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GESUND LEBEN 2603

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Klinikum Bayreuth GmbH + GeBo Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken + reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH + MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel + Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Bayreuth + Gesundheitsregionplus/ Gesundheitsregion Bayreuth + Praxis am Main, Dr. med. Beate Zunner + Akustiks Hörgeräte GmbH

GESUND LEBEN

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Einfach online weiterlesen!

+ Schwerpunkt: Herzenssache

Ambulante Versorgung: Tumoren in Thorax und Lunge S. 08

Pflegenotfall: Wenn Angehörige ausfallen S. 12

Wie sag ich es? Über Sprache zu sich selbst finden S. 14

Zentangle: Strich für Strich zur Ruhe kommen S. 26


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GMK GmbH & Co. KG · Kanzleistr. 3 · 95444 Bayreuth Telefon: 0921 76440-0 · gmk@gmk.de · 

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Ausgezeichnet und partnerschaftlich gut vernetzt:


Editorial

GESUND LEBEN

„Das Herz ist der Mittelpunkt des Lebens.“ HILDEGARD VON BINGEN, DEUTSCHE BENEDIKTINERIN

Liebe Leserinnen, liebe Leser, Ihr Herz schlägt heute rund 100.000 Mal. Wahrscheinlich werden Sie keinen einzigen dieser Herzschläge bewusst wahrnehmen. Das ist eine gute Nachricht. Solange unser Körper zuverlässig funktioniert, schenken wir ihm oft nur wenig Aufmerksamkeit. Erst wenn etwas aus dem Takt gerät, wird uns bewusst, wie wertvoll Gesundheit ist. Mit dieser Ausgabe von GESUND LEBEN möchten wir genau dort ansetzen. Gesundheit beginnt mit Wissen. Mit Vorsorge. Mit guten Entscheidungen im Alltag. Und mit dem Vertrauen darauf, dass moderne Medizin immer mehr leisten kann. Auf den folgenden Seiten nehmen wir Sie mit in die Welt der Gesundheitsversorgung in unserer Region. Sie lernen Menschen kennen, die mit Fachwissen, Erfahrung und Leidenschaft für andere da sind. Sie erfahren, wie neue Behandlungsmöglichkeiten entstehen, warum spezialisierte Versorgung heute immer stärker vernetzt gedacht wird und welche Chancen Prävention bietet. Unser Schwerpunktthema widmet sich dem Herz – einem Organ, das wie kaum ein anderes für Leben steht. Die Herzmedizin entwickelt sich rasant weiter. Gleichzeitig wissen wir heute mehr denn je darüber, wie wir unser Herz schützen können: durch Bewegung, eine gesunde Lebensweise, Vorsorge und einen bewussten Umgang mit den Herausforderungen des Alltags. Vielleicht finden Sie in diesem Heft Antworten auf Fragen, die Sie schon länger beschäftigen. Vielleicht entdecken Sie neue Perspektiven oder gewinnen Anregungen für Ihre eigene Gesundheit. Ich wünsche Ihnen eine spannende, informative und inspirierende Lektüre. Herzlichst

Frank Schmälzle Leiter Unternehmenskommunikation Klinikum Bayreuth GmbH

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GESUND LEBEN

Inhalt & Impressum

GESUND LEBEN 10

Das ist drin!

Editorial...................................................................... 03 Kurz & knapp Neues aus Bayreuths führenden Gesundheitseinrichtungen....................................................06

Medizinisch neu Spezialversorgung für Lunge und Thorax............................ 08 Muttermilchbank: Für einen guten Start ins Leben..............10

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Hilfe finden Pflegenotruf: Ein Sicherheitsnetz für den Notfall..................12 Über die Sprache zu sich selbst finden – Einblicke in die Kliniksche Linguistik..................................14 Nicht allein durch die Krise...................................................18 Hören mit Zukunft – Akustiks wird 33.................................. 21

Bewusst leben Sterben, das heißt vor allem Leben bis dahin........................22 Krebsprävention: Vorsorge, die stärkt. Wissen, das schützt..... 24 Zentangle: Strich für Strich zur Ruhe................................... 26

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Rätselzeit.................................................................. 62 Impressum.............................................................. 04

Impressum Das Magazin GESUND LEBEN wird herausgegeben von GMK – Marke. Design. Digital. in enger Partnerschaft mit Klinikum Bayreuth GmbH + GeBo Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken + reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH + MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel + Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Bayreuth + Gesundheitsregionplus/Gesundheitsregion Bayreuth + Praxis am Main, Dr. med. Beate Zunner + Akustiks Hörgeräte GmbH Verantwortlich: GMK GmbH & Co. KG, Jörg Lichtenegger (V.i.S.d.P.) Editorial-Design: Melanie Gimmel · Media: Daniel Sutter (Anzeigenleitung) Es gelten die Mediadaten vom 12. März 2026

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Gesamtherstellung GMK GmbH & Co. KG – Marke. Design. Digital. Jörg Lichtenegger (verantw.) · Kanzleistraße 3 · 95444 Bayreuth Tel.: (0921) 76440-0 · E-Mail: gmk@gmk.de · www.gmk.de

Titelbild: © Shutterstock / PeopleImages © 2026 GESUND LEBEN


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Ist es noch das Alter, oder schon das Herz? ............................................34

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Im Takt des Lebens

Erkältung, Herz und Sport – warum Auskurieren wichtiger ist als Durchhalten ..............36 Das Herz als Seismograph der Psyche ..............................38 Blutdruck richtig messen: Kleine Fehler, große Wirkung ................................................42 Künstliches Herz, neues Leben – wenn moderne Herzmedizin Zeit schenkt ............................ 44 Wer macht was am Herzen? Kardiologie und Herzchirurgie – gemeinsam für die beste Lösung ............................................... 49 Aortendissektion: Gerettet – und unendlich dankbar...........................................50 Gut unterstützt nach Herzoperation durch Kompressionsweste ...................................................52 Wenn die Uhr das Herz überwacht – wie Smartwatches und KI die Herzmedizin verändern..............54 Die Zukunft der Herzmedizin .................................57 Was Herz und Gehör verbindet.........................58

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GESUND LEBEN

Kurz & Knapp

Kurz & Knapp Neues aus Bayreuths führenden Gesundheitseinrichtungen

Das Ärzteteam des MVZ für Dermatologie, Dr. med. (Univ. Belgr.) Dejan Zakula, Dr. med. Ina Haendle und Dr. med. Christian Feichter (v. l.), begrüßt Patientinnen und Patienten künftig in neuen Räumen. KLINIKUM BAYREUTH GMBH

Neue Räume für MVZ für Dermatologie Moderne Pflege hörbar Wie sieht moderne Pflege heute aus? Welche Menschen stehen dahinter, welche Ideen treiben sie an und welche Entwicklungen prägen den Berufsalltag? Antworten auf diese Fragen gibt der neue Podcast „UpAn diesem Cover grade Pflege“ der Klinikum erkennen Sie den Bayreuth GmbH. Der Podcast neuen Podcast bietet Einblicke in die vielfäl„Update Pflege“ tige Welt der Pflege – authender Klinikum tisch, informativ und nah an Bayreuth GmbH. den Menschen. In Gesprächen mit Pflegefachkräften und Gästen geht es um innovative Projekte, besondere Auszeichnungen und die vielen Facetten eines Berufs, der für die Gesundheitsversorgung unverzichtbar ist. Mit „Upgrade Pflege“ möchte das Klinikum Bayreuth zeigen, wie vielseitig, anspruchsvoll und zukunftsorientiert Pflege ist – und den Menschen eine Stimme geben, die sie jeden Tag mit Kompetenz, Empathie und Leidenschaft gestalten. Der Podcast ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar. Einfach nach „Upgrade Pflege“ suchen und reinhören.

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Wussten Sie schon, dass …

das menschliche Herz im Durchschnitt rund 100.000 Mal am Tag schlägt? Der eigene Puls lässt sich einfach am Handgelenk fühlen.

Großzügiger, freundlicher und zentraler: Das MVZ für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Bayreuth hat neue Räume. Patientinnen und Patienten finden Dr. Ina Haendle, Dr. Christian Feichter, Dr. Dejan Zakula und das Team des MVZ für Dermatologie jetzt im grünen Anbau direkt neben dem Haupteingang des Klinikums Bayreuth. Die Räume sind barrierefrei auf kurzem Weg über den Haupteingang zu erreichen. Sie liegen damit deutlich zentraler, sind großzügiger und bieten einen angenehmen Wartebereich.

PRAXIS AM MAIN

Titel mit Herz Beate Zunner hat ihre Promotion zum Thema „Myokine und Krafttraining“ im Juli 2026 erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeit wurde in Kooperation mit der Abteilung „Exercise Physiologe Dr. med. Beate Zunner and Metabolism“ des Bayreuther Zentrums für Sportwissenschaft an der Universität Bayreuth und der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin des Klinikums Bayreuth durchgeführt, und bereits im März 2022 in englischer Sprache international publiziert. Als Expertin für dieses Thema ist Beate Zunner seitdem bundesweit ein gefragter Interviewgast. In dieser Ausgabe GESUND LEBEN schreibt sie außerdem darüber, warum man Sport bei Erkältung pausieren sollte – mehr ab Seite 36.

© Klinikum Bayreuth GmbH, Praxis am Main, GeBO / Andrea Franz, BRK Kreisverband Bayreuth / Tobias Schif

KLINIKUM BAYREUTH GMBH


Verstärkung für Akustiks Seit 1. August 2026 verstärkt Eva Mattern das Team der AKUSTIKS HÖRGERÄTE GMBH als Auszubildende zur Hörakustikerin. Geschäftsführer Michael Deinlein freut sich über den Nachwuchs aus den eigenen Reihen: Bereits im Praktikum konnte Eva Mattern überzeugen. Nun beginnt sie offiziell ihren Weg ins Berufsleben – mit viel Neugier auf gutes Hören und moderne Hörakustik.

BRK-KREISVERBAND BAYREUTH

35 neue Pflegekräfte für die Region

Hell, freundlich und mit viel Grün: Die neue psychiatrisch-heilpädagogische Station am Bezirkskrankenhaus Bayreuth bietet moderne Räume sowie zwei Gärten für den Aufenthalt im Freien. GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN BEZIRK OBERFRANKEN

35 Absolventinnen und Absolventen der BRK-Schulen Pflege Bayreuth starten nach erfolgreichem Abschluss ins Berufsleben. 19 Schülerinnen und Schüler sowie zwei externe Teilnehmende absolvierten die Ausbildung zur Altenpflegehilfe, 14 die dreijährige generalistische Pflegeausbildung. Bei der feierlichen Zeugnisverleihung wurden auch herausragende Leistungen gewürdigt: Leonie Lindner und Carina Metzner erzielten jeweils die Traumnote 1,0. Latrice Van Dyke erhielt für das beste Prüfungsergebnis die Barbara-Stamm-Gedächtnismedaille.

unsch! w k c lü G n e h c li Herz

Herzliche Einladung: Ein Neubau öffnet seine Türen Eine der drei Großbaustellen am Bezirkskrankenhaus Bayreuth wird bald keine mehr sein. Denn der Neubau der psychiatrisch-heilpädagogischen Station ist fast fertig. Das zweigeschossige, im Hang eingebettete Gebäude mit Flachdach ist hell und freundlich, es gibt nur noch Einzelund Zweibettzimmer. Zwei Gärten geben die Möglichkeit zum Aufenthalt im Freien. Am Montag, 7. September 2026, findet die Einweihung samt Tag der offenen Tür statt. Ab 16 Uhr sind alle Interessierten eingeladen, die neuen Räumlichkeiten zu entdecken. Kommen Sie gern vorbei!

35 Absolventinnen und Absolventen der BRK-Schulen Pflege Bayreuth starten ins Berufsleben – in der Altenpflegehilfe und mit der generalistischen Pflegeausbildung (Foto).

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GESUND LEBEN

Medizinisch neu

Spezialversorgung für Lunge und Thorax AUTO R

Klinikum Bayreuth GmbH

Klinikum Bayreuth GmbH bietet Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV) nun auch im Bereich der Lungentumoren an

M KURZ GESAGT: Komplexe Tumorerkrankungen erfordern eine ganzheitliche Behandlung. In der ASV arbeiten alle relevanten Fachbereiche in der Klinik mit niedergelassenen Ärztinnen, Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten Hand in Hand. So gehen ambulante und stationäre Versorgung nahtlos ineinander über. Patientinnen und Patienten profitieren von einer festen Ansprechperson, die die Koordination der Termine übernimmt – für eine bestmöglich aufeinander abgestimmte Therapie.

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ie Klinikum Bayreuth GmbH bietet Patientinnen und Patienten mit komplexen Tumorerkrankungen der Lunge und benachbarter Organe des Brustraums (Thorax) im Rahmen einer Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) eine speziell auf Tumoren der Lunge und des Thorax abgestimmte Behandlung an. „Eine komplexe Tumorerkrankung der Lunge betrifft nicht nur die Lunge selbst – sie verändert den Alltag der Betroffenen. Deshalb ist es unser Ziel, Patientinnen und Patienten nicht nur medizinisch bestmöglich zu behandeln, sondern sie auf ihrem gesamten Behandlungsweg verlässlich zu begleiten“, sagt Dr. Claus Steppert, Direktor der Klinik für Pneumologie und Thoraxonkologie am Klinikum Bayreuth. Genau dafür gibt es die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV). Sie richtet sich an volljährige Patientinnen und Patienten mit komplexen onkologischen Erkrankungen der Luftröhre, der Lunge oder der Thymendrüse. Ziel ist eine eng abgestimmte Versorgung – ambulant, sektorenübergreifend und individuell auf die jeweilige Erkrankung ausgerichtet. Ambulante und stationäre Versorgung Hand in Hand

^ Dr. Claus Steppert, Direktor der Klinik für Pneumologie und Thoraxonkologie (l.), und Prof. Dr. Alexander Kiani, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie und Leiter des Onkologischen Zentrums der Klinikum Bayreuth GmbH

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Am Klinikum Bayreuth fließt die Erfahrung eines großen onkologischen Zentrums in die Behandlung ein. Im Rahmen der ASV für Tumoren der Lunge des Thorax arbeiten Krankenhausärztinnen und -ärzte sowie niedergelassene Fachärztinnen, Fachärzte, Therapeutinnen und Therapeuten Hand in Hand. Das interdisziplinäre Kernteam besteht aus Pneumologinnen und Pneumologen, Onkologinnen und Onkologen, Thoraxchirurginnen und -chirurgen sowie Strahlentherapeutinnen und Strahlentherapeuten. Gemeinsam be-


S P E Z I A LV E R S O R G U N G GU T V ER NETZT

Die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung bietet die Klinikum Bayreuth GmbH auch für weitere komplexe onkologische Erkrankungen an. Neben Tumoren der Lunge oder benachbarter Organe des Thorax besteht die ASV auch für folgende Bereiche: • Tumoren des Magen-Darm-Trakts oder der Bauchhöhle • Hauttumorerkrankungen • Gynäkologische Tumorerkrankungen • Urologische Tumorerkrankungen

WIR SIND UMGEZOGEN!

Sie finden das MVZ Onkologie und die ASV (medikamentöse Tumortherapie) jetzt in den neuen Räumen im Gebäude MCO 2, direkt neben dem Klinikum (Einfahrt Parkplatz Herzchirurgie/Kinderklinik).

sprechen sie Therapiealternativen und stimmen den individuellen Behandlungsplan eng miteinander ab. So fließen unterschiedliche fachliche Perspektiven in jede Therapieentscheidung ein. „Gerade bei komplexen Tumorerkrankungen ist diese enge Zusammenarbeit entscheidend. In der ASV bündeln wir unsere Erfahrung und begleiten Patientinnen und Patienten gemeinsam durch die Behandlung“, sagt Prof. Dr. Alexander Kiani, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie und Leiter des Onkologischen Zentrums der Klinikum Bayreuth GmbH. Denn für viele Betroffene ist neben der medizinischen Qualität vor allem eines wichtig: eine verlässliche Begleitung. „Deshalb erhalten Patientinnen und Patienten in der ASV eine feste Ansprechperson aus dem Team. Sie koordiniert den Behandlungsverlauf, sorgt für die Abstimmung zwischen den beteiligten Fachrichtungen, Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten und steht während der gesam-

ten Behandlung als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner zur Verfügung. Das schafft Orientierung und entlastet in einer ohnehin belastenden Zeit“, erläutert Prof. Kiani das Konzept. Darüber hinaus lassen sich auf diese Weise auch Wartezeiten oft deutlich verkürzen. Krankenkasse übernimmt Kosten Die Leistungen der ASV werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie umfassen alle Maßnahmen, die für die Behandlung der Grunderkrankung erforderlich sind. „Dazu gehört auch die Behandlung von therapiebedingten Nebenwirkungen und Komplikationen, sofern diese in direktem Zusammenhang mit der Tumorerkrankung stehen“, sagt Dr. Steppert.

^ Das interdisziplinäre ASV-Team für Menschen mit komplexen Tumorerkrankungender Lunge und des Thorax am Klinikum Bayreuth bündelt Fachwissen aus Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie und Strahlentherapie.

Voraussetzung für die Teilnahme sind eine gesicherte Diagnose einer komplexen Tumorerkrankung der Lunge oder benachbarter Organe des Brustkorbs, eine Behandlung mit einer medikamentösen Tumortherapie und / oder Bestrahlung sowie in der Regel eine Überweisung durch die Hausärztin oder den Hausarzt, beziehungsweise die behandelnde Fachärztin oder den Facharzt. Die Teilnahme an der ASV ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden. MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH ASV für Tumoren der Lunge und der benachbarten Organe des Brustraums (Thorax) Prof. Dr. Alexander Kiani, Teamleitung Tel.: 0921 400-3750 E-Mail: asv@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/pneumologie

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GESUND LEBEN

Medizinisch neu

Für einen guten Start ins Leben AUTO R

Klinikum Bayreuth GmbH

Klinikum Bayreuth baut Frauenmilchbank auf – insbesondere früh geborene und kranke Kinder profitieren

M KURZ GESAGT: Die Klinikum Bayreuth GmbH baut eine Frauenmilchbank auf. Mütter helfen krank und früh geborenen Kindern, indem sie einen Teil ihrer Milch spenden. Ziel ist es, auch dann die Vorteile einer Ernährung mit Muttermilch zu bieten, wenn die Milch der eigenen Mutter nicht – oder noch nicht – ausreicht.

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ür das Team des Perinatalzentrums erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch: Bis zum Jahresende will die Klinik eine hauseigene Frauenmilchbank etablieren. Das Prinzip ist einfach: Mütter helfen krank oder zu früh geborenen Kindern, indem sie einen Teil ihrer eigenen Milch spenden. Ziel ist es, den Kindern auch dann die Vorteile einer Ernährung mit Frauenmilch zu bieten, wenn die Milch der eigenen Mutter nicht – oder noch nicht – ausreicht. Doch so einfach es klingt: „Die Klinik muss dafür enorm hohe Hygienestandards erfüllen“, sagt Isabel FischerSchmidt, Oberärztin in der Kinderklinik und im Perinatalzentrum der Klinikum Bayreuth GmbH. Dem Team steht viel Arbeit bevor.

^ Isabel FischerSchmidt ist Oberärztin in der Kinderklinik und im Perinatalzentrum der Klinikum Bayreuth GmbH.

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Die natürlichste Medizin Muttermilch gilt als die beste Nahrung für Neugeborene. „Sie stärkt das Immunsystem, unterstützt den Aufbau einer gesunden Darmflora und kann das Risiko schwerer Er-

krankungen wie gefährlicher Darmentzündungen oder einer Sepsis deutlich verringern“, erklärt Isabel Fischer-Schmidt. Neben diesen kurzfristigen Vorteilen habe Muttermilch aber auch langfristig positive Effekte: „Studien zeigen, dass gestillte Kinder in ihrer geistigen, motorischen und sozial-emotionalen Entwicklung profitieren und später seltener von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder psychiatrischen Auffälligkeiten betroffen sind.“ Das macht Muttermilch insbesondere für die Kinder besonders wertvoll, die einen schweren Start ins Leben haben, weil sie krank oder viel zu früh auf die Welt gekommen sind. „Muttermilch leistet Vieles, was wir medikamentös nie abbilden könnten – und das auf die natürlichste Weise“, sagt Fischer-Schmidt. Mehr Schutz für Kinder – mehr Sicherheit für Eltern Das Perinatalzentrum der Klinikum Bayreuth GmbH gehört zur höchsten Versorgungsstufe und betreut viele Risikoschwangerschaften sowie teils extrem früh oder krank geborene Kinder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1.250 Gramm. Für diese Kinder kann die Ernährung mit Frauenmilch insbesondere in den ersten Lebenstagen und -wochen einen lebensentscheidenden Unterschied machen. „Studien belegen, dass die positiven Effekte der Muttermilch auch dann zum Tragen kommen, wenn es sich um gespendete Milch handelt“, sagt Fischer-Schmidt. „Wir sind sehr froh, dass wir Eltern und Kindern künftig diese Alternative bieten können.“ Gerade bei einer zu frühen Geburt befinden sich auch die Mütter in einer Ausnahmesituati-


Fotos: © Klinikum Bayreuth GmbH, Shutterstock / Iryna Inshyna

on: Sorgen, körperliche Belastungen und Stress können dazu führen, dass die Milchbildung nur langsam einsetzt oder ausbleibt. Genau hier setzt die Muttermilchbank an. „Wenn die eigene Milch nicht ausreicht, ist geprüfte Spendermilch eine wertvolle Alternative, die von den Fachgesellschaften ausdrücklich empfohlen wird“, sagt Fischer-Schmidt.

und auch die gespendete Milch selbst wird noch einmal mikrobiologisch geprüft, im Anschluss pasteurisiert und unter kontrollierten Bedingungen gelagert. Jeder Schritt wird dokumentiert, sodass nachvollziehbar ist, welche Milch an welches Kind abgegeben wurde. Die Aufbereitung erfolgt dabei strikt getrennt von anderer Säuglingsnahrung und unter höchsten hygienischen Standards.

Vorbereitung hinter den Kulissen So unkompliziert der Ablauf für Eltern ist – für die Klinik bedeutet der Aufbau einer Frauenmilchbank einen großen Aufwand. Frauenmilch und deren Aufbereitung unterliegen strengen Vorschriften, die sich aktuell noch an denen für Lebensmittel orientieren. Im kommenden Jahr werden sich diese Vorgaben noch einmal verschärfen. Dann sollen für die Milch die gleichen Standards gelten wie für Blutprodukte. Auch das hat das Team der Klinik bereits bedacht. Gemeinsam hat man geeignete Räume gesucht, gefunden und ein umfassendes Konzept für Umbau und Nutzung erstellt. Die hygienischen Standards und Abläufe sind darin detailliert und nachvollziehbar abgebildet: Milchspenderin kann zunächst werden, wer mit seinem Kind als Patientin in der Klinik ist. Die Mütter werden sorgfältig untersucht, um übertragbare Erkrankungen auszuschließen

Bei der Planung hat sich das Team an anerkannten Qualitätsleitlinien für Frauenmilchbanken in Deutschland orientiert und arbeitet eng mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Krankenhaushygiene zusammen.

^ Die Klinikum Bayreuth GmbH baut eine eigene Muttermilchbank auf. Dort soll gespendete Milch streng geprüft, pasteurisiert und gelagert werden – damit auch Früh- und Neugeborene profitieren können, wenn die eigene Milch nicht ausreicht.

Mit der Frauenmilchbank investiert die Klinikum Bayreuth GmbH gezielt in zusätzliche Sicherheit und Gesundheit für die Allerkleinsten. „Gerade wenn ein Kind zu früh oder krank geboren wird, schafft dieses neue Angebot wichtige Voraussetzungen für einen bestmöglichen Start ins Leben“, sagt Fischer-Schmidt. MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH Klinik für Kinder und Jugendliche mit Perinatalzentrum Level 1 Tel.: 0921 400-6202 E-Mail: kinderklinik@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/kinderklinik

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GESUND LEBEN

Hilfe finden

Ein Sicherheitsnetz für den Notfall AUTO R

BRK-Kreisverband Bayreuth / Tobias Schif

Pilotprojekt Pflegenotruf soll pflegebedürftige Menschen unterstützen, wenn Angehörige plötzlich ausfallen

M KURZ GESAGT: Der Pflegenotruf Bayreuth/Kulmbach soll helfen, wenn pflegende Angehörige plötzlich selbst zum Notfall werden. Die Integrierte Leitstelle soll dann einen Pflegedienst koordinieren, damit pflegebedürftige Menschen schnell versorgt werden können – möglichst zu Hause und ohne unnötige Krankenhausaufnahme.

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und sieben Millionen Menschen in Deutschland pflegen nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit Angehörige oder nahestehende Personen. Damit tragen sie den größten Teil der pflegerischen Versorgung in Deutschland. AOK-Direktorin Melanie Heinlein-Lodes bringt es mit den Worten des Bundesverbandes der AOK auf den Punkt: „Pflegende Angehörige sind Deutschlands größter Pflegedienst.“

r Schon gewusst?

Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland pflegen Angehörige oder nahestehende Personen.

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Doch was geschieht, wenn genau diese Menschen plötzlich selbst zum Notfall werden? Fällt ein pflegender Angehöriger unerwartet durch eine Erkrankung oder einen Unfall aus, bleibt die pflegebedürftige Person häufig ohne Versorgung zurück – insbesondere nachts, an Wochenenden oder Feiertagen. Genau hier setzt das Pilotprojekt Pflegenotruf Bayreuth/Kulmbach an, das der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Bayreuth/Kulmbach gemeinsam mit der Gesundheitsregionplus der Stadt und des Landkreises Bayreuth und ihrem Pendant in Kulmbach, der AOK sowie dem BRK-Kreisverband Bayreuth auf den Weg bringen möchte.

Im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung kamen erstmals ambulante Pflegedienste sowie Senioren- und Pflegeberatungsstellen aus den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach sowie der Stadt Bayreuth zusammen, um das Konzept kennenzulernen und gemeinsam über dessen Umsetzung zu beraten. Hilfe, wenn plötzlich niemand mehr da ist Während sich ein geplanter Ausfall eines pflegenden Angehörigen meist organisieren lässt, stellt ein akuter medizinischer Notfall alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Muss die pflegende Person beispielsweise mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden, bleibt die pflegebedürftige Person oftmals allein zurück. Bislang mussten Einsatzkräfte des Rettungsdienstes oder Mitarbeitende von Pflegediensten in solchen Situationen kurzfristig individuelle Lösungen finden. Das Pilotprojekt soll hierfür künftig einen klaren und verlässlichen Ablauf schaffen. Vorgesehen ist, dass die Integrierte Leitstelle (ILS) Bayreuth/Kulmbach im Bedarfsfall die Koordination übernimmt und einen ambulanten Pflegedienst verständigt, der die notwendige Erstversorgung sicherstellt. Ziel ist es, die pflegebedürftige Person möglichst im vertrauten häuslichen Umfeld ambulant, oder als eingestreute Kurzzeitpflege in stationären Senioreneinrichtungen zu versorgen und gleichzeitig unnötige Krankenhausaufnahmen sowie vermeidbare Einsätze des Rettungsdienstes zu verhindern. Möglich wird dies auch durch die konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Meldekopffunktion – der zentralen Schnittstelle für


den Informationsaustausch zwischen Integrierter Leitstelle und Kreisverwaltungsbehörden – auf Grundlage des Leitstellengesetzes.

Für Harald Burkhardt vom ZRF Bayreuth/Kulmbach, besitzt das Vorhaben Modellcharakter: „Das Pilotprojekt ist eine neue Aufgabe für den ZRF und die ILS. Es ist ein wichtiges Projekt, das im Nachgang eventuell auch andernorts etabliert werden wird.“

Foto: © Shutterstock / Ground Picture

Starkes Signal für die Gesundheitsversorgung

Auch Markus Ruckdeschel, Kreisgeschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Bayreuth, sieht darin einen wichtigen Schritt für die Gesundheitsversorgung: „Im Gesundheitswesen müssen wir sektorenübergreifend denken und senden mit dem Pilotprojekt ein Signal nach ganz Bayern aus. Wir tun etwas für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und schafft keine neuen zusätzlichen Strukturen.“ Mit dem Pflegenotruf werde „ein weiteres Sicherheitsnetz für die pflegebedürftige Bevölkerung aus dem Bestand eingezogen und ein bisher unstrukturiert gewachsenes System sinnvoll organisiert.“ Unterstützung erhält das Projekt auch vom Klinikum Bayreuth. Klinikdirektor Prof. Dr. med. Hans Jürgen Heppner bezeichnete den Pflegenotruf als „ambitioniertes Projekt“ und zeigte sich überzeugt, dass es zu einer spürbaren Entlastung der Krankenhäuser beitragen könne und diese um unnötige Hospitalisierungen entlastet. Das Klinikum werde seinen Beitrag zum Gelingen leisten, so Heppner.

Gute Voraussetzungen für den Start Das Pilotprojekt wird in erheblichen Umfang aus Mitteln des Freistaats Bayern (Gute Pflege Bayern) gefördert. Mit der Kick-off-Veranstaltung wurde nun der Grundstein für die weitere Ausgestaltung gelegt. Der notwendige Förderbescheid liegt bereits vor und der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung fasste bereits im Dezember 2025 den grundlegenden Beschluss zur Aufgabenübertragung an die ILS Bayreuth/Kulmbach.

^ Pflege findet oft zu Hause und im engen persönlichen Kontakt statt. Der geplante Pflegenotruf soll einspringen, wenn diese Unterstützung plötzlich wegbricht.

Das Fazit der Initiatoren fiel durchweg positiv aus. Die große Resonanz und die konstruktiven Gespräche mit den Vertreterinnen und Vertretern der ambulanten Pflege sowie der Beratungsstellen zeigen, dass das Vorhaben auf breite Unterstützung stößt. Sie sind überzeugt, engagierte Mitstreiter gefunden zu haben, um den Pflegenotruf Bayreuth/Kulmbach gemeinsam auf den Weg zu bringen und damit die Versorgungssicherheit für pflegebedürftige Menschen in der Region nachhaltig zu stärken. < Die Kooperationspartner des Pilotprojekts MEHR INFOS: Bayerisches Rotes Kreuz – Kreisverband Bayreuth Hindenburgstraße 10 95445 Bayreuth www.brk-bayreuth.de

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GESUND LEBEN

Hilfe finden

Über die Sprache zu sich selbst finden AUTO R

G E B O – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken

Einblicke in die Klinische Linguistik in der Psychiatrie

M KURZ GESAGT: Sprache ist eng mit Gefühlen, Körper und Beziehungen verbunden. In der Psychiatrie hilft Klinische Linguistik Patientinnen und Patienten dabei, Gedanken, Bedürfnisse und Emotionen wieder besser auszudrücken. Dr. Theresa Strätz zeigt am Bezirkskrankenhaus Bayreuth, wie Sprachtherapie den Zugang zu sich selbst und zu anderen stärken kann.

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^ Sprache beginnt nicht erst mit Worten: In der Klinischen Linguistik geht es auch um Ausdruck, Kontakt und das Wiederfinden eigener Bedürfnisse.


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ie eng Sprache, Körper, Gefühle und Beziehungen miteinander verbunden sind, weiß Dr. Theresa Strätz. Sie ist klinische Linguistin am Bezirkskrankenhaus Bayreuth und unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse besser auszudrücken. Was versteht man unter Sprachtherapie? DR. THERESA STRÄTZ: Sprachtherapie hilft Menschen dabei, ihre Sprache, Kommunikation, Stimme und Schlucken zu verbessern. In der Psychiatrie unterstützt sie Betroffene u. a. dabei, Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse besser auszudrücken und wieder leichter mit anderen in Kontakt zu kommen. Was macht Ihre Arbeit in einer psychiatrischen Klinik besonders? DR. STRÄTZ: Die Sprachtherapie beschäftigt sich hier nicht nur mit Sprache, sondern auch mit den Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf Kommunikation, Stimme und Schlucken. Die Arbeit ist außerdem eingebettet in ein multiprofessionelles Team mit Psychotherapeuten, Psychologen, Ärzten, Pflegekräften und weiteren Spezialtherapien, wie z. B. Ergo- oder Musiktherapie. Mit welchen Kommunikations- oder Sprachproblemen begegnen Ihnen Patientinnen und Patienten am häufigsten? DR. STRÄTZ: Bei Kindern treten häufig Schwierigkeiten beim Ausdrücken von Gefühlen und Bedürfnissen auf sowie beim Erzählen, beim Erkennen von Emotionen sowie in der nonverbalen Kommunikation. Viele Kinder haben außerdem Probleme, ihr Verhalten flexibel an unterschiedliche Gesprächspartner anzupassen und sich in andere hineinzuversetzen. Viele erwachsene Patientinnen und Patienten haben Schwierigkeiten, ihre Gedanken und Gefühle verständlich auszudrücken oder Gespräche aufrechtzuerhalten. Häufig treten Probleme in der Pragmatik (soziale Kommunikation), Wortfindung, Prosodie, Stimme oder auch Schluckstörungen auf – teilweise als Folge der Erkrankung selbst, teilweise durch Medikamente. Bei Depressionen wirken Betroffene oft sehr leise und sprachlich verlangsamt, während bei Schizophrenie häufig desorganisierte Sprache auffällt.

E X P E R T I N F Ü R S P R AC H E U N D PS YCH E

Dr. Theresa Strätz studierte Psycholinguistik und Klinische Linguistik. Sie promovierte zum Empathie-Ausdruck von Kindern und forscht am Bezirkskrankenhaus Bayreuth zur Kommunikation von Jugendlichen in sozialer Interaktion. Sie gehört zu den wenigen Expertinnen in Deutschland, die (teil-)stationäre Sprachtherapie für Menschen mit psychiatrischem Krankheitsbild anbieten. Neben der sprachtherapeutischen Arbeit ist sie Dozentin am Medizincampus Oberfranken, wo sie Jungmedizinerinnen und -medizinern zum Behandlungsspektrum der Sprachtherapie weiterbildet.

Welche psychischen Erkrankungen wirken sich besonders auf Sprache und Kommunikation aus? DR. STRÄTZ: Besonders häufig beeinflussen Depressionen, Schizophrenie, soziale Angst, Autismus-Spektrum-Störungen und Demenzen die Kommunikation. Wie unterstützt Sprachtherapie den therapeutischen Gesamtprozess? Sprachtherapie schafft oft einen niedrigschwelligen Einstieg in die Behandlung. Viele Patientinnen und Patienten finden zunächst über Stimme, Atmung, Körpersprache oder Wortfindung wieder Zugang zu sich selbst. Dadurch kann es ihnen später leichter fallen, in der Psychotherapie über Gefühle und belastende Erlebnisse zu sprechen. Sprachtherapie verbessert also die Kommunikationsfähigkeit und erleichtert dadurch den Zugang zu anderen Therapieformen wie der Psychotherapie. Wie arbeiten Sie mit anderen Berufsgruppen im Behandlungsteam zusammen? DR. STRÄTZ: Möglichkeiten zur Abstimmung von Therapiezielen und Diagnosen bieten z. B. Visiten und Fallbesprechungen, um die Betroffenen bestmöglich zu unterstützen.

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GESUND LEBEN

Hilfe finden

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Fotos: © LoXe - Lisa Oeffner

^ Worte finden, Gefühle ordnen, Kommunikation stärken: Sprachtherapie kann Patientinnen und Patienten helfen, wieder besser mit sich und anderen in Kontakt zu kommen.

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Wir dokumentieren außerdem den Therapieverlauf, der für alle beteiligten Berufsgruppen einsehbar ist. Wichtig ist außerdem das Sichten von Vorbefunden und die Weitergabe relevanter Informationen an Nachbehandler.

Welche Aufgabe in Ihrer täglichen Arbeit kostet Sie Überwindung? DR. STRÄTZ: Eine Herausforderung, die mich in meiner Arbeit manchmal Überwindung kostet, ist der Umgang mit Menschen unter hoher Anspannung, da es viel Ruhe, Geduld und ein bewusst deeskalierendes Vorgehen erfordert. Eine weitere Herausforderung kann sein, die eigene fachliche Rolle im Behandlungsteam klar abzugrenzen. Man nimmt oft viele psychische Belastungen wahr, muss aber wissen, wo die eigene sprachtherapeutische Aufgabe endet und wann andere Berufsgruppen übernehmen. Gleichzeitig braucht es Selbstbewusstsein, um die eigene Expertise im Behandlungsteam sichtbar zu machen. Was war der bisher schönste Aha-Moment mit einem Patienten? DR. STRÄTZ: Besonders schön ist es, wenn Patientinnen und Patienten merken, dass sie sich wieder ausdrücken können und sich ernst genommen fühlen. Eine Patientin sagte nach der Therapie, dass sie sich durch die Arbeit mit Stimme, Atmung und Körper endlich wieder als „ganz" erlebt habe und ihr das auch in der Psychotherapie sehr geholfen habe. Viele Betroffene erkennen erst durch die Sprachtherapie, wie eng Kommunikation, Gefühle und psychisches Wohlbefinden miteinander zusammenhängen.

therapie geht es zunächst beispielsweise um Stimme, Atmung oder Kommunikation – also darum, wieder Vertrauen in sich selbst und den eigenen Ausdruck zu gewinnen. Niemand wird zu etwas gedrängt, sondern dort abgeholt, wo er gerade steht. Ziel ist immer, Menschen zu unterstützen. Ganz gleich, ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. Alle können den Aufenthalt als stärkend erleben, denn sie lernen Gleichgesinnte kennen und werden bei Herausforderungen eng begleitet. Welche Fähigkeiten sind für Sprachtherapeutinnen und Sprachtherapeuten in der Psychiatrie besonders wichtig? DR. STRÄTZ: Wichtig sind Empathie, eine gute Beobachtungsgabe und Offenheit für interdisziplinäre Zusammenarbeit. Außerdem sollte man über den eigenen fachlichen Tellerrand hinausschauen, verschiedene sprachtherapeutische Methoden flexibel kombinieren und gleichzeitig die eigenen fachlichen Grenzen kennen. Was lernt man hier, was man in keinem Schul-/Lehrbuch findet? DR. STRÄTZ: Man lernt, wie eng Sprache, Körper, Gefühle und Beziehungen miteinander verbunden sind. Außerdem entwickelt man ein Gespür dafür, wann Sprache Menschen stabilisieren kann und wie wichtig echte Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen für den Therapieerfolg ist – Erfahrungen, die man vor allem in der praktischen Arbeit sammelt. Was sich mit der Zeit entwickelt ist Hintergrundwissen zu verschiedenen psychiatrischen Diagnosen zu erwerben, das wording anderer Fachdisziplinen zu verstehen und die eigene Perspektive in das Gesamtbild einzuordnen. Die aktuelle Forschung zeigt, dass die Rolle der Sprachtherapie in der Psychiatrie noch unterschätzt wird und sich das Fachgebiet weiterentwickelt.

Dr. Theresa Strätz braucht Verstärkung – jetzt bewerben MEHR INFOS: GeBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken

Was würden Sie Menschen sagen, die Angst vor der Psychiatrie haben? DR. STRÄTZ: Oft beginnt die Therapie mit kleinen, sicheren Schritten. In der Sprach-

Bezirkskrankenhaus Bayreuth Nordring 2, 95445 Bayreuth Telefon: (0921) 283-0 www.gebo-med.de


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GESUND LEBEN

Hilfe finden

Nicht allein durch die Krise AUTO R

G E B O – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken

Die vierte Säule der Gesundheit: Selbsthilfe stärkt Betroffene und Angehörige – und wird am Bezirkskrankenhaus Bayreuth partnerschaftlich und verbindend gelebt.

M KURZ GESAGT: Selbsthilfegruppen ersetzen keine Therapie, können aber Halt, Verständnis und Austausch bieten – besonders, wenn Betroffene lange auf professionelle Hilfe warten. Am Bezirkskrankenhaus Bayreuth vernetzt Susanne Freund zahlreiche Gruppen und Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörigen.

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ine Herzensangelegenheit – das ist es, was die Selbsthilfe-Arbeit am Bezirkskrankenhaus Bayreuth für Susanne Freund ist. Denn dass es dort so viele Gruppen, Treffs und Hilfsangebote für Patientinnen, Patienten und Angehörige gibt, ist ihr zu verdanken. Warum Psychiatrie ohne Selbsthilfeangebote kaum denkbar wäre, erzählt die Selbsthilfebeauftragte im Interview.

Welche Rolle spielen Selbsthilfegruppen heute in der psychiatrischen Versorgung? SUSANNE FREUND: Eine immer wichtigere. Zunächst: Selbsthilfe ist nie ein Therapieersatz. Aber wie kann Selbsthilfe überhaupt ein Ersatz sein, wenn es nahezu KEINE freien und zeitnah verfügbaren Therapieplätze mehr gibt. Wartezeiten von bis zu einem Jahr und länger sind Realität für sehr viele Menschen geworden. Somit ist eine Selbsthilfegruppe – neben Familie, Freunden, Kollegen

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oder Nachbarn – aktuell die einzige Möglichkeit, sich verstanden und gehört zu fühlen. Wie beurteilen Sie die Akzeptanz von Menschen mit psychischen Erkrankungen? SUSANNE FREUND: Ich beobachte einen Rückwärtstrend: Hat man vor ein paar Jahren noch versucht, Angehörige durch Psychoedukation aufzuklären und somit mehr Verständnis für den Betroffenen zu erreichen, so stoßen wir aktuell wieder zunehmend auf Blockaden gegenüber den Betroffenen. Das Leben und unsere drastische Entwicklung in der Gesellschaft verlangt vielen Menschen im gesunden Zustand schon zunehmend mehr ab. Wie können sie dann das Verständnis aufbringen, welches erforderlich wäre, um die Situation rund um die Krankheit besser zu verstehen und den Menschen als solchen anzunehmen, ohne stets die Symptome im Fokus zu haben? Welche Veränderungen sehen Sie bei der Nachfrage nach Selbsthilfeangeboten in den letzten Jahren? SUSANNE FREUND: Vor etwa zwei Jahren dauerte es oft ein Jahr, bis sich eine Selbsthilfegruppe gegründet und in ihrer Teilnehmerzahl stabil funktioniert hat. Jetzt gründen wir Gruppen, die bereits zu Beginn Aufnahmestopp melden müssen. Auch der Schwerpunkt innerhalb einer Gruppe hat sich verändert. Waren es vor zwei Jahren beispielsweise noch reine Depressionsgruppen, so sind jetzt viele Gruppen für weitere Krankheitsbilder offen, da es zunehmend mehr Mischdiagnosen gibt.


^ Selbsthilfegruppen bieten einen geschützten Raum für Austausch, Verständnis und gegenseitigen Halt – auch, wenn professionelle Hilfe nicht sofort verfügbar ist.

Viele Betroffene warten lange auf ambulante Therapie- oder Facharzttermine. Welche Funktion können Selbsthilfegruppen in dieser Zeit übernehmen? SUSANNE FREUND: Wenn sich jemand nach seinem stationären Aufenthalt dazu entscheidet, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, ist diese Gruppe oft der Anker. Durch den dortigen Austausch und gegenseitigen Halt verhindert man oft, dass der Betroffene wieder in eine Krise gerät. Unterstützung und Verständnis in unseren Gruppen finden auch diejenigen, die monatelang auf einen Therapieplatz warten. Was können Selbsthilfegruppen leisten, was professionelle Behandlungsangebote oft nicht schaffen? SUSANNE FREUND: Hier zitiere ich gern unseren leitenden ärztlichen Direktor Prof. Dr. Thomas Kallert: „Es ist eben nicht der medizinische Rahmen. Es ist nicht der Behandlungsrahmen, sondern es sind das Sich-begegnen, das Angenommen-Wissen und der Austausch auf Augen-

höhe. Das ist eine ganz andere Ebene. Die stellen Sie im Professionellen nicht so einfach her.“

Hilfe finden

Auf der Internetseite der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) finden Sie alle Selbsthilfegruppen und Beratungsangebote, mit denen das Bezirkskrankenhaus Bayreuth zusammenarbeitet. QR-Code scannen und mehr erfahren!

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Teilnehmenden über die Wirkung der Gruppen auf ihren Alltag und ihre Genesung? SUSANNE FREUND: Die meisten schätzen die vielen wertvollen Tipps und Informationen über die Möglichkeiten einer Behandlung, für den Umgang mit der Erkrankung und für Strategien, wenn es mal wieder zu kippen droht. Und sie schätzen die gemeinsamen Unternehmungen, um so immer mal wieder der Einsamkeit zu entkommen. Gibt es bestimmte Krankheitsbilder oder Lebenssituationen, bei denen Selbsthilfegruppen besonders hilfreich sind? SUSANNE FREUND: Eigentlich alle Erkrankungen, mit denen soziale Abnabelung oder gar Sozialphobie einhergeht. Hier brauchen

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GESUND LEBEN

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die Betroffenen unbedingt einen geschützten Rahmen, der ihnen die Sicherheit gibt, nicht bewertet zu werden. Andere Menschen so nehmen zu lernen wie sie eben sind, kann auch oft dabei helfen, sich selbst besser anzunehmen und mehr Stabilität zu bekommen. Wie wichtig ist der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben? SUSANNE FREUND: Der Austausch ist ein enorm wichtiger Punkt, um sich selbst nicht mehr ganz so schlecht fühlen zu müssen. Weil man spürt, dass man nicht allein ist mit der Erkrankung. Dadurch, dass alle Teilnehmenden an unterschiedlichen Stationen in ihrem Genesungsprozess sind, können Sätze wie: „Wo du momentan stehst, war ich auch vor einem Jahr. Jetzt geht es mir so viel besser“, sehr unterstützend sein.

Fotos: © GeBO, Shutterstock / Nikita Sursin

Welche Vorurteile oder Berührungsängste begegnen Ihnen, wenn Menschen zum ersten Mal über den Besuch einer Selbsthilfegruppe nachdenken? SUSANNE FREUND: Es ist meist die Angst, dass man von jemandem in der Gruppe erkannt wird, oder dass man mit seiner Geschichte nicht betroffen genug ist. Beide Punkte relativieren sich oft schon nach wenigen Minuten.

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Und warum lohnt es sich dennoch, den Schritt in eine Selbsthilfegruppe zu wagen? SUSANNE FREUND: Man kann nur gewinnen und es gibt keinerlei Risiko, da Selbsthilfe keine Verpflichtung ist. Man kann einfach mal reinschnuppern, ohne überhaupt etwas erzählen zu müssen. Viele interessierte Betroffene und Angehörige kommen zunächst nur ein paar Mal dazu, um einfach zuzuhören. Das ist völlig okay und darf so sein. Wie arbeiten Selbsthilfegruppen und psychiatrische Einrichtungen idealerweise zusammen? SUSANNE FREUND: Am effektivsten ist es immer, wenn man in der Klinik eine Stelle schafft, welche beide Parteien miteinander vernetzt. Selbsthilfe muss bekannt gemacht werden.

Ohne Aufklärung bleiben viele Psychologen, Sozialpädagogen und auch Ärzte skeptisch. Je offener man mit der Thematik Selbsthilfe innerhalb der Klinik umgeht, desto erfolgreicher arbeiten beide Parteien einander zu. Was wünschen Sie sich von Politik und Gesundheitswesen, um die Selbsthilfearbeit besser zu unterstützen? SUSANNE FREUND: Ein heikles Thema. Gerade jetzt in Zeiten von immer mehr Kürzungen im Gesundheitswesen, habe ich das Gefühl, dass die Politik nicht wirklich sieht, was da gerade in unserer Gesellschaft passiert. Es benötigt viel mehr Prävention und Transparenz, sowie Akzeptanz für Menschen, die versuchen, sich eigenständig aus ihrer Krise zu befreien oder ihre Erkrankung zu verbessern. Gibt es eine Begegnung oder Geschichte aus Ihrer Arbeit, die Ihnen besonders gezeigt hat, welche Kraft in Selbsthilfeund Angehörigenarbeit steckt? SUSANNE FREUND: Die Geschichte unserer immer größer werdenden Selbsthilfefamilie hier am Bezirkskrankenhaus, zusammen mit unserem Kooperationspartner, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband/Selbsthilfekontaktstelle, zeigt mir jeden Tag aufs Neue, wie stark Selbsthilfe wirken kann. Und ich wünsche mir sehr, dass dies so bleiben und weiterhin wachsen darf. Besonders berührende und sehr tiefgründige Momente erlebe ich in meiner Arbeit als Ansprechpartnerin für Angehörige – wenn ich von Eltern die Rückmeldung bekomme, dass es dem Kind wieder bessergeht und sie einen Weg zueinander gefunden haben, welcher die Gesundung maßgeblich unterstützt.

MEHR INFOS: Susanne Freund, Selbsthilfebeauftragte am Bezirkskrankenhaus Bayreuth Tel.: 0921 283 - 9884 Mail: susanne.freund@gebo-med.de www.gebo-med.de


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GESUND LEBEN

Hören mit Zukunft AUTOR

Akustiks Hörgeräte GmbH

Akustiks Hörgeräte feiert 33 Jahre Unternehmensgeschichte – und stellt mit Simon Deinlein die Weichen für die nächste Generation.

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enn Gespräche anstrengender werden, der Fernseher lauter gestellt wird oder Stimmen im Alltag nicht mehr klar ankommen, ist gute Beratung besonders wichtig. Seit 33 Jahren begleitet Akustiks Hörgeräte Menschen in der Region auf dem Weg zu besserem Hören – persönlich, fachkundig und mit modernen Hörlösungen. Blick zurück, Schritt nach vorn Mit dem Eintritt von Simon Deinlein in das Unternehmen gestaltet künftig die nächste Generation die Entwicklung von Akustiks Hörgeräte mit. Gemeinsam wollen Michael und Simon Deinlein Bewährtes erhalten und neue Impulse setzen: von digitalen Hörsystemen über innovative Anpassverfahren bis hin zu modernen Serviceangeboten. Im Mittelpunkt bleibt dabei, was das Unternehmen seit seiner Gründung prägt: Menschen individuell zu beraten und ihnen zu besserem Hören und mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Heute besteht das Team aus acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter drei Hörakustikmeister und vier Hörakustikgesellen. Michael Deinlein selbst bringt 44 Jahre Erfahrung im Hörakustikerhandwerk mit, ist Hörakustikmeister, Pädakustiker sowie von der Handwerkskammer für Oberfranken öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Hörgeräteakustikerhandwerk. Begleitung, die Vertrauen schafft Ein besonderer Moment in der Unternehmensgeschichte war die Betreuung von Peter Maffay und seiner Band. Michael Deinlein begleitete den Musiker persönlich bei der Anpassung seines In-Ear-Monitorings. Für das Team gilt dabei immer derselbe Anspruch – ob bei prominenten Künstlern oder Kundinnen und Kunden aus der Region: höchste Qualität, individuelle Beratung und bestmögliche Hörlösungen.

MEHR INFOS: Akustiks Hörgeräte GmbH Badstraße 8, 95444 Bayreuth

„In den vergangenen 33 Jahren haben wir das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden durch persönliche Betreuung, fachliche Kom-

^ Mit Simon Deinlein gestaltet die nächste Generation die Zukunft von Akustiks Hörgeräte mit.

Am Weiherer Weg 10, 96142 Hollfeld E-Mail: info@akustiks.de www.akustiks.de

Foto: © Akustiks

M KURZ GESAGT: Akustiks Hörgeräte begleitet Menschen seit 33 Jahren zu besserem Hören – mit persönlicher Beratung, moderner Technik und individueller Anpassung. Mit Simon Deinlein steigt nun die nächste Generation ins Familienunternehmen ein und führt den Anspruch fort: passende Hörlösungen für mehr Sicherheit, Teilhabe und Lebensqualität.

petenz und modernste Hörtechnik gewonnen“, sagt Unternehmensgründer Michael Deinlein. „Es erfüllt mich mit großer Freude, dass unser Sohn Simon diesen Weg fortsetzt und neue Impulse für die Zukunft einbringt.“

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Bewusst leben

Sterben, das heißt vor allem Leben bis dahin AUTO R

Klinikum Bayreuth GmbH

Projekt Lebenswert(e) gibt Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Arbeit der Palliativstation M KURZ GESAGT: Das Thema Tod und Sterben ist in der Oberstufe Teil des Lehrplans. Dr. Sabine Gernhardt sorgt dafür, dass es nicht bei der grauen Theorie bleibt. Im Rahmen des Projekts Lebenswert(e) besucht die Direktorin der Klinik für Palliativmedizin am Klinikum Bayreuth regelmäßig Schulen und lädt Klassen zu einem Besuch auf der Palliativstation ein. Am Ende steht nicht selten die Erkenntnis, dass das Thema Tod oft viel mehr mit Leben zu tun hat als mit Sterben.

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r. Sabine Gernhardt ist eine von den Menschen, die den Tod schon in ganz unterschiedlichen Formen gesehen hat und die jeden Tag Menschen um sich hat, die wissen, dass ihr Leben bald zu Ende sein wird. Sie ist Direktorin der Klinik für Palliativmedizin am Klinikum Bayreuth. Im Rahmen des Projekts Lebenswert(e) besucht

„ Wir möchten nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben.“ DR. SABINE GERNHARDT, DIREKTORIN DER KLINIK FÜR PALLIATIVMEDIZIN AM KLINIKUM BAYREUTH

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sie regelmäßig Schulen und lädt Klassen auch gezielt zu einem Besuch auf die Palliativstation ein. Denn ihr ist es wichtig, dass auch junge Menschen sich damit auseinandersetzen, dass der Tod Teil des Lebens ist – und damit ein Thema, das uns alle angeht. Eine Klasse des Gymnasiums Christian Ernestinum besuchte im Rahmen des Unterrichts die Palliativstation. Im Richard-Wagner-Gymnasium in Bayreuth steht Dr. Gernhardt vor einer voll besetzten Aula, spricht über ihre Arbeit und über Menschen, deren Geschichten bewegen. Nicht, weil sie gestorben sind, sondern weil sie die Chance auf eine lebenswerte Zeit genutzt haben – bis sie bereit waren, zu gehen. In beiden Fällen ist Dr. Gernhardt dabei Bindeglied zwischen den Patientinnen und Patienten der Palliativstation und den Schülerinnen und Schülern, die sich bei einem Besuch mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen. Und mit dem Leben bis dahin. Das Thema Tod und Sterben ist in der Oberstufe Teil des Lehrplans. Theoretisch haben sich die Schülerinnen und Schüler damit bereits im Unterricht befasst. Dr. Gernhardt sorgt dafür, dass es nicht bei der grauen Theorie bleibt. Sie freut sich immer wieder, wie gut das gelingt. Gemeinsam mit den jungen Menschen diskutiert die Palliativmedizinerin Fragen wie: Welche medizinischen Möglichkeiten gibt es gerade am Lebensende und was davon ist ethisch vertretbar? Die Schüler erkennen, dass hinter diesen Fragestellungen Menschen stehen, für die diese Themen alles andere als theoretisch sind – auf beiden Seiten. Nichts beeindruckt so sehr, wie ein Besuch vor Ort Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Chance, gehen insbesondere mit Fragen zum Thema


Fotos: © Klinikum Bayreuth GmbH

Sterbehilfe und Begleitung Sterbender offen auf die Palliativmedizinerin zu. Die antwortete klar und sehr persönlich: Sterbehilfe, die gibt es im Klinikum Bayreuth nicht. Ihre Aufgabe sei es aber auch nicht, Leben um jeden Preis zu verlängern. „Wir möchten nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben“, beschreibt es die Palliativmedizinerin. Was sie damit sagen will: Viele unheilbar kranke Patienten leiden unter starken Schmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit, oft auch psychischen Belastungen. Und meist haben sie größere Angst davor, das aushalten zu müssen, als vor dem Tod selbst. „Dabei können wir unterstützen und helfen und tun das auch, jeden Tag.“ Die Medizin bietet enorme Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern, Beschwerden unter Kontrolle zu bringen und den Menschen damit mehr Lebensqualität für die Zeit zu geben, die ihnen bleibt.

Schülerinnen und Schüler: „Sie sind sehr interessiert und stellen Fragen. Berührungsängste gibt es kaum. Genau das wünsche ich mir.“ Initiiert hat das Projekt Dr. Sabine Gernhardt bereits vor einigen Jahren gemeinsam mit Dr. Günther Beck-Mathieu, Lehrer am Gymnasium Christian Ernestinum in Bayreuth. Seitdem wird Dr. Gernhardt immer wieder eingeladen, einen ihrer Vorträge in Schulen zu halten. Auch am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium ist sie inzwischen regelmäßig zu Gast.

^ Im Raum der Stille spricht Dr. Sabine Gernhardt mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Christian Ernestinum über Tod, Sterben und das Leben bis dahin. Das Projekt Lebenswert(e) macht Palliativmedizin greifbar.

Ob Mittelschule, Realschule oder Gymnasium – Dr. Gernhardt nutzt diese Gelegenheiten gerne – und die Schülerinnen und Schüler sind dabei am Ende nicht selten überrascht, dass das Thema für Dr. Gernhardt und ihr Team auf der Palliativstation oft viel mehr mit Leben zu tun hat als mit Tod und Sterben.

Ein Projekt macht Schule MEHR INFOS:

Auf der Palliativstation lernen die Schülerinnen und Schüler Ärzte und Pflegekräfte kennen, die den Tod als das begreifen, was er ist: Ein Teil des Lebens. Und die diese Einstellung auch gerne weitergeben. Dr. Sabine Gernhardt freut sich immer wieder über die positive Resonanz der

Interessierte Schulen können sich gerne über das Sekretariat der Palliativstation mit Dr. Sabine Gernhardt in Verbindung setzen: Tel.: 0921 400-6902 E-Mail: palliativstation@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/palliativstation

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GESUND LEBEN

Bewusst leben

Vorsorge, die stärkt. Wissen, das schützt. AUTO R

Region Bayreuth

Die Aktionswochen Gesundheit der Region Bayreuth zeigen, wie Krebsprävention im Alltag gelingen kann – mit einer interaktiven Ausstellung, Vorträgen, Beratung und Mitmachangeboten M KURZ GESAGT: Krebsprävention beginnt oft mit kleinen Entscheidungen im Alltag. Die Aktionswochen Gesundheit der Region Bayreuth zeigen von September bis November 2026, wie Wissen, Vorsorge, Bewegung, Ernährung und Beratung dazu beitragen können, das persönliche Krebsrisiko zu senken und die eigene Gesundheit zu stärken.

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ie groß ist der Einfluss unseres Lebensstils auf die Gesundheit? Größer, als viele vermuten. Bewegung, ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Nikotin, ein bewusster Umgang mit Alkohol, UV-Schutz, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen können dazu beitragen, das persönliche Krebsrisiko zu senken. Genau hier setzen die Aktionswochen Gesundheit der Region Bayreuth unter dem Motto „Vorsorge, die stärkt. Wissen, das schützt.“ an: Sie vermitteln fundiertes Wissen, geben praktische Impulse und zeigen, wie Prävention im Alltag gelingen kann.

Schon gewusst?

Vom 21. bis 27. September 2026 findet die Nationale Krebspräventionswoche statt. Mehr Infos unter: krebspräventionswoche.de

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Schritt für Schritt zu mehr Gesundheit Im Mittelpunkt steht die interaktive Wanderausstellung „Schritt für Schritt durch die Krebsprävention“ des Comprehensive Cancer Centers am LMU Klinikum München. Sie ist vom 29. September bis 14. November im RW21 in Bayreuth

zu sehen. Die Ausstellung basiert auf den Empfehlungen des Europäischen Krebskodex und zeigt anschaulich, welche Faktoren das Krebsrisiko beeinflussen – und welche Möglichkeiten jede und jeder Einzelne hat, selbst aktiv zu werden. Die Ausstellung setzt nicht auf Verbote oder erhobene Zeigefinger. Stattdessen beantwortet sie verständlich Fragen wie: Was kann ich selbst für meine Gesundheit tun? Welche Vorsorge ist sinnvoll? Welche Rolle spielen Bewegung, Ernährung oder Rauchen? Interaktive Stationen laden dazu ein, das eigene Verhalten zu hinterfragen und neue Gewohnheiten anzustoßen – auch ohne medizinisches Vorwissen. Vielfältiges Programm – Auszug Es gibt ein umfassendes Rahmenprogramm in Stadt und Landkreis Bayreuth zahlreicher Netzwerkpartnerinnen und -partner: 13. September ab 10.00 Uhr Bayreuther Sportfestival mit „Lila läuft – der Rundenlauf gegen Krebs“ 21. September | 18.30 Uhr Autorenlesung „Krebs, Hoffnung und die Liebe zum Leben“ beim EBW 22. September | 18.00 Uhr Vortrag „Krebsvorsorge durch Sport, Bewegung und Gewichtsreduktion“ im Klinikum Bayreuth 7. Oktober | 18.00 Uhr Brustkrebspatientinnentag in der Psychosozialen Krebsberatungsstelle 8. Oktober | 19.30 Uhr Vortrag „Unterstützung von Krebs-


Foto: © CCC München - Comprehensive Cancer Center / studio gid

AU S S T E L LU N G I M R W 2 1

„Schritt für Schritt durch die Krebsprävention“ 29. September bis 14. November 2026 behandlungen durch Chinesische Medizin“ im Sitzungssaal des Kunstmusuems 16. Oktober | 10.30 Uhr Psychosoziale und Psychoonkologische Krebsberatung im RW21 17. Oktober | 10.00 Uhr Vortrag „Vorbeugen und Begleiten – Ernährung und Krebs“ bei der VHS Bayreuth 22. Oktober | 17.30 Uhr Kochworkshop „Mehr Pflanzen auf die Teller!“ bei der GGSD 10. November | 14.00 Uhr Psychosoziale und Psychoonkologische Krebsberatung im RW21 Ob Fachvortrag, Workshop, Beratung oder Mitmachaktion – die Angebote laden dazu ein, Neues zu entdecken, Fragen zu stellen und Anregungen für einen gesünderen Alltag mitzunehmen. Nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie die Aktionswochen. Vielleicht ist genau eine Veranstaltung der Anstoß für eine neue Gewohnheit. Kleine Schritte, große Wirkung Jährlich erkranken in Deutschland rund 520.000 Menschen neu an Krebs. Nach An-

Eröffnung: Di., 29. September, 16.30 Uhr RW21 Stadtbibliothek, 1. OG

gaben der Weltgesundheitsorganisation könnten bis zu 40 Prozent dieser Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil und Vorsorge vermieden werden. Prävention kann deshalb einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten – auch wenn sich nicht jede Krebserkrankung verhindern lässt.

^ Die interaktive Ausstellung „Schritt für Schritt durch die Krebsprävention“ zeigt, wie Wissen, Vorsorge und einfache Alltagsschritte dazu beitragen können, das persönliche Krebsrisiko zu senken.

Der entscheidende Schritt beginnt oft im Kleinen: ein Vorsorgetermin, mehr Bewegung, eine zusätzliche Portion Gemüse, der Verzicht auf die nächste Zigarette oder ein Gespräch mit Fachleuten. Aus kleinen Veränderungen können feste Gewohnheiten entstehen – und genau dabei möchten die Aktionswochen Gesundheit unterstützen. Denn jeder Schritt zählt – für mehr Gesundheit, heute und in Zukunft.

Hier gibsttä'sndige das voll m Program

MEHR INFOS: www.region-bayreuth.de

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Strich für Strich zur Ruhe AUTO R

M E D I C L I N Re h a -Zen tr um Roter H ügel

Wie Zentangle im MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel Patientinnen und Patienten hilft, abzuschalten, achtsam zu werden und kreativ Kraft zu finden.

M KURZ GESAGT: Zentangle ist eine einfache Zeichenmethode mit wiederkehrenden Mustern. Im MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel lernen Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, Strich für Strich zur Ruhe zu kommen, sich zu konzentrieren und eigene kleine Kunstwerke zu gestalten – ganz ohne Vorkenntnisse oder Zeichentalent.

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enn Rehabilitandinnen und Rehabilitanden im MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel vor der Veranstaltungstafel stehen und das Kursangebot zu Zentangle entdecken, sind viele zunächst ratlos. Zentangle? Was soll das sein? Dort steht: Zeichnen für jedermann. Kein Talent nötig. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Daneben sind kleine, kunstvoll bemalte Kacheln zu sehen – sogenannte Tiles. Sie sind etwa so groß wie Bierdeckel und zeigen feine Muster, Linien, Flächen und Schattierungen. Jedes einzelne ist anders. Jedes ist ein kleines Kunstwerk. Noch eindrucksvoller wirken die Bilderrahmen in den Gängen des Reha-Zentrums, in denen viele dieser Arbeiten aus vergangenen Kursen zu einem großen Mosaik zusammengefügt sind.

Was auf den ersten Blick nach Kunstkurs aussieht, ist in Wirklichkeit viel mehr: eine strukturierte, meditative Zeichenmethode, die helfen kann, den Kopf zur Ruhe zu brin-

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gen und den Blick auf den nächsten kleinen Schritt zu lenken. Angeleitet wird der Kurs von Ariane Bauer, Physiotherapeutin im MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel. Sie ist zertifizierte Zentangle-Lehrerin, kurz CZT – Certified Zentangle Teacher, und führt interessierte Patientinnen und Patienten behutsam in die Methode ein. Kleine Muster, große Wirkung Zentangle arbeitet mit wiederkehrenden Mustern, den sogenannten Tangles. Gezeichnet wird in einem ruhigen, klaren Ablauf: ankommen, atmen, den Stift führen, Linien setzen, Muster entstehen lassen, Schattierungen ergänzen. Strich für Strich wächst ein geordnetes Bild. Das Besondere: Es geht nicht darum, „gut zeichnen“ zu können. Es gibt kein Richtig oder Falsch, keine Bewertung, kein großes leeres Blatt, das einschüchtert. Stattdessen entsteht das Bild aus einfachen Schritten. Wer mitmacht, konzentriert sich immer nur auf die nächste Linie – nicht auf das fertige Ergebnis. Genau darin liegt ein wichtiger Teil der Wirkung. Viele Menschen erleben Zentangle als entlastend, weil es den inneren Druck herausnimmt. Das Zeichnen wird nicht zur Aufgabe, die gelingen muss, sondern zu einem Prozess, der trägt. Die Methode wurde 2003 von Rick Roberts und Maria Thomas in Massachusetts entwickelt. Roberts lebte viele Jahre als Mönch,


WA S Z E N TA N G L E AU S M AC H T

Thomas arbeitete als botanische Illustratorin und Kalligrafin. Gemeinsam wollten sie eine einfache Zeichenpraxis schaffen, die Meditation und Kunst miteinander verbindet. Der Name setzt sich zusammen aus „Zen“, also Meditation, und „Tangle“, einem Wirrwarr oder Geflecht von Dingen. Wenn der Kopf leiser wird Im Reha-Alltag kann Zentangle eine besondere Rolle einnehmen. Denn viele Patientinnen und Patienten kommen mit körperlichen Beschwerden, Erschöpfung, Sorgen oder innerer Anspannung in die Rehabilitation. Manchmal fällt es schwer, abzuschalten. Manchmal kreisen die Gedanken. Manchmal fehlt das Gefühl, selbst etwas gestalten oder beeinflussen zu können. Zentangle kann hier einen kleinen, greifbaren Zugang eröffnen. Die Methode holt Menschen ins Tun – ruhig, konzentriert und ohne Überforderung. Das Blatt ist überschaubar, die Aufgabe klar, der nächste Schritt machbar.Achtsamkeit

• gezeichnet wird auf kleinen Kacheln, sogenannten Tiles • verwendet werden wiederkehrende Muster, die Tangles

^ Strich für Strich entsteht ein kleines Kunstwerk – und oft auch ein Moment der Ruhe. Beim Zentangle geht es nicht um Perfektion, sondern um Konzentration, Achtsamkeit und Freude am Gestalten.

• Vorkenntnisse oder Zeichentalent sind nicht nötig • jeder Schritt ist überschaubar und klar angeleitet • es gibt kein Richtig oder Falsch • jedes Bild ist einzigartig • der Fokus liegt auf Ruhe, Konzentration und Freude am Gestalten

entsteht dabei fast nebenbei. Wer tangelt, richtet die Aufmerksamkeit auf den Moment: auf den Stift, die Linie, den Atem, das Muster. Nicht auf das, was vorher war. Nicht auf das, was noch kommt. Sondern auf das, was jetzt entsteht. >

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GESUND LEBEN

Bewusst leben

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Auch das Gefühl von Ordnung kann wohltuend sein. Aus einzelnen Strichen wird ein Muster. Aus vielen Mustern entsteht ein Bild. Was zunächst offen und vielleicht unübersichtlich wirkt, bekommt nach und nach Struktur. Für viele Teilnehmende ist genau das stärkend. Was Zentangle unterstützen kann

^ Jedes ZentangleTile ist einzigartig: Aus einfachen Linien, wiederkehrenden Mustern und Schattierungen entstehen kleine Kunstwerke – ganz ohne Zeichentalent.

Die Zentangle-Methode wirkt nicht über große Versprechen, sondern über kleine, wiederholbare Schritte. Sie kann helfen, Aufmerksamkeit zu bündeln, Stress zu reduzieren und kreative Selbstfürsorge zu erleben. Dabei spielen mehrere Aspekte zusammen: AC H T S A M K E I T

Die Konzentration liegt auf dem nächsten Strich, nicht auf dem fertigen Bild.

Auch andere Teilnehmende beschreiben, dass sie beim Zeichnen abschalten, ihre Kreativität spüren und dem Alltag für eine Weile entkommen können. Eine Teilnehmerin formuliert es so: Zentangle mache Spaß, weil sie ihrer kreativen Ader freien Lauf lassen und Liebe einfließen lassen könne.

„ Zentangle ist meditatives Malen.“ IRIS A.-H., KURSTEILNEHMERIN

Wiederkehrende Muster und klare Abläufe geben Struktur. ENTLASTUNG

FEINMOTORIK

Stiftführung, Druckwechsel und kleine Bewegungen fördern Hand-Augen-Koordination. K R E AT I V I TÄT

Auch ohne Zeichentalent entstehen individuelle, ästhetische Bilder. SELBST WIRKSAMKEIT

Am Ende liegt ein eigenes Werk vor – sichtbar, greifbar und oft überraschend schön. Fotos: © MEDICLIN, privat

Wie stark die Wirkung sein kann, zeigen die Rückmeldungen aus den Kursen. Claudia H. hat Zentangle während ihres Reha-Aufenthaltes im MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel kennengelernt und zu Hause weitergeführt. „Das Entstehen der kleinen Kunstwerke hat mich fasziniert“, erzählt sie. Mit Hilfe des Internets habe sie immer mehr Muster erlernt und kombiniert. Für sie sei Zentangle „eine wunderbare Entspannungsübung, bei der ich zur Ruhe komme“.

O R I E N T I E RU N G

Ablenkende Gedanken können in den Hintergrund treten.

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Was Teilnehmende erleben

Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen ständig erreichbar sind und sich von Reizen überflutet fühlen, kann eine einfache Methode mit Stift und Papier wohltuend sein.

Besonders eindrücklich ist die Erfahrung von Iris A.-H. Sie kam während ihrer ersten RehaWoche an einen persönlichen Tiefpunkt. Fern vom Alltag wurde ihr das Ausmaß ihrer MS-bedingten Einschränkungen besonders bewusst. Unter Zentangle hatte sie sich zunächst eher „Kritzel-Tipps“ vorgestellt. Dann begann die Stunde: kurze Entspannung, angeleitetes Zeichnen, Schritt für Schritt. Erst am Ende, als alle Bilder nebeneinandergelegt wurden, merkte sie, wie sehr sie in den


Prozess eingetaucht war. „Erstaunt stand ich barfuß im Raum – ich hatte völlig vergessen, dass ich meine Schuhe ausgezogen hatte“, berichtet sie. Nach der Stunde sei sie fröhlich und tiefenentspannt auf ihr Zimmer gegangen. Der Anblick des selbst gestalteten Bildes gebe ihr täglich Kraft und Zuversicht für die nächste Therapiewoche. Kreative Kraft für die Reha Für Ariane Bauer ist Zentangle mehr als ein Beschäftigungsangebot. Es ist eine Methode, die Menschen in Kontakt mit sich selbst bringen kann – ruhig, niedrigschwellig und ohne Leistungsdruck. Genau deshalb passt sie gut in die Rehabilitation. Denn Reha bedeutet nicht nur Training, Behandlung und Therapieplan. Reha bedeutet auch, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen, mit Einschränkungen umzugehen, neue Kräfte zu sammeln und Möglichkeiten zu entdecken, die im Alltag weiterhelfen können. Zentangle kann dafür ein kleiner Baustein sein. Ein Tile passt in die Hand. Ein Muster beginnt mit einem Strich. Und manchmal entsteht daraus ein Moment, in dem Belastung leichter wird.

K R E AT I V E M E T H O D E , THER A PEU TISCHER BLICK

Schon als Kind waren Zeichenblock und Buntstifte ständige Begleiter von Ariane Bauer. Später beschäftigte sie sich intensiv mit Aquarellmalerei. In einer Familienpause suchte sie nach einfachen Mustern für ihre Bilder – und entdeckte die Zentangle-Methode. Die klaren Muster und die ruhige Zeichenpraxis ließen sie nicht mehr los. 2020 absolvierte sie die Ausbildung zur zertifizierten Zentangle-Lehrerin. Heute gibt die Physiotherapeutin im MEDICLIN RehaZentrum Roter Hügel ihre Erfahrung an Patientinnen und Patienten weiter. „Ich habe nicht gemerkt, wie tief ich selbst in den Prozess versunken bin“, sagt sie. Genau diese Erfahrung möchte sie auch anderen ermöglichen.

MEHR INFOS: MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel Jakob-Herz-Straße 1, 95445 Bayreuth, Tel.: 0921 / 3090 www.reha-zentrum-roter-huegel.de

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Schwerpunkt Herzenssache

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Im Takt des Lebens

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GESUND LEBEN

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Foto: © Shutterstock / PeopleImages

Das Herz gibt den Takt vor – und seine Gesundheit hängt von vielem ab: von Bewegung, Gefäßen, Stress, Psyche, Alter, Hörvermögen und guter medizinischer Begleitung. Moderne Medizin, Smartwatches und KI verändern den Blick aufs Herz. Unser Schwerpunkt „Herzenssache“ zeigt, wie vielfältig Herzgesundheit heute gedacht wird.

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Smartwatches können heute wichtige Hinweise auf Herzrhythmus, Puls und Bewegung geben – die ärztliche Einordnung ersetzen sie jedoch nicht. Mehr ab Seite 54.

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GESUND LEBEN

Schwerpunkt Herzenssache

Ist es noch das Alter, oder schon das Herz? AUTO R

Klinikum Bayreuth GmbH

Wann Müdigkeit, Luftnot und Leistungsschwäche abgeklärt werden sollten. M KURZ GESAGT: Müdigkeit, Luftnot oder nachlassende Belastbarkeit sind nicht immer nur normale Alterserscheinungen. Gerade wenn Beschwerden neu auftreten oder sich verschlechtern, kann eine Herzerkrankung dahinterstecken. Eine frühe Abklärung ist wichtig – denn viele Herzprobleme lassen sich heute gut behandeln und Lebensqualität kann zurückgewonnen werden.

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ie Treppe kostet mehr Kraft, Spaziergänge werden kürzer und nach körperlicher Anstrengung dauert die Erholung länger. Vieles davon gehört zum Älterwerden. Doch nicht jede nachlassende Belastbarkeit ist eine normale Alterserscheinung. Hinter den Beschwerden kann auch eine Herzerkrankung stecken. Darauf weisen Prof. Dr. Christian Stumpf, Direktor der Klinik für Kardiologie, und Prof. Dr. Christian Heim, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Klinikum Bayreuth, hin. „Natürlich verändert sich der Körper mit zunehmendem Alter“, sagt Prof. Dr. Christian Stumpf. Problematisch werde es jedoch, wenn Beschwerden vorschnell als normal

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Wenn Treppensteigen plötzlich schwerer fällt, muss das nicht nur am Alter liegen. Luftnot, Erschöpfung oder nachlassende Belastbarkeit sollten ärztlich abgeklärt werden.

hingenommen werden. Viele Menschen gewöhnten sich schleichend an Symptome und bemerkten gar nicht, wie sehr ihre Leistungsfähigkeit bereits nachgelassen habe. Hellhörig sollte man werden, wenn Luftnot beim Treppensteigen oder bei alltäglichen Aktivitäten auftritt, die früher problemlos möglich waren. Auch ungewöhnliche Müdigkeit, geschwollene Beine oder eine deutlich geringere Belastbarkeit können auf eine Herzerkrankung hinweisen. „Viele berichten, dass sie früher täglich zwei Kilometer gelaufen sind und heute kaum noch die Hälfte schaffen. Das muss nicht einfach am Alter liegen“, erklärt Prof. Dr. Stumpf. Veränderungen ernst nehmen Prof. Dr. Christian Heim erlebt häufig, dass Betroffene ihre Beschwerden unterschätzen. Sie passen ihren Alltag unbewusst an, verzichten auf Spaziergänge oder überlassen schwere Einkäufe Angehörigen. Dadurch bleiben die eigentlichen Ursachen oft lange unentdeckt. Entscheidend sei deshalb nicht das Lebensalter, sondern die Veränderung. Wer innerhalb eines


Die „Fantastic Four“ der Herzinsuffizienz Die Behandlung der Herzinsuffizienz hat gerade in den vergangenen Jahren einen enormen Fortschritt erlebt. Heute stützt sie sich auf vier Medikamentengruppen, die von Kardiologen oft als „Fantastic Four“ bezeichnet werden. AC E -H E M M E R B Z W. A R N I

Diese Medikamente entlasten das Herz und verbessern nachweislich die Lebenserwartung. Moderne Kombinationspräparate aus Valsartan und Sacubitril gelten heute als wichtiger Bestandteil der Therapie. B E TA B L O C K E R

Sie verlangsamen die Herzfrequenz und sorgen dafür, dass das Herz wirtschaftlicher arbeitet. Dadurch wird der Herzmuskel langfristig entlastet. M I N E R A L OKOR T I KOI D -R E Z E P T ORA N TAG ON I S T E N

Zu dieser Gruppe gehört beispielsweise Spironolacton. Ursprünglich wurden diese Medikamente vor allem als entwässernde Mittel eingesetzt. Inzwischen weiß man, dass sie darüber hinaus die Prognose von Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten verbessern.

Warnzeichen ärztlich abklären lassen Warnzeichen wie neu auftretende Luftnot, Brustschmerzen oder -druck, Schwindel, Ohnmachtsanfälle oder Wassereinlagerungen in den Beinen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Denn moderne Medikamente, Katheterverfahren und herzchirurgische Eingriffe können heute vielen Betroffenen wirksam helfen. „Je früher wir eine Herzerkrankung erkennen, desto größer sind die Chancen, Lebensqualität zurückzugewinnen“, sagt Prof. Dr. Stumpf.

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Eigentlich wurden diese Wirkstoffe für Menschen mit Diabetes entwickelt. Studien zeigten jedoch, dass auch Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten ohne Diabetes erheblich profitieren. Deshalb gehören sie heute zur Standardtherapie. Gemeinsam können diese vier Medikamentengruppen nicht nur Beschwerden lindern. Sie senken auch das Risiko für Krankenhausaufenthalte und verbessern die Überlebensschancen bei Herzinsuffizienz deutlich.

„Wer früh handelt, gewinnt oft Lebensqualität zurück.“ PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF, DIREKTOR DER KLINIK

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FÜR KARDIOLOGIE, ANGIOLOGIE UND INTERNISTISCHE

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INTENSIVMEDIZIN AM KLINIKUM BAYREUTH

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Jahres deutlich weniger belastbar ist als zuvor, sollte dies ärztlich abklären lassen. Häufig steckt eine Herzschwäche dahinter. Das Herz kann den Körper dann nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Luftnot, Erschöpfung und Leistungsabfall sind typische Folgen. Auch verschlissene oder verkalkte Herzklappen können ähnliche Beschwerden verursachen. Das Tückische: Die Symptome entwickeln sich meist langsam und werden deshalb leicht übersehen.

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Schwerpunkt Herzenssache

Erkältung, Herz und Sport AUTO R Praxis am Main – Dr. med. Beate Zunner, Fachärztin für Allgemein-, Sport- und Ernährungsmedizin

Warum Auskurieren wichtiger ist als Durchhalten

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in bisschen Schnupfen – und trotzdem joggen? Viele Menschen kennen den Gedanken: „So schlimm ist die Erkältung doch gar nicht.“ Doch gerade in der kalten Jahreszeit kann dieser Ehrgeiz zum Risiko werden. Zwar heilt die überwiegende Mehrheit aller Erkältungen folgenlos aus, in seltenen Fällen können Virusinfektionen jedoch auch das Herz betreffen. Wer die Warnsignale kennt und dem Körper ausreichend Zeit zur Erholung gibt, schützt seine Herzgesundheit.

M KURZ GESAGT: Sport stärkt das Herz – aber nicht während einer akuten Infektion. Wer mit Fieber, starkem Krankheitsgefühl oder ungewöhnlicher Erschöpfung trainiert, riskiert in seltenen Fällen eine Herzmuskelentzündung. Deshalb gilt: Erkältungen auskurieren, Warnzeichen ernst nehmen und erst nach vollständiger Erholung langsam wieder einsteigen.

Wenn Viren das Herz erreichen

Fotos: © Shutterstock / Cira123, Praxis am Main

Die meisten Erkältungen werden durch Viren verursacht. Sie befallen zunächst die Schleimhäute der oberen Atemwege. In seltenen Fällen können die Erreger oder die Immunreaktion des Körpers auch den Herzmuskel betreffen. Dann kann sich eine Myokarditis, eine sogenannte Herzmuskelentzündung entwickeln. Virale Infektionen gehören zu den häufigsten Ursachen dieser Erkrankung.

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Eine Myokarditis ist zwar insgesamt selten, verdient aber besondere Aufmerksamkeit, weil sie oft zunächst unspezifische Beschwerden verursacht. Viele Betroffene halten die Symptome für normale Nachwirkungen einer Erkältung, und trainieren einfach weiter. Im Verlauf kann es jedoch zu Luftnot, Kurzatmigkeit, ungewohnt starker Erschöpfung und sogar Wassereinlagerungen in den Beinen kommen. Dann heißt es: komplettes Belastungsverbot für mehrere Monate. < Bei Erkältung, Fieber oder starkem Krankheitsgefühl braucht der Körper Ruhe. Wer zu früh wieder trainiert, belastet das Immunsystem zusätzlich – und riskiert in seltenen Fällen, dass auch der Herzmuskel betroffen ist.


Warum Sport das Risiko erhöhen kann Während einer Infektion arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren. Intensive körperliche Belastung kann den Organismus zusätzlich beanspruchen. Besteht bereits eine unerkannte Beteiligung des Herzmuskels, kann Sport die Erkrankung verschlimmern und im schlimmsten Fall Herzrhythmusstörungen oder eine bleibende Einschränkung der Herzfunktion begünstigen. Besonders wichtig ist: Das Risiko betrifft nicht nur Leistungssportler. Auch ambitionierte Freizeitsportler oder Menschen, die „nur schnell eine Runde laufen möchten“, sollten ihrem Körper die nötige Erholung gönnen. Welche Warnzeichen ernst genommen werden sollten Nicht jede Müdigkeit nach einer Erkältung bedeutet eine Herzmuskelentzündung. Dennoch gibt es Symptome, die ärztlich abgeklärt werden sollten: • ungewöhnliche Luftnot bei geringer Belastung • anhaltende starke Erschöpfung • Herzstolpern oder Herzrasen • Druck oder Schmerzen im Brustkorb • Schwindel oder Ohnmachtsgefühle • ungewöhnliche Ödeme in den Beinen. Treten solche Beschwerden während oder nach einem Infekt auf, sollte körperliche Belastung sofort beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden. Insgesamt empfiehlt es sich, insbesondere bei intensiven Sportarten, nach einem Infekt die Sportfreigabe des Arztes oder der Ärztin einzuholen.

und man sich wieder belastbar fühlt, kann langsam mit leichter Bewegung begonnen werden. Wer eine nachgewiesene Herzmuskelentzündung hatte, benötigt deutlich mehr Geduld: Die Heilungsphase dauert in etwa drei bis sechs Monate. Sport darf erst nach Freigabe des behandelnden Arztes/der behandelnden Ärztin und nach fachärztlich kardiologischer Kontrolle erfolgen. Bewegung bleibt ein Schutzfaktor Die gute Nachricht: Regelmäßige Bewegung ist grundsätzlich einer der wichtigsten Bausteine für ein gesundes Herz. Ausdauer- und Krafttraining senken langfristig Blutdruck, verbessern den Stoffwechsel und reduzieren das Risiko für HerzKreislauf-Erkrankungen.

^ Dr. med. Beate Zunner ist Fachärztin für Allgemein-, Sport- und Ernährungsmedizin und leitet die Praxis am Main.

Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt. Bewegung stärkt Herz und Kreislauf, wenn der Körper gesund und belastbar ist. Während einer akuten Infektion braucht er jedoch Ruhe. Wer sich die nötige Erholung gönnt, kann danach sicherer und nachhaltiger wieder ins Training einsteigen. Geduld schützt das Herz Eine gewöhnliche Erkältung ist meist harmlos. Dennoch sollte sie ernst genommen werden. Besonders wer Sport treibt, sollte sich nicht von Ehrgeiz leiten lassen. Einige Tage Trainingspause sind deutlich besser als das Risiko einer Herzmuskelentzündung. Das wichtigste Motto lautet daher: Erst gesund werden – dann wieder trainieren. So schützt man nicht nur seine Leistungsfähigkeit, sondern vor allem sein Herz.

Wann darf man wieder Sport treiben? MEHR INFOS:

Eine einfache Faustregel lautet: Fieber bedeutet Sportverbot. Auch bei deutlichem Krankheitsgefühl, starkem Husten oder Gliederschmerzen sollte auf Training verzichtet werden. Erst wenn die Beschwerden vollständig abgeklungen sind

Praxis am Main, Dr. med. Beate Zunner Am Main 3, 95444 Bayreuth Telefon (0921) 507366-0 E-Mail: info@praxis-am-main.de www.praxis-am-main.de

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Schwerpunkt Herzenssache

Das Herz als Seismograph der Psyche AUTO R

G E B O – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken

Psychische und soziale Belastungen wirken auf Herz und Kreislauf, Herzerkrankungen machen Angst – und Angst ist am Herzen spürbar.

M KURZ GESAGT: Herz und Psyche hängen eng zusammen. Stress, Angst, Depressionen oder soziale Belastungen können Herz und Kreislauf beeinflussen und bestehende Herzerkrankungen verschlechtern. Umgekehrt lösen Herzbeschwerden oft Angst aus. Wichtig ist: Akute Brustschmerzen oder Luftnot müssen immer medizinisch abgeklärt werden – bleibt ein körperlicher Befund aus, sollte auch die Psyche in den Blick kommen.

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Brust, Kurzatmigkeit – wenn das auftritt, sollte natürlich sorgfältig untersucht werden, ob eine Herzerkrankung oder gar ein Herzinfarkt vorliegt. Ein Herzinfarkt muss schnellstmöglich behandelt werden. Aber Druckgefühl oder Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit – das kann auch mit der Psyche zu tun haben, erklärt Dr. med. Michael Purucker, Leiter der Fachabteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. In seiner internistischen Zeit hat er viele Patienten und Patientinnen mit körperlichen Herzerkrankungen und als Facharzt für Psychiatrie und Psychosomatische Medizin im Bezirkskrankenhaus Bayreuth viele Patienten und Patientinnen mit psychosomatischen Herzbeschwerden kennengelernt. „Auch bei einem Herzinfarkt kann die Psyche eine Rolle spielen“, sagt Dr. Purucker.

urde Ihnen schon einmal das Herz gebrochen? Ein gebrochenes Herz – Schmerz, der durch ein Ereignis entsteht, das die Psyche trifft –, das gibt es tatsächlich. Herz und 20 Prozent der Menschen mit einem akuten Seele hängen eng zusammen. HerzerkrankunInfarkt berichten über emotionale Trigger, die gen sind nicht nur als körperliche Erkrankung dem Infarkt vorausgingen. Moderne Studien zu sehen, denn sie haben oft auch psychosomaweisen darauf hin, dass starke Emotionen eine tische Aspekte. Starke Schmerzen relevante Teilursache des Infarktes in der Brust, Luftnot, kalter oder der akuten (zum Glück selteSchweiß, körperliche nen) Stresskardiomyopathie Schwäche – wer hier sein können. Die psychoan Anzeichen eines somatische Forschung Herzinfarkts denkt, zeigt auch, dass anhal20 Prozent liegt vermutlich tende emotionale und der Menschen mit richtig. Also: verschiedene psychoeinem akuten Infarkt Schmerzen in der soziale Belastungen berichten über emotionale Trigger, die dem Infarkt vorausgingen.

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das Risiko für einen Infarkt um das 1,5-fache erhöhen und somit zusätzlich zu den körperlichen Faktoren wie Bluthochdruck, Blutfette oder Arteriosklerose für die Vorsorge und Rehabilitation wichtig sind. Was Stress im Körper auslöst Anhaltender Dauerstress kann dazu führen, dass der Blutdruck dauerhaft erhöht bleibt, Entzündungsprozesse im Körper zunehmen und sich die Blutgefäße dadurch arteriosklerotisch verändern. Zusätzlich kann akuter emotionaler Stress die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung des Herzens beeinträchtigen – so wird zum Beispiel durch erheblichen Stress das Gerinnungssystem gestört; die Folgen können akute Gefäßverschlüsse sein. Eine wichtige Rolle spielt dabei das vegetative Nervensystem. Es steuert viele Körperfunktionen, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken – zum Beispiel Herzschlag, Blutdruck oder Atmung. Das Sympathikussystem aktiviert den Körper in Belastungssituationen und wirkt

unter anderem auch auf das Gerinnungssystem. Sein Gegenspieler, das parasympathische System, sorgt für Erholung und Regeneration. Gerät dieses Gleichgewicht durch anhaltenden Stress oder psychische Erkrankungen aus der Balance, kann das Herz dauerhaft stärker belastet werden. „Bei Menschen, die eine Herz-Rhythmusstörung haben, wurde gezeigt, dass sich der Herzschlag beschleunigt, wenn sie sich ärgern oder wütend werden.“

^ Herzbeschwerden haben nicht immer nur körperliche Ursachen: Trauer, Angst oder großer Stress können das Herz spürbar belasten.

Die Psyche, so Dr. Purucker, sei häufig ein Teil des Ursachengeflechts von Herzerkrankungen. Die Psyche allein verursacht in den meisten Fällen zwar keine Herzerkrankung. Sie kann jedoch ein wichtiger Risikofaktor sein und bestehende Erkrankungen verschlechtern. Besonders wenn psychische Belastungen mit weiteren Risikofaktoren wie Arteriosklerose, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Bewegungsmangel zusammentreffen, steigt das Erkrankungsrisiko deutlich. Manchmal ist es auch ein Problem, dass Männer oder Frauen, die kein gutes Gefühl für ihren Körper haben >

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GESUND LEBEN

Schwerpunkt Herzenssache

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und ihre Symptome nicht ernstnehmen, nicht rechtzeitig ärztliche Hilfe suchen – vor allem wenn sie durch beruflichen oder anderen Stress überfordert sind. Ein Risikofaktor unter mehreren Besonders gut untersucht ist der Zusammenhang zwischen Depressionen und Herzerkrankungen. Menschen mit einer Depression haben ein erhöhtes Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Gleichzeitig treten nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation häufig depressive Symptome auf. Das hat verschiedene Ursachen. Depressionen beeinflussen biologische Prozesse wie Entzündungsreaktionen und die Regulation des vegetativen Nervensystems. Hinzu kommt, dass Betroffene oft weniger körperlich aktiv sind, Medikamente unregelmäßig einnehmen oder Schwierigkeiten haben, einen gesunden Lebensstil aufrechtzuerhalten. Die Lebensgeschichte mitdenken

Was man auf jeden Fall für sein Herz tun kann, ist, gesund zu leben. Also nicht rauchen, mediterrane Kost, auf das Gewicht achten, den Blutdruck im Blick behalten, Sport treiben und nur wenig Alkohol trinken. Nicht vergessen sollte man aber auch Entspannung für Psyche und Körper. Stress reduzieren, achtsam leben. „Es geht nicht nur darum, nicht zu rauchen, es geht auch um einen besseren Umgang mit Emotionen, wenn man sein Herz schützen will“, sagt Dr. Purucker. Vor allem in der Reha-Medizin nach einem Infarkt sollte der Patient oder die Patientin also auch psychisch betreut werden, unter Umständen auch mit antidepressiven Medikamenten. Man müsse Belastungen reduzieren, nicht dauerhaft über Leistungsgrenzen gehen, Stress wahrnehmen und sensibel mit sich und den Belastungen umgehen. Entspannungsübungen seien eine gute Möglichkeit, seinem Herzen etwas Gutes zu tun. Es ist wichtig, diese bewusst mit in den Alltag zu nehmen, sich Momente zu suchen, in denen man etwas zur Ruhe kommt und den Stresslevel reduziert. Also: wer sowohl auf seine körperliche als auch auf seine psychische Gesundheit achtet, schafft die besten Voraussetzungen für ein gesundes Herz. Denn Herzgesundheit beginnt nicht nur mit gesunder Ernährung und Bewegung, sie beginnt

Deshalb gehört heute in vielen Herzkliniken auch die psychologische oder psychosomatische Betreuung zur Behandlung. Es gelte also, genau hinzuschauen, mit welcher Biografie und welchen Belastungen der Patient oder die Patientin behaftet sei. Das Herz-KreislaufSystem ist (wie der Organismus) durch negative Bindungserfahrungen in der Kindheit, chroniAC H T S A M E S G E H E N sche Konflikte in der Familie oder Partnerschaft, soziale Isolation, Praktizieren Sie achtsames GeErschöpfung, berufliche Belastung hen. Dabei kommt es vor allem oder, wenn gute Beziehungen am darauf an, sich und seine UmgeArbeitsplatz fehlen, anhaltenden bung bewusst wahrzunehmen. Belastungen ausgesetzt. MenGehen Sie spazieren und nehmen schen, die überwiegend negative Sie wahr, wie sie gehen. Wie beEmpfindungen haben und sich wegen sich die Füße? Wie lang ist darüber nicht mitteilen können, der Atemzug bei einem Schritt? sind ebenfalls anfälliger für koroWelche Gefühle nehme ich nare Herzerkrankungen. Solche wahr? Welche Gedanken gehen psychosozialen Risikofaktoren mir durch den Kopf? Nehmen erhöhen die Wahrscheinlichkeit Sie die Sonne auf der Haut wahr für einen Infarkt um das 1,5-fache. und den Geruch des Waldes oder Umgekehrt kann auch eine tatder Wiese, spüren Sie Wind auf sächlich bestehende Herzerkrander Haut. Nach ein paar Minuten kung Ängste auslösen – beispielsfließt die Atmung natürlich und weise die Sorge vor einem weiteren die Schritte verlangsamen sich. Herzinfarkt oder vor körperlicher Belastung.

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„Es geht auch um einen besseren Umgang mit Emotionen, wenn man sein Herz schützen will.“ DR. MED. MICHAEL PURUCKER, LEITER DER FACHABTEILUNG FÜR PSYCHOSOMATISCHEN MEDIZIN UND PSYCHOTHERAPIE AM BEZIRKSKRANKENHAUS BAYREUTH

Was dem Herzen guttut Werden keine erklärenden medizinischen Befunde festgestellt, gilt es, die Psyche in den Blick zu nehmen. Beispielhaft nennt Dr. Purucker Panikattacken, die häufig mit Herzrasen, Luftnot oder einem Engegefühl in der Brust einhergehen. Starke Angst, vor allem Panik, aktiviert den Sympathikus und kann sich dadurch unmittelbar körperlich auswirken. Herzklopfen, Herzrasen, Brustenge oder Atemnot gehören zu den typischen Symptomen einer Angst- oder Panikreaktion. Diese Beschwerden fühlen sich oft so bedrohlich an,

dass sie mit einem Herzinfarkt verwechselt werden. „Wer eine Panikattacke erleidet, denkt oft, er stirbt daran.“ Manche Patienten rufen dann über Monate wiederholt den Notarzt – und es dauert oft sehr lange, bis eine psychosomatische Diagnostik beginnt. Wenn Angst wie ein Herzinfarkt wirkt Für die Behandlung der Panikstörung ist, wie bei allen psychosomatischen Erkrankung, eine eingehende psychotherapeutische Gesprächsführung, gegebenenfalls auch eine ambulante oder stationäre Psychotherapie zu empfehlen, um die Symptome zu bewältigen. Chronische Angst kann zudem auch viele andere psychosomatische Reaktionen wie zum Beispiel Schlafstörungen, Schwindel oder Kloßgefühl verursachen. Es hilft, die oft unbewussten psychischen (möglicherweise auch traumatisierenden) Belastungen zu besprechen und dadurch den Verlauf der oft hartnäckigen Ängste und psychosomatischen Symptome zu beeinflussen. Antidepressive Medikamente können sehr hilfreich sein, lösen aber meist die zu Grunde liegenden Problem nicht. Eine rechtzeitige psychosomatische und psychotherapeutische Behandlung ist nicht für die Betroffenen, sondern auch aus gesundheitsökonomischen Gründen wichtig, denn unbehandelte Angsterkrankungen führen zu hohen Gesundheitskosten. MEHR INFOS: GeBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken Bezirkskrankenhaus Bayreuth Nordring 2, 95445 Bayreuth Telefon: (0921) 283-0 www.gebo-med.de

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auch mit einem achtsamen Umgang mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Belastungen.

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Kleine Fehler, große Wirkung AUT OR

reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH

Blutdruck richtig messen: Was bei Messgerät, Manschette und Messroutine zu beachten ist

Damit Blutdruckwerte zu Hause verlässlich sind, kommt es auf Ruhe, die richtige Manschettengröße und eine korrekte Messhaltung an.

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Hilfe finden

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luthochdruck verursacht oft über lange Zeit keine Beschwerden. Dennoch belastet er Herz und Gefäße und erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und weitere Erkrankungen. Wer seine Werte regelmäßig zu Hause kontrolliert, kann Veränderungen frühzeitig erkennen und die ärztliche Behandlung sinnvoll unterstützen. Entscheidend ist jedoch, dass die Messung korrekt durchgeführt wird. Schon eine ungünstige Körperhaltung, eine unpassende Manschette oder ein Gespräch nebenbei können das Ergebnis verfälschen. Der Blutdruck ist dabei keine feste Größe. Er verändert sich im Tagesverlauf und reagiert auf Bewegung, Stress, Schlaf und Medikamente. Deshalb erlaubt nicht der höchste Einzelwert, sondern erst die regelmäßige Messung unter vergleichbaren Bedingungen eine verlässliche Einschätzung. Die Aufzeichnungen ersetzen keine Diagnose, geben der behandelnden Praxis aber wertvolle Hinweise. So entstehen verlässliche Werte Vor der Messung sollte der Körper mindestens fünf Minuten zur Ruhe kommen. Kaffee, schwarzer Tee, Nikotin sowie körperliche Anstrengung können den Blutdruck vorübergehend erhöhen und sollten unmittelbar davor vermieden werden. Gemessen wird im Sitzen, mit angelehntem Rücken und beiden Füßen nebeneinander auf dem Boden. Der Arm liegt entspannt auf einem Tisch, sodass sich die Manschette etwa auf Herzhöhe befindet. Während der Messung heißt es: ruhig bleiben, nicht sprechen und die Beine nicht übereinanderschlagen. Die Manschette wird direkt auf der Haut am Oberarm angelegt. Ist sie zu klein, zu groß oder falsch positioniert, entstehen möglicherweise ungenaue Werte. Besonders bei kräftigen oder sehr schmalen Oberarmen ist

deshalb die passende Größe wichtig. Zu Beginn empfiehlt es sich, an beiden Armen zu messen. Für spätere Kontrollen wird der Arm verwendet, an dem die höheren Werte festgestellt wurden. Eine einzelne Messung ist nur eine Momentaufnahme. Sinnvoll sind zwei bis drei Messungen in kurzem Abstand; dokumentiert wird der Mittelwert der letzten beiden Ergebnisse. Ein Blutdrucktagebuch oder eine App erleichtert den Überblick. Am aussagekräftigsten sind Werte, die über mehrere Tage morgens und abends unter vergleichbaren Bedingungen erfasst werden. Das passende Messgerät für zu Hause Für den häuslichen Gebrauch werden meist automatische Oberarmgeräte empfohlen. Wichtig ist, dass das Gerät verlässlich misst, leicht zu bedienen ist und die Manschette zum Armumfang passt. Orientierung bieten unabhängige Prüfsiegel. Auch eine gelegentliche Vergleichsmessung in der Arztpraxis kann zeigen, ob das eigene Gerät zuverlässige Ergebnisse liefert. Bei Herzrhythmusstörungen sollte die Auswahl mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Als Richtwert sollte der Durchschnitt der zu Hause gemessenen Werte unter 135/85 mmHg liegen. Wiederholt höhere Werte gehören ärztlich abgeklärt; Medikamente dürfen niemals eigenständig verändert werden. Ein einzelner Ausreißer ist dagegen nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Treten gleichzeitig Brustschmerzen, starke Atemnot, Lähmungserscheinungen, Seh- oder Sprachstörungen auf, sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Richtiges Blutdruckmessen ist keine komplizierte Wissenschaft. Eine kurze Ruhepause, die passende Manschette und eine regelmäßige Dokumentation reichen oft schon aus, um aussagekräftige Werte zu erhalten. Das schafft Sicherheit und hilft, gemeinsam mit der ärztlichen Praxis gute Entscheidungen für die Herzgesundheit zu treffen. Bei der Auswahl eines geeigneten Geräts und der richtigen Manschettengröße beraten die Sanitätshäuser der reha team Nordbayern Gesundheitstechnik GmbH persönlich und verständlich.

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M KURZ GESAGT: Blutdruckwerte sind nur dann aussagekräftig, wenn sie richtig gemessen werden. Wichtig sind Ruhe vor der Messung, eine passende Manschette, die richtige Körperhaltung und regelmäßige Dokumentation. Bei der Auswahl geeigneter Geräte und Manschettengrößen beraten die Sanitätshäuser der reha team Nordbayern Gesundheitstechnik GmbH.

MEHR INFOS: reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH Am Bauhof 11, 95445 Bayreuth, Tel. (0921) 74743-0 www.rehateam-nordbayern.de

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Schwerpunkt Herzenssache

Künstliches Herz, neues Leben AUTO R

Klinikum Bayreuth GmbH

Wenn moderne Herzmedizin Zeit schenkt

M KURZ GESAGT: Schwere Herzschwäche lässt sich heute nur gemeinsam erfolgreich behandeln. Im Herzzentrum des Klinikums Bayreuth arbeiten Kardiologie und Herzchirurgie deshalb Hand in Hand. Gemeinsam beurteilen die Spezialistinnen und Spezialisten jede Erkrankung individuell und entwickeln für jeden Patienten die bestmögliche Therapie – von der medikamentösen Behandlung bis hin zur Herztransplantation oder einem Herzunterstützungssystem.

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n diesem Morgen braucht Michael mehrere Minuten, bis er sich aufgerappelt hat. Schon das Aufstehen kostet Kraft. Der Weg vom Bett ins Badezimmer wird zur Belastungsprobe, Treppen sind längst unüberwindbare Hindernisse geworden. Jeder Atemzug erinnert ihn daran, dass sein Herz nicht mehr das leistet, was früher selbstverständlich war. Der 49-Jährige leidet an einer schweren Herzschwäche. Was zunächst mit nachlassender Belastbarkeit begann, hat sich über Monate immer weiter verschlechtert. Schließlich reicht die Pumpkraft seines Herzens nicht mehr aus, um den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Die Diagnose ist eindeutig: terminale Herzinsuffizienz. Die Ärzte setzen ihn auf die Warteliste für eine Herztransplantation. Doch auf ein passendes Spenderorgan zu warten, bedeutet Geduld –

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und Zeit ist in seiner Situation ein kostbares Gut. Niemand kann vorhersagen, wann ein geeignetes Herz zur Verfügung stehen wird. Dann sprechen die Ärzte eine Möglichkeit an, von der Michael bis dahin nur aus den Medien gehört hat: ein sogenanntes Kunstherz. Der Begriff klingt futuristisch, beinahe beängstigend. Tatsächlich handelt es sich nicht um ein vollständig künstliches Herz, sondern um ein hochentwickeltes Herzunterstützungssystem. Eine kleine mechanische Pumpe übernimmt einen Großteil der Arbeit des geschwächten Herzens und hält den Blutkreislauf aufrecht. Wie diese Technik funktioniert, wann sie eingesetzt wird und warum die enge Zusammenarbeit von Kardiologie und Herzchirurgie dabei entscheidend ist, erläutern Prof. Dr. Christian Stumpf, Direktor der Klinik für Kardiologie, und Prof. Dr. Christian Heim, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Klinikums Bayreuth. Herr Prof. Dr. Stumpf, eine Herzschwäche entwickelt sich meist schleichend. Wann wird sie lebensbedrohlich? PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF:

Viele Patientinnen und Patienten bemerken zunächst nur, dass sie schneller außer Atem geraten oder körperlich nicht mehr so belastbar sind wie früher. Das wird häufig auf das Alter oder mangelnde Fitness geschoben. Tatsächlich kann dahinter aber eine Herzinsuffizienz stecken – also eine chronische Herzschwäche. Dabei handelt es sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um die Folge unterschiedlicher Herzkrankheiten. Das Herz


GU T ZU W ISSEN

In Deutschland leben schätzungsweise vier Millionen Menschen mit einer Herzinsuffizienz. Sie gehört zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte bei Menschen über 65 Jahren. Dank moderner Medikamente, spezialisierter Herzzentren und innovativer Therapien wie Herzunterstützungssystemen haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren jedoch erheblich verbessert. Entscheidend ist, Warnzeichen frühzeitig ernst zu nehmen und eine Herzschwäche konsequent behandeln zu lassen.

verliert zunehmend an Pumpkraft und kann den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen. Ohne eine gezielte Behandlung verschlechtert sich die Erkrankung oft kontinuierlich. Warum ist es so wichtig, früh zu handeln? PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF: Weil wir heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten haben. Moderne Medikamente können das Fortschreiten der Herzschwäche häufig deutlich verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Entscheidend ist jedoch, dass die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird. Eine unbehandelte schwere Herzinsuffizienz hat eine sehr ungünstige Prognose – vergleichbar mit der mancher bösartiger Tumorerkrankungen. Deshalb sollte

jeder, der unter Luftnot, Leistungsabfall oder Wassereinlagerungen leidet, diese Beschwerden ärztlich abklären lassen.

^ Prof. Dr. Christian Heim, Direktor der Klinik für Herzund Gefäßchirurgie am Klinikum Bayreuth, begleitet mit seinem Team schwer herzkranke Menschen auf dem Weg zu neuer Lebensqualität.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen heute zur Verfügung? PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF: Die Therapie erfolgt stufenweise. Am Anfang stehen Medikamente, die das Herz entlasten und seine Leistungsfähigkeit verbessern. Hinzu kommen – je nach Ursache – spezielle Herzschrittmacher oder implantierbare Defibrillatoren. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und sich die Herzfunktion dennoch weiter verschlechtert, sprechen wir gemeinsam mit unseren herzchirurgischen Kollegen über weiterführende Verfahren wie eine Herztransplantation oder ein Herzunterstützungssystem. Genau hier zeigt sich der große Vorteil eines interdisziplinären Herzzentrums: Wir können für jeden Patienten die individuell beste Therapie auswählen. Herr Prof. Dr. Heim, viele Menschen sprechen vom „Kunstherz“. Ist dieser Begriff überhaupt richtig? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Umgangssprachlich ja – medizinisch eher nicht. Ein vollständig

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„ Unser Ziel ist nicht nur, Leben zu verlängern – sondern Lebensqualität zurückzugeben.“ PROF. DR. CHRISTIAN HEIM, DIREKTOR DER KLINIK FÜR HERZ- UND GEFÄSSCHIRURGIE

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künstliches Herz wird heute nur noch in sehr seltenen Ausnahmefällen eingesetzt. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle implantieren wir sogenannte Herzunterstützungssysteme. Diese kleinen Pumpen unterstützen das geschwächte Herz oder übernehmen einen Großteil seiner Arbeit. Am häufigsten kommt ein Left Ventricular Assist Device, kurz LVAD, zum Einsatz. Es entlastet die linke Herzkammer, die für die Versorgung des gesamten Körpers verantwortlich ist. Wann kommt ein solches System infrage? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Dann, wenn die Herzschwäche ein Stadium erreicht hat, in dem Medikamente und andere Therapien nicht mehr ausreichen. Viele dieser Patienten wären grundsätzlich Kandidaten für eine Herztransplantation. Allerdings stehen deutlich weniger Spenderherzen zur Verfügung, als benötigt werden. Die Wartezeiten können – abhängig von Blutgruppe und Dringlichkeit – viele Monate betragen. Für schwer herzkranke Menschen

^ Prof. Dr. Christian Stumpf (l.), Direktor der Klinik für Kardiologie, und Prof. Dr. Christian Heim (r.), Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie

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ist das oft zu lang. Ein Herzunterstützungssystem kann diese Zeit überbrücken und den Kreislauf stabilisieren. Für manche Patienten wird es sogar zu einer dauerhaften Therapie. Kann ein Herzunterstützungssystem das Herz vollständig ersetzen? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Es ersetzt die natürliche Herzfunktion nicht vollständig, übernimmt aber einen Großteil der Pumparbeit. Die Pumpe fördert mehrere Liter Blut pro Minute in den Körperkreislauf und entlastet dadurch den geschwächten Herzmuskel erheblich. Für viele Patienten bedeutet das einen enormen Unterschied: Sie gewinnen Belastbarkeit zurück, die Luftnot nimmt deutlich ab und sie können ihren Alltag oft wieder selbstständig bewältigen. Genau das ist unser Ziel – den Menschen nicht nur mehr Lebenszeit zu schenken, sondern vor allem wieder Lebensqualität. Herr Prof. Heim, wie erleben Patienten die Zeit unmittelbar nach der Operation? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Für die meisten beginnt zunächst ein völlig neuer Lebensabschnitt. Nach der Operation müssen sie lernen, mit dem Herzunterstützungssystem umzugehen. Das braucht etwas Zeit, denn plötzlich gehören ein Steuergerät und Akkus zum Alltag. Gleichzeitig erleben viele Patienten aber schon sehr früh eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden. Menschen, die vor der Operation schon nach wenigen Schritten stehen bleiben mussten, können oft bereits nach kurzer Zeit wieder längere Strecken gehen. Die Luftnot nimmt ab, die körperliche Belastbarkeit steigt. Diese Fortschritte motivieren die Patienten enorm. Was genau trägt der Patient eigentlich bei sich? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Die Pumpe selbst befindet sich im Körper. Mit Strom versorgt wird sie über ein dünnes Kabel, das meist im


rechten Unterbauch aus dem Körper austritt. Daran angeschlossen sind ein kleiner Controller und zwei Akkus. Diese werden in einer speziellen Tasche oder einem Tragesystem mitgeführt und regelmäßig gewechselt beziehungsweise aufgeladen. Das klingt zunächst kompliziert. Tatsächlich wird der Umgang mit dem System aber sehr schnell zur Routine. Unsere Patienten werden intensiv geschult und gewinnen dadurch viel Sicherheit. Viele Menschen stellen sich vor, dass Betroffene körperlich kaum noch belastbar sind. Stimmt dieses Bild? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Nein, ganz im Gegenteil. Unser Ziel ist es, den Patienten möglichst viel Selbstständigkeit zurückzugeben. Viele können wieder spazieren gehen, Rad fahren oder moderaten Sport treiben. Je nach Beruf ist sogar die Rückkehr ins Arbeitsleben möglich. Entscheidend ist, dass die schwere Herzschwäche nicht länger den gesamten Alltag bestimmt. Wenn die Pumpe die Arbeit des Herzens unterstützt, gewinnen viele Menschen ein Maß an Beweglichkeit zurück, das sie lange vermisst haben. Herr Professor Stumpf, welche Rolle spielt die Nachsorge? PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF: Eine sehr große. Die Operation ist nicht das Ende der Behandlung, sondern der Beginn einer langfristigen Betreuung. Die Patienten werden regelmäßig untersucht, die Funktion des Herzunterstützungssystems überprüft und die medikamentöse Therapie kontinuierlich angepasst. Ebenso wichtig sind Rehabilitation, Bewegungstraining und die enge Zusammenarbeit mit Hausärzten und niedergelassenen Kardiologen. Herzinsuffizienz ist eine chronische Erkrankung. Deshalb begleiten wir unsere Patienten dauerhaft. Sie haben Patienten erwähnt, die viele Jahre mit einem Herzunterstützungssystem leben. Wie lange ist das tatsächlich möglich? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Die Technik hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Moderne Systeme arbeiten sehr zuverlässig und sind deutlich langlebiger als frühere Generationen. Wir betreuen Patienten, die seit mehr als zehn Jahren mit ihrem Herzunterstützungssystem leben. Viele unternehmen wieder Urlaubsreisen, verbringen Zeit mit ihren Fa-

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Eine Herzschwäche entwickelt sich häufig schleichend. Viele Betroffene führen erste Beschwerden auf das Alter oder mangelnde Fitness zurück. Wer die Warnzeichen kennt, kann jedoch frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen – und damit die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich verbessern. Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen: • Atemnot bei körperlicher Belastung oder sogar in Ruhe • Deutlich nachlassende Leistungsfähigkeit • Schnelle Erschöpfung im Alltag • Geschwollene Knöchel oder Unterschenkel • Rasche Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen • Nächtliche Atemnot oder häufiges Wasserlassen in der Nacht • Herzrasen oder Herzstolpern Treten mehrere dieser Beschwerden über einen längeren Zeitraum auf oder verschlechtern sie sich, sollten Sie sie ärztlich abklären lassen.

milien und gestalten ihren Alltag weitgehend selbstständig. Genau das zeigt, wie groß die Fortschritte in der Behandlung der schweren Herzinsuffizienz inzwischen sind. Herr Prof. Dr. Heim, ein Herzunterstützungssystem zu implantieren, ist ein großer Eingriff. Wie aufwendig ist eine solche Operation? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Es handelt sich um eine anspruchsvolle herzchirurgische Operation am offenen Brustkorb. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und in der Regel unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Auch wenn wir diese Operation heute routinemäßig durchführen, bleibt sie ein komplexer Eingriff, der Erfahrung und ein eingespieltes Team erfordert. Die Risiken unterscheiden sich grundsätzlich nicht von >

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> anderen großen Herzoperationen. Dazu gehören beispielsweise Blutungen, Wundheilungsstörungen oder – in seltenen Fällen – neurologische Komplikationen wie ein Schlaganfall. Insgesamt ist das Verfahren heute jedoch sehr sicher und die Ergebnisse haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert.

Prof. Dr. Christian Stumpf begleitet eine TAVI am Monitor: Bei dem schonenden Katheterverfahren wird eine erkrankte Aortenklappe ersetzt, ohne den Brustkorb zu öffnen.

Welche Herausforderungen gibt es nach der Operation? PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Die größte Aufmerksamkeit gilt der Austrittsstelle des Kabels. Sie muss täglich gepflegt werden, damit keine Keime eindringen und Infektionen entstehen. Unsere Patienten lernen bereits während des Krankenhausaufenthalts, wie sie diese Versorgung selbst übernehmen oder gemeinsam mit Angehörigen durchführen können. Hinzu kommt die notwendige Blutverdünnung. Da das Blut dauerhaft mit den Oberflächen der Pumpe in Kontakt kommt, besteht grundsätzlich die Gefahr einer Gerinnselbildung. Moderne Herzunterstützungssysteme sind allerdings

deutlich weiterentwickelt als frühere Generationen. Dadurch benötigen viele Patienten heute eine weniger intensive Blutverdünnung als noch vor einigen Jahren. Herr Prof. Dr. Stumpf, Sie begleiten viele Patienten bereits lange vor einer möglichen Operation. Wann sollte der Kontakt zu einem spezialisierten Herzzentrum erfolgen? PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF: So früh wie möglich. Das ist eine ganz wichtige Botschaft. Niemand sollte warten, bis die Herzschwäche ein lebensbedrohliches Stadium erreicht hat. Wenn wir Patienten rechtzeitig sehen, stehen uns deutlich mehr Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Deshalb gilt: Wer bemerkt, dass die Belastbarkeit deutlich nachlässt, Luftnot auftritt oder sich Wassereinlagerungen entwickeln, sollte diese Beschwerden ärztlich abklären lassen. Je früher wir die Ursache erkennen, desto besser können wir gegensteuern. Warum ist gerade bei einer schweren Herzinsuffizienz die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen so wichtig? PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF: Weil es heute nicht mehr die eine Standardtherapie gibt. Für jeden Patienten müssen wir individuell entscheiden, welche Behandlung den größten Nutzen verspricht. Dabei fließen viele Faktoren ein: die Ursache der Herzschwäche, Begleiterkrankungen, das Alter, die körperliche Verfassung und natürlich auch die persönlichen Wünsche des Patienten. Diese Entscheidungen treffen wir gemeinsam – Kardiologen, Herzchirurgen, Anästhesisten, Intensivmediziner und viele weitere Berufsgruppen. Jeder bringt seine Erfahrung ein. Genau das macht moderne Herzmedizin aus.

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„Viele unserer Patientinnen und Patienten führen wieder ein erstaunlich normales Leben.“ PROF. DR. CHRISTIAN HEIM, DIREKTOR DER KLINIK FÜR HERZ- UND GEFÄSSCHIRURGIE


Schwerpunkt Herzenssache

GESUND LEBEN

Wer macht was am Herzen? AUT OR

Klinikum Bayreuth GmbH

Nicht Kardiologie oder Herzchirurgie – sondern Kardiologie und Herzchirurgie. Gemeinsam für die beste Lösung für jeden einzelnen Menschen.

K A RDIOLOGIE

H E R Z C H I RU R G I E

Minimalinvasive Verfahren mit dem Herzkatheter

Operative Verfahren für dauerhafte Lösungen

• Herzkatheter: Untersuchung und Behandlung über Gefäße – meist an Handgelenk oder Leiste.

• Bypass-Operationen: Überbrückung verengter Herzkranzgefäße mit körpereigenen Gefäßen – für eine bessere Durchblutung des Herzmuskels.

• Stentimplantation: Erweiterung verengter Herzkranzgefäße und Einsetzen eines Stents zur dauerhaften Offenhaltung der Gefäße.

• Herzklappenrekonstruktionen: Erhalt der eigenen Klappe durch Reparatur – für eine natürliche Funktion und lange Haltbarkeit.

• TAVI: Neue Aortenklappe über den Katheter einsetzen – ohne Öffnung des Brustkorbs.

• Herzklappenersatz: Ersetzen erkrankter Herzklappen durch mechanische oder biologische Klappenprothesen.

• Behandlung von Herzrhythmusstörungen, z. B. Ablationen oder Schrittmacher- und Defibrillator-Therapien.

• Operationen an der Hauptschlagader: Behandlung von Aussackungen (Aneurysmen) oder anderen Erkrankungen der Aorta.

• Medikamentöse Therapie: Moderne Medikamente unterstützen das Herz und beugen Komplikationen vor.

• Komplexe Eingriffe am Herzen: z. B. bei angeborenen Herzfehlern, Tumoren oder fortgeschrittener Herzerkrankung.

GEMEINSAM – IM HEART TEAM

• Entscheidung über die beste Therapie: Kardiologen, Herzchirurgen und weitere Experten besprechen jeden komplexen Fall gemeinsam. • Individuelle Behandlungsplanung: Wir berücksichtigen Befunde, Begleiterkrankungen, die persönliche Situation und Ihre Wünsche. • Nachsorge und Langzeitbetreuung: Gemeinsam begleiten wir Sie – von der Behandlung bis zur langfristigen Herzgesundheit.

Mehr zum Herz Team: Überall, wo's Podcasts gibt!

MEHR INFOS: ein-herz-podcast.podigee.io

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GESUND LEBEN

Schwerpunkt Herzenssache

Gerettet – und unendlich dankbar AUTO R

Klinikum Bayreuth GmbH

Das Team des Klinikums Bayreuth kämpft um Piere Roches Leben Situation so dramatisch, dass kein Blutdruck mehr gemessen werden kann. Piere Roche vermutet einen Herzinfarkt und möchte zum Hausarzt fahren. Seine Frau entscheidet anders und ruft den Rettungsdienst. „Im Nachhinein war das wahrscheinlich die wichtigste Entscheidung überhaupt“, sagt er heute.

M KURZ GESAGT: Piere Roche überlebt eine akute Aortendissektion – einen lebensbedrohlichen Riss der Hauptschlagader. Entscheidend sind die schnelle Reaktion seiner Frau, der Rettungsdienst und die Notoperation am Klinikum Bayreuth. Heute kämpft er sich zurück ins Leben – mit großer Dankbarkeit und dem Ziel, wieder Motorrad fahren zu können.

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Diagnose im Wettlauf gegen die Zeit

gentlich ist es ein ganz normaler Tag. Piere Roche kommt nach der Arbeit nach Hause. Der 47-Jährige aus Wasserknoden bei Bad Berneck will sich nur schnell umziehen. Danach soll es wie so oft mit dem Hund hinausgehen. Routine. Doch dazu kommt es nicht. „Mir hat es auf gut Deutsch die Füße weggezogen“, erinnert er sich. Plötzlich wird ihm schwindelig, sein Herz rast. Kurz darauf kommen stechende Rückenschmerzen hinzu. Zunächst denkt er an einen Hexenschuss. Heute weiß er: Es waren Minuten, die über Leben und Tod entscheiden konnten. Er ruft seine Frau Regine an. Als sie nach Hause kommt, erschrickt sie. Ihr Mann sitzt zusammengesunken da, spricht undeutlich und wirkt, als würde er jeden Moment das Bewusstsein verlieren. „Ich habe damals meine Mutter gepflegt, die Herzprobleme hatte“, erzählt sie. „Deshalb habe ich sofort den Blutdruck gemessen.“ Doch das Gerät zeigt zweimal nur „Error“ an. Erst glaubt sie an einen Messfehler. Tatsächlich ist die

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Im Klinikum Kulmbach beginnen die ersten Untersuchungen. Zunächst vermuten die Ärzte eine Herzrhythmusstörung. Während einer Ultraschalluntersuchung wird jedoch klar: Es steckt etwas weit Gefährlicheres dahinter. Die Diagnose lautet: akute Aortendissektion – ein Riss der Hauptschlagader. Innerhalb weniger Minuten überschlagen sich die Ereignisse. Während in Kulmbach die ersten Maßnahmen laufen, stellt das Klinikum Bayreuth ein herzchirurgisches Notfallteam zusammen. Noch am selben Abend wird Piere Roche nach Bayreuth verlegt. „Ich hatte da schon längst jedes Zeitgefühl verloren“, erzählt er. Kurz nach Mitternacht beginnt die Operation. Als er wieder aufwacht, ist es halb acht Uhr morgens. Hinter ihm liegen mehr als sieben Stunden Herzchirurgie.

„Die Aortendissektion gehört zu den größten medizinischen Notfällen überhaupt.“ PROF. DR. CHRISTIAN HEIM, DIREKTOR DER KLINIK FÜR HERZ- UND GEFÄSSCHIRURGIE


Dankbarkeit nach schweren Wochen Drei Wochen verbringt er auf der Intensivstation. Danach folgen Rehabilitation und viele Monate der schrittweisen Genesung. Noch heute schmerzen Nacken und Schulter. Arbeiten kann er noch nicht, auch seine Leidenschaft, das Motorradfahren, muss warten. „Von hundert auf null ausgebremst zu werden, ist hart.“ Trotz aller Einschränkungen überwiegt etwas anderes: Dankbarkeit. „Die Pflegekräfte auf der Intensivstation waren unglaublich. Und das gesamte Behandlungsteam hat mir das Leben gerettet. Dafür werde ich nie die richtigen Worte finden.“ Auf seinem Krankenbett liegen bis heute zwei kleine Kuscheltiere. Früher waren sie Trostspender. Heute sind sie Glücksbringer.

reuth, weiß, wie dramatisch die Situation war. „Die Aortendissektion gehört zu den größten medizinischen Notfällen überhaupt“, erklärt er. „Dabei reißt die Hauptschlagader ein. Ohne sofortige Operation besteht akute Lebensgefahr.“ In einer aufwendigen Operation ersetzte sein Team den eingerissenen Abschnitt der Hauptschlagader durch eine Gefäßprothese. „Entscheidend ist neben der schnellen Operation die Zeit danach“, sagt Heim. „Vor allem ein gut eingestellter Bluthochdruck verbessert die langfristige Prognose erheblich.“

^ Ihnen hat Piere Roche viel zu verdanken: Seine Frau Regine hat schnell und richtig reagiert. Und Prof. Dr. Christian Heim und sein Team haben im Operationssaal das Leben des 47Jährigen gerettet.

Zurück ins Leben Genau darauf arbeitet auch Piere Roche hin. Sein Ziel ist klar. „Ich möchte irgendwann wieder auf meinem Motorrad sitzen.“ Nach allem, was geschehen ist, steht dieser Satz für weit mehr als nur ein Hobby. Er steht für die Hoffnung, dass das Leben weitergeht.

Foto: © Klinikum Bayreuth GmbH

Erst Wochen später wird ihm bewusst, wie knapp er dem Tod entkommen ist. „Während der Reha habe ich angefangen, das alles zu verarbeiten. Da wurde mir klar, dass ich dem Tod mehr als einmal von der Schippe gesprungen bin.“ Besonders beschäftigt ihn bis heute ein Gedanke. „Ich wollte doch eigentlich nur mit dem Hund spazieren gehen. Wenn das zwanzig oder dreißig Minuten später passiert wäre, wäre ich irgendwo im Wald zusammengebrochen.“

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie Tel.: 0921 400-5902

Prof. Dr. Christian Heim, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Klinikum Bay-

E-Mail: herzchirurgie@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/herzchirurgie

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Gut unterstützt nach Herzoperation AUTO R

reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH

Wie eine spezielle Kompressionsweste die Heilungsphase begleiten kann M KURZ GESAGT: Nach einer Herz- oder Thoraxoperation kann eine Kompressionsweste die Heilungsphase unterstützen. Sie übt gleichmäßigen Druck auf den Brustbereich aus, begleitet Wundheilung, Narbenreifung und Mobilisierung und lässt sich unauffällig im Alltag tragen. Wichtig sind die richtige Passform und eine fachkundige Anpassung im Sanitätshaus.

E Fotos: © MEDICAL Z, reha team Nordbayern

ine Operation am Herzen ist für den Körper ein großer Eingriff. Bei vielen herzchirurgischen Operationen muss auch der Brustkorb eröffnet werden. Nach dem Eingriff benötigt deshalb nicht nur das Herz Zeit zur Erholung: Auch das Operationsgebiet und die Narbe müssen heilen, während die Patienten gleichzeitig Schritt für Schritt wieder mobil werden. Eine geeignete postoperative Versorgung kann diese sensible Phase unterstützen. Die reha team Nordbayern Gesundheitstechnik GmbH bietet hierfür unter anderem die speziell für die Herz- und Thoraxchirurgie entwickelte CARDIO-Kompressionsweste von Medical Z an.

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Gleichmäßige Kompression unterstützt die Heilungsphase Nach herz- oder thoraxchirurgischen Eingriffen kann eine gezielte Kompression des Brustbereichs Bestandteil der Nachversorgung sein. Die CARDIO-Weste umschließt das Operationsgebiet großflächig und sorgt durch ihre körpernahe Passform für eine möglichst


gleichmäßige Kompression. Diese soll die postoperative Wundheilung unterstützen, Schmerzen reduzieren und die Mobilisierung nach dem Eingriff erleichtern. Gleichzeitig spielt die Kompression auch bei der weiteren Narbenreifung eine wichtige Rolle. Denn selbst wenn die Operationswunde bereits verschlossen ist, arbeitet der Körper noch über viele Wochen und Monate am Umbau des neu entstandenen Narbengewebes. Eine gleichmäßige Druckverteilung kann diesen Prozess positiv begleiten und zu einer möglichst unauffälligen Narbenentwicklung beitragen. Gerade nach Eingriffen am offenen Brustkorb ist daher nicht nur die unmittelbare Versorgung nach der Operation wichtig. Auch in den Wochen und Monaten danach kann eine geeignete Kompressionsversorgung dazu beitragen, den Heilungsverlauf zu unterstützen. Medizinische Funktion trifft auf hohen Tragekomfort Da die CARDIO-Weste über einen längeren Zeitraum getragen werden sollte, wurde bei ihrer Entwicklung besonderer Wert auf eine angenehme und alltagstaugliche Gestaltung gelegt. Das verwendete Material ist atmungsaktiv und antibakteriell und soll sich ähnlich angenehm tragen wie moderne Sportbekleidung. Außenliegende Nähte verhindern unnötiges Reiben oder Drücken im empfindlichen Operationsbereich. Individuell einstellbare Träger ermöglichen eine Anpassung an den jeweiligen Körper-

bau. Über einen auf der Vorderseite liegenden Reißverschluss lässt sich die Weste öffnen und schließen. Eine integrierte Anziehhilfe erleichtert zusätzlich die Handhabung – ein wichtiger Vorteil, wenn die Beweglichkeit des Oberkörpers nach der Operation zunächst noch eingeschränkt ist. Die Kompressionsweste kann zudem unauffällig unter der normalen Kleidung getragen werden. Damit lässt sie sich gut in den Alltag integrieren, ohne dass die medizinische Versorgung ständig sichtbar sein muss. Individuelle Versorgung im Sanitätshaus Entscheidend für die Wirkung einer Kompressionsversorgung ist die richtige Passform. Die Weste sollte körpernah sitzen und die notwendige Kompression aufbauen, gleichzeitig aber keine unangenehmen Druckstellen verursachen. Neben verschiedenen Seriengrößen für Frauen und Männer sind deshalb auch individuelle Maßanfertigungen möglich. Hier kommt der persönlichen Beratung im Sanitätshaus eine besondere Bedeutung zu. Die Mitarbeiter der reha team Nordbayern Gesundheitstechnik GmbH unterstützen bei der Auswahl der passenden Größe, sorgen für die richtige Anpassung und erklären ausführlich das An- und Ablegen sowie den Umgang mit der Weste im Alltag. Auch während der weiteren Versorgung bleiben sie Ansprechpartner für die Patienten. Denn gerade nach einer größeren Herzoperation können sich im Laufe der Genesung neue Fragen ergeben oder Anpassungen notwendig werden. Die CARDIOKompressionsweste verbindet damit die medizinisch notwendige Kompression mit einer möglichst unkomplizierten Handhabung und einem hohen Tragekomfort. So kann sie Patienten dabei unterstützen, sich nach einem herz- oder thoraxchirurgischen Eingriff Schritt für Schritt zu erholen und wieder mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen.

Das gesamte Team der reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH um Geschäftsleiter David Heumann berät Sie gerne.

MEHR INFOS: reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH Am Bauhof 11, 95445 Bayreuth, Tel. (0921) 74743-0 www.rehateam-nordbayern.de

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Wenn die Uhr das Herz überwacht AUTO R

Klinikum Bayreuth GmbH

Wie Smartwatches und Künstliche Intelligenz die Herzmedizin verändern – und wo deren Grenzen liegen M KURZ GESAGT: Smartwatches und Künstliche Intelligenz können Herzrhythmusstörungen sichtbar machen, Diagnosen unterstützen und künftig helfen, Risiken früher zu erkennen. Sie liefern wertvolle Daten, ersetzen aber weder ärztliche Erfahrung noch das persönliche Gespräch. Entscheidend ist, Messwerte richtig einzuordnen – ohne sich von ihnen verunsichern zu lassen.

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in kurzer Blick aufs Handgelenk – und schon meldet die Smartwatch einen unregelmäßigen Herzschlag. Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, gehört heute für Millionen Menschen zum Alltag. Moderne Fitness-Tracker und Smartwatches zählen längst nicht mehr nur Schritte oder Kalorien. Sie können Herzrhythmusstörungen erkennen, Elektrokardiogramme (EKGs) aufzeichnen und mithilfe Künstlicher Intelligenz sogar Gesundheitsrisiken vorhersagen. Für die Herzmedizin eröffnet das völlig neue Möglichkeiten. Gleichzeitig wirft die Technik wichtige Fragen auf: Wie zuverlässig sind solche Warnungen? Wann helfen sie wirklich? Und kann Künstliche Intelligenz den Arzt irgendwann ersetzen? Von der Schrittzählung zur Herzdiagnostik „Die Künstliche Intelligenz basiert im Wesentlichen auf Mustererkennung“, erklärt Kardiologe Prof. Dr. Christian Stumpf, Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin am Klinikum Bayreuth. „Und genau darum geht es auch in der Herzmedizin.“ Tatsächlich werden KI-Systeme schon heute in vielen Bereichen eingesetzt. Sie unterstützen

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Ärzte bei der Auswertung von Ultraschallbildern, radiologischen Untersuchungen oder Elektrokardiogrammen (EKG). Die Algorithmen erkennen Auffälligkeiten, die dem menschlichen Auge möglicherweise entgehen würden. Besonders sichtbar wird diese Entwicklung jedoch im Alltag – am Handgelenk. Viele aktuelle Smartwatches können den Herzrhythmus kontinuierlich überwachen und Unregelmäßigkeiten erkennen. Einige Modelle sind sogar in der Lage, ein Einkanal-EKG aufzuzeichnen. Das Problem mit dem „verschwundenen“ Herzrasen Für Kardiologen sind solche Geräte oft eine wertvolle Hilfe. Viele Patienten berichten von Herzrasen, Herzstolpern oder anderen Rhythmusstörungen. Das Problem: Wenn sie schließlich beim Arzt sitzen, ist der Spuk oft vorbei. „Das ist wie bei einem Auto, das auf dem Weg zur Werkstatt klappert“, sagt der Herzspezialist. „Sobald der Mechaniker einsteigt, ist das Geräusch verschwunden.“ Ähnlich verhält es sich bei Herzrhythmusstörungen. Selbst ein 24-Stunden-EKG kann unauffällig sein, wenn das Ereignis gerade nicht auftritt. Smartwatches schließen diese diagnostische Lücke. Treten Beschwerden auf, können Betroffene oft direkt selbst eine Aufzeichnung starten. Das gespeicherte EKG liefert den Ärzten anschließend wertvolle Hinweise für die Diagnose. Was misst eine Smartwatch? Die Technik dahinter ist erstaunlich simpel. Jeder Herzschlag entsteht durch elektrische Impulse, die sich über den Herzmuskel ausbreiten. Diese elektrischen Signale lassen sich an der


Körperoberfläche messen. Genau das geschieht auch beim klassischen EKG in der Arztpraxis: Elektroden erfassen die Herzströme und stellen sie grafisch dar. Moderne Smartwatches nutzen dasselbe Prinzip. Für eine EKG-Aufzeichnung legt der Nutzer einen Finger der anderen Hand auf die Uhr und schließt damit einen elektrischen Messkreis. Das Ergebnis ist zwar nicht so umfangreich wie ein klinisches Zwölf-KanalEKG, reicht aber häufig aus, um bestimmte Herzrhythmusstörungen nachzuweisen. Die nächste Stufe: Krankheiten vorhersagen Noch spannender wird es durch Künstliche Intelligenz. Während heutige Geräte vor allem messen, was bereits passiert ist, arbeiten Forscher daran, zukünftige Ereignisse vorherzusagen. Bereits heute gibt es Algorithmen, die anhand von EKG-Daten Hinweise auf eine drohende Herzschwäche oder bestimmte Herzrhythmusstörungen erkennen können. Und die Datengrundlage wächst stetig. Neben Smartwatches werden inzwischen intelligente Textilien entwickelt – etwa Shirts oder Trikots, die verschiedene Körperfunktionen kontinuierlich erfassen. Solche Systeme werden bereits im Leistungssport getestet. Die Vision: Je mehr Gesundheitsdaten verfügbar sind, desto genauer lassen sich individuelle Risiken berechnen.

Der digitale Zwilling Besonders weit reicht die Idee des sogenannten „Digital Twin“, des digitalen Zwillings. Dabei entsteht aus Gesundheitsdaten, Untersuchungsbefunden und möglicherweise sogar genetischen Informationen ein digitales Modell eines Menschen. An diesem virtuellen

^ Smartwatches können Herzrhythmus und Puls im Alltag erfassen – und bei Auffälligkeiten wichtige Hinweise für die ärztliche Abklärung liefern.

„In Zukunft könnten wir möglicherweise erkennen, wann ein Patient auf eine Verschlechterung seiner Herzschwäche zusteuert – noch bevor Symptome auftreten.“ PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF, DIREKTOR DER KLINIK FÜR KARDIOLOGIE, ANGIOLOGIE UND INTERNISTISCHE INTENSIVMEDIZIN AM KLINIKUM BAYREUTH

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Schwerpunkt Herzenssache

Kann KI medizinische Entscheidungen treffen? Noch komplexer wird die Diskussion, wenn Künstliche Intelligenz nicht nur misst, sondern Empfehlungen ausspricht. Darf eine Software entscheiden, welche Therapie ein Patient oder eine Patientin erhält? Kann ein Algorithmus beurteilen, ob ein Eingriff sinnvoll ist? Für die Experten ist die Antwort klar. KI kann unterstützen, analysieren und Risiken berechnen. Die eigentliche Entscheidung muss jedoch weiterhin der Mensch treffen. „Die Technik kann uns helfen“, betont der Kardiologe. „Aber sie ersetzt weder die ärztliche Erfahrung noch das persönliche Gespräch mit den Patientinnen und Patienten.“

^ KI und digitale Zwillinge eröffnen neue Perspektiven für die Herzmedizin – von der Risikoeinschätzung bis zu einer noch individuelleren Therapieplanung.

Abbild könnten Ärzte künftig simulieren, wie ein Patient auf Medikamente, Eingriffe oder Therapien reagiert. Noch befindet sich diese Technologie überwiegend in der Forschung. Doch die Erwartungen sind groß. Statt allgemeiner Standardtherapien könnten Behandlungen künftig deutlich individueller auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden. Wenn Wissen zur Belastung wird

Fotos: © Shutterstock / Melnikov Dmitriy, Gorodenkoff

So faszinierend die technischen Möglichkeiten sind – sie bringen auch neue Herausforderungen mit sich. Denn nicht jede Auffälligkeit ist krankhaft. Viele Menschen haben gelegentlich einzelne Herzstolperer oder kurze Episoden eines unregelmäßigen Herzschlags. Solche Ereignisse wurden früher oft gar nicht bemerkt.

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Heute zeichnet die Technik sie auf – und sorgt nicht selten für Verunsicherung. „Die entscheidende Frage lautet: Welche Informationen sind medizinisch überhaupt relevant?“, sagt Prof. Dr. Stumpf. Ein unregelmäßiger Herzschlag von wenigen Sekunden bedeutet nicht automatisch ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Dennoch kann die bloße Kenntnis solcher Messwerte Ängste auslösen. Die Gefahr besteht darin, dass Menschen beginnen, jede Abweichung zu überinterpretieren.

Gerade in Grenzsituationen spielen individuelle Lebensumstände, Wünsche und Wertvorstellungen eine entscheidende Rolle – Faktoren, die kein Algorithmus vollständig erfassen kann. Hilfreicher Begleiter statt digitaler Herrscher Für viele Menschen können Smartwatches und Fitness-Tracker einen echten Mehrwert bieten. Sie motivieren zu mehr Bewegung, helfen beim Training und können wichtige Hinweise auf Gesundheitsprobleme liefern. Problematisch wird es erst dann, wenn Nutzer zu Gefangenen ihrer Daten werden: „Man darf nicht zur Geisel seines eigenen Wearables werden“, warnt der Herzexperte. Messwerte müssen immer im richtigen Kontext betrachtet werden. Nicht jede Warnung bedeutet Gefahr, und nicht jede Auffälligkeit erfordert eine Behandlung. Die Herzmedizin steht vor einer technologischen Revolution. Künstliche Intelligenz wird Diagnosen präziser machen, Risiken früher erkennen und Therapien individueller gestalten. Doch bei aller Begeisterung für Algorithmen und Sensoren bleibt eine Erkenntnis bestehen: Die beste Medizin entsteht dort, wo moderne Technologie und menschliche Erfahrung zusammenarbeiten. Smartwatches können Daten liefern. Künstliche Intelligenz kann Muster erkennen. Die Verantwortung für die richtige Entscheidung aber bleibt beim Menschen. MEHR INFOS: www.klinikum-bayreuth.de


Schwerpunkt Herzenssache

GESUND LEBEN

Die Zukunft der Herzmedizin AUTOR

Klinikum Bayreuth GmbH

Wie Künstliche Intelligenz, 3D-Druck und regenerative Therapien die Behandlung von Herzerkrankungen verändern könnten

Wird Künstliche Intelligenz Herzkrankheiten erkennen, bevor Beschwerden auftreten? PROF. DR. CHRISTIAN STUMPF: Davon gehen wir aus. Schon heute können Algorithmen EKGs, Ultraschallbilder oder CT-Aufnahmen auswerten und Auffälligkeiten erkennen. Künftig wird KI vermutlich große Mengen medizinischer Daten zusammenführen und Hinweise auf Erkrankungen liefern, bevor Patienten selbst etwas bemerken. PROF. DR. CHRISTIAN HEIM: Wichtig ist aber: Die Entscheidung trifft weiterhin der Arzt. KI wird uns unterstützen, nicht ersetzen. Sie wird helfen, Risiken früher zu erkennen und Therapien genauer zu planen. Werden Herzklappen aus dem 3D-Drucker kommen? PROF. DR. HEIM: Tatsächlich wird weltweit daran geforscht. Ziel ist es, Herzklappen zu entwickeln, die individuell an den Patienten angepasst werden können. Bis solche Verfahren zum Alltag gehören, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. PROF. DR. STUMPF: Schon heute profitieren Patienten von immer besseren biologischen und künstlichen Herzklappen. Die Entwicklung geht eindeutig in Richtung individueller Lösungen.

Können Ärzte geschädigten Herzmuskel eines Tages reparieren? PROF. DR. STUMPF: Das ist eines der spannendsten Forschungsfelder überhaupt. Nach einem Herzinfarkt bleibt häufig Narbengewebe zurück. Forscher arbeiten weltweit daran, Herzmuskelzellen zu regenerieren oder geschädigtes Gewebe zu ersetzen. PROF. DR. HEIM: Noch sind solche Verfahren nicht Teil der Routineversorgung. Aber die Fortschritte sind beeindruckend. Vor 30 Jahren hätte sich auch niemand vorstellen können, dass wir Herzklappen einmal über einen Katheter einsetzen würden. Ihr Blick in das Jahr 2035? PROF. DR. STUMPF: Ich glaube, dass wir viele Herzerkrankungen deutlich früher erkennen werden als heute. Dadurch können wir behandeln, bevor schwere Schäden entstehen. PROF. DR. HEIM: Und ich bin überzeugt, dass die Therapien noch individueller werden. Die Medizin wird präziser, aber der Mensch bleibt im Mittelpunkt. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Die Herzmedizin der Zukunft wird digitaler, individueller und in vielen Bereichen schonender sein. Künstliche Intelligenz, intelligente Messgeräte und neue Behandlungsmethoden könnten dazu beitragen, Herzkrankheiten früher zu erkennen und erfolgreicher zu behandeln. Viele dieser Entwicklungen haben bereits begonnen – und einige von ihnen sind heute schon Realität.

Illustration: © Shutterstock / robuart

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ie Herzmedizin entwickelt sich rasant. Was heute noch nach Zukunft klingt, wird in Forschung und Klinik bereits vorbereitet: frühere Diagnosen, individuellere Therapien und schonendere Verfahren. Prof. Dr. Christian Stumpf und Prof. Dr. Christian Heim geben einen Ausblick.

MEHR INFOS: www.klinikum-bayreuth.de

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Was Herz und Gehör verbindet AUTO R

Akustiks Hörgeräte GmbH

Warum gute Durchblutung auch für die Ohren wichtig ist – und wann Hörveränderungen abgeklärt werden sollten M KURZ GESAGT: Das Innenohr braucht eine stabile Durchblutung. Gefäßveränderungen, Bluthochdruck oder bestimmte Medikamente können Hörveränderungen und Tinnitus begünstigen. Auffälligkeiten sollten ärztlich abgeklärt werden – besonders bei plötzlichem Hörverlust oder Ohrgeräuschen im Takt des Herzschlags.

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as Herz pumpt Blut durch den ganzen Körper. Auch das Innenohr ist auf eine zuverlässige Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen. Gerät die Durchblutung aus dem Gleichgewicht, kann sich das auf das Hören auswirken. Denn die feinen Strukturen im Innenohr sind empfindlich – und geschädigte Hörsinneszellen erholen sich meist nicht vollständig. „Viele Menschen denken bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zuerst an Brustschmerzen, Luftnot oder Bluthochdruck. Dass auch das Gehör Hinweise auf die allgemeine Gesundheit geben kann, ist weniger bekannt“, sagt Michael Deinlein, Geschäftsführer der Akustiks Hörgeräte GmbH.

Das Deutsche Ärzteblatt berichtete 2025 über eine große Langzeitstudie auf Basis der UK Biobank. Demnach hatten Menschen mit vermindertem Hörvermögen ein erhöhtes Risiko, eine Herzinsuffizienz zu entwickeln. Solche Daten zeigen einen Zusammenhang, beweisen aber keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung. Wer bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder andere Gefäßrisiken hat und Veränderungen beim Hören bemerkt, sollte diese nicht als Nebensache abtun. Wenn das Ohr im Takt des Herzens pocht Ein besonderes Warnzeichen kann pulssynchroner Tinnitus sein. Betroffene hören ein Pochen, Klopfen oder Rauschen im Takt des Herzschlags. Dahinter können harmlose, aber auch behandlungsbedürftige Ursachen stecken – etwa Gefäßveränderungen oder Durchblutungsstörungen. Die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie weist darauf hin, dass pulssynchroner Tinnitus auf Gefäßveränderungen hinweisen kann und oft gezielt behandelbar ist. Schätzungsweise etwa fünf Prozent der Menschen mit starkem Tinnitus leiden unter dieser Form. „Ein Ohrgeräusch im Takt des Herzschlags sollte man nicht einfach aussitzen“, sagt Deinlein. „Hier ist eine ärztliche Abklärung wichtig – etwa über HNO, Hausarztpraxis oder Kardiologie.“ Medikamente nie eigenständig absetzen

^ Michael Deinlein begleitet Menschen mit Erfahrung, moderner Technik und viel Gespür zu besserem Hören.

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Bluthochdruck, Gefäßveränderungen, Diabetes oder andere Erkrankungen, die die Gefäße belasten, können mit Hörproblemen in Verbindung stehen. Das bedeutet nicht, dass eine Herzerkrankung direkt einen Hörverlust verursacht. Studien zeigen aber: Herz-Kreislauf-Gesundheit und Hörvermögen sollten nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Auch Medikamente können Ohrgeräusche auslösen oder verstärken. Die Apotheken Umschau nennt unter anderem bestimmte Schmerz- und Rheumamedikamente, Entwässerungstabletten, Chemotherapeutika und bestimmte Antibiotika als mögliche Auslöser von Tinnitus. Gerade Herz-Kreislauf-Medikamente sind jedoch oft lebenswichtig. Deshalb gilt: Medikamente


WA N N A B K L Ä R E N ?

Bitte lassen Sie Hörveränderungen ärztlich abklären, wenn … • ein Hörverlust plötzlich auftritt. • Ohrgeräusche im Takt des Herzschlags pochen.

• Tinnitus neu auftritt / stärker wird. • Hörveränderungen nach einer Medikamentenumstellung auffallen. • Gespräche zunehmend anstrengend werden. Wichtig: Medikamente nie ohne ärztliche Absprache absetzen.

niemals auf eigene Faust absetzen. Wer nach einer Medikamentenumstellung Ohrgeräusche, Hörveränderungen oder Unsicherheit bemerkt, sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sprechen. Gutes Hören entlastet den Alltag Wer schlechter hört, muss sich stärker anstrengen. Gespräche werden mühsamer, Hintergrundgeräusche belastender, soziale Situationen anstrengender. Viele Betroffene ziehen sich unbewusst zurück – nicht, weil sie kein Interesse mehr haben, sondern weil Zuhören Kraft kostet. Moderne Hörsysteme können hier unterstützen: Sie behandeln keine Herz-Kreislauf-Erkrankung, können aber Hörverlust ausgleichen, Sprache verständlicher machen und Kommunikation erleichtern. „Ein Hörgerät ist kein

Zeichen von Schwäche, sondern ein Stück Lebensqualität“, sagt Deinlein. Hörsysteme werden individuell angepasst, heben Sprache hervor, reduzieren Störgeräusche und passen sich an unterschiedliche Hörsituationen an. Was ein Hörtest zeigen kann Ein Hörtest ist unkompliziert und gibt wichtige Hinweise: Wie gut werden hohe und tiefe Töne wahrgenommen? Wie verständlich ist Sprache bei Hintergrundgeräuschen? Gibt es Unterschiede zwischen beiden Ohren? Daraus entsteht ein persönliches Hörprofil. Es hilft einzuschätzen, ob eine Versorgung sinnvoll ist und ob weitere medizinische Abklärung ratsam sein kann. Gerade weil Herz-Kreislauf-Gesundheit und Gehör miteinander verbunden sein können, lohnt sich ein genauer Blick. Bei Akustiks Hörgeräte GmbH in Bayreuth und Hollfeld geht es deshalb nicht nur um Technik, sondern um Beratung, Anpassung und Begleitung. Denn gutes Hören entsteht oft Schritt für Schritt – und ist ein wichtiger Teil von Lebensqualität und Gesundheit. MEHR INFOS:

^ Wer gut hört, bleibt leichter im Gespräch. Gerade bei gesundheitlichen Veränderungen lohnt es sich, auch das Gehör im Blick zu behalten. Fotos: © Akustiks Hörgeräte GmbH, Shutterstock / Davor Geber

• Schwindel, Druckgefühl oder Schmerzen hinzukommen.

Q R-Code und scann en ermin Hörtest-Ten vereinbar

Akustiks Hörgeräte GmbH Badstraße 8, 95444 Bayreuth Am Weiherer Weg 10, 96142 Hollfeld E-Mail: info@akustiks.de www.akustiks.de

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Vorträge, Seminare und Events für Ihre Gesundheit

Infoabend für werdende Eltern Im Perinatalzentrum am Klinikum Bayreuth erfahren werdende Eltern alles Wissenswerte rund um die Geburt Ihres Kindes. Das interdisziplinäre Team des Perinatalzentrums beantwortet offene Fragen und führt durch den Kreißsaal. ANMELDUNG: klinikum-bayreuth.de/veranstaltungen Mo, 7. und 21. September, 15–16.30 Uhr Klinik Hohe Warte Bayreuth, Foyer Therapiezentrum, Konferenzraum 10

„Nie wieder XXL“ … … ist ein kostenfreies Seminar für Patientinnen, Patienten und deren Angehörige. Regelmäßig informieren Ärztinnen und Ärzte des Adipositaszentrums detailliert über das Krankheitsbild Adipositas und die verschiedenen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten. ANMELDUNG:  0921 400-5270 oder 0921 400-5272 oder  adipositaszentrum @klinikum-bayreuth.de

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Fr, 11. September, 12.30–18 Uhr Bezirksklinik, Hauptstr. 13, Hochstadt

Sa, 19. September, 14–17 Uhr Klinik für Pneumologie am Klinikum Bayreuth, Ebene -1

Tag der offenen Tür: 50 Jahre Hilfe auf dem Weg aus der Sucht Seit 50 Jahren findet in Hochstadt am Main Sucht-Rehabilitation statt – ein Grund zu feiern und zurückzublicken: Bei einem Fest werden die Klinik und die dort angebotene Therapie vorgestellt. Neben Mitmach-Aktionen und einer Talkrunde gibt es auch viele Leckereien. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen. Di, 15. September, 13. Oktober, 14–19 Uhr, Rotkreuzhaus, Hindenburgst. 10, Bayreuth

Deutscher Lungentag Die Klinik für Pneumologie lädt zu einer Informationsveranstaltung anlässlich des Deutschen Lungentags ein. Unter dem Motto „Infektionen der Atemwege und der Lunge: vermeiden, erkennen, behandeln“ wird das Team rund um Klinikdirektor Dr. Claus Steppert zur Vorbeugung und Behandlung von Atemwegsinfektionen erläutern. Führungen und Präsentationen runden das Programm ab. Der Eintritt ist frei. Fr, 25. September, 9. Oktober, 6. November, 9.30–11 Uhr NEU: ZAMOWA (Bindlach Outlet), Stöckingstr. 2, Bindlach

Blutspenden: Helfen Sie helfen In Bayern werden jeden Tag rund 2.000 Blutkonserven benötigt. Ohne freiwillige, engagierte Blutspenderinnen und Blutspender ist dieser Bedarf nicht zu decken. Leisten Sie Ihren Beitrag und besuchen Sie den nächsten Blutspendetermin in Bayreuth und der Region. MEHR INFOS: blutspendedienst.com

Café la mama Das Stillteam der Klinikum Bayreuth GmbH lädt werdende, stillende und nicht-stillende Mütter einmal im Monat am Freitag zwischen 9.30 und 11 Uhr zum gegenseitigen Austausch ein. Ab September findet das Café la mama in den Räumen von ZAMOWA im Bindlach Outlet statt. Einfach vorbeikommen, quatschen, austauschen.

© Klinikum Bayreuth GmbH, GeBO, Shutterstock / Kulkova Daria, Shutterstock / pada smith stockphoto, Eva Rundholz

Jeden Montag, 17–18.30 Uhr Treffpunkt: Klinikum Bayreuth, Foyer


Medizinischer Vortrag Am 21. Oktober um 18 Uhr informiert Univ.-Prof. Dr. Christian Heim an der Klinik Hohe Warte zu Behandlungsmöglichkeiten der modernen Herzmedizin. Der Eintritt ist frei.

Fr, 25. September, 17–18.30 Uhr Klinikum Bayreuth, Preuschwitzer Str. 101, Konferenzraum 4, Ebene 0

Mi, 7. Oktober, 18 Uhr, Klinik Hohe Warte, Therapiezentrum, Speisesaal

Vortrag: Hüftgelenksersatz – was erwartet mich? Wann ist ein Gelenkersatz sinnvoll? Wie läuft die Operation ab? Ist Gelenkersatz gleich Gelenkersatz? Diese und weitere Fragen beantworten Prof. Dr. Michael Müller und PD Dr. Rupert Schupfner, beide Hauptoperateure des Endoprothetikzentrums am Klinikum Bayreuth, im Rahmen eines Medizinischen Vortrags. Eintritt frei. Mi, 21. Oktober, 18 Uhr, Klinik Hohe Warte, Therapiezentrum, Speisesaal

Vortrag: Behandlungsmöglichkeiten der modernen Herzmedizin

Elternkurs: Notfall! Erste Hilfe und Reanimation bei Kindern Eltern werden für mögliche Gefahrenquellen sensibilisiert und erhalten konkrete Anleitung, wie im Notfall zu reagieren ist. Erfahrene Pflegekräfte aus der Kinderkrankenpflege demonstrieren Erste Hilfe bei Blutung, Fieber oder Krupp-Anfall und vermitteln alles Wichtige zur Kinderreanimation. INFOS UND ANMELDUNG: klinikum-bayreuth.de/veranstaltungen Mi, 7. Oktober, 18–20.30 Uhr Psychosoziale Krebsberatungsstelle Bayreuth, Maximilianstr. 52-54

22. Patientinnentag Brustkrebs Patientinnen, Patienten und Angehörige erhalten Informationen zu Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei Brustkrebs sowie zu psychoonkologischen Unterstützungsmöglichkeiten. Die Veranstaltung wird organisiert vom Brustzentrum Bayreuth, Senocura – gemeinsam gegen Brustkrebs e.V. und der Psychosozialen Beratungsstelle der Bayerischen Krebsgesellschaft. INFOS UND ANMELDUNG: klinikum-bayreuth.de/veranstaltungen

Univ.-Prof. Dr. Christian Heim, Direktor der Klinik für Herz und Gefäßchirurgie der Klinikum Bayreuth GmbH, stellt die moderne Herzchirurgie mit ihren vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten vor. Eintritt frei. Mi, 4. November, 18 Uhr, Klinik Hohe Warte, Therapiezentrum, Speisesaal

Vortrag: Therapieoptionen bei Spinalkanalstenose der Halsund Lendenwirbelsäule Schmerzende, müde Beine beim Stehen und Gehen? Nicht selten entstehen die Beschwerden durch eine alters- oder verschleißbedingte Verengung des Wirbelkanals. Univ.Prof. Dr. med. Stefan Linsler, Direktor der Klinik für Neurochirurgie an der Klinik Hohe Warte, stellt mögliche Therapiealternativen vor. Eintritt frei. Sa, 21. November, 10–14 Uhr, Berufsfachschulen der Klinikum Bayreuth GmbH

Pflege! Tag der offenen Tür der Berufsfachschulen Interessierte können sich über ihre Ausbildung bei der Klinikum Bayreuth GmbH informieren. Dabei entdecken sie Aufgaben und Möglichkeiten in der Pflege, die Vielfalt der Physiotherapie oder nehmen das Labor genauer unter die Lupe.

Wissen, was läuft AU T OR

Region Bayreuth

Alle Events der Region auf einen Klick

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tadt, Land, Leben ist das Veranstaltungsportal für die Region Bayreuth. Interessierte finden hier – unabhängig ihres Alters – leicht tolle Anregungen für Veranstaltungen und Aktivitäten im Umkreis. Seien es Kultur-, Sport-, Wirtschafts- oder Gesundheitstermine – alles ist schnell auffindbar. Durch vielfältige Filtermöglichkeiten nach Orten, Kategorien oder Zielgruppen, lässt sich die Suche individuell anpassen. Stadt, Land, Leben ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Landkreis Bayreuth, welches durch das Regionalmanagement der Region Bayreuth umgesetzt wurde. Das Portal wurde mit Mitteln des Regionalmanagements in Bayern aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit 90 Prozent gefördert.

Hier geht ’s direkt zum tal Veranstaltungspor MEHR INFOS: www.region-bayreuth.de

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GESUND LEBEN

VIEL GLÜCK!

Rätselzeit

Rätselzeit Wir verlosen unter allen richtigen Einsendungen: 3 × einen Erste-Hilfe-Kurs des BRK Bildungs- und Kompetenzzentrums Bayreuth im Wert von je 95 Euro AusEhreneinTeil des zeichPflege- Atmungs- staffel b. stellige nung, StaatsFußes produkt organ Medaille besuchen Zahl Unterhaltung im Internet (engl.)

Futtergefäß

Beweiszettel, Quittung

Raub-, Pelztier

leblos

Liste von Gesprächspunkten

Glückstaumel

Hautöffnung

Vergeltung für eine Wohltat

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also, folglich (lat.)

Gerät zum Halten auf eiförmig Position (Schiffe)

abgestorbene Baumrinde Voranzeige, Nachricht

Erste Hilfe kann im Ernstfall Leben retten – und gibt Sicherheit, wenn schnelle Unterstützung gefragt ist. Mit etwas Glück gewinnen Sie einen von drei Erste-Hilfe-Kursen des BRK-Kreisverband Bayreuth und lernen, wie Sie in Notfallsituationen richtig reagieren.

landwirtsch. Tätigkeit

Witterung, über lange ZitterZeiträume pappel betrachtet

Regel, Richtschnur

Edelpelz

Bezeichnung, Benennung

Geburtsschmerzen

beschränken Kurzschrift (Kurzwort)

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Körperausscheidung

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durch, mittels (lat.)

inhaltslos

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scherzhaft: Beifahrerin

zooTeil von logische Vietnam Unterart

ein Edelgas verschönerndes Beiwerk

Schlussfolgerung

ugs.: fliehen

Laut der Katze Bedrohlichkeit einer Lage Gerät, Werkzeug zum Verquirlen

ein Verhütungsmittel freundlich

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früherer Minister in islam. Staaten

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griech. Göttin, Zeus-Gemahlin

2 Nachtvogel

Impfflüssigkeit

dänische Nordseeinsel

Ferment

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vorschlagen

®

21 – kanzlit.de

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Miträtseln und gewinnen! MIT FREUNDLICHER

Bitte senden Sie das Lösungswort mit Angabe der persönlichen Daten per E-Mail an raetselzeit@gmk.de, Betreff „Rätselzeit“ oder per Post an GMK GmbH & Co. KG, „GESUND LEBEN“, Kanzleistr. 3, 95444 Bayreuth. Einsendeschluss: 15. November 2026. Die Angaben dienen ausschließlich der Übersendung des Gewinns und werden anschließend gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren.

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Halbinsel in Vorderasien

MEHR INFOS: brk-kompetenzzentrum.de

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Kurzwort für eine Kundgebung

derb, plump

Wissen worauf‘s ankommt, wenn‘s drauf ankommt.

Krankheitserreger

Krankenbesuche von Ärzten

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schmerzhaftes Gliederreißen

Seidengewebe

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psychische Störung

UNTERSTÜTZUNG VON:


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Wirksam behandeln – auch ohne OP: Eigenbluttherapie, Akupunktur & Co. Wie nicht-operative Therapien bei orthopädischen Beschwerden helfen 1

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1. Chirotherapie konzentriert sich auf die Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. / 2. Kinesiotape wird zur Verbesserung der Muskelfunktion, Unterstützung der Gelenke und Förderung der Durchblutung eingesetzt. / 3. Die Stoßwellentherapie nutzt hochenergetische Schallwellen, um Heilungsprozesse im Körper anzuregen und Schmerzen zu lindern. / 4. Akupunktur wird zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit eingesetzt. / 5. Dr. medic (Ro) Oana Grigore demonstriert die Eigenbluttherapie, bei der PRP (plättchenreiches Plasma) verabreicht wird, um die Regeneration von Gewebe zu unterstützen. Bitte beachten: Die Eigenbluttherapie führen wir derzeit nur in Hof und Münchberg durch. Termine können Sie per E-Mail vereinbaren: info@orthopaedie-hof.de – oder scannen Sie den QR-Code, um eine E-Mail zu senden.

Qr-Code scannen und Eigenbluttherapie-Termin vereinbaren!

Diese Expertinnen und Experten sind in Bayreuth für Sie da: Prof. Dr. med. Hans-Georg Simank

Zentrum für Orthopädie und Neurochirurgie in Bayreuth Romanstr. 12 95444 Bayreuth Tel.: 0921 / 51 20 11

PD. Dr. med. habil. Ralph Greiner-Perth

Zentrum für Orthopädie und Neurochirurgie in Hof Eppenreuther Str. 28 95032 Hof Tel.: 09281 / 90 98

Dr. medic (Ro) Oana Grigore

Michaela Kaußler

Maria Herrmann

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Praxisfiliale in der Klinik Münchberg Hofer Str. 40 95213 Münchberg Tel.: 09251 / 60 63 99 9

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Jana Fraunholz

Praxisfiliale in Naila Martinsberger Str. 8 95119 Naila Tel.: 09282 / 9 51 60


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