount Weymouth eingeführt. Weder dort noch im wärmeren Klima von Frankreich und Deutschland wurde sie ein großer Erfolg. Mit ihren dünnen, hellen Nadeln in zartem Blaugrün eignet sie sich für den Garten, denn bei guten Lichtverhältnissen behält sie auf Augenhöhe schöne lange Äste. Ausgewachsen ist der Riesenbaum allerdings für jeden normalen Garten zu groß. An seiner Stelle setze ich P. x hunnewellii, eine Kreuzung mit der japanischen Art P. parviflora. Dieser Baum ist schmächtiger und trägt hübsch zerzauste blaugrüne Nadeln und viele kleine Zapfen. Keine der anderen beiden nordöstlichen Kiefern – Amerikanische Rot-Kiefer (P. resinosa) und Pech-Kiefer (P. rigida) – ist so groß oder so schön. Die Amerikanische Rot-Kiefer ist ein etwas düsterer Baum, dunkelgrün mit dunkelroter Borke und recht schweren Äs-
Die Kiefern Nordamerikas Die Pech-Kiefer (rechts) gilt als fast unverwüstliche Kiefer der Trocken-Magergebiete im Nordosten der USA. Kalkboden ist das Einzige, das sie nicht erträgt. Sie wächst zu einem mittelgroßen Baum mit langen Zweigen und offener Krone heran. Als einzige Kiefer wachsen Nadelbüschel aus dem Stamm. Die Nadeln sind acht bis zwölf Zentimeter lang und stehen in Dreiergruppen.
Pinus patula aus Mexiko ist eine von mehreren Kiefern mit langen, dünnen, hängenden Nadeln. Leider ist dieser elegante Baum in Mitteleuropa nicht winterhart.
Eine Jeffreys Kiefer (links) im Yosemite-Nationalpark. Von der sehr ähnlichen Gelb-Kiefer (P. ponderosa) unterscheidet sie sich durch eine schmalere Krone und große, mit Dornhaken versehene Zapfen. Jeffreys Kiefer kann noch in größeren Höhen Samen bilden als die Gelb-Kiefer.
ten; die Pech-Kiefer gilt als letztes Mittel bei sehr rauen Bedingungen. Sie gibt oft eine rustikal-romantische Figur ab und ist an den ungewöhnlichen Nadelbüscheln am Stamm leicht zu erkennen. In Kanada füllen die Banks’ Kiefer (P. banksiana) und in den östlichen Staaten die Jersey-Kiefer (P. virginiana) diese Heldennische aus. Die wuchskräftigen südöstlichen Kiefern haben ungeheure wirtschaftliche Bedeutung. Sie bedecken Tausende von Quadratkilometern von ansonsten ertraglosem Land. Keine von ihnen kann man eine Schönheit nennen – in Gegenden mit kühleren Sommern gibt es bessere Alternativen. Etwas Besonderes ist die Sumpf-Kiefer (P. palustris) mit ihren bis zu 45 Zentimeter langen Nadeln und ihrer Eigenschaft, bis zu vier Jahre lang als grasiger Hügel am Boden zu kauern, bevor sie in die Höhe wächst. In ihrem «Grasstadium» kann sie Waldbrände überdauern und gleichzeitig ein stabiles Wurzelsystem ausbilden. Die Forstwirte im Süden setzen hauptsächlich vier Baumarten ein. Dabei berechnen sie mithilfe der Faktoren Wachstumsgeschwindigkeit,
Qualität und Resistenz gegen Rostpilze, welche Arten sie wo pflanzen wollen. Die Sumpf-Kiefer wächst langsam und ist ziemlich resistent. P. echinata ist noch langsamer, aber auch noch resistenter. Die Weihrauch-Kiefer (P. taeda) ist jedenfalls auf gutem Boden die größte, beste und schnellste Baumart, aber hochanfällig für Rostpilzbefall. Die vierte Art, P. elliottii, gedeiht auf magerem Boden am besten und wächst am schnellsten, ist aber ebenfalls anfällig. Sie hat einen weiteren Vorteil: eine dicke Borke, sodass man zur Konkurrenzunterdrückung kontrollierten Brand einsetzen kann.
Auf nach Westen Die Kiefern des Wilden Westens haben ganz andere Dimensionen. David Douglas, der per Kanu und zu Fuß wochenlang unterwegs war, um die Zucker-Kiefer (P. lambertiana) zu finden, nannte sie «die Fürstlichste ihrer Gattung: vielleicht sogar die großartigste Vertreterin der Vegetation überhaupt». Seit ich den «Großvater aller
81
82
Die Koniferen Kieferngewächse Pinaceae
GROSSE KIEFERN IM WESTEN David Douglas erforschte um 1820 die dem Meer zugewandten Hänge der Sierra Nevada und entdeckte unter anderem neue Kiefernarten. Bei Größe, Wuchskraft und Vielgestaltigkeit sind die westamerikanischen Kiefern Weltmeister.
P. coulteri Die mit Klauen bewehrten Zapfen wiegen bis zu eineinhalb Kilo.
P. ponderosa Wichtigste Bauholz-Kiefer; extrem weit verbreitet; bis zu 75 Meter hoch.
P. jeffreyi Die Zapfen sind bis zu 30 Zentimeter lang. Die dicken Zweige riechen nach Veilchen.
Zucker-Kiefern» in einem Tal in den Siskiyou-Bergen in Oregon gesehen habe, kann ich dazu nur «Amen» sagen. Über 80 Meter hoch, mächtig und ausladend verzweigt, wie das für Zucker-Kiefern kennzeichnend ist: Die oberen Äste sind gerade und von oft unglaublicher Länge. Selbst ein Baum von 60 Meter Höhe ist meist ein wohlproportioniertes T, also müssen die oberen Äste um die 20 Meter lang sein. Die zylindrischen, 60 Zentimeter langen Zapfen an den Zweigenden biegen sie nur leicht nach unten. Niemand kann so etwas noch als Gartenbaum bezeichnen. «Zucker» bezieht sich dabei auf einen süßen Saft, der aus dem Stamm austritt – der Kaugummi der amerikanischen Ureinwohner. In europäischen Sammlungen hat es dieser Baum auf bis zu 30 Meter gebracht, ist dann aber wegen Rostpilzbefall eingegangen. Alle amerikanischen fünfnadeligen Kiefern sind dafür anfällig. Die einzige andere Kiefer des Westens, die eine vergleichbare Größe erreicht, ist die Gelb-Kiefer (P. ponderosa), die zusammen mit der Zucker-Kiefer auf den gleichen Berghängen wächst und deren höchste Exemplare (etwa 75 Meter) sogar auch im SiskiyouTal und auf dem nahe gelegenen Grants-Pass stehen. Die ersten Siedler nannten die Gelb-Kiefer auch «Stierkiefer» (bull pine), weil ihr Holz so schwer und stabil ist. Die Borke bildet riesige rechteckige Platten in warmen Rosatönen mit grauen Kanten. Die Nadeln sind dicht und steif und über 25 Zentimeter lang. Unter idealen Bedingungen kann P. ponderosa in 50 Jahren um 35 Meter und perfekt gerade wachsen. Von all den Kiefern des amerikanischen Westens ist das die Kiefer, die man sich für einen (großen) Garten in Europa aussuchen kann. Sie lässt sich in fast jeden Boden verpflanzen und bringt den Flair des Wilden Westens gratis mit. Ich liebe es, in dem Klassiker Forest Trees of the Pacific Slope des Forstbotanikers George B. Sudworth zu stöbern. Tausende von Kilometern legte er, als der Westen noch wild war, auf dem Rücken eines Mulis zurück, um von Alaska bis Mexiko detaillierte Beschreibungen der heimischen Bäume anzufertigen. Er notierte peinlich genau, auf welcher Wasserscheide oder Ebene oder auf
Hübsche, rissige Borke in den Farben von Ocker bis Rosa ist ebenso typisch für die Gelb-Kiefer wie steife runde Büschel von Nadeln an den Triebspitzen. Diese Baumart teilt sich die Berge mit der Zucker-Kiefer und wird fast genauso hoch.
welchem Felsvorsprung sie gewachsen waren. «Wissen über Bäume», so schrieb er, «erwirbt man durch langes Studium teilweise unbewusst erfasster, unbeschreibbarer, aber wahrhaft bemerkenswerter Details.» Quer über einen Canyon hinweg konnte er an der Form der auskragenden Äste eine Zucker-Kiefer von einer Gelb-Kiefer unterscheiden. Die Jeffreys Kiefer ähnelt P. ponderosa, liebt aber die Höhenlagen. Die Westliche Weymouths-Kiefer (P. monticola), die man in den Bergen antrifft, ähnelt der Zucker-Kiefer, ist aber ein wesentlich besserer Gartenbaum mit schönen weichen Blättern. Von den übrigen kalifornischen Bergkiefern lohnt sich wohl am meisten ein Versuch mit der Coulters Kiefer (P. coulteri) – kein hoher Baum, aber ein breiter. Das Besondere an ihr sind die Zapfen: kinderkopfgroß und rundherum mit regelrechten Adlerklauen besetzt. In Kalifornien heißt sie übrigens auch Witwenmacher-Kiefer. Über die Grannen-Kiefer (P. aristata), eines der ältesten Lebewesen der Erde, habe ich auf den Seiten 26 bis 27 geschrieben. Wer diese Patriarchin im eigenen Garten ausprobieren will, wird sie als sehr langsam empfinden. Die ersten paar Jahrhunderte lang sind wohl die seltsamen kleinen Harztropfen auf den Nadeln das Besondere. Die Höcker-Kiefer (P. attenuata) ist eine weitere kleine und langsam wachsende Art. Ihre gebogenen Zapfen, hart wie Handgranaten, sitzen dicht am Stamm und fallen weder ab noch öffnen sie sich, bis sie ein Waldbrand streift. Die Küsten-Kiefer (P. contorta) scheint am anpassungsfähigsten zu sein. Sie wächst von der Meeresküste bis hinauf auf 3500 Meter Höhe, wo man sie dann als Dreh-Kiefer bezeichnet. Sie ist nicht nur anpassungsfähig und robust, sondern hat auch von oben bis unten schönes, dichtes Blattwerk und knallrote Knospen, die sie aussehen lassen, als hätte sie Blüten. Als Nachteil hat sich beim massenhaften Anbau in Großbritannien ab 1960 herausgestellt, dass sie verdreht wächst und überaus fruchtbar ist. Die Sämlinge traten so gehäuft auf, dass man sie als Forstunkraut bezeichnete. Sie wuchsen in nur drei Jahren auf drei Meter heran.
Die Kiefern Nordamerikas
Am Meer und im Süden Der Rest der westlichen Kiefern gehört an die Küste, in eine mildere Umgebung, wo der Sturm vom Meer her ihr größter Feind ist. Die wichtigste Vertreterin ist die Gewöhnliche Monterey-Kiefer (P. radiata), die vielleicht herrschaftlichste der ganzen Sippe. Die Natur hatte diese überaus wuchsfreudige, aber zarte Pflanze auf einige wenige Quadratkilometer in der Umgebung von Monterey in Südkalifornien begrenzt. Der Mensch hat das gründlich geändert: Heute ist sie die wichtigste Forstkiefer der südlichen Halbkugel. Auf Neuseeland bringt sie sensationelle Zuwächse – und katastrophale Folgen für die Landschaften, die sie rasch völlig dominiert. Kein Wunder, dass die Neuseeländer heutzutage exotische Bäume (und Tiere – außer Schafe natürlich) als Feinde betrachten. Wo sie sich wohlfühlt, entwickelt die Gewöhnliche Monterey-Kiefer riesige, schwere Äste und kleidet sie dicht in flaschengrüne Nadeln. Die Bischofs-Kiefer (P. muricata) wirkt ähnlich, ist aber etwas gedeckter gefärbt, oft langsamer und robuster. Sie ist eine wunderbare Abschirmung gegen Meereswinde. Im Zusammenhang mit Küsten ist die Torreyi-Kiefer (P. torreyana) auf nördlichere Gegenden begrenzt. Der frei wachsende Baum ist eher klein, locker und ausladend. Seine Nadeln, in Büscheln zu je fünf stehend, sind so schwer, dass sie die Blätter der darunterstehenden Pflanzen durchlöchern, wenn sie abfallen. Auf besserem Boden wird er schnell recht groß.
Die Gewöhnliche Monterey-Kiefer wächst von allen Kiefern am schnellsten. Dieses Exemplar habe ich 1973 zur Erinnerung an die Erstausgabe dieses Buches in meinem Garten gepflanzt. 2010 hatte sie einen Stammumfang von 2,5 Metern. Die Nadeln der Montezuma-Kiefer (rechts, in Sussex) sind blassgraugrün, bis zu 30 Zentimeter lang und um leuchtend rotbraune Knospen herum angeordnet. Leider ist dieser schöne Baum besonders anfällig gegen starken Frost.
In Neumexiko wird die Mexikanische Nuss-Kiefer (P. cembroides) vor allem wegen ihrer Samen gepflanzt. Die Nüsse waren ein wichtiges Nahrungsmittel der amerikanischen Ureinwohner. Mexiko hat so viele Kiefern hervorgebracht, dass viele von ihnen mehr Bekanntheit verdienen würden. Die vielleicht prächtigste von ihnen ist die Gewöhnliche Montezuma-Kiefer (P. montezumae). Sie breitet blassgraue Nadeln in breiten Quirlen rund um ihre harzigen, dicken, orangefarbenen Knospen aus. Ein alter Baum bildet mit seinen steifen, bürstenförmigen Trieben eine große, niedrige Kuppel. P. patula könnte sich davon kaum deutlicher unterscheiden. Als weiblichste aller Kiefern hat sie blasse, fadendünne Nadeln, die von den Spitzen der sanft gekrümmten Zweige herabhängen. Trotz ihres lässigen Äußeren kann sie sich in warmem Klima zu einer Plage auswachsen. Derselbe warm-gemäßigte Wald beherbergt auch P. pseudostrobus, einen besseren und stabilen Forstbaum mit ähnlich langen, hängenden Nadeln in Fünfergruppen. Eine vierte Kiefer, die auch im Ausland auftaucht, ist die Gewöhnliche Mexikanische Weymouths-Kiefer (P. ayacahuite). Für den Laien stellen die glatte graue Borke und die fünf Nadeln sie in erkennbare Verwandtschaft mit den Weißkiefern der östlichen und westlichen Staaten der USA und Asiens. Ihre interkontinentale Kreuzung mit P. wallichiana aus dem Himalaya wurde 1904 im Westonbirt Arboretum durchgeführt (P. x holfordiana).
83
84
Die Koniferen Kieferngewächse Pinaceae
Die Kiefern Asiens AUF EINEM FOTO AUS JAPAN ist es manchmal schwer, zu entscheiden, ob man darauf wilde Küste sieht oder einen Vorstadtgarten. Die Laternen und die sorgfältig platzierten Steine verraten es bald, aber das verbindende Hauptelement zwischen den beiden Szenen, das den Betrachter irregeführt hat, sind die Kiefern. Windzerzauste, scheinbar uralte Kiefern sind die Seele einer japanischen Landschaft. Gärtner sehen ihre Aufgabe darin, sich einen Sämling gefügig zu machen, ihn vorzeitig ergrauen zu lassen. Dafür wird er drangsaliert, Äste werden mit Gewichten behangen, Triebe entfernt, ein ganzer Kosmetiksalon voller Tricks steht bereit. Diese Kunst haben die Japaner von den Chinesen gelernt. Hauptopfer all dieser Aufmerksamkeiten – asienweit auf Porzellan festgehalten – ist die Südliche Mädchen-Kiefer (Pinus parviflora). Ihre natürliche Wuchsform deutet die hochfrisierte Version bereits an: Sie ist klein mit breiter Krone und oft mehrstämmig, Zweige und Nadeln wachsen tellerförmig flach. Die Nadeln sind kurz, dunkel und graublau, leicht gedreht und mit einer blasseren Innenfläche, was sie recht lebhaft erscheinen lässt. Um 1860 überfluteten japanische Bäume den Westen. Japanische Weiß-, Rot- und Schwarzkiefern fanden innerhalb von nur zehn Jahren dorthin. Die Japanische Rot-Kiefer (P. densiflora) ähnelt allerdings der Föhre so stark, dass sie kaum gebraucht wird, außer natürlich für Sammler. Im japanischen Garten steht sie am Horizont: der zerzauste, rotrindige Wipfel auf dem optisch entfernt gelegenen Hügel. Eine Halbzwerg-Varietät, ‘Umbraculifera’, ist für den Gärtner im Westen besonders interessant. Ihre breite Kuppenkrone, höchstens vier Meter hoch, aber im Alter mindestens genauso breit, bildet ein Zelt voller sich windender Äste. Auch eine buntlaubige Varietät (‘Oculus-draconis’, das Drachenauge) existiert. Es wäre kein Problem, eine dieser Arten in jedem Garten mit gemäßigtem Klima, in einem Pflanztrog oder sogar als Bonsai auf einem Teller zu halten. Die Rot-Kiefer wächst anfangs viel rascher als die Mädchen-Kiefer und hat in Kalifornien schon 30 Meter Höhe erreicht. In England kommt sie höchstens auf 15 Meter. Andererseits lässt sich die Mädchen-Kiefer, wie die meisten fünfnadeligen Kiefern, später besser verpflanzen.
Die Zäheste ihrer Art Die Japanische Schwarz-Kiefer (P. thunbergii) hat ähnliche Eigenschaften wie die europäischen Schwarz-Kiefern, vor allem wie die Korsische. Sie hat sich für die Küsten von Neuengland als bester Windschutzbaum erwiesen. Magerer Sandboden bereitet ihr keine Probleme: Sie bildet schön langsam eine Krone aus unberechenbaren Zweigen mit Büscheln dunkler Nadeln – eine gute Gelegenheit für Japaner, um eine theatralische Wirkung zu erzielen. Pinus hwangshanensis wird seit Jahrhunderten bewundert, wurde aber erst um 1970 in den Westen eingeführt. Dort hat sie sich nicht bis zum zedernähnlichen Aussehen entwickelt, wie hier in ihrer Heimat Huangshan, in den Gelben Bergen von Anhui, Ostchina.
Die Kiefern Asiens
85
86
Die Koniferen Kieferngewächse Pinaceae
Schwarz-, Rot- und Weißkiefern haben jeweils klar erkennbare gemeinsame Eigenschaften, die allerdings mit botanischer Systematik nichts zu tun haben. Zwei weitere asiatische Bäume zeigen typische Merkmale einer «Weißkiefer»: seidige, lichtgrüne Blätter und glatte, graue Rinde an den jungen Bäumen. Da ist die Gewöhnliche Tränen-Kiefer, die man als P. excelsa oder griffithii und als Nepal-Kiefer bezeichnet hat. Korrekt ist P. wallichiana und Himalaya-Kiefer. Ihre Kreuzung in Westonbirt habe ich schon erwähnt (siehe Seite 83). In Trees for American Gardens erwähnt Donald Wyman Seattle und Philadelphia als Orte, an denen sie besonders gut gedeiht, während es ihr in Boston zu kalt ist. Auf den Britischen Inseln stehen die besten Exemplare in Devon und Irland, also den mildesten Gegenden. Die Gewöhnliche Tränen-Kiefer gehört zu den wenigen fünfnadeligen Kiefern, die gegen Rostpilze resistent sind. Anfangs wächst sie rasch, bei etwa 15 Metern öffnet sie sich zu einem ausladenden, lockeren Baum von schöner Farbe und Struktur. Die Gewöhnliche Chinesische Weiß-Kiefer (P. armandii) ist wesentlich seltener. Im Französischen National-Arboretum südlich von Paris stehen wunderschöne junge Bäume mit langen, graugrünen Nadeln. Ausgewachsen wirkt der Baum meist etwas struppig.
Kiefer für Privilegierte Die chinesische Kiefer für den Kenner ist Bunges Kiefer (P. bungeana), die oft mehrstämmig wächst. Ihre Rinde ist die Hauptattraktion: Wo sie abblättert, kommen Bereiche in Weiß, Ocker, Grau, Rostrot und Grün zum Vorschein. Der Stamm ist glatt, umfangreich und glänzt silbrig. Das ist die Kiefer der Gärten von Peking, auf dem Land sieht man dagegen eher die matt-dunkle P. tabuliformis. Eine P. bungeana, die ich als Samen aus Peking mitgebracht habe, ist in 15 Jahren viereinhalb Meter gewachsen und beginnt gerade mit dem Abblättern der Rinde. Die vielleicht charaktervollste der chinesischen Kiefern ist P. hwangshanensis, die in wogenden Mengen zwischen den rundlichen Felsen der Huangshan-Berge von Anhui wächst und genauso aussieht, wie man sich japanische, «von den Wolken beschnittene» Bäume in einem Zen-Garten vorstellt. Korea liefert einen Beitrag mit einer Kiefer, die der Zirbel-Kiefer ähnelt, meiner Meinung nach aber viel dekorativer ist. Diese KoreaKiefer (P. koraiensis) behält ihre Nadelfüllung ebenfalls von Kopf bis Fuß, aber die Nadeln sind von einem intensiven Grasgrün, es sind ungeheuer viele, und sie werden sehr elegant getragen. Der Baum ist schön proportioniert, ein wenig buschig, er vibriert förmlich vor Farbe und Leben. ‘Silveray’ ist eine sehr hübsche bläuliche Sorte. Ein weiterer wertvoller Baum aus dem Fernen Osten muss hier erwähnt werden, auch wenn er nur weitläufig mit den Kiefern verwandt ist. Sciadopitys sp. wird oft als Schirmtanne bezeichnet, weil ihre langen, saftigen, leuchtend hellgrünen Nadeln von den Ästen abstehen wie die Speichen eines halb geöffneten Regenschirms. Sie wächst sich langsam zur perfekten Kegelform aus. In Japan gibt es Schirmtannen von 30 Metern, in Kent eine von 20, aber in den meisten Gärten werden neun Meter wohl das Maximum sein. Wenn ich aus all diesen Bäumen einen für einen kleinen Garten aussuchen sollte, würde ich eine Mädchen-Kiefer in einer Zuchtform pflanzen. Ihre Nadeln haben diesen koketten kleinen Dreh.
Die Schatten der Mädchen-Kiefern (oben) wandern über den geharkten Kies eines formellen japanischen Gartens. Dies ist die Kiefer, die als kleiner, oft verdrehter Baum auf Porzellan im «blue willow»Muster auftaucht.
Bunges Kiefer (rechts) gilt als Zierkiefer. Wild wachsend hat sie eine fast weiße Rinde. Zuchtformen warten mit graugrüner Rinde auf, die beim Abblättern die verschiedensten Farben freilegt.
Die Kiefern Asiens
Die männlichen «Blüten» (links) einer Gartenform der Südlichen Mädchen-Kiefer, Pinus parviflora ‘Bonnie Bergman’.
Schwarzkiefern (oben) kann man an den Nadeln gut von Weißkiefern unterscheiden. Die Japanische Schwarz-Kiefer (Pinus thunbergii) hat außerdem noch einzigartige, überraschend weiße Knospen.
Die Gewöhnliche TränenKiefer (Pinus wallichiana; ganz oben) wächst schnell und gerade in die Höhe. Hier wird sie in Bhutan als Bauholz kultiviert.
Die Schirmtanne aus Japan (oben) ist nicht verwandt mit einem italienischen «Schirm»-Baum, der Pinie, die auch Schirmpinie heißt. Die Japanische Schirmtanne (Sciadopitys verticillata) ist ein lebendes Fossil aus Japan und Quelle des Bernsteins in der Ostsee.
87
88
Die Koniferen Kieferngewächse Pinaceae
Die Kiefern Europas DER FÖHRE ODER WALD-KIEFER (Pinus sylvestris) den Ehrenplatz unter den Kiefern Europas streitig machen zu wollen dürfte kaum jemand wagen. Ihre Schönheit ist für mich konkurrenzlos. Ihre intensive Färbung und ihre wilde Haltung heben sie von allen anderen ab. Egal, wie grau der Wintertag ist, die papierdünne Spiegelrinde glüht von weit oben in Rot und Grün herunter. Bei einer so intensiv roten Borke können die Nadeln nicht weniger intensiv blau sein. Wenn man eine schwere harzige Triebspitze in der Hand hält und wenn aus den meeresgrünen Schatten und Glanzlichtern der Nadeln die unreifen Zapfen wie kleine Jadeschnitzereien auftauchen, ist das wie ein Rausch. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, das sich von Sibirien bis zum Mittelmeer erstreckt, ist die Wald-Kiefer einzigartig. Sie hat als Einzige der nordeuropäischen Kiefern die Eiszeiten überstanden. In den Alpen kam noch die Zirbel-Kiefer (P. cembra) durch, und nur an den Küsten von Mittelmeer und Atlantik hat ein halbes Dutzend weiterer Arten überlebt. Vom großen Kaledonischen Wald in Schottland, der von Kiefern gebildet wurde, sind nur einige Reste übrig geblieben, die aber zu den schönsten und romantischsten Wäldern der Welt gehören: Schon der Name «Schwarzer Wald von Rannoch» hat urweltlichen Anklang. Der Wald liegt am Anfang einer Schlucht, am Hochmoor um das Loch Rannoch in Mittelschottland. Mit weitem Abstand stehen zwischen Heidelbeeren und Heidekraut die ausladenden, eher niedrigen Kiefern, dunkler als ihre Abkömmlinge. Dazwischen gibt es große, goldblättrige Birken, die ihre Äste zu Boden sinken lassen wie Wasserfälle. Ein paar Eschen wachsen am Bach, der über Granitplatten zum See hinuntergleitet. Eine Eberesche biegt sich unter dem Gewicht Hunderter scharlachroter Beeren. Bis vor Kurzem waren diese wenigen Kiefern im Wald von Rannoch die einzigen Kiefern Großbritanniens. Der Mensch hatte den Die männlichen «Blüten» (links) an den untergeordneten Triebspitzen einer WaldKiefer im Spätfrühling. Die Nadeln sind noch nicht ganz entfaltet. Die dunkelroten weiblichen Zapfen stehen in Büscheln von zwei bis fünf an den Spitzen der kräftigen Neutriebe. Bis zur Samenreife dauert es zwei Jahre, bis dahin sind die Zapfen dunkelgrün. Die Bäume am RannochMoor (rechts), hier am Loch Tulla, sollen die letzten Überlebenden des Kaledonischen Waldes sein und damit die letzten Abkömmlinge einheimischer britischer Kiefern nach der Eiszeit.
Die Kiefern Europas
Die Zirbel-Kiefer kennt jeder Skifahrer in den Alpen. Oft ist sie der höchste Baum am Hang, dunkel und schmal über den kahlen Lärchen stehend. Hier in den Dolomiten säumt die Berg-Kiefer (Pinus mugo) ihren Stamm.
Die Korsische Schwarz-Kiefer ist die größte Kiefer Südeuropas. In Süditalien erreicht der langästige Baum mit den dichten schwarzen Nadeln 55 Meter Höhe – ein guter Windschutz. Der Baum ist eng verwandt mit der Gewöhnlichen Schwarz-Kiefer und der Taurischen Schwarz-Kiefer.
89
90
Die Koniferen Kieferngewächse Pinaceae
KIEFERNZAPFEN UND -WUCHSFORMEN IM VERGLEICH Allen Kiefern gemein sind zwei bis fünf Nadeln in Büscheln mit papierähnlicher Hülle, aufrechte «Kerzen» von «Blüten», harte und schwere Zapfen. Raum für eine wunderbare Vielfalt an Farben und Wuchsformen bleibt trotzdem. Außerdem kommen sie mit schlechten Bedingungen zurecht.
Die Pinie (oben) könnte man auch Römische Kiefer nennen, denn ihre perfekte Gestalt erreicht sie in Rom und rundherum in der Campagna. In Kombination mit den dunklen Säulen der Zypressen bildet sie das Herz der italienischen Gärtnerkunst.
P. sylvestris Oft mit buschigem Wipfel, langer kahler Stamm, abblätternde glutrote Borke.
P. nigra subsp. laricio Eine der robustesten, gerade, Zweige gleichmäßig verteilt, luftige Krone.
P. halepensis Häufig mit breiter Krone voller zierlicher blassgrüner Nadeln.
Rest abgeholzt. Ein Zeitgenosse Shakespeares hätte, ohne zum Wald von Rannoch zu reisen, keine Kiefer zu Gesicht bekommen. In Norddeutschland, im Baltikum und in Skandinavien wächst diese Kiefer ebenfalls. In Frankreich kennt man sie als pin sylvestre, also Wald-Kiefer. Weiter oben im Norden und auf Bergen wird sie schmalkroniger, fast pyramidenförmig. Je weiter man nach Norden kommt, desto blauer werden die Nadeln. In Schottland sind sie oft fast stahlgrau. Es gibt auch eine gelbblättrige Variante. In den Alpen gibt es eigene Kiefern: die langsam wachsende, stabile, säulenförmige Zirbel-Kiefer oder Arve (P. cembra), die man fast als Skifahrerbaum bezeichnen könnte – ihre hohen Stämme spielen zur Vermeidung von Lawinen eine große Rolle. Weiter im Osten begegnet man der Gewöhnlichen Schwarz-Kiefer (P. nigra subsp. nigra), die eng mit der Schwarz-Kiefer Korsikas und Süditaliens verwandt ist, der P. nigra subsp. laricio syn. («syn.» ist Gärtnerjargon für «auch … genannt») P.n. subsp. maritima. Exemplare dieser Sippschaft kann man im Botanischen Garten von Cambridge bewundern, wo sie von Charles Darwins Studienleiter John Stevens Henslow gepflanzt wurden. Henslow empfahl damals Darwin als Botaniker für die Reise auf der Beagle. Seine Nachfragen nach dem Verwandtschaftsgrad ebensolcher Kiefern könnten Darwin auf den Weg der Evolutionstheorie gebracht haben.
Durchhalten auf hohem Niveau Unter den europäischen Kiefern ist die Gewöhnliche SchwarzKiefer wohl die Zäheste: Sie lässt sich selbst mit drei Meter Höhe
Pinus pinaster (links) ist die Kiefer der sandigen Landes in Südwestfrankreich, dem größten von Menschen geschaffenen Wald Europas.
noch gut verpflanzen, sie wächst auf Ton (den die meisten Kiefern meiden), sie hat nichts gegen Kalk im Boden. Besonders wertvoll ist sie für aufgewühlte Baustellen, wo der Oberboden entfernt oder untergemischt wurde: Man sieht sie an so wenig verheißungsvollen Orten wie Flughäfen und Autobahntankstellen, wo die große, buschige Krone als Sichtschirm und Windschutz dient. Der Baum wirkt robust, dunkel und etwas langweilig, aber ich habe einen hinter dem Haus stehen, wo er den Nordostwind abschirmt, und würde ihn nicht gegen alle Zierkirschen Japans eintauschen. Im Alter bildet die Borke dicke, unregelmäßige Platten, die purpurgrau aus dem Stamm hervorspringen. Die Krim-Variante desselben Baumes, P.n. subsp. pallasiana syn. P.n. var. caramanica, verzweigt sich noch stärker und wirkt noch schöner. Schade, dass diese edle Untergruppe der Kiefern so verpfuschte Namen trägt. Die beiden europäischen Schwarz-Kiefern sind eher Nutz- als Zierbäume. Die korsische Version, die auch in Kalabrien wächst, ist ein nützlicher Forstbaum für magere Sandböden, wächst schneller als die Gewöhnliche, ist schmaler und weniger astig. In ihrer kalabrischen Heimat erreicht sie bis zu 55 Meter Höhe, auf Korsika bis zu 45. Die italienische Marine nutzte sie als Masten, die Franzosen dagegen waren der Meinung, zu viel Harz mache sie «so hart und durchscheinend wie Horn». Für einen Mast aus Wald-Kiefer (laut Mastenverkäufer des 18. Jahrhunderts in Riga das beste Mastholz) brauchte man fast 50 Zentimeter Durchmesser und etwa 24 Meter Länge. Kleinere Bäume wurden als Spanten oder als «norwegische Masten» verkauft, in Norwegen gab es keine großen Bäume.
Die Kiefern Europas
Fraglos die markanteste aller europäischen Kiefern ist die Pinie oder Schirm-Kiefer (P. pinea) aus Italien. Für Gärtner im alten Rom und in der Renaissance, die gerne Architektur und Vegetation verwechselten, war sie ein Gottesgeschenk. Sie bildete das perfekte Gegenstück für die schwarzen Säulen der Zypressen – dichtes schwarzes Blattwerk auf einer säuberlich glatten Stange. Die Pinie ist der Inbegriff der Kieferngestalt mit der oben abgeflachten Krone: Dort scheinen die Zweige sich plötzlich zu vermehren und alles Licht zu schlucken, die unteren Zweige verschwinden spurlos. Der Baum ist relativ robust und könnte auch nördlicher stehen, aber er wächst umso besser, je wärmer er es hat. Das soll ruhig so bleiben, da nur wenige große Bäume so stark mit ihrer Kultur verbunden sind und sich so wenig in ihren Unterwuchs einmischen. Wo Pinien wachsen, stößt man oft auch auf eine weniger beeindruckende Kiefer mit grauen bis blassen Nadeln und einem gewundenen, oft schiefen Stamm: die Aleppo-Kiefer (P. halepensis). Die Küstengegenden der Provence sind typische Aleppo-Kiefer-Gegenden. Die Wälder dort sind frisch-grün und wirken elegant. Leider brennen Aleppo-Kiefern auch sehr leicht; alte Bäume sind selten. Sie brauchen die Mittelmeerwärme, Nordeuropa ist ihnen zu kalt.
Die Terpentin-Kiefer Eine der nützlichsten, wenn auch nicht schönsten Kiefern war lange die Gewöhnliche Strand-Kiefer (P. pinaster). Sie gehört an die Meeresküste. Mit ihrer Hilfe entstand im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert der größte vom Menschen geschaffene Wald der Erde, auf Sanddünen in Südwestfrankreich. Das Departement Frische junge Kiefernzapfen (links) in der Hand zu halten und zu betrachten macht viel Freude. Hier die Mazedonische Kiefer (Pinus peuce), dicht an dicht mit fünfnadeligen Büscheln bestanden, leuchtend grün und unterseits bläulich weiß.
Die elegante AleppoKiefer (Pinus halepensis; rechts) ist in Nordeuropa, außerhalb des Mittelmeerraums, fast unbekannt. Aleppo ist die zweitgrößte Stadt Syriens und das westliche Ende der uralten Seidenstraße, die über die Türkei und Griechenland bis nach Algerien und Spanien reicht.
Landes war praktisch unpassierbar, die Schäfer bewegten sich auf Stelzen fort. 1789 begann Nicolas Brémontier, auf etwas über 5000 Hektar rutschender Sanddünen an der Bucht von Biskaya Strand-Kiefern und Besenginster anzupflanzen. Darüber legte er Heckenschnitt und wartete. Und was als nicht zu festigen gegolten hatte, festigte sich. Im Kielwasser seines erfolgreichen Experiments kultivierte man eineinviertel Millionen Hektar Sand. Noch heute zapft man den Kiefern der Landes Terpentin für Eisenbahnschwellen ab. Inzwischen ist es aber die dritte und vierte Generation, und all die Wurzeln und Nadeln haben die karge Wildnis so fruchtbar gemacht, dass nun landwirtschaftliche Betriebe entstehen. Eine Berg-Kiefer der Alpen (P. mugo), kein Baum, sondern ein Busch, ist Felsengärtnern wohlbekannt. Zwei andere Bergkiefern Europas sind wenig bekannt, aber robuster und bodentoleranter als die Zirbel-Kiefer. Die zweinadelige Schlangenhaut-Kiefer (P. heldreichii) aus Bosnien (auch P. leucodermis oder P. heldreichii var. leucodermis) sollten wir öfter zu Gesicht bekommen. Sie hält ihre Zweige dicht versammelt und zeigt ihren fleckigen, oft silbrigen Stamm (leucodermis bedeutet «weiße Haut»). Sie wächst schneller als die Zirbel-Kiefer, ist als Jungbaum attraktiver und hat leuchtend blaue Jungzapfen. Auf dem Olymp in Griechenland gibt es riesige Exemplare mit panzerplattiger Borke, die zur Bezeichnung Panzer-Kiefer geführt hat. Die andere europäische Bergkiefer ist die Mazedonische Kiefer (P. peuce). Sie bildet unter praktisch allen Bedingungen eine dunkle, schön beastete Pyramide. Auf der Koniferenkonferenz 1972 in London beschrieb man sie als «zweifelsohne nützlichste fünfnadelige Kiefer für die Landschaftsgestaltung».
91
398 Register
Register Die kursiv gesetzten Seitenzahlen verweisen auf Abbildungen bzw. Bildunterschriften. Abel, Dr. Clark 57 Aberconway, Lord 60 Abschirmung, Bäume als 69 Abtei Notre-Dame d’Orsan 74, 75 Addis Abeba 188 Afrika, Eiszeiten 46 Aiton, William 51 Alaska 94, 102, 103, 104 Albertus Magnus 48 Allergien 20 Alte Welt 48–49 Anden 122 Angiospermen 164 Arboretum et Fruticetum Britannicum 59 Aristoteles 30, 31, 48 Arley Hall, Cheshire 266–267 Arnold Arboretum 58 Arten, Auswahl der 62–65 Ashmolean Museum, Oxford 50 Äste, Absterben der 11 Äste abschneiden 72–73 Astring 15 Atholl, Herzöge von 118, 120 Atlantic oak woodland 260–261 Atlantische Periode 47 Auf-den-Stock-Setzen 43, 74 Auslichten 44–45 Aussichten anlegen 62–63, 66 Australien 53 Auxin 10, 11 Backhouse, James 163 Banks, Sir Joseph 51, 52–53, 53, 54, 57, 122 Bannister, John 50 Bärlappgewächse 46 Bartram, John 50–51, 54, 329 Bauhin, Johann 48 Baum-Geschichtsschreibung 26–27 Bäume: – als Schutz 68–69 – als Sichtschutz 69 – als Strukturelement 69 –, ausgewachsen verpflanzen 70, 70–71 –, Bestandteile 11, 11 –, Definition 9 –, Erhaltung 72–73 – fällen 66, 73, 73 –, Familien 32–33, 32–33 –, Form 13, 62–63, 64 –, Geschichte 26–27 –, Innenleben 14, 15 –, Kohlenstoff nutzend 46 –, Namensgebung 31 –, pflanzen von 70–71, 70–71 –, Pfosten für 71 –, Rohrleitungssystem 14, 14 –, Ursprünge 46 –, Wachstum 10–11 –, Wuchsmuster und Textur 64–65 Baumfarne 186 Baumgärten 44 Baumschnitt 74–75 –, Werkzeuge für 73, 73 Baumschulen 70 Bayton, Ross 8, 59 Bean, W. J. 8, 59, 60, 190 Beddgelert 336 Bedford Square, London 178 Bedgebury National Pinetum 58, 60, 141
Befruchtung 20–23 Belder, Brüder de 60 Bentham, G. 148 Berge, Vegetation 34, 35 Bestäubung 20–22, 164, 250 Bhutan 87, 346 Big Cypress National Preserve 150–151 Blätter 16–19 –, abfallende 17, 17 – als Nährstofflieferant 19, 19 –, Farben 17 –, Formen 16–17, 18, 18 –, Funktion 11 –, immergrüne 16, 17 –, optimierte 164 –, Rolle beim Kreislauf des Saftes 14 –, Sprießen der 16, 16 –, Wachstum 10 Blue Ridge Mountains 241 Blühbeginn 41 Blüten 20–23, 164 –, Formen 23, 23 –, Funktion 22 –, perfekte 20, 23 –, sterile 23 –, Struktur 22, 31 Bock, Hieronymus 49 Böden 28–29 Bodnant 200–201, 336, 337 Bonsai 74–75, 158 Borke 14, 15 Botanische Expeditionen 49, 50–51 Botanischer Garten 50, 51 Brown, Lancelot «Capability» 51, 67, 114 Bücher 58, 59, 59, 60 Bunge, Alexander von 57 Burnham-Buchen 254–255 Buscot Park, Oxfordshire 350–351 C14-Methode 27 Cader Idris 44 Cambridge, Garten der Universität 348–349 Canal du Midi 178–179 Castel Gandolfo 135, 352–353 Central Park, New York 244–245 Château de Laàs, Béarn 112 Château Routas 249 Chatsworth House 257 Chaucer, Geoffrey 48 Chelsea Physic Garden 50, 51 Chichester 48 China 52, 56, 57, 61 –, Gattungen in 46 Chlorophyll 16, 17 Clipsham, Eibenallee 74 Clusius (Charles de l’Écluse) 31 Cobbett, William 198 Collinson, Peter 50–51, 52 Colorado, voreiszeitliche Vegetation 47 Combe House, Devon 259 Compton, Henry 50 Conder, Josiah 60 Conifers in the British Isles 145 Constable, John 242, 243 Cook, Kapitän James 52–53, 53 Corot, Jean-Baptiste Camille 190 Crabtree Valley, Oregon 110 Cragside, Northumberland 337 Crick, Francis 33 Cronquist, Arthur 31, 165 Crowe, Sylvia 68 Cunningham, James 52, 56
Darwin, Charles 8, 30, 31, 90 David, Pater Armand 56, 324 Delavay, Pierre Jean Marie 57, 99 Denali-Nationalpark 103 Dendrologie 59 Die große Wundarzney 49 DNA 31, 32, 33, 33, 165 Dodoens, Rembert 49 Dolomiten 89, 116–117 Dombey, Joseph 253 Douglas, David 54–55, 54, 81, 82, 94, 100, 102 Dudley, Ted 61 Düngung 72 Eicheln 270, 271, 272 Eisen 11 Eiszeiten 46–47 Eiweiß 164 Élagage 75 Elwes, Henry John 59, 60, 219 English Flower Garden 248 Erhaltung 72–73 –, Werkzeuge zur 73, 73 Ernährer 11 Essex 69, 214, 247, 252 Europa: –, Gattungen in 46 –, Tageslichtstunden 41 –, Vegetationszonen 38–39, 39 –, voreiszeitliche Vegetation 47 –, Winterhärtezonen 37, 37 Evelyn, John 48, 49, 49, 50, 59, 262, 350, 355 Evenley Wood Garden, Northamptonshire 234–235 Evolution 20, 46, 47, 48 Evolution and Classification of Flowering Plants 165 Fairbrother, Nan 67 Fällen 45, 45 Fallendes Wasser, Pennsylvania 66 Farges, Paul Guillaume 57 Farne 46 Farrer, Reginald 57 Ferner Osten, Entdecker 56–57 Feuer 44 Forest Trees of the Pacific Slope 82 Forests of France 194 Formschnitt 75 Forrest, George 57 Forstwirtschaft 42–45 Fortingall-Eibe 130, 132 Fortune, Robert 57, 121 Fossilien 20, 47 Foster, Maurice 61 Fraser, John 53 Fremont, Colonel 146 Frost 34, 35 Früchte 24–25 Fruchtknoten 164 Frühlingsanfang 40–41 Fuchs, Leonhart 49 Gardener’s Dictionary 210 Gelbe Berge 84–85 Gene, Austausch zur Vermehrung 20 Genera Plantarum 148 Gerard, John 48, 49, 290 Gilpin, William 192, 242–243 Gley 29 Gondwana 46, 46–47 Gordon, James 329 Great Saling, Essex 132 Griechen 48
Grimshaw, John 8, 9, 59 Günz, Eiszeit 46 Gymnospermen 164 Hall, George 56 Hangzhou, West Lake 190–191 Hartweg, Karl Theodor 55 Hawkesworth, John 52–53 Hecken 74 –, Buche 254, 257 –, Eibe 130–131, 133 –, Hainbuche 282, 282–283 –, Linde 292–293 –, Stechpalme 350, 350–351 Henry, Augustine 57, 59, 60, 218 Henslow, John Stevens 90 Herbarium 48, 49 Hers, Joseph 307 Heuschnupfen 20 Himalaya 336, 336–337 Hinkley, Dan 61, 61 Hogg, Thomas 56 Höhenlage, Frühling und 40, 41 Holmes, Oliver Wendell 262 Holzvollernter 45, 45 Hooker, Sir Joseph D. 56, 57, 112, 148, 336 Hooker, William Jackson 54 Hormone 10, 10 Horticultural Society 54, 55 Howick, Charles 61 Huangshan 84–85, 86 Hubei 61 Hudson, Tom 61 Hülsenfrüchtler, Blüten 23 Hybridzucht 8, 21 Immergrüne Bäume: –, Blätter 16, 17 – im Winter 35 –, Standort für 65 Incarville, Pierre d’ 52, 56 Ingram, Collingwood 219, 220, 222 Insekten, Bestäubung durch 20, 20–21, 22, 23, 23, 164, 186, 250 International Dendrology Society 60 Isola Madre 137 Jacquemont, Victor 57 Jahresringe 14, 15, 26–27, 27 Japan 52–53, 56 Japanischer Garten 84, 86 Jeffrey, John 55 Jekyll, Gertrude 60, 60, 142 Johnston, John 48, 59 Jussieu, Bernard de 52 Kaempfer, Engelbert 53 Kaledonischer Wald 88, 88–89 Kalium 11 Kalkboden 29, 29 Kalzium 11 Kambium 14, 15 Kanaren 174 Kätzchen 22, 23 Keimung 24, 24–25 Kenia 326–327 Kent, William 50 Kernholz 15 Kerr, William 57 Kew Gardens 50, 51, 53, 54, 58, 78, 79, 105, 108, 329, 352 Kilimandscharo 34–35 Kip, Johannes 49, 49
Register 399
Klima 34–35 –, Trends 47 Knightshayes, Devon 112, 113 Knospen 10–11 –, Adventivknospe 12, 12 –, Entwicklung zum Ast 12–13, 12 –, Seitenknospen 13 –, Struktur 13 Kohlendioxid 19, 46 Kohlenhydrate 14, 16, 19 Kohlenstoff 16 Kohlenstoffkreislauf 19 Koniferen 76–159 – auf Hügeln 43 –, Entwicklung zu Laubbäumen 164 –, Frucht 24 –, Geschlechtsorgane 22, 23, 23 –, Verwendung 76 –, Wachstum 77 –, Wuchshöhe 76 Kontinentaldrift 46–47 Köpfen 74, 75 Kotyledonen 24 Krankheiten 72, 73 Krautige Pflanzen 164 Kreuzungen 20–22 La Gomera, Kanarische Inseln 174–175 La Landriana 64 Lancaster, Roy 61 Landschaftsgestaltung 49, 49, 51, 51, 64, 66, 67 Laubabwerfende Bäume 164 –, Blätter 17, 17 –, Platz für 65 Laubbäume 164–355 Le Nôtre, André 49, 49 Leitast 10–11 –, Knospenreserve 12, 12 Leonardo da Vinci 65 Levens Hall 133 Lewis-und-Clark-Expedition 51, 54, 55 Leyland, C. J. 141 Licht 64, 65 Linné, Carl von (Linnaeus) 30, 31, 32, 50, 51, 290, 338 Lloyd, Christopher 184 Lobb, Thomas 57 Lobb, William 55, 122 Lorbeer-Nebelwälder 174, 174–175 Loudon, John Claudius 55, 55, 58, 59, 197 Luteyn, James 61 Maack, Richard Karlowitsch 224 Magnesium 11 Mallee 186 Manual of Cultivated Trees and Shrubs 58 Masson, Francis 53 Mauer, Serpentinen 233 Maximowicz, Karl 56 Meikleour, Perthshire 254, 257 Menzies, Archibald 54, 55, 100, 122, 140 Messel, Leonard 60 Meyer, Frank 57, 319 Middlethorpe Hall, York 114 Miller, Carl Ferris 61 Miller, Philip 51, 210, 286 Mindel, Eiszeit 46 Mitchell, Alan 71, 139, 145, 257, 288 Miyajima, Japan 304–305 Mizura, Japan 220 Monokotyledonen 160 Morecambe Bay 34 Mortimer, John Hamilton 52–53
Mount Hood, Oregon 101 Mount Shasta National Forest 92, 93 Mulchen 72 Mykorrhiza 29, 332 Nährstoffkreislauf 19 Narbe 20, 22 Narrative of a Visit to the Australian Colonies 163 National-Arboretum, Frankreich 58 Nektar 164 Neue Welt 50–51 Neuengland 298, 298–299, 300, 300–301 New Kreutterbuch 49 New Lives, New Landscapes 67 New Trees 8, 9, 59 Niederschlag 37, 37 Ninfa, Italien 302 Noble, David 124 Nordamerika: –, Tageslichtstunden 40 –, Winterhärtezonen 36, 36–37 Nuttall, Thomas 55, 55 Old Hall Park 242 Oliven, Pressen von 344 Olmsted, Frederick Law 55, 58 Osgaig, Loch 238–239 Padua, Botanischer Garten 50 Palmen 47, 160–163 –, Knospe 160, 161 –, Schutzeinrichtungen 160 –, Wachstum 161, 161 Papierherstellung 251, 251 Paracelsus 49 Parkinson, John 49 Paxton, Joseph 257 Peter der Große, Zar 350 Pfahlwurzel 28–29 Pflanzen von Bäumen 70–71 Pflanzenreich 30 Pflanzensammler 49, 50–51, 53, 54–55, 58–61 Pflanzungen planen 66–67 Pfosten 71 Phloem 14, 15 Phosphor 11 Photosynthese 10, 14, 16, 17, 19, 19, 24, 164 Pilze 28, 29 Plinius der Ältere 262, 353 Pliozän 46 Podsol 28, 29 Point Lobos, Kalifornien 134 Pollen 20, 20–21, 22, 23, 23, 164 Fossilien 20, 47 Pope, Alexander 190 Potanin, Grigori Nicolaevich 57 Potsdam 314–315 Powis Castle, Eibenhecke 130–131, 133 Provenienz 35 Quintinye, Jean-Baptiste de la 233 Radiokarbonmethode 27 Rannoch-Moor 88–89 Rannoch, Wald von 88 Reed, J. L. 194 Rehder, Alfred 58 Renaissance 48 Rendzina 29 Repton, Humphry 51, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 70–71
Riß, Eiszeit 46 Robin, Jean 50, 198 Robinson, William 60, 60, 66, 248 Rockefeller Forest, Kalifornien 154, 154–155 Rocky Mountains 101, 105, 105, 142–143 Römer 48 Rote Bücher 63 Roxburgh, William 53 Saft, Kreislauf 14, 14 Samenanlagen 20, 22 Samenruhe 24 Samenverbreitung 25 Sammler 58–61 Sandwich, Lord 52–53 Sant’-Antonio-Kloster, Rom 316–317 Sargent, Charles Sprague 58, 58, 148 Sauerstoff 11, 16 Savill Gardens 126–127, 336 Savill, Sir Eric 60 Schädlinge 73 Schatten 64, 65, 68–69 Schilling, Tony 224 Schnee 35 Schneise 44 Schwefel 11 Seidenraupen 251, 251 Sequoia National Forest 146, 147, 157 Serpentinenmauer 233 Shenstone, William 66 Shigo, Alex 73 Sichtschutz, Bäume als 69 Siebold, Philipp Franz von 56, 56, 306 Sierra de las Nieves 96–97 Silhouetten 62–63 Silva of North America 58 Skulptur, Bäume als 69 Smith, Dick van Hoey 259 Solander, Daniel 52–53 Sonne 64–65, 65 Splintholz 15 Sprengel, Christian Konrad 20, 22 Spurenelement 11 Stamm, Jahresringe 11 Stärke 17, 19, 24 Sternberg, Guy 199 Steuart, Sir Henry 70 Stickstoff 11 Stomata 19 Stowe 51 Strukturelement, Bäume als 69 Subarktische Periode 47 Südafrika 53 Sudworth, George 82, 140 Suzhou 190, 191 Sylva, or a Discourse on Forest Trees 48, 49, 59, 262 Systematik 30–33, 165 Tageslichtstunden im Frühling 40–41 Taxonomie 30 Temperatur, Veränderungen im Frühling 40–41 Tertiär 46 Theophrastos 31, 48 Thunberg, Carl 53 Tirol, Österreich 35 Topiari 74 Tradescant, John, der Ältere 49 Tradescant, John, der Jüngere 49, 50 Trees and Shrubs Hardy in the British Isles 8, 59, 60
Trees for American Gardens 58 Trees of Great Britain and Ireland 59, 60 Tronçais, Forêt de 42, 42 Turner, William 49, 354 Ulmensterben 8, 242, 242, 244–247 Valencia, Spanien 226–227 Vaux-le-Vicomte 49, 49 Veitch, James G. 56, 120 Ven House, Somerset 292–293 Vercors-Nationalpark 98 Verdunstung 16, 17, 19, 29 Vermehrung 20–23 Vilmorin, Maurice de 58, 324 Wachsproduzierende Insekten 345 Wachstum 10–11 Wakehurst Place 105 Waldmantel 44 Waldvegetation 38–39, 38–39 Waldwege 44 Walnussholz 284, 285 Ward, Frank Kingdon 56 Washington, D. C. 216–217 Wasser 11, 72 Wasserstoff 11, 16 Watson, James 33 Werkzeuge 73, 73 West Wycombe, Buckinghamshire 63 Westonbirt-Arboretum 58 Wetter 34–35 Wikinger 338 Wilson, Ernest Henry 56, 57, 58, 58, 99, 152, 212, 215, 224, 292, 313, 324, 324, 345 Wind, Auswirkungen von 26, 34, 35 Windbestäubung 22 Windsor 60, 126–127, 336 Windsor Castle 294–295 Winterhärte 34–35 Zonen 36–37, 36–37 Wright, Frank Lloyd 66 Würm, Eiszeit 46 Wurzeln 14, 20, 28–29, 28, 29 Wyman, Donald 58 Wynne Jones, Bleddyn und Sue 61 Yggdrasil 338 Yorkshire Dales 338–339 Yosemite-Nationalpark 80–81 Zapfen 22, 76 Zellulose 19 Zucker 164 Zwerg-Koniferen 158–159