Skip to main content

GN-Trauer: 2025

Page 1

November 2025

D E N

A B S C H I E D

G E S T A L T E N

|

www.gn-trauer.de

Unterstützung

Schmerz

Trauerreisen

Die richtigen Worte finden

Trotz Verlust gesund bleiben

Es wird mehr gelacht als geweint


ANZEIGE

BESTATTUNGEN TRAUERBEGLEITUNG VORSORGE ■ Erd-, Feuer- und

Seebestattungen ■ Überführungen ■ Erledigung

sämtlicher Formalitäten Ihr Berater und Helfer im Trauerfall

BESTATTUNGSHAUS HUNSCHE Ochtruper Straße 39 Bad Bentheim Telefon 05922 990780

2

BES TATTUNGSHAUS HUNSCHE

Mit großem Einfühlungsvermögen

T

od und Trauer sind Grunderfahrungen des menschlichen Lebens. Wer den Tod im eigenen Lebensumfeld erfährt, braucht einfühlsame Wegbegleiter, aber auch die Kompetenz und Qualifikation eines vertrauenswürdigen Bestatters. Mit einem Trauerfall sind viele organisatorische und rechtlich notwendige Entscheidungen verbunden, die überdies in einer extrem belastenden Situation getroffen werden müssen. Eine hilfreiche Stütze für die Hinterbliebenen ist in solchen Augenblicken das Bestattungshaus Hunsche aus Bad Bentheim. Das Institut übernimmt all diese Aufgaben, kümmert sich um die standesamtlichen Angelegenheiten, wie dem Abholen der Sterbeurkunde, händigt Urkunden aus, nimmt Kontakt zum Pastor auf, stimmt den Bestattungstermin ab und unterstützt bei der Wahl der Grabstätte. In dieser emotionalen Ausnahmesituation bieten Frank Hunsche und seine Mitarbeiter den Trauernden kompetenten und umsichtigen Beistand.

Frank Hunsche aus Bad Bentheim hat sich einen guten Namen als Bestatter gemacht. Foto: Fuchs spräch. Wichtige Fragen wie die Texte für Trauerbriefe und Karten sowie Zeitungsanzeigen werden besprochen und formuliert. Trauerbriefe, Karten und Einladungen zur Kaffeetafel nach der Beisetzung werden im Bestattungshaus gedruckt. Selbst die Schleifen für Kränze und Schalen, die im Blumenhaus Hunsche nach Wunsch angefertigt werden, werden im Blumenhaus hergestellt und gedruckt. Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit, Schleifen mit Motiv, farblich passend zum Blumenschmuck, auszuwählen. Bei der Entscheidung, welcher Sarg es sein soll, begleitet Frank Hunsche die Trauernden. Die Särge stehen in zahlreichen Farbgebungen und Preisklassen zur Auswahl.

Bestatter Frank Hunsche blickt auf mehr als 25 Jahre Berufserfahrung zurück. Deshalb weiß er, dass der persönliche Kontakt zu den Trauernden von grundlegender Bedeutung für das gegenseitige Vertrauen ist. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und absolute Transparenz sind für ihn unerlässliche Tugenden, die für die Qualität eines Bestatters stehen. Diesen Ansprüchen will er stets genüge tun. Jede Bestattung ist individuell, und er muss sich in jedem Fall wieder neu auf die Menschen einstellen, denen er begegnet. Mit großem Einfühlungsvermögen erfragt er die Wünsche der Angehörigen und derjenigen, die der Verstorbene Der Name Hunsche hat in Bad hinterlassen hat, um diese zu er- Bentheim einen guten Namen. füllen. Die Gärtnerei besteht seit 1915. Frank Hunsche führt sie in vierter Tritt ein Trauerfall ein, besucht Generation. Im Jahr 2000 überFrank Hunsche die Angehörigen nahm er von seinem Vorgänger zuhause und führt ein Trauerge- Böve den Bereich der Bestattun-

gen. Einen großen Vorteil sieht er darin, dass die Hinterbliebenen im Blumenhaus, direkt am evangelischen Friedhof gelegen, den Blumenschmuck für die Beisetzung aussuchen können. Auch alle Fragen zur Grabpflege und Grabgestaltung können mit dem Haus Hunsche besprochen werden. Die Gestaltung der Grabpflege wollen in der jüngsten Vergangenheit immer mehr Menschen zu Lebzeiten selbst festlegen, so der Experte. Zur Grabpflege gehört nach der ersten Bepflanzung die jahreszeitliche Gestaltung. Erd-, See- und Feuerbestattungen sowie Anonym-Bestattungen, In- und Auslandsüberführungen sowie Rückholungen übernimmt Frank Hunsche. Er kümmert sich um alle erforderlichen Formalitäten und ist allzeit offen für Fragen der Angehörigen und Hinterbliebenen. Die Überführung vom Sterbeort zum Friedhof führt er unverzüglich aus – auch nachts oder an Sonnund Feiertagen.

Unternehmensporträt


EDITORIAL

I N H A LT

Offenheit ist wichtig

Bestattungshaus Hunsche:

Über den Tod reden kann helfen. Der Sache offen gegenübertreten und kein Geheimnis daraus machen. Aber auch treuer

Mit großem Einfühlungsvermögen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Unterstützen: Die richtigen Worte finden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Nachlass: Wer entscheidet über meine Daten? . . . . . . . . . . . . . . 5

zuzulassen. Verlust und Trauer gehört mit zum Leben dazu. Wie man damit am besten umgeht, damit beschäftigt sich das Magazin GN-Trauer.

Schmerz: Trotz Verlust gesund bleiben? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Drei-Zeugen-Testament: Letzter Wille . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

Manchmal braucht es gar nicht viele Worte. Manchmal fehlen

Bestattungskultur:

einem einfach die passenden Worte. Gibt es überhaupt Richtig

Den Verlust individuell verarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

und Falsch im Umgang mit einem Trauernden. Es gilt: Präsenz und Gesten sind oft wichtiger als Worte.

Bestattungshaus Schulte-Nordholt: Ein Ort der Erinnerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Trauer ist nicht nur seelisch, sie hinterlässt auch Spuren im Körper. Erschöpfung und Anspannung sind nur zwei folgen von seelischen Beschwerden. Wichtig ist, dass sich Betroffene der Situation bewusst sind und frühzeitig eine Trauerbegleitung su-

Kinderbegleitung: Über Tod und Trauer reden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Testament: Wenn Zweifel bleiben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

chen. Doch Trauernde können auch selbst viel dazu beitragen, damit sich Trauer und Schmerz aus dem Körper lösen können. Viele Eltern möchten ihre Kinder vor dem Thema Tod schützen. Doch Schweigen hilft nicht. Trauerbegleiterin Sarah Benz

Trauerreise: „Es wird mehr gelacht als geweint“ . . . . . . . . . . . . 12 Trauerfall: Muss man zur Arbeit? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Checkliste: Worauf geachtet werden muss . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

zeigt, wie Kinder mit der Wahrheit umgehen können und welche Handlungen am besten helfen.

Testament: Gesetzliche Erbfolge geklärt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

GN-Trauer informiert über all diese Themen und geht dabei offen mit Tod und Trauer um. Lukas Nyland

Editorial/Inhalt

3


Präsenz und gemeinsames Aushalten der Situation sind wichtiger als perfekte Worte: Echtes Mitgefühl zeigt sich durch aufmerksames Dasein.

Foto: dpa

Die richtigen Worte finden Echte Präsenz, ehrliches Mitgefühl und kleine, konkrete Gesten der Unterstützung Wenn jemand im eigenen Umfeld einen geliebten Menschen verliert, möchten viele tröstend zur Seite stehen – doch oft fehlen die passenden Worte. Wie man dennoch einfühlsam reagieren und Trauernde wirklich unterstützen kann, erklärt Trauerbegleiterin Tanja Konstanzer. Erlebt jemand im Umfeld – eine Freundin etwa oder ein Kollege – einen Trauerfall, möchte man der Person gern beistehen und sein Mitgefühl aussprechen. Doch dabei die richtigen Worte zu finden, ist gar nicht so einfach. HAMBURG

Laut Tanja Konstanzer bedarf es aber auch gar nicht unbedingt richtiger Worte. Wichtiger sei es, „präsent zu sein, die Situati-

4

on zu würdigen und das gemeinsam auszuhalten“, so die Trauerbegleiterin von der Hamburger Beratungsstelle Charon. Typische Fehler: tröstende Floskeln oder vom Thema ablenken. Was man vermeiden sollte, sind Worte, die vermeintlich Trost spenden. Etwa, dass der Verstorbene nun an einem besseren Ort sei. Oder etwas wie: „Das wird schon wieder.“ Für Trauernde fühlten sich solche Floskeln nämlich oft an, als würde man den Verlust damit kleinreden, so Konstanzer. Den Trauerfall gar nicht ansprechen und mit anderen Themen ablenken sollte man aber auch nicht. Für die trauernde Person ist der Verlust ohnehin immer präsent. „Da muss man als nahestehende Person keine Angst haben, irgendwas zu triggern, wenn man es anspricht“, sagt die Trauerbegleiterin.

Ihr Rat: Wenn der oder die Trauernde das Thema nicht von sich aus aufmacht, kann man fragen: „Möchtest du darüber reden?“. Und wenn es der Person hilft, über die Trauer zu sprechen, sollte man aktiv zuhören, nichts bewerten oder kleinreden und allen Gefühlen Raum geben.

ten einfach vermeiden. Viele Trauernde wüssten gar nicht, was sie darauf antworten sollen, weil es ihnen eben furchtbar geht, sagt Konstanzer. Stattdessen kann man aber spezifischer fragen, etwa: „Wie bist du denn heute aufgestanden?“ oder „Hast du heute schon etwas gegessen?“.

Hilflosigkeit zugeben und Unterstützung anbieten

Die Trauerbegleiterin empfiehlt darüber hinaus außerdem, aktiv und ganz konkret die eigene Unterstützung anzubieten. „Die meisten Trauernden haben gar nicht die Kraft, von sich aus um Hilfe zu bitten“, sagt sie. Daher bringe es oft nicht viel, wenn man sagt „Du kannst dich jederzeit melden“. Besser und immer wichtig: selbst auf die trauernde Person zuzugehen und beispielsweise vorzuschlagen: „Ich kann heute Nachmittag vorbeikommen und eine Suppe oder einen Kuchen mitbringen“.

Bevor man sich in Floskeln verliert oder das Thema aus Verunsicherung ganz meidet, sollte man die eigene Hilflosigkeit lieber benennen, rät Tanja Konstanzer. Man könnte etwa sagen: „Ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll, aber ich bin da für dich und halte das mit dir zusammen aus.“ Wer sich um die trauernde Person sorgt, sollte die allgemeine Frage „Wie geht es dir?“ am bes-

Unterstützung


Wer entscheidet über meine Daten? Wie Smartphones, Konten und Daten nach dem Tod verwaltet werden sollten Der digitale Nachlass wird immer wichtiger – denn längst umfasst ein Erbe nicht nur materielle Werte, sondern auch Geräte, Konten und Daten. BERLIN Hat jemand im Testament

oder in einer Extra-Vollmacht nichts anderes festgelegt, ist auch der Zugang zu Geräten wie Smartphones oder Notebooks, zu Nutzerkonten und Daten Teil des Erbes. Mit der Folge, dass alle digitalen Inhalte den Erben offen liegen, erklärt der IT-Branchenverband Bitkom. Deshalb sollte man sich zu Lebzeiten gründlich und rechtzeitig überlegen, ob und in welchem Umfang man diese Offenheit möchte. Das entlastet Angehörige, hilft, die Privatsphäre auch über den Tod hinaus zu schützen. Folgendes ist dem Verband zufolge zu tun:

Entscheidungen treffen, Listen schreiben, Kontakte angeben Eine Liste aller genutzten Geräte und Datenträger erstellen – und dokumentieren, was mit welche Geräte oder Daten geschehen soll: löschen, archivieren oder weitergeben. Festlegen, ob und in welchem Umfang Erben Zugriff auf Nutzerkonten bei E-Mail-Providern,

Was soll mit dem digitalen Nachlass geschehen? Schon zu Lebzeiten können Vertrauenspersonen bestimmt werden, die Online-Profile eines Verstorbenen in den Gedenkstatus versetzen. Fotos: dpa Cloud-Anbietern oder auch Streamingdiensten erhalten. Die Zugangsdaten bei einem Notar zu hinterlegen, kann hilfreich sein. Manche Dienste bieten auch Nachlass- oder Inaktivitätsfunktionen, über die Nutzende festlegen können, was mit Konten geschieht, die längere Zeit inaktiv sind. Erben treten zwar auch in die Verträge Verstorbener ein, haben aber in der Regel Sonderkündigungsrechte. Bei sozialen Netzwerken kann man zu Lebzeiten oft einen Nachlasskontakt angeben, der nach dem Tod die Profile verwalten darf. Außerdem besteht oft die Möglichkeit, das eigene

Profil in einen „Gedenkzustand“ zu versetzen. Deshalb ist es sinnvoll, eine Liste aller vorhandenen Profile anzufertigen und dort festzulegen, was jeweils mit welchem Profil geschehen soll: etwa löschen, archivieren oder Gedenkzustand. Hinterbliebene sollten Netzwerk-Betreiber im Zweifel über den Todesfall benachrichtigen; viele Betreiber verlangen dann die Vorlage einer Sterbeurkunde.

Ein Drittel der Internetnutzenden hat sich schon gekümmert Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Internetnutzenden ab 16

Jahren hat hierzulande Regelungen zum digitalen Nachlass getroffen, wie eine Umfrage von Bitkom Research ergeben hat. Vollständig geregelt haben ihren Nachlass 16 Prozent, während ebenso viele angeben, zumindest teilweise Vorkehrungen getroffen haben. 22 Prozent der Befragten planen, sich in Zukunft mit ihrem digitalen Erbe zu beschäftigen. 43 Prozent geben dagegen an, dies nicht zu tun und auch nicht zu wollen. Befragt worden waren 1003 Menschen ab 16 Jahren, darunter 917 Internetnutzende. Die Gesamtumfrage ist repräsentativ.

zuhören – da sein begleiten – beraten • Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen und deren Angehörige • Beratung • Kinder- und Jugendhospizbegleitung • Gesprächsangebote für Trauernde • Trauerangebote für Kinder und Jugendliche

Schon vor dem Tod sollten Internetnutzer festlegen, wer sich um Accounts bei Facebook und Co. kümmert.

Nachlass

Neuenhauser Str. 74 ∙ 48527 Nordhorn ∙ Tel. 05921 75400 www.hospizhilfe.de ∙ E-Mail: info@hospizhilfe.de

5


Trotz Verlust gesund bleiben Wie seelischer Schmerz körperliche Beschwerden auslösen kann Trauer trifft nicht nur die Seele – sie hinterlässt auch Spuren im Körper. Schmerzen, Erschöpfung und innere Anspannung können Ausdruck eines tiefen Verlustes sein – und manchmal ein Signal, dass Körper und Seele Unterstützung brauchen. STUTTGART/KARLSRUHE Trauer ist

individuell, Trauer äußert sich bei jedem unterschiedlich, und Trauer lässt sich nicht in ein zeitliches Korsett packen. Auch körperliche Folgen sind nach dem Verlust eines nahen Angehörigen oder Freundes nicht außergewöhnlich: von Rückenschmerzen über Migräne bis zu Verdauungsproblemen und Herzrasen. Doch es gibt Warnzeichen, wenn es Zeit wird, professionelle Hilfe zu holen. „Menschen, die trauern, fühlen sich tatsächlich krank. Und häufig müssen wir sie beruhigen, dass die Symptome, die sie zeigen, ganz normal sind“, sagt Trauerbegleiterin Marei Rascher-Held. Denn wenn man körperliche Schmerzen empfindet, wenn man nicht mehr schlafen kann, weil man trauert, dann ist dies eine Stress-Reaktion: „Der Körper arbeitetet und äußert sich“, mit allen Sympto-

Wer einen schweren Verlust erlitten hat, etwa um eine langjährige Partnerin oder Partner trauert, erlebt häufig seelische und körperliche Symptome, die auch länger andauern können. Fotos: dpa men, die dazu gehören. „Wenn meine Seele krank ist, dann kann ich nicht gut verdauen, dann schlägt mir etwas auf den Magen, oder ich beiße die Zähne zusammen, verkrampfe mich und habe Probleme mit der Schulter.“

Zunächst eine ganz normale Reaktion

Dem seelischen und körperlichen Schmerz davonlaufen? Nein, sondern: Bewegung kann dabei helfen, ihn quasi „abfließen“ zu lassen, so Experten.

6

„Trauer selbst macht nicht krank“, bestätigt Trauerforscher und Autor Roland Kachler. „Sie ist eine ganz normale Reaktion unseres Bindungssystems.“ Aber eine chronifizierte Trauer kann über vorhandene Prädispositionen auch Krankheitsprozesse auslösen. Denn dann steht der Körper unter Dauerstress, das Immunsystem ist unterschwellig ständig aktiviert, obwohl es gleichzeitig geschwächt ist. Sogenannte stille Entzündungen („silent inflammation“) können die Folge sein. Sie äußern sich häufig in Erschöpfungs-Symptomen bis hin zu Fatigue, Schmerzerkrankungen insbesondere am Skelett und den Muskeln, aber auch an ständigen Anfälligkeiten für Erkältungen und Infektionen. Manchmal gibt es auch wandernde Schmerzen. Der Diplom-Psychologe, der gerade an einem Buch „Der Körper in der Trauer“ arbeitet, hat beobachtet, dass sich Trauer unter den Geschlechtern unterschied-

lich äußert: „Männer reagieren über Muskeln und über Faszien sehr viel stärker“, so Kachler. Sie versuchen, den Verlustschmerz mit Kraft in den Griff zu bekommen. Und leiden dann oft lange unter Rücken- und Schulterschmerzen, Muskelverhärtungen, Zähneknirschen und rheumatischen Problemen.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern Frauen hingegen könnten sich leichter auf Trauer einlassen. „Sie sind eher bereit, sich der Trauer und dem Schmerz zu stellen“, sagt Kachler. Häufig reagieren sie auf den Verlust konkret mit Herzschmerzen – etwa dem Gefühl, als ob das Herz brenne. Oder sie spüren eine Enge im Brustkorb, und ihr Atem ist flach. Auch Müdigkeit und Kraftlosigkeit sind bei ihnen häufiger die körperlichen Folgen. „Vor allem dann, wenn der Tod nicht erwartbar war, etwa, weil

Schmerz


ein Kind (plötzlich) gestorben ist oder ein geliebter Mensch durch einen Suizid, Unfall oder eine Gewalttat zu Tode kam, äußert sich der Verlustschmerz lange Zeit in solchen Beeinträchtigungen“, sagt RascherHeld, Vorsitzende im Bundesverband Trauerbegleitung. Auch andere Begleitumstände – etwa, wenn keine Abschiednahme möglich war oder es kein gutes soziales Netzwerk gibt – könnten zu erschwerter Trauer führen: „Das sind Risiko-Faktoren, die dazu führen können, dass sich die Trauer auch körperlich verfestigen kann.“

Frühzeitig Trauerbegleitung suchen „Offiziell“ spricht man laut Kachler nach einem halben Jahr von einer chronifizierten Trauer. Er appelliert jedoch, diesen Zeitpunkt auf eineinhalb oder zwei Jahre zu verschieben: „Wenn der Schmerz dann immer noch im Vordergrund steht, oder immer wieder ausgeblendet wird, zeigt sich dies oft auch auf körperlicher Ebene.“ Die Experten empfehlen, sich schon frühzeitig nach einem schweren Verlust vom Hausarzt durchchecken zu lassen und eine Trauerbegleitung aufzusuchen – etwa in Form eines Trauercafés, Einzelbegleitungen, Trauergruppen oder Beratungsstellen. „Es ist gut, sich ein Stück weit prophylaktisch begleiten zu lassen, damit die Trauer nicht im Körper stecken bleibt. Die Lösungsrichtung heißt: sie aus dem Körper ins Abfließen oder ins Laufen zu bringen“, rät Kachler.

Joggen bis zum Weinen Und man kann auch selbst einiges dazu beitragen, damit sich die Trauer und Schmerz aus dem Körper lösen können. Vor allem Männern rät Kachler, den Schmerz beim Laufen nach außen zu bringen – nicht als Ablenkung beim Joggen, sondern als bewusste Verbindung mit der Verlust-Situation: „Es geht darum, beim schnellen Gehen oder Laufen die Trauer zu spüren, an den Tod des nahen Menschen zu denken und das Vermissen zu spüren.“ Manche laufen dann

Drei-Zeugen-Testament

bis zur Erschöpfung – oder auch, bis sie endlich weinen können. Frauen hilft es oft, den Schmerz über die Tränen ganz bewusst aus dem Körper fließen zu lassen, die Hand auf die schmerzhaften Körperstellen zu legen und nach außen zu atmen, um den Schmerz so zu lösen. Darüber hinaus rät der Trauer-Therapeut seinen Patienten, den Schmerz im wahrsten Sinne des Wortes herauszuschreien.

Übungen für den Körper helfen Marei Rascher-Held hat die Erfahrung gemacht, dass auch Achtsamkeitsübungen, Atemübungen und Imaginationsreisen helfen, ebenso wie Feldenkrais-Kurse, Yoga und körperliche Bewegung. „Der Fokus soll auf dem Körper liegen, dabei darf ich mich einfach mal leiten lassen durch Angebote, die mir hilfreich sind und zu Hause fortgeführt werden können.“ Manchmal sind die positiven Folgen schnell spürbar: Die Trauernden merken dann, dass die Anspannung sinkt, dass Kieferknochen und Nacken nicht mehr wehtun und sich der Hals etwas freier anfühlt.

Trauerprozess kann blockiert sein Wenn man jedoch auch nach eineinhalb bis zwei Jahren starke Schmerzen hat, wenn der körperlich erlebte Verlustschmerz chronisch wird, braucht es professionelle Hilfe – etwa durch eine Psychotherapie. Weil dann an den Ursachen gearbeitet werden muss, warum der Trauerprozess blockiert ist. „Es kann zum Beispiel daran liegen, dass ich Schuldgefühle habe oder es ungelöste Konflikte in der Beziehung zum Verstorbenen gibt“, sagt Psychologe Kachler. „Oder aber, dass ich den Schmerz und die Trauer abwehren muss, aus Angst, dass sie mich überflutet.“ Wer sich mit kompetenter Begleitung darauf einlässt, die Gründe für die Blockade aufzuarbeiten, hat jedoch gute Chancen, dass beide gesunden: Seele und Körper.

Dann besser handschriftlich: Allein der Umstand körperlicher Schwäche reicht für ein Drei-Zeugen-Testament nicht aus. Foto: dpa

Letzter Wille Wann ein Drei-Zeugen-Testament gültig ist CELLE/BERLIN Eigentlich muss ein

Testament entweder vor einem Notar errichtet oder handschriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben werden. Andernfalls ist es ungültig. Die Betonung liegt aber auf dem Wörtchen „eigentlich“. Denn in Ausnahmefällen kann ein Testament auch anders vorgetragen gültig sein. Das erklärt die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins unter Verweis auf einen Beschluss des Oberlandesgerichts Saarbrücken. Denn ein Testament kann im Notfall auch dann gültig sein, wenn es mündlich vor drei Zeugen abgelegt wurde. Darum nennt man diese Form des letzten Willens auch Drei-ZeugenTestament. Dafür gelten aber strenge Voraussetzungen. Das Drei-Zeugen-Testament ist nämlich nur dann eine Alternative, wenn sich die testierende Person an einem abgesperrten Ort befindet, der die Errichtung des Testaments vor dem Notar so gut wie unmöglich macht, wenn unmittelbare Todesgefahr besteht und auch der Bürgermeister nicht rechtzeitig für ein Nottestament als Zeuge herbeigeholt werden kann. In dem konkreten Fall vor dem Saarbrücker Landesgericht hat-

ten durch ein Drei-Zeugen-Testament bestimmte Erben daher das Nachsehen. Die Verstorbene hatte diese Form des letzten Willen gewählt, nachdem sie wegen eines nicht mehr durchbluteten Fußes ins Krankenhaus eingeliefert worden war und dort jegliche Behandlung abgelehnt hatte. Daraufhin wurde sie in die hausärztliche Betreuung entlassen, eine MorphiumSchmerzbehandlung eingeleitet. Wie lange sie noch leben würde, konnten die Ärzte zu diesem Zeitpunkt nicht prognostizieren. Dem Gericht reichte die fortgeschrittene und unheilbare Erkrankung für die Errichtung eines Nottestaments vor drei Zeugen nicht aus. Eine Todesgefahr liege objektiv vielmehr erst dann vor, wenn von einem klinischen Zustand einer unmittelbar bevorstehenden Endphase des Lebens ausgegangen werden kann - wie etwa bei beginnenden kleinen Organausfällen. Allein der Umstand körperlicher Schwäche reicht hingegen nicht aus, wenn noch ein Notar oder Bürgermeister herbeigerufen werden kann. In unmittelbarer Umgebung des Wohnortes der Erblasserin wären zahlreiche Notare ansässig gewesen.

7


Den Verlust individuell verarbeiten Bestattungskultur: Bei der Trauerbewältigung gibt es heute ganz neue Optionen Die Bestattungskultur erlebt einen tiefgreifenden Wandel, der durch individuelle Bedürfnisse und Ansichten über den Tod geprägt ist. Zur ganz persönlichen Trauerbewältigung gehören inzwischen viele alternative Wege, um den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Mit Erinnerungsdiamanten besteht heute sogar die Möglichkeit, den Verstorbenen oder die Verstorbene über den Tod hinaus nicht nur im Herzen, sondern auch physisch bei sich zu tragen.

Erinnerungsdiamanten können auch aus Haaren gewonnen werden Solche Erinnerungsdiamanten sind ein noch ungewöhnlicher, aber rechtlich zugelassener Bereich der Bestattungskultur. Dabei wird ein Teil der Asche des oder der Verstorbenen im Ausland zu einem Rohdiamanten gepresst und auf Wunsch geschliffen, die restliche Asche kann in der Urne beigesetzt werden. Inzwischen ist die Asche aber nicht mehr die einzige Kohlenstoffquelle, die für die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten genutzt werden kann. Die Alternative sind Erinnerungsdiamanten aus Haaren. Auf sie kann man zurückgreifen, wenn Erin-

Für die Trauerbewältigung gibt es heute viele alternative Wege - einer davon sind Erinnerungsdiamanten aus Kremationsasche oder aus Haaren. Fotos: djd nerungsobjekte aus Kremationsasche aus sozialen, rechtlichen oder familiären Gründen nicht möglich oder erwünscht sind. Dieses Verfahren wird neben der Herstellung aus Kremationsasche etwa vom Schweizer Unternehmen Algordanza durchgeführt, das seit 2004 Erinnerungsdiamanten anbietet.

Herstellungsprozess in der Schweiz

Über einen geliebten Menschen möchte jeder auf seine eigene Art trauern, eine noch recht neue Option sind beispielsweise Erinnerungsdiamanten aus Kremationsasche oder aus Haaren.

8

Wenn man sich für einen Erinnerungsdiamanten aus Haaren entscheidet, kann unter anderem die gesamte Asche in einer Urne beigesetzt werden. Der Herstellungsprozess der Diamanten aus Haaren findet in der Schweiz statt. Wer an einem Erinnerungsdiamanten aus Haaren interessiert ist, wendet sich in Deutschland an ein Bestattungsunternehmen seiner Wahl. Für die Produktion

eines oder mehrerer Erinnerungsdiamanten werden nur fünf bis zehn Gramm Haar benötigt. In einem ersten Schritt wird Kohlenstoff isoliert, gereinigt und aufgearbeitet. Im Anschluss wächst dieser unter hohem Druck und hoher Temperatur zu einem Erinnerungsdiamanten heran. Ein Rohdiamant kann auf Wunsch mit einer Lasergravur versehen werden.

Überall dort, wo Erinnerungsobjekte aus Kremationsasche nicht möglich oder erwünscht sind, können Erinnerungsdiamanten aus Haaren die Alternative sein.

Bestattungskultur


ANZEIGE

BES TATTUNGEN SCHULTE NORDHOLT

Bestattungshaus Schulte Nordholt Bad Bentheim/Gildehaus Telefon: 05924 3 09 / Mobil: 0173 709 69 65

Blumen von Schulte Nordholt Immer eine frische Idee!

Ihr Bestatter direkt vor O rt

Inhaber Ingo Tiefensee, Christian Thomas und Nico Tiefensee (von links) kümmern sich im Trauerfall für die Hinterbliebenen um alle wichtigen Formalitäten. Foto: privat

Ein Ort der Erinnerung

E

fall und die spätere Grabpflege getroffen werden – ganz nach den persönlichen Vorstellungen und Bedürfnissen.

to gutgeschrieben und gleichen mögliche Preissteigerungen aus.

Blumen und Bestattungen Schulte Nordholt in Gildehaus bietet diesen Service in Zusammenarbeit mit der Dauergrabpflege Nord GmbH an. Inhaber Ingo Tiefensee berät Interessierte persönlich und umfassend. Bereits zu Lebzeiten können individuelle Vereinbarungen für den Trauer-

Die Dauergrabpflege umfasst die regelmäßige Pflege und Bepflanzung der Grabstätte sowie die Instandhaltung des Grabmals. Die Art der Bepflanzung wird gemeinsam mit dem Kunden festgelegt und individuell gestaltet. Die Kosten richten sich nach der Laufzeit des Vertrags und dem gewünschten Leistungsumfang. Sie werden bei Vertragsabschluss in einer Summe gezahlt. Zinserträge, die im Laufe der Jahre anfallen, werden dem Vertragskon-

Zusätzlich bietet das Bestattungshaus Schulte Nordholt eine umfassende Vorsorge für den Trauerfall an. Dabei werden nicht nur alle organisatorischen Aufgaben und Formalitäten übernommen, sondern auch die Finanzierung der Bestattung sichergestellt. So kann gewährleistet werden, dass die spätere Beisetzung im gewünschten Rahmen erfolgt – im Sinne des Verstorbenen und entlastend für die Angehörigen.

in Grab ist nicht nur die letzte Ruhestätte eines Menschen, sondern vor allem ein Ort der Erinnerung – für Angehörige, Freunde und Nachkommen. Damit dieser Ort dauerhaft erhalten bleibt und gepflegt wird, ist ein Dauergrabpflege-Vertrag eine sinnvolle Entscheidung.

Bentheimer Straße 24 48455 Bad Bentheim-Gildehaus Telefon: 0 59 24 - 3 09 / 0 59 24 - 99 78 100 Telefax: 0 59 24 - 69 05 Mobil: 01 73 - 709 69 65 www.bestattungshaus-gildehaus.de info@bestattungshaus-gildehaus.de

Unternehmensporträt

Ihr Bestatter direkt vor Ort • Blumenhaus • Hochzeitsfloristik • Trauerfloristik • Friedhofsgärtnerei • Grabgestaltung • Dauergrabpflege • Garten- und Landschaftspflege • Bestattungen

Inh.: Ingo Tiefensee Bentheimer Straße 24 48455 Bad Bentheim-Gildehaus Telefon: 05924 309 Mobil: 0173/7096965 www.bestattungshaus-gildehaus.de Blumenhaus · Friedhofsgärtnerei · Bestattungen

9


Wie Kinder Tod und Trauer miterleben, kann sie für Verlusterfahrungen stärken.

Foto: dpa

Über Tod und Trauer reden „Kinder halten Wahrheit besser aus“ Viele Eltern möchten ihre Kinder vor dem Thema Tod schützen – aus Angst, sie könnten überfordert sein. Doch Schweigen hilft nicht, sagt Trauerbegleiterin Sarah Benz.

auch wenn niemand etwas sagt. Dann fangen sie an, sich Geschichten zusammenzureimen: „Ich war schuld“ oder „Ich darf nicht fragen“. Das macht alles schlimmer. Sie brauchen klare, einfache Worte und Menschen, denen sie vertrauen können und die bei ihnen bleiben.

BERLIN Wenn jemand stirbt, wol-

Frage: Wie kann man Kindern überhaupt erklären, was „Tod“ bedeutet?

len viele Eltern Kinder vor dem Schmerz schützen – und sagen lieber nichts. Doch genau das kann mehr verunsichern als trösten, sagt Trauerbegleiterin Sarah Benz. Im Gespräch erklärt sie, wie Erwachsene ehrlich und kindgerecht über Tod und Trauer sprechen und Kinder einbeziehen können. Frage: Viele Eltern wollen Kinder vor dem Thema Tod schützen. Warum ist Schweigen keine gute Idee? Sarah Benz: Kinder spüren sofort, dass etwas nicht stimmt –

10

Sarah Benz: Wahr und konkret. Ich sage gern: „Wenn jemand stirbt, hört das Herz auf zu schlagen, der Körper kann nichts mehr tun – nicht mehr atmen, essen, denken.“ Das verstehen auch Fünfjährige. Wir müssen nicht alles schönreden. Kinder halten Wahrheit besser aus als Unklarheit. Frage: Ab wann verstehen Kinder, dass der Tod endgültig ist?

Sarah Benz: Unter drei merken sie vor allem die Trennung und unsere Stimmung. Im Vorschulalter glauben sie oft, der Tod sei rückgängig zu machen – wie ein Zaubertrick. Ab etwa sechs begreifen sie: Tod ist für immer. Dann kommen viele sachliche Fragen. Es hilft, wenn wir das akzeptieren und nicht abwinken. Kinder haben ein großes Bedürfnis, sich die Welt zu erklären. Natürlich wächst mit dem Todesverständnis die Todesangst, das ist normal. Dann ist es besonders wichtig, Erwachsene zu haben, die bei diesen Prozessen begleiten und zeigen, wie man mit Ängsten gut umgehen kann. Frage: Sollte man Kindern zeigen, wenn jemand gestorben ist – auch am offenen Sarg? Sarah Benz: Ja, wenn sie wollen. Abschied mit allen Sinnen hilft, zu begreifen, dass der Mensch

tot ist. „Behalte ihn lebendig in Erinnerung“ reicht Kindern nicht. Sie dürfen sehen, berühren, mitgestalten – den Verstorbenen anziehen helfen, Blumen legen, den Sarg bemalen, niemand darf Zugehörigen den Abschied verwehren, darauf haben wir alle ein Recht. Wichtig ist, dass wir dabei gut begleitet werden, da braucht es, besonders bei Kindern, einen geschützten Raum, Zeit und eine Person, der sie vertrauen. Frage: Manche Bestatter raten davon ab – was dann? Sarah Benz: Das passiert manchmal, wenn der verstorbene Mensch verletzt ist oder anderweitig versehrt. Aber Verletzungen können versorgt und Körperteile abgedeckt werden. Es ist meine Aufgabe als Bestatterin die Menschen in die Lage zu versetzen, eine Entscheidung zu treffen, die für sie gut ist. Das braucht Zeit, besonders wenn

Kinderbegleitung


sie diese Entscheidung auch für ihre Kinder treffen müssen. Aber wenn sie sich dafür entscheiden, darf es nicht verboten werden. Ich sage oft: „Der Körper ist nicht gefährlich, er ist nur tot.“ Wenn Menschen sich verabschieden können, werden sie oft ruhiger. Das gilt auch für Kinder. Wenn einem die Bestattenden gar nicht zusagen, ist es auch immer möglich, das Bestattungsinstitut zu wechseln. Frage: Viele Eltern fragen: Wie viel Trauer „verträgt“ ein Kind? Sarah Benz: Das lässt sich nicht allgemein sagen. Kinder haben auch ein Recht auf ihre Trauer. Aber sie trauern anders – sie springen durch Trauerpfützen: sie sind kurz sehr traurig, dann spielen sie wieder. Das wechselt schneller. Das ist keine Oberflächlichkeit, sondern Selbstschutz. Erwachsene gehen eher durch Trauermeere. Beides ist richtig. Wichtig ist, dass Kinder Erwachsene haben, die ihre Trauer aushalten und sie darin begleiten. Frage: Welche Rituale helfen Kindern? Sarah Benz: Kinder brauchen Handlung, um Gefühle ausdrücken zu können. Dann wird Trauer leichter begreifbar. Das geht schon mit kleinen, einfachen Gesten - eine Kerze anzünden, dem Stern am Himmel etwas erzählen, ein Herz aus Rinde bemalen und ans Grab legen.

Frage: Wie kann man über Glauben oder „Himmel“ sprechen, ohne etwas Falsches zu sagen? Sarah Benz: Indem man ehrlich sagt, was man selbst glaubt – und was andere glauben könnten. Kinder dürfen hören: „Manche denken, die Seele ist im Himmel; andere glauben, dass sie im Herzen weiterlebt.“ Es ist okay zu sagen: „Ich weiß es nicht.“ Das nimmt Angst und öffnet Raum für eigene Bilder. Frage: Was, wenn ich selbst nicht stark bin und beim Reden weinen muss? Sarah Benz: Dann kann ich die Tränen erklären: „Ich weine, weil ich auch ganz traurig bin – und wir halten unsere Trauer zusammen aus.“ Kinder dürfen sehen, dass Erwachsene auch Gefühle haben. Es geht nicht darum, stark zu sein, sondern echt. Frage: Was wünschen Sie sich von der Gesellschaft im Umgang mit Trauer? Sarah Benz: Dass der Tod in unserem Leben seinen Platz haben darf. In der Schule, im Alltag, im Gespräch. Verluste prägen unser ganzes Leben, nicht nur durch Tod, auch durch Trennung, Umzüge, Schulwechsel und mehr. Wenn wir Kindern beibringen, wie man gut mit Verlusten umgehen kann, schenken wir ihnen etwas sehr Wertvolles.

Wenn Zweifel bleiben Wie sicher muss die Echtheit eines Testaments sein? Ist eine verstorbene Person wirklich Urheber eines Testaments? Dieser Frage geht das Nachlassgericht spätestens dann auf den Grund, wenn vermeintliche Erben auf der Grundlage des letzten Willens einen Erbschein beantragen. Aber was, wenn nicht alle Zweifel ausgeräumt werden können? Für die Ausstellung eines Erbscheins ist das weder immer möglich, noch ist es notwendig. Auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Brandenburg (Az.: 3 W 80/24) verweist die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins. BRANDENBURG/BERLIN

Demnach reicht es vielmehr aus, wenn Richterinnen und Richter – im Zweifel unter Einbindung eines Gutachtens – von der Echtheit eines Testaments überzeugt sind. Weil eine absolute Gewissheit über die Echt-

Natursteine GmbH

heit im naturwissenschaftlichen Sinne nie zu erreichen sei, genüge es, wenn für die richterliche Gewissheit ein brauchbarer Grad vorliege, der vernünftige Zweifel ausschließe.

Wie wahrscheinlich vom Verstorbenen verfasst? Kommt der Sachverständige in seinem Gutachten also zu der Erkenntnis, dass das Testament zu einer einfachen, weit überwiegenden oder hohen Wahrscheinlichkeit der Feder des Verstorbenen entsprungen ist, kann das Nachlassgericht auf dieser Grundlage sehr wohl einen entsprechenden Erbschein ausstellen. Ein weiteres Gutachten ist dem Gericht zufolge nur dann einzuholen, wenn das bereits vorliegende ungenügend ist oder Zweifel an der Sachkunde des Sachverständigen aufgekommen sind.

Granit – Marmor – Sandstein

Wir gestalten für Sie ein individuelles Grabdenkmal, das so einzigartig ist, wie der Mensch, für den es errichtet wird.

· Grabdenkmäler · Urnendenkmäler · Grabplatten · Grabgestaltung Die persönliche Gestaltung zusammen mit den Angehörigen ist uns sehr wichtig. Gerne unterstützen wir Sie in einem Beratungsgespräch!

Natursteinwerk GmbH

Sarah Benz ist Bestatterin, Trauerbegleiterin, Notfallseelsorgerin und Autorin. Foto: dpa

Testament

Lerchenstraße 15 · 49828 Neuenhaus Telefon 05941 990510 · Telefax 05941 990512 E-Mail: info@steinundform-online.de

11


„Es wird mehr gelacht als geweint“ Wie besondere Reisen Trauernden helfen, Verlust zu verarbeiten Wenn Trauer den Alltag still werden lässt, kann eine Reise neue Wege öffnen – zurück ins Leben, zu Begegnungen und gemeinsamer Hoffnung. Trauerreisen bieten Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben, einen behutsamen Rahmen. Eine Reise mit anderen kann nach einem schweren Verlust ein Anlass sein, um wieder nach vorn zu blicken. Um Freude zuzulassen. Gerade für Menschen, die ihren Partner verloren haben, nun allein sind und eine Brücke zwischen Verarbeitung und neuer Gesellschaft suchen. Hierfür gibt es spezielle Trauerreisen. REMSECK/JESTETTEN

Die Trauerbegleiterin Regina Wilsing war schon auf vielen solchen Reisen dabei. Sie ist überzeugt von der Idee. Im Alltag fehlt trauernden Menschen oft ein Raum, wo die Trauer sein darf – und ein offenes Ohr, das zuhört, so Wilsings Erfahrung aus Jahrzehnten Telefonseelsorge und Trauerbegleitung. Denn irgendwann haben viele Trauernde das Gefühl, dass sie anderen mit ihren Gefühlen zur Last fallen und das Verständnis bei den Personen um sie herum quasi aufgebraucht ist. Auf den Reisen ist das anders: Dort treffen Menschen mit gleichen Bedürfnissen und ähnlichen Erfahrungen zusammen, erzählt sie. „Sie müssen sich nicht erklären, können offen über alles sprechen, sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen.“ In der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, an einem schönen Ort, fällt es dann auch leichter, sich wieder dem Schönen im Leben zu öffnen. Trauerreisen sollten so konzipiert sein, dass neben anderen trauernden Menschen noch

12

Neue Perspektiven nach dem Verlust: Die können auch schon Wanderungen oder Radtouren bieten - als Trauerreise im Kleinen. Foto: dpa Trauerbegleiter dabei sind, sagt der Trauerforscher und Autor Roland Kachler. Menschen also, mit denen man sich darüber austauschen kann und die einen professionellen Umfang damit haben. Er sieht die Vorzüge dieser Reisen vor allem darin, dass man über die gemeinsamen Unternehmungen ins Gespräch kommt. „Das ermöglicht eine Offenheit, die sonst im Alltag nach einem Verlust nur schwer zu finden ist.“

Betrieb eingestellt. Mit Neustart-Reisen nimmt nun ein neuer Anbieter einen Anlauf.

Eine kleine Nische

„Der Start bringt bereits erste schöne Rückmeldungen“, sagt sie. Auch wenn es für noch nicht alle geplanten Reisen genug Nachfrage gibt. Pomorin ist sich bewusst: „Es braucht Zeit, um für dieses besondere Angebot die richtigen Menschen zu erreichen, und diese Zeit nehmen wir uns. Wir blicken mit Zuversicht auf das, was sich entwickeln darf.“

Im Reisegeschäft sind Trauerreisen nur eine kleine Nische. Der Deutsche Reiseverband, in dem viele Veranstalter und Reisebüros organisiert sind, hat keine Informationen dazu. Deutschlands größter Veranstalter Tui hatte um 2010 herum Trauerreisen im Angebot – doch sie wurden mangels Nachfrage wieder abgeschafft. Lange dabei am Markt war der Anbieter Re-Bo-Reisen, bei dem auch Regina Wilsing Trauerreisen begleitet hat. Re-Bo hat den

Die erste Reise soll im Spätherbst nach Zypern gehen, mit maximal 14 Teilnehmern und zwei Trauerbegleiterinnen. „Es ist kein Seminar zur Trauerverarbeitung, sondern es geht um den Neustart“, sagt Gründerin Renate Pomorin, die mehr als 30 Jahre Erfahrung im Reisebürogeschäft hat.

Nicht allein unterwegs sein Nach Einschätzung von Roland Kachler sind es oft Menschen, die einen Partner verloren ha-

ben, die sich auf eine Trauerreise begeben. Auch auf der Internetseite von Neustart-Reisen steht prominent: „Begleitete Reisen für Menschen, die einen geliebten Partner verloren haben“. Zwischen ungefähr 50 bis 80 Jahre alt seien die Menschen auf den Trauerreisen gewesen, die sie bisher begleitet habe, sagt Regina Wilsing. Oft waren sie ihr Leben lang mit dem Partner gereist. Und wenn sich irgendwann nach der Trauer auch wieder der Ruf nach Leben und Reisen meldet, ist da das Bedürfnis, aber zugleich auch eine Schwierigkeit: mit wem? Hier setzen Trauerreisen an. Und wer nun denkt, die Stimmung unterwegs sei gedrückt, der irrt, sagt Wilsing: „Auf diesen Reisen wird viel mehr gelacht als geweint.“ Freundschaften entstünden, viele blieben danach in Kontakt.

Wann die Zeit für eine Reise gekommen ist

Trauerreise


Den einen richtigen Zeitpunkt, um nach einem Verlust eine Reise zu machen, gibt es nicht. Einig sind sich die Fachleute nur darin: Zu früh nach dem Todesfall sei es nicht empfehlenswert. „Mindestens ein halbes Jahr sollte vergangen sein, damit die erste Trauerphase abgeschlossen ist und es für einen wirklich Realität geworden ist, dass derjenige gestorben ist“, sagt Wilsing.

als Ablenkung von der Trauer zu machen. Sätze wie: „Schalt mal den Kopf frei und mach Urlaub“, sollte man trauernden Menschen nicht mitgeben – wann sie bereit dafür sind, entscheiden sie selbst. Kommt irgendwann das Gefühl, sich wieder öffnen zu wollen für Schönes und andere Menschen, können Trauerreisen dann aber eine gute Brücke sein, so Kachler.

Wobei sie auch schon eine Frau auf einer Reise dabeihatte, deren Verlust erst drei Monate her war, und die, so erinnert sich Wilsing, sagte: „Das war die beste Entscheidung meines Lebens.“

Trauerreise im Kleinen

Nach Erfahrung von Roland Kachler sind viele Trauernde im ersten Jahr nach dem Verlust noch nicht bereit für so eine Reise – da sind erstens die vielen konkreten Aufgaben, die man nach dem Tod etwa des Lebenspartners lösen muss. Und es passt nicht zur Stimmung und zum Gefühl der Trauer, so nach außen zu gehen: „Viele Trauerende wollen auch die Nähe zum Grab oder in der Wohnung bleiben. Sie würden eine Reise als eine Art Verrat am verstorbenen nahen Menschen erleben.“ Aus all den Gründen empfiehlt der Trauerforscher nicht, Reisen

Es muss ja nicht gleich eine organisierte Veranstalterreise über ein oder zwei Wochen sein. Vielleicht findet man zunächst den Weg in eine Trauergruppe, und fährt mit den Menschen, die man dort trifft, mal ein Wochenende weg, schlägt Kachler vor. Träger wie Diakonie, Caritas oder Hospize bieten auch Trauerwanderungen an, so der Trauerforscher weiter. „Weil insgesamt die Einsicht gewachsen ist, dass man über eine gemeinsame Aktivität, oft sehr viel leichter ins Gespräch kommt.“ Ob Wanderung, Radtour oder Wochenendausflug: Das sei dann, sagt Kachler, „sozusagen die kleine Form der Trauerreise“.

Trauer um einen Angehörigen? Dann kann man sich in der Regel ein paar freie Tage bei der Arbeit nehmen. Foto: dpa

Trauerfall in der Familie: Muss man zur Arbeit? Rechte, Dauer und Bezahlung BERLIN Wenn es einen Trauerfall

auch dem Partner, eine Freistellung für zwei Tage, so Ruwolt. Bei entfernteren Verwandten, wie Großeltern oder Schwiegereltern, gibt es eher einen Tag. Die genaue Anzahl kann im Arbeitsvertrag festgelegt sein - ein Blick dort hinein lohnt sich also allemal.

„Wenn die Arbeit für einen Arbeitnehmer nach dem Eintreten außergewöhnlicher Umstände nicht zumutbar ist, muss er nicht zur Arbeit erscheinen“, erklärt Anneka Ruwolt, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Interessen des Arbeitgebers gewahrt werden.

Wie das mit dem Lohn für die Tage aussieht, kann auch im Arbeitsvertrag geregelt sein. Generell besagt das Gesetz, dass der Arbeitgeber das Gehalt weiterzahlen muss, wenn der Arbeitnehmer für einen nicht erheblichen Zeitraum ohne eigene Schuld aus einem persönlichen Grund nicht arbeiten kann. Ein Trauerfall gilt zwar als solcher, doch der entsprechende Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs kann im Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden - eine Bezahlung ist somit nicht garantiert.

im eigenen Umfeld gibt, kann einen das aus der Bahn werfen. Doch das Problem: Der Alltag geht weiter. Gerade bei der Arbeit muss man in der Regel voll bei der Sache sein. Inwiefern kann man hier eine Auszeit nehmen?

Nur für kurze Zeit – und der Lohn ist nicht garantiert

Sich nach der Trauer auch wieder dem Schönen im Leben öffnen - das kann in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten leichter fallen. Foto: dpa

Trauerfall

Die Zeit, die man nach dem Trauerfall von der Arbeit fernbleiben darf, hängt von der Nähe zur verstorbenen Person ab. In der Regel gibt es bei sehr nahestehenden Menschen, wie etwa den Eltern, Kindern oder

Zur Person: Anneka Ruwolt ist Fachanwältin für Arbeitsrecht in Berlin und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein.

13


Gegenseitig Halt und Stärke geben Trauer gemeinsam verarbeiten – Selbsthilfegruppen in der Grafschaft Bentheim

Elterngruppe Sternenkinder

Die Trostinsel

Jeden 1. Montag im Monat um 19.00 Uhr

Kontakt: Telefon 05921 75400, E-Mail: info@hospizhilfe.de

Kontakt: 05921 75400, E-Mail: info@hospizhilfe.de Die Elterngruppe Sternenkinder der Hospizhilfe Nordhorn unterstützt Eltern, deren Kind in der Schwangerschaft oder kurz danach gestorben ist. Die Helfer beraten und begleiten die Betroffenen in dieser schwer fassbaren Situation und helfen, um konkrete Schritte bedenken und tun zu können sowie den Gefühlen und der Trauer Raum zu geben. Es werden Einzel- und Gruppengespräche angeboten.

Trauer Selbsthilfegruppe Sprechzeiten/Erreichbarkeit nach vorheriger telefonischer Rücksprache Kontakt: Telefon 05921 96-1867 E-Mail: annegret.hoelscher@grafschaft.de Die Selbsthilfegruppe möchte Menschen, die ihren Partner verloren haben, Unterstützung in den Phasen der Trauer geben. Informationen bekommen Sie auch im Büro für Selbsthilfe und Gesundheitsförderung.

Ein monatliches Treffen

Die Trostinsel ist ein Angebot der Hospizhilfe Nordhorn in der Kinder- und Jugendtrauerbegleitung. Zum Angebot gehört die Beratung von Angehörigen und Bezugspersonen im Umgang mit trauernden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Trauerbegleitung erfolgt in Einzelgesprächen oder in der Kindertrauergruppe.

Selbsthilfegruppe für Angehörige um Suizid Kontakt: Telefon 05921 96-1867 E-Mail: annegret.hoelscher@grafschaft.de Der Suizid eines Angehörigen oder nahe stehenden Menschen stürzt die Hinterbliebenen oft in ein Chaos aus Trauer, Verzweiflung, Sprachlosigkeit und Schuldgefühlen. In dieser Gruppe tauschen Angehörige ihre Erfahrungen miteinander aus, geben Unterstützung oder hören einfach nur zu.

Gesprächskreis verwaister Eltern in Emlichheim Jeden 3. Montag im Monat (außer in den Ferien) um 19 Uhr Kontakt: Gerlinde Trüün, Telefon 05943 7403, E-Mail: gerlinde.trueuen@web.de Treffen im Mehrgenerationenhaus Senfkorn

Geprächskreis trauernde Eltern in Nordhorn Jeden 1. Montag im Monat um 19.30 Uhr Kontakt: Monika van Kooten, Rüschenweg 7, 48531 Nordhorn, Mobil 0177 7992833, E-Mail mimi-vk@web.de Der Tod eines Kindes bedeutet besonders für die Eltern eine Krise, die ihr Leben total verändert. Zu der Trauer kommen oft zermürbende Selbstvorwürfe und auch schwere Enttäuschung, weil Freunde und Bekannte häufig hilflos sind und sich zurückziehen. Äußerst kritisch wirkt sich auch die unterschiedliche Verarbeitung der Trauer von Männern und Frauen aus, Probleme in der Partnerschaft sind häufig die Folge. Der Gesprächskreis möchte betroffenen Eltern ein Ansprechpartner sein. Gemeinsam will die Selbsthilfegruppe sich Halt und Stärke geben und über den schweren Verlust in vertraulicher Atmosphäre sprechen oder nur zuhören.

14

XXXThemaXXX


Woran gedacht werden muss Formalitäten und wichtige Aufgaben in einem Todesfall 1. Arzt benachrichtigen Dieser stellt die Todesbescheinigung aus. Bei einem Sterbefall im Krankenhaus erfolgt dies durch die Krankenhausverwaltung.

2. Bestatter benachrichtigen Der Bestatter sollte zu einem möglichst frühen Zeitpunkt benachrichtigt werden, damit er den Angehörigen behilflich sein und sie beraten kann. Es ist dagegen nicht erforderlich, dass der Verstorbene sofort ins Bestattungsinstitut überführt wird. Er kann bis zu 36 Stunden zu Hause aufgebahrt werden, damit die Angehörigen von ihm Abschied nehmen können. Bevor ein Bestatter benachrichtigt wird, sollte geprüft werden, ob der Verstorbene mit einem bestimmten Bestatter bereits einen Bestattungsvorsorgevertrag abgeschlossen hat. Bestatter behalten seit längerem die Frage des digitalen Nachlasses im Auge. Immer mehr Bestatter bieten deshalb die Möglichkeit einer seriösen Abmeldung von Nutzerkonten, Mitgliedschaften und Guthaben bei Handelsplattformen, Dating- und Partnerportalen, Spieleplattformen, Wettanbietern oder Vereinsmitgliedschaften an.

3. Engste Angehörige benachrichtigen 4. Wichtige Dokumente im Trauerfall: ❏ Nachweis über den letzten Wohnsitz ❑ Todesbescheinigung vom Arzt ❑ Personenstandsurkunden Bei Ledigen: Geburtsurkunde Bei Verheirateten: Heiratsurkunde Bei Geschiedenen: Heiratsurkunde und Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk Bei Verwitweten: Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des Ehepartners Bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften: Anstelle der Heiratsurkunde ist die entsprechende Urkunde vorzulegen. ❑ Bestattungsvorsorgevertrag (falls vorhanden) ❑ Versicherungsunterlagen Sterbegeld-, Lebens-, Unfallversicherungen; einige Institutionen, z. B. Gewerkschaften, zahlen unter bestimmten Voraussetzungen ❑ Private Sterbegeldversicherungen, Nachbarschaftshilfevereine (falls vorhanden) ❑ Rentennummer bereithalten Diese befindet sich auf dem Rentenbescheid bzw. auf dem Rentenausweis. Die Rentennummer findet sich zudem auf dem Kontoauszug des Girokontos, da die Renten stets

Checkliste

unter Angabe der Rentennummer überwiesen werden. ❑ Angaben zu betrieblichen Renten Der Bestatter hält üblicherweise die Formulare für die Beantragung der sogenannten Drei-Monats-Rente (Sterbevierteljahr) für die Witwe oder den Witwer vor. ❑ Grabdokumente Sofern bereits eine Grabstelle vorhanden oder reserviert ist. ❑ Testament, Erbvertrag, Hinterlegungsschein für das Amtsgericht oder den Notar. ❑ Letztwillige Verfügung Falls eine Kremation und gegebenenfalls darüber hinaus eine Seebestattung gewünscht wird.

5. Erledigung der Formalitäten ❑ Besorgung der Sterbeurkunden beim Standesamt des Sterbeortes Dabei handelt es sich um die sogenannte Abmeldung. Bei der Abmeldung von bestimmten Versicherungen muss nicht überall ein Original vorgelegt werden. Bei Autoversicherungen reicht zum Beispiel eine Fotokopie. Bei Sterbegeld-, Lebensoder Rentenversicherungen muss ein Original vorliegen. ❑ Erwerb oder Wiedererwerb der Grabstätte

IMPRESSUM

T R AU E R DEN

ABSCHIED

GES TALTEN

Das Magazin GN-Trauer erscheint einmal im Jahr in der Gesamtauflage der Grafschafter Nachrichten. Verlag: Grafschafter Nachrichten GmbH Coesfelder Hof 2 48527 Nordhorn Telefon 05921 7070 www.gn-online.de Geschäftsführung: Dipl.-Kfm. Jochen Anderweit Redaktion: Lukas Nyland Grafik & Layout: Lukas Nyland Titelfoto: Michael Sauer – stock.adobe.com

❑ Terminfestlegung bei der Gemeinde und/ oder Kirche für die Trauerfeier und Beerdigung

Technische Herstellung: Grafschafter Nachrichten GmbH

❑ Terminfestlegung mit dem Pfarrer/dem Trauerredner

Website: www.gn-trauer.de

❑ Musikalischer Rahmen für die Trauerfeier (Organist, Musiker, CD) ❑ Dekoration/Kerzenbeleuchtung für die Trauerfeier in der Kapelle

Für die Richtigkeit aller Angaben übernimmt der Verlag keine Gewähr.

❑ Auslegung einer Kondolenzliste ❑ Bestellung von Blumenschmuck, Kränzen, Handsträußen und ggf. Blumen für die letzte Verabschiedung anstelle einer Handvoll Erde, wenn gewünscht ❑ Druck von Traueranzeigen und Danksagungen ❑ Druck von Sterbebildchen (in manchen Regionen ist dies üblich)

Die nächste Ausgabe erscheint im November 2026.

❑ Aufgabe von Traueranzeigen in der Tagespresse ❑ Vereinbarung eines Beerdigungskaffees in einer Gaststätte ❑ Abrechnung mit den Lebensversicherungen bzw. Sterbekassen Quelle: www.bestatter.de

15


Gesetzliche Erbfolge erklärt Wer erbt eigentlich, wenn es kein Testament gibt? BERLIN/HEIDELBERG Wer kein Tes-

tament oder keinen Erbvertrag aufsetzt, dessen Vermögen wird nach der gesetzlichen Erbfolge weitervererbt. Sie sieht vor, dass in jedem Fall Blutsverwandte profitieren. Für Ehe- und eingetragene Lebenspartner gilt ein spezielles gesetzliches Erbrecht. Doch wie genau wird dann in einem Todesfall vererbt? Und was ist zu tun, wenn die gesetzlichen Regelungen im Einzelfall ungünstig sind?

Die Ordnungen Wenn es kein Testament gibt, bestimmt das Bürgerliche Gesetzbuch die Erbfolge. Danach werden die Verwandten in sogenannte Ordnungen unterteilt. Das ist eine bestimmte Rangfolge, die festlegt, wer unter den Blutsverwandten wie viel bekommt. Erben erster Ordnung sind die Nachkommen des Verstorbenen. Nach den Kindern erben die Enkelkinder, dann deren Kinder und so weiter. „Gibt es keine Verwandten erster Ordnung, erben Eltern und Geschwister“, sagt Sophie Mecchia, Expertin für Erbrecht bei der Stiftung Warentest, „sie sind Erben zweiter Ordnung.“ Erben dritter Ordnung sind Großeltern und deren Nachkömmlinge, also Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen. Erben vierter Ordnung Urgroßeltern und deren Nachkömmlinge. Und so weiter. Vererbt wird dabei nach einer bestimmten Grundregel: „Solange zum Zeitpunkt des Todesfalls noch mindestens ein Verwandter einer vorrangigen Ordnung lebt, erbt dieser“, sagt Mecchia. „Verwandte nachrangiger Ordnungen gehen dann leer aus.“ Die Eltern oder Geschwister des Verstorbenen zum Beispiel erben also nur, wenn es keine Kinder oder Enkelkinder gibt.

Das Ehegatten-Absplitting „Die Ehegatten gehören keiner Ordnung an, sie erben separat“, sagt Jan Bittler, Geschäftsführer

16

der Deutschen Vereinigung für Erbrecht. und Vermögensnachfolge und Fachanwalt für Erbrecht. Wie viel Prozent des Erbes der überlebende Partner bekommt, hängt vom Güterstand der Eheleute und von der Anzahl der erbenden Blutsverwandten ab. Ohne Ehevertrag gilt die Zugewinngemeinschaft. „Bei der Zugewinngemeinschaft bekommt der Ehegatte 50 Prozent des Erbes“, sagt Jan Bittler. „Hat er Kinder, teilen die sich die andere Hälfte.“ Gibt es keine Kinder, bekommt der Partner drei Viertel der Hinterlassenschaft, die Eltern des Verstorbenen ein Viertel davon. Sind die Eltern des Verstorbenen nicht mehr am Leben, erben die Geschwister des Erblassers das Viertel. Gibt es keine Geschwister, erben die Nichten und Neffen, danach die Großeltern. Gibt es diese nicht oder sind sie auch nicht mehr am Leben, bekommt der hinterbliebene Partner auch das restliche Viertel. „Wenn der Ehevertrag vom gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft abweicht, kann das erheblichen Einfluss auf die Erbquote haben“, sagt Sophie Mecchia. Bei Gütertrennung kann die Erbquote, je nach Anzahl der weiteren Erben, auf ein Viertel fallen. Denn das Erbe wird in diesem Fall durch alle Erben gleichermaßen dividiert, der Ehepartner verliert seinen Sonderstatus. Nur weniger als ein Viertel bekommt der oder die erbende Partnerin in keinem Fall. Ist der Verstorbene nicht verheiratet, erben die Kinder alles. Hat er auch keine Kinder, geht es wieder durch die verschiedenen Ordnungen, also erst über die Eltern und Geschwister, dann zu den Neffen, Nichten und Großeltern. Findet sich kein Erbe oder wird das Erbe ausgeschlagen, bekommt der Staat alles - genauer gesagt das Bundesland, in dem der oder die Verstorbene zuletzt gemeldet war.

Versterben Ehepartner im selben Zeitraum, greift die gesetzliche Erbfolge und jeder Ehepartner vererbt seinen Nachlass entsprechend an seine direkten Verwandten. Foto: dpa Das soll herrenlose Vermächtnisse vermeiden.

Die Probleme „Der Nachlass bei der Erbfolge wird nach Quoten verteilt, nicht nach Dingen“, sagt Jan Bittler. Die Erben müssen sich also unter Umständen eine Immobilie, einen Oldtimer oder wertvolle Kunst teilen. Das sei fast immer mit Konflikten verbunden. Außerdem werden im gesetzlichen Erbrecht viele heute gängige Lebensformen wie Patchwork oder unverheiratetes Zusammenleben nicht berücksichtigt. Vor dem Gesetz ist der unverheiratete Partner ein Fremder und wird als Erbe nicht bedacht. Unangenehm kann es auch werden, wenn die Kinder noch minderjährig sind. Da sie dann noch nicht voll geschäftsfähig sind, nimmt das Familiengericht bei zahlreichen Entscheidungen die Rechte der Kinder wahr. Wer keine Kinder hat, der muss sich mit den Schwiegereltern das Erbe teilen. Auch das kann unschön sein. Aber all diese Schwierigkeiten sind einfach zu lösen: und zwar mit einem eigenen letzten Willen.

Die Lösung Es gibt Fälle, in denen ein Testament oder Erbvertrag unerlässlich ist: zum Beispiel, wenn min-

derjährige Kinder oder größere Vermögenswerte vorhanden sind oder die Nachfolge eines Unternehmens geregelt werden muss. Aber auch, wer mit der staatlichen Erbfolge nicht glücklich ist, sein Erbe selbstbestimmt verteilen möchte, oder einen Streit der Erben vermeiden möchte, sollte selbstständig vorsorgen. Grundsätzlich ist der letzte Wille auch ohne Notar gültig. „Wichtig ist es, das Testament komplett eigenhändig, handschriftlich und leserlich zu schreiben“, sagt Sophie Mecchia, Expertin für Erbrecht. „Auch die Unterschrift ist ein Muss. Ohne sie ist das Testament unwirksam.“ Es ist auch ratsam, dem Ganzen einen bestimmten Rahmen zu geben. „Mein Testament“ sollte die Überschrift sein, es sollte mit Datum versehen sein, die Erben mit Vor- und Nachnamen genannt werden, am besten noch mit Geburtsdatum und die Aufteilung des Erbes klar geregelt. Ob ein Anwalt oder Notar nötig sind, hängt von der Situation ab. Je komplexer die Konstellation, desto eher. Ein Erbvertrag ist ohne notarielle Beglaubigung gar nicht wirksam abzuschließen. Die Kosten für eine juristische Unterstützung orientieren sich bei einem Notar an der Erbmasse, bei einem Anwalt muss man mit 226,10 Euro für ein erstes Beratungsgespräch rechnen.

Testament


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook