AUF DEM WEG
GRATIS
2 | 2015
magazin
Unterwegs. Sein.
„Ich habe gelernt, nicht ständig zu fragen: ‚Was kann ich nicht?‘, sondern mich darauf zu konzentrieren: ‚Was kann ich?‘“ Samuel Koch
Foto: Jürgen Tap
Inhalt
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Kein Tag ohne Lachen SAMUEL KOCH ÜBER SEINE „ ROLLE VORWÄRTS“
„Zum Glück nicht bei der Buntwäsche“ MARGARETHE SCHREINEMAKERS EINSCHNEIDENSTES ERLEBNIS
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Funken des Friedens ENGAGEMENT FÜR FLÜCHTLINGE UND VERFOLGTE . . . . . . . . . . . . . .
Bilder der Bibel AQUARELLE VON ANDREAS FELGER ZU TEXTEN AUS DER LUTHER-BIBEL
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Auf der Suche WO STECKT DER MANN , DEN SIE „ DER PREDIGER “ NENNEN? . . . . . . . . .
Über die Kraft eines Liedes TITUS MÜLLER IM INTERVIEW
WET TER: FEST
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40 AUGEN:WEIDE GESAMMELTE SCHÄTZE VON STEPHANIE BRALL
EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser, Samuel Koch hat uns vor einiger Zeit eine Begebenheit erzählt: Eines Morgens konnte er es früh um eins in seinem Bett einfach nicht mehr aushalten. Er verspürte den dringenden Wunsch: „Ich will hier raus! Ich möchte an die frische Luft, ganz allein sein.“ Jemand half ihm in seinen Elektrorollstuhl und er fuhr los. Ein herrliches Gefühl! Die Straßen und Wege im Dunkeln abfahren, den kühlen Fahrtwind spüren. Doch er kam nicht weit. In den Maisfeldern überfiel ihn plötzlich ein Muskelkrampf und er verlor die Kontrolle über sein Gefährt. Der Rollstuhl kam ruckartig zum Stehen, Samuel kippte vornüber und blieb mit dem Gesicht nach unten hängen. Laut rief er um Hilfe, aber niemand hörte ihn – morgens um halb drei abseits der Ortschaft. Er war ganz allein. So hing er da, stundenlang. Allmählich wurde ihm kalt. Und er sagte zu Gott: „Na toll, was willst du mir jetzt wieder zeigen?“ Dann wurde ihm klar: „Ich soll versuchen, den Kopf für Wesentliches freizubekommen.“ Und er spürte einen tiefen inneren Frieden. „Ich hatte nichts anderes zu tun, als einfach da zu sein und mit meinem Schöpfer zu reden. Es war eine schöne Nacht. Mild und mit Sternen am Himmel. Erst im Morgengrauen fanden mich die Nachbarn.“
adeo magazin • 2 | 2015
Samuel Koch hat sich entschieden, das Leben anzunehmen – so wie es ist. Das können wir von ihm lernen. Und immer wieder merken wir, dass man sich von seinem schier grenzenlosen Vertrauen auf einen Gott, der größer ist als alles, was wir uns vorstellen können, eine Scheibe abschneiden kann. Freuen Sie sich mit uns auf sein neues Buch „Rolle vorwärts“. Auch sonst warten wieder spannende Geschichten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Danke, dass Sie mit uns unterwegs sind.
Herzliche Grüße
Stefan Wiesner Verlagsleiter
Ralf Markmeier Geschäftsführer
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Foto: Peter Gr端hne / Samuel Koch
Foto: privat Foto: privat
Foto: Thilo Beu
Foto: Halina Hildebrand
Kein Tag ohne Lachen SAMUEL KOCH ÜBER SEINE „ROLLE VORWÄRTS“ Seit dem Erscheinen der Biografie „Zwei Leben“ von Samuel Koch im Jahr 2012 ist viel Zeit vergangen: Zeit voller absurder Erlebnisse, überraschender Begegnungen und Erfahrungen, die Samuel gezeigt haben, dass das Leben trotz Rollstuhl manchmal weiter geht, als man denkt. Lesen Sie einen Auszug aus seinem neuen Buch „Rolle vorwärts“.
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ie wichtigste Antwort, die ich auf alle Fragen der Art „Wie schaffst du das?“ gebe und auch geben muss, lautet: Nicht allein! Das gilt gleich in vielerlei Hinsicht. Wofür würde es sich sonst zu leben lohnen, wenn nicht mit oder vor allem für andere Menschen? In der Akutphase nach meinem Unfall und vor allem in den ersten Monaten meiner Rehabilitation, die ich völlig unbeweglich auf dem Rücken liegend verbrachte, waren es meine Freunde, meine Familie sowie verschiedene Pfleger und Therapeuten, die mich auf positive Weise ablenkten, auf andere Gedanken brachten, mit mir spielten, sangen, beteten und mich trotz großer Schmerzen zum Lachen brachten. Ich glaube, Leid ist kaum nachhaltig zu ertragen, wenn man nicht auch Freude erlebt. Man verliert jedweden Lebensmut, wenn man nicht irgendwo Energie und Spaß tanken kann. Und tatsächlich ist es zu meinem eigenen Erstaunen rückblickend so, dass ich seit dem Unfall keinen einzigen Tag ohne Lachen erlebt habe. Und wenn es nur ein dummer Wortverdreher von meiner persönlichen Lektorin war.
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Für mich war es auch eine Art Gnade, von grausamen Diagnosen verschont zu werden und nicht gleich alles zu erfahren. Wenn ich von Anfang an gewusst hätte, dass ich vier ganze Jahre gelähmt bleiben muss, hätte ich gedacht: Das halte ich nicht durch, holt den Tierarzt, nie im Leben schaffe ich das! Aber rückblickend kann ich sagen, dass ich in diesen Jahren auch viele Stunden erlebt habe, die schön waren und friedlich und gut und die mich all die Verzweiflung haben vergessen lassen. Das hätte ich in der Klinik nicht gedacht, dass es solche Momente geben würde, für die es sich zu leben lohnt.
Zu meinem eigenen Erstaunen ist es rückblickend so, dass ich seit dem Unfall keinen einzigen Tag ohne Lachen erlebt habe.
Eine weitere Dimension der „Nicht allein“Bewältigungsstrategie ist die Freude daran, anderen Menschen helfen zu können. Dies ist immer ein Geben und Nehmen, finde ich. Wenn es mir gelingt, jemandem Mut zu machen, macht mir das wiederum auch Mut.
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Foto: privat
Das Beste kommt erst noch Was mir wohl am meisten hilft, ist die Aussicht auf „mehr“. Wenn ich denken würde, dass mein Leben in der Wiege beginnt und im Sarg endet, und ich mich damit zwangsläufig selbst in den Mittelpunkt setze, wäre dieses Leben ganz schön „wenigdimensional“ und armselig. Da ich aber überzeugt davon bin, dass dieses Leben nicht alles ist, muss ich nicht krampfhaft versuchen, es möglichst vollzupacken oder zu verlängern. Und es hängt auch nicht mehr so viel davon ab, immer und überall die optimalste, ökonomischste und Erfolg versprechendste Entscheidung zu treffen. Wenn man konsequent davon ausgeht, dass das Beste erst noch kommt, relativiert sich nicht nur vieles Unschöne, sondern die gesamte Perspektive auf das Leben verändert sich. Das klingt vielleicht im ersten Moment etwas kompliziert, führt aber im Grunde dazu, dass man sich öfter mal sagt: „Na und?“, statt endlos über eine suboptimale Angelegenheit verärgert zu sein. […] Glücksmomente […] Die ganze Welt scheint irgendwie nach Glück zu streben. Man rennt zu Psychologen oder Wahrsagern, wechselt erneut den Partner, sucht Glückscoaches auf oder reist um die ganze Welt, um sein persönliches Glück zu finden. Wenn ich den Partner meines Lebens finde, heirate und Kinder bekomme, dann bin ich glücklich. Wenn ich das Haus kaufe, das Auto lease und mein Garten richtig schön ist, dann bin ich glücklich. Wenn ich mich gesund oder vegan ernähre, abnehme, zum Fitness gehe
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Samuel beim Tandem-Gleitschirm-Flug
oder die Rückenschmerzen dank Pilates, Yoga, Zumba, Rumba loswerde, dann bin ich glücklich. Alle paar Monate jagt ein Glückstrend den nächsten. Doch kann man nur dann glücklich sein, wenn die Umstände stimmen und alles so ist, wie man es sich vorgestellt hat? Ich hoffe nicht, denn das würde bedeuten, dass ich bis auf Weiteres keine Chance mehr hätte, glücklich zu sein.
Kann man nur dann glücklich sein, wenn die Umstände stimmen und alles so ist, wie man es sich vorgestellt hat?
Früher, so erinnere ich mich, war ich fast durchgehend glücklich. Kaum ein Tag begann ohne gute Laune und vor allem Dankbarkeit für das, was ich hatte und was mir alles Gutes widerfuhr. Ich hatte das Privileg, ständig neue Dinge tun zu dürfen, die mir Spaß machten, und war von tollen Leuten umgeben. Ich hatte alles, was ich brauchte, und noch weitaus mehr. Mein
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BUCHTIPP Hobby – die Arbeit mit meinem Körper –, Ausbildungen, Studium und Beruf verschmolzen perfekt miteinander. Alles lief fast schon zu gut, um wahr zu sein. Wenn man mich heute fragen würde: „Bist du glücklich?“, kann ich das nicht uneingeschränkt mit einem Ja beantworten, so wie früher. Unter dem „Rundum-glücklichGefühl“ schwingt immer ein Aber mit. Allerdings erleben vermutlich die wenigsten Menschen ein dauerhaftes, allumfassendes Glücklichsein. Zeitweilige Glücksmomente habe ich nach wie vor. Wenn ich in der Schweiz bin und ein Skipisten-Bullifahrer von der Bergwacht schnallt mich auf sein Schneemobil und heizt mit irrer Geschwindigkeit die Alpenketten entlang und die Sonne knallt vom schwarz-blauen Himmel und die Aussicht ist herrlich – dann empfi nde ich Glück. Oder wenn ich über den Dächern von Verona die ebenfalls herrliche Aussicht auf meine leicht bekleidete Freundin genieße, während wir in einem 37 Grad heißen Whirlpool sitzen und man uns Prosecco reicht. Es sind aber keineswegs nur extravagante Momente, bei denen ich denke: Meine Fresse, jetzt bin ich wirklich der glücklichste Querschnittgelähmte der Welt!
Fünf Jahre ist es her, dass Samuel Koch bei „Wetten, dass ..?“ verunglückte. Mit scheinbar endloser Energie und unerschütterlichem Humor bewegt er sich nun also rollend statt Saltos schlagend durchs Leben, absolviert ein Schauspielstudium „ohne Körper“, lernt gefühlt die Hälfte der deutschen Bevölkerung kennen und erlebt dabei Überraschendes, Schockierendes, Absurdes und Seligmachendes.
Samuel Koch
Rolle vorwärts Das Leben geht weiter, als man denkt
Manchmal schießt mir auch einfach so durch den Kopf: Ach, ich hab’s gut, wenn ich einen herrlichen Sonnenuntergang sehe oder einen schönen Abend mit Freunden und viel Lachen erlebe. Ich habe zunehmend gelernt, die Lebensqualität im Augenblick wahrzunehmen. Selbst wenn es manchmal nur eine Zehntelsekunde ist. Gekürzter Auszug aus dem Buch „Rolle vorwärts“ von Samuel Koch
adeo magazin • 2 | 2015
Nr. 835071, € 17,99 Gebunden · Schutzumschlag · 248 Seiten Mit 24-seitigem Bildteil ISBN 978-3-86334-071-1
A Auch als eBook erhältlich Samuel Koch ist gemeinsam mit Musiker Samuel Harfst erneut auf Konzertlesungstour. Alle Termine und weitere Infos finden Sie unter www.samuel-koch.com/konzertlesung.
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Dreamteam mit schwarzem Humor SAMUEL KOCH UND SEINE PERSÖNLICHE LEKTORIN Oftmals verbindet uns auch abseits des Arbeitsplatzes etwas ganz Besonderes mit unseren Buchprojekten. Lektorin Karoline Kuhn hat gemeinsam mit Samuel Koch sowohl an seinem ersten als auch an seinem neuen Buch gearbeitet. Warum die Arbeit an diesen beiden Projekten nicht alltäglich war, erzählt sie in diesem Beitrag.
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Foto: privat
amuel und ich haben uns bei der Arbeit an seinem ersten Buch „Zwei Leben“ kennen- und (das kann man guten Gewissens so sagen) lieben gelernt. Es war ein ungewöhnliches Projekt – normalerweise bearbeiten wir Lektoren ein Manuskript am Schreibtisch und stimmen Korrekturen und Änderungsvorschläge zwar mit den Autoren intensiv ab, sind dabei aber eher selten in einem Raum. Da Samuel ja seine Hände nicht benutzen kann, lief es mit ihm
Karoline Kuhn und Samuel Koch bei der Arbeit am Buch
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aber ganz anders; ich bin zu ihm gefahren, und wir haben via Beamer das Manuskript, an dem ich arbeitete, an die Wand geworfen, sodass Samuel alles direkt mitverfolgen konnte. Vorher hatte er die Geschichte dem Journalisten Christoph Fasel erzählt, der daraus die Vorlage gemacht hat, an der wir nun gemeinsam feilten, veränderten, ergänzten … vorzugsweise spät in der Nacht bzw. frühmorgens, wenn Samuels Handy endlich mal Ruhe gab. Obwohl Samuel nicht müde wird, mich damit aufzuziehen, dass ich seine Mutter sein könnte (ich bin 17 Jahre älter als er), waren wir sofort auf einer Wellenlänge. Samuel ist ein sehr charmanter, sehr ehrlicher Mensch mit einem blitzschnellen Verstand und einem herrlich rabenschwarzen Humor, was die Arbeit bei allem Stress zu einem Vergnügen machte. Nachdem das Buch fertig war, hatten wir beide einen kurzen Panikmoment bei dem Gedanken, kein gemeinsames Projekt mehr zu haben. Zwar haben wir dann ohnehin genug Gelegenheiten gefunden, weiterhin in engem Kontakt zu bleiben, aber als irgendwann die Frage nach einem zweiten Buch aufkam, freuten wir uns beide sehr darauf, wieder zusammenzuarbeiten.
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Ein klitzekleines Problem war Samuels Arbeitspensum. Er hat in diesem halben Jahr „nebenbei“ rund 50 Auftritte in sieben verschiedenen Theaterstücken an zwei Standorten (Darmstadt und Bonn) absolviert, inklusive der dazugehörigen Proben, ein Dutzend Konzertlesungen mit Samuel Harfst, etwa ebenso viele eigene Lesungen und noch mal gut 30 Vorträge vor Schülern, Managern oder Medizinern. Ganz davon abgesehen, dass er täglich vier Stunden für Physiotherapie und eigenes Training braucht, um den Status quo zu wahren, und dass alle alltäglichen Dinge unendlich lange dauern.
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Diesmal übernahm Romanautor Titus Müller die Sisyphusarbeit, die einzelnen Bausteine, Themen und Ereignisse zu einem Fließtext zusammenzuschreiben, den wir anschließend durch den literarischen Fleischwolf drehten. Wir hatten ein gutes halbes Jahr Zeit – statt weniger Wochen wie beim ersten Buch –, aber auch einen viel höheren Anspruch an die inhaltliche Tiefe. Bei „Zwei Leben“ war es ja sehr biografisch darum gegangen zu erzählen, was vor, während und nach dem Unfall passiert ist – diesmal sollten zwar auch skurrile, lustige, erschreckende und spannende Erlebnisse vorkommen, die Samuel seitdem zuhauf gehabt hat, aber auch tiefgehende, philosophische Themen wie das Verhältnis zwischen Freiheit und Abhängigkeit, Sterbehilfe und Suizid, Glück, Menschenwürde, Nützlichkeit und Wert und vieles mehr. Und dieses breite Themenspektrum musste allgemein verständlich bleiben und in sinnvolle Zusammenhänge gestellt werden – es sollte zur Sache gehen und herausfordern, aber auch unterhaltsam sein und die Leser immer mal zum Lachen bringen.
In dieses Pensum noch die Zeit für ein Buch hineinzuquetschen war sehr herausfordernd und wie beim letzten Mal kostete es viele durchgemachte Nächte, unzählige Pizzen vom Lieferservice und viel gegenseitige Motivation. Samuel legte wohl einige hundert Kilometer auf seinem Handfahrrad zurück, während ich tippte, und obwohl er täglich mehrmals gestöhnt hat: „Das Buch wird nie fertig!“, haben wir es dann schließlich doch noch geschafft. Und haben uns auch immer noch gern. Eine typische Anekdote: Samuel lag kürzlich mit einer akut lebensbedrohlichen Blutvergiftung im Krankenhaus. Als er danach zum ersten Mal wieder telefonieren konnte, sagte er zu mir: „Ich hatte ja in den letzten Tagen nicht so viel zu tun und da hab ich mir schon ganz viele Notizen gemacht, falls wir irgendwann noch mal ein Buch schreiben …“
Karoline Kuhn Lektorin bei adeo
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Das Buch „Bin am Meer“ von Udo Schroeter haben wir inzwischen sechsmal nachgedruckt. Auch der Nachfolgeband spricht viele Menschen an, ebenso wie die Kalender und das Postkartenset mit Fotos, die der auf Bornholm lebende Autor Udo Schroeter selbst aufgenommen hat. Nun ist der Bestseller „Bin am Meer“ auch als Hörbuch erschienen – gelesen vom Autor selbst.
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igentlich hatte Daniel nur eine Woche Angelurlaub auf einer einsamen Insel gebucht, um seinem stressigen Alltag eine Weile zu entfliehen. Doch sein „Reiseführer“ Leif beschränkt sich nicht darauf, Daniel nur die besten Angelplätze zu zeigen. Er weist ihn in das jahrtausendealte Handwerkszeug des Jägers ein. Daniel erkennt seine Chance, aus der Schneller-Höher-Weiter-Spirale
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auszubrechen und den Begriff „Sinn“ für sich völlig neu zu füllen. Die Woche am Meer wird zu einer Reise zu sich selbst. Aus dem Gejagten wird wieder ein Jäger. Aus dem getriebenen, gehetzten Schatten seiner selbst wird wieder ein Mann: selbstbestimmt, mutig, kraft voll. Eine Geschichte für alle, die auf dem großen Meer des Lebens frischen Wind in ihren Segeln spüren wollen.
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Das Hörbuch
Das Postkartenset
Udo Schroeter
Udo Schroeter
Bin am Meer. (Hörbuch)
Bin am Meer.
Nr. 835078, 19,99*
(Postkartenbuch)
6 CDs · ca. 580 Minuten
Nr. 5572924, € 9,99*
ISBN 978-3-86334-078-0
Postkartenbuch mit 20 verschiedenen Motiven Format: 14,8 x 10,50 cm
Der Buch-Bestseller
Der Nachfolger
Udo Schroeter
Udo Schroeter
Bin am Meer.
Endlich wieder am Meer.
Nr. 814271, € 17,99
Nr. 835027, € 16,99
ISBN 978-3-942208-71-0
ISBN 978-3-86334-027-8
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Auch als eBook erhältlich
Auch als eBook erhältlich
* unverbindliche Preisempfehlung
Foto: Martin Thaulow – Good people
Kalender siehe Seite 63.
UDO SCHROETER lebt und arbeitet in der Natur und gibt als Coach sein tiefes Verständnis zentraler Lebenszusammenhänge in Seminaren weiter. Mit seiner Frau und den beiden Kindern ist er nach Bornholm ausgewandert, wo er auch eine Fotogalerie betreibt. www.udoschroeter.com
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Foto: Schreinemakers Live, Fa. Telemaus / Heinz Unger
Foto: Tobias Kreissl
Foto: Schreinemakers Live, Fa. Telemaus / Heinz Unger
Foto: Chameleon Sylt
Foto: Schreinemakers Live, Fa. Telemaus / Heinz Unger
„Zum Glück nicht bei der Buntwäsche“ MARGARETHE SCHREINEMAKERS‘ EINSCHNEIDENSTES ERLEBNIS Margarethe Schreinemakers ist den meisten durch die Erfolgs-Sendung „Schreinemakers Live“ als lebensfrohe, quirlige TV-Talkmasterin bekannt. Die wenigsten wissen, dass die Powerfrau auch einige Tiefschläge erleben musste. Einer davon hätte sie 2009 fast das Leben gekostet. Margarethe Schreinemakers und ihr Mann Jean-Marie erzählen …
Margarethe: Jean-Marie und ich fahren mit dem Wagen durch das Tor unseres Grundstücks Richtung Wald – das ist das Letzte, was ich von dem Tag überhaupt noch weiß. Es ist der Tag, an dem ich sterben sollte.
gerade noch auffangen und vorsichtig auf den asphaltierten Weg legen. „Ein kleiner Schwächeanfall“, dachte ich. Obwohl ihr das gar nicht ähnlich sieht. […]
Ich habe keine bewussten Bilder mehr davon in meinem Kopf außer unserem sich öffnenden Tor. Wie wir dann an der Joggingstrecke angekommen sind, unser kompletter Zwölfkilometerlauf, bei strahlendem Sonnenschein – all das ist weg.
Ich merkte, dass Magarethe überhaupt nicht mehr atmete. Kein Zucken. Gar nichts.
Keine Erinnerung. Stattdessen ein großes, schwarzes Loch. Deshalb muss Jean-Marie jetzt erst einmal erzählen, wie mein erstes Leben endete und mein zweites neu begann. Er hat ja schließlich all das alleine durchmachen müssen. Jean-Marie: Als wir unten im Tal aus dem Wald rauskamen, war Margarethe neben mir. Wir unterhielten uns, so wie immer, wenn wir gemeinsam joggen. Das können wir. Unsere Kondition ist prima. Über meine Reise nach Südafrika, von der ich erst gestern Nacht zurückgekommen bin, über die Kinder, das Haus … Auf einmal sagte sie: „O, mir wird ganz schwarz vor Augen, halt mal an.“ Und dann sackte sie auch schon zusammen. Ich konnte sie
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Zufällig kam gerade ein junges Paar vorbei. Ich fragte, ob sie ein Handy hätten. Hatten sie nicht. Da fiel mir ein, dass Margarethe immer ein Handy dabeihatte. Ich suchte es in ihrer Jackentasche und rief die 112 an. Und wie ich das Telefon in der Hand hielt, merkte ich, dass Margarethe überhaupt nicht mehr atmete. Kein Zucken. Gar nichts. Sie lag da wie tot. Da hatte ich auch schon die Rettungszentrale am Ohr: „Ja, wo sind Sie denn genau?“ Das war schwer zu erklären. „Wir sind am Waldrand, unten im Tal. Und ich habe jetzt auch ganz dringend was anderes zu tun.“ Ich drückte das Handy einem älteren Herrn, der zwischenzeitlich stehen geblieben war, in die Hand. Er sollte dem Rettungsdienst erklären, wo wir waren. Margarethe atmete immer noch nicht. Sie bekam gar keinen Sauerstoff ! Wie ein Schlag
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Foto: privat
Margarethe Schreinemakers mit Ehemann Jean-Marie
traf mich die Erkenntnis, wie kritisch die Situation war. Sofort begann ich mit der Herzdruckmassage. In Filmen hatte ich das zwar schon mal gesehen, vor allem vor vielen Jahren in Hans Meisers Sendung „Notruf “. Selber gemacht hatte ich’s aber noch nie. „Da kannst du nichts falsch machen“, dachte ich. Nur rumstehen und warten ist keine Option. Also Herzdruckmassage und Mundzu-Mund-Beatmung. Ich funktionierte wie ein Uhrwerk. Ich hatte keine Panik. Ich handelte ruhig. Nachdenken konnte ich später. Es gab nur Margarethe und mich auf der Welt. Ich konzentrierte mich voll auf sie. Aus der immer größer werdenden Gruppe um uns löste sich ein Läufer, der fragte: „Kann ich helfen?“ – „Ja, knie dich neben mich, mach du die Herzmassage.“ Ich machte weiter mit der Mund-zu-MundBeatmung. Zwischendurch redete ich mit Margarethe: „Du schaffst das! Mach weiter!
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Du schaffst das!“ Ich sah, wie ihre Gesichtsfarbe von Leichenblass ins Bläuliche wechselte. Und wir hielten durch, bis endlich die Rettungssanitäter ankamen. […] Sie bereiteten alles für den Einsatz des Defibrillators vor. Zum selben Zeitpunkt beugte sich noch eine Spaziergängerin über uns und fragte, ob sie die Kanüle setzen solle. Sie sei Krankenschwester auf der Intensivstation in Eupen und würde das jeden Tag machen. Wieder ein glücklicher Zufall! Die Intensivschwester setzte gekonnt die Kanüle und direkt wurde ein Präparat gespritzt. Der Notarzt war bislang immer noch nicht eingetroffen. Minuten wurden zur Ewigkeit. Der Rettungssanitäter wollte gerade den Defibrillator ansetzen, da eilte nach circa acht Minuten die Notärztin dazu. Sie war mit dem Rettungshubschrauber
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angekommen. Gleich beim ersten Mal holte sie meine Margarethe zurück. […] Sie wurde auf die Trage gehoben, dann ging es rein in den Krankenwagen. Dort liegend, versuchte sie immer wieder – mit aller Kraft – aufzustehen. Sie krallte sich an meinen Armen fest, sodass es fast wehtat, und mit riesengroßen und weit aufgerissenen Augen stammelte sie: „Ich sehe nichts, ich sehe nichts, was ist los?“ […]
um sie gleich wieder zu vergessen und bei der nächsten Runde automatisch das Gleiche zu denken. Ich las die Worte auf dem Pappkar ton und vergaß sie in derselben Sekunde wieder. Nur um dann ein paar Sekunden später das Pappschild von Neuem zu lesen. […]
***
Allmählich konnte ich erahnen, wie viel Glück ich gehabt haben musste: dass ich mit Jean-Marie zusammen gewesen war, dass ich nicht alleine umgekippt war, als ich im Keller die Buntwäsche in die Maschine stopfte. Da unten, neben meiner Waschmaschine, hätte ich ganz locker ein
Margarethe: Meine Erinnerung setzte erst wieder ein, als mein Blick auf ein Stück Pappkarton fiel. „Liebe Frau Schreinemakers, Sie hatten einen Zusammenbruch beim Joggen und liegen nun im Krankenhaus“, stand da drauf, mit dickem Filzstift von Hand geschrieben. Bestimmt tausendmal scannten meine Augen diesen Satz ab, aber mein Verstand konnte ihn nicht festhalten. Nicht mal, dass die Info überhaupt für mich war. Sie erreichte mich nicht. Ich fühlte mich nicht angesprochen.
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Und ich kam mir unwirklich vor. Tiefenentspannt, leicht erheitert und unglaublich weit von allem weg. Nichts berührte mich. Nichts beschäft igte mich wirklich intensiv. Wie ein Goldfisch im Kugelglas, der im Kreis schwimmt und der jedes Mal feststellt: „Hey, da ist ja eine Wasserpflanze!“ –
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Foto: privat
Das Leben kann jeden Tag zu Ende sein. Früher war das nur ein Satz für mich, heute weiß ich, wovon ich rede.
Nach dem Todeserlebnis im Krankenhaus Aachen: „Ich lebe!“
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paar Stunden liegen können, bevor auch nur einer überhaupt nachgeschaut hätte, wo ich denn bleiben würde. […] Ich habe mein Leben wieder. Ich danke meinem Mann und meinen himmlischen Fürsprechern. Noch im Krankenhaus bekam ich eine Ahnung davon, wie kostbar das tatsächliche Leben ist. Und ich habe mir geschworen: Ich lebe ab jetzt viel bewusster!
Was ich allerdings damals noch nicht wissen konnte: Mein Tod beim Joggen sollte erst der Anfang sein. Das ganze Ausmaß dieser absoluten Grenzerfahrung und seine tief greifende Veränderung für mein Leben sollte sich aber erst später in meinem Kopf bemerkbar machen …
Gekürzter Auszug aus dem Buch „Ich will das Leben küssen“ von Margarethe Schreinemakers
Es wa war Michael Leckeb hat. M Mike war der Musik den M Musikladen und den und ggemacht. Mit seine gewachsen. Leckebusch gewac tenschüsseln auf seinem tensch zum SSender fuhr und so als di die Rund-um-die-Uh gar ni nicht. Technik und P sagte er zu seiner Redak im W WDR gesehen, die ist
Seit iich Anfang 20 bin, habe
ich mir nie wirklich viel aus mein meinen Geburtstagen gemacht. Es erschien mir alles so aufgesetz au t. Genau wie Muttertag, Valentinst ag oder übertrieb über ene Geschenke an Weihnach ten. Diese eigens im Kalender Ka vorgeschriebenen Tage, an denen etwas zu Schreinemakers Live, 1996 mit Anthony Quinn … geschehe gesch n hat, machen mir nicht so richtig Freude. Wie schnell schne können solche Tage zur Enttäuschung werden. Ich feiere fe viel lieber Feste ohne konkreten Anlass. Oder besser besse gesagt: Eigentlich gibt mir das Leben jeden Tag genug genu Anlass zum Feiern: Dass ich lebe und dass ich Mens Menschen habe, die ich liebe und die mich zurücklieben. Lass es krachen, lebe!
… mit Brös Brösel, dem Macher von „Werner“ …
… mit Guildo Horn …
… mit Pierre Pier Brice …
… James-Bond-Darsteller Roger Moore.
Über Facebook machte ich einen Aufruf an alle „Freunde“, die meine Fa Facebook-Seite kennen: „Habt ihr Lust, am 26. Juli mit mir und einem guten Führer eine Wanderung … 1994 mit Harald Juhnke … im Hohen Venn zu machen? Danach könnten wir noch ein Dana gemeinsames Grillen in der idyllischen Hütte des Tourismusverbandes 835070_Schreinemakers_Ich will das Leben küssen_S001-256.indd der Stadt Eupen veranstalten.“
© Holger Blöhte Blöhte
Im let letzten Jahr wollte ich die Zeit um meinen Geburtstag mal ganz anders verbringen. Ohne lange ander Vorplanung habe ich den Tag davor tatsächlich im Kreis von Menschen tatsäc verbracht, die ich zum Teil gar nicht persönlich kannte. Es war ein spontanes Experiment. Und es gelang. gelang
Kapitel 12
Lass es krachen, lebe!
… 1994 mit Nena …
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1986: Extratour-Sketch, Margarethe Schreinemakers spielt Ingrid Steeger als Nachtschwester: „Warum ist der Eisbär groß und weiß …?“, „Wenn er klein u und rot wäre, wäre er ein Himbeer“
Extratour 1985: Mit Campino Extratou
und einem
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„Als Schildkröte kannst Du nicht steppen“ – gibt Margarethe Schreinemakers ihren Lesern mit auf den Weg. Knallbunt, voller Lust und Liebe, das Leben gestalten. Raus aus dem Schneckenhaus, aus dem Schildkrötenpanzer. Raus aus Verflechtungen und Verstrickungen, die einem vorgaukeln, dass man zu nichts wirklich taugt. Und aufhören, ständig mit der eigenen Vergangenheit zu hadern („Hätte, hätte Fahrradkette“ heißt das Kapitel dazu ...). Margarethe Schreinemakers erzählt aus ihrem bunten Leben, von Höhen und Tiefen, großen Erfolgen und
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heft igen Treppenstürzen. Und sie macht Mut, selbst immer wieder neu anzufangen, auch wenn es für den Moment aussichtslos scheint. „Im Vergleich zur Margarethe der 90er-Jahre ist die heutige Margarethe sanfter, weicher, gelassener. Ich finde: schöner. … Aber sie sprüht immer vor neuen Ideen und Plänen. Sie begeistert sich. Sie regt sich auf. Sie jubelt, flucht, und sprudelt über vor Gefühlen. Sie ist eine Frau, die im Krankenhaus mitten in der Nacht Samba tanzt. Möbel designen, Hunde
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Margarethe Schreinemakers, eine der
müssen, wenn ein Kind mal etwas lauter ist. Manchmal waren n wir im Spiel Indianer und mussten die verhassten Typen von der noblen oblen Nachbarstraße jagen und fangen. Diese armen Ackerstraßen-Kinn-Kinder waren uns immer suspekt, denn sie waren ja erst viel später er zugezogen und hielten sich, wie wir meinten, für etwas Besseres. es. In unserer Oststraßen-Welt durft e man die nicht mögen. Sie wurden urden erbarmungslos bekämpft und gerieten, wenn sie Pech hatten, n, bei einem unserer Indianerspiele in Gefangenschaft.
bekanntesten deutschen Talkmasterinnen, erzählt aus ihrem bunt schillernden Leben.
Mein Vater und meine Mutter waren sehr entspannte Typen … Sie haben mir viel Freiheit gegeben. Leicht habe ich ihnen das Leben bestimmt nicht immer gemacht, dazu war ich viel zu bunt, zu wild, irgendwie exotisch. Wer selbst so eine Tochter hat, weiß, Ruhiges Kind wie anstrengend das sein kann. Trotzdem haben meine ne Elgesucht. tern nicht versucht, mich kleinzuhalt en. Sie haben n mir meine Art gelassen. Wenn es ihm zu viel wurde, drohte rohte mein Vater in schöner Regelmäßi gkeit damit, ein Inserat in unserer nserer Dorfzeitung aufzugeben: „Ruhiges Kind gesucht …“ Damals, als Kinder eigentlich erst dann reden sollten, wenn nn Erwachsene sie etwas fragten, machte ich schon meinen Mund d auf, bevor ich gefragt wurde. Ich war nicht unbedingt vorlaut. Aber er ich war mitteilsam und lebhaft, eine kleine, energische Persönlich hkeit. keit. Manch einer, der eher den autoritären Stil liebte, wird das damals amals sicherlich anders empfunden und sich gefragt haben, warum man mir eine derartige Freiheit gewährte.
Keineswegs ist für sie alles glattgegangen. Sie hat viele Tiefschläge einstecken müssen – Vor dem Tierfriedhof, ca. 1961
aber sie bleibt dabei: „Ich will das Leben küssen!“ Ein mutmachendes Buch, ein Ratgeber im besten Sinne. Denn hier schreibt
Meine Eltern nahmen Kinder ernst, sie hörten ihnen zu. Sie ließen ießen sich einfach gern auf Kinder und junge Menschen ein. Sie sprachen achen vom „Leben in der Bude“ und wie es sie bereichern würde. Ich bin seit diesen Tagen in der Lage, mich auf mich selbst st zu verlassen – weil sie mich gelassen haben.
eine Frau, die sagen kann: „Wer einmal tot war, weiß, wie schön das Leben ist.“
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i wirklich viel aus i nie h mir habe ich Seit iich Anfang 20 bin, t. Es erschien mir alles mein Geburtstagen gemach meinen g, Valentinstag oder tzt. Genau wie Mutterta au so aufgese eigens an Weihnachten. Diese übertriebene Geschenke übert an denen etwas zu r vorgeschriebenen Tage, Ka im Kalende so richtig Freude. Wie nicht mir machen hat, gescheh gesch en zur Enttäuschung werden. schnell schne können solche Tage n Anlass. Oder viel lieber Feste ohne konkrete fe Ich feiere Tag h gibt mir das Leben jeden besser besse gesagt: Eigentlic ich lebe und dass ich Dass Feiern: zum genug genu Anlass ben. liebe und die mich zurücklie Mensch Mens en habe, die ich
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Lass es krachen, lebe! ss wir gedacht, dass den Folgejahren jemals Keiner von uns hätte in n und würden einmal fünf Kojoten haben tatsächlich irgendwann werden würde. ein wahrer Kojotenfreund dass unser Lukas wieder ken enken wegzuden meiner Familie nicht mehr Unsere Hunde sind aus so unendlich viel gegeben. und sie haben mir schon ls seiSohn. Er überwand damals Dafür danke ich auch meinem zu ste Ängste bei der Überwindung meiner ne eigene Angst, um mir würde, die Fellnasen dringend brauchen helfen. Er spürte, dass ich ne Kofinden. Meine aus dem Angsttunnel zu um meinen Weg heraus ich en denen in dunklen Momenten begleitet, joten haben mich in den mich ganz fast erdrückt wurde. Sie haben von meinen Todesängsten bstverselbstverIntuitiv, ohne Worte, ganz leicht und lautlos getragen. higt. heit beruhigt. allein durch ihre Anwesen ständlich. Sie haben mich
g mal ganz Zeit um meinen Geburtsta letzten Jahr wollte ich die Im let den Tag davor lange Vorplanung habe ich ander anders verbringen. Ohne ich zum Teil gar Menschen verbracht, die tatsäc tatsächlich im Kreis von s Experiment. Und es spontane ein war Es kannte. nicht persönlich gelang gelang. “, die meieinen Aufruf an alle „Freunde Über Facebook machte ich und Lust, am 26. Juli mit mir -Seite kennen: „Habt ihr Fa ne Facebook zu machen? Wanderung im Hohen Venn einem guten Führer eine in der idylliein gemeinsames Grillen noch wir könnten Danach Dana veranstalten.“ sverbandes der Stadt Eupen schen Hütte des Tourismu 251
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aus der Gruppe „Die Halbstarken“
Beispielhafte Buch-Innenseiten
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retten, joggen und den Garten umgraben. Facebook-Powerposten, ein Buch schreiben und natürlich: Wäsche waschen. Viel und schnell. Langweilig wird es im Hause Schreinemakers nie. In Margarethes Leben und Denken gibt es keine Dosierungsanleitung. Da gibt es nur ganz oder gar nicht, volle Schubkraft, 100 Prozent Einsatz, Leidenschaft und Lametta. Bei ihr gibt es immer die ganze Eisbombe.“
Margarethe Schreinemakers
Ich will das Leben küssen! Wer einmal tot war, weiß, wie schön das Leben ist
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Jesus, der Routenplaner.
Jesus, der Fluchthelfer. Er wusste genau, wie man am besten aus dem Schlamassel kommt. Ihm nach, und das Ende des Tunnels ist in Sicht. Matthäus 9,9
Er hatte ein feines Gespür, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Seine Freunde durften sich mehr als einmal über sein Organisationstalent wundern. Markus 14,13 –16
Das Leben ist kein Wunschkonzert – das wusste keiner besser als er. Dennoch hat er gute Tipps, wo und wie man seine Anliegen erfolgreich platziert. Matthäus 7,7–11
© 2012 by adeo · www.menschjesus.de
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Jesaja 66,13
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Funken der Hoffnung ENGAGEMENT FÜR FLÜCHTLINGE UND VERFOLGTE Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, ist überzeugt: Das Reich Gottes auf dieser Erde beginnt, wo wir den Armen, den Kranken, den Ausgegrenzten, den Flüchtlingen, den Obdachlosen und den Verzweifelten liebend entgegentreten. In seinem Buch „Funkenflug – Glaube neu entfacht“ träumt er davon, wie es wäre, wenn der christliche Glaube mehr und mehr Menschen ansteckt, Liebe auszuteilen.
„I
ch bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen …“ Wer das ernst nimmt, der kann gar nicht anders, als sich berühren zu lassen von dem Leid der Flüchtlinge, von dem derzeit die Nachrichten voll sind. Wir sehen die Bilder von gekenterten Flüchtlingsschiffen auf dem Mittelmeer, von Menschen, die völlig erschöpft Lampedusa erreichen. Und leider auch die Leichensäcke der Menschen, die es nicht geschafft haben. Vielen Menschen in Deutschland geht das sehr nahe. Deswegen engagieren sich immer mehr von ihnen ehrenamtlich. Es ist wirklich eindrucksvoll, wie viele Menschen in Deutschland jetzt zur Stelle sind und mit anpacken, wo sie gebraucht werden. Gerade bei unserem Umgang mit Flüchtlingen wird die Verbindung von Glauben an Gott und unserem Engagement für eine gerechtere Welt offensichtlich. Das Gebot zum Schutz der Fremdlinge zieht sich durch ganz unterschiedliche Traditionen der Bibel. Und wir merken – heute sind wir gemeint. Wir sollten denen beistehen, die nach so viel Erfahrung von Unrecht und Gewalt stumm werden, weil sie keine Tränen mehr haben. Denen, die traumatisiert sind und nur noch weg wollen von den Orten, an denen der Tod herrscht – und
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die geschlossene Grenzen vorfinden. Denen, die ihr letztes Geld zusammenkratzen oder aus Verzweiflung auch ihren Körper verkaufen, um überhaupt eine Chance zu haben, und die sich dann auf lebensgefährliche Boote pferchen lassen. Als Christen können wir nicht mit ansehen, dass all diese Menschen nur dann eine Überlebenschance haben, wenn sie es bis in die europäischen Küstenregionen schaffen, wo sie ein Rettungsboot der EU vielleicht aufgreift. Deshalb haben wir als Kirchen natürlich gefordert, dass ihr Leben nicht nur gerettet werden muss, wenn ihre Boote es bis vor die europäische Küste geschafft haben, sondern auch dann, wenn sie sich noch im Mittel-
Jetzt geht es darum, alle Kräfte aufzubieten, um die vielen Flüchtlinge, die bei uns Zuflucht suchen, menschenwürdig unterzubringen. meer auf hoher See bewegen. Wir können Menschen ja nicht sehenden Auges in den Tod fahren lassen. Das wäre eine moralische Bankrotterklärung. Inzwischen hat die
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An Heiligabend 2014 feierte ich in München einen Gottesdienst mit Flüchtlingen. Es war ein intensives Erlebnis, Menschen zu treffen, die ihre Flucht überlebt hatten, und eben auch viele Haupt- und Ehrenamtliche von Kirche und Diakonie, die bereits seit Wochen unermüdlich mit vielen kleinen Handgriffen dafür gesorgt hatten, diese Flüchtlinge in Würde zu empfangen und sie willkommen zu heißen. Die Lesung der biblischen Weihnachtsgeschichte hat mich wieder einmal daran erinnert, wie sehr sie mit dem Schicksal von Flüchtlingen verbunden ist. Josef und Maria mussten nach dem Bericht des Matthäusevangeliums mit ihrem kleinen Kind, Jesus, fl iehen, weil König Herodes das Kind töten wollte. Das Neugeborene blieb am Leben, weil Maria und Josef in Ägypten Asyl fanden.
Foto: Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
Europäische Union glücklicherweise das Gebiet entsprechend ausgeweitet, in dem die Hilfsschiffe patrouillieren. Jetzt geht es darum, alle Kräfte aufzubieten, um die vielen Flüchtlinge, die bei uns Zuflucht suchen, menschenwürdig unterzubringen und ihre Asylanträge so schnell wie möglich zu bearbeiten, um die quälende Wartezeit zu verkürzen. Und vor allem müssen wir längerfristig die Gründe, aus denen die Menschen ihre Heimatländer verlassen, überwinden. Deswegen ist eine faire Handelspolitik und eine beherzte Klimapolitik die beste Flüchtlingspolitik der Zukunft!
HEINRICH BEDFORD -STROHM wurde 1960 in Memmingen geboren. Seit 2011 ist er Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und seit November 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen systematisch-theologischen Arbeit finden sich bei ihm in gelebter Weise wieder: Er setzt sich u.a. ein für Menschenwürde im Umgang mit Flüchtlingen, die Überwindung von Gewalt und gelebte Zivilcourage. Bedford-Strohm ist verheiratet mit der Psychotherapeutin Deborah
Niemand kann heute ernsthaft Weihnachten feiern, ohne auch Anteil an der Situation der 60 Millionen Flüchtlinge überall auf der Welt zu nehmen. Vielleicht haben sie lebensgefährliche Situationen erlebt, ganz sicher aber eine Zeit der Angst und vor allem
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Bedford-Strohm und Vater von drei Söhnen.
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Ungewissheit hinter sich. Wenn sie nun hier bei uns in Deutschland darauf warten, ob ihr Antrag auf Asyl angenommen wird, leben sie mit vielen Menschen in der gleichen Situation auf engem Raum zusammen. Kurz vor dem Weihnachtsgottesdienst war ich im mittelfränkischen Dorf Vorra. Dort hatten irgendwelche fehlgeleiteten Leute in einer Asyl-Unterkunft Feuer gelegt, kurz bevor die Flüchtlinge ankamen. Das hat leider im Laufe der nächsten Monate viele ähnlich gestrickte Menschen zum Nachmachen animiert. In Meißen, Tröglitz, Reichertshofen, Remchingen, Aue und anderen Orten wurden bezugsfertige AsylUnterkünfte durch Anschläge unbewohnbar gemacht, in Freital bei Dresden marschierten rechtsgerichtete Demonstranten vor einem umgebauten Hotel auf, das Asylbewerbern eigentlich Ruhe und Sicherheit bieten soll. In Heidenau kam es wiederholt zu rechtsradikalen Aktionen. Es ist beschämend, das zu sehen. Aber aus diesen Anschlägen sind auch neue Kräfte erwachsen. Die evangelische Gemeinde in Vorra bekam nach dem Anschlag umso mehr Zulauf von Menschen, die Gesicht zeigen und den Asylsuchenden helfen wollten. Und in Freital standen regelmäßig auch Menschen vor dem Hotel, die gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit demonstrieren und den Asylsuchenden zeigen wollten: Wir sind bei euch – und es gibt auch viele Deutsche, die euch willkommen heißen. […] Jetzt bewährt sich auch, dass sich in den letzten Jahren an vielen Orten in Deutschland lokale und regionale Bündnisse gegen
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Rechtsextremismus gebildet haben. Sie sind so etwas wie die Infrastruktur für eine breite Bürgerbewegung gegen Fremdenfeindlichkeit und für die Menschenwürde, wie sie im Zusammenhang mit den Diskussionen um Pegida sichtbar geworden ist. […] Ich hoffe, dass die rechtsradikalen Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, die wir erlebt haben, dazu führen, dass die Kräfte der Humanität in Deutschland umso stärker werden. Diese Angriffe machen zornig. Man kann dabei leicht Ohnmachtsgefühle bekommen. Für viele sind sie aber auch Ansporn zu sagen: Jetzt erst recht. Wir werden zeigen, dass nicht Hass und Gewalt, sondern Nächstenliebe und das Eintreten für die Menschenwürde unser Land ausmachen!
Wir werden zeigen, dass nicht Hass und Gewalt, sondern Nächstenliebe und das Eintreten für die Menschenwürde unser Land ausmachen!
Einige christliche Gemeinden gewähren Flüchtlingen Kirchenasyl. Am Ende fi nden sich meistens bei gutem Willen auf allen Seiten Wege, dass die Flüchtlinge bleiben können. Kirchenasyl kann immer nur ein letztes Mittel sein, wenn einzelne besondere Härten vom Recht einfach nicht erfasst werden. Es ist der Versuch, dem Sinn des Rechts in bestimmten Einzelfällen Geltung zu verschaffen – ein Akt der Nächstenliebe. Ich bin dankbar für all die Menschen in unseren Kirchengemeinden und darüber
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BUCHTIPP hinaus überall in der Gesellschaft und auch in den zuständigen Behörden, die sich für eine den christlich-humanitären Traditionen unseres Landes angemessene, würdige Aufnahme von Flüchtlingen einsetzen und dafür viel Liebe und Lebenszeit investieren. Sie sind für mich Vorbilder für die Exzellenzinitiative der Humanität, die wir jetzt im Umgang mit den Flüchtlingen brauchen!
Heinrich Bedford-Strohm schreibt über seinen Traum von einer neuen Kirche: christlicher Glaube, der wie ein Funke überspringt. Er wendet sich an die Suchenden, an diejenigen, die ihren Glauben bewusst leben und jene, die sich neu dafür begeistern lassen: für einen Glauben, der nach Freiheit, nach Liebe schmeckt.
Es sind auch nicht nur Ehrenamtliche, die sich für Flüchtlinge einsetzen, sondern viele Menschen in den Ministerien, Regierungspräsidien, Landratsämtern und Rathäusern. Sie tun – oft auch als bewusste Christen – was sie können, um die Unterbringung der Menschen zu organisieren. Manchmal stehen sie dabei vor fast unlösbaren Aufgaben. Und trotzdem machen sie weiter. All das ist gelebte Nächstenliebe. In solchen Zeiten mag und soll auch ruhig im Vordergrund stehen, dass Nächstenliebe hier vor allem bedeutet, dass die Stärkeren den Schwächeren helfen. Doch am Ende sind wir alle einfach Menschen. Menschen, die wechselseitig aufeinander angewiesen und einander zur Mitmenschlichkeit bestimmt sind.
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Dass die wahre Natur des Menschen nicht Egoismus und Selbstzentriertheit ist, sondern dass die uns von Gott gegebene Natur die Mitmenschlichkeit ist, dafür war jener Heiligabendgottesdienst noch einmal ein eindrücklicher Beweis. Dort sind wir alle vereint gewesen in dem Gefühl, von Gott geliebt zu werden. Und es hat ausgestrahlt in die Art, wie wir miteinander umgegangen sind. Gekürzter Auszug aus dem Buch „Funkenflug – Glaube neu entfacht“ von Heinrich Bedford-Strohm
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Funkenflug – Glaube neu entfacht Nr. 835072, € 17,99 Gebunden · gestanzter Schutzumschlag 192 Seiten ISBN 978-3-86334-072-8
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„Und wenn ich nicht mehr leben möchte?“ FRAGEN DES LEBENS UND STERBENS Haben wir das Recht dazu, über Leben und Tod zu entscheiden, wenn wir selbst oder andere schwer erkranken und Schmerzen leiden? In ihrem Buch „Und wenn ich nicht mehr leben möchte?“ stellen sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Theologe Nikolaus Schneider den Fragen von ZEIT-Redakteurin Evelyn Finger zum Thema Sterbebegleitung und -hilfe.
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in Beispiel aus der Praxis: Zu Hause sitzt die Oma, 86 Jahre alt, und trinkt nichts mehr. Die Enkelin steht daneben und denkt sich: „Was machen wir jetzt mit der Oma? Wenn ich keinen Arzt rufe, stirbt sie mir.“ Also ruft sie den Arzt. Der ruft sofort einen Krankenwagen, um nicht zu riskieren, dass sie an Austrocknung stirbt. Die Oma hatte vielleicht sogar vor zu sterben – konnte das aber gar nicht mehr so richtig äußern. Jetzt wird sie ins Krankenhaus gebracht, drei Tage aufgepäppelt, kommt wieder nach Hause, trinkt wieder nichts. Was tut man da? Und sollte der Arzt nicht auch Helfer sein, indem er manchmal etwas unterlässt? Nikolaus Schneider: Wenn der Arzt weiß, was der Wille dieses Menschen ist, dann muss er auch nicht handeln. Er sollte respektieren, wenn die 86-jährige Oma sagt: „Ich will nicht mehr.“ Gut wäre, wenn diese das ihrer Enkelin in besseren Tagen schon vermittelt hätte. Im richtigen Leben ist das manchmal schwierig. Stellen Sie sich vor, nachmittags kommt der Ehemann der Enkelin heim und die Oma ist tot. Seine Frau hatte zwar den Arzt gerufen, der aber wollte nichts unternehmen. Und jetzt geht es um die Frage der unterlassenen Hilfeleistung. Denn der junge Mann findet:
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Sie ist gestorben, weil der Arzt nicht gleich gehandelt hat. Nikolaus Schneider: Ich kann letztlich nicht entscheiden, was in dieser Situation richtig oder falsch gewesen wäre. Klar ist: Es gibt keinen Zwang zum Leben. Keiner, auch kein Arzt, hat das Recht, jemanden gegen seinen Willen an einen Tropf oder eine Maschine zu hängen.
Es gibt keinen Zwang zum Leben.
Aber das ist doch die klassische Situation. Jeden Tag passiert das in Deutschland tausendfach. Im Zweifelsfall hängt man die alten Leute, die nicht mehr essen und nicht mehr trinken, an den Tropf. Und schon sind sie quasi Gefangene unseres freiheitlichen Gesundheitswesens. Und mit ein bisschen Pech kann die Enkelin noch nicht einmal etwas dagegen unternehmen, weil es keine Patientenverfügung gibt. Nikolaus Schneider: Das ist grauenhaft. Das will ich nicht.
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Foto: Steffen Roth
Foto: Laurence Chaperon
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
Theologe Nikolaus Schneider
Hermann Gröhe: Und es ist, mit Verlaub, ein Zerrbild der Realität in unseren Krankenhäusern und Pflegeheimen! Keineswegs wird tausendfach gegen den Willen von Patientinnen und Patienten verstoßen. Aber wenn der Notarzt gerufen wird – bei einem Unfall oder wenn jemand plötzlich umkippt –, muss eben zumeist schnell gehandelt werden – bevor man nach einer Patientenverfügung überhaupt fragen kann. Dabei lassen sich – dies habe ich gerade erlebt – die Ärztinnen oder Ärzte vor allem von der Frage leiten: Was täte ich bei meiner Mutter? Was unterließe ich? Keineswegs bestimmt ein falscher Lebensverlängerungsehrgeiz oder die Angst vor dem Staatsanwalt ihr Handeln. Und im von Ihnen geschilderten Fall, der Unsicherheit der Enkelin über die Oma, die nichts trinkt, ändert eine Zulässigkeit organisierter Selbsttötungshilfe oder ärztlicher Suizidassistenz überhaupt nichts! Stets geht es darum: Wie schätzt die Enkelin die Lage, den Willen der Oma ein? Was kann sie dem Arzt sagen?
mit ihren Angehörigen rechtzeitig über die wesentlichen Fragen sprechen: Wie stelle ich mir mein Sterben vor? Möchte ich zu Hause sterben oder in ein Krankenhaus gebracht werden, wenn absehbar ist, dass es zu Ende geht? Das zu klären, ist genauso wichtig wie die Patientenverfügung oder vor allem die Vorsorgevollmacht. Wann muss man aufpassen, dass ein altersschwacher Angehöriger nicht verdurstet? Wann muss man aufpassen, dass man einen Sterbewilligen nicht zum Trinken zwingt? Wann braucht ein Sterbender einfach nur Mundpflege, die die Mundtrockenheit aufgrund des Flüssigkeitsmangels lindert? Wann muss man aufhören, einen geliebten Menschen zu weiterer Nahrungsaufnahme zu nötigen? Dahinter steht die Frage: Wann ist es Zeit, Abschied zu nehmen und loszulassen? Fragen, die uns an unsere Grenzen bringen.
Was kann man gegen diese Unsicherheit denn unternehmen? Hermann Gröhe: Sich ihr erst einmal stellen. Ich hoffe, dass die öffentliche Diskussion mit dazu beiträgt, dass noch mehr Menschen
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Können Familien das alles überhaupt leisten? Hermann Gröhe: Da sprechen Sie etwas Wichtiges an. Die Angehörigen werden hier sicher sehr belastet. Da muss die Gesellschaft Hilfestellungen geben. Und die gibt es, wir werden sie aber ausbauen. Und die Rückfrage: Wer sollte es besser können als Familie und enge Freunde? Zugleich
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unterstreicht Ihr Beispiel erneut, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig in der Familie darüber auszutauschen, was der Einzelne in seiner letzten Lebensphase noch an Behandlung wünscht. Solche Gespräche sind wichtig, damit die Angehörigen im Fall der Fälle nicht noch mit der Frage belastet sind: „Oje, hätten wir bloß mal drüber geredet. Was würde Mutter oder Vater jetzt wollen?“ Ein Weg, um zu diesem sicher nicht leichten Thema ins Gespräch zu kommen, kann das gemeinsame Erstellen einer Vorsorgevollmacht oder einer Patientenverfügung sein. Die Evangelische Kirche in Deutschland und die katholische Deutsche Bischofskonferenz haben einen Leitfaden erarbeitet, den man dazu nutzen kann. Man findet ihn unter dem Stichwort „Christliche Patientenvorsorge“. Auch das Justizministerium bietet zum Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung eine gute Handreichung.
nichts mehr trinkt, dann wünschte ich mir von diesem Mediziner, dass er als Erstes fragt: „Sagen Sie mal, will Ihre Oma vielleicht sterben?“ Er sollte versuchen, die Enkelin von ihren Ängsten zu befreien, damit die alte Frau friedlich sterben kann. Hermann Gröhe: Man wünschte sich ja auch, dass der Arzt nicht plötzlich hinzutritt, wenn es gar nicht mehr anders geht, sondern dass er die Familie schon länger kennt und begleitet. Wenn du in einer PalliativStation angeleitet durch eine Schwester einem geliebten sterbenden Menschen den Mund befeuchtest, bist du, in aller Trauer, dankbar, helfen zu können. Hilfe sollte auch
Sterben kann auch hell und freundlich sein.
Nikolaus Schneider: Ich möchte noch mal etwas zu dem geschilderten Fall mit der Oma, die nichts mehr trinken möchte, sagen. Erstens würde ich mir sehr wünschen, dass die Enkelin mitbekommt, wenn Oma nicht mehr leben will – dass also erst gar nicht der Arzt geholt wird. Und dass sie weiß: Ein Sterbender hat nicht dadurch Schmerzen, dass er nicht mehr isst und trinkt.
rechtzeitig erbeten und angenommen werden. Wie oft habe ich von Ehrenamtlichen im ambulanten Hospizdienst gehört: Wie viel mehr hätten wir einer Familie helfen können, wenn wir nicht drei oder vier Tage, sondern drei oder vier Wochen vor dem Tode gerufen worden wären. Das belastet die Helferinnen und Helfer und führt zu fehlender Unterstützung.
Sondern?
Ist der Anruf beim Hospizdienst in unserer Gesellschaft tabuisiert?
Nikolaus Schneider: Ich habe meinen Vater beim Sterben begleitet und weiß seitdem, dass die Verweigerung der Nahrungsaufnahme in der letzten Lebensphase nicht zu Schmerzen, sondern zu einem friedlichen Sterben führt. Wenn die Enkelin nicht Bescheid weiß und den Arzt ruft, weil Oma
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Hermann Gröhe: Nach meiner Erfahrung leider ja. Wenn man das vorschlägt, denken manche Leute, man rufe schon nach dem Bestatter. Deshalb melden sich viele erst, wenn sie merken: Jetzt geht gar nichts mehr. Hilfe! Es wäre übrigens auch für die
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BUCHTIPP Ehrenamt lichen schön, wenn sie in einer Phase hinzugerufen würden, wo sie noch wirklich helfen können. Wenn Zeit bleibt, sich aufeinander einzustellen, letzte Dinge noch in Ruhe zu regeln, bewusst und in Würde Abschied zu nehmen.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe lehnt jede organisierte Beihilfe zur Selbsttötung entschieden ab. Auch Nikolaus Schneider hat als Theologe eine klare Meinung zum Thema. Aber seine Frau Anne ist an Krebs erkrankt, und er hat
Ist der Grund für die späten Hilferufe wirklich nur die Weigerung, sich einzugestehen, dass jemand stirbt?
ihr versprochen, sie in die Schweiz zu begleiten, wenn sie Selbsttötungshilfe in Anspruch nehmen möchte. Mit einem Interview mit Anne Schneider und einem Beitrag von Frank Ulrich Montgomery,
Hermann Gröhe: Sicher gibt es viele Gründe: Unsicherheit im Hinblick auf den Ernst einer Lage, unzureichende Gesprächsbereitschaft unter den Beteiligten, die Frage, ob ein Fremder wirklich helfen kann, helfen soll, der Wunsch, es alleine zu schaffen.
Präsident der Bundesärztekammer.
Was raten Sie den ängstlichen Angehörigen? Hermann Gröhe: Zögern Sie nicht! Hospize und ambulante Hospizdienste wurden zur Betreuung Schwerstkranker und Sterbender eingerichtet. Nutzen Sie sie – gerade wenn Sie unsicher sind, wann eine schwere Erkrankung in die Sterbephase übergeht. Scheuen Sie keine Fragen! Nikolaus Schneider: Für viele Menschen ist das Wort „Sterben“ ein Schreckenswort. Etwas Ultimatives, Düsteres. Jeder, der schon einmal damit zu tun hatte, weiß aber: Sterben kann auch hell und freundlich sein. Es gibt Höhen und Tiefen. Schreckliche und schöne Momente, wo man lachen kann oder weinen muss. Es ist ein Vorgang voller Leben und man kann ihn gestalten. Auszug aus dem Buch „Und wenn ich nicht mehr leben möchte?“ von Hermann Gröhe und Nikolaus Schneider
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Hermann Gröhe und Nikolaus Schneider im Gespräch mit Evelyn Finger
Und wenn ich nicht mehr leben möchte? Sterbehilfe in Deutschland – Mit einem Interview mit Anne Schneider und einem Beitrag von Frank Ulrich Montgomery
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Bilder der Bibel
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ie Bibel ist für mich eine unerschöpfliche Quelle der Erkenntnis, deren Reichtum mich bis heute inspiriert und herausfordert“, sagt Andreas Felger und versteht seine Malerei als ein Antworten, als Echo. Über Jahrzehnte sind es einzelne Blätter, in denen er antwortet, und manchmal auch Zyklen: Schöpfung, Hoheslied, Prediger, Gleichnisse, Passion, „Vater Unser“. Sein erstes Buch handelt von Abraham.
Auf das Ganze gesehen, ist dies ungewöhnlich und bemerkenswert. In den meisten Künstlerbiographien bleiben es Episoden, Exkurse, Erfahrungen auf Zeit, in denen Biblisches sichtbar wird. Felger dagegen umkreist die Bibel seit mehr als fünfzig Jahren. […]
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Manchmal greifen Farben und Formen eine Geschichte auf, erzählen sie ohne Worte. Menschen tauchen auf, Tiere, Gestirne, Pflanzen und immer wieder der mit einem Kreuznimbus gezeichnete Messias. […] Der Maler weiß, wir sind und bleiben Tastende und Buchstabierende, vielleicht Staunende, nie aber Wissende. Er sagt: „Überall sind Spuren des Ewigen. […] Wenn jemand Gefühle oder eine Geschichte entdeckt, dann freut mich das. Ich möchte vor allem Hoff nung wecken. Licht spielt in meinen Bildern eine große Rolle. Menschen, die im Dunkel sitzen und keinen Weg mehr sehen, brauchen Licht, brauchen dieses Hoff nungszeichen.“ Dr. Oliver Kohler
adeo magazin • 2 | 2015
Andreas Felger
Andreas Felger –
Bilder der Bibel
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Klaus Hamburger
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Von guten Mächten wunderbar geborgen Mit Aquarellen von Andreas Felger
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adeo magazin • 2 | 2015
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Andreas Felger
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adeo magazin • 2 | 2015
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Verpackt sind die Karten in einer hochwertigen Schachtel aus dunkelblauem, strukturiertem Karton. Die Sets enthalten je zwei Faltkarten der insgesamt fünf verschiedenen Motive.
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Über die Kraft eines Liedes ERFOLGS-AUTOR TITUS MÜLLER IM INTERVIEW Kaum ein anderes Weihnachtslied berührt die Herzen der Menschen wie „Stille Nacht, heilige Nacht“. In über 300 Sprachen übersetzt, wird es heute weltweit gesungen und gespielt. Doch wie ist das Lied entstanden? Titus Müller hat sich auf Spurensuche begeben – und eine besondere Weihnachtserzählung geschrieben.
Wir sind ein wenig neugierig. Verraten Sie uns, wie Sie als Kind Weihnachten erlebt haben?
Seit ich denken kann, habe ich das Fest geliebt. Zuerst schmückten die Eltern hinter verschlossener Tür den Baum. Dann verteilten sie die Geschenke auf verschiedene Plätze. Meine Brüder und ich lauerten vor der Wohnzimmertür. Wir konnten kaum noch atmen vor Anspannung, klopften andauernd und fragten, wie lange es noch dauere. Es roch nach Räucherkerzen und Tannengrün. Feierliche Weihnachtsmusik drang durch die Tür. Wir Kinder schlichen im Flur auf und ab und zitterten vor Freude. Sie haben zwei Kinder – welche Rituale und Gebräuche möchten Sie Ihnen gerne mitgeben?
Zum Glück habe ich eine musikalische Frau geheiratet. Lena hat Musik studiert, sie liebt die Musik. Also gehört zu unserem Weihnachtsfest das Singen und Musizieren dazu. „Stille Nacht“ ist ein Muss wie früher in meiner Kindheit, etliche andere Lieder auch. Außerdem möchte ich unseren Jungs jedes Jahr erzählen, warum wir Weihnachten feiern. Letztes Jahr habe ich die Weihnachtsgeschichte recht simpel erzählt. Aber die Jungs werden ja langsam größer, bald kann ich mehr Details hinzufügen. Ich wünsche
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mir, dass sie wie ich darüber staunen, wie nah uns Gott gekommen ist und dass er uns nicht aufgegeben hat. Die Kinder bekommen natürlich Geschenke und es wird genascht. Habe ich erwähnt, dass ich Lebkuchen liebe? In Ihrer neuen Erzählung schildern Sie anhand des Lebens von Joseph Mohr die Entstehung des wahrscheinlich berühmtesten Weihnachtsliedes „Stille Nacht“. Was hat Sie zu dieser Geschichte inspiriert?
Ich war neugierig. „Stille Nacht“ wurde ja in mehr als dreihundert Sprachen übersetzt, es ist eines der erfolgreichsten Lieder der Welt. So viele Musiker haben sich in dieses Lied verliebt, von Johnny Cash, Ella Fitzgerald und Jimi Hendrix über Elvis Presley bis zu Simon and Garfunkel oder Tori Amos. Es wurde zum Unesco-Kulturerbe erklärt. Und immer wieder berührt es die Menschen, die es singen. Wo kommt es her? Wer hat den Text geschrieben, und wem verdanken wir die Melodie? Das hat mich interessiert. Sie nehmen Ihre Leser mit in das Jahr 1817 – was hat Sie bei der Recherche zu Ihrem Roman am meisten überrascht?
Dass Joseph Mohr diesen berührenden Text schreiben konnte, obwohl er unter
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schwierigen Verhältnissen aufwuchs und kaum den Kriegen und der Armut entkam. Als unehelicher Sohn hat Joseph Mohr seinen Vater nie kennenlernen können. Später trifft er immerhin seinen Großvater. Was meinen Sie, welche Auswirkung diese schwierige Familiengeschichte auf den jungen Joseph Mohr hatte?
Seine Mutter Anna arbeitete als Strickerin. Jedes ihrer vier Kinder stammte von einem anderen Vater, und für jedes von ihnen musste die Mutter im Stadtgericht in einem demütigenden Unzuchtsverfahren ihre Sünde bekennen und eine Strafe zahlen. Man war damals gebrandmarkt als uneheliches Kind. Die Eltern konnten angezeigt werden, meldeten sie sich selbst, fiel die Strafe milder aus und sie konnten sie durch Handarbeit oder mit einer Geldsumme – wie Anna es tat – abbüßen. Dabei hätte Anna sicher gern geheiratet, nur musste dazu die zuständige Stadtbehörde ihre Zustimmung geben und Voraussetzung für die Hochzeitsgenehmigung war, dass das Paar über ein ausreichendes Einkommen verfügte. Man wollte mit dieser Regelung
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das Wachstum der verarmten Unterschicht eindämmen. Manche Paare gingen ins Ausland, um dort zu heiraten und dem strengen Gesetz zu entgehen. Kehrten sie aber nach Salzburg zurück, wurden sie mit drei Jahren Zuchthaus bestraft. Anna, die sich mühevoll von der Näherei ernährte, fehlten für die Familiengründung die Mittel. Josephs Vater war Musketier im Dienst des Fürsterzbischofs. Ein halbes Jahr vor Josephs Geburt tauchte er unter. Joseph lernte ihn nie kennen. Ein Familienidyll wie im Lied „Stille Nacht“ gab es für ihn nicht, ein Idyll, in dem zwei Eltern einander vertrauen, wie es in der ersten Strophe heißt, und über ihr Kind wachen. Er wuchs vaterlos und in Armut auf. Aus Mitleid nahm sich ein Domvikar des Jungen an und ermöglichte ihm eine erstklassige musikalische Ausbildung und ein Theologiestudium. Trotzdem musste er, um Hilfspriester werden zu dürfen, beim Erzbischof um „Dispensation wegen Ermangelung der ehelichen Geburt“ bitten. Dann erfuhr er, dass sein Vater gestorben war, ohne dass die beiden sich je getroffen hätten. Das muss eine tiefe Enttäuschung für ihn gewesen sein.
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Dieses mangelnde Interesse des Vaters an ihm – ich kann mir die Verletzung des jungen Joseph Mohr ausmalen. Dass er anschließend eine Stelle in Mariapfarr im Lungau erhielt, war sicher kein Zufall, er wird darum gebeten haben, um sich auf die Suche nach seinem Großvater machen zu können. Die väterliche Seite seiner Familie kannte er nicht. Nun endlich fand er den Vater seines Vaters. Auch wenn ihnen nur wenige Monate vergönnt waren, bevor der 86-Jährige starb: Joseph wird viele Fragen an ihn gehabt haben. Wie war mein Vater? Bin ich ihm ähnlich? Nachdem der Großvater starb, trug Joseph mit eigener Hand den Tod und das Begräbnis in das Kirchenbuch ein.
TITUS MÜLLER Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde u.a. mit dem „C. S. Lewis-
Nach dem Tod seines Großvaters dichtet
Preis“ und dem „Sir Walter Scott-
er die Strophen von „Stille Nacht“ – welche
Preis“ ausgezeichnet. Seine Ratgeber
Sehnsucht schwingt für Sie in dem Lied mit?
und historischen Romane begeistern unzählige Leser.
All das, was Joseph Mohr im Leben verwehrt geblieben ist, sucht er bei Jesus Christus. Als junger Hilfspfarrer kommt Joseph Mohr schließlich in den kleinen Ort Oberndorf bei Salzburg. Dort sorgen seine Liebe zur Musik und die Nähe zu den Flößern für Unruhe bei der geistlichen Obrigkeit. Warum eigentlich?
Ich zitiere mal aus dem Beschwerdebrief, den sein Vorgesetzter an das Konsistorium in Salzburg schickte: „Der Ort K. K. Laufen fordert seiner kritischen Lage wegen für die Seelsorgestelle anstandsvolle Männer. Priester Mohr ist es nicht. Dessen Wesen ist noch jugendlich, unbesonnen, hingebend. Burschenmäßig geht er mit seiner langen Tabakpfeife, den Beutel an der Seite, über die Gassen, er spielt und trinkt nächtlicherweile, er singt mitunter nicht erbauliche
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Lieder, er scherzt auch mit Personen des anderen Geschlechts, benimmt sich wenigstens nicht geistlich, und fährt mit Mädchen aus. Beim letztgroßen Wasser fuhr er gleich anderen Schiffsbuben im Nachen herum. Das Studium und die Ausbildung zu seiner Seelsorge scheint er zu vernachlässigen und seiner Vorliebe für Musik und musikalische Unterhaltung alles zu opfern. Auch wohnt ihm der Subordinationsgeist nicht bei.“ Ich glaube, im letzten Satz liegt der Schlüssel. Joseph Mohr war seinem Vorgesetzten schlicht zu aufmüpfig. Als man die Vorwürfe nämlich prüfte, stellte sich heraus, dass die Bevölkerung überaus zufrieden mit Joseph war. Die Gemeindevorsteher bescheinigten ihm, dass sie mit seinem priesterlichen Dienst vollauf zufrieden seien und er die heiligen
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BUCHTIPP Handlungen andachtsvoll verrichte. Er stehe jedem Kranken bei, wenn man ihn rufe, und seine Kanzelvorträge höre die Gemeinde gern. Ich habe mir trotzdem erlaubt, aus den kleinen Andeutungen („fährt mit Mädchen aus“) einen Teil meiner Erzählung zu bauen: Eine junge Frau, ich nenne sie Sophie, verliebt sich in den musikalischen Hilfspriester. Das kann nicht ohne Komplikationen bleiben.
„Stille Nacht, heilige Nacht“ gilt heute als das bekannteste Weihnachtslied der Welt. Am Heiligabend vor fast 200 Jahren erklang es erstmals, gesungen vom Komponisten Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr. Das Lied sprach den Menschen aus der Seele. In seiner neuen Erzählung schildert Titus Müller die berührende Geschichte seiner Entstehung, eingebettet in
Trotz aller Schwierigkeiten und Brüche in den
eine historische Rahmenhandlung voller Tief-
Beziehungen ist Versöhnung ein wiederkeh-
gang und Atmosphäre.
rendes Thema in Ihrer Erzählung – warum war Ihnen das wichtig?
Es ist das Grundthema von Weihnachten. Und das Thema von „Stille Nacht“. Ich wollte zeigen, wie das Lied schon bei seiner ersten Auff ührung zu Weihnachten 1818 Menschen verändern konnte. Franz Gruber und Joseph Mohr sangen es höchstwahrscheinlich nicht im Verlauf der liturgischen Handlung, sondern im Anschluss an den Gottesdienst, unten vor der aufgebauten Krippe. Dass sie das Lied mit der Gitarre begleitet haben, muss einiges Erstaunen hervorgerufen haben. Die Gitarre brachte man damals eher mit dem Wirtshaus in Verbindung, nicht mit der Kirche. So ungewöhnlich war es, in der Kirche das profane Instrument zu spielen, dass im Nachhinein die Legende der defekten Orgel erfunden wurde, um diesen Umstand zu erklären – man erzählte sich, dass die Orgel unspielbar gewesen sein müsse, und Franz Gruber und Joseph Mohr das Lied deshalb mit der Gitarre vortrugen. Für die Personen meiner Erzählung ist dieser Weihnachtsgottesdienst ganz entscheidend. Hier laufen die Fäden der Geschichte zusammen. Joseph Mohr findet durch das Lied einen Weg, das Leben der Zuhörer zu verändern.
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Titus Müller
Stille Nacht Erzählung
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Edition Eberhard Münch
Voll Wärme und Licht Wie die Arme einer Mutter umschließen rote Farbbögen die Mitte des Bildes. Liebe, Geborgenheit, Trost – all dies legt der Künstler Eberhard Münch hinein in sein neues Motiv zur Jahreslosung 2016.
Eines ist gewiss: Wir dürfen uns gehalten, ja, getragen wissen, von der Liebe Gottes. Egal, was kommt. Nach oben hin öffnet sich die Umklammerung – von dort kommt das Licht. Mit einer Betrachtung von Hans-Joachim Eckstein.
Jahreslosung 2016 · Motiv von Eberhard Münch Kunstdruck 62 x 93 cm Nr. 5570023, € 15,—*
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10er-Serie, 10,5 x 14,8 cm
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Gott spricht:
Ich will euch trรถsten, wie einen seine Mutter trรถstet. Jesaja 66,13
Anfang und Ende
Anknüpfen
Du bist die Wolke, aus der wir regnen
Irgendwann machen wir nicht mehr dort weiter,
und in die Welt fallen. Du bist die Wolke,
wo wir aufgehört haben. Wir verlieren den Faden.
zu der wir zurückkehren, wenn wir aufschlagen,
Du hebst ihn auf, knüpfst am Neubeginn
uns in Luft auflösen und verschwinden.
jenseits der Knochen.
Wolke sind wir gewesen. Wolke werden wir sein.
Kurze, wunderschöne Texte über Gott „Ein wahres Kleinod“, dachten wir hier im Verlag, als wir zum ersten Mal ein fertiges Exemplar des Buches „Kurz & Gott“ in der Hand hielten. Ein strukturiertes, bordeauxrotes Einbandmaterial mit tiefgeprägter, silberner Schrift ummantelt die kurzen,
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tiefgründigen Texte von Andreas Noga, die zusätzlich durch Bleistiftskizzen von Eberhard Münch bereichert werden. Wir können Ihnen auf diesen Seiten nur einen kleinen Einblick in das Buch geben, möchten dies aber auf keinen Fall versäumen …
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Energieerhaltungssatz des Leb ens Energie geht nicht verloren . Vielleicht ist also der Tod kein Verlust, sondern Wandel von einer Energieform in eine andere? Geheimnis des Glaubens.
Sackgasse Ich habe mich an die Wand gelebt, stehe vor einer Mauer
Umkehr Gottes Liebe findet dich, wenn du sie suchst.
zwischen Backsteinfassaden und komme nicht vorwärts, weil ich nicht rückwärts will.
„Andreas Noga berührt mich mit jedem Gedicht. Bei ihm vereinen sich Weisheit und herzenswarme Güte. Er bringt Gedanken auf den Punkt, und aus dem Punkt wird, bei näherem Hinsehen, eine ganze Welt.“
Andreas Noga
Titus Müller
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Kurz & Gott Gebunden in Struktur-Material 9,5 x 14,4 cm · 96 Seiten Durchgehend farbig
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Postkartenbuch mit 20 verschiedenen
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Motiven in einer hochwertigen
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Kartonverpackung
Kartonverpackung
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Format: 14,8 x 10,5 cm
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adeo magazin • 2 | 2015
* unverbindliche Preisempfehlung
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* unverbindliche Preisempfehlung
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adeo magazin • 2 | 2015
Stephanie Brall
Stephanie Brall
GAST:GESCHENK
KINDER:GLÜCK
Nr. 5572933, € 9,99*
Nr. 5572931, € 9,99*
Postkartenbuch mit 20 verschiedenen
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Motiven in einer hochwertigen
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Kartonverpackung
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Format: 14,8 x 10,5 cm
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Auf der Suche WO STECKT DER MANN, DEN SIE „DER PREDIGER“ NENNEN? Hinter jedem Buch steckt eine lange Geschichte. Vom ersten Gedanken bis zum fertigen Exemplar vergehen oft Jahre, manchmal auch Jahrzehnte. Die Geschichte dieses Titels beginnt mit einem Film und einem anschließenden Gespräch unter Kollegen im Verlag. Dann packt uns der Wunsch, einen lange abgetauchten Mann zu finden …
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bends läuft in der ARD zur besten Sendezeit ein spannender Film mit dem Titel „DER PREDIGER“. Ein potenzieller Mörder will Pastor werden, der evangelische Bischof bekommt kalte Füße, als er davon erfährt. Denn: „Was wird die Presse sagen, wenn das rauskommt?“ Der Mann soll schließlich seine junge Frau am Tag ihrer Hochzeit von einer Klippe gestoßen haben. Gestanden hat er die Tat nicht. Aber alle Indizien sprechen gegen ihn, viele Jahre hat er deshalb schon im Knast gesessen. Um sich abzusichern und direkte Informationen zu bekommen, schickt der Bischof seinen persönlichen Referenten ins Gefängnis. Er soll herausfinden, was für ein Mensch dieser Typ wirklich ist, den sie „DER PREDIGER“ nennen. Und vor allem, ob er schuldig ist oder nicht.
Am Ende des Films bleibt offen, was auf der Klippe in Schottland geschah, wo sich das Drama abspielte. Hat DER PREDIGER seine Frau hinuntergestoßen, oder ist sie, wie er sagt, gestolpert und von allein gefallen? Was ist Wahrheit und was Lüge? Am nächsten Morgen stehen wir im Verlag zusammen und unterhalten uns über den Film, der die meisten von uns tief beeindruckt hat. DER PREDIGER ist ein packendes
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Drama, ein ganz besonderer Film, der kaum jemanden kaltlässt. Und wir stellen fest: 3,3 Millionen Menschen haben wie wir diesen Streifen mit Lars Eidinger in der Hauptrolle gesehen. Die BILD-Zeitung titelt am gleichen Morgen über dem gepixelten Foto eines Mannes im schwarzen Talar: „Dieser Mann ist ein Mörder. Jetzt ist er Pastor.“
„Ich habe 1972 eine riesengroße Schuld auf mich geladen. Ich habe durch meinen Glauben die Gelegenheit, meine Schuld abzustottern, aber es lasten noch Tausende Kilo auf meinen Schultern.“ Die Geschichte scheint also wirklich wahr zu sein. Und wir bleiben vor allem an einem Satz im Artikel hängen: „Ich habe 1972 eine riesengroße Schuld auf mich geladen. Ich habe durch meinen Glauben die Gelegenheit, meine Schuld abzustottern, aber es lasten noch Tausende Kilo auf meinen Schultern.“ Wir wollen den Mann fi nden, mit ihm sprechen, seine ganze Geschichte in einem Buch erzählen.
adeo magazin • 2 | 2015
Foto: Shutterstock
Doch wie kann man an ihn herankommen? Vor vielen Jahren ist er abgetaucht, kaum einer kennt seine wahre Identität. Verständlich: denn wer will schon einen Mörder als Pfarrer auf der Kanzel stehen sehen?
woher Sie kommen und was Sie von mir wollen. Und wenn Sie anrufen und meine Kinder oder meine Frau am Telefon sind, sagen Sie auch nicht, worum es geht; verlangen Sie immer nur nach mir.“
Wir sprechen mit einigen, die etwas wissen könnten. Aber alle Spuren führen ins Leere. Schließlich formulieren wir einen einfühlsamen Brief an den Mann, mit der Bitte, sich zu melden, und streuen das Schreiben über verschiedene Kanäle.
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Wochen vergehen. Dann kommt eines Tages tatsächlich eine Mail: „Ich bin der, den Sie suchen …“ Zaghaft antworten wir, verabreden uns zu einem ersten Telefonat, dann zu einem Treffen. Wir müssen vorsichtig sein, sagt DER PREDIGER: „Stellen Sie Ihren Wagen am Ende der Straße ab, gehen Sie das letzte Stück zu Fuß, sagen Sie niemandem,
adeo magazin • 2 | 2015
Nach einer langen Reise stehe ich schließlich vor dem Gartentor eines Einfamilienhauses. Im Türrahmen ein alter Mann, lächelnd. „Schön, dass Sie da sind.“ Im Wohnzimmer breitet er alles aus. Vor zwei Jahrzehnten hat er seine Lebensgeschichte niedergeschrieben. Und er will, dass sie veröffentlicht wird, damit alle erfahren, dass Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreiben kann. Stefan Wiesner
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Foto: Shutterstock
Meinen Namen darf ich nicht nennen EIN AUSZUG AUS DER BIOGRAFIE „DER PREDIGER“
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er Regen zwingt ihn dazu, langsam zu fahren. Früher hat er auf dieser Straße das Gaspedal durchgedrückt. Heute bewegt er sich mit seinem Opel Astra nur schleichend vorwärts, vorsichtig, als müsste er sich ducken. Obwohl ihn hier vermutlich niemand mehr erkennen würde nach so vielen Jahren. Hinter der nächsten Biegung müsste er den kleinen Ort, das Ziel seiner Reise, endlich sehen können.
An die Backsteinkirche erinnert er sich sofort, dahinter liegt der Friedhof. Zwei Querstraßen weiter parkt er, nimmt vom Beifahrersitz den Strauß mit sieben Rosen und ein Paket. Es sieht aus wie ein Stapel Schulhefte, regenfest in Folie eingehüllt.
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Die Gräber sind kreisförmig um das dunkelrote, verwitterte Gebäude angelegt. Reihe um Reihe läuft er ab, liest Namen, Jahreszahlen und manchmal einen Satz der Erinnerung. Eine alte Frau mit krummem Rücken klaubt Blütenblätter von der Umfriedung eines Grabes. Mit einem stummen Gruß geht er an ihr vorbei und wagt es nicht aufzublicken. Vielleicht gibt es das Grab, nach dem er sucht, inzwischen nicht mehr, und er kommt um diese letzte Begegnung herum? Erleichterung und Enttäuschung kämpfen in ihm. Gerade weil er so lange mit sich gerungen hat, ob er die weite Fahrt überhaupt auf sich nehmen und noch einmal hierherkommen soll, wäre
adeo magazin • 2 | 2015
BUCHTIPP es ernüchternd, wenn am Ende alles umsonst gewesen wäre. Millionen sahen den ARD-Film „Der Prediger“.
Martas Eltern waren Bauern. Unweit von hier sind sie sich damals das erste Mal auf dem riesigen Hof der Familie begegnet. Ihr Vater war ihm gegenüber von Anfang an misstrauisch. Zwar freundlich, aber eben auch distanziert, als hätte er geahnt, dass etwas nicht stimmt. Gemeinsam sind Marta und er durch die Wiesen gelaufen, haben sich oben am Waldrand das erste Mal geliebt. Bald darauf hat er sie für immer mitgenommen. Und sie ist ihm freudig gefolgt. Fort von zu Hause, weit, weit weg. Über vierzig Jahre ist dies her.
In diesem Buch erzählt der wahre PREDIGER die ganze Geschichte. Seinen Namen darf er nicht nennen – um seine Familie zu schützen. Denn er hat gemordet. 17 Jahre lang saß er im Gefängnis und fand dort zu Gott. Heute ist er evangelischer Seelsorger – obwohl seine eigene Seele tief verletzt ist. Wie kann man mit einer solchen Schuld leben? Hat so jemand eine zweite Chance verdient?
Er war ihre große Liebe, alles hätte sie für ihn gegeben. Und er hat sie ausgelöscht, weil sie ihn vom ersten Augenblick an seine Mutter erinnerte. Kein guter Gedanke. Ein Schmerz, der sich tief in seine Seele eingegraben hat.
* unverbindliche Preisempfehlung
Zum Glück hat es inzwischen aufgehört zu regnen. Nur vereinzelt rieseln noch Tropfen vom Blätterdach der alten Buche, an deren Fuß er schließlich haltgemacht hat, direkt vor einem schmalen, ringsum von kleinen weißen Kieselsteinen gesäumten Grab. Darauf befindet sich ein stilisiertes Herz, aus Granit geschnitten. Buchstaben und Zahlen sind nicht eingraviert, sondern auf dünnen Stegen angebracht. Er liest noch einmal ihren Namen, darunter zwei Jahreszahlen. Vorsichtig legt er die Rosen ab, dazu das Paket. Er hat alles aufgeschrieben, die ganze Geschichte. Die Zeit ist gekommen: Das Netz aus Lügen wird endlich reißen.
DER PREDIGER Nr. 835073, € 17,99 Gebunden · Schutzumschlag · 288 Seiten ISBN 978-3-86334-073-5
A Auch als eBook erhältlich DER PREDIGER DVD 924909, € 14,99* Laufzeit: ca. 88 Minuten Label: Telepool (München) EAN: 4260144382929
adeo magazin • 2 | 2015
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Das wenige, das wir vom Himmel schon auf Erden erkennen, bringt uns schon sehr viel Himmel auf Erden . 6
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Der Dankbare ist der Beschenkte; und wer sich von dem her versteht, was er schon Gutes erfahren hat, der ist reich.
Wer in der Liebe z uhause ist, dem ist die Z uversicht das Fenster in die Z ukunft und das Vertrauen die Tür z um Leben.
Glücklich, wer z urückfindet z u der Heiterkeit der Hoffenden, die das Schönste noch vor sich wissen. 5
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Glücksmomente Wenn wir genau hinsehen, gibt es so viel zu entdecken! Dieser neue Kalender vereint erstklassige Fotos von Micha Pawlitzki und berührende Texte von Hans-Joachim Eckstein, der es meisterhaft versteht, das Glück des Augenblicks in seinen kurzen Betrachtungen festzuhalten.
MICHA PAWLITZKI Jahrgang 1972, zählt zu den besten und erfolgreichsten Fotografen Europas. Zeitschriften wie National Geographic, GEO und Nature arbeiten regelmäßig mit seinen Bildern.
HANS-JOACHIM ECKSTEIN * unverbindliche Preisempfehlung
Jahrgang 1950, ist seit 2001 Professor für Neues Testament an der evangelischtheologischen Fakultät der Universität Tübingen. Vielen ist er durch seine eindrücklichen Vorträge und Predigten sowie durch seine zahlreichen Veröffentlichungen bekannt.
adeo magazin • 2 | 2015
Hans-Joachim Eckstein / Micha Pawlitzki
Das Glück des Augenblicks 2016 Nr. 835060, € 19,99* Wandkalender mit Spiralbindung 14 Blatt, farbig, 49,5 x 68,5 cm ISBN 978-3-86334-060-5
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Kalender für 2016
Edition Andreas Felger
Wandkalender · 49,5 x 68,5 cm
Nr. 835051, € 35,–* Wandkalender · 36 x 46 cm
Postkartenkalender · 15,8 x 18,8 cm
Nr. 835050, € 9,99* Wandkalender · 43 x 46 cm
Nr. 835049, 24,99*
Alle Kalender-Innenseiten finden Sie zur Ansicht unter www.adeo-verlag.de
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adeo magazin • 2 | 2015
* unverbindliche Preisempfehlung
Nr. 835052, € 24,99*
Edition Eberhard Münch
Wandkalender · 98 x 50 cm, limitiert auf 500 Exemplare; vom Künstler signiert und nummeriert
Nr. 835063, 79,–*
Postkartenkalender · 15,8 x 18,8 cm
Nr. 835054, € 9,99*
Wandkalender · 43 x 46 cm
Nr. 835053, € 24,99*
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* unverbindliche Preisempfehlung
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Glaubt ihr etwa, das, was ihr mit euren Teleskopen und Messinstrumenten entdeckt, ist schon alles? Ihr habt keine Geräte, mit denen ihr die Unendlichkeit messen könnt, keine Uhren für die Ewigkeit und keine Spiegel für eure Seelen. Lena Klassen
Wandkalender · 43 x 46 cm
Nr. 835055, € 24,99*
adeo magazin • 2 | 2015
Postkartenkalender · 15,8 x 18,8 cm
Taschenkalender · 12 x 16,5 cm
Nr. 835056, € 9,99*
Nr. 835064, € 9,99*
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EVA JUNG
Wandkalender · 42 x 65 cm
Nr. 835057, € 19,99*
SEHT, WIE GUT ES IST SE UUND N WIE WOHLTUEND, W WEN E N MENSCHEN BEI MMEN WOHNEN – BEISA AALS LS WÄREN SIE BRUDER UND SCHWESTER. PSA PSALM 133, 1 28
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Er war Zimmermann, wusste, wie man stabile Häuser baut, und berät jederzeit bei einstürzenden Neubauten oder wankenden Traumschlössern. Matthäus 7,24
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Er knuddelte und herzte sie. Er wusste, was es heißt, Kind zu sein: Auch er buddelte in der Sandkiste, kämpfte als Teenie gegen Pickel und büchste mal aus. Lukas 2,41– 52
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Postkartenkalender · 15,8 x 18,8 cm
Nr. 835058, € 9,99*
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adeo magazin • 2 | 2015
* unverbindliche Preisempfehlung
Jesus, der Häuslebauer.
UDO SCHROETER
Ich fuhr über das Das große Wasser, das alles speiste,
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Bäche. Und am Ende sich selbst.
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Wandkalender · 42 x 65 cm
Nr. 835059, € 19,99*
Es gibt Orte, die haben eine
ganz besondere
Orte, an denen du dich selbst
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Tisch- und Wandkalender · 22,5 x 16,5 cm
Nr. 835066, € 12,99*
Alle Kalender-Innenseiten finden Sie zur Ansicht unter www.adeo-verlag.de
adeo magazin • 2 | 2015
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* unverbindliche Preisempfehlung
Für die ganze Familie alletage. Der Kalender für Familien in Saus und Braus, für bis zu sechs Personen. Ein Kalendarium mit sechs Spalten, immer eine Woche auf zwei Seiten. Monatsübersichten, auch fürs kommende Jahr, Schulferien und Feiertage – an alles ist gedacht. Dazu Checklisten für Alltag und Urlaub, Stundenpläne und vieles mehr. Informative Texte zu Feiertagen und Jahreszeitlichem laden zum Innenhalten ein. Und auch ausreichend Platz für eigene Notizen ist vorhanden. alletage kann man aufhängen oder zusammengeklappt in die Tasche packen und mitnehmen. Ein praktischer Begleiter für die ganze Familie – alletage.
Katja und Stefan Brall
alletage 2016 Illustriert und gestaltet von Franca und Klaus Neuburg
Nr. 835061, € 14,99* Hand- und Wandkalender mit Spiral bindung · 144 Seiten, farbig, 21 x 14,8 cm Klaus und Franca Neuburg, Katja und Stefan Brall, zwei engagierte Elternpaare, die den Kalender gestalten
adeo magazin • 2 | 2015
Mit Bastelbogen ISBN 978-3-86334-061-2
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Scheinbar im Nichts ORIENTIERUNGSPUNKTE IN DEN NEBLIGEN MOMENTEN DES LEBENS
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ben erst haben wir den letzten Pflock passiert. Aber jetzt ist weit und breit nichts zu erkennen. Der Nebel hüllt die Frage nach dem Wohin in hellgraue Schwaden. Wir sind zu dritt, Torsten, Braian und ich. Vor zwei Stunden sind wir an der Hütte am Pass aufgebrochen. Kurzentschlossen hat sich Braian uns angeschlossen, es wäre zu gefährlich für ihn, hier oben in den Bergen und bei diesem Wetter allein weiterzugehen. An vielen Stellen liegt Ende Juni im isländischen Hochland noch Schnee. Von Landmannalaugar aus wollen wir in sechs Tagen bis zur Küste wandern. Zum Glück ist der Pfad mit Holzlatten markiert, die alle paar hundert Meter in die Erde gerammt wurden. Manchmal findet sich auch ein roter Strich auf einem Stein, ein Zeichen, dass wir richtig sind. Auf der Landkarte sind neben der einen gestrichelten Linie, die den Weg darstellt, nur Höhenlinien und heiße Quellen eingezeichnet. Ratlos stehen wir zusammen. Kaum fünfzig Meter Sicht, wohin das Auge reicht nur schwarzer Lavasand. Und weithin keine Markierung, kein weiterer Pflock zu sehen. Was nun?
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Also zurück – vielleicht entdecken wir eine Spur, die wir bislang übersehen haben. Doch der Nebel schluckt alles. Zum Glück lichtet sich plötzlich der Schleier für einen Moment und schemenhaft kann man am gegenüberliegenden Hang einen schwarzen Strich
erahnen. Beim Aufstieg sehen wir unsere Vermutung bestätigt: Ein verwitterter Holzpflock zeigt uns die Spur. Erleichtert gehen wir weiter. Es wäre fatal, bei diesem Wetter vom Weg abzukommen. Vier Stunden später stehen wir auf einem Felsgrat und schauen in die Weite. Vor uns öffnet sich eine Landschaft, wie von Michael Ende erdacht: gelb-schwarze Berge aus Liparit, schwarzblaues Obsidian-Gestein, schwefelweiße und eisenrote Hänge, ein grünschwarz schimmernder See.
adeo magazin • 2 | 2015
Das Auge ist derart von den ungewohnten Farben und Formen irritiert, dass es so aussieht, als wäre alles ein großes, gemaltes Bild. Aber wir erkennen nun klar, wohin der Weg führt: Am Ufer des Sees steht die nächste Schutzhütte. * Keine Sicht. Keine Perspektive. Kein Pflock im Nebel. Manchmal scheint im Leben die Spur verloren. Unsere schönen Träume haben sich in Luft aufgelöst. Der Plan ist nicht aufgegangen. Wie es weitergehen wird – das ist nicht zu sehen. Was nun? Irgendwann nagen die Fragen an mir: Warum ich? Warum muss ausgerechnet mir das passieren? Und wer ist eigentlich schuld an dieser Misere?
Samuel Koch schreibt: „Ich habe gelernt, nicht ständig zu fragen: ‚Was kann ich nicht?‘, sondern mich darauf zu konzentrieren: ‚Was kann ich?‘“ Sein neues Buch „Rolle vorwärts“ ist ein Mutmacher für dunkle Stunden. Ein Buch, das uns zum Lachen und zum Weinen bringt – zum Nachdenken über das Leben mit all seinen Facetten. „Das Leben geht weiter, als man denkt“, stellt Samuel Koch fest. Und das trotz seiner Lähmung. Pflöcke im Nebel, wie sehr brauchen wir sie, wenn es scheinbar aussichtslos ist. Dann sind sie Orientierungspunkte, gute Wegbegleiter, manchmal auch Steine des Anstoßes – das wollen auch unsere Bücher und Kalender, Texte und Bilder sein. Wir erfahren immer wieder, dass sie es tatsächlich für viele Menschen werden. Auch für uns selbst. Dafür sind wir dankbar. Stefan Wiesner
IMPRESSUM Herausgeber:
Geschäftsführer: Ralf Markmeier
adeo Verlag • Gerth Medien GmbH
Verlagsleiter: Stefan Wiesner
in der Verlagsgruppe Random House
Redaktion: Christine Beitat, Dorothea Bühler,
Dillerberg 1 • 35614 Asslar
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die ich liebe. Diese Dankbarkeit trägt mich durch den ganzen Tag. Ich erlebe das alles in meinem zweiten Leben ganz bewusst. Und ich kann dir nur eins sagen: Das Leben ist das beste Geschenk, das du haben kannst!“ MARGARETHE SCHREINEMAKERS
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Unterwegs. Sein.
adeo Verlag Dillerberg 1 · 35614 Asslar-Berghausen Telefon (0 64 43) 68 - 86 · Telefax (0 64 43) 68 - 77 info@adeo-verlag.de · www.adeo-verlag.de
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Alle Angaben Stand: September 2015. Irrtum und Preisänderungen vorbehalten. Fotos Titelseite und Rückseite: Conny Wenk • Tobias Kreissl • Alle Rechte vorbehalten. Abdruck von Texten, Interviews oder Auszügen daraus nur mit vorheriger, schriftlicher Genehmigung des adeo Verlags.
„Ich darf mit den Menschen zusammen sein,