Uriah Heep • Chet Atkins • Guru Guru • Ihre Kinder • Yes • Ann Wilson • Pete York • Roger Glover • Guess Who • Blues Band
uber 200 CD/LP-
Kritiken
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5/2018 (Nr. 156) • Oktober/November • www.goodtimes-magazin.de
Doors Jimi Hendrix Nazareth The Band Puhdys
Bee Gees
Tony Joe White • Ron Evans Group • Rod Stewart • Billy Gibbons • Soft Machine • Steve Perry • Jan Hammer • Wolvespirit
EDITORIAL
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NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 07042/37660-160 Fax: 07042/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-magazin.de www.facebook.com/goodtimesmagazin Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried (fl) Mitarbeiter: Matthias Auer (ma), Jens-Uwe Berndt (jub), Horst Berner (hb),Marc Bloemeke (mb), Rüdiger Bloemeke, Lothar Brandt (lbr), Paul Breitbach, Mathias Buck, Petra Czerny (pc), Heinz Dietz, Michael Fuchs-Gamböck (mfg), Hans-Jürgen Günther (hjg), Ralf Günther (rg), Christof Hammer (ch), Hartmut Hennig (Fotos), Christian Hentschel (che), Teddy Hoersch, Pauline Kingsbury (pk), Tino Krauter (tk), Willi Kuper (Fotos), Madita Leibfried (ml), Niklas Leibfried, A lexander Neumann (an), Helmut Ölschlegel ( Fotos), Jörg Palitzsch (jp), Ralf G. Poppe, Sven R achner (sr), Philipp Roser (pro), Frank Schuster (frs), Ulrich Schwartz (us),Peter S eeger (p), Claudia SeegerWedeleit (csw), Christian Simon (cs), Björn Springorum (bsp), Alan Tepper (at), Claudia Tupeit (ct), Uli Twelker (utw), Thomas Wachter (tw), Frank Witzelmaier (fw) Abonnements, Shop, Social Media: Andrea Leibfried, goodtimes@nikma.de Grafische Gestaltung: Kathleen Müller, grafik@nikma.de Andrea Zagmester, kult@nikma.de England-Korrespondent: Klaus Brotmann Amerika-Korrespondent: Eric Drolette Anzeigenverkauf: Petra Czerny, anzeigen@nikma.de Tel.: 07042/37660 -165 Vertrieb: IPS Pressevertrieb GmbH, Postfach 1211, 53334 Meckenheim, Tel.: 02225/88 01-0 Druck: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG, Frankfurter Str. 168, 34121 Kassel Erscheinungsweise: 6 x jährlich Abonnement: Für 6 Ausgaben im Kalenderjahr Inland: € 36,00 Ausland: € 40,00 (Preise inkl. 7 % MwSt. und Porto) Copypreis: Einzelheft: € 6,50 (Preis inkl. 7 % MwSt.) Anzeigen: Für gewerbliche Anzeigen bitte Preisliste Nr. 17 (inkl. Mediadaten) anfordern. Kleinanzeigen: Zeilenpreise für Gewerbliche und Verkaufsanzeigen € 1,40; Zeilenpreise für Privatanzeigen (Kauf & Tausch) € 0,70 (jeweils inkl. 19% MwSt.) Für Kleinanzeigenbestellungen beachten Sie bitte die Hinweise auf dem Bestellschein im Heft. Anzeigenbuchungsschluss / Erstverkaufstag: 6/2018 = 02.11.2018 23.11.2018 1/2019 = 04.01.2019 25.01.2019 Kontoverbindung: NikMa Verlag Kreissparkasse Ludwigsburg IBAN: DE38 6045 0050 0000 1082 94 BIC: SOLADES1LBG Paypal-Adresse: info@nikma.de Titelfoto: Bee Gees: © Bubi Heilemann GoodTimes ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes erschienenen Artikel, Interviews, Discographien, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Heraus gebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart
Liebe Leserinnen und Leser,
Oktober/November 2018
ange war Deutschland auf dem internationalen Musikmarkt so etwas wie das widerspenstige kleine gallische Dorf. Es war der letzte große Markt, auf dem mehr physische Tonträger (CDs, Vinylscheiben, DVDs/Blu-rays) verkauft wurden als Musik in digitaler Form (Downloads, Streams). Doch im ersten Halbjahr 2018 hat sich das Blatt gewendet. Während der im wahrsten Sinne des Wortes greifbare Anteil auf 41,1 Prozent schrumpfte, wuchs der digitale auf 58,9. Und noch etwas machen die Zahlen des Bundesverbandes Musikindustrie deutlich: Nachdem der Prozentsatz des schwarzen Goldes" in " den letzten zweieinhalb Jahrzehnten stetig (wenn auch bescheiden) gewachsen war, verzeichnete es im ersten Halbjahr 2018 einen Rückgang von 13,3 Prozent und besitzt im physischen Bereich nunmehr einen Umsatzanteil von 4,4 Prozent. Die Konsequenz: In Gesprächen mit Musikern hört man vor allem von jüngeren Künstlern Überlegungen, künftig aus Ersparnisgründen gar keine CDs oder LPs mehr zu produzieren, sondern nur noch digital zu veröffentlichen. Die Acts und Interpreten, die noch viel live unterwegs sind, werden dieser Linie allerdings wohl nicht folgen: Denn was will man am Merchandisingstand nach der Show verkaufen, wenn nicht einen greifbaren Tonträger? Visitenkarten mit Download-Vouchers etwa? Ein Großteil der Platten werden heute nach Konzerten verkauft! Unter der Hand verraten manche Musiker, dass die Stückzahlen durchaus einmal dreistellige Höhen pro Auftritt erreichen können. Auch wenn das wohl die Ausnahme von der Regel ist. Dass man mit physischen Tonträgern noch Geld verdienen kann, demonstriert aber auch das deutsche Unternehmen BMG, das seit seinem Neustart vor zehn Jahren eine beispiellose Erfolgsgeschichte hingelegt hat und heute als (neuer) vierter Major in einer Schrumpfbranche gilt. Und auch viele vor allem ältere, für die GoodTimes-Leserschaft interessante Akteure liefern weiter Hörstoff in Form neuer Alben oder Wiederveröffentlichungen, wie auch in dieser Ausgabe nachzulesen ist. Viel Vergnügen also beim Schmökern im aktuellen Heft wünscht Ihnen
NE U
Fabian Leibfried Herausgeber/Chefredakteur
GoodTimes 5/2018
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Music from the 60s to the 80s
Neue Ausgabe Nr. 10 Bestellen Sie im Shop auf Seite 31
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Seite
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INHALT
Bee Gees
20 The Doors
12 Titelstory
stories
12 16 18 20 22 23 24 25 26 28 36 39 39 40 42 42
Bee Gees Von Redcliffe nach Odessa Nazareth Das ganze Rocker-Leben in einer schweren Box Jimi Hendrix Album Cover Art Gallerie #15: Electric Ladyland Doors Es war einmal ... einmal und nie wieder! Steve Perry (Journey) Ein Album als letztes Versprechen Guru Guru 77 und kein bisschen leise Ernst Schultz (Ihre Kinder) Musikalische Nachkriegskarriere Ray Wilson Gelassener Workaholic Label-Porträt BMG The Band Dylans kongeniale Mitmusiker Uriah Heep Der Traum endet nie Yes Die Prog-Lawine rollt weiter Ann Wilson (Heart) Unsterbliches Eilen Jewell Klischeefreie Country-Queen Guess Who Analoges Glück Peter Cetera (Chicago) Der Mann mit dem Schmelz in der Stimme
45 46 47 48 50 51 52 53 54 55 56 60 62 64 66 67
Billy F. Gibbons (ZZ Top) Der Blues als Inbegriff der Komplexität des Daseins Pete York & Roger Glover Schwer beschäftigt! Soft Machine Improvisation für die Ewigkeit Chet Atkins Mister Guitar Die Teldec-Story Eine Chronik Jimmy Barnes Männer, zeigt eure Gefühle! Steve Simpson Side- und Frontman mit Gitarre, Fiddle und Tiefton-Challenge Tony Joe White Der Langstrecken-Blueser The Blues Band Blues-Porträt #60 Wolvespirit Wut, aus Schmerz geboren Das ist ja tiiiierisch! Tiere in Gruppennamen – Teil 4 Der kurze musikalische Auftritt der Bobbys Bobby ... Vee, Vinton, Rydell, Avalon, Goldsboro und Co. Ron Evans Group Der Fotograf als Wegbegleiter auf Tour Puhdys Hart im Rausch der Tiefe Wind Eher ein Orkan! Rod Stewart Die Musen öffnen die Tore weit
Die nächste erscheint amfrom 23. the November Seite 4 GoodTimes 5/2018 Music 60s to the2018 80s n
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Ausgabe Nr. 156, Oktober/November 2018
Das ist ja tiiiierisch!
18 Jimi Hendrix – Album Cover Art
28 The Band
16 Nazareth
64 Puhdys
56 Tiere in Gruppennamen
Teil 4
rezensionen rubriken
features
3 3 4 6 10 30 32 34 37 38 41 44 68 70 72 97 98 100 104 106 111 112 113 114
CD-Highlight Joe Bonamassa Redemption
DVD-Highlight Various Artists The King – mit Elvis durch Amerika Bee Gees Glitzerfummel, Kastratengesänge, Disco-Grooves – für Rockfans der 70er Jahre waren die Bee Gees in Bezug auf das musikalisch Ertragbare eine Streckbank. Auf dem Markt der schnell produzierten Tanzflächen-Hits gaben sie damals allerdings den Ton an. ... weiter Seite 12
Box-Highlight Nazareth Loud & Proud! The Box Set
Buch-Highlights • Handbuch der Musikwirtschaft • Die Beatles Story: Bandgeschichte – Alben – Hintergründe
The Doors Vor 50 Jahren öffneten The Doors hierzulande erstmals die Türen der Wahrnehmung in einer Art, wie man sie bis dahin nicht kannte. Die Band um Jim Morrison besuchte das einzige Mal Deutschland, um auch hier zu spielen. ... weiter Seite 20 GoodTimes 5/2018
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Music from the 60s to the 80s
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Seite
5
Impressum Editorial Inhalt Aktuelles – Neues aus der Szene Verstorbene Shop Abo-Bestellschein Kleinanzeigen GoodTimes-Tipp: Kris Pohlmann • Bernd Rinser Kolumne Christian Simon #37: Angelo Branduardi & Umberto Tozzi GoodTimes-Newcomer: The Gardener & The Tree • Curse Of Lono Charts Runde Geburtstage Gedenktage CD/Vinyl/-Rezensionen DVD/Blu-ray-Rezensionen Buch-Rezensionen Konzertberichte: Scorpions • Eric Clapton• Jazz Open• Lieder am See • Joan Baez • Ed Sheeran Tourneen/Festivals/Musicals Konzertkalender Kreuzverhör: Jan Hammer Kreuzworträtsel + Verlosung Leserbriefe … zuguterletzt: Little Steven• Status Quo• Per Gessle
NEWS
Atlantis_2016_Version_3_Atlantis_2016 26.01.16 18:18 Seite 1
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LP’s
CD’s
seit 1983
ATLANTIS RECORDS.CH 079 938 99 65 Steinenbachgässlein 34 4051 BASEL An/Verkauf • Bestellungen • Old/New Vinyl
Die Recording Industry Association Of America (RIAA), die heuer ihr 60-jähriges Bestehen feiert, führt ihre Statistiken sehr gewissenhaft und lässt die Öffentlichkeit auch an ihren Erkenntnissen teilhaben. So hat sie nun festgestellt, dass die Eagles inzwischen Michael Jackson überholt haben: THEIR GREATEST HITS 1971–1975 der Kalifornier von 1976 hat sich (inklusive Streams) bis heute über 38 Millionen Mal verkauft und liegt jetzt vor Jacksons THRILLER, von dem seit der Veröffentlichung 1982 bislang 33 Millionen Exemplare abgesetzt wurden. Platz 3 in der ewigen Verkaufsbestenliste belegen ebenfalls die Eagles mit ihrem 1976er-Werk HOTEL CALIFORNIA (26 Millionen)+++ Als Bluesband hatten die Rolling Stones einst begonnen, zuletzt zollten sie ihren Wurzeln Tribut mit dem Album BLUE & LONESOME, auf dem sie Standards und Stücke ihrer Vorbilder coverten. Daran schließen sie jetzt mit CONFESSIN’ THE BLUES an. Dafür haben sie Titel der größten Bluesmusiker ausgesucht und ermöglichen so einen Überblick über das Genre. Veröffentlicht wird das Ganze am 9.11. gemeinsam von Universal und BMG – letztere Firma hat verkündet, zehn Prozent ihrer Netto-Einnahmen an die Willie Dixon’s Blues Heaven Foundation zu spenden, die von Jacqueline Dixon, der Tochter des Blues-Wegbereiters, geleitet wird. Zu hören sind auf der Scheibe Titel u.a. von Howlin’ Wolf, John Lee Hooker, Elmore James, Muddy Waters, Chuck Berry, Bo Diddley, Big Bill Broonzy und Robert Johnson. CONFESSIN’ THE BLUES Anzeige
GIMME SOME TRUTH mit beiden Filmen in restaurierter und remasterter Form und bislang nirgends gezeigten Extras. Das 6-Disc-Set enthält einen brandneuen, remasterten Stereomix, unbearbeitete Studio-Aufnahmen, Demos, Outtakes, Extras und eine Audio-Documentary zur Entstehungsgeschichte der einzelnen Songs sowie neue Surround-Mixe auf Blu-ray und einen ultramodernen Quadrasonic-Mix. 140 Songs umfasst das von Yoko Ono abgesegnete Paket. Sie steuerte auch das Vorwort zum 120-seitigen Begleitbuch bei. Der Clou des Pakets ist das durch Zufall entdeckte Demo des Titelsongs. Außerdem planen die Verlage Thames & Hudson (UK) und Grand Central Publishing (US) die Veröffentlichung von „Imagine John Yoko". Das Buch wurde von Yoko Ono zusammengestellt und enthält bislang unveröffentlichtes Material+++
erscheint als 2-CD-Set, 2x2 Viny- LP und 5x10”-Vinyl-Book (Nachbildungen der originalen 78-RPM-Veröffentlichungen). Das Buchformat bietet bewegliche Kunstkartendrucke des Blues-Illustrators Christoph Mueller, das Artwork entwarf Stones-Gitarrist Ronnie Wood+++ Seltene Studio- und Live-Aufnahmen aus nahezu 25 Jahren der Kult-Band aus Athens, Georgia, werden zugänglich gemacht: R.E.M. AT THE BBC (VÖ: 19.10.) wird als Super Deluxe 8-CD/1-DVD-Boxset sowie als Doppel-CD, 2-LP (THE BEST OF R.E.M. AT THE BBC) und in den entsprechenden digitalen Formaten erhältlich sein. Unter den Studio-Aufnahmen der Box befindet sich eine John-Peel-Session (1998), Besuche in der Sendung „Drive time" und bei „Mark & Lard" (2003) sowie ein Gastspiel in der „Radio 1 Live Lounge" (2008). Auf der Liste der Livemitschnitte stehen Performances in der Rock City Nottingham (1984) und in Milton Keynes während der „Monster Tour" 1995, der Headliner-Gig beim Glastonbury Festival 1999 und eine Show in der Londoner St. James Church 2004 für geladene Gäste. Die DVD bietet den Film „Accelerating Backwards", eine 60-minütige Retrospektive über die BBC-Auftritte von R.E.M. inklusive Interviews sowie eine Folge von „Later ... With Jools Holland" (1998), die komplett R.E.M. gewidmet war, sowie weiteren TV-Auftritten+++
In diversen Formaten legen die Kinks ihr Album THE KINKS ARE THE VILLAGE GREEN PRESERVATION SOCIETY zum 50-jährigen Veröffentlichungsjubiläum am 26.10. neu auf. „Ich denke, das Album ist ein sehr persönlicher Blick auf eine Lebensphase – in meinem imaginären Dorf ist es das Ende unserer Unschuld, unserer Jugend. Manche Leute sind zwar ziemlich alt, aber in Village Green darf man nie erwachsen werden. Ich sehe das Projekt selbst als Teil eines Lebenszyklus", ließ sich Bandleader und Songschmied Ray Davies in der Ankündigung zitieren. Das Reissue (Super Deluxe Boxset mit 5 CDs und 3 LPs sowie 52-seitigem Buch mit zwei Essays von Pete Townshend; 2-CD; CD; LP; digital) enthält mit "Time Song" einen bislang unveröffentlichten Titel, den die Kinks 1973 im Londoner Theatre Royal Drury Lane, zu Großbritanniens Eintritt in die damalige EG live spielten. Außerdem wird am 4.10. in der Proud Central Gallery in London eine Ausstellung mit dem Titel „The Kinks Are The Village Green Preservation Society” eröffnet, die bis zum 18.11. seltene Sammlerstücke zeigt; darunter eigens in Auftrag gegebene Kunstwerke von Bandmitgliedern+++
70er-Jahre-Superstar Peter Frampton hat für 55 Millionen Streams seines Hits "Baby I Love Your Way" kürzlich „satte" 1700 Dollar erhalten! Was wiederum in den Sozialen Medien auch unter deutschen Musikerkollegen heftige Diskussionen (und Empörung) auslöste+++ IMAGINE – THE ULTIMATE COLLECTION ist die Würdigung des erfolgreichsten Solo-Albums von John Lennon betitelt, die Anfang Oktober zu dessen 79. Geburtstag an den einstigen Beatles-Sänger/ Gitarristen erinnern soll. Als Limited Super Deluxe Box (6 Disc) für den großen Geldbeutel, aber auch als Doppel-CD/LP oder 2-LP/1CD wird IMAGINE erhältlich sein. Parallel erscheint die DVD/Blu-Ray IMAGINE &
Als SOWAS VON EGAL (Untertitel „German Synth Wave Underground 1980–1985") firmiert eine CD, die am 2.11. erscheinen wird und das Ergebnis einer Kooperation des Liebhaberlabels Bureau B mit der Hamburger Party-Reihe „Damaged Goods" ist. Für Letztere wollten drei DJs der Hansestadt Tanzbares abseits von gängigen (schwarzen) Elektro-Klischees bieten, und zwar Post-Punk und Synth-Wave der 80er. Das Ergebnis dieser Überlegungen wird demnächst auch per Tonträger auf dem heimischen Sofa nacherlebbar sein, mit Songs von Acts wie Träneninvasion, Der Moderne Man, Silberstreif, El Deux, Nullzeit, Schwellkörper, Pension Stammheim oder Gorilla Aktiv+++
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GoodTimes 5/2018
Auch vom anderen Kinks-Bruder gibt es Neuigkeiten: Dave Davies hat via Stream n
Music from the 60s to the 80s
den bislang unveröffentlichten Track "Cradle To The Grave” aus den 70er Jahren zugänglich gemacht. Damit wollte er das Interesse auf seine demnächst erscheinende Songkollektion DECADE lenken. Die enthält 13 Nummern, die der KinksGitarrist vor der Veröffentlichung seines ersten offiziellen Solo-Albums AFL1-3603 geschrieben und aufgenommen hatte. Seine Söhne Simon und Martin entdeckten sie Davies zufolge „unter Betten, auf Dachböden und Lagerräumen”, mischten und masterten sie mit ihm, um sie in eine ansprechende Form zu bringen+++ Bei Peter Burschs Bröselmaschine hat sich das Personalkarussell gedreht: Neue Frontfrau bei der Duisburger KrautrockLegende ist Stella Tonon, die Liz Blue ersetzt. Ihre livehaftige Feuertaufe erlebte sie beim Burg Herzberg Festival vor über 10.000 Fans. „Ein Einstand nach Maß" fanden ihre Bandkollegen sowie Lindenberg-Bassist Steffi Stephan, der neben anderen Gästen mit Bröselmaschine auf der Bühne stand. Derweil gehen bei Bröselmaschine die Feiern zum 50-jährigen Bandjubiläum munter weiter. Im September ermöglichte in der Duisburger Cubus Kunsthalle eine Ausstellung mit Ton- und Bildmaterial, Konzertplakaten und Zeitungsausschnitten eine Zeitreise in die musikalische Vergangenheit der Band. Die konnte Gründungsmitglied Willi Kissmer nicht mehr sehen, der am 27.7. nach schwerer Krankheit gestorben war und dessen in der Ausstellung gedacht wurde+++ Im GoodTimes-Interview (siehe GT 4/2017) hatte Mike Vernon von seinen Aktivitäten als Sänger von The Mighty Combo in seiner Wahlheimat Spanien und im UK berichtet. Jetzt sind die auch auf Tonträger dokumentiert: BEYOND THE BLUE HORIZON hat der Produzent, Songschreiber und Vokalist die Scheibe betitelt, wohl eine Anspielung auf das Label Blue Horizon, das er einst betrieb und mit dem er dank Acts wie Fleetwood Mac dem Blues Rock in Großbritannien zum Durchbruch verhalf. Zu hören sind Songs im Stile seiner Jugend: 40er- und 50er-Jahre-R&B und Jump Jive. Damit schließt er an frühere Bandaktivitäten bei Rocky Sharpe & The Replays und The Olympic Runners an. Aufgenommen hat er mit der englischen Besetzung der Mighty Combo, also mit Rob Tasker (sax), Kid Carlos (g), Matt Little (keys) sowie der Rhythmusabteilung Mike Hellier (dr) und Ex-Big-Town-Playboy Ian Jennings (b)+++ Die Dortmunder Fuzz-Rocker Daily Thompson haben bei MiG unterschrieben und bringen am 9.11. ihr neues Album THIRSTY auf CD, als Doppelvinyl (Gatefold) sowie digital heraus. Zudem werden die Vorgänger Alben DAILY THOMPSON und BORING NATION erstmals auch digital als Download oder Streaming angeboten+++ Reichlich „Rockpalast"-Futter gibt es für die Fans der WDR-Kult-Sendung und den diesjährigen weihnachtlichen Gabentisch!
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Die „Rockpalast"-Archivverwalter kündigten die Veröffentlichung der beiden Konzerte der Schotten-Rocker Big Country (Essen, 15.3.1986; Bonn, 1991) als CD/ DVD-Boxset an. Ebenso erhältlich sein wird der 1995er Auftritt der britischen Gothic-Rocker Paradise Lost. Ein Starensemble hatten Peter Bursch und Uli Jon Roth am 25.4.1991 im Kölner E-Werk um sich versammelt, um dem musikalischen Vermächtnis von Jimi Hendrix ein weiteres Denkmal zu setzen: Jack Bruce, John Wetton, Randy Hansen, Simon Phillips, Manni Neumeier und Julia Neigel ließen es sich nicht nehmen, sich mit Klassikern wie "If Six Was Nine","Little Wing" oder "Crosstown Traffic" tief vor Hendrix zu verbeugen+++ Im vergangenen Jahr hatten sich The Cranberries, also Dolores O’Riordan, Noel Hogan, Mike Hogan und Fergal Lawler, zusammengesetzt, um die 25th Anniversary Box ihres Debütalbums, EVERYBODY ELSE IS DOING IT, SO WHY CAN’T WE?, zu planen. Nach dem Tod O’Riordans im Januar 2018 beschlossen ihre Kollegen, das Projekt dennoch durchzuziehen. Und so sind ab 19.10. das 25TH ANNIVERSARY BOXSET sowie eine Doppel-CD/LP erhältlich+++ THE ECLIPSE SESSIONS heißt das neue, inzwischen 23. Studio-Album des USMusikers John Hiatt. Aufgenommen hat er es an vier Tagen im Sommer 2017 um die Sonnenfinsternis am 21. August herum, was Hiatt zum Albumtitel inspirierte. In Triobesetzung mit Patrick O’Hearn (b) und Kenneth Blevins (dr) war der Meister zugange. „Ich war mir nicht sicher, welche Art von Album ich machen wollte – ich dachte daran, eine Soloplatte nur mit einer Akustikgitarre zumachen." Doch dann entschied sich Hiatt, im Heimstudio seines Freundes und Musikerkollegen Kevin McKendree auf dessen Farm nahe Nashville zu arbeiten. Unterstützt von McKendree und dessen 15-jährigem Sohn Yates verfasste er 15 Songs, von denen nun elf auf dem Album zu hören sind+++
Seit kurzem sind die Alben, die Prince zwischen 1995 bis 2010 veröffentlicht hat, erstmals auch digital erhältlich. Nachdem der Nachlassverwalter The Prince Estate
zugestimmt hat, können Fans 23 Katalogtitel und die neu kuratierte, 37 Titel umfassende PRINCE ANTHOLOGIE: 19952010 bei allen Streaming-Diensten und Downloadanbietern abrufen. Damit ist der Onlinekatalog des am 21.4.2016 verstorbenen Künstlers um mehr als 300 PrinceSongs ergänzt+++ Wegen eines „milden Schlaganfalls" (so formulierten es die Ärzte) musste der einst ige Allman-Brothers-Gitarrist Dickey Betts seine für den Sommer gebuchten Konzerte verschieben. „Die Ärzte haben ihm aber versichert, dass er nach fünf Wochen wiederhergestellt sein wird – auch wenn seine Fans jetzt enttäuscht sind, geht seine Gesundheit vor", teilte Betts’ Manager David Spero mit. Geplant sei, die Shows im November nachzuholen+++ Rush, Alice Cooper und Heart sind die namhaftesten Akteure, die auf der DVD ROCK’N’ROLL HALL OF FAME IN CONCERT: ENCORE zu erleben sind. Der Tonträger wurde aus den Aufnahmefeierlichkeiten für neue Mitglieder der Jahre 2010 bis 2013 zusammengestellt und enthält 44 Performances. Bei Alice Cooper standen auch als Gäste Mitglieder von Pearl Jam, Alice In Chains und Moderator Chris Cornell mit auf der Bühne, während die Red Hot Chili Peppers 2012 eine AllstarJamsession mit Slash und Ron Wood anführten+++ Jail Job Eve nennen sich fünf Newcomer aus Osnabrück, die Ende September ihren ersten Longplayer THE MISSION auf den Markt bringen. Ihr Debüt haben die Retro-Rocker um Sängerin Victoria „Toja" Semel in den Hannoveraner Horus Sound
Studios eingespielt. Die Veröffentlichung begleiten sie mit einer Deutschland-Tour im Oktober/November+++ Ruhig war es geworden um Bob Daisley, der ab 1971 als Bassist bei Chicken Shack, Mungo Jerry, Rainbow, Ozzy Osbourne, Gary Moore, Uriah Heep und Black Sabbath kräftig in der britischen Rockszene mitgemischt hatte. Um die Jahrtausendwende kehrte er in seine australische Heimat zurück, ließ gelegentlich durch Bands wie The Hoochie Coochie Men (mit Jon Lord) und Living Loud (mit Don Airey, Steve Morse, Lee Kerslake und Jimmy Barnes) von sich hören, desgleichen 2013 durch seine Autobiografie „For Facts Sake". Jetzt meldet er sich wieder zu Gehör: Er hat das Tribute-Album MOORE BLUES FOR GARY (VÖ 26.10.) auf die Beine gestellt und Kollegen wie John Sykes, Danny Bowes, Steve Morse, Ricky Warwick, Don Airey, Glenn Hughes, Eric Singeroder Brush Shiels (Sänger in Mooreserster Band Skid Row) dafür gewonnen. Auch Moores Söhne Jack und Gus waren mit dabei. „Es ist ein Liebesdienst für Gary, weil ich der Meinung bin, dass seine Bedeutung nach seinem Tod nicht genügend gewürdigt wurde – er war einer der größten Gitarristen überhaupt", sagte Daisley GoodTimes. Er wählte die Songs und Mitstreiter und produzierte. Zu seinen sonstigen Aktivitäten berichtete der 68-Jährige, in Sydney mit viel Vergnügen Surfstyle-Music zu spielen+++ Politische Inhalte waren für den Bassisten Rich Schwab (*1949) schon immer wichtig. Auch in den 70er und 80er Jahren, als er mit der Schroeder Roadshow mehrere Alben (ANARCHY IN GERMONEY!) machte und durch Deutschland tourte. Mit Neue Heimat, Die Jeilen Träumer, Uli Hundt oder Bröselmaschine war er aktiv und veröffentlichte zwei Soloscheiben. Seit 1999 ist der gebürtige Kölner als freischaffender Autor (Texte für Frank Höcker, Peter Bursch, Gerd und Gaby Köster, Brings, Höhner; diverse Hörbücher) und Musiker (Filmmusik) unterwegs. Seit geraumer Zeit bastelt er als Rich Choice an einem neuen Solo-Album. „Es wartet noch auf die Beiträge einiger Gastmusiker – dürfte Herbst werden, bis ich es veröffentlichen kann", ließ Schwab GoodTimes wissen+++
LIVE IN CONCERT 2018 01. 11. 02. 11. 03. 11. 09. 11. 10. 11. 23. 11. 24. 11. 29. 11. 30. 11. 01. 12. 07. 12. 08. 12. 19. 12. 20. 12. GoodTimes 5/2018 21. 12.
Osnabrück Bastard Club Hannover Kulturfabrik Hamburg Bambi Mannheim 7er Club Heilbronn Emma 23 Essen Don’t Panic Köln Blue Shell Berlin Musik & Frieden Würzburg Kellerperle Lichtenfels Paunchy Cats Sonthofen Barfly Saarbrücken Studio 30 Bremen Meisenfrei Frankfurt Ponyhof Music from the 60s to the 80s Nürnberg Matrix
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„PopStop – das Musikradio" – immer freitags zum Erscheinen unseres Heftes gibt es eine GoodTimes-Sondersendung (19 bis 20 Uhr), in der die neueste Ausgabe vorgestellt wird (die Sendung wird dann mehrfach wiederholt). „PopStop" sendet Musiktitel mit Format – ohne formatierte Musikzusammenstellung+++
DAS NEUE STUDIOALBUM
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Auch als 2LP-Special-Gatefold-Edition,
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Der DVD/Blu-ray-Markt ist seit Jahren am Schrumpfen, was sich auch bei den weniger gewordenen Besprechungen in GoodTimes widerspiegelt. Doch vor dem Weihnachtsgeschäft haben die Zuständigen bei Universal in den Archiven gesucht und zahlreiche Veröffentlichungen für die nächsten Wochen angekündigt: Von George Thorogood & The Destroyers gibt es LIVE AT MONTREUX 2013, von Jeff Beck die ROCK 'N' ROLL PARTY HONOURING LES PAUL, Peter Framptons LIVE IN DETROIT, von Rory Gallagher GHOST BLUES – THE STORY OF ..., Eric Claptons SLOWHAND AT 70: LIVE AT THE ROYAL ALBERT HALL und PLANES TRAINS AND ERIC. Doppelt liefern auch Aerosmith mit ROCK FOR THE RISING SUN + ROCKS DONINGTON und Deep Purple mit PERFECT STRANGERS LIVE und THEY ALL CAME DOWN TO MONTREUX: LIVE AT MONTREUX 2006 sowie The Who mit SENSATION – THE STORY OF TOMMY + TOMMY LIVE AT THE ROYAL ALBERT HALL und ZZ Top LIVE IN GERMANY – ROCKPALAST 1980 + LIVE AT MONTREUX 2013+++ Im Frühjahr 2019 wird Alan Parsons seine Fans mit einem neuen Album erfreuen: „Die Kompositions- und Aufnahmesessions laufen unglaublich gut", berichtete Parsons. Derzeit trage die Platte den Arbeitstitel THE SECRET und stehe in der Tradition des von ihm bekannten Symphonic Rock+++
Trotz einer schweren Erkrankung hat Elvis Costello ein neues Album angekündigt. Für LOOK NOW arbeitete er wieder mit seiner Band The Imposters zusammen – wie zuletzt vor zehn Jahren bei MOMOFUKU. Seine letzte Tour musste Costello wegen eines „kleinen, aber sehr bösartigen Krebsgeschwürs" abbrechen, das ihn derzeit auch daran hindere, seine EuropaTour fortzusetzen. LOOK NOW erscheint am 12.10. und enthält neben elf neuen Songs auch erneut eine Zusammenarbeit mit Burt Bacharach mit dem Titel "Burnt Sugar Is So Bitter"+++
Vancouver gesichtet worden sein, was die Gerüchteküche in Sachen eines neuen AC/DC-Albums mächtig befeuerte. Brian Johnson und Phil Rudd sollen auf dem Parkplatz des Warehouse-Studios gesehen worden sein. Aus anderen Quellen war zu hören, dass Angus Young schon länger an einem Album tüftelt, bei dem auch ältere Aufnahmen des an Demenz erkrankten und verstorbenen Rhythmusgitarristen Malcolm Young verwendet werden sollen+++
Die Yardbirds vermelden einen neuen Gitarristen für ihre Herbst-Tour in den USA: Godfrey Townsend, der in der Vergangenheit mit John Entwistle, Jack Bruce, Ann Wilson, Christopher Cross, Alan Parsons und Todd Rundgren gespielt hat. Damit besteht die aktuelle Yardbirds-Besetzung aus Anführer Jim McCarty (voc, dr), Kenny Aaronson (b/Bob Dylan, Hall & Oates, Billy Idol, Derringer, Joan Jett), Myke Scavone (harp, perc/Ram Jam, The Doughboys) und Leadsänger/Gitarrist John Idan+++ NEVER SAY NEVER hat der New Yorker Bühnenvulkan namens Sari Schorr seine neue CD betitelt – die Vorlage dafür lieferte der verstorbene Ian McLagan mit seinem Song dieses Titels. Der Nachfolger des so trefflich getauften A FORCE OF NATURE-Albums präsentiert Schorrs neuen Gitarristen Ash Wilson und eine Version von Mick Ralphs’ Bad-CompanyKomposition "Ready For Love"+++ Mit allerlei Feierlichkeiten wollen Judas Priest ihr 50-jähriges Bandbestehen 2019 begehen. „Wir diskutieren innerhalb der Band, aber auch mit unserem Management, der Plattenfirma und unseren Tour-
Mike Fraser, der langjährige Studio-Toningenieur von AC/DC, soll mit Bandmitgliedern in einem Studio im kanadischen
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GoodTimes 5/2018
Ozzy Osbourne hat noch einmal bekräftigt, dass seine Konzertreise durch Großbritannien im kommenden Februar unter dem Motto „No More Tours 2" seine „definitiv letzte UK-Tour" sein werde. Als Opener
Im Frühjahr 2019 weiten Abba ihr Geschäftsfeld nochmals aus: Bjorn Ulvaeus kündigte an, dass in der Londoner O2-Arena ein Restaurant eröffnen wird, das sich thematisch um das schwedische Quartett dreht. Das „Mamma Mia! The Party"-Restaurant werde einer Taverne auf der griechischen Insel Skopelos nachempfunden sein und an das Abba-Musical erinnern. Ein ähnliches Projekt hatte Ulvaeus bereits 2016 in Stockholm realisiert, wobei dort auch Shows auf die Bühne gestellt werden+++
Der zweifache Grammy-Preisträger Klaus Voormann, den GoodTimes-Lesern nicht nur als Covergestalter bestens bekannt, hat in der Hansestadt Hamburg sein neues Buch „Es begann in Hamburg" vorgestellt. Aus diesem Anlass und zu seinem 60-jähr igen Karriere-Jubiläum widmete ihm die Stadt im Rahmen des Reeperbahnfestivals eine eigene Ausstellung. Voormann ist noch heute eng mit Paul McCartney und Ringo Starr verbunden. McCartney hatte das Vorwort seines vorherigen Buches „Warum spielst Du 'Imagine’ nicht auf dem weißen Piano, John" beigesteuert und war auch Teil von Voormanns Dokumentation „A Sideman’s Journey". Ringo Starr sagte kürzlich bei einer Begegnung in Deutschland zum neuen Werk des gebürtigen Berliners: „‚It Started In Hamburg’ ist der perfekte Titel für unsere Freundschaft – es war ein Vergnügen, ihn wiederzusehen und diese wunderbare Sammlung seiner Zeichnungen und Artwork zu sehen! Besonders gefallen hat mir die Zeichnung von mir bei Rory Storm & The Hurricanes, die ich zuvor nie gesehen hatte"+++
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bokern, was wir machen", sagte Sänger Rob Halford, der 1973 vier Jahre nach der Gründung Originalröhre Al Atkins ersetzt hatte. Die selbst ernannten Metal Gods haben bis heute über 50 Millionen Alben verkauft+++
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wird niemand Geringeres als Judas Priest dabei sein. Osbournes Welttour wird allerdings 2020 fortgesetzt+++ Eric Clapton wird Mitte Oktober seinen ersten offiziellen Weihnachts-Longplayer herausbringen. Gemeinsam mit seinem langjährigen Mitstreiter Simon Climie hat er HAPPY XMAS aufgenommen, zu hören sein werden 14 Songs, darunter Standards wie "White Christmas" und "Silent Night" sowie weniger bekannte Weihnachtslieder und "For Love On Christmas Day” aus eigener Feder. Seine Version von "Jingle Bells” widmet Clapton dem schwedischen DJ Avicii, der sich im April das Leben genommen hatte+++ Jetzt sind die „Las Vegas Residencys", also längere Gastspiele am Stück in Nevadas Spielermetropole, auch bei den Hard Rockern ankommen: Aerosmith haben angekündigt, im Frühjahr 2019 vorerst 18 Shows unter dem Motto „Aerosmith: Deuces Are Wild" im Park Theater im neuen Park MGM Resort zu spielen. Dabei wol-
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Unsere Gewinner aus Heft 3/2018 Lösung: Blinded By The Light" " Fools Garden CD: Volker Rabe, Hürth-Efferen Wilma Holstein, Bernkastel-Kues Andrea Richter, Freudenberg-Lindenberg Grobschnitt Vinyl: Robert Meister, Hemhofen Michael Reiß, Paderborn Achim Richter, Mudersbach Vinyl-Album-Cover-Art-Buch: Armin Mosler, Thannhausen Helmut Finselberger, Sottrum Klaus Häberlen, Stuttgart
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! len sie ihre Klassiker anstimmen, „aber auch andere Elemente einbringen", sagte Gitarrist Joe Perry. Als Produzenten für die Show haben die Bostoner Giles Martin engagiert, der bereits „The Beatles Love” von Cirque du Soleil inszeniert hatte+++ Die gemeinsame US-Headliner-Tour von Def Leppard und Journey, die insgesamt sechs Monate dauert, hat bereits zur Halbzeit die Umsatzmarke von 50 Millionen Dollar übersprungen: Mehr als eine halbe Million Fans besuchten bis dahin die absolvierten 33 Shows. „Diese Tour ist ein Hammer", resümierte Def-Leppard-Sänger Joe Elliott. Beide Acts waren bereits in der Vergangenheit gemeinsam on the road gewesen+++ Am 7./8.12. geht mit dem Christmas Bash im Eventzentrum Geiselwind die größte Heavy Metal-Weihnachtsfeier Süddeutschlands in ihre nächste Runde. Einheizen werden dabei Saxon, Children Of Bodom, Exodus, Skalmöld, Sodom, Death Angel, Suicidal Angels, Alestorm, D.A.D., Rage und Sinner. Für die ganz harten Metal-Fans besteht eine CampingMöglichkeit, aber auch andere Übernachtungsgelegenheiten werden angeboten. Für Sportbegeisterte gibt es außerdem im Paket die Möglichkeit, die Erlebniswelt mit Bogenschießen, Speerwerfen und Klettern zu nutzen+++ Die fränkischen Fun-Metaller J.B.O feiern 2019 ihr 30-jähriges Jubiläum. Dazu richten sie am 28./29.6. ein Jubiläumsfestival im oberfänkischen Weingarts (nahe Erlangen) aus, wo sie vor 30 Jahren ihre erste Open-Air-Show absolvierten. J.B.O. headlinen an beiden Tagen mit jeweils unterschiedlicher Setlist. Dabei sein werden Bands, die mit der J.B.O.-Geschichte zu tun haben: Hämatom, Feuerschwanz, Kissin’ Dynamite, Freedom Call, Atze Bauer, Götz Widmann, Justic, die Blaskapelle Weingarts und einige mehr. Mit ihrem aktuellen Album DEUTSCHE VITA haben es die selbst ernannten Comedy-Metaller bis auf Platz 3 der Charts geschafft, ihr Videoclip "Alles nur geklaut" knackte innerhalb kurzer Zeit die Marke von einer Million Klicks auf Youtube+++
Für Aufsehen hatte die Londoner Band Jawbone gesorgt, als sie im Januar bei Paul Jones’ im UK legendären Charity Show im G-Live in Guildford Eric Clapton, Van Morrison und Tom Jones begleiteten. Diese Aufgabe hatten sie schon in früheren Jahren für Jack Bruce, Ten Years After und Robert Plant übernommen. Anfang November bringen sie nun ihr selbst betiteltes Debütalbum heraus. Benannt hat sich die Gruppe nach einem Song von The Band auf deren zweitem, ebenfalls selbst betitelten Album von 1969+++ 1977 entstand in Hannover mit Tri Atma eine der ungewöhnlichsten deutschen Rockformationen: Indische Folklore, Jazz, Rock und Reggae zu vermengen, war damals ein neuer stilistischer Ansatz. TRI ATMA hieß die Debüt-LP, auf der diese Klangmelange erstmals auf Vinyl zu hören war – nach gut 40 Jahren bringt das Spezialistenlabel Sireena dieses Juwel neu heraus (Besprechung folgt in der nächsten Ausgabe)+++ Seine erste Nordamerika-Tour seit dem Rauswurf bei Fleetwood Mac hat Gitarrist/ Sänger Lindsey Buckingham angekündigt. Damit will er den Verkauf der drei CDs umfassenden SOLO ANTHOLOGY – THE BEST OF LINDSEY BUCKINGHAM anschieben, die Anfang Oktober erscheinen wird und drei Schaffensdekaden abdeckt. Ende November soll dann auch eine 6-LP-Edition folgen. Enthalten sein werden auch unveröffentlichte Tracks sowie Solo-Liveversionen von Fleetwood-Mac-Hits+++ Ein weiterer Dire-Straits-Ableger macht sich auf den Weg, Kapital aus dem reichen musikalischen Erbe zu schlagen: Zu Dire Straits Legacy haben sich unter Regie von Keyboarder Alan Clark der Perkussionist Danny Cummings, Gitarrist Phil Palmer und Saxofonist Mel Collins – allesamt vor 1992 bei der Band Mark Knopflers aktiv – sowie der frühere Yes- und Buggles-Mitstreiter/ Produzent Trevor Horn, Steve Ferrone (dr, Tom Petty & The Heartbreakers, Eric Clapton, Average White Band), Marco Caviglia (voc, g), und Keyboarder Primiano DiBiase zusammengetan. Das Nachfolge-Unternehmen von The Straits, das Clark ebenfalls vorangetrieben hatte, ist derzeit auf seiner Nordamerika-Tour unterwegs+++ Das nächste Musical, das sich mit einstigen Superstars beschäftigt, hat Premiere gefeiert: „Ain’t Too Proud: The Life And Times Of The Temptations” wurde am 24. August im Ahmanson Theater in Los Angeles mit zahlreichen Hits der legendären Soultruppe erstmals aufgeführt. Angetan zeigten sich die Premierengäste John Legend, Billy Crystal und MotownGründer Berry Gordy – auch anwesend war Temptations-Gründungsmitglied Otis Smith. Die Show soll bis 30. September im Ahmanson Theater laufen, ehe sie dann an den Broadway übersiedelt+++ GoodTimes 5/2018
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Willie Nelson, Dolly Parton und Kris Kris tofferson sind die prominentesten Gäste bei KING OF THE ROAD: A TRIBUTE TO ROGER MILLER, mit dem der Countrylegende musikalischer Respekt gezollt wird. Ebenfalls mit dabei: Brad Paisley, Alison Krauss, Kacey Musgraves und Asleep At The Wheel. Zu hören gibt es MillerKlassiker wie "Dang Me”, "Do Wacka Do", "England Swings" oder ""Engine, Engine #9"+++ Neil Young und die Schauspielerin Daryl Hannah („Blade Runner”, „Kill Bill”, „Wall Street”) haben am letzten Augustwochenende geheiratet. Publik wurde das Ganze durch ein Facebook-Post des Bluesgitarristen Mark Miller, der dem Paar auf diesem Weg gratulierte. Hannah bestätigte das Geschehen tags darauf indirekt via Instagram, wo sie das Bild einer Eule und der Bemerkung „jemand wacht über uns und unsere Liebe" veröffentlichte. Young hatte sich Anfang 2018 nach 36 Jahren von Ehefrau Pegi scheiden lassen. Kennen- und lieben gelernt hatte sich die Frischvermählten bei den Dreharbeiten für den Netflix-Film „Paradox", einem Fantasy-Western-Musical, bei dem Young mitspielte und Hannah Regie führte+++ Im SEC Armadillo in Glasgow startet Joe Bonamassa am 22.4.2019 seine UK-Tour, bei der er anschließend drei Abende lang in der altehrwürdigen Londoner Royal Albert Hall zu erleben sein wird (2426.4.)+++ Unter dem Motto „Croce Sings Croce” ist A.J. Croce gelegentlich live zu erleben – dann stimmt er Lieder seines Vaters Jim an. Bislang hat er es vermieden, solche Abende aufzuzeichnen, überhaupt Aufnahmen mit Songs seines 1973 verstorbenen Erzeugers zu veröffentlichen. Jetzt hat er angekündigt, Jim Croces posthumen Hit "I Got A Name" in seiner Version unters Volk zu bringen, allerdings nur auf digitalem Weg. Es sei aber nicht damit zu rechnen, dass er mehr machen wird, sagte Croce Jr. „Obwohl ich ein reicher Mann werden könnte, wenn ich das täte"+++ Den programmatischen Titel RISE UP wird das neue Album tragen, das die britische Pop-Ikone Cliff Richard für den 23.11. angekündigt hat. „Die Songs da rauf werden sich auch mit der schwierigen, ja schlechten Lebensphase auseinandersetzen, die hinter mir liegt", sagte der geadelte Sänger. Er hatte zuletzt einen erbitterten Rechtsstreit mit der BBC geführt, die von angeblichem Kindsmissbrauch in der Vergangenheit berichtet hatte. Für die Verletzung seiner Privatsphäre durch die Berichterstattung über eine Polizei-Aktion samt Durchsuchung von Richards’ Haus sprach ein Gericht dem 77-Jährigen eine Entschädigung von 200.000 Pfund zu+++
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Richie Arndt 29.09.2018 - 20:30 Sweet Bourbon 20.10.2018 - 20:30 The Blue Poets 10.11.2018 - 20:30 Nitrotrigger 07.12.2018 - 20:30 Jimmy Cornett & The Deadmen 19.01.2019 - 20:30 Meena & Chris Filmore Band 09.02.2019 - 20:30 17. Blues Night mit Stompinʻ Heat und Larry Garner & Norman Beaker 16.03.2019 - 20:00 The Blues Bones 30.03.2019 - 20:30 Henrik Freischlader Band 13.04.2019 - 20:30 Delta Moon 11.05.2019 - 20:30
Löwensaal Hauptstr. 89 • 76534 Baden-Baden blues-club-baden-baden.de
Als die Foo Fighters in Los Angeles den Queen-Klassiker "Under Pressure" anstimmten, kam der einstige Schlagzeuger der britischen Rocklegende, Roger Taylor, auf die Bühne und trommelte während der Nummer. Derweil übernahm FooFighters-Schlagzeuger Taylor Hawkins das Gesangsmikro+++ Ed Sheeran wird sich in einem Kinomovie selbst spielen, der durch die Beatles inspiriert wurde. Der Film hat noch keinen Titel, das Drehbuch stammt von Richard Curtis („Four Weddings And A Funeral”, „Notting Hill”), Regie führt Danny Boyle. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Singer/Songwriters, gespielt von Himesh Patel, der eines Tages als einziger Mensch auf der Welt aufwacht, der sich noch an die Fab Four erinnern kann. „Ich entdecke ihn und nehme ihn mit auf Tour", verriet Sheeran vorab schon mal über seine Rolle. Sein Part wurde bereits im Frühjahr abgedreht – „in zwei sehr intensiven Monaten", so der Brite weiter+++ Drei Wochen am Stück sind Queen & Adam Lambert im Park Theater in Las Vegas mit ihrer „Crown Jewels"-Show aufgetreten. Die Residency eröffneten sie am 1.9. mit einer Setlist voller Klassiker (”Somebody To Love”, "Killer Queen”, "Another One Bites The Dust”, ”Crazy Love”, "Bohemian Rhapsody”) – und sie verbeugten sich sinnbildlich vor Elvis Presley mit einer Version von dessen "Heartbreak Hotel". In der Zugabe spielten sie per Projektion Freddie Mercurys berühmte Vokalimprovisation vom Auftritt im Londoner Wembley-Stadion 1986 ein+++
VERSTORBEN
Neil Jones (*25.3.1949) spielte neben Andy Fairweather Low Gitarre bei den in den Sixties erfolgreichen Amen Corner, war bei Fair Weather dabei, sang in Erich Kunzels Cincinnatti Pops Orchestra und verlegte sich später aufs Fotografieren. Seine Bilder waren im „New Musical Express" und „Melody Maker", aber auch auf Albumcovern und in Booklets, beispielsweise von Led Zeppelin, Jerry Garcia, David Bowie, Elton John und The Jackson Five, zu sehen. Er erlag bereits am 8.6. einem Krebsleiden. Richard Swift (*16.3.1977) war ein amerikanischer Sänger, Songschreiber, MultiInstrumentalist, Produzent (Mynabirds, Nathaniel Rateliff) und Filmemacher. Er spielte in den Indie-Rock-Bands The Shins und The Arcs, Starflyer 59 sowie in der Tourband der Black Keys. Dazu veröffentlichte er sechs eigene Alben. Er erlag am 3.7. einer nicht näher genannten schweren Krankheit. James Malloy (*1931) arbeitete zunächst als Toningenieur, dann als Produzent mit Duane Eddy, Chet Atkins, Mahalia Jackson, Duke Ellington, Johnny Cash, Elvis Presley und Henry Mancini. Für den Soundtrack zu „Charade” wurde er 1963 mit einem Grammy ausgezeichnet, für fünf weitere (u.a. „Pink Panther", „The Addams Family Theme") war er nominiert. Er starb am 5.7.
Mark Shelton (*3.12.1957) war Gitarrist und Kopf der Epic-Metal-Band Manilla Road, die er 1977 in Wichita, Kansas, mitgegründet hatte und die sich 1990 auflöste. 2011 brachte er sie mit neuen Musikern wieder an den Start. Nach deren Auftritt beim Headbangers Open Air in Brande-Hörnerkirchen wurde er wegen eines Herzinfarkts ins Krankenhaus Elmshorn gebracht, wo er am 27.7. starb. Seite
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Irvin Jarrett war bei der Reggae-Band Third World für die Perkussion und das Songwriting zuständig, spielte mit der Wailers Band, saß als Sessionmusiker bei Social Distortion am Schlagzeug, arbeitete als Toningenieur für Bobby Womack. Er starb am 31.7. im Alter von 69 Jahren. Elda Stiletto (*7.11.1949, bürgerlich: Gentile) gründete 1972 die New Yorker ProtoPunk-Gruppe The Stilettos, in der auch Deborah Harry, Fred Smith und Chris Smith mitmischten, die später mit Blondie zu Stars wurden. Danach malte sie, veranstaltete Konzerte, entwarf Mode, produzierte Radio- und TV-Shows und ging am 6.8. für immer. Randy Rampage (*21.2.1960 als Randall Archibald) mischte als singender Bassist mit der kanadischen Hardcore-PunkBand D.O.A. und dann als Leadsänger der Thrash-Metal-Combo Annihilator die internationale Heavy-Szene auf. Zwei Wochen vor der Veröffentlichung des neuen Albums seiner eigenen Band starb der Protagonist der Filmdoku „Bloodied But Unbowed" am 14.8. Jeanie Greene galt als eine der besten weißen Soulsängerinnen, gehörte zur Muscle-Shoals-Szene, sang Chor für Elvis Presley ("Suspicious Mind"), Percy Sledge ("When A Man Loves A Woman") und ist auf Aufnahmen von Cher, Jerry Lee Lewis, Neil Diamond, Willie Nelson, George Harrison, den Temptations, Stevie Wonder und zahllosen anderen zu hören. Nach ersten Demo-Gehversuchen bei Sun Records schon als 13-Jährige veröffentlichte sie Singles als Mary Johnson und Jeanie Fortune – ihren letzten Studio-Job erledigte sie 1993 für Carl Perkins. Im Alter von 75 Jahren verstummte sie am 19.8. für immer. Helmut Fest (*10.6.1949) prägte nicht nur die hiesige Musikszene als Chef der deutschen EMI-Electrola, bei der er 1969 eine Ausbildung zum Indust r iek auf mann begonnen hatte. Er schob die anfangs bedeutende Branchenmesse PopKomm mit an und ebenso die Karrieren von Bap, Herbert Grönemeyer und auch zahlreichen internationalen Acts. Nach den Stationen als Vice-President von Capitol in Los Angeles und EMI-Direktor in London führte er den deutschen Ableger ab 1990. Nach dem Ende der EMI gründete er sein eigenes Label Festplatte. Er managte Naturally 7 und lebte in Zürich, wo er am 21.8. im Kreis seiner Familie starb. Lazy Lester (*20.6.1933 als Leslie Johnson) begegnete Mitte der 50er Jahre während einer Busfahrt Lightnin’ Slim, der ihn als n
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Mundharmonikaspieler und Gitarrist verpflichtete. Neben eigenen Aktivitäten übernahm er zahlreiche Sessionjobs. 2003 engagierte ihn Martin Scorsese für sein „Blues Tribute Concert", wo er mit Größen wie B.B. King, Solomon Burke, Buddy Guy, John Fogerty, Levon Helm, Dr. John, Aerosmith und den Neville Brothers auftrat. 2008 veröffentlichte er für das deutsche Label Ruf FAMILY MEETING, eines von einem guten Dutzend eigener Alben. 2015 war er im Dokumentarfilm „I Am The Blues" zu sehen. Krebs stand am 22.8. in seinem Totenschein. Ed King (*14.9.1949) feierte als Gitarrist mit Strawberry Alarm Clock Erfolge, ehe er 1972 zu Lynyrd Skynyrd wechselte, wo er zunächst Leon Wilkeson am Bass ersetzte, dann aber nach dessen Rückkehr wieder zu seinem eigentlichen Instrument griff und "Sweet Home Alabama" mitschrieb. Wegen Drogenproblemen und frustriert von bandinternen Streitigkeiten stieg er 1975 aus und entging so zwei Jahre später dem fatalen Flugzeugcrash. Bei der Reunion 1987 war er dabei, musste sich aber 1996 wegen Herzproblemen verabschieden, die 2012 zu einer Herztransplantation führte. Das Leben kostete ihn am 22.8. aber ein Lungenkrebsleiden. Dieter Thomas Heck (*29.12.1937) sang, schauspielerte und moderierte vor allem die „ZDF-Hitparade", mit der er als Förderer des deutschen Schlagers viele Karrieren anschob nachdem er selbst 1959 erstmals in Peter Frankenfelds Talentshow aufgetreten war und an der ESCVorentscheidung teilgenommen hatte. Er präsentierte die „ZDF-Hitparade" zwischen 1969 und 1984 insgesamt 183 Mal. Er initiierte auch die Auszeichnung „Die Goldene Stimmgabel". Der einstige Autoverkäufer und spätere Schnellredner starb am 23.8.
© obs, ZDF, Jürgen Detmers
Rose Laurens (*4.3.1953 als Rose Podwojny) begann ihre Karriere in Frankreich Anfang der 70er Jahre bei der Prog-Rock-Band Sandrose, veröffentlichte ihre erste Solosingle1976 als Rose Merryl und schaffte es mit dem Künstlernamen Laurens 1979 erstmals in die Charts. In Deutschland (#3) und zahlreichen anderen Ländern war sie 1983 mit "Africa" erfolgreich, danach im selben Jahr nochmals mit "Mamy Yoko" (#37). Weitere Hits beschränkten sich auf Frankreich, wo sie ihr letztes Album 2015 veröffentlichte und am 30.4. nach langer Krankheit starb.
Olga Jackowska (*8.6.1951) führte als Sängerin von 1976 bis 2008 die polnische Rockband Maanam an, die zeitweise auch in Deutschland erfolgreich war. Sie veröffentlichte eine Soloplatte und erlag am 28.7. einem Krebsleiden.
© Pressefoto
aus der Feder von Otis Redding avancierte zur Hymne der afro-amerikanischen Bürgerrechts- und Frauenbewegung. Die „Queen Of Soul", 2010 vom „Rolling Stone" zur bes ten Sängerin aller Zeiten gekürt, bewegte die Menschen mit ihrer Stimme, dem Gefühl, das sie in ihre Songs legte, aber auch mit ihrem Pianospiel. In Memphis geboren, in Detroit aufgewachsen, ging Martin Luther King in ihrem Elternhaus ein und aus – sie sang später auf seiner Beerdigung herzergreifend. In der New Bethel Baptist Church, wo ihr Vater Pfarrer war und als wortgewaltiger Prediger landesweit bekannt wurde, sang sie mit ihren Schwestern im Chor. Ihr Vater übernahm anfangs auch ihr Management und schickte sie mit „Gospel Caravan"Tourneen durch die Lande, ehe sie sich mit 18 Jahren für eine säkulare Karriere entschied. Sie vereinte in ihrer Musik Soul, Gospel und Pop, veröffentlichte 1956 ihre erste LP, hatte mit 15 bereits zwei Kinder geboren. Die Wertschätzung, die sie in Kollegenkreisen genoss, verdeutlichen die Duette, die sie mit Annie Lennox, Whitney Houston, Elton John, George Michael und James Brown aufnahm – und die Tatsache, dass sie 1987 als erste Frau in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen wurde. Nach weniger erfolgreichen Karriere-Jahren rückte sie durch ihr Mitwirken im Kultfilm „Blues Brothers" wieder stärker in den Fokus. Insgesamt 112 Chartsingles (17 in den Top Ten) machten sie zur erfolgreichsten US-Sängerin. Seit Jahren litt Aretha Franklin an Bauchspeicheldrüsenkrebs, trat aber immer noch live auf, musste allerdings im vergangenen Jahr immer wieder Konzerte aus gesundheitlichen Gründen absagen. Am 3.9.2017 absolvierte sie beim Ravinia Festival, dem ältesten Freiluftkonzert der USA, in Highland Park, Illinois, ihr letztes Konzert. Letztmalig trat sie öffentlich am 7.11. bei der Feier des 25-jährigen Jubiläums von Elton Johns Aids Foundation auf. Ebenfalls 2017 veröffentlichte sie ihr letztes Album, A BRAND NEW ME: Dafür wurden archivierte Gesangsaufnahmen ihrer größten Erfolge verwendet und mit dem Royal Philharmonic Orchestra in ein neues Klanggewand gepackt. 2005 zeichnete der
damalige US-Präsident George W. Bush Aretha Franklin mit der Freiheitsmedaille aus. Bei der Trauerfeier für sie am 31.8. sangen Stevie Wonder, Smokey Robinson, Chaka Khan, Gladys Knight, Jennifer Hudson und Ariana Grande, die früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, bei deren Inaugurationen Franklin aufgetreten war, würdigten sie warmherzig und geradezu überschwänglich. Am selben Tag fand in Detroit „A People’s Tribute To The Queen"-Konzert statt.
© Pressefoto
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Aretha Franklin (*25.3.1942 – 16.8.2018) gehörte zu den wichtigsten Protagonisten des Soul und genoss weltweit "Respect", den sie mit ihrem größten Erfolg 1967 eingefordert hatte. Der Nummer-1-Hit
Kyle Pavone sang ab 2008 bei der USMetalcore-Band We Came As Romans und bediente auch die Keyboards, bis er am 25.8. laut Medienberichten „zufällig" eine Überdosis Drogen nahm. Er wurde nur 28 Jahre alt. Tony Hiller (*30.7.1927) war als Songschmied und Produzent für die Popgruppe Brotherhood Of Man erfolgreich, für die er u.a. "Save Your Kisses For Me" und "United We Stand" verfasste. Songs von ihm nahmen auch Elton John, Olivia NewtonJohn, The Miracles, die Hollies, Osmonds, Sonny & Cher, Glen Campbell, Anne Murray und viele mehr auf. Er verabschiedete sich am 26.8. für immer. Conway Savage (*27.7.1960) spielte ab 1990 Keyboards bei Nick Cave & The Bad Seeds, startete daneben 1993 eine Solokarriere und arbeitete immer wieder mit australischen Landsleuten zusammen. 2017 wurde bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert, der ihn am 2.9. das Leben kostete.
Foto: © Bubi Heilemann
Von Jens-Uwe Berndt
Bee Gees
Vo n R e dcl i f f e nac h O d essa Glitzerfummel, Kastratengesänge, Disco-Grooves – für Rockfans der 70er Jahre waren die Bee Gees in Bezug auf das musikalisch Ertragbare eine Streckbank. Auf dem Markt der schnell produzierten Tanzflächen-Hits gaben sie damals allerdings den Ton an. Wenn blutjungen Dancefloor-Jüngern das Brüdertrio unter der Spiegelkugel auch als ein aus dem Nichts aufgestiegenes Dreigestirn erschienen sein mag – die Karriere der Bee Gees war bei der Veröffentlichung von "Jive Talkin'" 1975 bereits 20 Jahre alt.
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chlagzeuger Hugh Gibb lebte 1955 mit seiner Familie in Manchester, als seine drei Sprösslinge Barry (damals neun) und die Zwillinge Maurice und Robin (sechs) anfingen, das ihnen in die Wiege gelegte musikalische Talent zu kanalisieren. In dieses Jahr soll sogar die Gründung der Rattlesnakes – so nannte sich das Trio anfangs – fallen. Das erscheint im ersten Moment unwichtig, da der erste Auftritt der Rattlesnakes auf den 28. Dezember 1957 datiert ist. Allerdings entwickelten die drei als Fans der Everly Brothers und Mills Brothers bis zu jenem denkwürdigen Moment ihren Harmoniegesang, und Barry Gibb fing an, auf der Akustikgitarre Lieder zu komponieren. Dadurch bekommen diese zwei Jahre ein nicht zu verachtendes Gewicht. Der schlaksige Barry und die schmächtigen Zwillinge Robin und Maurice traten im Gaumont-Kino auf, wo Kinder zwischen den kurzen Filmen die Möglichkeit erhielten, Songs zu trällern oder zu aktuellen Hits nur zu mimen. Über all die anderen Steppkes, die dort ihr mehr oder weniger vorhandenes Können unter Beweis stellten, spricht heute kein Mensch mehr. Die gehörten später aber auch nicht zu einer der erfolgreichsten Popgruppen in der Geschichte der Unterhaltungsmusik. Die Bee Gees hätten Manchesters berühmteste Musikersöhne werden können, wären die Gibbs nicht 1958, nachdem der vierte Sohn, Andy, zur Welt gekommen war, nach Australien ausgewandert. Barry bezeichnete den Umzug später Seite
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als einen Segen für seine Kreativität als Songwriter, habe er sich doch durch die Atmosphäre und die unterschiedlichen Kulturen des fünften Kontinents inspiriert gefühlt. Das Leben in Redcliffe nahe Brisbane, Queensland, wo sich die Gibbs anfangs niedergelassen hatten (sie zogen später nach Sydney), wirkte wie ein nicht enden wollender Urlaub: Sonne, lange Strände, Zerstreuung. Die Gibbs traten mit ihren zum Teil von Barry geschriebenen Folk- und sanften Rock'n'Roll-Nummern schon bald als Pausen-Act beim Redcliffe Speedway auf. Der Radio-DJ Bill Gates bekam Wind davon und nahm mit den Kids ein paar Songs auf Band auf. Die Everly-Brothers-beeinflussten "Let Me Love You" und "(Underneath The) Starlight Of Love" dürften demnach die beiden ersten Lieder gewesen sein, die von den Bee Gees jemals im Radio zu hören waren. Das war 1959, nachdem sich Gates für die Brüder in Anlehnung an eine grassierende Mode bei der Benennung von Rock'n'Roll-Bands das Kürzel B.G.s ausgedacht hatte. Deutungen gab es damals reichlich: Bill Gates könnte sich selbst ins Spiel gebracht oder Barry Gibb als Bandleader für die Buchstaben Pate gestanden haben, Mutter Barbara Gibb könnte aber ebenso zu Ehren gekommen sein wie der Redcliffe-Rennfahrer Bill Goode, der Gates auf die singenden Brüder aufmerksam gemacht haben soll. Dass es sich bei der Abkürzung womöglich um die Anfangsbuchstaben von „Brothers Gibb“ handelte, spielte in den Anfangsjahren offenbar keine Rolle und wurde erst Mitte der Sechziger zur gängigen Aussage. Sie hat bis heute Bestand. Im März 1960 traten die Bee Gees (noch als B.G.s) zum ersten Mal im australischen TV auf. Dort sangen sie unter anderem "Time Is Passing By" – wieder von Barry geschrieben. Das war ein bisschen Everly Brothers, ein bisschen Buddy Holly –, aber vor allem sehr putzig. Der Lulatsch Barry (damals 14 Jahre alt) mimteden Bandchef neben seinen beiden fast zwei Köpfe kleineren Brüdern (zarte elf), während die irgendwie jeweils einen eigenen Rhythmus zu schnipsen n
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schienen. Viel wichtiger aber: Der Harmoniegesang war tadellos. Vater Hugh Gibb, der als Manager für seine Söhne fungierte, brachte diese für Auftritte in Hotels und Clubs in Surfers Paradise, einem Stadtteil von Gold Coast, Queensland, unter. Das war vielleicht nicht die Ochsentour, wie sie viele andere aufstrebende Bands der 60er Jahre erlebten (erinnert sei nur an die Hamburger Tage der Beatles), Bekanntschaft mit der unterschiedlichsten Art von Publikum machten die Gibb-Brüder aber reichlich. Zugute kam ihnen definitiv ihre Jugend, die Welpenschutz herausforderte und seitens der Veranstalter und Gäste einen zu rüden Umgang mit den Kids verhinderte. Barry kann von sich behaupten, schon damals mit einem gesunden Selbstbewusstsein ausgestattet gewesen zu sein. Das half ihm vor allem gegenüber seinem Vater, seine musikalischen Vorlieben durchzudrücken. Hugh Gibb soll seine Söhne mehr als eine Jazz/Soul-Vokal-Gruppe gesehen haben, der „Bandchef“ bevorzugte Folk und ganz besonders Rock'n'Roll – was die A-Seite der ersten Bee-Gees-Single, "The Battle Of The Blue And The Grey" (1963), nicht unbedingt bestätigte. Die war Bluegrass-beeinflusst und gegen die B-Seite, "The Three Kisses Of Love" (mehr Rock'n'Roll), eindeutig die schlechtere Wahl. Erschienen war das 45er-Debüt auf dem Festival-Records-Sublabel Leedon. Dass keine professionellen Songwriter die Arbeit erledigten, zeigt, dass die Firmenverantwortlichen Barry Gibbs Kreationen schon damals bemerkenswert fanden. Und so gehören die Bee Gees (fortan so geschrieben) zu den wenigen 60er-Jahre-PopGruppen, deren Debütsingle ausschließlich aus eigenem Material bestanden hat.
BARRY GIBB & THE BEE GEE'S SING AND PLAY 14 BARRY GIBB SONGS war im November 1965 das erste Bee-Gees-Album, das Leedon nicht nur mit den zwischen 1963 und 1965 veröffentlichten Singles als Kompilation konzipierte (nur fünf neue Songs, von denen zwei später ebenfalls als Single erschienen), sondern ganz auf Barry Gibb zuschnitt, der sich über die Jahre als Songwriter für weitere australische Festivalacts in Szene gesetzt hatte. Und seine Produktivität soll enorm gewesen sein. Er schrieb unter anderem für Tony Brady ("Lucky Me", 1963), Noeleen Batley ("Surfer Boy", 1963), Trevor Gordon ("House Without Windows", 1964), Little Jimmy ("One Road", 1964), Bryan Davies ("Love And Money", 1964) … Allein 1964 soll Barry darüber hinaus 30 Songs für die Bee Gees geschrieben haben, von denen lediglich sechs aufgenommen wurden. Das Albumdebüt ist ein kruder Stilmix aus Folk, Rock'n'Roll, Beat und Soul. Zusammengehalten wird die LP vom Gesang des Trios. Aber auch hier ist keine Linie zu erkennen: SING AND PLAY ist eine Platte, die blutjunge Künstler auf der Suche nach einer eigenen Identität zeigt. Und die das zum Teil starke Potenzial einiger Stücke in den hingeschluderten Aufnahmen und dem daraus resultierenden dürftigen Klangbild versacken lässt. Finanziell wirkte sich das Ganze überhaupt nicht aus. Die Gibbs hatten ihr Auskommen, die Einkünfte waren aber mit denen einer australischen Durchschnittsfamilie durchaus vergleichbar. Da trat Bill Shepherd ins Leben der Bee Gees. Der Engländer aus Merstham, Surrey, verfolgte seit Anfang der 50er Jahre eigentlich eine eigene Gesangskarriere und war in Australien gerade mit schnell eingespielten Beat-Platten für die Grabbelkisten präsent, als er das Vokaltrio traf. Ihm ist es tatsächlich zu verdanken, dass "Wine And Women" so erfolgreich wurde, saß er doch bei den Aufnahmen in den Festival-Studios auf dem Produzentenstuhl.
Foto: © Bubi Heilemann
Bei Barry hatte sich mittlerweile der sonore Klang seiner Stimme herausgebildet. Damit sorgte er bereits in den frühen Tagen für einen starken Wiedererkennungswert der Bee Gees. Robin, immer noch recht klein und schmächtig, entwickelte sich zum Entertainer des Trios. Schon TV-Aufnahmen von 1963 und 1964 zeigen den 14- bis 15-Jährigen mit exaltierten Rhythmusbewegungen und einer etwas übertriebenen Art, mit dem Kopf zu wackeln und den Mund zu öffnen. Aus derselben Zeit stammt ein TV-Auftritt, der die Bee Gees präsentiert, wie sie "Please Please Me" von den Beatles covern. Sie parodierten den Song zwar nicht, hatten ihm aber zur Betonung des Wechselspiels zwischen der starken Stimme Barrys und dem Kinderchor der Zwillinge eine ulkige Choreografie aufgedrückt. Ein Hinweis auf die Showqualitäten der Gruppe, die bei ihren Auftritten neben Songs auch reichlich Komik im Programm hatte. Und dabei tat sich vor allem Robin hervor, der – nicht mit der ebenmäßigen Schönheit seiner beiden Brüder gesegnet – seine äußerlichen Makel (Überbiss und zu große Lider über hervortretenden Augen) zu kompensieren versuchte. Selbst in zahlreichen Nachrufen nach seinem Tod im Mai 2012 war von seinen ihn äußerlich charakterisierenden „Tombstone Teeth“ die Rede.
Selbst die Beatles wären trotz beeindruckenden Wohlklangs bei einem direkten Vergleich vermutlich nur als zweite ins Ziel gekommen. Und obwohl aus Melodie und Songstruktur die Liverpooler Alleskönner hervorlugten, roch es hier langsam verdammt nach Futter für die Hitparaden.
Die Bee Gees blieben bis 1965 in Australien ein Act von vielen. In dieser Zeit waren sie live sehr präsent. Dafür sorgte Vater Hugh, der umtriebig australische Gesetze gegen Kinderarbeit aushebelte und seine Sprösslinge praktisch überall und zu jeder Tageszeit ins Rampenlicht scheuchte. Dass das eigentlich alles ein bisschen zu viel war, registrierten die Halbwüchsigen eher unbewusst. Und so nahmen die Brüder den Alltagsstress als gottgegeben hin. Und dass Barry 1961 mit 15 Jahren die Schule verließ, war dann auch nicht mehr als ein Ereignis am Rande des ganz normalen Wahnsinns. Die Bee Gees veröffentlichten auf Leedon zahlreiche ausschließlich für den australischen Markt produzierte Singles, kamen hier über einen Platz 19 in den 45er-Charts ("Wine And Women", 1965) aber nicht hin aus. Wer diesen Walzer allerdings noch nicht kennt, darf – wenn er ihn zum ersten Mal hört – ruhig mal den Atem anhalten: Alle drei mittlerweile mit ihren prägnanten Stimmen ausgestattet, bieten die Bee Gees in dem Song einen Harmoniegesang, wie er damals seinesgleichen suchte. GoodTimes 5/2018
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1966 wurde Nat Kipner, der die Bee Gees für sein Label Spin unter Vertrag nahm, nachdem er mit Festival Records einen Vertriebsdeal ausgehandelt hatte, zur nächsten Stufe auf der Karriereleiter der Band. Mit ihm hinter den Reglern wurden in den St. Clair Studios in Hurtsville unzählige Songs eingespielt. Dem Brüdertrio zur Seite standen Steve & The Board, eine Beatgruppe, in der Kipners Sohn Steve am Mikrofon stand. Barry Gibb erzählte später in Interviews von einer unglaublich inspirierenden Zeit. Die Beatles im Ohr, habe er zum ersten Mal die Chance gehabt, die Möglichkeiten eines modernen Tonstudios auszureizen. Und das nicht zuletzt, da ihm und seinen Brüdern für die Aufnahmen im Vergleich zu früher alle Zeit der Welt gelassen wurde. Im Juli sollte schließlich das Album MONDAY'S RAIN erscheinen, was in Ermangelung einer erfolgreichen Single in den Charts schließlich jedoch nicht passierte. Erst als die Single "Spicks And Specks" im September in Australien herauskam und sich bis auf Rang 5 hinaufschob, wurde im November die gleichnamige LP nachgeschoben. Sie ist bis auf den Song "Spicks And Specks", der gegen "All Of My Life" ausgetauscht wurde, mit MONDAY'S RAIN identisch. Es war aber weniger der sich anbahnende kommerzielle Erfolg, der die Bee Gees im Oktober den Entschluss fassen ließ, zurück nach England zu gehen. Vielmehr
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Während "Spicks And Specks" – im Vergleich zu seinem heutigen Bekanntheitsgrad ein nur mäßig erfolgreicher Song – noch ein Überbleibsel aus den Jahren in Australien war, gilt "New York Mining Desaster 1941" (April 1967) als erste echte internationale 45er der Bee Gees. Inspiriert durch ein Grubenunglück in Wales im Vorjahr, wurde eine Geschichte von unter der Erde eingeschlossenen Bergarbeitern erzählt. Der Erfolg war mit Blick auf bisherige Verkaufserlöse überwältigend: In den USA (#14) und Großbritannien (#12) kam die Single in die Top 20, in Deutschland sprang ein Platz 10 heraus. "To Love Somebody" (Juli 1967) war in den Staaten ähnlich erfolgreich (#17), in Deutschland reichte es noch für eine Nummer 19. Lediglich die Briten hatten nur wenig Spaß mit dem Stück: #41. Und die nur in den USA veröffentlichte Single "Holiday" landete dort noch einmal auf Rang 16. Derweil hatte Robert Stigwood die Bee Gees auch visuell zu einer Band gemacht. Nach dem Vorbild der Beatles hatten auf Gruppenfotos vier Leute in die Kamera zu lächeln – und so wurde dem Brüdertrio der Schlagzeuger Colin Petersen zur Seite gestellt. Um die Exotik zu wahren, war auch Petersen Australier. Schließlich fand noch Leadgitarrist Vince Melouney – ebenfalls von Down Under – eine Anstellung bei der neuen Popsensation, so dass BEE GEES 1ST (UK #8, USA #7, D #4) fünf Bandmitglieder auf dem Cover zeigt. Musikalisch hatte sich eine Menge getan. Der psychedelische Wind umwehte die Gibbs aufs Heftigste. Und Barry fühlte sich von der Single "Strawberry Fields Forever" (Februar 1967) aus den Schuhen geblasen. Also wurde auf 1ST geklotzt, was das Zeug hielt. Nicht nur die StudioSeite
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1ST steht ganz klar unter dem Eindruck von "Strawberry Fields Forever" und "Penny Lane" von den Beatles (man höre nur "Red Chair, Fade Away"), kopierte aber nur in Nuancen. So klingt "In My Own Time" so sehr nach "Taxman" und "Rain", dass ein Zufall ausgeschlossen ist. Ansonsten legten die Bee Gees ihre Musik extrem abgehoben an. Da, wo sich noch eine Lücke im Arrangement auftat, wurde sie mit Rückkopplungen, Tempoverschleppungen, Streichern, Bläsern usw. zugeschmiert. Das ist aus heutiger Sicht manchmal ein bisschen viel. Damals dürfte ein Zinnober mit Mellotron und Düsterchor wie in "Every Christian Lion Hearted Man Will Show You" sowohl Musikern als auch Hörern einen Heidenspaß gemacht haben. Darüber hinaus wird die White-Soul-Note in Songs wie "To Love Somebody" deutlich, wodurch sich Barry Gibb beim Schreiben durch Otis Redding inspiriert gefühlt haben soll. Und dieses Stilelement löste die Bee-Gees-Musik langsam von der der Beatles. In Australien stand Ende 1967 noch die LP TURN AROUND, LOOK AT US in den Läden, mit der Festival Records mit älterem Material vom Bee-Gees-Hype profitieren wollte. Zusam mengestellt wurden ältere Singletracks und drei SING AND PLAY-Stücke. Und manchmal schlägt dem (Geschäfts-)Tüchtigen die Stunde: Denn kaum war TURN AROUND raus, wurden die Bee Gees mit der Single "Massachusetts" zu Weltstars. Es war die Soulnote, die den Australiern jene Anerkennung verschaffte, die ihnen seit Jahren gebührte. "Massachusetts" (September 1967, UK #1, USA #11, D #1) und "Words" (Januar 1968, UK #8, USA #15, D #1) waren schwüls tige Blue-eyed-Soul-Balladen, die kein Augen trocken ließen. Dazwischen lag noch die psychedelische Nummer "World", die mit einem Platz 9 in Großbritannien und der Spitzenposition in Deutschland ähnlich erfolgreich war. "Jumbo" (März 1968, UK #25, USA #57, D #5) passte mit seiner psychedelischen Beatles-Note wieder in das Klangbild von 1ST, die Soul-Balladen-Serie wurde im September mit "I've Gotta Get A Message To You" (UK #1, USA #8, D #3) aber noch erfolgreicher fortgesetzt. Die LP HORIZONTAL (UK #16, USA #12, D #1) war bereits im Februar 1968 erschienen und hatte den Charme eines Beatles-Spätwerks. Psychedelisch war hier fast nichts mehr. Dafür war immer noch jede Komposition so ausgerichtet, dass man ihr den unbedingten Willen des Schreibers anhörte, die schönsteMelodie zu finden. Foto: © NikMa Verlag
SPICKS AND SPECKS ist bereits ein Beat-beeinflusstes Album, das die Bee Gees aber noch tief im Folk sieht. Die Gesangsharmonien waren optimal herausgearbeitet, die Leadvocals bestritten Barry und Robin – außer bei "Where Are You": Maurice sang den von ihm geschriebenen Song selbst. Mit ihrem ersten internationalen Album und den ihm zur Seite gestellten Singles wurde schließlich alles anders.
technik lief heiß, auch mit Orchesterpomp hielt man sich keineswegs zurück. Wenngleich die LP in ihrer überbordenden Klangwucht und der schwermütigen Grundstimmung ohne Abstriche als psychedelisches Popwerk eingeordnet werden kann, zählt sie auch zu den stilprägenden Titeln für den sogenannten Baroque Pop. Der vereinte klassische Elemente mit aktuellen Musiktrends – wobei das Wort „klassisch“ hier eine breite Interpretation zulässt.
Foto: © Bubi Heilemann
war ihnen bewusst, dass das Herz der modernen Popmusik gerade auf den britischen Inseln schlug. Wollten sie ihre Musik entwickeln, war ein Ortswechsel von Vorteil. Im Januar zog die gesamte Familie Gibb deshalb wieder um. Hugh Gibb fackelte nicht lange und sandte der aus dem Plattenladen Northern End Music Stores hervorgegangenen Managementgesellschaft der Beatles, NEMS, die aktuelle Bee-Gees-LP zu. Geschäftsführer Robert Stigwood, in Adelaide, South Australia, geboren, fand gut, was er da hörte. Zur selben Zeit war Ronald Rennie von der englischen Polydor auf die australischen Jungs aufmerksam geworden, weshalb er wiederum seinen Kumpel Stigwood kontaktierte. Am Ende stand ein Vertrag mit NEMS, den Robert Stigwood nach seinem Ausstieg bereits im Dezember 1967 in die Stigwood Organisation (RSO) überführte, und künftig sollten Bee-Gees-Produkte in Europa auf Polydor erscheinen – was am 24. Februar schließlich mit "Spicks And Specks" seinen Anfang nahm. Zwar blieben die jungen Leute in Großbritannien und den USA noch völlig entspannt, in Deutschland entdeckten die Beatfans die Bee Gees aber schnell und kauften die Single bis auf Platz 28.
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Music from the 60s to the 80s
Die Bee Gees sind nur unzureichend beschrieben, wenn man sich ihre veröffentlichten Singles und Alben betrachtet. So, wie Barry schon in Australien unentwegt für andere Songs schrieb, setzte er es in England fort. Robin, der sich längst als ebenbürtiger Komponist und Texter etabliert hatte, tat es ihm gleich. Und damit nicht genug: Die Mitwirkung der Bee Gees im Verbund oder als Einzelkünstler auf den Tonträgern anderer (inklusive Filmmusik oder Werbe-Jingles) ist derart massiv, das sie einer eigenen Betrachtung bedürfte.
Foto: © Bubi Heilemann
1968 wurde wie besessen weitergeschuftet. Kaum waren die Brüder aus einem Weihnachtsurlaub zurück, den sie in Australien verbracht hatten, stürmten sie schon wieder ins Studio, um Songs für die nächste LP aufzunehmen. Die erschien dann im September und hieß IDEA (UK #4, USA #17, D #3). Wieder White Soul und musicalhafte, mit pompösen Melodien ausgestattete, progressiv anmutende Balladen, die sofort ins Ohr gingen. Das dramatische Moment in den Arrangements war bis zum Exzess ausgereizt worden ("Down To Earth", "Idea"). IDEA vermittelte eine Idee davon, dass die Bee Gees längst einen unverkennbaren Stil entwickelt hatten, der mittlerweile andere inspirierte oder zum Kopieren verleitete. Zu den regulären Alben sah das Jahr 1968 noch die Kompilationen RARE, PRECIOUS AND BEAUTIFUL I & II, die mit australischen Aufnahmen bestückt waren, denen windige Studiotechniker einen Fake-Stereoklang verpasst hatten. Dabei war I mit SPICKS AND SPECKS identisch. Stigwood fand das zwar weniger lustig, konnte gegen die Vereinbarungen zwischen Polydor und Festival Records aber nichts ausrichten. IDEA markierte den Anfang bandinterner Auseinandersetzungen. Und die wurden nicht etwa darum ausgefochten, wer nun die traurigen Lieder singen möge, denn die überließ Barry seinem Bruder Robin gern. Vielmehr ging es um nichts Geringeres als die weitere musikalische Ausrichtung – und wer künftig in der Gruppe das Sagen haben sollte. Dabei soll wieder einmal Stigwood eine nicht gerade unbedeutende Rolle gespielt haben, denn für ihn war Barry weiterhin das Aushängeschild der Bee Gees – weil der einfach viel besser aussah als Robin. Und nach Ansicht des Managers galt es, in erster Linie an die weiblichen Fans zu denken. Nachdem die Ballade "I Started A Joke" von IDEA (im Dezember 1968 veröffentlicht) noch einmal recht erfolgreich einige Hitparaden beherrscht hatte (USA #6), krachte es wegen der neuen 45er gewaltig. Robin wollte sein "Lamplight" auf die A-Seite, Stigwood und Barry präferierten "First Of May" (Januar 1969, UK #6, USA #37, D #3). Es ist nicht schwer zu erraten, wer sich durchsetzte. Beide Songs sind von der Atmosphäre her praktisch Weihnachtslieder – "Lamplight" ist allerdings um Längen besser als Barrys Nummer. Vermutlich werden aus genau diesem Grund die meisten "Lamplight" auch schon mal gehört haben, während ihnen "First Of May" unbekannt sein könnte. Das bis heute wohl ambitionierteste Werk der Bee Gees, das Doppelalbum ODESSA, erschien Ende März 1969 – da hatte Robin seinen Ausstieg quasi schon verkündet. Am 19. März ließ er nämlich verlauten, sich auf seine Solokarriere konzentrieren zu wollen. Zwar sprach zu diesem Zeitpunkt noch niemand wirklich über einen Split, der innere Zirkel wusste aber, dass es womöglich vorbei war. Denn Gitarrist Vince Melouney war schon Ende 1968 entlassen worden, und mit Schlagzeuger Colin Petersen entbrannte ab Juli ein Rechtsstreit über vorenthaltene Gelder. Der richtete sich zwar zuallererst gegen Stigwood, schloss die Bee Gees aber mit ein. GoodTimes 5/2018
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ODESSA war das, was man landläufig als monumentales Werk bezeichnet. Orchesterpomp – gemeinsam mit Bill Shepherd arrangiert – regierte. Am Ende ist ODESSA als der Beitrag der Bee Gees zur Welle der Konzeptalben und Rockopern zu verstehen. Während es mit den Jahren auf der einen Seite mit einflussreichen Meilensteinen wie PET SOUNDS von den Beach Boys oder FOREVER CHANGES von Love verglichen wurde, taten es andere Rezensenten als unerträglichen, aufgeblasenen Unsinn ab. Und wie so oft liegt hier logischer Weise der individuelle Geschmack des jeweiligen Musikkritikers zugrunde. Heute ist es leicht, all die positiven Aspekte des Doppelalbums herauszuheben und Musik zu genießen, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr geschrieben worden ist. Aber selbst wenn man ODESSA in den Kontext seiner Zeit stellt und die musikalische Entwicklung der Bee Gees berücksichtigt, ist diese Ansammlung kleiner Sinfonien ein einzigartiges Meisterstück. Die Songs wurden über einen längeren Zeitraum geschrieben, aufgenommen und am Ende sogar erkämpft. Robin und Barry, die Tag für Tag und unermüdlich durch Noten wateten, die sie zu Melodien formten, die Worte unkonventionell zusammenfügten, um ihnen völlig neue Bedeutung zu verleihen, lebten spätestens seit 1968 ihre Vorliebe für die schnelle Hitparadennummer bei anderen aus. Unter dem Banner der Bee Gees wurden sie Tüftler, waren nicht mehr Songschreiber, sondern Komponisten und Dichter. ODESSA verkörpert das, auch visuell, war die Hülle doch in rotes Velour mit goldgeprägtem Schriftzug gehüllt. Dass das Produkt in seiner Opulenz zwei Musikgenies im verbissenen Zwist widerspiegelt, ist mit Blick auf Meilensteine der Rockmusik wie das WHITE ALBUM der Beatles oder RUMOURS von Fleetwood Mac gar nicht so ungewöhnlich. Trotzdem bleibt die nostalgische Frage, wie ODESSA geworden wäre, hätten Robin und Barry das Album Schulter an Schulter im kreativen Wettbewerb und nicht unter dem Druck egomanischer Konkurrenz geschrieben. Als im Juni von Robin Gibb "Saved By The Bell" (UK #2, D #3) erschien, war klar: Es ist vorbei. Die Bee Gees, die mittlerweile ja eh nur noch aus den drei Brüdern bestanden hatten, waren zum Duo zusammengeschmolzen. Die A-Seite, eine für die Bee Gees typische Ballade, gehörte zum Qualitätslevel der Marke "Massachusetts" oder "Lamplight". "One Million Years" (Dezember 1969, D #14 und hier bereits im Oktober veröffentlicht) nahm das Strickmuster noch einmal auf, war wieder einmal schwer auf Weihnachten getrimmt, aber von einer Erhabenheit, dass man aufstehen und salutieren wollte. Besonders auffällig – die Schlagzeugmaschine. Robin verwendete diese auf extrem simple Rhythmen beschränkte Technik, um seine Instrumente und den Gesang draufzuspielen. Warum es dann für das Endprodukt dabei blieb, ist in den Jahren danach widersprüchlich erklärt worden. Möglich ist auf jeden Fall, dass es hier tatsächlich darum gegangen war, Aufwand und Zeit zu sparen. Barry und Maurice griffen das Projekt „Cucumber Castle" wieder auf, das bereits 1967 angeleiert worden war. Mitte 1969 wurde es als TV-Film verwirklicht. Dabei handelt es sich um ein skurriles Renaissance-Spektakel voller Gags und Bee-Gees-Musik. Die LP dazu erschien 1970. Da waren die Bee Gees aber bereits Geschichte, hatten Maurice und Barry doch im Dezember ihre Trennung verkündet. Dieser Split hatte allerdings nicht lange Bestand, und auch Robin kehrte schon bald zurück. Der Erfolg sollte sich aber nicht so leicht wieder einstellen. Vor dem Brüdergespann lag ein Tal der Orientierungslosigkeit, aus dem sich die Bee Gees erst befreiten, als sie sich neu erfanden.
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Foto 1974: © Zill; Bildarchiv Hallhuber
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Das ganze Rocker-Leben in einer schweren Box
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an McCafferty ist verdammt stolz auf sich und seine aktuellen Lebensumstände. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen erscheint dieser Tage die 32 (!) CDs umfassende Box LOUD & PROUD, darin enthalten die komplette 50-jährige Geschichte seiner früheren Band Nazareth. Zum anderen hat der am 14. Oktober 1946 geborene Schotte gerade die Arbeiten am Solo-Album THE LAST TESTAMENT abgeschlossen, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. „Ich darf nicht allzu viel darüber verraten", erzählt der Schlaks etwas kryptisch, „aber mit dem Sound meiner früheren Band hat das Zeug darauf nicht allzu viel zu tun." Dass der Mann mit der markanten Reibeisenstimme jemals wieder Musik aufnehmen würde, schien noch vor einigen Jahren ausgeschlossen. Im August 2013 verkündeten die übrigen NazarethMitglieder, darunter das neben McCafferty letzte verbliebene Gründungsmitglied Pete Agnew, dass ihr Frontmann sie aus gesundheitlichen Gründen verlassen werde. Seither gab es zwei Nachfolger: Linton Osborn, dessen Gastspiel sich kurz gestaltete, da er gleichfalls krank war. Und seit 2015 der Ex-Krokus-Sänger Carl Sentance. Für McCafferty ist übrigens trotz verbesserten Gesundheitszustands eine Rückkehr zu seiner früheren Combo ausgeschlossen, wie er im Gespräch erzählt.
Bist du traurig über den Umstand, dass du seit fünf Jahren nicht mehr Frontmann von Nazareth sein kannst? Jeden Tag aufs Neue, was vermutlich auch an dem Umstand liegt, dass ich Schotte bin, wir sind sehr nah am Wasser gebaut (lacht). Aber ernsthaft, ich war 2013 heftig krank. Also musste ich die Notbremse ziehen, wenn ich mich gesundheitlich nicht vollkommen ruinieren wollte. Außerdem wusste ich, dass die anderen diese Gruppe aufrechterhalten wollten. Da gebietet es das Verhalten des Gentlemans, deine Bandkumpels zu informieren, dass du nicht weitermachen kannst. Und ich bin ein Gentleman der alten Schule, ob man mir das glaubt oder nicht. Hast du noch Kontakt zu den anderen Nazareth-Mitgliedern? Na logisch, wir haben uns ja nicht im Streit getrennt. Vor allem mit Bassist Pete treffe ich mich regelmäßig. Wir sitzen dann zusammen, machen merkwürdige Späße, spielen mal eine Runde Schach oder so. Es ist wie in den alten Zeiten. Na ja, beinahe; das zunehmende Alter geht eben an keinem von uns spurlos vorbei. Während früher jeder von uns in einer Nacht eine Pulle Scotch vernichtet hat, nippen wir heute dezent an unseren Weingläsern. Als du die LOUD & PROUD!-Box zum ersten Mal in Händen gehalten hast, welches Gefühl kam dabei in dir hoch? Das Ding wiegt eine ganze Menge (lacht)! Aber ich bin sehr stolz darauf, dass mein ganzes Rockerleben in einer schweren Box steckt und ich das Ding mit mir rumtragen kann. So viel Eitelkeit muss sein. Was hältst du musikalisch von LOUD & PROUD!? Seite
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Hier wird demonstriert, dass wir einerseits harte Rocker waren. Andererseits mit unseren Balladen auch zärtliche Romantiker. Sind Nazareth eine der ganz großen Heavy-Bands überhaupt? Zumindest ich habe uns seit jeher so gesehen. Manch bösartige Rezipienten haben uns gerne in die Glam-Ecke gesteckt, während wir uns in einer Reihe mit Deep Purple, Led Zeppelin oder Black Sabbath sahen. Aber gut, Sweet oder Slade wurden ebenfalls als „Glam-Kasper" bespöttelt. Und auch diese Gruppen halte ich für gestandene Rocker. Vermutlich seid ihr deshalb ziemlich sauer gewesen, dass euer Management die Band Anfang der 70er in die Popecke manövrieren wollte, richtig? Diese Deppen wollten uns tatsächlich verbieten, dass wir schmuddelig und bösartig und wild daherkommen. Aber da sind sie bei uns an die Falschen geraten! Das einzige Zugeständnis, das wir gemacht haben: ein paar hautenge Hosen, taillierte Glitzerhemden und hochhackige Stiefel zu kaufen. Doch damit konnten wir gut leben. Welche Erinnerungen hast du an das Nazareth-Gründerjahr 1968? Ich war damals Ingenieur, Pete ausgebildeter Architekt. Wir machten Musik nebenbei und einfach aus dem Grund, weil wir jung waren und voller Energie steckten. Wir hätten nie gedacht, dass wir mit dem Zeug unseren Lebensunterhalt bestreiten könnten. Hat am Anfang auch nicht funktioniert. Doch dann kam unser Management. Die Typen haben es äußerst ernst mit unserer Karriere genommen. Was zumindest zu Beginn gar nicht schlecht für uns Grünschnäbel war. Wie siehst du selbst das Nazareth-Image? Wir waren und sind bodenständige Typen. Echte Schotten eben, einfache Leute von der Straße. Ich lebe diesen Stil bis heute, bin zudem ein Familienmensch, mit Kindern und Enkeln, das volle Programm. Bringt viel Spaß, das Ganze. Was denkst du über deine beiden Nachfolger als Sänger bei Nazareth? Linton fand ich richtig gut. Was wohl daran liegt, dass er Schotte ist: Wir Burschen halten zusammen (lacht)! Den Neuen kenne ich nicht persönlich, er ist aus Wales. Na ja. Aber handwerklich ist der Kerl erste Sahne. Bist du auf die komplette Nazareth-Historie stolz? Klar gibt es Dinge, die ich gerne rückgängig machen würde. Aber das ist rein technisch nicht möglich. Deshalb behaupte ich jetzt einfach mal selbstbewusst: Ja, ich bin verdammt stolz darauf, bei dieser Gruppe dabei gewesen zu sein. Daran wird sich nie etwas ändern. Michael Fuchs-Gamböck n
Music from the 60s to the 80s
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ALBUM COVER ART GALERIE #15
Wunder- THE JIMI HENDRIX tüt e n EXPERIENCE
Von Horst Berner
ELECTRIC LADYLAND
Mit dem rasanten Aufstieg der CD ab den 1980er Jahren drohte der guten alten Schallplatte das Aus. Doch Vinyl erlebt seit Jahren ein Revival. Viele Neuheiten sind auch als LP zu haben, ganz zu schweigen von einer Flut an Repros mit Oldiematerial.Diese Entwicklung setzte nicht nur eine Debatte über die Sinnlichkeit analogen Musikhörens in Gang, der Blick fällt auch wieder auf die "Wundertüten", in denen die schwarzen Scheiben stecken: kunstvoll gestaltete, großformatige Albumhüllen. Ausgewählte Beispiele stellt diese Serie vor.
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ewige Dilemma des epochalen und höchst erfolgreichen Künstlers Hendrix gewesen sein, dass er einerseits von einem quälenden Perfektionsanspruch getrieben war, andererseits seine Karriere von ausgebufften Managern organisiert sah, die ihn mit Geldzuweisungen abgespeist, ja selbst die Band für ihn zusammengestellt hatten. Hermann Haring notierte dazu im Booklet zum Vinyl-Boxset JIMI HENDRIX (Polydor, 1980): „Die Geschäftsleute, die Hendrix umgaben, pumpten ihn gelegentlich mit Drogen voll und bastelten eifrig am publikumswirksamen Image des mit Kettchen und Amuletten behängten und in buntschillernden Gewändern steckenden Acid-Gurus. Später versuchten sie, auch eine totale Kontrolle über Plattenveröffentlichungen zu erlangen und ihrem Schützling vorzuschreiben, welche Art von Alben er zu produzieren habe."
elten legte eine Band so eine Blitzkarriere hin wie The Jimi Hendrix Experience, die ab Herbst 1966 quasi aus dem Nichts heraus die Szene aufmischte. Dabei stehen auf der Habenseite des Trios – das neben dem charismatischen US-Musiker Jimi Der Versuch einer Befreiung aus dieser Hendrix (1942–1970) mit den beiden britischen Sidemen SchlagUmklammerung schien sich für Hendrix zeuger John „Mitch" Mitchell (1947–2008) und Bassist Noel Redmit der Arbeit an ELECTRIC LADYLAND ding (1945–2003) besetzt war – gerade mal drei gemeinsam eingezumindest anzudeuten. Erste Aufnahmen spielte Studio-Alben: ARE YOU EXPERIENCED (1967), AXIS: BOLD mit Toningenieur Eddie Kramer entstanKonzertfoto von Hendrix für ELECTRIC AS LOVE (1967) und ELECTRIC LADYLAND (1968). Speziell letztgenannter Titel gilt dank seiner innovationsfreudigen Atmosphäre LADYLAND, das Ferris am 27. August 1967, den noch unter Produzent und Ex-Anials ein Geniestreich der elektrischen und psychedelischen Rock- dem Todestag von Beatles-Manager Brian mals-Mitglied Bryan „Chas" Chandler am musik. Das Doppelalbum mit einer Laufzeit von gut 75 Minuten Epstein, in dessen Saville Theatre machte. 21. Januar 1968 in den Londoner Olymschätzen Kritiker wie Fans nahezu einhellig als das Glanzstück im Hendrix-Katalog. Der unkonventionelle Klangzauberer präsentiert sich hier nicht nur als gereifter Komponist, fantasievoller Texter, beseelter Sänger seiner Songs und größter StratocasterInnenseiten der US-Ausgabe von ELECTRIC LADYLAND Gitarrist aller Zeiten, pic Studios, als der Basic-Track zu Bob sondern auch als Dylans "All Along The Watchtower" einfeinsinniger Arrangespielt wurde. Fortführung und Fergeur und cleverer tigstellung des Doppelalbums erfolgten Produzent. Selbst dann aber im Zeitraum 18. April bis 27. Hendrix, zu LebzeiAugust 1968 im neu eröffneten New ten nie verlegen um Yorker Tonstudio Record Plant, das über The Jimi Hendrix Experience v.l.: Noel Redding, ein kritisches Wort in Jimi Hendrix, Mitch Mitchell eine der damals seltenen Zwölf-Spureigener Sache, fand Tonbandmaschinen verfügte. Während wohlwollende Worte zu ELECTRIC LADYLAND: „Alle Stücke darauf sind sehr Kramer, der von den Olympic Studios persönlich. Ich möchte nicht behaupten, dass es großartig ist, aber es ist unsere abgeworben worden war, weiterhin an Band, es ist die Experience. Auf einigen Stücken erkennt man ein raues, hartes den Reglern saß, warf Chandler seinen Feeling. Einige der Stücke klingen irgendwie hungrig. Wir wollten einen speziJob Anfang Mai hin, nachdem er sich ellen Sound haben." Nachdenklich vermerkte er aber auch, die Platte hätte noch Hendrix von Hendrix' Eigensinn und dessen zu„so viel besser sein können, aber wir waren die ganze Zeit auf Tournee und konnim Studio nehmendem Drogenkonsum entnervt ten nicht die Zeit, die wir benötigt hätten, im Studio verbringen". Es muss das Seite
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Music from the 60s to the 80s
Hendrix und Chandler
ELECTRIC LADYLAND
Seite 1: 1. "… And The Gods Made Love" (1:21) 2. "Have You Ever Been (To Electric Ladyland)" (2:11) 3. "Crosstown Traffic" (2:13) 4. "Voodoo Chile" (15:00) Seite 2: 5. "Little Miss Strange" (2:52) 6. "Long Hot Summer Night" (3:27) 7. "Come On (Let The Good Times Roll)" (4:09) 8. "Gypsy Eyes" (3:43) 9. "Burning Of The Midnight Lamp" (3:39)
ELECTRIC LADYLAND-Deluxe-Ausgabe (2008)
Seite 3: 10. "Rainy Day, Dream Away" (3:42) 11. "1983 … (A Merman I Should Turn to Be)" (13:39) 12. "Moon, Turn the Tides … Gently Gently Away" (1:02) Seite 4: 13. "Still Raining, Still Dreaming" (4:25) 14. "House Burning Down" (4:33) 15. "All Along The Watchtower" (4:01) 16. “Voodoo Child (Slight Return)” (5:12) Track 1 bis 4, 6, 8 bis 14 und 16: Jimi Hendrix; Track 5: Noel Redding; Track 7: Earl King; Track 15: Bob Dylan
Hendrix und Kramer
Montgomery-Foto für die UK-Ausgabe
fühlte. Den Eindruck, dass Jimi Hendrix im Studio „regelrecht pedantisch" war, bestätigte zwar auch Kramer, wenngleich der Tontechniker seines Vertrauens (und spätere musikalische Nachlassverwalter) verständnisvoll anfügte: „Er fühlte sich dort am wohlsten, wo alle Elemente seiner Musik zusammengebracht wurden." Bei ELECTRIC LADYLAND mündete das in eine coole Mischung aus Blues, Jazz und Rock, die einer futuristisch tönenden Achterbahnfahrt gleicht, auf der nur Reddings schlichte Nummer "Little Miss Strange" für einen Moment Normalität bietet. Der komplette Rest – vor allem aber "Crosstown Traffic", "Voodoo Chile", "Gypsy Eyes", "1983 … (A Merman I Should Turn To Be)", "House Burning Down", "All Along The Watchtower" und "Voodoo Child (Slight Return)" – offeriert den furiosen Gitarrenderwisch, der vor dem inneren Auge elegant Drehregler und Tremolohebel bedient und in purer Ekstase als Linkshänder auf einer umgekehrten RechtshänderStrat kokettiert … dann und wann unterstützt von ein paar Freunden, darunter Jack Casady, Al Kooper, Buddy Miles, Steve Winwood oder Chris Wood.
äußeren Umschlagseiten mit zwei vom Briten Karl Ferris geschossenen Fotos von Hendrix und der Band Experience, auf den Innenseiten waren eine Fotocollage der Mitwirkenden, die Songtitel sowie Notizen von Hendrix abgedruckt. Track dagegen bot auf den Innenseiten des Albums ein großes Foto von Hendrix sowie zwei kleinere von Mitchell und Redding der Amerikaner Paul Montgomery und Donald Silverstein plus die Songtitel. Für das durchlaufende äußere Motiv lichtete Montgomery 19 Londoner Clubgirls vor schwarzem Hintergrund ab, die für kolportierte zehn Pfund Honorar nackt posierten. Resultat: ein Skandal, der den Vorwurf der Pornografie und den teilweisen Abzug des Albums aus dem Handel nach sich zog, gleichzeitig aber einigen Medienrummel verursachte. Das Cover missfiel in erster Linie Jimi Hendrix, der seine Wunschvorstellung ignoriert sah. Er hatte (wie für die Reihenfolge der Songs und der Credits) in schriftlicher Form ein Konzept vorgelegt und UK-Single-Ausgabe dazu sogar eine Skizze ange- "Vodoo Chile" (1970) fertigt. Sein Lösungsvorschlag präferierte die Verwendung zweier Farbfotos von Linda Eastman (spätere Mrs. McCartney), die im New Yorker Central Park entstanden waren und die Experience zusammen mit Kindern auf der 1959 geschaffenen Bronzeskulptur Alice In Hendrix im Oktober Wonderland zeigten. Ab1968 beim Konzert gebildet wurden sie 2008 im Winterland in der Deluxe CD/DVD Collector’s Edition von ELECTRIC L ADYLAND. Und wer weiß, vielleicht sind sie in der für Oktober 2018 angekündigten 50th Anniversary Super Deluxe Edition noch prominenter präsentiert.
Hendrix-Notizen zur Als ELECTRIC LADYLAND vor 50 Jahren LP-Gestaltung herauskam – in den USA am 16. Oktober bei Mit ELECTRIC LADYLAND landeten The Jimi Hendrix Reprise, im UK am 25. Oktober 1968 bei Track Experience in den –, unterschieden sich die beiden Ausgaben in USA im November zwei wesentlichen Punkten. Zum einen war da 1968 eine Nummer die scheinbar andere Anordnung der Songs, 1 in den Charts denn die britische Pressung (wie auch die hie(UK: 5; D: 12). sige bei Polydor) kombinierte die Vinylseiten 1 Dieser Erfolg wurInnenseiten und 4 beziehungsweise 2 und 3. Die sogenannte der UK-Ausgabe de den ausgekopAuto-coupled-Methode war jedoch pelten Singles "All dem Umstand geschuldet, dass die Deutsche Single-Ausgaben von "Burning Of The Midnight Lamp" (1967), "All Along The Watchtower" (1968) LPs dadurch auf einem Plattenspieund "Crosstown Traffic" (1968) ler mit Wechslerachse in der richtigen Reihenfolge gehört werden konnten. Etliche Along The Watchtower" und "Crosstown Traffic" sowie dem zeitnahe Veröffentlichungen, etwa TOMvorab veröffentlichten "Burning Of The Midnight Lamp" nicht MY von The Who (2-LP-Set, 1969) oder zuteil. Dafür kletterte "Vodoo Chile" alias "Vodoo Child (Slight die Filmmusik WOODSTOCK (3-LP-Set, Return)" kurz nach dem Tod von Hendrix am 18. Septem1970), wurden ebenfalls nach diesem Prinber 1970 im UK auf den ersten Platz. Wie hatte Jimi gesagt: zip hergestellt. Zum anderen, und das war „Wenn du erst einmal tot bist, dann bist du richtig ‚lebendig'. ungleich auffälliger, gab es abweichende Man muss sterben, bevor sie glauben, Jimi Hendrix" von Hannes Fricke " auf 100 Seiten bei Reclam für 10 € Foto ©Linda Eastman-McCartney Covergestaltungen. Reprise dekorierte die dass du irgendetwas wert warst …" GoodTimes 5/2018
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Pressefoto: © Paul Ferrara
Von Ralf G. Poppe
Es war einmal … einmal und nie wieder! Vor 50 Jahren öffneten The Doors hierzulande erstmals die Türen der Wahrnehmung in einer Art, wie man sie bis dahin nicht kannte. Die Band um Jim Morrison besuchte das einzige Mal Deutschland, um auch hier zu spielen. Genau genommen war es tatsächlich lediglich ein Konzert im Rahmen einer Europa-Tournee des Lizard " King" und seiner Kollegen mit Auftritten in Frankfurt, Amsterdam, Kopenhagen und Stockholm, nachdem eine Woche zuvor bereits London bespielt worden war.
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iese Europa-Tournee erfolgte, nachdem das Quartett, das im Sommer 1965 am Strand von Venice Beach von Ray Manzarek und Jim Morrison gegründet worden war und seinen Bandnamen in Anlehnung an Aldous Huxleys „The Doors Of Perception" („Die Pforten der Wahrnehmung") gewählt hatte, mit dem dritten Album WAITING FOR THE SUN erstmals die #1 der amerikanischen Albumcharts erobert hatte. Die daraus ausgekoppelte Single "Hello, I Love You" erreichte ebenfalls die Spitze der Charts – welche The Doors 1967 mit "Light My Fire" jedoch bereits ebenfalls erreicht hatten. Bereits d amals hatten sie mit der Debütsingle die Pforten der Wahrnehmung weit geöffnet. Manchmal schien es gar so, als hätten der Himmel und die Hölle tatsächlich geheiratet. Was abermals gut zur Historie der Gruppe passte, schließlich nahm Huxley mit seinem Essay Bezug auf William Blakes „The Marriage Of Heaven And Hell". Als The Doors WAITING FOR THE SUN aufnahmen, gehörten sie zu den ersten Künstlern, die das damals neue Dolby 301 Noise Reduction System nutzten, das seinerzeit den Gipfel des Möglichen in der Tontechnologie darstellte. Mit dem kürzesten Studio-Album ihrer Karriere schafften Jim Morrison (voc), Ray Manzarek (org, keys), Robbie Krieger (g) und John Densmore (dr) ab Juli 1968 den Hattrick – das dritte Platin-Album hintereinander! Als Produzent bewies Paul A. Rothchild einmal mehr seine Qualitäten. Bruce Botnick war ebenfalls an der Produktion der Originalversion von WAITING FOR THE SUN beteiligt, Seite
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GoodTimes 5/2018
das die elf Songs "Hello, I Love You”, "Love Street”, "Not To Touch The Earth”, "Summer’s Almost Gone”, "Wintertime Love”, "The Unknown Soldier”, "Spanish Caravan”, "My Wild Love”, "We Could Be So Good Together”, "Yes, The River Knows” und "Five To One” enthielt. Die dieser Tage von Warner veröffentlichte Jubiläums-Edition bzw. der neu remasterte Stereomix des Albums verleihen Tracks wie "The Unkown Soldier" oder "Spanish Caravan" eine neue, andere Klangdimension. Doch das ist nicht die einzige Neuheit des Jubiläums-Projekts. Während Botnick sein Archiv durchforstete, entdeckte er ein Lager mit Rohmixen aus den Sessions, die seither nicht mehr abgespielt worden waren. Botnick: „Sie enthalten alle Elemente und zusätzliche Backgroundvocals, setzen andere Schwerpunkte in der Balance der Instrumente und besitzen eine unbestimmte Rauheit. Das alles klingt sehr attraktiv und erfrischend." So bietet die „neue" Doppel-CD nun zusätzlich die bisher unveröffentlichten Rough Mixe von "Hello, I Love You”, "Summer’s Almost Gone”, "Yes, The River Knows”, "Spanish Caravan”, "Love Street”, "Wintertime Love”, "Not To Touch The Earth”, "Five To One” sowie von "My Wild Love”. Um die just veröffentlichte Jubiläums-Edition zu produzieren, wurden auch diesmal wieder die derzeit aktuellsten Innovationen im Sound Recording verwendet. Die Neuveröffentlichung von WAITING FOR THE SUN wurde im MQA (Master Quality Authenticated)-Verfahren enkodiert: Eine MQADisk lässt sich auf allen CD-Playern in Standardqualität abspielen, aber wenn ein konventioneller CD-Player mit einem MQA-kompatiblen Gerät verwendet wird, wird dieselbe Disc in 176/24-Qualität übertragen. Subjektiv richtig interessant sind jedoch die am 17.9.1968 live in Kopenhagen eingespielten Versionen von "The WASP (Texas Radio And The Big Beat)”, "Hello, I Love You”, "Back Door Man”, "Five To One” und "The Unknown Soldier”. Obendrein haben die noch lebenden Bandmitglieder das Originalkonzertprogramm von 1968 erstmalig nachdrucken lassen. Die Reproduktion kann jedoch lediglich über den Doorsn
Music from the 60s to the 80s
Foto: © Günter Zint
schen den beiden Auftritten in der Garderobe und fand eine denkbar schlechte Stimmung vor. Jim redete pausenlos auf Ray ein, der sich offensichtlich gar nicht unterhalten wollte. Ich wunderte mich, dass es nicht zum Streit kam. Beim zweiten Konzert verließ Jim beim letzten Stück die Bühne, und die anderen drei mussten ohne ihn zu Ende spielen. Doch als sich der Saal schon fast geleert hatte, geschah etwas Unerwartetes. Die Doors kamen auf die Bühne zurück und spielten Blues. Fantastisch! Nach etwa einer Stunde sackte Jim völlig erschöpft zusammen, hockte minutenlang auf dem Boden, regungslos, in sich versunken, unheimlich …" In seinem 2007 veröffentlichten opulenten Bildband „Zintstoff" (50 Jahre deutsche Geschichte – Fotos von Günter Zint) vermerkte der Fotojournalist unter einem Foto von Jim Morrison: „Jim Morrison begleitete ich auf der Doors-EuropaTournee im Auftrag der Plattengesellschaft. Jim fuhr meist in meinem Auto mit, da ich, für die damalige Zeit ungewöhnlich, schon eine Musikanlage mit Kassettenrekorder hatte." Kurz nach seinem 77. Geburtstag, den Zint in „seinem" St. Pauli-Museum in Hamburg feierte, baten wir den legendären Fotografen in Bremervörde, sich für GoodTimes noch einmal an die denkwürdigen Ereignisse zu erinnern. Zint: „Jim Morrison war in meinen BMW eingestiegen, weil ich einen Kassettenrekorder hatte. Irgendwann habe ich den Fehler begangen, eine Doors-Kassette reinzustecken. Da wurde ich von hinten angebrüllt, ich solle diese Scheißmusik ausmachen. Die könne er nicht ausstehen! Er war schon von der besonderen Abteilung, der Jim." Wie lange begleiteten Sie die Doors auf ihrer einzigen Europa-Tournee? Zint: „Ich glaube, es waren sechs oder acht Tage" (Es handelt sich hierbei also exakt um das Zeitfenster zwischen den Gastspielen am 13./14. September in Frankfurt, am 15.9. in Amsterdam, am 17.9. in Kopenhagen [Teile dieses Konzerts sind auf der JubiläumsEdition von WAITING FOR THE SUN zu hören] und dem 20.9. in Stockholm). Jimi Hendrix hat Sie einfach" einmal zu Hause besucht, " es sich auf Ihrem Sofa gemütlich gemacht, Musik gehört. Jim Morrison war da schwerer zugänglich. Oder? „Jim Morrison war gar nicht zugänglich! Überhaupt nicht. Er stand immer neben sich! Da war immer etwas im Kopf am sich Bewegen und Spinnen. Der war so unkommunikativ wie kaum ein anderer Mensch, den ich kennengelernt habe. Mit dem konntest du gar nicht reden! Er hat mich einmal angebrüllt, weil ich die falsche Kassette eingelegt habe. Sonst hat er (in der ganzen Zeit) kaum eine Äußerung losgelassen. Hendrix war da ganz anders!"
Foto: © Günter Zint
Foto: © Günter Zint
Pressefoto: © Paul Ferrara
Internet-Store bezogen werden. Im Original war es das erste offizielle TourProgramm, das die Band je erstellte. Ursprünglich für die 1968er US-Tour produziert, wurde es damals nur bei ausgewählten Shows und per Mailorder verkauft. Von Paul Ferrara designt, enthält das Programm viele Farb- und Schwarzweiß-Fotos, die gleichfalls von Ferrara „geschossen" wurden, sowie Gedichte von Jim Morrison, Astrologie-Diagramme der einzelnen Bandmitglieder und vieles mehr. Eine ebenfalls "Waiting For The Sun" betitelte Doors-Single erschien 1970. Sie ist auf der fünften Doors-Langspielplatte MORRISON HOTEL zu finden. Der britische Musikjournalist Nik Cohn kleidete seine Gedanken über den auch als „Lizard King" bezeichneten Sänger der Doors einmal wie folgt in Worte: „Jim Morrison sah ganz unschuldig aus und lächelte nie. Wenn man sein Foto betrachtet, sollte man meinen, er sei freundlich, ein bisschen melancholisch. Ein netter Mensch. Dann kam er auf die Bühne und war kein netter Mensch mehr, überhaupt nicht, er war ein Phantom. Er trug schwarze Lederhosen, so eng, dass man seine Maschine sehen konnte, und er litt Höllenqualen. Er sah aus, als sei sein Verstand zum Essen gegangen." Diese Worte wirkten so eindringlich, dass das Musikmagazin „Spex" sie im Mai 1991 auf dem Titelblatt abdruckte. Neben einem Bildnis Morrisons, das den Sänger vor einem Chrom-Aschenbecher stehend, versunken in seinem Spiegelbild, in einem Frankfurter Hotel zeigt. Aufgenommen hatte dieses Foto der legendäre Fotojournalist Günter Zint – bekannt auch als Hausfotograf im Hamburger Star-Club und Dokumentarist der Anti-AtomkraftBewegung in den 1980er Jahren. Zint begleitete als einziger deutscher Fotograf die Doors im Verlauf der besagten Europa-Tour in Frankfurt, Amsterdam, Kopenhagen und Stockholm. Er war Zeitzeuge, als im September 1968 in der Frankfurter Innenstadt (Playback-)Aufnahmen für die ZDF-Sendung „4-3-2-1 Hot & Sweet" (dem Vorgänger der „Disco" mit Ilja Richter) gemacht wurden. The Doors mimten zu den No.-1-Songs ”Hello, I Love You" und ”Light My Fire". 1998 erschien „Günter Zint – Portrait Of Music”. In dem Buch finden sich folgende Erinnerungen des Autoren: „Als die Doors am 12. September 1968 auf dem Frankfurter Flughafen zu ihrer ersten Europa-Tournee eintrafen, waren sie in Deutschland fast noch ein Insider-Tipp. Ich durfte die Tournee für die Metronome und für Fritz Rau begleiten. Es war einer der denkwürdigsten Aufträge in meiner Fotografenlaufbahn. Immer waren wir auf der Suche nach Jim Morrison. Mal hockte er auf einem Baum, mal fand ich ihn abseits in einem Gang des Hotels Interconti, minutenlang starr vor einem Chrom-Aschenbecher stehend …" Günter Zint 1999: „Die Doors spielten die beiden Konzerte (Anmerkung des Verfassers: 13.09. playback in der Frankfurter Innenstadt vor der Kulisse des Römers, tags drauf live in der Kongresshalle) lustlos herunter. Ich war zwiGoodTimes 5/2018
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James Douglas „Jim" Morrison (*8.12.1943 in Florida) wurde am 3.7.1971 in Paris tot in einer Badewanne aufgefunden. Raymond Daniel „Ray" Manzarek (*12.2.1939 in Chicago) starb am 20.5.2013 im oberbayerischen Rosenheim.
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