Nr. 3 · 2026
Wirtschaft Z U K U N F T SFO R SC H ER
E R D G A SF Ö R D E R U N G
IN N O V A T IO N S Q U A R E
Die Grafschaft hat Zukunftspotenzial – sie muss es heben
Heimische Rohstoffe sind noch lange unverzichtbar
Rosenxt eröffnet Home-Base für Zukunftstechnologien
N V B IN D E R E N E R G IE W E N D E
D ie Grafschafter Energie-N etzw erker V O R G E S T E L LT Projektleiter
Heiko Eek Milian Hagel Geschäftsführer
Stephan Wilmsen GMP-Gruppe
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THE QUEST FOR
EXCELLENCE HAS REACHED A NEW SUMMIT
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02 | Nr. 3 · 2026 | GN INSIDER
EDITORIAL
AUS DEM INHALT
Auf Kurs in die Zukunft?
Die Grafschafter Energie-Netzwerker
04
Die Grafschaft hat Potenziale für die Zukunft – sie muss sie heben
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„Die Region braucht Orientierung für wichtige Weichenstellungen“
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Heimisches Erdgas bleibt ein wichtiger Rohstoff – nicht nur als Energieträger
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Rolf Masselink Redakteur
it einem Reformpaket wollte Kanzler Merz die Republik in eine entspannte Sommerpause entlassen. Daraus wurde nichts. In der Ukraine und an der Straße von Hormus wird weiter gebombt. In Frankreich und Spanien führen uns katastrophale Waldbrände die Folgen des Klimawandels vor Augen. Das Ende der deutsch-französischen Hightech-Projekte FCAS (Future Combat Air System) und MGCS (Main Ground Combat System) verpasst Europas Streben nach gemeinsamer Verteidigung einen Dämpfer. Und die deutschen Autobauer überbieten sich mit Krisenmeldungen über Absatzrückgänge und Stellenabbau. Mittendrin: ein Bundeskanzler, der nach dem Rücktritt von Jens Spahn eine Kabinettsumbildung in ein Kommunikationschaos verwandelt. Ein verkorkster Sommer. Und es gibt wenig Hoffnung auf einen besseren Herbst: Im September geht es bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nur noch um eine Frage: Wie stark wird die AfD? In Niedersachsen gilt die Kommunalwahl am 13. September als erstes Trendbarometer für die Landtagswahl im Herbst 2027. Findet die kriselnde Berliner Koalition vor diesem Hintergrund die Kraft, Wege aus der ungelösten Strukturkrise aufzuzeigen? In der Grafschaft geht es am 13. September um neue Köpfe: Bei den Kommunalwahlen treten Landrat Fietzek und die Bürgermeister von Nordhorn, Neuenhaus, Emlichheim und Uelsen nicht wieder an. Wer wird das Ruder übernehmen? Welchen Kurs wird sie oder er steuern? Auf die neuen Mandatsträger kommen gewaltige Herausforderungen zu. Unter ihrer Führung müssen Städte und Gemeinden trotz leerer Kassen in den kommenden fünf Jahren den Strukturwandel von der industriellen Wirtschaft zur digitalen Gesellschaft gestalten. Das erfordert Kreativität beim Identifizieren von Wachstumschancen, den Mut, klare Schwerpunkte zu setzen, und die Kraft, auch gegen Widerstände Kurs zu halten. Wachstumschancen und Zukunftspotenziale für die Grafschaft zeigt beispielhaft diese Ausgabe des GN-Insider. Bei der Lektüre wünsche ich wieder informativen Lesespaß.
Haben Sie Anregungen, Themenvorschläge oder Kritik? Melden Sie sich gern bei mir unter R.Masselink@gn-online.de
Transformation der Energieversorgung eröffnet der Region neue Potenziale 26 GET-H2-Projekt Lingen: Der erste „grüne“ Wasserstoff fließt
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Bezahlbares Wohnen und lebendige Quartiere im Fokus
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Rosenxt eröffnet Home-Base für die nächste Technologiegeneration
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Daten sind der Schlüssel zur besseren Unternehmenssteuerung
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Advertorials Büter Bau – ProjektkulturZENTRUM: Wie aus Haltung Projekte werden
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Tiger Energy – PV-Anlagen nach Maß
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GMP-Gruppe – Sanierung des „Ludwig“ schreitet mit großen Schritten voran 42 Kanzlei Backherms – „Die Zukunft Ihres Unternehmens“
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Kronshage Personal Training – Mehr als nur ein fester Termin 45 Spiekermann AG – Gold nach der Korrektur
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IMPRESSUM GN Insider, herausgegeben von:
Grafschafter Nachrichten GmbH, Coesfelder Hof 2, 48527 Nordhorn, Telefon 05921 707-0
Geschäftsführung:
Dipl.-Kfm. Jochen Anderweit
Mediaverkauf:
Daniel Spiegel (Leitung), Telefon 05921 707-414, gn.media@gn-online.de
Redaktion:
Rolf Masselink
Titelfoto:
Marcel Brandt
Grafiken:
Doreen Laarmann
Techn. Herstellung:
Grafschafter Nachrichten GmbH
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne Genehmigung des Verlags vervielfältigt oder verbreitet werden. Für die Richtigkeit aller Angaben übernimmt der Verlag keine Gewähr.
GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 03
ENERGIEVERSORGUNG IM WANDEL
Vergleichsweise viele Elektromobile sind bereits auf Grafschafter Straßen unterwegs. NVB reagiert auf die steigende Nachfrage mit einem stetigen Ausbau des eigenen Ladesäulennetzes. Aktuell betreibt der Regionalversorger 123 Ladepunkte. Foto: Jürgen Lüken
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ENERGIEVERSORGUNG IM WANDEL
Die Grafschafter Energie-Netzwerker Wie die Nordhorner Versorgungsbetriebe mit der Energiewende zu einem leistungsstarken Regionalversorger wachsen
A
usgerechnet die Grünen. Als erste Partei in Deutschland überhaupt haben sie unlängst in ihrem politischen Programm die Forderung verankert, Deutschlands Strommarkt in sechs verschiedene „Stromgebotszonen“ aufzuteilen. Damit liegen sie auf einer Linie mit den Experten des Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE). Die fordern in einer Studie, die Stromgebotszonen neu zu denken, weil mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien „räumliche Unterschiede zwischen Angebot und Nachfrage zunehmend an Bedeutung“ gewinnen. Die Forderung ist nicht neu und findet am EU-weiten Strommarkt viele Befürworter, ist aber in Deutschland politisch umstritten: Die norddeutschen Bundesländer plädieren schon lange für eine Aufteilung der bisher landeseinheitlichen Stromgebotszone. Das würde Strom nämlich vor dem Hintergrund des wachsenden Anteils von Wind- und Solarstrom dort billiger machen, wo er erzeugt wird – in Norddeutschland. Aus dem gleichen Grund sind die süddeutschen Bundesländer dagegen. Sie fürchten regional steigende Strompreise, weil im Süden viel Strom verbraucht, aber vergleichsweise wenig Strom aus regenerativen Quellen erzeugt wird. Regional unterschiedliche Strompreise könnten somit zu einem Standortnachteil für energieintensive Betriebe etwa in Bayern und BadenWürttemberg werden. Das Beispiel macht deutlich, dass es bei der Energiewende um viel mehr geht als um den Bau neuer Windräder und Solarparks, Strom-
autobahnen und Batteriespeicher. „Die Transformation des Energiesystems in Deutschland erfordert eine stärkere Kopplung von Stromerzeugung, Netz und Verbrauch“, sagen die Experten von Fraunhofer IEE. Denn der Weg zur Klimaneutralität zwingt zur Elektrifizierung der Wirtschaft und der Mobilität – und führt zu einem starken Anstieg des Stromverbrauchs. Das schafft neue Rahmenbedingungen für Angebot und Nachfrage. Wie kann NVB als Regionalversorger sich für die Energiewende rüsten? Welche Auswirkungen wird all das auf den regionalen Strommarkt haben? Wie muss sich ein regionaler Energieversorger positionieren, um sich für die Herausforderungen der kommenden Jahre zu rüsten? „Wir glauben, dass wir als Nordhorner Versorgungsbetriebe gut aufgestellt sind“, gibt sich NVB-Geschäftsführer Maik Girmendonk optimistisch. Die NVB, deren Anfänge als Energieversorger einmal als reines Nordhorner Stadtwerk begonnen hatten, sind inzwischen ein echtes Grafschafter Versorgungsunternehmen: Schon vor Jahren war die Gesellschafterstruktur auf die marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen von heute und morgen ausgerichtet worden. Seitdem firmieren die NVB als Energietochter der Dachgesellschaft BNN (Bäderbetriebe Nordhorn-Niedergrafschaft). „Wir sind heute für den Großteil der Grafschaft und auch Teile des südlichen Emslands Grundversorger für Strom“, erklärt Girmendonk. Seit dem Einstieg ins Stromhandels-
„Wir glauben, dass wir als Nordhorner Versorgungsbetriebe gut aufgestellt sind.“ Maik Girmendonk Geschäftsführer NVB
GN INSIDER | Nr.3 · 2026 | 05
ENERGIEVERSORGUNG IM WANDEL
geschäft vor rund 15 Jahren ist die Zahl der Stromkunden stetig gewachsen. In den vergangenen zehn Jahren konnte die Kundenzahl mehr als verdoppelt werden. Ende 2025 bezogen rund 72.000 Kunden ihre elektrische Energie von den Nordhorner Versorgern. Im Jahr 2006 hatte mit der Übernahme des Mittel- und Niederspannungsnetzes in Wietmarschen auch der Aufbau eigener Stromnetze begonnen. Im Anschluss daran erfolgten die Stromnetzübernahmen in den Samtgemeinden Emlichheim und Uelsen (2011) und Anfang 2017 in Nordhorn. So kommt das eigene Stromversorgungsnetz heute auf eine Gesamtlänge von fast 3600 Kilometern mit knapp 30.500 Hausanschlüssen. „Wir wollen der größte Energieversorger in der Grafschaft sein. Hier sind unsere Wurzeln und unser Schwerpunkt, und das wird auch so bleiben. Aber werden uns natürlich auch auf Ausschreibungen für weitere Netzkonzessionen bewerben“, gibt Maik Girmendonk die Perspektiven für die weitere Entwicklung vor. Ziel dabei ist nicht nur, Energie zu liefern, sondern auch als Experte bei energiewirtschaftlichen Themen zur Seite zu stehen. Es ist kein Geheimnis, dass Gesellschafter und Ge-
schäftsführung die NVB langfristig zu einem großen Regionalversorger entwickeln wollen. Die Stadt Nordhorn ist Hauptgesellschafter der Dachgesellschaft BNN , die Kreisstadt hält aktuell 79 Prozent der Anteile. Anteilseigner sind aber auch die Samtgemeinde Emlichheim und sieben Gemeinden aus der Niedergrafschaft. Sowohl in Nordhorn als auch in der Niedergrafschaft wird das vertrauensvolle Verhältnis im Aufsichtsrat und unter den Beteiligten aus Politik und Verwaltungen gelobt. Auch NVB-Chef Girmendonk bestätigt eine „Atmosphäre des guten Miteinanders auf Augenhöhe.“ Erste Emslandgemeinde wird ab Oktober Gesellschafter der NVB Ab sofort stößt mit der Gemeinde Geeste nun erstmals eine emsländische Kommune zum Kreis der BNN-Gesellschafter. Entsprechende Beschlüsse hatten die politischen Gremien der Emslandgemeinde schon in den vergangenen Monaten ohne Gegenstimme gefasst. Danach war die Unterzeichnung des Gesellschaftervertrags am 24. August nicht viel mehr als eine Formsache. Girmendonk: „Allen Beteiligten
Meppen Meppen Twist
Das Versorgungsgebiet der NVB für Strom in der Grafschaft und im Emsland: Orange: Grundversorger und Emsbüren Netzbetreiber, Grün: Grundversorger ohne Netzkonzession. Grafik: NVB.
Emlichheim Laar Ringe
Geeste
Bawinkel
Lengerich Langen Gerstren Handrup Wettrup
Hoogstede Wilsum Itterbeck Wielen
Uelsen Halle Gölenkamp Getelo
Neuenhaus Georgsdorf Osterwald Lage Esche
Wietmarschen
Lingen Freren Thuine Beesten Messingen Andervenne
Lohne Nordhorn
Emsbüren
Engden Isterberg
Bad Bentheim
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Spelle Schapen Lünne
ENERGIEVERSORGUNG IM WANDEL
Anzahl Vertriebskunden (Angaben in Tausend Kunden) 80,0
72,0 70,0
68,4
66,8 61,4
60,0
57,7 53,1
50,0
46,7 42,4
40,5 40,0
40,6
36,9
35,2
32,2
30,9
30,0
24,8
25,4
26,6
27,4
37,6
37,0
33,5
28,0
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Gas
war klar, dass das ein guter Schritt ist.“ Geeste steigt mit einer Kapitaleinlage von 730.000 Euro bei BNN ein und erwirbt damit 0,5 Prozent an der NVB-Dachgesellschaft. Für die Gemeinde Geeste, aber auch für NVB geht es dabei um mehr als um die Lieferung von Energie. Grundversorger für Strom und Gas ist NVB in Geeste schon seit 2022. BNN soll in Zukunft Partner für weitere Dienstleistungen werden – so könnte beispielsweise der Badbetrieb eine Rolle spielen. Girmendonk: „Bei unseren Gesellschaftern sind wir vor Ort, auch mit einem Stützpunkt, und können als Energieversorger im partnerschaftlichen Miteinander die Wünsche der Gemeinde unterstützen“. Schon jetzt tragen Ladesäulen für Elektroautos auch in mehreren Emslandgemeinden das Logo der NVB. Und in Geeste läuft im Jahr 2031 der Konzessionsvertrag für Strom mit dem derzeitigen Netzbetreiber aus. NVB würde das Stromnetz gern übernehmen. „Natürlich werden wir uns dann auch dort um die Netzkonzession bewerben“, verspricht der NVB-Geschäftsführer. Dahinter steht natürlich das Ziel, auch in Geeste mehr Marktanteile für den Stromverkauf zu generieren. In Versorgungsgebieten, in denen NVB nicht selbst Netzbetreiber ist, beziehen durchschnittlich 40 bis 50 Prozent der Stromkunden ihre Energie von NVB. Überall dort, wo die Nordhorner mit eigenen Netzen versorgen, liegt ihr Marktanteil deutlich hö-
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Strom
her. „Wir gelten dort als verlässlicher Versorger mit Kundennähe, marktfähigen Preisen und verbrauchergerechtem Service.“ „Ein klarer Beleg für den Erfolg des heimischen Stadtwerke-Modells“. Für die NVB-Geschäftsführung ist der Einstieg von Geeste in den Gesellschafterkreis „ein klarer Beleg für den Erfolg des heimi-
Nahezu verdoppelt haben die NVB in den letzten zehn Jahren die Zahl ihrer Stromkunden. Ende 2025 wurden 72.000 Hausanschlüsse versorgt. Grafik: GN
G esellschafteranteile bnn Bäderbetriebe N ordhorn/N iedergrafschaft GmbH Stadt N ordhorn
79,07 %
SG Emlichheim
12,17 %
Gem.U elsen
5,36 %
Gem.Itterbeck
1,30 %
Gem.W ilsum
1,00 %
Gem.W ielen
0,49 %
Gem.H alle
0,30 %
Gem.Getelo
0,21 %
Gem.Gölenkamp
0,10 %
Neun Kommunen sind aktuell Anteilseigner der NVB-Dachgesellschaft BNN. Dazu kommt ab soGrafik: GN fort die Emslandgemeinde. Geeste. GN INSIDER | Nr.3 · 2026 | 07
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schen Stadtwerke-Modells“. Mit der Bündelung von Kompetenzen würden Synergien geschaffen, von denen die kommunalen Gesellschafter und die Wirtschaft der Region profitieren. Girmendonk: „Damit wächst zudem die Schlagkraft für die großen Aufgaben der Zukunft: ob ganzheitliche Energieversorgung, strategischer Ausbau der Elektromobilität oder die komplexen Transformationen in der Wärmeversorgung.“ „Elektrifizierungsrevolution“ wird NVB mehr als 70 Millionen Euro kosten Den NVB-Chef und seine Mannschaft treiben die absehbaren Marktveränderungen im Rahmen der Energiewende um. Sie werden nicht nur die großen Netzbetreiber und Stromkonzerne, sondern auch Regionalversorger wie NVB vor enorme Herausforderungen stellen, die Millioneninvestitionen innerhalb weniger Jahre erfordern. Der Däne Dan Jørgensen, EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen, sieht „erste Anzeichen einer Elektrifizierungsrevolution“. Er verweist darauf, dass in der EU allein im ersten Quartal 2026 rund 500.000 Elektroautos neu zugelassen wurden, dass allein in Deutschland, Frankreich und Polen 400.000 Haushaltswärmepumpen eingebaut wurden und dass der Bau von Solarkraftwerken und Windparks voranschreitet. Bis 2040, rechnet der EU-Kommissar vor, müssen in Europa 1,2 Billionen (= 1200 Milliarden) Euro in den Ausbau der Stromübertragungs- und -Verteilnetze investiert werden. Um die Elektrifizierung weiter zu beschleunigen will Brüssel aktuell ein europaweites Elektrifizierungsziel vorgeben. Damit will Jørgensen den Stromanteil am Gesamtenergieverbrauch von gegenwärtig erst 23 Prozent deutlich steigern.
Netzlängen (Stand 31.12.2025): Strom
3.569 km
Gas
1.596 km
Wasser
812 km
Anzahl der Hausanschlüsse: Strom
30.365
Gas
25.574
Wasser
18.788
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„Bis 2040 müssen in Europa 1,2 Billionen Euro in den Ausbau der Stromübertragungs- und Verteilnetze investiert werden.“ Dan Jørgensen EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen
Im Versorgungsgebiet der NVB ist der Netzausbau schon vor Jahren angelaufen. Das Unternehmen hat bereits hohe Summen investiert, um das Verteilnetz auf den Aufbau von Photovoltaikanlagen auf rund 8000 Hausdächer auszurichten und die Einbindung von annähernd 1500 Balkonkraftwerken zu ermöglichen. Und auch der Bau von Windrädern sowie der vielen Biogasanlagen mit Kraft-Wärmekopplung war nur möglich durch den Ausbau von Netzanlagen. Der stark steigenden Nachfrage nach Ladestrom für E-Fahrzeuge trägt das Unternehmen mit dem Ausbau seines Ladesäulennetzes Rechnung. Aktuell verfügt NVB in der Grafschaft und im Emsland über 123 Ladepunkte, bis Jahresende sollen noch einmal 30 hinzukommen. Für 2027 ist die Inbetriebnahme von weiteren 52 Ladepunkten geplant. Dennoch muss der Nordhorner Regionalversorger nach internen Berechnungen zeitnah weitere 70 Millionen Euro für zusätzliche Transformatoren und Regeleinrichtungen, für die leistungsstarke Energieversorgung von Gewerbegebieten und neue Ladeeinrichtungen für E-Mobilität aufwenden. Mit dieser Kostenschätzung bleibt NVB zwar deutlich unter den Prognosen der Bundesnetzagentur. Die hatte erst vor wenigen Jahren in einer deutschlandweiten Analyse prognostiziert, in der Grafschaft könnten Investitionen von 100 bis 150 Millionen Euro nötig werden. Viele Stadtwerke werden die Energiewende kaum finanzieren können Mit einem jährlichen Zuwachs von mehreren tausend Stromkunden, einer Eigenkapitalquote von mehr als 32 Prozent und Jahresüberschüssen von zuletzt 10,7 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2024, für 2025 wurden noch keine Zahlen veröffentlicht) sieht NVB sich finanziell gut gerüstet. Trotzdem wird der Versorger die erwarteten Millionenbeträge kaum allein aus Eigenmitteln finanzieren können, zumal in dieser Summe die Investitionen in weitere Netzkonzessionen, die die Nordhorner Versorgungsbetriebe erwerben möchten, noch nicht enthalten sind. Maik Girmendonk hatte die Gesellschafter schon vor zwei Jahren gewarnt: Die kommenden Jahre würden für Stadtwerke „sehr herausfordernd“. Die Zeiten hoher Überschussabführungen in die Haushalte der Gesellschafterkommunen könnten dann vorbei sein. „Wir brauchen für die nächsten 20 Jahre enorme Investitionsstärke“, begründet der NVB-Geschäftsführer seine Wachstumsstrategie, „und dafür brauchen wir Vertriebsstärke.“
ENERGIEVERSORGUNG IM WANDEL
Der Ausbau der regionalen Verteilnetze stellt bundesweit eine der großen Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität dar. Viele der knapp 900 Stadtwerke und Regionalversorger sind damit überfordert. Sie sind bereits heute hoch verschuldet – auch weil viele neben der Energieversorgung noch andere kommunale Aufgaben erfüllen müssen. Das hat auch der Bund erkannt. Er plant offenbar, kommunalen Stadtwerken über die KfW Finanzhilfen aus dem sogenannten Deutschlandfonds anbieten. KfW-Chef Stefan Wintels stellte kürzlich „eigenkapitalähnliche Finanzierungen“ in Aussicht – Fondskonzepte für Investitionen institutioneller Anleger. An den Einstieg von Fremdinvestoren denkt man bei den NVB aktuell aber nicht. NVB setzt auf einen zu 100 Prozent kommunalen Gesellschafterkreis. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir überhaupt expandieren können, wenn weitere Gemeinden vor allem aus der Grafschaft, aber auch aus dem Emsland mit uns zusammenarbeiten wollen“, erläutert Girmendonk. Viele andere Stadtwerke könnten ihr Versorgungsgebiet kaum erweitern, sie seien „eingeklemmt zwischen großen Versorgern und Stadtwerken“.
Unternehmensziel: Vom Stromhändler auch zum Erzeuger werden Ziel des Nordhorner Regionalversorgers ist, auf Dauer elektrische Energie nicht nur zu transportieren und zu verkaufen, sondern auch selbst zu erzeugen. „Wir werden alle Rollen besetzen“, unterstreicht der Geschäftsführer. Konkret: NVB will Strom mit Windrädern und Solaranlagen erzeugen. Der Bau des Windparks Itterbeck-Wielen stockt allerdings aktuell. Es fehlten aktuell die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, heißt es. So hofft man bei NVB auf die Novelle des EEG-Gesetzes. Ideal wäre es, meint NVB-Chef Girmendonk, den geplanten Windpark Itterbeck-Wielen mit dem Bau eines Stromspeichers zu kombinieren. Die Netzvoraussetzungen dafür seien am geplanten Standort gut. Ein Speicher könnte Stromerzeugung und Verbrauch koordinieren. Noch intensiver will NVB langfristig auch in den Einkauf und Handel mit elektrischer Energie einsteigen. Das Handelsgeschäft sei aber sehr spezifisch und komplex. Zweiter großer Energieträger im NVB-Portfolio ist das Erdgas – und wird es auch wohl noch länger bleiben. Die Änderung des Hei-
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Unterhaltungsarbeiten am knapp 1600 Kilometer langen Erdgasnetz – hier in Emlichheim – werden NVB noch länger beschäftigen. Trotz Energiewende wird Gas als Heizenergieträger noch viele Jahre benötigt. Doch NVB rechnet mit sinken Verbrauchsmengen und steigenden Preisen. Foto: Henrik Hille
E zungsgesetzes ermöglicht weiterhin den Einbau von Öl- und Gasheizungen. Aktuell beschließen Bund und EU Lockerungen in den Klimazielen, die einen langsameren Anstieg des CO2-Preises bewirken. Das wird den Einsatz von Erdgas als Heizungsbrennstoff noch längere Zeit wirtschaftlich möglich sein. Dennoch erwartet Maik Girmendonk mittelfristig sinkende Absatzmengen und steigende Gaspreise. In der Netzentwicklungsplanung müsse man prüfen, wann und wo zumindest einzelne Versorgungsstränge des knapp 1600 Kilometer langen Gasnetzes abgetrennt und stillgelegt werden können. Denn noch werden zwar gut 25.500 Hausanschlüsse von den NVB mit Erdgas versorgt, doch ihre Zahl wird angesichts steigender Preise und alternativer Heizungsoptionen zurückgehen. Girmendonk: „Wo an einer Straße irgendwann nur noch ein oder zwei Verbraucher bedient werden, ist die Erdgasversorgung teuer und unwirtschaftlich – für den Kunden, aber auch für uns.“ Die Erdgaskunden erwarten von den NVB Lösungen. Deshalb wird am Nordhorner Gildkamp intensiv beraten. Und es werden auch Wärmepumpenlösungen angeboten. Biogas könnte eine Option sein, Wasserstoff vorerst nicht Um Erdgasnetze länger in Betrieb zu halten, ist die Beimischung von Biogas unter Umständen eine Option. Eine einprozentige Beimischung wäre technisch kein Problem. Ein Erdgasnetz mit zehn Prozent Biogas wäre ökolo-
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gisch sinnvoller, aber die dafür erforderlichen Erzeugungskapazitäten sind in der Grafschaft nicht vorhanden. Dennoch stellt das Thema Biogas für Maik Girmendonk eine Zukunftsoption dar. Er denkt an die Zukunft der vielen Biogasanlagen in der heimischen Landwirtschaft. Deren Wirtschaftlichkeit hängt von der Förderung nach dem EEG ab. Und die ist auf 20 Betriebsjahre begrenzt. Was danach mit den Anlagen geschieht, ist offen. Kein nutzbares Marktmodell sehen die NVB zurzeit für das Thema Wasserstoff. Zwar hat das Unternehmen entlang der entstehenden überregionalen H2-Pipelines fünf sogenannte T-Stücke gekauft, die als Anschlusspunkte für regionale Verteilnetze genutzt werden können. Doch solche Verteilnetze sind bisher nicht in Sicht, da es weder Investoren für den Netzausbau noch Abnehmer für den (noch viel zu teuren) Wasserstoff gibt. Nicht weiter verfolgt wird offenbar auch das Projekt für den Einsatz von mitteltiefer Geothermie als Heizquelle für ein Nahwärmenetz. Obwohl lange mit dem Land Niedersachsen und der KfW über mögliche Förderungen gesprochen wurde, sind Aufschlussbohrung und Netzausbau nicht wirtschaftlich darstellbar. Positivere Ergebnisse verspricht man sich am Gildkamp von zwei Studien, an denen NVB beteiligt ist. Einerseits prüft die Abwassertochter KBN, wie sich die Abwärme der Nordhorner Kläranlage für Wärmeenergiegewinnung nutzen lässt. Ein ähnliches Projekt zielt auf die Wassertemperatur der Vechte. rm
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MITGLIEDERVERSAMMLUNG DER WIRTSCHAFTSVEREINIGUNG
Die Grafschaft hat Potenziale für die Zukunft – sie muss sie heben Zukunftsforscher Jan Berger über Szenarien für den Standort Deutschland und Chancen für die Grafschaft
„Zukunft ist, was Sie daraus machen. Eine Zukunftsregion bereitet sich auf mehrere mögliche Zukünfte vor.“ Jan Berger, Zukunftsforscher und Gründer des Thinktanks „Themis Foresight“
W
ie wird unser Leben in Deutschland im Jahr 2045 aussehen? Welche Ressourcen nutzen wir anstelle von Kohle, Erdgas und Erdöl? Welche Technologien werden uns mit Energie versorgen? Welche Technologien bieten der Wirtschaft Wachstumschancen auf dem Weg zur Klimaneutralität? Antworten auf diese Zukunftsfragen suchen 160 Fachleute seit 2020 im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit den KopernikusProjekten. Fragen nach der zukünftigen Entwicklung und einer Perspektive für den Wirtschaftsstandort stellt auch die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim. Gemeinsam mit dem renommierten Zukunftsforscher Jan Berger, dem Gründer des Thinktanks „Themis Foresight“, diskutierten unlängst rund 300 Vertreter der regionalen Wirtschaft, wie die Grafschaft sich in den kommenden Jahrzehnten vom erfolgreichen Standort zu einer Zukunftsregion entwickeln könnte – und wie der industrielle Mittelstand die nächsten Entwicklungsschritte dorthin gestalten muss. Grafschafter Wirtschaft will „Kompass“ für die Entwicklung der Grafschaft Natürlich sind alle denkbaren Zukunftsperspektiven für die Grafschaft eingebettet in die Situation in Deutschland, Europa und der veränderten Weltordnung des 21. Jahrhunderts. Folglich begann Zukunftsforscher Jan Berger
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mit einer grundsätzlichen Analyse: Welche Rolle wird Deutschland in dieser neuen Weltordnung spielen – politisch, militärisch und vor allem wirtschaftlich? Kann der Industriestandort seinen Spitzenplatz in der Weltwirtschaft gegen neue Wettbewerber aus China, Indien und anderen Teilen der Welt behaupten? Oder werden zu hohe Standortkosten, mangelnde Innovationskraft und überbordende Regulatorik den einstigen Exportweltmeister im globalen Wettbewerb immer weiter zurückwerfen? Damit setzte Berger den Rahmen für die Kernfrage: Wie kann ein Zukunftsmodell für den Wirtschaftsstandort Deutschland aussehen? Und welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die Wirtschaft in der Grafschaft Bentheim? Impulse für die künftige Entwicklung der Grafschaft – einen Strategieentwurf für die Ausrichtung der Region auf die Anforderungen der Zukunft – mahnt auch die Grafschafter Wirtschaft an. Gerade im Vorfeld der Kommunalwahlen wirbt sie bei Politik und Verwaltungen für Gespräche über ein Zukunftsmodell für die Grafschaft, das über den Tag hinausblickt. „Eine klare gemeinsame Richtung für die zukünftige Entwicklung der Grafschaft“ hat Klaas Johannink, der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, seit Jahresbeginn mehrfach eingefordert. Denn gut 25 Jahre nach dem Ende der Textilära ist klar: Auch die Grafschaft steht am Beginn eines neuen Strukturwandels. Er wird an-
MITGLIEDERVERSAMMLUNG DER WIRTSCHAFTSVEREINIGUNG
ders ablaufen als das Ende der großen Textilbetriebe, nicht schlagartig zur Freisetzung von einigen Tausend Beschäftigten führen. Vielmehr werden technische Entwicklungen wie Digitalisierung, Einsatz Künstlicher Intelligenz und Robotik die Strukturen von Wirtschaft und Gesellschaft schleichend, aber massiv verändern. Was also sollten Politik, Unternehmen und Verwaltungen beachten, um die Grafschaft „Vom erfolgreichen Standort zur Zukunftsregion“ weiterzuentwickeln? Dabei machte der Zukunftsforscher gleich zu Anfang klar, dass es für den Weg in eine erfolgreiche Zukunft kein Patentrezept gibt: „Ein erfolgreicher Standort funktioniert in der Gegenwart. Eine Zukunftsregion bereitet sich auf mehrere mögliche Zukünfte vor.“
gen Waren aus China und billigen Kredite von den Zentralbanken generiert. Zugleich habe vor allem Deutschland seine Sicherheit dem militärischen Schutzschirm der USA überlassen und schnelles Geld mit dem Export von Hochtechnologie nach Asien verdienen wollen. Damit habe Europa eigene Sicherheitsinteressen und letztlich „seine Souveränität outgesourct“.
Neue Perspektiven für die Landwirtschaft? In Leipzig wird die Züchtung von Larven der Schwarzen Soldatenfliege als Futtermittel und zur Herstellung von Pflanzendünger.erforscht. Foto:dpa
Das große Ganze: Deutschlands Rolle in der Weltordnung des 21. Jahrhunderts Wie sieht diese Gegenwart aus? Berger ordnete den Ist-Zustand in Deutschland anhand aufschlussreicher Analysen und Thesen ein in die globalen Veränderungen der politischen Verhältnisse, der alten und neuen Machtblöcke und der veränderten Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft. Unter Experten unstrittig ist Bergers Feststellung: „Die Welt der letzten 30 Jahre trägt nicht mehr.“ Seit dem Ende des Kalten Kriegs habe Europa, vor allem aber Deutschland 30 Jahre lang Wachstum auf der Basis von billiger Energie aus Russland, billi-
Pflanzensamen werden im Keimlabor des im Leibnitz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben untersucht. Das IPK untersucht, ob gentechnisch veränderte Pflanzen gezüchtet werden können, die resistenter gegen Schäden durch Insekten und PilzkrankFoto: dpa heiten sind. GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 13
MITGLIEDERVERSAMMLUNG DER WIRTSCHAFTSVEREINIGUNG
Wir wissen noch nicht, wie sie aussieht. Doch Europa wirft sein Gewicht (noch) nicht in die Waagschale.“ Berger sieht Europa am Scheideweg und skizziert fünf denkbare Szenarien
„ Europa muss alles dafür tun, weiterhin ein führender Industrie- und Produktionsstandort zu bleiben.“ Jan Berger
Für die Förderung von Zukunftstechnologien auch in der Grafschaft Bentheim sieht der Zukunftsforscher Jan Berger gute Chancen. In seinem Vortrag bei der Wirtschaftsvereinigung nannte er konkrete Ansatzpunkte. Foto: Wirtschaftsvereinigung
Nun wenden die USA ihren Fokus weg von Europa auf den asiatischen Raum, China wächst zur technologischen und industriellen Supermacht heran, und die Gruppe der BRICS-Staaten (anfangs Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, inzwischen gehören zur BRICS-plus-Gruppe auch Ägypten, Äthiopien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Indonesien) drängt auf die Weltbühne. Die alte, vom Ost-West-Konflikt geprägte bipolare Weltordnung sei passé, bilanziert Jan Berger. Aber die Konturen eines „neuen Regelwerks“ seien noch nicht erkennbar. Und auch die Frage, welche Rolle Europa in dieser neuen Ordnung spielen kann und will, sei offen. „Die nächste Weltordnung wird gerade verhandelt. 14 | Nr. 3 · 2026 | GN INSIDER
Für den Zukunftsforscher steht Europa am Scheideweg. Berger sieht den Kontinent im „ideologischen Wettstreit“ zwischen grünisolationistischen, transatlantischen und nationalistischen Weltanschauungen und dem Streben nach europäischer Integration. Folge seien fünf denkbare Szenarien für Europas Wirtschaft in einer neuen Weltordnung. • Europa fällt zurück zur Mittelmacht und sucht Allianzen mit anderen Mittelmächten, • Europas Wirtschaft fokussiert sich auf den Binnenmarkt, • Europa versucht, „die Geschichte zu wiederholen“ und im Schatten der Vereinigten Staaten zu gedeihen, • Die EU zerfällt in ihre Nationalstaaten, • Europa setzt unternehmerisch auf klimaneutrales Wachstum, fußend auf cyberphysischen Innovationen. Jan Berger ist überzeugt: Wenn Europa in der Weltordnung der kommenden Jahrzehnte weiterhin eine führende Rolle spielen will, muss es seine Souveränität zurückgewinnen – und muss lernen, politisch, militärisch und wirtschaftlich mit einer Stimme zu sprechen. Außerdem müsse Europa alles dafür tun, weiterhin ein führender Industrie- und Produktionsstandort zu bleiben. Wer nicht produziert und verarbeiten kann, ist auf andere angewiesen – und damit politisch verwundbar. Europa müsse produzieren und verarbeiten können, müsse den Anspruch technologischer Führung haben und fähig zu Innovationen sein. Gerade daran mangelt es allerdings nach Bergers Einschätzung in Europa. Für eine wirtschaftliche Souveränität werden laut Berger Standortfragen wieder strategisch. Die Faktoren Energie, Fachkräfte, Flächen, Kapital, Infrastruktur, Genehmigungen, industrielle Netzwerke und europäische Einbindung werden zu Zukunftsfaktoren. Wo ergeben sich Wachstumspotenziale für die Grafschaft? Auch für unsere mittelständisch geprägte Region sieht der Zukunftsforscher Potenzial für eine „Zukunft made in Grafschaft Bentheim“ – vorausgesetzt, die Region erkenne und nutze ihre Chancen auf neuen Märkten. Dazu brauche es die richtigen politischen Rahmenbedingungen und den unternehmerischen Mut zu innovativen Lösungen. Das Potenzial dazu attestiert Berger hiesigen Unternehmen. Dazu nannte er einige Beispiele:
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Große Wachstumschancen für die Region sieht der Zukunftsforscher beispielsweise im Bereich der regenerativen Landwirtschaft. Der Anbau gentechnisch veränderter Getreidearten, aber auch im Labor erzeugte Proteine, veganes Fleisch und andere Produkte könnten in der Grafschaft neue wirtschaftliche Chancen erschließen. Ohnehin ist der Zukunftsforscher sicher, dass Gentechnik und Lebensmittel aus dem Labor in den nächsten Jahrzehnten einen ganz anderen Stellenwert entwickeln werden. Die Grafschaft könne früh dabei sein, wenn sie mutig in die Themen Bioökonomie und funktionale Inhaltsstoffe einsteige. Erfolgversprechende Ansätze sieht Berger auch in den Bereichen Geothermie, Wasserstoff und industrielle Wärme. Dabei geht es ihm nicht nur um Anwendungsfälle (die in der Grafschaft durchaus denkbar seien), sondern auch um neue Geschäftsfelder für den Maschinen- und Apparatebau. Dasselbe gelte für Entwicklung, Bau und Vermarktung von Maschinen und Apparaten für die regenerative Agrarund Recyclingtechnik und den Bau von recyclingfähigen Verpackungswerkzeugen. Schließlich sieht der Zukunftsforscher Wachstumschancen für Grafschafter Unternehmen in Bereichen wie der Elektrifizierung von Industrie und Logistik, der Mehrweg- und Kreislauflogistik und der Produktion faserbasierter Verpackungssysteme. Schließlich böten hiesige Firmen erhebliche Potenziale für den Bau von Spezialfahrzeugen für die Energiebranche und ressourcenschonende Landwirtschaft. In einem „regionalen Betriebssystem“ über Zuständigkeiten hinausdenken „Die Unternehmen müssen lernen, eigene Fähigkeiten neu zu lesen, und dazu die Problemräume der Zukunft verstehen.“ Sie sollen „vom Zulieferer zum Systempartner denken“ und die unterschiedlichen Anforderungen der Generationenmärkte in den Blick nehmen.
Politik und Verwaltungen rät der Zukunftsforscher: „Schaffen Sie sich ein regionales Betriebssystem.“ Will sagen: Politik und Behörden sollen über Zuständigkeiten hinausdenken und statt einer „Risikovermeidungs-Bürokratie“ den Blick schärfen für die gemeinsame Identifizierung und konsequente Umsetzung regionaler Entwicklungsziele. Berger plädiert für einen „regionalen Gleichklang“ bei den großen Aufgaben von Flächenmanagement über Genehmigungsverfahren, Energieversorgung, Infrastrukturplanung und Wohnraumversorgung. Noch stärker koordiniert werden müssten auch Themen wie die Zukunft der beruflichen Bildung, die Fachkräftesicherung und mehr Kooperation mit den niederländischen Nachbarn. Chinas Vision als Vorbild für langfristige Entwicklungsstrategien? Wie erfolgreich die konsequente Formulierung und Umsetzung visionärer Ziele sein kann, verdeutlichte Jan Berger am Beispiel China: 1978 hatte der damalige kommunistische Machthaber Deng Xiaoping eine Vision formuliert: In vier Schritten wollte er das unter Mao Zedongs Kulturrevolution völlig verarmte und heruntergewirtschaftete Land modernisieren: Bis Ende der 1980er-Jahre sollte in China niemand mehr hungern müssen. Bis zur Jahrtausendwende sollte sich das Einkommen der Menschen vervierfachen. Bis Ende der 2020er-Jahre sollte die völlig daniederliegende Wirtschaft mit „vier Modernisierungen“ das Niveau der westlichen Industrieländer erreichen. Und bis zum Jahr 2050 soll das BruttoInlandsprodukt Pro-Kopf auf die Höhe des Durchschnitts der „Zweiten Welt“ ansteigen. Dengs Vision klang 1978 wie eine weltfremde Utopie – heute ist sie Wirklichkeit. Jan Bergers Mutmacher-Botschaft in die Grafschaft: „Zukunft ist, was Sie daraus machen.“ rm
„Die Unternehmen müssen lernen, eigene Fähigkeiten neu zu lesen, und dazu die Problemräume der Zukunft verstehen.“ Jan Berger
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GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 15
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„Die Region braucht Orientierung für wichtige Weichenstellungen“ Wirtschaftsvereinigung hält Rückschau und fordert eine Entwicklungsstrategie Geschäftsführerin Gitta Mäulen unterstrich die Bedeutung eines starken Netzwerks: „Die aktuellen Rahmenbedingungen fordern Unternehmen enorm. Umso wichtiger ist es, Wissen zu teilen, Perspektiven zu bündeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln“. Die Aktivitäten der Wirtschaftsvereinigung konzentrieren sich auf vier Kompetenzfelder: Bildung und Fachkräfte, Energie und Energieeffizienz, Digitalisierung und Innovation und regionalpolitische und wirtschaftliche Entwicklung. Zahlreiche Informationsveranstaltungen griffen aktuelle Herausforderungen auf, etwa die Potenziale digitaler Zwillinge für den Mittelstand, Fragen der Prozessoptimierung oder den Schutz vor Cyberangriffen. Auch energiepolitische Themen wie erneuerbare Energien oder die zukünftige Gebäudeversorgung wurden praxisnah behandelt. Fachkräfte, Bildung und Projekte mit konkreter Wirkung
Klaas Johannink, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim, begrüßte rund 300 angemeldete Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zum Festvortrag im Rahmen der Mitgliederversammlung. Foto: Wirtschaftsvereinigung
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m Rahmen ihrer Mitgliederversammlung hat die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim im Juni die zentralen Entwicklungen aus dem Jahr 2025 vorgestellt und zugleich den Blick nach vorne gerichtet. Geschäftsführung und Vorstand machten deutlich: Die Region steht vor wichtigen Weichenstellungen, bei denen Austausch, strategische Orientierung, gemeinsames Handeln und Tempo entscheidend sind. Austausch, Information und ein starkes Netzwerk Mehr als 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten im vergangenen Jahr insgesamt 49 Veranstaltungen und Arbeitskreise der Wirtschaftsvereinigung. Inhaltich spiegelte das Programm die aktuellen Herausforderungen der Unternehmen wider, von Energiefragen über Fachkräftesicherung bis hin zu Digitalisierung sowie Marketing- , IT- und Personalentwicklung.
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Ein zentrales Projekt ist die Mitentwicklung des Campus Berufliche Bildung (CBB). Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem junge Menschen berufliche Orientierung finden und Impulse für lebenslanges Lernen erhalten. Gleichzeitig soll die berufliche Bildung als gleichwertige Alternative zum Studium gestärkt werden, um die Fachkräftebasis der Region langfristig zu sichern. Darüber hinaus engagiert sich die Wirtschaftsvereinigung intensiv im Bereich Fachkräftemigration. Der Arbeitskreis Fachkräftemigration erarbeitet Themen und Handlungsvorschläge zur Anwerbung und Integration internationaler Fach- und Arbeitskräfte sowie Auszubildender. Dabei wird der direkte Dialog sowohl mit Unternehmen als auch mit kommunalen und behördlichen Akteuren aktiv gefördert. Die Projekte „KomIn 4.0“ und „Perspektive Ems-Vechte“ unterstützen Unternehmen dabei, internationale Mitarbeitende nicht nur zu gewinnen, sondern auch nachhaltig zu binden und erfolgreich in die Betriebe zu integrieren. Auch der Austausch innerhalb der Region wurde weiter intensiviert, etwa durch Jahresgespräche mit dem Landkreis und der IHK sowie durch etablierte Formate wie die „Unter-
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In zahlreichen Arbeitskreisen und Workshops haben Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung an inhaltlichen Themen gearbeitet. Unter anderem ging es dabei um den Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen und um die inhaltliche Ausrichtung des Campus Berufliche Bildung.. Foto: Wirtschaftsvereinigung
Uns“-Besuche bei Mitgliedsunternehmen. Sie ermöglichen praxisnahe Einblicke und stärken den direkten Dialog. Zu den inhaltlichen Höhepunkten des Jahres 2025 zählten eine Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl, der Live-Podcast „Chefsache(n)“ mit KfW-Chef Stefan Wintels sowie die Fortsetzung des Podcast, der in Kooperation mit den Grafschafter Nachrichten produziert wird. Vorstandsvorsitzender mit klaren Worten zur regionalen Entwicklung Im öffentlichen Teil der Versammlung begrüßte der Vorstandsvorsitzende Klaas Johannink rund 300 angemeldete Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. In seiner Rede richtete er den Blick sowohl auf globale
Entwicklungen als auch auf die kommunale Ebene, insbesondere vor dem Hintergrund der im Herbst 2026 anstehenden Kommunalwahlen. Sein zentrales Anliegen: Die Grafschaft Bentheim benötigt eine abgestimmte, langfristige Entwicklungsstrategie. Angesichts begrenzter Flächen und vielfältiger Interessen sei es entscheidend, Gewerbeansiedlungen gezielt zu steuern, Infrastruktur nachhaltig zu planen und Themen wie Energie, Wohnen und Verkehr ganzheitlich zu betrachten. Für die zukünftige Ausrichtung formulierte die Wirtschaftsvereinigung vier zentrale Handlungsfelder: bestehende Unternehmen kennen und weiterentwickeln, neue Betriebe gezielt ansiedeln, Fachkräfte langfristig sichern sowie Innovation und Zusammenarbeit systematisch fördern. rm
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„Heimisches Erdgas bleibt ein wichtiger Rohstoff – nicht nur als Energieträger“ Neptune Energy fördert aus sechs neuen Erdgasbohrungen ein Viertel der deutschen Inlandsförderung
Aus rund 3500 Metern Tiefe strömt an der Bohrung Adorf Z20 das Erdgas an die Oberfläche. Betriebsleiter Thomas Jürriens erläutert die Funktion des knallrot lackierten Eruptionskreuzes und der Regeleinrichtungen. Sie halten den Gasdruck konstant und verhindern unkontrollierte Gasaustritte, bevor das Erdgas über ein Leitungssystem in die Reinigungs- und Aufbereitungsanlagen am Georgsdorfer Heideweg strömt. Foto: Rolf Masselink 18 | Nr. 3 · 2026 | GN INSIDER
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A
ls das Öl- und Gasförderunternehmen Neptune Energy im Jahr 2021 seinen Hauptsitz aus dem Emsland in die Landeshauptstadt Hannover verlegte, löste das in der Region große Sorgen aus. Der große Betriebs- und Verwaltungskomplex an der Lingener Waldstraße war seit 1947 eines der wichtigsten Zentren der Öl- und Gasbranche im westlichen Niedersachsen gewesen. Kündigte die Aufgabe des Traditionsstandorts nun das Auslaufen der Öl- und Gasförderung in der Grafschaft und im Emsland an? Es kam anders: 2019 begann Neptune Energy in Bathorn ein millionenschweres neues Bohrprojekt: die Erschließung des Erdgasfeldes „Adorf Karbon“. „Ein Feld im Karbon, das im Grunde schon seit den 1960er-Jahren bekannt ist, das aber erst mit der heutigen Bohrtechnik wirtschaftlich erschlossen werden kann“, sagt Neptune-Geschäftsführer Dr. Andreas Scheck. An die erdgashaltige Gesteinsformation in rund 3550 Meter Tiefe kommt man nämlich am besten mit sogenannten Richtbohrungen heran: Senkrecht nach unten gebohrt wird nur bis in etwa 2000 Meter Tiefe, dann wird der Bohrmeißel nach und nach um bis zu drei Grad pro 100 Meter abgelenkt. So entsteht ein Bohrloch, das wie ein großes „J“ abknickt und schließlich über mehrere Tausend Meter in einem Winkel von weniger als 45 Grad verläuft. Dabei wurden Bohrstrecken von mehr als 4400 Metern erreicht, bevor die Bohrung in rund 3500 Metern Tiefe in die gasführende Schicht hineinstößt. Von Frühjahr 2019 bis Herbst 2025 wurde in Hoogstede und Georgsdorf gebohrt. Die große Top-Drive-Bohranlage T 208 der Bentheimer Firma KCA Deutag hat insgesamt sechs Bohrungen niedergebracht – zunächst die Adorf
„Wir können hier noch jahrzehntelang Erdgas fördern“, meint Neptune-Geschäftsführer Dr. Andreas Scheck. Foto: Hendrik Hille
Z15 und Z16 von einem Bohrplatz am Bathorner Diek in Hoogstede, danach in Georgsdorf von einem Bohrplatz am Torfabfuhrweg die Z17 und Z18 und zuletzt von einem Bohrplatz südlich des Heidewegs die Z19 und Z20.
„Wir können hier in der Grafschaft mit einem leistungsfähigen Netzwerk regionaler Kontraktoren zusammenarbeiten. Das haben wir nicht überall.“ Dr. Andreas Scheck Geschäftsführer Neptune Energy
230 Millionen Euro für ein neues Erdgasvorkommen Rund 230 Millionen Euro hat Neptune seit 2019 in dieses neue Förderprojekt investiert, davon allein 73 Millionen Euro in die beiden letzten Bohrungen Z19 und Z20 am Heideweg. Ein erheblicher Teil dieser Investitionen blieb in der Grafschaft: Fast alle Arbeiten, die GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 19
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Neptune an Subunternehmer vergeben hat, konnten von hiesigen Firmen ausgeführt werden. Die Palette reicht vom Herrichten der Bohrplätze und Zuwegungen über Transportund Maschinenleistungen bis zum Bau der umfangreichen Rohrleitungs-, Aufbereitungs- und Einspeiseanlagen. Scheck: „Das ist schon eine besondere Situation, dass wir hier in der Grafschaft mit einem so leistungsfähigen Netzwerk regionaler Kontraktoren zusammenarbeiten können. Das haben wir nicht überall.“ Inzwischen sind alle sechs Bohrungen behördlich abgenommen und arbeiten im Regelbetrieb. Sie liefern zusammen rund 60.000 Kubikmeter Erdgas pro Stunde. Damit ist „Adorf Karon“ nach den Worten von Dr, Scheck „eines der förderstärksten Erdgasfelder in Deutschland“. Bis zum Herbst schließt Neptune mit letzten Arbeiten an den Aufbereitungsanlagen die Erschließung neuer Erdgasvorkommen in der Niedergrafschaft ab – vorerst. „Wir werden natürlich weiterhin nach neuen Erdgas-Lagerstätten suchen – auch hier in der Region“, unterstreicht der Neptune-Chef. So will er nicht ausschließen, dass im Raum Georgsdorf in den kommenden Jahren noch mindestens eine weitere Bohrung angesetzt wird, um die Fördermenge aus dem Erdgasfeld „Adorf Karbon“ bei auch nachlassendem Lagerdruck konstant hoch zu halten. Darüber hinaus sieht Scheck im westlichen Niedersachsen noch große Rohstoffpotenziale. Sie zu erschließen ist letztlich eine Frage der Kosten und der Marktpreise. Der Erdgasverbrauch in Deutschland geht seit Jahren zurück
Mit sechs Tiefbohrungen in Bathorn und Georgsdorf hat Neptune seit 2019 Foto: Sascha Vennemann das Erdgasfeld „Adorf Karbon“ erschlossen. 20 | Nr. 3 · 2026 | GN INSIDER
Deutschlandweit geht der Gesamtverbrauch von Erdgas seit Jahren zurück. Und in vielen Regionen gibt es inzwischen erhebliche Widerstände gegen neue Bohraktivitäten, weil Schäden für Umwelt und Grundwasser befürchtet werden. Auch Andreas Scheck bestätigt die rückläufigen Verbrauchsmengen: „Vor 20 Jahren lag der Gesamtverbrauch in Deutschland noch bei gut 100 Milliarden Kubikmeter, heute sind es gerade 80 Milliarden.“ Laut Bundesnetzagentur wurde 2024 in Deutschland Erdgas mit einem Energiewert von insgesamt 844 Terawattstunden (TWh) verbraucht. Das waren zwar 2,2 Prozent mehr als 2023, verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 reduzierte sich der Gasverbrauch aber um 14 Prozent. Der höchste Verbrauch war 2021 mit 1010 TWh gemessen worden. Die deutlich gestiegenen Energiepreise, insbesondere als Folge des Ukrainekriegs, haben Privatverbraucher wie Industrie zum sparsameren Einsatz von Energie veranlasst. Zudem senken die Vorgaben der Energiewende den Gasverbrauch.
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Die Erdgasförderung im Inland lag 2024 bei 4,2 Milliarden Kubikmetern und entsprach nur fünf Prozent des Gesamtverbrauchs. Entwicklung des Feldes Adorf Karbon unter der Erde am Beispiel der Bohrung Adorf Z16 in Hoogstede: Alle sechs Bohrungen verlaufen im Untergrund in einer Kurve. Sie sind rund 3500 Meter tief und bis zu 5400 Meter lang. Grafik: Neptune Energy
Noch mindestens 30 Jahre lang Erdgas aus der Niedergrafschaft? Wie sinnvoll ist es vor diesem Hintergrund, in Deutschland noch neue Erdgasvorkommen zu erbohren? „Erdgas ist heute und auch in Zukunft ein wichtiger Rohstoff – nicht nur als Energieträger, sondern auch als Grundstoff für viele andere Produktionszweige“, meint Dr. Andreas Scheck. „Solange wir also Erdgas in Deutschland brauchen – und das wird nach meiner Überzeugung noch sehr lange der Fall sein – sollten wir das auch im Inland fördern.“ Neptune geht davon aus, das in der Niedergrafschaft „noch mindestens 30 Jahre lang“ gefördert werden kann. Allerdings wurden im Jahr 2024 in Deutschland nur rund 4,2 Milliarden Kubikmeter Erd-
gas gefördert. Das entspricht nur gut fünf Prozent des bundesweiten Gesamtverbrauchs. Der Löwenanteil des Erdgasbedarfs muss aus dem Ausland importiert werden. Noch vor 20 Jahren hatte der Anteil der Inlandsförderung bei knapp 20 Prozent gelegen. Bis zum Beginn des Ukrainekriegs deckte billiges Erdgas aus Russland mehr als die Hälfte des Gesamtbedarfs. Heute kommt das Erdgas für deutsche Verbraucher vor allem aus Norwegen und den Niederlanden sowie als LNG aus den USA und aus anderen Lieferstaaten. Dabei scheint der Absatz von Erdgas trotz des sinkenden Verbrauchs vor allem im privaten Bereich auf Jahre gesichert. Dazu dürfte auch die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung beitragen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will in diesen Wochen den Bau
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Das Rohstoffunternehmen Neptune Energy investiert in den kommenden Jahren mehr als 70 Millionen Euro in die weitere Erschließung des Erdgasfeldes „Adorf Karbon“ unter Georgsdorf.
neuer sogenannter Back-Up-Kraftwerke ausschreiben – moderne Gaskraftwerke mit einer Nennleistung von 10 Gigawatt, die ab 2029 betriebsbereit werden sollen. Die Kraftwerke sollen als Netzausgleichsreserve dienen, um eine stabile Stromversorgung auch dann sicherzustellen, wenn Wind und Solarkraftwerke bei „Dunkelflauten“ nicht genug Strom liefern. Die Kraftwerke sollen zwar „H2-ready“ gebaut werden und zukünftig mit Wasserstoff befeuert werden können, werden aber zumindest in den Anfangsjahren mit Erdgas befeuert werden müssen. Weniger Importabhängigkeit durch mehr Inlandsförderung – auch mit Fracking? Unterdessen fordern Fachleute wie der ehemalige Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), HansJoachim Kümpel, eine Ausweitung der Erdgasförderung im Inland. Die bekannten inländischen Erdgas-Lagerstätten seien zunehmend 22 | Nr. 3 · 2026 | GN INSIDER
erschöpft, warnt er. Deutschlands Importabhängigkeit könne deshalb „in den kommenden Jahren auf 100 Prozent steigen“. Die Gasförderung im Inland ist zwar vergleichsweise teuer, bleibt aber aus der Sicht der Öl- und Gasbranche wichtig. „Solange Öl und Gas in Deutschland gebraucht werden, sollte auch im Inland gefördert werden. Das bedeutet ein Stück Unabhängigkeit“, meint Neptune-Chef Scheck. Vor dem Hintergrund der veränderten Weltlage gewinnt die Sicherung der Energieversorgung zunehmend an Bedeutung. Das führt auch zu neuen Diskussionen über alte Themen, die längst abgehakt schienen. So hat BGR-Geophysiker Kümpel unlängst mit seinen Hinweisen auf ein früheres Gutachten neue Diskussionen um das sogenannte Fracking ausgelöst. Unter Fracking verstehen Fachleute eine Fördermethode für Erdgas oder Erdöl aus „nicht konventionellen Lagerstätten“ in tief liegenden Gesteinsschichten. Dazu wird ein
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Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in diese Gesteinsschichten gepresst. So entstehen Risse, in denen das eingekapselte Gas sich sammeln und dann gefördert werden kann. Die Methode wird in den USA in großem Stil angewendet, ist aber aufgrund von Umwelt- und Gesundheitsrisiken stark umstritten. In Deutschland ist Fracking aus „nicht konventionellen Lagerstätten“ seit 2017 verboten. Kümpel hatte schon vor Jahren nachgewiesen, dass durch Einsatz von Fracking in Deutschland Erdgas aus Schiefergesteinsschichten gewonnen werden könnte. Damit könnten neue Erdgasvorkommen mit einem Gesamtvolumen von rund 1000 Milliarden Kubikmeter erschlossen werden. Damit wäre es möglich, über Jahrzehnte pro Jahr mindestens 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas zu fördern, das entspricht 25 Prozent des gesamten deutschen Gasbedarfs. Nun fordert der Geophysiker eine Neubewertung der FrackingTechnik vor dem Hintergrund internationaler Abhängigkeiten und nationaler Versorgungssicherheit. Mit dieser Forderung steht Hans-Joachim Kümpel nicht allein. Auch Ludwig Mohring, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) mahnt eine neue, „faktenbasierte inhaltliche Diskussion“ über das Thema Fracking an. Auch der von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche eingesetzte „wissenschaftliche Beraterkreis für evidenzbasierte Wirtschaftspolitik“ hat in einem im März veröffentlichten Gutachten empfohlen, „Fracking ernsthaft zu prüfen, um Deutschlands Abhängigkeit von ausländischen Gaslieferungen zu reduzieren“. Der hohe Druck in der Lagerstätte presst das Erdgas an die Oberfläche Für Neptune Energy ist Fracking aktuell kein Thema. „Wir haben hier in der Lagerstätte ,Adorf Karbon‘ einen so hohen Lagerdruck, dass das Erdgas von ganz allein durch die Bohrung an die Oberfläche strömt“, freut sich der Neptune-Chef. „Wir können hier aus dem Feld noch jahrzehntelang Erdgas fördern, wenn das gebraucht und gewünscht wird.“ Das Erdgas steht in der gasführenden Schicht in gut 3500 Metern Tiefe unter einem Druck von bis zu 280 Atmosphären und ist dort rund 130 Grad heiß. Am Kopf des Bohrlochs wird es auf 200 Atmosphären reduziert und in die Druckleitung zur Aufbereitungsanlage geschickt. Andreas Scheck: „Gerade in der letzten Bohrung Z20 ist der Anfangsdruck so ergiebig, dass wir den Gasfluss begrenzen müssen, weil die Aufbereitungsanlagen für maximal 25.000 Kubikmeter pro Stunde ausgelegt sind.“
Die Reinigungsanlagen für Z19 und Z20 verbergen sich in einer großen Halle auf dem Bohrplatzareal. Dort erwartet Besucher eine Ansammlung blankglänzender Rohrleitungen, Sammeltanks und Apparaturen aus Edelstahl, sauber beschriftet mit gelben Aufklebern. Hier wird das Rohgas nach der Abscheidung des Lagerstättenwassers getrocknet und gekühlt, alle festen und gasförmigen Begleitstoffe werden entzogen, bevor es direkt in die Übergabeleitung zum regionalen Gasversorger eingespeist wird. Mit der Inbetriebnahme der beiden letzten Bohrungen im Feld „Adorf Karbon“ ist der „Distrikt West“ endgültig zum wichtigsten Erdgas-Fördergebiet von Neptune Energy geworden. Der Distrikt, der seine Zentrale im emsländischen Rühlermoor hat, umfasst Fördergebiete in der Grafschaft und im Emsland. Erdgas fördert Neptune außerdem in einem Gebiet westlich von Hannover, im Norden von Sachsen-Anhalt und in Thüringen. Was kommt nach Öl und Gas? Neptune setzt auf Lithiumgewinnung „Die Förderung von Gas und Öl wird uns noch viele weitere Jahre begleiten. Dennoch ist es wichtig, bereits heute die Möglichkeiten von morgen zu betrachten“, heißt es in einer Publikation von Neptune Energy. Deswegen will der Rohstoffkonzern nach eigenen Angaben „die Transformation hin zu Energien der Zukunft aktiv mitgestalten“. Die vor allem in der Grafschaft intensiv diskutierte Erkundung von Möglichkeiten für mitteltiefe Geothermie sieht Neptune-Chef Scheck dabei aber nicht als vordringliches Handlungsfeld. Vielmehr setzt Neptune auf die Gewinnung von heimischem Lithium aus Tiefenwässern in vorhandenen oder neuen Bohrungen. Lithium ist ein leichtes Metall, das wegen seines geringen Gewichts und seiner elektrochemischen Eigenschaften ein Schlüsselrohstoff für die Energiewende ist: Lithium wird benötigt etwa zur Herstellung von Batteriespeichern für Handys, Laptops oder Batteriespeichern für Elektroautos. Außerdem wird er in der pharmazeutischen Industrie zur Herstellung von Medikamenten eingesetzt. Neptune will Lithium aus den salzhaltigen Lagerstättenwässern vorhandener ErdgasTiefbohrungen in Sachsen-Anhalt gewinnen und entwickelt dafür eine „Direct-LithiumExtraction“-Technologie. Das Projekt zielt auf eines der weltweit größten potenziellen Lithium-Vorkommen in der Altmark. Das Unternehmen plant, dort ab 2029 eine kommerzielle Förderung mit einer anvisierten Jahresproduktion von bis zu 25.000 Tonnen Lithiumkarbonat aufzubauen. Diese Menge würde zur Herstellung von etwa 500.000 E-Auto-Batterien ausreichen.
„Wir brauchen eine neue, faktenbasierte inhaltliche Diskussion über das Thema Fracking.“ Ludwig Mohring, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG)
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Auch an den beiden jüngsten Bohrungen des Erdgasfeldes „Adorf Karbon“ wurden umfangreiche Anlagen zur Aufbereitung und Fotos: Sascha Vennemann Einspeisung des geförderten Erdgases errichtet.
E Ein großes Thema ist der Rückbau von nicht mehr benötigten Betriebsteilen In der Niedergrafschaft enthält das Lagerstättenwasser keine wirtschaftlich ausbeutbaren Lithium-Anteile. Dennoch bleibt hier die Förderung von Erdgas und Erdöl auch 75 Jahre nach den ersten fündigen Bohrungen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Zudem investiert Neptune hier viel Geld in den Rückbau und die Renaturierung nicht mehr benötigter Be-
Schon seit Jahren investiert Neptune viel Geld in Rückbau und Sanierung aufgegebener Betriebsteile, so wie hier 2018 in die Altlastsanierung an der . Foto: Rolf Masselink ehemaligen Erdgasbohfung „Itterbeck-Halle2“ 24 | Nr. 3 · 2026 | GN INSIDER
triebsteile. Ein spezialisiertes Team kümmert sich um die fachgerechte Verfüllung stillgelegter Bohrungen, den Rückbau von Förderanlagen und den Ausbau von Leitungen. Aktuell unterstützt Neptune die Renaturierung der Elsbecke in Uelsen und baut im emsländischen Erdölfeld Bramberge eine aus den 1960er-Jahren stammende Tankanlage bei Brögbern zurück. 2025 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben in der Region 20 Bohrungen verfüllt sowie zahlreiche Betriebsplätze zurückgebaut. Der Förderbetrieb „Distrikt West“ beschäftigt im Emsland und der Grafschaft aktuell rund 190 Frauen und Männer. Für sie entsteht gerade in einem ehemaligen Schulgebäude in Rühlermoor eine neue Betriebsverwaltung. Zudem entsteht ein neues Werkstattgebäude für den Windenbetrieb. „Wir waren in dieser Region immer sehr willkommen. Darauf bin ich schon stolz“, rief Dr. Andreas Scheck bei einer Feierstunde zum Abschluss der Arbeiten am Erdgasfeld „Adorf Karbon“ zu. Das Lob gab unter anderem der Georgsdorfer Bürgermeister Berthold Egbers zurück. Auch in Georgsdorf gebe es zwar Konflikte durch Umnutzung und Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen, Verkehrsbelastungen durch Schwertransporte und ähnliches. Aber, so Egbers, „wir haben immer für alle Fragen eine einvernehmliche Lösung gefunden.“ rm
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Transformation der Energieversorgung eröffnet neue Wachstumschancen Studie ermittelt Perspektiven für Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze shore-Anlagen (5.190 MW) zu den windkraftintensivsten Standorten Deutschlands. Beim grünen Wasserstoff seien bereits 10 Powerto-Gas-Anlagen im Betrieb oder Bau – fünf davon schon am Netz, darunter Großprojekte wie „Get H2“ in Lingen. Hinzu kommen 27 Gaskraftwerke (2736 MW), die aufgrund ihrer bestehenden Netzanbindung auch als künftige Standorte für H2-ready-Kraftwerke oder Elektrolyseure infrage kommen. „Insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien, der Energieinfrastruktur, Flächenverfügbarkeit, Logistikknotenpunkte haben wir erhebliche Standortvorteile“, so Schweda. Faktenbasierte Grundlage für die Bewertung von Perspektiven
Neue Stromleitungen für die Transformation der Energieversorgung: Aktuell werden entlang der Autobahn 31 in Schüttorf und Emsbüren hohe Strommasten für die 380-Kilovolt-Leitung zwischen dem Offshore-Konverter in Dörpen-West (Niedersachsen) und dem Niederrhein. Foto: Hendrik Hille
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rotz vieler energiepolitischer Herausforderungen eröffnet die Transformation der Energieversorgung in unserer Region Potenziale für Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze.“ Dies erklärte Anke Schweda, Geschäftsbereichsleiterin Energie und Innovation der Industrie- und >Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, anlässlich der Vorstellung der Gemeinschaftsstudie „Wirtschaft.Wandel.Energie. – Wertschöpfung durch die Transformation zwischen Ems und Elbe“ (Phase I). Die Studie zeigt die bereits bestehenden, in Bau befindlichen und geplanten Anlagen zur Erzeugung klimaschonender Energie auf. Damit liege erstmals eine regionale Datengrundlage zu energie-, wirtschafts- und flächenbezogenen Potenzialen der Energiewende vor, so Schweda. Vor allem Konverterstationen für Offshore-Windenergie, das Wasserstoffkernnetz als auch große Elektrolyseure seien Grundlage für vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Wirtschaft. So zähle der Untersuchungsraum mit 4620 Windenergieanlagen an Land (9842 MW) und 841 Off-
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Die Studie wurde von fünf IHKs (Elbe-Weser, Lüneburg-Wolfsburg, Ostfriesland und Papenburg, Oldenburg sowie Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim), gemeinsm mit dem Land Niedersachsen, dem Strategierat Energie Weser-Ems, dem Netzwerk H2 N.O.N., dem Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE), dem Powerhouse Nord e. V., dem Oldenburger Energiecluster OLEC e. V. sowie dem Energieforschungszentrum Niedersachsen (efzn) finanziert. Mit der Studie wird eine wichtige Grundlage geschaffen, um zukünftige Entwicklungen faktenbasiert bewerten zu können. Während Unternehmen bisher Netzanschlusspunkte, Flächenreserven oder die Nähe zum Wasserstoff-Kernnetz bei verschiedenen Stellen erfragen mussten, liefert die Studie dafür jetzt erstmals ein einheitliches Scoring-Modell für Elektrolyseur-Standorte. Beispielsweise identifiziert die Studie die fünf am besten geeigneten Netzknoten der Region für großskalige 100-MW-Anlagen: Lingen, Emden, Wilhelmshaven, Stade und Diele. In der folgenden Phase II des Projekts wird im zweiten Halbjahr 2026 untersucht, wie die Potentiale in konkrete regionale Wertschöpfung übersetzt werden können. ihk Æ Der aktuelle Ergebnisbericht I steht zum Download zur Verfügung unter (www.ihk.de/osnabrueck, Nr.: 7115080)
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ENERGIEWENDE
Der erste „grüne“ Wasserstoff fließt Von Bund und Ländern gefördertes Projekt erreicht wichtigen Meilenstein
Bei einem Treffen in Lingen wurde jetzt symbolisch der Wasserstoff auf die Reise geschickt von (Foto v.l.) Dennis Hoeveler, Bereichsleiter Technik bei Nowega, Thomas Hüwener, CEO von OGE, Thomas Basten, CEO von SYNEQT, Nikolaus Valerius, CEO RWE Generation, und Andreas Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoffverbandes. Foto: GET H2
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er erste Elektrolyse-Wasserstoff aus Lingen hat Marl im nördlichen Ruhrgebiet erreicht. Damit arbeiten alle Bausteine des integrierten Wasserstoffprojektes GET H2 Nukleus im Verbund erfolgreich zusammen. Im Zuge des laufenden Inbetriebnahmeprozesses für zwei 100-Megawatt-Elektrolyseanlagen von RWE in Lingen werden erste Mengen erneuerbaren Wasserstoffs nach EU-Regeln erzeugt. Diese fließen über ein rund 120 Kilometer langes Leitungsnetz der Fernleitungsnetzbetreiber Nowega und OGE sowie der Evonik-Tochter SYNEQT zum Chemiepark Marl der Evonik. Dort wird der Wasserstoff eingesetzt. Initiative legt Grundlage für eine zukunftsfähige Wasserstoffwirtschaft Wasserstoff ist einer der Schlüssel zur Dekarbonisierung der Industrie und der anderen Sektoren. In der 2019 gegründeten Initiative GET H2 sind mehr als 50 Unternehmen, Institutionen, Verbände und Kommunen versammelt, die gemeinsam die Grundlage für eine zukunftsfähige Wasserstoffwirtschaft in
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Deutschland legen wollen. Der Fokus liegt dabei auf der konkreten Planung und Umsetzung von Projekten entlang der gesamten H2-Wertschöpfungskette: von Elektrolyse, Import, Transport und Speicherung bis zur Anwendung in verschiedenen Industriebereichen. Mit dem von Bund und Ländern als IPCEI (Important Project of Common European Interest) geförderten Projekt GET H2 Nukleus haben die Partner 2026 eines der ersten integrierten Wasserstoffprojekte in industriellem Maßstab in Betrieb genommen. Teile des GET H2 Nukleus werden vom Bund sowie von den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Leitungen gehören zu den ersten Teilen des Wasserstoff-Kernnetzes, das bundesweit aufgebaut wird. „Mit dem GET H2 Nukleus gehen unsere ersten Wasserstoffleitungen in den Netzbetrieb. Das ist ein wichtiger Schritt für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in der Region und in Deutschland“, sagt Thomas Hüwener, CEO von OGE. „Zugleich schaffen wir mit dem Projekt wichtige Grundlagen für das zukünftige Marktdesign und erproben zentrale Prozesse wie Netzzugang, Kapazitätsbuchung und Bilanzierung im realen Betrieb.“
ENERGIEWENDE
Die Bausteine des GET H2 Nukleus in der Übersicht.
Nikolaus Valerius, CEO der RWE Generation SE: „Dass zertifiziert erneuerbarer Wasserstoff aus Lingen über Leitungen Marl erreicht, zeigt: Das Zusammenspiel von Elektrolyse, Transportinfrastruktur und Abnahme funktioniert. In Richtung vollständige Inbetriebnahme unserer Elektrolyseure geht es jetzt zügig weiter. In den nächsten Monaten bereiten wir die Anlagen auf den kommerziellen Betrieb vor.“ Bis 2027 sollen in Lingen 300 MW Elektrolyseleistung verfügbar sein RWE nimmt in Lingen bis Ende 2026 eine Elektrolyseleistung von 200 Megawatt in Betrieb; ab 2027 soll die gesamte Anlage mit 300 Megawatt produzieren. Der in den Elektrolyseanlagen von RWE hergestellte Wasserstoff erfüllt die EU-Anforderungen für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO). Abnehmer erhalten dafür Nachhaltigkeitsnachweise und können den Wasserstoff somit auf ihre Dekarbonisierungsziele anrechnen. „Der frühzeitige Austausch und die gemeinsame Projektentwicklung mit den ersten Transportkunden im Rahmen von GET H2 hat sich ausgezahlt“, sagt Frank Heunemann, Geschäftsführer von Nowega. „Durch diesen frühen Start und die konstruktive Zusammenarbeit entstehen wichtige Impulse für die Ausgestaltung des neuen Gesamtsystems. Jetzt star-
ten wir in die Praxis des konkreten Zusammenspiel der Elemente .“ „Mit dem gemeinschaftlich durchgeführten Projekt öffnen wir nun die Tür noch weiter zu einem nachhaltigen Wandel und zu einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung des Chemieparks. Hier in Marl angekommen, lässt sich der Wasserstoff direkt für den Bedarf der Industrie nutzen“, sagt Thomas Basten, Vorsitzender der Geschäftsführung von SYNEQT. „Die langjährige Zusammenarbeit aller Partner hat das möglich gemacht. Wir haben Erfahrung, Wissen und Können gebündelt und damit den Grundstein für den erforderlichen Wasserstoffhochlauf gelegt.“ Weitere Leitungsprojekte, die an den GET H2 Nukleus anknüpfen, sind bereits fertiggestellt oder in Umsetzung. Hierzu zählt die Ende 2025 von OGE und Nowega fertiggestellte 10 Kilometer lange Neubauleitung von Heek nach Epe zur Anbindung des Wasserstoffspeichers. RWE Gas Storage West startet hier Ende 2026 mit der Befüllung des ersten kommerziellen Kavernenspeichers für Wasserstoff in Europa, der Mitte 2027 in Betrieb gehen will. Um weitere Industriekunden anzubinden, wird ebenfalls von OGE und Nowega bis 2027 eine bestehende Leitung von Legden nach Dorsten auf Wasserstoff umgestellt und eine Leitung von Dorsten nach Marl neu gebaut. Bereits fertiggestellt ist zudem eine Leitung, mit der die SYNEQT den Chemiepark Marl und die Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven verbindet.
„Das Zusammenspiel von Elektrolyse, Transportinfrastruktur und Abnahme funktioniert. In Richtung vollständige Inbetriebnahme unserer Elektrolyseure geht es jetzt zügig weiter.“ Nikolaus Valerius, CEO der RWE Generation SE
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WOHNUNGSMARKT
Bezahlbares Wohnen und lebendige Quartiere im Fokus „Unter-Uns“-Reihe bringt regionale Unternehmen bei der GEWO zusammen den authentische Einblicke in die Arbeit der GEWO, ihren umfangreichen Immobilienbestand sowie ihre zentrale Rolle in der regionalen Wohnungswirtschaft und Quartiersentwicklung. Dabei wurde deutlich, welche Verantwortung das Unternehmen seit Jahrzehnten für die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum übernimmt. „Bezahlbares Wohnen ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit“
Rundgang durch das Strampelquartier am Stadtring in Nordhorn mit rund 40 Teilnehmenden im Rahmen der Unter-Uns-Veranstaltung bei der GEWO. Foto: Wirtschaftsvereinigung
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ezahlbarer Wohnraum, nachhaltige Entwicklung und soziale Verantwortung sind die Kernthemen der GEWO, der Nordhorner Gesellschaft für Bauen und Wohnen GmbH. Wie das in der Praxis aussieht, erfuhren rund 40 Vertreter der regionalen Wirtschaft unlängst bei einer „UnterUns“-Veranstaltung der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim bei dem Tochterunternehmen der Stadt Nordhorn. Die GEWO ist seit mehr als 75 Jahren ein zentraler Akteur für modernes, bezahlbares und nachhaltiges Wohnen. Als größtes Wohnungsunternehmen in der Grafschaft Bentheim entwickelt, baut, vermietet und verwaltet sie etwa 1545 eigene Wohn- und Gewerbeeinheiten und betreut zusätzlich etwa 980 Objekte für Dritte. Ein besonderer Rahmen für die Veranstaltung war der Unternehmenssitz selbst: Das heutige Verwaltungsgebäude befindet sich im ehemaligen Hallenbad am Stadtring, einem Gebäude, das viele Menschen in der Grafschaft aus eigener Erfahrung kennen. Nach einem Brand im Jahr 2012 wurde aus dem ehemaligen Schwimmbad ein moderner Verwaltungssitz für die GEWO, der seit 2017 genutzt wird. Im Rahmen der „Unter-Uns“-Reihe gab Geschäftsführer Jörg Snieders den Teilnehmen-
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Neben der klassischen Immobilienbewirtschaftung spielt insbesondere die Quartiersentwicklung eine wichtige Rolle für das kommunale Unternehmen. „Bezahlbares Wohnen ist eine der zentralen sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Als GEWO sehen wir uns in der Verantwortung, nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern lebendige Quartiere zu entwickeln, in denen sich die Menschen langfristig zuhause fühlen“, betonte Snieders. Ein Höhepunkt des Nachmittags war die Besichtigung des Standorts sowie der anschließende Rundgang durch das nahegelegene Strampelquartier. Dort wurde anschaulich, wie Bestandsentwicklung, Nachverdichtung auf eigenen Flächen und engagierte Mieterbetreuung ineinandergreifen. Einrichtungen wie der „Treff am Strampel“ verdeutlichen zudem die soziale Verantwortung, die die GEWO über die reine Wohnraumbereitstellung hinaus übernimmt. Beim anschließenden Austausch nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, mit Vertreterinnen und Vertretern der GEWO sowie untereinander ins Gespräch zu kommen. Die offene Atmosphäre bot Raum für neue Kontakte, persönliche Gespräche und fachlichen Austausch. Mit der Veranstaltung unterstrich die Wirtschaftsvereinigung einmal mehr die Bedeutung ihres Formats „Unter-Uns“. „Unsere Reihe lebt davon, dass Unternehmen Einblicke geben und miteinander ins Gespräch kommen. Die GEWO zeigt eindrucksvoll, welche Verantwortung regionale Akteure übernehmen und wie wichtig es ist, sich darüber auszutauschen“, betonte Gitta Mäulen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung. K wv
NEUANSIEDLUNG
Home-Base für die nächste Technologiegeneration Rosenxt hat seinen Innovation Square in Wietmarschen-Lohne eröffnet
Ein Entwicklungsumfeld, in dem aus neuen Technologien neue reale Lösungen entstehen können – das Fotos: Rosenxt ist das Kernelement der Arbeit im Innovation Square in Wietmarschen-Lohne.
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it der offiziellen Eröffnung seines Innovation Square in Wietmarschen-Lohne will Rosenxt ein klares Zeichen für langfristige Technologieentwicklung in der Region setzen. Der neue Standort war ab Herbst 2025 nach und nach bezogen und am 29. Mai offiziell eröffnet worden. Er steht nach Darstellung des Unternehmens nicht nur für Wachstum, sondern vor allem für die Vision von Unternehmensgründer Hermann Rosen: Zukunftstechnologien frühzeitig entwickeln, neue Märkte aufbauen und Innovationen schaffen, die langfristig gesellschaftlichen Nutzen stiften. Rosenxt agiert heute als internationale Technologiegruppe, ist aber in der Region tief verwurzelt. Dass der neue und größte Standort in Wietmarschen-Lohne entsteht, ist für Hermann Rosen deshalb mehr als eine reine Standortentscheidung. Bereits mit der in Lingen ansässigen ROSEN Gruppe hat er aus der
Region heraus über Jahrzehnte ein weltweit erfolgreiches Technologieunternehmen aufgebaut – mit Rosenxt setzt er dieses technologische Kapitel nun in neuer Form fort. Technologische Entwicklungen schneller und unabhängiger voranzutreiben „Fortschritt entsteht dort, wo Menschen langfristig denken, Verantwortung übernehmen und den Mut haben, frühzeitig in neue Technologien zu investieren“, fasst Hermann Rosen, Gründer und Chairman of the Board von Rosenxt, seine Motivation zusammen. „Wir entwickeln Technologien, die reale Probleme lösen, neue industrielle Möglichkeiten schaffen und gleichzeitig einen positiven Beitrag für Gesellschaft und Region leisten.“ Rosenxt wurde Ende 2023 gegründet, um technologische Entwicklungen schneller und unabhängiger voranzutreiben. Das Unter-
„Fortschritt entsteht dort, wo Menschen langfristig denken, Verantwortung übernehmen und den Mut haben, frühzeitig in neue Technologien zu investieren“ Hermann Rosen, Gründer und Chairman of the Board von Rosenxt
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NEUANSIEDLUNG
„Mit dem Innovation Square schaffen wir ein Umfeld, in dem aus technologischen Fähigkeiten reale industrielle Lösungen entstehen können.“ Dirk van Vinckenroye, CEO Creation Rosenxt
In Rekordbauzeit von gut einem Jahr entstand im Gewerbegebiet A31 in Lohne der Innovation Square. Die größte Gewerbeansiedlung in der Grafschaft seit Jahrzehnten bietet auf rund elf Hektar Fläche Platz für Büro- und Werkstattgebäude, eine Kita und ein Betriebsrestaurant. Hier sollen einmal bis zu Foto: Rosenxt 700 Arbeitsplätze entstehen.
nehmen entwickelt Lösungen für anspruchsvolle Einsatzumgebungen – darunter der Unterwasserbereich, die Industrieproduktion, erneuerbare Energien sowie die Sicherheit kritischer Infrastrukturen. Im Fokus der technologiegetriebenen Advanced Services stehen insbesondere Sensorik, autonome Robotik, physische KI und fortschrittliche Materialien. „Viele der technologischen Veränderungen, die vor uns liegen, stehen erst am Anfang“, so Rosen. „Gerade deshalb braucht es Unternehmen, die bereit sind, langfristig zu denken und neue Technologien frühzeitig zur industriellen Reife zu bringen.“ Vom technologischen Konzept zur industriellen Umsetzung Rosenxt konzentriert sich derzeit auf drei zentrale Geschäftsbereiche: die Inspektion von Wasserleitungen, die Optimierung bestehender Öl-Reservoirs sowie Subsea-Anwendungen mit Fokus auf Unterwasserinspektion und -robotik. In diesen anspruchsvollen Feldern verfolgt das Unternehmen das klare Ziel, eine führende Marktposition einzunehmen. „Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, verstehen wir uns gesamtunternehmerisch als Explorer, der neue Wege sucht und bereit ist, kalkulierte Risiken einzugehen“, sagt Rosen. Der Innovation Square schafft dafür die infrastrukturellen Voraussetzungen. Entwicklung, Testen und industrielle Umsetzung werden hier eng miteinander verzahnt, um tech-
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nologische Ideen schneller in konkrete Anwendungen zu überführen und neue Geschäftsfelder langfristig aufzubauen. „Mit dem Innovation Square schaffen wir ein Umfeld, in dem aus technologischen Fähigkeiten reale industrielle Lösungen entstehen können“, sagt Dirk van Vinckenroye, CEO Creation von Rosenxt. „Die enge Verbindung von Entwicklung, Erprobung und Markteinführung ermöglicht es uns, Innovationen deutlich schneller voranzutreiben.“ Chris Yoxall, CEO Realization von Rosenxt, ergänzt: „Der neue Standort ist bewusst auf langfristiges Wachstum ausgelegt. Wir schaffen hier die Grundlage, Technologien frühzeitig zu skalieren und daraus internationale Geschäftsfelder aufzubauen.“ Skalierung ist für Rosenxt dabei mehr als eine reine Wachstumsfrage. In den gewählten Märkten werden Technologien nicht nur entwickelt, sondern als Advanced Technological Services direkt in den laufenden Prozessen der Kunden eingesetzt – mit hoher operativer Verantwortung und sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen je Projekt. Aus der Region in die Welt Von Wietmarschen-Lohne aus bringt Rosenxt seine Advanced Services und Technologien in internationale Märkte. Die Region bietet dafür wichtige Voraussetzungen: industrielle Erfahrung, technische Expertise, Verfügbarkeit von Energie und Menschen, die langfristig denken
NEUANSIEDLUNG
und Verantwortung übernehmen. „Ich glaube, Zukunft entsteht nicht nur dort, wo es laut und schnell ist“, sagt Hermann Rosen. „Manchmal entsteht sie dort, wo Menschen konzentriert arbeiten, Dinge langfristig aufbauen und Substanz schaffen wollen.“ Als aktuell größter Standort von Rosenxt ist der Innovation Square auf bis zu 700 Mitarbeitende ausgelegt. Rund 370 Kolleginnen und Kollegen arbeiten bereits heute in Wietmarschen-Lohne, weltweit sind es rund 740. Neben modernen Büro- und Werkstattbereichen gehören auch ein Betriebsrestaurant, eine betriebseigene Kita sowie ein nachhaltiges Energiekonzept zum Standort. Das größte Geothermie-Erdsondenfeld mit kaltem Nahwärmenetz in Niedersachsen versorgt die Gebäude mit Wärme und Kälte, ergänzt durch Photovoltaik und E-Ladesäulen. „Die offizielle Eröffnung des Innovation Square ist ein starkes Signal für Wietmarschen-Lohne und die gesamte Region“, sagt Manfred Wellen, Bürgermeister der Gemeinde Wietmarschen. „Rosenxt schafft hier qualifizierte Arbeitsplätze, stärkt die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort und zeigt, dass Zukunftstechnologien auch im ländlichen Raum hervorragende Bedingungen finden.“
Mit dem Innovation Square schafft Rosenxt die Voraussetzungen, neue technologische Fähigkeiten aus der Region heraus zu entwickeln und diese international in Anwendungen und Geschäftsfelder zu überführen. Der Innovation Square ist zugleich als modernes Arbeitsumfeld angelegt, das Kreativität, Zusammenarbeit und die Entwicklung neuer Ideen gezielt unterstützt.
Um ein lichtdurchlutetes Atrium gruppieren sich die Büroflächen im Hauptgebäude des Innovation Square. Foto: Rosenxt
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GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 33
DIGITALISIERUNG
Daten sind der Schlüssel zur besseren Unternehmenssteuerung Erfahrungsberichte beim Forum Digitalisierung der Wirtschaftsvereinigung
Stephan Feldker, Gründer und Geschäftsführer der moduco GmbH, als Referent beim Forum Digitalisierung der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim. Foto: Wirtschaftsvereinigung
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aten entstehen heute in nahezu allen Bereichen eines Unternehmens, bleiben im Alltag jedoch häufig ungenutzt. Dabei bieten gut aufbereitete Daten enormes Potenzial: Sie schaffen Transparenz, erleichtern die Steuerung von Prozessen und bilden eine verlässliche Grundlage für fundierte Entscheidungen. Wie sich dieses Potenzial konkret heben lässt, stand im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Forum Digitalisierung“ der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim. Unter dem Titel „Daten sehen. Prozesse verstehen. Komplexität beherrschen. – Wie Transparenz zur Grundlage wirksamer Steuerung wird“ erhielten die Teilnehmenden vor allem praxisnahe Einblicke aus Unternehmen der Region. Für den fachlichen Einstieg sorgte Prof. Dr. Liane Haak, Dekanin am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück, die die grundlegenden Zusammenhänge und Möglichkeiten datenbasierter Unternehmenssteuerung verständlich einordnete. Im Anschluss stand die Praxis im Fokus, mit sehr unterschiedlichen Erfahrungsberichten aus Unternehmen, die zeigten, wie Daten aufbereitet werden, welche Herausforderungen dabei entstehen und wie sie gezielt für bessere Entscheidungen genutzt werden können. Tobias Holtkamp, Gründer und Geschäftsführer von der Holtkamp Consulting GmbH,
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beleuchtete die Bedeutung von Data-Warehouse-Lösungen als Grundlage einer einheitlichen Datenbasis, vereinfachter Analysen und eines aussagekräftigen Reportings sowie zur Unterstützung fundierter Entscheidungen. Daten nicht nur technisch aufbereiten, sondern auch organisatorisch zu verankern. Anhand von Beispielen aus Wirtschaft, Banken und Behörden machte er deutlich, dass erfolgreiche Datenarbeit weit über Technik hinausgeht: Entscheidend sei, Daten nicht nur technisch aufzubereiten, sondern auch fachlich zu verstehen und organisatorisch zu verankern. Nur so ließen sich Profitabilität erkennen, Abweichungen analysieren und Entwicklungen frühzeitig identifizieren. Sein Fazit: „Datenprojekte sind dann erfolgreich, wenn sie nicht nur Reports erzeugen, sondern Vertrauen schaffen - in Zahlen, in Entscheidungen und in die eigene Steuerungsfähigkeit.“ Einen anderen Ansatz stellte Nicolas Roscheng von der Grafschafter Nachrichten GmbH vor. Im Mittelpunkt stand die Digitalisierung im Lesermarkt. Ausgangspunkt war die gezielte Steuerung von Paywall-Modellen. Deutlich wurde, wie datenbasierte Auswertungen helfen, Nutzerverhalten besser zu ver-
DIGITALISIERUNG
stehen und Angebote gezielt weiterzuentwickeln. Grundlage hierfür ist ein gemeinsames Data Warehouse im sogenannten „Drive“-Verbund, in dem über 30 Verlage datenschutzkonform Artikel- und Nutzungsdaten zusammenführen. Drive bietet Strukturen, die kein Teilnehmer allein aufbauen kann, und Daten, über die keiner allein verfügt. „Digitalisierung eröffnet neue Chancen der Zusammenarbeit. Der Drive-Verbund wäre zuvor nicht denkbar gewesen“, betonte Roscheng. „Ziel ist, den Arbeitsalltag für alle Beteiligten spürbar zu entlasten.“ Wie umfassend sich Prozesse durch Digitalisierung verändern lassen, zeigte Steuerberater Christian Glewwe von der Kanzlei NorCon Beratung PartG mbB. Ausgangspunkt war ein stark manueller, zeitaufwendiger Lohnprozess mit hoher Abhängigkeit von einzelnen Personen und fehlender Standardisierung. Durch die Einführung einer einheitlichen Plattform entstand ein durchgängig digitaler Prozessablauf: von der mandantengesteuerten Datenerfassung über Validierung und Fehlerbehebung bis hin zur vollautomatisierten Lohnabrechnung und Bereitstellung etwa über die DATEV-App. Das Ergebnis: weniger Wiederholungsabrechnungen, geringerer Zeitaufwand und deutlich mehr Prozesssicherheit. „Ziel der Digitalisierung in unserer Branche ist es, wiederkehrende Abläufe zu vereinfachen, Daten effizient an einem Ort zu sichern und den Arbeitsalltag für alle Beteiligten spürbar zu entlasten“, erklärte er. Dass Digitalisierung nicht zwangsläufig hohe Investitionen erfordert, zeigte Stephan Feldker, Gründer und Geschäftsführer der moduco GmbH. Der Robotik-Spezialist setzt gezielt auf schlanke, selbst entwickelte Lösungen statt auf komplexe Standardsoftware. An konkreten Beispielen wurde deutlich, wie unternehmensspezifische Prozesse effizient
digitalisiert werden können, flexibel und nah am tatsächlichen Bedarf. „Unsere Mission ist es, produzierenden Unternehmen den Zugang zu Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien nachhaltig zu erleichtern,“ so Feldker. Gitta Mäulen, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung, fasste den Kern der Veranstaltung zusammen: „Die Frage ist nicht, ob wir genügend Daten haben, sondern ob wir das nutzen, was uns bereits zur Verfügung steht.“ Genau hier setzten die Praxisbeiträge an, mit greifbaren Lösungen, ehrlichen Einblicken und konkreten Erfahrungen aus dem Unternehmensalltag. Ihr Fazit: „Der Weg zu einer datenbasierten Unternehmenssteuerung beginnt nicht mit der perfekten Lösung, sondern mit dem ersten Schritt. Die vorgestellten Beispiele machen Mut, vorhandene Daten gezielter zu nutzen, Prozesse transparenter zu gestalten und Entscheidungen auf eine verlässlichere Grundlage zu stellen.“
„Digitalisierung eröffnet neue Chancen der Zusammenarbeit. Der Drive-Verbund wäre zuvor nicht denkbar gewesen.“ Nicolas Roscheng, Teamleiter Audience Development bei Grafschafter Nachrichten
Die nächste Informationsveranstaltung im Forum Digitalisierung in Kooperation mit dem Bildungswerk der Grafschafter Wirtschaft steht am Mittwoch, 9. September, unter dem Motto „KI und Robotik bis 2030 Die nächste Produktionswelle für den Mittelstand – Wie sich der Planungshorizont mittelständischer Unternehmen jetzt verändern muss“. Im Fokus des Vortrags im NINO-Hochbau steht der aktuelle Leistungssprung von KISystemen: von KI-Agenten über verkörperte KI in humanoiden Robotern bis hin zur eigenständigen Steuerung ganzer Prozessketten. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten in Verwaltung, Vertrieb, Kundenservice, Produktion, Führung sowie in der Unternehmensentwicklung. Was heute noch als Werkzeug betrachtet wird, entwickelt sich zunehmend zu einer Infrastruktur, die den gesamten Betrieb durchzieht. WV
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PERSONEN
Henrik Bøggild CFO der Neuenhauser Gruppe
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it Wirkung zum 1. Juni 2026 hat Henrik Bøggild (54) die Position des Chief Financial Officer (CFO) der Neuenhauser Gruppe übernommen und verstärkt damit den Vorstand. Mit Henrik Bøggild gewinnt die Unternehmensgruppe einen ausgewiesenen Finanzexperten, der den laufenden Transformationsprozess gemeinsam mit dem Vorstand (Thomas Wiedermann, CEO, und Zoran Aleksic, COO/CSO) gezielt vorantreiben und zusätzliche Impulse für die finanzielle Stabilität und Neuaufstellung setzen wird. „Wir freuen uns sehr, mit Henrik Bøggild eine so erfahrene und profilierte Persönlichkeit für diese Position gewonnen zu haben. Seine Expertise und sein strategischer Blick werden die weitere Entwicklung der Gruppe maßgeblich bereichern. Wir blicken der Zusammenarbeit mit großer Zuversicht entgegen und sind überzeugt, dass er für Neuenhauser einen erheblichen Mehrwert schaffen wird“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Jablonski. Henrik Bøggild verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung in leitenden Finanzfunktionen multinationaler Unternehmen. Nach leitenden Positionen bei Dometic Group
(Stockholm), NKT Cales Group (Köln) sowie der AE&E Group (Wien) war er zuletzt als Finanzvorstand Sanner Group mit Sitz in Bensheim tätig. Er besitzt Abschlüsse in Wirtschaftsprüfung, Henrik Bøggild (54) ist Rechnungswesen, Steuneuer Chief Financial errecht und WirtOfficer (CFO) der schaftsrecht sowie ein Neuenhauser Grzuppe. Diplom in Betriebswirtschaftslehre. Foto: Neuenhauser Henrik Bøggild folgt auf Monika Dussen, die die CFO-Funktion zuletzt interimistisch im Vorstand wahrgenommen hatte und das Unternehmen aus familiären Gründen verlassen hat. „Monika Dussen hat in einer herausfordernden Phase mit großem Engagement, hoher Professionalität und strategischem Weitblick einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe geleistet. Dafür gebührt ihr unser ausdrücklicher Dank“, erklärt Vorstandsvorsitzender Thomas Wiedermann.
„Wir freuen uns sehr, mit Henrik Bøggild eine so erfahrene und profilierte Persönlichkeit gewonnen zu haben. Stefan Jablonski, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Neuenhauser Gruppe
Verband Erdgas-Erdöl mit neuem Vorstand
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er Vorstand des Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG) hat Claudia Kromberg, CEO von Harbour Energy Germany GmbH, zu seiner neuen Vorsitzenden gewählt. Sie löst Jens-Christian Senger (ExxonMobil) ab, der satzungsgemäß nach sechs Jahren nicht wieder kandidierte. Claudia Kromberg, die bereits seit 2024 stellvertretende Vorsitzende im Vorstand des BVEG ist, führte anlässlich der Jahrestagung des BVEG aus: „Mehr Resilienz, mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Wertschöpfung in Deutschland: Dafür braucht es eine diversifizierte heimische Energie- und Rohstoffbasis. Der Bohrlochbergbau kann dazu auch in Zukunft entscheidende Beiträge leisten – durch die verantwortungsvolle Produktion von Erdgas und Erdöl, Lithium und Helium, durch Tiefengeothermie sowie durch die Speicherung von Erdgas, Wasserstoff und CO2. Unsere Mitgliedsunternehmen stehen bereit, ihre Erfahrung und ihr Know-how einzubringen, um Versorgungssicherheit zu stärken, die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren und die Transformation des Industriestandorts Deutschland aktiv mitzugestalten.“ Dem neuen Vorstand des BVEG gehören un-
Der neugewählte BVEG Vorstand (von links): Dr. Ludwig Möhring, Dr. Andreas Scheck, Christian Hellberg, Claudia Kromberg, Malte Petersen, Frank Foto: BVEG Kretschmer, Jeff Davies, Boris A. Richter).
ter anderem Frank Kretschmer (ExxonMobil Production Deutschland GmbH) als stellvertretender Vorsitzender sowie Dr. Andreas Scheck (Neptune Energy Deutschland GmbH) als Beisitzer sowie BVEG-Hauptgeschäftsführer Ludwig Möhring an. Der ehrenamtliche Vorstand des BVEG wird durch die Mitgliederversammlung gewählt. Die aktuelle Amtsperiode endet im Juni 2028. GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 37
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FIRMENPORTRAIT
ProjektkulturZENTRUM: Wie aus Haltung Projekte werden Am Nordhorner Europaplatz ist nun der Ort für Begegnungen im „Büter-Style“
Projektentwicklung im Dialog: Im ProjektkulturZENTRUM diskutieren die Experten von Büter mit Bauinteressierten und Investoren gern über Projektideen und Baukonzepte Foto: saftladen-design
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er Wahlspruch ist ein Versprechen: „Büter – so wird gebaut“ Seit Jahrzehnten steht die Firma G. Büter Bauunternehmen GmbH aus Ringe für Kundennähe, Qualität und Zuverlässigkeit. Aber Büter ist viel mehr als ein Bauunternehmen. Als Projektentwickler und Generalunternehmer haben sich die Bauspezialisten aus Ringe längst über die Region hinaus einen Namen gemacht. Konkret sichtbar und erlebbar wird die Unternehmensphilosophie und Kreativität von Büter jetzt an einem markanten Anlaufpunkt: dem „ProjektkulturZENTRUM“ am Nordhorner Europaplatz. „Schon der Name stellt Fragen und will neugierig machen“, erläutern die Teamleiter René Gerritzen und Paul Stöckler das Konzept des ProjektkulturZENTRUMs. Büter will damit an einem zentralen Ort in Nordhorn Präsenz zeigen und „Raum schaffen für Synergien“. René Gerritzen: „Der Kunde merkt hier gleich: Ich
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bin hier beim Planer, beim Projektentwickler.“ Paul Stöckler ergänzt: „Hier im ProjektkulturZENTRUM ist Zeit und Raum für terminierte Meetings zu allen Fragen und Phasen eines Bauvorhabens. Hier haben wir somit nicht nur räumlich einen Abstand zum eigentlichen Bauunternehmen.“ Investoren und Bauinteressierten sei oft gar nicht bewusst, was Büter alles macht, meint Stöckler, technischer Leiter des Unternehmens. „Mit dem ProjektkulturZENTRUM haben wir einen Raum geschaffen, in dem wir unsere Ziele deutlich machen und Ideen gemeinsam mit dem Kunden durchdenken können.“ Das Zentrum am Europaplatz soll also kein Showroom sein, sondern ein Ort der Kommunikation und des Austauschs, der zugleich die Verankerung des Unternehmens in der Region und die transparente „Büter-Kultur“ im Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und Entscheidungsträgern deutlich macht.
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FIRMENPORTRAIT
Wie unterschiedlich die Anforderungen und Ideen sind, die Büter für Kunden umsetzt, erläutert der kaufmännische Leiter René Gerritzen: „Nicht jeder kommt bereits mit einem konkreten Bauprojekt zu uns. Manche wollen beispielsweise erstmal mögliche Planungsideen für ein Grundstück ausloten, das sie entweder bereits besitzen oder kaufen wollen. Andere suchen Beratung über ein Bebauungskonzept, dass sie dann gern mit uns, aber nicht zwingend mit uns realisieren wollen. Unser Ziel ist in jedem Fall, den Kunden von der ersten Idee, vom ersten Planungsstrich bis zur Realisierung und schlüsselfertigen Übergabe zu begleiten.“ So hat das Unternehmen G. Büter Bau sich längst zu einem Projektierer und Generalunternehmer entwickelt und seine Kompetenzen auf vielen Gebieten von Planung, Konzeptentwicklung und Umsetzung stark ausgebaut. „Damit haben wir ein echtes Alleinstellungsmerkmal“, meint René Gerritzen. Alleinstellungsmerkmal als Projektierer und Generalunternehmer Wie auch große Vorhaben zuverlässig und termingerecht umgesetzt werden, beweist Büter schon seit Jahren mit komplexen Bauprojekten, zum Beispiel dem großen Wohnquartiersprojekt „Wohnpark an der Kanalallee“. Auf einem 65.000 Quadratmeter großem Gebiet am Nordhorn-Almelo-Kanal entstanden ab Januar 2020 insgesamt 198 Wohneinheiten – 83 Eigentumswohnungen, 66 Reihenhäuser, 30 Wohnungen im geförderten Wohnungsbau sowie 16 Doppelhaushälften und drei Einfamilienhäuser. Büter hat das gesamte Quartier als Projektentwickler und Bauträger in nur dreieinhalb Jahren fertiggestellt – ein halbes Jahr schneller als ursprünglich geplant. So geht es beim Bauunternehmen G. Büter nicht nur um Steine und Mauern. „Wir haben die Kompetenzen in unserem Unternehmen in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich verstärkt“, erklärt der Bauingenieur Paul
Stehen für die besondere „Büter-Kultur“ im Umgang mit Kunden: die Teamleiter Gina Baschleben, Paul Foto: a|w|sobott gmbh Stöckler und René Gerritzen.
Fachleute von G. Büter Bau stehen im Nordhorner ProjektkulturZENTRUM für terminierte Beratungsmeetings zur Verfügung. Foto: a|w|sobott gmbh
Stöckler. Man sieht sich auch in Planungs- und Bauleistungen wie der technischen Gebäudeausstattung „sehr gut aufgestellt“. Anteile wie Lüftungstechnik, Elektrik, Ver- und Entsorgung machen allein rund 30 Prozent einer Bauinvestition aus. „Das heißt nicht, dass wir alles allein machen“, erklärt Prokuristin Gina Baschleben. Für spezielle Projektanteile werden vielmehr bekannte und bewährte Fachplaner und ausführende Fachunternehmen eingebunden. Wichtig sei auch der externe Blick auf große Projekte: „Wir treten nicht in Konkurrenz zum Architekten.“ Aber: alle Fäden laufen bei Büter als Generalplaner zusammen. Büter bietet Kostensicherheit und schafft so Vertrauen beim Kunden Und, so Gina Baschleben, „was Büter gut kann, ist Kostensicherheit bieten, und zwar für das Gesamtpaket. Von unverbindlichen Kostenschätzungen halten wir nichts. Wir geben ein klares Angebot ab.“ Das funktioniere nur, ergänzt Paul Stöckler, weil zuvor ganz klar ist, was genau gebaut werden soll. Das wird mit dem Kunden in einer detaillierten Baubeschreibung festgelegt. René Gerritzen: „Wir können das, weil wir das seit Jahren machen. Das schafft Vertrauen und ist Teil unseres Erfolgs.“ Wie erfolgreich dieses Konzept ist, zeigen aktuelle Beispiele wie der laufende Neubau der Rettungsleitstelle für die Grafschaft und das Emsland in Meppen sowie der jüngste Hotelneubau am Nordhorner Stadtring. In beide Millionenprojekte hat Büter die Kompetenzen von vielen externen Planern und Fachbetrieben eingebunden. Baschleben: „Aber Büter koordinierte als Generalunternehmer das gesamte Projekt. Das hat so gut geklappt, dass das Hotel zwei Monate früher übergeben werden konnte als geplant – und das zu geringeren Kosten.“ GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 39
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FIRMENPORTRAIT
PV-Anlagen nach Maß schaffen Mehrwert mit der Kraft der Sonne Tiger Energy Project aus Wietmarschen bietet Lösungen aus einer Hand
Die Ergänzung einer PV-Anlage durch einen bedarfsgerechten Batteriespeicher wird für Anwender zunehmend interessant, meint Ulrich Schomakers. Hier zeigt er, dass ein leistungsfähiger Speicher keine riesenhaften Ausmaße haben muss. Foto: Tiger Energy Project
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ie kann ich als Unternehmen die Energiewende vorantreiben, meinen CO2-Fußabdruck verringern und dabei zugleich meine Energiekosten senken und so meine Wettbewerbsfähigkeit verbessern? Ein Schlüssel zu mehr Energieeffizienz ist die Eigenstromerzeugung mit Photovoltaik – vorausgesetzt, Konzeption und Aufbau der PV-Anlage erfolgen nach einem auf die individuellen Anforderungen und Möglichkeiten des Kunden optimierten Konzept. „Unser Ziel ist klar“, sagt Ulrich Schomakers vom Anbieter Tiger Energy Project aus Wietmarschen. „Gemeinsam mit dem Kunden entwickeln und realisieren wir ein Energieversorgungskonzept, das neueste Technologien einsetzt und die aktuellsten Erkenntnisse aus der Energiebranche umsetzt.“
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Kompetenz und Erfahrung gebündelt in einem markanten Baudenkmal In seinem Unternehmen Tiger Energy Project kann Firmengründer Ulrich Schomakers auf langjährige Erfahrungen mit erneuerbaren Energien aufbauen. Mehr als 20 Jahre war der Elektro-Ingenieur in großen Konzernen und Serviceunternehmen der Branche tätig. 2020 spezialisierte er sich mit Tiger Energy auf Konzeptionierung und Bau von Photovoltaikanlagen für gewerbliche und private Kunden. Beheimatet sind Tiger Energy Project und die Servicetochter Lean Smart Service in einem der markantesten Wahrzeichen im Ortskern von Alt-Wietmarschen: dem Lagemannschen Mühlenturm an der Lingener Straße 24 / Ecke Schulstraße. Der 1811 ursprünglich
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als Mühlen- und Lagerturm errichtete Gebäude war nach einer langen und wechselvollen Geschichte im Jahr 2020 von Ulrich Schomakers erworben und zu einem „Energieturm“ umgestaltet worden. Hier arbeitet der Fachingenieur mit seinem inzwischen 16-köpfigen Team an ihrem Ziel, die Energiewende mit kundenspezifischen Lösungen dezentral umzusetzen. Während Tiger Energy sich um Konzeption, Planung und Finanzierungsmöglichkeiten für eine Energieanlage kümmert, sorgt das Tochterunternehmen Lean Smart Service für die fachgerechte Montage und Inbetriebnahme aller Komponenten. Dafür verfügt das Unternehmen seit 2024 über eine neu errichtete große Lager- und Montagehalle. Da auch die Wartung von PV- und Speicheranlagen zunehmend an Bedeutung gewinnt, bieten die Wietmarscher auch Wartungsverträge an. Das notwendige Fachpersonal dafür stellt ebenfalls die Servicetochter. Entscheidend sind eine umfassende Analyse und kompetente Beratung „Entscheidend ist zunächst eine ausführliche und kompetente Beratung“, weiß Schomakers. Letztlich gehe es doch darum, einerseits einen Beitrag zur Einsparung von Energie und CO2 zu leisten, andererseits aber auch Energiekosten zu sparen und so einen Mehrwert zu erzielen. Dafür sei eine individuelle, auf die Anforderungen und Möglichkeiten des Kunden zugeschnittene Lösung erforderlich. Schomakers: „Die qualifizierte Beratung und ein ausführliches Angebot für eine individuelle Lösung zeichnen uns aus.“ Am Anfang jeder Beratung steht die Bedarfsanalyse: Welche Anforderungen hat der Kunde? Will er „nur“ eine PV-Anlage aufs Dach? Plant er den Einsatz einer Wärmepumpe oder ist das Gerät bereits vorhanden? Sollen mit dem über die PV-Anlage erzeugten Strom auch Elektrofahrzeuge versorgt werden? Kann es sinnvoll sein, die Stromerzeugung mit einem Batteriespeicher zu ergänzen? „Je höher der Anteil der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen in Deutschland wird, umso wichtiger werden auch Batteriespeicher“, erläutert der Fachingenieur. Damit meint er nicht nur die Großspeicheranlagen, die derzeit an Umspannanlagen und Netzknotenpunkten wie in Lingen entstehen. Auch für dezentrale Batteriespeicher im eigenen Betrieb oder zuhause sieht Schomakers neue Perspektiven. „Die Technik ist inzwischen ausgereift, und die Preise sinken sogar.“ Die anstehende Novellierung des ErneuerbareEnergien-Gesetzes (EEG) und sogenannte dynamische Stromtarife, deren Preise sich an den mehrmals täglich schwankenden Börsen-
Reichlich Platz für alles, was zu einer großen PV-Anlage gehört, bietet die LaFoto: Tiger Energy Project ger- und Servicehalle.
strompreisen orientieren, könnten den Einsatz von Batteriespeichern noch interessanter machen. Alle diese Informationen entscheiden über die Frage, wie eine PV-Anlage ausgelegt werden muss – und wie dafür eine optimierte Finanzierung gestaltet werden kann. Entscheidend dafür sind einmal die Investitionskosten bei möglichst niedrigem Eigenkapitaleinsatz durch Ausschöpfen vorhandener Fördermöglichkeiten. Andererseits sollen langfristig auch die laufenden Energiekosten gesenkt werden. „Ein durchdachtes Investitions- und Betriebskonzept überzeugt auch die finanzierenden Banken“, so Schomakers. Kurzum: Ziel ist, mit dem Einsatz einer PV-Anlage den größtmöglichen Mehrwert zu erreichen – und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Umfassender Rundum-Service in Rekordzeit und ohne Qualitätsverlust „Gemeinsam mit unseren Partnerbetrieben setzen wir alle Projekte in Rekordzeit und ohne Qualitätsverlust um“, verspricht Tiger Energy. „Unser Rundum-Service umfasst alles, was Sie für ein sorgenfreies Projekt benötigen: von der detaillierten Dokumentation über die Kommunikation mit den Energieversorgern bis hin zu Wartungsverträgen und Fernüberwachung.“ Beinahe 700 Energieprojekte hat Ulrich Schomakers mit seinem Team inzwischen realisiert. Dazu zählen sowohl gewerbliche Anlagen in Industrie, Landwirtsvchafft und bei großen Behörden und Organisationen als auch PV-Lösungen auf Privatimmobilien. Schomakers verspricht: „Mit unserer Erfahrung in erneuerbaren Energien bieten wir nicht nur Beratung, sondern entwickeln handfeste und nachhaltige Energiekonzepte.“
„Ein durchdachtes Investitionsund Betriebskonzept überzeugt auch die finanzierenden Banken.“ Ulrich Schomakers Gründer und CEO Tiger Energy Project
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„Das Ludwig“: Sanierung schreitet mit großen Schritten voran Zukunftsweisendes Quartier für betreutes Wohnen, Pflege und Begegnung
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– LUD WIG
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Dem Gründer der früher hier ansässigen Textilfabrik Povel verdankt das „Ludwig“ seinen Namen. Nach Mitgliedern der einstigen Industriellenfamilie werden auch die drei Gebäuderiegel „Anton“, „Ben“ und „Carl“ benannt. Foto: GMP
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uf dem Areal an der Nordhorner Kokenmühlenstraße entsteht mit dem Projekt „Das Ludwig“ ein zukunftsweisendes Quartier für betreutes Wohnen, Pflege und Begegnung. Das Ensemble besteht aus vier Gebäuderiegeln: dem namensgebenden „Ludwig“ mit Haupteingang und Foyer wie im Bestand sowie den drei Riegeln „Anton“, „Ben“ und „Carl“, von der Kokenmühlenstraße aus gesehen von links nach rechts. Im ersten Bauabschnitt werden die Riegel Ludwig zur Hälfte sowie Carl und Ben bis zum zweiten Quartal 2027 fertiggestellt. Die Gesamtfertigstellung ist für 2028 vorgesehen. Weil die Um-
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bauarbeiten umfangreicher werden als zunächst angenommen, müssen die Bewohner entgegen der früheren Planungen demnächst aus Sicherheitsgründen für einige Monate ausquartiert werden. GMP organisiert für alle Bewohner Ausweichwohnungen und organisiert die Umzüge. Wohnen, Pflege und Betreuung unter einem Dach Insgesamt entstehen im „Ludwig“ 138 betreute Wohnungen mit einem umfassenden Serviceangebot. Ergänzt wird das Konzept durch
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eine Tagespflege sowie ambulante Pflege der Vechtetal Pflege, die zudem zwei ambulant betreute Wohngruppen betreiben wird. Die betreuten Wohnungen werden kernsaniert und unter anderem mit Balkonen aufgewertet. Im neuen Staffelgeschoss entstehen durch eine Aufstockung in Holzbauweise hochwertige Penthouse-Wohnungen. Bereits im ersten Bauabschnitt eröffnet zudem eine Kindertagesstätte, betrieben von der Lebenshilfe Nordhorn. Abgerundet wird das Gesamtkonzept durch ein vielfältiges Gastronomieangebot von „Mahlzeit“ aus Nordhorn. Im zweiten Bauabschnitt folgen ergänzende Gewerbeflächen, insbesondere für alltägliche Dienstleistungen. Auch die City-Wache der Polizei bleibt erhalten. Nachhaltigkeit als Leitgedanke „Das Ludwig“ setzt konsequent auf Nachhaltigkeit. Die Gebäude werden im Verfahren der seriellen Sanierung mit vorgefertigten HolzFassadenelementen saniert. Das ist schnell, effizient und besonders ressourcenschonend. Die Aufstockung erfolgt als Holz-Staffelgeschoss. Auch der alte Verblender wurde nicht entsorgt, sondern recycelt und wiederverwendet. Zudem versorgt ein Mieterstrommodell die Bewohnerinnen und Bewohner künftig mit vor Ort erzeugtem Strom. Aktueller Stand auf der Baustelle Auf der Baustelle wird derzeit an mehreren Riegeln parallel gearbeitet. Während Riegel Anton noch bis November bewohnt ist, läuft in der ersten Hälfte von Riegel Ludwig bereits der Wiederaufbau. In Riegel Ben sind die seriellen Wandelemente gestellt, sodass es nun direkt mit dem Holzrahmenstaffelgeschoss sowie der Verblendung weitergehen kann. Die Holzbauarbeiten im ersten Bauabschnitt sollen bis Ende September abgeschlossen sein. Am weitesten fortgeschritten ist Riegel Carl. Hier werden derzeit Wände verputzt und der Estrich eingebaut, die Maler- und Fliesenarbeiten starten im August. Auch das Dach nimmt Gestalt an, die Dacheindichtung ist fast fertiggestellt. An den Riegeln Carl und Ben entsteht zudem bereits die neue Fassade aus dem recycelten Verblender. Schritt für Schritt wächst an der Kokenmühlenstraße so ein neues Quartier, das Wohnen, Pflege und Gemeinschaft auf moderne und nachhaltige Weise verbindet.
Betreiber eine zentrale Rolle im Betrieb der Anlage einnehmen und dabei ein regelmäßiges Angebot an Aktivitäten sowie eine 24/7-Anwesenheit bereitstellen. Dazu zählen saisonale und kulturelle Veranstaltungen wie Feste, Chor-Besuche, Lesungen sowie Spiele und Aktivitäten für Senioren, Workshops mit örtlichen Kooperationspartnern und auf die Bewohner zugeschnittene Vorträge. Ergänzt wird das Angebot durch eine Beratungshilfe für Verwaltungsangelegenheiten, die Organisation von Hilfsdiensten (z.B. Fahrten Arztbesuche o.ä.), feste Besuchszeiten zum persönlichen Austausch zwischen Bewohnern und Betreiber sowie Pflegeleistungen nach individuellem Bedarf.
Noch viel zu tun haben die Projektleiter Heiko Eek (links) und Milan Hagel kbis zur Fertigstellung der umfangreichen und komplexen Gebäudemodernisierung. Foto: Rolf Masselink
Æ Bei Interesse an einer Wohnung im
Vertriebsbeginn
Æ wiedererwachten Ludwig können Interessierte
Parallel zu den Bauarbeiten starten im dritten Quartal 2026 der Vertrieb sowie die ersten Mietergespräche. Die Vechtetal Pflege wird als
Æ sich gerne melden unter: Æ vertrieb@gmp-nordhorn.de
GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 43
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„Zukunft Ihres Unternehmens“ Die digitale Kanzlei Backherms unterstützt Unternehmen im digitalen Prozess • digitale Freigabe- und Zahlungsabläufe • automatisierter Abruf von Kontoauszügen • automatischer Zahlungsabgleich • eine weitgehend automatisierte Verbuchung
Das Team der Kanzlei Steuerberaterin Backherms setzt sich jeden Tag für die Interessen der Mandanten ein. Foto: privat
D
ie E-Rechnungspflicht kommt. Das Belegaufkommen wächst. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Unternehmen. Die entscheidende Frage für Unternehmen lautet: Sind die Prozesse bereit für die Zukunft? Noch immer erstellen viele Betriebe ihre Rechnungen mit Excel oder Programmen, die die Anforderungen an die E-Rechnung nicht erfüllen. Gleichzeitig werden Verwaltungsaufgaben immer zeitintensiver. Rechnungen schreiben, Zahlungen überwachen, Kontoauszüge abrufen, Belege verbuchen – viele dieser Prozesse laufen in Unternehmen noch manuell und kosten wertvolle Zeit.
KONTAKT Lohnbucher Straße 11 49835 Wietmarschen annette@backherms.de Tel.: 05925 9057882
Dabei muss Digitalisierung kein Selbstzweck sein. Richtig umgesetzt schafft sie Freiräume, erhöht die Qualität der Finanzbuchhaltung und sorgt für mehr Transparenz sowie rechtliche Sicherheit. Die digitale Kanzlei Steuerberaterin Backherms aus Wietmarschen begleitet Unternehmen auf diesem Weg. Gemeinsam mit den Mandanten arbeiten die Mitarbeiter auf einer zentralen digitalen Plattform. Dort greifen moderne Technologien ineinander – von der Rechnungserstellung über die Zahlung bis zur Finanzbuchhaltung. Zu einer modernen digitalen Zusammenarbeit gehören beispielsweise: • E-Rechnungsfähige Prozesse mit integrierter E-Rechnungsvalidierung, • KI-gestützte Unterstützung bei der Verarbeitung von Belegen
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Dabei ersetzt Digitalisierung den Steuerberater nicht – sie macht seine Arbeit wertvoller. Standardprozesse laufen weitgehend automatisiert im Hintergrund. Dadurch kann sich der Steuerberater intensiver den Fällen widmen, die Erfahrung und Fachwissen erfordern: außergewöhnliche Geschäftsvorfälle, komplexe Rechnungen oder individuelle steuerliche Fragestellungen. Das Ergebnis ist eine effizientere, qualitativ hochwertigere und zugleich prüfungssicherere Finanzbuchhaltung. Das Ziel der Kanzlei Backherms ist nicht nur eine digitale Buchhaltung. Es ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, bei der Unternehmen von modernen Prozessen profitieren und gleichzeitig jederzeit einen persönlichen Ansprechpartner haben. Æ Mehr Informationen zu den
Leistungen der Kanzlei Steuerberaterin Backherms gibt es auf der Webseite.
Unsere Überzeugung lautet: Wirtschaftliche Unabhängigkeit entsteht durch technologische Souveränität. Unternehmen, die ihre Prozesse heute digital aufstellen, schaffen die Grundlage für effizienteres Arbeiten, schnellere Entscheidungen und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Unser Appell an alle Unternehmer: Warten Sie nicht, bis gesetzliche Vorgaben Sie zum Handeln zwingen. Nutzen Sie die Chancen der Digitalisierung bereits heute und gestalten Sie Ihre Prozesse zukunftssicher. Wer heute digitalisiert, arbeitet morgen effizienter.
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Mehr als nur ein fester Termin Was passiert, wenn aus Personal Training etwas entsteht, das niemand geplant hat? Bei Sylvia Kronshage steht nicht das Training im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Foto: privat
E
s gibt Termine im Kalender, die werden als Erstes verschoben. Und es gibt Termine, um die herum alles andere geplant wird. Das Training am Dienstagmorgen um sechs Uhr gehört für acht Männer aus der Grafschaft Bentheim zur zweiten Kategorie.Dabei hatte alles ganz unspektakulär begonnen. Vor einigen Jahren ließ sich ein Geschäftsführer eines Unternehmens eine Personal Trainerin empfehlen. Er spürte, dass zwischen Verantwortung im Beruf, Familie und einem vollen Terminkalender die eigene Gesundheit immer häufiger hinten anstand. Einmal pro Woche. Früh morgens. Doch schon nach wenigen Wochen fiel ihm etwas auf. „An den Tagen, an denen ich morgens trainiert hatte, verlief mein Arbeitstag anders. Ich war wacher, konzentrierter und hatte einfach mehr Energie.“ Aus einem Einzeltraining entstand eine kleine Gruppe Also fragte er Sylvia Kronshage, ob ein zweiter Termin möglich wäre. Statt eines weiteren Einzeltrainings entstand eine kleine Gruppe. Damals trainierten zwei Männer gemeinsam. Heute sind es acht. Alle stehen mitten im Berufsleben oder haben über viele Jahre Verantwortung getragen. Unternehmer, Führungskräfte und Menschen, deren Kalender selten Lücken kennt.
Es wird gelacht. Man fordert sich gegenseitig heraus. Und manchmal wird zwischen zwei Übungen über Themen gesprochen, die im Alltag oft zu kurz kommen – berufliche Entscheidungen, familiäre Sorgen oder einfach die Frage, wie es einem gerade wirklich geht. Wenn Sylvia Kronshage im Urlaub ist, pausiert die Gruppe nicht. Dann verabreden sich die Männer trotzdem. Sie steigen gemeinsam aufs Fahrrad, drehen ihre Runde und setzen sich anschließend noch zusammen. „Eigentlich wollte ich damals nur etwas für meine Fitness tun“, sagt der Unternehmer rückblickend. „Heute ist dieses Training einer der Termine in der Woche, auf die ich mich am meisten freue.“ Für Sylvia Kronshage ist genau das das schönste Kompliment. „Viele Menschen kommen zu mir, weil sie fitter werden möchten. Das ist oft der Anfang. Wirklich schön wird es, wenn Bewegung zu einem festen Bestandteil des Lebens wird – und Menschen sich nicht mehr zum Training überwinden müssen, sondern sich darauf freuen.“ Vielleicht liegt genau darin der Unterschied. Nicht in einem besonderen Trainingskonzept. Nicht in außergewöhnlichen Übungen. Sondern darin, dass aus einer Stunde Bewegung etwas entsteht, das Menschen dauerhaft guttut
„Ich möchte nicht, dass Menschen sich zum Training überwinden müssen. Ich möchte, dass sie sich darauf freuen.“ Sylvia Kronshage seit 2012 selbständige Personal-Trainerin
Æ Mehr Informationen zu Kursan-
geboten und Referenzen von Sylvia Kronshage gibt es auf der Webseite..
GN INSIDER | Nr. 3 · 2026 | 45
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Gold nach der Korrektur Einstiegschance mit Risikodisziplin denen Geldpolitik und Staatsfinanzen an Vertrauen verlieren oder geopolitische Krisen eskalieren. Gerade deshalb sollte Gold nicht nach der Stimmung eines einzelnen Quartals beurteilt werden. Die langfristigen Käufergruppen sind weiterhin vorhanden. Zentralbanken haben ihre Goldbestände in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Der World Gold Council berichtet, dass die jährlichen Zentralbankkäufe von 2022 bis 2024 jeweils über 1000 Tonnen lagen; 2025 blieben sie mit 863,3 Tonnen weiterhin hoch. Hinzu kommt der fiskalische Hintergrund. Viele westliche Staaten tragen hohe Schuldenstände, während die Märkte zugleich erwarten, dass Notenbanken Inflation kontrollieren und Wachstum nicht abwürgen. Daraus entsteht ein Spannungsfeld, das Gold langfristig stützt: Je stärker die Tragfähigkeit öffentlicher Haushalte infrage steht, desto wichtiger wird ein Vermögenswert, der keine Verbindlichkeit eines Staates oder Unternehmens ist. Der aktuelle Gegenwind durch höhere Realzinsen kann deshalb anhalten, er beseitigt aber nicht die Gründe, aus denen Gold in strategischen Portfolios gehalten wird. Der Goldpreis geriet zuletzt unter Druck. Langfristig sehen viele Experten das Edelmetall dennoch als wichtigen Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios. Die Berater der Spiekermann & CO AG stehen dem Kunden bei Fragen zur Seite. Foto: privat
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old hat im zweiten Quartal deutlich gelitten und ist am 1. Juli unter die Schwelle von 4000 US-Dollar pro Feinunze gefallen. Der Preisrückgang wurde vor allem durch eine restriktivere Auslegung der US-Geldpolitik, steigende Realzinsen und einen festeren US-Dollar ausgelöst. Für ein Asset ohne laufenden Ertrag ist diese Kombination belastend, weil kurzlaufende Staatsanleihen relativ attraktiver werden und der Dollar Goldkäufe außerhalb der USA verteuert. Der Rückgang ist daher zunächst kein ungewöhnliches Ereignis, sondern eine klassische Korrektur nach einer sehr starken Bewegung. Gold verlor im zweiten Quartal mehr als 13 Prozent und steuerte damit auf das schwächste Quartal seit 2013 zu, allein im Juni waren es rund elf Prozent Verlust. Langfristige Argumente bleiben bestehen Diese Entwicklung sollte man aber nicht als ein Argument gegen das Edelmetall sehen: Die Korrektur bei Gold ist eher ein Test der Positionsdisziplin. Wer Gold hält, sucht keine laufenden Erträge, sondern Schutz in Zeiten, in
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Gold als strategischer Portfoliobaustein Für die Asset Allocation heißt das, dass Gold nicht als kurzfristige Wette auf den nächsten Zinsschritt betrachtet werden sollte. Sinnvoller ist eine definierte strategische Quote, die bei Übertreibungen reduziert und nach deutlichen Korrekturen wieder aufgebaut werden kann. Wer den jüngsten Rückgang nutzt, kauft damit nicht die Gewissheit einer schnellen Erholung, sondern eine Versicherung gegen Risiken, die in den kommenden Jahren eher größer als kleiner wirken: unsichere Geldpolitik, hohe Staatsschulden, geopolitische Spannungen und Zweifel an der Stabilität einzelner Währungsräume. Gold bleibt damit ein anspruchsvoller, aber unverzichtbarer Portfoliobaustein. Der Preis kann weiter schwanken, wenn Realzinsen steigen oder der US-Dollar fest bleibt. Die Korrektur verändert jedoch die Ausgangslage. Nach der Rallye ist nun Disziplin gefragt, weil der starke Rückgang wieder die strategische Funktion in den Vordergrund rückt. Die Mitarbeiter der Spiekermann & CO AG finden zusammen mit dem Mandanten eine passende Strategie und freuen sich auf den Austausch.
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Beispielfoto der Baureihe. Ausstattungsmerkmale ggf. nicht Bestandteil des Angebots.
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OPEL JETZT-PROFI-VORTEIL Z.B. BEIM KAUF EINES COMBO CARGO /
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MEHR MÖGLICH FÜR MACHER JETZT DEN OPEL PRO PARTNER GUTSCHEIN SICHERN Effektives Arbeiten mit der Effizienz eines Profis. Der Vivaro steckt voller intelligenter Technologien und verbindet dabei maximalen Komfort mit beeindruckendem Stauraum. Die flexiblen Sitze, das Infotainment und die hohe Nutzlast machen ihn zu einem leistungsfähigen und vielseitigen Transporter, der sich jedem Businessmodell anpassen kann.
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Produkt Highlights: / Laderaumvolumen von bis zu 4,4 m3 / Maximale Nutzlast von 780 kg2,3 / Fortschrittliche Assistenzsysteme / Leistungsstarke und hocheffiziente Antriebsvarianten
Produkt Highlights: / Laderaumvolumen von bis zu 6,6 m3(2) / Maximale Nutzlast von 1.400 kg3 / Fortschrittliche Assistenzsysteme / Leistungsstarke und hocheffiziente Antriebsvarianten
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