IC Falkenberg • Muddy Waters • David Paton • Francis Rossi • Buffy Sainte-Marie • Lonnie Donegan • Geff Harrison D: 6,50
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1/2018 (Nr. 152) • Februar/März • www.goodtimes-magazin.de
Rory Gallagher David Bowie Zoot Money Bob Seger Jade
Neil Young
Simple Minds • Watermelon Men • Peter French • Michael Schenker • Midge Ure • Michael Wagener • Jan Hammer
EDITORIAL
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wird in uber 30 Ländern der Welt gelesen!
NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 07042/37660-160 Fax: 07042/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-magazin.de www.facebook.com/goodtimesmagazin Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried (fl) Mitarbeiter: Matthias Auer (ma), Jens-Uwe Berndt (jub), Horst Berner (hb),Marc Bloemeke (mb), Rüdiger Bloemeke, Lothar Brandt (lbr), Paul Breitbach, Mathias Buck, Heinz Dietz, Michael Fuchs-Gamböck (mfg), Hans-Jürgen Günther (hjg), Ralf Günther (rg), Christof Hammer (ch), Hartmut Hennig (Fotos), Christian Hentschel (che), Teddy Hoersch, Pauline Kingsbury (pk), Tino Krauter (tk), Willi Kuper (Fotos), Madita Leibfried (ml), Niklas Leibfried, Alexander Neumann (an), Helmut Ölschlegel (Fotos), Sven Rachner (sr), Philipp Roser (pro), Frank Schuster (frs), Ulrich Schwartz (us),Peter Seeger (p), Claudia SeegerWedeleit (csw), Christian Simon (cs), Björn Springorum (bsp), Alan Tepper (at), Claudia Tupeit (ct), Uli Twelker (utw), Thomas Wachter (tw), Frank Witzelmaier (fw) Abonnements, Shop, Social Media: Andrea Leibfried, goodtimes@nikma.de Grafische Gestaltung: Kathleen Müller, grafik@nikma.de Andrea Zagmester, kult@nikma.de England-Korrespondent: Klaus Brotmann Amerika-Korrespondent: Eric Drolette Anzeigenverkauf: Petra Czerny, anzeigen@nikma.de Tel.: 07042/37660 -165 Vertrieb: IPS Pressevertrieb GmbH, Postfach 1211, 53334 Meckenheim, Tel.: 02225/88 01-0 Druck: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG, Frankfurter Str. 168, 34121 Kassel Erscheinungsweise: 6 x jährlich Abonnement: Für 6 Ausgaben im Kalenderjahr Inland: € 36,00 Ausland: € 40,00 (Preise inkl. 7 % MwSt. und Porto) Copypreis: Einzelheft: € 6,50 (Preis inkl. 7 % MwSt.) Anzeigen: Für gewerbliche Anzeigen bitte Preisliste Nr. 17 (inkl. Mediadaten) anfordern. Kleinanzeigen: Zeilenpreise für Gewerbliche und Verkaufsanzeigen € 1,40; Zeilenpreise für Privatanzeigen (Kauf & Tausch) € 0,70 (jeweils inkl. 19% MwSt.) Für Kleinanzeigenbestellungen beachten Sie bitte die Hinweise auf dem Bestellschein im Heft. Anzeigenbuchungsschluss / Erstverkaufstag: 2/2018 = 2.3.2018 23.3.2018 3/2018 = 4.5.2018 25.5.2018 Kontoverbindung: NikMa Verlag Kreissparkasse Ludwigsburg IBAN: DE38 6045 0050 0000 1082 94 BIC: SOLADES1LBG Paypal-Adresse: info@nikma.de Titelfoto: Neil Young: © INTERFOTO/Geraldo GoodTimes ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes erschienenen Artikel, Interviews, Discographien, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Heraus gebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart
Liebe Leserinnen und Leser,
Februar/März 2018
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er Jahreswechsel bedeutet für viele Menschen, dass sie mit hehren Vorsätzen in die vor ihnen liegenden Monate starten. Oder sich zumindest Gedanken machen, was sie möglicherweise ändern wollen. Ob im Berufsleben oder im privaten Bereich. Und auch, was die Musik angeht. Schließlich hat der Rock('n'Roll) längst die Grenze zum Rentenalter überschritten – auch wenn junge Acts die Musik lebendig und frisch erhalten bzw. das Erbe der Altvorderen weitertragen. Und diese wiederum sind ja selbst oft noch nicht zu bremsen: Ob es sich um die Rolling Stones handelt, die als Mittsiebziger wie Jungspunde auf der Bühne für Unterhaltung sorgen, oder um Neil Young, Buffy Sainte-Marie oder Bob Seger, die – wie in dieser Ausgabe nachzulesen – zwar mit dem ein oder anderen Zipperlein leben müssen, aber darauf brennen, wieder auf die Bühne stürmen zu können. Und wir, das Publikum, die Fans dieser Künstler? Wir legen uns die neuen Tonträger dieser großartigen Musiker zu und lauschen ihnen im Wohnzimmer. Aber zu ihren Konzerten gehen? Das überlegen wir uns zwei- oder sogar dreimal. Shows von bis zu zwei Stunden (und manchmal mehr) "durchzustehen", fällt eben nicht mehr so leicht wie früher. Nicht umsonst sind Konzerthallen und auch Clubs bei zunehmend mehr Konzerten bestuhlt – und man beschränkt sich als Besucher dann eben darauf, dezent im Rhythmus zu wippen, statt wie früher mit vollem Körpereinsatz mitzugehen (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Konzertveranstalter sehen sich zunehmend mit der Frage konfrontiert, welcher Service für ihre Kunden angebracht ist. Einer der Lieblinge der GoodTimes-Leserschaft ist seit jeher Rory Gallagher. Der hemdsärmelige Ire, der am 14.6.1995 viel zu früh verstarb, würde am 2. März 70 Jahre alt. Wir fragten deshalb Kollegen nach der Bedeutung dieses einzigartigen Blues-Rockers – und sein Landsmann Eamonn McCormack erzählte uns zum ersten Mal überhaupt eine bislang unbekannte Episode aus Gallaghers Leben. Herzliche Grüße!
Fabian Leibfried Herausgeber/Chefredakteur
GoodTimes 1/2018
zu bestellen im Shop auf Seite 35
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Music from the 60s to the 80s
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INHALT
Neil Young
20 Rory Gallagher
12 Titelstory
stories 12 Neil Young ... und der Irrtum vom ewigen Folkie
42 Elvis Perkins Intellektueller Liedermacher
17 Joe Satriani Die volle Gitarrendröhnung!
44 Muddy Waters Bluesporträt #56
18 David Bowie Album Cover Art Gallerie #12: Images
45 Midge Ure Ball Pompös
20 Rory Gallagher That was it!" " 24 Trevor Horn Die Message lautete: Politics'n'Sex!" " 25 Simple Minds Abwarten und schottischen Whisky trinken
45 City Blues Connection Fröhlicher Blues
26 Jade Morgenspaziergang in einem britischen Garten
51 Siggi Schwarz Volles Programm zum Sechzigsten
27 Evans & Harley Kampf an mehreren Fronten
51 Magnum Neues Album mit neuem Line-up
28 Michael Wagener Große Produzenten – Teil 2
52 IC Falkenberg Popstar, Liedermacher, Lärmerzeuger
30 Bob Seger Tribut an Glenn Frey
55 Watermelon Men Schwedische Gitarrenherrlichkeit
31 Rock Meets Classic Eric Bazilian und Francis Rossi beim Rock Meets Classic"-Stelldichein " 38 Peter French Ein-Album-Mann
56 Zoot Money Tanz auf vielen Blues-Hochzeiten
39 Kayak Jede Menge Prog-Melancholie
57 Michael Schenker Neues Album aus der Hexenküche
46 Das ist ja tiiiierisch! Tiere in Gruppennamen – Teil 1 50 David Paton Pilot auf Kurs
57 Buffy Sainte-Marie Rockende Rothaut auf ewiger Friedensmission
Die nächste erscheint am from 23. the März Seite 4 GoodTimes 1/2018 Music 60s2018 to the 80s n
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Ausgabe Nr. 152, Februar/März 2018
Das ist ja tiiiierisch!
18 D. Bowie – Album Cover Art #12
30 Bob Seger
56 Zoot Money
26 Jade
46 Tiere in Gruppennamen
features
rezensionen rubriken
Neil Young
CD-Highlight
3 3 4 6 10 32 34 36 40 41 43 49 58 60 64 82 84 86 88 90 95 96 97 98
Strawbs The Ferryman's Curse
Vinyl-Highlight Johnny Cash Unearthed
Box-Highlight Wer eine personifizierte Entsprechung zur Hippiekultur der Spätsechziger sucht, stößt zwangsläufig auf Neil Young. Denn das, was man sich damals gemeinhin unter einem Blumenkind vorstellte, verkörperte dieser Musiker aus Kanada: Abgerissen, die Gitarre über der Schulter und die Mundharmonika in der Gesäßtasche torkelte Young durch die Zeit. ... weiter Seite 12
Metallica Master Of Puppets Deluxe Boxset
Buch-Highlights • Bap: Das Logbuch der Jubiläumstour
Rory Gallagher
• 99 Songs: Eine Geschichte des 20. Jahrhunderts
Er verkörperte den Blues-Rock nicht nur in Europa wie kaum ein Zweiter und wird heute geradezu kultartig verehrt: Rory Gallagher, der hemdsärmelige Gitarrist, Sänger und Songschreiber aus dem irischen Cork, der am 2.3.1948 in Ballyshannon das Licht der Welt erblickte. Wie ein Wirbelwind fegte er ab 1966 mit Taste auch durch Deutschland, ehe er sich 1970 selbständig machte. Es hatte schon seinen Grund, warum ausgerechnet Gallagher die erste europaweit im Fernsehen und Radio live übertragene Rockpalast"-Nacht eröffnete! " ... weiter Seite 20
• Glam – Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert • The Story Behind … Die größten Hits und ihre Geschichte Vol. 3
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Music from the 60s to the 80s
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Teil 1
Impressum Editorial Inhalt Aktuelles – Neues aus der Szene Verstorbene Shop Abo-Bestellschein Kleinanzeigen Kolumne Christian Simon #34: Lonnie Donegan GoodTimes-Tipp: Robert Coyne GoodTimes-Newcomer: Chris Bay • Rosemarie & Garlic Charts Was macht eigentlich …? Jan Hammer Runde Geburtstage / Gedenktage CD/Vinyl-Rezensionen DVD/Blu-ray-Rezensionen Buch-Vorstellungen Konzertberichte Alice Cooper • Depeche Mode • Night Of The Proms Tourneen Konzertkalender Kreuzverhör: Geff Harrison Kreuzworträtsel + Verlosung Leserbriefe … zuguterletzt: Scorpions • Graham Gouldmann • Rattles
NEWS
1969 verließen Keyboarder Vincent Crane und Schlagzeuger Carl Palmer The Crazy World Of Arthur Brown und gründeten mit dem Bassisten Nick Graham Atomic Rooster. Nach der Veröffentlichung des selbst betitelten Debüts ersetzte John DuCann 1970 Graham, und das Trio tourte im Februar/März in Schweden, anschließend im UK, u.a. im Paris Theatre in London, wo die BBC fürs Radio mitschnitt, ehe Palmer zu ELP weiterzog. Erstmals bringt Sireena nun per 10"-Scheibe vier Songs davon auf Vinyl: "Friday The 13th", "Gerschatzer", "Winter" und "Shabaloo" – laut Sireena die einzigen Konzertaufnahmen Palmers mit Atomic Rooster+++ 28 Jahre ist die Augsburger Folk-RockBand The Seer inzwischen aktiv; fünfeinhalb Jahre sind seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums mit neuen Songs, WIDE EYED WALKER, vergangen. Nun meldet sich das Quintett mit seinem achten Studiowerk MESSAGES FROM THE BLACK LAB zurück und hat ab März bereits fleißig Konzerte gebucht+++
Wegen der anderweitigen Verpflichtungen seiner bisherigen Mitstreiter Dave „Bucket” Colewell, Danny Peyronel sowie Danny und Paul Manzi hat Ray Minhinett Full House neu formiert. Also die Truppe, die einst als langjährige Begleitband von Frankie Miller zu erleben war. Drei frühere MillerSidemen hat er sich dafür an Bord geholt: Steve Simpson (voc, g), Terry „Tex" Comer, (b; Ronnie Lane's Slim Chance), Andy Golden, (dr; Eric Bell, Thin Lizzy, Pirates); dazu Gary Moberly (keys; Climax Blues Band, John Miles, Sweet, Bee Gees). Beim Erscheinen dieser Ausgabe hat die Combo bereits ihre ersten Gigs absolviert+++
Savoy Brown um Boss Kim Simmonds, die Bühnenstimmungsmacher Dr. Feelgood und die New Yorkerin Sari „Lady 100.000 Volt" Schorr – die vokale Naturgewalt war mit ihrem Co-Mastermind Innes Sibun (g) die Entdeckung des vergangenen Jahres bei den Bluestagen. Dazu das siebenköpfige New Yorker Simmwunder Naturally 7, die energiegeladenen Franzosen von Electro Deluxe und der junge Meister des Rock-rauchenden Retrosounds und der stilvollen Downtempo-Balladen, Jesper Munk – plus einige weitere namhafte Acts, die bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt gegeben waren+++
Während seiner traditionellen „Winter blues"-Weihnachtstour und vor dem Ab schieds konzert seiner Band The Bluenatics mit Dieter Kropp, mit der er 23 Jahre lang aktiv war, am 22.12. in Hüllhorst erlitt der Bielefelder Bluesgitarrist/ Sänger Richie Arndt einen Hörsturz. „Habe alle Konzerte gespielt, aber zum Teil unter Qualen", ließ der 59-Jährige GoodTimes wissen. Er sei aber auf dem Weg der Besserung: „Ich kann schon viel besser hören und werde mich noch ein wenig schonen, dann sollten die Gigs im Januar kein Problem sein!"+++
Nachdem der deutsch-englische Ruhrpott-Blues-Rocker Kris Pohlmann es nach der Geburt seines Sohnes 2017 etwas langsamer hatte angehen lassen, tritt er in diesem Jahr wieder aufs Gaspedal. Im Frühjahr nimmt er sein neues Album in Angriff: „Es wird sehr Blues-fokussiert sein, neben Hammondorgel und Bläsern werden auch Backing-Gospelsänger dabei sein", sagte Pohlmann GoodTimes. Nach der Veröffentlichung im Oktober will er durch Europa touren+++
Das Programm des Blues Festivals Basel in diesem Jahr ist Hammer! Und das nicht nur, weil sich vom 10. bis 15. April bei der 19. Auflage im dortigen Volkshaus hochkarätige Acts in der Schweiz die Klinke in die Hand geben, sondern auch weil darunter einige sind,
die nur selten in Europa zu erleben sind. Zum Beispiel Maria Muldaur (mit dem in Chicago beheimateten Basler Saxofonisten Sam Burckhardt und ihrem Dauerbrenner ”Midnight At The Oasis” im Gepäck), die Gospel- und Soul-Formation Five Blind Boys Of Alabama oder der „King Of Slide" aus Louisiana, Sonny Landreth (mit der Finnin Erja Lyytinen als Gast), sowie der singende Gitarrist und LapsteelSpezialist Selwyn Birchwood. Aber auch die anderen Acts wie Walter Trout, Sari Schorr, die kürzlich in die New York Blues Hall Of Fame aufgenommen wurde, Jane Lee Hooker und die Estella Benedetti Band, die Gewinner der „Promo Blues Night 2017". Eröffnet wird das Festival mit der „Promo Blues Night", bei der bei freiem Eintritt verschiedene Bluesbands mitwirken, die von Schweizer Blues-Festivals nominiert worden sind. Am 11.4. wird zudem traditionell der prestigeträchtige Swiss Blues Award überreicht. Als Kandidaten hat die Fachjury folgende Künstler für ihre Verdienste um das Bluesleben in der Schweiz nominiert: Der Musiker und Produzent Marco Jencarelli, der Schweizer Bluespionier Dinu Logoz und das Sierre Blues Festival aus dem Wallis. Abgerundet wird das diesjährige Ereignis traditionsgemäß mit dem Festival All Stars Blues Brunch und einer spannenden Jamsession. Nähere Infos unter www.bluesbasel.ch+++
„Ich bin froh, nicht mehr allzu viel on the road zu sein – so habe ich Zeit, neue Songs zu schreiben", berichtete UK-Gitarrist Micky Moody (Ex-Whitesnake, Juicy Lucy, Snafu, Snakes) GoodTimes. Derzeit sei er dabei, die 2014 begonnene Zusammenarbeit mit der Sängerin Ali Maas zu intensivieren. „Wir sind dabei, gleich zwei neue Alben aufzunehmen.". Wann die erscheinen, steht laut Moody aber noch nicht fest+++ Stilistisch überaus vielseitig ist auch das Programm der 27. Rother Bluestage, die in diesem Jahr vom von 17. bis 25. März stattfinden. Die Bandbreite reicht von sattem Rythm & Blues und knackigem Funk über Retrosound und röhrendem Blues-Rock bis zu mitreißenden A-cappella-Klängen. Für diesen Mix stehen Altmeister wie der einstige James-Brown-Saxofon-Mitstreiter Maceo Parker, die unverwüstlichen
Unsere Gewinner aus Heft 5/2017
Lösung: Rockin All Over The World"
"
Einst ebnete Ernst Schultz (voc, g) gemeinsam mit dem singenden Keyboarder Sonny Hennig und der gemeinsamen Band Ihre Kinder der deutschsprachigen Rockmusik den Weg. Heute stimmt der inzwischen 74-jährige Singer/Songwriter mit seiner vierköpfigen Band Wundertü-
te Lieder aus jener Zeit an, dazu Coverversionen mit eigenem Arrangement und Lieder aus seinem „Dylan: deutsch"-Programm. Vor allem in seiner Heimatregion Franken ist er in den nächsten Monaten live zu erleben, Daten sind unter www. ernst-schultz.de zu finden+++
Die Rock'n'Roll Hall Of Fame hat kurz vor Weihnachten die „Klasse" der Neumitglieder bekannt gegeben, die 2018 in die Ruhmeshalle der Rockmusik aufgenommen werden: Dabei sind die Moody Blues, The Cars, Dire Straits, Bon Jovi sowie die Sängerin/Aktivistin Nina Simone. Die ebenfalls inzwischen verstorbene Gospelsängerin Sister Rosetta Tharpe fand Gnade bei den über 900 Juroren (Musiker, His toriker, Industrievertreter) in der Rubrik „Frühe Einflüsse”. Die ebenfalls auf der Kandidatenliste aufgeführten Acts Rage Against The Machine, Eurythmics, Radiohead, Judas Priest, Kate Bush, Depeche Mode, J. Geils Band, LL Cool J, MC5, The Meters, Rufus featuring Chaka Khan, Link Wray und die Zombies blieben diesmal auf der Strecke. Eine Nominierung ist erstmals 25 Jahre nach der ersten kommerziellen Aufnahme möglich. Die 33. Rock'n'Roll Hall Of Fame Induction Ceremony ist für den 14.4. im Public Auditorium in Cleveland, Ohio, angesetzt+++
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Music from the 60s to the 80s
Mit zwei „Neuzugängen" gehen die Eagles 2018 wieder auf Tour. „Ohne Frey-Familienblut wäre das aber nicht möglich, hätten wir nicht weitermachen können", sagte der nach dem Tod von Glenn Frey 2016 als alleiniger Bandleader firmierende Don Henley. Und so übernimmt Deacon Frey nicht nur die Gesangsparts seines Vaters. Zweite Verstärkung ist Vince Gill, der in Szenekreisen als Gitarrist den Ruf eines „musician's musician" genießt. „Auch bei ihm mussten wir keine Sekunde überlegen, er passt wie die Faust aufs Auge", schwärmte Henley. Gill werde ebenfalls einige Gesangsparts von Glenn Frey übernehmen+++
Toto haben bis heute alle Trends „überlebt" und feiern dies mit GREATEST HITS – 40 TRIPS AROUND THE SUN. Die Werkschau umfasst 17 Tracks, darunter die neuen Nummern "Alone" und "Struck By Lightning". Als ganz spezielles Bonbon für langjährige Fans haben Steve Lukather & Co. auch das bislang unveröffentlichte "Spanish Sea" (mit den Gesangsspuren der bereits verstorbenen Mitglieder) dazugepackt. „Es ist ein typisches Toto-Stück mit einem starken Solo, und ich habe das alte Solo von 1985 behalten, das Dave Paich sich gewünscht hat. Hier trifft Alt auf Neu, aber da unser Kumpel, die Studiolegende Al Schmitt, die Tracks mitgeschnitten hat und Bob Clearmountain am Mischpult saß, klingt es so, als sei der Song vor zwei Wochen und nicht vor über
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Jede Revolution braucht einen Mutigen, der sie vorantreibt. Klaus Schulze zählt zu den Gründervätern der modernen elektronischen Musik. Als Computer noch eher Science-Fiction als Gebrauchsgegenstände waren und die ersten analogen Synthesizer gerade erst gebaut wurden, veränderte der heute 70-Jährige in den frühen 1970er Jahren die Musikwelt. Nachdem er wegweisende Bands wie Tangerine Dream oder Ash Ra Tempel mitbegründet hatte, begann der gebürtige Berliner eine beispiellose Solokarriere mit unzähligen Veröffentlichungen, hochkarätigen Zusammenarbeiten und Konzerten auf der ganzen Welt, festgehalten auf zahlreichen Live-Alben. Mit etwas Verspätung veröffentlicht Universal jetzt anlässlich des runden Wiegenfestes Schulzes gesamten Katalog der 70er und 80er Jahre auf 180gVinyl und digital, alle Titel neu gemastert vom Experten Eroc. Wiederzuhören sind also die ersten 20 Alben, die der Elektronikpionier von 1972 bis 1988 produzierte. Zusätzlich gibt es noch die beiden letzten Scheiben, die er unter dem Pseudonym Wahnfried herausbrachte und bislang nur auf CD erhältlich waren+++
Ringo Starr begibt sich nach längerer Abstinenz in diesem Jahr wieder auf Deutschland-Tour. Vom 9. bis 17.6. kommt der einstige Beatles-Schlagzeuger mit seiner All Starr Band für vier Shows über den Atlantik und hat dafür sowohl seine eigenen Hits als auch ein buntes Potpourri der populären Musikgeschichte angekündigt. Mit ihm werden Steve Lukather (Toto), Richard Page (Mr. Mister), Gregg Rolie (Santana, Journey), Todd Rundgren, Warren Ham (Bread, Kansas, Toto) und Drummer Gregg Bissonette auf der Bühne stehen und auch eigene Klassiker beisteuern. Starr hatte im letzten September mit GIVE MORE LOVE sein mittlerweile 19. Studio-Album veröffentlicht+++
Foto: © www.ringostarr.com
Jimi-Hendrix-Fans, aufgemerkt: Ab 9.3. ist der abschließende Teil der Trilogie, die mit VALLEYS OF NEPTUNE 2010 (USA #4) begonnen hatte und 2013 mit PEOPLE, HELL AND ANGELS (USA #2) fortgesetzt worden war, erhältlich. Er trägt den Titel BOTH SIDES OF THE SKY und bietet 13 zwischen 1968 und 1970 entstandene Studio-Aufnahmen, darunter zehn bislang unveröffentlichte Titel. Die Songs illustrieren Hendrix' Ambition, die Grenzen des Blues immer weiter auszuloten. Die meisten der Tracks wurden von dem Trio eingespielt, das als Band Of Gypsys bekannt werden sollte: Hendrix (g, voc), Billy Cox (b) und Buddy Miles (dr). Als Gastmusiker sind u.a. Stephen Stills, Johnny Winter, Duane Hitchings (p, Buddy Miles Express) zu hören. Auf "Hear My Train A Comin'” sind Drummer Mitch Mitchell und Bassist Noel Redding von der Original Jimi Hendrix Experience dabei – und bei "Cherokee Mist” zaubert Hendrix auf der Sitar+++
30 Jahren entstanden", sagte Lukather im Vorfeld der Veröffentlichung+++
Ihr 50-jähriges Bestehen feiern Procol Harum mit Unterstützung durch das Spezialistenlabel Esoteric Recordings: Aus diesem Anlass erscheint eine limitierte „Super Deluxe Box" mit dem Titel STILL THERE'LL BE MORE. Sie enthält fünf CDs: Drei lassen die wichtigsten Songs der Gruppenkarriere geballt ertönen. Disc 4 präsentiert das in Fankreisen als „legendär” gefeierte Konzert am 21.9.1973 im Hollywood Bowl, bei dem das Los Angeles Philharmonic Orchestra die Band begleitete. Der fünfte Silberling macht den bislang unveröffentlichten Showmitschnitt im Bournemouth Winter Gardens am 17.3.1976 nacherlebbar. Dazu kommen drei DVDs mit mehr als dreieinhalb Stunden weitestgehend bislang nicht zu sehender Footage, darunter Auftritte in TV-Shows wie „Top Of The Pops” oder „Beat-Club". Eine eigene DVD ist der gesamten 65-minütigen Session für den
„Musikladen" im Oktober 1973 gewidmet, die nie gesendet wurde! Wem das alles zu viel ist, der kann sich auch mit einer komprimierten 2-CD-Version begnügen+++ Mit dem Wort Legende wird oft und gerne allzu verschwenderisch umgegangen. Wenn es allerdings auf jemanden zutrifft, dann auf Joan Baez, die am 9.1. 77 Jahre alt geworden ist. Die Sängerin, Songwriterin und Politaktivistin, die auch Mitglied der Rock'n'Roll Hall Of Fame ist, hat für den 2.3. die Veröffentlichung ihres neuen „und dann auch letzten" Studio-Albums angekündigt, das den Titel WHISTLE DOWN THE WIND tragen wird. Direkt im Anschluss bricht sie von Schweden aus noch einmal zu einer großen Welttournee auf, die sie ab dem 25.3. auch zu acht Konzerten nach Deutschland führen wird. Für ihre ersten Studio-Aufnahmen seit zehn Jahren hat Baez Songs von Tom Waits, Josh Ritter, Anohni, Joe Henry, Mary Chapin Carpenter, Zoe Mulford, Eliza Gilkyson, Tim Eriksen und Richard Thompson neu interpretiert. „Da 2018 mein letztes Jahr mit einer ausgedehnten Tour sein wird, freue ich mich, mit einem wundervollen Album wieder on the road zu sein, auf das ich mehr als stolz bin", ließ sie vorab verlauten. Das mit ihr vereinbarte GoodTimes-Interview war allerdings erst für Ende Januar terminiert, also nach Erscheinen dieses Heftes. Näheres dann in der nächsten Ausgabe+++ 2010 hatten die Hannoveraner Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder (beide Fury In The Slaughterhouse) ihr gemeinsames Projekt aus der Wiege gehoben, das einfach ihren Nachnamen trägt. Bislang haben sie drei Studio-Alben herausgebracht und mehrere erfolgreiche DeutschlandTourneen absolviert. SIEBEN HIMMEL HOCH wird das nächste Werk heißen und am 1.6. erscheinen. Im Herbst wird die Combo dann in 26 Städten Deutschlands live zu erleben sein+++
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Die ersten Bands für das diesjährige FinkiFestival am 10./11.8. stehen fest: Neben den Gastgebern Guru Guru werden Amon Düül II, Jane und Epitaph im hessischen Finkenbach einheizen. 2018 feiern Mani Neumeiers Guru Guru ihr 50-jähriges
New album out on Yep Roc Records February 23rd
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Bestehen – neben dem eigenen Festival sind bereits 50 Konzerte gebucht. Dabei will Mani „Elektrolurch" Neumeier, Enfant terrible der deutschen (Kraut-)Rockmusik, einen Querschnitt von den Anfangstagen bis in die Neuzeit anstimmen. Zum Jubiläum ist natürlich ein neues Album in Arbeit, das am 12.4. erscheinen wird, rechtzeitig zum Tourbeginn+++ „Aufgrund unseriösen Geschäftsgebarens der verantwortlichen Agentur", so Bandleader Michael Sommerhoff, haben Piledriver Ende vergangenen Jahres ihre Beteiligung an der Nazareth-Tour kurzfristig abgesagt. Die Zeit nutzte die Status-Quo-Coverband, um die Arbeiten am Nachfolge-Album für BROTHERS IN BOOGIE voranzutreiben. ROCKWALL wird voraussichtlich 13 Tracks enthalten, zwölf davon aus eigener Feder. „Als Tribut an Rick Parfitt haben wir den SQ-Titel 'Rockers Rollin'' vom 1977er ROCKIN' ALL OVER THE WORLD-Album in den Fokus genommen – wir arbeiten eine neue, zeitgemäße und mit eigenen Elementen versehene Version aus, die als Bonustrack den Weg auf das Album finden wird", verriet Sommerhoff im GoodTimes-Gespräch, ebenso, dass die Scheibe Mitte April erscheinen soll. „Ende 2018 wollen wir dann eine weitere Show filmen, in der wir im Wesentlichen unser Songmaterial präsentieren und die wir zu einem späteren Zeitpunkt als Blue-ray veröffentlichen möchten"+++ Ihre Fans haben die reaktivierten The Brandos darüber entscheiden lassen, zu welchen fünf Songs des neuen Albums
Wochen zuvor bei einem Flugzeugunglück ums Leben+++
LOS BRANDOS sie Videos drehen solle. Als Anhängerfavorit kristallisierte sich laut Bandleader Dave Kinkaid schnell "Señor Coyote" heraus, gefolgt von "What Kind Of A World", "Suffer In Silence", "Woodstock Guitar" und "Querer A Los Niños". Die ersten Dreharbeiten gingen unmittelbar vor Weihnachten in Staten Island, New York, über die Bühne+++
OVER AND OUT wird das posthum am 23.3. erscheinende Solo-Album von Rick Parfitt heißen, der an Weihnachten 2016 verstorben war. Nachdem Parfitt seinen Gesang und seine Gitarre bereits weitestgehend komplett eingespielt hatte, war für Februar 2017 eine abschließende Session geplant. Und so sprangen Queens Brian May und Chris Wolstenholme von Muse in die Bresche, die beide mit dem Status-Quo-Mitbegründer befreundet waren. Auch Rick Parfitt Jr. war in den Kreativprozess involviert, ebenso die beiden Quo-Bassisten John „Rhino" Edwards und Alan Lancas ter. Die Songs des Albums machten Parfitts zwei große musikalischen Vorlieben hörbar, so Produzent Jo Webb: die Neigung zu rauem bis rohen Rock'n'Roll und die Leidenschaft für eingängige Melodien. Erscheinen soll OVER AND OUT in zwei Versionen: in einer offiziellen, etwas gefälligeren Ausführung und in einer „puren", also derb-rohen Fassung als Special Edition für Parfitts Fans+++
Simon Phillips, einer der meistgefragten und in diversen Genres profilierten Drummer, ist Opfer der Waldbrände in Kalifornien geworden: Sein Haus inklusive Studio brannte binnen 20 Minuten bis auf die Grundmauern ab, das Feuer kostete seinen Hund Bear das Leben – seine Verlobte Billie Rainbird kam mit dem Schrecken davon. Während des Feuers spielte Phillips gerade mit Protocol die erste Show ihrer geplanten US-Tour im New Yorker Club Iridium+++ „Das Musikradio" – immer freitags zum Erscheinen unseres Heftes gibt es eine GoodTimes- Sondersendung (19 bis 20 Uhr), in der die neuesteAusgabe vorgestellt wird (die Sendung wird dann mehrfach wiederholt). „PopStop" sendet Musik t itel mit Format – ohne formatierte Musikzusammenstellung+++
Die Konzertreihe „Wings Of Freedom" führte die Man Doki Soulmates 2017 auf die Bühnen der schönsten Konzerthäuser in Paris, London, Berlin und Budapest. Die „renitenten musikalischen Rebellen
Am 8. Januar ist Otis Reddings Soulhymne ”(Sittin' On) The Dock Of The Bay” 50 Jahre alt geworden, die es in den USA bis auf Platz 1 der Charts schaffte. In der „GrammyWoche", die nach 15 Jahren in Los Angeles erstmals wieder in New York gefeiert wird, findet aus diesem Anlass am 25.1. eine Jubiläumsfeier im Apollo-Theater statt. Dann ist der Song auch als goldfarbene Vinyl-7"Single erhältlich – ebenso eine bereits im Dezember erschienene 7-LP-Box mit den originalen Monomixen aller seiner StudioAlben. ”(Sittin' On) The Dock Of The Bay” gehört zu der Handvoll von Liedern aus den 1960er Jahren, die inzwischen über 100 Millionen Streams auf Spotify verzeichnen. Die Single bietet die rare Originalversion des Songs, die kürzer als die Albumfassung ist und für die Reddings Stimme leiser gemixt wurde. Aufgenommen hatte er die Nummer am 22.11.1967, er erlebte die Veröffentlichung nicht mehr: Er kam vier
und idealistischen Freidenker" wollen laut Bandleader Leslie Mandoki nun ihre „Stimme erheben und versuchen, Brücken zu bauen und einzustehen für eine tolerante, bunte und freie Welt", und zwar nicht fern vom amtierenden USPräsidenten Donald Trump: Anläss lich der 60. Grammy-Awards-Verleihung ist ein Soulmates-Konzert im Big Apple gebucht, und zwar für den 29.1. im altehrwürdigen New Yorker Beacon Theatre. Angekündigt für diesen Abend sind Nick van Eede (Cutting Crew), Chris Thompson (Manfred Mann's Earth Band), Bobby Kimball (Toto), Mark Hart (Supertramp), Till Brönner, Randy Brecker (Brecker Brothers), Bill Evans (Miles Davis Band), Klaus Doldinger (Passport), John Helliwell (Supertramp) und Cory Henry (Snarky Puppy)+++
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Stichwort Bobby Kimball: Der einstige Toto-Frontmann kommt nun endlich zu den lange angekündigten Soloshows in seine zweite Heimat Deutschland. Ab dem 2.4. Seite
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Music from the 60s to the 80s
will er mit sechs Shows sein jüngstes Solowerk WE'RE NOT IN KANSAS ANYMORE (und natürlich seine Klassiker) live präsentieren+++ Nach einer Veröffentlichungspause von rund 30 Jahren melden sich die vor einiger Zeit live reformierten Fargo (zunächst 1973–1984 aktiv) am 25.5. mit dem Album CONSTELLATION zurück. Zu hören sind darauf Originalsänger/Gitarrist Peter Ladwig und Urbassist Peter Knorn sowie Arndt Schuz (g; Ex-Harlis, Jane) und Drummer Nikolas Fritz (Mob Rules)+++ Obwohl sich Lutz Graf-Ulbrich alias Lüül immer noch auf seiner „Wanderjahre"-Abschiedstournee befindet, schickt das mittlerweile 65-jährige musikalische Enfant terrible Grüße zum neuen Jahr aus dem Candy Bomber Studio in Berlin-Tempelhof. Dort arbeitet er mit Tonkutscher Ingo Krauss sowie Produzent Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic) an seinem neuen Longplayer FREMDENZIMMER, der im Mai erscheinen soll. Anschließend geht es wieder auf Tour+++ Drei Doppelkonzerte wird Peter Hammill (Ex-Van Der Graaf Generator) bei seiner für Mai gebuchten Deutschland-Tour spielen: In Nürnberg, Dortmund und Berlin wird er dabei auch Songs seines jüngsten, sehr reduziert und sparsam arrangierten Studiowerks FROM THE TREES live anstimmen.. Die seien speziell eigens für eine Livepräsentation angelegt und basierten meist auf Gitarre und Piano plus Stimme, ließ Hammill im Vorfeld verlauten. Der 69-Jährige wird dabei alleine auf der Bühne agieren. Zugleich kündigte er an, dass er an beiden Abenden an den jeweiligen Orten komplett unterschiedliche Programme spielen werde+++ Als „die definitive Blues-Kollektion von in Chicago ansässigen Musikern von den späten 1940er bis Ende der 1950er Jahre" preist das UK-Label Wienerworld nicht unzutreffend die 5-CD-Box DOWN HOME BLUES CHICAGO FINE BOOGIE an. Sind darauf doch insgesamt 41 für die Entwicklung der Chicago-Bluesszene wichtige Künstler vertreten – natürlich Größen wie Muddy Waters, Howlin' Wolf, Elmore James, Little Walter, Sunnyland Slim, Sonny Boy Williamson, Billy Boy Arnold, J.B. Lenoir oder Jimmy Rogers, aber es gibt auch weniger geläufige Namen zu entdecken wie Gray Haired Bill, John Brim, Johnny Shines oder James McCain. Geboten werden insgesamt 134 rare und remasterte Tracks, darunter auch einige bislang nicht erhältliche, und ein 88-seitiges Buch des renommierten Blueshistorikers Mike Rowe zur Entstehung der dortigen Szene und deren goldene Jahre zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den Sixties+++ So hätte man das neue Jahr auch gerne begonnen: Vom 2. bis 7. Januar war die „Moody Blues Cruise" in der Karibik unterwegs und bot beste Unterhaltung: Waren doch neben den namensgebenden „Hausherren" Acts wie die Zombies, Al Stewart,
Alan Parsons, die Little River Band, Jefferson Starship, Ambrosia, Caravan, die Strawbs, Richie Furay, Shawn Phillips, Lighthouse, Young Dubliners, Jim Peterik, Ides Of March und Randy Hansen dabei, spielten eigene Sets, jammten miteinander und plauderten mit ihren Fans+++ Zuletzt trat Julian Dawson solistisch ein wenig kürzer, nachdem er als Produzent „ein bisschen Cajun und New Orleans reinschmuggeln" konnte ins jüngste Solowerk von Kumpel Wolfgang Niedecken. Außerdem sitzt der Engländer viel am Computer, um seine SpencerDavis-Biografie voranzubringen, die er im Februar fertig haben will, wie er GoodTimes wissen ließ. Dazu plant er wieder mit Helmut Zerlett zusammenzuarbeiten, als Duo Jules & Jumps. Und dann bereitet Dawson ein zweites Boxset mit einer Werkschau der Jahre 1997 bis 2017 vor, inklusive einiger unveröffentlichter Songs, darunter ein brandneuer mit Richard Thompson an der Gitarre+++
Nach der Kreuzfahrt waren die Zombies den Januar über mit ihrer „Odessey And Oracle 50th Tour" in den USA unterwegs, für den gesamten März haben sich Colin Blunstone, Rod Argent & Co. mit neuem Programm in den Vereinigten Staaten angekündigt+++ Vom 14. bis 21.10. findet auf Mallorca das „Full Metal Holiday Festival 2018" statt. Angekündigt sind dafür neben Doro, Dirkschneider, Ross The Boss und Kreator auch die Ingolstädter Melodic-Hard- Rocker-Rocker Bonfire, die dann Songs ihres neuen Studio-Albums präsentieren werden, das für März angekündigt ist+++ The Mission nehmen für 2018 erst einmal eine Auszeit. Wayne Hussey und seine Mitstreiter planen für dieses Jahr keine Tourneen, Festivals oder irgendwelche anderen Aktivitäten. „So können wir uns individuellen Projekten widmen und Verschiedenes aus unseren Systemen entfernen”, sagte Hussey. Über die schöpferische Pause trösten zwei „Rockpalast"-Auftritte 1990 (in der 86er Gründungsbesetzung) und 1995 hinweg, die demnächst via MiG erscheinen+++ In seiner Wahlheimat Heimat Irland gilt der in Liverpool aufgewachsene Nathan Carter inzwischen als der „No. 1 Artist", der in Dublin die 3 Arena pro Show mit 15.000 Tickets zweimal ausverkauft, über seine eigene TV-Show verfügt und dessen CD-Veröffentlichungen Gold- und Pla-
tinstatus erreichen. Jetzt will der 27-Jährige auch Deutschland erobern: Ende Mai kommt er erstmals auf Tournee hierher, um seine Songs anzustimmen – eine Mischung aus Country, Pop und CelticMusic. Im Gepäck wird er dann seine erste „Best Of"-Kompilation haben – immerhin hat er in den letzten zehn Jahren neun Alben veröffentlicht+++ Nach dem weltweiten Erfolg des CD/ DVD-Boxsets von Richard Thompson kommt jetzt die „Rockpalast"-Performance des britischen Musikers aus den Jahren 1983 und 1984 auch als Vinyl als Doppel-Gatefold heraus. Gleiches gilt für die Muddy Waters Band und ihren Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle im Dezember 1978. Auf CD/DVD gibt es demnächst den „Rockpalast"-Auftritt der Edgar Broughton Band vom 24.3.2006 wieder. Als Bonus spendierten die Brüder Rob „Edgar" und Steve Broughton unveröffentlichte Studio-Aufnahmen+++
– „alles fing im Mai 1968 mit den City Preachers an". Dazu wird seine legendäre Hammond B3 nach zweieinhalbjähriger Restaurierung in neuem Klang ertönen, und seine Entree Stiftung feiert zehnjähriges Bestehen: „Im neuen Jahr kommt einiges", versprach der französische WahlHamburger zum Jahreswechsel+++ Internationale Ehren für Dave Schmidt alias Sula Bassana: Das norwegische Label Pancromatic Records hat seine Doppel-LP THE APE REGARDS HIS TAIL – ORIGINAL SOUNDTRACK (drei bespielte Seiten) in einer limitierten 500er Auflage auf klarem Vinyl herausgebracht. Desgleichen THE NIGHT von 2009 ebenfalls auf klarem Vinyl, limitiert auf 300 Stück+++ Ab 8. März gehen die Schweizer PowerRock-Veteranen Gotthard zum zweiten Mal nach 1997 auf „Unplugged &
efrosted Tour". Dabei werden sie mehD rere Gastmusiker mitbringen, um alte und jüngere Hits in komplett neuen Arrangements anzustimmen – und Frontmann Nic Maeder wird erstmals diese Konzertform mit seinen Kollegen erleben+++ Nachdem Sänger Jeff Christie aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten muss, macht seine bisherige Band einfach als Christie Revival Band weiter und wird dabei von Gitarrist Kev Moore angeführt. „Ich habe Kontakt zu Konzertagenten in ganz Europa aufgenommen, um die Christie-Songs weiter live präsentieren zu können", berichtete Moore GoodTimes. Neben Christie-Repertoire spielen Moore und seine Mitstreiter Mike Koch (Bay City Rollers) und Andy Hawkins (Björn Again) auch reichlich Nummern von Creedence Clearwater Revival. Nähere Infos unter www.christie-revival.simplesite.com+++ Anzeige
Die Countryveteranen Truck Stop brechen im November zu ihrer Jubiläumstour anlässlich des 45-jährigen Bestehens auf. Aus diesem Anlass ist aufs Jahresende zu auch eine zehn CDs umfassende Box angekündigt. Die wird neben den klassischen Truck-Stop-Alben auch eine neue Scheibe der nach dem Abschied bzw. Tod der Frontleute Cisco Berndt und Lucius Reichling personell erneuerten Formation enthalten, in der inzwischen Andreas Cisek singt und Chris Kaufmann die Leadgitarre spielt+++ Kein Geringerer als Klaus Voormann liefert das Cover für das neue Album des britischen Blues-Rockers Stephen Dale Petit. Das hat dieser in der ersten Januarwoche gemastert, um es dann ins Presswerk zu liefern+++ SWEETZERLAND MANIFESTO heißt das neue, mittlerweile sechste Solo-Album des Aerosmith-Leadgitarristen Joe Perry, das er mit den Gastsängern Johnny Depp, Robin Zander (Cheap Trick), David Johansen (New York Dolls) und Terry Reid eingespielt hat. Das Album enthält zehn eigene Nummern sowie eine Version von "Eve Of Destruction", bei dem er selbst singt und Johnny Depp trommelt. Ebenfalls involviert waren neben Drummer Zak Starkey auch Perrys Söhne Tony und Roman. Im Juni wird Perry außerdem mit den Hollywood Vampires zu fünf Shows nach Deutschland kommen+++ Nachdem er seine gesundheitlichen Probleme überwunden hat, ist John Fiddler wieder aktiv. Er schreibt und nimmt neue Songs auf, sowohl mit Medicine Head als auch mit seinen alten Freunden Morgan Fisher und Ray Majors. „Das sind die drei verbliebenen British Lions!”, sagte Fiddler GoodTimes, und: „2018 wird es Veröffentlichungen geben, von Medicine Head und ... ???"+++ 2018 werden es 50 Jahre, dass Keyboarder Jean-Jacques Kravetz mit Udo Lindenberg und Inga Rumpf zusammenarbeitet GoodTimes 1/2018
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PagitaRecords Houman Ghadimi
Music from the 60s to the 80s
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VERSTORBEN
Warren Pete" Moore (*19.11.1938) war seit " der Gründung 1955 für den Bass bei Smokey Robinson & Miracles zuständig (bis 1978), schrieb Hits für Marvin Gaye und die Temptations und wurde 1987 in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen. Er starb an seinem 79. Geburtstag. Mel Tillis (*08.08.1932) machte sich einen Namen als Countrysänger und Hitlieferant für zahlreiche Kollegen wie Kenny Rogers, Webb Pierce, Ray Price oder Bobby Bare. Ein Atemstillstand kostete ihn am 19.11. das Leben.
Robert Lee Pops" Popwell (*29.12.1950) " bearbeitete seinen Bass bei den Young Rascals und den Crusaders, spielte für Aretha Franklin, B.B. King, Bob Dylan, Smokey Robinson, Al Jarreau, tourte mit Bette Midler und Olivia Newton-John – bis zum 27.11. Johnny Hallyday (*15.6.1943 als JeanPhilippe Léo Smet) genoss den Ruf des französischen „King Of Rock’n’Roll" und pflegte einen entsprechenden Lebensstil. In seiner Band spielte einst auch ein gewisser Mick „Foreigner" Jones, er veröffentlichte während seiner 57 Jahre währenden Karriere 79 Alben. Am Ende stoppte ihn am 5.12. der Lungenkrebs. Vincent Nguini (*Juli 1952) genoss große Aufmerksamkeit durch seine 30-jährige Zugehörigkeit zu Paul Simons Band – bis zu seinem Tod am 8.12. Roykey Wydh (*22.8.1955) war ein niederländischer Roots-, Reggae- und RaggaGitarrist, spielte mit/für Passport, Inga Rumpf, Snowball, Lionel Richie, Brian Auger und Linton Kwesi Johnson, veröffentlichte solo und verschmolz unterschiedlichste Stile zu ganz eigenem Creo-Roots-Rock – bis zu seinem Tod am 9.12. in München. Leon Rhodes (*10.3.1932) spielte bereits mit 16 regelmäßig im Radio, war ab 1960 als Leadgitarrist integraler Bestandteil von Ernest Tubb’s Troubadours und wurde von Country-(Rock-)Gitarristen geradezu ikonenhaft als der „Koloss von Rhodes" verehrt, spielte mit Willie Nelson, Waylon Jennings, Loretta Lynn und zahllosen anderen Großen der Szene. Er ging 2014 in den Ruhestand und verabschiedete sich am 9.12. in den Musikerhimmel. Warrel Dane (*7.3.1961) sang nach einer Ausbildung als Opernsänger bei den MetalBands Serpent’s Knight, Sanctuary und Nevermore. Der an Diabetes und AlkoholSeite
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Kurt Schulzke (Künstlername: Kusch) gehörte als Pianist zur Hamburger Szene rund um das Onkel Pö und die Fabrik und war mit seiner Musikgruppe Schulzkes Skandaltrupp häufig im Fernsehen zu erleben. Er arbeitete als Karikaturist, Illustrator und Kunstmaler, betrieb zeitweise auf Mallorca ein Tonstudio und lebte seit 2002 in Neumünster. Er litt an Diabetes, doch seinen Tod im Alter von 67 Jahren am 27.12. verursachten Krankenhauskeime.
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Claus Bubi der Schmied" Reinholdt trom" melte bei Zed Yago, Velvet Viper und der Jutta Weinhold Band. Er starb in der Nacht auf den 2.1. Rick Hall (*31.1.1932) war als Produzent, Label- und Studiobesitzer maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung und Erfolge des Muscle-Shoals-Sounds aus der gleichnamigen Stadt in Alabama; vor allem als Gründer der Florence Alabama Music Enterprises (FAME), in deren Studios Wilson Pickett, Aretha Franklin, Otis Redding, Little Richard, Arthur Alexander und Etta James aufnahmen. Später produzierte er Candi Staton, Bobbie Gentry und die Osmonds. Er starb am 2.1. Ray Thomas (*29.12.1941) war nach SkiffleAnfängen 1964 bei der Gründung der Moody Blues dabei und gehörte ihnen als Sänger, Flötist und Songschreiber bis 2002 an, als er sich ins Privatleben zurückzog. 2014 wurde bei ihm Prostatakrebs diagnostiziert, der ihn am 4.1. das Leben kostete, so dass er die Aufnahme in die Rock’n’Roll Hall Of Fame nicht mehr miterlebt.
Chris Tsangarides (*17.8.1956) begann seine Karriere als Toningenieur und Produzent in den renommierten Londoner Morgan Studios (später Battery Studios); zu seinen ersten Kunden gehörten Judas Priest. Auch wenn der Brite vor allem Hard’n’Heavy-Acts produzierte (Black Sabbath, Thin Lizzy, Mama's Boys, Anvil, Helloween), arbeitete er auch mit Acts wie wie Depeche Mode, Tom Jones oder Concrete Blonde. Er verließ den Regieraum seines Ecology Room Studios am 7.1. für immer. Denise LaSalle (*16.7.1939 als Ora Denise Allen) wuchs in Chicago auf und unterschrieb 1967 bei einem Chess-Sublabel. Sie landete in den 70er Jahren mehrere Soul/R&B-Pop-Crossover-Hits. Sie zog nach Jackson, Tennessee, wo sie ein Blues-Café eröffnete, litt aber zunehmend unter gesundheitlichen Problemen. Im vergangenen Oktober musste ihr das rechte Bein amputiert werden, am 8.1. hatte sie ausgelitten. Edward Fast Eddie" Clarke (*5.10.1950) " hat sich als Letzter der klassischen Motörhead-Besetzung mit Lemmy Kilmister und Phil „Philthy Animal" Taylor (1976–1982) von der irdischen Bühne verabschiedet. Der Gitarrist, der zuvor mit Curtis Knight bei der Bluesband Zeus gespielt hatte, verließ das Trio im Mai 1982 wegen musikalischer Differenzen und gründete seine eigene Combo Fastway. Eine Lungenentzündung kostete ihn am 10.1. das Leben. Danny Woods (*10.4.1944) sang in Detroit bei den in den 70er Jahren erfolgreichen Chairmen Of The Board und verstummte am 12.1. für immer.
Bart Sloothaak (*23.12.1944), der frühere Manager der legendären Wisseloord Studios im niederländischen Hilversum, ist am 6.1. verstorben. Nicht zuletzt dank seiner Arbeit nahmen Stars wie Paul McCartney, Elton John, Tina Turner, U2, die Scor pions, Iron Maiden oder Def Leppard dort auf. Er produzierte auch selbst, beispielsweise Ad Vanderveen und Nadieh. n
Music from the 60s to the 80s
Dolores O'Rhiordan (*6.9.1971) war von 1990 bis 2003 und nochmals von 2009 bis 2017 singende Frontfrau der irischen Band The Cranberries, für die sie auch meist die Songs verfasste. Die vierfache Mutter hielt sich zu Jahresbeginn für Plattenaufnahmen in London auf, wo sie am 15.1. überraschend starb. Die Todesursache war zu Redaktionsschluss unbekannt. Edwin Hawkins (*18.8.1943) führte in Kalifornien die Edwin Hawkins Singers an, die sich 1969 mit "Oh Happy Day" in allen Ohren festsetzten. Melanie ließ sich später von ihnen begleiten. 1982 gründete er das Edward Hawkins Music And Art Seminar, zu dem sich seither alljährlich Gospelmusiker treffen. Er starb am 15.1. an Krebs.
Fotos: © NikMa Verlag
Pat DiNizio (*12.10.1955) war 1980 Gründungssänger (und Rhythmusgitarrist) der New Yorker Garagenrocker Smithereens, die auch Power-Pop-Melodien nicht scheuten und bis zum Tod ihres Vokalisten am 12.12. aktiv waren.
Mitch Margo (*25.5.1947) sang als Tenor bei den Tokens, auch bei ihrem #1-Hit "The Lion Sleeps Tonight" (1961). Mit der Gruppe war er bis zu seinem Tod am 24.11. unterwegs.
France Gall (*9.10.1947) war in ihrer Heimat Frankreich erfolgreich, gewann für Luxemburg 1965 den ESC und wurde auch hierzulande mit Liedern wie ihrer Ode an Ella Fitzgerald, "Ella, elle l’a" (#1, 1988), erfolgreich. Sie musste private Tiefschläge wie den Tod ihres Mannes und musikalischen Partners Michel Berger und ihrer Tochter Pauline (Mukoviszidose) wegstecken, überwand zunächst eine Krebserkrankung, der sie dann aber doch am 7.1. erlag.
Malcolm Young (*6.1.1953) war hinter den Aushängeschildern Bon Scott/Brian Johnson und Bruder Angus stets der Maschinenraum der 1973 von ihm gegründeten Aussie-Rocker AC/DC und prägte deren klangliches Erscheinungsbild mehr als weithin wahrgenommen. Er litt seit Jahren an Demenz, zog sich 2014 zurück und starb am 18.11.
Richard Dobson (*19.3.1942) hing in den 70er Jahren mit Townes Van Zandt, Guy Clark, David Allan Coe, Steve Earle oder Rodney Crowell in Texas zusammen, die auch teilweise Songs von ihm aufnahmen, desgleichen Carlene Carter & Dave Edmunds. 1999 zog er in die Schweiz und veröffentlichte regelmäßig Alben, zuletzt 2014 GULF COAST TALES. Er verabschiedete sich am 16.12. für immer.
Charles Chuck" Henry Mosley III " (*26.12.1959) sang von 1984 bis 1988 bei Faith No More, gegen die er anschließend des Geldes wegen prozessierte: Er kam später aber auch öfter wieder zu ihnen auf die Bühne. Dann stieg er bei den Bad Brains und Cement ein, bis er am 9.11. zu viel Heroin konsumierte.
Keely Smith (*09.3.1928) sang Jazz und Pop, nahm viel mit Ehemann Louis Prima auf, feierte Erfolge in den 50er und 60er Jahren. Ihr größter Hit war 1958 "That Old Black Magic”. Sie sang bei der Amtseinführung von Präsident John F. Kennedy und gab bis wenige Jahre vor ihrem Tod am 16.12. noch Konzerte.
Hans Vermeulen (*18.9.1947) machte sich als Sänger, Gitarrist, Keyboarder und Produzent in seiner Heimat Niederlande einen Namen. Er startete 1961 mit der Band Sandy Coast, war dann bei Rainbow Train und emigrierte in den 90er Jahren nach Thailand. Vom Tod überrascht wurde er aber in Voorburg am 9.11.
problemen leidende US-Amerikaner starb während der Arbeit an einer Soloplatte am 13.12. im brasilianischen Sao Paulo.
Tommy Keene (*30.6.1958) feierte in den 80er Jahren Erfolge als New-Wave- und Power-Pop-Musiker. Er starb am 24.11. unerwartet, aber friedlich im Schlaf.
Pentti Whitey" Glan (*08.7.1946), gebür" tiger Finne, wanderte nach Kanada aus und trommelte bei The Rogues, die sich in Mandala umbenannten, und Bush, arbeitete als Sessiondrummer u.a. für Alice Cooper, Lou Reed und Bette Midler. Nur wenige Tage nach der Diagnose Lungenkrebs verschied er am 7.11.
David Cassidy (*12.4.1950) begann wie seine Eltern als Schauspieler, avancierte dann in den 70er Jahren dank der TV-Serie „The Partridge Family" und eigener Hits zum TeenieIdol. Auch nach dem Abflauen der Hysterie nahm er weiter auf und gab Konzerte. Auf seiner 1985er-Single "The Last Kiss" sang ein gewisser George Michael Chor. Er war in Las Vegas zu erleben und hatte öfter Ärger mit der Polizei und Justiz wegen Alkoholmissbrauchs und häuslicher Gewalt. Leber- und Nierenversagen kostete ihn am 21.11. das Leben.
John O'Brien Docker (*25.12.1938) war in den 60er Jahren eine der prägenden Gestalten nicht nur der Hamburger Szene, vor allem als Kopf (Komponist/Texter/Musiker) der City Preachers, der ersten deutschen Folk-Rock-Gruppe, aus der spätere Größen wie Alexandra, Udo Lindenberg, Inga Rumpf, Jean-Jacques Kravetz hervorgingen. Der einstige Bankangestellte textete für Lucifer’s Friend, produzierte Peter Maffay, arbeitete mit Rolf Zuckowski zusammen, arrangierte für Volker Lechtenbrink, schrieb Songs für Randy Pie, Dieter Hallervorden, Demis Roussos, Windows, die Pepe Lienhard Band und Tina Rainford. Sein Tod am 03.08. nach langer Krankheit wurde außerhalb der Hansestadt kaum bekannt.
Foto: © Carmen Wiendl
© Samantha Casolari
Foto: © Willi Kuper
Neil Young
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... und der Irrtum vom ewigen Folkie
Von Jens-Uwe Berndt
Wer eine personifizierte Entsprechung zur Hippiekultur der Spätsechziger sucht, stößt zwangsläufig auf Neil Young. Denn das, was man sich damals gemeinhin unter einem Blumenkind vorstellte, verkörperte dieser Musiker aus Kanada: Abgerissen, die Gitarre über der Schulter und die Mundharmonika in der Gesäßtasche torkelte Young durch die Zeit. Konventionen schienen ihm völlig egal, politisch bezog er allerdings mit Nachdruck Stellung. Ein Folkie, klar doch. Und "Heart Of Gold" war die Titelmelodie zum Soundtrack seines Lebens – schien es. Doch spätestens, als er The King is gone, " but he's not forgotten. Is this the story of Johnny Rotten?" herauswimmerte, passte er nicht mehr ins Bild von Ernte", Goldrausch" und Strand". " " "
ls Neil Young seine Gitarre explodieren ließ und in einem Akt der Klanggewalt den Hippietraum im wahrsten Wortsinn zerstampfte, wurde auch dem letzten Pot rauchenden Folk-Prog-Intellektuellen klar, dass eine neue Zeit angebrochen war. "Hey Hey, My My (Into The Black)" kam im Juli 1979 völlig unvermittelt. Der Song beendete Youngs zehntes Album (LONG MAY YOU RUN, 1976, von der Stills-Young-Band nicht mitgezählt), das eigentlich eine Livescheibe war. Allerdings waren die Publikumsgeräusche auf RUST NEVER SLEEPS im Wesentlichen getilgt, was den Eindruck einer ungekünstelten Studioproduktion vermittelte. Auch wenn die LP mit dem akustischen Folkstück "My My, Hey Hey (Out Of The Blue)" zumindest musikalisch eher altbacken begann, schwelte es im Text bereits. Da war vom gegangenen König die Rede, der nicht vergessen sei. Die Geschichte würden jetzt aber andere schreiben, Leute wie der Sex-Pistols-Sänger Johnny Rotten zum Beispiel. Und schließlich sei es besser auszubrennen, als langsam zu verblassen („It's better to burn out than to fade away"). Für Youngs Generation waren das schmerzliche Worte. Denn es waren nicht nur eine Menge der Besten auf der Strecke geblieben, langsam schienen die Idole der Sixties keine Rolle mehr zu spielen.
Text eine Deutungsdimension, dass einem Angst und Bange wurde. Und die Gitarrenorgie verließ den Pfad des Wohlklangs nicht nur einmal. In den schreienden Soloparts des Kanadiers schwangen Trauer, Verzweiflung, Resignation und Wut mit. Zu betrauern gab es eine Menge – und seien es nur all die viel zu früh Dahingeschiedenen: Jim Morrison (Doors), Janis Joplin, Brian Jones (Stones), Alan Wilson (Canned Heat), Duane Allman (Allman Brothers), Jimi Hendrix, Keith Moon (The Who), Elvis Presley … Auch Neil Young war mal angetreten, um mit Liedern die Welt ein bisschen besser zu machen. Geklappt hat das nie. Schlimmer noch, er und seine Zeitgenossen schienen es gehörig verkackt zu haben. Zwischen Drogen und Alkohol in einem sittenwidrigen Business dämmerte es auch Neil Young, dass das einmal alles ganz anders gedacht war. Er drohte zwar nicht, von der Bildfläche zu verschwinden, und vergoldete seine Veröffentlichungen in Großbritannien und den USA regelmäßig. Der Aufwand, der aber mittlerweile dahintersteckte, konnte schon wütend machen. Unter sternenklarem Nachthimmel mal eben verträumte Weisen zu erfinden, sie bei einem Bourbon fix im nächstbesten Studio aufzunehmen und dann ein paar Hits zu landen, war nicht. Und der Druck der Nachrücker nahm zu …
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oung ließ seine Anhänger auf der gesamten A-Seite schwelgen – in bittersüßen Melodien, die von einem klaren Akustikgitarrenklang getragen wurden. Und dass er mit seiner Band Crazy Horse auf der B-Seite heftig in die Saiten griff, war nichts Ungewöhnliches. Young rockte seit den 60er Jahren immer mal wieder. Aber "Hey Hey, My My (Into The Black)" sprengte den Rahmen. Als Gegenstück zum Opener "My My, Hey Hey (Out Of The Blue)" konzipiert, zerrieb es diesen förmlich zu Staub. Plötzlich erhielt der leicht abgeänderte Seite
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anz so viel Melancholie lag da aber gar nicht in diesem "... (Into The Black)". Neil Young beweinte weder den King, noch malte er ein bedrohliches Johnny-Rotten-Szenario. Es war alles viel schlimmer: Neil Young hatte sich verbrüdert. Die Brachialversion der Folkhymne ging auf eine Jamsession mit den US-amerikanischen Elektro-Punks Devo zurück. Ausgangspunkt war die Produktion des Films „Human Highway", die 1978 in San Francisco begonnen hatte. Die abgefahrene Story – ein Diner-Betreiber will die nahegelegene Stadt
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eil Young hatte Devo ein Jahr zuvor im Starwood Club in West Hollywood live gesehen – und er war hingerissen. Diese völlig irre Liveshow besaß mehr Subversion als alle Weltverbesserer der Spätsechziger zusammen. Wie Recht er damit hatte, zeigte sich darin, dass Devo von den „alten Fürzen" am „Human Highway"-Set nahezu angewidert waren. „Wir waren von der gesamten Situation abgestoßen", sagte Devo-Sänger Mark Mothersbaugh (er verkörpert in der Band Booji Boy) vor sieben Jahren in einem Interview. „Als wir Dennis Hopper trafen, dachte ich, er sei geistig zurückgeblieben. Er konnte seinen Text nicht sprechen, keinen Satz. Er ignorierte einfach jede ihm gewiesene Richtung. Im Film spielte er einen Aushilfskoch. Dabei hantierte er mit einem Messer und verletzte Sally Kirkland wirklich heftig. Sie hat Neil Young am Ende verklagt." Die Besetzung wirkte auf Mothersbaugh wie eine Resterampe von Leuten, die keiner mehr wollte: „Russ Tamblyn, Dean Stockwell, Dennis Hopper – sie waren alle diese Art von verlorenen Seelen."
längst zu den neuen Chaoten aufgeschlossen, was er auch mit "My My, Hey Hey" zu demonstrieren versuchte. Folkies hielten sich damals vermutlich ebenso die Ohren zu wie Punks. Während es sich bei ersteren um ein Relikt aus den Fünfzigern und Sechzigern handelte, war auf die anderen der Abgesang schon angestimmt. Aber diese beiden Szenen waren gar nicht Youngs Zielgruppe – die entwickelte sich erst in der ersten Hälfte der 80er Jahre, und deren Musik bekam um 1987 herum den Namen Grunge.
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ls im Oktober 1989 das Album FREEDOM erschien, ähnelte es nicht nur in der Dramaturgie RUST NEVER SLEEPS, es markierte ebenso wie sein © Pressefoto
abfackeln, die an ein Atomkraftwerk grenzt, das vor dem Super-GAU steht – bedurfte durchgeknallter Darsteller. Und die fand Young in den Devo-Musikern. Er besetzte sie als Kraftwerksmitarbeiter, die die letzte Schicht vor dem gro ßen Knall fuhren. Am Ende des Streifens hämmerten die Chaoten mit Bernard Shakey alias Neil Young ein Punk-affines "Hey Hey, My My" heraus, dass die Leinwand verglühte.
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ls Neil Young den Devo-Musikern für die den Film beschließende Jamsequenz die Akkorde erklärte, hakte Bassist Gerald Casale das Ganze als „Hippie-Style" ab, weshalb die Gruppe in der gemeinsamen Version nicht nur tüchtig das Tempo anzog, sondern auch klangliche Unverschämtheiten einfließen ließ. Young fühlte sich inspiriert wie lange nicht und schuf hier die für den Song so typische ekstatische Gitarrenvergewaltigung. Dass er am Ende das Säuglingsbett demolierte, in dem der gummimaskierte Mothersbaugh saß, war nicht geplant. EbenNeil Young-Discographie in so wenig, dass er dessen Synthesizer übel mitspielte. Aber Youngs irrer Blick GoodTimes Edition Discographien sprach Bände. Darauf angesprochen, Vol. 5 – siehe Shop Seite 33 verhehlte Mothersbaugh nie, dass er das eigentlich nicht so witzig gefunden habe.
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ichtig voll wird das Maß aber erst, wenn man erfährt, dass selbst der Plattentitel aus dem Hause Devo stammte. Um 1976 ihren Kurzfilm „The Truth About De-Evolution" realisieren zu können, brauchte die Band Geld. So um die 3000 Dollar sollen es gewesen sein, die es galt zusammenzubringen. Speziell dafür gründeten Mothersbaugh und Gerald Casale eine Design-Firma, die auch für ein in Akron, Ohio, ansässiges Unternehmen namens Rust-Oleum arbeitete. Die beiden Kreativköpfe entwarfen den Slogan „Rust Never Sleeps" und druckten ihn auf T-Shirts und Unterhosen. Eine davon trug Mothersbaugh bei den „Human Highway"-Dreharbeiten, und schon hatte Neil Young den Titel für sein neues Album.
Pendant den Übergang in eine neue musikalische Epoche. Kernstück des Albums wurde "Rockin' In The Free World". Eine akustische Version des Songs eröffnete die LP, eine hart rockende beschloss sie. Und dieser Rauswerfer hatte es in sich, ergoss sich die fast simpel strukturierte Nummer doch wie eine Heavy-Rock-Walze aus den Boxen, bereit, alles umzublasen. Zeit wurde es ja auch. Nicht nur, dass die Popmusik in einer Sackgasse unsäglicher Wiederholungen festgefahren war, auch die US-Metal-Szene hatte ihren subversiven Charme längst verloren und wurde von Pop-affinen Schönlingen dominiert.
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a klang "Rockin' In The Free World" fast wie ein Fanal. Aber es steckte im ersten Moment wieder einmal bei weitem nicht so viel dahinter, wie von Verehrern aus dem Musikgeschäft, Fans und Journalisten hin eininterpretiert wurde. „Ich habe dieses Lied unterwegs geschrieben", erzählte Neil Young später über den Entstehungsprozess. „Ich kann mich wirklich nicht mehr genau erinnern, außer dass ich weiß, dass ich es in meinem Bus geschrieben habe. Ich dachte an die erste Zeile: ,Keep on rockin' in the free world.' Ich sagte mir: Oh Gott, das sagt wirklich etwas, aber es ist so ein Klischee, es ist so schrecklich, es ist so offensichtlich – und da wusste ich, dass ich es benutzen musste."
rnüchternd? Keineswegs. Der Abgesang auf die Hippiekultur war echt. Nur steckte da weitaus weniger Wehmut drin, als die meisten geglaubt haben dürften. Neil Young hatte GoodTimes 1/2018
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as Stück hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich die jungen aufstrebenden Grungebands jener Zeit an Neil Young und seinen Rückkopplungsorgien auf Platten mit der Band Crazy Horse erinnerten. 1991, in dem Jahr, als Grunge explodierte, versäumten es weder Pearl Jam noch Nirvana oder ähnlich erfolgreiche Gruppen, Neil Young als maßgebliche Inspirationsquelle zu erwähnen. Und so kam es, dass Steve Martin von Tower Records dem Kanadier im © Pressefoto
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bwegig war das keineswegs, besaßen die härteren Young-Songs doch häufig eine ebensolche Schwermut, wie sie seinerzeit auch den Grungenummern zu eigen war. Und in Sachen Heftigkeit und Street Credibility nahmen sie sich nichts. Da erschien ein gemeinsamer Auftritt von Neil Young und Pearl Jam bei den MTV Music Awards 1993 fast schon logisch. Und wie gut die Seattle/San-Diego-Band mit dem Kanadier harmonierte, war unverkennbar. Erkannt hatten das auch Young und die jungen Melancholiker, weshalb das übernächste Young-Album von 1995, MIRROR BALL, auch als Gemeinschaftsproduktion erschien.
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ockin' In The Free World" galt gemeinhin als kritische Analyse des Zustands der USA in den Spätachtzigern, wurde wegen seiner Titelzeile aber gleichzeitig zur Hymne patriotischer Kreise. Das setzte sich fort, als Donald Trump die Nummer bei der Auftaktveranstaltung zu seinem Präsidentschaftswahlkampf 2015 als Hintergrundmusik nutzte. Neil Young schritt ein und bat Trump, den Song nicht weiter zu verwenden. Da Young in Interviews bereits erwähnt hatte, dass er in dem parteilosen, den Demokraten zugeneigten Bernie Sanders den richtigen Mann für das Präsidentenamt sehe, weil er bei ihm die meis ten Überschneidungen zu eigenen, ihm am Herzen liegenden Themen finde, hielten viele Youngs Veto gegen die Verwendung von "Rockin'" für ein klares politisches Bekenntnis. Schon ein Jahr nach dem öffentlich mit Trump ausgetragenen Zoff begründete Neil Young seine Bedenken lediglich damit, von dem Unternehmer nicht gefragt worden zu sein. Ansonsten habe er generell überhaupt nichts dagegen gehabt, dass Trump das Stück verwendete.
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nd dann kam TRANS. Die 1982 veröffentlichte LP gilt bei vielen Fans als das Schmuddelkind im Tonträgerfundus des Künstlers. Nie zuvor und nie mehr danach arbeitete Neil Young derart vordergründig mit Synthesizern. Im Rückblick sehen Kritiker nicht selten Bezüge zu Kraftwerks COMPUTERWELT (1981), wenngleich Young das selbst nie kommunizierte. Im Zusammenhang mit dem vom Musiker immer wieder erklärten Beweggrund für die LP tritt das musikalische Element dann auch bemerkenswert stark in den Hintergrund. „TRANS handelte von Roboter-Humanoiden, die in einem Krankenhaus arbeiten. Und das Einzige, was sie versuchen, ist, einem kleinen Baby beizubringen, einen Knopf zu drücken." Darum gehe es auf der Platte, meinte Young in Interviews. „Lies die Texte, höre all die mechanischen Stimmen, ignoriere alles außer diesem computerisierten Ding – und es wird klar: TRANS ist der Beginn meiner Suche nach Kommunikation mit einem Schwerbehinderten, einer Person, die nicht sprechen kann." Gemeint war sein Sohn Ben, der im November 1978 zur Welt gekommen war und bei dem Ärzte zerebrale Kinderlähmung diagnostiziert hatten. Bei Versuchen, mit seinem Sohn in eine Kommunikation einzutreten, habe er festgestellt, dass Ben auf Vocodersounds stärker reagiere als auf die menschliche Stimme, was ihn veranlasst habe, beinahe in jedem TRANS-Song seinen Gesang mit dem Vocoder zu modifizieren. Das Stück "Transformer Man" sei gar vollständig von Ben inspiriert worden. Und, verdammt, Neil Young verstand es inmitten all der technisierten Klangwelt Rührung aufkommen zu lassen: Transformator-Mann … jeden Morgen/ Wenn ich in deine Augen schaue/Fühle ich mich durch dich elektrisiert … Transformator-Mann … schalte die Geheimnisse frei/Lass uns die Ketten abwerfen/Die dich noch niederdrücken.Wenngleich das Album als Flop galt (USA #19, UK #29, D #51), zählte es schon bald unter Indie- und Alternative-Bands der 80er Jahre als wichtige Inspirationsquelle: Sonic Youth coverten "Computer Age" und machten daraus eine Punknummer, die sich gewaschen hatte. Und den von Young TRANSformierten Buffalo-Springfield-Song "Mr. Soul" zerschredderten die Grunger von Love Battery.
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it FREEDOM, dem sich anschließenden RAGGED GLORY (1990) und dem Livefeuerwerk WELD (1991) leitete Neil Young den zweiten Abschnitt einer ungebrochenen Popularität ein. Das sah in den Achtzigern weitaus schwieriger aus. Wie so viele seiner Kollegen begab sich der Ex-Folkie auf unbekanntes Terrain. Um mitzuhalten? Um endlich anders sein zu können? Betrachtet man mit dem heutigen Wissen das Schaffen des Künstlers – mit all seinen Winkelzügen, Überraschungen, mit all diesen wahrhaft unkonventionellen Experimenten –, darf davon ausgegangen werden, dass Young sich sicher nicht auf einen verzweifelt geführten Wettlauf mit der neuen Musikergeneration einlassen wollte, sondern neue Musik und neue Soundmöglichkeiten als Chance betrachtete, sich von den selbst angelegten Fesseln zu befreien. RUST hatte dafür einen weithin vernehmbaren Anfang gemacht.
Foto: © Helmut Ölschlegel
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Kompositionen, Arrangements und Sounds wichen aber weit von dem ab, was der Musiker üblicherweise bot.
© Pressefoto
Dezember in der Zeitschrift „Pulse" einen Artikel widmete, der mit „The Godfather Of Grunge Rock" überschrieben war. Und als hätten die anderen Postillen nur darauf gewartet, galt der Titel fortan als gesetzt: Neil Young war der Pate des Grunge.
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AWKS & DOVES (1980) überraschte mit seiner strikten Beschränkung auf Folk und Country-Rock, RE-AC-TOR (1981) bot hingegen das, was man nach einer Zusammenarbeit mit Devo auch hätte erwarten können: Hier einiges als New Wave zu betiteln, ist kein Zeitgeistkrampf. Neil Young blieb zwar unverkennbar – allein sein Gesang ist in der Geschichte der Rockmusik einmalig –, Seite
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ie Verantwortlichen der Plattenfirma Geffen, die Neil Young frisch unter Vertrag genommen hatten, ärgerten sich. Eigentlich wollten sie den typischen Young von COMES A TIME (1978), HARVEST (1972) oder gar AFTER THE GOLD RUSH (1970). Stattdessen bekamen sie Computermusik oder, wie ein Jahr nach TRANS, Rockabilly auf EVERYBODY'S ROCKIN'. Die Firma klagte – und verlor. Man hatte dem Kanadier künstlerische Freiheit zugestanden. Was der schließlich weidlich ausnutzte: OLD WAYS (1985) war Country pur, LANDING ON WATER n
Music from the 60s to the 80s
(1986) synthetischer Pop und LIFE (1987) ein irrer 80s-Stilmix, der durchaus geplant wirkte. Trotzdem gilt es als das Album, das sich bis heute von seinen Solowerken am schlechtesten verkaufte.
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llerdings war ein "Heart Of Gold" von Neil Young auch nicht mehr zu erwarten gewesen. RUST hatte einen neuen Weg markiert – und den beschritt Neil Young konsequent. Trotzdem ist für viele, die vor allem die Musik der 70er Jahre lieben, seine einzige US-Nummer-1 das ihn charakterisierende Kriterium. Allerdings ist dies eine Wahrnehmung außerhalb des Fan-Daseins, denn bei echten NeilYoung-Anhängern taucht der Folksong extrem selten in den jeweils persönlichen Top Ten auf.
THE WEIGHT
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elbst weniger bewanderten Szenekennern dürfte 1972 aufgefallen sein, dass die Single "Heart Of Gold" irgendwie nach Bob Dylan klang. Was der natürlich registrierte – und kommentierte. Dylan: „Ich hasste das Lied, wenn es im Radio zu hören war. Ich mochte Neil Young immer, aber es störte mich jedesmal, wenn ich 'Heart Of Gold' hörte. Ich würde sagen: Das bin ich. Und wenn es wie ich klingt, sollte es auch ich sein."
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AUTHENTIC LATE 60s & EARLY 70s INSPIRED ROCK IN THE FINEST TRADITION OF THE GREATEST BANDS OF ALL TIME
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Foto: © Willi Kuper
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eil Young verehrte Bob Dylan tatsächlich. Und das so sehr, dass er sich zeitweise von der Musik des großen Vorbilds bedrängt fühlte. Nicht, weil sie womöglich im Radio zu präsent gewesen wäre. Vielmehr inspirierte ihn Dylans Sound dermaßen, dass es Neil Young manchmal schwerfiel, eine eigene Handschrift zu behalten. „Ich glaube, mir gefiel Bobs Musik so gut, dass es einen Punkt gab, an dem ich sie bewusst nicht hören durfte, weil sie mich so beeinflusste", erzählte Young seinem Biografen Jimmy McDonough. „Irgendwann merkte ich: Sollte ich sie zu viel hören, würde ich wie er."
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uch wenn "Heart Of Gold" Youngs Sorge, er könnte sich in einen zweiten Dylan verwandeln, im ersten Moment zu bestätigen scheint, unterscheidet sich der Song in Teilen doch erheblich von Bob Dylans Musik. Da wäre zuallererst GoodTimes 1/2018
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17.02.2018 - HU - A38 | Budapest 01.03.2018 - DE - Sudhaus | Tübingen 02.03.2018 - DE - Rainbow | Immenstadt 03.03.2018 - DE - Abdera | Biberach 08.03.2018 - DE - Exil | Göttingen 09.03.2018 - DE - Cadillac | Oldenburg 10.03.2018 - DE - Rockschicht | Viersen 21.03.2018 - CZ - Cross Club | Prag 22.03.2018 - DE - Lichtenfels | Paunchy Cats 23.03.2018 - DE - Matrixx | Nürnberg 24.03.2018 - DE - Eventhall Airport | Regensburg 04.04.2018 - DE - Lux | Hannover 06.04.2018 - DE - Music Hall | Worpswede 07.04.2018 - DE - Rider´s Cafe | Lübeck 11.04.2018 - DE - Bastard Club | Osnabrück 12.04.2018 - DE - KFZ | Marburg 13.04.2018 - DE - Live Music Hall | Weiher 14.04.2018 - DE - B-Hof | Würzburg 20% 26.05.3018 - CH - Mühle Hunziken | Rubigen RABATT more to come CODE:
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eil Young schrieb nie für Singles. So war "Heart Of Gold" zum Beispiel nicht etwa ein besonders gut gelungener Ausreißer. Vielmehr kann Young in seinem Backkatalog auf eine Vielzahl dieser schwermütigen Melodie-Orgasmen verweisen. Und die meisten davon erschienen nie auf einer 45er ("Heart Of Gold" sollte auch keine werden), sind auf den LPs geradezu versteckt. Dieser Umstand beschreibt seine Haltung zur Popularität sehr deutlich, denn Starruhm war ihm immer suspekt. Und so scheute er sogar, als "Heart Of Gold" so enorm durch die US-Hitparade jagte (Einstieg auf 62, sechs Wochen später Nummer 1). 1977 kommentierte er auf der Kompilation DECADE seinen Megahit ziemlich kritisch. „Dieses Lied brachte mich in die Mitte der Straße", schrieb Young. „Die Reise dorthin wurde bald langweilig, also ging ich zum Graben. Eine rauere Fahrt, aber ich sah dort mehr interessante Leute." Darüber hinaus betrachtete er den Singlemarkt als ein gefährliches Pflaster. Mitten im "Heart"-Hype sagte er dem „Melody Maker": „Ich habe eine Menge Künstler gesehen, die hängten sich an den Singlemarkt, obwohl sie eigentlich Albumleute waren … Sing les sind einfach zu machen, wenn du aber weise bist, bleibst du bei dem, was du wirklich bist … Ich hoffe nur, da ist nicht eine Single auf meinem nächsten Album."
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atürlich ziehen Erfolgsnummern massenweise Coverversionen nach sich. Der Reiz, einen Bissen vom Kuchen abzubekommen, ist einfach zu groß. Andererseits zeigen manche Adaptionen aber auch, dass ein Song es zum Klassiker gebracht hat, weshalb die unterschiedlichsten Leute begierig darauf sind, das Lied zu spielen und zu singen. Eine der ersten war bereits 1972 Betty Lavette, die das Stück zu einer Soulnummer umfunktionierte. Zu den aufregendsten gehören die Interpretationen von Tori Amos (Avantgarde-Alternative) und Black Label Society (Heavy-Southern-Rock). Und selbst eine BoneyM.-Variante ist durchaus hörbar.
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ie ausgehenden 60er Jahre waren politisch extrem aufgeheizt. Dort, wo sich junge Leute in den Fünfzigern und frühen Sechzigern in einen Generationskonflikt begaben, indem sie vorherrschende Lebensphilosophien auf den Kopf und Wertevorstellungen in Frage stellten, rebellierten sie später mit konträren politischen und äußerst sozialkritischen Haltungen. Die neuen Stars bezogen Stellung, hatten etwas zu sagen, trumpften auf, provozierten. Dabei machten sie auch nicht vor öffentlichkeitswirksamen Aktionen halt. Dass Musiker generell nicht zum Politiker taugen, sei dahingestellt (John Lennon ist dafür das beste Beispiel), meinungsbildend waren die Statements und Aktivitäten dieser Persönlichkeiten aber auf jeden Fall.
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enngleich es bereits damals eine vorherrschende politische Schlagseite gab, die antikapitalistisch daherkam und zum Teil radikale Züge trug, blieb die Meinungsvielfalt in der Rockmusik enorm groß. Auch hatten jene Idole die größte Strahlkraft, die es verstanden, ihre Ansichten und Ideologien mit Witz und Chuzpe vorzutragen.
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eil Young galt damals bereits als ein Musiker mit Standpunkt. Nationalistisches Gehabe lehnte er ebenso ab wie Rassismus, was ihn schließlich zu dem Song "Southern Man" verleitete. Lynyrd Skynyrd beantworteten den AnSeite
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griff auf den Südstaatler als lynchenden Ku-Klux-Klan-Barbaren mit der Nummer "Sweet Home Alabama", in der Young augenzwinkernd zurechtgewiesen wurde. Ein Dialog, wie er heute selbst in den USA nicht mehr möglich wäre.
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eil Young ist immer noch ein Künstler, der sich äußert, wenn er meint, dass es wichtig wäre, es zu tun. Und da sich derzeit in den Staaten so ziemlich alle öffentlichen Personen irgendwie an Donald Trump abarbeiten, gibt es dazu auch von Young reichlich Interviewschnipsel. Der Kanadier wirft dem aktuellen amerikanischen Präsidenten vor allem rassistische und frauenfeindliche Äußerungen vor, ohne dabei allerdings in Hysterie zu verfallen und Trump mit einer „eingeschlagenen Fresse" (Robert de Niro) oder einem „zu sprengenden Weißen Haus" (Madonna) zu drohen. Vereinnahmt wird Young von der Political-Correctness-Army aber trotzdem. Dabei hat er ein paar Schönheitsfehler, denn seine Haltung zur Entwicklung des Musikmarktes ist stockkonservativ. Bis vor wenigen Monaten lehnte er das Streaming noch strikt ab. Auch nörgelt er bis heute über den seelenlosen CD-Klang und digitale Aufnahmeverfahren.
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en krassesten Schritt, diese Ablehnung zu demonstrieren, unternahm er 2014, als er in einem Voice-O-Graph die LP A LETTER HOME einspielte. Der Voice-O-Graph ist eine Möglichkeit, ad hoc die eigene Stimme auf eine Platte zu bannen. Youngs Voice-O-Graph stand im Plattenladen von WhiteStripes-Gründer Jack White in Nash ville – und leistete genau das, was von solch einem Teil zu erwarten ist: basslose Musik mit einem Sound wie aus dem Telefonhörer, übersteuert und unter Lautstärkeschwankungen leidend, Hintergrundrauschen, Knacken und Knistern. Die Aktion Youngs wurde als Schrulle abgetan und verschwand schnell wieder aus dem kollektiven Bewusstsein, nervt bestenfalls noch ein paar Fans, die sich das Album voller Folk-Coverversionen ab und zu reinziehen. Allerdings ist es nicht abwegig, dass die Platte in nicht allzu ferner Zukunft mal als ein letztes Aufbäumen gegen den Computer-Overkill gelten könnte – und an Bedeutung gewinnt. © Warner, Emily Dyan Ibarra
die fast rührselige Melancholie, die sich durch das gesamte HARVEST-Album (1972) zieht. Und selbst wenn Bob Dylan traurige Balladen vortrug, blieben seine Strophen meist einer bänkelsängerischen Erzählstruktur verhaftet, während Young sein „goldenes Herz" durchgehend mit einer herzerweichenden M elodie austattete.
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enngleich Neil Young mit seinem Einsatz für die Umwelt thematisch auch ziemlich gut in die PC-Welle passt, betreibt er diesen Kampf ebenfalls recht verschroben. Erinnert sei dabei nur an sein Konzeptalbum GREENDALE (2003), zu dem es einen Film gibt, in dem alle Darsteller mit der Stimme Youngs dessen Songs singen. Am Ende steht die fast zehnminütige Hymne "Be The Rain" als verzweifelter Aufruf zur Rettung der Erde.
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ie Sorge um den Planeten und die Menschen, die auf ihm leben, ist bei dem granteligen Farmer mit Gitarre und Mundharmonika ein zentrales Thema. "Stand Tall" mit seiner fast schon schwermetallischen Brachialität ist dazu auf dem neuen Album THE VISITOR sein aktuellstes Statement. Es ist leicht, Trump-Kritik und Neoliberalismus hineinzuinterpretieren, allerdings sind einige Zeilen viel hintersinniger, als manch ein Feuilletonist seinen Lesern weismachen will: Stehe aufrecht für die Erde/Unser Planet kann lange leben/Gemeinsam können wir gewinnen/Solange du und ich/Aufrecht stehen. Manche sagen, wir leben in einer Zeit des Aufruhrs/Unsere Lebensweise wird auf den Kopf gestellt/Alte Ideen werden herausgestellt/Wie Verbrecher, die durch die Stadt zogen/Du kannst dich mit mir umwenden/Wir können uns diesem Feind stellen …
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eil Young kann man sich aus verschiedenen Richtungen nähern. Jene über Urteile anderer meidet man besser. Der Weg über seine Interviews ist ein steiniger. Versucht man es über Filme, die er drehte oder mit Musik unterlegte, droht man sich heillos zu verirren. Also bleibt das Wichtigste – seine Songs. Die sind ein bisschen wie Steine in einem reißenden Fluss, die man Sprung für Sprung nimmt, um auf die andere Seite zu kommen. Wer dabei seine Aufmerksamkeit verliert, kann ausrutschen, wer bei der Sache bleibt, findet aber das Ziel. n
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Die volle Gitarrendröhnung! JOE SATRIANI
Das ganze Leben von Joe Satriani scheint sich um sechs Saiten und einen Resonanzkörper zu drehen, auf den diese gespannt sind. Irgendwie schon", gibt er im Interview bereitwillig zu. Um lachend hinzuzufü" gen: Aber hey, da sind auch noch meine Frau und mein Sohn, die eine elementare Bedeutung für mich " haben! Ich hoffe, Rubina und Z. Z. lesen diese Zeilen, damit sie wissen, dass ich stets an sie denke …" Von Michael Fuchs-Gamböck
© Joseph Cultice
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an glaubt ihm die Begeisterung für die Familie sofort, wenn der New Yorker ins Schwärmen gerät. Allerdings: Die Gitarre ist die ganz große Leidenschaft, seit sich der heute 61-Jährige mit 15 das Spielen selbst beigebracht hat. Wobei: „Ich bin nach wie vor nicht vollkommen zufrieden, was mein Spiel angeht", stöhnt Satriani. „An manchen Tagen ist dieses Instrument eine wahre Zicke! Und das, obwohl ich es so verehre. Ich habe der Klampfe den Vorzug gegeben, denn als Junge habe ich Saxofon und Keyboards ausprobiert und war gar nicht mal schlecht. Aber die Gitarre – sie ist meine Obsession. Auch wenn sie mich immer mal wieder mies behandelt." Von diesem komplizierten Verhältnis ist allerdings nichts zu bemerken auf dem aktuellen Album WHAT HAPPENS NEXT. Aufgenommen hat Satriani diese zusammen Gitarrenvolldröhnung mit zwei weiteren Rockgroßmeistern, Ex-Deep-Purple Glenn Hughes am Bass und Red Hot Chili Pepper Chad Smith am Schlagzeug. Wie gewohnt instrumental, denn: „Man ist voll konzentriert auf den Sound, wenn man sich nicht um
einen Sänger kümmern muss", ist Joe sich sicher und meint das unbedingt ernst. „Außerdem macht man sich unabhängig von kommerziellem Denken. Das ist mir seit jeher wichtig. Ich will vor allem, dass die Ohren der Zuhörer brennen, sobald sie unsere Musik serviert bekommen. Wenngleich wir auch mal ruhigere Töne anschlagen, ganz in der Tradition etwa von Beethovens ‚Mondscheinsonate', im Übrigen für mich der Inbegriff von absoluter Romantik. Der taube Bursche hat es geschafft, ganz ohne Worte, nur mit Hilfe einiger simpler Töne, die Herzen speziell der Frauen reihenweise zu entflammen. Das imponiert mir sehr …" Neben der Promotion fürs neue Album, die er routiniert erledigt, rührt Satriani im Gespräch zudem die Werbetrommel für sein Liveprojekt, das ihn unter dem Motto „G 3" zusammen mit den Gitarrenkoryphäen John Petrucci (Dream Theater) und Uli John Roth (Scorpions) Ende März für vier Konzerte auch auf deutsche Bühnen führen wird. „Wir mögen nicht unbedingt enge Freunde sein", meint er, „dafür bewundern wir die Arbeit der anderen zu sehr. Aber wir gehen raus und stellen uns der Öffentlichkeit. Vom ersten Ton an ist dann nur noch pure Magie im Spiel."
„DIE GIBB-BRÜDER MÖGEN NICHT UNSTERBLICH SEIN, ABER IHRE MUSIK IST ZEITLOS“ THE TELEGRAPH, UK
MIT DEN HITS AUS DER KOMPLETTEN BANDGESCHICHTE: MASSACHUSETTS · STAYIN’ ALIVE · HOW DEEP IS YOUR LOVE · WORDS · YOU WIN AGAIN U. V. M. GoodTimes 1/2018 Music from the 60s to the 80s Seite 17
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ALBUM COVER ART GALERIE #12:
Wundertüt e n
DAVID BOWIE IMAGES 1966–1967
Mit dem rasanten Aufstieg der CD ab den 1980er Jahren drohte der guten alten Schallplatte das Aus. Doch Vinyl erlebt seit Jahren ein Revival. Viele Neuheiten sind auch als LP zu haben, ganz zu schweigen von einer Flut an Repros mit Oldiemate rial.Diese Entwicklung setzte nicht nur eine Debatte über die Sinnlichkeit analogen Musikhörens in Gang, der Blick fällt auch wieder auf die "Wundertüten", in denen die schwarzen Scheiben stecken: kunst voll gestaltete, großformatige Album hüllen. Ausgewählte Beispiele stellt diese Serie vor.
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eder fängt mal klein an … Diese Binsenwahrheit gilt auch für den am 8. Januar 1947 im Londoner Stadtteil Brixton geborenen David Robert Jones. Ehe er als Ausnahmekünstler mit dem Ruf eines „Chamäleons des Pop" in den Pantheon der Rockstars einzog, übte sich der angehende „hero" in allerlei Disziplinen. "Liza Jane" präsentierte ihn im Juni 1964 zunächst als Sänger und Saxofonisten der Band Davie Jones With The King Bees. Mit "You've Got A Habit Of Leaving" vom August 1965 wurde er zum Singer/ Songwriter für Davy Jones & The Lower Third, und ab Sommer 1966 erarbeitete er sich schauspielerisches Einfühlungsvermögen durch die Beziehung zu Tänzer/Pantomime Lindsay Kemp. Um Verwechslungen auszuschließen mit dem in jenen Tagen angesagten Sänger der Monkees, seinem Landsmann Davy Jones, gab er sich zudem den Künstlernamen Bowie – angeregt durch das Messer, das der historische Westernheld
DAVID BOWIE (1967), fotografiert von Gerald Fearnley
Von Horst Berner
Hall, Musical, Kabarett, Comedy und Folk als von Beat, Rock und Pop, erwies sich als Flop. Konsequenterweise kam es im April 1968 zum Bruch zwischen Bowie und Decca/Deram. Verheißungsvoll gestaltete sich dagegen die Begegnung mit Tony Visconti, der zu Bowies Langzeitproduzent werden sollte, bis zum letzten Album BLACKSTAR, das am 8. Januar 2016, zwei Tage vor dem Tod des Musikers, erschien. Zum Glücksfall wurde außerdem das von Bowies Manager Kenneth Pitt angeregte 28-minütige Werbevideo „Love You Till Tuesday" (1969) mit diversen Musikclips, darunter eine frühe Fassung von "Space Oddity". Die überarbeitete Version vom 11. Juli 1969 avancierte zum ersten David Bowie Hit (Platz 5 im UK) und (1967) wichtigsten Song auf
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David Bowie-Discographie in GoodTimes Edition Discographien Vol. 1 – siehe Shop Seite 33
der von Philips am 4. November 1969 auf den Markt gebrachten LP DAVID BOWIE (SPACE ODDITY). Über die „Weltraumkuriosität" dekodierte Bowie schließlich sein musikalisches Konzept, und als Kunstfigur Ziggy Stardust zündete er in den nächsten Jahren einen Knaller nach dem anderen. Spätestens 1973, als es die beiden Alben "The Laughing Gnome", UK-Single (1967) ALADDIN SANE und PIN UPS an die Spitund dänische Pressung (1973) ze der britischen Hitliste geschafft hatten, erinnerte man sich bei Deram an James Bowie berühmt geBowies kreative Anfänge. Die Singlewiederveröffentlichung des Noveltysongs macht hatte. Es folgten zwei "The Laughing Gnome” – mit Melodie-Anleihe bei "Tennessee Waltz" von King/ weitere Singles, "Rubber Stewart und Chipmunk-Singsang – kletterte prompt auf Platz 6 in den britischen Band"/"The London Boys" Top Ten und hielt sich wochenlang in den Charts. (2. Dezember 1966) und "The Laughing Gnome”/"The Gospel According To Tony Day" (14. April 1967), ehe Deram Records am 1. Juni 1967 sein Debütalbum DAVID BOWIE veröffentlichte. Daraus ausgekoppelt wurde "Love You Till Tuesday"/"Did You Ever Have A Dream" (17. Juli 1967). Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Auch die LP, deren eigenwilliger Stilmix Love You Till Tuesday" (1969) "Space Oddity", " eher geprägt war von Music erschien 1984 auf DVD deutsche Single (1969)
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Music from the 60s to the 80s
IMAGES 1966–1967 Seite 1: 1. "Rubber Band" (2:15) 2. "Maid Of Bond Street" (1:44) 3. "Sell Me A Coat" (3:00) 4. "Love You Till Tuesday" (3:10) 5. "There Is A Happy Land" (3:11)
David Bowie = Ziggy Stardust (1973) In jeder Hinsicht interessant geriet im Februar 1973, also vor 45 Jahren, das Doppelalbum IMAGES 1966–1967. Auf dessen vier Seiten sind sowohl die 14 Titel des Debütalbums als auch die frühen Singles nachgepresst. Zur Überraschung damaliger Glam-Rock-Fans boten Stücke wie "Uncle Arthur", "There Is A Happy Land" oder "We Are Hungry Men” aber keine krachenden Gitarrenriffs, sondern pomp hafte Orchestrierungen und obendrein höchst skurrile Texte. "Please Mr. Gravedigger" spult sogar die rabenschwarzen Gedanken eines verschnupften Totengräbers in Form eines Sprechgesangs ab.
Seite 2: 6. "The Laughing Gnome" (3:03) 7. "The Gospel According To Tony Day" (2:50) 8. "Did You Ever Have a Dream" (2:08) 9. "Uncle Arthur" (2:07) 10. "We Are Hungry Men" (2:58) 11. "When I Live My Dream" (3:25)
Ringo ist "Uncle Arthur"
Seite 3: 12. "Join The Gang" (2:16) 13. "Little Bombardier" (3:24) 14. "Come and Buy My Toys" (2:07) 15. "Silly Boy Blue" (3:51) 16. "She's Got Medals" (2:26) Seite 4: 17. "Please Mr. Gravedigger" (2:34) 18. "The London Boys" (3:18) 19. "Karma Man" (3:03) 20. "Let Me Sleep Beside You" (3:24) 21. "In the Heat Of The Morning" (2:59)
Illustration zu "She’s Got Medals", angeregt von Die " Reise zum Mond" (1902) des Filmpioniers Georges Méliès
tur von Ringo Starr), der auf seinem Fahrrad ein „Batman"-Heft schmökert. Das Mädchen („made of lipstick, powder, and paint") aus der noblen Bond Street erstrahlt im Spiegel des lachenden Track 1 bis 21: David Bowie „Gnom-aden", der mit Métro-T-Shirt und Frosch auf dem Teller geradewegs aus Frankreich eingereist sein könnte. Und der blonde Mod Bowie, durch und durch ein Londoner Junge, sieht sich dank der Stärkungsmittel Nikotin, Koffein und Amphetamin zu "Come Buy My Toys" und „Silly Boy Blue" beflügelt.
IMAGES 1966–1967 Dennoch lassen die ausgefallenen Kompositionen, darunter speziell die Visconti-Produktionen "Karma Man”, "Let Me Sleep Beside You” und "In The Heat Of The Morning", in Grundzügen erahnen, wohin die musikalische Reise von Bowie gehen sollte. Für die besondere Note sorgte der US-Designer Martin Muller Panels zu "Rubber alias Neon Park Band", "Maid Of (1940–1993), der Bond Street", die Hülle für die "The Laughing beiden Scheiben Gnome" und "The fantasievoll im Gospel According To Tony Day" Comic-Stil realisierte. Hierfür hinterfragte er die Lyrics Neon Park der 21 Songs, um dann in 15 teilweise miteinander verwobenen Panels jeden einzelnen Titel sinnbildlich darzustellen. Aufgeklappt wirken die äußeren Cover-Umschlagseiten („Platter One & Two") wie großformatige Comic-Seiten, die quasi eine illustrierte Inhaltsübersicht geben. Unter anderem sieht man Skizze und Reinzeichnung da Onkel Arthur (eine Karikazu "London Boys" GoodTimes 1/2018
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Neon Park, der im Verlauf seiner Karriere zahlreiche aufsehenerregende Albumcover gestaltet hat – Skizze und Reinzeichnung zu "Little Bombardier" etwa für The Mothers Of Invention (WEASELS RIPPED MY FLESH, 1970) und speziell für Little Feat (SAILIN' SHOES, 1972; DOWN ON THE FARM, 1979; u.a.) –, schuf für IMAGES 1966–1967 ein Artwork, das die groteske Seite von David Bowie grandios zum Ausdruck bringt: Grellbunt, glanzvoll, schick, witzig, attraktiv und genauso unkonventionell wie die Musik wirken seine Bildfolgen. Ergänzt werden sie auf dem Klappcover innen durch sechs Skizzen zu einzelnen Panels, was einen ungefähren Eindruck in deren Entstehungsprozess erlaubt. Obendrein ist, neben den Credits, noch eine informative Abhandlung des US-Journalisten Henry Edwards zu Bowies künstlerischen Anfängen abgedruckt. Darin findet sich ein Zitat, das als Leitsatz über seinem ganzen Lebenswerk stehen könnte: „Ich kann in der Atmosphäre der Konvention nicht atmen. Ich finde Freiheit nur im Bereich meiner eigenen Exzentrik." IMAGES 1966–1967 ist inzwischen ein gesuchtes Sammlerstück. Kein Wunder, es dokumentiert die frühen Ideen und Vorstellungen des Mannes, der als David Robert Jones zur Welt kam, um dann als David Bowie die Rockwelt zu erobern. Ein weiteres Plus ist nicht zuletzt aber auch die gediegene quadratische Verpackungskunst, die das Herz des Vinylfans erfreut.
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Rory Gallagher was it!" That " Fotos: © Jim Summaria
Von Philipp Roser
Er verkörperte den Blues-Rock nicht nur in Europa wie kaum ein Zweiter und wird heute geradezu kultartig verehrt: Rory Gallagher, der hemdsärmelige Gitarrist, Sänger und Songschreiber aus dem irischen Cork, der am 2.3.1948 in Ballyshannon das Licht der Welt erblickte. Wie ein Wirbelwind fegte er ab 1966 mit Taste auch durch Deutschland, ehe er sich 1970 selbständig machte. Es hatte schon seinen Grund, warum ausgerechnet Gallagher die erste europaweit im Fernsehen und Radio live übertragene Rockpalast"-Nacht eröffnete! Deutschland war Gal" lagher immer eng verbunden: Er war Dauergast auf hiesigen Bühnen und nahm 1976 in den Münchner Musicland Studios CALLING CARD auf, mit dem er sich stärker dem Hard-Rock zuwandte. In späteren Jahren hatte er mit Alkoholproblemen zu kämpfen, die ihm gesundheitlich zusetzten und 1995 eine Lebertransplantation erforderlich machten. Am 14.6.1995 starb er an daraus resultierenden Komplikationen. Am 2. März würde Rory Gallagher 70 Jahre alt – Grund genug für GoodTimes, an diesen musikalischen Helden zu erinnern. Und da über ihn schon (fast) alles geschrieben ist, haben wir Weggefährten und Kollegen (gezielt auch aus Deutschland) gebeten festzuhalten, was ihnen beim Namen Rory Gallagher in den Sinn kommt. Sein Landsmann Eamonn McCormack (55), der heute als legitimer Erbe Gallaghers gilt, erzählt dabei erstmals überhaupt die berührende Geschichte der letzten gemeinsam verbrachten Monate. Gallaghers Bruder und Manager Donal, der sich um das musikalische Erbe Rorys kümmert, ließ wissen, dass er nach dem Wechsel des Vertriebs im vergangenen Jahr dabei sei, weitere Veröffentlichungen aus dem reichhaltigen Katalog zu planen – die sollen allerdings schwerpunktmäßig zum 25. Todestag erscheinen.
Eamonn McCormack
Über die Jahre habe ich oft die Frage von Rory-GallagherFans gehört: Wusste Rory selbst, dass er sterben würde? Ich war stets versucht, diese Frage mit einem simplen „Ja” zu beantworten. Ich habe mich dann aber doch immer zurückgehalten und die Antwort für mich behalten. Jetzt, nach 23 Jahren, habe ich mich entschlossen, es die Menschen wissen zu lassen – in der Hoffnung, Fans, Freunden und vielleicht auch Angehörigen Gewissheit zu verschaffen. Seite
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GoodTimes 1/2018
Mitte Januar 1995 zog ich eines Abends mit Rory durch London, und nach ein paar Guinness (und mehr) waren wir in einer tiefschürfenden Unterhaltung versunken, in deren Verlauf Rory dann immer melancholischer wurde, was damals öfter passierte. Ich bedrängte ihn nicht, ließ ihm Zeit und Raum, weil ich wusste, dass auch Schweigen zwischen uns gut war. An diesem Abend brach er jedoch sein Schweigen, stand auf, umarmte mich und flüsterte mir dabei ins Ohr: „Sechs Monate noch!" Wir hielten uns lange in den Armen, obwohl Rory wirklich nicht der Typ dafür war. Aber es herrschte eine ernste Stimmung, und er ließ mal alles aus sich heraus. Ich sagte: „Das darf nicht sein!" Er schaute mir tief in die Augen und meinte: „Doch, Eamonn, ich habe noch sechs Monate!" Wir hatten beide Tränen in den Augen, und es folgte wieder langes Schweigen, bis er – ganz der Alte – sich dann gewissermaßen schüttelte und die nächsten Drinks und etwas zu essen orderte, wobei er allerdings nur daran nippte. Rory war ein sehr zurückhaltender Mensch, und so fragte ich ihn danach nie, warum nur sechs Monate. Ich war natürlich sehr neugierig und hätte gerne gewusst, ob ihm sein Doktor gesagt hatte, dass er nur noch sechs Monate zu leben habe, oder ob er das selbst fühlte, dass ihm sein Körper entsprechende Signale gab. Was ich persönlich für durchaus möglich halte. Ich kann mich allerdings auch an eine Unterhaltung mit Rory zwei Tage vor diesem Abend erinnern, bei der ich ihn direkt fragte, ob er eine Lebertransplantation in Betracht ziehe. Er antwortete wie aus der Pistole geschossen: „Nein, das würde ich nicht mal im Traum tun!" Während seiner letzten sechs Monate habe ich viel Zeit mit ihm verbracht, zum Teil persönlich oder am Telefon – wir haben fast täglich telefoniert. Ich war so froh, dass er dann doch die Transplantation vornehmen ließ und die Operation erfolgreich verlief. Aber dann starb er an anderen Komplikationen, weil das Immunsystem nach so einem Eingriff derart geschwächt ist, dass eine leichte Erkältung tödlich sein kann. Rory, mein Held und Freund, starb genau sechs Monate, nachdem er mir offenbart hatte, dass er nur noch diese Zeitspanne zu leben habe. Ja, er wusste, dass seine Zeit gekommen war, und ich glaube, dass er auf das Ende auf seine ganz persönliche Art vorbereitet war. Er hat uns verlassen, aber ein großartiges Erbe mit wunderbarer Musik hinterlassen. n
Music from the 60s to the 80s
Gerry McAvoy
Rory war ein toller, wunderbarer Mensch. Sein Erbe zeigt heute noch, um welch einen großartigen Musiker und Komponisten es sich bei ihm handelte – und seine Freunde bezeugen heute noch, welche einzigartige Persönlichkeit er war! Nachdenklich und immer umgänglich, das kommt mir zuerst in den Sinn, wenn ich an ihn denke. Seine Geburtstage haben wir on the road nie groß gefeiert, wir waren einfach zu beschäftigt. Aber ich kann mich daran erinnern, wie viel Spaß es uns einmal gemacht hat, seinen Geburtstag gleich zweimal zu feiern: Wir flogen von Sydney in Australien nach Los Angeles. Das Flugzeug hob am 2. März ab, wir tranken ein paar Gläser Champagner. Als wir die Zeitzonengrenze überflogen, war es plötzlich wieder der 2. März, so dass wir noch ein paar Gläser Champagner leeren konnten.
Taste unterwegs war, und ich liebte von Anfang an seine umfassende, echte und authentische Verbindung mit dem Blues – und seine wahre, geerdete Beschei etrennt denheit. Kurz nachdem er sich von Taste g hatte, arbeitete ich mit deren Drummer Johnny Wilson und Bassist Charlie (Ritchie) McCracken– Charlie spielte ja später auch mit Medicine Head. Wir waren unterwegs und liefen dabei Rory Gallagherüber den Weg – eine spannende Begegnung! Als Jimi Hendrix einmal gefragt wurde, wie es denn so sei als bester Gitarrist der Welt, meinte er trocken: „Ich weiß es nicht, diese Frage sollte man besser Rory Gallagher stellen!" Rory verstand es, einen „Sturm der Wahrheit” zu entfachen. Als ich ihn fragte, ob er auf dem BOX OF FROGS-Album mitmachen wolle, fragte ich mich, wie er es schaffen würde, nach Jeff Beck zu spielen – es war wie ein Wunder, beide spielen zu hören. Die FROGS-Sessions waren fast übernatürlich! Wenn ich heute höre, was Rory da spielte, ist es eine geradezu überirdische Erfahrung. Er war ein Genie und Gentleman!
Mark Feltham
Geff Harrison
Norman Beaker
Ich habe Rory oft getroffen. So auch am 20. Dezember 1990 in Manchester, um ihn für den UK-Rundfunksender KFM Radio zu interviewen, ein Gespräch, das dann auch von einem Magazin übernommen wurde. Dabei erzählte er mir, dass er als 14-Jähriger mit einer irischen DanceBand nach England gekommen sei. „Wenn ich mal einen Abend frei hatte, ging ich ins Marquee und sah Bands wie die Yardbirds oder die Spencer Davis Group." Nach der Gründung von Taste spielte er viel in Irland, aber auch ein paar Gigs in Hamburg, ehe sie mit Auftritten im Marquee und bei Festivals wie dem „Woburn" und „Reading" den Durchbruch schafften. Und er erinnerte daran, dass Plattenfirmen damals eigens Singles für DJs und Jukeboxes fertigten – im Falle von Taste beispielsweise von "What’s Going On". Das habe Taste weitergeholfen, ohne sich den Kopf darüber zerbrechen zu müssen, ob sie es in Sendungen wie „Top Of The Pops” schafften oder nicht. „Heute hingegen kommt es vor allem auf das Image an, Videos sind ganz wichtig – und Plattenfirmen bevorzugen Acts, die sie kontrollieren können, selbst wenn die keine Platten hinkriegen", sagte Rory damals auch leicht resigniert.
John Fiddler
Rory war einfach natürlich, seine ihm eigene BluesPower war geradezu ansteckend. Ich traf ihn zum ersten Mal, als er noch mit
Ich habe Rory Gallagher zweimal getroffen und war immer total beeindruckt. Ein ganz kooperativer und netter Mensch, auch hinter den Kulissen. Ich werde nie vergessen, als wir einmal dieselbe Garderobe hatten und er sagte, dass er keine speziellen Bühnenklamotten brauche. Sein Ding waren Jeans, ein Jeanshemd und eine Jeansjacke oben, unten Jeanshosen. Wir standen damals mit Kin Ping Meh mit ein bisschen Glitzer auf der Bühne – das fand er alles völlig überflüssig. Aber er hat das nett und freundlich formuliert. Musikalisch war er sowieso sehr beeindruckend beim Konzert, die Leute standen alle mit offenem Mund da – und das waren überwiegend Musiker. Zu seinen Konzerten kamen immer alle Musiker aus der ganzen Umgebung.
MILESTONES OF ROCK VOL I & II
AFRICA, HERE I GO AGAIN, EYE OF THE TIGER, JUMP, URGENT, MORE THAN A FEELING, YOU'RE THE VOICE, IT'S MY LIFE, EVERYTHING I DO, LAYLA, DUST IN THE WIND, WHEEL IN THE SKY, THE FINAL COUNTDOWN
Ein einmaliger Hörgenuss!
"Siggi Schwarz ist die perfekte Mischung aus kraftvollem Rocksound und großem philharmonischem Orchester gelungen!“ "Die Rock - Highlights der 60er, 70er und 80 er Jahre mit weltklasse Sängern, gefühlvollen Gitarrensolos und authentischem Feeling."
Ray Minhinnett
Rory und sein Bruder Donal waren eng mit Frankie Miller und mir befreundet. Donal bat mich 1996, Rorys Lifetime Achievement Award bei den British Blues Awards an seiner Stelle entgegenzunehmen, was ich gerne tat – eine großartige Ehre für mich! Im selben Jahr bat mich die Gallagher-Familie, die „Rory Gallagher Memorial Lecture” an der Universität von Cork, seiner Heimatstadt, abzuhalten – dazu gehörte auch der Part, der per Film und Wort verdeutlichte, welche Bedeutung Rory für die Geschichte der Fender Stratocaster hatte. © Stan Laundon
Rory, der Mensch: Er war voller Leidenschaft, hatte viel Verständnis für andere, seine Nachdenklichkeit beeindruckte – er war sanft und bescheiden. Als Musiker liebte und erforschte er nicht nur den Blues, sondern besaß auch eine tiefe Liebe zu Country sowie traditioneller irischer Folkund Roots-Music. Er hat einfach immer seine Hausaufgaben gemacht.
SIGGI SCHWARZ
Micky Wolf
Mein erster Kontakt musikalischer Art mit Rory Gallagher war das erste Taste-Album, das mich vollkommen geflasht hat. Sein Song "What’s Going On?" ist bis heute eine meiner Lieblingsnummern schlechthin, und ich denke, dass mich Taste und Cream letztlich zum typischen Triogitarristen gemacht
ALL ALONG THE WATCHTOWER, STAIRWAY TO HEAVEN, IMAGINE, CAN'T FIND MY WAY HOME, HOTEL CALIFORNIA, SYMPATHY, WHITE ROOM, KNOCKIN' ON HEAVEN'S DOOR, HOUSE OF THE RISING SUN, THE WIND CRIES MARY, WHILE MY GUITAR GENTLY WEEPS, WISH YOU WERE HERE Siggi Schwarz rockte mit seiner Gitarre schon in den 70er Jahren. Feeling und Virtuosität waren damals schon sein Markenzeichen. Heute darf er sich zu den europäischen Spitzengitarristen zählen, produziert u.a. den Gitarrenhero Michael Schenker, ex Manfred Mann’s Earthband Sänger Chris Thompson und „The Voice of Germany“ Gewinner Andreas Kümmert, stand mit Kollegen wie Billy Gibbons („ZZ Top“), Steve Lukather („Toto“) oder Carlos Santana auf der Bühne.
www.siggi-schwarz.de