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Mitgliederzeitung „Das rote Ginkgoblatt“ – September 2012

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RedakteurInnen für unser „Ginkgoblatt“ gesucht. Wer ist mit dabei? // & 20 26 45

Das rote Ginkgoblatt

September 2012 // 217. Ausgabe Zeitung für Mitglieder und SympathisantInnen des Kreisverbandes Apolda-Weimar

Für viele Deutsche verbindet sich der Begriff „Armut“ mit Bildern des Elends aus der so genannten Dritten Welt oder mit der Erinnerung an selbiges in den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Aber auch in Deutschland und im Hier und Jetzt gibt es Kinderarmut. Wir dürfen es nicht länger dulden! mehr dazu auf seite 3

Arme Kinder im reichen Deutschland

foto: © re iner von zglinicki

GESUCHT


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Aus Weimar, Apolda und dem Weimarer Land

Hartz-iv-Bescheide – Informationsveranstaltugsreihe im September und Oktober:

Vier von fünf Hartz-ivBescheiden sind fehlerhaft Vor zehn Jahren, am 16. August 2002, wurde im Französischen Dom Berlin der Bericht „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ feierlich übergeben. Seit der Einführung der Hartz-iv-Gesetzgebung im Januar 2005 gab es eine stetig steigende Zahl von Klagen gegen Bescheide und Auslegungen des sgb ii. Trotz der Berufung zusätzlicher Richter und der Einstellung neuer Mitarbeiter bei den Thüringer Sozialgerichten stieg die Zahl der unverhandelten Klagen in diesem Jahr auf 30000. Weimar. // Der Präsident des Thüringer Landessozialgerichtes, Dr. Martin Stoll, legte kürzlich den Geschäftsbericht für das Jahr 2011 vor: „Zunächst ist festzustellen, dass die Bescheide der Jobcenter – aus welchen Gründen auch immer – eine sehr hohe Fehlerquote

enthalten“. Er bezog sich bei dieser Aussage auf eine aktuelle Prüfung des Landesrechnungshofes Thüringen, die ergab, dass vier von fünf Hartz-ivBescheiden fehlerhaft sind (Thüringer Allgemeine, 13. 8. 2012). Es macht also Sinn, Bescheide prüfen zu lassen und

Alles im Netz Immer aktuell und schnell informiert. Für SmartphoneNutzer: Den QR-Code mit entsprechender APP einlesen und so direkt Zugriff haben auf die Internetseite unseres Verbandes.

www.die-linke-apolda-weimar.de

gegebenenfalls ein Klageverfahren einzuleiten. Jeder Hartz-iv-Berechtigte kann sich bei einer Arbeitsloseninitiative beraten lassen oder sich, mit einem vom Amtsgericht ausgestellten Beratungsschein, direkt an einen Anwalt wenden. Nur wer seine Rechte kennt, kann diese selbstbewusst durchsetzen! Was tun, wenn Betriebskosten nachgezahlt werden müssen, wenn ein Termin versäumt wurde, eine Sanktion verhängt wird oder eine Eingliederungsvereinbarung abgeschlossen werden soll? Unter dem Titel „Sei kein Schaf – informiere dich!“ findet im September und Oktober eine Veranstaltungsreihe des Bündnisses „sozialtransfair“ unter Leitung von Katja Seiler sowie mit der Rechtsanwältin Anke Ruschek (neue linke e.V.) und einer Sozialberaterin (Arbeitslosenverband Thüringen e.V.) statt. Wir geben Ihnen hier wichtige Hinweise im Umgang mit den Ämtern und Behörden. n Katja Seiler

Termine: „Sei kein Schaf – informiere dich!“ 6.9.2012, 19 Uhr: Bürgerzentrum Schöndorf // 13.9.2012, 18 Uhr: „Aqua Relax“, awo, WeimarNord // 20.9.2012, 18 Uhr: Bürgerzentrum Weimar-West // 25.10.2012, 19 Uhr: Café „Central“, Apolda, Bahnhofstraße 1

Impressum: Her ausgeber : Kreisverband Apolda-Weimar die linke., Marktstraße 17, 99423 Weimar // Erscheinungsweise: Das »Rote Ginkgoblatt« erscheint monatlich // Au fl a g e : 875 // R e d a k t i o n : Frank Lange (V. i. S. d. P.), Kathrin Christ-Eisenwinder, Stanislav Sedlacik, Reiner von Zglinicki // Lektor at: Julia Sieber, Bärbel Scharm // Vertrieb : Hans-Jürgen Fuchs // Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe stimmen nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion überein. Allein die Autoren tragen für ihre jeweiligen Beiträge die Verantwortung // Gestaltung: © Uwe Adler, Weimar Kontakt: Kreisverband Apolda-Weimar die linke., Marktstraße 17, 99423 Weimar, Telefon: (0 36 43) 20 26 45 Fax: (0 36 43) 20 26 13, E-Mail: die-linke-apoldaweimar@t-online.de, Internet: www.die-linke-apolda-weimar.de // G e s c h ä f t s s t e l l e We i m a r : Montag–Donnerstag 10–16 Uhr, Freitag 10–13 Uhr // Spre chzeiten Kreisvorsitzender : Mittwoch 16–18 Uhr // Spre chzeiten Schatzmeisterin: erster und dritter Donnerstag im Monat 15–16 Uhr // Fr aktion im Stadtr at Weimar : Goetheplatz 9 b, 99423 Weimar, Telefon: (0 36 43) 20 26 45 // Bürgerbüro MdB Dr. Luc Jochimsen: Marktstraße 17, 99423 Weimar, Telefon: (0 36 43) 49 92 54, Fax: (0 36 43) 77 71 98 // Wahlkreisbüro MdB Kersten Steinke: Teichgasse 15/17, 99510 Apolda, Telefon: (0 36 44) 5 30 44 20, Montag+Donnerstag 10–14 Uhr, Dienstag 9–16.30 Uhr // B e i t r ä g e u n d S p e n d e n : Konto: 301 013 608, Bankleitzahl: 820 510 00, Sparkasse Mittelthüringen (bitte Zahlungsgrund angeben!)


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Ti t e l t h e m a

Weimar. // Sie sind umgeben von privatem Wohlstand, optimalen Lebensbedingungen sowie Entwicklungschancen vieler Altersgenossen und leiden selbst unter sozialer Ungleichheit, struktureller Benachteiligung und Ausgrenzung. Die Kinderarmut hat viele Gesichter. Sie manifestiert sich u.a. im Mangel an Bildung, Gesundheit, Mobilität, Ernährung sowie Teilhabe an Kultur und Freizeitmöglichkeiten. Dabei ist das Familieneinkommen der entscheidende Faktor. Laut Studie der Bertelsmann-Stiftung leben – mit Stand Januar 2012 – in Weimar 24,8 Prozent und im Landkreis 19,2 Prozent der Kinder unter 15 Jahren in Familien mit sgb-ii-Bezug. Angst vor Armut, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit haben nach dem neuen lbs-Kinderbarometer 35 Prozent der Kinder. Unter den Zukunftsängsten der mit Abstand größte Wert – Tendenz stark steigend. Diese Situation hat den Kreisvorstand veranlasst, das Thema Kinderarmut zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit zu erklären. Was sind die Ursachen und Erscheinungsformen der Kinderarmut, und welche Alternativen schlägt die Partei die linke. vor? Politische Wirk-

Titelthema – Arme Kinder im reichen Deutschland:

Engagieren wir uns für die Kinder Für viele Deutsche verbindet sich der Begriff „Armut“ mit Bildern des Elends aus der so genannten Dritten Welt oder mit der Erinnerung an selbiges in den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Arme Kinder heute quälen andere Sorgen. samkeit setzt Beschäftigung mit diesen Fragen voraus. Die ag „Politische Bildung“ bietet hier ihre Unterstützung an. Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Kinder, warum und wie werden die Kinder Wohlhabender stärker gefördert und wie will die linke. mit ihrem Konzept einer Kindergrundsicherung Abhilfe schaffen? Mit diesen Fragen wollen wir uns am 18. September, 18.30 Uhr, in der Marktstraße 17 in Weimar beschäftigen. Wir

die ag politische bildung informiert:

Wer hat, dem wird gegeben. Finanzielle Kinderförderung in Deutschland und linke Alternativen 18.9.2012 // 18.30 Uhr // links.büro, Marktstraße 17, Weimar

wollen uns besonders mit der Situation vor Ort befassen, helfen zu sensibilisieren und zur Verbesserung beitragen. Vertreter unserer Fraktionen in den Städten und im Landkreis arbeiten deshalb in der Arbeitsgruppe „Kinderarmut“ mit. Im Landkreis erleben wir Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit, besonders im präventiven Bereich. Die Kinder-, Jugend- und Familienberatung der awo in Apolda musste schließen, beim Kinder und Jugendschutzdienst „Känguru“ wurden die Mittel gekürzt. Gestrichen wurden Mittel für Jugendklubs, für das Kinderhaus Kromsdorf und das Familienzentrum Bad Sulza. Die Streichung der Mittel für das Projekt für Vielfalt und Toleranz ist ein Skandal und passt zur Denkweise von Landrat Münchberg. Dieser sinniert über eine Senkung von Standards. Angesichts dieser Probleme wird der Landkreis ein Schwerpunkt unserer Arbeit sein. Natürlich gilt es besonders, Kinder einzubeziehen und sie zu Wort kommen zu lassen. Wir bitten alle Mitglieder und Sympathisanten: Benennt die Probleme in eurem Umfeld, zeigt Lösungsansätze und engagiert euch – für die Kinder. n Alexander Bierbach

Mehr Infos könnt ihr auf der folgender Seite im Internet lesen: http://www.originalsozial.de/nc/ politik/pressemeldungen/detail/zurueck/ presse/artikel/kinderarmut-wirksambekaempfen-bleibt-dringendste-aufgabe/

Zeitung für Mitglieder und SympathisantInnen des Kreisverbandes Apolda-Weimar // Das rote Ginkgoblatt


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Aus Weimar, Apolda und dem Weimarer Land

plak at: © csd weimar // foto: © re iner von zglinicki

Mehr als einhundert Menschen nahmen an der diesjährigen CSD-Demo teil. Diese mündete zum Ende auf dem Straßenfest am Goetheplatz.

Christopher Street Day 2012 in Weimar:

Leben lassen, leben bleiben, Mensch sein Etwa 150 schwul-lesbische JüngerInnen machten auch in diesem Jahr wieder auf sich aufmerksam. Unter dem Motto „Mensch sein“ trafen sie sich am Samstag, dem 25. August 2012 im Rahmen des weltweiten Christopher Street Day auf dem Weimarer Baudertplatz, um gemeinsam mit anderen aufgeschlossenen und toleranten Menschen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Benachteiligung Andersdenkender zu protestieren und zu demonstrieren. Weimar. // Lesbische und schwule Menschen aus Jena, Weimar, Erfurt und Gera folgten dem Aufruf. In diesem Jahr leider deutlich „abgespeckt“ bewegte sich der bunte Zug durch Weimars Innenstadt. Auf dem Theaterplatz vor gab es einen längeren Halt. Drei KünstlerInnen des Deutschen Nationaltheaters – Caroline Dietrich, Michael Wächter und Frieder Aurich – rezitierten aus Büchern bekannter Dichter zu eben diesem Thema. Der Demonstrationszug endete auch in diesem Jahr wieder auf dem Goetheplatz mit einem Straßen- bzw. Platzfest. Im Gegensatz zum vergangenen csdFest herrschte in diesem Jahr ausgelassene und fröhliche Stimmung vor und machte somit die fehlende Teilnehmeranzahl wieder wett. „Der diesjährige csd in Weimar gefällt mir bei weitem

besser als die vorangegangene Veranstaltung in Erfurt“, freute sich Nicole. „Ihr seid um den toleranten Schirmherren zu beneiden“, meinte sie weiter.

Oberbürgermeister Stefan Wolf hat auch in diesem Jahr erneut die Schirmherrschaft über die Veranstaltungen zum csd übernommen. „Unser Erfurter ob Bausewein hätte das Ganze am liebsten verboten“, berichtete Nicole. Sie kriti-

sierte, wie auch manch andere TeilnehmerInnen, dass von Jahr zu Jahr die schrill-bunten Kostümierungen der Akteure immer weniger werden. „Unter dem Motto ,Mensch sein‘ wollen wir zeigen, dass alle Menschen die gleichen Rechte besitzen, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Alter, Behinderung oder eben sexueller Identität. Unter oben genanntem Motto möchten wir uns gegen jede Form von Schubladendenken aussprechen: Wir sind alle Menschen. Es gibt keine Abgrenzungen und niemand soll sich in ,Kategorien‘ einsortieren müssen. Gleichzeitig unterstreicht das Motto die klare Ablehnung von rechtsextremen und anderen menschenverachtenden Ideologien“, erklärte Madlen Nagel (ag csd Weimar). Trotz vieler kleiner Fortschritte in den letzten Jahren erleben homosexuelle Menschen auch heute noch gesetzliche Ungleichbehandlung. Auch kann es nicht mehr hingenommen werden, dass der Bundesrat einer vollständigen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe zustimmen würde, der Bundestag sich dagegen jedoch vehement verweigert. Der csd Weimar fordert dazu auf, die Individualität aller Menschen anzuerkennen und daraus keine Besser- oder Schlechterstellung einzelner Gruppen zu begründen! n Reiner von Zglinicki Mehr Infos: www.csd-weimar.de

Das rote Ginkgoblatt // Zeitung für Mitglieder und SympathisantInnen des Kreisverbandes Apolda-Weimar


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A u s d e m D e u t s c h e n B u n d e s ta g

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Traurige Bilanz nach zehn Jahren Hartz – Armut wird zementiert:

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pm der Landtagsfraktion

Zum neuen Schuljahr alte Probleme Dirk Möller, Schulpolitiker der Linksfraktion im Thüringer Landtag, verweist auf den immer noch viel zu hohen Altersdurchschnitt der LehrerInnen in Thüringen und die wiederum zu erwartenden Krankheitsausfälle, die offenbar nicht abgefedert werden könnten. Der Neueinstellung von 350 Lehrern stehe der Abgang von 320 Lehrern in den Ruhestand gegenüber. Es sei äußerst fragwürdig, „ob die Schulen von diesem Plus […] spürbar etwas haben werden“, befürchtet Möller. Zudem würden die Einstellungen […] meist viel zu spät vorgenommen, was die Planungssicherheit an den Schulen gefährde. Man könne „nur hoffen, dass die Eigenverantwortung der Schulen […] durch das angekündigte Pilotvorhaben für eigenverantwortliche Personalentscheidungen wirklich vorangetrieben wird“, sagt der linke.-Schulpolitiker. n Mehr Infos dazu unter http://www.die-linkethueringen.de/nc/start/nachrichten/ detail/zurueck/nachrichten/artikel/ neues-schuljahr-alte-probleme/

Kein Geburtstag zum Gratulieren Vor zehn Jahren beschloss die rot-grüne Bundesregierung die so genannten Hartz-iv-Reformen. Sie bedeuteten einen tiefen Einschnitt in die deutsche Sozialpolitik. Berlin/Apolda. // „Hartz iv ist und bleibt Armut per Gesetz. spd und Grüne haben ein System der Repressionen, Angst und Perspektivlosigkeit etabliert“, so Kersten Steinke (die linke.), Mitglied des Deutschen Bundestages. Betroffene leben oft in Armut und können ihren Kindern kaum Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Auf das bedarfsgerechte Anpassen der unwürdigen Regelsätze warten alle schon zu lange. Doch anscheinend hat auch die schwarz-gelbe Bundesregierung kein Interesse, an dieser Situation etwas zu ändern. Von dem heuchlerischen Slogan „Fördern und Fordern“ ist fast nur das Fordern übrig geblieben, da Langzeitarbeitslose kaum noch weitergebildet oder qualifiziert werden. Mittlerweile beziehen bundesweit 60

Die Fraktion die linke. im Deutschen Bundestag

Für eine neue soziale Idee. Platz der Republik 1, 11011 Berlin Telefon: (0 30) 2 27-5 11 70 E-Mail: fraktion@linksfraktion.de

Prozent aller Hartz-iv-EmpfängerInnen (3,65 Millionen Menschen) die Hilfeleistungen seit zwei Jahren und länger. 2009 waren es 56 Prozent. In den neuen Bundesländern ist die Lage noch dramatischer: Von 60,5 Prozent in 2009 stieg der Anteil auf 63,1 Prozent im letzten Jahr. Dennoch bemühen sich die Hartz-iv-Parteien cdu, csu, spd, fdp

foto: © linksfr aktion

Die linke Zeitung für Politik, Arbeit, Soziales und Kulturelles in Thüringen PARLAMMit

Kersten Steinke Mitglied des Bundestages

und Bündnis 90/Die Grünen, das System als deutsches Erfolgsmodell in der Krise zu verkaufen. „Die Ausweitung von Minijobs, Niedriglöhnen, Leiharbeit und der enorme Anstieg von Langzeitarbeitslosigkeit beweisen, dass Hartz iv gnadenlos gescheitert ist. Gerade jetzt in der Krise wäre es wichtig, die Binnenkaufkraft zu stärken, statt Armut weiter zu fördern. Neben einem auskömmlichen Mindestlohn sollte die öffentlich geförderte Beschäftigung ausgebaut und vernünftig entlohnt werden“, erklärt MdB Kersten Steinke. die linke. fordert seit Jahren einen flächendeckenden, branchenübergreifenden Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde, damit Niedriglöhne und das Aufstocker-System ein Ende haben. n Siegfried R. Krebs

www.linksfraktion.de

I M

B U N D E S T A G

Hinweis: Die Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf die schriftlichen Fragen der Linksfraktion im Bundestag. Kontakt: Kersten Steinke, MdB, Vorsitzende des Petitionsausschusses, Telefon: (0 30) 2 27-7 33 26, E-Mail: kersten.steinke@bundestag.de

Zeitung für Mitglieder und SympathisantInnen des Kreisverbandes Apolda-Weimar // Das rote Ginkgoblatt


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A n t i fa s c h i s m u s

Weimar. // Vormittags bedeutete das Arbeit auf dem Gedenkstättengelände: Unkraut von der Bruchkante und den Fundamenten im Steinbruch entfernen, Grabungen auf einer ehemaligen Müllhalde des kz und im „Kleinen Lager“, Schutz des Fundamentes des Operationssaales ii vor Bewuchs. Damit auch kein Gras über die Sache in den Köpfen wächst, fanden auf dem Theaterplatz Lesungen von antifaschistischen und antinationalistischen Texten statt. Als Zeitzeuge berichtete Günter Pappenheim über seine Lebensgeschichte. Sein Vater wurde bereits 1934 von den Nazis ermordet. Er kam als 18-Jähriger 1943 ins Konzentrationslager Buchenwald, weil er für französische Zwangsarbeiter auf seiner Ziehharmonika die Marseillaise gespielt hatte.

Bericht vom 24. Antifa-Camp Weimar/Buchenwald :

Erinnern heißt Handeln Vom 21. bis 29. Juli fand das 24. Antifa-Camp Weimar/Buchenwald statt. Mit Gesprächen mit Verfolgten des Naziregimes, Veranstaltungen zu aktuellen und historischen Themen, direkten Aktionen, Workshops, öffentlichen Lesungen und Konzerten soll der Moder angegriffen werden, der uns überall umgibt. Mit überdimensionalen Abhörgeräten, Kameras, Lauschohren und einem „Verfassungsschützer“ mit geschredderten Akten (siehe Foto) – welch Wun-

der, die waren diesmal von der linken. – und einer anschließenden Demonstration wurde gegen den Verfassungsschutz demonstriert. „Im Gespräch mit den Leuten versuchten wir klarzumachen, dass der Verfassungsschutz eine grundsätzlich undemokratische Institution ist und deshalb abgeschafft werden muss“, so Kevin Waschkowitz, ein Sprecher der Demonstranten. Ein weiterer Höhepunkt war die Lesung von Esther Bejarano über ihre Zeit als Häftling in Auschwitz und ihr gemeinsames Konzert mit Microphone Mafia (siehe auch Das rote Ginkgoblatt, Ausgabe August 2012). Herzlichen Dank an den Alternative 54 e.V., der mit seiner Spende diese Veranstaltung mit ermöglichte. Wenige Tage nach Beendigung des Antifa-Camps wurden auf dessen Gelände, dem ehemaligen Klinikum in der Eduard-Rosenthal-Straße, Hakenkreuze gesprüht. Die momentane Aufarbeitung alter nsu-Akten durch die Thüringer Polizei darf nicht dazu führen, dass aktuelle nationalistische Straftaten nicht verfolgt werden. Entgegen einer Radiomeldung „endete das seit 1990 in Weimar stattfindende Antifa-Camp“ hoffentlich nicht. Das 25. Antifa-Camp soll im Juli 2013 stattfinden. n

Aktion auf dem Weimarer Theaterplatz

foto: © re iner von zglinicki

Steffen Vogel

Mehr Infos: über das Antifa-Camp Weimar/ Buchenwald und dessen Veranstaltungen erhaltet ihr auf der Internetseite des Camps unter http://antifacamp.net

Das rote Ginkgoblatt // Zeitung für Mitglieder und SympathisantInnen des Kreisverbandes Apolda-Weimar


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Aus Weimar, Apolda und dem Weimarer Land

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Ausbau der Ernährungsvielfalt und -qualität für die in Granja lebenden Menschen durch Produktion von Fleisch- und Wursterzeugnissen,

n

Verkauf der Überschüsse in der Region und dadurch Stärkung der ökonomischen Basis Granjas und

n

Schaffung zusätzlicher Arbeitsstellen.

foto: © heidrun sedlacik

Weimar. // Die Aktion „Milch für Kubas Kinder“ ist ein Erfolgsprojekt, denn die Erhöhung der Milchproduktion in ausgewählten Produktionseinheiten mit Unterstützung von „Cuba sí“ hat Pilotcharakter für das gesamte Land. Weiter geht es um die Erhöhung der Futterproduktion und um bessere Verarbeitungsmöglichkeiten von Fleisch und Wurst. Aktuell unterstützt „Cuba sí“ den Aufbau einer Schlachterei mit angeschlossener Fleischverarbeitung in Granja, der Provinz Mayabeque, mit dem Ziel: Ingeborg Giewald, Landessprecherin der Arbeitsgemeinschaft „Cuba sí“ (links)

Die Arbeitsgemeinschaft „Cuba sí“ Thüringen:

Dazu werden von Thüringer Unternehmen Maschinen und Geräte bereitgestellt und zwei kubanische Spezialisten in Thüringen im Crash-Kurs ausgebildet. Projektpartner sind die Kubanische Vereinigung für Tierproduktion (acpa), „Cuba sí“ (mit „Cuba sí“ Thüringen.) und die Agrargenossenschaft Bösleben. Die „Cuba sí“-Gruppen haben sich nun zur Aufgabe gestellt, gezielt für das Fleischerei-Projekt bundesweit Spenden zu sammeln, denn zum Kauf weiterer benötigter Ausrüstungen werden ca. 20000 Euro benötigt.

Die Kraft der internationalen Solidarität Als aktive „Cuba sí“-Freunde nahmen wir mit weiteren 30 TeilnehmerInnen am diesjährigen Treffen der Arbeitsgemeinschaft „Cuba sí“ Thüringen teil, das in Ilmenau stattfand. Die Sprecherin der Thüringer ag Ingeborg Giewald berichtete von den Erfahrungen laufender Projekte mit Thüringer Unterstützung und von der Kraft der internationalen Solidarität. Die Jahrestreffen dienen der Kontrolle laufender und Erarbeitung neuer Aufgabenstellungen. Seitens der kubanischen Projektpartner werden die benötigten Arbeitsleistungen erbracht sowie die Immobilie,

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benötigtes Baumaterial und die Stromund Wasserversorgung zur Verfügung gestellt. Wir möchten dazu beitragen, dass im Gebiet unseres Kreisverbandes Apolda/ Weimar wieder aktiv „Cuba sí“-Arbeit geleistet wird. Somit werden wir die Sammelaktion zu jeder öffentlichen Gelegenheit aktiv unterstützen und bitten um eure Solidarität. Für nächstes Jahr im Herbst wird von „Cuba sí“ eine Reise zum Internationalen Friedenskongress in die Provinz Guantanamo, Kuba, vorbereitet. n Heidrun Sedlacik

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Interesse an einer Mitarbeit bei „Cuba sí“? Dann meldet euch bitte bei Heidrun oder Stanislav Sedlacik, Telefon: (0 3643) 415 4961, E-Mail: heidrun@sedlacik.de

Zeitung für Mitglieder und SympathisantInnen des Kreisverbandes Apolda-Weimar // Das rote Ginkgoblatt


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D e r R o t e G i n kg o - L e s e r b r i e f k a s t e n

Parteioffener Brief der Basisorganisation Weimar-Nord:

Unsere Partei wird mehr denn je gebraucht Liebe Genossinnen und Genossen, mit der überzeugenden Zustimmung zum Parteiprogramm auf dem Erfurter Parteitag gelang unserer Partei ein großer Schritt nach vorn. Diese Aufbruchsstimmung mündete jedoch nicht in konkrete Arbeitsaufgaben und Aktionen mit messbaren Ergebnissen, sondern führte zur Selbstbeschäftigung mit Personaldebatten, die die politische Arbeit und öffentliche Wirksamkeit lähmten.

ROTER Ginkgo BRIEFKASTEN Auch in der Mitgliedschaft wuchsen Unverständnis, Enttäuschung, Demotivation und Sorgen über die Krise in unserer Partei. Vor und auf dem Göttinger Parteitag stand sie vor einer Zerreißprobe. Die befürchtete Spaltung konnte abgewendet werden. Die eingangs benannten Probleme standen auch in unserer Basisgruppe im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen. Wir wissen, dass seit Göttingen die bestehenden Widersprüche und Differenzen nicht ausgeräumt sind. Das wird ein hartes Stück Arbeit geben und nur gelingen, wenn sich alle Ebenen ihrer Verantwortung bewusst sind, sich auf Verbindendes konzentrieren und als Grundlage der Arbeit das gemeinsam beschlossene Parteiprogramm ansehen. Wir begrüßen es, dass statt einer 100Tage-Schonfrist von unseren Parteivorsitzenden ein 120-Tage-Programm

foto: © esnemahu (photocase.com)

Die Quittung für den Mangel an inhaltlicher Arbeit, Glaubwürdigkeit und das Missachten innerparteilicher Demokratie erteilten uns die Wählerinnen und Wähler.

vorgelegt wurde und zur Debatte aufruft, an der wir uns gern beteiligen. Diese öffentliche Debatte sollte aber nicht nach 120 Tagen enden, sondern zu einem dauerhaften Prozess werden. Nach unserer Ansicht ist es notwendig, dass sich alle Vorstände und Basisorganisationen aktiv und konstruktiv in diese Diskussion einbringen sowie regelmäßige Zusammenfassungen und Schlussfolgerungen für die weitere politische Arbeit durch den Bundesvorstand erfolgen, über die die Basis informiert wird. Mit dem 120-Tage-Programm liegt ein Arbeitsprogramm vor, das brisante und aktuelle politische und gesellschaftliche Aufgaben benennt, die sehr viele Menschen in unserem Land bewegen und betreffen. Die Veränderungen in der Arbeitswelt verlangen nach einer politischen Kraft, die diese nicht nur benennt, sondern mögliche Wege aus der Prekari-

sierung aufzeigt und den Betroffenen Mut macht. Von dem Was überzeugt, erscheinen uns die Aussagen zum Wie nicht ausreichend. Die Veränderungen in der Arbeitswelt ziehen folgerichtig Veränderungen in der sozialen Frage nach sich. Die „soziale Schere“ darf nicht hingenommen werden. Forderungen nach der deutlichen Begrenzung der Einkommen und des Vermögens der Reichen (bis ins Grundgesetz hinein!) und die deutliche Verbesserung der Einkommensverhältnisse der sozial Schwachen gehören zusammen. Ein Schritt in diese Richtung ist eine gerechtere Steuerpolitik, auf die der Staat Einfluss hat. Unserer Meinung nach muss der Sozialstaat in seiner Gesamtheit auf den Prüfstand gestellt werden. Wir stehen zum Nein gegen den Fiskalpakt und merken in Diskussionen innerhalb und außerhalb der Partei, wie notwendig Aufklärung zu den konkreten Folgen auch für Deutschland ist,

Thüringen Links das linke Infoportal* Redaktion ThüringenLinks // Eugen-Richter-Straße 44, 99085 Erfurt Fax: (03 61) 6 01 11 41 // E-Mail: redaktion@thueringenlinks.de

www.thueringenlinks.de

Das rote Ginkgoblatt // Zeitung für Mitglieder und SympathisantInnen des Kreisverbandes Apolda-Weimar


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Aus Weimar, Apolda und dem Weimarer Land

denn die offizielle Darstellung der Medien verschweigt sie bewusst. Über die Verwendung der Staatsfinanzen muss auch künftig das Parlament als Volksvertretung entscheiden und eine demokratische Kontrollfunktion ausüben. Der Erhalt und die Stärkung des öffentlichen Eigentums über demokratische Mechanismen und die Einschränkung des Privateigentums durch die Förderung der Vergesellschaftung lebensnotwendiger Bereiche sind Mittel, um die öffentliche Daseinsvorsorge zu gewährleisten. Auch diese Forderungen unterstützen wir ausdrücklich. Die Diskussion des 120-Tage-Programms und die Entwicklung weiterer Ideen, die in einen Entwurf des Bundeswahlprogramms und eine gemeinsame Wahlstrategie fließen sollen, verstehen wir als gesamtparteiliches Anliegen. Es kann Erfolg haben, wenn die linke. auf allen Ebenen geschlossen handelnd wahrgenommen wird und mit der Kon-

Kommunale Privatisierungen stoppen! Privatisierung ist Diebstahl öffentlichen Eigentums. Mehr Informationen gibt es u.a. auf unseren Internetangeboten: www.die-linke-thueringen.de

zentration auf inhaltliche Arbeit überzeugt. Dabei ist uns ein Umgang miteinander von besonderer Bedeutung, der getragen wird von Offenheit, Respekt, Solidarität und der keine Konfrontation nach außen zulässt. Das verstehen wir unter einer neuen Streitkultur, von der

Strukturplanung für unseren Kreisverband:

Ein Opfer der Sommersonne? Am Samstag, dem 18. August, trafen sich wenige der eingeladenen bo-Vorsitzenden im Büro unseres Kreisverbandes. Die Einladungen waren langfristig verschickt worden, und der Samstag wurde mit Frühstück und Getränken sehr professionell vorbereitet. Weimar. // Leider ließen einige boVorsitzende eben diese Professionalität vermissen oder wir wurden Opfer der Sommersonne. In jedem Fall erzeugen solche Situationen unnötigen Unmut. Denn wenn eine solche Veranstaltung nicht in den Terminkalender passt und wirklich kein Vertreter zu finden war, wäre eine kurze Mitteilung an die Geschäftsstelle eine nette Geste gewesen. Sei es drum, die anwesenden vier boVorsitzenden gingen an die Arbeit und ließen Ideen aufeinander prallen. Eine gute und spannungsgeladene Ideenrunde nahm ihren Lauf. Einer solchen Zielstrebigkeit und Deutlichkeit in der Analyse durfte ich lange nicht als Mitstreiter beiwohnen. Danke allen Betei-

ligten, die sich aus Sorge um die Zukunft unseres Kreisverbandes zu dieser Diskussionsrunde getroffen haben. Die Ergebnisse stimmen optimistisch und machen Lust auf die nächste Sitzung. Es ist beschlossen, eine Landkarte des Kreisverbandes zu erstellen, in der Personen verzeichnet sind, die ohne Parteiorganisation in ihren Heimatorten bisher nur noch durch Ihre Mitgliedsbeiträge ihre Zustimmung zur linken. ausdrücken können. Damit wird sich der neue Regionalmitarbeiter unseres Kreisverbandes Knut Schurtzmann als erstes beschäftigen. Aus dieser bildlichen Darstellung wird eine briefliche Einladung an diese Genossen entstehen, die um eine Zu-

wir nach den letzten Ereignissen noch weit entfernt sind. Bis zur Bundestagswahl 2013 bleibt nicht mehr viel Zeit – nutzen wir sie so, dass unsere Partei wieder mit einer starken Fraktion in den nächsten Bundestag einzieht. Besinnen wir uns auf unsere Stärken, nehmen wir die Themen auf, die die Menschen bewegen und setzen wir deutliche Zeichen gegenüber unseren politischen Gegnern, die sich, unsere Schwächen nutzend, immer häufiger mit „fremden“ – sprich „unseren Federn“ schmücken. Unsere Partei wird mehr denn je gebraucht, um die soziale Schieflage zu richten, Wege aus der Finanzkrise zu zeigen, gegen die prekäre Arbeitswelt zu kämpfen. Agieren wir gemeinsam! n Mit solidarischen Grüssen Basisgruppe Weimar-Nord p.s.: Dieser Brief wird von uns auf Parteiebene in verkürzter Form veröffentlicht.

sammenarbeit auf neuer und anderer Ebene mit unserer Partei wirbt. Weiterhin wird es eine regelmäßige Veranstaltungsreihe geben, die unsere GenossInnen in ihren Heimatorten besucht und ihnen die Gelegenheit gibt, sich als Mitglied zu zeigen und stolz auf Modernität und Stärke ihrer Partei zu sein. Im Nebeneffekt erreichen wir so Unentschlossene und Sympathisanten gleichermaßen. Die mobile Veranstaltungsreihe bedarf aber noch eurer Unterstützung, und in den nächsten Veranstaltungen unserer Partei werdet ihr die Werbung dafür finden. Der Strukturwandel eines Kreisverbandes darf nicht nur Aufgabe der boVorsitzenden und Vorstandsmitglieder sein. Wir brauchen euch dabei alle! Wenn wir die positive Energie vom Samstag und die noch hinzukommenden Ideen von euch allen bündeln, ist mir nicht wirklich bange vor der Zukunft unseres Kreisverbandes. Mit vorsichtigem, aber stetigem Optimismus für den Strukturwandel unseres Kreisverbandes euer Ortsteilbürgermeister der linken. aus Schöndorf Gert Eisenwinder

Zeitung für Mitglieder und SympathisantInnen des Kreisverbandes Apolda-Weimar // Das rote Ginkgoblatt


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G e d e n k v e r a n s ta l t u n g e n

Auch in diesem Jahr gedachten AntifaschistInnen des von den Nazis ermordeten KPDVorsitzenden Ernst Thälmann, der hier im Hof des Krematoriums im August 1944 erschossen wurde.

foto: © reiner von zglinicki

Ernst-Thälmann-Gedenken in der Gedenkstätte Buchenwald:

Kein Vergessen

In Erinnerung an die Ermordung des legendären Arbeiterführers Ernst Thälmann vor 68 Jahren fand am Samstag, dem 18. August 2012 im Hof des Krematoriums des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald die gemeinsame Gedenkveranstaltung des Thüringer Verbandes der Verfolgten des Naziregimes/Bundes der Antifaschisten (vvn/bda) und der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora statt. Elke Pudszuhn, vvn/bda-Landesvorsitzende und Mitglied der Lagerarbeitsgemeinschaft eröffnete die Feierstunde. Die Gedenkworte sprach Ellen Brombacher, Bundessprecherin der Kommunistischen Plattform der Partei die linke. ger“. Seine analytische Gedankenschärfe und Logik ließen ihn manch Ereignis vorausahnen. So irrte er sich auch keinesfalls in seinen historischen Worten: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, und wer Hitler wählt, wählt Krieg!“ Er warnte auch schon auf der Tagung der Mitglieder des zk am 7. Februar 1937 vor dem gefährlichen Irrtum zu glauben, dass diese Nazi-Regierung vor irgend-

foto: © re iner von zglinicki

Weimar. // In ihrer Gedenkansprache würdigte Brombacher Leben, Wirken und Leiden dieses großartigen Klassenkämpfers, den weder Folter noch seelische und körperliche Grausamkeit brechen konnten. Dabei war Thälmann illusionslos und keineswegs vollkommen. Die Massen, in deren Aufklärung er all seine Hoffnung gesetzt hatte, folgten den Nazi-Barbaren bis fünf Minuten nach Zwölf. Ernst Thälmann setzte damals auch auf die Sowjetunion, ein fataler, aber zutiefst menschlicher Irrtum. „Dieses Riesenreich verkörperte einen schmerzhaften Widerspruch zwischen schlimmsten Zügen von Rohheit, Verfolgung und Ermordung aufrechter Kommunisten unter Stalins sich etablierender Sowjetmacht und den revolutionierten Eigentumsverhältnissen sowie einer neuen menschlichen Kultur, die sich parallel dazu entwickelte“, führte Ellen Brombacher u.a. aus. Dazu gab es eine unheimliche solidarische Opferbereitschaft, die – wie Ernst Thälmann am Tage des Überfalls auf die Sowjetunion voraussagte – dem Faschismus maßgeblich das Genick brach. „Teddy“, wie er liebevoll von den Arbeitern genannt wurde, war ein fast weiser „Voraussa-

Hauptrednerin Ellen Brombacher

welchen Machenschaften des brutalsten und unmenschlichsten Terrors zurückschrecken würde. Diese vorerst letzte zk-Tagung fand in Ziegenhals bei Berlin statt. In der ddr eine Gedenkstätte des antifaschistischen Widerstandes, existiert diese heute nicht mehr am Originalort, weil sie nicht mehr gewollt ist. Auf ausdrücklichen Befehl Hitlers wurde Thälmann in das kz Buchenwald gebracht. Niemand sollte davon erfahren. Es wurde das Märchen vom Tod durch Bombenangriff in die Welt gesetzt. In der Nacht zum 18. August 1944 wurde er dort ermordet. Ihn heute zu ehren, bedeutet Kampf gegen Faschismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Kampf für die Interessen der arbeitenden und sozial schwachen Menschen. Nie wird es gelingen, dass Thälmann und seine Genossinnen und Genossen in Vergessenheit geraten! n Reiner von Zglinicki

Tipp: Über die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora gibt es Informationen unter www.buchenwald.de.

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G e d e n k v e r a n s ta l t u n g e n

Im Gedenken an den 68. Todestag von Rudolf Breitscheid fand am Freitag, dem 24. August 2012, 10 Uhr, unter der Schirmherrschaft der spd Weimar eine Ehrung am BreitscheidGedenkstein in der Gedenkstätte Buchenwald statt.

Leidenschaftlicher Demokrat der ersten Stunde dessen mörderischer Terrorzellen. Der Ehrengast Ottomar Rothmann, Überlebender des kz Buchenwald, fungierte dieses Mal als stiller aufmerksamer Zuhörer.

Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf, Mitglieder von SPD, Linken und des VVN/ BdA sowie Mitarbeiter der Gedenkstätte u.a. nahmen an der Veranstaltung teil.

foto: © reiner von zglinicki

Weimar. // Der Kreisvorsitzende der spd Sven Steinbrück begrüßte die etwa 40 Anwesenden von spd und Linkspartei. Wieder war es ein achtungsvolles Erinnern an den aufrechten Sozialdemokraten und Widerstandskämpfer Breitscheid. Die mahnenden Worte der Gedenkreden von Stefan Wolf, Oberbürgermeister der Stadt Weimar, von Elke Pudszuhn, der Vorsitzenden des Thüringer vvn/bda sowie von Carsten Schneider und Steffen Claudio Lemme, beide spd- und Mitglieder des Bundestages, verfehlten ihre Wirkung nicht. Alle Rednerinnen und Redner einte die Sorge um ein Wiedererstarken und ein Wiederaufleben des Neofaschismus und

Rudolf-Breitscheid-Gedenken in der Gedenkstätte Buchenwald:

Rudolf Breitscheid war leidenschaftlicher Demokrat der ersten Stunde. Ein Humanist und Kosmopolitiker, der zu den ersten Männern des Völkerbundes gehörte. Seine Kriegserfahrung brachte ihn wie so manch andere zu einer pazifistischen Einstellung. Von November 1918 bis Ende 1919 gehörte er für die uspd als Innenminister der ersten preußischen Regierung nach der Revolution an und wurde 1920 in den Reichstag gewählt. Nach offiziellen Angaben kam er am 24. August 1944 in einer Sonderbaracke des Konzentrationslagers Buchenwald durch einen alliierten Luftangriff um. Aussagen einiger ehemaliger Häftlinge, dass er unmittelbar nach dem Fliegerangriff von der ss durch einen Herzschuss getötet worden sei, sind bis heute nicht bestätigt worden, halten sich aber hartnäckig. ob Stefan Wolf sieht einen Zusammenhang zwischen dem Leben und dem Wirken Breitscheids und unserer heutigen Situation. Er rief den Teilnehmern zu: „Rudolf Breitscheid mahnt uns, auch heute nicht wegzusehen, wenn Unheil und Unrecht geschieht. Zivilcourage im Alltag und Engagement sind oberstes Gebot, besonders dann, wenn sich – wie auch wieder in diesem Jahr – die Braunen aus ihren Schlupflöchern trauen.“ Stefan Wolf resümierte weiter: „Wenn wir heute an dieser Stelle als freie Menschen stehen, müssen wir auch ihm dafür dankbar sein. Rudolf Breitscheid gehörte zu jenen Menschen mit politischem und sozialem Engagement, der die großen Werke des europäischen Humanismus durch die Zeit des Faschismus für uns rettete.“ n Reiner von Zglinicki

Tipp: Über die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora gibt es Informationen unter www.buchenwald.de.

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N a c h r i c h t e n a u s d e m K r e i s v o r s ta n d

Protokoll der Kreisvorstandsberatung vom 7. August 2012:

Transparenz in der Kommunikation Der Geschäftsführende Vorstand hat beschlossen, zukünftig die Protokolle der Kreisvorstandssitzungen im Ginkgoblatt und auf unserer Internetseite zu veröffentlichen. Weimar. // Damit sollen die bearbeiteten Themen für Mitglieder und Interessierte transparent und nachvollziehbar werden. Zudem möchte der Vorstand erreichen, dass sich mehr Menschen in aktuelle und langfristige Diskussionen einbringen.

Protokoll Tagesordnungspunkt 1: Protokoll. Der Vorstand ist beschlussfähig. Die Abstimmung über das Protokoll der Vorstandssitzung vom 3. Juli 2012 wird auf die Septembersitzung vertagt. Abstimmungsergebnis: einstimmig dafür Tagesordnungspunkt 2: Tagesordnung. Gudrun Wolfram, Elke Heisler und Karin Schrappe erhielten keine Einladung für diese Sitzung und somit auch keine Tagesordnung. Der entsprechende Verteiler wird überprüft. Der vorliegenden Tagesordnung wird einstimmig zugestimmt. Tagesordnungspunkt 3: Daten/Informationsübermittlung. Frank Lange: Für jedes einzelne Mitglied des Vorstandes wurde ein ExtraPostfach eingerichtet (vorstand@linkspost.de). Für den Zugang „Regionalgeschäftsstelle“ gibt es keine Zugangsdaten. Die könnten Dirk Möller und/oder Jan Tampe haben. Dirk Möller hat über das Programm Thunderbird einzelne E-MailGruppen erstellt, so fällt es leichter, Interessen- und Tätigkeitsgruppen zu finden und zuzuordnen. Der Bürodienst verschickt, entsprechend den Gruppen, dann die Mails. Die T-Online-Adresse die-linke-apoldaweimar@t-online.de (steht auch noch im Ginkgoblatt so) soll nicht mehr ge-

nutzt werden. Anke Hofmann weist den Vorstand darauf hin, dass Transparenz in der Kommunikation wichtig ist, aber einige Dinge nur bestimmte Personen interessieren. Wichtige Informationen auf privaten Rechnern – ohne zu wissen, wie geschützt die Geräte wirklich sind – sind schwierig. Für die Nutzung des Mitgliederprogramms bieten Holger Hänsgen und Daniela Kraemer ihre Hilfe an. Andrea Wischnewski wird für die ag Finanzen einen entsprechenden Termin mit Holger Hänsgen und Daniela Kraemer machen. Außerdem muss darauf hingewiesen werden, dass die Finanzabrechnungen des kv korrekt und termingerecht eingereicht werden. Gert Eisenwinder verlässt 19.40 Uhr die Sitzung. Frank Lange: Man muss Informationen mobil weiterleiten können (z. B. über Handys), d.h. Sachverhalte auf privaten Rechnern dürfen nicht vermieden werden, um schnell reagieren zu können. Dirk Anhalt: schlägt vor, eine Domäne, auch für diesen Kreisverband, über ein bestimmtes Programm anzulegen, mit welcher viele Gruppen gestaltet werden können. Das kostet den Landesvorstand monatliche 25 €, und jeden einzelnen kv im Monat 1 €. Holger Hänsgen muss dies noch genehmigen. Tagesordnungspunkt 4: Gudrun Wolfram stellt folgende Idee der bo WeimarNord dem kv vor: Eine italienische Firma in der Toskana hat einen Auftrag abgelehnt, weil dieser der Rüstung dient. Dies ist beachtenswert und passt zu unserem Friedensgedanken/Friedensfest. Deswegen schlägt die bo vor, dass man den Menschen aus diesem Betrieb ei-

nen kurzen solidarischen Gruß in ihrer Landessprache schicken sollte. Festlegung: Solidaritätsgruß. Frank Lange wird einen italienischen Solidaritätsgruß an die besagte Firma schicken. Tagesordnungspunkt 5: Ginkgoblatt Frank Lange: Der Risograph ist nun abgeschafft, eine erste Ausgabe des Ginkgoblattes wurde durch eine externe Druckerei gedruckt. Die Zeitung kann am 8. August 2012 in der Druckerei abgeholt werden. Tagesordnungspunkt 5: Friedensfest Frank Lange berichtet aus der ag: − 18.30/45 Uhr kommt Gregor Gysi − Podiumsdiskussion mit Gregor Gysi und Gabi Zimmer auf dem Theaterplatz moderiert durch Radio lotte − Festende ca. 20.00/20.15 Uhr − der Schmied kommt − die Tauben fliegen − Christiane Kloweit wird einen siebenbis achtminütigen Beitrag bringen und fragt an, an welcher Stelle dieser stattfinden soll (denkbar ist auch eine Eröffnung der Podiumsdiskussion) − „Tasifan“: noch keine Info, Jana Körber kümmert sich − Peter Frank (Sänger) wird den Tag moderieren − Uwe Adler gestaltet Flyer, diese sollten ca. eine Woche vor dem Fest verteilt werden − Finanzplan steht, fast alle Kosten werden über Sponsoren gedeckt − der „Umfairteil-Bus“ ist an diesem Tag in Weimar Tagesordnungspunkt 7: Schreiben an den Bundesvorstand Frank Lange: Das Schreiben an den Bundesvorstand wird durch den Kreisvorsitzenden vorbereitet. Die Sitzung mit den bo-Vorsitzenden am 18. August 2012 wird dieses behandeln und wenn möglich legitimieren. Anschließend soll es verschickt werden. Katrin Christ-Eisenwinder nimmt ab 20.20 Uhr an der Sitzung teil. Tagesordnungspunkt 8: Geschäftsstelle/Regionalmitarbeiter Anke Hofmann: Knut Schurtzmann ist ab 16. August 2012 in Dienst. Seine Aufgaben sind die Koordination und Sicherung der politischen Arbeit, Teil-

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N a c h r i c h t e n a u s d e m K r e i s v o r s ta n d

nahme an landesweiten Aktionen, Mitgliedergewinnung, Beschlussumsetzungen von Seiten der kv und des lv, Verknüpfungen der einzelnen Gebietsverbände (Zusammenarbeit, Ideenweiterleitung, Kommunikation etc.), Teilnahme an Vorstandssitzungen, str-Sitzungen, bo-Sitzungen. Der Bundesvorstand schlägt für Thüringen insgesamt vier hauptberufliche Mitarbeiter vor, z.Z. sechs Regionalmitarbeiter. Am 22. September 2012 findet eine Basiskonferenz zum Thema „die linke 2020“ statt.

Gert Eisenwinder nimmt ab 20.25 Uhr wieder an der Sitzung teil.

(Name nicht öffentlich) im Namen des Vorstandes folgendes Gespräch führen: Der Sympathisant kann während der regulären Büroöffnungszeiten (besetzt durch einen Bürodienst) weiterhin das Büro und das Internet für seine Tätigkeiten nutzen. Bei Äußerungen von privaten Meinungen gegenüber Dritten sind diese als solche klar zu kennzeichnen. Abstimmungsergebnis: einstimmig dafür

Katrin Christ-Eisenwinder: kv ist schwierig strukturiert: Weimar, Apolda und ein großer Landkreis mit wenigen noch aktiven Genossen Frank Lange informiert über eine Stellungnahme des Vereins Diru e.V. an den Vorstand, einen Sympathisanten in der Geschäftsstelle betreffend (Stellungnahme an die Mitglieder des Vorstandes per Mail). Beschluss: Gespräch. Gert Eisenwinder wird mit unserem Sympathisanten

Festlegung: Schlüssel der Geschäftsstelle. Bekommt jemand einen Schlüssel für die Geschäftsstelle, muss diese Person für den Schlüsselerhalt unterschreiben. Tagesordnungspunkt 9: Infostände. Frank Lange informiert: – samstägliche Infostände brauchen dringend Unterstützung − eine Konzeption für einen mobilen Infostand muss auf die to der Septembersitzung

MIT ESSEN SPIELT MAN NICHT!

MIT ESSEN SPIELT MAN NICHT! NAHRUNGSMITTELSPEKULATION STOPPEN Etwa eine Milliarde Menschen auf der Erde hungern. Ein Grund dafür: Sie können gestiegene Preise für Nahrungsmittel nicht mehr zahlen. Nahrungsmittelspekulation ist maßgeblich mitverantwortlich für extreme Preisschwankungen. Die Bundesregierung muss sich gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln aussprechen. Machen Sie mit! Unterstützen Sie den Appell von Oxfam, Attac, Campact, Misereor, NGG, Südwind, Weed und der Welthungerhilfe. Die gesammelten Unterschriften werden im Herbst 2012 an die Bundesregierung übergeben. www.oxfam.de/gegenspekulation

dies ist eine anzeige von uwe adler. sie ist eine reine sympathiebekundung und nicht mit oxfam abgestimmt.

land Deutsch

Tagesordnungspunkt 10: Vorbereitung Klausur Zuständig: Monika Glimm, Heidrun Sedlacik, Frank Lange Termin: 29. September, überschneidet sich mit einer Strukturkonferenz Tagesordnungspunkt 11: str-fr Frank Lange informiert: Steffen Vogel ist seit dem 1. August 2012 wieder in der str-fr Weimar. Dies sollte die fr zum Anlass nehmen, Aufgaben neu zu sortieren. Gert Eisenwinder: Die Konsequenz aus dieser Umverteilung ist, dass die cdu jetzt zwei Sitze im hpa hat.

Info: Protokoll zur Kreisvorstandssitzung vom 7.8.2012, 19–21.30 Uhr, Büro Marktstraße 17, Weimar Anwesend: Alexander Bierbach, Gert Eisenwinder, Jana Körber, Frank Lange, Michael Schade, Karin Scholz, Heidrun Sedlacik, Hans-Jürgen Fuchs, Dirk Möller, Gudrun Wolfram, Hannes Jäger Protokollantin: Jana Körber Verteiler: Mitglieder des Kreisvorstandes, bo-Vorsitzende im Kreisverband, Mitglieder der Ratsfraktionen die linke., Wahlkreisbüros Lukretia Jochimsen, Gabi Zimmer, Kersten Steinke, ag-Leiter

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Ku l t u r n a c h r i c h t e n

Im September:

Gedanken frei für Stefan Heym Am 29. September beginnt mit einer szenischen Lesung eine neue Runde von Luc Jochimsens „Café Gedanken frei“.

Stefan Heym Einer, der nie schwieg.

freien Blick viele von uns vermissen und der nächstes Jahr im April 100 Jahre alt geworden wäre? „Stefan Heym – Einer, der nie schwieg“ ist der Titel der Veranstaltung, die den Auftakt der zweiten Halbzeit von Luc Jochimsens monatlicher (normalerweise Sonntags)Matinee der gedankenvollen Art bildet. Die szenische Lesung mit Sequenzen aus Heyms Biographie, Gedichten, Romanen und Interviews wird von Luc selbst zusammen mit Franz Sodann gestaltet und findet diesmal am Samstag, dem 29. September, wie gehabt um 11 Uhr in der Weimarer EckermannBuchhandlung, statt. Ausgangspunkt ist die „Geburt“ des Stefan Heym auf dem Prager Hauptpostamt, auf dem der 20-jährige Helmut Flieg den Eltern eine Karte über seine gelungene Flucht schrieb und Rückantwort an eben jenen „Stefan Heym, Prag“ erbat. Eine Flucht – erzwungen wegen eines Gedichtes, das als „vaterlandsverräterisch“ und „antimilitaristisch“ gebrandmarkt worden war. 1935 ging Heym in die usa und kehrte am Kriegsende als Sergeant für psycho-

foto: © fr aktion die linke. im bundestag

Weimar. // „Gedanken frei“ oder auch „Im Kopf – sauber“, wie es Stefan Heym einmal formulierte? Wer könnte die Idee dieser Veranstaltungsreihe mit dem programmatischen Titel besser symbolisieren als der Autor, dessen weiten,

logische Kriegsführung nach Deutschland zurück. Heyms (vergebliche) Hoffnung in dieser Zeit: „Von jetzt an, dachte ich, wird es keinen Faschismus mehr geben, keine Gewalttätigkeit …“ Seine Rückkehr nach (Ost-)Deutschland nach einer demonstrativen Stellungnahme gegen den Koreakrieg in der McCarthy-Ära, seine auch hier beginnende Ächtung nach der Veröffentlichung des Romans „5 Tage im Juni“, sein Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der ddr – all das wird in FrageAntwort-Sequenzen durch die beiden Mitwirkenden dargestellt. Seinen Redebeitrag auf der Großdemonstration am 4. November 1989 („Die Macht gehört nicht in die Hände eines Einzelnen oder ein paar Weniger oder eines Apparates oder einer Partei.“), die Hetze gegen ihn, als er seine Kandidatur für ein Bundestagsmandat auf der offenen Liste der pds verkündete, die (erfundenen) Vorwürfe am Vorabend seiner Rede als Alterspräsident im Deut-

schen Bundestag, er sei Stasispitzel gewesen – vieles davon werden wir noch einmal „erleben“, dank Briefen und anderen Zeitdokumenten. Vielleicht auch einen Spaziergang Heyms am Meer und sein Gedicht „Ich aber ging über die Grenze“ von 1933: „Dann stehe ich im Lande, das sich befreien will, mit einer Stirn, die zu Eis geworden in den Jahren, da ich wartete. Dann sind meine Augen hart, meine Stirn zerfurcht, aber mein Wort ist noch da, die Kraft meiner Sprache“. Wir freuen uns auf eine neue Saison mit alten wie neuen Gästen und auf unser aller Bedürfnis und Bereitschaft, einander auch bei Meinungsverschiedenheit in Respekt zuzuhören und voneinander zu lernen: Es bleibe dabei! n Julia Sieber, Lucs Mitarbeiterin

Termin: „Café Gedanken frei“: „Stefan Heym – Einer, der nie schwieg“, Samstag, 29.9.2012, 11 Uhr Monatsvorschau: 21. 10. 2012: Andrea Hanna Hünniger mit einer Lesung aus ihrem Buch „Das Paradies. Meine Jugend nach der Mauer“. Einen Auszug daraus gibt es schon auf Lucs Internetseite www.lukrezia-jochimsen.de. // 4. 11.2012: „Erinnern heißt nicht vergessen“ mit Ruth-Barbara Schlenker vom Prager-Haus e.V. in Apolda // 9. 12. 2012: Dr. Helmut-Eberhard Paulus, Direktor „Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten“, diskutiert mit uns über den Masterplan für den Ausbau und Vernetzung der Thüringer Schlösser.

Helft mit und werdet

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G e b u r t s ta g e · B e r i c h t v o m F r i e d e n s f e s t

Friedensfest am 1. September auf dem Weimarer Theaterplatz:

Eine Welt ohne Waffen und Kriege „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ Unter diesem Motto fand am 1. September 2012 auf dem Weimarer Theaterplatz unser Friedensfest statt.

Wir gratulieren:

Geburtstage im September 1. September 2012 Karl-Friedrich Krumm – 77 2. September 2012 Manfred Dieck – 75 4. September 2012 Daniela Kraemer – 40 6. September 2012 Renate Halama – 80 7. September 2012 Sitki Celiktas – 32 9. September 2012 Katharina Loch – 24 15. September 2012 Hans-Dieter Hesse – 55 16. September 2012 Christian Harke – 34 Thomas Kreiter Thomas – 61 28. September 2012 Dirk Möller – 51 Wir gratulieren allen Jubilarinnen und Jubilaren ganz herzlich!

zelndes Verstehen unter den GenossInnen und Gästen. „Beschäftigte, die ihren Job verlieren, sind in Weimar bereits bei Eintritt in die Arbeitslosigkeit weit stärker auf Hartz iv angewiesen, als im Thüringer Durchschnitt“, erklärte er

Für Smartphone: Den QR-Code mit der App einlesen und so Zugriff haben auf unsere Seite bei Facebook.

und bekräftigte u.a. die Forderung, die Regelungen der Arbeitslosenversicherung – insbesondere für kurzfristig Beschäftigte – zu verbessern. Höhepunkte des abwechslungsreichen Festes waren zweifellos die Auftritte von Gregor Gysi und Gabi Zimmer sowie das offene Schmiedefeuer während der gesamten Veranstaltung, um ein Schwert in eine Pflugschar umzuschmieden. n Reiner von Zglinicki

Weiße Tauben, Symbole des Friedens, stiegen vom Theaterplatz auf in den Himmel.

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foto: © reiner von zglinicki

GLÜCKWÜNSCHE

Weimar. // Der jeweilige 1. September ist der Jahrestag des Überfall der faschistischen deutschen Wehrmacht auf Polen. An diesem Tag wurde der Beginn des Zweiten Weltkrieges „eingeläutet“. Veranstalter waren die linke. mit den Bündnispartnern dgb und vvn/bda. Die zentrale Forderung der Veranstaltung lautete: Keine Bundeswehreinsätze im In- und Ausland! Waffen schaffen keinen Frieden, keine Sicherheit und keine Gerechtigkeit! Ab 15 Uhr startete das bunte Programm. Kinderbeschäftigung und Musik wechselten sich ab mit Redebeiträgen, Rezitationen zu Krieg und Frieden mit dem Schauspieler Ernst Schmid und satirischen Einlagen der Kabarettistin Christiane Kloweit. Infostände der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (sdaj) sowie der Linksjugend solid warben um die Aufmerksamkeit der Gäste. Ungewöhnlich präsent zeigte sich der dgb mit Aktionen und Unterschriftensammlungen gegen die fast schon verbrecherische Finanzpolitik der Regierung mit der ungerechten Verteilung der finanziellen Mittel. Arme werden immer ärmer, Reiche reicher. Gerd Schacke, Vorsitzender des dgb-Kreisverbandes Weimar/Weimarer Land – als „Fair-Trailer“ im symbolträchtigen Robin-Hood-Gewand – sorgte für wohlwollenden Humor und schmun-


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta l t u n g s h i n w e i s e

TERMINE Geschäftsführerin Montag, 3.9.2012 Montag, 10.9.2012 Montag, 17.9.2012 Info: Die Sprechstunden finden jeweils 15.45–16.45 Uhr im links.büro, Marktstraße 17, Weimar, statt.

Fraktionsmitglieder Dienstag, 4.9.2012 // 17–18 Uhr Dieter Eckardt, Mitglied im Wirtschafts- und Tourismus- sowie im Bildungsausschuss Dienstag, 11.9.2012 // 17–18 Uhr Dirk Möller, Vorsitzender der Fraktion die linke. im Weimarer Stadtrat, Vorsitzender des Kulturausschusses Dienstag, 18.9.2012 // 17–18 Uhr Jana Körber, Mitglied im Jugendhilfeausschuss Dienstag, 25.9.2012 // 15–16 Uhr Elke Heisler, Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Weimar Ort: Büro der Stadtratsfraktion Weimar, Goetheplatz 9b, 99423 Weimar

Fraktionsberatungen Montag, 10.9.2012 // 19 Uhr* Montag, 17.9.2012 // 19 Uhr Montag, 24.9.2012 // 19.30 Uhr Ort: Gasthof „Zur Sonne“, Rollplatz, Weimar, außer (*): Büro der Fraktion die linke. im Weimarer Stadtrat, Goetheplatz 9b, Weimar

„Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ bibel-zitat, prophet micha 4,3

Veranstaltungsreihe zu Hartz iv „Sei kein Schaf – informiere dich!“ Donnerstag, 6.9.2012 // 19 Uhr Bürgerzentrum Schöndorf Donnerstag, 13.9.2012 // 18 Uhr „Aqua Relax“, awo, Weimar-Nord Donnerstag, 20.9.2012 // 18 Uhr Bürgerzentrum Weimar-West Donnerstag, 25. 10.2012 // 18 Uhr Café „Central“, Bahnhofstraße 1, Apolda

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foto: © heidrun sedlacik

Veranstaltungen


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