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Dissonanz nr 1, 1969

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DISSONANZ, Organ dar WZ

Redakt.i on: Max Nyffehr., Lind.enqofstr. 4,8?ol Zllfich,' 'TEÜ .27 81 34 Fran'iois rrh~rneysen, Roswiasenstr~ 140, '8.051 Zürich, 'Tel. 4i 17.88 Preis: Fr. 0,50, Postadresse.: OMZ, Konservat::lrium, Florhofgaasa 6, 80"'01. Zürich Postchßckkonto: pc., ~o -4!;" 6

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PRAELUDIUM I."

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wir 'hätten 'ünsere Zei,tung au~h "Ko,l'lsonan:z" nennen können. Am näch~t1iegenden iat ja immer das Mgenehme. A1l9in, wer da'Öhte uab'ei nhnt "sogleicH 'an die' beliebt en G1Uckw~~&~hkarten m~ t ll;lf eisen und Klee'qlü't;tsNl: abg~!3chma.ckte " Beispl.el,a f:ir ~.ie, Te.tsaQhe, dass \Johlkiäng' als ästhatisc:ries aiucksver,s'prechan ,,':... sich bIess no.~h als Kit~ch verwj,rklhhen Ü.is~t. Unt er q,~ esen V:oraUE?setzungen .J. Konf!~r:l~nze~' zu !"tirttc;Hlieren hiesse ~inen Jubei~h.Or au.f das B!i3ste~anda anzusÜmmen, was' nngesiQhts der bestehenden Probleme eine 'w~hrhaft überflüssige Baschäfti- ,. # gung wür.e. I~

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Ande~seits .1iJ:."nd w1~ .üns bewusst, dass D~ss.ona~zen,. und ~eien~sia noch so gilt. ;. instr.uEl)a~tier'tfka~m noch den ~1ider~:t.l f~ndsn, der ihrem' proV:9)\at0:r'ischen We.sen' doch eQts.,prälhe: sie ',;verden he~te :llÜhelO~ ~,.bsorbiert. U;infElltig also, wer, - s~i's als .Pr0Y'. z.i'erend er , seit s als, ProvP,zierter:- no.~h an ihre.. Sprengkraft g~ubt61. !."

. s blei1?t

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also zu tun! .

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Im Stillen als Maulwurf 'uns)~~:'~q'i~"zu graben, qder .in einem v.erstaubt'~n ,,'inkel:,: des lokalzUrcherischen Musiklabens 'unser Netz Z',l spinnen, in der 'Hoffnung, das's sich, doch einnal, etv'Ias darin verfungt! - V~ellei.cbt. \~ir . können aber auch unser-e M:.lsikel"ohren sOi"t'z"fm-und: f':I:ei-s'Sig' horchen, was nn Tönendet:n so herumschwirrt • Un~ uris~reileglei tfiguren zu diesem Singsang . werden ganz v::mder ODerstimme abhäno.·;.:'::· gen: Als brave Handwerker.sehen wj,:r bl06s .punct:..tUl contra punctuUl, versuchen . unsern Part' attraktiv z~ gestalten und hoff~n, da~s ihn ~ar eine oder andere, mi tspielt. ~ ... ; ,.

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MUSIKALISCH,.!. RHYTMIS('\HE: ERZIEHUNG • , ...... ' ............... ,. ':sC .. ies' _.:. e "': ',,1 r J' ,

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Woher kbmmen eigentlich die vielen Mädchen, die am Dienstag in der Musikgeschichte sitzen? So ~ag sich schon ma~cher Konsi-Schü~ ler gefra.gt haben, dessen nicht'·bewus·st, dass das Konseryatorium Zürich zu den wenigen Musikhochschulen der Schweiz gehört , die eine eigene Abteilung fUr musikalisch-rhytmische Erziehung fUh~ ren. Es ha.t auch jeder SchUler des EinfUhrungskurses und der Mi ttelstufe das Anrecht· auf eine urtentgel tliche wö.chentliche Rhytmik·stunde. -'Aber was ist"dieses Rhytmikseminar genau, was lernt man da, welches sind seine Ziele?

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Die 3t jährige Ausbildung um.fas at drei grosse Gebiete: MUSIK? BEWEGUNG? PAEDAGOG IK Musikalische Ausbild~:Rhytmik - Musiktheorie ähnlich derjen1." gen.. der: B.e.ruf sschU:ler: . Musikge schichte, Solfege, Diktat, Harmonielehre, F~rmenlehre, Chorgesang. - Klavier - Bambusflöta - Improvisation mit Klavier und Schlagzeug. 1" ...... ,

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K"oryerbildung und damit in Zusammenhang stehende Fächer: o;ymn'ä'st'~k" • , , Bewe-. gung - E~tohie - Malrisa:ge - Anatomie ..,. Choreograph~~. \~ PEidag"gische Fäche~~'.. ·EntwicklungspoyahOlOgie ... ~rakt,i~~ in Kin- '; ',. . " der garten und f8.chule - Ho ap~ tieren. - Einf:Ul;lri;lne; in in die he+lpädagfOlg;i::.;tche .Rhytmik. Hier,' ist vor allem we~~YQll und wic~tig, da~s viel praktisch gearbeitet werden kann~ .

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Welches sind nun die Ziele d.ie aer Abteilung, was ist :RJ;1y:tmik? Begrlindet wurde die Rhytmik du~ph Emile J.:aques-D,a.lcroze ;: /f~.!' .alfl Musiklehrer ~tn Konservat.ort'Ujrr QelJ.f. seinenSyhUlern;·durch Be-' ..' wegutlg ha:~{, rhytmlsche .und musik'a~ische pchwi,erigke~t~p".~.t{tiber,,": winden. Das Ziel der Rhytm.ik war ,also ·ursprünglich rein mu:s~JI:(? pä'dagogischer Art., indem sie half, m'}sikalische Probleme zu 'klä:'" ~ ren und ,durch das Erleben der Musik am eigenen :teörper ein~ stärkere Beziehung zur Musik schaffte. Die$~ Grundidee wurde durch Mimi Scheiblauer, Schlilerin yorl' Ja.ques~alc:r6ze; weiter ausgebaut; "Rhytmik iat Erziel;1~g :zur Musik -"und lturch Miisik;tt. .'

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Elemente sind 'd16 ',~r~~dlage "v,~n Bewegung un'Q Musik: Da~' Zeit-. Liche, das Klangl:+.che ·f~~:a:un;llic.he), .,dß.s, D,Y!lkmische und das Formale,_ Ein jedes die ser vier' Kleinen te .libt eine eigene " be stimrht.e Wirkung auf den' Menschen aus, eS"kommt ibm also eine beeinfluasenae und damit bildende und erzieherische Wirkung zu.

Die Agogik, das zeitliche, .. Ele.ment in,de:r. .Musik (Rhytmus;' Takt,. Metrum, Tempo), wirkt unmittelbar und stark auf die Motörik, auf: den Bewegungstrieb, also auf den Körper des Mensche~. Das Umsetzen von·zeitlichen Abläufen in Bewegung bildet die sensorischen und mot~riBchen Fähigkeiten aus, es verlangt eine grosse Beherrschung der Motorik, die nur durah eine grlindliche Körperschulung möglich wird. Dies gilt nicht nur flir die rein körperlicha Rhytmik, sondern ebenso sehr fUr die sensorisch~motorioche Schuluqg im a11.~emeinen, handle es sich um die Spiel technik eines Instrumente s, eder um die Ausbildung in irgend einer Berufstechnik.


.Der KI,ang, das Räu~liÖhe, (T()~,: MeTodie~ Harmcn';g.) ~ dringt ebenso ., . - . tmm1.tt-elbar in den Mens chen ein wie ~da.s' zei tli'ch~ Element, aber er' dringt'· tiefer und wir'!rt damit auf S,e.ele und GemUt .. ',Es ist da,-,' . rum :d1e, Q"uali;tät und nicht die Q}lantität'der ~änl36' von a).lsserqr .... " :' ,dentlich er,~ieherischer. Wichtigke,i t .. Die ~El1Jf i'st, ·di'e'ge:stalt,en'fia Kraft in d.~ Musik" Sie reg t aber auch die gestald~:i~ den Kräfte 1m Menschen an, befruchtet das S.chöpferische in d:hm~ '\:md .::fUhrt. ihn zum Ausdruck. Dies wird besonders beobachtet .und anges·trebt im RhytmikuE.ter1cht. Die Form, ist d.as ordnende Element. Sie wirkt auf die innere, und äussere Ordnung des Men'schen, .sie wirkt auf den Gei st. " . . Aus' di-esan" Ueberlegungen ergibt si.ch, ;dass den v.ier Elementen' der . MU,slk',; erzieherische' Kraf' innewohnte "Voraus'setzung ist allerdings, dass'·das zeltliche, das klang!Liche, <Las. dyn?mische und formale : .Element der MUsik in der rec'ht.en Wei se und. zur re"Öhten Zeit an '_den Menschen herangebracht wirp;.. ..'14 (Mimi Scheiblauer) Ueberblickend sehen wir: Mit Bewegung und Musik kann ich den Men." " schen erziehen .und bilden" .Di,e.s ist Aufgabe und Ziel' der musikar;"'liS,ch-rhytmisChen',Erz'iehupg, '. "fvelche dj.e Erziehung ,zur Ganzh6flt i .i:.·;~ß.nstrebt·,·~ indem: .sie KörpeJ?; Seele und Geis: gle.ichn1ässig ausbil,~ ,d,et,; dle'S bedeutet, wie weiter oben erwähnt, Erziehung: durch Mu_slk .. :: .:: Gleichzeä tig ist d·ie musikalisCh-rhytmische Erziehung eine umfassende EinfUhrungin':die Musik, di~ beste Unterstützung des '''Mtisikunter,-::,," riehtes;~ 8ie' also;, wie oben erwähnt, auch Ei'!iiehung z~r ,Musik. ,', •

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Bei Schulkindern :.Lässt sich die se Uebung wei tel" ausbauen: "Um' die Bewegungsphantasie anzuregen, lassen wir da.s Kind verschiedene


Hüpfrichtungen und -arten finden, vorwärts, rückwärts, seitlich, drehend, et-c. Auch in "musikalischer Richtung" 'können wir die Phan",:, taeie anregen, indem 'wir jedes Kind das Motiv auf andere Art klopfen lassen (auf Boden, an Wand, auf Stuhi, mit der Hand oder allen möglicheri Geg~nständen wie T~o~melschlegel, Ball,etc.),was unter~, schiedliche Gehörse1ndrUcke vermittelt. Nur' viele'Eindrücke regen die schöpferischen Kräfte an. Als Gehörsübung soll die jeweilige AuafUhrUngsart erkannt werden. - In diesem Alter lernt das Kind auch das Notenbild kennen: wir lassen das Motiv, schreiben; einfa... che Uebungen schreibtechnischer Art, sind bereits Ansätze zu späterem Dtktat. Das Kind wird also ganz allmählich in' die Musik eingeführt. Diese Uebungen sind nicht auf kleine Kinder beschränkt, sondern lassen sich für jedwede Altersstufe b6lLebig var lieren und erschweren. Für grössere Kinder würde man das -M.otiv in einen länger'en Rhytmus einbauen,. den die Füsse ausführen', während die Arme dazu taktieren. Berufsschüler könnten mie einer Hand den Rhytmus klopfen, mit der andern ~aktieren, und mit den Füssen einen ,Gegsnrhytmus dazu gehen t Dur9h Mimi Scheiblauer hat die Rhytmik a~er auch in der Heilp~da­ gegik neue Wege gezeigt und ist damit auch auf diesem Gebiet von grossem erzieherischem und gemeinschaft"sbildendem Wert. Taubstumme können nurch das Erfühlen der Schwingungen an eienen Tambourin 'oder an dervWand dee Klaviers mit ihrem Vibrationssinl1 (Tastsinn) den Rhytmus erYeben - und wiedergeben. ja sogar hohe und tiefe T,öne 1+nterscheiden. Diese Entdeckungen sind für die' S~ractientwlck­ lung der Taubstummen äusser st wichtig. - Die Rhytmik ermöglicht die Erfassung und erzieheri8che Behandlung nicht nur von Ta~bstum­ men, sondern von allen körperlich und geistig q-,escuädigten, 'wie auch von Schwererziehbaren. ", , Mimi Scheiblauer hat eine grosse Entwicklung durchgemacht. Selbst aussergewöhnli..chmusikalisch begabt,' studierte sie Mu~ik und kam 'na.h'·i~rem Klavierdiplöm zu Jaques-Dalcroz.:3 nach Hellerau bei Dres,den, ',um sich bei ihm alB Rhytmiklehrerin ausbilden zu 'lassen. Hellerau öffnete ihr auch den Weg zum Theater, zur Choreographie - so gestaltete sie sp~ter manche Aufführungen im Stadttheater Zür1ch. Durch Fri tz Hegar wurde sie ans Zü~cher Kongerva torium berufen, für'Rhytmik-und Klavierunterricht. Nach mehrjähriger Tätigkeit und gestützt auf ihr fundiertes musikalisches Grundwissen und Können gründete Mimi Scheiblauer 1926 am Konservatorium Zürich das Seminar für m'i.lsikalisch-rhytmische Erziehung, wo sie zun~,~hst al'le Fächer. selb st unterrichtete. Mit der Zeit entwickel te s~,ch die Schule immer mehr, so dass es nötig wurde, weitere staatlich diplomierte'Lehrer beizuziehen. Allmählich richtete Mimi Scheiblauer ihre Haupttätigkeit auf die Heilpädagogik, und was sie auf diesem Gebiet an aufbauender,,~ bahnbrechender und menschlich wertvoller Arbeit ~eleistet hat', 'bringt der Film tlUrsula - oder das nnwerte Leben! als"Kröll;ung 'ihres Lebens zum Ausdruck" Menschliche, musi-kalis6he und künstleri sche , 'Grö sse stellte sie 'in den D'ien st der Mitmenschen. . ' . Das Rhytm~ksemipar ,

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PB 'Das Rhytmiks'eminar hat gegenwärtig m~ t etli~hen Schwierigkeiten zu kämpfen, da nach dem Tod der langjährigen Leiteri~ dieser Abteilung Mimi Scheiblauer niemand da 1st, der ihr Werk weiterführen könnte. Redaktion

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JJER AUFBAU DES KONSERVAT.0RIUMS (gemäss den seit 1960 in Kraft stehenden Statuten) , Verwal tungsra t ..

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"'Kontrollstell~

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Ausschuss des Verwaltungsrates ("Ausschuss") J

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Direktion

Lehrerkon~·-

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Dasobenstehende Schema e!lt'aast die fünf regulären' Organe des Konservatoriums - die OMZ,zählt juristisch als Verein mi~ fakultativer Mitgliedschaft nur bedingt zu ihnen -,und versucht, qie zwisohen ihnen, herrschenden Verbi.p.dungen darzustellen. '-'---'-'_~ c

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verwaltun~srat'

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. Der Veral ungsrat ist', das, oberste, gleichsam l.egislative Organ der ,·Stiftung. Er b~steht aus 9 Mitgliedern (Präsident ist g~genwärtig , nr. Georg Vetter. Die weiteren Mitglieder sind im 92" Jahresbericht auf Seite 2 angeführt~): je zwei Vertretern von Stadt unfr Kanton ,Zürich, sowie fünf Abgeordneten von hiesigen MusikVereinen (Allgemeine Musikgesellschaft ZH, Gemischter Chor ZH, Tonhalle-Gesellschaft ZH, Männerchor Zürich und Zürcher Liederbuuhanstalt)9 Diese Vereine hattep. b,ei der Gründung des Konservatori:ums im vorigen Jahrhundert durch bedeut~:n.de Leistungen mitgewirki?, und besitz-en seither Vertretungsrecht i~ Verwaltungsrat de+ Stift~g. Da heutzutage ihre jährlichen Beitrage allerdings kaum mehr al~ symbolischen Wert tür unser Institut besitzen, und überdies keinerlei fruöhtba~e Bezi,ehungen zwischen uns Schülern und diesen Vere'~nen (mitAsnahme der Tonhalle-Gesel~schaft) mehr bestehen~ muss die Frage aufgeworten werden. ob :Direktion, Lehrer ..... und Schüler~chaft des Konseryato..riums noch zu Recht sich - wenigstens formal - von Reprä~entanten der genannten Vereine bestimmen lassen wollen, die immer~~n im Plenum,des Verwaltungsrates über die Mehrzahl der Stimmen verfügen. , Für das künftige Musikinstitut nach der Fusion mit- der Akademie liegen denn auch Pläne vor, die auf :einen allmählichen Abbau d'~r Ve~ reinsvertretungen abzielen.Hinzu kommt, dass die Lehrerschaft dann , nich~m~hr ~ie bisher im Verwaltungsrat bloss beratende Funktion, sonderp. St1.mmrGOllt--ho.l::u;;1!l wird (obgleich ,nur mit einer Stimme vert;reten) .'i ' , ,-', Von den :tp.annigfachep. ,Entscheidunge~, die vom Verwaltungsrat getroffen werden, se~en beispielhaft einige .. erwähnt, welche für unsere Schule in nächster Zeit von besonderer Relevallz--aein-werden: Wahl des. Direktors, Erlass, der Schulordnung und sämtlicher Reglemente, Festsetz'\-ffig der SChulge,lder. In Wirklichkeit arbeitet der Verwal.. ~ungsJ:'at selbst 'ehe:r'selten die inFrage'~tehend.en'Projekte im De,:ii!?iJ., aus. Meist,e:n.s verleiht er in ae.1n~n wenigen. Sitzungen pro Jahr , Vorl~gen, die. yom Direktor oder d~m Ausschuss vorbereitet wurden, ,gesetzliche Gül ti,gke1 t. ' ~J Dies wurde in der Sitzung der vorberei t,enden Kommission äm 27. Je.-nuar dieses Jahres "au~, A.ntI"eJßl yon Herrn Savoff ,besc.hl.o-ss.en.


, Ausschuss Er besteht aus drei Vertretern des Verwaltungsrates, dem Direktor und dem Präsidenten des Lehrerkonvents (zur Zeit Sava Savof..f), die" alle stimmberechtigt'sind. Seine Entscheidungsbefugnis aus eig~ner Komptenz betrifft v~a. die prOVisorische Anstellung von Lehrkräften, Neuanschaffung von Instrumenten und Gewährung von Stipendien. Wichtiger als diese Aufgaben sind jedoch, wie bereits angetönt, die vorbereitenden ~rbeiten, welche ·der Ausschus~ zu Handen des Verwaltungsrates durchführt, In ihm, und, wenn wir die' causa efficiens noch eine Stufe tiefer flssen, zu~örd~rst beim Direktor werden realiter die wichtigen Entscheidungen getroffen, die den Unterricht an unserer Schule im weitesten Sinne be~timmen~ Direktion Person und Wirken des langjährigen D~rektors Rudolf Wittelsbach dürften uns Schülern unter allen Organen des Konservatoriums am besten bekannt sein; so dass sich a~ dieser Stelle längere Ausführungen erübrigen dürfteno Obgleich ~h-Artikel 12 und 13 der Statuten des Konservatoriums ihrri di'e, Durchführung der Bes'chlüsse des Verwal tU,p,gsrates und des Aus$'Dhusses ~uferlegt werden- wonach er str~ng gesehen vorwiegend "exekutive'i Funk,tion ausübte ... ,ist es doch 1{udolf Wi ttelsbach, welcher im Grossen und ,Kleinen unsere, S,chule lei .... tet, und in wessenHänden auch alle Fäden zusammenlaufen~die die Projekt~erung des fusionierten Musi1{inst:i..tuts angehen. Dank seinen aussergewöhnlichen' Fähigkeiten in Ip.usika-lischen und, n:i::cht' wenig.~r wichtig, in administrativen und finanziellen Be:Langen hat Bi'eh d~s. ·Konservatorium in einer durch seine Persönlichkeit 'geprä~ten Weise entwickelt. Es wird darüber zu diskutieren sein, .ob die Leitung der f1,lsionierten Sch'llle ebenfalls nach einem"Einmannpril:l:.zip"geEitaltet werden ~oll, . oder ,ob der -erheblich grössere Bei:ri~b und die daraus :resultierende - Mehrarbeit andere Formen, der Organisation,notwendig machen könnte o Auf teilung in'administrative und künstlerische Direktion (was insofern schw±erig wäre, als unsere Probleme nie i~olie~t ~er einen oder andern Ebene angehören, sondern mus!i.kali·sche und finanzielle Gesichtspunkte leider stets gekoppelt ~ind), Entlastung des Dir.ektors durch einen ihm veran.twortlich.E?n Sachverwalter"bder 'ein Di-rektionskollegium, das sic'b, aus ,mehreren J?ersonen .zusEpnmen,setzte, 'wären die~bezüglich mögliche Formen Ferner. sollte erörtert ~erden,' welche Vor- und Nachteile eine eventuelle Befristung der AmtsdaUer des Direktors ,( etwa ~uf 4 .- 6 Jahre), a?-so "ein' 'zu d.en Uni versi täten analoges Yerhäl tnis 9 für ein musikali,sches Ausbild\l:ngsinsti tut impliQ ,

~i·ert. "

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Lehrerkonvent ' , Als Organ der Lehrerschäft di,ent der .Lehr-erkonvent dazu, die berufli'chen Interessen der Lehrer zu wahren .. Ueberdies kann er erneuernde und abändernde An~räge zur schu10;rdnung formulieren, die an die drei oberen Instanzen zur Beurteil~g 'eirigerei9ht w,er"den. 'Beschlusskraft besitzt, der Lehrerkonvent nicht o ~Z

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Formal gesehen,erschöpfen sich augenp1ickliCh die Rechte dßr OMZ innerhalb des _Konservator~ums i~ 'einer ,einseitigen'konsultativen Funktion; Wir Studenten können ·'v.6rläufig der Direktion (wir ho.ffen·, später im Verwaltungsrat wenigstens unter Mitspracherecht ver~reten zu sein) Anlie?en und Wün~che unterbreiten, 'ohne dass damit Weiteres


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unmittelbar verbunden wäre. Da wir aber gerade in Herrn Wittels .... bach einen Direktor haben, der rational stichhaltigen Argumenten gegenüber offen ist, können wir darauf vertrauen, ~ass unsere Arf beit, wenn sie mit Einsicht und Gründlichkeit geleistet wird, nicht ohne Nutzen bleiben wird. Hermann Danuser Anmerkun~ der Redaktion: Von der lusikakademie wollten wir eine ähnlic~e Aufstellung machen. Als unsere Leute sich die entsprechendeB Unterlagen beschaffen w;ollten, eShiel ten sie von der Leitung der chule den ·Bescheid, 'es gfibe keine tatuten, und die Stiftungs~rkuJ:lae, 'aus der die Organ,:i:satron vieUeicht ersichtl:i"c.h ~ist, könne uns nur mit Bewilligung :des Stiftungsrates ausgehändigt werden. ,Das wäre wohl zu kompliziert.. . Für uns heisst das also: An dieser Dchule sind die rechtlichen Verhältnisse nicht durchschaubar.

APROPOS JOHN CAGE Notizen zur Vortragsübung vom 1. Februar 1969: Joh~

Cage

ist.~iner

der Komponisten, über die man viel liest und hört,

deren~Werke aber nahezu u~bekannt sind. Bedenkt man den enormen Einf~uss,

den seine Musik auf .die .jünger? eur~päische Generation ausgeübt hat, ist diese Tatf3eche ·~ig~ntli.ch btaschämend. Zugegeben, viele seiner Werke sind aus y~rschiedene~ Gründen s?hr schwierig aufzufUhre~., Doch fehlt es des öftern ganz e~nfach am guten Willen und vo~ allem an der richtigEm Einstellung zu dieser Musik, die mit der tra'dÜ;ionellen Kunst kaum etwas gemein hat und daher auch nicht mit· .,4en gängigen Mass'stäben beurteilt werden darf. Ihre Haltung ist viel ß}ehr meditativ, ba'sierend .auf chineskher Philosophie. Schon früliere ,Werke wie die I Amores I oder andere Schlagzeugstücke sind völlig frei vort'~ Einflüssen äi 1:;erer Musik t auch der seines Lehrers Schönberg • -Cage ..:p.immt in ihnen viele Erscheinungen voraus, die zehn bis zwanzig Jahre später in der'europäischen Musik aufgetaucht sind. ~~ seineQ jüngeren Werken hat Cage eine konsequente Entwicklung von der streng fixierten Musik zu Zufallswedcen gemacht~ ,Zuerst nur kleinere Details freilassend;; hat er baict eine Technik entwick~lt, die sowoh-l dem Interpreten als auch dem Komponisten selbst den Zufall verfügbar machte. Nicht nur der ~pie­ ler hat viele Freiheit bekommen, auch die Partituren selbst beruhen auf Zufallsaktionen. In anderen Werken gibt Cage grundlegende Materia1~en, aus denen der Interpret sich selb'st eine Fassung erarbeiten muss. ;I:n den letzten Jahren entstand eine ganze Reihe von 'Variations', mit, denen man für jede denkbare Besetzung jede mögliche Klapgerzeugung errei~hen kann. Hauptwerke der neueren Zeit sind 'Fontana Mix', das I Concert'~for Piano and Orchestral und 'Atlas Eclip'ticalis'. Letzteres ist ein O}.. , chesterstück mit 86 Stimmen, die alle als Solostimmen b~~eichnet s~nd und in jeder möglichen Zusammenstellung kombini€rt werden können. ~ie . Ereignisse süd nach der Uhrzeit fixiex:-t, die Töne innerhalb einer?~,Grup­ pe aber beliebig kombinierbar.Auffo.llende Merkmale s'ind' die Anweii3ungen keine ausgefallene Tonprodukti9n, zu v~rwenden, (eine Ausnahme bei ~age) wie aucI:t die Vorsyhrift, jeden Ton l,.soliert zu spielen. Es' sol"len ~lso ausdrücklich keine I Melodien' entstehen. Er·wünscht ist ferner die V~rwen­ dung von Kontakt;.mikrophonen, deren Tonabnahple nach der .Partitur,vop 'Fontana, ,Mix I auf einem Mischpult a:usgesteuert und, über Lautsprecher zl4m ,,'normaien Ton' der Instrumente eingeble~det wird. Die Aufführungsdauer 'ist frei, die gewählte Dauer von 10 Minuten in kleiner Besetzung erleichtert das Hören für Nichtkenner.Cage selbst ~evorzugt Aufführungen von mehrstündiger Dauer. -Woo


t4eisterkurse:

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MUS I C A

G e z a A n d 8, Pianist, Schwager des durch seinen Waffenschieberskandal international berühmt gewordenen Dietel' B ü h r 1 e, wird') im kommenden Juni in Zürich Meisterkurse durchführ~n, nachdem seine Mitwirkung an den Kursen, die 'den Internationalen Musikfestwochen~u­ zern (IMF) angeschlossen sind, ein Unrühmliches ~nde genommen h~t." - Seine Frau.,. Hortense Anda:-Bührle; trat nämlich zusammen mit: Paul·.s"acher und Rolf Liebermann im' letzten Herbst aus der Progranunkommission der I~W zurück, wie es hiess, aus Protest·gegen eine unzumutbare Demok~ati.. sierung dieser Institution. Sie hatte darin, trotz eines Jahresbeitrages, der im Vergleich zum Millionenbudget der IMF übrigens lächerLich klein war, eine 'einflussreiche Stellung' (TA, 10.12.68) eingenommen. Jetzt ist Frau Hortense offenbar die'Hauptinitiantin einer privaten Stifung' (TA, 7.2.69), die hier in Zürich für die Durchführung der Meisterkurse ihres Ehemannes sorgt. Dem Stiftungsrat,gehören u.'a.an: Stadtpräsident S. Widmer (bekannt durch sein Olympiade-Projekt), B\.mdesrat Spühler und Dr. Alfred Schäfer. >!c) .lGanz abgesehen von der Fragwürdigkeit von 'Meister'-Kursen/überhaupt, . die äJmlich den wie Pilze aus dem Boden schics.senden Musikfestival'js ..·,bloss die Funktion haben, einer offensichtlich kulturlosen Geld- ~d Gewaltgesellschaft zu einer kulturellen Fassade zu verhelfen (und~heu­ ,., te bestehen in jedem Bergkaff derartige 'Unternehmungen zur Ankurbeiung des Fl'emdenverkehrs), zeugt diesesmeist'erliche Projekt von einem ~~nt­ ,setzlichen Mangel an politischem Fingerspitzengefühl unserer Regieren·den: dank der Personal- resp,. F amili(munion" von Kriegsmaterialf abr.ikan,,·ten und Kultur.förderern ist· es nun also -theoretisch möglich, dass )nit dem Erlös aus Vernichtungswaffen, mit denen Biafraner und'Vietnamesen zu Tausenden Tweggeschafft' werden, jungen M~si'kern die Gelegenhedt geboten wird, in Zürich bei hehren Meistern dem Stüdium der holden Kunst zu obliegen. Und ein mit einem modernistischen Image gestraeter . Stadtprasident gibt zusammen mit Edelso:zialist Spühler, dem Spi"'tzenreiter der etablierten eidgenössischen Linken, seinen väterlichen Segen dazu. Das alles 'zur Recreation des Gemüts ~nd zur höheren Ehre Gottes. Aber eben: Geld stinkt nlcht. Und die Musik auch nicht~ sie tönt ja bloss. mn

~:c) Dr. Alfred SCHäFER: Im TA dikret alF> 'B-ankgesell schaftsdirekto~' be. ·zeichnet. Was verschwiegen wird: - Er ist auch Vizepräsident und. damit ranghöchster Europäer (Präsident ist jeweils ein Amerikaner) der drei europäischen Zweigniederlassungen der amerikanischen 'Firma D 0 w C'h e m i c a 1, die-den Sitz in Zürich haben; Die Dq~~ Chemical besitzt ein Patent aur Napalmproduktion ~n~.macht mit 'Ger .amerikanischen Armee im wahrsten Sinn' des Wortes Bombengeschäf1;.e, denn Vietnam macht· sich bezahlt: Letztes Jahr ers~hie~en in schweizerischen Zeitungen anderth~ibseitige Prospekte zur Vergrösserqng des Akti.enkapitals der Firma; ,\ -NB~. Napalmbomben entwickeln ein'e Hitze voz:1 800 - 1300 Grad. Bei di~­ ser Temperatur verbrennt- .-das Napalm nicht· allein Fleisch und Knochen-der.Opfer, sondern es schweisst 'die Knochen zu~ammen. I • ~


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KONSERVATORIUM UND NEUE MUSIK Der nachstehende Text von W 0 u t e r P a a p ist dem "sonorum speculum·t1 , einer holländischen Vierteljahres zeitschrift entnommen. Er orientiert über die Bemühungen, die an holländischen Konservatorien unternommen werden, um den Musikstudenten die Angst und den 1tJiderwillen vor zei tgenössi~cher l\lIusikzu nehmen und sie zu einer aufgeschlosseneren Haltung zu erziehen. J

Für Zürich sind diese Probleme besonders aktuell. Wenn auch sonst die meisten Schul- oder Studienreformen mit Finanzfragen verkoppelt sind: hier is.t es für einmal nicht der ]'all. Initiative und. guter Wille genügt. Bereits zeigen sich Ansätze .am Konservatorium: in Hauskonzerten tauchen Werke von Olivier Messiaen und John Cage auf, und seit Herrn Kelterbo~ns Berufung nach Zürich steht den Studenten ein in vielem beschlagener Lehrer zur Verfügung. Gerade deshalb hoffen wir im Hinblick auf eine Verwirk· lichung ähnlicher Projekte wie der nachstehend beschriebenen auf eine Ni tarbei t ve,n seiner Seite. Red. Eins der Probleme der Institute für musikalische Fachausbildung ist" dass dauernd neue Musj.k hinzukommt, die von den Schülern erarbeitet und einstudiert werden muss" und andrerseits von dem bereits vorhandnen Lehrstoff nichts gestrichen werden kann. Bach, Moza rt, Beethoven, Schubert, Chopin, Debussy, Ravel - um nur einige Namen zu nennen - gehören zum täglichen Arbeitsgebie~; wenn jedoch ein Musiker mit der Praxis anfängt, muss er mit Bart6.k genau so vertraut sein wie mit Bach und eine Partie von Strawinsky genau so gut spielen können wie eine von Mozart·. Ungefähr seit 1950.hat eine besonders schnelle Entwicklung des Komponie.rens eingesetzt, die Anlass zu einer ganz anderen Instrumentalbehandlung gab als der bisher bekannten. Neue Notierungssysteme traten auf, eine neue Ensembletechnik (D;lan denke an das Element der Improvisqtion), 'kurzum - es war für die Konservatorien fast, nicht möglich, mit dieser Entwicklung gleichen Schritt zu halten. Hinzu kommt, dass der Durchschnitts-Konservatoriumsschüler keine Avant,garde-Figur ist. Er beschäftigt sich so intensiv mit seinen Etüden und Vortragsstücken aus der klassischen und romantischen Periode, dass er


kaum zum Ueben zeitgenössischer Stücke kommt. Wenn er zwischen Bach und: Beethoven plötzlich ein atonales oder serielles Werk spielen soll, gerät.· t er oft in Verwirrung. Viele Konservatoriumsschüler haben noch die Auffa$·rBung, dass es am gesc.hei testen ist ~ erst ~as "gros se " Repertoire zu erleben. Das moderne heben .sie sich für später auf: mit dem kommen sie von selbst in Berührung, wenn sie das Abgangszeugnis des Konservatoriums in , der Tasche haben. Das. ist jedoch ein gefährliches Argument. Denn von einem diplomierten Fachmusiker darf man verlangen, dass er den-Anforderungen "experimenteller" oder "aktueller" Musik nicht völlig fremd gegenübersteht. Was muss ein Konservatorium unternehmen, um die Schüler während der' Ausp~ldungszeit in ausreichendem Masse mit zeitgenössischer Musik in Bej rührung zu bringen?· Verschiedene Institute versuchten es - durch die Bildung spezieller "Arbeitsgruppen" für modern~ Musik, deren Leitung' sie einem auf , dem Gebiet der neuen Musik erfahrenen Experten übertrugen. Unter seiner . . Führung wurden zeitgenössische Kompositionen einstudiert oder behandelt. Eine solche Werkgruppe kann zu wertvollen Resultaten kommen. Wir hörten zum Beispiel kürzlich unter Leitung des Komponisten Jan van Vlijmen die Wiedergabe einiger Werke von Anton Webern und eine erst.e Aufführung in unserem La~d von der Serenade für Flöte und vierzehn Instrumente von Luciano Berio d.urch Schüler des Utrechter Konservatoriums. Diese Arbeitsgemeinschaft war mit den neuen Techniken vertraut. Ausser derartigen "Praktika" für moderne Musik können auch Studienzentren gebildet werden, in denen man sich mehr mit dem theoretischen Studium und der Analyse der zeitgenössischen Musik beschäftigt. Auf diesem Gebiet geschieht in den holländischen Musikfachschulen heutzutage ziemlich viel, sodass man· diesen Instituten nicht mehr vorwerfen kann, die Schüler zu wenig mit zeitgenössischer Musik in Berührung zu bringen. Bei Arbeitsgemeinschaften und Studienzentren kann-natürlich die Gefahr entstehen, dass nur eine ausgesuchte Gruppe speziell Interessierter teilnimmt und die anderen Schüler versuchen, abseits zu bleiben. Von einer derartigen "Apartheid" dürfte eigentlich in einem Konservatorium keine Rede sein. Jeder Schüler müsste es als völlig normal empfinden, sich abwechselnd mit histqrischer und zeitge~össischer Musik zu beschäftigen. Zur Herstellung der Inte~a­ tion zeitgenössischer Musik in den Gesamtunterrichtsplan hat Louis Toebosch d'er Direktor des "Brabants Conservatorium" in Tilburg ein sogenanntes "Komponistenpro jekt" ins Leben ge'rufen, das folgendermassen aussieht: Zu Anfang des Schuljahres werden einige zeitgenössische Komponisten be' stimmt, deren Werken besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Nicht nur allgemein, sondern ganz bewusst gerichtet. Aus dem Oeuvre dieser Komponisten Merden Arbeitslisten zusammengestellt, anhand derer genau festgesetzt wird, welche Werke die Scr.üler studieren können. Im allgemeinen werden sowohl in den Solo- als in den Ensembleklassen Kompositionen

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behandelt, und meistens werden auch die Orchester- und Chorklassen im Werk dieser Komponisten etwas Geeignetes finden. Auch im Musikgeschichts- und Analyseunterricht, vielleicht auch in der Gehörbildungsstunde wird den Komponisten dieses "Komponistenpro jektes" besondere Auf'merksamkei t gewidmet,. ,Wenn am Ende des Semesters Vortragsübungen stattfin~en, können die Schüler vielfach ein ganzes Programm zeitgenössischer Musik spielen. Ein Beispiel: während des qchuljahres 1966/1967 enthielt das "Komponistenprojekt" des "Brabants Conservatorium ll die Werke zweier niederländischer Komponisten: Willem Pijper und Kees van Baaren. Die Chor~ und Orc!lesterklasse studierte mit einigen Solistenschülern - die·Kantate "The hollow men" von Kees van Baaren ein; auf dem Programm "ter Orchesterklasse stand van B'aarens "Sinfonia" eine Kammermusikklasse nahm das Septett für Violine, Flöte, Oboe, Klarinette, :b'agott, Horn und Kontrabass auf ihre Rechnung, ein Flötist die "Musica" für Flötensolo, ein Pianist die Klaviersonatine. Durch diese sechs Werke für verschiedQne Besetzung erhielt man bei der Schüleraufführung ein ziemlich vollstandiges Bild des van Baaren'schen Oeuvres. Ein solches Programm wir~ am Brabants Conservatorium mit Recht ein "Sonorporträt" genahnt. :Im Lauf der ~ahre wurden bereits Strawinsky, Messiaen, Rindemith, Bart6k, Schönberg, W.ebern, Bri tten, Nilhaud und Blacher "Sonorporträts I1 gewidmet. Durch <las "Komponistenprojekt" hat man am Brabanter Konservatorium erreicht, dass das Rampenfieber in bezug auf zeitgenössische Musik definitiv verschwunden ist, und die Schüler die Gleichberechtigung der zeitgenössische Musik gegenüber der klassischen und romantischen ganz normal finden f Heutige Komponisten werden von diesen Konservatoriumsschülern nicht mehr als Aussenseiter betrachtet. Wenn man ein solches "Sonorporträt" ,hört, ist die Natürlichkeit auffallend, mit der moderne Musik gespi~lt wird und der spontane Elan. mit dem die Schüler versuchen, das Publikum für diese neue Musik zu gewinnen.

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SCIIULi.;USr:KEHH, :::;Ull AUSVTEI ~:Ul:rG DES REIERTOIRES ~

Das aktuelle Mo:r.ge_nl..i,e<1 i\ Es tag-et h.interm Walde" Mit ungläubigem Staunen vorzutragen. EinAusachuss für Hochschulfragen der Freisinnigen Pa;tei des Kt. Bern befürwortete ein liangemessenes MitbestimmungS'T und Mitspraohereoht der Studenten". (TA, 17.2.69) "Heimatlied" (im VOlkston) Der Eidg. Harmonikaverband wj.ll zusammen mit dem Musikerverein 'bei Bundesrat und Sohweizer Radio intervenieren 9 um zu erreiohen, dass das Radio inskünftig die vol:kstfunliohe Musik vermehrt berüoksiohtige. (Bliok, 11.3.69) .


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AHNOLD SCROENBERG ,"

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In diGsjährigen Klavier-ifettspioi'um den Landel tprei-s ar.1 Konservatorium erspielte si'ch R e r m. a n n Da. n u s e r (Kl,~sse S. Savoff) den: ersten Rang.~ nicht zuletzt dank sGinor hervorragenden Interpretation von' Schönbe;gs ~,voi tom der' drei KlaviorstÜcke op.ll (koop. 1909). Soin Spiel Vormittel to' den -Eindruck, dass hior nE)ben pianistis~her Fertigke'i t auch ~in . geistiges Verhäl t:'lis zu dieser r1usik vorhanden ist, ohnö das es nurl einmal boi dh1son Kompositionen nicht gol"~t •. .

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Es .lqbnt sich, anlässlich dieser boispielhaften Aufführung noch etwas nähor- auf das Stück einzugohen, als es' be:i, der Begründung d08 Jury-" urtoil s durch RGE1'll Direktor Wi ttol sbach in notgedrungon\'lrw.oiso knapper' Fb:cm .nur geschehen konnte. S.eine - wie gowohnt treffondo - Feststollung, tior P~eisträger hätte den richtigen ';l'on gefunden sowohl"in der ilklangliehen Akkuratosse" als auch für f1"däsfast hystorische R:Ln- und Herpen(1.oln zwischen' extremen Au'sdrucksberei-chen lJ (dioS", war, sowqi t_ orinn.~}:'1ich., UJ:?-:gefähr soino Formulio:r:'ung), 1iesso .si~h in vorschi0den0r Hinsicht noch' eI'V/"Oi tern und präzisierom So wären bei Schönberg die Stel10n, die ven _:langlichor .Al<k:uratesse z~ugten, nicht etwa in g~diegen"'kulinarischem Sinn· improsd enistischor K;langrnalorei au.fzufassen, sondern sie riefen _eh0r Eririll3rungG11. a"'-, d.as paradis artifici~l' d.er George-Lied~r op.15 oder 'det' . IlHer~gewächse" op.20 wachg einG hypersensible Innenwel t 9 die mome:qthaftverlo:::,,'en auf.leuc:o:tGn kann -vrie in Takt 31f. (pp," e ""Gwas flüch';;iger ll ) . Z,fing6nd jedoch tritt der Charakter des Gespannt~Ruhigen, der weite Strecken dinses Stücks. -oeherrscht~ ,im. Zusammenhang mit den bQiden Ecksätzen aus op.ll hPr-:Ol', do:r~n hochgradige Erregung ein ~lacikerndes Licht auf den:' uqorflächlicb geglä Gteten I1Ii ttelsatz l-1"irft. Uober a·iese in ihren Funda~. monte:1. eZ-Jr8Gs:i_7 erschütterte Musik schreibt Theodor W. Adorno, einor der besten Ke~er der Musik de.s 20 .• Jahrhunderts, in seiner "Philosophie 'der neuen I~usikl'(Fra1!l::t'urt/M,195B) g "Indessen ist das Espressivo Schönbcr:gß sei t dom Bruch? zumindest seit den Klaviorstücken op.ll und"den-·Georgeliedern, {j"mm nicht von Anbeginn, . qual i tativ versch~eden. vom romant:i:schen :oben duroh jene '-Jebersteigorung' 9 w.elche dieses zu TIlnde denkt. ( ••• ) Die clramatischc Ullsik 5 [,ls dio wahro mus'ica'iicta, bot von Honteverdi bis Verdi den Ausdruck als stilisiert-vermittelten, den Schein von P~ssioneno ( ••• ) Gan~ D.nders bei Sohönberg. Das eigentlich umstürzende Noment an ihm ist der }.Lc.nktionzwochsel des musikalischen Ausdrucks.Es sind nicht Le:j.ctenschaf ton mehr fingio~d" . sondorn im I~lGaiur:i dür Musik unvorstell t· loibhafte Regungen eios U~lbewussten,' Schocks, Traumata rogis.trüirt. ( •• ~). Die orst.e!l atonalen "lforke sind Protokolle im Sinn von psychoa,.nalytischen Traumprotokollen.1I(S.42) Unq;gllTIlin Schlag trifft Werk, Zeit und Schein.M\1sik, zul:'l .. Augcr:tblicK geschru,rnpft, Co •• ) g:Ü:t de;n roalen Leiden. 'In solch9i'"!(Geis~ demoliert die neue Husik die OrnallJente und dSLffi:i:t die symTI1etrisch~extel1siven vlerkf)."(So/1.1 ) /" , . . Zum besseren Verständnis dieser Musik mag noch ein Zitat aus dem brillant formuliol'ten Aufsatz über A.Schönberg von gleichen Autor dienen' (Th.1oT. A. , n'p;iSrri~ill.' ,d~y' Nr~ 159); IlTatsächlich QrheischtSohönoorgs Musik von ,Anbeginn "aktiven u,nd k'on~'6ntrierten Ni tvollzug; schärfste Aufrierksamkei t fUr die Vielhei t deo Simult~ri~h,> Verzicht auf die Üblichen Krücken eines Hörens? das immer schon weiss, was kommt; angespannte Wahrnehmung des Einmal.igen, Spezifisoh'-;-:J.. 'Lmd die Fahigkei t, die oftmals auf kleinsten Raum l-1"echselnd;n Charaktere und ihre wiederholungslose Geschichte präzis aufzufassen. Die


Reinheit und Unbeirrtheit, mit der Schönberg der Forderung der Sache jeweils sich anvertraut, hat ihn von der Wirkung aogeschnitten; Rancune weckt gerade der Ernst, ,der Reichtum die Integrität seiner Musik. Je [lehr sie de:ri\ Hörorn sehen, kt 9 desto, "Teniger bietet sie ihnen zugleich. SiG verlangt, dass der Hörer ihre innere Bewegung spontan mitkoTIponiert 9 und mutet ihm anstelle blosser Kentemplation gleichsam Praxis zu. DaTIit aber frevelt Schönberg gegon die im Widerspruch zu ,allen idealistischen Beteuerungen gehegt~ Erwartung? dass Musik als eine Folge gefälliger sinnlicher Reize dem b~q~emen Hören sich präsentiere. ( ••• ) Bei Schönberg hört die Gemütlichkei t auf. Er künd;l..gt einen Konformismus, der: die Musik als Natur~cl?-utz­ park infantiler Verhaltensweisen inmitten einer Gesellschaft beschlagnahmt, die Hingst -erkannte, dass sie sich ertragen lässt nur, wonn sie ihr'en' Ge-fangetlen eine Quote kontrellierten Kinderglücks zukoDmen lässt.( ••• )Sein Pathos gilt einer Nusik~ deren der Geist sich nicht zu schämen brauchte und die damit den herrs~honden beschämt •.Seine Musik will mündig werden an ihren boiden Pol,em sie setzt das bod~ohlich Triebhafte frei, das sonst ~usik nur filtriert ~d harmonistioch Gofälscht durchlässt~ und spannt die goistigo Energie·aufs äusserste an, das Prinzip eines Ichs, das stark genug wäre, den Trieb nicht zu vorlougnen. n (S.147 f.) - Dem"Hin- und Herpendoln zwischen extremen Ausdrucksbereichen" liegt also eine künstlerische Intention zugrunde; das hier erwähnte "Mündigwerdon" der· l,[usik. Und über die Beschaffenheit diesor Ausdrucksbereiche weiss H.H.Stuckenschmidt in seinem Schönberg -, Portrait (Atlantis-Musikbüchorei) zu borichten~ "Dia höchstgespannte melodische Linie, verbunden mit einem Klangwesen, das an verBorgenste Tiefenschichten der Psyqhe rührt, bilden hier (in op.ll) ein Pathos des Iptims-ten 9 eine Espress~v'os'prache von ungemeiner Konzentration. Es liegt etwas Aphoristisches" essenzhaft ZusamDengedrängtes in dieser wahrhaft neuen M~sik, für die es Vorbilder und Parallelen in solc~er Kühnheit der Konsequenz nicht gibt, die aber geistig die Linie mancher Bachsehen Phantasien(etwa des B~ginns der Chromatischen) fortsetzt."(S.40).

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Die drei Stücke wurden tb l4.J anuar 1910 in Wien, zusammen r,li t den Georgeliedern, uraufgeführt. Der B'eglei t,text, der 'Schönberg zu de,n Liedern ins' Progranmheft schrieb; trifft sicher auch auf das Kl.avierw?rk. zu~ ,lIN:i,t den Liedern nach George ist es r.1ir ZUD ersten :Mal gelungen, eine41 Ausdrucksund Formideal näherzukonElen, das r.lir seit Jahren, \TOr,schwebt. Es zu verwirklichen 9 gebrach es mir bis dahin ,an Kraft und Sicherheit. Nun ich 'aber diese Bahn endgültig betreten habe, bin ich mir bewusst, alle Schranken einer vergangenen Aesthetik durchbrochen zu haben; ~d wenn ich auch' einem mir als sicher scheinenden Ziele zustrebe, so fühle ich dennoch schon jetzt: den Widerstand, den ich zu'überwinden haben w~rde; fühle den Hitzegrad der Auflehnung, den selbst die .ger:i,ngsten 'l'emperanente aufbringen werden~ und ahne, dass selbst solche, ·,die nir bisher geglaubt haben, die Notwe;digkeit dieser'Entwicklung nicht werden einsehen,wollen.Ii-.Ein eindrucksvolles Beispiel'künstlerisch~r Ehrlichkeit. und Kompromisslosigkeit,das loider nur selten anzutreffen ist! mn.

i"**********************************************************************_ ~ Kunst kommt. nicht. von können, sondern von müssen. !

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.... J ' Ich',habe oft m .. c:h,t ßlelch gewusst? ob, was ich geschrieben, schör ist,. aoe+:~ dass es notwendig war.

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" . * ie .S c~önheit'gibt es erst von dom Moment' an, in dem die Unprodru<- ~. tiven sie zu vermissen beginnen. Früher existierte sie nicht 9 denn ~ der"Künstler hat sie' nicht notwendig. Ihm genügt die Wahrhaftigkeit.:

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Mit dem ersten Gedanken entstoht der ersto Irrtum.

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Zur Kenntnisnahme: MITBESTIMMUNG IN THEORIE UND PRAXIS

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,. Eine Dokumentation Der 49.Jahreskongress des Verbandes der Schweizerischen Studenten~chaf­ ten (VSS) vom 14. bis 16.2.69 machte sich offi"ziell die Forderung ri?ch studentischer I;1i_tJ~.estimmung . zu eigen. Wie dies im einzelnen ausseh:'en soll und über den Weg, der dahin führen soll, istman sich noch ni~ht einig, doch wurden allgemeine Richtlinien festgelegt. Die kat.ho1i~chen 'N~=:men Zürcher Na,chrichten;' (18.2.) schreiben dazu: VfEs sind nun nicht mehr nur 'radik?le Minderheiten I , die eine studentische Mitbesti~ung fordern, es ist die schweizerisch.e Studentenschaft als Gesamtheit .~H In den 19 12 Thesen zur studentischen 14itbestimmung V?, dem dem VSS-Kongrless als Diskussionsgrundlage dienten, heisst es u.a.: iVS'tudentische Hitbestimmung bedingt und hat zur Folge eine radikale Oeffentlichkeit der Entscheidungen!i, und der Tagesanzeiger (17.2.) zitiert: uD e m 0 11 I" at i s i e I" u n g bedeutet die Beteiligung sämtlicher Angehöriger der Hochschulen an den Entscheidungen. n

Parallel zu den Berichten über diesen Kongress, wo sittsam diskutiert wurde, gingen. andere Mitteilungen durch die Presse, die zeigen, dass die Entwickll,\ng bereits weitergegangen"ist. An der Phil.-I-Fakult~t der Universität Zürich hatte im letzten Jahr eine a~s Professoren~ Assistenten und Studenten zusarmnengesetzte Kommission, ein provisori$ches Mitbestimmungsmodell zum versuchsweisen Gebrauch- ausgearbeitet. An der Sitzung vom 8.2.69 lehnten nun die Professoren dieses Modell mit dem Stirnmenverhä1tnis 2:1 ab. Der Presseausschuss der phil;I-Studenten zu der ablehnenden professoralen Verlautbarun~:ii •• einerseits vag~s, sich in Gemeinplätzen ergehendes, anderseits magista1-ar1"<?gantes ;; SchriftstückvI. Die Studentenschaft der theologischen Fakultät: nv~~r unterstützen unsere Kommilitonen von der phil.I-Fakultät. ii UU,d di,e Juristen: nBegründung der Professoren recht1.ich ni~ht stichhaltig::. i1 Der Kleine Studentenrat (KS+R), oberstes Organ der Gesamtstudentepschaft der Uni, schreibt im YiZürcher Student ii Nr.8: vlDas Minimum War zuviel 1 Expe-t'imentieren wollen die Professo~en nicht.l ( ••• ) War e'~ notwendig, diesen wich~igen Versuch im Keime 2(U erstickeIl:I( ••• ) Ef; war unser erklärtes Ziel, radikale Mittel beim Durchsetzen unserer Forderungen zu vermeiden.( ••• ) Jetzt blockieren die Professoren mit ihrem Entscheid eine weitere Reform und halten es' damit "für nötig~ die Studenten so vor den Kopf zu stoss~n, dass ihr.e Reaktionen nieht mehr ein~'chätzbar siIfd. Wir werden auf Grund dessen, 'was sich ereignet, unsere politische und taktis.che Grundhaltung wieder überlegen müssen. H Abschliessend noch einmai der Tagesapzeiger vom 17.2.: Unter dem sinnigen Tite1: V1 Noch ist es Zeit ii steht u.a. zu lesen: iiMit dem Begriff I Mitbestimmung', wurde nicht einfach halbherzig eine auswe~dig gelernte Phrase in die Diskussion geworfen, sondern eine harte Forderung, der man nicht mit Hinweisen auf die Tradition, mit Paragraphenreiterei oder einfach mit fehlender Lust begegnen kann.( ••• ) Noch ist. es nicht zu 'spät, diese Studenten als w i r k 1 i c h e G e s p r ä c h s p a r t n e I" anzuerkennen. mn


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**************************-l**7~****************,**"*:*************************** DER VORSIJ.IAND DER OMZ richtete ein Gesuch um Eip.,sic4~r{a.hme in die bisher verfassten Schriftstücke zur Fusion an den pr~vJ.so:rischen Stiftungsrat ,der zukünftigerr Schule. Herr Direktor vIi ttelsbach, der unseren BTief beantwortete 9 schrieb u.a. : "Von seiten des Stiftungsrats ••• wurde dabei ausgeführt? dass die erwähnten Schriftstücke im Auftrag und zu Handen von Regierungsrat und Stadtrat verfasst worden seien und dass der Stiftungsrat kein Recht habe, nach aussen darüber zu verfügen? und dass Sie gegebenenfalls 02n Gesuch an Regierungsrat und St~dtrat u~ Bewilligung der Einsichtnahme richterr müssten. - Protokolle? die ja nur die internen Diskussionen betreffen, gelten als vertraulich und sind nur den unmittelbar Beteiligten' zuganglich~ - Persönlich bin ich gerne bereit, Ihnen über den Stand der Fusion Auskunft zu geben. 11 Wir werden also den beschwerlichen Weg des Bittstellers an die Behörden gehen müssen? um zu erreichen? dass die Studenten? UD derentwillen eine Schule ja da ist, auch als "unmittelb~r Beteiligte" akzeptiert werden. 'beschloss? an den VSS (Verband der ßchweizerischen Studentensch~ten) ein Aufnahnegesuch zu stel'len. Gegenwärtig 'bemühen ~ich ebenfa~ls einige Technika sowie die Schule fÜr soziale Arbeit,Zürich? um die Mitgliedschaft beim VSS, in den bisher bloss'die Studentenschnften der schweizerischen Hochschulen sowie der Dolmetscherschule Zürich zusarnnengeschlossen waren. Die Generalversanmlung des VSS i~ nächst~n Sommer wird über diese Gesuche entscheiden. - Die VSS - 1I1i tgliedschaft der OMZ berechtigte ihre Einzelmitglieder u.a. zum Bezug des international gültigen Studentenausweises und zur, Tei,~nahme an qen äusslst günstigen Studenten',,:reise:o des SSR ( Schweiz',,: S,tudonton-Reisedienst) • .. . :::'::.t.-_,'V:narun -:k:on'takt auf nit der ETR - 'Krankenkasse? ±n der alleETH - Studentent versichert sind. Bei sehr niedrigen lU tgliederbei trägen sind die Leistungen dieser Kasse ausserordentlich gut. Für uns ,wäre die Gelegenheit, ebenfalls Ditzumachen 9 günstig, da gegenwärtig auch die Studentenschaft der,Un~versität ein~n Anschluss an die ETH - Kasseanstrept • ','

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Name, Vorname; Adresse mit PLZ Be S:el.; . -: ~', .

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(Aktivmi tglied kann jeder Musikstudent werden, Pas,sivmi tglied diejenigen Personen, die unsere Organisation unterstützen wollen.


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+-Ho?+.,+~.r+i- H++H-,+++++i++-I.-f.+H+-H+++-H-t--l'+++++-H>-H-Ho-++++ +-++-Jo 4-+ + ++ i--I., +-Jo i- ++ ...,.,'

Einen Anschlag der 01".12 in der Musikakad emie. der zur freiwilligen Mitarbeit im KO:lservatoriumcorcheste:::- !Ur de.s Schlusskonzert am 22. März aufrief, liess Herr Direktor Bert3chinger mit der l3egründ:mg entfernen, die' ochi11er dar Aki seien durch eigene Vortragsiib:.u'lgen schon gsnUgand belastet ~ die Musikakademie hat kein eigenes Orchester~ und viele der dortigen Studenten sind froh, werin sie sich aUfiwi:.i:t1.!3 etwas Orchesterpraxis erwerben können, damit sie nicht' das O~'c hestercUplr.ra tr:e.chetl müf.lsen'~ ohne sich überhaupt je au.f diesem Gebiet bettt-t.igt zu habEin.

t Die'" OMZ m~chte ab "ätJhsteal Semester ragelmässig stattfindende "Vorspielstundenil einrichte:.!, die allel'! ML1SikE!tudentan beider Ins·~itute 'zugänglich sind und wo jederID-J.nn opielen kann, wa~ er wilL Sinn dieser "VortragsUbungan" ist, einl-Jl1 bosserr:m Kontakt zwischen 3tudent.en versehiedener Richtungen zu schaffen und die Spieler an das Au!,-I;reten vor Publikum zu gewjhnen, auch mit St:lcken, 'die noch nicht bis ins let.zt.e ElCistSefeilt sind. Ort und Zeit worden an den Ans3hlagsbrettern bekanntgegaban werden.

Die 3chUler der' i).onzertuusbildungsklasse Sava Savoff haben in Uebereinstimmung uit :_hrem Lehrer beschlosse~t ihre Klavierstunden in gewissem Masse öffantJ..,ich zu gestalton: In einer L~_ste trugen sich alle diejenigen ein, die damit einverütar:den sind; ö.e.ss die Kla$senkollegen ihren Stunden als k r i t i s c h e Zuhörer bei wohnen. E~.ne gegenGsi tige Verpflichtung zum Besuch einer minimlen Anzahl Sttlnde~l wird in Erwügung gezogen.

Die ~OMZ möchte darauf hinweisen, dass im Somrnersemester Prof. Kurt von Fischer jeweils Mittwoch 'Ton 18.oe - 19:>00 Uh .., an der Uni.veraitut über ''Musik nach 1945 (InforaJ.?tion und Reflexio::d~: ltest. Der Besuch diesel' Vorlesungen erscheint uns a.u SB erord entlic h eropf 0hlElilswert. 0

AnläszH,::t da Zür~~h91' En,tauffUh7.·ur"g des Klavierkonzerte'8 von John Cage haben einige Musikstud en:!; en e:1.ne Dokument.at ien über diesen Komp:millten zusammengestellt.• Stelbngnahmen VOti ?E.,rsänlichkeiten des europaischan MusikIebens, Beiträ~e von • Fachleuten auf dem Gebieto der nauen Musik (H.-K. Metzger~ 1. Arato u.a.) sind t in diesem HE'ft (mthaJ.te~o Es ist zu beziohen bei vierner Bi:iTtG~h:1., Hadlaubstr. 120,.. 8006 Zii.rieh, Tel. 28 00 27 odal' bei der OMZ

FÜr allfv.lJ.ige Scenden - auch wir sind auf solche angewiesen - haben wir .ein Postch,eckkollio (PC - JSe-4S99,) ~;rl:J,Qr /chfe:f


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Dissonanz nr 1, 1969 by Max Nyffeler - Issuu