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kult! 15 (1-17)

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kult! 60er · 70er · 80er

www.goodtimes-kult.de

D:  6,50

Österreich  7,50 Luxemburg  7,50 Schweiz CHF 12,70 Ausgabe 1/2017 (Nr. 15)

Kreuzworträtsel

mit

Poster

Brigitte Bardot

Das Jahr 1976 · Kojak · Billy Jenkins · Boeing 747 · Buddy Longway · Udo Jürgens · Carrera · Zorro


Formel Eins - Back To The 80s Die ultimative

Fanbox!

Alles was z r e H n a F s a d begehrt ! LIMITIERTE SONDERAUFLAGE - VÖ: 04.11.2016 Exklusive Doppel-CD „Back To The 80s – Original 12inch Maxi-Versionen“ mit Falco, Nena, Whitney Houston, Tina Turner, Rick Astley u.v.a. + Exklusive 180gr. Vinyl „Die Lieblings-Hits der Moderatoren“ mit Wham!, Talk Talk, Modern Talking, Heaven 17 u.v.a. + DVD „30 Jahre Formel Eins – Die Dokumentation“ Spielzeit ca. 118 Min. Mit zahlreichen Zeitzeugen, allen Moderatoren und jeder Menge Musik + XXL Autogrammkarte mit allen Moderatoren Peter Illmann, Ingolf Lück, Stefanie Tücking, Kai Böcking + Stickerbogen mit coolen Sprüchen www.formel-eins.tv · www.facebook.com/FormelEins.TV www.youtube.com/c/FormelEins80erHits

Formel Eins geht in die nächste Runde!

„Die 2000er“

mit Peter Illmann und vielen Gästen + „Back To The 80s“Special in jeder Sendung. Die neuen Folgen ab Herbst 2016.


IMPRESSUM Anschrift:

NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 0 70 42/37660-160 Fax: 0 70 42/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-kult.de www.facebook.com/goodtimeskult

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Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried

Mitarbeiter:

Matthias Auer, Matthias Bergert, Jens-Uwe Berndt, Horst Berner, Kathrin Bonacker, Kirsten Borchardt, Lothar Brandt, Susanne Buck, Michael Fuchs-Gamböck, Hans-Jürgen Günther, Thorsten Hanisch, Christian Hentschel, Teddy Hoersch, Michael Klein, Andreas Kötter, Madita Leibfried, Niklas Leibfried, Nicolas von Lettow-Vorbeck, Bernd Matheja, Kati Naumann, Hans-Joachim Neupert, Markus Nöth, Helmut Ölschlegel, Thorsten Pöttger, Alexander Querengässer, Sven Rachner, Malte Ristau, Philipp Roser, Roland Schäfli, Thorsten­ Schatz, Lars Schumacher, ­ Ulrich Schwartz, Christian Simon, Alan Tepper, Jörg Trüdinger, Claudia Tupeit, Uli Twelker, Thomas Wachter, Jürgen Wolff

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Andrea Leibfried, goodtimes@nikma.de

Grafische Gestaltung:

Andrea Zagmester, kult@nikma.de Kathleen Müller, grafik@nikma.de

Anzeigenverkauf:

Petra Czerny, anzeigen@nikma.de

Vertrieb:

IPS Pressevertrieb GmbH Postfach 1211 53334 Meckenheim Tel: 0 22 25/88 01-0

Druckerei:

Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Frankfurter Str. 168 34121 Kassel

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Willkommen bei

kult!

kult! weckt Erinnerungen. kult! entsteht aber auch aus Erinnerungen heraus. Erinnerungen unserer Autoren an die eigene Kindheit und Jugend, jedoch auch Erinnerungen von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Sie uns in E-Mails und Briefen übermitteln. Erinnerungen sind (natürlich) subjektiv, auch wenn sie dann in gewissem Sinne zu Gemeingut werden, weil durch sie im Gedächtnis Bilder von einst wachgerufen werden und vor dem geistigen Auge wieder vorbeiziehen – oder beim Stöbern in Archiven, Foto-Alben oder beim Sehen alter Filme Gestalt annehmen. Genau diese Subjektivität hat innerhalb der kult!-Redaktion wiederholt Diskussionen ausgelöst. Schließlich gelten auch für unser Magazin die allgemeinen journalistischen Standards – und nach denen sind in aller Regel Artikel in der Ich-Form eher verpönt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Wir haben uns aber entschlossen, diese Regel hier und da zu ignorieren – eben weil die Erinnerung an bestimmte Momente und Dinge subjektiv ist und durch die Ich-Form der Darstellung an Authentizität gewinnt. In Erinnerungen schwelgten unsere Autoren auch diesmal wieder reichlich, egal, ob es Filme (Kino wie TV), Musik, Autos, Mode bzw. Schmuck oder vieles mehr betrifft. Ich hoffe, auch Ihnen geht es beim Schmökern wie uns beim Bearbeiten und In-Form-Bringen der Geschichten: Ach ja, stimmt, so war das, kannst du dich noch erinnern, oder: Wie war das damals? Oder: Das ist an mir vorbeigegangen. Und vielleicht sind Sie genauso erstaunt wie wir, dass der Stoff, die Ideen, eben die Erinnerungen nicht ausgehen. Und wenn Sie eine Idee, eine Erinnerung haben an etwas, das uns bislang entgangen ist, dann lassen Sie uns dies wissen – das nächste kult! kommt bestimmt, genauer: in einem halben Jahr. Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Blättern und Eintauchen in Erinnerungen!

NikMa Verlag Kreissparkasse Ludwigsburg IBAN: BIC:

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Titelfoto:

Brigitte Bardot: Bildarchiv Hallhuber GoodTimes kult! ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes kult! erschienenen Artikel, Interviews, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Herausgebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart

­Fabian Leibfried -Herausgeber/ChefredakteurVon kult! gibt es mittlerweile eine monothematische Sonderheftreihe. Hierzu ist bereits die erste Ausgabe (Thema Auto") veröffentlicht worden. Mitte Januar 2017 wird Vol. 2 " Western-Serien" erscheinen. Den Termin am besten jetzt schon fest vormerken! "

kult! Nr. 16 erscheint am 21.04.2017 GoodTimes

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kult! 60er · 70er · 80er

Ausgabe Oktober 2016 1/2017 (Nr. 15)

INHALT RUB RIKE N

Seite 36

3 Editorial/Impressum 4 Inhaltsverzeichnis 5 Top 5: Unterhaltungssendungen Mitarbeiter & Prominenz 6 News from the past Altes neu ausgepackt

39 kult! Shop 41 kult! Abo 98 kult! Verlosung 98 kult! Rätsel 47 Suzi Quatro/ Borussia Mönchengladbach

Seite 14

Seite 24

Riesenposter

14 Pumuckl

Es wird klabautert!

16 Brigitte Bardot

Ein Leben zwischen den Welten

20 Haarpracht

Seite 82

Von jetzt an immer chic frisiert!

24 50 Jahre Star Trek

Seite 66

Unendliche Weiten – Star Trek von A bis Z

29 Christian Simon

62 Der Bikini

Vor 70 Jahren schlug er ein wie eine (Atom-)Bombe

Meine Singles – Spannende Ausflüge in unbekanntes Terrain

64 Stars und ihre Autos

30 Mode-Reklame der 80er – Serie (Teil 4)

Mobile Stars On The Road

Schulterpolster und schrille Schönheit

66 Charlie Chaplin

34 Im Banne des Zorro

Charlie spricht – erstmals

Wie ein Held mit Maske, Degen und viel Charme weltweit Eindruck machte

68 Kultbücher

Geschätzt, geliebt, gelobt

36 Peter Pan

70 Buddy Longway

Fliegen auf eigene Gefahr

So war der Wilde Westen wirklich

38 Werbe-Ikonen – Serie (Teil 3)

72 Motorrad Triumph Bonneville T 120

Herr Kaiser – Gut (für mich), dass ich Sie treffe ..." "

40 Unvergessene TV-Charaktere – Serie (Teil 4)

Triumph-ale Reise in die Vergangenheit

42 Billy Jenkins

74 Musikalische Schätze aus der DDR-Serie (Teil 2)

Theo Kojak – Einsatz in Manhattan" " König der Cowboys

Amiga – eine für alles

44 Borussia Mönchengladbach vs. FC Liverpool

78 Kino-Bösewichte – Serie (Teil 3)

Geliebter Feind – Interview mit Rainer Bonhof

46 Die Mumins

Seite 46

Die sagenhafte Welt freundlich-friedlicher Trolle

Herbert Lom: Der universell einsetzbare Bösewicht

80 Bud Spencer

56 Boeing 747 – Jumbo-Jet

Ein Buddy fürs Leben

58 Das Jahr 1976

82 Edel-Seifenopern der 80er Jahre – Serie (Teil 2)

Aus dem Leben eines Buckelwals

Dallas

RAF, Robert De Niro & ein verschossener Elfmeter

87 Als die Frauen noch Schwänze hatten Sex und Witze aus der Steinzeit

88 Manolito Erotica Seite 74 Seite 16 Seite 34

Ein Antiquariat der besonderen Art mitten in Berlin

90 Der Super-8-Spielfilm

Er läuft und läuft und läuft ...

Seite 90

92 Dr. Fu Man Chu Seite 80

94 Carrera

Als die Rennbahn im Wohnzimmer Einzug hielt

96 Udo Jürgens

Seite 56

Seite

Die gelbe Gefahr" geht um "

Ein Keller voller Kult!

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GoodTimes

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TOP 5

kult! U n t e r h a l t u n g s s e n d u n g e n

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Musikladen Am laufenden Band Disco Der große Preis ZDF Hitparade

1. 2. 3. 4. 5.

Was bin ich? Herzblatt Disco Verstehen Sie Spaß? Zum blauen Bock

1. 2. 3. 4. 5.

Spiel ohne Grenzen Am laufenden Band ZDF Hitparade Disco Dalli Dalli

1. 2. 3. 4. 5.

1, 2 oder 3 Bio's Bahnhof Disco Die Montagsmaler Am laufenden Band

1. 2. 3. 4. 5.

1, 2 oder 3 Herzblatt Was bin ich? Dalli Dalli Rudis Tagesschau

1. 2. 3. 4. 5.

Wünsch Dir was Wetten, dass ..? Einer wird gewinnen Der große Preis Spiel ohne Grenzen

1. 2. 3. 4. 5.

Der große Preis Spiel ohne Grenzen Wetten, dass ..? Einer wird gewinnen Wünsch Dir was

1. 2. 3. 4. 5.

Verstehen Sie Spaß? Der Preis ist heiß Wetten, dass ..? 1, 2 oder 3 Dalli Dalli

1. 2. 3. 4.

Wetten, dass ..? 1, 2 oder 3 Glücksrad Verstehen Sie Spaß?

5. Dingsda 1. 2. 3. 4. 5.

Ein Kessel Buntes Außenseiter-Spitzenreiter Am laufenden Band Schätzen Sie mal! Mit Lutz und Liebe

Fabian Leibfried

Kathrin Bonacker

Susanne Buck

Michael F.-Gamböck

Thorsten Hanisch

Michael Klein

Andreas Kötter

Andrea Leibfried

Nicolas v. L.-Vorbeck

Kati Naumann

GoodTimes

1. 2. 3. 4. 5.

Spiel ohne Grenzen Wetten, dass ..? Der goldene Schuss Was bin ich? Einer wird gewinnen

1. 2. 3. 4. 5.

Wetten, dass ..? Dalli Dalli Am laufenden Band Disco ZDF Hitparade

1. 2. 3. 4. 5.

Dalli Dalli Der große Preis Einer wird gewinnen Donnerlippchen Vier gegen Willi

1. 2. 3. 4. 5.

Beat-Club Disco Wünsch Dir was Wetten, dass ..? Bio's Bahnhof

1. 2. 3. 4. 5.

Am laufenden Band Dalli Dalli Rudis Tagesshow Was bin ich? 1, 2 oder 3

1. 2. 3. 4. 5.

Einer wird gewinnen Wetten, dass ..? Ruck Zuck Am laufenden Band 1, 2 oder 3

1. 2. 3. 4. 5.

Am laufenden Band Was bin ich? Bio's Bahnhof Spiel ohne Grenzen Wie würden Sie entscheiden?

1. 2. 3. 4. 5.

Wetten, dass ..? Rockpop Einer wird gewinnen Verstehen Sie Spaß? Auf los geht's los

1. 2. 3. 4.

Verstehen Sie Spaß? Der Preis ist heiß Wetten, dass ..? 1, 2 oder 3

H. J. Neupert

Markus Nöth

Thorsten Pöttger

Philipp Roser

Roland Schäfli

Thorsten Schatz

Ulrich Schwartz

Christian Simon

5. Dalli Dalli 1. 2. 3. 4. 5.

Alan Tepper

Bio's Bahnhof ZDF Hitparade Klimbim Disco Erkennen Sie die Melodie?

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Guildo Horn


Bücher & Comics RINGO

GESAMTAUSGABE BAND 1 Von William Vance

2016, Splitter Verlag ISBN 978-3-95839-340-0 100 Seiten; 22,80 €

Franco-belgische ComicWestern-Klassiker gibt es etliche. Zu nennen wären etwa Jerry Spring", Leutnant " " Blueberry" oder Coman" che". Ringo" dagegen ist " weniger bekannt. Was daran liegen mag, dass Ray Ringo, so der volle Name des Titelhelden, dessen kantige Gesichtszüge an B-Western-Stars wie Randolph Scott oder Rory Calhoun erinnern, im wilden Comic-Weste(r)n keine allzu große Verweildauer vergönnt war. Atmosphärische Dichte, wie sie etwa Girauds Blueberry"-Saga atmet, konnte sich da nur be" dingt entwickeln. Und doch hat Ringo" – und " hier bietet sich noch einmal der Vergleich zum B-Western an – seinen ganz eigenen Reiz. Ein Reiz, der sich speist aus dem unverwechselbaren Strich des späteren Meisters solcher Klassiker wie Bruno Brazil" oder XIII", William Vance. " " Ein Strich, ganz auf das Wesentliche beschränkt, der Hintergründe oft ausspart und ein wenig erinnert an einen anderen Großen des WesternComics, an den Argentinier Arturo del Castillo ( Der Sheriff" alias John Kendall"). Die zwei" " bändige Gesamtausgabe, die der Splitter Verlag nun vorlegt, glänzt mit tollem Druck und einer wunderbaren Farbgebung. Dass Band 1 außer der Bibliografie der beiden enthaltenen Abenteuer ohne jegliches Zusatzmaterial kommt, enttäuscht aber.

N from the past ninger ( The Kin-der-Kids", später als Kunst" maler zu Weltruhm gelangt). Erstaunlich aus heutiger Sicht sind die innovativen Bildeinfälle, von denen bis heute Generationen von ComicKünstlern zehren und die künstlerische Avantgarde wie den Surrealismus vorwegnahmen. Mit Hilfe zahlreicher Repros von Originalen und kenntnisreichen Begleittexten werden einem die sechs Pioniere näher gebracht.

1000 FUSSBALL KLUBS 2016, edel Books

ISBN 978-3-84190-460-7 208 Seiten; 14,95 €

Herausgeber: Alexander Braun und Max Hollein

Ob Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien", " gab einst Andi Möller zum Besten, schade, dass es damals das Buch 1000 Fussball Klubs" noch " nicht gab, denn dann hätte der Mittelfeldstratege relativ schnell herausgefunden, dass Madrid wohl eher in Spanien liegt. Doch die geografische Zuordnung ist natürlich noch lange nicht alles, was das Buch 1000 Fußball Klubs" bietet, " vielmehr geht es dabei von A bis Z, vom AC Mailand bis zu ZSKA Moskau. Gespickt mit zahlreichen Bildern, Tabellen und Grafiken werden 1000 Fußballklubs porträtiert, geht es von den Höhepunkten der jeweiligen Vereine über ihre erfolgreichsten Spieler bis zu Anekdoten wie beliebte Fangesänge oder skurrile Vereinswappen. Nach Kontinenten und Nationen gegliedert, finden sich darunter natürlich weltbekannte Klubs wie Real Madrid (Spanien!), die britische Legende Manchester United oder Boca Juniors aus Argentinien, aber auch nur Spezialisten bekannte Vereine wie CD Motagua aus Honduras, Phnom Penh Crown FC aus Kambodscha oder Koloale FC Honiara von den Salomoninseln. Eine herrliche Sammlung, die nicht nur massenhaft Infomaterial liefert, sondern auch immer wieder zum ziellosen Durchblättern einlädt.

2016, Hatje Cantz Verlag ISBN 978-3-77574-110-1 272 Seiten, 35 €

WER FAST NICHTS BRAUCHT, HAT ALLES

PIONIERE DES COMIC

Der Comic ist nun auch schon 120 Jahre alt. Künstler wie Wilhelm Busch mögen Vorläufer gewesen sein, richtig Fahrt nahm das Genre jedoch erst auf, als um 1897 US-amerikanische Zeitungen begannen, farbige Strips in Sonntagsausgaben zu drucken. Sechs Zeichner der ersten Stunde stellt der Prachtband Pioniere des " Comic – Eine andere Avantgarde" vor: Winsor McCay ( Little Nemo"), Frank King " ( Gasoline Alley"), George Herriman ( Krazy " " Kat"), Charles Forbell ( Naughty Pete"), Cliff " Sterrett ( Polly And Her Pals") und Lyonel Fei"

Von Angela Bajorek

2016, Ullstein ISBN 978-3-55008-125-5 316 Seiten, 22 €

Die Tigerente, der kleine Bär oder der kleine Tiger – mit diesen Figuren hat Janosch viele Kinder glücklich gemacht und ihnen dabei die Welt philosophisch, leicht verständlich und humorvoll nahe gebracht. Angela Bajorek, Germanistin und Lehrbeauftragte der Pädagogischen Fakultät der Universität Krakau, hat nicht nur ihre Habilitationsschrift über Janosch verfasst, sondern ist auch zu den Schauplätzen seines Lebens gereist, besuchte ihn im Wahlexil Teneriffa und tauschte mit ihm E-Mails. Durch diese erSeite

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GoodTimes

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giebige Recherche war es ihr möglich, ein plastisches Bild des Künstlers zu erarbeiten, dessen Lebenslauf im Gegensatz zur Leichtigkeit seiner Figuren schwer, entbehrungsreich und von Leid gekennzeichnet war. Neben der mit sympathischen Fotos angereicherten Biografie umfasst der Band ein über 20-seitiges Interview mit Janosch, das einen intimen Einblick erlaubt. Ein sprichwörtlich schönes" Buch " mit gelegentlich traurigen Momenten.

ALLGEMEINER ROMAN PREISKATALOG 2016/2017

Von Joachim Knüppel, Werner Knüppel und Helmut Rohde 2016, Comicladen-Kollektiv Hamburg ISBN 978-3-00052-634-3 608 Seiten; 39,95 €

Wer zwischen den 40er und 80er Jahren aufgewachsen ist und in dieser Zeit Romane jeglicher Art gelesen hat, der kommt an diesem Katalog eigentlich nicht vorbei. Denn neben der Info, was die alten Hefte und Bücher heute noch wert sind, liefert der Allge" meine Roman Preiskatalog 2016/2017" auch noch zahlreiche weitere Infos: Wie viele Ausgaben hatten die Serien? Von wann bis wann erschienen die Reihen? Wie sahen Titelbilder und Buchumschläge aus? Für deutschsprachige Romanhefte, Leihbücher, Musik- und Jugendzeitschriften sowie Bücher von Karl May finden sich hier die Antworten, egal ob Hefte aus den 30er bis 50er Jahren wie Billy Jenkins" und Rolf Torring", die legen" " dären Silber-Grusel-Krimis", Westernhelden wie " Lassiter" und Cowboy Jerry", Herz-Schmerz" " Romane wie Die wahre Geschichte" und die " Romane des Herzens" sowie Klassiker wie Per" " ry Rhodan", Jerry Cotton", Larry Brent", Der " " " Landser" und Maddrax". Die Sammelgebiete " DDR und Österreich werden dabei in eigenen Abschnitten vorgestellt, ebenso die Bücher von Karl May. Ein eigenes, ausführliches Kapitel widmet sich den wichtigsten Ausgaben von 1876 bis 1980, unter anderem den berühmten grünen Leineneinbänden vom Freiburger Fehsenfeld-Verlag und dem Karl-May-Verlag in Radebeul und Bamberg. Das letzte Kapitel des Katalogs ist dann den Musikzeitschriften von 1945 bis 1980 gewidmet, von der Bravo" über Melodie und Rhythmus", " " Musik Express", Joker" und der Musikparade" " " " bis zu Sounds" und Rocky". Eine mit über 600 " " Seiten sehr umfangreiche Zusammenstellung, die für Sammler und Antiquare unerlässlich ist, aber sicher auch für all diejenigen von Interesse, die sich ganz allgemein und nur zum Spaß für Unterhaltungsliteratur interessieren.


NEWS from the past EL CID

GESAMTAUSGABE

Von Antonio Hernández Palacios 2016, Avant-Verlag ISBN 973-3-94503-446-0 212 Seiten; 39,95 €

Rogers an den Neon-Reklametafeln schillerten. Zwar hätte man sich mehr Seiten gewünscht, da einige wenige Passagen zu knapp geraten sind, doch das wird dann wiederum durch Monioudis sprachliche Eleganz weitestgehend ausgeglichen.

AUTOMOBILE KLASSIKER

Die Arbeiten von Antonio Hernández Palacios zählen zu den großen, wenngleich zu selten gewürdigten Werken des europäischen AbenteuerComics. Bekannt wurde der Spanier in Deutschland in den 70er Jahren, als seine beiden herausragenden Epen, der Western Manos Kelly" und das " Ritterabenteuer El Cid", in " Rolf Kaukas Magazin Pri" mo" veröffentlicht wurden. Wie bei Manos Kelly" " setzte Palacios auch bei El " Cid" auf akribisch recherchierte Fakten und eine expressive, wuchtige Bildsprache. So glänzt die Erzählung um den spanischen Nationalhelden Rodrigo Diaz de Vivar mit kraftvollen, satten Farbkompositionen, die stellenweise buchstäblich und wie durch ein Kaleidoskop betrachtet zu explodieren scheinen. Beinahe psychedelisch muten Palacios’ grimmige Bilder dann an, von denen nicht wenige als Kunstwerk per se bestehen könnten. Dass sich die Wirkung dieser Gemälde" so prächtig entfalten kann, ist auch " das Verdienst des avant-verlags. Nach Manos " ­Kelly" legen die Berliner erneut auf feinem ­Papier eine opulente, um lesenswertes Zusatzmaterial erweiterte Gesamtausgabe vor. Dass die Lektüre dieses Materials schon mal ein ganz klein wenig holprig ausfällt, ist wohl der Übersetzung geschuldet und tut dem Genuss dieses Meisterwerks keinen Abbruch.

Autos lackieren mal anders", ja, so kann man " das auch ausdrücken! Malbücher für Erwachsene werden immer beliebter, und mit Automobile " Klassiker" kann man dem tristen Käfer, der sich da durch den dichten Verkehr kämpft, dem farblosen Porsche 911, der über die Landstraße in der Provence brettert, oder dem fahlen Citroën DS, der im Rallye-Look durch die Kurve driftet, ein Ende machen. Zahlreiche künstlerische Darstellungen von automobilen Klassikern warten nur darauf, dass ihnen Farbe eingehaucht wird, historische Fahrzeuge berühmter Marken werden in typischen Szenen und Landschaften im Comic-Stil dargestellt. Auf den Bildern ist immer etwas los, sie erzählen kleine Geschichten, dazu liefert der französische Autor Francois Roussel interessante Begleittexte (in Deutsch, Französisch und Englisch) mit Hintergrundinformationen und Anekdoten zu den Automodellen sowie Hinweisen zum Motiv selbst. Klasse Service: Eine spezielle Klebebindung ermöglicht es, die fertigen Werke einzeln her­auszutrennen.

FREDERICK

EUROPE 12 POINTS!

2016, dtv ISBN 978-3-42328-079-2 222 Seiten; 19,90 €

2016, Hoffmann und Campe Verlag ISBN 978-3-45575-017-1 256 Seiten; 13 €

Während seiner Jugendjahre, in denen der junge Michael Jackson von seinem Vater zum Tanzen gedrillt wurde, saß er in seiner Freizeit vor dem Fernseher und bewunderte einen Mann, der für die Popularität des Tanzens stand – Fred Astaire. In der Welt Hollywoods stellte er eine Ausnahme dar, denn niemand konnte mit einer so ungezwungenen Leichtigkeit über dem Parkett schweben. Der in der Schweiz geborene Autor Perikles Monioudis hat einen Roman verfasst, in dem er das Leben des Künstlers fiktional aufarbeitet. Dabei beweist er so viel Gefühl, dass man sich in die damalige Ära zurückversetzt fühlt, in der Stars noch Stars waren und Namen wie Rita Hayworth und Ginger

Wie oft war diese Veranstaltung schon totgesagt, wie viele Musikfreunde sehen in ihr den Untergang der Popkultur – und dennoch fiebern Millionen Fans auf den großen Abend hin, schaut ganz Europa auf die Bühne, auf der einmal im Jahr der Eurovision Song Contest stattfindet. Ohne Frage ist diese Kultveranstaltung ein völkerverbindendes und weltweit wohl einmaliges Fernsehereignis. So viele Stars und Hits wurden hier geboren, doch zeigt diese Show auch, wie nahe Triumpf und Tränen beieinander liegen. Mit nur sieben Teilnehmern wurde der Eurovision Song Contest im Jahr 1956 als Lieder- und Komponi" stenwettbewerb" ins Leben gerufen, heute ist er ein europäischer Exportschlager, der sogar in fernen Ländern wie China oder Australien für Furore sorgt. Mit Eu­rope 12 Points!" blickt Autor " Matthias Breitinger zurück auf zahlreiche Stern-

Von Perikles Monioudis

EIN MALBUCH FÜR ERWACHSENE Von Francois Roussel

2016, Schneider Verlag UK Ltd. ISBN 978-3-66710-739-8 128 Seiten; 14,90 €

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kult!

Von Matthias Breitinger

GoodTimes

stunden, auf den Sieg von Abba mit "Waterloo" 1974, der den Beginn einer beispiellosen Karriere bedeutete, auf weltweite Hits wie "Volare", auf Stars wie Céline Dion, Cliff Richard und Johnny Logan. Erinnert an die schrillen Auftritte von Schlagerbarde Guildo Horn und Entertainer Stefan Raab, oder an Ralph Siegel, der den Wettbewerb aus deutscher Sicht so geprägt hat wie kein anderer. Ein Buch, das alles Wissenswerte um den ESC versammelt, das sechs Jahrzehnte Musikgeschichte mit all ihren Sensationen und Skandalen Revue passieren lässt und das vor allem eines klar macht:

Unsere Gewinner der Verlosung aus kult! Heft 14 – 2/2016:

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DVD Achtung Streng geheim": " Eberhard Stephan, Seifhennersdorf Manuela Brecht, Ludwigshafen Irmgard Flock, Kerpen-Horrem Fanpaket Die drei ???": " Axel Kühn, Flensburg Thomas Sindermann, Wardenburg Klaus Lang, Crailsheim Heike Wunderlich, Creußen Marion Müller, Hamburg DVD + Poster Star Wars": " Andreas Boldt, Esslingen Helmut Vetter, Alfeld Andreas Voß, Greven 2er-DVD Otto": " Heinz-Georg Schröder, Barßel Jörg Putze, Amberg Dietrich Gehrt, Duisburg

Herzlichen Glückwunsch!


N from the past Der Eurovision Song Contest ist eine einzigartige Geschichte, bei der sich große Unterhaltung und das Werben für Völkerverständigung und Toleranz nicht ausschließen.

ICH, UDO

VON CHRISTIAN SIMON 2016, Langen Müller ISBN 978-3-78443-408-7 240 Seiten; 20 €

Die Faszination Udo Jürgens' ist ungebrochen, jeder kennt seine Lieder, seine unzähligen Hits und Ohrwürmer wie "Aber bitte mit Sahne", "Griechischer Wein" oder "Mit 66 Jahren". Mit rund 100 Millionen verkauften Tonträgern zählt Jürgens zu den erfolgreichsten Solokünstlern der Welt. Doch der Erfolg kam für ihn nicht über Nacht, war vielmehr das Ergebnis harter Arbeit, der er bis zu seinem Lebensende mit vollem Elan und aus tiefstem Herzen nachging. Aber was war ihm wichtig, woher nahm er seine Inspiration, wie konnte er mit Kritik umgehen, welche Meilensteine sah er selbst in seinem Leben? Als der Radio­- und TV-Moderator und Journalist Christian Simon im Jahr 1975 erstmals Udo Jürgens interviewte, war dies der Beginn einer Freundschaft, die über 40 Jahre halten sollte. In vielen weiteren Gesprächen nahm der Entertainer kein Blatt vor den Mund, plauderte mehr als einmal aus dem Nähkästchen. Knapp zwei Jahre nach dem Tod von Udo Jürgens hat Simon nun mit Ich, Udo" eine Zusammenstellung dieser " Gespräche veröffentlicht, mit dem er einen unverfälschten, ja fast persönlichen Blick auf den großen Sänger und Entertainer ermöglicht – angereichert mit einer guten Portion Humor und ungeschminkten Wahrheiten.

RODDENBERRYS IDEE: DIE STAR-TREK-ORIGINALSERIE IM WANDEL DER ZEIT

Dragnet" kreierte) wie zudem alles Wissens" werte um Produktion, Personal, Kulissen und Kostüme. Darüber hinaus werden auch noch die Spielfilme dokumentiert. Wer schon immer eine fundierte, gründlich recherchierte Abhandlung zu einer der wohl besten Science-Fiction-Serien haben wollte, ist hier am Ende seiner Suche angelangt. Lobenswert.

NSU TYPENKUNDE CLASSIC Von Klaus Arth

2016, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-690-2 152 Seiten; 19,90 €

Alle Automobile von 1905 bis 1977" verspricht " dieses Buch im Untertitel, so liefert es quasi nebenbei die Geschichte einer der kult-verdächtigsten Autofirmen Deutschlands. Schon 1873 beginnt die (Vor-)Geschichte von NSU mit einer mechanischen Werkstatt in Riedlingen an der Donau, wo Strickmaschinen hergestellt werden. Dann der Umzug nach Neckarsulm, wo die kleine Firma expandiert und 1905 den großen Schritt wagt, als Lizenzfertigung ein Automobil herzustellen. Kurz darauf steht mit dem NSU 5/10 HP schon die erste Eigenkonstruktion auf der Berliner Automobilausstellung. Trotz zahlreicher Vorkriegsproduktionen prägen das NSU-Image bis heute die legendären Wirtschaftswunder-Modelle wie der Prinz oder der Wankel-Spider, der übrigens Automobilgeschichte geschrieben hat: Als erster trägt er einen Kreiskolbenmotor in seinem Heck. NSU Typenkunde Classic" erklärt mit " viel Liebe zum Detail alle jemals gebauten NSUModelle, vom 6/10 HP über den Sport-Prinz bis zum K 70, inklusive zahlreicher Fotos, Abbildungen und alten Werbematerials, dazu ausführliche technischer Daten, Produktionszahlen und tabellarische Übersichten.

Von Jan Schliecker

DAS IST FUSSBALL

2016, Schüren ISBN 978-3-89472-768-0 480 Seiten; 38 €

Von John Andrews

Mit diesem Buch wird Schüren seinem Ruf gerecht, Deutschlands wohl bester Verlag hinsichtlich cineastischer Belange zu sein. Jan Schliecker widmet sich in seinem umfangreichen Buch den 79 Originalepisoden von Star Trek" (also " Raumschiff Enterprise"), stellt sie vor und ana" lysiert die Intention der Folgen, die häufig zum Medium der Kritik zeitgenössischer Problematiken wurden. Neben einigen kultigen Bildern präsentiert der Autor auch eine knappe Einführung zu Gene Roddenberry (der auch die Serie

DAS INFOGRAFIK FUSSBALLBUCH 2016, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-565-3 192 Seiten; 19,90 €

Als Besser- oder Alleswisser muss man natürlich für alle Fragen gewappnet sein, welcher Fußballklub ist der älteste der Welt, welche Spieler glänzten auch auf der Kinoleinwand, wer erhält für seine Leistung das meiste Geld, oder welche Kicker und Vereine tragen die kuriosesten Namen. Alles Infos, die das Buch Das ist Fußball" auf lockere und anschauliche " Art vermittelt, hier gibt es auf (fast) alle Fragen Seite

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GoodTimes

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zur schönsten Nebensache der Welt eine Antwort. Legendäre WM-Teams, die besten Ligen der Welt und ihre Stars, die kleinsten, größten, jüngsten, ältesten, reichsten, schnellsten und verrücktesten Fußballer aller Zeiten, harte Fakten und nur für Nerds inter­essante Zusatzinfos wie das Kapitel über Fußballer-Tattoos: Dieses mit Herzblut gestaltete Buch bietet allerbestes Fußball-Infotainment. Ein kurzer Blick auf das Inhaltsverzeichnis verrät schnell, mit welcher Akribie Autor John Andrews hier zu Werke ging, welch geballtes Wissen hier zwischen den zwei Buchdeckeln versammelt ist. In einer Vielzahl von Kapiteln geht es vom ältesten Klub der Welt über Hitlisten, skurrilen Dingen wie FußballerFrisuren bis zu den Spitznamen der großen Stars, werden die höchsten Niederlagen aller Zeiten ebenso zum Thema wie die besten Spieler jeder Dekade oder ein Zahlenvergleich zwischen Englands und Deutschlands Top-Liga. Ein besonderes Lob geht an Illustrator Daniel Nyari, der unter anderem für die New York Times" und die " Süddeutsche Zeitung" arbeitet. Er hat die ein" zelnen Seiten dieses Buches höchst aufwändig illustriert und verpackt, sowohl die harten Fakten als auch das ebenso unnütze wie herrliche Fußballwissen in übersichtliche Infografiken, mit denen alle, die dieses Buch gelesen haben, in jeder Fußballdiskussion mit detailliertem Wissen über Stars und Vereine mit unzähligen Daten, Zahlen und Fakten glänzen können.

FALLER – KLEINE WELT GANZ GROSS Von Ulrich Biene

2016, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-694-0 184 Seiten; 29,90 €

1:87 – so lautet die magische Formel, die Modelleisenbahnfans ins Schwärmen bringt, da die Schwarzwälder Firma Faller ihre diversen Objekte in dem Maßstab verkleinert(e). Autor Ulrich Biene erzählt in seinem großformatigen und mit vielen seltenen Fotos geschmückten Bildband die Geschichte des nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten Unternehmens, das in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiert. Vom ursprünglichen, aus heutiger Sicht noch primitiven MarathonBaukasten, über die zahlreichen Hausmodelle, an denen sich der Wandel der Architektur ablesen lässt, Bäume, Brücken und Modellautos bis hin zur Faller City reicht das Spektrum der dargestellten Objekte, die mit dem klassischen Firmenlogo und natürlich den gelben Kästen verkauft wurden und werden. Neben dem Bildteil kann Biene mit gehaltvollen Texten aufwarten, die viele Informationen bereithalten. Ein lobenswertes Buch, das den Reiz der Modellbaugeschichte plastisch vermittelt.


NEWS from the past CHARLTON HESTON

Von Jenna Eatough, Hans Reinhard und Andrea Rennschmid 2016, Reinhard Weber Fachverlag für Filmliteratur ISBN 978-3-94312-706-5 250 Seiten; 34 €

Wie kein anderer prägte der amerikanische Schauspieler Charlton Heston mit seiner markanten Physiognomie die Hollywood-Epen der 50er und 60er Jahre in seinen Rollen als Moses, Ben Hur oder El Cid. Danach gab er in Science-Fiction- und Katastrophenfilmen wie Planet der Af" fen", Der Omega-Mann" und Erdbeben" den " " tragischen, aber stets übermenschlichen Helden. In seiner Spätzeit betrat der Shakespeare-Liebhaber vermehrt als Bürgerrechtler die politische Bühne und blieb nicht zuletzt durch Michael Moores Bowling For Colombine" als rechter " Aktivist und Handlanger der amerikanischen Waffenlobby im Gedächtnis. In einer neu vorangestellten Biografie spürt diese vollständig überarbeitete, neu bebilderte und erweiterte Ausgabe von Charlton Heston" dem Privat" mann, Schauspieler und Lobbyisten Charlton Heston nach und bespricht sein umfangreiches filmisches Lebenswerk. Wie immer, wenn sich der Landshuter Reinhard Weber Fachverlag für Filmliteratur so einem Thema widmet, werden neben einer ausführlichen Biografie alle Filme, in denen der Protagonist mitgewirkt hat, ausführlich vorgestellt. Neben Originaltitel, Veröffentlichungsjahr, Laufzeit, Regie, Darsteller und Bilder vom Set wird auf Inhalt, Entstehungsgeschichte, markante Pressestimmen und O -Töne von Beteiligten zurückgegriffen, so dass es für Filmfans kaum eine bessere Möglichkeit gibt, dem Schauspieler durch sein filmisches Leben zu folgen. Da macht auch dieser voluminöse Band über Charlton Heston keine Ausnahme.

MEIN SPIEL

Von Johan Cruyff 2016, Droemer ISBN 978-3-42627-696-9 320 Seiten; 19,99 €

Mal ehrlich: Die heute bekannten Kicker langweilen doch. Ecken und Kanten? Fehlanzeige! Leidenschaft und mal ’ne dicke Lippe? Fehlanzeige! Da freut sich der Fußballfan, wenn er wieder an die Sechziger und Siebziger erinnert wird, in denen noch wahre Charaktere die Pille ins Tor knallten. Somit wird die Autobiografie des tragischerweise im Frühjahr verstorbenen John Cruyff auf Begeisterung stoßen, denn der Mann hat

tatsächlich was zu berichten aus einer Zeit, in der der Nachwuchs noch mit dem Fahrrad zum Training radelte. Er schildert sein Leben von der Glanzzeit bei Ajax Amsterdam über den FC Barcelona und der Karriere in der Nationalmannschaft bis hin zur Zeit als Trainer und lässt dabei auch Privates zur Geltung kommen. Neben der Erzählung an sich begeistert das Buch durch den warmherzigen Ton, in dem er seine Beziehungen, speziell zu seinem Vater, schildert und lebendig werden lässt. Definitiv eine der besten Sportler-Bios!

70 JAHRE LUCKY LUKE

2016, Egmont Comic Edition Gleich dreifach Grund zur Freude für LuckyLuke-Fans! Zum 70. Geburtstag des kultigen Westernhelden gibt es aktuell limitierte Sonderauflagen, den Anfang machten dabei Mitte September vier Lucky-Luke-Bände, in denen Joe, Jack, Averell und William Dalton im Mittelpunkt stehen. Anfang Oktober kam dann ein neuer Band heraus, der alleine mit seinem dramatischen Titel Der Mann, der Lucky Luke erschoss" Aufmerk" samkeit erregen dürfte (72 Seiten, 15 €, ISBN: 9783-77043-925-6). Mit seinem lebendig-realistischen Strich lädt Zeichner Matthieu Bonhomme ein, Morris' so vertrauten CowboyKosmos und seine Figuren neu zu entdecken. Dabei beantwortet er unter anderem auch die Frage, die so manchen schon länger umtreiben dürfte: Wie kam es eigentlich dazu, dass unser Held dem Rauchen abschwor und den Glimmstengel gegen einen Grashalm eintauschte? Ab Mitte November werden dann die ersten 14 Lucky-Luke-Bände aus den Jahren 1972 bis 1976 in einer Nostalgie-Edition neu aufgelegt, wer möchte kann sich die Edition auch komplett in einem edlen Sammelschuber zulegen.

UNSER LE MANS – SIEGFRIED RAUCH. STEVE McQUEEN DER FILM DIE FREUNDSCHAFT DIE FAKTEN 2016, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-462-5 212 Seiten, 29,90 €

Er ist bis heute der Inbegriff aller Coolness. Die viel zu früh, mit nur 50 Jahren verstorbene Hollywood-Ikone Steve McQueen galt schon GoodTimes

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zu Lebzeiten als der King of Cool", und daran " hat sich bis heute nichts geändert. Cool" – an " dieses Attribut denkt man bei Siegfried Rauch eher nicht. Rauch, bekannt etwa als Traumschiff"" Kapitän oder als Bergwachtchef in Wildbach", " strahlt eher eine – wenn auch nicht unangenehme – Provinzialität aus. Man vergisst, dass auch er einmal jung war. Und damals, Ende der 60er Jahre, genoss Rauch für einen Wimpernschlag der Filmgeschichte sogar Hollywood-Ruhm. Im Zweiten-Weltkrieg-Drama um den nicht unumstrittenen USGeneral George S. Patton, Patton – Rebell in " Uniform", gab Rauch einen deutschen Offizier. Und diese Performance muss McQueen so beeindruckt haben, dass er Rauch im heute längst als Klassiker geltenden Rennfahrerfilm Le Mans" unbedingt an seiner Seite haben " wollte. Von der Annäherung der beiden Schauspieler, aus der schließlich eine enge, bis zu McQueens Tod währende Freundschaft wurde, vom Leben am Set und damit vom legendären Autorennen erzählt Unser Le Mans" in Text " und vor allem in Bildern. Wobei der (Kaufan-) Reiz ohne Frage von den vielen exklusiven Fotos ausgeht, die aus den Privatarchiven der beiden Familien stammen. Fotos, die zum Teil einen ganz anderen als den coolen McQueen zeigen. Wenn der Hollywood-Star und seine damalige Frau Neile in der guten Stube der Rauchs bei einer typisch bayerischen Brotzeit sitzen, zeigt McQueens sonst häufig so ernstes, ja bitteres Gesicht eine Entspanntheit, die er wohl nur dort finden konnte, wo er sich zu Hause fühlte. Die eigene heile Welt aber, die Rauch und seine Frau Karin heute noch zu leben scheinen, hat McQueen immer gesucht, aber wohl nie gefunden.

MERCEDES-BENZ

DIE BAUREIHE W123 VON 1976 BIS 1986 Von Brian Long

2016, Delius Klasing Verlag ISBN 978-66710-693-3 192 Seiten; 39,90 €

Der Typ W123 von Mercedes-Benz wurde zwischen den Jahren 1976 und 1986 als Limousine, Kombi, Coupé, Langversion und mit Spezialaufbauten insgesamt über 2,7 Millionen Mal verkauft. Heute ist er speziell bei Menschen, die als Kinder auf dem Rücksitz mit ihm in den Urlaub fuhren, als noch immer alltagstauglicher Klassiker und Stück der eigenen Jugend sehr gefragt. Erstaunlich viele W123er sind noch erhalten geblieben – schließlich hatte er in seinen ersten Produktionsjahren den Bestseller VW Golf von Platz 1 der deutschen


N from the past Zulassungsstatistik verdrängt. Autor Brian Long – selbst leidenschaftlicher Mercedes-Fan und ausgewiesener Spezialist für Themen rund um die Stuttgarter Autoschmiede – zeichnet anhand von zeitgenössischen Farbfotos, Werbeplakaten und Bildern aus der Entwicklungszeit die Geschichte der Baureihe detailliert nach. Dabei schließt der großformatige Band nicht nur vorhandene Lücken im Bücherregal von Mercedes-Liebhabern, sondern bietet auch Einsteigern eine Fülle von Informationen sowie Lesestoff. Natürlich weckt Mercedes-Benz" " auch bei ehemaligen Besitzern Erinnerungen an die Zeiten mit diesem Kult-Monument deutschen Automobilbaus, werden für viele Leser zahlreiche Kindheits- und Jugenderinnerungen wieder wach.

PORSCHE 912 50 JAHRE

Von Jürgen Lewandowski 2016, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-605-6 176 Seiten; 49,90 €

Kleine Brüder haben es leicht, weil sie im Schutze des größeren Bruders stehen. Sie können es aber auch schwer haben, weil sie im Schatten des Großen stehen. Was für Geschwis­ter gilt, das kann man auch auf Autos anwenden, als Beweis geht es hier um die Geschichte des Porsche 912, dem kleinen Bruder des übermächtigen 911er. Im Frühjahr des Jahres 1965 präsentierte Porsche das Modell 912, das – als preisgünstiger Einsteiger – den Porsche 356 C und SC ersetzte. Zum 50. Geburtstag des Modells beschreibt dieses Buch die Entwicklung des Porsche 912 und dessen Veränderungen gegenüber dem 911er, außerdem die Evolution und Veränderungen, die dieses Fahrzeug in seinen vier Baujahren erfuhr. Als der Porsche 912 im Frühjahr 1965 vorgestellt wurde, waren nicht alle Mitarbeiter mit dem neuen Modell so richtig glücklich, denn er musste mit dem Vierzylinder-Triebwerk des gerade eingestellten 356 antreten, während der 911er bereits über den neuen Sechszylinder verfügte, der in den vergangenen 50 Jahren zur Legende wurde. Der 911 war jedoch so teuer geraten, dass ihn sich viele treue Porsche-Fahrer in Deutschland nicht mehr leisten konnten oder wollten. Also benötigte Porsche rasch ein neues preiswerteres Modell, und so entstand der 912er, der von 1966 bis 1969 mit rund 32.000 Exemplaren vom Band lief. Mit vielen Fotos, Statistiken und Originaldokumenten zeichnet Autor Jür-

gen Lewandowski seine Geschichte bis ins kleinste Detail nach. Von den ersten Entwurfsplänen über die Entwicklung zur Marktreife bis zum 912E, der im Jahr 1975 als Neuauflage ausschließlich für den amerikanischen Markt gefertigt wurde. Am Ende realisiert man, dass es der kleine Bruder" wirklich nie leicht hat" te, dass er heute ein gesuchtes Liebhaberstück ist, für den Höchstpreise bezahlt werden, zeigt, dass es manchmal ein langer Weg bis zur Anerkennung sein kann – und ohne Frage hat auch der 912er seinen verdienten Platz im Herzen eines jeden Porsche-Fans gefunden.

DER TAUBENTUNNEL Von John Le Carré

2016, Ullstein ISBN 978-3-55008-073-9 382 Seiten; 22 €

Hört man den Namen John Le Carré, fällt den meisten wohl sein bekanntester Roman Der Spion, der aus der " Kälte kam" ein. Das Buch kann auch als Beispiel für sein Gesamtwerk herhalten, da Le Carré es meisterhaft verstand, reale Themen wie zum Beispiel die Arbeit der Geheimdienste – von denen die meisten zu der Zeit der jeweiligen Publikation nichts wussten – mit einer fiktionalen Handlung zu verknüpfen. In seinen autobiografischen Essays dokumentiert der zeitweise in Eton lehrende und bei der britischen Botschaft tätige Autor deutsche, aber auch internationale Geschichte und erweckt dabei mehr als sechs Jahrzehnte Historie zu neuem Leben, die durch die aktuelle Perspektive umso spannender wird. Dabei zeichnet er aber auch faszinierende Personenporträts, die jeden, der sich für die angegebene Zeitspanne interessiert, begeistern werden. Literatur auf hohem Niveau.

FUSSBÄLLE

Von Péter Pesti und Tobias Friedrich 2016, edel Books ISBN 978-3-84190-459-1 128 Seiten; 14,95 €

Der Ball ist rund", so lautet eine der älte" sten Fußballweisheiten – und dieses Buch ist es auch! Klasse Idee, das Format des Buches dem geschilderten Gegenstand anzugleichen, so können die zahlreichen historischen Fußbälle hier in Originalgröße abgebildet werden. Von 1870 bis ins Jahr 2016 reicht dabei die zeitliche Spanne, die sich der Fotograf Péter Pesti und der Autor Tobias Friedrich vorgenommen haben, zahlreiche Länder mussten Seite

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dafür bereist werden. Am Ende haben sie 118 Bälle portraitiert, von namenlosen Lederkugeln über den legendären Tango" von Adidas " bis zum Beau Jeu", der in diesem Jahr bei der " Europameisterschaft in Frankreich zum Einsatz kam. Ergänzt werden die hochklassigen Fotografien von allerlei Wissenswertem rund um den Hauptakteur. Wer weiß heute schon noch, wer sich den Endspielball der Weltmeisterschaft 1966 unter den Nagel gerissen hat, wer seine Mannschaft nur in Schönschrift auf dem Spielgerät unterschreiben ließ, oder welches Modell auf Anordnung des Schiedsrichters zur Halbzeitpause ausgewechselt werden musste? Ein tolles Nachschlagewerk, das neben den unterschiedlichen Fußbällen wissenschaftliche Fakten, historische Momente und unglaubliche Geschichten rund um das runde Leder liefert – da ist der Kult-Faktor garantiert!

RECARO

SITZEN IN BEWEGUNG Von Frank Jung

2016, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-313-0 400 Seiten; 75 €

Mit seiner 100-jährigen Firmengeschichte steht Recaro für die perfekte Verbindung aus Design, Qualität und Sicherheit in Sachen Sitze. Anlässlich dieses Jubiläums erscheint mit Reca" ro – Sitzen in Bewegung" ein prächtiger Bildband, der erstmals einen umfassenden Überblick über die komplette His­torie des Stuttgarter Traditionsunternehmen bietet. Mit zahlreichen Fotos und Grafiken wird die Entwicklung der Marke im Lauf der Jahrzehnte ebenso beleuchtet wie die ganz spezielle Typologie der Produktpalette: vom Autositz über die Babyschale bis zum Flugzeugsessel. Gespräche mit der Unternehmensleitung, aktuellen und ehemaligen Designern sowie zahlreichen weiteren Protagonisten der Firmenhistorie vermitteln einen ebenso tiefgehenden wie spannenden Einblick in die wechselvolle und aufregende RecaroGeschichte, die schon immer geprägt war von Werten wie Innovation, Qualitätsanspruch und absoluter Kundenorientierung. Genau darum kommen in diesem großformatigen Band neben den Machern auch überzeugte Recaro-Nutzer zu Wort: Porschefahrer Guy Newmark, Vielflieger Manfred Haverkamp sowie die ehemalige Kindersitzinsassin Julia Uspelkat erzählen von der Rolle, die Recaro in ihrem Leben spielte und immer noch spielt. Die Charaktereigenschaften des Unternehmens, das Markante, das Erstklassige, das Konsequente, Aufgeschlossene und das Schöpferische spiegeln sich in diesem edel


NEWS from the past daherkommenden Band wider, der durch seine besondere Gestaltung nicht nur inhaltlich, sondern auch als wunderschönes Buchobjekt ein echtes Schmuckstück darstellt. Eben ganz im Sinne des Recaro-Gedankens: großartiges Design im Einklang mit perfekter Funktionalität.

PORSCHE TRAKTOREN Von Ulf Kaack

2016, Delius Klasing Verlag ISBN 978-3-66710-692-6 112 Seiten; 16,90 €

Dass die sonst so flotte Porsche-Familie mit ihren Traktoren auch eine handfeste Seitenlinie hat, ist vielen Automobilfreunden vielleicht unbekannt, wer sich für historische Trecker interessiert, für den sind die Porsche-Dieselschlepper Kult. Bis 1963 wurden rund 120.000 Porsche Traktoren gebaut, eine abgestufte Modellpalette – Junior, Standard, Super, Master – sorgte für ein breites Einsatzgebiet, dazu wurde in Österreich (Hofherr-Schranz) und Japan (Iseki) in Lizenz gefertigt. Neben den einzelnen Modellen

werden mit den Vätern" des Porsche-Traktors " Ferdinand Porsche, Karl Rabe und Albert Prinzing auch Sammler und bekennende Fans wie Rallye-Ass Walter Röhrl vorgestellt. Was aber dieses Buch über die umfassenden Informationen hinaus so anziehend macht, das sind die zahlreichen Bilder. Der Porsche Diesel im Einsatz bei der Rübenernte, beim Häckseln. beim Säen und Pflügen, als Schwenklader, Frontlader, Tieflöffelbagger und Plantagenschlepper, sichtbar sowohl in der Totalen als auch im Detail – womit Porsche Traktoren" zusätzlich " noch eine nostalgische Reise in die Landwirtschaft der 50er und 60er Jahre bietet.

WIR KASSETTENKINDER

Von Stefan Bonner und Anne Weiss 2016, Knaur Verlag ISBN 978-3-42665-598-6 272 Seiten; 16,99 €

Mixtapes vom Radio aufnehmen, fasziniert sein von einem Brotkasten namens C64, Hawaiihemden, Vokuhila-Frisuren, Yps" und " Tschernobyl: keine Frage, hier geht es um die 80er Jahre! Mit Wir Kassettenkinder" haben " die beiden Bestsellerautoren ( Generation " Doof") Stefan Bonner und Anne Weiss eine

ebenso kurzweilige wie nostalgische Liebeserklärung an diese herrliche Zeit geschrieben. Denn wer damals zwischen Bandsalat, Indiana Jones, Ententanz und Neuer Deutscher Welle aufwuchs, der erlebte ein epochales, seltsam unbekümmertes, oft albernes Jahrzehnt, in dem man trotz drohenden Weltuntergangs durch sauren Regen und ständiger Bedrohung durch den Kalten Krieg den Eindruck einer bunten und vielfältigen Zeit hatte. Mit ersten Computern, Tastentelefonen und elektronischen Keyboards fing die Zukunft an, Serien wie Dallas" und Der " " Denver-Clan", TV-Großereignisse wie Wet" ten dass ...?" sowie Kinohits wie Zurück in " die Zukunft" oder Flashdance" waren Allge" meingut - jeder hatte sie gesehen, jeder konnte im Büro oder in der Schule darüber sprechen. Es sind aber nicht nur die großen Dinge, an die die beiden Autoren mit ihrem Rückblick erinnern, mit kleinen Details gelingt es ihnen, längst verschüttete Erinnerungen zurückzuholen, denkt man beim Lesen oft an eigene Erfahrungen aus dieser Zeit.

MERCI, UDO! DEUTSCHLAND SAGT DANKE! DIE GRÖSSTE UDO JÜRGENSSAMMLUNG ALLER ZEITEN! ALLE GROSSEN ORIGINAL-HITS VON UDO JÜRGENS DIE ORIGINALE SEINER ESC-WELTERFOLGE UNVERÖFFENTLICHTE VERSIONEN SEINER GROSSEN LIEDER ALLE GROSSEN TV-AUFTRITTE + BONUSKONZERTE LIMITIERTE 3ER LP-VINYL-BOX MIT XXL 60 SEITEN FOTOBUCH

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DVDs + BLU-RAYs DIE KLAPPERSCHLANGE New York im Jahr 1997. Ganz Manhattan ist mittlerweile ein Hochsicherheitsgefängnis, in dem drei Millionen Schwerverbrecher ohne Wärter eingesperrt sind. Ausgerechnet hier stürzt die Air Force One, die Maschine des amerikanischen Präsidenten, ab. Um ihn zu retten, wird der verurteilte Ex-Offizier Snake Plissken (Kurt Russell) in das Chaos geschickt. Seine Aufgabe: den Präsidenten innerhalb von 24 Stunden zu finden und ihn lebend aus der Zone zu bergen. Ansonsten detonieren die kleinen Sprengladungen, die man ihm zu Beginn der Mission in seinen Körper injizierte. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Die Klapperschlange" aus " dem Jahr 1981 ist der Kult-Endzeitthriller von Horror-Meister John Carpenter ( Halloween") " mit Kurt Russell in der Hauptrolle. Die Anfang November erscheinende Blu-ray-Fassung enthält als neue Extras zahlreiche Features zu visuellen Effekten und der Filmmusik, außerdem ein Interview mit Kurt Russell sowie je einen Audiokommentar von Schauspielerin Adrienne Barbeau und Kameramann Dean Cundey. (Constantin Film, 99 Min.)

IMMENHOF Verteilt auf vier Discs gibt es hier sämtliche 19 Folgen der TV-Serie Immenhof" zu sehen, " die Anfang der 90er Jahre im ZDF ausgestrahlt wurde. Im Gegensatz zu den Kinofilmen aus den 50er und 70er Jahren steht hier nicht mehr die Familie Jantzen im Mittelpunkt, vielmehr erzählt die Serie neue Geschichten um das norddeutsche Gestüt. Gleich zu Beginn ist Gräfin von Bantz (Anneliese Uhlig) gezwungen, aufgrund einer abgelaufenen Bürgschaft den Immenhof versteigern zu lassen. Das Gut wird von einem Industriellen (Heinz Weiss) erworben, verwaltet wird der Hof vom Ehepaar Christiansen (Erich Hallhuber und Claudia Rieschel), Gräfin von Bantz erhält Wohnrecht auf Lebenszeit. Nach anfänglichen atmosphärischen Schwierigkeiten machen sie sich gemeinsam daran, den Hof wieder auf Vordermann zu bringen, werden in den Folgen zahlreiche Geschichten rund um den Immenhof mit seinen zwei- und vierbeinigen Bewohnern erzählt. (Studio Hamburg Enterprises, 4 DVDs, 900 Min.)

N from the past TOM SAWYER & HUCKLEBERRY FINN

In dieser Neuverfilmung aus dem Jahr 2014 des berühmten Jugendromans von Mark Twain werden die beiden Titelhelden Tom Sawyer und Huckleberry Finn von Joel Courtney und Jake T. Austin dargestellt, in einer Gastrolle ist HollywoodStar Val Kilmer als Mark Twain mit dabei. Die Story des Filmes hält sich dabei relativ eng an die Romanvorlage: Der bei seiner Tante aufwachsende Tom Sawyer und der Herumtreiber Huckleberry Finn, Toms bester Freund, werden durch Zufall Zeugen eines Mordes. Zunächst schweigen sie über den Vorfall, doch die Verhaftung eines Unschuldigen bringt sie in einen schweren Gewissenskonflikt, dem sie auch durch Flucht nicht ausweichen können. Klasse Verfilmung der Kult-Geschichte, die für Jung und Alt alles bietet, herrliche Landschaften, spannende Action und große Gefühle. (Studio Hamburg Enterprises, 90 Min.)

CDs PEGGY MARCH

COSTA BRAVA / FLY AWAY PRETTY FLAMINGO "Mit 17 hat man noch Träume", damit traf Peggy March im Jahr 1965 mitten ins Herz der deutschen Schlagerfreunde, schnell wurde die in den USA geborene Sängerin nicht nur in Deutschland zum Star. Sie sang ihre Lieder in neun verschiedenen Sprachen, reiste auf Tourneen durch die ganze Welt. Mitte der 70er Jahre veröffentlichte sie mit COSTA BRAVA eine Platte, auf der sie neue Titel mit bekannten Stücken mixte, kurz darauf konnte sie mit dem von Ralph Siegel produzierten FLY AWAY PRETTY FLAMINGO noch einmal einen großen Erfolg feiern, vor allem durch den von Drafi Deutscher verfassten Titeltrack. Neben Liedern von Ralph Siegel hatte sie damals auch Vorlagen von Les Reed ("There's A Kind Of Hush"), George Clinton ("Average People") und Michael Holm ("Play A Sad Song On Your Guitar") im Programm. (Electrola/Universal, 1976/1978, 24/78:42)

ROY BLACK

LIVE IN BIELEFELD Im Dezember 1969 wurde mit EIN ABEND MIT ROY BLACK eine Live-LP veröffent­ licht, die aufgrund der beschränkten Spielzeit Seite

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der Schallplatte nur einen kleinen Teil des mitgeschnittenen Materials präsentieren konnte. Nun hat man in den Polydor-Archiven die Originalbänder des Auftritts vom 21. Oktober 1969 im Großen Saal der Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld entdeckt. Mit der Doppel-CD LIVE IN BIELEFELD wird nun erstmals das komplette Konzert in der richtigen Songreihenfolge veröffentlicht. Klasse vor allem deshalb, weil es hier die ganze Bandbreite von Roy Black zu hören gibt, herrlichen Schlager mit einem Hitmedley, Folksongs und Shantys wie "If I Had A Hammer", "Tom Dooley" und "What Shall We Do With A Drunken Sailor", internationale Rock- und Pop-Hits wie "Hey Jude", "Sweet Little Sixteen" und "In The Ghetto", Klassiker wie "La Paloma", "Strangers In the Night" und "Hello Dolly". Herrlich! (Electrola/Universal, 2016, 16/57:24, 16/53:24)

HEINZ RUDOLF KUNZE

MEISTERWERKE:VERBEUGUNGEN M EISTERWERK E:V ER BEUGUNGEN hat Heinz Rudolf Kunze sein neues Album betitelt, das man in Anlehnung an US-Vorbilder getrost in die Kategorie „Great German Songbook“ einordnen kann. Dafür interpretiert er nicht nur Songs jüngerer Kollegen wie Casper oder Thees Uhlmann (Tomte), er hat sich auch die Toten Hosen und Ärzte vorgenommen – und sich an seine eigene Jugend erinnert. „Damals ist man Hits wie ’Ganz in Weiß’ von Roy Black, ’Junge, komm bald wieder’ von Freddy Quinn oder Udo Jürgens gar nicht entkommen“, sagt Kunze heute, der “Was ich dir sagen will“ für Jürgens’ „schönsten Song“ hält. Mit Hildegard Knef, deren “Für mich soll’s rote Rosen regnen“ er sich vornahm, arbeitete er kurz vor deren Tod noch zusammen. Mit Karat und den Puhdys verbeugt sich HRK auch vor zwei ostdeutschen Acts – wie aber auch vor Kollegen wie den Einstürzenden Neubauten und den NDW-Acts Ideal und DAF. Doch Kunze sagt auch ausdrücklich dazu, dass seine ganz persönliche Hitliste sicher anders aussähe.

ROY BLACK

MEIN SCHÖNSTES WUNSCHKONZERT Als im Jahr 1970 die Doppel-LP MEIN SCHÖNSTES WUNSCHKONZERT erschien, war Roy Black auf dem Zenit seines Erfolges, vier Jahre zuvor machte ihn sein "Ganz in Weiß" zum Star, alleine bis 1969 konnte


NEWS from the past er mit sechs Liedern die deutschen Single-­ Charts toppen. Großer Pluspunkt des Sängers war seine Vielseitigkeit, die auch in der Auswahl der Lieder für sein Wunschkonzert zu sehen ist. Da geht es von typischem deutschen 70er-Jahre-Schlager wie "Von Tag zu Tag", "Denk was Liebes" und "Ich bin so gern bei dir" über deutsche Cover-Versionen von großen Hits wie "Hörst du das Lied der Freude (Song Of Joy)", "Vaya Con Dios" und Cole Porters "Ganz Paris träumt von der Liebe" bis zu internationalen Titeln wie "Down By The Riverside", "Somewhere My Love" und einer Bigband-Version von "Proud Mary", im Original ein rockiger Song der US-Band Creedence Clearwater Revival. (Electrola/Universal, 1970, 24/76:49)

RENATE KERN

LIEBER MAL WEINEN IM GLÜCK / NUR WER LIEBT Mit seiner Originale-Reihe widmet sich die Berliner Plattenfirma Electrola dem deutschen Schlager der 60er und 70er Jahre. Di-

gital remastert werden dabei (meistens) zwei Original-LPs auf einer CD veröffentlicht, als Zugaben sind oft noch Bonus-Tracks wie Single-B-Seiten mit dabei, im aufklappbaren Booklet gibt es dann alle Produktionsinfos sowie Coverabbildungen von LPs und Singles. Mit LIEBER MAL WEINEN IM GLÜCK und NUR WER LIEBT wurden nun zwei Alben von Renate Kern zusammengefasst, bei denen die deutsche Sängerin – die auch als Nancy Wood oder Nathalie de Navarre auftrat – einen klasse Mix aus zeittypischem Schlager sowie internationalen Pop- und Rocksongs präsentierte. Auf dem ersten Album stammen viele Stücke sowie die Arrangements von James Lasts Bruder Werner, der Renate Kern Mitte der 60er Jahre entdeckte, beim zweiten Album übernahm Peter Orloff die Produktion, wurde das Repertoire mit Vorlagen von Kris Kristofferson, David McWilliams und Gerry Goffin/Carole King internationaler. (Electrola/Universal, 1968/1973, 26/75:38)

FREDDY LIVE

Mit diesem 4-CD-Pack werden vier OriginalLive-LPs von Freddy erstmals als CD veröffentlicht. Zwischen den Jahren 1965 und 1977 wurden die Auftritte mitgeschnitten, bei denen der beliebte Sänger und Schauspieler von unterschiedlichen Orchestern und Kollegen begleitet wurde, von James Last und Bert Kaempfert über das Medium Terzett, Truck Stop und Mary Roos bis zu den FischerChören und dem Botho-Lucas-Chor. Neben ­ seinen großen Hits wie "Heimweh", "Rolling Home", "Junge, komm bald wieder" und "Die Gitarre und das Meer" ging es mit Songs wie "Lonesome Me" und "Jambalaya" auch in Richtung Country, hatte er internationale Klassiker wie "Stangers In The Night", "Maria" und "Spanish Eyes" im Programm, wurden Volkslieder wie "In einem kühlen Grunde" oder das "Wolga Lied" angestimmt, ging es mit Stücken wie "Yo Vendo Unos Ojos Negro" und "La Guitarra Brasiliana" bis nach Südamerika. (Electrola/Universal, 2016, 4 CDs)

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Pierre C H R I S T I N • Annie G O E T Z I N G E R

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Es wird klabautert!

er bzw. was ist eigentlich dieses liebenswerte Kerlchen mit dem feuerroten Haarschopf, das wirklich jeder – nicht nur in Deutschland – kennt und in sein Herz geschlossen hat? Vorbild für aufmüpfige Kinder? Klabauter-Punk? Liebenswerte Nervensäge? Unbedingt all das! Und noch so etliches mehr. Gestalt nahm der freche Kobold bei seiner „Mama” Elisabeth „Ellis” Kaut erstmalig vor mehr als einem halben Jahrhundert an: Es war bei einem Winterspaziergang um 1960 herum, als die kleine, zierliche Ellis ihren Ehemann, den Schriftsteller Kurt Preis, gehörig mit Schnee zupulverte. Der Legende nach nahm der den „Angriff” spielerisch auf und meinte liebevoll zu seiner Frau: „Du bist mir schon ein rechter Pumuckl.” So könnte man den Autor Preis, den Ellis Kaut bereits mit 19­ Jahren­ geheiratet hatte, als Namens­ patron des Klabauters sehen. Bald nach der Schnee-Attacke auf den Gatten machte sich die am 17. November 1920 in Stuttgart Geborene jedenfalls daran, dem Frechdachs mit der wirren AntiFrisur in ihren Gehirnwindungen Kontur zu verleihen – und bereits 1962 wurde er dann „entbunden” und auf die Öffentlichkeit losgelassen, zunächst in Form kleiner Hörspiele für den Bayerischen Rundfunk. Von Beginn an lieh dem unangepassten kleinen Individualisten Sprecher Hans Clarin mit seinem unnachahmlich schrillen Organ seine Stimme. Seite

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Ab 1965 konnte man die Abenteuer des Kobolds, die hauptsächlich in der Münchner Werkstatt des etwas bräsigen, aber herzensguten Tischlermeisters Eder spielen, in welcher der Pumuckl sich – für niemand außer für Eder sichtbar – einnistete, um allerlei Schabernack anzustellen, zudem auch nachlesen. In jenem Jahr kam es gleich zu einer ganzen ersten Buchreihe über den krächzenden Wirbelwind. Die aufziehende 68er-Revolte war in diesem total antiautoritären Kobold-Anarchisten mit seiner liebevollen Gegnerschaft zum Eder’schen Spießbürgertum bereits angelegt. Pumuckl kreischte seine Devise lauthals in die Welt: „Es lebten die Klabauter, mal leiser und mal lauter. Und lebt ein Lauter leiser, dann ist er sicher h ­ eiser. Doch lebt ein Leiser laut, wenn er auf die Büchsen haut.” Was soll das, bitte schön, denn sein, wenn nicht die Ur-Form von Punk bzw. Heavy Metal?! Denn der Pumuckl gibt sich immer gern mal dem Exzess hin: Er betrinkt sich mit Kirschlikör, stopft Schlagrahm bis zum Erbrechen in sich hinein und geht auf wilde Abenteuerfahrt mit einer Gummi-Ente. Der Pumuckl steht für Nonkonformismus bis ins Detail! Pudding etwa mampft er nur, wenn dieser klumpig und leicht angebrannt ist ... Dass der Pumuckl nicht nur ihr geistiges Kind ist, sondern sie mit dem Kerlchen durchaus eine Seelenverwandtschaft verbindet, hat die Reporterin, Autorin

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(sowie Schauspielerin, Fotografin, Bildhauerin und Malerin!) Ellis Kaut immer mal wieder in Interviews betont: „Ich bin auch klein. Und frech bin ich sowieso”, erklärte sie dann lachend. Auf der anderen Seite gab sie jedoch auch zu, dass sie sich, ähnlich wie Meister Eder, von dem Quälgeist – heutzutage beinahe auf der ganzen Welt ein Begriff, selbst im fernen China – unterdrückt fühle. Wobei sie natürlich wusste, was sie an dem Burschen hatte. Doch dass man ihr Werk auf den Klabauter allein reduzierte, stieß ihr ab und an sauer auf: „Die einseitige Sicht auf den Pumuckl hat mich zwar nicht unbedingt geärgert”, verriet die am 24.9.2015 nahe München Verstorbene der Münchner „Abendzeitung" einst, „aber ich finde sie ungerecht. Einige andere Sachen, die ich ins Leben gerufen habe, sind bestimmt genauso gut und ähnlich fantasievoll. Doch das dringt kaum durch, deshalb fühle ich mich zum Protest aufgerufen: Ich bin doch nicht nur der Pumuckl!” In der Tat nicht: Auch die Geschichten vom „Kater Musch” oder über „Uli den Fehlerteufel” waren leidliche Erfolge. Aber der Pumuckl ist nun mal in mehr als 100 Geschichten verewigt – in Buchform, als Hörspiel oder als TV-Serie mit dem Vollblut-Bayern Gustl Bayrhammer, der grandios den Schreinermeister Eder im Münchner Stadtteil Lehel mimt. Obwohl eigentlich Malerin, verlieh Ellis Kaut ihrem Kobold übrigens nicht selbst optisch Gestalt, als die ersten „Pumuckl”-Bücher und Schallplatten mit dem Kobold-Konterfei erschienen.

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Stattdessen gewann die Grafikerin Barbara von Johnson mit ihrem Entwurf den Wettbewerb, dem Frechdachs Gesicht und Gestalt zu verleihen. 33 Cover und zehn Bücher entstanden dann zwischen 1963 und 1978. Kaut und die rund 20 Jahre jüngere von Johnson wurden bald Freundinnen – bis sie sich juristisch ineinander verkeilten, wegen Streitigkeiten, was die Rechte am Kobold angeht. Das liebe Geld mal wieder. Jahre später zog aber zum Glück wieder der Geist der Versöhnung ein, und die beiden Frauen beendeten ihren Kleinkrieg. Ganz so hätte es sich auch das Objekt des Streits gewünscht. Der Pumuckl hatte nicht umsonst einmal erklärt: „Es ist nicht Kobolds-Art, mit anderen Kobolden zu streiten. Das ist mehr Heinzelmännchen- und Gartenzwerg-Art. Ich bin der Pumuckl, kein Gespenst, sondern mit ganz eigenem Leben.” Mehr ist dem nicht hinzuzufügen! Michael Fuchs-Gamböck GoodTimes

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Brigitte Bardot

einwandstar, Sexsymbol, Idol, die am meisten fotografierte Schauspielerin ihrer Epoche und die Frau, die anscheinend jedem Mann den Kopf verdrehte – all diese Attribute werden der Bardot zugeschrieben. Nicht nur John Lennon hatte in frühen Jahren ein Poster von ihr in seinem Zimmer hängen, so gut wie die gesamte Männerwelt ergötzte sich an ihrem verführerischanrüchigen und skandalösen Image. Die B.B., wie man sie schnell nannte, wurde zu einem kulturellen Phänomen, obwohl die Frage nach mehr als drei ihrer Filme meist mit einem Achselzucken beantwortet wird.

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ie Bardot schrieb in ihren Memoiren: „Die öffentliche Meinung, die mit Vorliebe einen Aspekt meines Lebens herausstellte, stilisierte mich zum Sexsymbol, das laufend Männer vernascht, zur Raubkatze, die nach Fleisch und Schandtaten giert, zum Schrecken aller Ehefrauen." Als Brigitte Anne-Marie Bardot am 28. September 1934 mit einem Gewicht von sieben Pfund in Paris das Licht der Welt erblickte, schien ihr allerdings ein anderer Lebensweg vorgezeichnet zu sein. Ihr Vater Louis Bardot führte eine kleine Firma zur Produktion und Abfüllung verschiedener Gase, und ihre Mutter AnneMarie Bardot, geborene Mucel, gehörte noch zu den Frauen der älteren Generation, bei denen Pünktlichkeit, Sittlichkeit und Disziplin großgeschrieben wurden. Die Familie römischkatholischer Konfession ließ sich dem gehobenen Mittelstand zuordnen und wohnte im achten Arrondissement der Metropole, allgemein ein Refugium der damaligen Bourgeoisie. Obwohl man einen gewissen Standesdünkel vermuten konnte, unterschieden sich die Bardots durch eine humorvolle Lebensperspektive von anderen Familien. Ihr Vater wurde mit dem Spitznamen „Pilou" gerufen, die Mutter mit „Toty", die am 5. Mai 1938 geborene Schwester Marie-Jeanne „Mijanou" und Brigitte „Bri-Bri". Die künftige „Versuchung Europas" wuchs, allzeit beschützt von einem englischen Kindermädchen, wohlbehütet auf. Auch die Wirren des Zweiten Weltkriegs wirkten sich nicht negativ aus, da die Familie so gut wie keinen Kontakt zu den deutschen

ls Mama Bardot nach einer Modenschau mit dem Gedanken spielte, ihre Tochter könne doch eine Karriere als Mannequin anstreben – zum Ärgernis ihres Mannes –,­ kam es zu einer schicksalhaften Wendung: Madame Lazareff, Herausgeberin der bedeutendsten Frauenzeitschrift Frankreichs, der „Elle", empfand den Liebreiz von Brigitte als so überzeugend, dass sie sie für die Titelseite ablichten lassen wollte. Nach einigem Zögern der Eltern erschien am 2. Mai 1949 die Ausgabe mit ihr auf dem Cover – noch unschuldig wirkend, mehr eine Kindfrau als die spätere Sexbombe, aber doch schon auf eine geheimnisvolle Art anziehend. Es war der erste Schritt in einer Karriere, die aus einem Pariser Mädchen eine weltweite Ikone machen sollte. Ganz im Gegensatz zur landläufigen Meinung war es im Übrigen nicht ihr späterer Ehemann Roger Vadim, der sie entdeckte, sondern dessen Chef, der Drehbuchautor und Filmemacher Marc Allégret, ein Neffe des legendären Autors André Gide. Er beauftragte Vadim, die damals noch brünette Bardot „an Land zu ziehen". Sie repräsentierte für ihn das „junge Mädchen von heute" und stand darüber hinaus aufgrund ihrer Initialen „B.B." in einer Reihe mit Schauspielerinnen, die er berühmt gemacht hatte, wie Michèle Morgan (M.M.) und Simone Simon (S.S.). Vadim hatte geglaubt, ein einfaches Mädchen von der Straße vorzufinden, und war erstaunt, dass sie einer höheren Schicht angehörte. Die Eltern zeigten sich dann nach einigem Zögern gewillt, der Tochter einen Versuch im Filmgeschäft

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Besatzern unterhielt. Brigitte nahm schon im zarten Alter von sechs Jahren Tanz- und Ballettunterricht, pflegte diese Leidenschaft auch noch während ihrer Schulzeit an einem Privatinstitut und wurde mit 13 Jahren am renommierten Conservatoire Nationale de Danse aufgenommen. Kommentatoren der späteren Bardot schrieben ihre eleganten Bewegungen, die anmutig laszive Gangart und die Körperbeherrschung dieser Ausbildung zu.

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Ein Leben zwischen den Welten

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zu gestatten – der jedoch gründlich misslang: Das Vorspielen für „Les lauriers sont coupés" endete mit einer Absage.

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och die Begegnung mit Roger Vadim, der Jahre später den Kultfilm „Barbarella" (1968) mit seiner damaligen Frau Jane Fonda in der Hauptrolle abkurbeln sollte, hatte Brigitte entflammt. Es war nicht nur die harmlose Schwärmerei eines Teenagers für einen Mann, nein, Vadim symbolisierte die neue Bohème, die Existenzialisten, die Menschen, die aufbrachen, um Ausdrucksformen für die aufblühende Jugendkultur zu erforschen. Natürlich wehrten sich ihre Eltern

zeigte sich entsetzt, das Filmpublikum aufgrund der unverkennbaren erotischen Ausstrahlung fasziniert. Allerdings waren die Kritiker nicht begeis­ tert. Paul Reboux verfasste im Herbst einen Artikel mit der boshaften Bemerkung: „Sie (Brigitte) ist nicht hübsch. Ihre Unterlippe ist zu dick. Sie hat keine schönen Augen und das Gesicht eines Dienstmädchens." Auch Raymond Cartier schrieb in der „Paris Match" eine niederschmetternde Kritik: „Ihr Spiel ist schlecht, die Diktion kläglich, die Rolle beklagenswert und ihre Schönheit nicht der Rede wert." Brigitte fühlte sich wie am Boden zerstört, doch Vadim bestärkte sie: „Du wirst eines Tages der unerfüllbare Traum eines jeden verheirateten Mannes sein."

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gegen den nicht standesgemäßen „Revoluzzer" und untersagten der Tochter jeglichen Kontakt. Sie erkannte für sich nur einen Ausweg aus der scheinbar unlösbaren Lage – Selbstmord. Als die Eltern eines Abends von einem Stadtausflug zurückkamen, fanden sie ihre Tochter regungslos in der Küche liegend, neben ihr ein Abschiedsbrief. Brigitte hatte den Gashahn des Herds geöffnet und sich zum Sterben hingelegt. Glücklicherweise konnte ein schleunigst herbeigerufener Arzt ihr Leben retten, woraufhin „Pilou" und „Toty" einer Ehe zustimmten, die im Dezember 1952 geschlossen wurde.

ach einer kleinen Gastrolle in „Von Sensationen gehetzt" brach das Jahr 1953 an, in dem sich ihr Schicksal erneut wandelte. Bardot hatte eine winzige Rolle in „Ein Akt der Liebe" gespielt, einem Kriegsdrama, das besonders durch die schauspielerischen Leistungen des damals allseits vergötterten Kirk Douglas überzeugte. Vadim traf Vorkehrungen, dass sie eine Einladung zum Filmfestival in Cannes erhielt. Bei einer Party auf einem dort vor Anker liegenden Flugzeugträger stellte der Kapitän sie den Matrosen mit dem einfachen Satz vor: „That’s Brigitte!!!" Sie hob die Arme und rief: „Hello, men!" Überraschend skandierten die Männer daraufhin lauthals und euphorisch „Brid-Get! Brid-Get! Brid-Get!" Niemand konnte sich die frenetische Begeisterung erklären, doch von dem Moment an interessierten sich die Fotografen nur noch für die rätselhafte Unbekannte. Vergessen war Douglas nebst Entourage, ein Blitzlichtgewitter ging auf sie hernieder, und sie erstrahlte im gleißenden Licht der Kameras. Am nächsten Tag druckten die Zeitungen weltweit Fotos von der mysteriösen Schönen. Ein Star war geboren.

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adim, der bei Partys gerne anzügliche Fotos von Brigitte herumzeigte – mit der Bemerkung, er habe zu Hause noch weitaus aufreizendere – riet ihr: „Du musst weiter an dir arbeiten. Du hattest bislang ein wenig Erfolg, weil du einen herrlichen Körper hast ... Aber du bist mehr als nur das. Werde dir deiner selbst bewusst, arbeite hart und lerne, deinen Körper zu deinem Vorteil zu nutzen." Nach Filmen wie „Versailles – Könige und Frauen" (1953/1954), „Die schöne Helena" (1954) – während der Dreharbeiten lernte sie die zukünftige James-Bond-Nymphe Ursula Andress kennen – und „Reif auf jungen Blüten" (1955) stand mit „Doktor Ahoi!" (1955) eine britische Produktion an. Die harmlose Nacktszene, bei der Brigitte durch einen Duschvorhang größtenteils verdeckt ist, stellte damals einen Tabubruch dar. Regisseur Ralph Thomas erinnert sich: „Wenn man zu jener Zeit eine Nacktszene im Studio drehen wollte, musste man den Drehort erst einmal von allem, was männlich war, säubern. Nur eine kleine Crew durfte anwesend sein, und die bestand dann aus lauter alten Knackern, die entweder impotent, schwul, blind oder hochbetagt waren. Dann musste man dem Kostümbildner Anweisungen geben, die Brustwarzen der Darstellerin

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adim hatte allerdings schon zuvor die Weichen für ein glückliches und besonders erfolgreiches Leben gestellt, indem er Brigitte Schauspielunterricht bei René Simon nehmen ließ. Durch einen Freund des Vaters ergatterte das damals noch nicht wasserstoffblonde Mädchen 1952 eine kleine Rolle in dem Film „Le trou normand", in dem sie ein Mädchen vom Lande spielt, das letztendlich sein Glück in der Stadt sucht. Ihrer Laufbahn weitaus dienlicher war der zweite Film, „Sommernächte mit Manina" aus demselben Jahr. Der Streifen thematisiert die Suche nach dem Schatz eines untergegangenen phönizischen Schiffes, bei dem Bardot in einem für die damaligen Zeiten sehr knappen Bikini auftrat. Papa Bardot Foto: Bildarchiv Hallhuber GoodTimes

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mit dem Schauspieler Jean-Louis Trintignant ein. Damit setzte das sich wiederholende Muster „Ehe – Scheidung – Affären" ein, das sie für die Boulevardpresse noch interessanter machte, da B.B. sich meist auf Liebschaften mit bekannten Persönlichkeiten wie dem Chansonnier Sacha Distel einließ.

mit Heftpflaster zu verdecken [und] die Schamhaare mit Gaze zu verhüllen ..." Wie so häufig wirkte die angedeutete Nacktheit weitaus anregender als die komplette Enthüllung.

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u der Zeit zeigten sich die ersten Risse in der Ehe von Bardot und Vadim, doch ihr Förderer wollte sich nicht trennen – durchaus nicht uneigennützig: „All die vielen Vorbereitungen, die Bemühungen um eine große Leinwandkarriere, jeder Verzicht, jedes Opfer wären verschwendet gewesen."

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m seine Frau noch besser zu vermarkten, verfasste Vadim zuerst das Drehbuch zu der leichtgewichtigen Komödie „Pariser Luft" (1956) und ließ seine Noch-Ehefrau in der italienischen Produktion „Neros tolle Nächte" (1956) auftreten, wo sie eine angedeutete Nacktszene in einem Bad spielen sollte. Statt wie geplant in ein Gemisch aus Kreide und Waschmittel zu gleiten, reagierte Bardot zickig und bestand auf historischer Exaktheit: Die armen Requisiteure besorgten als Ersatz Kuhmilch, die aber nicht haltbar war, woraufhin man 400 Liter Eselsmilch auftreiben musste – ein gefundenes Fressen für die Presse, die nur allzu gerne und sensationsheischend von den Extravaganzen der neuen Diva berichtete. Beim nächsten Film brachte die Bardot die Schreibmaschinen der Reporter zum Glühen. In „Das Gänseblümchen wird entblättert" (1956) setzt sie während einer Szene ihre Tanzkünste ein und liefert einen schweißtreibenden Striptease ab, bei dem allerdings mehr verhüllt als gezeigt wird. Dennoch wirkte das auf die Männerwelt wie ein Blutdrucktreiber, der ihrer Karriere nur förderlich war.

ei den folgenden Filmen schossen ihre Gagen in die Höhe, woraufhin Brigitte in St. Tropez das am Strand gelegene Haus La Madrague erwarb und es als Sommerresidenz und Refugium nutzte. Hatte sie ihr Glück gefunden? Es ist schwierig, die wahre Bardot hinter dem von den Medien kreierten Image zu entdecken, die sie als in der High Society angekommenen Star feierten, als atemberaubendes Phänomen. Ein Zitat aus ihrer Biografie erklärt ihren späteren Rückzug und den damit einhergehenden, von außen eher unerklärlichen Wandel: „Mein Leben lang habe ich vor allem nach der Einfachheit gestrebt. Stets habe ich die Gesellschaft einfacher Menschen jener der unerträglichen Snobs und der Leute von Welt vorgezogen. Immer war mir eine natürliche, warme Umgebung lieber als der kalte und überflüssige Luxus, mit dem man mich während meiner Reisen und Filmaufnahmen überhäufte, in dem Glauben, mir damit Freude zu bereiten."

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ach ihr Image untermauernden Filmen wie „Ein Weib wie der Satan" (1958) oder „Wollen Sie mit mir tanzen?" (1959) legte Brigitte eine kurze Babypause ein. Der gemeinsame Sohn mit Jacques Charrier (Ehemann Nummer 2) kam am 11. Januar 1960 zur Welt, wuchs aber nach der Scheidung 1962 bei der Charrier-Familie auf und pflegte erst als Erwachsener einen engeren Kontakt zur Mutter. In dem Jahr versuchte sich Bardot auch mit dem Gerichtsdrama ahlreiche – aus heutiger Sicht nicht „Die Wahrheit" als ernsthafte Schauspielerin nachvollziehbare – Skandale prägten durchzusetzen und sich von ihrem Image zu das Nachkriegskino. In Deutschland sorgte lösen, doch das gelang erst – wenn auch etwa „Die Sünderin" (1951) mit Hildegard nur rudimentär – durch die Arbeit mit JeanKnef und Gustav Fröhlich für einen Luc Godard. Godard stand für die Nouvelle Aufschrei, und das wegen eines harmloVague, eine „neue Welle" von Kreativen, zu sen „Busenblitzers". In Frankreich bereitete denen auch François Truffaut und Claude ein zufälliges Treffen von Vadim mit dem Chabrol zählten, die den französischen Film abenteuerlustigen Regisseur Raoul J. Lévy durch frische Ideen erneuern wollten. Mit den nächsten cineastischen Aufreger vor. Es Tanzunterricht lohnt sich! „Die Verachtung" (1963) an der Seite von sollte B.Bs 17. Film und der große, endgülMichel Piccoli gelang ihr ein Achtungserfolg. Doch ihre Popularität tige Durchbruch sein. Der in Deutschland durch „Und immer lockt war zugleich Fluch und Segen. Als sie 1963 die Dreharbeiten zu „Die das Weib" abgemilderte französische Originaltitel „Et Dieu … créa la Verführerin" an der Seite des „Psycho"-Darstellers Anthony Perkins femme" (1956) war allein schon seitens des Klerus eine Provokation, aufnahm, mussten die Außenaufnahmen von London nach Paris denn schließlich erschuf Gott zuerst den Mann und nicht das Weib! verlegt werden – wo man eine Londoner Straße nachstellte –, da Basta! Oder nicht? Für den in dem damals kaum bekannten Städtchen der Reporteransturm und die Massenhysterie in Großbritannien die St. Tropez gedrehten Streifen konnten die Macher den Superstar Arbeiten unmöglich machten. Curd Jürgens verpflichten, der allein schon für internationales Flair sorgte. Er spielte die Rolle des zwielichtigen älteren Gentleman, der wie alle Männer den Reizen Juliettes (B.B.) verfallen ist. Es entsteht s waren jedoch nicht nur die Filme und der Lifestyle, die für ein komplexes Beziehungsgeflecht, das hochdramatisch endet, wobei B.B.s Popularität sorgten, sondern auch ihre Werke als Sängerin. eine Passage besonders hervorsticht, in der Juliette betrunken in Zahlreiche Singles und Alben manifestierten ihre Popularität, wie zum einer Bar einen sehr erotischen Mambo tanzt. Die gewagten Szenen, Beispiel der bekannte Hit "Harley Davidson". Ein Titel wurde aber aber auch die emotionalen Facetten von Brigitte, die alle Seiten ihres auf ihr Bestreben hin zurückgezogen! Zusammen mit ihrem ehemaerotischen Repertoires ausspielt, sorgten für Furore. Nun hatte die ligen Liebhaber, dem Enfant terrible Serge Gainsbourg, nahm sie im ihre Haare mittlerweile blond färbende Bardot ihr Image als Femme Mai 1967 die Wollust-Single "Je t’aime ... moi non plus" auf, deren fatale etabliert – auch in der Realität, denn sie ging eine Beziehung Veröffentlichung für den Dezember geplant war. Kurz vor Erscheinen

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B.B. auch während ihrer Ehe regelmäßig vor der Kamera stand, knüpfte sie nahtlos an ihre bisherigen Erfolge an. Nach dem noch erfolgreichen „Oh, diese Frauen" (1969) und dem skandalträchtigen „Die Novizinnen" (1970) mit Annie Girardot verblasste aber ihr Stern: Die Siebziger begannen, und eine mittlerweile 36-jährige Schauspielerin – deren Popularität in engem Zusammenhang mit den körperlichen Reizen stand – musste neuen Schönheitsidealen weichen. Es folgten der Weichspül-Western „PetroleumMiezen" (1971) mit Claudia Cardinale als Gegenspielerin, „Don Juan 73", bei dem man sie mit Jane Birkin im Bett erleben kann, und der letzte Film „L’Histoire très bonne et très joyeuse de Colinot TrousseChemise" (1973).

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bat sie Gainsbourg allerdings darum, die Single zurückzuziehen, woraufhin er 40.000 bereits gepresste Exemplare einschmelzen ließ. Bardot befürchtete eine negative Reaktion ihres damaligen Ehemanns Gunter Sachs. Letztendlich kam die Nummer 1969 auf den Markt, diesmal mit der Duettpartnerin Jane Birkin – und wurde ein europaweiter Hit. Die Originalfassung mit Bardot ist seit 1986 verfügbar.

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och zurück zu Gunter Sachs. Der deutsche Millionenerbe galt als Paradebeispiel des Playboys und bezirzte Brigitte nach allen Regeln der Verführungskunst, woraufhin die beiden 1966 heirateten (natürlich in Las Vegas), ein Jahr nach ihrem, der landläufigen Meinung nach, besten Film „Viva Maria". Sie machte die Bekanntschaft von Präsidenten, Königinnen, Künstlern, Schriftstellern, Malern, aber vor allem lernte sie die Schönen und Reichen kennen, die von der Partyhochburg St. Tropez aus zum Frühstück in die USA jetteten, in der Schweiz Ski fuhren oder mal eben in die Karibik flogen, um ein Sonnenbad zu nehmen. Millionen Zeitungs- und Magazinleser verfolgten ihre Eskapaden, doch für Bardot verlor das Leben des Jet Sets schnell seinen Reiz, besonders als sie die sinnentleerte Existenz zunehmend realisierte. 1969 ließ sie sich von Sachs scheiden. Da Jet Set der Sechziger: Gunter Sachs und Brigitte Bardot

n der letzten Szene sieht man sie mit einer Taube auf der Hand, der sie ein liebevolles Lächeln zuwirft, was in Anbetracht ihres künftigen Engagements für den Tierschutz symbolischen Charakter hat. Sie schreibt in ihren Memoiren die Schlussbemerkung: „Und nun war ich bereit, endgültig bereit, mich meiner neuen Lebensaufgabe zu stellen, indem ich zugunsten der Tiere meine Person und meinen Ruhm hinten anstellte. Mich in den Dienst ihres Überlebens zu stellen. Mich selbst völlig vergaß, um nur noch an sie zu denken. Indem ich eintrat in den Orden der Tiere." Sie beendete ihre Karriere 1973.

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on nun an sah man häufig Fotos von Brigitte Bardot, zurückgezogen mit ihren Hunden und Katzen auf ihrem Anwesen in St. Tropez, ein Robbenbaby in den Armen haltend, oder als Aktivistin bei Demonstrationen für den Tierschutz. Gelegentlich gab sie noch Interviews und machte Werbung, doch nur um ihre Projekte zu finanzieren. Dabei half ihr natürlich der hohe Bekanntheitsgrad, wodurch sie auch auf internationaler Ebene Gehör fand. 1992 heiratete B.B. Bernard d’Ormale, ein führendes Mitglied des extrem rechten Front National. Seit dieser Zeit verwirrt die Bardot viele ihrer Anhänger mit fremdenfeindlichen Hasstiraden, womit sie sich einige Prozesse einhandelte. Auch ließ sie sich auf Demonstrationen gegen die Homo-Ehe sehen, was irritiert, hatte sie doch selbst die sexuelle Revolution – die auch gleichgeschlechtliche Beziehungen einschloss – erlebt und die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten für eine Frau genossen.

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as bleibt, ist nicht nur eines der bedeutendsten Images der Popkultur, sondern auch die Erinnerung an die Ära der Emanzipation der Frau. Nicht nur die Feministin Simone de Beauvoir zollte ihr Tribut, auch Frauen in aller Welt können sich aufgrund der vorgelebten Befreiung aus gesellschaftlichen Zwängen deutlich mutiger und offensiver geben als früher, als Männer so gut wie alle Lebensbereiche kontrollierten.

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or allem wirken aber ihre Bilder aus den wilden 60er Jahren weiter – einer Zeit, in der der Aufbruch zu neuen Horizonten nichts Außergewöhnliches darstellte, sondern zum täglichen Leben gehörte. Alan Tepper GoodTimes

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Haarpracht

Von jetzt an immer chic frisiert ! Eine modische Frisur – in den 60er Jahren ein haarsträubend aufwändiges Unterfangen und zumindest für Frauen eine Wissenschaft für sich! Die Haare rückten damals schon allein deshalb in den Fokus, weil Hüte bei beiden Geschlechtern allmählich aus der Mode kamen. Als Gründe vermutet die Modehistorikerin Ingrid Loscheck die starke Verbreitung des Autos, in dem Hüte eher stören, und den Trend zu einem sportlich-ungezwungenen Lebensstil.

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ls erster US-Präsident schwor der jung-dynamische John F. Kennedy 1961 barhäuptig den Amtseid. Seine Gattin Jackie brachte derweil den kleinen, auf dem Hinterkopf befes­ tigten Pillbox-Hut in Mode, da sie nicht ganz auf die Kopfbedeckung verzichten, aber das Gesicht freihaben wollte. Eben jene Jackie Kennedy avancierte in den Sixties zum modischen Vorbild erwachsener Damen weltweit. Ihr „Bouffant", eine Volumenfrisur, die mit Lockenwicklern erzeugt, dann toupiert und schließlich locker frisiert wurde, war in den USA schon in den 50er Jahren entstanden, um die weit ausladenden Petticoats optisch auszubalancieren. Modejournalisten und Friseure zweifelten damals, ob der aufgeplusterte Look („bouffant" heißt wörtlich übersetzt „ausgebeult") von Dauer sei, zumal das Toupieren auch für die Haare eine ziemliche Strapaze bedeutete. Ungeachtet dessen war die Frisur eine der populärsten der Epoche, und keine Frau, die als Seite

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chic gelten wollte, kam in den nächsten zehn Jahren um Lockenwickler, Toupierbürste, Trockenhaube und dosenweise Haarspray herum. Gewaschen wurden die Haare nur rund alle zwei Wochen. Einerseits, weil in der einschlägigen Literatur die Auffassung vertreten wurde, häufigeres Waschen sei schädlich (stattdessen empfahl man die obligatorischen 100 Bürstenstriche am Tag). Andererseits, weil mit dem Legen der Frisur eine Menge Arbeit verbunden war. Wer diese Prozedur nicht alle zwei Wochen vom Friseur durchführen lassen konnte, musste selbst Hand anlegen, notfalls mit Hilfe von Nachbarin oder Tante. Gerade in ländlicheren Gebieten kam es zu höchst intimen Treffen, bei denen reihum Haare gewickelt und alle Neuigkeiten durchgehechelt wurden, die dann am nächsten Tag die Runde durchs Dorf machten. „Mädchen, mach dir Locken, dann bleibst du auch nicht hocken", hieß es, aber wilde Locken durften es auf keinen Fall sein. Der Sinn der aufgedrehten Haare war

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Frisur mit Haarteil oder Perücke vielmehr die Ordnung auf dem Kopf. In einer aufbesserte und über die Hälfte stets gleichen Reihenfolge nach festgelegaller deutschen Männer das „recht tem Schema wurden die Wickler festgezurrt. hübsch" fand. Als im selben Jahr das Danach ging es unter die Trockenhaube. Musical „Hair" auf deutsche Bühnen Die Journalistin Karin Michaeli erinnert sich: kam, kommentierte der „Spiegel": „Ein ordentlicher Kopf mit fest sitzenden „Die Blumenkinder schocken spät und Locken, gestärkt mit Taft, war das Ergebnis. rocken Modetore ein, die nicht nur in Das konnte kein Windsturm zerstören." München offenstehen. In der Altersklasse Anleitung für die Verschönerung im eigezwischen 30 bis 44 nennt noch jede nen Heim bot seit April 1967 das Fernsehen. Fünfte und zwischen 45 bis 59 fast jede An einem Donnerstag, Siebente Fremdhaar ihr eigen. Erst dann kurz vor halb lässt dieser Modetrend nach. Nur noch acht, öffnete jede 16. Matrone schmückt sich mit Locken aus dem Laden." mit dem „Gard-Haarstudio" der bald Perücken und Haarteile aus echtem Haar waren teuer; die Haare bekannteste deutsche Friseursalon seine stammten damals meist aus Balkanländern, wo Aufkäufer angestrengt Pforten. Erfinder der Werbekampagne nach bezopften Mädchen Ausschau hielten. In einem Schönheitsratgeber war die Düsseldorfer Agentur Dr. von 1972 liest man: „Die Krone der Perücken schluckt ein üppiges Hegemann, der wir so denkwürdige Monatsgehalt, und wenn man sie in Blond und lang haben möchWerbefiguren wie Frau Antje mit echte, muss man auch lange Wartezeiten in Kauf nehmen." Zudem war tem Käse aus Holland verdanken. Bis die Pflege aufwendig: „Echtes Haar gehört über Nacht auf einen zu 17 neue Folgen wurden pro Jahr Kunststoff- oder Schaumstoffkopf, sonst verliert produziert, in die Perücke ihre Form. Wenn man reist, braucht denen es um Jackie man einen Perückenkoffer." Als preisgünstige die grundlegenKennedy und pflegeleichte Alternativen boten sich bald den Probleme des Perücken aus Kunsthaar an, die in der ersten Waschens, Festigens Hälfte der 70er Jahre einen regelrechten Boom und Frisierens ging. „Ulla findet Festiger völerlebten. Kanekalon, Modacryl und Fancykalon lig überflüssig, weil sie das Haar nur splissig hießen fortan die Zauberwörter. „Wenn man machen. Ulla kennt die neuen Gard-Kurfestiger sich eine Perücke aus modischen Gründen nicht. ... Kommen Sie ... Petra probiert gerade kauft, wird man diese Art wählen; sie ist sehr einen aus ... Sie wissen es, meine Damen, am leicht und lässt sich zusammenknüllen und in besten pflegt man das Haar mit dem Garddie Handtasche stopfen, ohne dass es ihrem System." guten Sitz schadet." Waschen im Wollgang der Als Zwischenlösung bis zum nächsten Waschmaschine, trocknen auf der Leine neben Frisiertermin erfreute sich Trocken-Shampoo den Socken, alles kein Problem. Schon Teenager großer Beliebtheit. Bereits 1911 hatte Hans griffen zu falschen Zöpfen. Unter dem Motto Schwarzkopf seinem Unternehmen die Rechte „Du bist schöner, als du glaubst!" wurde zum an einer Erfindung gesichert, die nun unter Beispiel in der „Bravo" 1968 ein eher burschidem Produktnamen „Frottee" Furore machte. kos wirkendes Mädchen damit Das Prinzip war einfach: Ein Puder wurde mögumgestylt: „Wir kauften lichst gleichmäßig auf dem Kopf verstreut, nach für Jutta ein Haarteil, kurzer Einwirkzeit mit den Händen gut „durchdas sie sich selbst leicht frottiert" und schließlich samt Fett und Schmutz einfrisieren kann. Am ausgebürstet. Alternativ konnte man sich mit Abend steckt sich „Polyset Schnellfrisur" zwischendurch ganz flott Jutta ihre ‚Locken' eine neue Frisur machen, ganz ohne Wasser, mit ein paar Nadeln ohne Haube und ohne Fön. Eine Erfindung der am Hinterkopf fest und verwandelt sich im Nu DDR war die Methode Betonfrisur: Das VEB Zitza-Werk Zeitz stellte mit in eine romantische 17-Jährige." „hair-sitt" einen Dauerfestiger her, welcher der Frisur für ganze sechs Zweitfrisuren waren vor allem über Tage tadellosen Sitz verleihen sollte. den Versandhandel erhältlich; Quelle Derweil war die Allzweckwaffe für den Bad-Hair-Day schon auf dem und Neckermann hatten Modelle in allen Vormarsch: Längst hatte sich herumgesprochen, dass First Lady Jackie, Farrah Fawcett Preiskategorien im Angebot. Als die Zeitschrift als sie im Februar 1962 mehr als fünf Millionen Fernsehzuschauern das „Burda-Moden" im März 1971 eine Kurzhaar-Frisur mit Weiße Haus von innen zeigte, eine Perücke trug. Zwischen all den kunstabtrennbarem Nackenteil für den Kampfpreis von 65 DM anbot, war die voll arrangierten Volumenfrisuren fiel gefaktes Haar kaum auf. Selbst Nachfrage so groß, dass die Aktion mehrere Monate verlängert werden Experten konnten nicht genau sagen, ob eine Frau ihr musste. 1973 schließlich startete Ulrich Degenhardt, eigenes Haar oder eine Zweitfrisur trug. Mitte der ein findiger Friseurmeister aus Darmstadt, den 60er Jahre wurde dies sogar in der WDR-Sendung Versandhandel mit Lofties Zweitfrisuren, einer „Magazin für die Frau" vor laufender Kamera der wenigen Firmen, die (unter dem Namen unter Beweis gestellt. Fazit des Moderators: Lofty) bis heute existiert. „Immer mehr Frauen werden sich eine Perücke Den „Frisuren-Stil der Saison" im Katalog zulegen. Sie werden die Sonntagsfrisur griffbereit aussuchen, bestellen und in aller Ruhe in der Schublade liegen haben. Kein geschäftlizu Hause ausprobieren, war die Devise, cher Termin, keine plötzliche Einladung, kein mit der auch andere Hersteller lockNieselregen kann sie dann noch aus der Ruhe ten. „Ihre Freunde, Verwandten und bringen." Bekannten werden diese Perücke Und so sollte es dann auch tatsächlich komnicht von echtem Haar unterscheimen. Schon 1969 stellte das Allensbacher Institut Seit Jackie Kennedy den falschen Wilhelm" " den. Bestellen Sie die Erfolgsfarbe! für Demoskopie in einer Umfrage fest, dass gesellschaftsfähig gemacht hatte, gehörten jede vierte Frau zwischen 16 und 29 ihre Haarteilkoffer und Perückenkopf zum Reisegepäck. Im Zweifelsfall schicken sie uns GoodTimes

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