kult! 60er · 70er · 80er
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Österreich € 7,50 Luxemburg € 7,50 Schweiz CHF 12,70 Ausgabe 1/2011 (Nr. 3)
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POSTER
L ex B a r k e r + B e a t le s
en Schulmädch
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Rep o r t
Wencke Myhre · HiFi-Kult der 70er · Singende Fußballer · Mit Schirm, Charme & Melone · Chucks Converse
3 CDs Eine Rock-Oper aus besseren Zeiten! „Bessere Zeiten“ ist eine packende Geschichte über die 60er-/ 70er-Jahre und die Träume der Flower-Power-Generation. Jimi Hendrix, der Gottvater des unorthodoxen Klampfenspiels und das Idol einer ganzen Epoche, brachte damals die Welt der grauen Väter mit seinem Sound zum Einsturz. Kriege wurden beendet durch die bunte Kraft der Prilblume
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und Helden aus der Provinz durften ungestraft von der großen Karriere in Swinging London träumen. Auch Peter, die Hauptfigur dieser Geschichte, träumt vom ganz großen Ruhm. Wird er es schaffen oder wird er scheitern? Siegt die Liebe oder der schnöde Mammon? Interpreten: Paul Vincent, Ron Williams, Sonja Reichelt, Manu Lubowski u.v.a. — Spielzeit ca. 200 Minuten (3 CDs).
Marketed by: Bell Musik GmbH, D-72631 Aichtal Bestell-Nr. BLR 50 013 EAN 4 011809 500093
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Ingrid Steeger: © Zill/Bildarchiv Hallhuber Lex Barker: Bildarchiv Hallhuber Christopher Lee: Bildarchiv Hallhuber Beatles: Bildarchiv Hallhuber Der Verlag hat sich bemüht, alle Rechteinhaber der abgedruckten Fotos zu erreichen. Leider ist dies nicht in allen Fällen gelungen. Ggf. möchten bisher unbekannte Urheber ihre Ansprüche geltend machen. GoodTimes "kult" ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes "kult" erschienenen Artikel, Interviews, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Herausgebers gestattet.
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mit
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Lex Barker + Beatles
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kult!
Liebe Leserinnen und Leser! ganz herzlichen Dank für Ihre ausnahmslos positiven Reaktionen auf die ersten beiden "kult"-Ausgaben! Sie haben uns ermutigt weiterzumachen, in Foto- und Textarchiven, vor allem aber in der Erinnerung zu stöbern. Schließlich sind unsere Autoren – wie Sie und ich – unter ähnlichen Umständen aufgewachsen, von vergleichbaren Eindrücken geprägt. Durch teilweise persönlich gehaltene Rückschauen gewinnt der Authentizitätsfaktor dabei noch an Bedeutung. "kult" steht nicht immer nur für Nostalgie nach dem pauschalen Motto "Früher war alles besser". Natürlich werden aber viele Erinnerungen an die eigene Jugend geweckt ("... weißt du noch?! "... stimmt, das war ja damals total angesagt!"). Und die wiederbelebten Erinnerungen können vielleicht auch dabei helfen, so manches aus der Vergangenheit den eigenen Kindern, also der jüngeren Generation, näherzubringen – wenn nicht ohnehin schon die allgegenwärtige Recycling-Maschinerie Trends reanimiert und in die Gegenwart transportiert hat. Außerdem sind manche inzwischen zum Kult erhobene Persönlichkeiten heute, im vorangeschrittenen Alter, weiterhin aktiv und beeindrucken noch stärker als vor einigen Jahrzehnten – man denke nur an Wencke Myhre oder Ingrid Steeger. Lassen Sie uns wissen, welche kultigen Themen Sie persönlich interessieren, über die Sie in einer der nächsten Ausgaben gern etwas lesen würden: Filme, Bücher, Autos, Mode, Ereignisse oder zeitgeschichtliche Phänomene – ganz egal. Gestatten Sie mir als Herausgeber eine Bitte: Sie können uns auch auf andere Weise unterstützen! In der unüberschaubar gewordenen Flut von Publikationen an Kiosken, in Bahnhofsbuchhandlungen oder Zeitschriftenläden hat "kult" es optisch nicht leicht. Weil unser Magazin etwas Besonderes darstellt, kann es keinem konkreten Segment (wie z.B. Auto, Sport, Rätsel, Reisen etc.) zugeordnet werden – und darum ist das Heft oft nur sehr schwierig zu finden. Darum: Werben Sie für uns in Ihrem Freundeskreis, machen Sie Bekannte auf uns aufmerksam, um den Namen "kult" noch bekannter zu machen. Schließlich gibt es noch so viele Themen, die wir gern für Sie aufbereiten würden.
Fabian Leibfried
GoodTimes
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kult! 60er · 70er · 80er
Ausgabe Oktober 2010 1/2011 (Nr. 3)
I N HALT R U B R IKE N 3 Editorial/Impressum 4 Inhaltsverzeichnis 5 Top 5 Kultfilme
Seite 34
Mitarbeiter & Prominenz
6 News from the past Altes neu ausgepackt
13 kult! Shop 47 Beatles/Lex Barker
Airstream – Seite 62
Riesenposter
14 Reisebericht Das erste Mal in London
16 Chucks Immer ein guter Auftritt
18 Wir wollen Wulle Bier her, Bier her ...
20 Das bekäme ich heute nicht mehr durch den Hals! Alkohol und die Jahrzehntwende der 60er/70er
22 Wencke Myhre Gummiboot & Rolling Stones
24 Kult-HiFi der 70er Klang und Namen
28 Schulmädchen-Report Was "kult"-Leser unbedingt wissen sollten …
32 Easy Rider Freiheitstraum einer Generation
Seite 32
34 Lucky Luke Der Mann, der schneller zieht als sein Schatten
Schulmädchen-Report – Seite 28
38 Mit Schirm, Charme und Melone
42 Der Horrorfilm
Sex & Crime ...
Wenn das Blut in den Adern gefriert ...
40 Afri-Cola
55 The Fog – Nebel des Grauens
Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola alles ist in AFRI-COLA!
Hüte dich, wenn der Nebel kommt!
56 Rock auf Rädern/PS-Pop Yeah, Yeah ... Tuut, Tuut
60 Kult in Leder – Lederkult Erdmann-Lederbekleidung
62 Airstream Ikone mit Fußabtreter
66 Hansrudi Wäscher – Pionier der deutschen Comics Sigurd, Akim, Nick & Co.
70 Kultbücher Geschätzt, geliebt, gelobt
72 Singende Kicker
Horrorfilme – Seite 42
Radi, bumm und 44 Beine
76 Es war einmal ... Seite 40
Popstar, Ice Cream, Rotz & Wasser
78 150 Kult-Alben Teil 1: 60er Jahre
80 Cover – Cover – Cover !!! Single-Cover DVD
82 Das Jahr 1980 Auster, Borg & AC/DC
86 Ingrid Steeger Mehr als 'Klimbim'
89 Loriot "Hildegard, warum sagen Sie denn nichts ...?!"
Seite 89
92 40 Jahre Tatort
Krippo, Berti & Luise
96 Die Hornbrille Vom Streber bis zum Panzerknacker
98 Frank Zander
Ingrid Steeger – Seite 86
Fred, Susi & Frankensteins Ur-Ur-Enkel Seite
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GoodTimes
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TOP 5 1. 2. 3. 4. 5.
Die Klapperschlange Straßen in Flammen Fleisch Halloween Die Glücksritter
1. 2. 3. 4. 5.
Wenn Katelbach kommt Ekel Die rote Lola Manhattan Sindbad der Seefahrer
1. 2. 3. 4. 5.
Ein Lied von Liebe und Tod Inglourious Bastards American Beauty Uhrwerk Orange Die Legende von Paul und Paula
1. 2. 3. 4. 5.
Spiel mir das Lied vom Tod Man spricht deutsh Die Klapperschlange Halloween Top Secret
1. 2. 3. 4. 5.
Die Reifeprüfung Easy Rider Lipstick On Your Collar (Dennis Potter UK TV) Der Stadtneurotiker Ray
1. 2. 3. 4. 5.
Winnetou und das Halbblut Apanatschi Das Messer Spiel mir das Lied vom Tod Picknick am Valentinstag Vier Fäuste für ein Halleluja
1. 2. 3. 4. 5.
Spiel mir das Lied vom Tod Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle Blow Up Apocalypse Now James Bond: Leben und sterben lassen
kult! Fabian Leibfried
Hans-Jürgen Günther
Christian Hentschel
Ulrich Schwartz
Uli Twelker
Lothar Brandt
Eckhard Schwettmann
Filme
1. 2. 3. 4. 5.
M – Eine Stadt sucht einen Mörder Citizen Kane Sie küssten und sie schlugen ihn Kes Blow Up
1. 2. 3. 4. 5.
Uhrwerk Orange If Eins, zwei, drei Unter Verdacht Der dritte Mann
1. 2. 3. 4. 5.
Einer flog übers Kuckucksnest Apocalypse Now Der Schneemann Der Pferdeflüsterer Wer früher stirbt, ist länger tot
1. 2. 3. 4. 5.
Blow Up Getaway Die Zeitmaschine 2001: Odyssee im Weltraum Das Schweigen der Lämmer
1. 2. 3. 4. 5.
Winnetou 1–3 Die Mädels vom Immenhof Sissi 1–3 Dschungelbuch Titanic
1. 2. 3. 4. 5.
Die Nacht der lebenden Toten Terminator 2 The Big Lebowski Das Millionenspiel Die Bettwurst
1. 2. 3. 4. 5.
Yellow Submarine Little Big Man Chinatown Blade Runner Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen
Johnny Logan
Guido Buchwald
1. Ist das Leben nicht schön?
1. Ben Hur
2. Der Sieger (The Quit Man)
2. Dirty Harry
3. Feld der Träume
3. Titanic
Fußballer
Foto: © Jacob Lerche
Sänger
4. Reservoir Dogs 5. Citizen Kane
GoodTimes
4. Einer flog übers Kuckucksnest 5. Der Pate
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Norman Bender
Bernd Matheja
Philipp Roser
Alan Tepper
Andrea Leibfried
Julia Rosenthal
Horst Berner
N from the past
DER NAME DER ROSE
Der Franziskanermönch William von Baskerville, sein Schüler Adson von Melk und ein herzloser Großinquisitor sind die Protagonisten des MittelalterKrimis "Der Name der Rose", der von skurrilen Morden in einer Benediktinerabtei handelt. Ein Film, der auch 25 Jahre nach seiner Entstehung immer noch als Referenz dieses Genres gilt. Die gesamte Schauspielerriege um die Stars Sean Connery, Christian Slater, Helmut Qualtinger, Ron Perlman und Michael Lonsdale agiert in bestechender Form, das Kloster Eberbach im Rheingau liefert die ideale mystische Kulisse für die Innenaufnahmen (mit Ausnahme der labyrinthischen Bibliothek, die in einem Studio in Rom nachgebaut wurde). Regisseur Jean-Jacques Annauds Liebe zum Detail ging so weit, dass sich die Schauspieler, deren Gesichter im Film in Großaufnahmen zu sehen sind, störende Plomben, Stiftzähne und Brücken temporär entfernen lassen mussten – schließlich ereignen sich die mysteriösen Todesfälle im Jahr 1327! Und auch wenn der Film an einigen Stellen stark von Umberto Ecos wunderbarer Buchvorlage abweicht, besticht er in jeder Szene durch seine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre. Beste Unterhaltung, die man jetzt auf DVD in High-Definition-Qualität oder auf Blu-ray genießen kann. (Kinowelt GmbH, 126 Min.)
CLINT EASTWOOD Von Richard Schickel
2010, edel ISBN 978-3-94137-859-2 288 Seiten; 49,90 €
Dieser großformatige Band ist eine wunderschön bebilderte Hommage an Clint Eastwood. Im Mai dieses Jahres feierte er seinen 80. Geburtstag, seit gut 60 Jahren ist er als Darsteller, Regisseur und Produzent im Filmgeschäft tätig. Mit der Hauptrolle in Sergio Leones "Für eine Handvoll Dollar" legte Eastwood 1964 den Grundstein für seinen heutigen Status als amerikanische Legende, "Dirty Harry" machte ihn Anfang der Siebziger endgültig zum Superstar. Zwei "Academy Awards" (als Regisseur und als Hauptdarsteller) gewann Eastwood 1992 für den Spätwestern "Erbarmungslos", seinen zweiten Regie-Oscar fuhr er 2005 mit "Million
Dollar Baby" ein. Mit über 200 zum Teil bisher unveröffentlichten Fotos und ausführlichen Kommentaren zu den einzelnen Filmen und zur Biografie Clint Eastwoods ist dieses Buch nicht nur eine komplette Werkschau, sondern macht auch die Stationen im Leben der Privatperson Eastwood sichtbar. Clint Eastwood selbst gewährt dabei einzigartige, persönliche Einblicke in seine Arbeit vor und hinter der Kamera. Gleichzeitig gelingt Autor Richard Schickel (Filmkritiker für die "Life"- und "Time"-Magazine, Ehrendoktor des American Film Institute) eine fundierte Einordnung des EastwoodWerkes in die amerikanische Filmgeschichte.
DAS BESTE AUS SCHEIBENWISCHER
Als es noch kein Satelliten- und Kabelfernsehen gab, konnten regionale Fernsehfürsten (sprich: Rundfunkintendanten) eine Sendung in ihrem Gebiet kurzerhand abschalten, wenn sie ihnen nicht in den Kram passte. So geschehen 1986 mit einer Folge von Dieter Hildebrands "Scheibenwischer" zum Thema Tschernobyl, die wegen "... nicht gemeinschaftsverträglicher Elemente ..." im Sketch "Der verstrahlte Großvater" im Bayerischen Rundfunk nicht zu sehen war. Diese und sieben weitere Folgen der Polit-Satire sind in der 3-DVD-Box "Das Beste aus Scheibenwischer" enthalten. Sie stammen alle aus den Jahren 1980 bis 1999, die Auswahl traf Dieter Hildebrand persönlich. Unterstützt von Wortakrobaten des deutschen Kabaretts wie Hans-Dieter Hüsch, Gerhard Polt, Werner Schneyder, Gisela Schneeberger, Bruno Jonas, Matthias Beltz, Lisa Fitz, Jochen Busse und Richard Rogler (und von Konstantin Wecker mit seinem wohl bekanntesten Lied "Willy") bewies Hildebrand scharfzüngig, wortwitzig und entlarvend ehrlich, dass man sehr wohl gleichzeitig Lachmuskeln und Verstand der Zuschauer strapazieren kann. Als Extra gibt’s das 45-minütige Portrait "Solo für einen Moralisten", das 2002 anlässlich von Hildebrands 75. Geburtstag ausgestrahlt wurde sowie Anekdoten und amüsante Hintergrundinfos zu jeder Folge ("Dieter Hildebrand erinnert sich"). (edel, 3 DVDs, 427 Min.)
VARIOUS ARTISTS
EIS AM STIEL – BEST OF
Der immense Erfolg dieser Teenie-Klamotte ist sicher nicht nur auf die "tiefschürfende" Story um die Freunde Benny, Johnny und Momo, die im israelischen Tel Aviv der fünfziger Jahre angesiedelt ist, zurückzuführen. Die drei inteSeite
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GoodTimes
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ressierten sich glücklicherweise nicht nur für Mädchen und Partys, sondern auch für dieselbe Musik wie ihre Altersgenossen in Amerika. So ist und bleibt dieser Film für alle SiebzigerJahre-Kinogänger untrennbar mit tollen, aus heutiger Sicht zeitlosen Songs verbunden. Neben dem Original-Soundtrack wurde im Lauf der Jahre (und mit den zahlreichen Fortsetzungen der Reihe) eine fast unüberschaubare Anzahl an Tonträgern unter diesem Namen veröffentlicht, von STRANDHITS über EIS AM STIEL MEGAMIX bis zur HASENJAGD. Jetzt gibt es auf drei CDs die 60 besten Titel aus den "Eis am Stil"-Filmen. Chubby Checkers "Let's Twist Again", "Will You Love Me Tomorrow?" von den Shirelles, die Tremeloes mit "Silence Is Golden", "Leader Of The Pack" der ShangriLas, Pat Boone, Percy Sledge, Del Shannon, Danny & The Juniors, Wayne Fontana – alle sind sie dabei, ein Hit jagt den anderen. Die ideale Beschallung für die nächste Party – oder aber der richtige Soundtrack für wehmütige Erinnerungen an erste Liebe, Stehblues und die unbeschwerte Zeit von Pettycoats und Rock'n'Roll. (edel Records/edel, 3 CDs)
CHRISTOPHER LEE SEINE FILME
Von Tom Johnson und Mark A. Miller 2009, Reinhard Weber Fachverlag für Filmliteratur ISBN 978-3-98093-907-2 310 Seiten; 30 €
Filmfans werden jubeln! Endlich gibt es das schon 2004 in englischer Sprache erschienene Werk "The Christopher Lee Filmography – All Theatrical Releases" 1948–2003 auch in deutscher Übersetzung. Nüchtern und sachlich, ohne jeden überflüssigen Schnickschnack haben Tom Johnson und Mark A. Miller alle Filmauftritte von Christopher Lee gesammelt, listen jeden Regisseur, Drehbuchautor, Musikalischen Leiter, Produzenten und vieles mehr auf – und erzählen dazu noch ausführlich und lesenswert weitere Einzelheiten zur jeweiligen Filmstory. Natürlich wurde die deutsche Übersetzung aktualisiert, auch die Produktionen von 2004 bis zu Lees aktuellem Film "Wicker Tree"
NEWS from the past (2009) sind enthalten. Im Anhang: Kurzinfos zu Christopher Lees TV-, Kurzfilmen und Miniserien sowie ein äußerst nützlicher Personenindex, der alleine schon zum stundenlangen Stöbern verführt.
LEE VAN CLEEF:
EINE BIO- UND FILMOGRAFIE Von Mona Mahmoud und Reinhard Weber 2009, Reinhard Weber Fachverlag für Filmliteratur ISBN 978-3-98093-906-5 160 Seiten; 26 €
Schlicht "Eine Biound Filmografie" nennt sich dieses Werk – und untertreibt damit maßlos! Denn wenn man sich vor Augen führt, in wie vielen (und vor allem in welchen!) Filmen Lee Van Cleef vor der Kamera stand, dann überrascht nicht nur die Menge, sondern auch die Themenbreite: Western ("Zwölf Uhr Mittags", "Der Mann, der Liberty Valance erschoss", "Zwei glorreiche Halunken", "Sabata"), Science-Fiction-Action (John Carpenters "Die Klapperschlange") oder auch mal ein Söldnerfilm wie "Geheimcode: Wildgänse". Hier finden sich sämtliche Infos zu den Produktionen, von der Story eines jeden Filmes über O-Töne und Zitate bis zu Bildern. Eine 14-seitige Biografie, die Auflistung von Lee van Cleefs Fernsehfilmen und ein umfassendes Personenregister ergänzen die Filmografie, die damit zum unverzichtbaren Nachschlagewerk für Filmfans wird.
BERT KAEMPFERT
VINYL-SINGLE-SELECTION (1958 –1969)
Mit seinem US-Nummer-1-Hit "Wonderland By Night" (in der deutschen Version "Wunderland bei Nacht") katapultierte sich Bert Kaempfert Anfang der Sechziger in die erste Liga der Bandleader. Der nächste Coup folgte 1965 mit "Moon Over Naples", das als "Spanish Eyes" für zahlreiche Künstler zu einem Riesenhit wurde. Oder "Strangers In The Night", mit dem Frank Sinatra 1966 an die Spitze der Hitparaden gelangte. 20 BertKaempfert-Singles, die zwischen 1958 und 1969 erschienen, gibt es jetzt in einer wunderschönen, klassischen Schallplatten-Box. Sie ist aufklappbar wie ein Buch – somit findet jede der kleinen schwarzen Scheiben Platz in einem Extra-Schuber, ein bebildertes Begleitbuch lädt zum Mitblättern ein. Neben der zeitlos schönen Musik punktet diese Box vor allem mit ihrem Design, das noch gut aus der Zeit stammen könnte, in der die Singles er-
schienen. Ein wahres Kleinod für Sammler, Nostalgiker, Vinyl-Fetischisten und EasyListening-Fans. (Polydor/ Universal, 40 Tracks auf 20 7"Singles)
DIE BLECHTROMMEL DIRECTOR'S CUT
"Die Blechtrommel" ist immer noch einer der besten deutschen Kinofilme mit internationalem Renommee. 1979 verfilmte Volker Schlöndorff den Roman von Günter Grass mit Top-Schauspielern wie Mario Adorf, Katharina Thalbach, David Bennett, Angela Winkler und Otto Sander. Dabei gelang es Schlöndorff, die anspruchsvolle Romanvorlage so zu entschlacken, dass die Geschichte zwar einerseits kinokompatibel und unterhaltsam erzählt werden konnte, andererseits aber immer noch komplex genug aufgebaut war, um sich vom großen Rest der sonst eher flachen KinoUnterhaltung positiv abzuheben. Als Zusatzmaterial enthält die Blu-ray zahlreiche Kommentare, Interviews und "Making of"-Extras sowie die Einführung zum "Director's Cut" von Volker Schlöndorff, des Weiteren geschnittene Szenen, eine Fotogalerie, Originaldokumente von den Dreharbeiten, eine Kurz-Bio über Volker Schlöndorff und diverse Trailer – also tonnenweise Fan-Material. (Kinowelt GmbH, 163 Min.)
ARTHAUS COLLECTION KLASSIKER II
Zehn Filmklassiker in einer DVD-Box präsentiert die neue "Arthaus Collection – Klassiker II". Harry Lime, dessen Zither-unterlegte Verfolgungsjagd in den Wiener Abwasserkanälen immer noch zu den unvergesslichen Momenten der Kinogeschichte gehört, steht im Mittelpunkt von "Der dritte Mann". Auch "Peeping Tom", in Deutschland unter "Augen der Angst" veröffentlicht, bietet einen Plot, der nach über 40 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hat. Wesentlich älter, aber trotzdem immer wieder sehenswert ist der 1942 entstandene Film des deutschstämmigen Regisseurs Ernst Lubitsch. Mit "Sein oder Nichtsein" gelang ihm eine hinreißende, manchmal auch rabenschwarze Komödie um die VerwirGoodTimes
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rungen im Nazi-besetzten Warschau während des Zweiten Weltkrieges. Auch Charlie Chaplins "Der große Diktator" ist vordergründig "nur" eine Komödie, bei der ein jüdischer Frisör mit einem faschistischen Diktator verwechselt wird – doch zwischen den Zeilen gelang Chaplin schon 1940 eine schonungslos treffende Persiflage auf die Schreckgestalt Nationalsozialismus. Verheerende Pestverwüstungen, ein Schachspiel mit dem Tod und die nie endenden Fragen um die Existenz Gottes verarbeitete der schwedische Regisseur Ingmar Bergmann (nach einem eigenen Drehbuch) in "Das siebente Siegel". Bald ist Weihnachten, da kommt der Kult-Klassiker "Ist das Leben nicht schön?" mit James Stewart und Donna Reed genau zur richtigen Zeit. Wem das zu rührselig ist, für den könnte "Im Schatten der Nacht", ein typischer Vertreter des Film Noir, das Richtige sein. Farley Granger (später berühmt geworden als Guy Haines in Hitchcocks "Fremder im Zug") lieferte dabei als Krimineller zwischen den Stühlen die wohl beste Leistung seiner gesamten Karriere ab. Auch "Katzenmenschen" aus dem Jahr 1942 lebt von den herausragenden Leistungen der Schauspieler, erzeugt ohne jegliche effektheischende Tricks einen subtilen Horror, der zu Recht zu den Genre-Highlights zählt. Dazu zählt ohne Zweifel auch "Adel verpflichtet", eine tiefschwarze Komödie, die mit typisch britischem Humor und einem skurril-schrägen Drehbuch glänzt – alleine acht verschiedene Rollen für Alec Guiness. Keine Klassiker-Edition ohne Fellini: "Die Nächte der Cabiria" aus dem Jahr 1957 zeigt vordergründig zwar das Schicksal eines Straßenmädchens. Eigentlich geht es jedoch um die essenziellen Lebensfragen des Menschen und um seine geheimen Sehnsüchte. Somit lässt der Film den Zuschauer tief in den Spiegel der eigenen Seele blicken. (Kinowelt GmbH)
BILD PRÄSENTIERT DIE BESTEN HÖRSPIELE ALLER ZEITEN
Die 2009 erschienene Box mit den ersten 20 CDs des Europa-Labels in Vinyl-Optik war ruckzuck ausverkauft – schon stehen die nächsten zehn KultHörspiele am Start, diesmal allerdings als Einzeltitel. Mit "Old
Surehand I" und "Der Schatz im Silbersee II" sind zwei Karl-May-Klassiker darunter, ebenso Jules Vernes nie langweilige BürgerkriegsBallon-Odyssee "Die geheimnisvolle Insel". Mit dabei sind auch Helden ohne Furcht und Tadel wie "Lanzelot", "Kapitän Hornblower" und "Ben Hur". "Ali Baba und die vierzig Räuber" entführt den Hörer in die orientalische Märchenwelt, richtig dramatisch wird’s in "Die letzten Tage von Pompeji", bevor "Das Gespensterschiff" und "Dracula" zum Gruseln einladen. "Die Besten Hörspiele aller Zeiten" eignen sich ideal zum Auffrischen alter Kindheitserinnerungen. (Europa/Sony Music, 10 CDs)
BIG VALLEY – LONE RANGER – HIGH CHAPARRAL
Gute Zeiten für TV-Western-Fans! Drei legendäre US-Serien der fünfziger bis siebziger Jahre, die auch in deutschen Wohnzimmern für regelmäßige Großversammlungen vor dem Fernseher sorgten, gibt es jetzt als umfangreiche DVD-Boxen. Eine kalifornische Farm im Jahre 1870 steht im Mittelpunkt von "Big Valley", bewohnt von den Barkleys – Victoria (Barbara Stanwyck), Jarrod (Richard Long), Nick (Peter Breck), Heath (Lee Majors) und Audra (Linda Evans). Trotz des Western-Umfeldes ist "Big Valley" viel mehr eine Familiensaga mit allen Höhen und Tiefen, mit unehelichen Söhnen, Intrigen und regelmäßigen Happy-Ends – quasi der Vorläufer von "Dallas" oder "Denver Clan", nur viel, viel schöner! Auf acht DVDs gibt es die ersten 30 Folgen. Ganz anders gestrickt ist die Story um den "Lone Ranger": Sechs Texas-Ranger geraten in einen Hinterhalt, nur ein einziger von ihnen überlebt schwer verletzt: John Reid. Er wird von dem Indianer Tonto gefunden und gepflegt, und als John wieder genesen ist, beschließt er, sich zu rächen – maskiert und unter dem Namen Lone Ranger! Immer an seiner Seite: Pferd Silver und Freund Tonto, ein echter Held, der gegen all das Böse und Schlechte in der Welt kämpft. Insgesamt 52
N from the past
Folgen sind auf den acht DVDs der ersten Staffel. Die High Chaparral Ranch in Arizona, auf der Viehzüchter und Witwer Big John Cannon (gespielt von Leif Erickson) mit seinem Bruder Buck (Cameron Mitchell) und seinem Sohn Billy Blue (Mark Slade) lebt, steht im Mittelpunkt von "High Chaparral". Ständige Konflikte mit Viehdieben, herumziehenden Gaunern und Indianern liefern den Stoff für die erste Staffel, in der 28 Folgen auf 7 DVDs enthalten sind. (Kinowelt GmbH)
HÖRZU PRÄSENTIERT HEINZ RÜHMANN EDITION 1– 4
Heinz Rühmann, wie man ihn kennt und liebt, verteilt auf vier Editionen mit je drei DVDs. Die erste enthält Komödien, die mehr oder weniger stark in der Schulwelt verwurzelt sind: die legendäre "Feuerzangenbowle" (1944) mit Rühmann in der Rolle des "Schülers" Pfeiffer ("mit drei ‚f’ – eins vor dem ‚ei’ und zwei danach"), "Der Pauker" (1958) sowie "Wir werden das Kind schon schaukeln" (1952) mit Theo Lingen und Hans Moser. Zwei Lustspiele und eine Dokumentation finden sich in der zweiten Box: Neben der Travestie-Klamotte "Charleys Tante" (1956) und "Dr. med. Hiob Prätorius" (1965) ist die 1994 (kurz vor Rühmanns Tod) entstandene Biografie "Kleiner Mann ganz groß" zu sehen, in welcher der Schauspieler als 91-Jähriger auf sein bewegtes Leben zurückblickt. Drei beschwingte Komödien mit sich ähnelnden Themen und ohne allzu viel Tiefgang wurden zur dritten Edition zusammengefasst: "Wenn der Vater mit dem Sohne" (1955), "Hurra, ich bin Papa!" (1939) und "Vater sein dagegen sehr" (1957). Edition Nr. 4 besteht aus drei Nachkriegsfilmen Rühmanns: Bei "Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins" (1954) stand er noch im Schatten von Hans Albers, als "Der Hauptmann von Köpenick" (1956) und "Der eiserne Gustav" (1958) kehrte er in die Erfolgsspur zurück. (Kinowelt GmbH, jeweils 3 DVDs)
INGRID STEEGER
INGRID STEEGER SINGT KLIMBIM
Es waren schon seltsame Blüten, die ein TV-Erfolg wie "Klimbim" in den Siebzigern trieb. Besonders, wenn man sich vor Augen führt, welch Seite
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klangvolle Namen der Horror-Tochter Gabi aus der Klimbim-Familie bei den Aufnahmen dieses Albums im Dezember 1974 zur Seite standen. Produziert wurden die schrägen Lieder von Abi Ofarim, aufgenommen von Harold Faltermeyer, die Arrangements kamen von Paul Vincent und Ralf Nowy. Ingrid Steegers Gesang war die (vor allem aus ihrer "Klimbim"-Rolle als Nummerngirl) bestens bekannte Mischung aus Hauchen, Stöhnen und sexy-piepsiger Stimme – eine deutsche Ausgabe von Marilyn Monroe sozusagen. Die Kalauer unterschritten damals selbst die niedrigste Niveau-Grenze, zum Beweis folgende Textprobe: "Ich bin wie der Mount Everest, der sich nur schwer besteigen lässt, genauso steil und steinig. Doch wirf nicht gleich den Rucksack weg, vielleicht wird man sich einig!". Die CDPremiere des Originalalbums kommt mit neuem Booklet-Text, in dem sich Ingrid Steeger an die Aufnahmen in den Münchner Arco-Tonstudios erinnert sowie mit einem auffaltbaren Poster der barbusigen Sängerin. (Sireena Records/Broken Silence, 14/35:34)
THE NEW YORK HARLEM THEATRE PORGY & ME
Auch wenn bei dieser Umsetzung von "Porgy And Bess" natürlich George Gershwins Musik im Mittelpunkt steht, ist diese DVD viel mehr als ein reiner Musikfilm. Seit Jahrzehnten schon tourt das Ensemble des New York Harlem Theatre mit der 1935 uraufgeführten Gershwin-Oper um die Welt. Regisseurin Susanna Boehm durfte den Tross durch Deutschland begleiten, sie zeigt Proben, Gespräche und Auftritte – kurz: Sie dokumentiert den Touralltag. In Interviews mit den Sängerinnen und Sängern rückt sie deren Lebensläufe in den Fokus und zeigt darüber hinaus, wie emotional Evergreens wie "Summertime" oder "It Ain't Necessarily So" immer wieder aufs Neue interpretiert werden können. (Boomtown/Alive, 96 Min.)
PSYCHO
Pünktlich zum 50. Geburtstag gibt es Alfred Hitchcocks Meisterwerk "Psycho" nun auch als Blu-ray. Die kleine BüroAngestellte Marion Crane glaubt an die Chance ihres Lebens, als sie 40.000
NEWS from the past Dollar unterschlägt und sich aus dem Staub macht. Auf ihrer Flucht trifft sie in einem mysteriösen Motel auf den exzentrischen Norman Bates. Der Rest ist Filmgeschichte ... (Universal, 109 Min.)
RÜDIGER HOFFMANN
LIVE – DAS BESTE AUS 25 JAHREN
Ja hallo erstmal, also, ich weiß gar nicht, ob Sie's wussten, aber Rüdiger Hoffmann plaudert seit nunmehr 25 Jahren auf der Bühne über charmante Belanglosigkeiten, zwischenmenschliche Kataströphchen und Horror-Miniaturen des Alltags. Ein Jubiläum, das der sympathische Ostwestfale zum Anlass nahm, im Circus Roncalli das Beste aus 25 Jahren Live-Programm auf die Bühne zu bringen. Vom "Mitbewohner" über "Die acht Kostbarkeiten" bis zum "Duschvorhang", von der Sache mit dem Geschlechtsverkehr bis zum Pärchenurlaub. Ein einmaliges Event vor einer tollen Kulisse, Kult-Comedy vor begeistertem Publikum! (edel, 123 Min.)
SCHLAGER ORIGINALE
Schon ein erster Blick auf die Vorderseiten dieser CDs zeigt: Hier sind die Originale am Start! Aus dem Jahr 1964 stammt CONNIE FRANCIS SINGS GERMAN FAVORITES, Wencke Myhres selbst betiteltes LP-Debüt erschien erstmals 1966, drei Jahre später präsentierte Vicky Leandros VICKY UND IHRE HITS. Roy Blacks 1973er Album GRÜN IST DIE HEIDE ist eine ganz besondere Rarität, hat er doch damals eher Schlager-untypisch Texte des "Heidedichters" Herrmann Löns für seine Lieder vertont. Auslöser für diesen romantischen Ausflug war der mit Partnerin Monika Lundi entstandene Film "Grün ist die Heide". Gleich zwei Alben gibt es von Marianne Rosenberg: FLÜSTERNDES GRAS von 1978 sowie das ein Jahr später veröffentlichte UND DIE LIEBE, SIE KAM. Alle Tonträger erstrah-
len im Original-LP-Artwork sowie in digital remastertem Klang. Wer die eine oder andere dieser LPs mal im eigenen (oder elterlichen) Plattenschrank hatte, bekommt die Chance auf einen Trip zurück in die Jugendzeit. (Koch/Universal Music, 6 CDs)
TATORT
DAS LEXIKON Von Rüdiger Dingemann 2010, Knaur ISBN 978-3-42678-419-8 474 Seiten; 12 €
Der "Tatort" lockt immer wieder sonntags um 20.15 Uhr Millionen von Zuschauern vor den Fernseher. Die Reihe begann am 29.11.1970 mit der Folge "Taxi nach Leipzig" und steht seither wie ein Fels in der Brandung des sich ständig ändernden Geschmacks eines unberechenbaren Publikums. Der Grund für den Erfolg liegt auf der Hand, denn neben einem Heer von Drehbuchautoren, den verschiedenen Ermittlern und der ausgewogenen Besetzung sind es die aktuellen Zeitbezüge, die einen "Tatort" so spannend und interessant machen. Rüdiger Dingemann hat in seinem brillant recherchierten Wälzer nicht nur verschiedenste Fakten gesammelt, wie zum Beispiel Auflistungen der Schauspieler, Regisseure und Komponisten, sondern auch auf eine treffende Kurzbeschreibung der einzelnen Folgen geachtet. Damit verführt er den Leser dazu, mal wieder ein Auge auf die 765 bis zum 30.05.2010 abgekurbelten Folgen zu werfen. Hut ab vor so einer Leistung!
SEAN CONNERY
EINE HOMMAGE IN FOTOGRAFIEN Von Aaron Smyth 2010, Schwarzkopf & Schwarzkopf ISBN 978-3-89602-937-9 160 Seiten; 19,90 €
Sean Connery ließe sich ideal in die Schublade "Vom Tellerwäscher zum Millionär" stecken. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen – sein Vater war Hilfsarbeiter, seine Mutter Putzfrau –, hatte er das Glück, im ersten James-Bond-Fim "007 jagt Dr. No" mitzuwirken und damit die Rolle des britischen Geheimagenten nachhaltig zu prägen. "Mein Name ist Bond – James Bond" – was für ein herrlicher Satz, auch nach Jahrzehnten noch! Doch Connery auf diese Figur zu reduzieren, GoodTimes
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würde ihm nicht gerecht werden. Hitchcocks Psychothriller "Marnie" (1964), "Verflucht bis zum jüngsten Tag" (1970), "Die Brücke von Arnheim" (1977), "Der Name der Rose" (1986) oder "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989) sind nur einige Streifen, in denen der Mann mit den vielen Gesichtern Filmgeschichte schrieb. In dem kleinformatigen Bildband finden sich neben vielen Abbildungen aus allen Karriere-Abschnitten auch Kurzbeschreibungen zu Connerys Filmen und eine knappe, aber gehaltvolle Einleitung, die den Schauspieler angemessen würdigt.
NEXT STOP IS VIETNAM
THE WAR ON RECORD, 1961–2008
Den Einfluss des Vietnam-Krieges auf die zeitgenössische Musik dokumentiert dieses imposante Gesamtkunstwerk der Spezialisten von Bear Family Records. Die Themen reichen von Amerikas ersten, noch äußerst naiven Vorstellungen eines fernen Landes namens Vietnam über musikalisch geführte Diskussionen zum Thema Krieg und seine Moral bis hin zur Verarbeitung der langen Nachwirkungen des Konfliktes. 13 CDs und ein über 300-seitiges Hardcoverbuch im LP-Format zeigen den Krieg auf intensive und nie zuvor gehörten Art und Weise. 334 gesungene und gesprochene Titel nehmen den Hörer mit auf eine Reise durch eine epochale Phase der jüngeren Zeitgeschichte. Enthalten sind OTöne von Lyndon Johnson, Richard Nixon oder General Westmoreland und jede Menge Musik, die sich quer durch alle Stilrichtungen bewegt: Protestsänger wie Bob Dylan, Joan Baez und Pete Seeger, Stars wie Johnny Cash, Bruce Springsteen und Marvin Gaye. Auch eher unerwartete musikalische Statements von den Bellamy Brothers, Simon & Garfunkel, Connie Francis oder Pat Boone gibt es zu hören sowie eine Vielzahl längst in Vergessenheit geratener lokaler Bands und Künstler. Ein ganz besonderes Highlight dieser Box sind zwei CDs, auf denen ausschließlich Musik von VietnamKriegsteilnehmern versammelt ist – authentischer als aus erster Hand kann man sich diesem Thema nicht nähern. Das farbig bebilderte Begleitbuch – mit einem Vorwort von Country Joe McDonald – informiert ausführlich über jede der 334 Aufnahmen. Dabei geht es um die Songs, die Künstler und die Hintergründe der Kompositionen. Die Geschichte des Krieges wird ausführlich erzählt, ein eigenes Kapitel widmet sich der Musik, die von den Soldaten in Vietnam am liebsten gehört wurde. Trotz des ernsten Themas ist dieses opulente Werk aus Bildern, Texten und Tönen eine unterhaltsame
und lehrreiche Zeitreise, mit Stoff für so manchen langen Winterabend. (Bear Family Records)
DAS GROSSE TIPP-KICKBUCH Von Karin Höfer und Peter Hesse 2008, Humboldt ISBN 978-3-89994-100-5 207 Seiten; 14,90 €
Schon mit dem Prototypen aus dem Jahr 1924 spielte man genau so Tischfußball wie heute noch: mit einer Figur, deren Fuß sich auf K(n)opfdruck bewegen ließ. Lediglich der Torwart durchlief seither eine Metamorphose von der statischen Bleifigur zum hechtenden Kunststoff-Keeper. Im Lauf der Jahre sorgte das "Tipp-Kick-Virus" für unzählige packende Brüderduelle, nachgespielte Weltmeisterschaften oder wutentbrannt ins Eck geschleuderte Spielfiguren. Bevor sie im Buch auf derartige Erlebnisse eingehen, widmen sich die Autoren erst einmal ausführlich der Geschichte und den Regeln des Spiels. Ob es um Bälle, Spielfiguren oder Schussbein-Feilarbeiten geht – alle wichtigen Aspekte werden ausführlich im Bereich "Technik & Zubehör" beschrieben und gezeigt. Nach diesen eher sachlichen Betrachtungen wird es emotional: Das Kapitel "Prominente & Anekdoten" trumpft mit zahlreichen Geschichten rund um das Tipp-KickSpiel auf, die kurzweilig und lesenswert sind und somit für zweierlei Dinge sorgen: erstens Lesespaß pur, zweitens die verzweifelte Suche in Kellern, früheren Kinderzimmern und auf Dachböden – das gibt es doch nicht, das gute alte Tipp-Kick-Spiel muss doch irgendwo zu finden sein ...
VARIOUS ARTISTS
YESTERDAY – DIE KULTJAHRE
Oldie-Sampler gibt es wie Sand am Meer – da ist es nicht einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen. Definitiv eine gute Wahl hat man beim Kauf getroffen, wenn sich zur hochklassigen Musik – wie hier – noch ein lesenswertes Booklet in deutscher Sprache gesellt. WDR-Moderator Roger Handt hat aus seinen Yesterday-Zeitreisen (jeden Samstag 19.00 – 22.00 Uhr auf WDR2) drei CDs zusammengestellt, DIE KULTJAHRE 1965-1969, 19701974 und 1975-1979. Für die ausführlichen Texte um Musik und Zeitgeschehen war der Bayern-3-Kollege und anerkannte
N from the past
Musikfachmann Ulli Wenger zuständig. Drei CDs randvoll mit wunderschöner Musik: von den Beach Boys, Wonderland, Joe South, Dave Edmunds und Joe Walsh bis zu Birth Control, Free, Golden Earring und den Spotnicks. (Ganser & Hanke/Tonpool, 3 CDs)
CARY GRANT EDITION 4
Die vierte Ausgabe der Cary-Grant-Edition enthält wiederum drei Filme auf DVD. Was passiert, wenn ein zerstreuter Wissenschaftler, dessen Lebenswerk die Rekonstruktion eines Saurierskeletts ist, auf eine exzentrische Erbin trifft, kann man in "Leoparden küsst man nicht" (1938) sehen. Howard Hawks führte Regie in dieser temporeichen Screwball-Komödie, in der Katherine Hepburn Cary Grant mit weiblicher List umgarnt. Auch in "Sylvia Scarlett" (1935) sind die beiden vor der Kamera ein Paar – auf der Flucht nach England verliebt sich die als Mann verkleidete Sylvia in den attraktiven Spieler Jimmy. Überirdisch geht es im 1937 entstandenen "Topper" zu: Das leichtlebige Ehepaar George und Marion Kerby kommt bei einem Autounfall um. Doch die beiden kehren als Unruhe-Geister zurück und beschließen, das betuliche Leben des Bankfilialleiters Cosmo Topper ein wenig in Schwung zu bringen – was natürlich zu zahlreichen Verwicklungen führt. (Kinowelt GmbH, 275 Min.)
DER GESTIEFELTE KATER
Der Animationsfilm von 1969, zu Beginn der siebziger Jahre ein Publikumsmagnet in den DDR-Kinos, war für die japanischen ToeiStudios von so großer Bedeutung, dass der Kater bis heute das Logo der Trickfilmschmiede ziert. Die Abenteuer des Katers Pero wurden frei nach Charles Perrault mit viel Fantasie und Witz zeichnerisch umgesetzt. Pero führt den armen, von seinen Brüdern betrogenen Burschen Pierre in die Arme von Prinzessin Rosa und muss dabei den bösen Luzifer überwinden. Ein fantasievoller und zeitloser Film, an dem sich Jung und Alt erfreuen können. Die DVD enthält eine Menge Extras: Neben der deutschen Synchronfassung (Defa), der originalen japanischen Sprachausgabe sowie Trailern für den Film und seine Fortsetzungen gibt es Malvorlagen und den Text der Märchenversion von Charles Perrault zum AusdruSeite
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cken sowie Hörbücher des Märchens in den Versionen der Brüder Grimm und von Charles Perrault (sowohl als MP3-Datei, als auch visualisiert für den DVD-Player). Außerdem findet man noch eine Bildergalerie mit Storyboards, Entwürfen und Filmplakaten. (Ostalgica/Alive, 77 Min.)
GEISTER-SCHOCKER 9+10
Folge 9 der Hörspielserie, DER HÖLLENGRAF, basiert auf dem Roman "Die Toten Augen" von A.F. Morland, 1974 in der BasteiGruselreihe "Gespenster-Krimi" erschienen. Die Macher hinter den Geister-Schockern überließen nichts dem Zufall: Grusel erzeugen hier nicht irgendwelche billigen Knalleffekte, sondern eine sorgfältig und mit Liebe zum Detail arrangierte Atmosphäre. Zudem legte man viel Wert auf die Geschichte, denn ohne entsprechendes Material wird auch die perfekteste Produktion schnell langweilig. Kriterien, die Fans sehr wohl zu schätzen wissen, und so ist auch der große Erfolg der Reihe erklärbar. "Mit der neuen Ausrichtung versuchen wir, den alten Groschen-Grusel interessanter und moderner zu gestalten, ohne die Ursprünge zu verleugnen", erläutert Produktionschef Joachim Otto das Konzept. Die Jubiläumsfolge 10, DER MAGISCHE SCHRUMPFKOPF, erscheint als limitierte Sonderausgabe im Pappschuber, mit umfangreichem Booklet, aktuellen Interviews, exklusivem Poster und Aufklebern. Der zugrunde liegende Roman stammt von Earl Warren und ist ursprünglich als Band 76 der Reihe "VampirHorror-Roman" erschienen. Die Schauspiel-Profis Claus Wilke (vielen sicherlich noch als Percy Stuart bekannt) und Peter Niemeyer liefern starke Vorstellungen ab, auch der Rest der Geisterstimmen und Zombies ist bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt. Ob Hörspielfan oder nicht – wer die alten Groschenromane liebt, wird sich auch an den Geister-Schockern nachhaltig erfreuen. (Romantruhe/Rough Trade, 55 Min. + 66 Min.)
REIFEPRÜFUNG
STUDIOCANAL COLLECTION
Immer wieder gerne gesehen ist dieser Filmklassiker aus dem Jahr 1967. Charmant und attraktiv ist Mrs. Robinson, aber eben auch ungefähr doppelt so alt wie ihr Nachbar, Student Ben. Nach einer kurzen und leidenschaftlichen Affäre verliebt der sich in Elaine, Frau
NEWS from the past Robinsons Tochter – was Mrs. Robinson zur eifersüchtigen Furie macht. Diese temporeiche Story mit Anne Bancroft, Katharine Ross und Dustin Hoffman in den Hauptrollen sowie der betörenden Musik von Simon & Garfunkel ("... and here's to you Mrs. Robinson ...") sorgen für ungetrübten Filmspaß in bester Blu-ray-Qualität. Die Studiocanal Collection hält ein ganzes Paket an Bonus-Material bereit: "Die Reifeprüfung – 25 Jahre später", "Looking Back – Ein Film der 60er Jahre", "Über die Musik", Interview mit dem Romanautor Charles Webb, Audiokommentare, 20-seitiges Booklet, Trailer und – Achtung, jetzt wird's wissenschaftlich! – eine "Analyse der Verführungssequenz"! (Kinowelt GmbH, 106 Min.)
BEAR FAMILY JUBILÄUMS BOX
Im Spätsommer 1975 gründete Richard Weize Bear Family Records. Eigentlich war der Plattenhandel nur als halbjährige Übergangslösung bis zum Beginn eines "vernünftigen" Jobs geplant, doch die Sache lief so gut, dass Weize einfach weitermachte. Zusätzlich durchforschte er alte Archive, hauptsächlich in den USA, und dank akribischer Aufarbeitung und liebevoll gestalteter Werkschauen wurde Bear Family Records ziemlich schnell zum Maß aller Dinge, wenn es um Country, Rockabilly, Bluegrass oder Rock'n'Roll ging. Schnell erweiterte sich das Repertoire um Stile wie Pop, Folk, Schlager und Blues, womit auch Namen wie Doris Day, Friedrich Hollaender und das Kingston Trio ihre Bühne neben Cracks wie Johnny Cash, Hank Snow oder der Carter Family bekamen. Mittlerweile kann das Label auf 35 Jahre zurückblicken – und der Geburtstag wird stilgerecht mit einer speziell für dieses Ereignis gefertigten CD/Buch-Edition begangen. Zum absoluten "Freundschaftspreis" gibt es drei CDs voller exklusiver Bären-Songs. Befreundete Musiker und Songschreiber wie Gunter Gabriel, Götz Alsmann, Bela B., Deke Dickerson, Jim Diamond, Kim Lenz und Roland Heinrich sind darauf zu hören, rücken mit Songs wie "Bear Family", "Sixteen Discs" oder dem "Bear Family Talking Blues" die Verdienste des Wiederveröffentlichungs-Spezialisten in den Mittelpunkt. Exzellent ist auch das 208-seitige Begleitbuch im LP-Format. Weltweit anerkannte Musikkritiker, Experten und Autoren stellen ihre jeweiligen Bear-Fa-
mily-Lieblingsplatten vor, und natürlich gibt es auch ein paar Zeilen zur Geschichte des Labels. Doch der Clou sind die wunderschönen, farbigen Abbildungen aller je erschienenen Bear-Family-Veröffentlichungen. Diese Box ist einzigartig – ebenso einzigartig wie Bear Family Records! (Bear Family Records, 3 CDs)
laufenden Prozesses fluchtartig die USA verlassenen hatte. Sobald er nur einen Fuß auf amerikanischen Boden setzen würde, wäre seine Verhaftung garantiert. "Roman Polanski: Wanted and Desired" zeigt die filmische Aufarbeitung der Akte Polanski WESTERNKLASSIKER – und gewährt einen tiefen Einblick in ein LeRINGO ben voller Tragik. Mit herausragenden Filmen Eine gefährliche Postkutschenfahrt steht den wie "Rosemary's Baby" oder "Chinatown" war Passagieren bevor: Häuptling Geronimo ist Polanski Mitte der siebziger auf dem Kriegspfad! Eine Jahre zu einem gefragten bunte Truppe macht sich auf macht wieder Spaß! Regisseur aufgestiegen. Als den Weg durchs IndianerLebemann ließ er keine Party gebiet, darunter der Glücksaus, war in vielerlei Hinsicht spieler Hatfield, der stets eine der schillerndsten Perbetrunkene Dr. Boone, die In Zusammensönlichkeiten Hollywoods. schwangere Lucy, der mit den arbeit mit dem Doch dann beschuldigte ihn Rücklagen seiner Bank durchdie 13-jährige Samantha gebrannte Gatewood, die Bardame Dallas und kurzfristig präsentiert RETRO- Gailey, sie während eines TV eine einzigarFotoshootings unter Drogen auch Sheriff Wilcox, der den tige Doppel-DVDgesetzt und vergewaltigt zu berühmten Banditen Ringo Box-Serie mit den unvergessensten ... haben. Der darauffolgende (John Wayne) geschnappt hat. Prozess steht im Mittelpunkt Ein Angriff der Indianer auf des Filmes, wobei es Regisdie Postkutschenstation, an seurin Marina Zenovich geder die Reisegesellschaft ge... TV-Momenten der deutschen lingt, die Schicksalsschläge rade eine Rast einlegt, wird Fernseh- und in Romanskis Leben (u.a. zur tödlichen Gefahr. Dass bei Filmgeschichte! wurde seine hochschwangere dieser Bewährungsprobe nicht Nostalgie pur und ganz viel Retro Frau Sharon Tate von Charles nur die Guten, sondern auch Spaß mit den ... Mansons Bande ermordet) die kriminellen Außenseiter sowie die Aussagen zahlihren Mann stehen müssen, ... coolsten Stars, reicher Zeitzeugen geschickt liegt in der Natur der Westernden schönsten einzubinden. Eine hervorraklassiker aus der VorkriegsGeschichten, den raffiniertesten gende Dokumentation, die zeit. "Ringo" wartet neben Ermittlern ... und die konfusen Vorgänge rund einer schnörkellosen Story, unglaublichen Shows, Kulissen um diesen Prozess filmisch atemberaubenden Stunts und und Klamotten! aufarbeitet und verständlich klassischer Dramaturgie auch Ab dem rekonstruiert. mit einer Moral auf, die klar 19.11.2010 im Handel! (Kinowelt GmbH, 99 Min.) zwischen Gut und Böse unterIn Planung: scheidet. B o n u s - • Kult-Box • Musik-Box • DER TOD LÄUFT • Show-Box • Material: HINTERHER AlterEndlich gibt es den legenwww.sonymusic.de dären ZDF-Straßenfeger aus native, dem Jahr 1967 auf DVD! Das spannende Drehdeutsche 8-mm-Fassung, buch stammt von Herbert Reinecker, Joachim FotosGoodTimesKult4c44x134.indd sowie Kinotrailer. 1 29.09.2010 10:26:49 Uhr (KNM Home Entertain"Blacky" Fuchsberger spielt den Ingenieur ment, 108 Min.) Edward Morrison. Der glaubt nicht an den angeblichen Selbstmord seiner Schwester Alice ROMAN POLANSKI und macht sich auf die WANTED AND DESIRED rastlose Suche nach den Roman Polanski ist zweifelsohne ein außerwahren Hintergrüngewöhnlicher Filmemacher. Als er 2002 für den – doch der Tod ist "Der Pianist" den längst überfälligen Oscar Morrison stets auf den als bester Regisseur erhielt, konnte er sich die Fersen ... Goldstatue allerdings nicht persönlich abho(Universal, 210 Min.) len. Was daran lag, dass er 1977 inmitten eines
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MARVEL COMICS DVDs THE INCREDIBLE HULK
"Der unglaubliche Hulk" startete seine TVKarriere 1966 als Teil der "Marvel Super Heroes". Zahlreiche, jeweils zehnminütige Episoden teilte er sich zu Beginn mit den anderen Superhelden Captain America, Iron Man, Thor und Namor. Die kurzen Episoden basieren auf frühen Geschichten der Comics und auf Motiven der "Tales To Astonish"-Serie. Die ersten 13 Folgen enthält der DVD-Doppelpack "Die Komplette Serie – 1966" (252 Min.): Als der Wissenschaftler Bruce Banner bei einem GammabombenExperiment kurz vor der Explosion einen leichtsinnigen Teenager rettet, wird er einer hohen Dosis an Gammastrahlen ausgesetzt. Damit beginnt nicht nur seine Verwandlung in den unkontrollierbar starken und allseits gefürchteten Hulk, sondern auch sein ständiger Kampf gegen den erbarmungslosen General "Thunderbolt" Ross und den so bösartigen wie genialen Leander. Ebenfalls als 2DVD-Sets erschienen: "Die Komplette Serie – 1982" (306 Min.) und "Die Komplette Staffel 1 von 1996". (Clear Vision/Alive, 271 Min)
IRON MAN – DIE ZUKUNFT BEGINNT (SEASON 1.2)
Season 1.2 oder auch Vol. 2, wie es auf dem Cover der DVD heißt, versammelt mit den Folgen 006 bis 009 vier Abenteuer von Marvels Superhelden Iron Man. Seit 1963 gibt es diesen Charakter schon, ab 1968 wurde ihm eine eigene Reihe gewidmet. Die Story: Der Iron Man ist das Alter Ego des Multimilliardärs Tony Stark. Seine Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, daraufhin übernimmt Tony den Familienbetrieb Stark Industries. Der Technologie-Konzern entwickelt im Auftrag der US-Regierung Waffensysteme. In Vietnam, als er den Einsatz einer seiner Erfindungen im Krieg besichtigt, wird er durch eine Bombenexplosion schwer verletzt und kann von den Nordvietnamesen gefangengenommen werden. Ein Metallsplitter ist sehr nahe an seinem Herzen in
seinen Körper eingedrungen. Wong-Chu, ein regionaler Warlord, verspricht Stark die rettende Operation, wenn dieser sich dazu bereit erklärt, für die Nordvietnamesen zu arbeiten. Zusammen mit dem ebenfalls in Gefangenschaft befindlichen Nobelpreisträger für Physik, Ho Yinsen, entwickelt Stark seine erste Iron-Man-Rüstung (Mark One). Diese gibt Stark einerseits große Kampfkraft, andererseits ist sie für ihn überlebenswichtig, da sie den Metallsplitter in seinem Körper durch einen eingebauten Elektromagneten zurückhält. Mit Hilfe dieser Wunderrüstung gelingt es ihm, aus dem Lager zu fliehen. Dabei lernt Stark den Hubschrauberpiloten Jim Rhodes kennen – später erhält dieser eine eigene Rüstung mit der Iron-Man-Technologie und wird zum Marvel-Helden War Machine. Zurück in den Vereinigten Staaten gibt Tony Stark Iron Man als seinen Bodyguard aus und lebt fortan mit zwei Identitäten. In den vier Episoden der DVD muss sich der Iron Man mit einem rachsüchtigen Astronauten auseinandersetzen, gegen einen Superschurken kämpfen, der die Lasertechnologie benutzt, den Prototypen des neuen Tarnanzuges vor Feinden in der eigenen Firma schützen und an die Ausgrabungsstätten zurückkehren, an denen Tonys Vater einst den ersten der sagenumwobenen Makluan-Ringe entdeckte. (Clear Vision/Alive, 110 Min.)
THE FANTASTIC FOUR – DIE KOMPLETTE SERIE
Alle 13 Original-Episoden dieser Zeichentrickserie aus dem Jahr 1978 sind jetzt auf zwei DVDs erschienen. Höchste Alarmstufe! Die Sicherheit der Erde ist bedroht, die Fantastischen Vier (THE FANTASTIC FOUR) müssen gegen ein ganzes Arsenal an Bösewichten aus der Marvel-ComicWelt kämpfen: gegen den Erzfeind Dr. Doom, den bizarren Impossible Man und die Todfeinde Die Furchtbaren Vier. Die vier Superhelden Mr. Fantastisch (Mr. Fantastic), das Ding (The Thing), die Unsichtbare (Invisible Girl/Woman) und die menschliche Fackel (Human Torch) erhalten ihre außergewöhnlichen Kräfte und Fähigkeiten durch kosmische Strahlung, die ihre Moleküle verändert, als sie in einem Raumschiff als erste Menschen versuchen, ins All zu fliegen. Die Superkräfte der Vier entsprechen den vier Elementen: "Das Ding" mit seiner steinernen Haut der Seite
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Erde, die brennende "menschliche Fackel" dem Feuer, die durchsichtige "Unsichtbare" verkörpert die Luft und der fast flüssige, dehnbare "Mr. Fantastisch" das Wasser. Die Erschaffer der Heldengeschichten, Stan Lee, Jack Kirby und Roy Thomas, präsentieren im Laufe der Serie auch eine ganz neue Figur, H.E.R.B.I.E. den Roboter, der die Fackel ersetzt. (Clear Vision/Alive, 300 Min.)
FUNKSTREIFE ISAR 12 Staffel 1+2
"Isar 12 – bitte kommen!" – Wenn der Funkspruch ertönte, bedeutete das: Arbeit für Alois Huber, Karl Dambrowski und Dieter Resch. Wer auch immer auf die Idee kam, einen Berliner, einen Osnabrücker und einen waschechten Bayern zusammen in eine Münchner Funkstreife zu setzen – erfolgreich war sie allemal. Und das nicht mit der Jagd nach den großen Verbrechen, sondern mit den kleinen, zwischenmenschlichen Geschichten rund um die alltägliche Polizeiarbeit. Nebenbei gewähren die Folgen 1–13 der ersten und die Folgen 14–26 der zweiten Staffel einen wehmütigen Blick zurück auf die Befindlichkeiten der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Alte, fast schon als historisch zu bezeichnende Filmaufnahmen der Münchner Innenstadt sind hier zu sehen und Streifenwagen, die die Herzen aller OldtimerFans höher schlagen lassen. (Euro Video, 278 Min./284 Min.)
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ie Szenerie sehe ich noch vor mir: Ich saß oben im roten Doppeldeckerbus – es war noch einer dieser alten „Routemaster", bei denen das Auf- und Abspringen geduldet wurde. High Holborn, New Oxford Street, Oxford Street. Ein liebenswertes Chaos, wie ich es mir erhofft hatte. Wir kamen äußerst langsam voran – denn im August 1973 durften neben Bussen und Taxis noch sämtliche Londoner Limousinen und Lieferwagen diese Shopping-Meile verstopfen – und auch das hatte ich herbeigesehnt. Ich starrte in die wogenden Shopper-Massen. Da musste doch einfach mal ein Star dabei sein.
Würde ein Paul McCartney genau hier vor meinen Augen entlangschlendern? Nein, erst 2002. Könnte Steve Marriott verkatert vor einem Café in der Sonne sitzen? Nein, wie ich eine Stunde später im "Melody Maker" las: Steve war gerade mit seinen Humble Pie in die Vereinigten Staaten aufgebrochen. Ich stieg aus, das heißt, ich sprang ab. An der Ecke zur Tottenham Court Road kam mir tatsächlich Joe Brown entgegen – den Gitarrenkoffer in der Hand, lachend mit einem Freund plaudernd. Nächste rechts, Maple Street, rein nach Soho! Laut meinem „A to Z" musste ich hier bald auf die Wardour Street stoßen, seit Jahren die Heimat des berühmten Marquee Club. Gefunden ... Heute Abend: Greenslade, die Band zweier Ex-ColosseumGreenslade Cracks! Astrein, ich würde da sein. Aber zuerst einmal hieß es, eine Seitenstraße der Oxford Street nicht zu verpassen, Newman Street – kurz dahinter besang Donovan seine "Sunny Goodge Street". Aber ich bog nicht wegen Donovan ab, ich wollte meine Unterkunft aufsuchen. Kein Youth Hostel, kein Bed & Breakfast, sondern die Behausung eines Malers – und ich ließ Revue passieren, wie ich überhaupt zu diesem Frühsommer-Trip gekommen war. Seite
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Es war eine laue Sommernacht Anfang Juli 1973, als ich mit meiner Band, Dannys VIPs, bei einer Vernissage der Bielefelder Galerie Jesse spielte. „Warst du jemals in London?", fragte mich Galerist Jürgen. „Nein, das steht aber ganz oben auf der Liste", erwiderte ich – in Gedanken an unsere pub-rockigen Gagen, die kaum derartige Sprünge erlauben würden. „Du könntest umsonst hin, samt Verpflegungsgeld", lächelte er und konterte mein skeptisches Stirnrunzeln mit einem Redeschwall, bevor ich Buckingham Palace ein Wort herausbringen konnte: „Du fährst mit einem Trucker, den ich kenne, schläfst bei einem meiner Maler, Gordon – und besser, ich gebe dir ein bisschen Geld, als dass meine Bilder in der Post verlorengehen." Meine Gedanken wirbelten nur so, und ich hatte Mühe mit dem Wesentlichen: „Wie kriege ich am Ende dessen Bilder auf den Truck – diese dicken Juggernauts kommen bestimmt gar nicht in die City?" – „Du nimmst sie gerollt mit, deklariert als Poster – gerahmt werden sie hier!" Das klassische Angebot, das man nicht ablehnen konnte – und so stieg ich nun Holzstufen in ein dunkles, holzgetäfeltes Apartment hinauf, das sich wahrscheinlich seit anno 1940 nur unwesentlich verändert hatte. Ein betagter Bohèmian öffnete mir die knatschende Tür – graubraune Matte, nicht bis an die Ellbogen wie meine, sondern immerhin bis an die Schultern, noch alle Zähne, bis auf eine feine Pfeiflücke, und hellblauer Pullover XXL, dabei hätte er auch „Small" locker tragen können: Gordon eben. Gordon zeigte mir seine Arbeiten, meist Tusche auf Papier, und ich versicherte ihm schon mal, dass ich sie sowohl mochte als auch kein Problem darin sah, die Dinger als „Poster" durch den Zoll mit nach Good Old Germany zu nehmen. Als er nach meinen Verbindungen zur „Art world" fragte, deutete ich an, dass ich fester in der „Rock world" verwurzelt war, und als ich das Zauberwort Marquee von mir gab, meinte er „Off you go, lad". Weg war ich. Vom anschließenden geradezu feuerspeienden Club-Gig des Dave Greenslade ist mir die Spielfreude der Jungs noch ebenso präsent wie ihre Präzision – inspiriertes Interplay zwischen dem Chef und Dave Lawson am zweiten Keyboard, die alles hinwegfegenden
GoodTimes
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Drumkaskaden des Ex-King-Crimson-Trommlers Andrew McCulloch. Alles von Bassist Tony Reeves zusammengehalten, dessen Frau Aj Webber das folkige Vorprogramm bestritt. Der nächste Tag war der reinste U-Bahn-Marathon – 1973 auch für einen Zivi gefühlt sehr billig –, und ich klapperte Big Ben, Buckingham Palace, Tower Bridge ab, und zwischendurch natürlich an die zwanzig Plattenläden: Zehn Minuten Hyde Park reichten dann, um schlicht auf der Wiese einzuschlafen. Danach in der heißen Nachmittagssonne zum Piccadilly Circus, damals (und bis Ende der 90s) noch ein echter Kreisverkehr. Ein älteTower Bridge rer Herr mit weißem Haar und feinem Seitenscheitel nimmt seine Brille ab, um sich dicke, herunterrollende Tränen abzuwischen. Als er meinen Blick spürt, spricht er mich an: „I have not seen this for 30 years – what a change!" Ich schaue die erhaben geschwungenen Gebäude zu beiden Seiten der Regent Street an und erwidere in möglichst tröstlichem Ton „Yeah, it must have!" Nach weiterem Plaudern erweist er sich als Ex-US-GI, der im Krieg nahe London stationiert gewesen war – und bewegt in eine Zeitmaschine geraten ist! Piccadilly Circus Ich überlasse ihn bald seinen Reminiszenzen und laufe in die nächste Buchhandlung, um mir die Regent Street 1943 in einem der vielen „Coffee-table"-Bildbände anzusehen. Die Gebäude waren natürlich identisch, aber in den Augen des alte Yankees stimmte es schon – wie viel lebendiger, farbenfroher, lockerer war London nun, 1973! Beim Frühstück hatte mir Gordon, „the old painter", einen Tipp gegeben: mal zum Chalk Farm Roundhouse an der gleichnamigen Underground-Station fahren, zu einem alten Lokomotivschuppen, der zum Event Centre umgebaut worden war, einem waschechten Hippie Heaven! Dass dort sechs Jahre zuvor „A Technicolor Dream" mit Pink Floyd, Kevin Ayers und den London Chalk Farm Roundhouse Pretty Things stattgefunden hatte, keine Ahnung (ein Lokomotivenschuppen als Konzertsaal) 1973 und … damals. Aber ein Blick ins Londoner Programmheft "Time Out" reichte, um mich in Bewegung zu setzen: Stan Webb's Chicken Shack sollten da spielen, total meine Welle. Ich steige schon in Camden Town aus, kann es gar nicht abwarten, in die Nähe dieser Gegend zu kommen – von da aus sind es auch nur zehn Minuten zu Fuß zum historischen Ringlokschuppen. Karten gibt es noch. Alles total Chicken Shack 1973 (v. l. Bob Daisley, Paul Hancox, Stan Webb) locker, man liegt herum, der süßliche Geruch der Tüten ein Hochgenuss. Ganz unten stehen Camel auf dem Plakat – nie gehört, allgemein waren sie damals noch nicht so angesagt. Beim Bier ins Gespräch gekommen, höre ich, dass deren Organist Peter Bardens mal bei Them war. Greenslade würden sie kaum toppen. Dachte ich – auf diesen Anschlag war ich nicht vorbereitet. GoodTimes
Camel
Camel blasen alles weg, spielen ihr komplettes Debütalbum und haben auch bereits "Lady Fantasy" im Programm. Besonders das Feuerwerk "Six Ate" hat es mir angetan, und meine Liebe zur Hammondorgel wird vertieft. Ihre v. l. Peter Bardens, Doug Ferguson, Andy Ward, Andrew Latimer Platten sollte ich stets weiter kaufen – aber die Magie dieser ersten Stunde erreichten sie für mich bei aller Qualität so nie wieder. Danach stehen Hemlock auf dem Roundhouse-Programmposter – auch nie gehört. Doch ein Blick auf die Bühne reicht: Eric Dillon und Jim Leverton von Fat Mattress, Mick Weaver an den Keyboards und an der Front Miller Anderson – bekannt als Keef-Hartley-Mastermind. Ein tolles, beseeltes Set. Andersons und Levertons Pfade sollten sich mit meinen ebenso weiter kreuzen wie die des danach folgenden Stan Webb. In Ansagen und Gehabe wie so oft schnodderig – er stolziert wie immer an langer Gitarrenleine in die tosende Menge! –, wirkt Webb in seiner Performance hochkonzentriert, und spielt mit Bob Daisley und Paul Hancox in derartiger Intensität, die ich so auch bei ihm nie wieder so erlebte, obwohl er oft nahe an diese Sternstunde herankam. Am meisten beeindruckt mich die Entspanntheit des unglaublichen Hippiesonntags – bereits am Nachmittag hatte diese Gig-Serie begonnen, und die Dauer der Umbaupausen scheint wirklich niemanden unter der Kuppel der ehemaligen Lokomotiven-Drehscheibe zu kümmern. Am nächsten Tag, leider schon dem letzten meiner ersten kleinen Odyssee, verzichte ich völlig auf die London Underground und fahre nur noch Bus – den vertrauten alten „Routemaster", bei dem ich mich inzwischen mit dem größtem Vergnügen auf- und abzuspringen traue. Ich stelle fest, dass Ronnie Lane in seinem Liedtext Recht hatte – einige der älteren Schaffner riefen tatsächlich immer noch „Anymore for anymore?", wenn sie wissen wollen, ob jemand noch ohne Ticket ist – der Ex-Faces-Bassist hatte ein Stück Londoner Folklore per Song unvergesslich gemacht. Mittags geht es in einen Pub mit dem alten Maler Gordon: Und was da am Tresen steht, bildet sozusagen noch einmal die Weltstadt ab: Nadelstreifen-Gents (schon ohne Bowler Hat), Chinamen, ein farbigst betuchter Mann aus Ghana, das halbe Commonwealth trinkt neben uns ein Pint of Fuller's! Unvergesslich sollte mir jedenfalls London bleiben – ein Jahr später war ich zurück und kam mir unter anderem wie zu Hause vor, als ich Stan Webb und dazu gleich drei HemlockHaudegen zusammen bei den … im Jahre 2010 – immer noch populär! Savoy Brown Boogie Brothers wieder begegnete. Weitere zwölf Monate darauf zog ich für ein Jahr ganz hin – da nannten sich Stan Webb & Miller Anderson bereits Broken Glass, mein Idol Steve Marriott hatte in „meinem" Ringlokschuppen The Chalk Farm Roundhouse mit seinen All Stars ein Heimspiel, und ich fuhr statt „Routemaster" oder „Tube" mit meinem alten weißen VW „Beetle" durch das Chaos Londons. Dort, wo bei denen rechts der Fahrer saß, gab es bei mir noch nicht einmal einen Sitz – kein Platz, wegen des kompletten Drumkits! Ich werde nie vergessen, wie ich mit meinem schon damals historischen Klapperkäfer einmal ganz um Big Ben fuhr, zu den Klängen von 5000 Volt und "I'm On Fire": Ich stand unter Feuer – mein erstes Mal als Londoner! Uli Twelker 1/2011
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Chucks
IMMER EIN GUTER AUFTRITT
Es war 1995, das Festivalgelände beim Dynamo Open Air im holländischen Eindhoven ein einziger brauner Matsch. Ein heftiger Regenguss hatte den Rasen vor der Bühne und auf dem Campingplatz total aufgeweicht. Mensch und Material waren klitschnass, vor allem meine Schuhe. Was mich aber absolut nicht störte, ganz im Gegenteil. Endlich sahen meine grauen "All Star" Chucks nicht mehr so furchtbar neu aus. Ihr unglaublich eingesauter Anblick machte mich geradezu glücklich. Denn so – und nicht anders! – mussten Chucks einfach wirken: abgelatscht und schmutzig, exakt so, als wäre man mit ihnen schon um die halbe Welt gelaufen. Für alle, die sich im Treter-Fach nicht so auskennen: Chucks, das waren und sind Schuhe, mit denen ihr Träger einiges erleben kann. Jeder verbindet mit seinen Chucks irgendwas Einzigartiges. Die Geschichte des Kultschuhs begann 1917 in den USA, in Malden, Massachusetts. Neun Jahre zuvor hatte dort Marquis Mills Converse die Converse Rubber Shoe Company gegründet. Vordergründig, um schlichte Gummistiefel herzustellen. Ab 1917 wurde der rutschfeste Basketballschuh „All Star", Farbe Schwarz, ins Sortiment aufgenommen. Ein Hit war geboren. Allerdings rechnete damals niemand damit, dass dieser Sportschuh einmal so erfolgreich werden und sich weltweit auch außerhalb der Sportplätze als Tret-Utensil entpuppen würde. Liebevoll nannte man den „All Star" auch Chucks – nach dem BasketballProfi Charles Hollies „Chuck" Taylor. Er stattete 1921 der Firma Converse einen Besuch ab. Mit im Gepäck hatte er einige Verbesserungsvorschläge für den Schuh. Auf sein Anraten wurde zur
Schonung der Knöchel ein Patch an der Innenseite angebracht. Bei Converse war man begeistert und heuerte Taylor als Promoter an. Auf seinen „Basketball Clinics"-Touren machte Taylor Werbung für den „All Star". Und zwar so erfolgreich, dass ab 1923 seine Unterschrift den seitlichen Patch am Schuh zierte. Die klassische schwarze ChucksVariante erhielt Jahre später bunten Zuwachs, schließlich sollten die Schuhe mit der jeweiligen Trikotfarbe der Basketballteams kombinierbar sein. Die bunten Treter kamen überall sehr gut an – auch bei Nichtsportlern, bei Männlein und Weiblein aller Altersklassen, beim Nachwuchs. Damit jeder, der's mochte, die Schuhe auch tragen konnte, gingen alle Größen in die Fertigung. Seit 1966 gibt es Chucks in allen möglichen Formen und Farben, in der flachen Oxford-Variante, in Leder,
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Jeansstoff oder mit Designer-Muster. Und: Die Träger legen auch selbst noch Hand an, gestalten die Schuhe kreativ um. Mit Kugelschreiber werden bunte Muster oder Blumen aufgemalt. Nieten, glitzernde Steinchen oder Aufnäher mit Namen von Rockbands sind ebenfalls angesagt. Was den Hersteller hingegen nicht unbedingt freut: Chucks werden meist so lange getragen, bis sie den Besitzern von den Mauken fallen. Alle Alterserscheinungen – durchgelatschte Sohlen, Löcher im Stoff oder komplett versiffte Schnürsenkel – sind geradezu eine Auszeichnung ...
Versionen auf den Markt. Den Clash-Schuh wird es sogar in fünf Foto: © A. Zagmester Varianten geben – alle mit Totenkopf und einem ClashPrint versehen. Die Blondie-Versionen: grell, im Leopardenleder-Style oder schwarz-pink – natürlich mit der Silhouette von Frontfrau Debbie Harry.
Heute ist es normal, dass die flotten Treter mit dem schicken Abendanzug Chucks sind längst viel mehr als ein kombiniert werden und ins Theater schnödes Hilfsmittel, das einen von A oder feine Restaurant ausgeführt wernach B trägt. Obwohl sie inzwischen Basketballspieler Chuck Taylor den. Selbst Lady Di hatte Gefallen an weltweit an Millionen Füßen haften (bis 2008 waren mehr als 750 Millionen Paar verkauft), ist der „All den Leinenschuhen gefunden. Rebellion? Das war einmal, inzwischen geht es um modische Lockerheit und bequemen Star" nie zum Mainstream verkommen. Der Grund: Er war nie Tragekomfort. Wer in Chucks auftritt, hat automatisch nur ein bequemes Mode-Accessoire für die breite Masse, sondern hatte immer auch seinen Platz in der aufmüpfigen einen guten Auftritt. Gegenkultur. Die Chucks wurden auch von denen getraJulia Rosenthal gen, die gegen die Gesellschaft aufmuckten. Etwa in den USA der 1950er 950er Jahre, als die Jungen in Chucks, schwarzen Lederjacken und Levi's, mit Pomade im AC/DC Haar (und natürlich mit Rock'n'Roll) gegen den Muff der Alten stänkerten. Elvis ließ seine Hüften kreisen und trug dabei – Chucks. Auch Rebell James Dean favorisierte die Dinger. Foto: © A. Zagmester
Fotos: © Converse
Foto: © Guido Karp/Sony
Die Hippies in der Flower-Power-Zeit bemalten ihre Schuhe mit „Peace"-Zeichen, die Punks pieksten Sicherheitsnadeln durch den Stoff oder bekritzelten ihre Chucks mit Anarcho-Symbolen. Ebenso erfuhr sich eine neue Jugendbewegung auf „Rollbrettern" ihre Freiheit oder das, was sie dafür hielt. In den 70ern und bis spät in die 80er Jahre hinein war der „All Star Chuck Taylor" einer der beliebtesten Skateboard-Schuhe. In den Neunzigern – „Grunge" hieß inzwischen das seligmachende Zauberwort – ergänzten Chucks karierte Holzfällerhemden und Schweizer-Käse-Jeans mit Loch an Loch. Als Nirvana-Sänger und Grunge-Galionsfigur Kurt Cobain seinem Leben per Kopfschuss ein Ende setzte, trug er, klaro, Chucks.
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Helmut Bild: ©
Wenske
Cobain war mit seiner Vorliebe für die Schuhe nicht allein im Rock'n'Roll. Mitglieder von Bands wie den Doors, Rolling Stones, Ramones und Sex Pistols trugen ebenfalls diese Leinen-Kultis. Als Mick Jagger 1971 in St. Tropez bei seiner Hochzeit mit Bianca Pérez-Mora Macias weiße Chucks zum Anzug trug, war das eine kleine Sensation. Darum war es auch nur eine Frage der Zeit, bis Converse auf konkrete Personen fixierte eigene Schuhkollektionen anbot: Jimi Hendrix, The Who, Grateful Dead, AC/DC, Metallica. Und demnächst werden weitere bunt bedruckte Rock-Chucks in den Läden stehen. Zu Ehren von Blondie und The Clash kommen verschiedene
ndrix Jimi He
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Bier her, Bier her ...
Schlenkerla-Rauchbier aus dem Bamberg, oberfränkischen Tannenzäpfle (mit dem feschen Schwarzwald-Mädel auf dem Etikett) der badischen Staatsbrauerei Rothaus, Görlitzer Landskron-Bier, Herrenhäuser Pilsener aus Hannover oder Schwarzbräu aus Zusmarshausen – Bierdurst konnte in früheren Zeiten aufgrund der ungekühlt beschränkten Haltbarkeit von Gerstensaft nur von regionalen Erzeugern gestillt werden. So entstanden unzählige Kleinbrauereien, die ihr Bier in der eigenen Schankwirtschaft, als Lieferware oder bei zahlreichen weltlichen und kirchlichen Festen an Mann und Frau brachten. Selige Zeiten, als selbst 1000-Seelen-Dörfer eine Handvoll Hersteller vorweisen konnten!
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och Veränderungen ließen nicht lange auf sich warten. Mit der flächendeckenden Elektrifizierung und dem Einzug von Kühlaggregaten hatten die alten Eiskeller ausgedient, industriell organisierte Großbrauereien sorgten für den Nachschub, den Getränkemärkte und Lebensmittel-Discounter unter das durstige Volk brachten. Immer mehr der überwiegend von Inhabern geführten Brauereien konnten (oder wollten) diesem Trend nicht folgen, ein „Kleiner" nach dem anderen wurde von den Großen geschluckt. Oft wurden die beliebten alten Marken noch ein paar Jahre am Leben gehalten und wie sauer Bier (sic!) angeboten, um dann umso schneller in Vergessenheit zu geraten. Damit verschwand leider auch die Palette an regionalen Marken-Accessoires – von Bierdeckeln über Gläser und Krüge bis zu wunderschönen Wirtschaftsschildern und hauseigenen Brauereifahrzeugen.
alten Zeit" zu sehnen; nach einer Zeit, in der die Kneipe um die Ecke maximal "Export", "Pils" oder ein "Helles" einer Marke im Ausschank hatte und sich in den Supermarktregalen noch nicht Biersorten mit Apfel-, Kaktusfeige- oder Lemon-Geschmack und „Turbobier" mit Koffeinzusatz tummelten. Exemplarisch für diesen erfreulichen Trend steht die Stuttgarter Biermarke Wulle. Auf der Fachmesse „Intergastra" war Wulle Vollbier 2008 mit einem ordentlichen Plopp plötzlich wieder aufgetaucht. Und jetzt sieht man die Bügelflaschen mit dem unverkennbaren roten Logo immer öfter dort, wo sie über 100 Jahre lang dazu gehört hatten wie die Butter zum Brot: in Kneipen, Lokalen und Wirtschaften im Herzen des Schwabenländles und dessen Hauptstadt Stuttgart, auf Straßenfesten, Jahrmärkten und Privatfeten im Umland.
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o war es auch schon zu Zeiten des Brauereigründers Ernst Imanuel Wulle. Seit der fleißige Ur-Schwabe als Lehrling aus dem ländlichen
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hema durch? Nein! Seit ein paar Jahren scheinen sich viele Bierkonsumenten wieder nach der „guten Seite
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Nehren nach Stuttgart gekommen war und 1861 seine eigene Brauerei eröffnet hatte, war Wulle die Gastronomie-Biermarke schlechthin. Auch in anderen Landesteilen, wie zum Beispiel in Heilbronn, Aalen, Ulm oder Baden-Baden, wurde es ausgeschenkt. Doch wie so oft in dieser Branche fand die Erfolgsgeschichte lange nach dem Tod des ersten Braumeisters ein eher leises und plötzliches Ende.
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ach der Übernahme durch die Brauerei Dinkelacker 1971 gelangte die Marke in die Archive der heutigen Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG; dort schlummerte, gut gehütet, auch die Originalrezeptur. Ganz ohne Prunk – und als sei Wulle nie weg gewesen – präsentierte sich das Bier bei seiner Rückkehr: Quasi als Klassiker wiedergeboren, brauchte es dafür keine großformatigen Werbekampagnen, Das alte Wulle keine PromotionBrauereigelände in Stuttgart Shows oder GalaDinner-Veranstaltungen mit prominenten Gästen. Die Bier-Geschichte wurde einfach dort fortgeschrieben, wo sie geendet hatte. Das jüngste und zugleich älteste Bier der Stuttgarter Traditionsbrauer tritt auch nach außen so authentisch auf, wie es gebraut wird, nämlich nach Originalrezept. Völlig zeitlos, aber wahrscheinlich gerade darum bestechend schön ist auch die Produktausstattung wie Bierkästen und Flaschenetiketten: Sie tragen nichts als das Original-Logo mit dem Wulle-Braustern und entsprechen in der Ausführung weitgehend dem alten Erscheinungsbild. Eine derart in sich stimmige Marke, die großen Erfolg und eine weite Verbreitung in BadenWürttemberg hatte, muss nicht neu eingeführt werden. So fährt die Stuttgarter Brauerei heute ganz bewusst nur äußerst zurückhaltende Werbemaßnahmen; sie sind so gewählt, wie sie in Wulles „erstem Leben" ausgesehen haben könnten.
Fotos: Privatbrauerei Stuttgart
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önnte man den Brauereigründer von 1861, 861, Ernst Imanuel Wulle, heute auf ein Feierabendbier nach Stuttgart einladen – er würde nicht schlecht staunen, was er dort vorfindet: über der Theke ein Emailleschild mit seinem prägnanten runden Wulle-Logo, auf dem Tisch Wulle-Bierdeckel und ein Wulle-Zigarrenascher, im Ausschank Wulle-Vollbier, GoodTimes
wahlweise im bauchigen Wulle-Becher oder in der Bügelflasche serviert. Draußen vor der Tür parkt der knallrote Wulle-Bulli, der auch mal durch die Straßen Stuttgarts tuckert und die eine oder andere Party mit Bier versorgt – alles so, als sei Wulle nie verschwunden gewesen. Bierauslieferungen unternimmt stilecht ein Ford Transit von 1962 unter der Wulle-Flagge, bei Großveranstaltungen wird ein wunderschön restaurierter Mercedes-Lkw von 1957 eingesetzt. Bei gutem Wetter sieht man ab und an eine kleine Propellermaschine mit Wulle-Schleppbanner über der Stadt kreisen – und seit diesem Frühjahr rattert ein Schienenbus aus den 60er Jahren durch die Region, natürlich mit Wulle-Bier an Bord …
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n den angesagten Clubs und in der alternativen Szene der Region macht ein Slogan die Runde, den eigentlich nur noch die Elterngeneration kennen kann: "W i r w o llen Wulle" heißt es da, oftmals in kompletter Unkenntnis von Herkunft und Geschichte dieser Aus- bzw. Ansage. Die älteren Bierkenner sind von der Originalität begeistert. Für die Privatbrauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu aus Stuttgart ist der Erfolg eine Bestätigung, nach schwierigen Jahren den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Denn auch hier scheint sich eine Trendwende abzuzeichnen: Nach mehreren Jahren als Teil des Weltbraukonzerns INBEV kaufte sich die Brauerei 2007 frei und ist heute wieder mehrheitlich im Besitz der Familie Dinkelacker. Die Privatbrauer sind der Überzeugung, dass sie langfristig nur mit der Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln und mit einer starken regionalen Verankerung Erfolg haben.
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ie sich in den letzten zwei Jahren gezeigt hat, ist das wiedergeborene Wulle Vollbier in der Szene, in Gastronomie und Handel bereits fest positioniert, auch über Stuttgart hinaus. Eine kleine, regionale Geschichte, die Mut macht, sich nicht fatalistisch den Zwängen der viel zu oft bemühten Globalisierung zu ergeben. Vielfalt und regionale Eigenheiten sind wichtige Bausteine unseres täglichen Lebens, die man oft erst dann angemessen zu schätzen weiß, wenn sie nicht mehr da sind. Ulrich Schwartz
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u h t e e m h i e c ä ek b s h a ! c r d u D h m r t e s h c l ni a H n e d Alkohol und die Jahrzehntwende der 60er/70er
Von Uli Twelker
Am Anfang war das Bier. Gefühlt lässig lehnte ich während meiner ersten Karibik-Seefahrt im Juli 1968 an der Reling, als mein Kram in der Pantry erledigt war, und ließ mir ein Becks schmecken. Kaum zwei Schlucke durch den Hals bekommen, meckert mich der Käpt'n laut an: „In deinem Alter, schäm dich, mein Jung!" Wie jetzt? In meiner Clique zu Hause galt ich mit meinen 15 Jahren als Spätentwickler, und ausgerechnet hier bei den Saufziegen mit Kurs auf Kolumbien nicht mal ein kleines Helles? Am Tag drauf schickte mich der Funker in die Kapitänskammer: „Bring dem Alten mal dieses Telex." Als auf mein drittes Anklopfen keine Reaktion kam, öffnete ich: Der Kommandant im QuasiKoma, lallend! Da merkte ich – es musste noch mehr geben als Bier und Heuchelei.
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erbst '68 – „Uli, kommst du mit zu Adolf?" Im Comic hieße es jetzt „Zusammenzuck"! Was die NPD war, wusste und hasste ich schon. Aber nein, es ging um Pool-Billard in der Stadtschänke, und der Wirt hieß eben Adolf. Soll(te) vorkommen. Angesagtes Sportgetränk war „Koko" – Kola-Korn also. Schmeckte gar nicht mal sooo viel schlechter als Cola-Rum. Das kannten wir aus der "Bravo" als Studiostoff der Beatles, hatten es auf Klassenfeten getestet und dazu auch die Definition des Wortes Kater aufgespürt. Nochmal veredelt, konnte ich im Sommer darauf – erneut bei der Christlichen Seefahrt – in Santos auch weißen Bacardi-Rum kosten, wieder einmal mit „Verdünnung" genannter Cola. Als „Nachglüher" reichte man Cachache, einen sehr süßen, äußerst wirksamen Zuckerrohrschnaps. Wie der aus gestandenen Schiffsingenieuren Wracks machte, hätte mir kein TV-Spot der Welt besser beibringen können. Und so beobachtete ich bei einer der vielen Winterfeten 1969/1970 mit einem Gefühl von „Hätte ich dir vorher sagen können", wie ein liebeskummerlädierter Nachbarjunge zunächst eine Seite
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halbe Flasche Dimple aus Vaters Barschrank in zügigen Schlucken leerte und dann mit Toilettenschüssel im Arm mühsam zu sterben versuchte – der war wirklich fast geliefert, bis der erlösende Rückwärtsgang griff!
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leichzeitig wurde die Palette der Möglichkeiten größer. Bald kreiste beim Besuch diverser OpenAir-Festivals korbflaschenweise der Lambrusco. Bei einem sommerlichen Lagerfeuer 1970 glaubten wir die Wirkung dieses „Pennersonne" getauften, erstaunlich preiswerten KeltererWunders ganz gut abschätzen zu können, besonders wenn man gleichzeitig feste Nahrung zu sich nahm – in unserem Falle Kartoffel-Chips. An den späteren Abend erinnere ich mich nicht detailliert, wohl aber an den markerschütternden Aufschrei meiner Mutter am nächsten Morgen. Sie wollte mich zur Schule wecken, fand aber statt ihres ältesten Sohnes nur ein offensichtlich wie ein Schwein aufgeschlitztes stöhnendes Etwas vor: Ich hatte diese gesamte StärkeSalz-Fusel-Melange schlicht in Richtung weißer Bettdecke
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ausgekotzt. „To park a tiger" nannte der Brite das damals. Nur dass mein Tiger eben eher die Farbe des gemeinen Rotfuchses angenommen hatte, aus den ganz offensichtlichen Gründen.
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erienjob. Beschwerdestelle der Tageszeitung. Interessant: Man weiß schon, dass man gleich angemeckert wird, weil die "Neue Westfälische" mal wieder in irgendeinem Briefkasten fehlte. Konnte aber locker bleiben, weil man ja selber gar nicht geschlampt hatte. Aber so locker wie die Mädels der Abteilung? Hellhörig wurde ich, als die immer schon um neun kicherten, wo denn der Frühstückskakao bliebe. Ich reihte mich in die Bestellung ein – und, aha: Die hatten auch wieder Rum drin! Alles klar. So kam man entspannt durch den Reklamationstag.
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ivildienst. Bier, Wein, gar harte Sachen: Im Büro ist sowas natürlich tabu. Wer will da schon mit einer Fahne rumlaufen und einen Rüffel riskieren? Aber Sekretärin Gabi führte mich behutsam an edle VermouthTropfen heran, die ich bis anhin nur von dem Picon-Patron aus dem Werbefernsehen kannte: „„Dubonnet" hieß unser Gesöff. Schmeckte wie eine mittelpreisige Pralinenfüllung und wurde immer mal wieder „für zwischendurch" aus der Schublade geholt. „Ist ja egal, von was einem schlecht wird!", so hieß es damals stets achselzuckend.
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twa zur gleichen Zeit kam ich zum ersten Mal mit handgebrautem, britischem obergärigen Bier in Berührung, in etwa vergleichbar mit dem im Ruhrgebiet beheimateten, ebenfalls obergärigen Altbier. Ich wusste gleich, das bekäme ich jederzeit durch den Hals. Und so ist es bis heute geblieben, obwohl ich für diese doch eigentlich recht harmlose Leidenschaft fast einmal Prügel kassiert hätte. Auf Tour durch Niederbayern zum Besuch eines Ex-Klassenkameraden, der in München studierte, machten wir 1972 Rast in einem kleinen dörflichen Gasthof. Auf unsere arglose Frage „Haben Sie auch Altbier?", packte mich der zünftig lederbehoste Wirt mit Würgegriff am Kragen und knurrte „Wos hom's? Sagen's des noch amol! Wir hom hier nur a frisches Bier, hom's des jetzt?!"
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