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GN-Trauer: 2023

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November 2023

D E N

A B S C H I E D

G E S T A L T E N

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www.gn-trauer.de

Trauerstörung

Hospizverband

Reerdigung

Als Krankheit eingestuft

Was im Trauerfall zu tun ist

Neue Form der Bestattung im Test


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BESTATTUNGEN TRAUERBEGLEITUNG VORSORGE ■ Erd-, Feuer- und

Seebestattungen ■ Überführungen ■ Erledigung

sämtlicher Formalitäten Ihr Berater und Helfer im Trauerfall

BESTATTUNGSHAUS HUNSCHE Ochtruper Straße 39 Bad Bentheim Telefon 05922 990780

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BES TATTUNGSHAUS HUNSCHE

Mit großem Einfühlungsvermögen

T

od und Trauer sind Grunderfahrungen des menschlichen Lebens. Wer den Tod im eigenen Lebensumfeld erfährt, braucht einfühlsame Wegbegleiter, aber auch die Kompetenz und Qualifikation eines vertrauenswürdigen Bestatters. Mit einem Trauerfall sind viele organisatorische und rechtlich notwendige Entscheidungen verbunden, die überdies in einer extrem belastenden Situation getroffen werden müssen. Eine hilfreiche Stütze für die Hinterbliebenen ist in solchen Augenblicken das Bestattungshaus Hunsche aus Bad Bentheim. Das Institut übernimmt all diese Aufgaben, kümmert sich um die standesamtlichen Angelegenheiten, wie dem Abholen der Sterbeurkunde, händigt Urkunden aus, nimmt Kontakt zum Pastor auf, stimmt den Bestattungstermin ab und unterstützt bei der Wahl der Grabstätte. In dieser emotionalen Ausnahmesituation bieten Frank Hunsche und seine Mitarbeiter den Trauernden kompetenten und umsichtigen Beistand.

Frank Hunsche aus Bad Bentheim hat sich einen guten Namen als Bestatter gemacht. Foto: Fuchs spräch. Wichtige Fragen wie die Texte für Trauerbriefe und Karten sowie Zeitungsanzeigen werden besprochen und formuliert. Trauerbriefe, Karten und Einladungen zur Kaffeetafel nach der Beisetzung werden im Bestattungshaus gedruckt. Selbst die Schleifen für Kränze und Schalen, die im Blumenhaus Hunsche nach Wunsch angefertigt werden, werden im Blumenhaus hergestellt und gedruckt. Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit, Schleifen mit Motiv, farblich passend zum Blumenschmuck, auszuwählen. Bei der Entscheidung, welcher Sarg es sein soll, begleitet Frank Hunsche die Trauernden. Die Särge stehen in zahlreichen Farbgebungen und Preisklassen zur Auswahl.

Bestatter Frank Hunsche blickt auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung zurück. Deshalb weiß er, dass der persönliche Kontakt zu den Trauernden von grundlegender Bedeutung für das gegenseitige Vertrauen ist. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und absolute Transparenz sind für ihn unerlässliche Tugenden, die für die Qualität eines Bestatters stehen. Diesen Ansprüchen will er stets genüge tun. Jede Bestattung ist individuell und er muss sich in jedem Fall wieder neu auf die Menschen einstellen, denen er begegnet. Mit großem Einfühlungsvermögen erfragt er die Wünsche der Angehörigen und diejenigen, die der Verstorbene Der Name Hunsche hat in Bad hinterlassen hat, um diese zu er- Bentheim einen guten Namen. füllen. Die Gärtnerei besteht seit 1915. Frank Hunsche führt sie in vierter Tritt ein Trauerfall ein, besucht Generation. Im Jahr 2000 überFrank Hunsche die Angehörigen nahm er von seinem Vorgänger zuhause und führt ein Trauerge- Böve den Bereich der Bestattun-

gen. Einen großen Vorteil sieht er darin, dass die Hinterbliebenen im Blumenhaus, direkt am evangelischen Friedhof gelegen, den Blumenschmuck für die Beisetzung aussuchen können. Auch alle Fragen zur Grabpflege und Grabgestaltung können mit dem Haus Hunsche besprochen werden. Die Gestaltung der Grabpflege wollen in der jüngsten Vergangenheit immer mehr Menschen zu Lebzeiten selbst festlegen, so der Experte. Zur Grabpflege gehört nach der ersten Bepflanzung die jahreszeitliche Gestaltung. Erd-, See- und Feuerbestattungen sowie Anonym-Bestattungen, In- und Auslandsüberführungen sowie Rückholungen übernimmt Frank Hunsche. Er kümmert sich um alle erforderlichen Formalitäten und ist allzeit offen für Fragen der Angehörigen und Hinterbliebenen. Die Überführung vom Sterbeort zum Friedhof führt er unverzüglich aus – auch nachts oder an Sonnund Feiertagen.

Unternehmensporträt


EDITORIAL

I N H A LT

Rechtzeitig darüber reden

Bestattungshaus Hunsche: Mit großem Einfühlungsvermögen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2

Der Tod sollte schon längst kein Tabuthema mehr sein. Und doch verdrängen viele Menschen, besonders wenn sie noch tatkräftig und vital sind, die schwierigen Gespräche und

Testament: Auffindbar nach dem Tod . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Trauerstörung: Beeinträchtigungen im Alltag können Anzeichen sein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Entscheidungen rund um das Lebensende.

Freundeskreis: Als Einzelperson nicht mehr so gefragt . . . . . . . . . 6

Für die Hinterbliebenen sind der schmerzliche Verlust und die

Erbrecht: Unverheiratete sollten Notfälle vorbereiten . . . . . . . . . . . 7

Aufgabe, diesen zu kompensieren, eine Herausforderung, der sie sich ohne fremde Hilfe kaum stellen können. Der verwitwete Teil eines Paares macht oft die leidvolle Erfahrung, dass Freunde sich plötzlich abwenden oder die Kontakte reduzieren. In solchen Fällen gibt es viele Hilfsangebote professioneller Art oder in Form von Selbsthilfegruppen und Gesprächskreisen. Auch wenn der Kollege, mit dem man tagtäglich zusammengearbeitet hat, plötzlich nicht mehr da ist, ist dies eine einschneidende Erfahrung, die es zu überwinden gilt. Wie in allen anderen Todesfällen helfen Gespräche weiter. Die Grabgestaltung und die Formen der Beerdigung sind einem Wandel unterworfen, der vom Zeitgeist geprägt ist. Bei der Bepflanzung sind es ökologische Aspekte bei der Auswahl der Pflanzen, die Friedhöfen ein modernes Bild verleihen. Mit der „Reerdigung“ ist eine neue Form der Bestattung in der Probephase, bei der der Verwesungsprozess erheblich abgekürzt wird. Immer mehr Menschen entscheiden sich nach der Kremierung

Erbrecht: So sieht die gesetzliche Erbfolge aus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Trauerbewältigung: Wenn der Schreibtisch eines Kollegen leer bleibt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Nach dem Tod: Hospizverband gibt Ratschläge . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Bestattungen Schulte Nordholt: Alles zu Lebzeiten regeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Trauerkaffee: Abschied bei Kaffee und Kuchen . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Ökologische Grabgestaltung: Konzepte zur Bepflanzung deutscher Friedhöfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 „Reerdigung“: Neue Beerdigungsform in der Probephase . . . 14 Mit Kindern trauern: So stärkt man ein Kind bei einer Beerdigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Baumbestattung: Bestattungsform hat sich nach 20 Jahren hierzulande etabliert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

für eine Baumbestattung.

Körperspende: 30 Anlaufstellen in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . 17

All diese Themen finden ihren Niederschlag in der neuen

Künstliche Intelligenz: Neue Technologie schafft individuelle Erinnerungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Ausgabe von GN-Trauer.

Familienrecht: Wer übernimmt die Bestattungskosten? . . . . . . . 19 Eckhard Fuchs Redakteur

Friedhofstouren: Spaziergänge über Berlins letzte Ruhestätten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Selbsthilfegruppen: Gegenseitig Halt und Stärke geben . . . . . 22 Checkliste: Woran gedacht werden muss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

Editorial / Inhalt

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Auffindbar nach dem Tod Gericht meldet letzten Willen im Zentralen Testamentsregister an Es soll gefunden und im Nachhinein nicht von anderen gefälscht oder gar vernichtet werden – das Testament. Wie und wo in Deutschland letztwillige Verfügungen sicher aufbewahrt werden.

Rott, klar. Das gilt auch für notariell beurkundete Testamente, diese gibt ein Notar oder eine Notarin automatisch in die Verwahrung beim Amtsgericht.

Privates Testament selbst verfassen

Seit zehn Jahren existiert das ZTR inzwischen, das die Bundesnotarkammer im Auftrag des Gesetzgebers führt. Hierbei handelt es sich um die offizielle Registrierungsstelle in Deutschland für Testamente, Erbverträge und andere erbfolgerelevanten Urkunden.

Erbverträge können auch der beurkundende Notar oder die beurkundende Notarin selbst verwahren. An das ZTR geht lediglich ein Hinweis, dass es ein Testament oder etwa einen Erbvertrag gibt. Das ZTR speichert die Angaben. „Das sind in erster Linie Daten zur verfügenden Person wie Name und Geburtsdatum, das Datum der Urkunde oder etwa Angaben zur Verwahrstelle“, erläutert Martin Thelen von der Bundesnotarkammer. Der Weg dahin ist einfach: Zunächst gilt es, das Testament abzufassen. Seinen letzten Willen kann man entweder beurkunden lassen oder privatschriftlich verfassen. „Ein privatschriftliches Testament muss eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein – ein am Computer aufgesetztes Testament ist nicht rechtsgültig“, sagt Thelen. Er empfiehlt, auch Ort und Datum hinzuzufügen.

„Testamente oder andere erbfolgerelevante Urkunden werden im Regelfall beim örtlich zuständigen Amtsgericht verwahrt“, stellt der Bonner Fachanwalt für Erbrecht, Eberhard

Im Testament sind die Namen der Erben zu nennen sowie deren Geburtsdatum und Anschrift. Wichtig ist, dass das Testament rechtsgültig ist. Damit es dabei nicht zu Pannen

Endlich, das Testament ist geschrieben. Aber im Todesfall sollen es die Hinterbliebenen auch finden, und zwar im Original. Wo also den letzten Willen aufbewahren? Die Antwort ist einfach: Wer auf Nummer sicher gehen will, dass die Hinterbliebenen das Testament finden, hinterlegt es beim Amtsgericht als Nachlassgericht vor Ort. Das Gericht sorgt dafür, dass der letzte Wille im Zentralen Testamentsregister (ZTR) registriert wird.

Der Erblasser sollte sicherstellen, dass sein Testament auch gefunden wird. Foto: dpa kommt, bietet es sich an, ein Testament von einem Notar beurkunden oder das privatschriftlich abgefasste Testament von einem Fachanwalt für Erbrecht überprüfen zu lassen. Das Nachlassgericht, wo der letzte Wille hinterlegt werden soll, prüft dies nicht. Steht fest, dass das Testament rechtsgültig ist, geht es darum, das Dokument zu registrieren. „Testamente, die beurkundet werden, registriert immer der Notar, hier müssen Verbraucher nichts weiter veranlassen“, sagt Thelen.

Testament muss hinterlegt werden Diejenigen, die ihr Testament privatschriftlich abgefasst haben, können es freiwillig beim Nachlassgericht hinterlegen. Dann übernimmt das Verwahrgericht die Registrierung. Ohne Hinterlegung selbst registrieren lassen können Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Testament beim ZTR nicht. Wer sich selbst ans Amtsgericht wendet, muss dort einen Antrag auf Hinterlegung stellen. Entsprechende Formulare sind oft auf der Website der Gerichte zu finden. Das weitere Procedere ist von Gericht zu Gericht unterschiedlich. „Oft muss man das

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Testament persönlich abgeben und sich ausweisen“, sagt Thelen. Für die besondere amtliche Verwahrung erhebt das Gericht eine einmalige Gebühr in Höhe von 75 Euro. „Hinzu kommt eine einmalige Gebühr für die Registrierung im ZTR, im Regelfall in Höhe von 12,50 Euro bei einem beurkundeten Testament und 15,50 Euro bei einem privatschriftlichen Testament“, so Thelen. Kommt es zum Todesfall, benachrichtigt das zuständige Sterbestandesamt elektronisch das ZTR. Dort wird überprüft, ob die verstorbene Person mit einem Testament registriert ist. Ist dies der Fall, informiert das ZTR im Regelfall das zuständige Amtsgericht oder unter Umständen den Notar oder die Notarin. Die Verwahrstelle übersendet dann die Urkunde an das Nachlassgericht. Das Gericht prüft nun, ob die Urkunde zu der verstorbenen Person gehört. Bei einem Ja öffnet ein Mitarbeiter des Gerichts die Urkunde – ohne die Rechtsgültigkeit zu prüfen – und schickt eine beglaubigte Kopie nebst Eröffnungsprotokoll an die Beteiligten. „Durch dieses Verfahren ist sichergestellt, dass der letzte Wille der verstorbenen Person berücksichtigt wird“, betont Thelen.

Testament


Wo eine Trauerstörung beginnt Beeinträchtigungen im Alltag können Anzeichen für eine Störung sein Trauer ist eine normale Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen – und damit keine Krankheit. Sie kann sich aber zu einer entwickeln. EICHSTÄTT Ganz geht die Trauer

nie, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat. Aber mit der Zeit schiebt sie sich mehr und mehr in den Hintergrund. Und schafft damit Platz für den Alltag, für Freude, für Neues. Normal ist aber auch, dass der Schmerz – auch Jahre später – in einigen Momenten wieder aufflackert. Zum Beispiel am Todestag, an Geburtstagen, vielleicht aber auch einem gewöhnlichen Mittwochnachmittag. Bei einem Teil der Trauernden behält die Trauer jedoch ihre Wucht. Dann kann es sein, dass sich eine anhaltende Trauerstörung entwickelt hat. Die Grenze zwischen einer normalen Trauerreaktion und dieser Erkrankung verläuft dabei fließend. „Eine anhaltende Trauerstörung besteht aus Symptomen, wie sie bei einer sehr akuten Trauer vorkommen, die aber über die Zeit nicht besser werden. Wir sprechen hier von sechs bis zwölf Monaten“, sagt Prof. Rita Rosner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische und Biologische Psychologie forscht zur anhaltenden Trauerstörung. Ein Anzeichen für eine anhaltende Trauerstörung kann laut Rita Rosner sein, dass die Trauer auch nach dieser Zeit Betroffene in ihrem Alltag stark einschränkt – sie zum Beispiel nicht arbeiten oder zur Schule gehen können. Übrigens: Die Wahrscheinlichkeit, an einer anhaltenden Trauerstörung zu erkranken, ist erhöht, wenn der Verlust plötzlich und unerwartet kam. Und wenn

Trauerstörung

Einige meiden den Friedhof mit dem Grab des geliebten Menschen komplett, andere verbringen dort sehr viel Zeit: Eine anhaltende Trauerstörung kann sich ganz unterschiedlich ausdrücken. Foto: dpa es enge Bezugspersonen wie Partner oder Kind waren. „Nach dem Verlust kann mangelnde soziale Unterstützung ein Faktor sein“, erklärt Psychotherapeutin Rosner. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat 2019 beschlossen, die anhaltende Trauerstörung als Krankheit anzuerkennen, sie also in den internationalen Katalog klassifizierter Krankheiten (ICD) aufzunehmen. Demnach ist ein intensiver emotionaler Schmerz ein wichtiges Merkmal. Er kann verschiedene Formen annehmen: Traurigkeit, Wut, Schuldgefühle, extreme Sehnsucht oder auch emotionale Taubheit. Wer diese Anzeichen bei sich bemerkt, dem rät Rita Rosner dazu, einen Psychologischen Psychotherapeuten oder eine -therapeutin aufzusuchen. „Da die Wartezeiten in Deutschland derzeit bei mehr als fünf Monaten liegen, kann es auch sinnvoll sein, bis zum Termin Selbsthilfegruppen zu besuchen oder

spezielle Beratungsangebote anzunehmen.“ Diagnostiziert wird eine anhaltende Trauerstörung durch ein Gespräch. „Es kann aber auch sein, dass Trauernde andere Störungen entwickeln wie zum Beispiel eine Depression oder Angststörung“, so Rosner. Anschließen kann sich dann eine Psychotherapie. Dass die Trauerstörung mittlerweile als Krankheit eingestuft

ist, hat laut Rita Roser den Vorteil, dass Betroffene früher und besser Hilfe bekommen können. Denn viele Menschen mit einer anhaltenden Trauerstörung wurden früher falsch diagnostiziert. „So kam es häufig vor, dass sie mit Antidepressiva oder verschiedenen Beruhigungsmitteln behandelt wurden. Heute wissen wir, dass so eine pharmakologische Behandlung selten hilfreich ist.“

zuhören – da sein begleiten – beraten • Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen und deren Angehörige • Beratung • Kinder- und Jugendhospizbegleitung • Gesprächsangebote für Trauernde • Trauerangebote für Kinder und Jugendliche Neuenhauser Str. 74 ∙ 48527 Nordhorn ∙ Tel. 05921 75400 www.hospizhilfe.de ∙ E-Mail: info@hospizhilfe.de

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Die Freunde wenden sich ab Nach dem Tod des Partners sind Einzelpersonen plötzlich nicht mehr so gefragt Wenn der Partner oder die Partnerin stirbt, ist es gut, Freunde zu haben, die einem zur Seite stehen. Doch irgendwann ziehen sich insbesondere Paare meist zurück. Warum? Und wie geht man damit um? ESSEN/STUTTGART Einmal in der

Woche zusammen Canasta spielen, regelmäßig zusammen kochen oder gemeinsam ins Kino oder ins Theater gehen: Für viele befreundete Paare gibt es feste Termine und Anlässe, um sich zu treffen. Und natürlich soll sich daran auch nichts ändern, wenn jemand von ihnen stirbt. Doch vor allem Witwen erleben: Wenn sie plötzlich allein in diesem Kreis sind, ist alles anders. Nicht nur, weil sie sich selbst unwohl fühlen, sondern auch, weil sie ausgeschlossen werden. „Männer werden eher bedauert, getröstet und mal zum Essen eingeladen. Bei Frauen, die einen Partner verlieren, geschieht häufig der Rückzug des Umfelds“, sagt Trauertherapeut und Autor Roland Kachler. Insbesondere Paare gehen auf Abstand. „Weil eine alleinstehende Frau oft als Gefährdung für die bestehenden Paare empfunden wird“, erklärt der Experte.

Männer werden nach dem Tod der Partnerin von befreundeten Paaren weniger als Bedrohung für die eigene Beziehung gesehen. Foto: dpa

Männer weniger gefährlich für die eigene Beziehung? Einen solchen „Sekundärverlust“ erleben Männer seltener: „Bei ihnen wird die Gefahr für die eigene Beziehung nicht so groß empfunden, weil klar ist, dass sie eher jemand ‚Freies‘ finden“, sagt der psychologische Psychotherapeut. Grund dafür ist nicht zuletzt die Bevölkerungsstatistik, wonach es ab etwa 60 Jahren einen Überschuss von verwitweten und alleinstehenden Frauen gebe.

Carmen Birkholz, Vorsitzende des Bundesverbandes Trauerbegleitung, kennt solche Reaktionen. „In den ersten Wochen nach dem Tod, in der Versorgung der akuten Trauer, spielt das keine Rolle. Aber das ändert sich später, wenn die Witwen aus der ersten Fragilität heraus sind und wieder selbstsicherer werden.“ Das ablehnende Verhalten der Freunde tritt hingegen nicht ein, wenn es in der Vergangenheit Einzelbeziehungen gab und nicht ausschließlich Treffen unter Paaren.

Umfeld kann die Trauer nicht länger ertragen

Nach dem Tod des Partners müssen sich Verwitwete erst wieder neu orientieren und eine Routine finden. Foto: dpa

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Und es gibt noch einen anderen Grund, warum sich Freunde plötzlich abwenden: „Es ist grundsätzlich so, dass Menschen in der Regel länger trauern, als das Umfeld es ertragen oder aushalten kann“, weiß die Theologin. Oft hätten Freunde auch das Bedürfnis, der oder dem Verwitweten zu sagen: „Es hat sich nichts geändert, es bleibt alles, wie es ist. Du gehörst doch zu uns!“ Im ersten

Moment tut das vielleicht gut. Aber es lässt außer Acht, dass die Betroffenen einen enormen Veränderungsprozess durchleben müssen. Denn für denjenigen, der seinen Partner oder seine Partnerin verloren hat, ist alles anders. Und es kann eben nicht bleiben, wie es ist.

Bekanntenkreis spaltet sich in zwei Gruppen Wie man sich in solchen Situationen verhält, wenn sich die befreundeten Paare zurückziehen? „Man muss es realistisch einschätzen“, sagt Roland Kachler. Das heißt: Nicht versuchen, etwas zu erzwingen oder zu erwarten. „Sondern lieber diesen Prozess zulassen und auch klar bekommen: Das wird jetzt passieren. Der Bekanntenkreis wird sich ein Stück aufspalten.“ In die, die sich abwenden, und die, die die neue Situation nicht als Bedrohung empfinden. Und natürlich bleiben auch gute Freundinnen, die den Weg mitgehen, und deren Partner es auch aushalten können, dass

Freundeskreis


sich ihre Frauen um die Trauernde kümmern. Und zwar richtig. „Häufig wird gesagt: Wenn du etwas brauchst, dann melde dich. Aber dazu hat die Trauernde in aller Regel keine Kraft mehr. Zudem möchte sie niemandem zur Last fallen.“ Ein Teufelskreis: Denn die Trauernde nimmt sich häufig zurück – mit dem Ergebnis, dass sich das Gegenüber, die Anderen, dann ebenfalls nicht melden. „Dann verlaufen die Beziehungen im Sande und man bleibt alleine zurück.“ Auf keinen Fall sollte man den anderen hinterherlaufen, rät Kachler: „Wenn ich mehrmals nachgehakt habe und wenn ich spüre, da kommt nichts, dann muss ich mich nicht kleinmachen oder warten und immer weiter hoffen. Das macht keinen Sinn.“ Manchmal kann es auch heilsam sein, sich selbst ganz bewusst von den alten Freundespaaren zurückzuziehen, meint Carmen Birkholz. Vor allem dann, wenn man sich mit seinen Emotionen und Veränderungen im Leben auseinandersetzt und von der Paar- in die Einzelidentität wechselt. „Dann gibt es oft eine schmerzhafte Ebene, dass ich merke: Da sind immer nur Zwei und immer nur Pärchen vor meinen Augen. Und in dem Bild spüre ich dann meinen Schmerz, dass ich kein Paar mehr bin.“ Mitunter kann diese Verwandlung der Identität dazu führen, dass man erstarrt, man verbissen wird oder die Konflikte bö-

ser werden. „Es kann zu einem Mantra werden, wenn man der Freundin immer wieder sagt: Du kannst das ja nicht verstehen, du hast ja deinen Mann noch.“ Da hilft es manchmal, wenn sich Freundschaften lockern und man sich auf andere Kontakte konzentriert. „Frauen können sich besser organisieren und haben in der Regel ein größeres Beziehungsnetz als Männer, deren Frauen gestorben sind“, sagt Kachler. „Sie haben noch Freundinnen aus der Gymnastikgruppe oder auch Kolleginnen. Diese Beziehungen sollten sie aktivieren oder versuchen zu reaktivieren.“ Eine gute Idee sei es zudem, sich einer Trauergruppe anzuschließen.

Glücklich in den eigenen vier Wänden? Unverheiratete sollten sich trotzdem testamentarisch für den Notfall absichern. Foto: dpa

Erbe vorsorglich regeln Unverheiratete sollten Notfälle vorbereiten Wer als unverheiratetes Paar gemeinsam Wohneigentum kauft, sollte sich für den Notfall absichern. Denn liegt kein Testament vor, kann im Todesfall des einen Ärger auf den verbliebenen Partner zukommen. Darauf weist der Verband privater Bauherren (VPB) hin. BERLIN

Das findet auch Carmen Birkholz: „Da tut es einfach gut, sich entspannen zu können. Weil man sich auch nicht immer erklären muss, sondern einfach mal sagen kann: Ihr wisst ja, wie es mir geht.“ Was danach aus diesen Kontakten passiert – das ist absolut offen. Manchmal entwickeln sich aus diesen Kreisen nicht nur Beziehungen für eine bestimmte Phase, sondern auch Freundschaften auf Dauer. Und manchmal kehrt auch der Kontakt zu den alten FreundesPaaren zurück. Vorausgesetzt, diese erwarten nicht, dass alles wieder so ist wie vorher. „Dann kann ein bestehender Freundeskreis eine große Ressource sein“, sagt die Trauerbegleiterin. Irgendwann sei es dann vielleicht sogar möglich, einen neuen Partner oder eine neue Partnerin in die alte Gruppe miteinzubringen.

Dann gilt nämlich die gesetzliche Erbfolge, die zunächst gemeinsame Kinder und dann Kinder aus erster Ehe oder die Eltern des verstorbenen Partners begünstigt. Selbst wenn die Wohnung gemeinsam gekauft wurde, falle der Anteil des Erblassers so an dessen Angehörige und nicht an den verbliebenen Partner, so der VPB. Dieser müsse die Angehörigen dann auszahlen, sofern er sich das leisten kann. Dieser Situation können Paare entgehen, indem sie sich in Testament oder Erbvertrag gegenseitig als Erben einsetzen. So

wird der eigene Anteil an der Immobilie an den anderen Partner übertragen. Ungünstig bleibt aber der Umstand, dass Unverheiratete im Gegensatz zu Ehe- oder eingetragenen Lebenspartnern einen wesentlich geringeren Freibetrag bei der Erbschaftsteuer haben, aktuell nur 20.000 Euro. Der darüber hinausgehende Wert des Immobilienteils muss versteuert werden. Und zudem könnten Angehörige den Angaben zufolge oft trotzdem noch ihren Pflichtteil verlangen. Eine weitere Möglichkeit, einem hinterbliebenen Partner die Wohnung zu erhalten, sei, diesem im Testament ein Wohnungs- oder Nießbrauchsrecht einzuräumen. Um eventuelle Schenkungs- oder Erbschaftsteuern kommt man laut VPB aber trotzdem nicht herum. dpa

WIR SIND FÜR SIE DA. Manfred Busmann Beratend und helfend im Trauerfall Stirbt der Ehepartner, verlieren die Hinterbliebenen häufig den Kontakt zum Freundeskreis. Foto: dpa

Freundeskreis / Erbrecht

Markringstraße 19 48465 Schüttorf

 05923 9959707 0177 4967912 manfred.busmann@ewetel.net www.bestattungen-busmann.de

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Kein Testament vorhanden So sieht die gesetzliche Erbfolge aus Gibt es kein Testament, gilt bei einem Todesfall die gesetzliche Erbfolge. Was regelt sie konkret ? TRIER Wenn Michaela Porten-Bi-

wer die Tücken gesetzlicher Erbfolge erklären soll, greift sie gerne zu einem fiktiven Fall. „In der Klasse meiner Tochter habe ich das am Beispiel von Harry Potter durchgespielt“, sagt die Rechtsanwältin aus Trier. Wäre Harry im finalen Kampf gegen seinen Erzfeind Voldemort gestorben, wäre sein Vermögen ohne Testament an seine nächste Verwandte gefallen: seine verhasste Tante. „Da haben dann alle gesagt: Nein, das würde Harry nicht wollen“, erzählt Porten-Biwer. Das theoretische Beispiel macht deutlich: „Es muss sich jeder fragen, ob die gesetzliche Erbfolge für einen selbst ausreicht.“ Diese ist in Deutschland im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Sie greift immer dann, wenn kein Testament vorliegt. „Die Vorgaben haben nicht zuletzt eine Ordnungsfunktion“, erklärt Stephanie Herzog vom Deutschen Anwaltverein. Auf diese Weise wird dafür Sorge getragen, dass das Erbe ordnungsgemäß abgewickelt wird – und zwar von den nächsten Familienangehörigen und nicht vom Staat.

setzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft – also einer Ehe ohne Ehevertrag – erbt der Überlebende regelmäßig eine Hälfte, die andere Hälfte erben die Kinder oder Enkel. Sind die Kinder bereits verstorben, gehe das Erbe auf deren Kinder über, erklärt Herzog. Ihr Fallbeispiel: Ein Mensch hat keinen Ehepartner und hinterlässt ein Kind. Ein zweites Kind ist bereits gestorben, hat aber selbst zwei Kinder gezeugt. „Hier erbt der erste Nachkomme die Hälfte und die beiden Enkel je ein Viertel“, sagt Herzog. Hatte die verstorbene Person keine Kinder, sind die Eltern des oder der Verstorbenen erbberechtigt. Sind die Eltern schon verstorben, haben deren andere Nachkommen einen Anspruch, also die Geschwister der verstorbenen Person. Selbst Nichten und Neffen könnten herangezogen werden, erklärt Herzog. Im Falle mehrerer Erben entstehe eine Erbengemeinschaft, erklärt Große-Boymann. Das ist nicht selten problematisch. „Insbesondere, wenn ein Grundstück vererbt wurde, wird es häufig schwierig“, sagt Große-Boymann. Zum Beispiel dann, wenn zwei Eheleuten ein Familienhaus zu gleichen Teilen gehört und einer von beiden stirbt. Sofern es kein

anderslautendes Testament gibt, wird die Haushälfte des Verstorbenen unter den Erben aufgeteilt. Der überlebende Ehepartner erhält 50 Prozent und besitzt somit drei Viertel von Haus und Grundstück. Das andere Viertel geht an die Kinder – oder andere direkte Verwandte – der verstorbenen Person. „Wenn die Kinder es geltend machen, müsste das Elternteil ihnen eigentlich Miete für sein eigenes Haus zahlen“, sagt Große-Boymann.

Gibt es keine Erben, geht das Vermögen an den Staat Falls kein Erbberechtigter aus der Familie aufgefunden wird, geht das Vermögen an den Staat. „Normalerweise erbt das Bundesland. Wenn man im Ausland gelebt hat oder kein Wohnsitz feststellbar ist, erbt der Bund“, sagt Stephanie Herzog. Es gibt jedoch Lebensrealitäten, die hier nicht erfasst sind. „Worüber man sich klar sein muss: Das Bürgerliche Gesetzbuch stammt in ursprünglicher Fassung aus dem Jahr 1900“, sagt Anwältin Porten-Biwer. „Es kennt keine Patchworkfamilie und keine unverheirateten Lebensgefährten.“ Wer Stiefkinder

bedenken will, muss sie in einem Testament einschließen. Die gesetzliche Erbfolge schließt sie genauso aus wie Menschen, mit denen die verstorbene Person über Jahrzehnte unverheiratet zusammengelebt hat. Kompliziert kann auch der Fall geschiedener Eheleute werden. „Wenn etwa Mutter und Tochter kurz hintereinander bei einem Autounfall sterben und die Mutter kein Testament gemacht hat, ist der leibliche Vater der Tochter erbberechtigt“, erklärt Porten-Biwer. „Da muss ich mich schon fragen: Will ich das?“ In diesem Fall kann es sinnvoll sein, in einem Testament einen Ersatzerben zu benennen. Hin und wieder kommen uneheliche Kinder ins Spiel, von denen der Rest der Familie nichts gewusst hat. „Wenn das Kind beweisen kann, dass es sich bei der verstorbenen Person um ein leibliches Elternteil handelt, ist es erbberechtigt“, sagt Stephanie Herzog vom Anwaltverein. Als Nachweis ist die Vorlage der Geburtsurkunde nicht ausreichend. Vielmehr muss die Vaterschaft anerkannt oder gerichtlich festgestellt sein, was im Erbscheinverfahren nicht geschieht. dpa

Eheleute bekommen nicht automatisch alles „Gibt es kein Testament, so erben die Abkömmlinge, also Kinder und Enkelkinder des Erblassers, vor den Eltern und Geschwistern und Großeltern. Daneben erbt der Ehegatte oder die -gattin“, sagt Tamara GroßeBoymann, Fachanwältin für Erbrecht. „Das ist einer der größten Irrtümer: Die meisten Menschen denken, dass Eheleute automatisch allein erben.“ Wie hoch der Anteil des Gatten oder der Gattin ist, hängt aber zum Beispiel vom Güterstand ab, in dem sie leben. Beim ge-

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Hat ein Toter kein Testament hinterlassen, greift die gesetzliche Erbfolge. Sie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Foto: dpa

Erbrecht


Wenn der Schreibtisch leer bleibt Der plötzliche Tod eines Kollegen kann einen Bruch im Arbeitsleben bedeuten Ist die Person, mit der man zusammen gearbeitet hat, gestorben, sorgt das nicht nur für Trauer, sondern oft für Überforderung.

Letzte Woche hat man vielleicht noch gemeinsam Ideen fürs Betriebsfest gesammelt, vorgestern zusammen in der Kantine gesessen. Und dann das: Die Werkbank der Kollegin steht verwaist im Raum, der Schreibtisch des Kollegen bleibt auf einmal leer. Schließlich die traurige Nachricht: Die Person, mit der man eben noch zusammen gearbeitet hat, ist gestorben. Eine Situation, die nicht nur für Trauer, sondern oft auch für Überforderung sorgt. Manchmal könnten die Kollegen die Nachricht erst gar nicht fassen, gerade wenn es sich um einen plötzlichen Todesfall handelt, sagt Doris Hamer. Sie ist Sozialpädagogin und begleitet bei der Beratungsstelle Charon der Hamburger Gesundheitshilfe Menschen bei Trauerfällen in Unternehmen. Gleichzeitig bedeutet der Tod eines Kollegen oder einer Kollegin aber auch: Termine müssen geändert, Kunden verständigt werden. Und wer übernimmt eigentlich die Aufgaben des Verstorbenen? „Man darf auch nicht unterschätzen, dass ganz viele viel-

Trauerbewältigung

leicht auch enger miteinander verbunden sind“, sagt die systemische Coachin und Trauerbegleiterin Petra Sutor, die Konzerne in Trauerfällen unterstützt und ein Buch über Trauer am Arbeitsplatz geschrieben hat. „Wenn dann jemand verstirbt, ist das ein Bruch.“ Vergleichbar etwa mit einem Todesfall im Freundeskreis.

sind, zusammen“, rät Hamer. „Sagen Sie, es ist gerade etwas passiert und ich möchte euch das persönlich mitteilen.“

Allerdings mit einem Unterschied: Der Arbeitsplatz sei ein Ort, der oft nicht mit Emotionen in Verbindung gebracht werde. Zu Unrecht, wie Sutor findet. „Wir Menschen ziehen unsere Emotionen, wie wir sind oder auch im Kontext zum Tod und zum Sterben sozialisiert sind, nicht mit dem Mantel an der Firmentür aus.“ Wer im Job erst mal ruhig auf die Todesnachricht reagiert, tut das vielleicht nur, weil er im beruflichen Umfeld Haltung bewahren will – und nimmt die Trauer und den Schock dennoch mit nach Hause.

Für Petra Sutor ist vor allem eines wichtig: Die Mitarbeiter direkt zu informieren, „damit der Flurfunk gar nicht erst losgeht“. In großen Unternehmen mit mehreren Standorten hält sie eine erste Benachrichtigung per E-Mail für sinnvoll. „Und dann im besten Fall tatsächlich auch sofort sagen, wir treffen uns vielleicht am nächsten Tag gemeinsam und gedenken der Kollegin.“ Wichtig ist eine Ansprechperson im Unternehmen, die die Fäden zusammenführt. Das heißt: Eine Abschiedsfeier organisieren, enge Kunden oder Geschäftspartner informieren und den Kontakt mit den Angehörigen halten, etwa bei der Frage: Wann ist die Beerdigung – und können Kolleginnen und Kollegen daran teilnehmen?

Umso wichtiger sei es, dass Unternehmen nach einem Todesfall nicht einfach gleich zur Tagesordnung zurückkehren. Das beginnt schon bei der Überbringung der Todesnachricht. Dafür sollten Zeit und Ruhe eingeplant werden. „Wenn Sie ein Team haben und das mitteilen müssen, rufen Sie alle, die da

Eine Aufgabe, die in der Regel dem Vorgesetzten zukommt – und oft einem Balanceakt gleicht. „Wenn ich als Vorgesetzter merke, ich kann das nicht, ich bin jetzt total überfordert, dann muss ich mir jemanden an die Seite holen“, so Sutor. Das könne etwa ein Mitglied der Personalabteilung

Foto: dpa

sein oder auch eine externe Beratung. Letztendlich sei es aber wichtig, dass das Team im Gespräch miteinander herausfinde, was der beste Weg sei, um gemeinsam an den Verstorbenen zu erinnern, so Hamer. Manchen Kollegen helfe es, sich weiterhin besonders gut um die Büropflanze zu kümmern, die der Verstorbene gehegt und gepflegt hat. Ein anderes Team sammelt Steine, um den Arbeitsplatz der naturverbundenen Kollegin zu dekorieren. „Ich empfehle immer, gemeinsam etwas zu machen“, so Sutor. Das könne ein Kondolenzbuch sein oder eine Erinnerungskiste mit Fotos oder zusammengetragenen Anekdoten. Wenn jemand stirbt, bedeute das häufig einen Kontrollverlust. „Und wenn Menschen dann etwas zu tun haben, geht es ihnen meistens besser“, sagt die Trauerbegleiterin. „Das ist auch bei der Organisation von Abschiedsfeiern hilfreich, wenn Mitarbeiter sich einbringen können.“ Doch auch hier gilt: Jeder trauert anders, so Hamer. „Einige Leute müssen sich auch erst mal ablenken und sagen, das darf nicht so nah an mich ran. Ich will jetzt erst mal normal weiterarbeiten.“ dpa

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Die Momente nach dem Tod Karin Scheer vom Deutschen Hospizverband gibt Ratschläge für die Aufgaben Wenn alte oder sehr kranke Menschen sterben, ist das meist absehbar. Der Moment, in dem es passiert, überfordert Angehörige dennoch. Wie verhalte ich mich richtig? Gibt es „richtig“ überhaupt? ESSEN „Die wenigsten Menschen

sterben zu Hause“, sagt Karin Scheer. Sie leitet die Hospizarbeit im Uniklinikum Essen und ist Vorstandsmitglied im Deutschen Hospiz- und PalliativVerband. So sterben viele alte Menschen im Krankenhaus oder im Heim. Wer dabei ist, wenn ein geliebter Mensch den letzten Atemzug tut, oder einen Angehörigen tot vorfindet, kommt emotional an seine Grenzen. Wie Menschen damit umgehen, sich in den ersten Momenten nach dem Tod verhalten, das ist vielfältig. Und das darf auch so sein, erklärt die Trauerfachfrau. Was ist das für ein Spektrum an Gefühlen in diesen Momenten nach dem Tod eines Angehörigen? Wenn man dabei ist, wie ein geliebter Mensch aufhört zu atmen, ist das wie ein Schock. Ganz normal ist das Gefühl, nicht mehr zu wissen, wo oben

Karin Scheer leitet die Hospizarbeit im Uniklinikum Essen und ist Vorstandsmitglied im Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verband. Foto: dpa

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und unten ist, ganz aufgeregt zu sein. Man ist sozusagen „out of order“ und in einer Unruhe, bekommt auch Ängste. Es können einem ganz viele praktische Fragen durch den Kopf schießen: Wen muss ich benachrichtigen, habe ich einen Bestatter, wer macht die Beerdigung, wer versorgt mich jetzt finanziell? Es ist ein Moment, in dem die Gefühle von links nach rechts und oben nach unten rasen. Gleichzeitig gerät man in eine Art Starre, in der man gar nicht klar denken kann. Dann ist es gut, wenn man sich vielleicht vorher schon über einiges Gedanken gemacht hat, sich auch manches aufgeschrieben hat, was zu tun ist, weiß, wen man jetzt anrufen kann. Was ist denn in so einem Fall erstmal zu tun? Ist ein Mensch eines natürlichen Todes zu Hause gestorben, braucht man keine Polizei. Man ruft den Hausarzt an, der kommt und die Todesbescheinigung ausstellt. Das kann man, muss man aber nicht sofort tun. Der Tod muss innerhalb von 36 Stunden bescheinigt werden, auch der Bestatter sollte innerhalb dieser Zeit angerufen werden. Ist aber jemand zum Beispiel in der Nacht gestorben, würde ich ja direkt noch gar keinen erreichen. Vielleicht möchte ich aber jemanden aus der Nachbarschaft oder der Verwandtschaft anrufen, damit ich nicht alleine bin. Da muss jeder für sich wissen: Was halte ich aus? Manche Angehörigen bekommen das Zittern oder ihr Blutdruck sinkt oder sie werden unruhig – das ist ganz individuell. Stirbt jemand nicht zu Hause, sondern in einem Heim oder Hospiz, ist jemand da, der sich auskennt und helfen kann.

Ein letztes Mal die Hand halten: Nach dem Tod eines geliebten Menschen haben einige Angehörige das Bedürfnis danach, für andere ist das unvorstellbar. Foto: dpa und es gab Rituale, die man auch braucht, um die Situation zu meistern. Stirbt jemand zum Beispiel auf einer Palliativstation oder in einem Hospiz, können Angehörige in vieles miteinbezogen werden. Man kann zum Beispiel die Haare des oder der Verstorbenen kämmen, das Gebiss einsetzen, ihn oder sie waschen, den Raum schön herrichten, gegebenenfalls einen Bibelvers aufstellen, den deroder diejenige immer gerne mochte. Entscheidend ist natürlich auch, ob es einen bestimmten kulturellen oder religiösen Hintergrund gibt. Aber all das ist sehr individuell. Jeder und jede muss schauen, was er oder sie möchte. Manche Angehörigen wollen dabei sein in diesen Momenten, andere schaffen das emotional gar nicht. Man kann sogar noch dann, wenn der Leichnam schon beim Bestatter war, darum bitten, Abschied zu nehmen, indem man den Sarg noch einmal öffnet. Auch eine Aufbahrung zu Hause ist meist in den ersten 36 Stunden nach dem Tod noch möglich.

Welche Rituale können in der Zeit direkt nach dem Tod eines Angehörigen helfen?

Ist im Grunde erlaubt, wonach ich mich fühle, wenn jemand gestorben ist?

Früher waren die Menschen mehr in kirchliche Bezüge eingebunden. Da kam der Pfarrer

Es ist alles möglich, entscheidend ist, was ich möchte und kann. Manche bleiben die

Nacht noch im selben Zimmer mit dem Partner, verabschieden sich mit einem Kuss. Andere brauchen erst einmal einen Moment Ruhe für sich, um überhaupt zu überlegen, was genau sie jetzt wollen. Für die einen ist es gut, in einer Umarmung noch in großer Nähe zu sein, andere sagen: „Ich halte das nicht mehr aus.“ Beides ist in Ordnung. Es ist wichtig, das zu tun, was für einen selbst richtig ist, egal, wie die Umwelt das vielleicht findet. Kann ich mich auf so einen Moment vorbereiten? Scheer: Durch so eine Situation, dass ein geliebter Mensch stirbt, muss niemand alleine durch. Sprechen Sie Ihren Hausarzt an, der im Gespräch vorbereiten und unterstützen kann und Ihnen zum Beispiel einen ambulanten Hospizdienst empfehlen kann. Dort können Sie jederzeit anrufen und nachfragen. Auch auf der Webseite des Hospiz- und Palliativverbandes (www.dhpv.de) finden Sie Informationen und Hospizdienste bei Ihnen vor Ort. Der Sterbeprozess beginnt dann, wenn es eine entsprechende Diagnose vom Arzt gibt. Kümmern Sie sich daher rechtzeitig, denn es geht nicht nur um den Moment des Sterbens, wesentlich ist die Betreuung vorher und danach.

Nach dem Tod


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Ingo Tiefensee (rechts) und Christian Thomas kümmern sich im Trauerfall für die Hinterbliebenen um alle wichtigen Formalitäten. Foto: privat

Alles zu Lebzeiten selbst regeln

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in Grab ist nicht nur letzte Ruhestätte; es ist auch ein Ort lebendiger Erinnerung. Angehörige, Freunde und Nachfahren finden sich zu Zwiegesprächen oder stillem Gedenken ein - lange über den Tod hinaus. Viele Menschen denken deshalb manchmal: „Was wird, wenn ich nicht mehr bin? Wer wird meine Grabstelle pflegen?“ Mit einem Dauergrabpflege-Vertrag können Sie schon zu Lebzeiten alles für „die Zeit danach regeln“, sagt Ingo Tiefensee, Inhaber von Blumen und Bestattungen Schulte Nordholt in Gildehaus. Um den Menschen einen umfassenden und gesicherten Service in diesen so sensiblen Fragen anzubieten, arbeitet Ingo Tiefensee mit der Trauergrabpflege Nord GmbH zusammen. Ob Pflege und Bepflanzung von Gräbern, Vorsorge und Instandhaltung von Grabmalen oder Bestattungsvorsorge die Trauergrabpflege Nord GmbH kümmert sich mit ihren mehr als 200 Vertragspartnern seit 1968 im Nordwesten Deutschlands um die

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Besucher des Trauerkaffees sitzen mit Kaffee und Kuchen an Tischen und erinnern an den Toten.

Foto: dpa

Abschied bei Kaffee und Kuchen Zum Trauerkaffee kommen die nahen Angehörigen und gute Bekannte Aufgrund der vielen Erinnerungen, die bei dieser Gelegenheit ausgetauscht werden, können die Anwesenden noch einmal des Verstorbenen gedenken und sein Andenken ehren. Der Trauerkaffee in Gesellschaft ist für die Trauernden nach einer Beerdigung ein wichtiges Zusammentreffen. Die Speisen und Getränke stärken. Und das Miteinander gibt Kraft und bringt nach einer oft emotionalen Bestattung Erleichterung. Häufig treffen sich Menschen wieder, die sich lange nicht gesehen haben und teilweise einen weiten Weg auf sich genommen haben und sich beim

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Zusammentreffen gemeinsame Anekdoten über den Verstorbenen erzählen. Oftmals ist der Leichenschmaus auch ein wichtiger Schritt im Trauerprozess und zeigt den Trauernden, dass sie nicht allein sind. Das Trauermahl nach der Beerdigung steht für eine Zuwendung zum Leben. Häufig kommt auch nur ein sehr enger Kreis des Verstorbenen zum Trauermahl. Die Stimmung ist zu Beginn meist angespannt und gedrückt, kann aber im Laufe der Zeit durch die zunehmenden Gespräche gelöst und heiter werden. Mit einer Trauerkarte wird persönlich eingeladen. Wer beispielsweise entfernte Verwandte

mit einer Trauerkarte über den Sterbefall informieren und gleichzeitig zur Bestattung einladen will, kann einen Vermerk zum anschließenden Leichenschmaus machen. Üblicherweise werden Personen eingeladen, die zur Familie gehören oder gute Freunde des Verstorbenen waren. Es gibt keinen vorgegebenen Ablauf des Trauerkaffees. Im Anschluss an die Grablege machen die Personen, die zum Trauerkaffee geladen sind, sich auf den Weg zu der entsprechenden Lokalität. Üblicherweise gibt es Kaffee und Kuchen, vereinzelt auch Mittagessen für die Gäste. Die Wahl der Speisen wird mit dem jeweiligen Gastronomiebetrieb abgestimmt, die über die

Kenntnis verfügen, was und wie viel am besten angeboten wird. Häufig wird eine Lokalität gewählt, in der der Tote gern gegessen hat. Statt Kaffee und Kuchen kann auch das Lieblingsessen des Verstorbenen angeboten werden. Das Zusammenkommen sollte so gestaltet werden, dass sich die Angehörigen wohlfühlen oder so ablaufen, wie der Verstorbene es sich gewünscht hat. Üblich sind Butterkuchen oder ein anderer Blechkuchen. Torten gibt es eher selten. Wer eher etwas Herzhaftes wünscht, kann je nach Jahreszeit auch eine Suppe oder mit Schinken und Käse belegte Brote bestellen. Auch eine Mischung, also Kuchen und belegte Brote, wird häufig angeboten. dpa

Trauerkaffee


Bienen summen über Gräbern Konzepte zur ökologischen Bepflanzung deutscher Friedhöfe werden entwickelt Friedhöfe haben heutzutage auch die Funktion im Umweltschutz. Entsprechend ändert sich die Bepflanzung. Der Frankfurter Hauptfriedhof ist ein Waldgarten. Sein alter Baumbestand zieht auch die Lebenden an. Jetzt können sie sogar in einem ökologischen Mustergarten verweilen: zwischen Steinpyramiden für Eidechsen und Totholzhaufen für Igel und Blindschleichen, einem „Sandarium“ für Grabwespen sowie Niststätten für Insekten und Vögel. Späte Schmetterlinge saugen Nektar aus den letzten Blüten des Sommerflieders, Hummelköniginnen versinken in seinem Pollenstaub, Bienen schwärmen aus den nahen Stöcken auf die Herbstastern, die Fruchtstände der Karden warten auf hungrige Distelfinken. Doch wie ökologisch sind die Gräber gestaltet? „Viele Leute wollen Schotter haben, weil sie sich einbilden, das sei einfacher zu pflegen“, sagt Gert Schirmer,

Sprecher der Genossenschaft Frankfurter Friedhofsgärtner. „Unkraut wächst aber auch zwischen Schotter und um Granitplatten herum“, fährt er fort. „Ohne Pflege sieht so ein Grab dann genauso aus wie ein bepflanztes, nur dass dann eben Pionierpflanzen wie Brombeeren dort wuchern.“ Zudem heize sich das Mikroklima durch Steine auf. Deshalb plädiert Schirmer bei der Grabgestaltung für ein grünes Gegenprogramm: „alles, was Blätter hat“. Als Bodendecker empfiehlt er Thymian oder den traditionellen Efeu, als Hecke Hainbuche oder Feldahorn, für die Insekten Salbei, Oregano und Lavendel. Thomas Bäder, Abteilungsleiter für die Friedhöfe des Frankfurter Grünflächenamts, bestätigt: „Wir befürworten eine ökologische Bepflanzung.“ Aber, so formuliert Schirmer: „Die ökologische Bepflanzung kommt erst allmählich in Wallung.“ Weiter als Frankfurt ist Köln. Lutz Pakendorf, geschäftsführender Vorstand der Genossen-

schaft Kölner Friedhofsgärtner, stellt ganze Flurstücke bis zu 3.000 Quadratmeter als „Bestattungsgärten“ für Urnenund Erdbestattungen vor: Friedhofsflächen, die zu einer Gartenanlage gestaltet werden. Sie werden nach Themen wie Bauerngarten, Heidegarten oder Gräsergarten bepflanzt. Bei der „Naturwiese“ mit heimischem Saatgut von Blumen und Kräutern unter einem Obstbaum hat der Naturschutzbund Deutschland die Friedhofsgärtner beraten. Naturnah ist auch der „Auengarten“ in Köln-Chorweiler mit Teich, Stauden und InsektenNistwand. „Rundum sorglos“ für die Hinterbliebenen nennt Pakendorf dieses Konzept, weil diese Gräberfelder für Urnen und Särge von Gärtnern versorgt würden. Kosten: 3.500 bis 4.000 Euro für 25 Jahre. In Hamburg will Genossenschafts-Friedhofsgärtner Alexander König „Erinnerungsgärten“ etablieren. Ein „Küstengarten“ mit Leuchtturm und ein

„Naturgarten“ mit entsprechender Staudenvielfalt seien dabei, erzählt er. Erst im Mai hat König in Altona knapp 1.000 Quadratmeter mit 288 Grabstellen für Särge und Urnen mit „bienenfreundlichen Streuwiesen“ für zwei Bienenvölker angelegt. Auch auf dem Ohlsdorfer Friedhof blühen seit zwei Jahren Wildblumen zwischen Hecken und heimischen Sträuchern, dank der Bürgerbeteiligung am Projekt „Ohlsdorf 2050“ zur Zukunft des Friedhofs. Neben den Genossenschaften hat der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau ein Konzept namens „Naturruh – Natürlich erinnern“ erarbeitet, mit Futterstellen und Nistkästen, Insektenhotels und farbenprächtigen Stauden auf Grabstellen. Würdevolle Bestattungen bei gleichzeitiger Förderung der biologischen Vielfalt, so wird das Konzept beschrieben. 2017 wurde es auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin vorgestellt, 2018 erhielten die Friedhofsgärtner den Deutschen Innovationspreis für Gartenbau. Noch im selben Jahr hat der Friedhof „Am Stäfflingshof“ in Gelsenkirchen das Konzept übernommen: mit geschwungenen Wegen, Teich und Stauden. „Leider dauert es teilweise sehr lange, bis eine Idee sich durchsetzt und dann auch durch alle Instanzen wie Friedhofsverwaltung, Stadtverwaltung, Stadtrat geht“, bedauert BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld, die das Konzept initiiert hatte.

Man sollte auf einem Grab das pflanzen, was einem selbst gut gefällt – und nicht nur die Nachbargräber kopieren. Foto: dpa

Ökologische Grabgestaltung

Doch mehr Ökologie geht auf traditionellen Friedhöfen. In München wirbt das Landeskomitee der Katholiken mit einer Broschüre für das ökologische und nachhaltige Grab: Statt Schnittblumen werden Herbstaster-Stauden empfohlen, generell sind heimische Pflanzen besser als Exoten, und Kränze sehen mit Rindenstücken und Tannenzapfen schön aus. edp

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Der Leichnam wird zur Wiese In Schleswig-Holstein läuft eine Probephase der „Reerdigung“ Innerhalb von 40 Tagen verwesen die Toten in einem Kokon, dem lediglich Sauerstoff zugeführt wird. Übrig bleiben die Knochen, die in einer Mühle zerkleinert werden. KIEL Seine Oma brachte ihn auf

die Idee: Als der Berliner Pablo Metz seine 96-jährige Großmutter fragte, wie sie einmal beerdigt werden wolle, fiel ihr die Antwort schwer. „Verbrannt werden wollte sie nicht. Und mit dem Gedanken, in der Erde langsam zu verwesen, konnte sie sich auch nicht anfreunden“, sagt Pablo Metz. Ihn reizte die Idee, neben Urne und Sarg eine dritte Bestattungsform zu entwickeln. Mit einem Expertenteam entwickelte er die Reerdigung, die es in ähnlicher Weise in manchen Bundesstaaten der USA gibt. Seit Februar 2022 bietet sein Start-up „Meine Erde“ sie als Pilotprojekt in Schleswig-Holstein an. Das Unternehmen wirbt damit, dass es sich um eine besonders nachhaltige und sanfte Art der Bestattung handeln soll. In den Kapellen des Kieler Parkfriedhofs und des Friedhofs in Mölln steht je eine graue Wanne aus recyceltem Kunststoff, die

Pablo Metz, Co-Gründer „Meine Erde“, spricht an einem Sarg mit Erde zu der neuen Bestattungsform „Reerdigung“ im sogenannten „Alvarium“ in der Kapelle auf dem Parkfriedhof Eichhof. Der Anbieter „Meine Erde“ bietet die neue Bestattungsform an. Ein Leichnam wird auf Heu, Stroh und Grünschnitt gebettet, innerhalb von 40 Tagen wird er zu Erde. das Unternehmen als Kokon bezeichnet. Der nackte Leichnam wird darin auf Heu und Stroh gebettet. Dann wird der Kokon für 40 Tage verschlossen. „Wir arbeiten ohne Chemikalien. Nur Sauerstoff führen wir zu“, sagt Metz. Ein beschleunigter, natürlicher Verwesungsprozess beginnt mithilfe der körpereige-

Heu, Stroh, Blumen und eine Holzfigur liegen in einem sogenannten Kokon.

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nen Mikroorganismen des Toten. Nach 40 Tagen ist das Weichgewebe des Verstorbenen zu Erde geworden, die eine humusartige Struktur hat. Wie bei einer Feuerbestattung auch, bleiben aber Knochen übrig, die durch eine Knochenmühle gedreht und der

Erde wieder beigemischt werden. Die Beisetzung auf dem Friedhof kann dann ohne Sarg erfolgen. Der forensische Entomologe Marcus Schwarz von der Universität Leipzig hat die Pilotphase mit seinem Team wissenschaftlich begleitet und verschiedene

Das Bild zeigt einen Kokon vor dem Beginn der ersten Reerdigung. Fotos: dpa

Reerdigung


Erdproben untersucht. Die Studie stehe kurz vor der Publikation, sagt er. Für ihn ist die Reerdigung nach bisherigen Erkenntnissen unbedenklich für Mensch und Umwelt. Im Gegenteil: „In einem ruhigen, gesteuerten Ökosystem entsteht ein hochpotenter Boden“, sagt Schwarz. Eine normale Sargbestattung sei dagegen ökologisch gesehen überhaupt nicht zielführend. „Wenn die Leute wüssten, wie sie nach zwei Jahren unter der Erde aussehen, würden sich viele sicherlich so nicht mehr bestatten lassen wollen“, erklärt Schwarz. Durch den Luftabschluss in den massiven Särgen verlangsame sich der Verwesungsprozess. Das Ergebnis seien oft von Schimmel befallene Wachsleichen. Hinzu komme die synthetische Kleidung der Leichen, die oft schwer verrotte. „Meine Erde“ wirbt zudem damit, dass es gegenüber einer Feuerbestattung keine fossilen Brennstoffe für eine Reerdigung braucht. Lediglich 25 bis 30 Kilowattstunden Strom seien für die technischen Prozesse nötig. Elf Reerdigungen seien in Schleswig-Holstein bereits erfolgt, sagt Metz. Die Nachfrage sei groß. Sobald Planungssicherheit besteht, möchte „Meine Erde“ das Angebot ausbauen. Die schwarz-grüne Landesregierung steht der Reerdigung offen gegenüber, das Bestattungsgesetz soll dahin gehend überarbeitet werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus Leipzig liegt den Behörden nach Angaben von „Meine Erde“ bereits vor. Eine Anhörung eines ersten Entwurfes habe bereits stattgefunden und werde derzeit ausgewertet, heißt es aus dem Kieler Justizministerium. Auch beide christlichen Kirchen sprachen sich für die weitere Bestattungsform aus. „Aus theologischer Sicht ist die Reerdigung Teil eines Kreislaufs. Wir kommen aus der Erde und werden wieder zu Erde“, sagte Almut Witt, Pröpstin im evangelischen Kirchenkreis Altholstein, wo ein Teil der Pilotphase läuft. Sie erlebe einen sehr „würde- und liebe-

vollen Umgang“ mit den Toten und ihren Angehörigen. Doch das Projekt erntet nicht nur Beifall. Im Spiegel“ (39/23.9.2023) wird dem Berliner Unternehmen Vetternwirtschaft vorgeworfen. Ein dem Pilotprojekt zugrunde liegendes Rechtsgutachten stammt von dem Ehemann des Geschäftsführers der Stiftung Reerdigung, die zu „Meine Erde“ gehört. In dem Gutachten stuft der Bestattungsexperte Torsten Barthel die Reerdigung als eine zulässige Form der Erdbestattung ein. Barthel wies den Vorwurf gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) zurück. Er sei Anfang 2020 von Pablo Metz für das Gutachten angefragt worden und sein Mann habe erst durch ihn von dem Projekt erfahren. „Als er 2023 bei der Stiftung angestellt wurde, waren meine wesentlichen Tätigkeiten für das Unternehmen abgeschlossen“, sagte Barthel. Auch aus einem Interview mit dem Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel zitiert der „Spiegel“. In der im September erschienenen Zeitschrift „Bestattungskultur“ sagt Püschel, dass es sich bei der gewonnenen Erde nicht um Humus handle, da er „relativ viel verfaultes Fleisch“ enthalte. In Deutschland dürften aber nur pflanzliche Reste kompostiert werden. Außerdem bemängelt er eine mangelhafte Datenlage und äußert ethische Bedenken. Marcus Schwarz von der Uni Leipzig kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. „Da die Reerdigung unter der Zugabe von Sauerstoff läuft, handelt es sich nicht um einen Fäulnis-Prozess. Hier wird lediglich die natürliche Verwesung beschleunigt.“ Durch die große Hitzeentwicklung in dem Kokon bis zu über 70 Grad würden auch die Auflagen des Infektionsschutzes erfüllt. Die Oma von Pablo Metz wird nicht mehr erfahren, ob sich die Reerdigung in Deutschland durchsetzt. Anfang 2023 ist sie mit 99 Jahren gestorben. Auf eigenen Wunsch wurde sie in Mölln reerdigt. edp

Reerdigung / Mit Kindern trauern

Vielen Kindern hilft es, ihre Trauer auszuleben – wenn sie etwa bei der Beerdigung einbezogen werden und eine Rose auf das Grab des Toten legen dürfen. Foto: dpa

Gemeinsam trauern So stärkt man ein Kind bei einer Beerdigung NORDHORN In der Regel haben

gerade ältere Kinder ein Gespür dafür, was sie sich selbst zumuten können. Man sollte sie daher einfach fragen, ob sie bei der Aufbahrung vom Verstorbenen Abschied nehmen und an der Beerdigung teilnehmen wollen. Natürlich hängt es auch vom Alter und dem Wesen ab, wie ein Kind mit Trauer umgeht. Doch eine behutsame Konfrontation mit der Realität hilft auch Kindern, den Tod besser zu verarbeiten. „Gerade beim Thema Trauer ist es wichtig, die Kinder einzubeziehen – ohne sie dabei zu überfordern“, sagt Trauertherapeut Roland Kachler. Wenn das Kind mitkommen möchte, sollten Erwachsene es auf die Bestattung und Trauerfeier vorbereiten. Also vorher erklären, wie alles abläuft. Das gibt Kindern Sicherheit. „Eltern können zum Beispiel mit dem Kind schon vorher zum Friedhof gehen und erklären, dass dort dann der Opa oder die Oma begraben wird“, sagt Kachler. Er begleitet als Psychologi-

scher Psychotherapeut Menschen in Trauersituationen. Gut ist auch, wenn ein Kind mehrere Handlungsoptionen hat, es also etwa eine Blume und ein selbst gemaltes Bild auf den Sarg legen kann. Und: „Für Kinder kann es hilfreich sein, wenn sie ihr Schmusetier und vielleicht ein Malbuch zur Beerdigung mitnehmen können“, rät Kachler. Wichtig ist, dass auch während der Beerdigung jemand das Kind begleitet. Das gilt insbesondere, wenn man größere Gefühlsausbrüche bei nahen Angehörigen erwartet, etwa weil die Mutter oder der Vater oder ein Geschwisterkind gestorben sind. „Dann sollte sich eine entferntere Angehörige, etwa eine Tante, um das Kind kümmern“, sagt Kachler. Die Tante kann das Kind aus der Situation herausnehmen, wenn es ihm zu viel wird. „Auch das ist völlig in Ordnung“, so der Trauertherapeut. „Denn alle Reaktionen eines Kindes in einer Verlustsituation sind erlaubt.“ dpa

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Baumbestattungen liegen im Trend In 20 Jahren hat sich diese Form der letzten Ruhestätte in Deutschland etabliert Ein Grab mitten im Wald, naturnah, ruhig und pflegeleicht – Bestattungswälder werden als letzte Ruhestätte immer beliebter. Seit gut 20 Jahren gibt es das Angebot der Waldbestattung in Deutschland.

für eine Stätte in dem 116 Hektar oder ungefähr 162 Fußballfelder großen Friedwald entschieden. Sie haben die Wahl zwischen einem Platz ab 490 Euro und einem eigenen Baum ab 2490 Euro. Hinzu kommen laut WackerMeister die Beisetzungskosten inklusive Graböffnung und -schließung sowie biologisch abbaubarer Urne.

Den ersten Wald dieser Art in Deutschland gründete die Darmstädter Friedwald GmbH am 7. November 2001 im Reinhardswald bei Kassel. „Ich war – im Gegensatz zu einigen Menschen in meinem juristischen Umfeld – fest überzeugt, dass die Idee Zukunft hat und zu den gesellschaftlichen Veränderungen der Zeit passt“, erinnert sich Gründerin und Geschäftsführerin Petra Bach, die von Haus aus Juristin ist.

Voraussetzung für eine Waldbestattung ist eine Einäscherung. Laut einer Umfrage der RAL Gütegemeinschaft Feuerbestattungsanlagen werden in Deutschland 75 Prozent der Verstorbenen eingeäschert. Vor der Eröffnung durchlaufe jeder Standort aufwendige Genehmigungsverfahren, erklärt WackerMeister. „Hier wird durch die Behörden umfänglich geprüft, dass die Beisetzungen von Verstorbenen in biologisch abbaubaren Urnen unbedenklich für das Waldgebiet und die Umwelt sind.“ Die Asche der Verstorbenen gehe – je nach Bodenbeschaffenheit – nach etwa fünf Jahren in den Waldboden über. Bei einer Waldführung können sich Interessenten über Kosten, Baumgrabarten, Vorsorgemöglichkeiten und Beisetzungen im Friedwald informieren.

Tatsächlich haben sich Waldbestattungen 20 Jahre später etabliert. Laut einer Studie der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas liegt der Wunsch nach einer Baumbestattung deutschlandweit mit mehr als 20 Prozent inzwischen auf Platz zwei der bevorzugten Bestattungsarten. Nur die pflegefreie Beisetzungsform auf einem Friedhof ist beliebter.

Die Gründe für eine Waldbestattung sind vielfältig: „Während der eine die Nähe zur Natur sucht, wünscht sich die andere eine Alternative zum konfessionellen Friedhof. Ein anderer möchte seinen Angehörigen ein Grab ohne Pflegeaufwand ermöglichen“, erläutert WackerMeister. Denn Grabschmuck und -pflege gibt es in Bestattungswäldern nicht. Lediglich eine kleine Tafel kann am Stamm angebracht werden. Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten der Trauerfeier, etwa mit oder ohne kirchlichen Beistand, Trauerredner oder Musik, seien für viele ausschlaggebend, sagt Wacker-Meister. Zwar sind in vielen Ruheforsten oder Friedwäldern Priester bereit, an der Zeremonie teilzunehmen. Die Deutsche Bischofskonferenz steht Waldbestattungen nach wie vor skeptisch gegenüber, da die Konzeption „zentrale Elemente einer humanen und christlichen Bestattungskultur vermissen“ lasse. Einen Trend zur Waldbestattung bestätigt auch der Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, Stephan Neuser. Seit der Wiedervereinigung seien Feuerbestattungen in Deutschland

zunehmend beliebter geworden, erläutert er. In der DDR war die Einäscherung die gängige Bestattungsform und wurde vom Staat gefördert, während in der Bundesrepublik die Sargbestattung favorisiert wurde. Im Zuge dieser Entwicklung seien alle Unterformen der Einäscherung wie Baumbestattungen beliebter geworden, erklärt Neuser. Die entfallende Grabpflege sei ein wichtiger Punkt. „Wir leben in einer mobilen Gesellschaft. Viele Angehörige leben weit entfernt und können sich nicht darum kümmern.“ Auch die demografische Entwicklung verstärke den Trend. „Die Menschen werden immer älter und können nicht mehr ohne Weiteres gewährleisten, nach dem Tod eines Angehörigen dessen Grab 20 oder 30 Jahre pflegen zu können.“ Diese Entwicklung hätten inzwischen die Betreiber herkömmlicher Friedhöfe erkannt und machten naturnahe Angebote. Neuser rät dazu, sich bei der Wahl der Bestattungsform gut beraten zu lassen. „Das Für und Wider einer Waldbestattung ist gut abzuwägen“, sagt er.

Waldbestattungen machten inzwischen „einen nennenswerten Anteil“ der Bestattungen aus, sagt Pressesprecher Alexander Helbach. Konkrete Zahlen lägen Aeternitas nicht vor, der Trend nehme aber von Jahr zu Jahr spürbar zu und es würden immer mehr Bestattungswälder eröffnet. So betreibt die Friedwald GmbH bundesweit knapp 80 Standorte. Der zweite große Anbieter in Deutschland ist die Ruheforst GmbH aus Erbach im Odenwald. Allein im Friedwald Reinhardswald haben seit seiner Gründung laut Pressesprecherin Carola Wacker-Meister 7950 Beisetzungen stattgefunden. Mehr als 16.100 Menschen haben sich

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Waldfriedhöfe werden in Niedersachsen nach Einschätzung der Betreiber immer beliebter.

Foto: dpa

Baumbestattung


Bis zur Beisetzung kann es bei Körperspendern durchaus zwei bis drei Jahre dauern. Sinnvoll ist deshalb, die Angehörigen in die Entscheidung einzubeziehen. Foto: dpa

Wie wird man Körperspender? In Deutschland gibt es 30 Anlaufstellen, wo dies möglich ist Mehr Menschen überlegen, ihren Körper nach dem Tod für Forschung und Ausbildung zu spenden. Welche Schritte muss man dafür gehen? Auch über den Tod hinaus Gutes tun: Das kann ein Antrieb sein, seinen Leichnam für die Forschung oder die Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern zur Verfügung zu stellen. Wie genau geht man das an? KÖNIGSWINTER

Die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas hat zusammengetragen, wo Körperspenden möglich sind. In Deutschland gibt es dafür mehr als 30 Anlaufstellen, in aller Regel sind es die anatomischen Institute der Universitätskliniken.

Körperspende

Dort kann sich informieren, wer Interesse hat. Zum Beispiel darüber, ob das Institut derzeit überhaupt neue Körperspenderinnen und -spender aufnimmt. Oder darüber, in welchen Fällen die Spende nicht möglich ist. Laut Aeternitas kann das bei starkem Übergewicht oder Infektionskrankheiten der Fall sein. Übrigens: Sich einfach irgendein Institut auszuwählen, geht nicht. Es sollte das nächstgelegene sein. Denn im Todesfall muss der Leichnam schnell überführt werden, damit er direkt konserviert werden kann. Die Uniklinik Aachen zum Beispiel stellt die Bedingung, dass Körperspender im Umkreis von 30 Kilometern wohnen müssen. Verstirbt man außerhalb des Radius des jeweiligen Institutes – zum Beispiel auf einer Auslands-

reise – kann die Körperspende nicht stattfinden. Denn: Einen Vertrag, der für beide Seiten bindend ist, gibt es bei der Körperspende nicht. Stattdessen füllen Interessierte lediglich eine Absichtserklärung aus. Das heißt auch: Wer sich umentscheidet, kann davon zurücktreten, ohne Gründe offenlegen zu müssen. Man muss nur dem jeweiligen Institut Bescheid geben. Körperspenderinnen und -spender bekommen vom jeweiligen Institut einen Körperspenderausweis ausgestellt, den sie zusammen mit dem Personalausweis bei sich tragen. Darauf steht, wer im Todesfall zu kontaktieren ist. Aeternitas rät Körperspende-Interessierten, auch die Angehörigen ins Boot zu holen. Denn:

Stellt man seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung, können bis zur Beisetzung durchaus zwei oder drei Jahre – oder noch mehr Zeit – verstreichen. Oft haben die Institute eigene Gräberfelder auf Friedhöfen, wo die Körperspenderinnen und -spender bestattet werden können. Dabei veranstalten die Institute jährliche Gedenkfeiern, bei denen die Angehörigen Abschied nehmen können. In aller Regel müssen Körperspenderinnen und -spender einen bestimmten Beitrag zahlen. Denn die Kosten für die Überführung des Leichnams und die Bestattung tragen die Institute nur zum Teil. Das Institut für Anatomie des Uniklinikums Leipzig erhebt zum Beispiel eine Bearbeitungsgebühr von 1200 Euro.

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Tradition trifft auf neue Technologie Traueranzeigen erhalten ein ganz neues Aussehen / Individualität im Fokus werden. Jörg Arends berichtet von einem Verstorbenen, der gerne im Wald spazieren ging und leidenschaftlich gerne Klavier spielte. Auch für ihn wurde was Passendes erstellt.

Das Bestattungsunternehmen Arends hilft mit Nutzung von künstlicher Intelligenz, Trauernden einzigartige und persönliche Erinnerungen zu schaffen.

Mit einer weiteren Bild-KI besteht die Möglichkeit, Fotos zu kolorieren, unscharfe Aufnahmen weitgehend wieder nachzuschärfen oder beschädigte Fotos beispielsweise mit Rissen oder Knicken wieder in den Ursprungszustand zu versetzen, sodass diese bei der Trauerfeier Trost spenden.

Dem Verstorbenen noch einmal die letzte Ehre zu erweisen kann auch mit der Nutzung moderner Technik deutlich einfacher gelingen. Bibelzitate, und Standardmotive wie gefaltete Hände oder ein Kreuz kennen die meisten, wenn sie einen Blick auf Todesanzeigen in der Zeitung werfen. Es sind tradierte Gestaltungsmotive für solche Fälle. Daran hat sich in der letzten Zeit etwas Gravierendes geändert. Immer öfter werden diese Anzeigen individualisierter und mit persönlichem Bezug zum Verstorbenen gestaltet. „Eine große Hilfe kann dabei die Nutzung künstlicher Intelligenz sein“, berichtet Jörg Arends, der gemeinsam mit seinem Bruder Bert ein Bestattungsunternehmen in Uelsen betreibt. Die beiden Brüder waren immer wieder mit dem Gedanken beschäftigt, welche Möglichkeiten bestehen, hilfreiche Ideen in Verbindung mit dem Thema Trauerfall zu entwickeln. Eine

Altes Porträtfoto in schwarz-weiß.

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Ein Beispiel für die Vielfalt der neuen Möglichkeiten. dieser Ideen ist die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI). In diesem Fall eine spezielle KI für Bilder. Im Grunde ist die KI wie ein Künstler, der sich an unzählige Bilder erinnert und diese Erinnerungen verwendet, um daraus neue Kunstwerke zu erstellen, basierend auf dem, was ihm beispielsweise bei einer Auftragsarbeit vorgeben wird. „Und das ist wichtig. Die Kreativität kommt vom Menschen und die KI übernimmt nur die Arbeit. Die Nutzung macht die Erstellung von individuellen Motiven einfacher und spart dementsprechend Kosten,“ berichtet Jörg Arends.

Fotos: privat

Das obenstehende Beispiel für eine Anzeige zeigt die Vielfalt der neuen Möglichkeiten: Das Motiv zeigt einen Mann, der neben seinem Labrador geht. Das Motiv wurde erstellt, weil der Verstorbene in seinem Leben eng mit seinem Hund verbunden war. Der KI kann gesagt werden, welche Hunderasse, Personen und Elemente das Motiv enthalten soll. Wer Wert auf das Aussehen eines Motives in Acryl-, Öl- oder Aquarell-Stil legt, kann dies einfach beim Bestattungsunternehmen Arends mit angeben. Es können aber auch unterschiedliche Motive kombiniert

Jörg Arends betont, dass immer mehr Kunden auf eine neue Gestaltung von Todesanzeigen wert legen, weil diese der Persönlichkeit des Verstorbenen mehr gerecht wird und mehr Trost spendet als die traditionellerweise benutzten Motive es tun. Gleichzeitig betont er aber auch, dass dem Trauernden oder der Trauergemeinde solche Möglichkeiten nicht aufgedrängt werden. „Es zeichnet sich meist im Laufe eines Gespräches ab, welche Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Todesanzeige bestehen“, berichtet Bert Arends von seinen Erfahrungen. Was die Nutzung der Fotos und urheberrechtliche Fragen angeht, weist er darauf hin, dass dergleichen rechtlich abgeklärt worden ist, sodass die Verwendbarkeit immer gegeben ist. am

In Farbe nachgearbeitet.

Künstliche Intelligenz


Unbekannte Verwandte Wer übernimmt deren Bestattungskosten? Er hatte sein Leben lang nicht gewusst, einen Halbbruder zu haben. Erst nach dessen Tod erfuhr ein Mann von der Existenz des Verwandten.

recht, von ihm so plötzlich die Bestattung einer fremden Person zu verlangen. Er sei von der Pflicht dazu, regelrecht „überfallen“ worden. Zudem habe er gar keine Möglichkeit gehabt, Rücklagen für zu erwartende Bestattungskosten zu bilden.

Für die Beisetzung muss er trotzdem zahlen. Auf eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Mainz (Az: 3 K 425/22.MZ) weist die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

Vor Gericht hatte der Mann keinen Erfolg. Als Verwandter sei er für die Bestattung verantwortlich. Auch wenn es kein „familiäres Näheverhältnis“ gegeben habe, sei es ihm zuzumuten, die Kosten zu übernehmen, so das Urteil. Es gehe um das objektiv bestehende Verwandtschaftsverhältnis. Als Bestattungspflichtiger stehe er dem Verstorbenen näher als die Allgemeinheit, die ansonsten für die Bestattungskosten einzustehen hätte. Daran ändere auch nicht, dass der Mann die Erbschaft ausgeschlagen habe. dpa

Im konkreten Fall erhielt der Mann von der zuständigen Behörde die Aufforderung, als nächster Verwandter seinen verstorbenen Halbbruder zu bestatten. Dieser war als Jugendlicher von einem anderen Elternpaar adoptiert worden. Als der Mann

Familienrecht

Ohne familiäres Verhältnis, noch nicht mal, ohne sich gekannt zu haben, muss man für die Bestattung eines Angehörigen aufkommen. Foto: dpa der Aufforderung nicht folgte, zog die Behörde ihn und seine Schwester anteilig zu den Bestattungskosten heran. Der Mann

wollte das nicht akzeptieren. Er habe erst durch die Behörde erfahren, dass er einen Halbbruder habe und hielt es nicht für ge-

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Touren, wo getrauert werden kann Spaziergang über Berlins Friedhöfe Allein die Anzahl verblüfft: Mehr als zweihundert Friedhöfe zählt Berlin. Auf manchen gibt es Führungen, die so vielfältig sind wie die Stadt selbst. Oft geht es um Promis – aber auch Weltgeschichte. Alexandra Stahl BERLIN Was steht denn nun auf

dem Grabstein von Willy Brandt? Seit Jahren hält sich das Gerücht, dort sei der Satz „Man hat sich bemüht“ eingraviert. Vermutlich deshalb, weil der SPD-Politiker sich diesen Ausspruch einmal selbst als Inschrift gewünscht hatte – allerdings nur scherzhaft in einem Interview. Doch Brandt, der 1992 starb, hat einen schlichten Grabstein: Er trägt lediglich seinen Namen. Sogar Geburtsjahr und Sterbedatum fehlen. „Er ist einfach so bekannt, dass man davon ausgeht, dass die Leute wissen, wann er geboren und gestorben ist“, meint Ulrich Thom. Thom ist Stadt- und Friedhofsführer. Zusammen mit seiner Frau Hildegard Verlage bietet

Die Gebrüder Grimm liegen auf dem St. Matthäus Friedhof in Schöneberg begraben. er Touren über Berliner Friedhöfe an. Darunter ist auch der Waldfriedhof Zehlendorf, auf dem neben Brandt die Sängerin Hildegard Knef beerdigt ist, die unter anderem bekannt wurde mit dem Chanson „Für mich soll’s rote Rosen regnen“.

Ein Leben für den Boxring: die letzte Ruhestätte von Graciano Rocchigiani auf dem St. Matthäus Friedhof in Schöneberg.

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Brandt und Knef sind nur zwei von vielen bekannten Persönlichkeiten, die dort ihre letzte Ruhestätte haben. Und der Waldfriedhof Zehlendorf ist nur einer von vielen Friedhöfen in Berlin, auf denen sich Grabstätten oder Gedenksteine prominenter Persönlichkeiten befin-

Fotos: dpa

den. Dazu zählen: * Marlene Dietrich: Friedhof Stubenrauchstraße in Friedenau * Rio Reiser: St. Matthäus Friedhof in Schöneberg * die Gebrüder Grimm: St. Matthäus Friedhof in Schöneberg * Graciano Rocchigiani: St. Matthäus Fried-

Alias Loriot: Vicco von Bülow fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Heerstraße im Westend.

Friedhofstouren


hof in Schöneberg * Harald Juhnke: Waldfriedhof Dahlem * Gunter Gabriel: Friedhof Heerstraße im Westend * Vicco von Bülow alias Loriot: Friedhof Heerstraße im Westend * Bertolt Brecht: Dorotheenstädtischer Friedhof in Mitte Und die Sängerin Nico, die mit der Band The Velvet Underground berühmt wurde, ist auf dem im Volksmund sogenannten „Selbstmörderfriedhof“ im Forst Grunewald beigesetzt worden, der 1879 für im Grunewald aufgefundene unbekannte Tote angelegt wurde und auch „Friedhof der Namenlosen“ genannt wird. Nico aber hat einen Namen und starb darüber hinaus nach einem Fahrradunfall. Zurück nach Zehlendorf. Dort ist nicht nur Willy Brandt bestattet, sondern auch seine zweite Ehefrau Rut. Weil die beiden geschieden waren, liegt ihr Grab an anderer Stelle. Mit detektivischem Gespür zum nächsten Grab Überhaupt die Stellen: Man muss natürlich wissen, wo die berühmten Leute liegen. „Ich muss mir immer merken, wo es lang geht“, sagt Thom, der sich mal an einem Strauch orientiert, mal an einem Grabstein. Er deutet auf einen. „Wenn sie den da mal wegmachen, bin ich aufgeschmissen.“ 37,5 Hektar misst der Waldfriedhof Zehlendorf, der ab 1946 in einem Kiefernwald angelegt worden ist. Viel Wald- und Grabfläche, kaum Hecken. Um die 40.000 Tote sind dort bestattet, 44 von ihnen haben Ehrengräber der Stadt Berlin erhalten – ein Gedenkstein am Grab weist jeweils darauf hin. Von diesen Ehrengräbern gebe es stadtweit mehr als 680, sagt Thom. Aber nur knapp 80 seien bislang an Frauen vergeben worden. Rut Brandt und Hildegard Knef sind darunter. Ehrenbürger der Stadt bekämen nach ihrem Tod automatisch ein Ehrengrab, für alle anderen müsse ein Antrag beim Senat gestellt werden. Die Warteliste sei lang, die Genehmigung dauere.

Friedhofstouren

Neben den Prominenten mit Ehrengrab gibt es also auch einige ohne – da müsse man dann detektivisch vorgehen. „Manchmal wissen wir nur, in welchem Bereich jemand liegt, dann suchen wir.“ Stadtgeschichte statt Pietätlosigkeit Der 70-jährige Rentner, der einst Jura, Geschichte und Philosophie studierte, mag an Friedhöfen, dass dort etwas greifbar werde. Eigentlich, überlegt er, komme man einer Person doch nirgends näher als an ihrem Grab. Andere mögen denken: Am Ende ist es nur ein Grabstein. Zumindest weglaufen können die Leute nicht mehr, wenn sie unter der Erde liegen. Aber sind Grabstätte nicht immerhin so intime Orte, dass ihre touristische Vermarktung pietätlos wäre? Sind Touren über Friedhöfe unangebracht? Ulrich Thom und seine Frau finden: nein. Sie wollen das Andenken der Menschen wahren. „Wir vermitteln auch ein Stück Stadtgeschichte“, sagt Verlage. Mehr als drei Stunden dauert die Tour, die das Ehepaar anbietet. An den Gräbern erzählt Thom etwas über die Personen, Verlage zeigt Bilder und liest aus den Biografien. Es geht etwa um den FDP-Bundespräsidenten Walter Scheel oder den Architekten Hans Scharoun, von dem die Berliner Philharmonie stammt. Am Grab von Ernst Reuter, einst Oberbürgermeister im geteilten Berlin, erinnert Thom an dessen berühmte Rede vor dem Reichstagsgebäude im September 1948. Darin warb er dafür, die Stadt per Luftbrücke zu versorgen: „Ihr Völker der Welt [...], schaut auf diese Stadt!“ Und am Grab des Widerstandskämpfers Jakob Kaiser, der sich gegen die NS-Diktatur auflehnte, weist Thom auf die Grabplatte hin, in der Kaiser selbst als steinerne Figur verewigt ist. Gottesäcker, viermal so groß wie das Tempelhofer Feld Die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gehören zur

Gedenken der ungewöhnlichen Art: Jemand hat eine kleine Plastikente auf Loriots Grab abgestellt. Foto: dpa Friedhofskultur. Rund 120.000 solcher Gräber finden sich laut Angaben der Senatsverwaltung in Berlin. In Zehlendorf liegt der italienische Ehrenfriedhof, angelegt 1953. Dort sind Soldaten, aber auch Zivilisten und Zwangsarbeiter bestattet, die während des Zweiten Weltkrieges in Berlin und Umgebung ermordet wurden. Mehr als tausend Kissensteine und ein Mahnmal erinnern an die Italiener. Über zweihundert Friedhöfe gibt es in der Hauptstadt. Ihre Größe entspricht ungefähr dem Tempelhofer Feld mal vier, wie sich im Internet unter „Mein Kiez. Mein Friedhof“ nachlesen lässt, einer Initiative der Senatsverwaltung und dem Gartenbauverband Berlin-Brandenburg. Eine Karte zeigt dort alle Friedhöfe der Hauptstadt. Die Webseite führt zudem eine Liste mit Veranstaltungen und Führungen verschiedener Anbieter auf Berliner Friedhöfen. Das Angebot ist so vielfältig wie die Stadt selbst. Auf dem Böhmischen Gottesacker in Rixdorf in Neukölln geht es etwa um Bestattungskultur. Bei einer Tour auf dem Friedhof der Märzgefallenen am Volkspark Friedrichshain wird an die Revolution 1848/49 erinnert. Und die Führungen über den bekannten Dorotheenstädtischen Friedhof in Mitte drehen sich um Kulturgeschichte.

Liegebänke zum Verweilen Und natürlich kann man Berlins Friedhöfe auch ohne offizielle Führung aufsuchen – nicht nur für die Trauerarbeit, sondern auch zum Spazierengehen durch Ruheoasen mitten in der Stadt jenseits eines oft hektischen Alltags. Auf dem Waldfriedhof Oberschöneweide wurden jüngst sogar Liegebänke aufgestellt. Und wer Berlins kleinsten Friedhof Peter und Paul besuchen will, könnte das mit einem Besuch der Pfaueninsel verbinden. Letzte Frage an Thom, der nach Ende der Tour erzählt, wie er während einer Reise in St. Petersburg zufällig auf das Grab von Dostojewski stieß. Gibt es ein Grab, das er noch besuchen will? Vielleicht schaffe er es mal nach New York. Zur Straße, in der John Lennon erschossen wurde. An solchen Orten werde Geschichte für ihn real.

Führungen Die Spaziergänge mit Ulrich Thom über verschiedene Berliner Friedhöfe dauern zwei bis drei Stunden und kosten pro Person 10 bis 12 Euro, Voranmeldungen unter www.berlinsicht.de. Führungen weiterer Anbieter und Karte zu Berliner Friedhöfen unter www.meinkiez-meinfriedhof.berlin.de

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Gegenseitig Halt und Stärke geben Trauer gemeinsam verarbeiten – Selbsthilfegruppen in der Grafschaft Bentheim

Elterngruppe Sternenkinder

Die Trostinsel

Jeden 1. Montag im Monat um 19.00 Uhr

Kontakt: Telefon 05921 75400, E-Mail: info@hospizhilfe.de

Kontakt: 05921 75400, E-Mail: info@hospizhilfe.de Die Elterngruppe Sternenkinder der Hospizhilfe Nordhorn unterstützt Eltern, deren Kind in der Schwangerschaft oder kurz danach gestorben ist. Die Helfer beraten und begleiten die Betroffenen in dieser schwer fassbaren Situation und helfen, um konkrete Schritte bedenken und tun zu können sowie den Gefühlen und der Trauer Raum zu geben. Es werden Einzel- und Gruppengespräche angeboten.

Trauer Selbsthilfegruppe Sprechzeiten/Erreichbarkeit nach vorheriger telefonischer Rücksprache Kontakt: Telefon 05921 96-1867 E-Mail: annegret.hoelscher@grafschaft.de Die Selbsthilfegruppe möchte Menschen, die ihren Partner verloren haben, Unterstützung in den Phasen der Trauer geben. Informationen bekommen Sie auch im Büro für Selbsthilfe und Gesundheitsförderung.

Ein monatliches Treffen

Die Trostinsel ist ein Angebot der Hospizhilfe Nordhorn in der Kinder- und Jugendtrauerbegleitung. Zum Angebot gehört die Beratung von Angehörigen und Bezugspersonen im Umgang mit trauernden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Trauerbegleitung erfolgt in Einzelgesprächen oder in der Kindertrauergruppe.

Selbsthilfegruppe für Angehörige um Suizid Kontakt: Telefon 05921 96-1867 E-Mail: annegret.hoelscher@grafschaft.de Der Suizid eines Angehörigen oder nahe stehenden Menschen stürzt die Hinterbliebenen oft in ein Chaos aus Trauer, Verzweiflung, Sprachlosigkeit und Schuldgefühlen. In dieser Gruppe tauschen Angehörige ihre Erfahrungen miteinander aus, geben Unterstützung oder hören einfach nur zu.

Gesprächskreis verwaister Eltern in Emlichheim Jeden 3. Montag im Monat (außer in den Ferien) um 19 Uhr Kontakt: Gerlinde Trüün, Telefon 05943 7403, E-Mail: gerlinde.trueuen@web.de Treffen im Mehrgenerationenhaus Senfkorn

Geprächskreis trauernde Eltern in Nordhorn Jeden 1. Montag im Monat um 19.30 Uhr Kontakt: Monika van Kooten, Rüschenweg 7, 48531 Nordhorn, Mobil 0177 7992833, E-Mail mimi-vk@web.de Der Tod eines Kindes bedeutet besonders für die Eltern eine Krise, die ihr Leben total verändert. Zu der Trauer kommen oft zermürbende Selbstvorwürfe und auch schwere Enttäuschung, weil Freunde und Bekannte häufig hilflos sind und sich zurückziehen. Äußerst kritisch wirkt sich auch die unterschiedliche Verarbeitung der Trauer von Männern und Frauen aus, Probleme in der Partnerschaft sind häufig die Folge. Der Gesprächskreis möchte betroffenen Eltern ein Ansprechpartner sein. Gemeinsam will die Selbsthilfegruppe sich Halt und Stärke geben und über den schweren Verlust in vertraulicher Atmosphäre sprechen oder nur zuhören.

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Selbsthilfegruppen


Woran gedacht werden muss Formalitäten und wichtige Aufgaben in einem Todesfall 1. Arzt benachrichtigen Dieser stellt die Todesbescheinigung aus. Bei einem Sterbefall im Krankenhaus erfolgt dies durch die Krankenhausverwaltung.

2. Bestatter benachrichtigen Der Bestatter sollte zu einem möglichst frühen Zeitpunkt benachrichtigt werden, damit er den Angehörigen behilflich sein und sie beraten kann. Es ist dagegen nicht erforderlich, dass der Verstorbene sofort ins Bestattungsinstitut überführt wird. Er kann bis zu 36 Stunden zu Hause aufgebahrt werden, damit die Angehörigen von ihm Abschied nehmen können. Bevor ein Bestatter benachrichtigt wird, sollte geprüft werden, ob der Verstorbene mit einem bestimmten Bestatter bereits einen Bestattungsvorsorgevertrag abgeschlossen hat. Bestatter behalten seit längerem die Frage des digitalen Nachlasses im Auge. Immer mehr Bestatter bieten deshalb die Möglichkeit einer seriösen Abmeldung von Nutzerkonten, Mitgliedschaften und Guthaben bei Handelsplattformen, Dating- und Partnerportalen, Spieleplattformen, Wettanbietern oder Vereinsmitgliedschaften an.

3. Engste Angehörige benachrichtigen 4. Wichtige Dokumente im Trauerfall: q Nachweis über den letzten Wohnsitz q Todesbescheinigung vom Arzt q Personenstandsurkunden Bei Ledigen: Geburtsurkunde Bei Verheirateten: Heiratsurkunde Bei Geschiedenen: Heiratsurkunde und Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk Bei Verwitweten: Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des Ehepartners Bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften: Anstelle der Heiratsurkunde ist die entsprechende Urkunde vorzulegen. q Bestattungsvorsorgevertrag (falls vorhanden) q Versicherungsunterlagen Sterbegeld-, Lebens-, Unfallversicherungen; einige Institutionen, z. B. Gewerkschaften, zahlen unter bestimmten Voraussetzungen q Private Sterbegeldversicherungen, Nachbarschaftshilfevereine (falls vorhanden) q Rentennummer bereithalten Diese befindet sich auf dem Rentenbescheid bzw. auf dem Rentenausweis. Die Rentennummer findet sich zudem auf dem Kontoauszug des Girokontos, da die Renten stets

Checkliste / Impressum

unter Angabe der Rentennummer überwiesen werden. q Angaben zu betrieblichen Renten Der Bestatter hält üblicherweise die Formulare für die Beantragung der sogenannten Drei-Monats-Rente (Sterbevierteljahr) für die Witwe oder den Witwer vor. q Grabdokumente Sofern bereits eine Grabstelle vorhanden oder reserviert ist. q Testament, Erbvertrag, Hinterlegungsschein für das Amtsgericht oder den Notar. q Letztwillige Verfügung Falls eine Kremation und gegebenenfalls darüber hinaus eine Seebestattung gewünscht wird.

5. Erledigung der Formalitäten q Besorgung der Sterbeurkunden beim Standesamt des Sterbeortes Dabei handelt es sich um die sogenannte Abmeldung. Bei der Abmeldung von bestimmten Versicherungen muss nicht überall ein Original vorgelegt werden. Bei Autoversicherungen reicht zum Beispiel eine Fotokopie. Bei Sterbegeld-, Lebensoder Rentenversicherungen muss ein Original vorliegen. q Erwerb oder Wiedererwerb der Grabstätte q Terminfestlegung bei der Gemeinde und/ oder Kirche für die Trauerfeier und Beerdigung

IMPRESSUM

T R AU E R DEN

ABSCHIED

GES TALTEN

Das Magazin GN-Trauer erscheint einmal im Jahr in der Gesamtauflage der Grafschafter Nachrichten. Verlag: Grafschafter Nachrichten GmbH Coesfelder Hof 2 48527 Nordhorn Telefon 05921 7070 www.gn-online.de Geschäftsführung: Dipl.-Kfm. Jochen Anderweit Verlagsleitung: Matthias Richter (verantwortlich für Anzeigen) Mediaverkauf: Jens Hartert (Leitung) Tel. 05921 707-410 gn.media@gn-online.de Redaktion: Eckhard Fuchs (V.i.S.d.P.) Produktmanagement: Carina Gräser

q Terminfestlegung mit dem Pfarrer/dem Trauerredner

Grafik & Layout: Britta Franzbach Rudolf Berg

q Musikalischer Rahmen für die Trauerfeier (Organist, Musiker, CD)

Titelfoto: Werner Westdörp

q Dekoration/Kerzenbeleuchtung für die Trauerfeier in der Kapelle q Auslegung einer Kondolenzliste q Bestellung von Blumenschmuck, Kränzen, Handsträußen und ggf. Blumen für die letzte Verabschiedung anstelle einer Handvoll Erde, wenn gewünscht q Druck von Traueranzeigen und Danksagungen q Druck von Sterbebildchen (in manchen Regionen ist dies üblich)

Technische Herstellung: Grafschafter Nachrichten GmbH Website: www.gn-trauer.de Für die Richtigkeit aller Angaben übernimmt der Verlag keine Gewähr. Die nächste Ausgabe erscheint im November 2024.

q Aufgabe von Traueranzeigen in der Tagespresse q Vereinbarung eines Beerdigungskaffees in einer Gaststätte q Abrechnung mit den Lebensversicherungen bzw. Sterbekassen Quelle: www.bestatter.de

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