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Freitag, 29. Mai 2026 | 9. Jahrgang Nr. 3 | Grossauflage 19 000 Exemplare

Offizielle Zeitung des Gewerbeverbandes Uster

Künstliche Intelligenz

Sagen Sie mal ...

Herzkern

Kultur

GVU-Symposium über die Heraus­ forderungen und Chancen der KI

Athi Dailianis, Gastronom, Kaffeetrinker und Besseres-Wetter-Besteller.

Tavolata unter freiem Himmel: essen am längsten Ustermer Tisch.

Central Uster: Wenn der Wilde Westen nach Uster kommt.

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Editorial Liebe Ustermerinnen, liebe Ustermer Wer in Uster eine Wohnung sucht, braucht heute vor allem eines: Geduld. Wenige Wohnungen, hohe ­ Preise und immer mehr Vorschriften. Die Frage ist: Wird das Problem mit noch mehr Regulierung ­gelöst? Am Abstimmungssonntag vom 14. Juni entscheiden wir über mehrere Vorlagen mit direkten Auswirkungen auf Uster, unsere KMU und unser ­Gewerbe. Der Vorstand des GVU lehnt den aktuell vorliegenden Richtplan ab. Gleichzeitig setzen wir uns bei den beiden kantonalen Wohn-Initiativen für ein 2 × Nein ein. Warum? Weil mehr Regulierungen das Gegenteil bewirken. Wer Vorschriften ausbaut und Investitionen erschwert, sorgt nicht für mehr Wohnraum, sondern für weniger Anreize zum Bauen und Renovieren. Das trifft nicht nur Investoren, sondern auch lokale Handwerksbetriebe, Planerinnen, Architekten und viele ­ weitere KMU. Auch der Richtplan in Uster geht in die falsche Richtung. Weniger Parkplätze, mehr Einschränkungen und neue Hürden schwächen unser Gewerbe und damit letztlich auch die ­Attraktivität unserer Stadt. Denn ein lebendiges Zentrum braucht erreichbare Geschäfte, funktionierende Dienstleistungen und Betriebe, die ­investieren können. Ein starkes Gewerbe schafft Arbeits- und Lehrstellen und trägt ­ dazu bei, dass Uster lebendig bleibt. Wer Wohlstand sichern will, darf Unternehmen nicht immer stärker ­ ­belasten. Darum: Nein zum Richtplan. 2 × Nein zu den kantonalen Wohn-­ Initiativen. Denn gute Absichten allein schaffen noch keine guten ­ ­Lösungen.

Herzlich, Anita Borer, Präsidentin Gewerbeverband Uster

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Künstliche Intelligenz – die neue Realität im Gewerbe Künstliche Intelligenz ist im Gewerbe längst angekommen. Sie beschleunigt Prozesse und eröffnet neue Möglichkeiten, sorgt aber auch für Unsicherheit.

Hand in Hand mit KI

Text: Gerold Brütsch-Prévôt Ein schreckliches Szenario, das über diese Welt hereingebrochen ist: Menschen bewegen sich wie lebende Schatten durch die Städte – mit leeren Augen, erstarrten Gesichtern und gebrochenem ­ Blick. Körperlich ­gesund, doch innerlich ausgelöscht, gelähmt von Bedeutungslosigkeit und völliger Antriebslosigkeit. Die künst­ liche Intelligenz hat sich die Menschheit unterworfen und aus freien ­Individuen willenlose Kreaturen ­gemacht. Niemand formuliert mehr eigene Gedanken, niemand schreibt noch selbst, niemand plant, denkt ­vernetzt oder erschafft etwas aus eigener Kraft. Selbst das Auto- und Velofahren haben sie verlernt. Die ­ Gehirne der Menschen sind zu ­ ­pulsierenden grauen Massen verkümmert, unfähig zu fantasievollen ­Gedanken, unfähig zu Widerspruch, unfähig, die Welt zu verändern und den Wahnsinn zu stoppen.

Bild: Canva KI

Fachleute werden nicht ersetzt Ganz so dramatisch sieht es René Schmid, Inhaber und Geschäftsleiter der Elektro Oberland GmbH, nicht. Aber über die Zukunft von KI gefragt, sieht er manchmal schon Bilder, die ihn an den Film «Terminator» erinnern. Darin hat auch die künstliche Intelligenz die Kontrolle über die Welt übernommen, um sie mit Krieg und Maschinen zu vernichten. In der ­Gegenwart allerdings unterstützt ihn KI im Betrieb in der Projektadministration und in der Organisation der ­Abläufe. «Fachleute vor Ort wird es aber immer brauchen», ist er überzeugt, auch in der Planung. «Bestehende elektrische Installationen in älteren Häusern kann KI beispiels­ weise nicht richtig verstehen, weil sie unterschiedlich sind und nicht ­standardisiert. Das kann am Ende nur ein Fachmann vor Ort wirklich ­beurteilen.» Hilfe in der Administration Sorge um das Handwerk macht sich auch Marc Schweiwiller, Inhaber des

Eine der stärksten Verbindungen in der Wirtschaft: KMU und Zürcher Kantonalbank. zkb.ch/unternehmensphasen

­ lattenleger-Geschäfts P Scheiwiller Informatiker als arbeitslos gemeldet, Raum Erleben GmbH, nicht. Er nutzt was einem Anstieg von rund 19 ProKI ebenfalls vor allem administrativ, zent gegenüber dem Vorjahr entbeispielsweise in der Schadenexperti- spricht. 2026 ist nicht viel besser se. Bei einer Kundenreklamation hilft ­gestartet. ihm diese, in den Vorschriften und «Besonders betroffen sind SoftRegelwerken nach den entsprechen- ware-Entwickler; die künstliche Intelden Normen und Toleranzen zu ligenz automatisiert Teile ihrer ­suchen. Und sie unterstützt ihn auch ­Arbeit, weshalb Unternehmen in bei der Formulierung der Antwort, ­gewissen Bereichen weniger Personal damit Kundinnen und Kunden die benötigen», ordnet Yvan Kuonen, ­ ­Zusammenhänge und die Gründe ­Inhaber der Netwolk GmbH, ein. «Wir ­verstehen, wenn sie an der Konstruk- setzen KI als virtuellen Assistenten für tion etwas stört. «Sicher wird KI in Recherchen und Meeting-VorbereitunZukunft auch bei uns einiges verän- gen sowie für Zusammenfassungen dern», meint Marc Scheiwiller, «das von Teams-Meetings mit Pendenzenkönnen Arbeitshilfen sein, Laser-­ listen ein und auch im Security-­ Ausmesstechniken oder Visualisierun- Bereich hilft KI als Scanner, neu ergen.» Für die Handwerkskunst auf kannte Schwachstellen zu priorisieren dem Bau würden aber auch in und schneller zu bearbeiten.» Im ­Zukunft immer gut ausgebildete Fach- ­Support werde sie für Fehleranalysen leute benötigt, die nicht ersetzt und Problemlösungen genutzt, etwa bei einer komplexen Logfile-Analyse ­werden können. nach einem Netzwerkausfall, die ­früher Stunden bis Tage dauerte und KI ist gekommen, um zu bleiben Das Handwerk wähnt sich also in nun in rund einer Stunde erledigt sei. ­Sicherheit. Doch wie sieht die ­Situation in den Büroberufen aus, hin- KI-Kompetenz Grundvoraussetzung ter den PCs? «KI ist gekommen, um zu «Der Arbeitsalltag wird in den nächs­bleiben. Entscheidend ist, sie sinnvoll ten fünf Jahren stark von KI-Assisteneinzusetzen, dabei begleiten wir ten geprägt sein, die im Hintergrund ­Unternehmen», sagt Daniel Schnyder, mitdenken und entlasten», sagt Yvan Mitinhaber und Geschäftsleiter der Kuonen, «Mitarbeitende werden Fürschi GmbH. KI sei für ihn kein ­dadurch produktiver, müssen aber Hype, sondern ein konkretes Arbeits- ­lernen, souverän mit diesen Tools uminstrument. «Wir setzen sie heute zugehen.» Und auch Kundinnen und ­gezielt dort ein, wo sie echten Mehr- Kunden würden schnellere Antworten wert schafft, etwa in der Analyse, bei und personalisierte Services erwarten. der Recherche, in der Entwicklung Wer da nicht mithält, verliere den von Kommunikationskonzepten oder ­Anschluss. bei der Erstellung von Textvorsch­ KI ist also auch im Arbeitsalltag lägen», ergänzt er. Er sehe darin gera- des Gewerbes und der KMU angekomde für KMU eine grosse Chance, effi­ men und verändert Prozesse, zienter zu arbeiten und gleichzeitig ­beschleunigt Abläufe und unterstützt die Qualität der Kommunikation zu bei der Arbeit. Doch sie ersetzt – ­steigern. Richtig eingesetzt, schaffe KI Stand heute – weder Erfahrung noch Freiräume, sodass mehr Zeit für die Verantwortung. Entscheidend bleibt eigenen Kernkompetenzen bleibe. der Mensch, der die Technologie richtig einsetzt und ihre Ergebnisse ­kritisch prüft. Dafür ist aber KI-KomTausende Arbeitslose in der IT Beunruhigende Meldungen kommen petenz in jedem Beruf eine Grund­ derzeit aus der Informatikbranche. Im voraussetzung. Herbst 2025 waren in der Schweiz knapp 4000 Informatikerinnen und

So geht Druck. www.zimmidruck.ch


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