Teilhaben an der digitalen
Transformation – Jet zt!
Rolf Masselink Redakteur
tefan Schaible, Chef von Deutschlands größter Unternehmensberatung
Roland Berger, sieht die deutsche Wirtschaft „vor der größten Transformation ihrer Geschichte“ Viele hätten noch gar nicht begriffen, wie ernst die Lage ist: Trotz der Krise, trotz des Zwangs zu Kostenreduzierung und Personalabbau und trotz hoher Zinsen müsse jetzt massiv investiert werden Warum gerade jetzt? „Weil Innovation für uns als Exportland lebensnotwendig ist“ Worum es geht, wurde unlängst den Besuchern der Hannover-Messe auf Schritt und Tritt vor Augen geführt: Kein Messestand, an dem nicht Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt stand KI ist der entscheidende Technologiesprung für die nächsten Jahre –nicht wegen des Hypes um Chatbots wie ChatGPT, Moin AI und Co , sondern weil die Symbiose aus generativer KI und „Machine Learning“ – über die Industrie hinaus – ganz neue Anwendungen hervorbringen wird KI-basierte Prozesssteuerungen optimieren Fertigung und Logistik Menschenähnliche Roboter werden innerhalb von zwei Jahren damit beginnen, fehlende Arbeitskräfte in Industrie, Pflegebereich und Gastronomie zu ersetzen KI ist dabei, die Weltwirtschaft zu verändern – und unsere Gesellschaft.
Für diese Ausgabe des GN-Insider habe ich auf 52 Seiten Beispiele versammelt, wie weit KI auch in den Unternehmen der Grafschaft bereits Einzug hält Und in Gesprächen mit Wirtschaftsförderern, Unternehmern und Personalentwicklern habe ich erkundet, wie die Grafschaft sich aufstellen muss, um in den dynamischen Transformationsprozessen nicht den Anschluss zu verpassen Denn gerade jetzt müssen auch hiesige Unternehmen – große wie kleine – Chancen erkennen, innovativ denken und kreativ handeln, um am wirtschaftlichen Wandel teilzuhaben Bei diesen Einblicken in das Innenleben der Grafschafter Wirtschaft wünsche Ich Ihnen informatives Lesevergnügen
Haben Sie Anregungen, Themenvorschläge oder Kritik? Melden Sie sich gern bei mir unter R Masselink@gn-online de
Titelstor y
Die Grafschafter Wir tschaft darf sich nicht die Zukunft verbauen lassen 0 4
Inter view: KMU-Betriebe auf ihrem Weg zur CO2-Neutralität unterstützen 1 2
Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
Krüp: „Der Hype um KI wird abflachen“ 1 4
„Digitale Zwillinge“ – ef fizienter Weg zu klimaneutraler Produktion? 1 6
Mülldeponie Wilsum: Mit KI gegen die Folgen des Klimawandels 1 8
Kostendruck und demografischer Wandel treiben die Automatisierung 2 1
Schwerpunkt Personalentwicklung
„Wir müssen Pflege ganz neu denken“ 2 6
Mit Wer tschätzung und Fehlerkultur die Mitarbeiterbindung stärken 4 3
Wie die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt gelingen kann 4 6 Chefsessel ist oft noch Männersache 4 9
Advertorials Rosenxt – Forschung für nachhaltige
1 1 GMP- Gruppe – Wohnen im „Ludwig“ : altersgerecht, innovativ und regional 3 0
Von Poll – Immobilienvermittlung auf höchstem Niveau 3 2
Büter-Bau –„Wir denken ganzheitlich –von der Idee bis zur Schüsselübergabe“ 3 4
Spiekermann AG – Vorsicht bei Festgeld! 3 8
Heider Energietechnik – Vermieter profitieren von Solarstrom 4 1
Obremba – Sonderabschreibung für Mietwohnungsbau 4 2 nvb GmbH – Beste Energie für Geschäftskunden
I M P R E S S U M
GN Insider, heraus- Grafschafter Nachrichten GmbH, gegeben von: Coesfelder Hof 2, 48527 Nordhorn, Telefon 05921 707-0
Geschäftsführung: Dipl -Kfm Jochen Anderweit
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Redaktion: Rolf Masselink
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D ie Grafschafter Wir tschaft darf sich nicht die Zukunft verbauen lassen
Herausforderungen durch Wasserstoff, Digitalisierung und EU-Taxonomie
Wasserstoff – für die Bundesregierung „das Gas der Zukunft “ und ein wichtiger Schlüssel z u einer klimaneutralen Energiewir tschaft Für die Grafschaft ist das Thema Wasserstoff eine Herausforderung, bei der sie Gefahr läuft, abgehängt z u werden Deshalb sieht Ralf Hilmes, der Leiter der Wir tschaftsförderung beim Landkreis, das Thema Wasserstoff als eines der g roßen Zukunftsthemen für den Landkreis – und als ein Beispiel dafür, dass die Wir tschaftsförderung mehr Aufgaben hat, als Gewerbeansiedlungen z u vermitteln, Förderanträge z u unterstützen und den Aufbau von Informations- und Produktionsnetzwerken z u begleiten. Vor Herausforderungen steht die Grafschaft au ßerdem bei den Zukunftsthemen Digitalisierung und Klimaneutralität
aber die Grafschaft würde davon überhaupt nicht profitieren “ Denn ein ör tliches „ Abz apfen“ von Wasserstoffgas aus diesem Kernnetz sei bisher nicht vorgesehen
Für Hilmes sind die Netz ausbaupläne deshalb auch ein Thema für die Wirtschaftsförderung Wenn, wie die Bundesregierung behauptet, „vor allem die Industrie in Zukunft auf Wasserstoff als Energielieferanten angewiesen sein“ wird, gelte das auch für die Unternehmen in der Grafschaft. Aber die hätten nach aktuellem Planungsstand ja gar keinen Zugang zu der entstehenden Wasserstoff-Infrastruktur.
Als erstes zer tifizier tes Wasserstoffkraftwerk
„Mit dem nationalen WasserstoffKernnetz sollen die derzeit bekannten g roßen Verbrauchsund Erzeugungsregionen für Wasserstoff in Deutschland erreicht und so zentrale Wasserstoff-Standor te, beispielsweise g roße Industriezentren, Speicher, Kraftwerke und Impor tkorridore angebunden we rden“, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesnetz a gentu r. Erste Teile des Kernnetzes sollen bis 2032 in Betrieb gehen. Bis 2050 soll ein deutschlandweites Netz entstehen, das bis z u 13.300 Kilometer Länge erreicht und auf eine Spitzenabnahme von rund 110 Gigawattstunden Wasserstoff ausgelegt ist. Der Dachverband FNB Gas, die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas eV schätzt den Investitionsbedarf für dieses Wasserstoffnetz auf rund 18 Milliarden Eu ro.
Deutschlands hat das Heizkraftwerk Leipzig Süd im Oktober 2023 den Betrieb aufgenommen Die Bundesregierung hat sich nach langem Ringen auf eine Strategie zum Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke in Deutschland geeinigt Foto: dpa
„Das müssen wir politisch diskutieren“, meint der Chef der Wir tschaftsförderung im NINOHochbau, und z war jetzt Denn v iel Z eit z u r Einflussnahme auf die Ausbauplanungen bleibe nicht mehr. Spätestens seit dem Kabinettsbeschluss z um Aufbau des Kernnetzes steht der Rahmen für das Megaprojekt
„Die kostengünstigste Möglichkeit z um Transpor t von gasförmigen Wasserstoff bilden unsere bestehenden Erdgasleitungen“, heißt es beim Dachverband FNB Gas. Dafürsoll das deutsche Wasserstoffnetz in der ersten Ausbaustufe schon bis 2027 auf rund 5100 Kilometer Länge wachsen.
„Von einer leistungsfähigen Wasserstof f-Infrastruktur profitier t nicht nur die Industrie, sondern die Zukunftsfähigkeit
Deutschlands“
Rober t Habeck Bundesminister für Wir tschaft
„Von eine r leistungsfä higen Wasserstoff-Infrastruktu r profitier t nicht nu r die Industrie, sondern die Zukunftsfä higkeit Deutschlands“, versicher t Bundeswir tschaftsminister Rober t Habeck. Der Grafschafter Wir tschaftsförderer Hilmes hält da gegen: „Nach den bishe rigen Ausbauplänen sollen z war wichtige Adern des Kernnetzes du rch das Kreisgebiet verlaufen,
So fiel Mitte Oktober 2023 an der Ve rdichterstation des Gasnetzbetreibers Open Grid Eu rope (OGE) am Strooteweg in Emsbüren der symbolische Star tschuss für die erste Umstellung einer Fernleitung von Erdgas auf Wasserstoff in Deutschland OGE und der Gasnetzbetreiber Nowega als Projektpar tner sprechen von einem „entscheidenden Puzzleteil für die Energiewende“
Und auch in der Grafschaft läuft die Umrüstung vorhandener Gasleitungen für den Wasserstofftranspor t Mitte 2023 begann die Aufarbeitung der z wölf Kilometer langen ehemaligen RWE-Erdgasleitung z wischen dem Gasspeicher in Kalle bei Hoogstede bis ins niederländische Vlieghuis Die Leitung ist nun im
Vlieghuis
Kalle
Nordhorn
Lingen Emsbüren
Epe
Ochtrup
D ü sseld orf
S aarb rü cken
Bis 2030 soll durch Umnutzung bestehender und Bau neuer Fernleitungen die erste Ausbaustufe des deutschlandweiten WasserstoffKernnetzesentstehen Durch die Grafschaft verlaufen wichtige Leitungsstränge, aber Entnahmepunkte sind bisher nicht vorgesehen Quelle: FNB Gas / Grafik: GN
Wasserstoff-Netz 2030
Raffinerien Chemie
Stahlindustrie
Kavernenspeicher
Wasserstoffnetz 2030 Neubau
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In Nordhorn wird eine Ergasleitung zur Wasserstoffleitung umge widmet. Die Leitung soll eine Schlüsselposition im künftigen Wasserstoffnetz einnehmen