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SOWERNUMMER
13., JUNI 19:70.
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Programmheft
Konzert des ENSEMBLE
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MUSICA NEGATIVA
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Mitwirkende: . ChHstine Busenhart,, .' Violine ( '.:.. ~_ •. <." -; _Herm,ann L!3'R'tser,; O,boe &. Klavier ~ 7 ~< --,-,.Mi~ba~b-~I?~~1-i' ,_ Se~ag~eug 'Jakob 'Heftl, HOrn ~)'""'" ~--~-""-~~ .• Bell II}lbpff,. Ge sang_ ...... Joel Jerliiy, Kontrabass Chri'stoph . Keller ,: . Klavier .
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Cpristo,plj Lüseber, 'Flöte' Kurt Meyerhans, Viola Max Nyffeler, Klavier . Rainer ~iehn, Dirtgent . 'rhomas "Sehibler, Fagott ,= •..• r, .~. : ."":: ~ -; .;.: : Mirjam Sohar, -r:Oboe G,e,rhard ~t~ple.r, Klavier .;. ....::- - .. ' Christoph' St~'der, Kla~ier Fran~ois ~ .ThürneYsen, .K1at'inette· Peter "f,~9Jl.1ld.~~, K;Layien ' Mario Ve'l'izago, "Kla:Vier Martin Webel;::~:i'-Ce'llo .'. V:/illy A. VfoqJg~,muth, . Sehl~gzeug Roberl Zemp,' Cello " .
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Die heutige Veranstaltung des
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Le Corbusier in Zürich unterscheidet sich von' den bisher unternommenen V~rsuchen. ein ganzes Haus mit Klängen zu bestücken, durch die Musik. ~"
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r?~e architektonische Anlage eines Gebäudes ,entbindet ni~mals ,von der
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auf musikalische Qualitäten.
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t~Jctur. wenn sie "zum 'Schaüpiat~ einer' 'musikalischen Veranstaltung' gewä.i.llf ~Jrd,
keine Schande werden. Gerecht wird: ihr "einzig ,.eIne ,; seri~se
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kjlische Erprobung. Unser Desid(b'~ät fEit ":V;eder\ '~~i:ihiro~e' 'V~rs'chachtelung von 1. ,,', • " . , ' .. . ',' '.' _.. ....... ~
~inzelkompositionepJ: die nie.Haus werden, 'a:-~~h .vieii( der-:- WDR-Z~e~kba~ sie . -..----~ .. Q~he~b~rgt, noch Klänge" die pseudokommunlkatiy..:.at·o~is~iSch i~( einem S.~ckhausen.
Es handelt sich bei unserem Konzert nicht um: eine Musik für
~t:n Haus. sondern wir glauben, in dieser Stadt' er~ttxip.ls. ein, Haus für Mut<.~
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&9lche räumliche Entfaltung des klanglichen Potentials'· gewährt 'keinen Nach-
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ab. 1 5 ., 3· 0
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Uhr:
John Cage: Music Walk
Zür,ch.~.r Erstaufführung
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Hermann Danus.e:r 1 Christoph Keller" Max Nyffeler> . ' .. PeÜ~r Tschudin ~!:
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Christian Wolff:· 'For 1,
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or 3 playe'rs
Schweiz. Erstauff.
Hermann Danuser , Bell Imhoff. Mirjam Sohar Earle
Brown~
Folio and 4 systems
Schweiz. Erstauff.
Ensemble
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Fr e d va n der K 0
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B l'a t t mus i k
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-scnwerz,":~I"Erstautf; .
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Hermann Danuser , Max Nyffeler ~ Rainer Riehn. Sohar und Publikum
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Frederic Rzewski:
Les Moutons de Panurge
Mi~am
Schweiz. Ersta.
Ensemble
ab 18.00 Uhr: E 1e k t r
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n i s c h e Kom pos i t ion e n aus dem S t u d i 0 U t r e c h t
von
Gottfried Michael Koenig: Funktion Indigo Rainer Riehn: Chants de Maldoror Giuseppe G.
19. 3 0
Eng.lert: Example
Uhr.
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Vo rt rag vo n H~i n'z-~-K1-a u-s -Me t z'g er:- - Die . setzung der Musik
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g:..a.p."i s~h..a
Zu s.a.mJll.e n;
ab2l.00Uhr: Dieter Schnebel:
Concert sans Orchestre
Schweiz. Erstauff. "
Max Nyffeler Jean -Yves Bosseur: T he Ta bby Highwayman
Schweiz. Erstauff.
Ensemble Salvatore Sciarrino: " . . . da un divertimento": Romanze Welt ur a u ff. Ensemble. Rainer Riehn, Dirigent
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Takehisa Kosugi: Mano-dharma, Morton Feldman:
electronic
Schweiz. Erstauff.
Be t w e e n Ca t ego r i e s
Schweiz. Erstauff. ,I,"
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John Cage: Theater Piece :' " Kombiniert mit: Winter Music :'
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Christoph Keiler, Christoph Studer, Peter Tschudin •
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Mario Venzago
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A titre d'introduction generale Wozu Konzerte und wozu sie gar verbal, durch theoretische Konstruktionen oder Tournuren, rechtfertigen? In der Vorrede zu seiner "Philosophie der neuen Musik" hatte Adorno bereits 1948 geschrieben: "Die provok~torischen Züge seines V\3rsuchs möchte der Autor nicht beschönigen. Es muss zyniscp.. erscheiJ~e,n, nach dem, was in Europa geschah und was weiter droht, Zeit und geist~ge Energie an die Enträtselung esoterischer Fragen der modernen Kompositionstechnik zu verschwenden!. Ueberdie$ \re-yen die hariinäqdge:o. f,:trtistisch~n A1lS-. . e ina~derse't;~~n de;- Te~t;;p"';t" ge~;g~atf ,~-a"f"s·.~S'tr"a~c'1f~~~~~"" ", . . . telbar, von jE?,per Realität, die.an innen sic~, desinteressiert. Aber .- . -; ", . 'L; ',") vielleicht .. fällt doch vom exzentrischen Beginnen einiges Licht auf, ei~en Zustand, dessen ve~traute Manifestationen einz~g noch dazu. ta~ gen, ihn zu.maskieren, . . . und dessen. Protest nur laut wi.rd, wo das öf~entliche Einverständnis bloss e Abs ei tigkei t vermutet. Dies ist nur Musik,; wie muss vollends eine Welt beschaffen sein, in der schon Fragen des KO!J,trapunktes von unve.rsöhnlichen Konflikten zeugen. Wie von Grund au~" zerstört ist Leben heute, wenn sein Erzittern und seine Star~e dort noch reflektiert,wird, wo keine empirische Not mehr he~ei~reich~" .in einem Bereich, von dem die Menschen meinen, ,es gewähre ihnen Asyl vor-' dem Druck der grauenvollen Norm, und das doch . ... .. sein Versprechen an sie nur einlöst, indem es verweigert" was si,e. von ihm erwartet." '
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Authentisch revolutionäre Musik laboriert heute an einem Wider~pruch. Die sozialen Verhaltnisse, die sie durch ihre <immanente- te'Cbnis. cJ:re" und ästhetische Konfiguration kritisiert und irl; ausg~zeicl:meten ,Fä:l~.j~~~~~J. ~ .'.;",r-" . ~ len total negiert" verleihen ihr paradoxerweise zugleich einen untilgbaren Privilegiencharakter, auch wenn die Eintrittspreise billiger sind als zu einem Fussballspiel. ·Das aus der repressiven Arbeitsteilung der Klassengesellschaft notwendig resultierende Bildungsprivileg schliesst die revolutionäre Klassp von der Rezeption derjenigen Kunst aus, die objektiv die Sache jener Klasse vertritt. Stattdessen werden die Arbeiter und die Arbeitslosen organisiert von jener Indu~,J
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ßtrie leichter Musik beliefert, die nicht nur selbst unmittelbar ein Teil des Ver~ertungsprozesses'des
Kapitals und damit der Ausbeutung ist, sondern die darüber
hinaus inhaltlich das Bewusstsein der Massen bis zur Paralyse jeder kritischen Fähigkeit verstümmelt, besonders wenn die debilen Gesänge zum Zweck besserer Verkäuf~ichkeit
mit revolutionärem Anspruch auftreten, wie es in der Sphäre des sogenannan,ges~ll
ten underground geschieht, dem kalkulierten Warenangebot der Monopole schaftliche Marginalgruppen.
"Amusement ist die' Verlängerung de:4. Arbeit ,unterm- Spätkap~talismt1s~ Es wird von -dem ~esuC!h';; cler'de~' me})hanisie:rten Arbeit,sprozess ausweichen wi~l, um ihm von neuem
gewachsen zu 'sein. Zugleich aber hat die Mechanisierung solche Macht über de~ Freizeitler'und sein Glück, sie bestimmt so gründlich die Fabrikation der Amüs~erwaren, l.
dass-er nichts ahderes mehr erfahren kann als die Nachbilder des Arbeitsvorgang~ selbst. Der vorgebliche' Inha lt ist bloss verblasster Vordergrund; was sich ei~prägt" ist die mutomatlsierte Abfolge genormter Verrichtungen. 1I S~ stand es schon während des Zweiten ..
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Weltkrieges in der "Dialektik der Aufklärung", und längst werd~n sogar musikalische Kunstwerke so
interpr~ti~r"t:,' als
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be'deutende Komp'ositionen der Vergangenheit' und selbst , ,
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handle es sich um leichte Musik. Es ist einfach,
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der Gegenwart "dem Hörer
die Interpreten brauchen nur ihre Analyse zu unterlassen" Flso, ~
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pie kompositciris'che Struktur zu unterschlag'~n:, ~~d schon ist der kritische, St,achel eliminiert, das Werk komestibel geworden.. Gegen diese von Herbert , Marcuse1 , "sogenannte, ',;. .
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raffirmative kultur" wendet sich das Ensemble Musica Negativa.
Solange die objektiven gesellschaftlichen Verhältnisse, es ve,rwe,hren, revolutionäre .. f •
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dass es in der heutigen Welt ebensowenig KUhert für alle' wie B'rot für alle gibt. Als Remedur wäre die Abschaffung der Kunst so ab. . surd wie die des Brotes: skandalös an der Kunst wie am Brot ~st • r
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also s'chlechte! KUnst aufzuheben, die den Skandal
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vielleicht schmecken, so ist dies eine konterrevolutionäre Tatsache. -
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ist freilich längst in sich selbst kontradiktorisch. "Er ·refl.ektf"e·rt~·· die sozialen und technologischen Antinomien und Aporien der realen GesCIyj ahte''': :Expans.:ive",unc,1 selektive Tendenzen der historischen Entwicklung: des MatE;JZ.ia;:Ls d.er Musik smd .t,echnisch und ästhet:1sch bis ,
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heute nicht miteinander zu versöhnen; anarchische Desorganisation und rationale Kontrolle stehen als Methoden der fl;'tft~qn
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der Eihspruch· deß,~f;)ubJekts kollidiereln m:iteinander. Die Konierte,
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die nur einE?~. Teil des gegenwärtigen .muSikalischen Spektrurils zur .:' Darstellung bT!i'ngen, sind nicht als.','Panorama der aktuellen Situation~
sondern als Andeutung ihrer Konflikte zu nehmen. ", ',1,.
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John Cage: Music Walk "Mus,*c:·,Walk'! entstand i958 in Stockholm und ist Heinz~Klaus Metzger gewidmet, der bei, der,. Uraufführung in Jean-'Pierre Wilhelm's Düsseldorfer"Galerie 22 jenen berüctltigtEm Eillführungsvortrag 'hielt, irt dem er den Begriff des "in'st'rume{ritalen 'theaters'" kreierte~' Das Werk ist für '~in-e beliebige Anzahl von Spielern, "Kla~ieren und Radioappar'aten'g~schi'ieben:' S~fne 'Dauer" ist irei~
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ct~e" A1f:sar~e~tu~,: ~iner jy~rsion st~ll,t, ~er :Kollwonist eim~ Folge, mö~l~c~er
Ope:ratiopen' zl:\r, impler,..:präziseren DeteFmination der EinfieTak.tion\9p. ~~r V~t fügung, die die ;,.rnt~rp'reten von eine:rn ,bestimmten Punkt .an akzeptieren oder verschmähen 'können.
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Earle Brown: Folio Die frühen Entstehl;l]Jg,sda.ten einiger Stücke aus "Folio" sind stupend. Es handelt sich in "November 1952" und "December ~9~2" um die ersten kompositorisch radikalen Kritiken der traditionellen Notenschrift. Die hermeneutische Multivalenz der Einzelzeichen wie ihrer Relationen verleiht diesen Stücken fast eine Art konzeptualer Multidimensionalität. Sie hielt freilich vor der Physis der Notation inne : ein geplantes Stück, das Brown' aUf einen sphärischen Körper schreiben wollte, der im Wasser schwimmend um unendlich viel Achsen hätte rotieren können, kam niGht zustande. Doch fällt einzig von diesem Extrem her das volle interpretative Licht auf den ganzen Komplex "Folio" • Heinz-Klau3 Metzger
ZU
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FOLIO"
i'Time is the actual dimension in which music exists when performed and is by nature an infinitely divisible continuum. ,No metric system.or notation ba~, " sed on metries is able to indicate all of the possible points :in the continuum, ,', 'yet sound may begin or end anywhere along this dimension. " *) , Similary, all of the other characteristics of asound - frequency, intensity, timbre, modes of attack-continuation-decay - are infinitely divisible continua' and unmeasurable. The imposition of approximate scalar-systems is obviously possible and efficacious, but to deal directly with the experience of a continuum on its own unknown terms seems to imply that the unmeasuring eye and ear are their own terms and experiential justification and compatible with unmeasured experience.. An ambiguous but implicitly inclusive graphie "notatiori", 'and alert~ sjqllpathetl"cperformers, are conceivable catalysts for activating "'this "prob'ess" w'ithin continua . r"A..... ~,*l. ";l ~~ '-r!".,:. ~~.\.. 1":' (t '9Ilf'~ ~
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. .. to produce graphie situatio:t:Is, the implications of· which would involve the , performer't s response as a factor leading to multiple "characteristic" realizations of the piece as an audible event; .•. to extend and intensify the ambiguity inherent in any graphie representation and possible composer, performer, and audience response to it; a work, and any one performance' of it, as "prdcess" rather than as static and conclusive. ' Earle Brown >:<)from a program note to "Music for Cello and Piano", 1955 Fred ..van der Kooy: Blattmusik Die historische Leistung, die van der Kooy mit diesem Stück zur Diskussion stellt, besteht in der Ineinssetzung von Partitur und Instrument. Die Partiturblätter selber bestehen aus klingendem Material und können mit den Händen oder anderen Körperteilen €felesen werden. Heinz-FJaus Metzger Frederic Rzewski
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LeB moutons de Panurge
Dass wir das Stück an den Schluss des Nachmittag-Programms gesetzt haben, kommt nicht; 'von ungefähr. Das Ensemble Gottfried Michael Koenig: Funktion Indigo Koenigs "Funktionen", die im einzelnen nicht mit Nummern, sondern mit Farben bezeichnet sind, da die Beziehung einer Reihenfolge zwischen ihnen nicht besteht, sind gleichberechtigte Exempla qesselben Versuchsprogramnis', für , dessen Formulierung und technische Steuerung ein Computer eingesetzt wurde~ Koenig ist der derzeit ungebrochenste Experimentator auf dem noch unerschlossenen, Gel?let, der Verwemdung von Computern in Kompositionsprozessen. , ,
Rainer Riehn
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Rainer Riehn: Chants de Maldoror Meine Komposition" Chants de Maldoror" stammt aus den Jahren 1965/66 und 68/69. Als Material habe leh ausschliess1ich technische Störuhgen d~r Apparate und des Pr09,uktionsprozesses gewählt. Auf, die aufrührerische . FUnkÜon von Fehl~rn hatte mic4 ~n. der T~t.' :einmal die Nachprüfung ,.der literarischen Tech.iiik, La:1,1trea:r;nQr.lts, gestossen. JiCde Ae4nlichkeit mit dessen Dichtung "Les' Chants 'd~ h'Iald~ror" ist jedoch rein zufällig. . " . I;' Raine:v Riehn .~
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'bieter Schnebel: C'onccrt sam; ,pZ'chestre Das Stück ist eine auskompon5.e:'~~··~ F2.s~mng der Komposition "Reactions". Ueberhaupt ist "Con:cert sans orchesJ~relf, der Tradition verpflichtet - ält~,rer , in der Anlage (Form'-Exposition) des Stücks, rezenter'er in'· deren Durph~uh ,'runge ,Die Hommagen, die sie enthält, mögen sich nich( ~rst 'eing~hender' Beschäftigung erschliessen. '
..
':Als ,Version von 11 Rea.ctions'" nicht nurd e s Jahres 1964, soride~n au~h ' f'ü r .1964 we'rden, die Verhältnisse dieser Zeit berü'cksichtigt" und ist "Conc'e,rl", ander's als die' 'Musik von "Reacticns ll , zeitgebundl'in :.. will sagen: es rechnet mit einem Publikum, für das die derzeitigen Konventidnen ,gültig' 'sind. Wenn andepswo ,oder in Zukunft kein solches: ,Publikum vor1t~riden ist" ~ann das Stück nicht gespielt v/erden." ;, " Dieter Schneoel ,',
Salvatore Sciarrirlo:'
"C:a U11 divertimento" entstanden 1968-70
Die zur Aufführung gelangende ;!Romanze ll ist der 3. Satz eines 'fragmentat-ischen Werks. Das traditionelle Schema ABA, dass die Kompqsition, sowohl hn, Detail als aucn im Ganzen,' formal reguliert, entzieht sich infolge qer Komplexität ,.und des Raffinem.ents'der musikalischen Sprache fast der w:aprnehmung. (Dieser' Sachverhalt sei besonderer Bec.chtung empfohlen.) Das EnSemble Jean-Yves Bosseur:
The Tabby Iiighwaymo.n,
Das 1968 entstandene Stück ist, für fen bleibt, um welche Instrumente verbale Angaben und musikalische ~ie sie spielend, rezitierend ode:'" ~
t.·
acht Ausf.ührende und Tonband ge'dachtj' io f _ es elch handelt.' Den Ausführenden sind Graphismen zur Interpretation anempfohlen, schreiend frei du~chs9hweifen mögen. j;'
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Jeah. Yves Boss'eur . " i 'fakehisa Kosugi: 'Mano·-dharina, electronic 1967
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Kosugi definiert den Inhalt seiner "~echnisch -ästhetischen" Programms 'ills ','music expnded". Die Icle'e" bezieht sich sowohl :auf die historische 'Explosion ·.. t
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des Mus ikbe griffs , seit Cage, 3chnebel und Kagel. das optische Element des musikalischen Aktes emanzipierten,, wie auch insbesondere auf die ausserordentliche Dehnung der Vorgänge in der Zeit, die dem Kosugi'schen Extremismus eigentümlich ist. ~
Mano-dharma electronic, visiert die Möglichkeit eines elektronischen Theaters, zumindest als prospektiv. Materialien der Komposition sind wechselnde Beziehungen zwischen Sender und Empfänger. Das
:~nsemble
Morton Feldman : Between Categories, 1969 Die Spielanweisungen des Kon1.ponisten zu diesem :Jtück für 2 Gruppen zu je 1 Klavier, Violine, Cello, Röhrengloclten lautet: Durations of simultaneous and single sounds are extremely slow. All sounds are connected without pauses un~ess otherwise notated. The dynamic level i8 extremely low, but audible.« .~- ..''P-'?-~ .. :,-" .... - _...... , " ' " ••: ~ ..".--=,'""'-.-"" _ ~ .. __ .., .. d:';j,II'E"""
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Morton Feldman
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J ohn Cage: Theatre Piece
Für eine Aufführung dieses 1960 komponierten Werks stellt sich jeder Ausführende ein individuelles Aktionsrepertoir zusammen, indem er beliebige Nomina oder Verba (oder Nomina 1..! n d Verba) auf einen Satz von 20 numerierten Karten verteilt. DIese sind das Material der "Skalen", aus deren Anwendung , Cages Notation besteht. II Eine Probe hat einzig den Zweck, physisch geiahrliche Hindernisse zu entfernen, deren Vorhandensein infolge der Unvorhersehbarkeit des Ganzen nie mal!:; auszuschliessen ist. 11 Eine Koordination der Aktionen findet nicht statt. Die Rolle der Sprache in dieser halben Stunde technischer und ästhetischer Anarchie ist bemerkenswert. Im tradit5.onellen Theater pflegt Sprache mit dem vorgetragenen Text zusammenzufallen, der gemeinhin nachgerade als das Stück selbst gilt. In C8.ges "Theatre Piecell sind es sprachliche Zufälle, unvorhersehbare Konstellationen irgendwelcher Nomina und Verba die den Inhalt der voneinander unabhängigen Handlungen bestimmen. Intention des Verfahrens ist Freiheit, seine Bedeutung unter :!en herrschenden Verhältnissen aber, dass alle Menschen ohne A'isnahm.e '.bis heute nur Unfreiheit- kennen.< ~ Heinz Klaus Metzger
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Cage: Theatre Piece
Das bereits 195'7 durch eine Serie von Münzwül'fen entstandene Stück besteht (;'lus losen Elättern, -He von I - 20 Pianisten nacheinander oder gleichzeitig vorgetragen werden können. Aus dem erwähnten Zufallsorakel ergaben sich die ~nzahl der Noten und ihre Placements, ferner die Entscheidung zwischen Violin- und Bassschlüssel für die einzelnen Akkordkomplexe, wobei meist die konkreten Figurationen 1er Schlüssel, in denen zu lesen ist, meist derart ausfielen, dass sich Ambiguität ergab . Auch sind die Akkorde schier durchweg~ seils in Folge ihrer Lage, seils in Folge zu grosser Anzahl ihrer Komponenten unspielbar. Die der Bewältigung durch herkömmliche pianistische Verfahren entzogenen Bestandteile durch besondere Resonanztechniken dennoch zum andeutungsweisen Erklingen zu bringen, ist das spezifische ?roblem dieses Charakterstückes. --Heills-Klaus Metzger