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Europas Sammlermagazin
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Manfred Sitte Venini
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TrÖDLer
ISSN 1863-0340
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GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de
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LESERFORUM 4
EXPERTISEN
■ Putto
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Ich bin in Besitz eines echt schönen Engels. Mein Sohn kaufte diesen auf einem Trödelmarkt für mich, weil ich ein Engel-Fan bin. Der Engel hat am Boden eine Marke, eine Zahl ist nicht vorhanden. Mich würde interessieren, wer der Entwerfer dieses Modells war, um welche Manufaktur es sich handelt und wann der Engel produziert wurde. Auch über eine Wertangabe würde ich mich sehr freuen. Charlotte Treder, Sundern
!
Die vermutlich mit viel Mühe und Überlegung gesuchte und gefundene Porzellanfigur erweist sich leider nicht als das, was sie vorgibt zu sein. Dargestellt ist ein Leier spielender Putto, oder genauer ein Armor, erkennbar an dem Pfeileköcher auf dem Rücken. Er sitzt auf eine Art Felsen und hält statt Pfeil und Bogen wie gesagt eine Leier, der Sockel ist aus zwei großen Rocaillen geformt. Auf der Unterseite befindet sich eine im Umdruckdekor nicht ganz vollständig aufgebrachte Meissener Schwertermarke. Die Figur wurde Ende des 20. Jahrhunderts in Täuschungsabsicht vermutlich in Korea oder China hergestellt. Sicherlich hat der kleine Armor für Sie persönlich einen hohen emotionalen Wert, einen Marktwert hat die Figur leider nicht. Klaus-Dieter Müller,
■ Kupferstich
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Das Bild selbst ist auf dünnem Papier und wurde auf einen Karton aufgeklebt. Auf dem Karton steht links unten „Meisner“ und rechts unten die Zahl 1620. Ich hätte nun folgende Fragen an Sie: War Meisner der Künstler und was ist hier dargestellt? Brian Wilcox, o. O.
!
Das fragliche Stück ist ein Kupferstich auf Papier, welcher die Stadtansicht von Allendorf an der Werra, das heutige Bad Soden-Allendorf zeigt. Wir sehen im Hin-
Kunstsachverständiger, Jagdschloss Göhrde
tergrund die befestigte Stadt und die Werra und im Vordergrund eine etwas rätselhafte Szene. Ein Gelehrter im pelzverbrämten Mantel weist einen Edelmann in höfischer Kleidung mit einem Stab auf einen Ameisenhügel hin, auf dessen Spitze sich ein aufgeschlagenes Buch verirrt hat. Dieses Blatt stammt aus dem „Thesaurus Philopoliticus“ mit dem deutschen Titel „Politisches Schatzkästlein“. Diese Publikation wurde ab 1623 in mehreren Editionen mit Texten von Daniel Meisner (15851625) und mit Illustrationen von Eberhard Kieser (1583-1631) veröffentlicht. Dieses Buch zeigt insgesamt 830 Stadtansichten mit Emblemszenen im Vordergrund und Sinnsprüche in Versform unter der Darstellung. Dieses Blatt ist stark beschnitten und es fehlen diese Texte. Das Motto über der Ansicht lautet eigentlich: „Superi Tibi Cuncta Dedere“ und darunter der moralische Sinnspruch in Latein und Deutsch: „Natur, verstand auch tapffrer müht, Übung und ein Lehrmeister güht, Diese können in allen Dingn, viel güter Sachn zu wegen bringn.“ So einmalig und eigenartig das Konzept dieses Buches auch ist, es wurden viele Bände zerstört, die Illustrationen herausgeschnitten und gerahmt. Leider sind diese Blätter daher sehr häu-
■ In dieser Rubrik beantworten unsere Experten Ihre Fragen zu dem einen oder anderen guten Stück. Doch leider sehen wir uns außerstande, ganze Nachlässe oder sämtliche sich in Ihrem Haushalt befindlichen Trouvaillen bewerten und schätzen zu lassen. Auch bitten wir um Verständnis, wenn es mit der Bearbeitung länger dauert. Senden Sie uns also Ihre Anfrage nur zu einem zu bestimmenden Objekt – mit detaillierter Beschreibung und gutem Foto, auf dem das Objekt ganz abgebildet ist. Noch ein Hinweis zu den Preisen, die von Fall zu Fall von unseren Experten genannt werden: Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die anhand von Fotos allein getroffen werden und je nach Zustand des Objekts nach oben oder nach unten korrigiert werden können. Ihre Anfrage schicken Sie bitte an: Gemi Verlags GmbH Redaktion Leserforum Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen
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■ Serviettenring
fig auf dem Markt zu finden und treffen zusätzlich den derzeitigen Zeitgeschmack nicht. In einer Auktion wäre ein solches Blatt daher mit unter 40 Euro anzusetzen.
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Dieser Serviettenring ist aus Silber und mit Türkisen besetzt. Der Durchmesser des Rings beträgt circa 5 cm. Die Punzen deuten auf eine Herkunft aus England, vermutlich Sheffield. Was bedeutet EW & Co.? Kann man die Punze komplett entschlüsseln? Wieviel wäre der Serviettenring in etwa wert? K. Kremer, o. O.
Georg Ottomeyer, Experte Berlin
■ Fayence-Teller
?
Ich wende mich an Sie mit der Bitte um eine Expertise über die beiden handbemalten Teller, die ich vor einigen Jahren zusammen auf einem Flohmarkt in einem
! passen. Hoffentlich sind die Fotos aussagekräftig genug, um eine Beurteilung mit ungefährer Wertangabe zu machen. Beide Teller sind im Übrigen unbeschädigt. Klaus U. Nitsche, Kürten
!
Die beiden hübschen Fayence-Teller in Ihrem Besitz sind vermutlich in Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt worden. Der Teller mit dekorativer Ruinenlandschaft zeigt eine thematische Ähnlichkeit zur Keramik des 18. Jahrhunderts, jedoch wirken die beiden entschleunigten Hirten in der weiten Campagna Landschaft umgeben von Blumenmalerei eher etwas idealtypisch rokokohaft. Die Maler-Signatur „E. Ducrocq“ findet sich auf ähnlichen Tellern und Servicen des späten 19. Jahrhunderts. Auf der Unterseite trägt der Teller eine Variante des Firmenzeichens VP Veuve Perrin, der Fayence Manufaktur „Witwe Perrin“, welche von circa 1760 bis 1803 existierte. Dieses bekannte Firmenzeichen wurde später von der Firma Edmé Samson et Cie. in Fälschungsabsicht weiterverwendet. Die alten Imitationen sind wirklich gut gemacht, das Farbspektrum bei Veuve Perrin ist allerdings etwas gedeckter und die Malerei luftiger. Beide Teller würde ich heute mit je 40 bis 60 Euro bewerten.
Das fragliche Objekt ist ein Serviettenring aus Silber, der mit insgesamt drei Türkisen besetzt ist. Die Türkise haben einen Cabochonschliff und sind mit einer geraden Zargenfassung befestigt. Auf der Außenseite des Serviettenrings sind englische Silbermarken zu sehen. Der laufende Löwe benennt den Silbergehalt von 925 Sterling Silber und die Krone lokalisiert den Entstehungsort dieses Reifes in Sheffield. Die Meistermarke ist leider etwas verschlagen, der erste Buchstabe ist nicht klar lesbar, und so kann leider der Silberschmied nicht identifiziert werden. Es fehlt der Jahresbuchstabe, der üblicherweise das Jahr der Entstehung angibt. Silberobjekte des täglichen Gebrauchs erfreuen sich aus vielerlei Gründen derzeit eher verhaltener Nachfrage am Auktions- und Kunstmarkt. Zum Einen sind Silberobjekte durch die Notwendigkeit des Putzens und Polierens zu aufwändig im Gebrauch. Zum Anderen sind sie in ihrer Stilistik und ihrem meist überreichen Dekor schwer mit dem Zeitgeschmack in Deckung zu bringen. Georg Ottomeyer, Experte Berlin
Klaus-Dieter Müller, Kunstsachverständiger Jagdschloss Göhrde
Stapel von anderen Tellern entdeckt habe. Folgendes habe ich bereits herausgefunden: Der Porzellanteller mit Blumenmotiv ähnelt den Ludwigsburger Tellern aus der Zeit um 1760. Der Boden ist uneben, wie es auch in Beschreibungen über einige dieser Teller im Internet zu lesen ist. Der Durchmesser beträgt circa 25 cm. Leider fehlt jegliche Marke/Stempel auf der Unterseite. Der andere Teller mit dem Landschaftsbild ist aus Fayence und hat 26 cm im Durchmesser. Die feine Malerei ist signiert und am Boden außerdem markiert. Im Internet habe ich eine ähnliche Marke gefunden, die auf eine nicht genannte Fayence-Manufaktur bei Marseille hinwies. Der Typus der Malerei könnte auch in die Zeit kurz nach Mitte des 18. Jahrhunderts 12 / 19
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NiKoLAUSKALENDER LUDGER SPiELBERG
Der Wunsch nach einem Nikolauskalender dürfte heute wohl vom Verkaufspersonal mit dem allgemeinen Hinweis auf die Auswahl an Adventskalendern beantwortet werden, vielleicht noch mit einem speziellen Verweis auf die Titelseiten mit Weihnachtsmännern. Wer erst am 4. oder 5. Dezember mit einem solchen Begehren den Laden betritt, erhält wahrscheinlich einen der typischen Adventskalender mit 24 Türchen zum reduzierten Preis. Nikolauskalender, viele Jahrzehnte durchaus bekannt und üblich, sind nämlich fast in Vergessenheit geraten. Wer nach dieser Variante des Adventskalenders sucht, sollte sich in die Sammlerszene begeben oder in Antiquariaten danach fragen.
Unterschiedliche Bräuche Bereits vor Jahrhunderten bereiteten sich viele Christen schon Wochen vor dem Fest auf Weihnachten vor. Einige ganz unterschiedliche Bräuche entwickelten sich weit über ihren Ursprungsort hinaus zu Traditionen oder breiteten sich sogar auf viele Länder aus und erfassen inzwischen ganze Kontinente. Andere gerieten wieder in Vergessenheit oder sind nur noch regional bekannt. Spätestens im 19. Jahrhundert entstanden verschiedene Methoden zur Anzeige der noch verbleibenden Zeit bis zum Weihnachtsfest. Zu den bekanntesten zählen heute Adventskränze und Adventskalender. Erstere dürften nach Angabe verschiedener Lexika (vgl. z. B. Wikipedia) von Johann Hinrich Wichern, dem Begründer der Evangelischen Diakonie, 1839 in Norddeutschland eingeführt worden sein. Aus dieser Tradtion, zu-
nächst mit 24 Kerzen, entstand der heute gebräuchliche Adventskranz mit vier Kerzen für die Adventssonntage. Der Ursprung der ersten Zählhilfen für den Countdown bis Weihnachten aus beschriftetem oder bedrucktem Papier lässt sich nicht eindeutig belegen. Sie könnten ebenfalls in Einrichtungen der Diakonie entstanden sein, in denen viele Jahrzehnte die Tradition des Adventsbaumes gepflegt wurde.
Vorbereitung auf Weihnachten Vom 1. Adventssonntag an wurde täglich ein Tannenbaum um eine Kerze und anfänglich um einen handschriftlich gefertigten Zettel, später um vorgefertigte Schmuckstücke in Form von Sternen oder Weinblättern bereichert, die nicht nur dekorativ gestaltet, sondern auch noch mit Zitaten aus der Bibel bedruckt waren. Bis Weihnachten entstand so Tag um Tag ein vollständig geschmückter Baum. Diese gedruckten Schmuckstücke waren auch noch zu Zeiten bekannt und im Handel, als „Adventskalender zum Vorlesen“ mit Ringbindung enthält für jeden Tag vom 6. bis zum 24. Dezember eine Geschichte und ein Bild. Die Abbildung zeigt das Titelblatt und die erste Seite vom 6. Dezember. Verlag Langewiesche-Brandt KG, Ebenhausen bei München 1958. Format 23,5 cm x 18 cm Die Titelseite des Einklebealbums „WeihnachtsLieder“ aus dem Verlag von Reichhold & Lang, München, mit Bildern von Felix Elssner. Die einzelnen Tage sind nicht gekennzeichnet, bei 19 Seiten und Bildern kann es sich nur um einen Nikolauskalender für die Zeit vom 6. bis 24. Dezember handeln. Format 29,5 cm x 23,5 cm. Um 1925
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in vielen Familien schon Adventskalender an der Wand hingen. Ein exaktes Datum über deren Entstehung als gedruckte Exemplare ist nicht bekannt. Nachgewieseoben von links nach rechts: Richard Ernst Kepler gestaltete für den Verlag Reichhold & Lang, München, mehrere Kalender. Darunter mit „Die Weihnachtsuhr“ um 1920 auch diesen Nikolauskalender. Die Uhr wird über eine Drehscheibe am unteren Kalenderrand bedient und zeigt, beginnend mit dem 6. Dezember, unterhalb der Uhr in einem kleinen Fenster das jeweilige Datum und in den fünf großen Fenstern der vom Teekessel ausströmenden Wolke täglich ein neues Bild. Zuerst ist ein Weihnachtsmann zu sehen, danach erscheinen Engel mit Musikinstrumenten und Spielzeugen. Am 20. Dezember trägt ein Engel einen Weihnachtsbaum in das linke Bild, dann folgen zwei Bilder mit Rentieren und zwei weitere mit Teilen einer Kutsche, in der hinten das Christkind sitzt. Zusammen ergeben diese fünf Bilder eine vollständige Weihnachtsszene, nur durch die Stege der Fenster getrennt. Die Abbildung zeigt eine gegen Ende des 20. Jahrhunderts erschienene Reproduktion, bei der das originalbild gespiegelt wurde und die Signatur des Zeichners fehlt. Format 24 cm x 20,5 cm
ne Stücke stammen aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Bekanntlich gilt der Advent als eine Zeit, in der Christen sich auf des Fest der Geburt Jesu vorbereiten. Jahrhunderte gab es über den genauen Zeitraum unterschiedliche Regelungen und auch Streitigkeiten. Für die lateinische Kirche, auch Westkirche genannt, umfasst die Adventszeit vier Sonntage. Sie beginnt mit dem ersten Adventssonntag und endet am Heiligen Abend, der auch der letzte Adventssonntag sein kann. Die Adventszeit kann also unterschiedliche Längen haben und folglich schon am 27. November, spätestens aber am 3. Dezember beginnen. Taggenaue und für die Adventszeit des jeweiligen Jahres exakt passende Kalender würden sich also über einen längeren Zeitraum voneinander unterscheiden. 2017 begann z. B. die Adventszeit am 3. Dezember und so wird es erst wieder im Jahre 2023 sein.
Fester Termin Wer seine Kalender selbst fertigt oder mit anderen Methoden die Zeit von Beginn bis Ende der Adventszeit misst, dürfte damit kein Problem haben. Gedruckte und für das jeweilige Jahr passende Adventskalender gab es vereinzelt zwar auch, doch für die Hersteller und für die Nutzer waren sie wenig praktikabel. Produzenten und Händler hätten unverkaufte Exemplare ein Der kleinformatige Kalender (19,5 cm x 14,5 cm) hat Türchen für die Zeit vom 6.-24. Dezember und stammt wohl aus der Zeit um 1950. Wie bei vielen Adventskalendern zeigt die Hinterklebung mit einem Weihnachtsmann und einer Krippendarstellung die für den Nikolaustag und den Heiligen Abend typischen Bilder
Der wohl aus der Zeit um 1950 stammende Wandkalender hat Türchen für die Zeit vom 6. bis 24. Dezember. Die Kennzeichnung PC 2002 unten links bezieht sich wahrscheinlich auf den Verlag. Format 30,5 cm x 21,5 cm Als „Der Weihnachtsbaum“ erschien um 1910 im Verlag Reichhold & Lang, München, der wahrscheinlich erste Nikolauskalender. Er bestand aus zwei Teilen: Einem mit Krippenszene und Weihnachtsbaum bedrucktem Karton und einem Papierbogen mit 19 auszuschneidenden Figuren. Von diesen war ab dem 6. Dezember täglich eine auf den Baum aufzukleben, so dass am 24. Dezember ein vollständig geschmückter Weihnachtsbaum vorhanden war. Dieser Kalender erschien im Laufe der folgenden Jahre in mehreren Versionen und unterschiedlichen Formaten. Die Abbildung zeigt eine in den 1990er-Jahren erschienene Reproduktion der Erstauflage. ars edition AG, CH-Zug. Format 24 cm x 13 cm 12 / 19
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paar Jahre lagern müssen und in sparsamen Familien wurden sie gern häufiger benutzt; derselbe Adventskalender kehrte alle Jahre wieder. Weihnachten wurden die Türchen zugeklappt, das gute Stück bis zur nächsten Adventszeit gelagert und dann erneut an die Wand gehängt. Auch der Tausch unter Nachbarn oder Verwandten war üblich. Ein fester und jährlich gleicher Termin erwies sich deshalb als wesentlich praktischer, auch wenn das erste Türchen dann bereits vor dem Beginn der Adventszeit oder erst ein paar Tage danach zu öffnen war. Deshalb wurden vorwiegend Kalender mit Türchen, Abreißblättern usw. für die Zeit vom 1. bis 24. Dezember gestaltet.
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Mehr als 24 Türchen Wer sich mit älteren Adventskalendern beschäftigt, findet allerdings auch reichlich ungewöhnliche Ausführungen mit einer vom 24er-Standard abweichenden Türchenzahl. Der Adventskalender „Alte Stadt“ von 1954 aus dem Verlag Richard Sellmer, Stuttgart-Rohr, hat z. B. für den 24. Dezember zwei Türchen und ein weiteres für den ersten Weihnachtstag. Ein Adventshäuschen der St.-JohannisDruckerei, Lahr-Dinglingen, bot Ende der 1920er-Jahre 28 zu öffnende Fenster und eine große Tür. Eigentlich nicht außerwöhnlich, aber die Ziffern 1 bis 28 sind erst hinter den geöffneten Fenstern sichtbar. Es ergeben sich Fragen: Wann beginnt und wann endet der Kalender? An welchem Tag soll welches Fenster geöffnet werden? Auch die Haustür lässt sich öffnen und zeigt dahinter eine Krippe mit Kind, aber keine Nummer. Typisch ist ein großes Türchen mit einer Krippenszene und der Nr. 24 meistens für den Heiligen Abend, aber diese Nummer befindet sich auf der Hinterklebung eines einfachen Fensterflügels. Vielleicht gab es für das Häuschen ja eine Gebrauchsanweisung. Kalender mit gekennzeichneten Türen von 1 bis 24 und vier weiteren hingegen erklären sich von selbst; hier gibt es für jeden Adventssonntag noch eine Extratür. Die Türchenzahl ist bei älteren Adventskalendern, besonders solchen aus der Zeit vor 1960, nicht immer gleich. Rekordverdächtig in Hinsicht auf die Menge der Türchen ist „Das Geheimnis der Weihnacht“, gestaltet von Paula Jordan und um 1950 im Ravensburger Verlag Otto Maier erschienen. Beginnend mit dem 1. Dezember reicht das ungewöhnliche Stück weit über Weihnachten hinaus bis zum 6. Januar und enthält zusätzlich noch Türchen für die vier Adventssonntage.
Lob, Tadel und Geschenke Kalender mit einem Beginn am 6. Dezember wirken im Vergleich dazu wie eine Sparausführung. Doch dem war nicht so, denn diese Kalender erfüllten einen besonderen Zweck. Die letzten Wochen vor dem Weihnachtsfest boten wenig Anlass für Präsente, doch zum Nikolaustag gab es, wie es immer noch üblich ist, für die Kinder neben Lob und Tadel auch Geschenke. Sicher nicht so üppig wie heute, aber neben Apfel, Nuss und Mandelkern oben: Der Münchener Verlag Reichhold & Lang gestaltete mehrere Kalender als Alben, bei denen täglich Bilder von einem Abreißblock in ein Album neben eine dazu passende Geschichte oder entsprechende Verse zu kleben waren. „Die Christrose“ mit Texten von Sepp Bauer und Bildern von Else Wenz-Viёtor erschien um 1925 und war als Nikolauskalender gestaltet, mit einem Vorsatzblatt und Bildern für die Zeit vom 6. bis 24. Dezember. in einzelnen Episoden wird die Geschichte der Kinder Fritz und Gretel erzählt, die sich auf die Suche nach einer Wunderrose begeben, mit der die Krankheit ihres Vaters geheilt werden kann. Unterwegs treffen sie König Winter, den Nikolaus, das Christkind und andere Helfer und kehren schließlich mit einer Christrosenblüte glücklich heim. 10 Seiten für je zwei Bilder, Format 27 cm x 18,5 cm. Daneben: zwei Seiten mit eingeklebten Bildern aus „Die Christrose“ Unten: Der von Charlotte Baron-Raa mit Märchenmotiven gestaltete Kalender aus der Zeit um 1950 hat 19 Türchen und beginnt als typischer Nikolauskalender mit der Nr. 6. Format 37 cm x 28 cm. ohne Druck- oder Verlagsvermerk. im KorschVerlag erschien in den 1990er-Jahren eine Neuauflage, die durch das aufgedruckte Verlags-Logo gut von der frühen Ausführung zu unterscheiden ist
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BRAUCHTUM 17 Gottes Sohn, als Christkindlein auf die Erde kam. Aber nicht nur von seiner Geburt und allem Wunderbaren, was dabei geschah, will er Euch berichten, sondern auch davon, wie Jesus als Kind lebte. Er war ja ein Kind, genau wie Ihr. Darum hört nun gut zu und begleitet den Jesusknaben auf seinen Wegen." Beginnend am 6. Dezember werden viele der aus dem Neuen Testament bekannten Ereignisse geschildert. Zunächst das Leben von Maria und Josef bis zu Christi Geburt am 24. Dezember, es folgen die Anbetung durch die Hirten, die Reise der drei Könige, die Flucht der Familie vor den Schergen des Herodes nach Ägypten bis zum 10. Januar mit der Heimkehr nach Nazareth. Bis zum 31. Dezember sind die Türchen mit arabischen Ziffern gekennzeichnet, ab Beginn des nächsten Jahres mit römischen. Bedeutend für die Entwicklung und Verbreitung gedruckter Advents-kalender war der Münchener Verlag Reichhold & Lang, der seine Produkte als „Münchener Weihnachtskalender“ bezeichnete. Zwischen
1903 und 1940 erschien in dem Verlag ein vielseitiges Sortiment mit Adventshäusern, Zieh-, Schiebe-, Aufstell-, Abreiß- und Wandkalendern sowie Alben mit einzuklebenden Bildern. Der erste Kalender mit der Bezeichnung „Im Lande des Christkinds“ entstand 1903 und bestand aus einem Papierbogen mit 24 auszuschneidenden Bildern und einer Pappe mit Feldern, auf die diese Bilder aufzukleben waren. Bekannt wurde der Kalender ein Jahr später als Zeitungsbeilage und es dauerte wohl noch ein paar Jahre, bis er als Kaufexemplar im Handel erhältlich war. 1976, als sich erst wenige Sammler für historische Adventskalender interessierten, erschien er in der Zweimonatszeitschrift „Charivari” als zweiteiliges Faksimile, zusammen mit einem journalistischen Beitrag über die Münchener Weihnachtskalender von Reichhold & Lang. Der Untertitel „Advents-Kalender Nikolaus Kalender“ nimmt Bezug auf das frühere Sortiment und weist auf die Ausführungen mit den unterschiedlichen Startterminen hin.
war auch oft ein Adventskalender dabei, der natürlich keine Türchen vor dem Tag der Übergabe erforderte. Wurde der Kalender am Abend des 6. Dezember sogar vom Nikolaus persönlich überbracht, reichte als Starttag auch der 7. Dezember. Hinsichtlich der Motive für die Deckblätter, der Bildchen auf Hinterklebungen und der Vielfalt mit Ausführungen als Wand-, Stell-, Abreiß-, Bastel- oder Werbekalender usw. unterschieden sich diese Nikolauskalender nicht von anderen Adventskalendern, nur nahm ihr Anteil in den Sortimenten der Verleger immer mehr ab. Die Laufzeit endete, wie auch bei den meistens anderen Adventskalendern, fast immer am 24. Dezember. Doch Ausnahmen gab es auch unter den Nikolauskalendern. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür ist „Die Kindheit Jesu“, gestaltet von Gudrun Keussen und erschienen 1960 im Verlag ars sacra Josef Müller, München. Zum Kalender gehört ein Beiblatt mit Erläuterungen für jedes zu öffnende Türchen. Einführend wird vermerkt: „Liebe Kinder! Der Weihnachtskalender, der heute zu Euch kommt, erzählt Euch, wie Jesus Christus, Die Türen 6 bis 11 dieses Kalenders sind als Sterne gestaltet, alle übrigen in die Kapelle integriert. Das große Tor wird am Heiligen Abend geöffnet. Format 29,5 cm x 21 cm. Verlag Paul Pittius, Berlin, 1930er-Jahre „Die Kindheit Jesu“ mit insgesamt 36 Türchen für die Zeit vom 6. Dezember bis zum 10. Januar des folgenden Jahres. Format 37,5 cm x 28,5 cm. Verlag ars sacra Joseph Müller, München 1960. Die Kalender dieses christlich orientierten Verlages waren dreilagig gestaltet und bestanden aus der bedruckten Titelseite, einer dünnen Hinterklebung mit Bildern und hinten einer Pappe mit ausgestanzten Feldern in Form der Türchen auf dem Deckblatt. Auf diese Weise ließen sich besonders schöne Effekte bei einer Hintergrundbeleuchtung erzielen 12 / 19
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Christkindleins Haus Die heute dominierende Ausführung des Adventskalenders in Form eines Wandkalenders mit zu öffnenden Türen erschien wahrscheinlich erstmals in diesem Verlag und trug die Bezeichnung „Christkindleins Haus“. Es könnte sich sogar um eine doppelte Premiere gehandelt haben, denn eine Variante dieses in zwei Größen erhältlichen Kalenders war befüllbar. Mit 18 doppelflügligen Fenstern vom 6. bis 18. Dezember und einer großen Tür für den Heiligen Abend handelte es sich außerdem um einen Nikolauskalender. Unter allen Adventskalenderverlagen führte Reichhold & Lang die wahrscheinlich größte
Auswahl an Nikolauskalendern in unterschiedlichlichsten Ausführungen und einer später nie wieder zu findenden Vielfalt im Sortiment. Die Nikolauskalender dürften, auch wenn sie weniger Türchen hatten als die vielen anderen Adventskalender, den meisten Kindern Freude bereitet haben.
Folgsamkeitstabelle Anders könnte es bei einem sehr ungewöhnlichen Exemplar gewesen sein, der „Folgsamkeitstabelle vom Nikolaus“. Mit den weihnachtlichen Motiven unterscheidet sich dieses seltsame und seltene, heu-
te sicherlich sogar befremdlich wirkende, Stück nicht von anderen Kalendern. Allerdings gibt es keine Türchen und auch keine Hinterklebung, jedoch eine Tabelle mit Links von oben nach unten: Der innentitel und die erste Seite des Einklebealbums „WeihnachtsLieder“ von Reichhold & Lang. Jede Seite enthält einen Liedtext und die dazugehörigen Noten. Das farbig gestaltete Bild ist hier noch nicht eingeklebt, entspricht aber dem Motiv oberhalb des Liedtitels Die Erfolge der Münchener Weihnachts-Kalender in Albumform von Reichhold & Lang dürften anderen Verlagen als Vorbild für ähnliche Ausgaben gedient haben. „Mein Weihnachts-Album“ aus dem Kunstverlag A. Jaser GmbH, Nürnberg, mit Bildern von Curt Junghändel und Versen von Clara Fritsche besteht ebenfalls aus einem Einklebealbum und Bildern aus Abreißkalendern. in der Anleitung heißt es: „Die 18 farbigen Bilder von Curt Junghändel sind Tag um Tag vom 7. - 24. Dezember vom Blocke der Adventkalender Christengel oder Knecht Ruprecht abzunehmen und der Reihe nach in dieses Album zu kleben. Am Weihnachtsabend ist dann das Album vollständig und mit 18 Bildern geschmückt.“ Die Abb. zeigt die Titelseite und das Blatt mit dem eingeklebten Bild für den 7. Dezember. Format 20,5 cm x 17 cm, Nürnberg, 1929 oben: „Christkindleins Haus“ aus dem Verlag Reichhold & Lang, München, startet am 6. Dezember mit einem Fenster oben am Giebel und endet mit einer großen Tür unten am Heiligen Abend. Der Kalender war ab ca. 1920 in den Formaten von 32,5 cm x 25 cm und 24 cm x 16,5 cm zu haben, auch viele Jahre im Sortiment und erschien als Reproduktion in den 1990er-Jahren. Die Abbildung zeigt die größere Ausführung. Die formale Gestaltung mit einer Hausfassade und Bildern hinter Fensterflügeln und dem Hauseingang war später bei vielen Adventskalenderverlagen ein beliebtes Motiv 12 / 19
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BRAUCHTUM 19 tatsächlich am Nikolaustag aus seinem dicken Buch das Sündenregister des ganzen Jahres aufzählen konnte. Der Abend des 6. Dezember wurde, wenn der Nikolaus womöglich noch in Begleitung von Knecht Ruprecht oder dem unter vielen Namen bekannten Teufel erschien, von vielen Kindern mehr gefürchtet als geliebt. Da dürfte ein mit tränenden Augen und schlotternden Knien empfangener Nikolauskalender nur ein schwacher Trost gewesen sein. In der jüngeren Vergangenheit erschienen Nikolauskalender ganz neuer Art, die am 1. Dezember beginnen und schon am 6. Dezember wieder enden. Es handelt sich um mit Schokolade gefüllte Werbeartikel zur Verkürzung der Wartezeit auf den Nikolaustag. Damit brechen für Sammler ganz neue Zeiten an, denn auch gedruckte Halloween-Kalender für die Zeit vom 1. bis 31. Oktober sind erhältlich und ebenso etliche virtuelle Ausgaben, z. B. mit Särgen als Türchen. Für die Überbrückung der Zeit von Anfang bis Ende November werden Marketingexperten wahrscheinlich auch noch Anlässe finden.
Literatur Feldern für die Zeit vom Nikolaus-Tag bis zum Tag vor dem Heiligen Abend, also dem 23. Dezember. Darüber ist Platz für die Eintragung eines Namens, wohl des mit dem Kalender beschenkten Kindes. Ansonsten erklärt der merkwürdige Kalender sich von selbst. Für jeden Tag sollte das freie Feld in der Tabelle mit einem roten Kreuz als „lieber Tag“ und einem schwarzen Kreuz als „böser Tag“ gekennzeichnet werden. Damit waren sicherlich nicht die Widrigkeiten oder das Wetter des jeweiligen Tages gemeint, sondern der Gehorsam des Kindes. Statt täglicher Freude über ein buntes Bild hinter einem Türchen dürften die Kinder beim Blick auf die Kinderzimmer- oder Küchenwand wohl eher eine ständige Bedrohung verspürt haben, zumal die Anmerkung am unteren Rand des Kalenders auch nichts Gutes verhieß: „Die Tabelle wird in der Nacht vor dem Heiligen Abend wieder abgeholt. Nikolaus.“ In Anbetracht guter Beziehungen zwischen dem Nikolaus und dem Christkind schwand dann wohl mit jedem schwarzen Kreuz in der Tabelle die Hoffung auf eine üppige Bescherung.
Pädagogischer Knüppel Derartige Erziehungsmethoden sind inzwischen längst verpönt, doch war die Drohung mit dem Nikolaus viele Jahrzehnte sogar ganzjährig ein pädagogischer Knüppel. Stets bestand die Gefahr, dass Unfug und Ungehorsam dem heiligen Mann gemeldet würden, der dann ja
Charivari. Die Zeitschrift für Kunst, Kultur und aktuelle Ereignisse in Altbayern. Nr. 6 November 1976. – Adventkalender. Ausstellung der Volkskundlichen Sammlung des NÖ Landesmuseums 1980/81, Wien 1980. – Katalog Christbaumschmuck. Aus den Sammlungen des Museums für Volkskunde. Berlin 1992. Fotos: Ludger Spielberg
oben: „Knecht Rupprecht“ für die Zeit vom 6. bis 24. Dezember, gestaltet von Charlotte Baron-Raa. Bemerkenswert sind, wie auch bei dem Märchenkalender, die unterschiedlich gestalteten Türchen. Einige sind rechteckig oder quadratisch, andere rund, oval, herz- und sichelförmig. ohne Verlagsangabe. Format 37 cm x 28 cm Unten: „Die Folgsamkeitstabelle vom Nikolaus“ mit Feldern für die Zeit 6. bis 23. Dezember. Verlag Richard Werner, Bremerhaven. Format 32,5 cm x 24 cm, um 1950 12 / 19
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VORBERICHTE n Eppli, Leinfelden-Echterdingen Ein Tipp für Kurzentschlossene: Viel Neues hält Eppli für seine Kunden noch im November bereit. Künftig finden die Auktionen mit Kunst, Antiquitäten, Schmuck sowie der Sparten Münzen, Briefmarken und Historica in der Echterdinger Auktionshalle immer an einem Tag, jeweils dem vierten Samstag im Monat statt. Wenn am 23. November das Haus öffnet, können Interessenten für alte und neue Kunst nun auch Münzen und Briefmarken bebieten, die Sammler historischer Objekte auch bei den Antiquitäten zugreifen. Es bleibt mit zwei getrennten Katalogen wie bisher übersichtlich. In der Skulpturen-Sparte lässt ein privater Sammler mehrere Bronzen des Schwäbisch Gmünder Bildhauers Jakob Wilhelm Fehrle (Aufrufpreise von 650 bis 1.100 Euro) und eine Krippe mit den berühmten Figuren dessen Schwester Anna Fehrle versteigern (1.700 Euro). Vom Wiener Ernst Fuchs gibt es eine silberne Sphinx und das Figurenpaar „Daphne und Apoll“ (400 und 650 Euro). Der weibliche Torso, den der in Kiev geborene Oleg Borisovich Kostekevich in weißem brasilianischen Marmor ausführte, kann ab 1.200 Euro beboten werden. Die Glasvase „Omaggio a Picasso“ schuf Walther Farlan 1997 für Murano (400 Euro). Ab moderaten 1.000 Euro ist die Glasskulptur „Erebus“ von Victor Vasarely, die 1982 als Jahresobjekt bei Rosenthal erschien, zu haben. Berühmtheit erlangte seit den 1950er-Jahren Micky Maus. Die Comic-Hefte erschienen ab 1. September 1951 im Ehapa Verlag in Deutschland. Für die ersten vier Hefte bis 4. Dezember 1951 sind einmal mindestens 5.500 Euro und dreimal 750 Euro bereit zu halten. Unter den klassischen Antiquitäten finden sich zwei große Altarleuchter mit Putten, die in Süddeutschland um 1740 in Lindenholz geschnitzt und ver-
goldet wurden (6.500 Euro). Glück und Stärke verkörpern die asiatischen Figuren in Bronze und Elfenbein. Ein chinesischer Budai, auch Milefo, aus braun patinierter Bronze trägt als Glücksgott eine durchbrochen gearbeitete und mit Figuren geschmückte Krone auf dem Kopf. Der auch als „Laughing Buddha“ bekannte Gott kann ab 2.000 Euro einem neuen Besitzer Reichtum, Gelassenheit und Zufriedenheit bringen. Mehr Stärke verkörpert der japanische Samurai der Meiji-Periode (18681912). Die exzellente Bronze eines Kriegers in prächtiger Rüstung stammt aus einer süddeutschen Privatsammlung und kann ab 9.000 Euro eine neue Sammlung zieren. Telefon: 0711/997008400 Webseite: www.eppli.com
n Regele, Stuttgart Am 27. November findet bei Regele die 79. Auktion statt. Zahlreiche Gemälde und Grafiken, unter anderem von Bruno Bruni, Abraham Hulk, Salvador Dali, Friedrich von Keller, Pieter Francis Peters, Apol Ludewig, Walter Strich-Chapell, Anna Peters und Fritz Lang stehen zur Versteigerung. Eines der Highlights ist eine goldene Taschenuhr von A. Lange & Söhne Glashütte mit der dazu gehörenden Dokumentation. Markenporzellane und Keramik der Manufakturen Meissen, Rosenthal, KPM, Hutschenreuther, Herend, Karlsruhe, Ludwigsburg werden ebenfalls angeboten. Gold und Silbermünzen, Varia, Teppiche, Militaria, Spielzeug, Möbel, Silber runden das Angebote ab. Telefon: 0171/5307129 oder 0711/69947020 Webseite: www.auktionshausregele.de
Micro-Feinmechanik M. Rauchenecker 03300 H.L. Schlepptenderlok (Ausruf 1.100 Euro). Wormser Spielzeug-Auktion, Worms, 05.-07.12.2019 Auktion schöne Stücke für die eigene Sammlung. Highlights gefällig? Ganz seltene und ausgefallene Stücke, die sich extrem von der Standardware absetzen, aber für die ein etwas größeres Budget nötig ist, kommen diesmal mit der Märklin mini-club Spur Z zum Aufruf. Interessant sind außerdem die Märklin-Stücke in H0 wie ein dreiteiliger Elektrotriebzug ST 800 Typ 13 oder eine E-Lok „Krokodil“ der SBB CCS 800 Typ 8. Auch in der Rubrik „Alles außer Märklin“ gibt es auch so einige Raritäten. Zum Beispiel Schlepptenderloks von Micro-Feinmechanik M. Rauchenecker, Lokomotiv-Manufaktur München, ebenso wie weitere Lokomotiven von Micro Metakit, Lemaco, Marktschefel & Lennartz, Metropolitan. In der Spur 0 geht es mit den Highlights weiter mit einer Schlepptenderlok der DR von Hübner und einer Schlepptenderlok von Märklin in Spur 0 (1020 PR). Auch in Spur 1 finden sich einige begehrte Stücke, so eine Schlepptenderlok der LNER von Märklin (4021) und eine französische Schlepptenderlok E 1021 PLM. Aber auch andere Fabrikate wie Hübner und Kiss sind vertreten, wie eine Schlepptenderlok der DB (122101). Hochwertige Loks und Wagen findet man in der Spur IIm, meist von LGB, aber auch von Scheba und Bachmann. Bei den Wiking Modellautos gibt es einen VW-Bus Typ 2 (1519/1 N). Viele weitere interessante Sammlerstücke runden das umfangreiche Angebot ab. Telefon: 06247/90460 Webseite: www.wormser-auktionshaus.de
n Rehm, Augsburg A. Lange & Söhne Glashütte, goldene Taschenuhr mit Dokumentation. Regele, Stuttgart, 27.11.2019
n Wormser Spielzeug-Auktion, Worms
Japanischer Samurai, Meiji-Periode (1868-1912), Bronze (Aufruf 9.000 Euro). Eppli, Leinfelden-Echterdingen, 23.11.2019 12 / 19
Traditionell gut aufgestellt startet das Wormser Auktionshaus vom 5. bis 7. Dezember in die 127. Wormser SpielzeugAuktion. In allen Bereichen rund um das antiquarische Spielzeug und besonders bei den Eisenbahnen von Spur Z bis Spur IIm kann der interessierte Sammler wieder viele schöne und hochwertige Highlights finden. Aber auch mit einem kleinen Geldbeutel gibt es in der Wormser Spielzeug-
Die 289. Kunstauktion des Augsburger Kunstauktionshauses Georg Rehm findet am 5. und 6. Dezember statt. Auch viele museale Exponate bietet das Haus neben über 1.200 Auktionsaufrufen an. Einige Nachlässe, vorwiegend aus dem süddeutschen Raum, waren dafür die Auftraggeber. Ein Highlight der Schmuck- und Silberabteilung, mit der die Auktion beginnt, ist eine Zierdose, gearbeitet vom Hofjuwelier Koch, der in Baden Baden und Frankfurt tätig war. Die fast würfelförmige Dose ist aus 14 Karat Gold und wiegt 395 Gramm. Die Deckelseite ist mit über 60 Edelsteinen besetzt. Insgesamt wurden fast zwölf Karat Diamanten, Smaragde, Saphire und Rubi-
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AUKTIONEN 23 ne verarbeitet. Der Schätzpreis beträgt 12.500 Euro. Ein weiterer Höhepunkt ist ein goldenes Zigarettenetui mit der Meistermarke von Michail Jewlampjewitsch Perchin. Er war Werkstattleiter bei Carl Fabergé von 1885 bis 1903. Das Etui wiegt 100 Gramm und ist mit blauem Email und Girlandendekor mit Diamanten verziert. Es hat einen Aufrufpreis von 15.000 Euro. Dazu kann eine Brosche mit Hängeuhr aus 18karätigem Gelbgold von D. Bachelard, Geneve ersteigert werden. Gearbeitet ist diese Juweliersarbeit mit viel Email und einem Quastendekor (Schätzung 2.500 Euro). Die Varia-Abteilung enthält sehr viel antiken Hausrat mit einer süddeutschen Sammlung von gut 25 Holzskulpturen des 16. bis 19. Jahrhunderts. Ein Hl. Laurentius, gut 120 Zentimeter hoch, steht auf einem geschnitzten und verzierten Originalsockel und ist im 18. Jahrhundert entstanden. Aufgerufen wird diese Skulptur bei 1.500 Euro. Eine Darstellung des Heiligen Simpert ist um 1500 entstanden und sicher eine alpenländische Arbeit, die auf 900 Euro geschätzt ist. Das Glanzstück der Porzellanabteilung ist eine königliche Prunkvase der Manufaktur KPM Berlin. Die fast 70 Zentimeter hohe Vase mit kobaltblauem Fond ist auf der Schauseite mit einem aufwändigen Medaillon bemalt. Dieses zeigt das Berliner Stadtschloss mit Personenstaffage. Die Henkel, die als Fabelwesen gestaltet sind, und die Umrandung zeigen eine reiche Vergoldung mit Krone. Die Zeptermarke ist von der Kreismarke und dem roten Reichsapfel ergänzt. Die Prunkvase stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wird mit sehr günstigen 6.000 Euro angeboten. Die Porzellanfigur eines russischen Paares, das auf Ernst Barlach zurückgeht, kommt aus den Schwarzburger Werkstätten (450 Euro). Das Spitzenlos der Altmeisterofferte ist ein fein ausgearbeitetes Porträtgemälde aus dem 17. Jahrhundert, das einen Jungen und seine kleine Schwester zeigt. Es wird Francesco Cavazzoni zugeschrieben
Kreuzabnahme Christi, um 1600, Öl auf Holz (Schätzpreis 5.000 Euro). Rehm, Augsburg, 05./06.12.2019
und soll mindestens 1.200 Euro kosten. In die Zeit um 1600 ist das Gemälde mit der Kreuzabnahme Christi eingeordnet. Der Schätzpreis liegt bei 5.000 Euro. Telefon: 0821/551001 Webseite: www.auktionshaus-rehm.de
n Kube, Sugenheim Im Jubiläumsjahr 2019, dem 50-jährigen Geschäftsjubiläum des Auktionshauses Kube, das seit 1983 im eigenen romantischen Alten Schoss in Sugenheim residiert, folgt nun als Jahresabschluss die dritte Sonderauktion. Angeboten wird eine äußerst gepflegte und wichtige Waffensammlung mit hauptsächlich militärischen Vorderladerwaffen des 16. bis19. Jahrhunderts sowie hervorragenden Blankwaffen. Zu den Highlights gehören österreichische Militärfeuerwaffen mit einem Steinschlossgewehr von 1690 mit Spundbajonett. Dazu Kürassiertromblon Kavalleriestutzen, Steinschlosspistolen, Husarenkarabiner und diverse Waffen System Augustin. Neben Badischen Pistolen 1813 und 1840 gibt es einen hochseltenen bayerischen Kavalleriekarabiner M/1804, eine Steinschlosspistole M/1826 und die schwere Wallbüchse M/1831. Absolut selten ist die braunschweigische Husarenpistole M/1815, ebenso wie das hannoversche Infanteriegewehr M/ 1765/86. Die jagdliche Steinschlosspistole von Matthias Conrad Pistor in Kassel ist ebenso selten wie die kurhessische Husarenpistole M/1827. Ein Unikat heutzutage ist die kurhessische Kavalleriepistole M/1827/ 46 in der Fertigung von Köppe in Köln. Besondere Highlights unter den preußischen Waffen sind die Offizierspistole von Henoul 1713, die vielleicht aus dem Besitz des Generalfeldmarschalls von Natzmer stammt. Dazu eine hochseltene, ungekürzte Kürassierpistole M/1731, der Kürassierkarabiner M/1731 und der noch seltenere Husarenkarabiner M/1742 wie auch der Kavalleriekarabiner M/1742/87. Ebenso begehrenswert sind die Steinschlosspistole M/ 1789 und als große Besonderheit das Nothardtgewehr M/1801. Nicht mehr zu übertreffen ist das sogenannte „Neupreußische Infanterie-Steinschlossgewehr“ M/1809/12 in Arsenalqualität. Den Abschluss des Angebots preußischer Feuerwaffen bilden die Jägerbüchse 1835, ein Zündnadelgewehr M/1841 und drei unterschiedliche Perkussionspistolen M/1850. Den absoluten Höhepunkt stellen ein Dresdner Radschlosspuffer von 1564 und die Dresdner Radschlossbüchse von Simon Helwig von 1619 dar, neben weiteren sächsischen Steinschlosswaffen und der sächsischen Ulanenpistole M/ 1870, wahrlich eine der seltensten deutschen Vorderladerpistolen, die schon anachronistisch noch mit glattem Lauf produziert wurde. Das westfälische InfanterieSteinschlossgewehr M an 9 ist ebenso selten auf dem Markt wie drei entzückende Miniaturen preußischer und württembergischer Steinschloss-Feuerwaffen 1731, 1823 und 1817. Ganz außergewöhnlich sind die Helmbarte der kursächsischen Tra-
Preußen, Steinschlosspistole M/1789 (Limit 2.800 Euro). Kube, Sugenheim, 07.12.2019 bantenleibgarde um 1550 sowie die Partisane der Schweizer Garde um 1740. Das insgesamt ebenso exquisite Blankwaffenangebot bringt österreichische Husarensäbel des 18. Jahrhunderts, badische Pallasche, einen kurhessischen Offizierssäbel um 1785 und einen überragend begehrenswerten Pallasch der kurhessischen Garde du Corps um 1845. Preußische Stichdegen, ein Dragonerpallasch M/1747, der absolut rare Offizierssäbel M/1852/61 des Dragoner-Regiments Nr. 1 und der Adlerkopf-Offizierssäbel M/1860 des Ulanen-Regiments Nr. 1 waren seit Jahren nicht angeboten. Einige rare Militaria wie zwei sächsische Offiziers-Ringkragen des 18. Jahrhunderts sind im farbig illustrierten Hardcover-Katalog zu entdecken. Telefon: 09165/1386 und -/650 Internet: www.kube-auktionen.de
n Karrenbauer, Konstanz Weihnachtsauktion bei Karrenbauer: Am 7. Dezember gibt es am Bodensee einige ganz besondere Objekte. So wie die umfangreiche Sammlung schöner Silberobjekte aus adeligem Hause, teils mit Wappen und Krone, alle in perfektem Zustand. Auch die Schmuckabteilung zeigt wieder eine große Auswahl schönster Schmuckstücke, von antikem Schmuck bis zum Goldschmiededesign. Ein Schwerpunkt liegt auf Objekten aus der Zeit um 1900 und aus den 1920er-Jahren. Beim Porzellan präsentiert Karrenbauer neben zahlreichen Speiseund Kaffeeservicen auch eine sehr große Sammlung älterer Porzellanfiguren der Manufakturen Meissen, KPM und Nymphenburg. Passend zur Weihnachtszeit gibt es schönes Spielzeug wie Steiff-Teddies, Puppen und altes Blechspielzeug. Eine weitere interessante Einlieferung sind gut erhaltene Chinamöbel und Einrichtungsobjekte. Sie sind sehr selten in Europa: Truhen, Schränke, ein Apotheker- bzw. Arztschrank, dazu Tuschezeichnungen, Vasen und Porzellan. Die ehemaligen Besitzer arbeiteten in den 1970er-Jahren in Asien, die Einrichtung haben sie später mit nach Deutschland gebracht. Es gibt auch immer wieder einige sehr seltene Stücke, etwa einen Kinderschlitten aus dem 19. Jahrhundert mit reicher Schnitzerei und bunt bemalt. Er stammt ebenfalls aus hohem Hause. Damit dem Kind beim Schlittenfahren nichts passierte, ist hinter dem zierlichen Sitz ein eigener Stand für das Kindermädchen angebracht. Telefon: 07531/27202 Webseite: www.karrenbauer.de
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70_74_Manfred_Sitte.qxp_A Tibet 07.11.19 15:30 Seite 2
KUnSt 70
DEr KünStLEr MAnFrED SittE HEiDrUn tH. GriGOLEit
Der Maler und Grafiker Manfred Sitte wäre am 29. Dezember 2019 hundert Jahre alt geworden. Der passionierte Backnanger Künstler, Studiendirektor und Kunsterzieher hat ein beachtliches und vielschichtiges Werk hinterlassen – an die 150 Ölgemälde in mittlerem oder großem Format und Grafiken, die sich im Besitz seiner drei Kinder Ursina, Ulla und Heimo sowie im Privatbesitz von Sammlern befinden.
Kunsterzieher Der gebürtige Schlesier aus Breslau wirkte nach dem Studium der Kunstgeschichte und Kunsterziehung an der Stuttgarter Kunstakademie sowie dem Studium
der Anglistik in Tübingen von 1957 bis 1982 als Gymnasiallehrer in Cannstatt, Gaildorf und Stuttgart und als freier Künstler. Das Malen, vor allem mit Öl, war die große Leidenschaft des Künstlers und ehemals freien Mitarbeiters der satirischen Zeitschriften „Der Simpl“ und „Wespennest“.
Malen aus Leidenschaft Beim Malen konnte Manfred Sitte alles andere völlig vergessen und in Farben schwelgen. Seine Staffelei stand direkt vor seinem Schreibtisch, auf dem sich immer Schulhefte für Englisch-Korrekturen stapelten. Nach eigenen Angaben liebte Manfred Sitte den Maler Max Beckmann, der ihn inspirierte. Daneben spielte der stark farbige Expressionismus von Emil Nolde und Ludwig Kirchner eine gewisse Rolle für ihn, die er in mehreren seiner Bilder nicht leugnet. Einige seiner Arbeiten Manfred Sitte, Sonnenblumen, 1976 Foto: Grigoleit / © hfg Ganz oben: Manfred Sitte, Abstraktes Blumengemälde Foto: Grigoleit / © Hildegard Ellsässer Oben: Manfred Sitte, Stillleben mit Flasche und Äpfeln, 1977 Foto: Grigoleit / © Sitte 12 / 19
70_74_Manfred_Sitte.qxp_A Tibet 07.11.19 15:30 Seite 3
KUnSt 71 Und natürlich gehören Selbstporträts zum Werk, die bei Manfred Sitte sehr ausdrucksstark sind.
Menschen und ihre Schwächen Soziale Themen wie „Jung und Alt“, „Kriegsversehrtheit“, „Unterwelt“, „Charaktere“ oder „Menschliche Schwächen“ beschäftigten den scharfen Beobachter und späten Expressionisten, dessen Bilder tatsächlich an Gemälde von Grosz,
Dix oder Beckmann erinnern – und doch ganz neue eigene Werke darstellen. Sitte beobachtete auf jeden Fall seine Mitmenschen genau und erkannte deren Schwächen und Unzulänglichkeiten, die ihm auch Motive für seine Werke abgaben: So entstanden zahlreiche gesellschaftskritische Bilder mit Namen wie „Straßenszene“, „Night Club“, „Nachkriegstypen“, „Altes Paar“, „Vietnam“, „Türkenfamilie“ oder „Satyr“. So mancher schätzte oder fürchtete seine kritischen Anmerkungen gleichermaßen.
Stillleben Stillleben in vielschichtiger Farbigkeit mit Vasen oder Früchten hatte Sitte gerne zum Motiv – etwa „Stillleben mit blauer Vase“, „Der grüne Krug“, „Flasche, Glas und Blütendieren auch nach Otto Dix und George Grosz, etwa scharf beobachtete Alltagsszenen und ebenso Akte, wie Manfred Sitte selber anlässlich einer großen Einzelausstellung in Bauschheim bei Frankfurt im Jahre 1987 betonte.
Aktmalerei Seine Lieblingsmotive waren eindeutig schöne und vor allem üppige Frauen. „An einer Frau darf man sich keine blauen Flecken holen, sie muss weich sein“, sagte er häufig. Die Aktmalerei war ein richtiger Genuss für ihn, erinnert sich auch die älteste Tochter Ursina. Es entstanden viele Frauen- und Aktbilder wie „Fünf junge Frauen“, „In the Nude“, „Liegende“, „Nach dem Bade“ oder „Großer Akt“.
Porträts Auch das familiäre Umfeld wurde in verschiedenen Gemälden festgehalten: Die Töchter Ursina und Ulla als Kinder und junge Frauen, Sohn Heimo und Ehefrau Maria samt Pudel Percy waren dankbare Motive. Manfred Sitte, Großer Akt, Drei Frauen Foto: Grigoleit / © Sitte Mitte: Manfred Sitte, Mädchen Porträt „Ursina“ Foto: Ulla Sitte / © Sitte Manfred Sitte, Porträt Heimo Sitte Foto: U. Sitte / © Sitte Unten: Manfred Sitte, Ulla Sitte, 1984 Foto: © U. Sitte 12 / 19
70_74_Manfred_Sitte.qxp_A Tibet 07.11.19 15:30 Seite 4
KUnSt 72 mehrere Gemälde gleichzeitig in seinem Atelier im Entstehen, in dem er auch die fertigen Bilder aufbewahrte. Er malte jedoch nicht nur auf Leinwand, sondern es wurden sehr oft große Spanplatten für Gemälde verwendet und diese auch hin
und wieder beidseitig bemalt. Charakteristisch und typisch sind für Sitte-Werke kräftige Farben, Rosa, Türkis, Gelb, helle Grau-, Grün- und Blautöne sowie starke schwarze Umrandungen der Formen, die eine grafische Wirkung erzeugen.
ten“ oder „Klatschmohn“. Besonders beeindruckend sind seine großformatigen Sonnenblumen-Gemälde, die mit farbigem Ausdruck und leuchtender Strahlkraft faszinieren. Auch Gladiolen oder abstrakte Fantasie-Gewächse brachte Sitte auf der Leinwand zum Erblühen auf mittelgroßen Formaten in einer Größe von etwa 100 mal 50 Zentimeter, die er bevorzugte. Sitte experimentierte gerne mit verschiedenen Stilrichtungen und nahm sich seine Bilder immer wieder vor, wenn die Ölfarben angetrocknet waren. So waren immer
Arbeitsweise Wenn sich der dreifache Familienvater in sein Arbeitszimmer im Untergeschoss seines Backnanger Hauses verkroch und mit dem Malen anfing, war er kaum ansprechbar, ließ nicht locker und vertiefte sich völlig in die Malerei. Der Fernseher lief meist nebenbei „als Tor zur Welt“ und im Bücherregal stand eine Flasche Whisky bereit – auch für den Besuch seiner wenigen, aber treuen und zuverlässigen Freunde. Er malte immer, wenn es die Zeit erlaubte, hatte aber auch viele andere Hobbys: Neben Haus- und Gartengestaltung, Wandern und Reisen interessierte ihn auch die Fotografie. Er entwickelte und vergrößerte seine Fotos selber – damals Schwarzweiß –, die ihm auch für Vorträge und ReiManfred Sitte, Paar Foto: Grigoleit / © Sitte Manfred Sitte, Der Kriegsinvalide, 1977 Foto: Grigoleit / © Sitte Manfred Sitte, Stehparty, 1984 Foto: Ulla Sitte / © Sitte 12 / 19
70_74_Manfred_Sitte.qxp_A Tibet 07.11.19 15:30 Seite 5
KUnSt 73 Daher: Es lebe die Provinz! Denn hier wagt sich noch manch einer hervor, der von den Offiziellen belächelt wird, weil er sich untersteht das Gestern und Vorgestern zu lieben und die humanere Art, Kunst zu machen“.
Kritisch und streng Für lange Diskussionen war der resolute und bestimmende Kunsterzieher aber
nicht zu haben, der Strenge und Verschlossenheit ausstrahlte. Trotzdem war er wohl auch sehr empfindsam: „Man musste aufpassen, was man sagte“, berichten die Töchter. Und auch das Urteil über andere war wohl manches Mal sehr streng. Neben seiner Leidenschaft für die Malerei interessierte sich Sitte auch für Sport. Starke Typen hatten es ihm angetan und so sah er sich auch mal mitten in der Nacht eine Live-Übertragung eines Boxkampfes aus den USA mit Cassius Clay an. „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, war ein geflügeltes Wort, das er immer wieder zitier-
sebeschreibungen dienten, die er in der Volkshochschule anbot. Der kritische Denker konnte bei Vorträgen und Führungen humorvoll und unterhaltsam sein, die er im Anschluss an kunsthistorisch von ihm geführten Reisen nach Griechenland, England, Schottland und Niederlande darbot.
Backnanger Künstlergruppe Der Moderne und deren Szene stand er jedoch kritisch gegenüber. Die Backnanger Künstlergruppe hatte in den späten 1980er-Jahren eine Broschüre über die Mitglieder herausgebracht. Sitte schreibt darin: „...so ist überall in den Metropolen Kunst zur Unkunst geworden und wehe dem, der es braucht und nicht mitmacht... Manfred Sitte, Stillleben Foto: Grigoleit / © Sitte Manfred Sitte, Abstrakte Vase mit Blumen, 1978 Foto: Grigoleit / © Sitte Manfrede Sitte, Kleines Stillleben mit Äpfeln, 1981 Foto: Grigoleit / © Sitte 12 / 19
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Ehrgeizig und motiviert Beruflich und als Künstler war Manfred Sitte ehrgeizig und motiviert und wollte, dass seine Kinder weiter kommen sollten, als er selbst. Er wollte auf seine Familie stolz sein und korrigierte gerne das Verhalten der Familienmitglieder, denn das Ansehen war ihm wichtig. Diese Haltung entsprach wohl dem Wunsch nach Sicherheit in Folge erschreckender Kriegserlebnisse und abenteuerlicher Nachkriegserfahrungen.
Werdegang Manfred Sitte wurde am 29. Dezember 1919 in Breslau als einziger Sohn von Hermann Sitte und seiner Frau Anna, geb. Benkel, geboren. Er machte im Sommer 1938 in Breslau Abitur. Die allgemeine Beurteilung beschrieb ihn als besten Zeichner der Klasse. Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1940 eingezogen. Aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, meldete er sich in den Nachkriegswirren zur Fremdenlegion,
te, denn er selber hatte im Leben und vor allem während des Krieges einiges erlebt. Andererseits lag auf seinem Nachtisch immer ein Buch und er pflegte eine umfangreiche Hausbibliothek mit Klassikern, aber auch Bestsellern. Hin und wieder versuchte sich Sitte auch selbst am Schreiben – nicht nur als Poet, sondern er verfolgte auch ein Roman-Projekt mit einem Freund. Er las regelmäßig den „Spiegel“, der seine politische Richtung vertrat. Zum Tagesgeschehen äußerte er sich aber kaum im Familienkreis und diskutierte über Politik nur mit engsten Freunden.
von der er desertierte. Mit 28 Jahren kam er nach Backnang und verlobte sich 1949 mit Maria Frühauf, die er 1950 heiratete. Die Familie lebte in den ersten Jahren in Sulzbach und zog 1957 in das neu gebaute Eigenheim in Backnang. Manfred Sitte starb kurz vor seinem 70. Geburtstag am 19. Juli 1989 – nur zwei Jahre nach seiner ersten großen und sehr erfolgreichen Einzelausstellung in Bauschheim bei Frankfurt. Anfragen unter: marktheidrun@gmx.de Fotos: wie angegeben
Manfred Sitte, Selbstporträt Foto: Grigoleit / © Sitte Manfred Sitte, Paar Foto: Ulla Sitte / © Sitte Grafik, die als Vorlage für Sitte-Ölbilder diente Fotos: Ulla Sitte / © Sitte Manfred Sitte, Gladiolen, 1984 Foto: Grigoleit / © hgf 12 / 19
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VENINI – GLANz IN GLAS THERESIA PETERS
Venini – der Name der italienischen Glasmanufaktur steht wie kein anderer für Glas aus Venedig. Die Wurzeln dieser ruhmreichen Manufaktur reichen zurück bis ins Jahr 1925, als Paolo Venini (1895-1959) das Unternehmen gründete. Bis zu seinem Tod blieb der kreative Unternehmer mit charismatischer Persönlichkeit als prägende Gestalt an der Spitze der Glasmanufaktur.
Ausstellung in Frauenau Die Ausstellung im Glasmuseum Frauenau, die in Zusammenarbeit mit „Le Stanze del Vetro“, dem Glasmuseum auf der Insel San Giorgio Maggiore bei Venedig realisiert wurde, beleuchtet diese ruhmreiche Zeit und zeigt zahlreiche Objekte, die heute noch die Herzen der Sammler und Glasliebhaber höher schlagen lassen. So zeigen beispielsweise die Gläser der Serie „Incisi“ mit ihrer Farbigkeit und den geschwungenen Linien, wie zeitloses Design aussehen kann.
Neue und alte Technik Venini verstand es gleichermaßen, neue Herstellungsverfahren zu entwickeln und alte Techniken neu zu interpretieren. Die Murrine und die in Filigranglas-Technik geschaffenen Werke sind dafür eindrucksvolle Beispiele. Als äußerst erfolgreich erwies sich die Zusammenarbeit mit Künstlern und Gestaltern wie Carlo Scarpa, Riccardo Licata, Gio Ponti und anderen. Sie gaben dem Glas aus der Manufaktur Venini eine modernistische und spannende Ausrichtung. Die große Beachtung auf na-
Links: Die modern und farbenfroh gestalteten Gläser machten die venezianische Glasmanufaktur Venini weltberühmt, hier die Serie „Incisi“ Foto: Le Stanze del Vetro Ganz oben und oben: Die Murrine-Gläser aus der Sammlung von Ursula und Rainer Losch sind eine Bereicherung der Ausstellung Fotos: S. Bauer 12 / 19
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GLAS 77 50er-Jahre arbeitete er mit dem Designer Fulvio Bianconi zusammen. Aber auch zahlreiche andere Künstler erhielten Aufträge und kreierten Entwürfe für den renommierten Glashersteller. Venini produzierte so im Laufe der Jahre verschiedene innovative Glasserien, die er auch mithilfe der technischen Abteilung seiner Firma entwickelte. Zudem verbesserte er das bereits bestehende Glasprogramm, das von den unterschiedlichsten Künstlern geschaffen worden war. Einige der Glasarbeiten von Paolo Venini, die auf traditionellen Murano-Techniken basieren, wurden von ihm noch verfeinert und neu interpretiert. Diese Variationen wurden vor allem zwischen 1950 und 1954 hergestellt und werden ebenfalls in der Ausstellung gezeigt. Die Vasen und Glasobjekte gehören zu den beliebtesten Stücken von Glasken-
tionalen und internationalen Ausstellungen und Messen war der Lohn.
Werdegang Paolo Venini (1895-1959) wurde in Cusano Milanino in eine wohlhabende Familie aus der Lombardei geboren. Er studierte Jura und gab seine Karriere als Anwalt noch vor dem Zweiten Weltkrieg auf, nachdem er seine Leidenschaft für die Glasherstellung entdeckt hatte, mit der ihn der Venetianer Giacomo Cappellin bekannt machte. Im Jahre 1921 gründeten die beiden das Unternehmen „Vetri Soffiati Muranesi Cappellin Venini e C“. Trotz des großen wirtschaftlichen Erfolgs der Firma Cappellin and Venini trennten sich die Inhaber im Frühjahr 1925 aufgrund von Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten. Am 1. Juni 1925 gründete Paolo Venini dann die neue Firma „V.S.M. Venini e C.“ zusammen mit dem Designer Napoleone Martinuzzi und dem Ingenieur Francesco Zecchin. Die Zusammenarbeit dauerte bis 1932. Der talentierte Paolo Venini war einerseits aufgeschlossen für neue künstlerische Trends, hatte dabei aber immer auch das internationale Marktgeschehen im Auge. Während seiner Aktivitäten etablierte er in den 1930er- und 1940er-Jahren auch eine sehr erfolgreiche und künstlerisch fruchtbare Zusammenarbeit mit den Architekten Tomaso Buzzi und Carlo Scarpa. Nach dem Zweiten Weltkrieg und während der Fische und Vögel nach den Entwürfen von Tyra Lundgren. Die Ausstellung mit ihren Designarbeiten für Venini findet im Kabinett statt. Die Exponate sind eine Schenkung an das Glasmuseum von Ursula und Rainer Losch aus Bonn Fotos: S. Bauer 12 / 19
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GLAS 78 nern und Sammlern aufgrund ihrer Leuchtkraft und der außergewöhnlichen Qualität der Herstellung. Unermüdlich vermarktete Venini seine Glaskunst in all den Jahren auf zahlreichen Reisen ins In- und Ausland. Zudem nahm er regelmäßig an Kunstausstellungen in Italien und andernorts bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 1959 teil.
Tyra Lundgren Auch die schwedische Designerin Tyra Lundgren (1897-1979) arbeitete für Venini. Die enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit ihr begann bereits in den 1930er-Jahren. Neben einigen Vasen entwarf sie eine Reihe von ausdrucksstarken Vögeln,
Schlangen und Fischen, Blattschalen und Vasen. Die Ausstellung im „Kabinett“ des Glasmuseums ist allein dem gestalterischen Werk von Tyra Lundgren für Venini gewidmet. Die Exponate der Ausstellung stammen aus der Sammlung von Ursula und Rainer Losch aus Bonn. Sie sind eine Schenkung an das Glasmuseum Frauenau und werden nun in ihrer Gesamtheit präsentiert. Das Ehepaar Losch stiftete dem Glasmuseum darüber hinaus zahlreiche weitere, ebenso seltene wie wertvolle Objekte aus Glas aus verschiedenen Manufakturen Venedigs. Ein großer Teil ist bereits in die Dauerausstellung integriert. Die Murrine-Gläser aus der Manufaktur Venini bilden einen eigenen Bereich im Rahmen der Sonderausstellung.
Ausstellung Die Ausstellung „Venini – Venedigs Glanz in Glas” im Glasmuseum Frauenau im Bayerischen Wald ist noch bis 22. März 2020 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr. www.glasmuseum-frauenau.de Fotos: wie angegeben
Links: Die Glasmanufaktur arbeitete intensiv mit Designern zusammen, hier Gläser nach den Entwürfen von Tobia Scarpa Foto: S. Bauer Oben: Vögel nach den Entwürfen von Tyra Lundgren. Die Ausstellung mit ihren Designarbeiten für Venini findet im Kabinett statt. Die Exponate sind eine Schenkung an das Glasmuseum von Ursula und Rainer Losch aus Bonn Foto: S. Bauer 12 / 19
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.. SCHWARZES GOLD FUR SCHALLPLATTEN-SAMMLER CHRISTMAS-RECORDS
€ 20-30 Götz Alsmann & The Sentimental Pounders „X-Mas Day 12 Inch”, erschienen bei der Roof Music GmbH BRD, „RR 31134555”. Der Entertainer aus Münster spielte in den 1980er-Jahren mit Fritz Frilling, Helmut Widlok, Klaus Meyer und Michael Müller diese 4-Track EP ein
€ 40-70 Elvis Presley (1935-1977) „Blue Christmas”, veröffentlicht 1965 in BRD auf RCA Victor, Nr. „47-9674”. Das Cover wurde bereits für den Track „Devil In Disguise” verwendet. Dadurch entstand unter Sammlern die Bezeichung „Devil Cover”. Auch andere Elvis-Singles, wie z. B „Crying In The Chapel” wurden in diesem Cover angeboten
€ 40-60 Bela Fleck & The Flecktones „Jingle All The Way LP”, veröffentlicht 2008 auf Rounder Records USA, No. „11661-06361”. Der aus New York stammende BanjoSpieler interpretiert mit seiner Band humorvoll Versionen diverser Weihnachtsklassiker wie „Jingle Bells”, „Silent Night” oder „Sleigh Ride” im „Free Jazz” und „Folk”-Sound
€ 10-15 The Peppermint Kandy Kids „Frosty The Snowman LP”, veröffentlicht bei Peter Pan Records USA, No. „8108”. In den 70er- und 80er-Jahren erschienen weitere Weihnachtsplatten der Studiogesangsgruppe. Das Label wurde 1948 von den Brüdern Daniel und Louis Kasen gegründet. Es hat sich auf Musik und Geschichten für Kinder spezialisiert und entstand aus einer kunststoffverarbeitenden Firma, die seit 1928 in New Jersey u. a. Würfel, Poker Chips und andere Plastikprodukte herstellte
€ 10-20 Flo Price „Christmas 2001 A Space-Age Adventure LP”, erschienen 1979 in den USA auf Light Records, No. „LS-5761-LP”. Religiöse Science Fiction Geschichte mit Musik arrangiert von Dave Williamson. Cover Artwork: Jim Lamb
€ 30-50 St. Peter’s R.C. Church Choir „Calypso Noel LP”, veröffentlicht in Trinidad & Tobago auf WIRL, No. „RM-101”, Textbeiblatt. Der Begriff „Calypso” wirkt etwas irreführend, da es sich eher um „Kirchenchor/Orgel-Musik” handelt
€ 20-30
Manuela Pioche, Henry Debs (1932-2013), Guy Alcindor „Noel Aux Antil-
les LP”, erschienen auf Disques Debs International, No. „HDD 506”. Der hier erklingende „Beguine”-Musikstil entstand Ende des 19. Jahrhunderts auf den Französisch Westindischen Inseln. Er wurde in den 1930er-Jahren u. a. durch Cole Porters „Begin The Beguine” populär und lehnt sich am „Jazz” an und „Latin” an 12 / 19
€ 10-20 The Temptations „Give Love At Christmas LP”, US-Motown-Somerdale Pressung, No. „MOT-5279”, Reissue mit Bi-Level-Label und „1/4“-Ring. Club Edition des bereits 1980 auf Gordy erschienenen Albums der „Soul”-Band aus Detroit
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€ 10-15 The Three Stooges „Christmas Time With ... LP”, Reissue veröffentlicht 1983 in den USA auf Rhino Records, No. „RNEP 606”. Moe Howard, Larry Fine and Curly-Joe DeRita wurden durch ihre „Vaudeville-Slapstick”-Filme bekannt
€ 20-30 V.A. „Joyeux Noel LP”. veröffentlicht 1984 auf dem französischen Label Nato, No. „1382”. Auf der Compilation finden sich „Contemporary Jazz”-Stücke von John Zorn, Lol Coxhill, Melody Four, Steve Berresford etc.
€ 100-200 V.A. „A Christmas Gift For You From Philles Records”. erschienen auf Philles Records US, 1963, No. „PHLP 4005”. Die Produzentenlegende Phil Spector verewigte sich mit The Ronettes, The Chrystals, Darlene Love, Bob B. Soxx & The Blue Jeans etc.
€ 20-25 V.A. „A Midnight Christmas Mess LP”, 1984 auf Midnight Records, No. „MIR LP 106”. US-„Garage Rock”-Sampler mit Beiträgen u. a. von The Droogs, Plan 9, Dogmatics, Johnny Rabb
€ 60-90 V.A. „Merry Christmas LP”, erschienen 1984 in Belgien auf Les Disques Du Crépuscule, No. „TWI 450”. Gesuchte Compilation mit einem Belcantogesangstück und Klavierbegleitung von Wim Mertens/Soft Verdict, einem „experimentellen „Pop”-Stück der Thick Pigeons, einer „Pop-Ballade” von The Arcardians, einem „Industrial”-Track von Current 93, und einem „New Wave”-Track der Band Pleasure Ground. Das „Comic”-Cover wurde von Cécile Bertrand und Francis Carin gestaltet
€ 20-30 V.A. „Santa’s Funk & Soul Christmas Party Vol. 2 DoLP”, erschienen in Deutschland 2014 auf Tramp Records. Nr. „TRLP 9027”, Gatefold Sleeve. Aus der Serie existieren seit 2011 momentan 3 Compilations
€ 25-30 V.A. „Wackies Reggae Christmas LP”, veröffentlicht 1985 auf Wackie’s Rec. USA, No. „2200”, orangefarbenes Label. Auf dem von Bullwackie (Lloyd Barnes) produzierten Sampler finden sich „Roots Reggae” und „Soca”-Tracks von Milton Henry, John C., Maxine Miller und der Wackies Rhythm Force Band € 100-200 V.A. „Heavy Christmas LP”. Deutsche Erstpressung von 1971 auf Pilz, Nr. „15 21114-2”, Klappcover. „Krautrock”-Sampler mit teilweise zwei Stücken von Libido, Marcel, Virus, Joy Unlimited, Dies Irae, Ardo Dombec, Flute & Voice
Alle angegebenen Schallplattenpreise verstehen sich als ungefähre Richtpreise, die bei Internet-Auktionen, Schallplattenbörsen, Sammler-Foren, Festpreislisten, Privatverkäufen etc. erzielt oder angeboten wurden. Die Preise gelten in der Regel für Mint/Mint- Exemplare (neuwertig bzw. minimale Gebrauchsspuren).
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