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Hoffnung für alle - Trend edition cross

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Lukas berichtet von Jesus

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Lieber Theophilus! Schon viele haben versucht, all das aufzuschreiben, was bei uns geschehen ist, 2 so, wie es die Augenzeugen berichtet haben, die von Anfang an dabei waren. Ihnen hat Gott den Auftrag gegeben, die rettende Botschaft weiterzusagen. 3 Nun habe auch ich mich sehr darum bemüht, alles von Anfang an genau zu erfahren. Ich will es dir, lieber Theophilus, jetzt der Reihe nach berichten. 4 Du wirst merken, dass alles, was man dich gelehrt hat, richtig und wahr ist. Johannes soll das Kommen des Messias vorbereiten Als Herodes König von Judäa war, lebte dort der Priester Zacharias. Er gehörte zur Dienstgruppe Abija. Seine Frau Elisabeth stammte aus der Familie Aarons. 6 Beide lebten so, wie es Gott gefällt. Sie hielten sich genau an seine Gebote und Ordnungen. 7 Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth konnte keine bekommen, und beide waren inzwischen alt geworden. 8 Wieder einmal hatte die Gruppe Abija Tempeldienst. 9 Wie üblich wurde ausgelost, wer zur Ehre Gottes im Tempel den Weihrauch anzünden sollte. Das Los fiel auf Zacharias. 10 Er betrat den Tempel, während die Volksmenge draußen betete. 11 Plötzlich stand auf der rechten Seite des Räucheropferaltars ein Engel des Herrn. 12 Zacharias erschrak und fürchtete sich. 13 Doch der Engel sagte zu ihm: »Fürchte dich nicht, Zacharias! Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabeth wird bald einen Sohn bekommen. Gib 5

ihm den Namen Johannes! 14 Du wirst über dieses Kind froh und glücklich sein, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. 15 Gott wird ihm eine große Aufgabe übertragen. Er wird weder Wein noch andere berauschende Getränke zu sich nehmen. Schon vor seiner Geburt wird er mit dem Heiligen Geist erfüllt sein, 16 und er wird viele in Israel zu Gott, ihrem Herrn, zurückbringen. 17 Entschlossen und stark wie der Prophet Elia wird er das Kommen des Messias vorbereiten: Er wird Eltern und Kinder wieder miteinander versöhnen, und die Ungehorsamen werden wieder Gottes Willen erfüllen. So wird er das ganze Volk darauf vorbereiten, den Herrn zu empfangen.« 18 »Wie ist so etwas möglich?«, fragte Zacharias erstaunt den Engel. »Ich bin ein alter Mann, und auch meine Frau ist alt!« 19 Der Engel antwortete: »Ich bin Gabriel und stehe unmittelbar vor Gott als sein Diener. Er gab mir den Auftrag, dir diese gute Nachricht zu überbringen. 20 Aber weil du mir nicht geglaubt hast, sollst du stumm sein, bis geschieht, was ich gesagt habe. Dann wirst du sehen, dass alles wahr ist.« 21 Inzwischen wartete die Menschenmenge draußen auf Zacharias. Alle wunderten sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er endlich herauskam, konnte er nicht mehr reden. Daran erkannten sie, dass er im Tempel etwas Außergewöhnliches gesehen haben musste. Zacharias konnte sich nur noch mit Handzeichen verständigen; er blieb stumm. 23 Als die Zeit seines Tempeldienstes vorüber war, ging er nach Hause. 24 Nur wenig später wurde seine Frau

1, 2 Joh 15, 27; 1 Joh 1,1–4 1, 3 Apg 1,1 1, 5 1 Chr 24,7–19 1, 7 1 Mo 18,11–14; 25, 21 1, 9 2 Mo 30,7–8 1, 12–13 1, 29–30; 2, 9–10 1, 15 7, 33; 4 Mo 6, 2–4 1, 17 Mal 3,1.23–24 1, 18 1 Mo 17,17; 18,11–12 1, 19 Dan 8,16; 9, 21; Hebr 1,14

Elisabeth schwanger. Sie blieb fünf Monate lang in ihrem Haus. 25 »Endlich hat der Herr an mich gedacht und mir geholfen«, sagte sie. »Nun kann mich niemand mehr verachten, weil ich keine Kinder habe.«

37 Gott hat es ihr zugesagt, und was Gott sagt, das geschieht!« 38 »Ich will mich dem Herrn ganz zur Verfügung stellen«, antwortete Maria. »Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast.« Darauf verließ sie der Engel.

Ein Engel kündigt Maria die Geburt Jesu an Elisabeth war im sechsten Monat schwanger, als Gott den Engel Gabriel zu einer jungen Frau nach Nazareth schickte, einer Stadt in Galiläa. 27 Die junge Frau hieß Maria und war mit Josef, einem Nachkommen König Davids, verlobt. 28 Der Engel kam zu ihr und sagte: »Sei gegrüßt, Maria! Gott ist mit dir! Er hat dich unter allen Frauen auserwählt.« 29 Maria fragte sich erschrocken, was diese seltsamen Worte bedeuten könnten. 30 »Hab keine Angst, Maria«, redete der Engel weiter. »Gott hat dich zu etwas Besonderem auserwählt. 31 Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen. 32 Er wird mächtig sein, und man wird ihn Gottes Sohn nennen. Gott, der Herr, wird ihm die Königsherrschaft Davids übergeben, 33 und er wird die Nachkommen Jakobs für immer regieren. Seine Herrschaft wird niemals enden.« 34 »Wie kann das geschehen?«, fragte Maria den Engel. »Ich bin doch gar nicht verheiratet.« 35 Der Engel antwortete ihr: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft Gottes wird sich an dir zeigen. Darum wird dieses Kind auch heilig sein und Sohn Gottes genannt werden. 36 Selbst Elisabeth, deine Verwandte, von der man sagte, dass sie keine Kinder bekommen kann, ist jetzt im sechsten Monat schwanger. Sie wird in ihrem hohen Alter einen Sohn zur Welt bringen. 26

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Maria bei Elisabeth Maria entschloss sich, so schnell wie möglich Elisabeth zu besuchen, die mit ihrem Mann Zacharias in einer kleinen Stadt in den Bergen Judäas wohnte. 40 Sie betrat das Haus und begrüßte Elisabeth. 41 Als Elisabeth die Stimme Marias hörte, bewegte sich das Kind in ihr, und – erfüllt vom Heiligen Geist – 42 rief sie: »Dich hat Gott gesegnet, mehr als alle anderen Frauen, dich und dein Kind! 43 Womit habe ich verdient, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt! 44 Als ich deine Stimme hörte, hüpfte das Kind in mir vor Freude. 45 Wie glücklich kannst du sein, weil du geglaubt hast! Was Gott dir angekündigt hat, wird geschehen.« 39

Maria lobt und dankt Gott Da begann Maria, Gott zu loben: »Von ganzem Herzen preise ich den Herrn. 47 Ich bin glücklich über Gott, meinen Retter. 48 Mich, die ich gering und unbedeutend bin, hat er zu Großem berufen. Zu allen Zeiten wird man mich glücklich preisen, 49 denn Gott hat große Dinge an mir getan, er, der mächtig und heilig ist! 50 Die Barmherzigkeit des Herrn bleibt für immer und ewig, sie gilt allen Menschen, die ihn ehren. 51 Er streckt seinen starken Arm aus und fegt die Hochmütigen mit ihren stolzen Plänen hinweg. 46

1, 25 1 Mo 21,6–7; 30, 23 1, 27 3, 23–31 1, 29–30 1,12–13; 2, 9–10 1, 31 2, 21 1, 32 Mk 15, 39*; Mt 20, 30–31* 1, 33 Dan 2, 44* 1, 35 Mt 1,18.20 1, 45 1 Mo 15,6 1, 46–55 1 Sam 2,1–10 1, 47 Jes 61,10 1, 48–49 Ps 113,7–9; Jes 57,15 1, 50 Ps 103, 8.17 1, 51 Jes 2,11–12*


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52 Er stürzt Herrscher von ihrem Thron, und Unterdrückte richtet er auf. 53 Die Hungrigen beschenkt er mit Gütern, und die Reichen schickt er mit leeren Händen weg. 54 Seine Barmherzigkeit hat er uns, seinen Dienern, zugesagt, ja, er wird seinem Volk Israel helfen. 55 Er hat es unseren Vorfahren versprochen, Abraham und seinen Nachkommen hat er es für immer zugesagt.« 56 Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabeth und kehrte dann nach Hause zurück.

Johannes wird geboren Für Elisabeth kam die Stunde der Geburt, und sie brachte einen Sohn zur Welt. 58 Als Nachbarn und Verwandte hörten, dass Gott so barmherzig zu ihr gewesen war, freuten sie sich mit ihr. 59 Nach acht Tagen wurde das Kind zur Beschneidung gebracht. Dabei sollte es nach seinem Vater Zacharias genannt werden. 60 Doch Elisabeth widersprach: »Nein, er soll Johannes heißen!« 61 »Aber keiner in deiner Verwandtschaft heißt so!«, wandten die anderen ein. 62 Sie winkten dem Vater und fragten ihn: »Wie soll dein Sohn heißen?« 63 Zacharias ließ sich eine Tafel geben und schrieb darauf: »Sein Name ist Johannes.« Darüber wunderten sich alle. 64 Im selben Augenblick konnte Zacharias wieder sprechen, und er lobte Gott. 65 Im ganzen Bergland von Judäa verbreitete sich die Nachricht. Und überall, wo man davon hörte, erschraken die Leute. 66 Nachdenklich fragten sie sich: »Was wird aus diesem Kind noch werden?« Denn alle sahen, dass Gott etwas Besonderes mit ihm vorhatte. 57

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1145 Zacharias sieht den Auf trag des Johannes voraus

67 Erfüllt vom Heiligen Geist, verkündete Zacharias, der Vater von Johannes, was Gott ihm eingegeben hatte: 68 »Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Er ist zu unserem Volk gekommen und hat es befreit. 69 Aus dem Königshaus seines Dieners David hat er uns den starken Retter geschickt. 70 So hatten es seine heiligen Propheten schon vor langer Zeit verkündet: 71 Er wird uns von unseren Feinden erretten und aus der Hand aller Menschen, die uns hassen. 72 Gott war mit unseren Vorfahren barmherzig. Er vergisst seinen heiligen Bund nicht, 73 den Eid, den er unserem Vater Abraham geschworen hat und der auch uns gilt. 74/75 Er befreit uns aus der Hand unserer Feinde, damit wir ihm ohne Furcht unser Leben lang dienen, als Menschen, die ihm gehören und nach seinem Willen leben. 76 Und dich, mein Sohn, wird man einen Propheten des Höchsten nennen. Du wirst vor dem Herrn hergehen und sein Kommen vorbereiten.a 77 Seinem Volk wirst du zeigen, dass es durch die Vergebung seiner Sünden gerettet wird. 78 Gott vergibt uns, weil seine Barmherzigkeit so groß ist. Aus der Höhe kommt sein Licht zu uns. 79 Dieses Licht wird allen Menschen leuchten, die in Nacht und Todesfurcht leben; es wird uns auf den Weg des Friedens führen.« 80 Johannes wuchs heran und wurde zu einem verständigen und klugen Mann. Er

Vgl. Matthäus 11,7–14; 17,10–13 1, 52 Ps 147,6 1, 53 Ps 107, 9 1, 54–55 1 Mo 17,7; Jes 41,14; Mi 7, 20 1, 59 1 Mo 17, 9–14* 1, 68 4,18–21; 7,16; Ps 111, 9 1, 69 Ps 132,17 1, 70 Röm 1, 2; Jes 9,1–6; Mi 5,1–3 1, 71 Ps 18,18 1, 72 3 Mo 26, 42; Ps 105, 8; 106, 45 1, 73 1 Mo 22,16–17 1, 74–75 Tit 2,11–14 1, 76 3, 3–6; 7, 26–27; Mal 3,1 1, 77 3, 3 1, 78–79 Jes 9,1; 42,6; Joh 1, 9; 8,12 1, 80 3, 2

zog sich in die Einsamkeit der Wüste zurück bis zu dem Tag, an dem er öffentlich vor dem Volk Israel auftrat. Jesus wird geboren

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In dieser Zeit befahl Kaiser Augustus, alle Bewohner des römischen Reiches in Listen einzutragen. 2 Eine solche Volkszählung hatte es noch nie gegeben. Sie wurde durchgeführt, als Quirinius Statthalter in Syrien war. 3 Jeder musste in seine Heimatstadt gehen, um sich dort eintragen zu lassen. 4 So reiste Josef von Nazareth in Galiläa nach Bethlehem in Judäa. Denn er war ein Nachkomme Davids und in Bethlehem geboren. 5 Josef musste sich dort einschreiben lassen, zusammen mit seiner Verlobten Maria, die ein Kind erwartete. 6 In Bethlehem kam für Maria die Stunde der Geburt. 7 Sie brachte ihr erstes Kind, einen Sohn, zur Welt. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe im Stall, denn im Gasthaus hatten sie keinen Platz bekommen. Die Hirten auf dem Feld In dieser Nacht bewachten draußen auf dem Feld einige Hirten ihre Herden. 9 Plötzlich trat ein Engel Gottes zu ihnen, und Gottes Licht umstrahlte sie. Die Hirten erschraken sehr, 10 aber der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllt: 11 Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der lang ersehnte Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr. 12 Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!« 13 Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten: 14 »Eh8

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re sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.« 15 Nachdem die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, beschlossen die Hirten: »Kommt, wir gehen nach Bethlehem. Wir wollen sehen, was dort geschehen ist und was der Herr uns verkünden ließ.« 16 Sie machten sich sofort auf den Weg und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Futterkrippe lag. 17 Als sie es sahen, erzählten die Hirten, was ihnen der Engel über das Kind gesagt hatte. 18 Und alle, die ihren Bericht hörten, waren darüber sehr erstaunt. 19 Maria aber merkte sich jedes Wort und dachte immer wieder darüber nach. 20 Schließlich kehrten die Hirten zu ihren Herden zurück. Sie lobten und dankten Gott für das, was sie in dieser Nacht erlebt hatten. Es war alles so gewesen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte. Jesus wird als Retter erkannt Nach acht Tagen wurde das Kind beschnitten und erhielt den Namen Jesus; den hatte der Engel genannt, noch ehe Maria das Kind empfangen hatte. 22 Als die Zeit vorüber war, in der laut dem Gesetz des Mose eine Frau nach der Geburt als unrein gilt, a brachten Josef und Maria das Kind nach Jerusalem, um es Gott zu weihen. 23 Denn im Gesetz heißt es: »Jeder erste Sohn der Familie und jedes erstgeborene männliche Tier sollen dem Herrn gehören.« b 24 Gleichzeitig brachten sie auch das vorgeschriebene Reinigungsopfer für Maria dar: Man musste zwei Turteltauben oder zwei andere Tauben opfern.c 25 In Jerusalem wohnte ein Mann namens Simeon. Er lebte nach Gottes Willen, hatte Ehrfurcht vor ihm und wartete voller Sehnsucht auf den Retter Israels. 21

Vgl. 3. Mose 12, 4.6 2. Mose 13, 2.11–16 Vgl. 3. Mose 12, 8 2, 4 1 Sam 17,12; Mi 5,1 2, 9–10 1,12–13.29–30 2, 11 2, 30; 3,6; Joh 4, 42; Apg 5, 31; 13, 23; Phil 3, 20; 2 Petr 1,1; 3,18; 1 Joh 4,14 2, 14 19, 38; Eph 2,14.17 2, 19 2, 51 2, 21 1, 31; Gal 4, 4; 1 Mo 17, 9–14*


Lukas 3

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Simeon war erfüllt vom Heiligen Geist. 26 Durch ihn wusste er, dass er nicht sterben würde, bevor er Christus, den Retter, gesehen hätte. 27 Vom Heiligen Geist geführt, war er an diesem Tag in den Tempel gegangen. Als Maria und Josef das Kind hereinbrachten, um es – wie im Gesetz vorgeschrieben – Gott zu weihen, 28 nahm Simeon es in seine Arme und lobte Gott: 29 »Herr, du hast dein Wort gehalten, jetzt kann ich in Frieden sterben. 30 Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: Du hast uns Rettung gebracht, 31 die ganze Welt wird es erfahren. 32 Dein Licht erleuchtet alle Völker, und deinem Volk Israel bringt es Größe und Herrlichkeit.« 33 Maria und Josef wunderten sich über seine Worte. 34 Simeon segnete sie und sagte dann zu Maria: »Gott hat dieses Kind dazu auserwählt, die Israeliten vor die Entscheidung zu stellen: An ihm wird sich entscheiden, ob man zu Fall kommt oder gerettet wird. Viele werden sich ihm widersetzen 35 und so ihre geheimsten Gedanken offen legen. Der Schmerz darüber wird dir wie ein Schwert durchs Herz dringen.« 36 An diesem Tag hielt sich auch die alte Prophetin Hanna im Tempel auf, eine Tochter Phanuëls aus dem Stamm Asser. Sie war nur sieben Jahre verheiratet gewesen, 37 seit langer Zeit Witwe und nun eine alte Frau von vierundachtzig Jahren. Hanna verließ den Tempel nur noch selten. Um Gott zu dienen, betete und fastete sie Tag und Nacht. 38 Während Simeon noch mit Maria und Josef sprach, trat sie hinzu und begann ebenfalls, Gott zu loben. Allen, die auf die Befreiung Jerusalems warteten, erzählte sie von diesem Kind. 39 Nachdem Josef und Maria alle Vorschriften des Gesetzes erfüllt hatten, kehrten sie nach Nazareth in Galiläa zurück. 40 Das Kind wuchs heran, erfüllt mit göttlicher Weisheit, und Gottes Segen ruhte auf ihm.

1147 Der zwölfjährige Jesus im Tempel

Jahr für Jahr besuchten Josef und Maria das Passahfest in Jerusalem. 42 Als Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie wie gewohnt dorthin. 43/44 Nach den Festtagen machten sich die Eltern wieder auf den Heimweg. Doch ohne dass sie es bemerkten, blieb Jesus in Jerusalem. Am ersten Tag ihrer Rückreise vermissten sie ihn nicht, weil sie dachten: Er wird mit Verwandten oder Freunden gegangen sein. 45 Als sie ihn aber dort nicht fanden, kehrten sie besorgt um und suchten ihn überall in Jerusalem. 46 Endlich, nach drei Tagen, entdeckten sie Jesus im Tempel. Er saß bei den Schriftgelehrten, hörte ihnen aufmerksam zu und stellte Fragen. 47 Alle wunderten sich über sein Verständnis und seine Antworten. 48 Die Eltern waren fassungslos, als sie ihn dort fanden. »Kind«, fragte ihn Maria, »wie konntest du uns nur so etwas antun? Dein Vater und ich haben dich überall verzweifelt gesucht!« 49 »Warum habt ihr mich gesucht?«, erwiderte Jesus. »Habt ihr denn nicht gewusst, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?« 50 Doch sie begriffen nicht, was er damit meinte. 51 Dann kehrten sie gemeinsam nach Nazareth zurück, und Jesus war seinen Eltern gehorsam. Seine Mutter aber dachte immer wieder über die Worte nach, die er gesagt hatte. 52 So wuchs Jesus heran. Sein Wissen und sein Verständnis nahmen zu, und er war geliebt von Gott und den Menschen. 41

Johannes der Täufer ruf t: »Kehrt um zu Gott!« (Matthäus 3, 1–12; Markus 1, 1–8)

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Es war im 15. Regierungsjahr des Kaisers Tiberius. Pontius Pilatus verwaltete als Statthalter die Provinz Judäa; Herodes herrschte über Galiläa, sein

2, 30 2,11* 2, 32 1,78–79; Jes 42,6 2, 34 Jes 8,14; Röm 9, 33; 1 Kor 1, 23 2, 37 1 Tim 5, 5 2, 38 24, 21; Jes 52, 9 2, 41 2 Mo 12,1–14* 2, 49 Joh 2,16 2, 51 2,19 2, 52 2, 40; 1 Sam 2, 26

Bruder Philippus über Ituräa und Trachonitis, und Lysanias regierte in Abilene; 2 Hannas und später Kaiphas waren die Hohenpriester. In dieser Zeit sprach Gott zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, der in der Wüste lebte. 3 Johannes verließ die Wüste und zog durch das ganze Gebiet am Jordan. Überall forderte er die Leute auf: »Kehrt um zu Gott, und lasst euch von mir taufen. Dann wird euch Gott eure Sünden vergeben!«a 4 So erfüllte sich, was im Buch des Propheten Jesaja steht: »Ein Bote wird in der Wüste rufen: ›Macht den Weg frei für den Herrn! Räumt alle Hindernisse weg! 5 Jedes Tal soll aufgefüllt, jeder Berg und Hügel abgetragen werden, krumme Wege sollen begradigt und holprige Wege eben werden! 6 Dann werden alle Menschen sehen, wie Gott Rettung bringt!‹ b « 7 Die Menschen kamen in Scharen zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Aber er ging mit ihnen hart ins Gericht: »Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, dass ihr dem kommenden Zorn Gottes entrinnen werdet? 8 Zeigt erst einmal durch Taten, dass ihr wirklich zu Gott umkehren wollt! Bildet euch nur nicht ein, ihr könntet euch damit herausreden: ›Abraham ist unser Vater!‹ Ich sage euch: Gott kann selbst aus diesen Steinen hier Nachkommen Abrahams hervorbringen. 9 Schon ist die Axt erhoben, um die Bäume an der Wurzel abzuschlagen. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.« 10 Da wollten die Leute wissen: »Was sollen wir denn tun?« 11 Johannes antwortete: »Wer zwei Hemden hat, soll dem eins geben, der keins besitzt. Und wer etwas zu essen hat, soll seine Mahlzeit mit Hungrigen teilen.« 12 Es kamen auch Zolleinnehmer, die a b

Lukas 3

sich taufen lassen wollten. Sie fragten: »Und wir? Wie sollen wir uns verhalten?« 13 Johannes wies sie an: »Verlangt nur so viel Zollgebühren, wie ihr fordern dürft!« 14 »Und was sollen wir tun?«, erkundigten sich einige Soldaten. »Plündert nicht, und erpresst niemand! Seid zufrieden mit eurem Sold«, antwortete ihnen Johannes. 15 Die Leute ahnten, dass bald etwas geschehen würde, und sie fragten sich, ob nicht Johannes der Christus, der ersehnte Retter, sei. 16 Doch Johannes erklärte öffentlich: »Ich taufe euch mit Wasser, aber nach mir wird ein anderer kommen, der viel mächtiger ist als ich. Ich bin nicht einmal würdig, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 17 Schon hat er die Schaufel in der Hand, mit der er die Spreu vom Weizen trennt. Den Weizen wird er in seine Scheunen bringen, die Spreu aber wird er verbrennen, und niemand kann dieses Feuer löschen.« 18 Johannes verkündete den Menschen die rettende Botschaft Gottes und ermahnte sie auf vielerlei Weise. 19 Mit scharfen Worten wies er auch Herodes zurecht, den Herrscher von Galiläa. Herodes lebte mit Herodias, der Frau seines Bruders, zusammen. Er schreckte vor keinem Verbrechen zurück. 20 Schließlich ging er so weit, dass er Johannes ins Gefängnis werfen ließ. Die Taufe Jesu (Matthäus 3, 13–17; Markus 1, 9–11; Johannes 1, 32) 21 Als Johannes wieder einmal viele Menschen taufte, kam auch Jesus und ließ sich taufen. Während er betete, öffnete sich der Himmel, 22 und der Heilige Geist kam, wie eine Taube, sichtbar auf ihn he-

Wörtlich: Er predigte eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. Jesaja 40, 3–5 3, 3 Apg 19, 4 3, 6 2,11* 3, 7 Mt 12, 34; 23, 33 3, 8 Joh 8, 33–39; Röm 2, 28–29; 4,12 3, 9 13, 6–9; Mt 7,19 3, 10 Apg 2, 37 3, 11 Jak 2,15–17; 1 Joh 3,17 3, 15 Joh 1, 8.19–23 3, 16 Apg 1, 5 3, 19–20 Mk 6,17–18 3, 22 9, 35; Ps 2,7; Jes 42,1


Lukas 4

rab. Gleichzeitig sprach eine Stimme vom Himmel: »Du bist mein geliebter Sohn, der meine ganze Freude ist.« Von Adam bis Jesus (Matthäus 1, 1–17) Jesus trat zum ersten Mal öffentlich auf, als er ungefähr dreißig Jahre alt war. Die Leute kannten ihn als den Sohn Josefs. Josefs Vater war Eli, und dessen Vorfahren waren: 24 Mattat – Levi – Melchi – Jannai – Josef – 25 Mattitja – Amos – Nahum – Hesli – Naggai – 26 Mahat – Mattitja – Schimi – Josech – Joda – 27 Johanan – Resa – Serubbabel – Schealtiël – Neri – 28 Melchi – Addi – Kosam – Elmadam – Er – 29 Joschua – Eliëser – Jorim – Mattat – Levi – 30 Simeon – Juda – Josef – Jonam – Eljakim – 31 Melea – Menna – Mattata – Nathan – David – 32 Isai – Obed – Boas – Salmon – Nachschon – 33 Amminadab – Admin – Arni – Hezron – Perez – Juda – 34 Jakob – Isaak – Abraham – Terach – Nahor – 35 Serug – Regu – Peleg – Eber – Schelach – 36 Kenan – Arpachschad – Sem – Noah – Lamech – 37 Metuschelach – Henoch – Jered – Mahalalel – Kenan – 38 Enosch – Set. Set war ein Sohn Adams, und Adam stammte von Gott. 23

Versuchung und Widerstand (Matthäus 4, 1–11; Markus 1, 12–13)

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Erfüllt vom Heiligen Geist, kam Jesus vom Jordan zurück. Der Geist Gottes führte ihn in die Wüste, wo er sich vierzig Tage aufhielt. 2 Dort war er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt. Jesus aß nichts während dieser ganzen Zeit, und schließlich quälte ihn der Hunger. 3 Da forderte ihn der Teufel heraus: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach doch aus diesem Stein Brot!« 4 Aber Jesus a b c d

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1148 wehrte ab: »Nein, denn es steht in der Heiligen Schrift: ›Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern von allem, was Gott ihm zusagt!‹ a « 5 Dann führte ihn der Teufel auf einen hohen Berg, zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Welt 6 und bot sie Jesus an: »Alle Macht über diese Welt und ihre ganze Pracht will ich dir geben; denn mir gehört die Welt, und ich schenke sie, wem ich will. 7 Wenn du vor mir niederkniest und mich anbetest, wird das alles dir gehören.« 8 Wieder wehrte Jesus ab: »Nein! Denn es steht in der Heiligen Schrift: ›Bete allein Gott, deinen Herrn, an und diene nur ihm!‹ b « 9 Jetzt nahm ihn der Teufel mit nach Jerusalem und stellte ihn auf die höchste Stelle des Tempels. »Spring hinunter!«, forderte er Jesus auf. »Du bist doch Gottes Sohn! 10 Und in der Heiligen Schrift steht: ›Gott wird seine Engel schicken, um dich zu beschützen. 11 Sie werden dich auf Händen tragen, und du wirst dich nicht einmal an einem Stein verletzen!‹ c « 12 Aber Jesus wies ihn auch diesmal zurück: »Es steht aber auch in der Schrift: ›Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht herausfordern!‹d « 13 Da gab der Teufel es auf, Jesus weiter auf die Probe zu stellen, und verließ ihn für einige Zeit. Ein Prophet gilt nichts in seinem Land (Matthäus 13, 53–58; Markus 6, 1–6) 14 Mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt, kehrte Jesus nach Galiläa zurück. Schon bald sprach man überall von ihm. 15 Er lehrte die Menschen in den Synagogen, und alle redeten mit größter Hochachtung von ihm. 16 Eines Tages kam Jesus wieder in seine Heimatstadt Naza-

5. Mose 8, 3 5. Mose 6,13 Psalm 91,11–12 5. Mose 6,16 3, 27 Esr 3, 2; 1 Chr 3,17 3, 31–33 Ruth 4,18–22 3, 31 2 Sam 5,14; 1 Sam 16,13 3, 33–38 1 Mo 29, 35; 25, 26; 21, 2–3; 11,10–20; 5,1–32 4, 1–2 2 Mo 34, 28; 1 Kön 19, 8; Hebr 4,15 4, 6 9, 25

reth. Am Sabbat ging er wie gewohnt in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Heiligen Schrift vorzulesen, 17 reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Jesus öffnete sie, suchte eine bestimmte Stelle und las vor: 18 »Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, den Blinden sage ich, dass sie sehen werden, und den Unterdrückten, dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen. 19 Ich rufe ihnen zu: Jetzt erlässt Gott eure Schuld.« a 20 Jesus rollte die Buchrolle zusammen, gab sie dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle blickten ihn erwartungsvoll an. 21 Er begann: »Heute hat sich diese Voraussage des Propheten erfüllt.« 22 Während er sprach, konnte ihm die ganze Gemeinde nur zustimmen. Sie staunten alle darüber, wie Jesus Gottes rettende Gnade verkündete, und fragten sich ungläubig: »Ist das nicht der Sohn Josefs, unseres Zimmermanns?« 23 Jesus redete weiter: »Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: ›Arzt, hilf dir selbst! In Kapernaum hast du große Wunder getan. Zeig auch hier, was du kannst!‹ 24 Aber ihr wisst doch: Ein Prophet gilt nichts in seiner Heimatstadt. 25 Denkt an Elia! Damals gab es genug Witwen in Israel, die Hilfe brauchten; denn es hatte dreieinhalb Jahre nicht geregnet, und alle Menschen im Land hungerten. 26 Aber nicht zu ihnen wurde Elia geschickt, sondern zu einer nichtjüdischen Witwe in Zarpat bei Sidon. 27 Oder erinnert euch an den Propheten Elisa! Es gab unzählige Aussätzige in Israel, aber von ihnen wurde keiner geheilt. Naaman, der Syrer, war der Einzige.« 28 Das war den Zuhörern zu viel. 29 Wütend sprangen sie auf und schleppten Jesus aus der Stadt hinaus bis zu dem Steilhang des Berges, auf dem ihre Stadt a b

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gebaut war. Dort wollten sie ihn hinunterstoßen. 30 Doch Jesus ging ruhig durch die aufgebrachte Volksmenge weg, ohne dass jemand ihn aufhielt. Jesus erweist seine Macht (Markus 1, 21–28) 31 Jesus kam nach Kapernaum in Galiläa und sprach dort am Sabbat zu den Menschen. 32 Die Zuhörer waren sehr beeindruckt von dem, was er lehrte; denn Jesus redete mit einer Vollmacht, die Gott ihm verliehen hatte. 33 In der Synagoge war ein Mann, der von einem Dämon beherrscht wurde. 34 Der schrie laut: »Hör auf! Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist doch nur gekommen, um uns zu vernichten. Ich weiß, dass du von Gott kommst und zu Gott gehörstb !« 35 Jesus befahl dem Dämon: »Schweig und verlass diesen Menschen!« Da schleuderte der Dämon den Mann mitten unter sie auf den Boden und verließ ihn, ohne ihm weiter zu schaden. 36 Darüber erschraken alle in der Synagoge und sagten: »Wie redet denn dieser Mann? In der Kraft Gottes befiehlt er den bösen Geistern, und sie müssen gehorchen!« 37 Bald sprach man in der ganzen Gegend über das, was Jesus getan hatte.

Kranke werden geheilt (Matthäus 8, 14 –17; Markus 1, 29–34) 38 Nachdem Jesus die Synagoge verlassen hatte, ging er in Simons Haus. Dessen Schwiegermutter hatte hohes Fieber. Man bat Jesus, ihr zu helfen. 39 Er trat an ihr Bett, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Sofort war sie gesund. Sie stand auf und sorgte für ihre Gäste.

Wörtlich: Jetzt ist das Erlassjahr des Herrn. Vgl. Jesaja 61,1–2 Wörtlich: dass du der Heilige Gottes bist. 4, 19 3 Mo 25,10 4, 22 3, 23 4, 24 Joh 4, 44 4, 25–26 1 Kön 17,1.8–16 4, 27 2 Kön 5,1–14 4, 29–30 Joh 8, 59; 10, 39 4, 31 Mt 4,13 4, 32 Mt 7, 28–29; Joh 7, 46 4, 34 8, 28 4, 38 1 Kor 9, 5


Lukas 5

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40 Später, nach Sonnenuntergang, brachten viele Familien ihre Kranken zu Jesus. Er legte ihnen die Hände auf und heilte sie alle. 41 Viele befreite er auch von Dämonen, die laut schrien: »Du bist der Sohn Gottes!« Aber er bedrohte sie und befahl ihnen zu schweigen; denn sie wussten, dass er Christus, der von Gott gesandte Retter, war.

Alle sollen die rettende Botschaf t hören (Matthäus 4, 23; Markus 1, 35–39) 42 Am nächsten Morgen verließ Jesus das Haus und zog sich in eine einsame Gegend zurück. Aber die Leute suchten ihn überall, und als sie ihn endlich gefunden hatten, wollten sie ihn festhalten. Er sollte bei ihnen bleiben. 43 Doch er wies sie ab: »Ich muss die rettende Botschaft von Gottes neuer Welt auch in alle anderen Städte bringen. Das ist mein Auftrag.« 44 Er ging weiter und predigte in den Synagogen von Galiläa a .

Jesus beruf t seine ersten Jünger (Matthäus 4, 18–22; Markus 1, 16–20)

5

Eines Tages drängte sich am See Genezareth eine große Menschenmenge um Jesus. Alle wollten hören, was er von Gott erzählte. 2 Am Ufer lagen zwei leere Boote. Die Fischer hatten sie verlassen und arbeiteten an ihren Netzen. 3 Da stieg Jesus in das Boot, das Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück auf den See hinauszurudern. Vom Boot aus sprach Jesus dann zu den Menschen. 4 Anschließend sagte er zu Simon: »Fahrt jetzt weiter hinaus auf den See, und werft eure Netze aus!« 5 »Herr«, erwiderte Simon, »wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich es wagen.« 6 Sie warfen ihre Netze aus und fingen

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so viele Fische, dass die Netze zu reißen anfingen. 7 Deshalb winkten sie den Fischern im anderen Boot, ihnen zu helfen. Bald waren beide Boote bis zum Rand beladen, so dass sie beinahe sanken. 8 Als Simon Petrus das sah, fiel er erschrocken vor Jesus nieder und rief: »Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch!« 9 Er und alle anderen Fischer waren fassungslos über diesen Fang, 10 auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simon bei der Arbeit geholfen hatten. Aber Jesus sagte zu Simon: »Fürchte dich nicht! Du wirst jetzt keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen.« 11 Sie brachten die Boote an Land, verließen alles und gingen mit Jesus. Ein Aussätziger wird geheilt (Matthäus 8, 1– 4; Markus 1, 40– 45) 12 In einer der Städte traf Jesus einen Mann, der am ganzen Körper aussätzig war. Als er Jesus sah, warf er sich vor ihm nieder und flehte ihn an: »Herr, wenn du willst, kannst du mich heilen!« 13 Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: »Ich will es tun! Sei gesund!« Im selben Augenblick war der Mann von seiner Krankheit geheilt. 14 Jesus befahl ihm, nicht über seine Heilung zu reden. »Geh sofort zum Priester, und lass dich von ihm untersuchen«, forderte er ihn auf. »Bring ein Opfer dar für deine Heilung, wie Mose es vorgeschrieben hat. b So werden die Priester sehen, dass ich im Auftrag Gottes handle.« 15 Aber das Verbot Jesu änderte nichts daran, dass immer mehr Menschen von seinen Wundern sprachen. In Scharen drängten sie sich um ihn. Sie wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. 16 Jesus aber zog sich zurück, um in der Einsamkeit zu beten.

Jesus hat die Macht, Sünden zu vergeben (Matthäus 9, 1–8; Markus 2, 1–12) Als Jesus eines Tages Gottes Botschaft erklärte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Schriftgelehrte. Sie waren aus allen Orten Galiläas und Judäas und sogar aus Jerusalem gekommen. Gott gab Jesus die Kraft, Kranke zu heilen. 18 Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Trage. Sie versuchten, sich durch die Menge zu drängen und den Kranken zu Jesus zu bringen. 19 Aber sie kamen an den vielen Menschen nicht vorbei. Kurz entschlossen stiegen sie auf das Dach, deckten die Ziegel ab und ließen den Mann auf seiner Trage durch die Öffnung zu Jesus hinunter. 20 Als Jesus ihren festen Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: »Deine Sünden sind dir vergeben!« 21 »Was bildet sich dieser Mensch eigentlich ein?«, entrüsteten sich da die Pharisäer und Schriftgelehrten. »Das ist Gotteslästerung! Nur Gott kann Sünden vergeben!« 22 Jesus durchschaute sie und fragte: »Wie könnt ihr nur so etwas denken? 23 Ist es leichter zu sagen: ›Dir sind deine Sünden vergeben‹, oder diesen Gelähmten zu heilen? 24 Aber ich will euch zeigen, dass der Menschensohn die Macht hat, schon hier auf der Erde Sünden zu vergeben.« Und er forderte den Gelähmten auf: »Steh auf, nimm deine Trage und geh nach Hause!« 25 Da stand der Mann vor aller Augen auf, nahm seine Trage, ging nach Hause und dankte dabei Gott. 26 Fassungslos und von Furcht erfüllt sahen ihm die Leute nach. Doch dann fingen sie an, Gott zu loben, und riefen: »Wir haben heute Unglaubliches gesehen!« 17

Lukas 5 Der Zolleinnehmer Levi (Matthäus 9, 9–13; Markus 2, 13–17)

27 Als Jesus weiterzog, sah er den Zolleinnehmer Levi am Zoll sitzen. Jesus forderte ihn auf: »Komm, geh mit mir!« 28 Ohne zu zögern, verließ Levi alles und ging mit ihm. 29 Kurz darauf gab er für Jesus in seinem Haus ein großes Fest und lud dazu viele Zolleinnehmer und seine anderen Freunde ein. Jesus und die Jünger aßen mit ihnen zusammen. 30 Da empörten sich die Pharisäer und Schriftgelehrten: »Weshalb gebt ihr euch mit solchem Gesindel ab?«, sagten sie zu den Jüngern. 31 Jesus antwortete ihnen: »Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken! 32 Ich bin gekommen, um Menschen in die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, die ohne ihn leben – und nicht solche, die sich sowieso an seine Gebote halten.«

Neue Formen für das neue Leben (Matthäus 9, 14 –17; Markus 2, 18–22) 33 Wieder einmal kamen die Pharisäer zu Jesus und stellten ihm eine Frage: »Die Jünger von Johannes dem Täufer fasten und beten viel, und unsere Jünger halten es auch so. Warum aber essen und trinken deine Jünger, ohne sich um die Fastentage zu kümmern?« 34 Da antwortete Jesus: »Wollt ihr vielleicht die Hochzeitsgäste hungern lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? 35 Die Zeit kommt früh genug, dass der Bräutigam ihnen genommen wird. Dann werden sie fasten.« 36 Noch mit einem anderen Beispiel ging er auf ihre Frage ein: »Niemand zerreißt ein neues Kleid, um damit ein altes zu flicken. Nicht nur, dass es um das neue Kleid zu schade wäre; sondern der neue Flicken passt auch gar nicht zum alten Kleid. 37 Ebenso füllt niemand jungen, gärenden Wein in alte, brüchige Schläuche.

a b

Andere Textzeugen haben: von Judäa. Vgl. 3. Mose 14, 2–32 4, 43 8,1 5, 4–7 Joh 21,6 5, 8 Jes 6, 5 5, 10 Mt 28,18–20 5, 11 18, 28–30 5, 14 Mk 7, 36* 5, 16 6,12; 9,18.28; 11,1; 22, 39–46; Mk 1, 35; 6, 46

5, 12 3 Mo 13, 45–46

5, 21 Ps 130, 4; Jes 43, 25 5, 24–25 Joh 5, 8–9 5, 24 Joh 5, 36 5, 28 5,11 5, 29–30 7, 34; 15,1–2 5, 32 19,10 5, 33 18,12 5, 34 Mt 22, 2


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