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GN-Insider Nr. 1 2026

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M IL IT Ä R A U F T R Ä G E

Wa ch s tum durch

Au f r ü s tung?

W ir t s ch a f t

K R O N E IM IN T E R V IE W

Lin g e n w ird zum

A K T IV R E N T E

Wa s b r in g t d a s

Re n tne r- G e s che nk?

D ie G r a f s c h a f t b r a u c h t e in e

W ir t s c h a f t s -V is io n

Te chn olo g ie - H o t sp ot N E U J A H R S E M P F A N G S T R U K T U R W A N D E L Pro f. D r. M ü n k l e r Ü b e r Eu ro p a s R o l l e i m 21. J a h r h u n d e r t

Die Welt ist aus den Fugen geraten

– und was nun?

ls William Shakespeare vor 420 Jahren seinem Dänenprinzen Hamlet den Ausruf „Noch ist Dänemark nicht verloren“ ins Textbuch schrieb, konnte er nichts ahnen vom Konflikt um Grönland. Trotzdem passt der Hamlet-Spruch heute ebenso gut in unsere Zeit wie seine gern zitierte bittere Erkenntnis „Die Welt ist aus den Fugen geraten“ . Auf Hamlets Weltschmerz-Zitat setzte auch der Politikwissenschaftler Herfried Münkler, als er beim Jahresauftakt der Wirtschaftsvereinigung „das Ende der regelbasierten Weltordnung“ beschrieb. Damit liegt Münkler auf der Linie des Bundeskanzlers: Friedrich Merz fordert eine neue „Sprache der Machtpolitik“ Er mahnt Europa zu mehr Selbstbewusstsein, zu mehr politischer Einigkeit und zu mehr Unabhängigkeit von Trumps USA

Ein „Schrei der Hilflosen“? Mag sein – jedenfalls aus der Sicht der deutschen Wirtschaft: Ministerin Reiches Forderung „Wir müssen auf selbsttragendes Wirtschaftswachstum kommen“ verhallt im Gezänk von CDU und SPD über den Kurs dorthin. Unternehmen und Verbände fordern seit langem Bürokratieabbau, Kostenentlastungen insbesondere im Energiebereich, Modernisierung der Arbeitszeit- und Renteneintrittsregelungen Nun mahnt die Wirtschaft auch für die Grafschaft eine zielgenauere Kursbestimmung in die Zukunft an Welche Branchen sollen gezielt gefördert werden? Auf welche Potenziale kann die Region eine Wachstumsstrategie aufbauen? Klaas Johannink hat recht: Es wird Zeit für eine Vision 2035, weil die IT- und KI-Revolution die Grafschaft gerade in einen neuen Strukturwandel zwingt Ihn zu gestalten muss zur Gemeinschaftsaufgabe aller Kommunen und der Wirtschaft werden – sofort Warum eine schlüssige Wachstumsstrategie für die Grafschaft zu einer Hamlet-Frage von „Sein oder Nichtsein“ werden kann, lesen Sie in diesem GN-Insider Dazu weitere interessante Wirtschafts-News aus der Region Informatives Lesevergnügen wünscht Ihnen dabei Ihr

Haben Sie Anregungen, Themenvorschläge oder Kritik? Melden Sie sich gern bei mir unter R Masselink@gn-online de

Themenschwerpunkt Jahresauftakt

Die Grafschaft braucht eine gemeinsame Zukunfts-Vision 2035 0 4

Gastvor trag: Europas künftige Rolle im Gefüge der Hegemonialmächte 0 8

Chancen durch Aufrüstung? Auch der Mittelstand strebt nach Militäraufträgen 1 0

Lingens Oberbürgermeister im Gespräch: Vom „Energy Valley“ zum KI-Campus 1 4 KI im Mittelstand: Wundermittel oder Prozessoptimierer? 2 0

: Was bringt das

? 2 6 Niederländer machen Europark zur europäischen Logistik-Drehscheibe 3 0

ist ein Erfolgsfaktor 3 8

Advertorials

Spiekermann AG – Was hält der Markt 2026 bereit? 2 2

Neuenhauser Gruppe – Klare Vision: Wie Neuenhauser mit der Krise umgeht 2 4

Büter Bau – Warum wir Verantwor tung schon ab jetzt bewusst weitergeben 3 2

GMP- Gruppe – Bauprojekte sollen nachhaltig und wir tschaftlich sein 3 4

Alsmann-Finanzgruppe – Betriebliche Altersversorgung als Chance 3 6

I M P R E S S U M

GN Insider, heraus- Grafschafter Nachrichten GmbH, gegeben von: Coesfelder Hof 2, 48527 Nordhorn, Telefon 05921 707-0

Geschäftsführung: Dipl -Kfm Jochen Anderweit

Mediaverkauf: Daniel Spiegel (Leitung), Telefon 05921 707-410, gn media@gn-online de

Redaktion: Rolf Masselink

Titelfoto: Yvonne Huisken

Techn Herstellung: Grafschafter Nachrichten GmbH

Alle Rechte vorbehalten Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne Genehmigung des Verlags ver vielfältigt oder verbreitet werden Für die Richtigkeit aller Angaben übernimmt der Verlag keine Gewähr

D ie Grafschaft braucht eine gemeinsame Vision

An der Schwelle zu einem neuen „Epochenbruch“ müssen Landkreis und Kommunen eine Strategie für die wir tschaftliche Transformation entwickeln

Drei Jahrzehnte nach dem Ende der Textilära steht die Grafschaft an der Schwelle z um nächsten epochalen Umbruch: Digitalisierung und Künstliche Intelligen z, „Donroe-Doktrin“ statt Völkerrecht, globale Z ollschranken und veränder te Handelsströme, Verkehrswende und Klimawandel werden die deutsche Wir tschaft massiv verändern und auch die Unternehmen in der Grafschaft he rausfordern Dieser „Epochenbruch“ werde anders sein als die Textilkrise der 1990er-Jahre, aber nicht weniger g rav ierende Auswirkungen auf die hiesige Wir tschaft haben, warnt der Vorsitzende der Wir tschaftsvereinigung für die Grafschaft Bentheim, Klaas Johannink Beim Neujahrsempfang der Wir tschaftsvereinigung sprach er sich dafür aus, sich rechtzeitig auf diesen Wandel vorz ubereiten: „Die Grafschaft braucht eine Vision für die Zukunft, gemeins am müssen Landkreis und Kommunen eine Vision für die wir tschaftliche Entwicklung der Region entwickeln.“

Nach der Wahl Zeit für neue Wege?

Gerade im Vorfeld der Kommunalwahlen im Herbst sieht die Wir tschaftsvereinigung „eine gute Gelegenheit, sich darüber Gedanken z u machen, was in den nächsten Jahren wirklich wichtig ist “ . Klaas Johannink erinner te daran, dass die kommenden Wahlen v iele Veränderungen bringen werden, weil lang jä hrige Amtsträger vom Landrat bis z u der Mehrz ahl der Hauptverwaltungsbeamten nicht wieder antreten Vielleicht eine Chance, mit neuen Mandatsträgern unbelastet von den Routinen

der Vergangenheit nach neuen Wegen für die Entwicklung des Landkreises z u suchen Wie z ukunftsfä hig ist die Grafschaft? Antwor ten darauf liefern Daten aus dem neuesten Prognos-Zukunfts atlas Er stuft den Landkreis im Ges amtranking der 400 bewer teten Landkreise und kreisfreien Städte auf Platz 211 ein Damit erreicht die Grafschaft nicht den Wer t des vorhe rigen Pro gnos-Rankings vom Jahr 2022

Als besondere Stärken der Grafschaft listet Prognos ein über dem Deutschland-Du rchschnitt liegendes Wir tschaftswachstum, die dy namische Gründungslandschaft und ei-

Neujahrsempfang der Wir tschaftsvereinigung: Vorsitzender Klaas Johannink mahnt vor 400 Gästen die Entwicklung einer gemeinsamen Vision für die wir tschaftliche Entwicklung der Grafschaft an Foto: Udo Wohlrab

Beim Ausbau der Windenergie hinkt die Grafschaft hinterher

Aber seit Jahresbeginn schreitet der Ausbau des Windparks Laar

Nord und Süd voran: Eine der sechs neuen

Anlagen ist seit Januar im Aufbau, für weitere sind Komponenten wie Maststeile und Flügel angeliefer t worden

Foto: Sascha Vennemann

nen starken Anstieg der Beschäftigung auf. Allerdings stammen die ausgewer teten Daten aus 2024, und die Grafschaft erreicht nicht das Beschäftigungswachstum des Emslands.

Diesen Stärken stehen vor allem z wei Schwächen gegenüber: Der vergleichsweise niedrige Anteil von Beschäftigten in Zukunftsbranchen liegt nu r im deutschen Mittelfeld Und die Grafschaft verfügt nu r über eine geringe Innovationskraft, gemessen an der Anz ahl angemeldeter Patent und der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung.

Nachholbedarf bei Forschung und Entwicklung

„Im Bereich Forschung und Innovation haben wir echten Nachholbedarf “ , stellt Klaas Johannink fest, und fragt: Worauf können wir hier aufbauen? Wie können wir uns stärker auf die Zukunftsbereiche, auf Zukunftstechnologien und Innovationen fokussieren? Werden die Industriez weige der letzten Jahrzehnte auch die Leistungsträger der Zukunft sein, oder womit werden wir in 20 Jahren erfolgreich sein? Als eine „tolle Basis, auf der wir aufbauen können“, sieht der Vorsitzende der Wir tschaftsvereinigung die drei Faktoren Energie, Infrastruktu r und Personal sowie die noch vergleichsweise gute Finan zla ge der öffentlichen Haushalte. Um diese Basis und die daraus z u entwickelnden Chancen besser einschätzen z u können, hat die Wir tschaftsvereinigung die Prognosstudie detaillierter auswerten lassen Mit folgenden Ergebnissen:

Eine ausgesprochene Stärke sind die Gründungsaktivitäten der hiesigen Unternehmer Hier erreicht der Landkreis: Rang 139, das entspricht einem Zuwachs von gut 13 Prozent ge-

genüber den Vorjahren. „Diese Stärke sollte weiter gestützt werden“, meint die Wirtschaftsvereinigung. Der Fokus sollte dabei aber klar auf Zukunftsbranchen gelegt werden.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Beschäftigten ist im Landkreis z war um fast 31 Prozent gestiegen, dieser Anstieg reicht für Rang 24 Trotzdem liegt das BIP pro Beschäftigtem mit 102.857 Eu ro unter dem Du rchschnitt von Nieders achsen und Deutschland, sodass die Grafschaft im BIP-Ranking nu r Platz 232 erreicht.

Ähnlich sieht es beim Beschäftigungswachstum aus. Zwar hat die Beschäftigung z ugenommen, der Zuwachs erreicht im Ranking Platz 95 Abe r bei den Beschäftigten z ahlen in Zukunftsbranchen ist der Landkreis unterdu rchschnittlich, er schafft es hier nu r auf Rang 225

Noch schlechter sieht es bei den Patentanmeldungen aus Die Patenintensität ist hier eher niedrig (Rang 329).

Gute Noten erreicht die Grafschafter Wir tschaft bei der Investitionsquote der Industrie. Die liegt höher als im Emsland sowie über dem Du rchschnitt in Nieders achsen und Ges amtdeutschland Damit landet die Grafschaft auf Rang 82. „Unse re Unternehmen sind bereit, sich für künftige Herausforderungen aufz ustellen“, freut sich Klaas Johannink

Das zeigt auch die Personalentwicklung in Forschung und Entwicklung: Zwar ist der Anteil aktuell noch niedrig, aber die Entwicklung ist positiv (Rang 119). Aus Sicht der Wir tschaft zeigt gerade diese Z ahl, wie wichtig die Vernetz ung mit Hochschulen und Wissenschaft ist. Johannink: „Da ist noch v iel Luft nach oben Unser Campus Berufliche Bildung muss hier eine wichtige Rolle spielen.“

Im Vergleich der TOP-Unternehmen und Mittelständler erreicht die Grafschaft Rang 121 beim Ausbau der Infrastruktu r: hat sie in den vergangenen Jahren gute For tschritte gemacht, insbesondere bei den Datennetzen. Hier gilt es aber, den Ausbau weiter z u treiben, um die erreichte Position z u erhalten.

Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien, vor allem der Windenergie, fällt die Grafschaft z u rück. Sie war in den vergangenen Jahren gut gestar tet, erreicht aktuell aber beim Ausbaustand (Megawatt je Qu adratkilometer Fläche) nu r Rang 111, wä hrend das Emsland auf Rang 47 vorgerückt ist

Die starke Bewegung am regionalen Arbeitsmarkt zeigt, dass der Transformationsprozess Teilen der Grafschafter Wirtschaft bereits begonnen hat. Noch sei die Lage am Arbeitsmarkt z war stabil, liest die Wirtschaftsvereinigung aus den Daten heraus Gerade im vergangenen Halbjahr gab es jedoch „Bremsspuren“. Wichtig sei eine positive wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden 12 Monaten.

Drei große Handlungsfelder für ein Zukunftskonzept

Der heraufz iehende Struktu rwandel werde die Anpassungsfä higkeit und Innovationskraft der regionalen Wir tschaft stark fordern, erwar tet Johannink Er sieht drei g roße Handlungsfelder für die z ukünftige Aufstellung der Region:

Ausbau der Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft (auch g ren züberschreitend) du rch

• den zügigen Aufbau und Ausbau des Campus Berufliche Bildung (CBB) Johannink: „Wir brauchen ein Aus- und Weiterbildungs angebot in z ukunftsfä higen Kernbereichen “ Dabei sollten auch die Kontakte z u niederländischen Bildungseinrichtungen ausgebaut werden.

• die Vernetz ung mit Hochschulen, vor allem dem Campus Lingen,

• den Ausbau internationaler Netz werke voranbringen und bestehende Kooperationsstruktu ren passend z u r Vision des künftigen regionalwir tschaftlichen Profils entwickeln.

Innovationsprozesse begleiten:

• Ausbau von Unterstütz ungs angeboten im Innovationsmana gement vorantreiben

Foresight-Prozesse nutzen.

Mit der Du rchführung systematischer Foresight-Prozesse sollten Trends, Schlüsseltechnologien und poten z ielle Geschäftsmodelle erkannt werden und z ukünftige Möglichkeitsräume analysier t und entwickelt werden.

• Innovationsförderung stärken

• Erneuerbare Energien als Chance für wir t-

High-Tech aus der Grafschaft: Rosenxt aus Lohne ist Par tner im Verbundprojekt „Forepair“ zur Entwicklung autonomer robotischer Technologien für die Inspektion, War tung und Reinigung schwimmender Offshore-Energieplattformen Mit einer Förderung von rund 10 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes entwickeln die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Fraunhofer-Institut für Fer tigungstechnik und Ange wandte Materialforschung (IFAM), sowie Rosenxt als Technologiegruppe gemeinsam autonome Unter wasserroboter. Foto: Rosenxt

schaftliche Entwicklung mitdenken

• Effektiven Technologietranfer anstoßen.

• Regionale Wer tschöpfungsketten realisieren

• Das demnächst anlaufende deutsch-niederländische Projekt „ReShoB“ bietet Erkenntnisse für strategische Handlungsoptionen der Unternehmen.

Keine Zeit, Probleme zu verschieben

„Hinsichtlich der Transformation sind wir alle, Unternehmen, Verwaltung, Politik, geforder t “ , so der Vorsitzende „Uns werden noch Änderungen in Berufsbildern und Geschäftsfeldern bevorstehen. Diese gilt es, gut z u begleiten Weiterbildung wird wichtiger denn je.“

In seiner Neujahrs ansprache erinner te der Vorsitzende der Wir tschaftsvereinigung daran, dass die Grafschaft „ z u Recht stolz darauf ist, dass wir einen Struktu rwandel sehr erfolgreich gemeister t haben Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen.“ Heute sei die Grafschaft bereits mitten drin im nächsten Epochenbruch „Der ist nu r nicht gan z so laut, nicht gan z so unmittelbar wie der Untergang der Textilindustrie vor 30 Jahren “ Johannink warnte davor, sich über die Dimension des heutigen Struktu rwandels z u täuschen. „Das werden einige Firmen nicht überstehen, in anderen führ t es z u schmerzhaften Eing riffen.“ Es sei also keine gute Idee, Probleme wegen bevorstehender Wahltermine aufz uschieben oder „ mit Geld z uz udecken“ rm

Vom Ende der regelbasier ten Weltordnung und einem „Schrei der Hilflosen“

Wie der Politikwissenschaftler Herfried Münkler die veränder te Welt im 21. Jahrhunder t und Europas Rolle im Gefüge der Hegemonialmächte sieht

D„Deutsche Politiker müssen ihre Mentalitäten

ändern und ein völlig anderes Denksystem aufbauen –nach dem Prinzip des ‚Führens von vorn‘ . “

Prof. Dr. Herfried Münkler

as war eine Lehrstunde in Weltpolitik, eine Vorlesung über die globalen Herausforderungen unserer Zeit, über die Zwänge der Politik und das unkalkulierbare „Hineintaumeln in eine neue Ordnung “: Prof Dr. Herfried Münkler, renommierter Politikwissenschaftler, gefragter Politikberater, Talkgast und emeritierte Professor der Berliner Humboldt-Universität, durchleuchtete beim Neujahrsempfang der Wirtschaftsvereinigung die drastischen Veränderungen der Welt im 21. Jahrhundert. Rund 400 Besucher lauschten gut eine Stunde lang einem Vortrag, der wissenschaftlich fundiert, aber zeitweise akustisch schlecht zu verstehen war. Inhaltlich wirkte er manchem Zuhörer zu sprunghaft

Der transatlantische westliche Wertekonsens, über Jahrzehnte der wichtigste geopolitische Anker der Weltordnung, sei durch die unkalkulierbare Politik von US-Präsident Donald Trump „weitgehend ruiniert worden“, postuliert Münkler. Die auf den Regeln des Völkerrechts basierende Weltordnung gelte nicht mehr, aber eine neue Ordnung entstehe erst Für Trump, Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping z ählt, so Münkler, allein die Macht des Stärkeren Das stürze die Politik, vor allem die deutsche, in einen „dauerhaften kognitiven Stress“ Sie sei gefangen in parlamentarischen Denkschemen Deutsche Appelle an die Regeln des Völkerrechts seien „ein Schrei der Hilflosen“, es fehle die Macht, sie durchzusetzen Der 74-jährige Wissenschaftler bemüht historische Beispiele von der Antike bis zum Zweiten Weltkrieg, um die Strategien mächtiger Imperien zur Sicherung ihrer Einflusssphären zu beschreiben. Münkler doziert über „die Sicherung der gegenüberliegenden Küsten“, über Putins Streben ans Schwarze Meer und die Ostsee, über Trumps nicht einlösbare Hilfeversprechen gegenüber dem iranischen Volk und über das Machtvakuum im arabischen Raum.

„Die alte osmanische Frage ist wieder akut “ , warnt der gebürtige Hesse: „Wenn der Iran die Atombombe baut, werden Saudi Arabien, Ägy pten und die Türkei sie bald auch bauen “ Dabei könnten die USA , die eigentlich kein Interesse mehr am arabischen Raum haben, nicht tatenlos zusehen Doch beim Thema Iran habe Trump sich „verhaspelt “ – wieder einmal.

Sieht die regelbasier te Weltordnung am Ende: Prof Dr Her fried Münkler Foto: Udo Wohlrab

Münkler sieht die Welt auf dem Weg zu einer machtbasierten Ordnung Stabil werde sie nur als System mit fünf globalen Einflusszentren: Russland und vor allem China dehnen ihre Machtbereiche aus und Indien komme als weiteres Machtzentrum hinzu. So könnten die USA nicht länger als Weltpolizist agieren. Deshalb wolle Trump „den amerikanischen Doppelkontinent als eigene Hemisphäre sichern“ und die enge Bindung an Europa loswerden Er richte den Fokus der amerikanischen Politik auf China, und er wolle Bewegungsfreiheit gegenüber Russland Dieser Politikwechsel habe bereits unter Präsident Obama begonnen. Und Europa? Wirtschaftlich könne es zum fünften Machtzentrum werden, sei aber politisch und militärisch schwach. Münkler ist überzeugt: Wenn Europa in der künftigen Weltordnung noch eine Rolle spielen will, muss es lernen, politisch mit einer Stimme zu sprechen. „Die EU muss weg vom Einstimmigkeitsprinzip Militärisch muss sie ihre Kräfte bündeln “ Weil die Nato in ihrer bisherigen Form zerfalle, brauche Europa „eine eigenständige Nato-Säule“ – z war mit nationalen Streitkräften, aber unter einheitlicher Führung eines europäischen Oberkommandos Und mit eigener – europäischer! – Atomwaffen-Komponente.

Münklers brilliante Analyse wurde belohnt mit lang anhaltendem Applaus, ließ aber manchen Zuhörer nachdenklich nach Hause gehen rm

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Weil‘s um mehr als Geld geht.

Wachstum durch Aufr üstung?

Noch weitgehend im Zustand der früheren militärischen Nutzung sind die Hallen und Liegenschaften des ehemaligen Gerätedepots Itterbeck sowie die Bunker des benachbar ten Munitionsdepots Die Anlagen (Archivbild vom Februar 2024) dienen seit rund 20 Jahren als Lagerhäuser, die geplante Umgestaltung zum Ferienpark kam nie zustande Jetzt laufen nicht nur mit der Bundeswehr Gespräche über eine Wiedernutzung des gut 75 Hektar großen Areals. Foto: Henrik Hille

Ukrainekrieg und „ Z eitenwende“, das Aufstreben Chinas und Trumps Kampfans a ge an die regelbasier te Weltpolitik – die globalen Machtverschiebungen lassen die Rüstungsindustrie boomen, auch in Deutschland. Bundeskan zler Friedrich Merz hat angekündigt, die Bundeswehr z u r „konventionell stärksten Armee Eu ropas“ z u machen. Eröffnet das neue Streben nach „Kriegsstärke“ auch für Unternehmen in der Grafschaft neue wir tschaftliche Perspektiven?

Der GN-Insider hat sich umgehör t.

M i t d e m 2 0 2 2 b es c hl os s e ne n Sond e rve rm ög e n u nd d e m Au s k l a m m e rn d es Ve r tei d ig u ng s eta ts von d e n B eg re n z u ng e n d e r Sc hu ld e nb re m s e s tehe n nu n g roß e M i l l i a rd e nb eträ g e fü r d i e Aufrü s tu ng d e r B u nd es wehr

z u r Ve rfü g u ng Ha tte d e r B u nd es ha u s ha l t i m

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ha l b von v i e r Ja hre n. B i s 2 0 2 9 s ol l d e r E i n z elpl a n 1 4 des B u nd esha u s ha l ts s i c h a u f 1 5 3

M i l l i a rd e n E u ro ve rd rei fa c he n.

Die öffentliche Diskussion um neue Waffensysteme, mehr Pan zer, Flug zeuge und Schiffe wird aktuell geprägt von bekannten Namen wie Rheinmetall und Hensoldt, Krauss-Maffei Wegmann (KMW ) und Diehl, Thyssenkrupp und Airbus sowie Spez ialisten wie Heckler & Koch Doch der neue Ku rs in der Ver teidigungspolitik schafft neue Märkte nicht nu r für die Großen der Branche, sondern auch für den Mittelstand

Denn erstens werden 70 von 100 Bundeswehr-Aufträgen an mittelständische Unternehmen ve rgeben Und z weitens kommt es beim Hochfahren der Rüstungsgüterfer tigung bereits z u Liefer- und Produktionseng pässen. Das eröffnet Mittelständlern Chancen als Zulieferer.

Verband sieht Chancen für Mittelständler als Zulieferer

Sie könnten, wie es der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Ver teidigungsindustrie (BDSV ) sieht, „in kleinen Serien produz ieren, Technolo gien aus z iv ilen Anwendungen anpassen und so Lücken füllen, die g roße Kon zerne allein nicht abdecken können“. In diese Lücken könnten mittelständi-

sche Firmen Vor teile dank höherer Flex ibilität und Spez ialisierung vorstoßen. Dafür sieht der Verband Chancen in Branchen wie Mechanik und Maschinenbau, Elektronik und Sensorik, IT und Software sowie für Logistiker und Dienstleister

In Niedersachsen haben die im UVN zusammengeschlossenen Unternehmerverbände deshalb im August 2025 ein „Rüstungscluster Niedersachsen“ gegründet. Niedersachsen, Sitz v ieler großer und kleinerer Unternehmen der Rüstungsbranche, nehme eine „systemrelevante Schlüsselrolle als logistische Drehscheibe, Industriestandort und Forschungsland“ ein, heißt es in einer Mitteilung des UVN.

Neuenhauser: Industrielle Wertschöpfung in sicherheitsrelevanten Bereichen

Diesem Rüstungscluster gehör t seit November auch die Neuenhauser Unternehmensg ruppe an „Im Cluster kommen genau die Themen auf den Tisch, die für die Weiterentwicklung unseres Unternehmens relevant sind Der direkte Austausch hilft uns, technologische Lösungen schneller voran z ubringen und einen konkreten Beitra g z u r industriellen Wer tschöpfung im sicherheitsrelevanten Bereich z u leisten“, s a gt Thomas Wiedermann, Vorstandsvorsitzender der Neuenhause r Unternehmensg ruppe Der Beitritt markiere „einen strategischen Schritt in einem Netz werk, das gez ielt darauf ausgerichtet ist, industrielle Kompeten zen im Land z u bündeln und die sicherheits- und ver teidigungsrelevante Wer tschöpfung nachhaltig z u stärken“

Dem Cluster gehören in z wischen mehr als 120 Unternehmen aus Nieders achsen an. Das Netz werk, das vom Land Nieders achsen geförder t wird, will Wir tschaft, Forschung und Politik auf einer gemeins amen Plattform z us ammen z ubringen, den fachüberg reifenden Austausch fördern und Koope rationen entlang der ges amten Wer tschöpfungskette ermöglichen.

Die Neuenhauser Gruppe sieht sich nicht nu r als Teilnehmer im Cluster, sie will aktiver Gestalter sein Im Juni 2026 wird das Unternehmen Gastgeber einer Clusterveranstaltung sein – mit einem Impulsbeitra g, einer anschließenden Diskussion und Raum für Networking. Damit unterstreicht Neuenhauser seinen Anspruch, die Vernetz ung der Industrie mitz ugestalten und technologische Impulse dor t z u setzen, wo wir tschaftliche Leistungsfä higkeit und sicherheitspolitische Anforderungen zunehmend zusammenwachsen.

Obwohl in der Grafschaft der Rückbau militärischer Infrastruktur schon sehr früh nach dem Ende des Kalten Kriegs begann und weitgehend abgeschlossen ist, gibt es auch hier weitere Ansätze für neue Aktiv itäten im Verteidigungsbereich. Daraus werden sich nach Ansicht von Fachleuten mittelfristig neue wirtschaftliche Impulse für die Region ergeben

Auch die niederländische Armee interessiert sich fürs Depot Itterbeck

So ist das ehemalige Geräte- und Munitionsdepot Itterbeck wieder in den Fokus gerückt. Das Depot war in den 1990-e r Jahren aufgelöst und 2003 an einen niederländischen Investor verkauft worden. Der wollte dor t einen Ferien- und Frei zeitpark errichten Doch das Projekt kam nie z ustande 20 Jahre lang bewegte sich auf dem mehr als 75 Hektar g roßen Areal nichts Im Febru ar 2024 verkaufte der Niederländer die Depotflächen schließlich an eine Investoreng ruppe um die Inhaber der Itterbecker Peters-Gruppe Die entwickelten gemeins am mit der Gemeinde Itterbeck z unächst eigene Pläne für die Ansiedlung von Gewerbe, den Bau von Solaranla gen und Natu rschutzflächen.

Doch in z wischen gibt es lebhaftes Interesse an einer militärischen Wiedernutz ung der Depotflächen – sowohl von deutscher wie auch von niede rländischer Seite Wachstum du rch Aufrüstung? Die Niederländer suchen neue

„Ein strategischer Schritt in ein Netzwerk, das gezielt darauf ausgerichtet ist, industrielle Kompetenzen im Land zu bündeln und ver teidigungsrelevante Wer tschöpfung

nachhaltig

zu stärken “

Thomas Wiedermann Vorstand Neuenhauser Unternehmensgruppe

Depotkapaz itäten und nahmen dabei schnell auch die vorhandenen Anla gen jenseits der Gren ze ins Visier Für die Bundeswehr kam Itterbeck bei einer ersten Du rchsicht ehemaliger Militäranla gen im vergangenen Jahr nicht z um Zuge Doch in z wischen gibt es neue Gespräche. Über deren Z iel und Inhalt halten die Beteiligten sich allerdings noch bedeckt

Bentheimer Eisenbahn hofft auf Reaktivierung des Depotgleises

Noch von der Bundeswehr genutzt wird indessen das Depot in Ochtrup-Brechte, direkt an der Landesg ren ze Nieders achsen-NordrheinWestfalen Das g roße Depot, das vor einigen Jahren z u einem Materialla ger herabgestuft worden war, ist seit 1986 mit einem vom Bund finan z ier ten Anschlussgleis an das Schienennetz der Bentheime r Eisenbahn angebunden. Das Gleis wird seit Jahren nicht mehr benutzt Bundeswehr und BE denken aber darübe r nach, dieses 8,3 Kilometer lange Gleis mittelfristig z u reaktiv ieren „Daz u müsste das Gleis s anier t werden“, so BE-Vorstand Joachim Berends auf Anfra ge. „ Aber angesichts der aktuellen Situ ation bin ich gan z z uversichtlich, dass das Anschlussgleis bis 2029 wieder nutzbar gemacht werden kann “

Das Anschlussgleis hatte bis in die 2000-er für Transpor te z um und vom Materialdepot in der Brechte gedient Schon einige Jahre vorhe r waren die Transpor te eingestellt worden, die über diesen Schienenstrang z u r Umschla ganla ge für das nahegelegene frühere Munitionsdepot Ochtrup südlich von Bad Bentheim gerollt waren. Das Depot war nach der Auflösung von der Muni Berka GmbH aus Sachsen-Anhalt übernommen. Die Firma hat dor t Munition gela ger t und delaborier t Im Dezember 2025 hatte der Rheinmetall-Kon zern die Firma Muni Berka komplett übernommen.

Rheinmetall lagert in der Muna Ochtrup eine Million Artilleriegranaten ein

Die vorhandene Infrastruktu r in Ochtrup ermöglicht Rheinmetall nach eigenen Angaben eine sofor tige Nutz ung der Depoteinrichtungen – ohne zeitliche Verzögerung ode r Investitionen Direkt nach der Übernahme wollte der Kon zern in Ochtrup mit der Einla gerung von mehr als einer Million 155-mm-Ar tillerie-Projektile oder 500 000 kompletten 155-mmFull-Shot-Einheiten (also Gefechtskopf plus Treibladung) beginnen. Ochtrup soll z u einem Baustein innerhalb einer bundesweiten Struktu r werden, mit der Rheinmetall seine Munitionsherstellung erheblich ausweiten will.

„Ich gehe davon aus, dass nach entsprechender Genehmigung über unser Anschlussgleis

Herstellung von 155mm Ar tilleriemunition im neuen Ar tillerie werk von Rheinmetall in Unterlüß Die Ar tilleriemunition wird unter anderem im Depot Ochtrup südlich von Bad Bentheim eingelager t Foto dpa

„Ich bin zuversichtlich, dass das Anschlussgleis bis 2030 wieder nutzbar gemacht werden kann. “
Joachim

AG

auch die Transpor te z um Munitionsdepot wieder aufgenommen werden können“, hofft der BE-Vorstand Die Militär transpor te hatten der BE einst willkommene Einnahmen im Güterverkehr gesiche r t. Für die Wiederaufnahme spricht, dass das Depot Ochtrup mit dem Gleis anschluss über eine Alternative z um Stra ßentranspor t verfügt – als eines von nu r noch sehr wenigen Depots in Deutschland Keine Reaktiv ierungschancen gibt es hingegen für diverse ehemalige Militäranla gen in der Region, die nach 1989 z iv il umgenutzt oder längst z u rückgebaut wu rden, wie die ehemaligen Kasernenanla gen in Lingen, den Mobilmachungsstütz punkt und die Standor tschießanla ge in Schepsdorf oder das GeräteTeildepot am Flug platz Klausheide Schon z u Z eiten des Kalten Kriegs hatten die früheren Raketenstellungen der Niederländischen Luftwaffe in Nordhorn-Hesepe ausgedient Sie werden seit Jahrzehnten vom THW und der Deula-Verkehrs akademie genutzt.

Weiterhin in Betrieb, aber unter teilweise privatisier ter Führung ist die HochdruckPumpstation Engden im Zuge des du rch die Grafschaft verlaufenden Nato-Pipelinesystems CEPS. Das seit 1958 aufgebaute eu ropaweite Pipelinenetz dient der Kraftstoffversorgung der Nato vor allem mit Flugben z in. Es war nach 1992 in Teilen z u rückgebaut worden, soll aber in den nächsten Jahren wieder bis nach Polen erweiter t werden. Die Pumpstation Engden war 2014 noch s anier t und auf die veränder ten Leitungs anforderungen hin modernisier t worden rm

Wie Lingen vom „Energ y Valley“ zum Technologie -Hotspot wird

Oberbürgermeister Dieter Krone im Gespräch:

1,8 Gigaw att grüner Strom als Schlüssel zu Wasserstoff und einem IT- Campus

Am 15 April 2025 endgültig stillgelegt: das Kernkraftwerl Emsland KKE in Lingen Seit 2011 bereitet Lingen sich auf die Zeit nach dem Atomstrom vor – und wird jetzt zum Technologie-Hotspot

Foto: Rolf Masselink

Er will’s nochmal wissen: Dieter Krone, seit 16 Jahren Oberbürgermeister in Lingen, kandidier t bei der Wahl am 13. September 2026 für eine dritte Amtszeit 2010 hatte er eine Agenda ins Bürgermeisteramt mitgebracht, die nach 2011 drängende Aktu alität bekam: Lingen sollte sich aus der Abhängigkeit von g roßen Gewerbesteuerz ahlern lösen und als Wir tschaftsstandor t krisenfester und z ukunftsfä higer werden.

15 Jahre später sieht Dieter Krone seine Zukunftsv ision auf der Erfolgsspu r Im Gespräch mit Insider-Redakteu r Rolf Masselink erz ä hlt der Rathauschef, wie er die Entwicklung vom kernkraftlastigen „Energy Valley “ z um Technologie-Hotspot vorangetrieben hat. Ab Herbst hofft er, in einer dritten Amtszeit die Früchte seiner Arbeit ernten z u können

Herr Krone, Sie sind 2010 als unabhängiger Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters angetreten. Hatten Sie da schon eine Vision für Lingens Zukunft?

Beim Thema Emsland Arena auf jeden Fall. Ich habe von vornherein ges a gt, wir brauchen eine kleinere Arena mit unter 5000 Plätzen, die häufig ausverkauft ist. Mittlerweile hat die

Emsland Arena sich hervorra gend etablier t, auch im Wettbewerb mit g roßen anderen Standor ten. Dank der Multifunktionalität ist in der Arena alles möglich.

Das ist wichtig, um einen Standor t wie Lingen, der z u den C- und D-Standor ten in Deutschland gehör t, attraktiv z u machen für die Fachkräfte von morgen.

Warum wollten Sie damals eine neue Zukunftsstrategie für Lingen?

Lingen war extrem abhängig vom Gewerbesteueraufkommen von wenigen g roßen Energiekon ze rnen Wir hatten damals ja nicht nu r RWE als Kraftwerksbetreiber, sondern auch die Raffinerie von BP in Holthausen, den Gas- und ErdölFörderbetrieb Gaz de France und weitere kleinere Unternehmen

2010 hatten wir einen g roßen Einbruch bei der Gewerbesteuer, die Einnahmen fielen auf rund 11 Millionen Eu ro. Heute sind wir bei

50 Millionen. Also habe ich damals vorgeschla gen, uns neu aufz ustellen, uns z u diversifi z ieren, also einen breiten Branchenmix anz ubieten. .

War dieser strategische Ansatz Ihre persönliche Idee oder gab es diese Gedanken schon vorher im Rathaus?

Sowohl als auch Schon im Wahlkampf war die Fra ge, wie wir die Stadt bis 2025 entwickeln wollen, ein g roßes Thema Nach der Wahl habe ich dann mit Politik und Verwaltung gemeins am die Zukunftsv ision „Lingen 2025“ erarbeitet

Mit welchem Ergebnis?

Eine Z ielvorgabe war damals, dass die Stadt wachsen solle. Daz u haben wir bewusst auf die weichen Stadtor tfaktoren gesetzt und uns nicht, wie v iele Kommunen, auf die Forderung nach einem Autobahnanschluss und Infrastruktu r beschränkt Genauso wichtig sind die weichen Standor tfaktoren, die Lebensqu alität in einem Or t erz ielen. Denn wir stehen im Wettbewerb mit anderen Kommunen, die auch gerne den ITler haben wollen, den Elektrotechniker, den Ingenieu r oder den Facharzt. Deswegen haben wir uns gefra gt, welche Faktoren gehören daz u, Lingen attraktiv z u machen?

Daraus entstand ein Konzept mit drei Schwerpunkten. Der erste w ar die Weiterentwicklung des Energiestandorts. Genau, das wu rde der eigentliche Hauptpunkt Das hat sich allerdings erst 2011/2012 ergeben, als der Bundesta g im Sommer 2011 nach dem Reaktorunglück in Fukushima das Auslaufen der Kernenergie beschlossen hat Das bedeutete für uns, das Lingener Kernkraftwerk sollte Ende 2022 vom Netz gehen

… und damit verliert die Stadt Lingen einen ihrer größten Gewerbesteuerzahler?

Auf jeden Fall einen der g roßen Gewe rbesteuerz ahler. Uns war aber bewusst, dass wir einen Vorlauf von gut zehn Jahren hatten, um Alternativen z u finden. Also galt es z u überlegen, wie der Standor t neu aufgestellt werden kann

Welche Ansätze gab es denn dafür?

Wir haben ja einen Riesenvor teil: die Infrastruktu r für Energienetze. Alle Pipelines, alle Stromleitungen laufen sternförmig von Lingen weg oder auf Lingen z u. Und es gibt die Nä he z u den Offshore-Windparks in de r Nordsee In der Folge haben wir beim Energieforschungszentrum in Goslar ein Gutachten in Auftra g gegeben. Das hat uns bescheinigt: Lingen hat den besten Standor t für Energie in Deutschland.

Kein Schlussstrich, sondern eine Zwischenbilanz: Dieter Krone umriss beim Neujahrsempfang im Januar seine Strategie für die Transformation des Energiestandor ts Lingen. Foto: Helmut Kramer

Mit diesem Gutachten haben wir bei der Bundesnetz a gentu r in Bonn unser Interesse angemeldet, die g roßen Gleichstromleitungen, die von der Nordsee in Richtung BadenWür ttembe rg und Bayern geplant sind, über Lingen z u führen – unter der Voraussetz ung, dass wir eine Ausfahr t z um Umspannwerk Lingen-Hanekenfä hr bekommen.

Ein ziemlich ungewöhnlicher Schritt für eine Kommune, oder?

Ja, Sie waren ja persönlich dabei, als der Vorstandsvorsitzende von Amprion im Mai 2025 bei der Grundsteinlegung für die Konver terstation in Hanekenfä hr ges a gt hat, so etwas hätte er noch nie erlebt. Amprion hat die Station 2018 z uges a gt, und das Unternehmen hat Wor t gehalten Und wir auch Proteste gab es hier nicht. Und im Stadtrat haben wir immer einstimmige Beschlüsse gehabt z u allen diesen Projekten.

Jetzt haben wir hier ein unschätzbares Asset: Die „Stromautobahnen“ liefern bald 1,8 Gigawatt g rüne Energie, mehr als die 1,4 Gigawatt, die das Kernkraftwerk KKE geliefer t hat.

Nächster Schritt soll der Bau eines Batteriespeichers werden. Gibt es nicht schon zu viele Anträge auf Batteriespeicher?

Ja, es gibt sehr, sehr v iele Anträge. Aber es gibt nu r gan z wenige, die tatsächlich ins Netz passen. Wir haben hier in Hanekenfä hr mit rund v ier Gigawatt den mit Abstand g rößten Stromums atzknotenpunkt in Ges amteu ropa Dor t kann der Batterieg roßspeicher eine enorme Funktion z u r Netzstabilisierung übernehmen Deswegen gehör t er genau an diesen Standor t.

Wir haben hier ein unschätzbares Asset: Die „Stromautobahnen“ liefern bald 1,8 Gigawatt grüne Energie

Dieter Krone

V I TA

Dieter Krone, Jahrgang 1963, steht seit 2010 als Oberbürgermeister an der Spitze der Stadt Lingen Krone war damals als parteiloser Sprecher einer Bürgerinitiative zur Kommunalwahl angetreten und hatte sich in einer Stichwahl gegen den Kandidaten der CDU durchgesetzt 2018 wurde er mit mehr als 73 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtsperiode wiederge wählt Vor seinem Engagement in der Kommunalpolitik war der studier te Pädagoge als Oberstudienrat am Lingener Franziskusgymnasium tätig

Zweiter Schwerpunkt Ihres Zukunftskonzepts w ar Diversifizierung.

Mehr Diversifi z ierung, also ein breiterer Branchenmix, ist für uns wichtig gewesen, weil wir extrem von der Validität de r Steuerz ahlungen abhängig waren, die wir nicht abschätzen oder beeinflussen konnten. Da gibt es mal eine g roße Steuerprüfung bei einem Großunternehmen in London oder in Hambu rg, von der wir natürlich nichts mitkriegen. Aber irgendwann bekommen wir eine Meldung, der Kon zern hat beispielsweise fünf Millionen Eu ro Gewerbesteuer z u v iel gez ahlt. Die müssen wir dann z u rück z ahlen Das tut richtig weh. Andere Kommunen haben einen relativ konstanten Verlauf ihrer Gewerbesteuer, weil sie eher mittelständische Unternehmen haben.

Also haben Sie auf die Ansiedlung mittelständischer Unternehmen gesetzt?

Um u ns u na b hä ng i g e r von d i es e n G roßb etri eb e n z u m a c he n, ha b e n wi r wei te re G e we rb eg eb i ete e rs c hl os s e n u nd e rs tm a l d a fü r g es org t, d a s s u ns e re b es tehe nd e n Unte rnehm e n s i c h e ntwi c kel n k önne n.

Wi r ha b e n jetz t i n Li ng e n ru nd 4 0 0 0 Unte rnehm e n m i t etwa 3 0 0 0 0 s oz i a lve rs i c heru ng s pfl i c hti g e n B es c hä fti g te n. D a si eht m a n s c hon, d as s wi r hi e r ei n g roß es Ra d g ed reht ha b e n

Können denn Gewerbegrundstücke allein der Schlüssel zu diesem Erfolg sein?

Wir konnten ja auch neue Unternehmen in Lingen ansiedeln Dabei spielen wieder die weichen Standor tfaktoren eine g roße Rolle: Wie komme ich z um Beispiel im Stadtgebiet von A nach B? Wir haben den „Lilibus“ geschaffen, unser eigenes Stadtbussystem.

Wir konnten so beispielsweise ein Unternehmen in Holthausen ansiedeln, das aus dem Umland kam. Ein Grund für den Umz ug war, dass in dem Betrieb v iele Frauen arbeiten, die nun mit dem Bus z u r Arbeit fahren können.

Au ßerdem hat Lingen die Innenstadt ausgebaut mit guten Einkaufs- und Frei zeitangeboten Die Stadt hat eine hohe Aufenthaltsqu alität. Und wir haben seit Jahren eine 100-prozentige Versorgung mit Kita-Plätzen. Das sind alles Faktoren, die Fachkräfte hierherkommen lassen.

Also w ächst die Stadt Lingen so wie geplant?

Ja Lingen hat heute rund 60 000 Einwohner Also hat rein rechnerisch jeder z weite Einwohner hier eine soz ialversicherungspflichtige Beschäftigung Wir merken das an den hohen Gewerbesteuereinnahmen. Wichtig ist auch, dass die Einnahmen aus Einkommensteuer und Ums atzsteuer wirklich ex plodier t sind in den letzten Jahren.

In Ihrem Zukunftskonzept stand als Zieljahr 2025. Gibt es nach 15 Jahren jetzt eine Schlussbilanz?

Nei n. In m ei ne r Ne u ja hrs a nspra c he hab e i c h k ü rz l i c h von e i ne r Z wi s c he nb i l a n z g es proc he n Wi r ha b e n e rrei c ht, d a s s wi r jetz t ei ne n ex tre m for ts c hri ttl i c he n E ne rg i es ta ndor t ha b e n.

E s we rd e n hi e r d rei M i l l i a rd e n E u ro i nvesti e r t – fü r z u m B ei s pi el d i e Konve r te rs ta ti on u nd fü r d i e 4 0 0 -Meg awa tt- E l ek trol y s e a nl ag e n von RWE u nd B P D a s Sc höne i s t d a ra n, d a s s u ns e re hei m i s c he Ind u stri e, wi e d i e B a ui nd u s tri e z u m B ei spi el , d avon profi ti e r t, wei l s i e d i es e M a ß na hm e n u m s etz e n k a nn.

A l s o, d e r E ne rg i es ta nd or t i s t kom pl e tt tra ns form i e r t u nd ha t jetz t C ha nc e n, noc h m a l e rwei te r t z u we rd e n m i t ei ne m g roß e n

Wa s s e rs toffpa rk . D a m i t s i nd wi r i n E u ropa

Nu m m e r ei ns

D e r z wei te P u nk t, D i ve rs i fi z i e ru ng, i s t u ns

eb e nfa l l s g el u ng e n Wi r ha b e n hi e r i m Sta d tg eb i et 4 0 0 0 Unte rnehm e n, i c h s a g te es g e rad e, u nd sehr v i el e g u t b ez a hl te A rb e i ts k rä fte , d i e na tü rl i c h a u c h d e r Ka u fk ra ft u ns e re r Sta d t noc h m a l ri c hti g g u t tu n.

Bleibt Ihr dritter Schwerpunkt, der Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungsstandorts.

Der hängt z us ammen mit der Verfügbarkeit g rüner Energie und mit dem Thema Künstliche Intelligen z Heute redet alle Welt über KI Ich habe schon 2020 ges a gt, ich möchte einen IT-Campus im Or tsteil La xten Damals war z war schon KI ein Thema, aber ChatGPT ist erst z wei Jahre später entstanden. Jetzt sind wir mit dem IT-Campus früh am Star t Damit schwimmen wir nicht nu r mit der Welle, sondern wir sind vor der Welle.

Was hat Ihnen den Optimismus gegeben, schon früh auf dieses Thema zu setzen?

Die generativen KI-Chips, die z um Beispiel von Nv idia gebaut werden, sind extrem stromintensiv Wir haben hier einen Standor t, der diese Energiemengen liefern kann, und z war echten, CO2-neutral erzeugten Strom aus Windparks in der Nordsee Darauf setzen die KI-Anwender. Und wir haben den z weiten Vor teil, dass wir diese Energie auch speichern können mit g rünem Wasserstoff

Dritter Vor teil: Wir verfügen hier am Standor t über z wei Erdgaskraftwerke, die z us ammen 1,8 Gigawatt Leistung haben Die werden gerade umgerüstet, damit sie Wasserstoff-ready werden Das heißt, ich kann künftig im Elektrolyseu r erzeugten Wasserstoff, der aktuell nicht verbraucht wird, über den Kavernenspeicher in Gronau-Epe einla gern und später wieder z u g rüner Energie verstromen. Die Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes daz u sind vorhanden Dieses geschlossene System bieten nu r wir an.

Und um das alles zu nutzen für künstliche Intelligenz haben Sie jetzt den IT- Campus angestoßen. Was soll da genau passieren?

Auf 13 Hektar Fläche soll ein Campusgelände entstehen für IT- und KI-Projekte. Insges amt sollen dor t über die nächsten Jahre 2000 neue Arbeitsplätze entstehen. Als Vorarbeit daz u sind wir schon im letzten Jahr einer von drei Satellitenstandor ten des KI-Parks Berlin geworden. Darauf sind wir sehr stolz. In diesem KI-Ökosystem sind aktuell 270 Unternehmen internationaler Ar t aus 11 Lände rn vernetzt.

Der KI-Park ist ein Unternehmensnetzwerk mit Sitz in Berlin. Es bündelt Start-Ups, Forschungseinrichtungen und so weiter. Richtig, und wir als Stadt sind auch Mitglied mit Sitz im Aufsichtsrat. Also haben wir direkte Mitspracherechte, weil wir ein eigenständiger Satellit sind. Im KI-Park sind g roße Namen wie Nv idia, Bosch Energy und Siemens Energy dabei, aber auch Forschungseinrichtungen und mittelständische Unternehmen. Jetzt

geht es für uns darum, wie wir die heimische Wir tschaft mit einbez iehen können.

Als Initialzündung ist unlängst der Start zum Projekt „Vision Dock“ erfolgt. Was stelle ich mir darunter vor?

Der Vision Dock wird die Keimzelle des Gan zen Deswegen ist es wichtig, dass dieses Qu ar tier z uerst kommt, weil es nachher von allen 22 weiteren Gebäuden und deren Unternehmen genutzt werden kann Das ist ein Qu ar tier, das Serv iceangebote für alle im ITCampus angesiedelten Unternehmen bietet. Das reicht von Besprechungsräumen über ein Restau rant und ein Fitnessstudio bis z um 24Stunden-Lebensmittelmarkt.

Hier geht es wieder um Aufenthaltsqu alität Die IT-Fachleute, die dor t arbeiten, müssen sich wohlfühlen können Ein g roßer Mehrwer t entsteht, weil dor t alle eine IT-Sprache sprechen und sich sofor t verstehen.

Soll das so etw as werden wie eine Technologie-Brutstätte mit Hochschul-Atmosphäre?

Diese IT-Sprache ist, glaube ich, de r Riesenvor teil auf so einem Campus, um diese Fachkräfte, die ja heiß begehr t sind in Eu ropa, nach Lingen z u holen oder z umindest die, die

Ein großer Tag für Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone ( Zweiter von links): Beim symbolischen Start für den Bau der Konverteranlagen für die „Stromautobahnen“ DolWin4 und BorWin4 in Lingen-Hanekenfähr mauert er im Juli 2025 gemeinsamen mit (von links) Peter Barth (Geschäftsführer Amprion Offshore), Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier (Niedersächsisches Wirtschaftsministerium), Fred-Günther Wegener (Amprion), Dr Carsten Lehmköster (Geschäftsführer Amprion Offshore) und Hauke Jürgensen (Siemens Energy) die Urkunden bei der Grundsteinlegung ein Foto: dpa

schon hie r sind, auch z u halten. Also fra gen wir uns: Was können wir tun, damit sie sich hier wohl fühlen? Was kann man hier am Campus machen? Wie kann man hier Beruf und Frei zeit verbinden, hier einkaufen, hier leben? Dieser Campus wird eine parkä hnliche Anla ge mit g roßen Wasserflächen drumherum – aber nichts abgeschottetes, sondern ein Park, der für jedermann z ugänglich sein soll. Dieses Drumherum ist sehr wichtig, um den Kern, den Nukleus auch z u halten

Gebaut werden soll der IT- Campus von privaten Investoren. Wie wird er einmal aussehen?

Dor t können 22 verschiedene Gebäude errichtet werden Jedes Gebäude hat Platz für etwa 100 Arbeitsplätze. Jedes Gebäude ist für sich erstmal autark Und jedes Gebäude soll auch architektonisch anders aussehen. Aber alle müssen verpflichtend eine Tiefgara ge haben Das ist ja, glaub ich, auch schon z iemlich revolutionär hier für diese Region.

Ist die Energieversorgung für stromintensive KI-Nutzungen sichergestellt?

Wir bemühen uns um ein Rechen zentrum Dieses Rechen zentrum wird aber im Industriepark Süd entstehen. Dor t in der Nachbarschaft der Energieknotenpunkte habe ich CO2-neutral erzeugten Strom in erforderlicher Kapaz ität direkt verfügbar. Zum IT-Campus im Osten der Stadt genügt dann eine Glasfaserleitung. Riesenvor teil dabei ist die Möglichkeit, die Rechenleistung vor Or t z u nutzen. Anwender müssen also nicht mit der Cloud arbeiten. Jeder kann autark arbeiten, die Daten

Als Herzstück des geplanten IT- Campus entsteht ab 2027 zunächst das „Vision Dock“ , ein zentraler Treffpunkt im künftigen „IT- Ökosystem“ , der Or t der Begegnung, der Zusammenarbeit und der Synergieeffekte sein will Der hochwer tige Gebäudekomplex besteht aus drei harmonisch aufeinander abgestimmten Bauwerken

Visualisierung: Thomas Schaper Design

sind sicher, was gerade jetzt immer wichtiger wird angesichts de r politischen Vorgänge in der Welt

Wie konkret sind denn die Planungen für das Rechenzentrum?

In den letzten Jahren habe ich mir ein sehr gutes Netz werk aufgebaut Deshalb bin ich mir siche r, dass wir in den nächsten z wei Jahren schon das erste Rechen zentren dor t stehen haben Dann muss man sehen, wie man das skalier t. Es wird den Nutzern Kapaz itäten bieten, die ich als kleines Unternehmen definitiv nicht kriege

Wagen Sie eine Prognose, wieviele Unternehmen sich in zwei, drei Jahren auf dem IT- Campus angesiedelt haben?

Das ist immer schwer z u s a gen Aktuell ist die Stimmung in der deutschen Wir tschaft angespannt. Aber wir sind auch nicht so schlecht, wie wir uns manchmal darstellen Wir müssen uns anstrengen, um wir tschaftlich vorn z u bleiben. Dabei ist das Thema KI eines der Zukunftsfelder Einen IT-Campus in der geplanten Ausgestaltung gibt es bisher hier in der Region nicht Da haben wir hier in Lingen ein Alleinstellungsmerkmal

Ich denke, in z wei Jahren werden die ersten Unternehmen im IT-Campus sein, einige haben wir schon sehr konkret in der Pipeline. Für das Ges amtprojekt rechne ich mit einer Realisierungsphase von rund zehn Jahren In diesem Jahr werden wir als Stadt erstmal die Erschließungs arbeiten vorantreiben.

Herr Krone, vielen Dank für das Gespräch

KI im Mittelstand: Wundermittel,

Kreativtool oder Prozessoptimierer?

Einsatz Künstlicher Intelligenz bietet Chancen auch für kleine Unternehmen

Sascha Haverland vom Mittelstand-Digital-Zentrum Lingen Münster Osnabrück beim Forum Digitalisierung Foto: Wir tschaftsvereinigung

K„Starten Sie mit der Integration einfacher

cen, Herausforderungen und erhielten pra x isnahe Einblicke.

Die KI-Trainer Michael Pruban und Sascha Haverland von der Hochschule Osnabrück, die im Auftra g des Mittelstand-Digital-Z entrums Lingen Münster Osnabrück z u Gast waren, machten deutlich: KI ist kein Wundermittel, aber sie kann mit kreativen Lösungen helfen, Prozesse z u vereinfachen und neue Perspektiven z u eröffnen. „KI kann Entscheidungen treffen – basierend auf Wahrscheinlichkeiten“, mahnte Pruban. Er sehe mit der KI v iel eher Arbeitserleichterungen.

Generative KI könne bei der Prozessoptimierung unterstützen und einen schnellen Überblick über Unternehmenspoten z iale verschaffen Beispiele wie KI-basier te Qu alitätskontrollen und KI-basier te La geroptimierung zeigten, wie sich Projekte im Unternehmen umsetzen lassen Du rch geschicktes Prompting würden sich Lösungen auf andere Aufgabenfelder über tra gen lassen Voraussetz ung für tiefere Analysen seien jedoch fundier te Daten, systemische Voraussetz ungen und menschliche E x per tise

Der Appell der Fachleute an die Unte rnehmerinnen und Unternehmer: „Star ten Sie mit einer klaren Strategie, binden Sie Mitarbeitende ein und setzen Sie z unächst auf kleine Projekte, um Erfahrungen z u s ammeln und Akzeptan z und Begeisterung für KI z u fördern“

Mit einfachen KI-Tools starten

KI-Tools in bestehende Abläufe

. “

Dr. Henning Krüp

Softwareexper te aus Nordhorn

ünstliche Intelligen z ist längst kein Zukunftsthema mehr, sie veränder t die Wir tschaft und prägt die Wettbewerbsfä higkeit von Unte rnehmen. Studien der Bundesnetz a gentu r zeigen: Rund 30 Prozent der deutschen Unternehmen setzen KI aktiv ein, v iele weitere planen den Einstieg in den kommenden Monaten Die Poten z iale sind enorm Doch der Weg von der Idee z u r erfolg reichen Umsetz ung ist komplex. Fehlendes Know-how, Datenschutz, ethische Fra gen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben wie des EU AI Acts stellen Unternehmen vor Herausforderungen und erfordern strategisches Handeln. Wie können gerade kleine und mittlere Unternehmen den Einstieg schaffen? Welche Schritte sind sinnvoll, um KI sicher und strategisch ein z usetzen? Und welche Beispiele zeigen, dass KI funktionier t?

KI stellt Betriebe vor Herausforderungen

Antwor ten gab die Veranstaltung „Von der Idee z u r Umsetz ung: KI-Poten z iale sicher und strategisch nutzen“ im Forum Digitalisierung der Wir tschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim. Sie war eines der Angebote im Rahmen der ersten Nordhorner Digitalta ge Rund 70 Teilnehmende informier ten sich über Chan-

Dr. Henning Krüp vom Nordhorner Softwareunternehmen Kamiro GmbH ergänzte, wie Unternehmen mit einfachen KI-Tools starten können und was nötig ist, um daraus umfassende Lösungen zu entwickeln Erste Automatisierungen sollten sich auf Prozesse mit hohem Volumen und klarem Nutzen konzentrieren

Wichtig sei z udem: Wo liegen die Daten? Und wie kommen sie s auber und sicher an die KI? Sein Rat: KI solle z unächst in bestehende Abläufe integ rier t werden, Datensicherheit müsse gewä hrleistet sein und Mitarbeitende sollten du rch Schulungen und E x perimentierphasen fit gemacht werden.

Die Veranstaltung machte deutlich: KI ist kein ku rzfristiger Trend, sondern bietet echten Mehrwer t w v

Küchenzulieferer Naber mit verjüng ter Führ ung

Generationswechsel: Ingrid Naber und Hans-Joachim Naber haben ihre Aufgaben abgegeben

Mit Wirkung z um 1. Janu ar 2026 hat de r Nordhorne r Küchen z ulieferer Naber GmbH einen bedeutenden Schritt in der Unternehmensentwicklung vollzogen: Die langjä hrigen Geschäftsführenden Gesellschafter Ing rid Naber und Hans-Joachim Naber haben ihre Aufgaben an ein neues Führungsteam übergeben

An der Spitze dieses Teams steht Lasse Naber, der das Familienunternehmen in dritter Generation seit v ielen Jahren ma ßgeblich mitgestaltet. Er ist seit 2003 als Geschäftsführer tätig und seit über zehn Jahren Geschäftsführender Gesellschafter der Naber GmbH Gemeins am mit seinen Eltern hat er den Wandel z u einem design- und innovationsorientier ten Küchen z ubehörspez ialisten aktiv vorangetrieben und die unternehmerische Weiterentwicklung kontinuie rlich geprägt

Ab 2026 wird die Geschäftsführung du rch die lang jä hrigen Mitarbeiter Ralf Brümmer und Ulrich von Wuthenau ergän zt Ralf Brümmer verantwor tet seit 2016 als Kaufmännischer Leiter die operative Steuerung und Weiterentwicklung der Unternehmensprozesse Ulrich von Wuthenau ist seit 2016 E x por tlei-

Neue Geschäftsführung bei Naber (von links) Lasse Naber, Ulrich von Wuthenau und Ralf Brümmer

Foto: Naber GmbH

ter und hat in dieser Z eit die internationale Ausrichtung vorangetrieben. „Ich freue mich sehr auf die Zus ammenarbeit mit diesem Team – mit Respekt vor dem Erreichten und mit einem klaren Blick auf die Anforderungen der nächsten Jahrzehnte“, so Lasse Naber abschließend rm

„Ohne die unternehmerische Schaffenskraft und die Visionen meiner Eltern wäre Naber nicht, was es heute ist. “ Lasse Naber

„D igitalisier ung der Wir tschaft stagnier t“

IHK Niedersachsen forder t Entlastungen und gezielte Förderung

Die Digitalisierung der niedersächsischen Wirtschaft zeigt im Jahr 2025 eine Seitwärtsbewegung: 33 Prozent der Unternehmen bewerten ihren eigenen Digitalisierungsgrad auf einer Skala von 1 bis 6 („voll entwickelt “ bis „wenig entwickelt “) mit einer 2 (2024: 31 Prozent). Weitere 36 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Digitalisierung mit einer 3 (2024: 43 Prozent). Die Anteile der Bewertungen mit einer 4 oder 5 sind im Jahr 2025 auf 23 Prozent angestiegen (2024: 20 Prozent) Damit stagniert die Digitalisierung der Unternehmen nach zuletzt erfreulichen Entwicklungen in den Vorjahren. Das ergibt sich aus der jährlichen IHK-Digitalisierungsumfrage, an der zum Jahresende 2025 insgesamt 487 niedersächsische Unternehmen teilgenommen haben (bundesweit 4.686 Unternehmen).

IHKN-Hauptgeschäftsführerin Monika Scherf stellt angesichts der aktuellen Zahlen

fest: „Die Digitalisierung der Niedersächsischen Wirtschaft ist ins Stocken geraten Hauptgründe dafür sind Komplexität und Zeit, rechtliche Unsicherheiten und eine konjunkturell bedingte geringe Investitionsneigung in Zukunftstechnologien. Bund und Land müssen hier durch klare Rahmenbedingungen, gezielte Entlastung und passgenaue Förderung unterstützen.“

Laut Einschätzung der niedersächsischen Unternehmen macht die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung kleine Fortschritte auf niedrigem Niveau 20 Prozent der Unternehmen vergeben die Note 3 (2024: 18 Prozent), weitere 34 Prozent vergeben die Note 4 (2024: 27 Prozent) Der Anteil der mit einer 5 benoteten Stimmen sank hingegen auf weiterhin hohe 29 Prozent (2024: 37 Prozent). Gleichzeitig konnte sich der Stimmenanteil der Note 2 nur geringfügig auf v ier Prozent verbessern ihk

Was hält der Markt 2026 bereit?

Selektive Chancen in einem anspruchsvollen Umfeld

Ein zentrales Risiko stellt dabei die poten z ielle Wiederbeschleunigung der Inflation dar, insbesondere in den USA Sollten sich die Teuerungsraten als har tnäckiger erweisen als erhofft, könnten die Notenbanken gez wungen sein, den bereits eingepreisten Z inssenkungspfad z u verlassen. Demgegenüber stehen jedoch erhebliche geopolitische Chancen. Ein nachhaltiger Frieden in der Ukraine oder der finale Abschluss strategischer Freihandels abkommen wie Mercosu r könnten als massive Katalys atoren wirken Insbesondere für die unter Druck stehenden eu ropäischen Schlüsselindustrien würde ein verbesser ter Marktz ugang z u Wachstumsregionen in Lateinamerika und Asien die aktuellen Risikoaufschläge deutlich reduz ieren

In dieser Gemengela ge wird aktives Mana gement z um entscheidenden Erfolgsfaktor. Innerhalb des Technologiesektors fokussieren wir uns auf die dominanten Ökosysteme rund um OpenAI und Alphabet Wir setzen dabei primär auf hochprofitable Unternehmen, die künstliche Intelligen z bereits erfolg reich als Effi z ien z-Tu rbo nutzen und über eine gewaltige Nutzerbasis verfügen. Parallel daz u gewinnen Rohstoffaktien, allen voran Kupfer und Spez ialmetalle, massiv an Bedeutung Da die physische Infrastruktu r für Rechen zentren und die globale Dekarbonisierung auf ein unelastisches Angebot trifft, fungieren diese Titel 2026 nicht nu r als Wachstumstreiber, sondern auch als essen z ieller Schutz gegen Inflationsrisiken

DFoto: privat

Gemeinsam mit dem Kunden findet die Spiekermann & CO AG individuelle und passende Strategien

e r B l i c k a u f d a s Ka pi ta l m a rk tja hr

2 0 2 6 e rford e r t vor a l l e m D i s z i pl i n

u nd ei n rea l i s ti s c hes E rwa r tu ng s m a -

na g e m e nt. Na c h d e n s i g ni fi k a nte n Z u wä c h-

s e n d e r ve rg a ng e ne n Ja hre i s t d i e s pri c hwör t-

l i c he Lu ft i n v i el e n M a rk tseg m e nte n d ü nne r

g e word e n, d a d i e Be we r tu ng e n i n z wi s c he n ei n a m b i ti oni e r tes Ni vea u e rrei c ht h a b e n

Uns e re B as i s a nna hm e b l ei b t z wa r g ru nd s ä tz -

l i c h pos i ti v fü r A k ti e n, A nl ei he n u nd G ol d , d oc h d i e Wa hrs c hei nl i c hkei t fü r d i e a u ß e rg e-

wöhnl i c h hohe n Re nd i te n d e r Vorja hre s tu -

fe n wi r a l s g e ri ng ei n. D a s M a rk tu m fel d wi rd z u nehm e nd d avon g e prä g t s ei n, d a s s si c h d a s

g l ob a l e Wa c hs tu m u nd d i e Infl a ti on i n ei ne m s e ns i b l e n G l ei c hg e wi c ht b efi nd e n, wel c hes k a u m noc h Spi el ra u m fü r pos i ti ve E nttä us c hu ng e n l ä s s t.

Ergänzt wird unsere Strategie durch den Gesundheitssektor, der nach einer Phase regulatorischer Unsicherheit nun wieder ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis bei moderaten Bewertungen bietet Im Bereich der Industrie und Infrastruktur agieren wir hingegen deutlich differenzierter und meiden überhitzte Teilsegmente zugunsten von Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht und stabilen Cashflows. Zur strategischen Absicherung bleibt Gold ein unverzichtbarer Anker, wobei wir insbesondere bei Goldminenaktien, die den Preisanstieg des Edelmetalls bisher nur teilweise nachvollzogen haben, weiteres Potenzial sehen. Abgerundet wird die Positionierung durch eine gezielte Beimischung von Schwellenländer-Anlagen sowie ein aktives Laufzeitenmanagement bei Anleihen, um flexibel auf die veränderten Zins- und Bonitätsdynamiken des Jahres 2026 reagieren zu können

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Starke Wurzeln, klare Vision: Wie Neuenhauser mit der Krise umgeht

Unternehmen reagier t auf veränder te Rahmenbedingungen des Weltmarkts

Automatisches

Kreuzspulen-Transpor tsystem in einem Textilbetrieb in den USA

Foto: Neuenhauser

Die Grafschaft Bentheim war über Jahrzehnte hinweg geprägt von einer starken Textilindustrie. Insbesondere Nordhorn galt als eine ihrer Hochbu rgen Vor diesem Hinterg rund ist es kaum verwunderlich, dass auch die Wu rzeln der Neuenhauser Gruppe in der Textilbranche liegen Bereits vor rund 70 Jahren begann Hans Voshaar (1921–1996) damit, Lohnfer tigungen für die in der Region ansässigen Betriebe z u übernehmen. 1955 war die Neuenhauser Maschinenbau GmbH als Konstruktions- und Fer tigungsunternehmen geg ründet worden Schritt für Schritt entwickelte sich daraus die Produktion eigener, industriell einsetzbarer Maschinen –stets orientier t an den konkreten Anforderungen und Wünschen der Kunden. Du rch den Übergang der Verantwor tung des väterlichen Unternehmens an Bernd Voshaar wu rde das Unternehmen suk zessive erweiter t. Als in den 1990er Jahren z unehmend Textilbetriebe ihre Produktion in Niedriglohnländer

verla ger ten, stellte dies auch Neuenhauser vor g roße Herausforderungen Die Antwor t war eine strategische Neu ausrichtung: Du rch die Erschließung neuer Geschäftsfelder und eine konsequente Internationalisierung gelang es, das Unternehmen nicht nu r z u konsolidieren, sondern nachhaltig weiterz uentwickeln

Stark in der Textilindustrie

In der Textilindustrie hat sich das Unternehmen einen hervorra genden Ruf als verlässlicher und ver trauensvoller Par tner erarbeitet Die Textile Div ision der Neuenhauser Gruppe vereint mehrere Unternehmen, die z us ammen auf v iele Jahrzehnte Erfahrung z u rückblicken können. Neuenhause r Textil ist heute weltweit führend in de r automatisier ten Handhabung von Natu rfasergarnspulen vom Spulentranspor t bis hin z u r Qu alitätskontrolle, Palettierung und Verpackung Zum Por tfolio z ä hlen z udem ein breites Spektrum an Wicklern

für unterschiedlichste Gewebe, Gewirke und Vliese, sowie Kannenstöcke für die Hygiene Industrie und Serv icemaschinen für Spinnereien.

Die Textilspar te, deren Aktiv itäten ausschließlich am Standor t Neuenhaus gebündelt sind, erwir tschaftet heute etwa zehn Prozent des Ges amtums atzes der Gruppe Ungeachtet dessen bleibt sie ein zentraler Bestandteil der Unternehmensidentität. Mit besonderem Stolz blickt Neuenhauser auf internationale Großprojekte der vergangenen Jahre z u rück, etwa die Beteiligung am von der ägy ptischen Regierung du rch Milliardeninvestitionen geförder ten Neu aufbau der nationalen Spinnerei- und Webereiindustrie.

Heute wird jede dritte Jeans weltweit auf Dockenwicklermaschinen aus dem Hause Neuenhauser gefer tigt

Globale Krise trifft Neuenhauser

Trotz dieser soliden Wettbewerbsposition –geprägt du rch hochqu alitative Produkte, einen gewachsenen Erfahrungsschatz sowie ein leistungsfä higes, weltweites Ver triebs- und Serv icenetz – sieht sich das Unternehmen, ebenso wie der ges amte Markt, seit einigen Jahren mit erheblichen Herausforderungen konfrontier t Der Jeansmarkt zeigt hier exemplarisch, wie stark die Branche unter Druck steht: In den USA hat sich die Nachfra ge deutlich abgeschwächt, weil Jeans du rch Kostensteigerungen v ieleror ts von rund 20 auf bis z u 40 US-Dollar ver teuer t wu rden. Die Folge ist ein massiv eingebrochener Abs atz – der Markt hat sich faktisch halbier t.

Das ist nu r ein Beispiel, das zeigt: Die globale Textilindustrie sieht sich derzeit mit einem ungewöhnlich dichten Bündel an Belastungen konfrontier t Dabei geht es längst nicht nu r um Bekleidung Textilien werden ebenso für Bau- und Dämmstoffe, technische Komponenten, Medi z inprodukte sowie im AutomotiveBereich eingesetzt. Entsprechend wirken Handelskonflikte, Zölle, Inflation und Nachfra gez u rückhaltung quer du rch die Wer tschöpfungsketten.

Für deutsche Maschinenbauer bedeutet das: Investitionsentscheidungen werden zögerlicher, Projekte z iehen sich hin oder werden gekürzt, klassische Kapaz itätserweiterungen geraten unter Druck Gleichzeitig steigen in v ielen Produktionsländern die Löhne sowie die administrativen Anforderungen Für deutsche Maschinenbauer wie Neuenhauser entsteht daraus ein ambivalentes Bild: ku rzfristig mehr Preis- und Finan z ierungsdruck sowie längere Entscheidungsz yklen, mittelfristig jedoch wachsende Nachfra ge nach Automatisie rung, Energie- und Ressou rceneffi z ien z, Digitalisierung sowie Rec ycling- und Kreislauflösungen.

Die Branche wird deutlich anspruchsvoller. Wer messbare Einsparungen und belastbare Serv icekon zepte bieten kann, hat trotz Krise strategische Chancen.

Transformation für Zukunftssicherung

Als integ raler Bestandteil der textilen Wer tschöpfungskette ist Neuenhauser von diesen Entwicklungen in besonderem Ma ße betroffen Vor diesem Hinterg rund ist es z wingend erforderlich, den Bereich konsequent an die veränder ten Rahmenbedingungen an z upassen und z ukunftsfä hig aufz ustellen Z entrale Hebel sind dabei die Entwicklung neuer sowie die gez ielte Weiterentwicklung bestehender Produkte entlang konkreter Kundenanforderungen. Gleichzeitig rücken Kosteneffi z ien z und operative E x zellen z stärker in den Fokus Daz u z ä hlen Ma ßnahmen z u r nachhaltigen Kostenreduktion in der Produktion, eine deutliche Steigerung der Prozesseffi z ien z sowie eine weitgehende Standardisierung du rch modulare, baug ruppengleiche Kon zepte. Z iel ist eine robuste, skalierbare Fer tigung mit ma x imaler Prozesssicherheit. Diese Themen geht Neuenhauser unter der Leitung von Thomas Wiedermann und Z oran Aleksic gez ielt an. Sie sind Ausdruck eines klaren Bekenntnisses z um Standor t Mit g roßem Engagement und hoher Konsequen z arbeitet die Neuenhauser Gruppe daran, ihre Rolle als Par tner der internationalen Textilindustrie z u behaupten – und damit die Keimzelle des Unternehmens in seiner Heimat im Sinne aller wesentlichen Beteiligten nachhaltig z u sichern

Wickeltechnik für Mullverbandsge webe in einem Betrieb in Por tugal Foto: Neuenhauser

Was bring t das Rentner- Geschenk?

Aktivrente: Instrument zur Fachkräftebindung oder nur ein Mitnahmeeffekt?

Mehr Netto vom Brutto für arbeitende

Rentner: Dank der neuen Aktivrente dür fen Anspruchsberechtigte seit Januar bis zu 2000 Euro im Monat steuer frei hinzuverdienen

Symbolfoto: dpa

Ein Anrei z, um Arbeitnehmer nach Erreichen der Altersg ren ze weiter im Arbeitsmarkt z u halten? Ode r nu r ein willkommener Mitnahmeeffekt für Angehörige der Boomer-Generation, die im Rentenalter ohnehin weiter arbeiten wollen? Die sogenannte Aktivrente sorgt seit Jahresbeginn für kontroverse Diskussionen. Schon der Beg riff „ Aktivrente“ klingt irreführend Denn es handelt sich bekanntlich nicht um eine Rentenleistung, sondern um ein Steuergeschenk

„Mit der Aktivrente wird belohnt, we r das gesetzliche Rentenalter erreicht und freiwillig weiterarbeitet “ , heißt es auf den Internetseiten der Bundesregierung. Der Bund we r tet den Steuerbonus als „wichtigen Baustein, um dem Arbeitskräftemangel und den Auswirkungen der demog rafischen Entwicklung entgegen z uwirken“. Damit werde das Weiterarbeiten attraktiver und könne helfen, den Fachkräftemangel abz ufedern.

Stimmt das wirklich? Was bringt die Aktivrente? Wer kann sie nutzen? Und wollen die Unternehmen diese „aktiven Rentner “ überhaupt weiter beschäftigen? Der GN-Insider hat nachgefra gt.

Seit Januar können Rentner monatlich 2000 Euro steuerfrei hinzuverdienen

Am 15. Oktober 2025 hatte die Bundesregierung den Gesetzentwu rf für die Aktivrente im Rahmen ihres „Rentenpakets“ auf den Weg gebracht – und damit eine Vereinbarung des Koalitionsver tra ges umgesetzt Nach dem Beschluss des Bundesta ges am 5. Dezember und der Zustimmung des Bundesrats am 19. Dezember konnte die Aktivrente wie geplant z um 1. Janu ar 2026 in Kraft treten. Wer das gesetzliche Rentenalter erreicht hat und freiwillig weiterarbeitet, kann seit Janu ar 2026 bis z u 2000 Eu ro im Monat steue rfrei

hin z uverdienen. Beiträge z u r Kranken- und Pflegeversicherung müssen aber weiterhin gez ahlt werden Wer mehr als 2000 Eu ro hin z uverdient, muss auf den darüber liegenden Betra g Steuern z ahlen.

Anspruch auf die Aktivrente haben nu r für soz ialversicherungspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab Erreichen der Regelaltersg ren ze Wer vorzeitig in den Ruhestand geht hat keinen Anspruch. Ausgenommen sind auch Freiberufler, Selbstständige und Beamte.

Mit der Aktivrente werden, so der Bund, Rentnerinnen und Rentner mit bis z u 890 Millionen Eu ro jä hrlich entlastet. Das Bundesfinan z ministerium kommt in seiner Prognose z u der Einschätz ung, dass pro Jahr rund 168.000 Rentner dieses Angebot nutzen werden Wesentlich nüchterner klingen die Z ahlen einer Ber telsmann-Studie Sie bescheinigt der Aktivrente einen Beschäftigungs anstieg von 25 000 bis 33 000 Vollzeitäquivalenten in der Altersg ruppe 66 bis 70 Jahren.

In der Grafschaft wird die Aktivrente begrüßt, aber noch selten genutzt

In der Grafschaft wird die neue Aktivrente g rundsätzlich beg rü ßt. „Die Aktivrente bietet Unternehmen eine gute Möglichkeit, für Mitarbeitende eine Erwerbstätigkeit auch nach Erreichen der Regelaltersg ren ze attraktiv z u gestalten und somit erfahrene Fachkräfte länger im Unternehmen z u binden“, heißt es in einer Stellungnahme der Wir tschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim

„Grundsätzlich bietet das Angebot Unternehmen eine Chance, Fachkräfte zu halten“, lobt Vorsitzender Klaas Johannink, aber: „ Jedes Unternehmen muss selbst entscheiden, ob es dieses Angebot braucht “ Nötig sei dazu ein Blick in die Unternehmenszukunft und ihre Auswirkung auf die Struktur der Arbeit. „ Jedes Unternehmen muss sich doch fragen, wie es sich in den nächsten Jahren verändern muss. Und ob ein Arbeitsplatz, der durch Verrentung neu frei wird, in der Zukunft überhaupt noch neu besetzt werden muss.“ Wichtig sei in jedem Falle, dass Betrieb und Arbeitnehmer sich frühzeitig mit den arbeitsrechtlichen Voraussetzungen beschäftigen, und dass die vertragliche Abwicklung möglichst einfach ist

Auch die Kreishandwerkerschaft spricht von einem „du rchaus positiven Instrument “ z u r Sicherung des Fachkräftebedarfs im Handwerk. Allerdings sei in jedem Ein zelfall z u prüfen, ob eine Weiterbeschäftigung übe rhaupt möglich ist Und es gebe vor allem im Handwerk v iele Arbeitnehmer, die kein Interesse an einer Weiterbeschäftigung haben.

Immerhin: Du rch das Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Arbeitsleben

und den demog rafischen Wandel entsteht auch in der Grafschaft Bentheim eine „Fachkräftelücke“, die in den kommenden Jahren immer deutlicher spürbar wird. Diese „Fachkräftelücke“ wirkt sich aber je nach Branche unterschiedlich aus Mit de r Aktivrente könnte dieser Effekt abgemilder t werden und Übergänge gestaltet werden

„Grundsätzlich bietet das Angebot

Unternehmen eine Chance, Fachkräfte zu halten. Jedes Unternehmen muss selbst entscheiden, ob es dieses Angebot braucht. “

Klaas Johannink Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung

Trotzdem hält sich das Interesse an der Aktivrente in der Grafschaft bisher in Gren zen –sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Betrieben. „Wir erwar ten da jetzt nicht den g roßen Run“, schätzt Heike Stegink, Bereichsleiterin Bildung, Digitalisierung, Personalmana gement bei der Nordhorner Lebenshilfe gGmbH die Nachfra ge ein. Zwar beschäftigt die Lebenshilfe insges amt mehr als 700 Menschen, darunter knapp 100 über 60-Jä hrige. Aber, so Stegink, „wir haben eine sehr ausgewogene Alterspy ramide und deshalb nicht das Problem, das wir jetzt einen Fachkräfte-Zugz wang du rch den Renteneintritt v ieler Boomer bekommen.“

Grundsätzlich ist die Lebenshilfe z war offen für den Wunsch nach Weiterbeschäftigung im Rentenalter. Einen Anspruch darauf gebe es aber nicht, stellt Stegink klar. In der Praxis gehe es eher darum, Mitarbeitende mit besonderen Fähigkeiten noch für eine Übergangszeit im Unternehmen zu halten, um beispielsweise laufende Projekte zuende zu führen Zudem hat die Lebenshilfe für ausgeschiedene Beschäftigte ein eigenes Engagementmodell entwickelt Es bietet E x perten die Möglichkeit, sich im Rentenalter weiter in Projekten der Lebenshilfe zu engagieren Stegink: „ Aktivrentner werden bei uns die Ausnahme bleiben.“

Wo körperliche Arbeit im Vordergrund steht, ist die Aktivrente keine Option

Am Bau ist das Interesse an der Aktivrente aktuell offenbar gering. Dabei hätten die Unternehmen du rchaus Interesse, erfahrene Fachkräfte im Arbeitsprozess z u halten. Doch „dor t, wo körperliche Arbeit im Vorderg rund steht, wird die Aktivrente wohl nicht z u r Anwendung kommen“, meint der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Sascha Wittrock Im Bauhauptgewerbe gingen die Kollegen eher schon vor Erreichen der gesetzlichen Altersg ren ze in Rente Zudem könnten v iele dor t von der Regelung für lang jä hrig Versicher te ( „Rente mit 63“) profitieren.

Das bestätigt auch Frederike Onnen, Personalverantwor tliche beim Bauunternehmen Büter in Ringe: „Unter unseren 99 gewerblichen Beschäftigten haben wir z u rzeit sechs Mitarbeiter, die 60 Jahre oder älter sind. Wenn die in ku rzer Z eit alle weg wären, wäre das ein Schla g ins Kontor “ Natürlich wolle man angesichts des demog rafischen Wandels erfah-

„Ich bin da ziemlich ernüchter t.

In Sachen Aktivrente haben wir aktuell keine relevanten

Anfragen. “

Ignaz Möller, Personalleiter der Euregio-Klinik

Rentner wollen weg en Aktivrente mehr arbeiten

Geplantes Wochenpensum von Rentnern mit und ohne Aktivrente

ohne Aktivrente mit Aktivrente

bis zu 10 Stunden

11-15 Stunden

16-20 Stunden

mehr als 20 Stunden

rene Fachkräfte möglichst lange im Unternehmen behalten. „Wer also bei uns über das Renteneintritts alter hinaus weiter arbeiten will: Wir sind als Unternehmen offen für solche Lösungen.“

Aber wer als Rentner weiter arbeiten will und kann, tut das oft nicht wegen der Aktivrente. So hatte der älteste Bauleiter bei Büter-Bau – in z wischen 73 Jahre alt – schon lange vor der Aktivrente seinen Wunsch angemeldet, auf jeden Fall weiter arbeiten z u wollen Der Steuerbonus ist für ihn nun allenfalls ein willkommener Zus atzeffekt.

Onnen und Büter-Geschäftsführer Mike Ruppelt sehen z wei g rundsätzliche Probleme: Menschen, die körperlich schwer arbeiten, sind oftmals froh, wenn sie das gesetzliche Rentenalter überhaupt bei guter Gesundheit erreichen. Ruppelt: „Er tens sind diese Menschen froh, wenn sie dann nicht mehr arbeiten müssen.“ Zweitens: Wer dennoch im Rentenalter etwas Geld hin z u verdienen will, stehe mitunter mit einem Minijob besser da

Aktivrente kann für Büro-Fachkräfte und Dienstleiter sein

Ähnlich schätzt Ignaz Möller, Personalleiter der Eu regio-Klinik, die Situ ation in den Pflegeberufen ein. Möller ist verantwor tlich für mehr als 1700 Mitarbeitende vom Boten bis z um Chefarzt, darunter etwa 600 Beschäftigte in den Pflegebereichen. Der Personalleiter weist darauf hin, dass auch die Arbeit in den Pflegeberufen körperlich sehr belastend ist,

sei es du rch schwe res Heben beim Umgang mit Patienten, du rch psychische Belastungen oder du rch Schichtarbeit und Bereitschaftsdienste Da sei die Bereitschaft, im Rentenalter weiter z u arbeiten, nicht sehr ausgeprägt.

Die Aktivrente wer tet auch Möller weniger als Anrei z z u r Arbeit, sondern eher als „Mitnahmeeffekt “ . Von dem Steue rbonus profitier ten vor allem solche Rentner, die ohnehin weiter arbeiten wollten. „Ich bin da z iemlich ernüchter t “ , s a gt der Klinik-Personalleiter. „Wir beschäftigen z war eine gan ze Reihe von Menschen im Rentenalter, aber die arbeiten meistens als geringfügig Beschäftigte In Sachen Aktivrente haben wir aktuell keine relevanten Anfra gen.“

Als Anrei z z u r Weiterbeschäftigung von Fachkräften sehen vor allem Arbeitgeber die Aktivrente, die Mitarbeitende in anspruchsvollen Bürotätigkeiten wie Kalkulation oder Auftra gsvorbereitung sowie im War tungsund Kundendienst im Unternehmen halten wollen Auch Dienstleister wie Augenoptiker, Hörgeräteakustiker und auch das Friseu rhandwerk sehen Chancen, bewä hr te Mitarbeitende mit der Aktivrente länger beschäftigen z u können. Aber immer komme es auf den Ein zelfall an Kritisch sehen Arbeitgeber auch die Kommunikation zur Aktivrente. So werde immer von Steuerfreiheit gesprochen Doch weniger bekannt sei, dass die Beiträge zur Sozialversicherung weiter gez ahlt werden müssen. Somit fällt der reale Netto-Gehaltszuwachs deutlich niedriger aus als mancher Interessent erhofft rm

Quelle: Silver talent, Umfrage unter 1 125 registrier ten Seniorinnen & Senioren, Oktober 2025

„Offshore -Ausbau braucht skalierbare Lösungen“

Windenergie auf See soll schneller w achsen / Rosenxt bietet technische Lösungen

Nach dem Hamburger „Nordsee-Gipfel“ zum beschleunigten Ausbau der OffshoreWindenergie hat die Wietmarscher Technologiegruppe Rosenxt die Bedeutung von industrialisierten, robusten Schlüsselkomponenten für den beschleunigten Ausbau der Offshore-Windenergie in Europa betont „Damit der Ausbau wirklich Tempo aufnimmt, braucht es neben politischen Rahmenbedingungen vor allem skalierbare technische Lösungen, die unter anspruchsvollen Offshore-Bedingungen zuverlässig funktionieren“, sagt Dr Judith Weigold, verantwortlich für den Bereich Offshore Wind bei Rosenxt Rosenxt bietet solche Lösungen: Für die Offshore-Industrie entwickelt das Unternehmen „ Xelcor “ , eine hochmoderne Fundamentverbindung für Offshore-Anlagen. Ziel ist es, OffshoreProjekte durch robuste, praxisnahe Verbindungstechnologie besser skalierbar zu machen –mit Fokus auf planbare und kostengünstigere Installation und Zuverlässigkeit im Betrieb

Xelcor verbindet mithilfe einer PolyurethanSchicht zwei konische Bauteile dauerhaft und hochfest miteinander – etwa zwischen Monopile und Transition Piece oder zwischen segmentierten Monopiles. Die Technologie ist für den Einsatz über und unter Wasser sowie in der besonders belasteten Spritzwasserzone ausgelegt und unterstützt so Offshore-Infrastrukturen unter anspruchsvollen Bedingungen. Xelcor ermöglicht eine schnellere Installation, reduziert den Bedarf an spezialisierten Schiffen und trägt dazu bei, Offshore-Projekte effizienter umzusetzen

„Europa diskutiert heute zu Recht über Ausbauziele und Zusammenarbeit. Entscheidend wird aber sein, wie schnell wir diese Ziele in die Umsetzung bekommen. Dafür müssen Politik und Industrie gemeinsam die Voraussetzungen schaffen – von Standardisierung über einen verlässlichen Rahmen für Innovationen bis Resilienz - Anforderungen für kritische Offshore -Infrastruktur “ , so Dr. Weigold weiter. rm

Rosenxt entwickelt standardisier te Bauteile, die Offshore-Windräder sicher und wir tschaftlich mit ihrem Fundament verbinden

Foto: dpa

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Niederländer machen Europark zur europäischen Logistik-Drehscheibe

Westerman- Gruppe baut Lagerhaus mit über 55.000 Quadratmeter Nutzfläche

Ein g roßes neues Logistik zentrum entsteht seit November 2025 im Eu ropark Laar Direkt an der Gren ze soll bis Ende 2026 die erste deutsche Warenvers anddrehscheibe des niederländischen Güter- und Frachtdienstleisters Westerman Logistics entstehen. Geplant ist auf einem rund 12 Hektar g roßen Grundstück ein modernes La gerhaus mit über 55 000 Qu adratmeter Nutzfläche und mit eigenem Bahnanschluss an das BE-Gleis im Güterverkehrszentrum Eu ropark Federführend für das Projekt ist der niederländische Projektentwickler Borghese Logistics, die Bau ausführung organisier t die Nordhorner List-Gruppe.

Einbau von Hausmüllasche erlaubt und mit dem Umweltministerium abgestimmt

Das Bauvorhaben hat auf deutscher Seite bereits für einige Diskussionen gesorgt, weil der

Unterg rund der Hallenflächen mit Hausmüllverbrennungs asche (HMVA) aus einer niederländischen Müllverbrennungs anla ge aufgefüllt wird. Bis z u 100.000 Tonnen Aschematerial sollen unterhalb der Hallen und Verkehrsflächen als Ers atzbaustoff eingebaut werden

Hierbei handelt es sich nach Darstellung der Genehmigungsbehörde des Landkreises um zertifiziertes Material Das erforderliche Notifizierungsverfahren zur Einfuhr des Materials nach Deutschland sei von der NGS (Niedersächsische Gesellschaft für Sonderabfälle) unter Beteiligung des Landkreises als zuständige Untere Abfallbehörde, aber auch nach Abstimmung mit dem Niedersächsischen Umweltministerium, positiv beschieden worden, heißt es auf Anfrage des GN-Insider Hintergrund dieser Entscheidung sei, „dass eine rechtskonforme Verwendung des Materials auf der Grundlage der Ersatzbaustoffverordnung (EBV ) im Rahmen dieses Bauvorhabens möglich ist “ .

Im Europark in Laar hat in direkter Nähe zur Grenze nach Coevorden der Bau des Logistikzentrums der Westerman- Gruppe begonnen Es wird mit einem Gleisanschluss an die Bentheimer Eisenbahn angebunden
Foto: Marcel Brandt

Voraussetz ung für den Einbau des Aschematerials als Tra gschicht unterhalb von Gewerbehallen ist, dass dabei ein Mindestabstand von einem Meter z um höchsten Grundwasserstand eingehalten wird. Deshalb wu rde nach Entfernung der Mutterbodenschicht z unächst unbelasteter Fülls and aus einer benachbar ten Sandg rube aufgebracht Das war bei einem früheren Projekt im Eu ropark offenbar nicht der Fall. Deshalb hatte der Landkreis damals angeordnet, den Großteil dieser Aschen wieder ausz uba ggern.

Ein wichtiger Knotenpunkt im europäischen „Green Wagon Corridor“

Der Standor t direkt an der Gren ze in Laar soll ein wichtiger Knotenpunkt im eu ropäischen Netz von eisenbahngebundenen Logistik zentren der Westerman-Gruppe sein, die auf effi z iente und nachhaltige Güterflüsse abz ielen. Mit diesem „Green Wa gon Corridor “ hat Westerman Multimodal Logistics in den vergangenen Jahren ein starkes eu ropäisches Netz werk von bahngebundenen Logistikknotenpunkten aufgebaut. Dieses Netz werk umfasst Standor te in Västerås und Malmö (Schweden), Zwolle und Nieuwleusen (Niederlande) und seit Mai 2025 Verona (Italien). Mit dem Bau des Z entrums im Eu ropark Laar wird der Korridor weiter gestärkt und in Richtung Deutschland e rweiter t.

La u t La m be r t va n D i e re n, C E O von Weste rm a n Mu l ti m od a l Lo g i s ti c s , pa s s t di es e E ntwi c k l u ng pe rfek t i n d i e s tra teg i s c he Au sri c htu ng d es Unte rnehm e ns : „M i t d i ese r E xpa ns i on s tä rke n wi r u ns e re Pos i ti on a l s A nb i ete r i nno va ti ve r u nd na c hha l ti g e r Lo g i s ti kl ös u ng e n i n Wes te u ropa D a s P rojek t i n La a r pa s s t na htl os z u u ns e re m Z i el , Li efe rkette n z uve rl ä s s i g e r, na chha l ti g e r u nd fl ex i b l e r z u m a c he n “

Kon z ipier t wird de r neue Lo gistikknotenpunkt vom Projektentwickler Borghese Logistics, der damit erstmals ein g roßes Projekt in

Deutschland realisier t. Zuvor hatte Borghese unter anderem das nachhaltige Logistik zentrum in Zwolle realisier t, das 2024 an Westerman Multimodal Logistics ve rkauft wu rde. Den Logistikhub Laar wird Westerman z unächst als Mieter nutzen

Der entstehende multimodale Logistikknotenpunkt ist nach Ansicht der künftigen Nutzer optimal für den Güterve rkehr sowohl per Bahn als auch auf der Stra ße ausgestattet. Er wird eine direkte Verbindung z um Eu roterminal der Bentheimer Eisenbahn und einen integ rier ten internen Bahnsteig von etwa 4000 Qu adratmeter Stellfläche haben Dadu rch können Züge direkt vor Or t be- und entladen werden, was z u einer Reduz ierung des Straßentranspor ts und der CO2-Emissionen beiträgt.

„Der Standort in Laar passt perfekt zu Westermans strategischen Ambitionen. “

Rutger-Jan van Broekhoven, Director Real Estate Development bei Borghese Logistics, erklär t: „Unsere Kunden sind immer internationaler tätig. Gleichzeitig sehen wir z unehmende Beschränkungen in den Niederlanden aufg rund von Stickstoff- und Netzübe rlastungsproblemen. Genau deshalb bietet die niederländisch-deutsche Gren z region Chancen Der Standor t in Laar passt perfekt z u Westermans strategischen Ambitionen und ist ein logischer nächster Schritt für Borghese in unserer internationalen Entwicklung.“

Für die Umsetz ung des Projekts arbeitet Borghese mit einem Team renommier ter deutscher Par tner z us ammen. Das architektonische Design liegt in den Händen des Düsseldorfer Planungsbüros Phase 5 Rechtsberatung erfolgt du rch CMS (Köln) und technisches Projektmana gement du rch die Immobilienspez ialisten CBRE Düsseldorf Der Bau wird von der Nordhorner List-Gruppe du rchgeführ t, die sich unter anderem auf Logistikimmobilien spez ialisier t hat. rm

„Mit dieser Expansion stärken wir unsere Position als Anbieter innovativer und nachhaltiger Logistiklösungen in Westeuropa. “

Lambert van Dieren, CEO von Westerman Multimodal Logistics

„War um wir Verantwor tung schon ab jetzt bew usst weitergeben“

Bauunternehmen Büter stellt Weichen für die spätere Unternehmensnachfolge

Verantwor tung in jüngere Hände: Bei der G Büter Bauunternehmen GmbH haben (von links) Gina Baschleben, Paul Stöckler und René Gerritzen Aufgaben der Unternehmensführung übernommen

Die Geschäftsführer Mike Ruppelt und Gerrit Büter halten sich künftig immer mehr im Hintergrund. Foto: a|w|sobott gmbh

Ei n Unte rnehm e n, d a s z u k u nfts fä hi g

s ei n wi l l , m u s s flex i b el s ei n E s m u s s i n

d e r La g e s ei n, s i c h a u f ve rä nd e r te Ra h-

m e nb ed i ng u ng e n ei n z u s tel l e n u nd s i c h d a fü r

i m m e r wi e d e r ne u z u e rfi nd e n D a fü r b ra u c ht

es ei n F ühru ng s team , d a s m i t Wei ts i c ht i n d i e

Z u k u nft bl i c k t u nd d a s Unte rnehm e n f rü h-

z ei ti g a u f kom m e nd e He ra u s ford e ru ng e n vorb e rei tet. So wi e d i e G . B ü te r B a u u nte r-

nehm u ng Gm b H a u s R i ng e D a s Fa m i l i e nu n-

te rnehm e n, d es s e n Wu rz el n b i s i ns Jahr 1 9 3 4

z u rü c k rei c he n, ha t s i c h i n s ei ne r wec hs elvol -

l e n G es c hi c hte i m m e r wi ed e r g a n z ne u a u f-

s tel l e n u nd a u f d ie wec hs elnd e n B ed i ng u n-

g e n d es M a rk tes a u s ri c hte n m ü s s e n D i es e r

pe rs pek ti ve B l i c k i n d i e E ntwi c k l u ng d e r

Mä rk te u nd d e r Mu t, d a ra u s d i e notwe nd i g e n

Sc hri tte a b z u l ei te n, s i nd di e B a s i s fü r d e n e r-

fol g rei c he n E x pa ns i ons k u rs d es Unte rneh-

m e ns i n d e n ve rg a ng e ne n Ja h re n.

A k tu el l es B ei s pi el fü r d i ese P hi l os ophi e d e r

s tä nd i g e n Wei te re ntwi c k l u ng i s t d a s „P rojek tk u l tu rZE NTR U M“, d e r ne u e B ü te r-

Sta nd or t i n Nord horn D a s Z e ntru m e nts ta nd m i t d e m Z i el , i nno va ti ve P rojek te nt-

wi c k l u ng i n d e r B au wi r ts c ha ft z u förd e rn. Im He rz e n von Nord horn a m E u ropa pl a tz g el eg e n, b i etet d a s Z e ntru m Ra u m fü r k re a ti ve Lös u ng e n, d i e d i e B a u wei s e von m org e n präg e n B ü te r s c ha fft m i t d i ese m Sta nd or t ei ne P l a ttform fü r Kom m u ni k a ti on u nd B eg egnu ng, a u f d e r E x pe r te n a u s ve rs c hi ed e ns te n D i s z i pl i ne n z u s a m m e nkom m e n, u m z uk u nfts ori e nti e r te u nd na c hha l ti g e B a u projek te z u e ntwi c kel n

Nachhaltig und verantwortungsbewusst auch bei der Nachfolgeregelung

„Wir sind als Projektentwickler unterwegs Wir denken langfristig, achten auf Nachhaltigkeit und handeln verantwor tungsbewusst “ , betont der geschäftsführende Gesellschafter Gerrit Büter. „Deshalb haben wir das Projektkultu rZENTRUM geschaffen. Und das wollen wir auch bei der z ukunftsfä higen Weiterentwicklung unseres Unternehmens tun.“ Deshalb haben Büter und Geschäftsführer Mike Ruppelt schon vor gut einem Jahr einen Prozess eingeleitet, der junge Mitarbeitende

Schritt für Schritt an die künftige Führungsverantwor tung heranführen soll.

„Langfristig geht es uns darum, die Unternehmensnachfolge zu regeln, und z war frühzeitig, verlässlich, transparent und in der Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten, unseren Lieferanten und unseren Kunden“, sagt Mike Ruppelt Warum schon jetzt? Gerrit Büter und Mike Ruppelt wollen sehr frühzeitig die Weichen für einen späteren Übergang der Führungsverantwortung stellen, der Vertrauen schafft und das Unternehmen stärkt. Beiden geht es auch darum, mit diesem transparenten Weg zum Übergang Gerüchten vorzubeugen und Sicherheit für die Zukunft zu bieten.

„Wir haben uns bewusst für einen eigenen Weg z u r Nachfolge entschieden, der sich du rchaus von anderen Nachfolgeregelungen unterscheidet “ , erläuter t Ruppelt Das sei „kein Rück z ug, sondern eine perspektiv ische Vorbereitung auf die Übergabe der Ges amtverantwor tung für unser Unternehmen “ Mit ihrem Rück z ug haben Gerrit Büter und Mike Ruppelt es noch nicht eilig. Einige Jahre werden sie noch gemeins am „auf der Kommandobrücke“ des Bauunternehmens stehen.

Aber getreu ihrem Motto „... so wird gebaut “ wollen die beiden Geschäftsführer einer künftigen Führungscrew frühzeitig den Weg an die Spitze ebnen – ihnen die bestmögliche Vorbereitung auf die künftigen Führungs aufgaben geben, sie auf ihrem Weg an die Spitze des Unternehmens begleiten und mit ihnen gemeins am das Bauunternehmen Büter weiterentwickeln und auf z ukünftige Herausforderungen vorbereiten

Die Führung des Unternehmens wird nach den Plänen von Büter und Ruppelt Schritt für Schritt an das junge Führungstrio übergehen:

Die Projektentwicklerin und Proku ristin Gina Baschleben, die bereits seit einigen Jahren als Teamleiterin für den Bereich Projektentwickung und Kalkulation im Unternehmen tätig ist, hat die Verantwor tung für diesen Aufgabenbereich komplett übernommen,

Der Bauingenieu r Paul Stöckler, seit April 2023 Projektleiter für schlüsselfer tige Bauprojekte bei Büter, ist verantwor tliche r Leiter für die ges amte Produkion und somit der technische Leiter

Der Betriebswir t René Gerritzen, seit September 2022 bei Büter, ist verantwor tlicher Bereichsleiter für die kaufmännische Führung und Entwicklung des Unternehmens.

Alle drei Nachwuchstalente haben sich seit Janu ar 2025 bei einem mehrmonatigen Unternehmens-Planspiel auf die künftige Führungsverantwor tung vorbereitet Wie gestalten wir das Ta gesgeschäft? Welche Aufgaben sind z u stemmen? Wie passen wir das Unternehmen an die komplexer werdenden Herausforderungen an? Welche Perspektiven entwickeln

wir für die künftige Weiterentwicklung der G Büter Bauunternehmen GmbH? Mitte 2025 wu rden die Ergebnisse präsentier t und ausgewer tet Im Herbst haben Gerrit Büter und Mike Ruppelt dann das Dreier team bei einer Betriebsvers ammlung als neues Führungstrio mit dem Z iel der Unternehmensnachfolge vorgestellt.

Genügend Zeit für einen geordneten Übergang

„Wir wollen die jungen Leute daz u befä higen, dor thin z u kommen, wo wir gerade sind“, beschreibt Gerrit Büter dieses Vorgehen Aus seiner Sicht ein Weg, der das künftige Führungsteam stärkt, der Ver trauen bei Belegschaft, Lieferanten und Kunden schafft und das Unternehmen insges amt stärkt. „Wir haben uns im Janu ar 2025 auf einen langen Weg gemacht “ , ergän zt Mike Ruppelt, „um uns allen die Z eit z u geben, die wir brauchen, um einen guten Betriebsübergang z u gestalten “ Das wird ein Prozess für die kommenden Jahre, der neben dem üblichen Ta gesgeschäft läuft. Nächster Schritt in diesem Prozess: Die junge Führungscrew soll „sichtbarer werden“. Damit es auch künftig heißt „Büter ... so wird gebaut “ , sollen auch die Namen Baschleben, Stöckler und Gerritzen für dieses Versprechen stehen. Ruppelt: „Wir wollen die Drei auch bei Kunden und Lieferanten mehr auf die Bühne heben, damit sie das Ver trauen in unser Unternehmen auch für sich einwerben können “

Dass die drei künftigen Verantwor tungsträger dafür geeignet sind, steht für Gerrit Büter und Mike Ruppelt au ßer Fra ge Büter: „Die drei sind auch charakterlich auf unserem Weg.“ Mit ihnen, so die beiden Geschäftsführer, bleibe das Unternehmen auch nach ihrem Ausscheiden flex ibel und wandlungsfä hig, um den erfolg reichen Weg for tz usetzen, sondern darüber hinaus noch a giler und resilienter mit den bevorstehenden Zukünften z u a gie ren

Der älteste Bauleiter bei Büter ist über 70 Jahre alt, der jüngste gerade über 30. Generationsübergang und Förderung durch „alte Hasen“ ist auf allen Ebenen gelebte Praxis und Bestandteilteil der Unternehmens-DNA Foto: a|w|sobott gmbh

Bauvorhaben sollen nachhaltig und wir tschaftlich darstellbar sein

GMP-Gruppe fokussiert sich auf Revitalisierungen und seniorengerechte Projekte

Geht der Vollendung entgegen: das aktuelle GMP-Projekt „Medizinisch Ambulantes Zentrum“ an der Euregio-Klinik, hier mit der Führung der Gruppe (von links) David Kor te (Geschäftsführender Gesellschafter GMP- Gruppe) , Carsten Hennekes (Geschäftsführender Gesellschafter GMP RE CHD), Jannis Kor te (Controlling / Finanzen GMP- Gruppe) und Henning Zwafink (Geschäftsführer GMP- Gruppe) Zum Führungsteam gehören außerdem die Geschäftsführenden Gesellschafter der GMP- Gruppe Michael Maas und Stephan Wilmsen sowie Christoph Behr (Geschäftsführender Gesellschafter GMP RE Control ), GMP-Projektleiter Milan Hagel, der auch für das Projekt MAZ verantwor tlich ist, und Bauleiter Heiko Eek Foto: Marcel Bandt

Gerade in der Bau- und Immobilienwir tschaft geht es nicht um einfache Lösungen, sondern um kompetente Beratung und fachgerechte Abwicklung oftmals hochkomplexer Vorhaben. Die Nordhorner GMP-Gruppe ist ein Par tner für solche Bauprojekte Seit v ielen Jahren hat GMP sich erfolg reich in der Projektentwicklung etablier t und hat sich weit über die Region hinaus als verlässlicher Akteu r im Immobilienmarkt etablier t. Geführ t wird die Unternehmensg ruppe von den Geschäftsführern Dav id Kor te, Michael Maas, Stephan Wilmsen und Henning Zwafink.

Ein unternehmerischer Fokus der GMPGruppe liegt weiterhin auf der Entwicklung

und Errichtung seniorengerechter Immobilien. Genauso wichtig ist daneben der z weite zentrale Bestandteil der unternehmerischen Ausrichtung: die Grundstücksentwicklung sowie die Rev italisierung ehemals industriell genutzter Flächen Nach verschiedenen Projekten in der Grafschaft treibt die GMP-Gruppe aktuell insbesondere z wei bedeutende Konversionsprojekte im ang ren zenden Münsterland voran:

• die Entwicklung der ehemaligen Kümpers Textilbetriebsflächen in Rheine, und

• die Rev italisierung der bisherigen SETEXFlächen in Greven.

In beiden Fällen geht es um die großen Gewerbegrundstücke, auf denen jahrzehntelang

große Betriebe der Textilbranche produziert haben. Nach dem Ende dieser Industriebetriebe blieben wertvolle innerstädtische Areale zurück, die für die Stadtentwicklung wieder nutzbar gemacht werden müssen. Voraussetzung dafür ist ein erheblicher Sanierungsaufwand für die historischen, aber baufälligen Produktionsgebäude und verschiedene Altlasten

Diese beiden aktuellen Sanierungsprojekte stehen exemplarisch für die Aktiv itäten der GMP-Gruppe für eine nachhaltige und z ukunftsorientier te Nachnutz ung von Industriearealen unter städtebaulichen und wir tschaftlichen Gesichtspunkten

Aktuelle Projektvorhaben

Ein weiteres zentrales Projekt der GMP-Gruppe ist die Errichtung des Gebäudes für das Medi z inisch-Ambulante Z entrum (MAZ ) auf dem Gelände der Nordhorner Eu regio-Klinik. Dieser g roße Gebäudekomplex soll eine Vielz ahl ambulanter Angebote der Klinik, Räume für externe Dienstleister und Räume für interne Klinikabteilungen unter einem Dach vereinen. Der Neubau befindet sich derzeit in der Realisierung und wird planmäßig im Frühjahr 2026 an die z ukünftigen Nutzer übergeben Mit diesem Projekt unterstreicht die GMPGruppe ihre Kompeten z in de r Entwicklung anspruchsvoller, nutzerorientier ter Immobilien im Gesundheitsumfeld. Insbesondere die intensive Projektbegleitung du rch GMP-Projektleiter wie in diesem Fall du rch Milan Ha gel unterstreicht den Fokus auf gan zheitliche Betrachtung der Projektentwicklung von A bis Z

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Die GMP-Gruppe hat sich das Optimieren der Wir tschaftlichkeit sowohl bei der Errichtung als auch bei der langfristigen, nachhaltigen Betreibung von Immobilien ausdrücklich auf die Agenda gesetzt Nachhaltigkeitskon zepte und -ansätze werden dabei selbstverständlich berücksichtigt, sie stehen aber stets unter der Prämisse einer wir tschaftlich tra gfä higen Umsetz ung. Z iel der GMP-Gruppe ist es, Immobilien z u schaffen, die sowohl ökologischen Anforderungen genügen als auch langfristigen betriebswir tschaftlichen Kriterien gerecht werden

Integrierte Fachkompetenz innerhalb der Unternehmensgruppe

Ein wesentliches Element der strategischen Ausrichtung der GMP-Gruppe und bewährter Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung von Projekten ist die enge Einbindung spezialisierter Gesellschaften innerhalb der GMP-Gruppe:

• GMP RE CHD, unter der Geschäftsführung

von Carsten Hennekes, begleitet bereits frühzeitig in der Projektplanung die Themen der Technischen Gebäudeausrüstung ( TGA) Dadu rch werden technische, energetische und betriebliche Aspekte früh in die Projektplanung integ rier t Darüber hinaus ist GMP RE CHD auch als eigenständiger Dienstleister für externe Unternehmen am Markt aktiv.

• GMP RE Control, geführ t von Christoph Behr, unterstützt gemeins am mit Bauleiter Heiko Eek die Projekte in der Planungsphase sowie insbesondere wä hrend der Bau ausführung und der Übergabephase. Z iel ist es, dem Bauherrn ein qu alitativ hochwer tiges und mängelfreies Objekt z u übergeben.

Einen besonderen Stellenwer t in allen Projektplanungen nimmt bei der GMP-Gruppe das Thema städtebauliche Qu alität und hochwer tige Gestaltung ein. Die Architektu rsprache der entwickelten Immobilien orientier t sich stets am jeweiligen Umfeld und leistet einen aktiven Beitra g z u r städtebaulichen Aufwer tung des jeweiligen Standor ts Z iel ist es, funktionale, wir tschaftliche und gestalterische Anforderungen z u einem harmonischen Ges amtbild z u vereinigen. So realisier t GMP nachhaltige Qu ar tiers- und Ein zelprojekte mit hoher architektonischer Qu alität und aufgabengerechter Funktionalität.

Ein ganzheitlicher Ansatz

Mit ihrer klaren strategischen Ausrichtung auf seniorengerechte Immobilien, eine nachhaltige Projektentwicklung, wir tschaftliche Effi z ien z und integ rier te Fachkompeten z positionier t sich die GMP-Gruppe Nordhorn weiterhin als leistungsstarker und z ukunftsorientier ter Projektentwickler Die laufenden Projekte und die struktu rier te Einbindung spez ialisier ter Gesellschaften unterstreichen den gan zheitlichen Ans atz der Unternehmensg ruppe.

Für mehr als 20 Millionen Euro entsteht auf dem Gelände der Euregio-Klinik das MAZ Der viergeschossige Gebäudekomplex wird unter Feder führung der GMP- Gruppe als PPP-Projekt realisier t und in diesen Wochen schrittweise in Betrieb genommen Das M Z bündelt verschiedene ambulante Angebote sowie Dienstleistungen unter einem Dach Foto: Marcel Brandt

Logische Konsequenz des Handelns

Betriebliche Altersversorgung: Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter

Die betriebliche Altersversorgung (bAV ) spielt eine entscheidende Rolle für die finanzielle Absicherung von Arbeitnehmern und bietet gleichzeitig Unternehmen attraktive Gestaltungsmöglichkeiten Dennoch nutzen v iele Unternehmen das Potenzial der bAV nicht voll aus, da sie durch veraltete Strukturen, regulatorische Hürden und mangelndes Wissen gehemmt werden. Der erste Grundsatz einer Beratung zur betrieblichen Altersversorgung ist, dass nur die unabhängige Beratung zu den Möglichkeiten innerhalb der Durchführungswege es den Unternehmen erlaubt, die jeweils eigene und damit für sich beste Lösung zu finden. Damit ist es den klassischen Dienstleistern wie Banken, Versicherungsvermittlern oder Versicherungsmaklern nicht erlaubt, eine umfassende Beratung zu den Möglichkeiten der Gestaltung zu leisten, das ist reine Rechtsberatung Ein zentraler Punkt für eine erfolgreiche bAV ist die Unabhängigkeit der Beratung. Unternehmen sollten auf Berater setzen, die nicht durch Produktverkäufe finanziert werden, sondern frei von Interessenkonflikten agieren. Nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die bestmögliche Lösung gefunden wird, die indiv iduell auf das Unternehmen zugeschnitten ist Viele Unternehmer gehen davon aus, dass eine bAV z wangsläufig mit hohen Verwaltungskosten und komplizierten Abläufen verbunden ist. Doch dank moderner, digitaler Lösungen kann der Verwaltungsaufwand erheblich reduziert und gleichzeitig Transparenz und Effizienz erhöht werden. In Deutschland existieren fünf grundsätzliche Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung, doch nur z wei davon bieten Unternehmen wirkliche Flexibili-

tät bei der Gestaltung Die freie Wahl der Anlagemöglichkeiten, sei es über E xchange Traded Funds/Commodities (ETF/ETC), unternehmerische Investitionen oder die Nutzung liquider Mittel zur Reduktion von Kreditkosten, wird aus dem beschriebenen Punkt nicht umfassend beraten. Viele Unternehmen verschenken dadurch sehr große finanzielle Vorteile.

Durch eine strategische Investition der eingesparten Mittel können Unternehmen wirtschaftliche Vorteile generieren So kann das investierte Kapital zur Finanzierung neuer Maschinen genutzt werden, Sondertilgungen bei laufenden Krediten ermöglichen oder für die Vorfinanzierung von Waren im Rahmen des Working Capital Managements verwendet werden Auch Investitionen in erneuerbare Energien sind attraktive Alternativen, da sie langfristige Einsparungen bei den Energiekosten mit sich bringen Eine kluge Anlagepolitik kann somit nicht nur die Altersvorsorge der Arbeitnehmer optimieren, sondern gleichzeitig auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens steigern. Zudem können Unternehmen durch eine gezielte Neugestaltung ihrer betrieblichen Altersvorsorge bestehende Versicherungs- oder Pensionskassenverträge auflösen und in flexiblere Modelle überführen, ohne dass Arbeitnehmer steuerliche Nachteile erleiden. Die Möglichkeit, bestehende Versorgungssysteme zu analysieren und effizienter zu gestalten, bietet enorme Potenziale für die Arbeitnehmer und Unternehmen jeder Größe Ein weiterer oft vernachlässigter Aspekt der bAV ist die steuerliche Optimierung. Beratungskosten sind für die Unternehmen steuerwirksam, was zusätzliche Einsparungen ermöglicht. Zudem bleibt das für die Arbeitnehmer bestimmte Kapital stets insolvenzgeschützt, während digitale Depots den Mitarbeitern eine ständige Transparenz über ihre Ersparnisse bieten Mitarbeiter erhalten eigene Zugänge zu ihren Depots und können so jederzeit die Entwicklung ihrer Altersvorsorge verfolgen Steuerlich unbegrenztes Sparen ist für die Arbeitnehmer möglich, sie werden zum Gestalter ihrer eigenen Steuerlasten Diese Gestaltung und Transparenz stärkt das Vertrauen der Mitarbeiter in die unternehmerische Altersvorsorge und sorgt für eine langfristige Bindung an das Unternehmen.

Des Weiteren können Unternehmen durch die gezielte Nutzung von steuer- und sozialversicherungsfreien Beiträgen ihre Liquidität ver-

Viele Unternehmen nutzen das Potenzial der bAV nicht voll aus Foto: dpa

bessern. Beispielsweise lassen sich betriebliche Altersvorsorgebeiträge zur Senkung der Lohnnebenkosten nutzen, was sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern zugutekommt. Zudem können Unternehmen durch geschickte Finanzstrategien bestehende Verpflichtungen optimieren und so langfristig Kosten senken.

Ein unterschätzter Faktor ist der Einfluss der Digitalisierung auf die betriebliche Altersvorsorge. Digitale Verwaltungssysteme ermöglichen es Unternehmen, die Altersvorsorge effizienter zu steuern und den administrativen Aufwand zu reduzieren. Automatisierte Prozesse und digitale Depots sorgen für eine größere Transparenz und Nachvollziehbarkeit für Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen. Mitarbeiter profitieren von indiv iduellen Online-Zugängen, die ihnen einen Überblick über ihre Altersvorsorge ermöglichen Zudem können moderne Technologien genutzt werden, um personalisierte Sparmodelle anzubieten, die flexibel an die Lebenssituation der Arbeitnehmer angepasst werden können. Auch das fördert die Akzeptanz und Attraktiv ität eines Unternehmens als Arbeitgeber Obwohl die eigene Betriebsrente oder die Digitalisierung toll l hk d b bl h l

wie vor von v ielen Unternehmen umgesetzt, dies liegt unter anderem an den gesetzlichen Vorgaben Die Trennung z wischen Beratung und Produkt ist ein möglicher erster Schritt für die Unternehmen, sich aktiv mit den Potenzialen moderner Lösungen auseinanderzusetzen und unabhängige Berater hinzuziehen. Die Entscheidungen für sich und ihre Mitarbeiter zur Umsetzung der bAV zu treffen, wird damit ihr Ergebnis aus der Beratung hin zur Lösung.

Eine interdisziplinäre Beratung, die Steuer-, Rechts- und Finanzaspekte einbezieht, bildet den Schlüssel für eine erfolgreiche Umsetzung der betrieblichen Altersversorgung Unternehmen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen und innovative Lösungen zu nutzen, können nicht nur ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit steigern, sondern auch ihren Mitarbeitern dadurch eine sichere und transparente Altersvorsorge bieten Der gesellschaftliche, demografische und wirtschaftliche Wandel erfordert neue Denkweisen und flexible Lösungen Unternehmen, die sich frühzeitig mit den Möglichkeiten der modernen bAV auseinandersetzen, werden langfristig Wettbewerbsvorteile erzielen und sowohl ihren eigenen finanziellen Spielraum als h d f d h h b b

Gesundheit ist ein Erfolgsfaktor

Warum Betriebliches Gesundheitsmanagement heute unverzichtbar ist

Fachvor träge und Praxisberichte zum

Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement – Wie kommen wir ins Handeln?“ bot die Veranstaltung mit Exper tinnen Foto: Wirtschaftsvereinigung

Ein gut gelebtes Gesundheitsmana gement im Betrieb ist heute ein strategischer Erfolgsfaktor. Es stärkt die Arbeitgeberattraktiv ität, reduz ier t Ausfallzeiten und förder t langfristig die Mitarbeiterbindung sowie die Arbeits- und Leistungsfä higkeit. Doch oft stellt sich die Fra ge: Wie geht es jetzt konkret weiter? Antwor ten darauf liefer te das Seminar „Betriebliches Gesundheitsmana gement – Wie kommen wir ins Handeln? “

Rund 75 Teilnehmende aus Unternehmen der Region nutzen die Gelegenheit, sich über das Thema ausz utauschen Eingeladen hatten die Wir tschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim in Kooperation mit ihren Verbundpar tnern

Die Dringlichkeit des Themas unterstrich Geschäftsführerin Gitta Mäulen: „Die Gesundheit der Beschäftigten ist ein entscheidender Faktor für die Leistungsfä higkeit und Wettbewerbsfä higkeit von Unternehmen “ Laut aktuellen Statistiken liege der Krankenstand in Deutschland 2025 auf Rekordniveau –mit rund sechs Prozent bei gesetzlich Versicher ten und du rchschnittlich 12 bis 16 Fehltagen pro Arbeitnehmer im Jahr.

Die Veranstaltung bot eine Mischung aus Fachvor trägen und Pra x isberichten. Nicole Unger, Projektleiterin im Forum Personalentwicklung, stellte die Z iele eines wirks amen Betrieblichen Gesundheitsmana gements aus

Sicht der Personalentwicklung vor: Erhalt und Förderung der Mitarbeitergesundheit, Steigerung der Arbeitsz ufriedenheit und Motivation sowie die Förderung einer positiven Unternehmenskultu r.

Von den Arbeitsmedi z inischen Z entren Nordwest gaben die ärztliche Leiterin Silke Altevers und Betriebsärztin Lis a Fischer z unächst einen Überblick über Aspekte des Betrieblichen Gesundheitsmana gements und der Gefä hrdungsbeu r teilung psychischer Belastung Sie verdeutlichten ihre Rolle als neutraler, ver trauensvoller Par tner mit medi z inischer und arbeitspsychologischer E x per tise

Petra Dienemann von der AOK Nieders achsen präsentier te alarmierende Z ahlen: „Die Ausfallta ge aufg rund psychischer Erkrankungen stiegen in den letzten zehn Jahren um 43 Prozent, die Arbeitsunfä higkeitsfälle seit 2015 um rund 35 Prozent “

Besonders wer tvoll waren die Erfahrungsberichte aus Unternehmen der Region: Lis a Hülsing von den Stadtwerken Schüttorf Emsbüren und Lena Poppenborg vom Trink- und Abwasserverband Bad Bentheim, Schüttorf, Salzbergen und Emsbüren berichteten über betriebsinterne BGM-Prozesse, die von regelmäßigen Workshops und Aktionen bis z u Anrei zen wie Gewinnspielen reichen. Als besonderes Erfolgskon zept habe sich die Gestaltung und Umsetz ung du rch ein Team von Ausz ubildenden erwiesen. Eva Vrielmann von der Röbo GmbH aus Nordhorn zeigte, wie Betriebliches Gesundheitsmana gement im Allta g in einem kleineren Unte rnehmen umgesetzt werden kann – von ergonomischen Arbeitsplätzen über Teamprojekte und Gesundheits aktionen bis hin z u betrieblicher Krankenversicherung und Seminaren der Krankenkassen

Die Herausforderungen sind dabei unabhängig von der Größe der Unternehmen ä hnlich: Welche Themen und Ma ßnahmen sind nachhaltig wirks am? Und wie erreicht man Mitarbeitende? Für Unternehmen, die Betriebliches Gesundheitsmana gement strukturier t einführen möchten, begleitet das Forum Personalentwicklung den Einführungsprozess persönlich. Ergän zend bietet das Bildungswerk der Grafschafter Wir tschaft pra x isnahe Seminare, die den Einstieg erleichtern

Das Faz it der Veranstaltung: Betriebliches Gesundheitsmana gement beginnt schon mit kleinen Ma ßnahmen und ist eine echte Bereicherung für jedes Unternehmen w v

Der Combo Cargo ist der Inbegriff cleveren Designs: kompakt von außen, geräumig und voller innovativer Lösungen von innen So können Sie Arbeitsabläufe effektiver gestalten und den Alltag erleichtern.

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/ Laderaumvolumen von bis zu 6,6 m3(2)

/ Maximale Nutzlast von 1.400 kg3

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Leasingsonderzahlung (zzgl MwSt ): 0,– €, Laufzeit: 48 Monate, Laufleistung: 10 000 km/Jahr Angebot zzgl. 1.004,20 € Über führungskosten (zzgl. MwSt.).

¹ Ein Leasingangebot mit Kaufoption für Gewerbekunden (Bonität vorausgesetzt) der Stellantis Bank SA Niederlassung Deutschland, Siemensstraße 10, 63263 Neu-Isenburg, für die Autohaus Mar tin Ossefor th GmbH als ungebundener Vermit tler tätig ist Alle Preise verstehen sich exkl Mehr wer tsteuer Der Gesamtbetrag setztsich zusammen aus einer ggf vereinbar ten Leasingsonderzahlung sowie der Summeder monatlichen Leasingraten Sofern der Kunde keinen Gebrauch von der Kaufoptionmacht, werden nach Ver tragsende Mehr- und Minderkilometer (Freigrenze jeweils2 500 km) sowie ein Ausgleich fü ggf vorhandene Schäden abgerechnet

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3 Optional Die maximale Nutzlast berücksichtigt das Gewicht des Fahrers Die Standardnutzlast beträgt 1 000 kg a Die Aktion „Jetzt-Profi-Vor teil“ ist gültig solange der Vorrat reicht im Zeitraum vom 01 01 - 31 12 2025 Nur gültig für gewerbetreibende Handwerksbetriebe in Verbindung mit einem Abrufschein der SDH GmbH Ausschlaggebend ist das Kauf ver tragsdatum, die Zulassung muss über das OPEL Rahmenabkommen DE268970055 er folgen, kann aber nach dem Aktionszeitraum liegen Nicht mit anderen Nachlässen oder Aktionen kombinierbar Abgebildete Sonderausstat tungen sind im Angebot nicht enthalten Das Formular zur Wahl der Prämie wird von der SDH GmbH an den Handwerksbetrieb gesendet Detaillier ten Aktionsbedingungen auf www sdh de Gutschein einmalig einlösbar auf der Website des ausgewählten Pro Par tner Gutschein kann nicht mit anderen Gutscheincodes kombinier t werden Kein Über trag, keine Barauszahlung möglich Für eine et waige Versteuerung des Gutscheins ist der Empfänger selbst verant wor tlich Die detaillier ten Prämien-/Gutscheinbedingungen finden Sie auf www sdh de sowie auf dem Prämienformular

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