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TVI – Thüringer VDE-Informationen 03-2021

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Thüringer Sep–Dez 2021

03/21 18. JAHRGANG

Informationen VDE BEZIRKSVEREIN THÜRINGEN E.V. – VERBAND DER ELEKTROTECHNIK ELEKTRONIK INFORMATIONSTECHNIK

Thema: Wasserstoff

Bericht von der Online-Veranstaltung der VDE-Hochschulgruppe ­ der TU Ilmenau in Kooperation mit dem VDE Thüringen Seiten 8–11

KONS T RUK T I V E K RI T IK UND HOHE Z IEL E Ein Bericht von der VDE-Delegiertenversammlung Seiten 4+5

IS T DER F I- S C HU T Z IMMER SICHER ? Eine technische Betrachtung aus Erfahrungswerten Seite 5

NEUE S VOM ME S S W E SEN Ankündigung der XXVII. Zählerfachtagung Seite 12


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T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N T V I

Inhaltsverzeichnis

VDE-Delegiertenversammlung

Z U K U N F T S P R O J E K T » B E S T4 M E M B E R S «

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Arbeitskreis Starkstromanlagen

WISSENSWERTES ZUM FI-SCHUT Z

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Zeittafel

A U S D E R G E S C H I C H T E D E R E L E K T R I Z I TÄT

6+7

Wasserstoff in Anwendung

E R F O L G R E I C H E O NL INE -V E R A N S TA LT U N G

8–11

Neues vom Messwesen

X X V II .  V D E - Z Ä H L E R FA C H TA G U N G

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F oto : © A d obe S to ck (i mageB ROKE R) // Titelfoto: © A d obe Stock (A lexander Limbach)

Die Jugend forscht

D A S S E L B S T FA H R E ND E M INI A U T O

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Wichtige Termine

E IN L A D U N G E N , G L Ü C K W Ü N S C H E U ND E IN T R I T T E

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Windkraftpark in der Thüringer Rhön: Mit Hilfe Erneuer­ barer Energie soll in Hydrolyseanlagen künftig grüner ­Wasserstoff erzeugt werden.


Neues vom VDE

T V I T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N

Zukunftsprojekt »Best4Members« BERICH T VON DER V DE - DEL EGIER T EN V ER S A MMLUNG Auf der Delegiertenversammlung am 1. Juni 2021, welche aufgrund des Pandemiegeschehens als ­Onlinemeeting durchgeführt ­werden musste, wurde unter dem Tagesordnungspunkt 7 das Horizon-Zukunftsprojekt »Best4Members« vorgestellt.

✎   Rona l d K ü f n e r Zielstellung des Projektes ist es, den Mitgliederbereich nachhaltig zu stärken, die Attraktivität des VDE für seine Mitglieder wesentlich zu verbessern und damit dem bereits seit Jahren anhaltenden Negativtrend der Mitgliederentwicklung umzukehren. Ein weiteres wesentliches Ziel der Beschlussvorlage liegt in der ausdrücklichen Erhöhung der Wertschätzung des Mitgliederbereichs des VDE.   Die in der Delegiertenversammlung seitens des Vorstandes eingenommene Positionierung zu dem vorgestellten Horizon-Programm und VDE-Zukunftskonzept »Best4­ Members« war bedauerlicherweise

Ronald Küfner ist Vorsitzender des VDE Bezirksvereins Thüringen.

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nicht überzeugend und untermauert die aus unserer Sicht seit Jahren ­ungenügende Wertschätzung der Regionen und des Mitgliederbereiches des VDE.   Dabei hat der VDE unter anderem in Fragen der öffentlichen Wahrneh­ mung und technischen Abwicklung von Veranstaltungen dringenden Handlungsbedarf, um im Wettbewerb mit anderen Verbänden die ihm gebührende Bedeutung zu stärken und auszubauen.   Das auch auf der 169. Delegiertenversammlung vorgestellte und beschlossene Organigramm des VDE, welches – was den Mitgliederbereich anbetrifft – bisher nicht umgesetzt wurde, kennzeichnet die gegenwärtige Entwicklungslage ­innerhalb des VDE. Immerhin ist der Mitgliederbereich im Organigramm an oberster Stelle zu finden und symbolisiert zu Recht die Bedeutung des Bereiches für den VDE insgesamt. Auf folgende Punkte möchten wir im Zusammenhang mit den Ergebnissen der 173. Delegiertenkonferenz noch einmal eingehen:

1. Eine mehrheitlich gut begründete Beschlussempfehlung (von mehr als 20 Bezirksvereinen) wurde seitens des Vorstandes nicht akzeptiert. Stattdessen wurde ein erkennbar unverbindlicher Beschluss vorgestellt, der zu Abstimmung gestellt werden sollte. Erst durch Intervention u. a. durch den Präsidialbeirat der Region Ost-Mitte, wurde über den ursprünglichen Vorschlag abgestimmt.   2. Die seitens des Vorstands vorgeschlagene Eingrenzung der Zuständigkeit des Mitgliederbereiches und gleichzeitige Ausklammerung der anderen Bereiche des VDE zeigt einen viel zu schwachen und unzureichenden Ansatz. Tatsächlich muss der VDE als Ganzes handeln, um für die Zukunft gerüstet zu sein und die ­ohne Zweifel vorhandenen vielfältigen Stärken des Verbandes wirkungsvoll zur Geltung zu bringen.   3. Die unterschiedliche Einschätzung der Situation führte zu einer kontroversen Diskussion, die durch den Präsidenten Herrn Prof. Schnettler aber sehr professionell beigelegt werden konnte.   Die notwendigen Maßnahmen zur Konsolidierung des Mitgliederbereiches erfordern dringend eine Neuverteilung der Verantwortung innerhalb des VDE. Die von uns vertretene Auffassung spiegelt erkennbar die Meinung der Mehrheit der Bezirksvereine und Delegierten ­wider.   Der Bereichsleiter Mitglieder, Herr Wienold, erfährt unsere volle Unterstützung in dieser Sache. Die aufgezeigte Stimmung in der Delegiertenversammlung darf nicht dazu führen, dass der gesamte Mitgliederbereich in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt wird oder die handelnden Personen Sanktionen hinnehmen müssen. Dies ist ganz sicher nicht im Sinne der Delegierten, die einen aufrichtigen Diskurs aller Beteiligten einfordern.   Eine kühle, sachliche und konstruktive Diskussion mit anschließender konsequenter Umsetzung ist das Gebot der Stunde.   Der Vorstand des VDE Thüringen steht für eine nachhaltige Unterstützung der gemeinsamen Ziele des Mitgliederbereiches und wird sich aktiv für die Umsetzung der gemeinsamen Beschlüsse einsetzen.


T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N T V I

Arbeitskreis DIN VDE 0100

Ist der FI-Schutz rundum sicher? BERICH T VON DER SI T Z UNG DE S A RBEI T SK REISE S S TA RK S T ROM A NL AGEN Nach langer Zeit konnten sich Mitglieder des AK Starkstromanlagen am 21. Juni 2021 in Präsenz zusammenfinden. Haupt­thema war der Schutz vor Stromschlag durch den Einsatz des Fehlerstromschutzschalters (FI-Schalter).

✎   Jörg Ha r z Nach Recherchen wurde der FI ­bereits 1928 erfunden. Herr Jörg Harz erläuterte, dass der gängige Einsatz nicht bei allen Vorkommnissen des täglichen Lebens vollständige Sicherheit bietet. Dies erläuterte er an zwei Beispielen:   »Die handelsüblichen Aquariumheizungen haben einen Glaskolben, in welchem sich die 230-Volt-Heizung und die Temperaturregelung befinden. Bei Reinigungsarbeiten oder bei Wassermangel kann der Glaskolben zerspringen. Aufgrund des fehlenden Stromflusses lösen weder die Sicherung noch der FI-­ Schalter aus. Sobald jedoch von ­außen jemand mit dem Wasser in Berührung kommt, schließt sich der Stromkreis. Bis zur Auslösung des FI-Schalters erhielt mein Kunde einen unangenehmen, schockierenden Stromschlag.« In einem anderen Fall erlitt ein Kunde einen Stromschlag, als er ­einen in das gefüllte Wasserbecken gefallenen Fön daraus entfernen wollte. Auch hier kam es erst zum Stromfluss, als die Person in das Wasser griff.   Herr Harz erläuterte dazu näher: »Befindet sich ein elektrisches Gerät der Schutzklasse II – Schutzisolierung –, z. B. die Ladeschale der elektrischen Zahnbürste oder der Haartrockner (beide 230 V) in einem mit Wasser gefülltem Waschbecken, löst der Fehlerstromschutzschalter nicht aus. Äußere ›Einflüsse‹ sind z. B. die Wasserzu- und -ableitungen. Heutzutage werden sie aus Kunststoff hergestellt. Diese wie auch Porzellan- oder Acrylwaschbecken sind keine elektrischen Leiter mehr. ­Somit wird kein Fehlerstromkreis zum Potentialausgleich geschlossen. Die Spannung bleibt im Wasser

Jörg Harz ist als Elek­ tro­techniker­­meister Geschäfts­führer einer Installationsfirma und arbeitet a­ ktiv im Arbeitskreis mit.

Für A ­ nregungen und Fragen steht Herr Jörg Harz sehr gern zur Verfügung: info@ elektrojoerg.de.

Zeichnung des ­Gebrauchsmusters ­des vorgeschlagenen ­Sicherheitsföns

des Beckens stehen.« Um Abhilfe zu schaffen, fährt Herr Harz fort: »Würde das Gerät mit einem dreiadrigen Kabel versehen, so könnte der FI nach der Forderung der DIN VDE 0100-410.3.3 über den Schutzleiter in der Anschlussleitung abschalten, bevor jemand mit dem Wasser in Berührung kommt.«   Geräte und Normen entwickeln sich wie die verwendeten Materia­ lien und Techniken stetig weiter. Im Entwicklungsprozess kann es vorkommen, dass Normen unterschiedlicher Gewerke in Widerspruch ­geraten. Diese gilt es zu finden und aufzulösen. So sehen derzeit die ­Gerätehersteller keine Veranlassung zu Änderungen, andererseits haften die Errichter von Elektroanlagen trotz Einhaltung aller Normen im Fehlerfall selber.   Historisch interessant wäre es zu ermitteln, wie die TGL als Gesetzesnorm mit diesem Problem umging und ob bereits bekannt war, dass ein Gerät der SK II im isolierten Becken den FI nicht auslösen kann.   Herr Harz hat inzwischen fünf Gebrauchsmuster erarbeitet und vom Deutschen Marken- und Patent­ amt eintragen lassen, um die Sicher-

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heit technischer Geräte zu vervollkommnen:

⊕  1) Aquariumheizkörper, die bei Glasbruch abschalten

⊕  2) Sicherheitsfön/-gebläse, die

den Fehlerstromschutzschalter selber auslösen, wenn sie sich in einer elektrisch leitenden ­Flüssigkeit befinden ⊕  3) Erkennung, Signalisierung und Abschaltung von vagabundierenden Spannungen, Strömen und Frequenzen durch Sensoren ⊕  4) Verhinderung von Funktionsstörungen durch Umwandlung der Geräte der SK II mit einem Schutzleiter in SK I ⊕  5) Trennung von Schutzleiterund Ableiterstrom (Anschluss von Geräten mit einem vierten Leiter als »Ableiter« von Ausgleichs­ strömen) Zur Weiterverfolgung des Themas beabsichtigt Herr Harz die Mitarbeit in der DKE 511 Klein-Küchengeräte. Es wird spannend, wie es mit dieser Entwicklung und den Erfindungen Herrn Harz weitergeht. Die Unterstützung des VDE Arbeitskreises ist ihm gewiss.


Geschichte

T V I T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N

Aus der Geschichte der Elektrizität EINE Z EI T TA F EL VON DIP L .- ING. WA LT ER S CHO S SIG, L INDAU Vor 200 Jahren 1821: Englischer Physiker und Chemiker Michael Faraday baut ein erstes, ­einfaches Modell eines Elektromotors Vor 190 Jahren 19.8.1831: M. Faraday (UK) entdeckt das Prinzip des Transformators, ein ­wesentlicher Schritt für die Energieübertragung. Vor 140 Jahren 1881: Deprez verkündet bei der Elektrotechnischen Ausstellung in Paris die These, dass elektrische Energie mit ­beliebig großem Nutzeffekt über weite Strecken und über beliebig dünne Drähte übertragen werden könne, wenn nur die Spannung genügend hoch gewählt wird. ⊕ Edison nimmt Europas erste Zentralstation für das heutige Janáček-­ Theater, Brünn (SL) in Betrieb. ⊕ Die Professoren Ayrton und Perry erfinden das Voltmeter und das Ammeter (Amperemeter), sie prägten auch die Worte Ayrton Ammeter. ⊕ 1.10.1881: Erstes Elektrizitätswerk geht in Godalming, Grafschaft Surrey (UK), an der Wey in Betrieb, weltweit erste öffentliche Stromversorgung.

Walter Schossig ist Mitglied des VDE-Vorstandes und der Redaktion.

1901: Engländer ­Booth erfindet für ­seine Frau den Staubsauger (Abb. Gedenkbriefmarke).

1911: Inbetriebnahme des Großkraftwerkes Hirschfelde

1881: Professoren ­Ayrton und Perry ­erfinden das Voltmeter und das Ammeter ­(Amperemeter). BILD LINKS OBEN

1891: C. & W. Fein ­präsentiert einen ­Feuermelder und ­Erdschlusszeiger ­Modell EA. BILD LINKS UNTEN

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Vor 130 Jahren 1891: Niederohmige Sternpunkterdung bei der ersten Drehstromübertragung hat »sehr bedeutende Störungen im ­Telefonbetrieb Lauffen-Heilbronn herbeigeführt«. ⊕ Goeges (D) erfindet den Drehstrom-Kommutatormotor. ⊕ Drehstrommotor, 100 PS, wird von von Dolivo-­ Dobrovolski für die Ausstellung in Frankreich gebaut. ⊕ Schuckert & Co., Nürnberg, liefert Beleuchtungsanlage für den Palast des Kaisers von China, Peking (China), 250 Glühlampen und für kaiserlichen Gartenanlagen zwei Bogenlampen von 2 000 N. K., zwei Flachringdynamos, 70 A, die durch zwei Wolf­’sche Patent-Lokomobilen, ca. 18 PS, betrieben werden. ⊕ F. W. Schindler beginnt mit der Hauselektrifizierung. ⊕ Tesla-­Trans­ formator für 1 MVA ⊕ Inbetriebnahme des KW Deptford, London (UK), des ­ersten Großkraftwerkes der Welt, u. a. 2 × 1 100 kW, 10 kV Ws, gebaut von ­Sebastian Ziani de Ferranti, dem Edison Englands. ⊕ Inbetriebnahme DampfKW Lokstedt/Hamburg, 26 kW, Gs ⊕ Anmeldung eines Drehstromtrans­for­ma­ tors mit drei in einer Ebene liegenden Schenkeln, die oben und unten durch parallele Joche verbunden sind. ⊕ Im Auftrag des ETV herausgegebene erste Regelschrift zum Blitzschutz in Deutschland ⊕ M. von Dolivo-Dobrowolsky prägt den Begriff »Drehfeld«. ⊕ H & B präsentiert zur Internationalen Elektrotech­ nischen Ausstellung seinen Fernspannungsregulator sowie Differentialvoltmeter und C. & W. Fein einen Feuermelder und Erdschlusszeiger Modell EA. ⊕ 1.9.1891: Inbetriebnahme des ersten Kraftwerkes des Elektrizitätswerkes Düsseldorf, 300 kVA ⊕ 12.9.1891: Am Eingangstor der Station »Kraftübertragung Lauffen-Frankfurt« werden 1 000 Glühlampen erstmals aus dem 175 km entfernten WKW Lauffen gespeist. ⊕ 1.10.1891: Inbetriebnahme erster größerer deutscher Wechselstromanlage Dampf-KW Köln, 1 280 kW, 50 Hz, Ws ⊕ 1891/92: Erstes gemeinnütziges EW Wasserkraft-Einphasenzentrale in Fürstenfeldbruck

1901: BBC baut erste Dampfturbine Europas.

Frau den Staubsauger. ⊕ V & H baut ­Ölschalter. ⊕ Cippitelli zieht Lichtbogen in ein kleines Gefäß mit Öl und zeigt Weg zum ölarmen Schalter. ⊕ In Hermsdorf werden die ersten Prüffelder für elektrische und mechanische Prüfungen an elektrokeramischen Erzeugnissen eingerichtet. ⊕ BBC baut erste Dampfturbine Europas. ⊕ Kelman baut einen Öl-Leistungsschalter mit Ölkesseln. ⊕ 24.12.1901: An Heiligabend beginnt mit der Beleuchtung der Kennelbacher Pfarrkirche mit elektrischem Strom die öffentliche Stromversorgung durch die Elektrizitätswerke Jenny & Schindler – jenen Betrieb, aus dem im Jahr 1916 die VKW hervorgeht und diese später ins ­öffentliche Eigentum gelangt. ⊕ Um 1901: AEG bringt einen Ölschalter mit direkter Drehbewegung der Kontakte und doppelter Unterbrechung je Phase für 50, 100, 200 A bei 4 und 7 kV heraus. ⊕ 1.10.1901: Erste Herausgabe der »Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke« (VEW) ⊕ Ende 1901: Ablösung der Luftschalter für 22 kV der Niagara Power Comp. durch Westing­ house-Ölschalter Vor 110 Jahren 1911: Inbetriebnahme des Großkraftwerkes Hirschfelde, 3 200 kW mit Speisung in das 40-kV-Netz ⊕ 15.9.1911: Gründung der Überlandzentrale Südharz G. m. b. H., Bleicherode

Vor 100 Jahren 1921: Inbetriebnahme Turbine 1 in der Neuen Hütte, Schmalkalden, Francis-­ Spiralturbine, Briegleb Hansen & Co., Fallhöhe 7,45 m, Durchfluss 155 l/s, 500 U/min, 11,4 PS ⊕ 1921: Einführung der Petersenspulen im 30-kV-BEWAGVor 120 Jahren 1901: Entwicklung des Turbogenerators Netz ⊕ 12.10.1921: Inbetriebnahme ⊕ Der Engländer Booth erfindet für seine der ersten Petersenspule in den USA


T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N T V I

im 44-kV-, 60-Per/s-Netz der Alabama Power Company (US).

EBR1 bei Arco, Idaho (US), wird als erster zur Stromerzeugung eingesetzt. ⊕ 21.12. 1951: Erstmalig liefert ein Kernreaktor Vor 90 Jahren elektrischen Strom, 100 kW, Kernreak1931: Siemens fertigt die Sekundärprü- tor EBR1 bei Arco im US-Bundesstaat feinrichtung SRP1 mit Steckvorrichtung Idaho. ⊕ Um 1951: Lieferung des ersten 15-kV-PE-Einleiterkabels in Deutschland zur Prüfung von Schutzrelais während des Betriebes. ⊕ W. Bütow, ÜberwaVor 50 Jahren chung des Isolationszustandes nicht geerdeter Gleichstromnetze mit einem 1971: Ersteinsatz des statischen ein­ sys­temigen Distanzschutzes 7SL24 von wattmetrischen Instrument ⊕ Wickmann-Werke stellen eine Hartpapier-­ Siemens im 110-kV-Netz, ENEL ­Palermo (I) Hochspannungs-Sicherung her. ⊕ ⊕ Driescher fertigt luftfeststoffisolierte ­Leitertemperatur-Überwachung nach Kleinschaltanlage MINOR. ⊕ Texas Ins­tru­ System Pfannkuch-Rottsieper ⊕ Ferti- ments bringt den ersten Taschenrechner gung Regler P2, BBC auf den Markt; ca. 1 kg, 150 Dollar. ⊕ Markteinführung des elektronischen Vor 80 Jahren Spannungsreglers MK10, MR. ⊕ Tunesien 1941: Vorstellung des Howardschutzsys­ und Kongo erinnern mit einer Sondertems, isolierte Aufstellung elektrischer briefmarke an die Entwicklung in der Maschinen und Geräte und Einsatz eines Fernsprechtechnik. ⊕ BBC fertigt statiRingwandlers ⊕ Fertigung von Strom-, schen Hochimpedanz-SammelschienenSpannungs-, Zeit- und Störschreibern, schutz IZX1 mit integrierter Prüfeinheit. S & H ⊕ Fertigung von druckgasisolierten ⊕ BBC baut den leistungsfähigsten Wandlern, BBC ⊕ Um 1941: Errichtung Transformator der Welt mit 1 300 MVA. einer Lastverteilerstelle Zschornewitz ⊕ September 1971: Inbetriebnahme des ersten 210-MW-Blockes der DDR im KW Boxberg I, 6 × 210 MW im Endausbau, Vor 70 Jahren Stilllegung 1998 1951: MFO fertigt ersten 400-kV-Leistungsschalter. ⊕ Westinghouse Electric meldet ein Patent für die Verwendung Vor 40 Jahren von SF₆-Gas als Lichtbogen-Löschmittel 1981: Fertigung Digitaler Fehlerorter an. ⊕ Fertigung des Distanzrelais (Dreh­ 7S10/11/12, Siemens ⊕ Inbetriebnahme feld-Distanzschutz) L3, BBC ⊕ 5.11.1951: Lastverteiler HEW, 380/110-kV-Netz, Fachschule für Energie nimmt in Zittau SCADA, Siemens ⊕ Inbetriebnahme Netzleitstelle Bülach, EKZ (CH), 220/50/ in den Fachrichtungen »Kraftwerke« 16-­kV-Netz, SCADA, Siemens ⊕ Fertiund »Elektrische Netze« den Studienbetrieb auf. ⊕ 20.12.1951: Kernreaktor gung des Statischen Generatorschutz-­ Modulsystems GSX4 und GSX5e, BBC ⊕ Installation von 51 GIS-Schaltfeldern ELK-3, 550 kV, 63 kA, 4 000 A, im WKW Itaipu (Brasilien) ⊕ Österreich erinnert mit einer Sonderbriefmarke an die Entwicklung in der Fernsprechtechnik. ⊕ Modulsystem GSX9a mit Motorschutzrelais ITX182 und Prüftrolley GPX9, BBC ⊕ Einführung des Sammelschieneschutz-Systems INX5, BBC ⊕ Fertigung der Relaisprüfeinrichtung XS91, BBC Vor 30 Jahren 1991: Fertigung des digitalen Maschinenschutzrelais 7UM512, Siemens ⊕ Fertigung des Fehlerorters RANZA, ABB ⊕ Inbetriebnahme eines Wind/Diesel/ Batterie-Systems, 30 kW, bestehend aus einer Windkraftanlage Typ AEROMAN, einem Dieselgenerator, 45 kW, sowie einem Batteriespeicher, 33 kWh, in der inneren Mongolei und zwei weiteren Systemen, 50–100 kW für Dorfstromversorgung in China, SMA ⊕ Italien

1921: Inbetriebnahme der ersten Petersen­ spule in den USA

1931: Siemens fertigt die Sekundärprüf­ einrichtung SRP1.

1971: BBC fertigt ­s tatischen Hoch­ impedanz-Sammelschienenschutz IZX1.

1981: Fertigung der Relaisprüfeinrichtung XS91, BBC

1981: Inbetriebnahme des Lastverteilers Goldhöfen BILD LINKS UNTEN

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Geschichte gibt Sonderbriefmarke Luigi Galvani und Großbritannien Michael Faraday heraus. ⊕ Südkorea gibt Sonderbriefmarke Energieeinsparen heraus. ⊕ Fertigung des Oberschwingungs-Erdschlussrichtungsrelais RERO bzw. SERO, AEG ⊕ Ruhrtal fertigt einpoliges Prüfgerät Typ T/1, dreipoliges 3/TRE, für Distanzrelais TZ/3 bis TZ/5, für Primärrelais KAM und Universal-Prüfsystem UTB. ⊕ Untersuchung des Einsatzes von optoelektronischen Lichbogenerfassungssystemen in gas­ isolierten Schaltanlagen ⊕ Inbetriebnahme der neuen Netzleitwarte in Karlsruhe-Daxlanden, Badenwerk ⊕ Numerisches Feldsteuergerät REC316, ABB ⊕ 29.9.1991: Balkankrise und Kriegs­ schäden zwingen zur Abkopplung des süd­östlichen Teiles des UCPTE-Netzes (Grie­chenland und das Gebiet der JUGEL). ⊕ 3.10.1991: Ersttagsbriefumschlag ­anlässlich des ersten Jahrestages der Deutschen Einheit und 100 Jahre Drehstromübertragung, Neckarwerke ⊕ 9.10.1991: Offizielle Inbetriebnahme der 380-kV-Kuppelleitung UW Westtirol (A) – KW Pradella (CH) ⊕ 5.12.1991: Inbetriebnahme UW Königsee, OTEV, mit ­digitalem Schutz 7SA500, 7SJ50 und 7UT, Siemens ⊕ 20.12.1991: Auf den Tag genau nach 51 Jahren nach der ersten Leitung zwischen Bayern und Mitteldeutschland geht die 380-kV-Verbindung Redwitz-Remptendorf (zunächst mit 220 kV) in Betrieb. Vor 20 Jahren 12.10.2001: Inbetriebnahme 110/20kV-UW Ilmenau, TEAG ⊕ 6.11.2001: ­Erdschlussversuche im 110-kV-Netz Potsdam, UW Großbeeren, e.dis Vor 10 Jahren 2011: ENEL nimmt weltweit erstes ­Wasserstoffkraftwerk in der Nähe von Venedig im Lagunenort Fusina (I), 12 MW, in Betrieb. ⊕ Oktober 2011: ­Inbetriebnahme des ersten resitiven supraleitenden Strombegrenzers mit Supraleiterbändern der zweiten Generation ⊕ Start des Pilotprojektes regelbarer Ortsnetztrafo FITformer REG, ­Siemens, bei E.ON Mitte ⊕ Herbst 2011: Einsatz des ersten Strombegrenzers mit Supraleitern der zweiten Genera­ tion, 2G; Nexan, im Braunkohlen-KW WIRD FORTGESE T Z T Boxberg, VEG Kontakt Walter Schossig: www.walter-schossig.de info@walter-schossig.de


Thema: Wasserstoff

T V I T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N

Wasserstoff in Anwendung ONL INE -V ER A NS TA LT UNG DER V DE - HS G IL MEN AU MI T DEM V DE T HÜRINGEN Die VDE-Hochschulgruppe der Technischen Universität Ilmenau bedankt sich bei den Herren Ronald Küfner und Tobias Nachtwey vom Vorstand des VDE Thüringen für die sehr gute Unterstützung ­sowie die technische Organisation und natürlich für die sehr gelungene Durchführung der Online-­ Veranstaltung am 24. Juni 2021 zum Thema »Wasserstoff«.

⊕  Herr Martin Glas, Spezialfach­

Dr. Erich Maut leitet die VDE-Hochschul­ gruppe der Technischen Universität Ilmenau.

✎   Dr . Erich M au t Wir freuen uns sehr, dass knapp 100 Teilnehmende unserer Einladung zur Online-Veranstaltung gefolgt sind. Dies ist auch Ausdruck dafür, dass ein solches Thema nicht nur unsere VDE-Mitglieder, sondern auch die Studierenden, die Lehrenden und die Mitarbeitenden von Institutionen und Universitäten, Stadtwerken und Betrieben des Territoriums u. a. Dritte sehr interessiert.   Der Wasserstoff wird ein wichtiger Rohstoff der chemischen Industrie bleiben, doch in Zukunft wird er auch eine außerordentliche Rolle als Energieträger einnehmen. Wir, die Organisatoren der Veranstaltung, haben das Thema »Wasserstoff« ausgesucht; um mitzuhelfen, seine potentielle Rolle als neuer Energieträger, besonders in einer auf erneuerbare Primärenergien gestützten Energiewirtschaft, in den Vordergrund treten zu lassen.   Den nachfolgend aufgeführten ­Referenten gilt unser besonderer Dank für die fachlich sehr gute Darstellung Ihrer Vorträge und für die fundierte Beantwortung der Fragen von den Teilnehmern:

Powerpoint-Folie aus dem Vortrag von Werner Diwald, der sich u. a. mit ­»Grünem Wasserstoff« als ­sicherer Energieversorgung für alle beschäftigte.

⊕  Herr Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender, Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-­ Verband (DWV), Berlin ⊕  Herr Florian Thamm, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, HYPOS, Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V., Leipzig

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schaftsunternehmen sowie alle ­europäischen Mitgliedsverbände von Hydrogen Europe gegenüber der deutschen und europäischen Politik.   Wichtig war seine Aussage, dass die Energiewende die Versorgungssicherheit nicht in Frage stellen darf, und er vertritt die Meinung, dass dies nur mit grünem Wasserstoff zu gewährleisten ist. Er formulierte klar, dass unsere Industrie auch jetzt schon dafür bereit ist. Im Weiteren informierte er über ein sehr bedeutendes Dokument, die »Nationale Wasserstoffstrategie«, welche Entwicklung Deutschlands die weitere Zielrichtung in Deutschzur Wasserstoffnation land vorgibt und für alle Beteiligte Werner Diwald stellte in seinem bindend ist; sie schreibt vor z. B. den Vortrag die »Strategie zur Entwick- Aufbau von Elektrolyse-Fabriken, lung Deutschlands zur Wasserstoff- den Aufbau von H2-Speichern und nation« vor. Der deutsche Wasserden Einsatz von Brennstoffzellen. stoff- und Brennstoffzellen-Verband Gerade der Einsatz der Brennstoff(DWV) tritt dabei nun schon seit über zellen wird Veränderungen in der 25 Jahren für die technologische Schifffahrt, im Luftverkehr, bei der Weiterentwicklung und MarkteinBahnfahrt und speziell auch im führung der Wasserstofftechnolo­ ­Autoverkehr (Busse, Lkw, Pkw) gien ein. Er vertritt über 120 Wirtbringen. referent für Anlagenbau Biogas/ Wasserstoff, Mitteldeutsche ­Netzgesellschaft Gas mbH, ­Markkleeberg ⊕  Herr Dr. Martin Dornheim, ­Abteilungsleiter Materialdesign, Institut für Wasserstofftech­ nologie im Helmholtz-Zentrum, Geesthacht ⊕  Herr Dr. Uwe Braun, Senior Sales Manager Germany, Jenbacher gas engines INNIO, Jenbacher GmbH, Frankenthal.


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Thema: Wasserstoff

Weitere Veränderungen sind aber auch vorprogrammiert:

⊕  in der Stahlindustrie, in der

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­ hemie, in der Wärme- und in C der Stromgewinnung, ⊕  in den verschiedenen Branchen der Infrastruktur ab 2021 und durch ⊕  die Umlage von H2-Readiness ­(Regulierung von Wasserstoff­ netzen). Vorgesehen ist eine diesbezügliche Industrie-Demonstration bis 2025, die Markteinführung soll bis 2030 folgen; eine weitere Anforderung ist der Aufbau von Energie- und Rohstoffpartnerschaften. für Wachstum und sichere Arbeits  Herr Diwald informierte weiter, plätze ist. dass in der »Nationalen Wasserstoffstrategie« die nachfolgend genann- Wasserstoff ist ten Ministerien mit festgelegten ­Wirtschaftskraft Leistungen integriert sind: Die Herren Florian Thamm und Martin Glas zeigten in Ihren Vor­ ⊕  Bundesministeriums für ­Wirtschaft und Energie (BMWi) trägen, was sich in Sachsen-Anhalt ⊕  Bundesministeriums für Verkehr unter der Zielstellung HYPOS (Hydround digitale Infrastruktur (BMVI) gen Power Storage & Solutions East ⊕  Bundesministeriums für Bildung Germany e.V.) verbirgt. und Forschung (BMBF)   Florian Thamm unterstrich in seinem Vortrag »Wasserstoff ist ⊕  Bundesministeriums für ­wirtschaftliche Zusammenarbeit Wirtschaftskraft«, dass der grüne und Entwicklung (BMZ) Wasserstoff ein wesentlicher Grund⊕  Bundesministerium für Umwelt, stoff und Energieträger der Zukunft Naturschutz und nukleare ist. Es gab bereits seit vielen Jahren ­Sicherheit in Sachsen-Anhalt die Vision, eine flächendeckende grüne WasserDies klingt auch deshalb sehr optistoffwirtschaft aufzubauen. Mit der mistisch und überzeugend, weil Gründung von HYPOS entwickelte nach seiner Aussage die erforder­ sich ein langfristig angelegtes Netzlichen Forschungsmittel für bereits werk für die Erzeugung, den Transbenannte und auch für neue Projekte port, die Speicherung und Verwerzur Verfügung stehen bzw. bereit tung von grünem Wasserstoff. Es gestellt werden sollen. kann auf die bestehende Infrastruk  Ein sehr gutes Beispiel für diese tur und auf die Zielstellung ist das Projekt »H2Global«; es ist ein Förderkonzept zur ⊕  zweitlängste Wasserstoffpipeline Deutschlands mit 150 km, Erreichung der in der »Nationalen Wasserstoffstrategie« (NWS) verab⊕  großes Speicherpotenzial in ­Salzkavernen mit ca. 3 Mrd. m³, schiedeten Ziele im Zusammenhang mit der Erzeugung von grünem ⊕  aktuell hohen Wasserstoffbedarf mit industriellen Abnehmern und Wasserstoff (H2) und dessen Import. Verbrauchern mit ca. 3,6 Mrd. Die H2Global-Fachkommission setzt m³/a und auf ein sich dafür ein, dass sich in Partnerländern mit dem Aufbau der Wasser- ⊕  hohes Potenzial zur Erzeugung erneuerbarer Energie mit über stoffexportwirtschaft gleichzeitig 130 TWh/a eine lokale Wasserstoffwirtschaft als Säule der lokalen Energiewende verweisen. Eine wesentliche Zielstelentwickelt. lung ist die Untergrundspeicherung   Herr Diwald ist überzeugt, dass die Wasserstoffwirtschaft ein Garant für 50 Mio. Nm³ grünen Wasserstoff:

Folie aus dem ­Vortrag von Florian Thamm mit der Darstellung von HYPOS-­Umset­ zungsprojekten

⊕  Die Salzkaverne in Bad Lauchstädt zu entwickeln und umzuwidmen,

⊕  diese mit 40-MW-Windpark und

30-MW-Großelektrolyse verbinden und ⊕  an die Wasserstoffpipeline ­anschließen. Neben den technischen Zielstel­ lungen und Projekten wurden im Vortrag auch weitere HYPOS-Kompetenzen, wie die Leistungen für Ihre Mitglieder sowie die Zielstellungen zur Akzeptanzförderung dargestellt.   Martin Glas stellte speziell das HYPOS-Projekt »H2-Netz« vor und erläuterte die Vorstellungen von ­HYPOS zu einer urbanen Energie­ versorgung mit Wasserstoff sowie die Testinfrastruktur in Bitterfeld-­ Wolfen. Es wurden in Folge zunächst die Aufgaben und Zielstellungen von Mitnetz-Gas aufgezeigt; unter dem Motto »Wir bringen Gas in die Region« durch die

⊕  Betreuung des ganzen Gasnetzes in der Länge von 7 000 km,

⊕  Sicherung der Gasversorgung

in Teilen von Sachsens, Sachsen-­ Anhalts, Brandenburgs und ­Thüringen, ⊕  Umsetzung der gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben und Gewährleistung eines diskriminierungsfreien Gasbetriebes für ­alle Marktpartner, ⊕  140 Mitarbeiter, die das Gasnetz planen, betreiben und vermarkten. Im weiteren Verlauf des Vortrages wurden die innovativen Konzepte zur Anbindung und Versorgung ­eines »Wasserstoffverbrauchers« 9


Thema: Wasserstoff

T V I T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N

erläutert und auch die erforderliche Sicherheitstechnik betrachtet.   Da weltweit wenige Erfahrungen bei der Verteilung von reinem Wasserstoff bestehen, sind gerade diese Untersuchungen und Messungen sehr wertvoll.   Zu den Untersuchungen im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen und im Umfeld gehören solche Aktionen, wie die

⊕  Ermittlung der Permeation/

Durchdringungs- und Leckage/ Undichtigkeits-Rate (Gasdurchlässigkeit für eingesetzte Werkstoffe unter Berücksichtigung der Drücke und Temperaturen), ⊕  Untersuchung der Performance unterschiedlicher Materialien und auch zu den Verlegeverfahren für die Rohrsysteme, ⊕  Bewertung der Einflüsse durch UV-Strahlung, der Witterung und der Temperaturen, ⊕  Bewertungen von Längenausdehnungen an den Rohrsystemen, ⊕  Untersuchungen zu Oderierungen (Beimengung von Geruchsmitteln) und Entwicklung einer Micro-Oderieranlage sowie ⊕  das Sammeln von Betriebserfahrungen an einer Gas-Druckregelund Messanlage (GDRMA).

In seinem Vortrag ­erläuterte Herr Martin Glas anhand der Forschungs­­land­ karte die Vorstel­ lungen zu einer ­urbanen Energie­ versorgung.

Neue Materialien und Methoden Dr. Martin Dornheim berichtete in seinem Vortrag »Neue Materialien und Methoden für die Wasserstoffspeicherung und Wasserstoffkompression« über die umfangreichen Forschungsleistungen im Helm-

Das »Helmholtz«-­ Brennstoffzellenauto von aussen …

... und von innen mit dem gut sichtbaren Wasserstofftank

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holtz-Zentrum zu diesen Komplexen. und entsprechenden Wasserstoffdrücken zu erreichen: Das Forschungs-/Entwicklungs­ programm konzentriert sich auf Hydridmaterialien wie ⊕  extrem kleines Volumen auf Grund der chemischen Bindung, ⊕  konventionelle interstitielle ⊕  hohe Sicherheit wegen des ­Metallhydride, ­endothermen Freisetzen von Wasserstoff, ⊕  komplexe Hydride und ⊕  reaktive Hydridkomposite, ⊕  flexible Tankgeometrie wegen niederer Drücke und moderater die schrittweise untersucht werden. Temperaturen. Es geht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung. Die So war die Entwicklung eines speziEntwicklung digitaler Zwillinge hat ellen »The Storage System« für Tanks sich auch bei diesen Entwicklungen mit einem Modul bereits erfolgreich; bewährt; ein anwendungsgetriebe- Systeme mit fünf und zehn Modulen nes Design der zu schaffenden Tanks werden zur Zeit getestet! soll das Ergebnis sein.   Bei den entwickelten Tanks sind Ziel: 100 Prozent Wasserstoff freigeformte Metall-Hydrid-Tanks Dr. Uwe Braun unterbreitete uns bereits im Einsatz. Bei diesen wird in seinem Vortrag »Auf dem Weg zu zwischen den Flüssigwasserstoff­ 100 Prozent Wasserstoff« die Vorsys­temen und den Hochdruck­ stellungen und Erfahrungen von speichersystemen unterschieden; ­INNIO Jenbacher GmbH & Co. OG ihre Geometrien sind sehr eingezum Thema Wasserstoff. Zunächst schränkt; die ideale Form des ers­ wurde von ihm das Leistungsspek­ teren erfordert wenig Oberfläche, trum des Unternehmens im Bereich um möglichst wenig WärmetransEnergieerzeugung und Gasverdichfer zu ermöglichen; beim zweiten wird auf viel Krümmung orientiert, tung vorgestellt. Weiter informierte er über f­ olgende Themen: da dies eine gute, erforderliche ­Stabilität bringt.   Alle Anforderungen bei den zu ⊕  künftiges Energie- und Ökosystem mit Wasserstoff – Dekarbonisieschaffenden Tanksystemen haben rung (Abkehr vom Kohlenstoff), das Ziel, bei niederen Temperaturen


T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N T V I

⊕  Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

( B ild schirm- ) fotos: © VDE Bezirksverein Thüringen // A bbildung: © ad obe stock (fensk ey)

(KWKK) sowie Kühlungslösungen weltweit, ⊕  Wasserstoff als Alternative zu Erdgas, ⊕  Wasserstoff im Erdgasnetz, ⊕  Verbrennungsmotoren als attraktive Möglichkeit für H2-Kraft-­ Wärme-Kopplungen (KWK), ⊕  wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Er verdeutlichte dabei, dass der Weg zu 100 Prozent erneuerbaren Brennstoffen nur schrittweise erfolgen wird und dass zukünftige Energie­ systeme immer mehr kohlenstoffneutrale Brennstoffe verwenden werden. Dafür sind Lösungen auf Basis von grünem Wasserstoff ­geeignet.   Durch die Abschaltung der Steinkohle-, der Braunkohle- und der Kern-Kraftwerke wird es nötig, Dunkelflauten zu überbrücken. Dazu wird die Frage gestellt, wie viele Gaskraftwerke notwendig sind, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Zum anderen müssen die Anforderungen durch die verschärften Klimaziele, z. B. die Reduktion von CO2, geschafft werden.   Nach Informationen aus offiziellen Berichten wird die installierte Leistung bis 2030 auf 43 Gigawatt und bis 2050 auf 73 Gigawatt wachsen; laut Bundesnetzagentur sind derzeit fast 32 Gigawatt installiert. Um diese 43 Gigawatt bis 2030 und auch die weiteren Klima-ziele zur Reduktion CO2 zu erreichen, leistet sein Unternehmen für das künftige Energie- und Ökosystem mit Wasser-

+++ TE RM I N +++

stoff entsprechende Beiträge in den drei Ds: Dekarbonisierung, Dezen­ tralisierung und Digitalisierung und Big Data.   Als Beispiel für ein künftiges Energie- und Ökosystem stellte Dr. Braun das Diadema-Windpark- und -Wasserstoffwerk von Hychico, Argentinien, als Demonstrationsanlage für grünen Wasserstoff vor.

Vortragsreihe »Aktuelle Herausforderungen … … der Elektrischen Energie­ technik« der TU Ilmenau.

⊕  6,3-MW-Windpark ⊕  0,8-MW-Elektrolyse (zwei ­Anlagen), 120 Nm3/h H2

⊕  H2 mit hoher Reinheit (99,998 %), O2 für den lokalen Markt

⊕  Forschung zur unterirdischen Wasserstoffspeicherung

Im Weiteren wurden Beispiele von weiteren H2-Demo-Projekten gezeigt, weltweite Lösungen von Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungen/Kühlungs­ lösungen präsentiert, Jenbachers Erfahrung mit Wasserstoff und Wasserstoffgemischen aufgezeigt, Vorteile von Gasmotoren genannt und wie die Brennstoffzelle vorteilhaft zur Anwendung kommen kann. ­Abschließend diskutierte Dr. Braun im Komplex der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Kosten für Erdgas und von Brennstoffen und H2 (fixe und variable Kosten) im Vergleich und formulierte die Zielstellung, den Wasserstoff auch für die KWK wettbewerbsfähig zu machen! Info  Bei niedrigen Covid-19-­ Inzidenzwerten ist ab November auch wieder die beliebte Montagsreihe an der TU Ilmenau möglich. Bitte b­ eachten Sie die rechte Spalte.

Thema: Wasserstoff

Abbildung aus dem Vortrag von Dr. Uwe Braun – Prinzipdarstellung einer Kraft-­ Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK)

1.11.2021: Dr.-Ing. habil. M. Sturm, TEAG Thüringer Energie AG Erfurt, Geschäftsbereichsleiter Unternehmensentwicklung/Kommunikation, Thema: »Das Energie­system der ­Zukunft aus Sicht eines Energieversorgers« ⊕ 8.11.2021: Dr. M. Dornheim, Abt.-Leiter, Institut für Werkstoffmechanik, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Thema: »Neue Mate­ria­ lien und M ­ ethoden für die Was­ser­ stoff­speicherung und Wasserstoffkompression«, »Effektiver Einsatz von Wasserstoff in Fahrzeugen« u. a. ⊕ 15.11.2021: Dipl.-Ing. T. Sybel, A. Eberle, Geschäftsführer Nürnberg, Thema: »Die PQ-Box-Familie von A. Eberle – Zielstellung und Anwendungen« ⊕ 22.11.2021: Prof. Dr.-Ing. habil. G. Gerlach, TU Dresden, Insti­ tut für Festkörperelektronik/Solid-­ State Elektronics Laboratory, Thema: »Sensoren als Schlüssel zur Zukunft. Warum dauert es aber zwanzig Jahre von der Idee zum Massenprodukt?« ⊕ 29.11.2021: Prof. Dr. U. S. Schubert, Friedrich-Schiller-University Jena, Center for Energy and Environmental ­Chemistry Jena (CEEC Jena), Thema: »Polymer-basierte Batterien« ⊕ 6.12. 2021: Dr. U. Braun, Senior Sales ­Manager Germany, Jenbacher gas engines INNIO, Jenbacher GmbH Frankenthal, Thema: »Auf dem Weg zu 100 % Wasserstoff« ⊕ 13.12.2021: M. Sc. K. Fuchs, TU Ilmenau, Thema: »Gleichspannungsbeanspruchung von polymerenIsolierstoffen« ⊕ 3.1. 2022: Prof. Dr. E. Heindl, Hochschule Furtwangen University, Wirtschafts­ informatik, Thema: »Der Lageenergiespeicher, ein mechanischer Speicher, der ­mehrere gWh elektrische Energie speichern kann« ⊕ 10.1.2022: W. Diwald, Vorstandsvorsitzender DWV, Thema: »Strategie zur Entwicklung Deutschlands als Wasserstoffnation« t ermin: Wintersemester 2021/22, jeweils an verfügbaren Montagen 17.00–18.30 Uhr, Hörsaal 2, Kirchhoff-Bau, Campus Technische Universität (TU) Ilmenau // V er a ns ta lt er: Institut für Elektrische Energie- und Steuerungstechnik, VDE-Hochschulgruppe TU ­Ilmenau mit Unter­s tützung des Elektrotechnik und Informationstechnik e.V. Ilmenau

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Veranstaltung

T V I T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N

Strategie und Weiterentwicklung des Messwesens EINL A DUNG Z UR X X V II. V DE -Z Ä HL ERFACH TAGUNG Durch das Urteil des Oberver­ waltungsgerichtes Münster vom 4. März 2021 zur Aussetzung des Vollzugs der Allgemeinverfügung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Feststellung der technischen Möglichkeit zur Ausrüstung von Messstellen für Stromverbrauch mit intelligenten Messsystemen (iMSys) und damit des verpflich­ten­ den Beginn des Rollout von iMSys war eine gewisse Verunsicherung im Markt und bei den handelnden Akteuren eingetreten.

✎   VDE B e zi rksv e r ei n Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) hat in ­Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informa­ tionstechnik (BSI) und den Verbänden technische Eckpunkte für die Weiterentwicklung der Standards sowie eine Standardisierungsstrategie entwickelt, welche in die Aktualisierung des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) und des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sowie der Aktualisierung der Technischen Richtlinie TR-03109 des BSI eingeflossen sind.

Der Einbau moderner und intelligenter Mess­einrichtungen stellt die Messstellen­ betreiber vor hohe ­Herausforderungen.

Klarheit und Kontinuität Die wichtigsten Eckpunkte sollen für Klarheit und Kontinuität sorgen: Eine Klarstellung des systemischen Absatzes – das Smart Meter Gateway (SMGw) ist immer im Verbund mit weiteren Systemen im Backend zu sehen; die Sicherung des Bestandsschutzes – verbaute SMGw dürfen auch bei nachträglicher Unwirksamkeit der Markterklärung des BSI im Regelfall weiterverwendet werden; die Erlaubnis einer stufenweise ­ablaufenden Markterklärung – die durch das BSI gelebte Praxis der Markterklärung nach Einbaugruppen wird als rechtens erklärt; die Korrektur der Vorgaben zur Umset-

Hygiene-Hinweise Gemäß ­unseres Hygienekonzeptes ist eine Teilnahme nur für vollständig ­geimpfte bzw. genesene Personen mit Nachweis möglich. Für alle ­anderen Per­ sonen wird vor Ort ein Test durchgeführt. Bitte bringen Sie dazu auch den ausgefüllten ­C ovid-19-Bogen mit. Kurzfristige Änderungen auf Grund der ­aktuellen gesetzlichen Vorgaben sind nicht ­ausgeschlossen.

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unter anderem Vorträge zum Stand der Digitalisierung in der Energiewirtschaft, zur Umsetzung der aktuellen Änderungen im Messstellenbetriebsgesetz, zu aktuellen Entwicklungen im Messwesen, zu den neuen Tarifanwendungsfällen 9, 10 und 14 und deren Umsetzung in den Smart Meter Gateways, zu neuen WAN-Über­tragungstechnologien, zu praktischen Erfahrungen mit den intelligenten Messsystemen bei Bestellung, Lieferung, Transport und Montage, zu Rollout Erfahrungen von modernen Messeinrichtungen, Basiszählern und Smart Meter Gateways bei intelligenten Mess­ systemen bei verschieden großen Messstellenbetreibern, zu Mehrwertdiensten für intelligente Messsysteme, zu Messeinrichtungen (mME und Basiszähler) mit steuerbarer Abschalteinrichtung zur späteren Umsetzung des TAF 12 im zung von Steuer- und Schaltprozes- SMGw, zu Stichproben und Annah­ sen durch SMGw und SMGw-Adminis- meprüfungen 2020 und 2021 sowie trator sowie die Streichung der Frist mit Ausblick auf 2022. Neben den für die Umsetzung der sternförmiVorträgen besteht die Möglichkeit gen Kommunikation. zur Besichtigung einer kleinen Aus  Ganz im Zeichen der Umsetzung stellung und zu regem Erfahrungsdieser aktualisierten Regelungen austausch. und der damit verbundenen Heraus-   Eine gemeinsame Abendveranforderungen präsentiert sich am staltung mit individueller Schloss21. und 22. September 2021 die besichtigung sowie ein gemeinsanun­mehr XXVII. VDE-Zählerfachtames Abendessen und der Erfahgung, diesmal mit Unterstützung rungsaustausch in gemütlicher der Stadtwerke Gotha Netz GmbH. Runde ­beschließen den ersten Tag. Die Tagung findet in der Thüringer Fachhochschule für Öffentliche Ver- Wie melde ich mich an? waltung in Gotha statt. Für AbendPersonenbezogene Einladungen essen und Übernachtung ist im wurden im Juli verschickt. Auf Grund ­Hotel am Schlosspark in Gotha der begrenzten Platzanzahl bitten ­gesorgt. wir um rechtzeitige Anmeldung. Wenn nicht bereits vorher alle PlätUmfangreiche Infos ze belegt sind, ist der späteste verDen etwa 80 erwarteten Teilnehbindliche Anmeldetermin der 31. menden von Stadtwerken, Regional- August 2021. Zu Rückfragen steht versorgern, Verteilnetzbetreibern, Ihnen Herrn Zscharnt unter Telefon Messstellenbetreibern und Indus­ +49 17 17 65 54 93 zur Verfügung. trieunternehmen aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Kon takt  Mehr Infos zum VDE BV Thüringen: www.vde-thueringen.de Brandenburg und Bayern werden


T H Ü R I N G E R V D E I N F O R M AT I O N E N T V I

Die Jugend forscht

der Beruf der Elektroingenieurin und des Elektroingenieurs ist«, sagt VDE Präsident Prof. Dr. Armin Schnettler anlässlich der Preisverleihung im »Jugend forscht«-Finale. Daneben belegten die Schüler den 3. Platz in der Kate­gorie Technik vom Verein der Inge­nieure (VDI).  Die VDE- und VDI-Preisträger wollen ihr autonomes Fahrzeug weiter verbessern: »Wir planen zum Beispiel, den Bordcomputer auszu­ tauschen, um einen Großteil der ­Berechnungen direkt im Auto erledigen zu können. Ziel ist es natürlich, noch weitere Assistenzsysteme hinzuzufügen«, sagen die Gymna­ siasten aus Greiz. Gleich bei ihrer ersten »Jugend forscht«-Teilnahme gelang ihnen der Einzug ins Bundesfinale, das aus Gründen des Infek­tionsschutzes erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs online stattfand.

… UND EN T W ICK ELT SEL B S T FA HRENDE S MINI AU T O

✎   VDE- r e sse m i ttei lu ng »Wir waren schon immer an autonomen Fahrzeugen interessiert und haben uns deshalb dazu entschieden, einmal selbst zu untersuchen, was zum Bau eines solchen Fahrzeugs dazu gehört und wie komplex die Programmierung der verschiedenen Assistenten sein kann«, erklären die Abiturienten.   Die Karosserie stellten die Jungforscher mittels 3D-Drucker her, um sie anschließend mit Elek­tro­motor, Akku, Bordcomputer, ­Kamera und

Ultraschallsensoren zu bestücken. Auch an Beleuchtung und Blinker wurde gedacht, für beides nutzten sie LEDs. Wie die großen Vorbilder auf der Straße verfügt das Klein­ gefährt über einen Notbrems- und einen Spurhalteassistenten ­sowie eine Einparkhilfe.   Im Praxistest bewältigte das selbstfahrende Modellauto langsam, aber sicher einen vorgegebenen Parcours. Mit ihrer Idee überzeugten die Schüler die Jury des 56. »Jugend forscht«-­Bundeswettbewerbs.

Zwei verdiente Preise Sie zeichnete das Trio im Finale mit dem mit 1 000 Euro dotierten VDE-­ Son­derpreis für eine Arbeit auf dem ­Gebiet der Elektronik, Energie- oder Informationstechnik aus – den Tech­ nologien der Zukunft. »Ein wichtiges Ziel des VDE ist die Nachwuchsförderung. Wir wollen Schülerinnen und Schülern zeigen, wie kreativ

Mut und Forschergeist ­gefragt Felix Reißmann (18), Niklas Geißler (18) und Moritz Schaub (18) erhalten den mit 1 000 Euro dotierten VDE Sonderpreis für Innovationen in Zukunftstechnologien im »Jugend forscht«-­ Finale.

Foto : © V DE

Per Fernsteuerung fahren klassische Modellautos bislang über ­Gehwege und Parkplätze. Das selbstfahrende Miniauto von Felix Reißmann (18), Niklas Geißler (18) und Moritz Schaub (18) vom Ulf-­ Merbold-Gymnasium in Greiz kurvt allerdings ganz von selbst durch die Gegend, denn es ist ein autonom fahrendes Auto.

Jugend forscht

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169 junge Talente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) traten mit 113 Forschungsprojekten in den wissenschaftlichen Wettstreit. Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung sowie Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung »Jugend forscht«: »Ich freue mich, dass ­›Jugend forscht‹ mit dem Motto der diesjährigen Wettbewerbsrunde ›Lass Zukunft da.‹ Aufgaben in den Blick nimmt, die über die aktuelle Krise hinausweisen. Wir brauchen den Mut und Forschergeist von ­Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nicht nur in Zeiten der Coronapandemie, sondern auch bei der Bewältigung langfristiger glo­ baler Herausforderungen wie dem Klimawandel.«   Für die drei erfolgreichen »Jugend forscht«-Preisträger des Greizer Ulf-­ Merbold-Gymnasiums gibt es nach dem Finale noch einiges zu tun, sie tüfteln weiter an ihrem autonomen Fahrzeug und starten in ihre Zukunft: »Zur Zeit schreiben wir alle noch unser Abitur«, sagen sie. Danach können sie sich den Beginn eines Studiums vorstellen. In fo s  zum Wettbewerb »Jugend forscht«: www.jugend-forscht.de


Unsere Jubilare September Ing. Hans-H. Rohrberg . . . . . . . . 71 Ing.-Päd. Axel-R. Porsch . . . . . . . 72 Ing. Ullrich Hänert . . . . . . . . . . . . . . 74 Dr.-Ing. Erich Maut . . . . . . . . . . . . . 78 Dipl.-Ing. (FH) Joachim Pfefferkorn . . . . . . . . . . . . 80 Dipl.-Ing. Ernst Deutsch . . . . . . 81 Dipl.-Phys. Wolfram Männel . 81 Oktober Dipl.-Ing. Jörg Majewski . . . . . . 50 Dipl.-Ing. Günter Mika . . . . . . . . . 60 Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe . . . . 65 Ing. Hans Wolfgang Amhoff . . 70 Dipl.-Volkswirt Andreas-Michael Reinhardt . . 71 Dr.-Ing. Gerhard Schulze . . . . . 76 Ing. Frank Unger . . . . . . . . . . . . . . . . 78 November Dipl.-Ing. Jens-Chr. Porsch . . . 55 Dipl.-Ing. (FH) Helge Stedefeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 Ing. Frank Langhammer . . . . . . 65 Dr.-Ing. habil. Dieter Oesingmann . . . . . . . . . . . . 81

Herzliche

che! Glückwüns Dezember Dr. Tino Reichelt . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Dipl.-Ing. (FH) Silvio Frank . . . . 55 Dipl.-Ing. (FH) Matthias Böttger . . . . . . . . . . . . . . . . 55 Helmut Kunze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Jörg Harz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Eckhard Schiller . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 Dipl.-Ing. (FH) Peter Schellenberger . . . . . . . . . . . 72 Prof. Dr.-Ing. Karl-Dietrich Morgeneier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Dipl.-Ing. Peter Ulardic . . . . . . . . 75 Dipl.-Ing. (FH) Helmut Kunze . 82

T V I T H Ü R I N G E R V D E - I N F O R M AT I O N E N

Wasserstoff – die neue ­Hybris der Energiewende T HÜRINGER V DE - S Y MP OSIUM IM NOV EMBER IN ERF UR T Das in diesem Jahr für Freitag, den 12. November geplante Technische Symposium des VDE Bezirksvereins Thüringen widmet sich den mög­ lichen Perspektiven des allseits diskutierten »neuen« Energieträgers Wasserstoff in der Thüringer Versorgungswirtschaft.

für die Veranstaltung gewonnen werden. Wiederum wird die Ver­ anstaltung durch eine Fachaus­ stellung mit Produktpräsentation abgerundet.   Die Vorträge widmen sich vor ­allem folgenden Schwerpunkten:

⊕  »Die neue Thüringer Landes­

✎   V DE BV Th üring en Vor dem Hintergrund der Umgestaltung der Energiesysteme über alle Sektoren hinweg gewinnt auch für Thüringen das Thema der Wasserstofftechnologien zunehmend an Bedeutung. Eine Vielzahl verschiedenen Pilotprojekte sind derzeit in Planung oder bereits in der Umsetzung. Ziel ist neben dem Aufzeigen möglicher Perspektiven und Anwendungen vor Allem wieder der Erfahrungsaustausch von Ingenieuren und Technikern.   Angesprochen sind Energieversorger und Stadtwerke sowie Dienstleister und Unternehmen, die sich auf dem Gebiet der Energieversorgung mit den Themen Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung von Energie befassen.   Namhafte Referenten zu den Themen Wasserstoffstrategie für Thüringen, H2-Konzept der Thüringer Energieversorger sowie zu konkreten Wasserstoffprojekten konnten

strategie Wasserstoff«

⊕  »Wasserstoff in der Thüringer

Die Anmeldung zum VDE-Symposium ist in diesem Jahr nur online möglich. Zu u­ nserer ­Internetseite ­gelangen Sie durch Scannen des hier abgebildeten QR-Codes: www.vde-­ thueringen.de

Energieversorgung – Roadmap und Projekte bei TEAG und ­Thüringer Stadtwerken« ⊕  »Machbarkeitsstudie H2-Brennstoffzellenzüge in Thüringen und anlaufendes Pilotprojekt im Schwarzatal« ⊕  »Projekte und Aktivitäten in der Wasserstoff-Region Sonneberg« ⊕  »Wasserstoff-Technik made in Thuringia« An meldung  Die Anmeldung zum Symposium ist in diesem Jahr nur online über die Internetseite des ­Bezirksvereins Thüringen möglich. Die Teilnehmerzahl ist wie in jedem Jahr begrenzt. Sollte aufgrund der ­Infektionslage die Durchführung ­einer Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, wird das Symposium als Online-Veranstaltung stattfinden. Ein Catering wird am Veranstaltungsort angeboten.

+++ AUS F LU G STIPP +++AUSSTE LLU N G +++

100 Jahre Strom und Modernität Im Stadtmuseum Weimar gibt es bis zum 24. Oktober 2021 eine Sonder­ ausstellung »100 J­ ahre Strom und Modernität – 30 Jahre Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs-GmbH« mit interessanten Informationen und Exponaten der Energiegeschichte Weimars. Der Bildausschnitt von Claus Bach zeigt eine spontane Aktion von Studenten, welche während der Erdgasumstellung 1992 die in den Straßen abgestellten Gasherde ­respektlos auf dem denkmalträchtigen Theaterplatz aufreihten. Allerdings beendete die Müllabfuhr bereits in den Morgenstunden diese lastenschwere »Kunstaktion«.

Wir gratulieren unseren Jubilaren ganz herzlich zum Geburtstag. *D ie Veröffentlichung personenbezogener Daten erfolgt in Übereinstimmung mit der Einwilligung der Mitglieder bei deren Eintritt. Sofern eine Veröffentlichung personenbezogener Daten in der TVI nicht erwünscht ist, melden Sie dies bitte dem Vorstand oder der Redaktion.

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Foto : © Cl aus Bach

Termine


Vorstand des VDE Bezirksvereines Thüringen D E R V O R S TA ND

E R W E I T E R T E R V O R S TA ND

Vorsitzender Dipl.-Ing. (FH) Ronald Küfner TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG Technischer Service Elt 📞 (03 61) 6 52-35 70 ✉ ronald.kuefner@ thueringer-energienetze.com

Referent Seminare Dr.-Ing. habil. Matthias Sturm Thüringer Energie AG Unternehmensentwicklung/ Kommunikation 📞 (03 61) 6 52 27 59 ✉ matthias.sturm@ thueringerenergie.de

Stellvertretender Vorsitzender Dipl.-Ing. Holger Zscharnt Consulting Ulm & Schendel GmbH & Co. KG 📞 (0 36 93) 88 615-32 ✉ holger.zscharnt@consulting-us.de

Referent Vereinsbeziehungen Dipl.-Ing. Walter Schossig Oberreutiner Weg 23 a, 88131 Lindau 📞 (0 83 82) 9 11 29 67 ✉ info@walter-schossig.de

Referent für Finanzen Jörg Majewski Stadtwerke Jena Netze GmbH 📞 (0 36 41) 6 88-4 25 ✉ joerg.majewski@stadtwerke-jena.de GESCHÄF TSSTELLE Dipl.-Ing. Tobias Nachtwey c/o Thüringer Energie AG Schwerborner Straße 30, 99087 Erfurt 📞 (03 61) 3 45 49 94 ✉ vde-thueringen@vde-online.de

VDE Gruppe TU Ilmenau Dr. Ing. Erich Maut c/o Fachgebiet Elektrische Geräte und Anlagen, PSF 10 05 65, 98684 Ilmenau 📞 (0 15 77) 1 53 82 83 ✉ erich.maut@googlemail.com

Referent Öffentlichkeitsarbeit Dipl.-Ing. Gerd Leonhardt ENWG Energienetze Weimar GmbH & Co. KG 📞 (0 36 43) 4 34 16 20 ✉ gerd.leonhardt@enwg-weimar.de Referent für Erweiterte Öffentlichkeitsarbeit und Seminare M. Sc. Dipl.-Ing. (FH) Mario Schroth Thüringer Energie AG, Heizkraftwerk Jena 📞 (0 36 41) 69 42 97 ✉ mario.schroth@ thueringerenergie.de

Hochschulgruppe Fachhochschule (FH) Schmalkalden Prof. Dr. Ing. Reinhard Grünler Fakultät Elektrotechnik VDE-Büro Campus Fachhochschule Schmalkalden 📞 (0 36 83) 6 88 51 07 ✉ r.gruenler@fh-sm.de Hochschulgruppe Ernst-Abbe-­Hochschule (EAH) Jena Prof. Dr.-Ing. Matthias Förster Fachbereich Elektrische Antriebe, Aktoren und Leistungselektronik VDE Büro Ernst-Abbe-Hochschule Jena 📞 (0 36 41) 20 57 17 ✉ matthias.foerster@eah-jena.de

Facharbeitskreise im Überblick AK Biomedizintechnik Dipl.-Ing. Daniel Laqua TU Ilmenau, Institut Biomedizinische ­Technik und Informatik Fachgruppe Biosignalverarbeitung 📞 (0 36 77) 69-13 08 ✉ daniel.laqua@tu-ilmenau.de

Bankverbindung VDE Bezirksverein Thüringen: Sparkasse Mittel­ thüringen Erfurt IBAN: DE 89 8205 1000 0130 1141 38 BIC: HELADEF1WEM Der VDE Bezirksverein ­T hüringen e.V. ist aufgrund des Bescheides des Finanzamtes Erfurt, Steuernummer 151/ 142/05297, wegen ­Förderung der Bildung als gemeinnützige ­Körperschaft anerkannt. Der Verein darf Spenden empfangen.

AK Blitzschutz Dipl.-Ing. Jens Schönau CE-LAB GmbH Ilmenau 📞 (0 36 77) 64 79 84 ✉ j.schoenau@ce-lab.de AK EMV Elektromagnetische Verträglichkeit Dr.-Ing. Michael Naß CE-LAB GmbH, Prüfzentrum 📞 (0 36 77) 64 79 80 ✉ m.nass@ce-lab.de AK Energietechnik Dipl.-Ing. Helge Stedefeld TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG 📞 (03 61) 6 52-29 15 ✉ helge.stedefeld@ thueringer-energienetze.com

Dipl.-Ing. David Wartschinski TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG 📞 (03 61) 6 52 24 22 ✉ david.wartschinski@ thueringer-energienetze.com

AK Netzschutz Dipl.-Ing. Heiko Kraut TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG 📞 (03 61) 6 52-28 34 ✉ heiko.kraut@thueringer-energienetze.com AK Smart Grid & Elektromobilität Dr.-Ing. Michael Agsten TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG Netzführung – Systemdienstleistungen ✉ michael.agsten@ thueringer-energienetze.com Benjamin Constantin ✉ benjamin.constantin@ thueringer-energienetze.com

AK Geschichte der Elektrotechnik/Elektronik Kontakt z. Z. über den Vorstand 📞 (03 61) 345 49 94 ✉ vde-thueringen@vde-online.de AK Informationstechnik Dipl.-Ing. Andreas Schulz TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG Leit- und Schutztechnik 📞 (03 61) 6 52-27 34 ✉ andreas.schulz@ thueringer-energienetze.com

AK Starkstromanlagen Dipl.-Ing. Jürgen Schmidt DEKRA Automobil GmbH 📞 (0 36 41) 38 19-14 ✉ juergen.j.schmidt@dekra.com

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AK Zählertechnik Dipl.-Ing. Holger Zscharnt Consulting Ulm & Schendel GmbH & Co. KG 📞 (0 36 93) 88 615-32 ✉ holger.zscharnt@consulting-us.de


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TVI · Thüringer VDE Informationen · Zeitschrift des VDE Bezirksverein Thüringen e.V. Technisch-Wissenschaftlicher Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik Herausgeber: © VDE BV Thüringen, c/o Thüringer Energie AG, Schwerborner Straße 30, 99087 Erfurt, Telefon: (03 61) 3 45 49 94, Fax: 3 45 49 95, E-Mail: vde-thueringen@vde-online.de · Redaktion: Gerd Leonhardt (Weimar, V. i. S. d. P.), Peter Kasper (Bad Langensalza) und Walter Schossig (­ Lindau) · Layout: © Uwe Adler (Weimar) · Druck: Druckerei Schöpfel GmbH (Weimar) · Erscheinungsweise: 3 Ausgaben/ Jahr (Januar, Mai, September) · Auflage: ca. 750 Exemplare je Ausgabe · Versandgebiet: Thüringen

Sep–Dez 2021

Thüringer

03 /21 18. JAHRGANG

VDE BEZIRKSVE REIN

Informationen THÜRINGE N E.V. – VERBAND DER ELEKTROTEC HNIK

ELEKTRONIK INFORMATI ONSTECHNI

Thema: Wasserstoff

K

Redaktionsschluss für die Ausgabe 01/2022: 20. 11. 2021


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