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kult! 17 (1-18)

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HIER SPIELT DIE MUSIK!

Yps 1282 mit der Boombox für dein Smartphone. Ab 14. September im Handel und im


mit

IMPRESSUM

Poster

Anschrift:

NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 0 70 42/37660-160 Fax: 0 70 42/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-kult.de www.facebook.com/goodtimeskult

Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried

Mitarbeiter:

Norbert Arndt, Matthias Auer, Matthias Bergert, Jens-Uwe Berndt, Horst Berner, Kathrin Bonacker, Kirsten Borchardt, Lothar Brandt, Susanne Buck, Petra Czerny, Michael Fuchs-Gamböck, Hans-Jürgen Günther, Thorsten Hanisch, Christian Hentschel, Teddy Hoersch, Michael Klein, Andreas Kötter, ­ Madita Leibfried, Niklas Leibfried, Nicolas von Lettow-Vorbeck, Bernd Matheja, Kati Naumann, Hans-Joachim Neupert, Markus ­ Nöth, Helmut Ölschlegel, Thorsten Pöttger, Alexander Querengässer, Sven Rachner, Malte Ristau, Philipp Roser, Roland­ Schäfli, Thorsten ­ Schumacher, Ulrich Schwartz, Schatz, Lars ­ Christian Simon, Alan Tepper, Jörg Trüdinger, Claudia Tupeit, Uli Twelker, Thomas Wachter, Jürgen Wolff

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Abonnements, Shop: ­

Andrea Leibfried, goodtimes@nikma.de

Grafische Gestaltung:

Andrea Zagmester, kult@nikma.de Kathleen Müller, grafik@nikma.de

Anzeigenverkauf:

Petra Czerny, anzeigen@nikma.de

Vertrieb:

IPS Pressevertrieb GmbH Postfach 1211 53334 Meckenheim Tel: 0 22 25/88 01-0

Druckerei:

Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Frankfurter Str. 168 34121 Kassel

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2x jährlich

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Einzelheft: 6,50 € (Preis inkl. 7% MwSt.)

Abonnement: siehe Seite 41

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kult!

Willkommen bei

S

chon wieder ist ein halbes Jahr ins Land gezogen, Zeit also für die nächste Nummer von kult! Und so halten Sie nun bereits die 17. Ausgabe unseres Magazins in Händen – der Stoff, um in E ­ rinnerungen zu schwelgen, geht eben einfach nicht aus! Zurück in die Zukunft" war die längst zum Kult gewordene Filmtrilogie beti" telt, die 1985 anlief; für unser Magazin ließe sich dieser Slogan variieren zu Vor" wärts in die Vergangenheit" – abtauchen in die (eigene) Vergangenheit. Mit einem breiten Themenspektrum in gewohnt anspruchsvoller Weise wollen wir Sie auch diesmal mitnehmen auf eine Zeitreise in die Kindheit und Jugend. Also in Zeiten, als man Langnese-Eis schleckte, sich durch die Abenteuer von Tom Sawyer & Huckleberry Finn unterhalten ließ und sich Comics schmökernd mit Daniel Düsentrieb an dessen Erfindungen erfreute. Als gemäß der damaligen Rollenverteilung Mädchen mit Barbie-Puppen spielten, während die Jungs Matchbox-Autos bewegten und davon träumten, am Lenkrad eines Opel Bitter zu sitzen. Und man kann schmunzeln, wenn man sich heute vor Augen hält, wie einst die Wohnzimmer eingerichtet waren und welch große Rolle die Farbe Orange einmal im deutschen Alltag spielte. Vielleicht lässt der eine oder die andere sich ja auch dazu inspirieren, in der Plattensammlung (etc.) zu stöbern, um sich selige Musikzeiten von Achim Reichel mit den Rattles, Wonderland oder als psychedelischer Pionier ins Gedächtnis zurückzuzurufen. Und mit Nena erneut "99 Luftballons" steigen zu lassen oder sich im Zuge des Ost-West-Brückenschlags darüber zu informieren, welche Schallplatten auf der anderen Seite der Mauer verfügbar waren ... Den Wunsch, dass Sie viel Spaß beim Schmökern haben, verbinde ich mit der Bitte, uns wissen zu lassen, welche kult!-Themen Sie sich für die nächsten Ausgaben wünschen. Es grüßt Sie herzlich

Neu

Titelfoto:

Nena: Didi Zill

GoodTimes kult! ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes kult! erschienenen Artikel, Interviews, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Herausgebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart

­Fabian Leibfried -Herausgeber/Chefredakteur-

amam 20.04.2018 erscheint 20.4.2018 kult! Nr.Nr.1818erscheint GoodTimes

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Seite

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kult! 60er · 70er · 80er

Ausgabe Oktober 2017 1/2018 (Nr. 17)

INHALT RUB RIKE N 3 Editorial/Impressum 4 Inhaltsverzeichnis 5 Mein erstes Auto Mitarbeiter & Prominenz 6 News from the past

76

Altes neu ausgepackt

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21 kult! Verlosung 21 kult! Rätsel 39 kult! Shop 41 kult! Abo-Bestellschein 47 Nena/Mein Name ist Nobody

36

18

Riesenposter

12 Unterwegs mit einem Planespotter Paparazzo der Stahlvögel

14 Linda Gray (Dallas)

War das nicht eine verrückte Zeit?!" "

18 Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer Eine Hymne in Prosa auf die Kindheit

56

22 Das Jahr 1977

Deutscher Terror-Herbst, der Tod des King Of Rock'n'Roll & sich bekriegende Sterne

62

26 Promi-Paare

62 Barbie

Im moralischen Gewitterhagel

30 Werbe-Ikonen – Serie (Teil 5)

Geliebt – gehasst – vergöttert ...

32 Langnese-Eiskrem

Vom Star-Club in die Elbphilharmonie

36 Lederstrumpf

Geschätzt, geliebt, gelobt

64 Achim Reichel

Klementine – nicht nur sauber, sondern rein!

66 Kultbücher

Köstliche Kindheit! Der Meisterschütze und der letzte Mohikaner fesselten Babyboomer

40 50 Jahre Geldautomaten

68 Captain Future

32

Sternenritter ohne Furcht und Tadel

72 Das neue Interieur der 60er Jahre – Serie (Teil 1)

30

Die Idee, die aus der Badewanne kam!

42 Daniel Düsentrieb

Geometrie statt Gemütlichkeit

44 Nena

Italienischer Chic aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis

76 Erich Bitter und seine Autos

Dem Ingeniör ist nichts zu schwör 40 Jahre – NDW-Ikone, internationaler Star und mehrfache Mama

78 Die Farbe Orange in den 70er Jahren

44

46 The Time Tunnel

Bahn frei für ungebremste Fröhlichkeit

55 Rosy Rosy

Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit

56 Das Lustige Taschenbuch" wird 50 "

Ein Witz zu jeder Leiche

58 Hammer Film Productions

Bill McKinney

80 Ivanhoe

Bildungsfernsehen à la Hollywood

82 Edgar Wallace

Bayerische Erotik-Ikone der Subkultur

86 Kino-Bösewichte – Serie (Teil 5)

Der Kolumbusfalter ist zurück

88 Computerspielemuseum in Berlin Zocken ist Kultur!

Von irren Wissenschaftlern, Vampiren und Fell-Bikinis

90 Die Geschichte der O

Ein Liebesbrief der ganz besonderen Art

80

92 Matchbox

Das legendäre Auto aus der Streichholzschachtel

90 88 56 92

96

Seite

4

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GoodTimes

1/2018

94 Sticker im öffentlichen Raum Klebrige Leidenschaft

96 VEB – Deutsche Schallplatten – Serie (Teil 3)

Litera – Das akustische Schatz kästchen für die ganze Familie


Mein erstes Auto

VW Käfer (orange) Malte Ristau

Hans-Joachim Neupert

VW Passat (grün)

Renault R 4 (gelb) Kathrin Bonacker

Citroen C1 (blau) Claudia Tupeit

Markus Nöth

VW Polo (hellbraun)

Fiat 127 (giftgrün)

Opel Corsa (rot) Susanne Buck

Philipp Roser

Petra Czerny

Datsun Cherry (silber)

VW Käfer (orange) Michael Fuchs-Gamböck

Opel Ascona B (zitronengelb)

Roland Schäfli

Sven Rachner

VW Scirocco (weiß)

Opel Kadett City (rot)

VW Passat (rot) Michael Klein

Ulrich Schwartz

Andrea Zagmester

VW Käfer (himmelblau)

Opel Rekord D Coupe (rot) Andreas Kötter

Achim Reichel

Christian Simon

VW Käfer (beige)

VW Käfer (weiß) Andrea Leibfried

60er ein Mein erstes Auto war Anfang der weißem Dach FORD TAUNUS 15M in Blau mit grill. und Weltkugel über dem Kühler en eingeAls besonderes Extra hatte er ein attenspieler. bauten Philips Mignon Single-Pl igs liefen Auf den Fahrten zu den Rattles-G Little Eddy Cochran, Gene Vincent und nicht zu Richard und alles, was im Radio hören war.

Alan Tepper

Renault Espace (beigemetallic)

VW Polo (grün) Kathleen Müller

Mitarbeiter & Prominenz

DKW Junior (grau)

Fiat 127 Sport (silber) Fabian Leibfried

kult!

Matthias Bergert

Wartburg (grün)

VW Passat (rot)

Foto: © Hinrich Franck

Kati Naumann

Lothar Brandt

GoodTimes

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Bücher & Comics WIKING – AUTOTRÄUME

N from the past rakterisierung des Menschen Robert Redford, die mehr als gelungen ausfällt. Eine exquisite Lektüre.

85 JAHRE MINIATUREN ZU WASSER, ZU LANDE UND IN DER LUFT

YAMAHA ZWEITAKT

2017, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-998-9 168 Seiten; 34,90 €

Von Peter Abelmann und Axel Koenigsbeck

Von Ulrich Biene

Ulrich Biene wusste schon mit seinem Buch Faller – Kleine Welt ganz groß" zu begeis­ " tern. Nun hat er einen Hardcover-Band in Top-Druckqualität vor­ gelegt, der sich den Mo­ dellen (natürlich meist Maßstab 1:87) der Fir­ ma Wiking widmet, die auf eine 85-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken kann. Der reich illustrierte Band, in dem sich ne­ ben den Fotos der Modelle und der Produkti­ onsstätten auch zahlreiche Abbildungen von alten Werbeprospekten oder Kartons finden, kann mit einem präzisen, detailverliebten Text aufwarten, der nicht nur Fakten vermit­ telt, sondern auch die Faszination, die von den Mini-Lkws, Schiffen, Straßenbahnen und – wenn auch nur kurz – Flugzeugen ausging. Ein aufschlussreicher Band und zugleich ein Mus­terbeispiel für lebendige Sachliteratur.

ROBERT REDFORD DIE BIOGRAPHIE

Von Michael Feeney Callan 2017, Droemer Verlag ISBN 978-3-42630-136-4 732 Seiten; 16,99 €

Robert Redford ist einer der bedeutendsten Schauspieler Hollywoods, der sich im Gegen­ satz zu vielen Kollegen nicht von den Verlo­ ckungen der Traumfabrik blenden und ver­ führen ließ, sondern sich selbst treu geblieben ist. Veranstaltungsreihen wie das Sundance Film Festival und vor allem Blockbuster wie Der Clou", Der große " " Gatsby", vor allem Die Un­ " bestechlichen" und Jenseits " von Afrika" sowie Der " Pferdeflüsterer" haben seine Popularität auf alle Zeiten zementiert, doch auch sein sozialpolitisches Engagement und seine Bemühungen gegen die Erderwärmung bewirkten Respektbe­ kundungen. In der überaus detailreichen, mit zahlreichen Fotos illustrierten und mit einer Filmografie versehenen Bio kann sich der Le­ ser einen Eindruck über das Werk des sym­ pathischen Mannes verschaffen. Der größte Verdienst des Buchs liegt aber bei der Cha­

VON DER YA1 BIS ZUR RD 500 UND DT 400 2017, Schneider Media ISBN 978-3-66710-702-2 280 Seiten; 29,90 €

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Man kann dieses feine Nachschlagewerk anschauen, wie ein Kind ein Bilderbuch anschaut – mit großen, staunenden Augen und mit dem sehnlichen Wunsch, die Dinge, die man sieht, berühren oder gar besitzen zu können. Das im modernen Motorradbau aufgrund von Umwelt- und Lärmschutzbe­ stimmungen zur Randerscheinung verkom­ mene Zweitaktprinzip und die Modelle, in denen diese Motoren bei Yamaha bis in die frühen 1980er Jahre ver­ baut wurden, legten den Grundstein für den bis heute währenden Erfolg der Marke. So beflügeln der Big-Bike-Schreck RD 250/350 oder der Gelände-Dampfhammer DT 400 bis heute die Sinne aller YamahaFans, die in den 70er Jahren jung und stark und wild waren. Ikonischen Motorrädern und Lebensgefühl haben Peter Abelmann und Axel Koenigsbeck, als freie (Buch-)Auto­ ren für verschiedene Motorradpublikationen längst als ausgewiesene Experten anerkannt, auf 280 Seiten mit 800 meist farbigen Fo­ tos und Abbildungen ein beeindruckendes Denkmal gesetzt. Eines, das dem Leser ein sinnliches Erlebnis beschert, bei dem die ty­ pische blaue Zweitaktfahne beinahe in der Luft zu hängen scheint.

FRAUEN DER 1920er JAHRE GLAMOUR, STIL UND AVANTGARDE Von Thomas Bleitner

2017, Insel Verlag ISBN 978-3-45836-262-3 208 Seiten; 16,00 €

Die Goldenen Zwanziger", " The Roaring Twenties" " oder Les Années Folles" " – alles schwärmerische Be­ schreibungen einer Dekade, in der die Lebenslust – nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs – nur so zu sprühen schien. Natür­ lich spielten dabei zahlreiche Faktoren eine wichtige Rolle, doch vor allem die Emanzipa­ tion der Frauen sorgte für neue Impulse. Der Hamburger Autor Thomas Bleitner stellt in Seite

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seinem vorzüglichen Buch bedeutende Frauen mittels faszinierender Fotos und aussagekräf­ tiger Texte vor. Literatur und Kunst (Zelda Fitzgerald, Tamara de Lempicka), Cabaret und Tanz (Anita Berber, Josephine Baker) oder Fotografie und Film (Clara Bow, Louise Brooks) sind nur einige der Themenschwer­ punkte, in die der Autor sein Werk unterteilt. Eine schillernde Zeitreise in eine vergangene und – für die meisten – vergessene Zeit.

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ODER DIE GANZE GESCHICHTE DES FUSSBALLS IN NEUNZIG SPIELEN

Von Christian Eichler

2017, Droemer Verlag ISBN 978-3-42630-139-5 512 Seiten; 16,99 €

Der Sportjournalist Christian Eichler kann nicht nur spannend und unterhaltsam schrei­ ben, sondern hat auch originelle Ideen. Wie der Titel schon proklamiert, verdeutlicht Eichler die Geschichte des beliebten Sports anhand historisch relevanter Spiele. Klar, das Wunder von Bern" fehlt nicht, auch das " Wembley-Tor aus dem Jahr 1966 wird ange­ sprochen, und das WM-Endspiel Deutsch­ land – Niederlande im 1974 findet sich wieder (hier sahen Kicker auch noch wie Kicker aus und nicht wie Schnullis!). Doch auch bewegende Mo­ mente wie ein Spiel an der Westfront am 24./25. Sep­ tember 1914 oder ein Match Deutschland – Russland, das mit 16:0 endete (1912), werden thematisiert. Dabei begeistert die Verknüpfung von sorg­ sam recherchierten Fakten und temporeichen Spielbeschreibungen. Wärmste Empfehlung!

MONTY PYTHON’S FLYING CIRCUS HIDDEN TREASURES Von Adrian Besley

2017, Edition Olms ISBN 978-3-28301-279-3 98 Seiten; 39,95 €

Einen Einblick in die bizarre Welt der Py­ thons (die auch ein Vorwort zu dem großfor­ matigen, in einem Pappschuber erhältlichen Band beisteuerten) präsentiert der Autor des englischsprachigen Werks Adrian Besley. Neben zahlreichen be­ kannten Illustrationen und einem ausgiebigen bibliografischen Teil mit Einzelporträts sind es die zahlreichen Beilagen – in braunen Schutzhüllen steckend –, die Licht auf ungenutzte Beiträge werfen, wie


NEWS from the past der Text zum bitterbösen Sketch Ursula " Hitler". Darüber hinaus finden sich Replika von Werbeflyern, ein Bastelbogen!!!, Poster, die legendäre Postkarte von Eric Idle und Queen Elizabeth zum 25. Thronjubiläum und aktuelle Postkarten. Nach der Lektüre des opulenten Bandes wird jeder Leser schnell zum Medium Fernsehen wechseln und sich ein paar alten Sendungen anschauen, denn die waren tatsächlich einmalig.

GEORGE LUCAS DIE BIOGRAFIE

Von Brian Jay Jones 2017, edel ISBN 978-3-84190-557-4 478 Seiten; 24,95 €

George Lucas hat die Ausstrahlung eines gutmütigen und netten Opas, was wohl kaum auf das Genie hinter dem unscheinbaren Er­ scheinungsbild schließen lässt. Er hat mit seinem Star Wars"-Epos und dem darauffol­ " genden Kult die Dimensionen des Vorstell­ baren erweitert, denn noch nie zuvor war so ein Hype um eine Filmreihe entstanden, einhergehend mit einer unvergleichlichen Wertschöpfungskette. Der renommierte Autor Brian­ Jay Jones schildert den Werdegang des Regisseurs, wobei er aber nicht nur auf die cineastischen Aspekte seines Schaffens abzielt, sondern auch dem Menschen nahe zu kommen versucht. Letz­ teres gelingt nicht immer, gilt Lucas doch als verschlossener und wortkarger Privatier. Al­ lerdings lassen die zahlreichen O-Töne aus Interviews und die Kommentare von Zeitzeu­ gen ein Bild entstehen, das einer akzeptablen Annäherung gleichkommt. Und eines ist si­ cher: Star Wars"-Fans werden hier ihre helle " Freude haben, da Jones mehr als nur einen Blick hinter die Kulissen präsentiert.

VERGESSENE AUTOS

ERLOSCHENE DEUTSCHE MARKEN Von Halwart Schrader

2017, Motorbuch Verlag ISBN 978-3-61303-996-4 352 Seiten; 69,00 €

Halwart Schrader hat sich mit diesem Pracht­ band in exzellentem Druck wahrscheinlich einen Traum erfüllt, denn der informative Text, die tollen Fotos und Abdrucke von Anzeigen oder Broschüren sind so gekonnt verknüpft, dass man die große Leidenschaft hinter der Arbeit spürt. Der Autor nennt ins­ gesamt 137 Markennamen der wichtigsten deutschen Autobauer – auf einige musste er aufgrund von Platzgründen verzichten – und dokumentiert die Firmengeschichte sowie

die bekanntesten Modelle. Das reicht von Maybach mit zum Beispiel dem wunder­ schönen SW 38, Horch mit dem kultigen 853A über Melkus und dem RS 1000 Flügeltürer bis hin zu nur noch Spezialisten bekannten Marken aus der Frühzeit wie Orient Express, Wanderer, Cu­ dell oder Mathis. Ein Werk eines Kenners für Autofans, die sich an Ingenieurskunst und besonders formvollendeten Automobilen er­ freuen.

THE JACKSONS

EINE FAMILIE – EIN TRAUM – EINE LEGENDE

Von The Jacksons mit Fred Bronson

Zum 50. Jubiläum der Debütsingle "My Boy" erscheint der vorzügliche und großformatige Bildband mit über 1000 Abbildungen, der einen umfangreichen Überblick über das Schaffen der Jacksons bietet, die allzu oft im Schatten des Me­ gastars Michael Jackson verschwinden. Neben den groß angelegten Bildstrecken, bei denen man häufig seltene oder noch nie gesehene Fotos berücksichtigte, dienen Kurztexte der Band und von Zeitzeugen der Vervollständigung eines plastischen Gesamteindrucks. Zusätz­ lich sind Abbildungen von Plattencovern zu sehen, Musikmagazinen, Sequenzen aus dem Familienalbum, Konzertaufnahmen und einige Impressionen von Michael Jacksons Solokarriere. Ein schöner Bildband, bei dem man sich in einigen Passagen ein wenig mehr Text zur Erläuterung gewünscht hätte.

DAS DRAMATISCHE LEBEN UND STERBEN DER GRÖSSTEN RENNFAHRER 2017, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-970-5 144 Seiten; 39,90 €

Dieser einzigartige, emotionale Bildband versammelt Porträts von 19 Rennfahrern, die vor allem in den 70er und 80er Jahren des ver­ gangenen Jahrhunderts auf den unterschied­ lichsten Rennstrecken bei zum Teil spekta­ kulären Unfällen ihr Leben ließen. Keiner im Fahrerlager wusste, ob man sich nach dem Rennen, nach dem Training oder einer Test­ fahrt wiedersah. Zu schlecht waren die Si­ Seite

Die von den genialen Comicgrößen Albert Uderzo und René Goscinny geschaffenen Helden Asterix und Obelix sind wieder da! Das mit Spannung erwartete neue Abenteuer der gallischen Freunde trägt den Titel Aste­ " rix in Italien"! Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Italien ist von den Römern be­ setzt … Ganz Italien? Nein, nicht komplett! Während Cäsar von einem vereinten Italien

kult!

Unsere Gewinner der Verlosung aus kult! Nr. 16 – 2/2017: DVD Die Hausmeisterin: Klaus-Peter Wiez, Oberhausen Waltraut Clausen, Trochtelfingen DVD Rette mich wer kann: Horst Doffing, Bottrop John Oertel, Staßfurt

CD Hanni & Nanni: Marita Peil, Bad Kreuznach Thomas Rathjens, Itzehoe

Von Elmar Brümmer, Ferdi Kräling

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2017, Egmont Comic Collection ISBN 978-3-77044-037-5 48 Seiten; 12,00 €

CD Schlümpfe: Hannelore Frickmann, Lehrte Dragana Usainovic, Herbrechtingen

VERLORENE FREUNDE

1/2018

ASTERIX IN ITALIEN

Von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad

2017, edel ISBN 978-3-84190-565-9 320 Seiten; 39,95 €

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cherheitsvorkehrungen an den Rennstrecken, zu rudimentär die ärztliche Versorgung vor Ort, zu experimentell die Fahrzeugkonstruk­ tionen – und zu arrogant die Veranstalter, die oft genug selbst unter widrigsten Witterungs­ bedingungen Rennen star­ teten. Der Verlust von gu­ ten Freunden gehörte des­ halb viel zu lange einfach dazu. Elmar Brümmer hat hier mit großer Kenntnis und Einfühlsamkeit das Leben, die Erfolge und die tödlichen Unfälle und ihre Ursachen analysiert. Der Motorsportfotograf Ferdi Kräling steuerte die beeindruckenden Fotografien dazu bei.

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CD Wencke Myhre: Hans Lutz, Ansbach Julia Cieslik, Immendingen Lasarczik, Lutherstadt Wittenberg CD 5 Freunde: Albert Bulling, Schwäbisch Gmünd Saskia Klare, Augustdorf

Herzlichen Glückwunsch!


N from the past träumt, besteht die Halbinsel aus verschie­ denen Regionen, die großen Wert auf ihre Unabhängigkeit legen. Darum ist das Leben nicht leicht für die römischen Legionäre ... Obelix ist überrascht, dass dort längst nicht nur Römer wohnen, die es mit Zauberkräften zu vermöbeln gilt! Stattdessen gibt es viele Italiker, die ganz nach gallischer Manier ihre Unabhängigkeit wahren wollen. Sie lehnen den Her rschaftsanspr uch von Julius Cäsar mit sei­ nen Legionen strikt ab. Unsere Lieblingshelden Asterix und Obelix stürzen sich in ein fes­ selndes Abenteuer und entdecken das außergewöhnliche Italien der Antike! Mit den Riesenerfolgen Asterix bei " den Pikten" und Der Papyrus des Cäsar" " haben Jean-Yves Ferri und Didier Conrad ihr Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Am 19. Oktober erscheint nun endlich das neue Abenteuer: Asterix in Italien"! Halten " Sie sich bereit für eine turbulente Fahrt über die Halbinsel!

VW-BULLI

FLOTTER TRANSPORTER Von Peter Kurze

2017, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66711-156-2 112 Seiten; 16,90 €

70 JAHRE VW BUS

auto motor und sport Edition 2017, Motorbuch Verlag ISBN 978-3-61330-836-7 164 Seiten; 9,90 €

Beide Bildbände stellen die Geschichte und Entwicklung des beliebten Transporters aus der Nachkriegszeit bis heute vor. Dabei spa­ ren sie nicht an Fotos aus den unterschiedlichsten Einsatzbereichen, an­ hand derer die ganze Vielseitigkeit des „Bul­ lis" ersichtlich wird. In­ teressante Skizzen zur Technik fehlen ebenso wenig wie Abbildungen des einen oder ande­ ren Werbeplakats. Gut verständliche und bei aller Sachlichkeit auch unterhaltsame Texte bil­ den dabei die Basis und erinnern an die Anfangs­ jahre eines der erfolg­ reichsten Fahrzeuge der heimischen Automobil­ industrie. Alle VW-BusFans werden durch diese Bücher zum Träumen und Erinnern an die längst vergangene Jugendzeit angeregt.

FESTIVAL DEL RIO

kriegsfahrzeuge, hat dafür sein umfassendes Archiv durchforstet und kenntnisreiche, un­ terhaltsame Texte zu kleinen Kunstwerken erstellt. Ein toller Rückblick auf die goldenen Jahre.

Von Roland Schäfli

2017, Brotsuppe ISBN 978-3-90568-980-8 192 Seiten; 22,00 €

Ausgerechnet eine Woche vor Beginn des Filmfestes stirbt der Festivaldirektor während seines Lieblingsfilms Citi­ " zen Kane". Es liegt nun an seinem Assistenten Federico Del Rio, das Filmfestival in gewohnten Bahnen stattfin­ den zu lassen. Jedoch ist Del Rio ein ambi­ tionsloser 130 Kilo schwerer Genussmensch, dessen Filmgeschmack sich auf reine Unter­ haltungsstreifen beschränkt und von dem ein künstlerisch wertvolles Programm kaum zu erwarten ist. So genießt und missbraucht er die neugewonnene Macht in vollen Zügen, muss sich allerdings auch mit intellektuellen Filmkritikern anlegen, die Avancen eines Hollywood-Stars ertragen und genug Gewicht verlieren, um in einen Smoking zu passen. Und permament droht die Enthüllung durch eine Reporterin, die, wie er, langsam dahin­ terkommt, dass der verstorbene Direktor die Finanzen alles andere als geordnet hinterlas­ sen hat. Kein Wunder also, dass Katastrophen nicht lange auf sich warten lassen. Roland Schäfli hat hier eine unterhaltsame und mit viel Humor gewürzte Geschichte rund um ein renommiertes Film-Kult-Spektakel gespon­ nen, das beweist, dass richtiges Leben noch viel aufregender sein kann als Kino.

AUTO UNION DKW

IM SPIEGEL DER WERBUNG VON 1949 BIS 1966 Von Ralf Friese

2017, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-913-2 160 Seiten; 39,90 €

Dieser zeitgeistige Bildband zeigt, wie schön die Auto Union für neue Produkte ihrer Marke DKW ab 1949 geworben hat. Vom kleinen Schnelllaster F89 L, der das erste in Ingolstadt gebaute Automobil überhaupt war, über den großen DKW F 93 (3=6), den modern trapezförmigen DKW Junior bis hin zum Heckflossen-Traumroadster Auto Uni­ on 1000 SP – in diesem Buch finden sich die ori­ ginalen Prospekte aller dieser sympathischen Wirtschaftswunderwa­ gen. Damals ahnte wohl noch niemand, dass da­ raus einmal einer der er­ folgreichsten deutschen Automobilhersteller werden würde: Audi! Der Autor Ralf Friese, ausgewiesener Fachmann für DKW-Nach­ Seite

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GT LOVE

50 JAHRE OPEL GT

Von Jens Cooper, Harald Hamprecht 2017, Delius Klasing Verlag ISBN: 978-3-66711-063-3 304 Seiten; 49,00 €

Kapitän, Admiral, Diplomat, Manta, Monza – es gibt viele Opel mit klangvollen Namen und aufregenden Designs. Aber kein Modell der Marke mit dem Blitz ist so legendär wie der GT. Das Sportcoupé ist für Generationen von Autofahrern gleichermaßen Blickfang, Mei­ lenstein, Kult und Traum. Die Autoren span­ nen hier einen Bogen über 50 Jahre Erfolgsge­ schichte zum aufsehenerregendsten Opel aller Zeiten, der sich auch im Motorsport bewährt hat. Nur Fliegen ist schöner" " lautete so auch der Slogan für den GT. Und: Als ex­ perimenteller Diesel- und Elektro-GT fuhr die deut­ sche Antwort auf die Corvette sogar Weltre­ korde ein. Dieser reichbebilderte Großband lädt alle GT-Fans zum Träumen ein und darf in keiner Sammlung fehlen!

HORROR-KULTFILME

Von Angela Fabris et al. (Hrsg.) 2017, Schüren Verlag ISBN 978-3-89472-618-8 192 Seiten; 24,99 €

Horrorfilme ziehen das Publikum schon seit Jahrzehnten in den Bann. Ob es sich nun tat­ sächlich um spannende und beängstigende Streifen handelt oder um Leinwandwerke, bei denen die Grenze zur Persiflage schnell überschritten wird – diese Kult-Filme ge­ hören mittlerweile zum festen Bestandteil des wissenschaftlichen Diskurses. In einem the­ oretisierenden, aber nicht lehrerhaften Ton haben verschiedene Autoren in dem hochinteressanten Buch Beiträge zu Themen wie Francis Ford Coppolas Dracula"-Verfilmung, Mu­ " sik in Horrorfilmen und dem italienischen Gothic Horror verfasst, nicht zu vergessen der lesenswerte Artikel Hammer – House Of " Horror" von Jörg Helbig. Im Anhang wurden zudem diverse Rankings berücksichtigt (die besten Streifen/Regisseure/Filme, bei denen Frauen Regie führten), die dem Leser eine neue Perspektive ermöglichen.


NEWS from the past CDs + LPs KATJA EBSTEIN / MARGOT WERNER

ORIGINALE – 2 ALBEN AUF 1 CD Zwei Originalalben zusammengefasst auf ei­ ner CD, die neuesten Ausgaben dieser Reihe liefern Musik von Katja Ebstein und Margot Werner. Bei Katja Ebstein geht die Reise zu­ rück in die Mitte der 70er Jahre, 1976 wurde IN PETERSBURG IST PFERDEMARKT veröffentlicht. Alle Lieder dieser LP wurden von Christian Bruhn komponiert (Texte von Michael Kunze), mit dem die Sängerin beim Eurovision Song Contest 1970 mit "Wunder gibt es immer wieder" einen hervorragenden dritten Platz errang. Und genau so, wie die Mu­ sik damals bei diesem Wettbewerb klang, so sind auch die Songs die­ ses Albums angerichtet: schwungvoller bis nach­ denklicher Pop, über weite Strecken im Stile französischer Chansons arrangiert, ohne Fra­ ge gehobene 70er-Jahre-Ware. Musikalisch in dieselbe Richtung gehend, aber mit einem anderen Hintergrund, dann das ein Jahr später veröffentlichte LIEBE. Hier setzte Ebstein neben Schlagerkomponist Joachim Heider (Michael Holm, Christian Anders, Marian­ ne Rosenberg) auf internationale Vorlagen, hatte Songs aus Musicals von Andrew Lloyd Webber und Stephen Sondheim sowie Co­ ver-Versionen mit deutschen Texten von Cat Stevens ("Morning Has Broken") und BreadSänger David Gates ("If") im Programm. Klar

in Richtung Chanson tendierten auch die bei­ den Alben von Margot Werner, UND FÜR JEDEN KOMMT DER TAG (1974) sowie NUR EINE FRAU (1977). Hier war es vor allem Abi Ofa­ rim, der für die Kompo­ sitionen zuständig war, neben Spezialisten wie Frank Duval, Ralf Toursel und Robert FrankJacobi. Klasse hierbei auch die instrumen­ tale Begleitung, im Münchner Arco-Studio waren zu dieser Zeit die besten deutschen Studiomusiker versammelt, darunter Cracks wie Paul Vincent, der später bei den Solo­ werken von Queen-Sänger Freddie Mercury, Powershouter Meat Loaf oder Blues-RockLegende Eric Burdon für den Gitarrensound zuständig war. (Electrola/Universal, 2017, 2 CDs)

VICKY LEANDROS

ORIGINALE ALBUM-BOX 2 Fünf Originalalben als hochwertige VinylReplica-CDs in einer Sammelbox, so einfach ist das Konzept hinter dieser Reihe. Die erste Charge von Vicky Leandros gab es bereits im Jahr 2015, in der ORIGINALE ALBUMBOX 2 geht es nun über fünf Al­ ben von 1977 bis 1983. Auf DU, DU LIEGST MIR AM HERZEN zeigt sich die auf der griechischen Insel Korfu ge­

borene Sängerin tief mit deutscher Tradition verbunden, hatte Volkslieder wie "In einem kühlen Grunde", "Muss i denn" oder "Es wa­ ren zwei Königskinder" im Programm. Im Jahr 1981 kam das programmatische ICH GEHE NEUE WEGE heraus, bei dem sie sich musikalisch vom Schlager verabschie­ dete und ihr Stil mehr in Richtung internatio­ naler Pop ging – die Texte waren aber immer noch in Deutsch. Erst mit dem im selben Jahr erschienenen LOVE IS ALIVE vollzog sie diesen Schritt konsequent, hier bestand das komplette Album aus englischsprachigen Liedern, bei "Je t'aime mon amour" wurde sie von Landsmann Demis Roussos beglei­ tet, Johnny Hallyday hieß der Duettpartner bei "On A Night Like This". Nach diesem internationalen Ausflug lieferten VERLO­ RENES PARADIES (1982) und VICKY (1983) dann wieder deutsche Texte, typisch für die frühen 80er Jahre war der Spagat zwi­ schen klassischem Schlager und Synthie Pop, wobei sich bei Vicky Leandros der Einsatz von flächigen Keyboards und elektronischem Schlagzeug noch in Grenzen hielt. Die ein­ zelnen, im Outfit der Original-LPs gestalteten Alben sind in aufklappbare CD-Hüllen ver­ packt, Produktionsinfos finden sich im Inne­ ren, als Bonus-Tracks gibt es Non-AlbumSingles mit Coverabbildungen. (Electrola/Universal, 2017, 5 CDs)

DALIAH LAVI JAHRESRINGE

Im Mai dieses Jahres verstarb mit Daliah Lavi eine Künstlerin, deren Leben so bunt und vielschichtig war wie die Musik, mit der sie ihre größten Erfolge feierte. Dass sie nach

A.R. & MACHINES THE ART OF GERMAN PSYCHEDELIC 197O - 74

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N from the past dem Wehrdienst in der israelischen Armee zunächst als Mannequin und dann als Schau­ spielerin ihre Brötchen verdiente, ist vielen un­ bekannt, auf der Lein­ wand konnte man sie neben Stars wie Gert Fröbe ( Im Stahlnetz des " Dr. Mabuse"), Lex Bar­ ker ( Old Shatterhand") und Dean Martin " ( Leise flüstern die Pistolen") sehen; im Jahr " 1962 wurde sie für einen Golden Globe als Beste Nachwuchsschauspielerin" nominiert. " Musikalisch erlebte sie Anfang der 70er Jahre mit Hits wie "Willst du mit mir geh'n", "Oh, wann kommst du" und "Wer hat mein Lied so zerstört, Ma?" ihre erfolgreichste Zeit. Zu Be­ ginn der 80er Jahre wechselte sie von Polydor zu EMI, mit den LPs WENN SCHON, DANN INTENSIV und HERZBLUT gelang es ihr dort, kurzfristig wieder an alte Erfolge an­ zuknüpfen. Diese beiden Alben – ergänzt um jeweils zwei Bonus-Tracks – werden nun als Doppel-CD wiederveröffentlicht, hier zeigte Daliah Lavi, dass sie auch bestens im moder­ nen Pop zu Hause war. Mit "Ich wollt' nur mal mit dir reden" (Stevie Wonders "I Just Called To Say I Love You") und "Die erste Nacht der Ewigkeit" (Albert Hammonds "To All The Girls I've Loved Before") nahm sie auch ihre erfolgreiche Strategie der 70er Jahre wieder auf, Cover-Versionen von bekannten Hits mit ins Programm zu nehmen. Toll gemacht auch das Booklet, in dem es neben den Produkti­ onsinfos sowie den originalen Liner-Notes auch klasse Bilder zu sehen gibt. (Electrola/Universal, 2017, 12/52:27, 13/48:55)

FREDDY QUINN

ORIGINALE ALBUM-BOX 2 In den 50er und 60er Jahren war er der erfolg­ reichste Gegenpol zu neumodischen Trends wie Beat und Rock'n'Roll, doch spätestens ab den 70er Jahren konnte sich auch Freddy Quinn den moderneren Wünschen des Publi­ kums nicht mehr entziehen. Während sich die erste ORIGINALE ALBUM-BOX aus dem Jahr 2014 sowohl heimatlichen Volksliedern als auch der damals zeittypischen Sehnsucht nach fernen Ländern widmete ("Nimm mich mit Kapitän auf die Reise"), liefert der zweite Fünferpack größtenteils internationale Ware. Mit VORHANG AUF versammelte Quinn 1972 erfolgreiche Musical- und Filmmelodien wie "True Love", "Summertime" und "Oh, What A Beautiful Mornin'", dazu Medleys aus Annie Get Your Gun" und West Side Sto­ " " ry". TENNESSEE SATURDAY NIGHT, IT'S COUNTRY TIME und COUNTRY – GET ME BACK TO TENNESSEE entstanden zwi­ schen 1970 und 1981, an den Titeln der LPs

unschwer zu erkennen, wohin hier die mu­ sikalische Reise geht, nach Amerika, ins ge­ lobte Land der Country-Musik. Natürlich war Quinns gefühlvoller Gesangsstil ideal für die­ se Art von Musik, selbst Vorlagen von Outlaws wie Hank Williams ("Your Cheating Heart") und Kris Kristofferson ("Sunday Mornin' Co­ min' Down") klangen bei ihm wie samtige Wohlfühlsongs. Dass er für Lieder wie "Green Green Grass Of Home", "High Noon", "You Are My Sunshine" oder "San Antonio Rose" der richtige Interpret war, das versteht sich von selbst. Das fünfte Album dieser Box stammt aus dem Jahr 1982 und trägt den programma­ tischen Titel UND DARUM BIN ICH HEU­ TE WIEDER HIER. Mit dieser LP versuchte Freddy, seine ausklin­ gende Karriere noch einmal anzukurbeln, wollte im deutschen Schlagergeschäft Fuss fassen. Joachim Hei­ der, ein Songwriter und Produzent, der von Dorthe Kollo über Bernd Clüver bis zu Jürgen Drews ein breites Spektrum betreute, sorgte hier für die Songs. Alle Alben kommen mit Bonus-Tracks, in den aufklappbaren Digipaks findet man daher die Produktionsinfos sowie Cover-Abbildungen der jeweiligen Singles. (Electrola/Universal, 2017, 5 CDs)

NANA MOUSKOURI

NENA

POIROT

Seit unglaublichen 40 Jahren steht Nena nun schon auf den Konzertbühnen der Welt, wie wohl keine andere deutsche Sängerin lieferte sie so, ganz nebenbei, den Soundtrack für die letzten vier Dekaden. Jetzt erscheint mit der Doppel-CD 40 – DAS NEUE BEST OF AL­ BUM ein Rückblick auf diese Zeit, und wenn man sich die Jahreszahlen der Erscheinungstermine ih­ rer Lieder ansieht wird deutlich, dass Nena im Gegensatz zu vielen anderen Acts der 80er Jahre immer wieder auch mit neuem Material erfolgreich war. So geht die Reise von ihrem ersten Hit "Nur ge­ träumt" über den Mega-Erfolg "99 Luftbal­ lons", das prophetische "Wunder gescheh'n" und das kryptische "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" bis zu neueren Erfolgen wie "Liebe ist". Klasse auch, dass es auf der zwei­ ten Disc noch genügend Platz für die eine oder andere Rarität gibt, wie eine Single der ­Stripes (Nenas erste Band), die Duette mit Kim Wilde, Westbam und Trio-Frontmann Stephan Remmler sowie der Cover-Version des Bap-Hits "Do kanns zaubere". (Sony Music, 2017, 20/80:44, 20/77:30)

Nicht einmal zwischen zwei Fällen hat der bel­ gische Meisterdetektiv Hercule Poirot (David Suchet) seine Ruhe. Gerade aus Syrien zurück­ gekehrt, wo er einen tragischen Zwischenfall erlebt hat, und auf dem Weg nach London, um dort an einem Fall weiterzuarbeiten, gerät die Fahrt im legendären Orient-Express von Istan­ bul nach Calais weniger erholsam als erwartet. Sein Mitreisender Samuel Ratchett, der sich um seine Sicherheit sorgt, möchte Poirot zu seinem Schutz gewinnen. Poirot lehnt ab, und noch in derselben Nacht wird Ratchett ermordet. Da der Zug in einer gewaltigen Schneelawine festhängt und niemand unbemerkt fliehen konnte, muss sich der Täter noch an Bord befinden. Gemein­ sam mit einem anwesenden Arzt und Monsieur Bouc, dem Chef der Zugli­ nie, nimmt Poirot die Ermitt­ lungen auf. Ein Filmklassiker, den man immer wieder gerne anschaut – und: Er ist anläss­ lich der Neuverfilmung von Mord im Orient-Express" " mit Johnny Depp, Willem Dafoe, Michelle Pfeiffer u.a. wieder up-to-date. Inklusive Booklet mit vielen interessanten Extra-Informationen! (Poyband/WVG, 2017, 89 Min.)

40 – DAS NEUE BEST OF ALBUM

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NANA

Im deutschen Sprachraum sorgte Nana Mous­ kouri mit Schlagern wie "Weiße Rosen aus Athen" und "Einmal weht der Südwind wieder" für Furo­ re, international kennt man sie eher als hochklas­ sige Interpretin von Jazz und Chansons, mit über 300 Mil­ lionen verkauften Platten liegt sie (hinter Madonna) auf Platz 2 der weltweit erfolgreichs­ ten Sängerinnen. Eines ihrer Highlights, das im Jahr 1965 veröffentlichte NANA, wird nun wieder neu als LP aufgelegt. Produziert wurde dieses Album von Quincy Jones, doch den Löwenanteil am Erfolg dieser außergewöhnlichen Songsammlung teilen sich Arrangeur Bobby Scott und die traumhafte Stimme von Nana Mouskouri. Es gibt nur we­ nige Arrangeure, die wie Scott die musikalische Begleitung so opulent und dennoch feinfühlig anrichten können, und wenn es der Sängerin dann noch gelingt, die zwischen schlichtem Folk und orchestralem Pop pendelnden Vorlagen so zurückhaltend wie leidenschaftlich zu interpre­ tieren, dann darf man zurecht von einer musika­ lischen Sternstunde sprechen. (Mercury/Universal, 1965, 12 Tracks)

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Unterwegs mit einem

Von Nicolas von Lettow-Vorbeck

Planespotter

Paparazzo der Stahlvögel

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lappernde Ziehkoffer, hektische Anzugträger, aufgekratzte Touristen, Gemurmel in einem Dutzend Sprachen, Triebwerkslärm, Autohupen. Der Flughafen Berlin-Tegel ist ein Nicht-Ort. 2016 wurden hier rund 21,2 Millionen Fluggäste abgefertigt, Platz vier unter den Flughäfen in Deutschland. Wer mit dem Bus oder Taxi hier ankommt, will sich so schnell wie möglich in die Lüfte erheben. Wer aus den Wolken kommend hier landet, möchte zügig in die Zentren der Spreemetropole eintauchen. TXL, so der Flughafencode von Berlin-Tegel, in die Nähe von Entspannung oder gar Freizeitvergnügen zu rücken – für die meisten Menschen ein absurder Gedanke. Michael – Anfang 60, Schiebermütze, Lederjacke – verbringt jede Woche viele Stunden in TXL Skulptur "Vor dem und fliegt doch nieStart nach Calais mals von dort ab. zum Europa-Flug Sein Hobby ist es, von 1911" Flugzeuge zu fotografieren. Als Planespotter bezeichnet er sich selbst. Äußerlich ist Michael nicht von den Flugpassagieren zu unterscheiden, denn er trägt eine voluminöse Reisetasche unter dem Arm. In ihr stecken eine Spiegelreflexkamera, Akkus und mehrere Wechselobjektive. Zielsicher steuert Michael die Besucherterrasse an, zieht ein Ticket am Automaten, nickt dem Wachmann zu und lässt die Röntgenkontrolle über sich ergehen. Die Aussichtsterrasse in Tegel ist äußerst weitläufig und bietet einen 360-Grad-Blick auf das Airport-Geschehen. Michael geht zu seinem Stammplatz nahe der Skulptur „Vor dem Start nach Calais zum EuropaFlug von 1911" des Bildhauers Karlheinz Biederbick. Der FlugzeugPaparazzo legt ab, stärkt sich mit einem Müsliriegel. Seite

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Wie ist er eigentlich zum Planespotten gekommen? „Schon als Kind ist mein Vater mit mir am Wochenende häufig nach Tempelhof gefahren. Die internationale Atmosphäre am Flughafen hat mich immer fasziniert. Flugplätze sind Orte, an denen sich alles kurzzeitig vermischt, keiner zu Hause ist. Und ein Flugzeug ist für mich ein Versprechen! Ein Versprechen, in wenigen Stunden an jeden Ort der Welt gelangen zu können." Michael knüllt das Müsliriegel­ papier zusammen, wirft es schwungvoll in den Mülleimer. Liebevoll nimmt er seine Kamera aus der Tasche, putzt über das Objektiv und überprüft die Akkuladung. Lösen die Flugzeuge ihr Versprechen ein? Der Planespotter schweigt kurz, schaut hinüber zum Tower: „Leider habe ich bisher wenig von der Welt gesehen. Ich hatte nie viel Geld. Größere Reisen waren nicht drin. New York, Tokio und Bangkok bleiben ein Traum. Hat nicht sollen sein. Aber vielleicht ..." Ein lautes Dröhnen reißt den Spotter aus seinen Gedanken, ein Airbus A321 der Lufthansa lässt seine zwei Triebwerke an. Richtung Traumziel? „Nein, ganz sicher nicht! Die Lufthansa hat sich weitgehend TXL-Tower aus Tegel zurückgezogen, die fliegen nur noch die Strecken nach Frankfurt am Main und München. Der Airbus hüpft kurz über Deutschland. Die innerdeutschen Strecken machen einen erheblichen Teil des Verkehrs in TXL aus. Im September 2010 setzte die Lufthansa sogar mal zur Probe die Boeing 747-400 auf der Strecke nach Frankfurt ein. Mann, das war ein Spektakel!" Eisig bläst der Februarwind aus Nordwest, Michael schlägt den Kragen seiner Jacke hoch. Was ist eigentlich das Lieblingsflugzeug des

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Aviatikfans? „Ach, das wechselt jedes Jahrzehnt. Früher war ich verrückt nach der Concorde, die war ja ein paarmal in Tegel. Unvergesslich! Dann fand ich die Boeing 747 – den Jumbojet – stark. Und seit einiger Zeit fahre ich total auf die Bombardier Q400 ab. Die hat so ein tolles Propellergeräusch!" Ist Spotten ein typisches Männerhobby? „Die Allermeisten von uns sind tatsächlich Männer. Aber manchmal trifft man auch Frauen, die sich für Flugzeuge begeistern können. Ich würde mich natürlich über einen höheren Damenanteil sehr freuen", feixt der Spotter. Nach einer Partnerbörse sieht die Flughafenterrasse im Augenblick aber wahrlich nicht aus. Neben Michael sehen nur ein Großvater nebst Enkelkind und zwei asiatische Geschäftsleute dem emsigen Treiben zu. Seit Kindertagen knipst Michael schon Flugzeuge. Hat man sich nicht irgendwann an den Fliegern sattgesehen? „Ich habe in meinem Leben viele tausend Male beobachtet, wie so ein Stahlvogel abhebt. Und wissen Sie was? Es ist für mich immer noch wie ein Wunder! Jedes einzelne Mal! Ich weiß schon, welche Naturgesetze dafür verantwortlich sind, zu uns." Kanzlerin Merkel und ihre Regierung fliegen natürlich auch auf aber unbegreiflich bleibt es dennoch!" Kommen Gedanken wie diese Tegel. Längere Strecken werden mit gebrauchten, umgebauten Airbus auch den GeschäftsA340-300 in Angriff genommen, für kurze Reisen oder Ferienf liegern steht kleineres Fluggerät zur Verfügung. Die deutsche in den Sinn, die geraRegierungsflotte ist ein vertrauter Anblick für Michael, de einige Meter unter er drückt bei ihrem Anblick nur noch selten auf den Michael in die Boeing Auslöser. „Ich habe ja schon so viele Fotos zu Hause 737 der Air Berlin einrumliegen. Man sollte es auch nicht übertreiben." Früher, steigen? Flugzeuge sind in analogen Zeiten, da war das Platzproblem allerdings Kunstwerke der Technik natürlich viel größer, so Michael. Foto-Abzüge, Negative für die Planespotter. und Dias stapelten sich noch vor zehn Jahren bis unter Vielleicht haben sie sich die Decke seiner kleinen Wohnung. Heute ist alles fein die kindliche Sicht auf säuberlich eingescannt und passt auf eine kompakte die Welt bewahrt, die Festplatte. „Ich fotografiere jetzt mehr als damals. Kann dem Leben eine Prise ja alles ganz schnell wieder löschen. Halte einfach drauf Magie verleiht. Ist es und suche mir dann den besten Schuss aus." dieser kindliche Touch, Online stellen mag der Planespotter seine Bilder nicht. Flugfans unter sich der manche Menschen Es reicht ihm, regelmäßig am Computerbildschirm in den über die Planespotter den Kopf schütteln lässt? „Klar, findet uns der gesammelten Schätzen zu schwelgen. Das ist ein bisschen wie in einem eine oder andere seltsam. Wir sind tatsächlich verrückt – genau wie Familienalbum zu blättern, berichtet er. Besonders schöne Stücke hat alle anderen Hobbyisten auch! Fußballfans etwa ... Die reisen durch Michael bei sich zu Hause aufgehängt. „Heute längst verschwundene ganz Europa, nur um ihre Mannschaft spielen zu sehen. Und glauben, Flugzeugtypen wie die Boeing 727 oder die McDonnell Douglas DC-10 die Jungs unten auf dem Rasen könnten ohne sie nicht gewinnen." leben dank meiner Aufnahmen weiter. Auch die legendäre Pan Am oder Stichwort Fußball – Berliner Planespotter kennen sich mit den aktuTrans World Airlines dröhnen durch meine Erinnerungen. Zeitgeschichte, die viele Jüngere heute nicht mehr kennen." Apropos Jüngere – hat die Berliner Spotterszene eigentlich Nachwuchsprobleme? Michael wechselt sein Objektiv, schaut einer knatternden Propellermaschine hinterher: „Man müsste ja denken, mit dem Internet und den modernen Handys geht das Interesse am Fliegen zurück. Stimmt aber gar nicht! Ich plaudere hier ganz oft mit Kindern oder Jugendlichen. Die finden alle Flugzeuge klasse und wollen Pilot oder Fluglotse werden. Denen verrate ich gerne den einen oder andeellen Bundesliga- und Champions-League-Tabellen verdammt gut ren Fotokniff, so ein Hobby verbindet die Generationen. Da spielt der aus. Denn wenn Spitzenspiele in der Hauptstadt ausgetragen werden, Altersunterschied keine Rolle." rücken die Mannschaften oft mit außergewöhnlichen Fliegern an. „Der Michael dreht sich um und winkt einem Mann am anderen Ende der FC Barcelona war im Sommer 2015 mit einem Airbus A340-600 von Terrasse zu. „Alter Freund von mir, ein Spotter-Kollege. Habe ihn seit Iberia da. Ein eleganter Vogel mit einer Länge von beachtlichen 75 einem Monat nicht mehr gesehen. Wir gehen nach dem Schließen Metern! Und als unsere Jungs im Sommer 2014 Fußballweltmeister der Terrasse immer zusammen eine Currywurst essen, am Kurtwurden, habe ich sie hier in Tegel begrüßt. Die kamen direkt aus Rio de Schumacher-Platz", lacht Michael und geht auf seinen Freund zu. Janeiro – in einer Boeing 747-8 der Lufthansa, eine unglaublich schöne Feuerrot leuchtet nun der Himmel über Tegel – kitschige, winterliche Maschine! Im Mai 2012 war sogar der Airbus A380 bei uns zu Gast. Eine Sonnenuntergangsstimmung. Sollte der Flughafen BER jemals eröffLufthansa-A380 wurde damals auf den Namen der Hauptstadt getauft. nen, müsste TXL nach jetziger Planung des Berliner Senats für immer Hat der Wowereit mit Spreewasser gemacht!" schließen. Ein Horrorszenario für Michael? „1974 wurde Tegel eröffnet, Sportliche Großereignisse, Staatsbesuche, Filmpremieren – in Berlin ist war ursprünglich für 2,5 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt! Von immer was los! Das spürt man auch in Tegel. „Regierungsflugzeuge diesem Flughafen habe ich mich schon so oft verabschiedet. 2007, sind stets was Feines. Die Air Force One durfte ich schon fünfmal 2011, 2012, 2013 ... Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Tegel ist sehen! Auch die Boeing 747 des Sultans von Brunei war dufte! Und die ziemlich zäh und überrascht immer wieder. Vielleicht überlebt TXL am Scheichs aus Dubai oder Katar kommen immer mit tollen Spielzeugen Ende mich und alle aktuellen Berliner Spitzenpolitiker!" GoodTimes

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Foto: © Davide Caenaro, C Giger Verlag

LINDA GRAY

Sie sind 76. Die Straße Ihres Lebens befindet sich noch immer im Bau?

Foto: Bildarchiv Hallhuber

Ich glaube, die Menschen nehmen an, dass ich Sue Ellen bin. Nicht ihr Fehler. Wenn man so viele Jahre in ihr Wohnzimmer kommt, kann man das schon verwechseln. Aber niemand von uns ist so eindimensional. Ich bin ein Mensch. Mit dem Buch wollte ich einen Einblick in dieses Leben geben, das nicht so einfach und geradlinig verlaufen ist. Darum der Titel: „The Road To Happiness Is Always Under Construction."

Immer mal wieder sind kleine Reparaturen fällig! Man schaut sich sein Leben an und sagt, hey, das kann ich doch besser! Auch kleine Dinge summieren sich. Natürlich werden es weniger, je älter man wird.

Der deutsche Titel Sue Ellen und Ich" " Charakter vor Ihr setzt den fiktionalen reales Selbst. Kommt Sue Ellen noch immer zuerst? Seite

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Oh, nein. Zwar liebe ich Sue Ellen. Sie ist wie eine Freundin. Ich danke ihr, denn sie war ein wichtiger Teil meines Lebens, sie hat mein Leben verändert. Dank ihr hatte ich eine schöne Karriere.

Was verloren Sie, als Sie Dallas" freiwillig nach elf Jah" ren aufgaben?

Vieles. Erst anschließend habe ich gemerkt, wie ich es vermisste, einfach jeden Tag zur Arbeit gehen zu können, mit Freunden einen tollen Job zu machen. Das war ein Segen. Nicht viele von uns freuen sich jeden Morgen darauf, mit ihren Freunden zur Arbeit gehen zu können! Aber ich bekam auch etwas: Ich bekam mein Leben zurück. Ich wusste ja gar nicht mehr, wie das war, länger als bis 4.30 Uhr morgens zu schlafen (lacht)!

Foto: Bildarchiv Hallhuber

Wollen Sie mit dem Buch eine falsche Vorstellung korrigieren, die das Publikum von Ihnen hat?

Larry Hagman hat einmal gesagt: Sag nie die Wahrheit, wenn es auch eine " gute Lüge tut!" Damit kann sich seine Sue Ellen jedoch einmal mehr nicht einverstanden zeigen. In ihren Memoiren ist Linda Gray schonungslos ehrlich – nicht zuletzt gegenüber sich selbst. Und auch im Interview mit kult! hält sie mit der Wahrheit nicht hinterm Berg ...

Viele Frauen erzählten Ihnen, Sue Ellen habe sie inspiriert, ihren Ehemann zu verlassen. Denken Sie manchmal, wie viele Leben Sie damit verändert haben?

Heute schon. Aber während man die Rolle spielt, denkt man natürlich nicht an solche Folgen. Wir haben so viele Episoden gedreht, dabei hat man kaum Zeit, sich mal umzuschauen. Ich wollte einfach meinen Job so gut wie möglich machen und dann nach Hause gehen.

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Als Sie Sue Ellen als Alkoholikerin spielten, die den Frust ihrer Ehe mit Drinks ersäuft, dachten Sie dabei an den Alkoholismus Ihrer Mutter? Und sprachen Sie mit den Autoren darüber, wie die Rolle geschrieben werden sollte?

gen. Durch „Dallas" dachte das Publikum im Ausland aber auch, alle Amerikaner wären wie Sue Ellen und J.R: reich und mächtig, in riesigen Häusern lebend, mit Juwelen und Autos. Dass „Dallas" genau in jener spannenden Zeit unserer Gesellschaft auftauchte, ist historisch interessant. „Dallas" bot den Menschen eine wöchentliche Fluchtmöglichkeit aus ihrem Alltag.

Nein, habe ich nie. Denn Sue Ellen und meine Mutter waren total getrennt. Ich wollte nicht, dass das Problem meiner Mutter Teil meiner Arbeit wird. Meine Mutter trank, aber sie war dennoch 62 Jahre glücklich verheiratet. Sie war also nicht wie Sue Ellen. Ich habe das immer auseinandergehalten. Klar, jetzt sagen die Menschen: „Ihre Mutter war Alkoholikerin, da muss es ihr leichtgefallen sein, die trinkende Sue Ellen darzustellen." Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Das wollte ich im Buch klarstellen. Foto: © Ed Thrasher

Historisch gesehen ist es interessant, dass Betty Ford (die Frau des US-Präsidenten Gerald Ford) ihr Alkoholproblem öffentlich machte, während Sue Ellen im Fernsehen für jedermann sichtbar eine Alkoholikerin war.

Hier begann meine Liebesaffäre " mit London." Foto: © Ed Thrasher

Stimmt. Als unsere First Lady offen über dieses Problem sprach, war das ein Novum. Wenn damals jemand zugab: „Ich mache eine Therapie", dann dachten alle: Die ist verrückt, die wird jetzt eingewiesen. Alkoholprobleme waren tabu.

War Dallas" der Blueprint " für Serien wie House Of Cards", in denen "es um Geld und Macht geht?

1968. Nichts als Zähne und " falsche Wimpern. Ed schoss dieses Foto in Encino und nutzte es für meine erste Model-Mappe."

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Heute wollen die Fans ja eigentlich kein Autogramm mehr, sondern ein Selfie.

Dieser große Haufen Post – das ist so rührend, dass diese Menschen sich noch immer ein signiertes Foto wünschen. Aber ja, wenn ich draußen bin und jemand ein Selfie will, klar, mach' ich!

370 Millionen Menschen sahen weltweit die legendäre Folge, in der enthüllt wird, wer auf J.R. geschossen hat. Sind solche Quoten heute überhaupt noch möglich?

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Ich liebe „House Of Cards!" Aber ich will nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wir haben in der Fernsehwelt sicherlich den Trend gesetzt, große Familien mit Problemen zu zei-

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Foto: mitGenehmigungLinda Gray

dem Fernseher live dabei sein. Ich weiß noch, viele Bars und Restaurants mussten TV-Geräte aufstellen, weil die Gäste sonst weggeblieben wären. Heutzutage schaut man solche Events ja auf dem Telefon.

Dabei hat es drei Staffeln gedauert, bis Dallas" beim " etabliert war. Stammpublikum

Der Sender hat uns dreimal verschoben. Anfangs waren wir am Samstag gesetzt, das funktionierte nicht. Statt uns rauszuwerfen, hat man experimentiert. Erst auf dem Sendeplatz am Freitag wurden wir zum Hit.

sie ihren Daytime-Job, abends treten sie auf. Und manchmal kommen da ja auch die Castingagenten vorbei.

Können Sie das derzeitige Revival der 80er Jahre nachvollziehen?

Ich liebe die 80er! War das nicht eine verrückte Zeit!? Alles war überlebensgroß! Darum war „Dallas" perfekt für diese Ära. Die Mode und die Frisuren und die Autos! „Dallas" bildete die 80er wunderbar ab, es war für diese Zeit und für diese Gesellschaft die perfekte Show.

In Deutschland wurden Sie von Rita Engelmann synchronisiert. Darum klingen Sie bei uns wie Catherine Deneuve oder Bette Midler.

Hierzulande war der Dienstagabend Dallas-Night". "

Oh, how sweet! Wenn man heute 1981: Achten Sie auf die Körpersprache! nicht gleich gute Ratings kriegt, ist Ich fühlte mich Larry deutlich näher. man weg vom Fenster. Wir hatten viel Das wusste ich nicht, das ist ja Glück, dass die Networks an uns glaubten und eine Heimat für uns toll! Außer meiner französischen Stimme traf ich leider meine fanden. Synchronsprecherinnen selten. Es macht schon Spaß, mich auf Japanisch sprechen zu hören. Foto: mit Genehmigung Linda Gray

Möchten Sie Ihren loyalen Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch etwas mitteilen?

Sie schreiben im Buch, die Schauspielerei sei die größte Liebe Ihres Lebens gewesen. Und wenn Sie nicht Schauspielerin hätten werden können?

Ich liebe Design und Architektur. Wäre ich nicht Schauspielerin geworden, hätte ich gern die Welt noch hübscher gemacht. Darum liebe ich Fashion und Musik, einfach alles, was unser Leben bereichert.

Foto: Bildarchiv Hallhuber

Sie berichten im Buch, wie Sie als Mädchen erst die Scheu überwinden mussten, vor Publikum zu sprechen. Heute treten Sie, auch in London, auf der Bühne auf. Haben Sie noch Lampenfieber?

Manchmal schon. Ich muss mich immer wieder daran gewöhnen. Aber Newcomern in unserer Branche kann ich die Bühne nur empfehlen. Vor allem in Amerika. Ohne Agent kriegt man keinen Job. Und man kriegt keinen Agenten, ohne dass man schon aufgetreten ist. Catch 22, wie wir sagen. Darum ermutige ich junge Akteure: Geht ans Theater! Spielt vor Menschen! Tagsüber erledigen Seite

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Dallas" setzte mit Rekordquoten und " den vielleicht größten Schulterpolstern der 80er Jahre Standards. Aus der Rolle der Sue Ellen, als betrogene Ehefrau des Ölmagnaten J.R. ursprünglich nur als Nebenfigur angedacht, machte die 1940 geborene Linda Gray eine Identifikationsfigur des weiblichen Publikums. Obwohl sie noch in anderen Serien spielte und auch erfolgreich auf der Bühne stand, blieb die trunkene Lady der Southfork Ranch ihre prägendste Rolle. In Deutschland trat sie zusammen mit Larry Hagman in einer Gastrolle bei Ein " Schloss am Wörthersee" auf. 1982 wurde sie mit dem Bambi ausgezeichnet. In ihrer Biografie beschreibt sie ihre schmerzhafte Scheidung nach über 20 Jahren unglücklicher Ehe, und wie ihre Freunde, die Hagmans, ihr über die Trennung hinweghalfen. Mit viel Sinn für Selbstironie erinnert sie sich an die Bühnenrollen, als sie in London und dann am Broadway in The Graduate" auftrat " und dafür die Hüllen fallen ließ. Ironischerweise war ein Auftritt in der Filmfassung der Reifeprüfung" einer ihrer ersten Modeljobs: " Auf dem Filmplakat doubelte" sie die Beine von Hauptdarstellerin " Anne Bancroft, was ihr 25 Dollar einbrachte.

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Foto: Bildarchiv Hallhuber

Der Ewing-Clan: Dallas" war die " Vorlage für TV-Serien über mächtige und verdorbene Sippschaften.

© Pressefoto

Ich möchte euch danken. Von ganzem Herzen. Dafür, so tolle Fans zu sein. Ohne euch wäre „Dallas” nicht dieses riesige 1986 führte ich das erste Mal Regie bei Phänomen geworden. " einer Dallas'-Episode." ' Ich meine das ganz ehrlich: ohne Publikum keine Show! Zu Deutschland habe ich eine besondere Beziehung, ich war mehrmals da, erhielt den Bambi. Heute freue ich mich einfach, den Fans danken zu können! Roland Schäfli


07.05. D端sseldorf 08.05. Luxemburg (LU) 10.05. Saarbr端cken 11.05. Z端rich (CH) 12.05. Singen 14.05. Kempten

15.05. Regensburg 18.05. Rostock 19.05. Zwickau 25.05. Lingen 28.05. Kassel 29.05. Hannover

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Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer

Eine Hymne in Prosa auf die Kindheit Mit Tom Sawyers Abenteuer" und Huckleberry Finn" " " schuf der amerikanische Schriftsteller Mark Twain vor fast 150 Jahren Romane, die zu unvergänglichen, in aller Welt gelesenen Klassikern wurden. Unzählige Adaptionen für Film, Fernsehen, Hörspiel, Bühne oder Comic prägen heute ihr Bild mit. Leider verfälschen sie es nicht selten auch. Von Michael Klein

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er Samstagmorgen war in strahlender Frische und brausender Lebenslust angebrochen. In allen Herzen klang und „ sang es, und wessen Herz jung war, der begann fröhlich zu singen. Freude spiegelte sich in allen Augen, und jeder Schritt war beflügelt. Da erschien Tom auf der Bildfläche mit einem Eimer voll Farbe und einem langstieligen Pinsel. Prüfend flog sein Blick über den Zaun, und der Glanz der herrlichen Natur erlosch für ihn; dafür senkte sich tiefe Trauer in sein Gemüt. Gut hundert Fuß lang war der Bretterzaun und gut neun Fuß hoch. Das Leben erschien ihm öde und leer und das Dasein als eine Last." Jeder kennt sie, die großartigen Handlungen und Erzählmotive der beiden Romane. Selbst wer sie nicht gelesen hat – und es wäre schade, es nicht getan zu haben –, erinnert sich an sie aus einer der zahllosen Bearbeitungen: das ausgelassene Piratendasein der jugendlichen Helden Tom Sawyer und Huck Finn auf der Jackson-Insel; das freudige Erscheinen der Jungs beim Trauergottesdienst zum vermeintlich vorausgegangenen eigenen Hinscheiden; Toms findige Mark Twain Zaunstreichlist; der verkniffen-gestrenge Dorfschullehrer Mr. Dobbins mit seiner Stockhiebpädagogik; die erste Kinderliebe (die sich, darüber kommt es zum kurzzeitigen Zerwürfnis, bereits als zweite erweist); das zunächst lustvolle, später gefährliche Verirren bei Toms Wanderung mit seiner Liebsten durch die labyrinthischen Gänge einer Höhle; das „Sivilisiertwerden" des sich selbst überlassenen Streuners und Trinkersohns Huck bei der Witwe Douglas Gelungene Übersetzung: Tom Sawyers " sowie seine Freiheitsfahrt Abenteuer" und Huckleberry Finn" "

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mit dem Schwarzen Jim den Mississippi hinab. Obwohl vor weit mehr als anderthalb Jahrhunderten in einer halb-verschlafenen Gegend am Mississippi angesiedelt, ist es doch zugleich zeitlos. Jenseits des Konkreten erkennt man seine eigene Kindheit wieder, ihre Freuden und Schrecken, Unbeschwertheiten und Plagen, die außerordentliche Elastizität des jugendlichen Herzens, die Stärke der ersten Eindrücke, die Perspektive des beginnenden Lebens, das noch völlig offensteht und dessen Träume der Unerfahrenheit alle erfüllbar erscheinen. Beide Romane verbinden einen episodischen Charakter mit einem durchgängigen Handlungsbogen. In „Tom Sawyers Abenteuer" ist es der nächtliche Mord an Dr. Robinson, für den fälschlich der romantisch-versoffene Sargtischler Muff Potter verantwortlich gemacht und vor Gericht gestellt wird, während Tom Sawyer – der ein heimlicher Beobachter der Tat war – es besser weiß und deshalb in der moralischen Zwickmühle steckt, die Wahrheit auszusagen und die Rache des hochfinsteren Schurken Indianer-Joe heraufzubeschwören oder zu schweigen und einen Unschuldigen an den Galgen zu liefern. Das Handlungszentrum von „Huckleberry Finn" ist die Flucht des Schwarzen Jim aus der Sklaverei in die Freiheit und Hucks Konflikt, entweder mit ihm zu ziehen und damit die himmlische Verdammnis auf sich zu laden oder Jim zu verraten und sich auf diese Weise als vorbildlicher, gesetzestreuer Bürger zu erweisen (wir werden darauf Die Erstausgabe von Tom Sawyer" (1876) zurückkommen). Beide Romane sind " voller prächtiger, unvergesslicher Figuren, neben den Genannten vor allem noch Toms Tante Polly und der verquer-durchtriebene Landstreicher Finn, Hucks Vater.

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te sich ihr düsteres Ende besonders tief ein: Als er mit seinen Das Allermeiste aus den beiden Romanen hat Freunden, wie er es oft tat, an diesem Ufer herumstreunte und konkrete, freilich lediglich ähnliche Vorbilder in ein Schlammloch trat, erhob sich (möglicherweise durch die in Mark Twains eigener Kindheit und Jugend Wasserverdrängung) darin etwas Seltsames. Die Jungs sahen in einem kleinen Mississippi-Städtchen namens genauer hin: Es war die Leiche des entlaufenen Sklaven. Wie es Hannibal, Missouri. Tom ist nach Mark Twain zu seinem Ende gekommen war, wurde nicht geklärt. Nein, zahlselbst modelliert, der gerne über die Stränge reiche Hintergründe der Romane sind kein Spaß. schlug und es mit den pädagogisch verordneten Tugendpflichten des Lebens alles andere Diese waren auch niemals als Belustigung für Kinder gedacht, als genau nahm. So trieb er sich gerne auf, im im Gegenteil: Mark Twain verfasste sie ausdrücklich als Bücher und rund um den Mississippi herum, und gar für Erwachsene, die im Herzen junge Leute geblieben sind. Es manches Mal musste man ihn halb ertrunken war sein Freund und Lektor William Dean Howells, der ihm aus dem Wasser fischen. „Neunmal zog man riet, die Romane als Bücher für Jugendliche zu bewerben – die mich so gut wie tot ans Ufer", erinnerte er sich später, „so dass man annahm, ich sei eine Ein Fernsehklassiker: "Tom Erwachsenen läsen sie ja ohnehin. „Lausbubengeschichten" war Katze in Verkleidung." Seine Mutter, von der er Sawyers und Huckleberry Finns lange Zeit das Siegel, das man „Tom Sawyers Abenteuer" und einen Gutteil seines trockenen Humors erbte, Abenteuer" (1968) auf DVD „Huckleberry Finn" mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit aufdrückte. „Lausbubengeschichten", das klingt heiter, aber zugleich machte sich allerdings niemals Sorgen um ihn, aus einem ebenso einharmlos und unbedeutend. fachen wie einleuchtenden Grund, den sie jedermann hören ließ: „Wer geboren ist, um am Galgen zu Leider tappen die allerenden, ertrinkt nicht." Huck meisten Verfilmungen Finns reales Vorbild bestand in die Falle dieses in einem abgerissenen Jungen falschen Etiketts, aus der Nachbarschaft, der gehen damit an den Tom Blankenship hieß. Die Feinheiten und erns­ Romanhandlungen erweiteren Hintergründen sen sich dabei als veredelnde des Stoffs vorbei Variationen der tatsächlichen und dichten dreist Ereignisse. Die Wahrheit war Klamaukszenen hinzu, gleichermaßen banaler wie die mit der Vorlage grausamer. Der arme Strolch, nichts zu tun haben der das Vorbild für den inhafund deren Niveau tierten Muff Potter abgab, Mark Twain lediglich kam beispielsweise nicht frei. zu Spott veranlasst Der ganz junge Mark Twain hätte. Wenn Toms kariwurde von ihm gebeten, ihm katurhaft gespieltem Streichhölzer zu besorgen, Streberbruder Sid eine damit er rauchen könne, und Torte ins Gesicht fliegt er tat es. Es war eine ganz Die Ankündigung des ersten Teils von Tom Sawyers und " oder Tom und Huck neue Sorte Streichhölzer, und Huckleberry Finns Abenteuer" in der Hörzu 48/1968 Muff Potter mit einer sie brannten wie Zunder. Eines Skelettattrappe erschrecken wollen, graust es dem Twain-Kenner. Nachts ging das kleine Holzgebäude, das als Gefängnis diente, in Etliche Verfilmungen bemühen sich um Putzigkeit und sind im Herzen Flammen auf, und der Gefangene verbrannte. Mark Twain hat zeitoft abgrundtief bieder. Das sind Mark Twains Romane aber eben lebens geglaubt, dass es seine Streichhölzer waren, die den armen gerade nicht. Kerl das Leben kosteten. Auch Jims Flucht ging auf ein reales Vorbild zurück, doch dieses führte lediglich bis zum Illinois-Ufer auf der Gelungene Verfilmungen sind rar gesät, und die Zierde, die beste Hannibal gegenüberliegenden Seite des Mississippi. Mark Twain prägzu sein, trägt ausgerechnet eine, die unter deutscher Federführung entstand. Vielleicht ist es nicht einmal ein Zufall, dass sie aus dem Jahr 1968 stammt. Die Liste der Verdienste der vierteiligen Verfilmung, die der Film- und Fernsehproduzent Walter Ulbrich mit großer Mark-Twain-Kenntnis schrieb und der Regisseur Wolfgang Liebeneiner inszenierte, ist lang. Obwohl bei den Dreharbeiten in Rumänien der Mississippi von der Donau gedoubelt wurde (aber sie macht das hervorragend) und das St. Petersburg der Romane hier und da deutlich gemalte Studiokulissen offenbart (allerdings nicht bei der Erstausstrahlung 1968, denn die Bildauflösung damals war bedeutend geringer und ließ derlei Malerhandwerk noch in Unschärfe), ist keine andere Verfilmung derart werkgetreu. Ulbrichs Werk hält sich exzellent an den Geist der Vorlagen und findet sowohl das richtige Maß zwischen Anspruch und niveauvoller Unterhaltung als auch zwischen der Perspektive Jugendlicher und der nos­ talgisch gefärbten der Erwachsenen. Ulbrich folgte klugerweise dem Prinzip, die literaGoodTimes

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te sich Ende der 70er Jahre auch eine Fernsehserie fürs Kinder prog ramm, die geläutert, aber angenehm unterhaltsam wieder auf die Lausbuben­ geschichten setzte und mit Brigitte Horney als Tante Polly aufwartete.

risch-humoristische Sprache Twains in Off-Kommentaren zu einem wichtigen Element der Verfilmung zu machen – was furios gelingt, zum einen, weil die Textauswahl glänzend ist, zum anderen, weil Ernst Fritz Fürbringer als Sprecher ihnen den genau richtigen Tonfall gibt.

Und nirgends verrät Ulbrich die ernsteren Seiten des Stoffs an irgendwelche Späße. Mark Twain ist späDie ironisch-vergnüglichen Marc di Napoli lebt heute als Kunstmaler ter in seinem Leben Darstellungen der ausgehenden in der Bretagne immer wieder zu Pioniermentalität, die Seitenhiebe seinen berühmtesten Helden zurückgekehrt. Die Kurzromane auf Gehorsamkeitserziehung, „Tom Sawyers Ballonfahrt" und „Detektiv Tom Sawyer" Bigotterie der Zeit, ihre schrieb er dann allerdings ausdrücklich für Kinder. Sie entWidersprüche und die Heuchelei Roland Demongeot (Tom) standen als Folge eines lukrativen Angebots einer damals in der Gesellschaft gelingen ebenso und Marc di Napoli (Huck) den USA ausgesprochen populären Kinderzeitschrift. Zwar erschiewie das Porträt des Dorfparias Huck und das Motiv der Sehnsucht der nen sie auch in Buchform, beweisen jedoch, dass Stoff und Figuren Schwarzen nach Freiheit. Es gehört zu den weisen Entscheidungen als Kinderbuch nicht funktionieren. Twain hatte sich bemüht, Ulbrichs, nicht der ganzen Handlung des zweiten Romans, also Kinder-und-Jugendlichen-gerecht zu schreiben, die Ergebnisse „Huckleberry Finn", zu folgen, sondern seinen insgesamt sechsstünwaren verglichen mit den Romanen allerdings ein schwacher digen Vierteiler mit dessen besten Motiven zu beenden: mit Hucks Einsamkeit und wenigen glücklichen Momenten mit seinem Vater, dem vagabundierenden Trunkenbold, sowie mit Hucks Entscheidung, sein christliches Seelenheil zu verspielen, indem er seinen schwarzen Freund Jim bei seiner Flucht unterstützt. Denn Recht, Gesetz und Kirche waren sich in den amerikanischen Südstaaten zu der Zeit, in der der Roman spielt, völlig einig, dass es ein schweres Verbrechen und gegen den Willen Gottes sei, einen entlaufenen Sklaven nicht sofort zu verraten oder festzunehmen. Der Film endet mit Naiv, aber zeitweilig charmant: Tom Sawyer" (1973) mit Johnny Whitaker als Tom, den sich verpassenden weiteren " Jodie Foster als Becky sowie diversen Gesangseinlagen Lebenswegen Toms und Hucks Abklatsch. Insbesondere von „Tom Sawyers Ballonfahrt" hielt Mark und mit einem Sehnsuchtslied der Schwarzen. Wer immer sich mit Twain selber nichts. Immer wieder hat er daran gedacht, seinen den Romanen, Mark Twain und seiner Zeit auseinandersetzt, muss beiden Hauptromanen noch einen dritten hinzuzufügen, doch es die Klugheit dieses von Ulbrich gewählten Schlusses bewundern. Lina blieb bei inhaltlichen Planungen und verschiedenen Fragmenten Carstens gab eine fabelhafte Tante Polly, und Marc di Napoli verkörmit unterschiedlichen Ansätzen. „Tom und Huck unter Indianern" perte Huck Finn und ließ die Mädchenherzen höher schlagen. hieß beispielsweise eines dieser Fragmente, die man in seinem Nachlass fand, „Die Tom-SawyerVerschwörung" ein anderes. Zu allen Zeiten wurden die Romane übrigens auch angefeindet. Manche Zeitgenossen entsetzten sich über die Verherrlichung von Freuden wie Schuleschwänzen, Stören des Gottesdienstes oder über die massenhaft vorkommende Umgangssprache, die niedrig, jugendverderblich und unliterarisch sei. Spätere Zeiten lobten gerade das, nun erzürnten sich Sittenrichter allerdings über den (historisch stimmigen) Gebrauch des Wortes Nigger. Mark Twains Romane sind über derlei Anfeindungen freilich erhaben. Es geht in ihnen um Freiheit, um den Vorrang der Freude am Leben Fernsehserie mit Brigitte Späte Fortsetzung: Tom Sawyer Jackson-Insel-Dasein: " Horney als Tante Polly als Detektiv" (Boje 1970) Illustration von Walter Trier vor der Pflicht und den eisernen Tugenden, um Selbstbestimmung und die Lust, Träume auszuleben. Das sind unverZu den zwar naiven, aber zeitweilig hübsch-charmanten Adaptionen gängliche Themen und Motive, und deshalb werden „Tom Sawyers zählt „Tom Sawyer" von 1973 mit dem „Lieber Onkel Bill"-Darsteller Abenteuer" und „Huckleberry Finn" zeitlose und allgemeingültige Johnny Whitaker als Tom, der ganz jungen Jodie Foster als Toms Liebe Meisterwerke bleiben. Becky und mit diversen Gesangseinlagen. Und einiger Beliebtheit erfreuSeite

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Lösungswort kult! Nr. 16: Der Kommissar

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