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Trödler 09/2018

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U1_Titel_T_0918.qxp_TR Titel 06.08.18 11:11 Seite 1

Europas Sammlermagazin

09/2018 64419

• € 4,90

Schweiz CHF 8,50 | Österreich € 5,50

Körperkultur Scherzartikel


U2_Muenzenrevue

09.08.2018

14:57 Uhr

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www.battenberg-gietl.de


03_Inhalt.qxp_Inhalt Trödler.qxd 09.08.18 15:45 Seite 3

INhALT 3

TRÖDLER

ISSN 1863-0340

VERLAG

GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de

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Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

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Dr. Kathrin Bonacker, Heidrun Th. Grigoleit, Ludger Spielberg

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LEsERfORum n Expertenauskünfte

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Dr. Kathrin Bonacker (www.kabinettstueckchen.de); Wien Museum

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Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fallen die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/11 (Preise gültig seit 01.08.2006)

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04_05_Leserforum

09.08.2018

14:58 Uhr

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LESERFORUM 4

EXPERTISEN

■ Farblithographie

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Da ich seit 1995 Abonnentin von Ihrer Zeitschrift Auktionspreise bin und mir auch regelmäßig den Trödler kaufe, möchte ich nun gern versuchen, Ihren Service zu nutzen und ein mir sehr liebgewonnenes Bild schätzen lassen. Auf der Rückseite befindet sich ein Aufkleber: Vereinigung der Kunstfreunde Berlin W. Markgrafenstr. 57 Zweiggeschäft Potsdamerstrasse 23. Halb-Blatt No. 453 August von Brandis: Auf der Diele. Das Bild ist hinter Glas gerahmt, im Original-Rahmen. Die Rahmenmaße außen sind 67 x 54 cm, Rahmen innen 55 x 42 cm. Inge Neumann, o.O.

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Das hier vorgestellte Interieurbild zeigt einen Blick aus einem Raum heraus in einen Garten. Der Raum ist spärlich mit einem Tisch, drei nicht zusammengehöri-

inspirieren, widmete sich aber im Gegensatz zur französischen Pleinairmalerei der Interieurmalerei. Der von Adolf Troitzsch 1893 gegründete Kunstverlag „Vereinigung der Kunstfreunde“ hatte sich auf Reproduktionen bekannter Gemälde in der Technik der Farblithographie bzw. Chromolithographie spezialisiert. Die Überschneidungen der Farbflächen, insbesondere an der Spitze der Tischdecke, sprechen für eine Druckgrafik. In einer Auktion würde eine gerahmte Farblithographie mit 40 bis 80 Euro anzusetzen sein. Georg Ottomeyer, Experte Berlin

■ Porzellangefäß

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Bereits seit Jahren lesen wir Ihre informative Zeitschrift und haben nun selbst einmal eine Frage an Ihre Experten: Kürzlich erwarben wir den im Bild gezeigten Behälter, Höhe circa 17 cm, größter Durchmesser circa 16 cm. Ein derartiges Teil sahen wir hier zum ersten Mal. Der Hersteller ist laut Bodenmarke unzweifelhaft die Manufaktur Tielsch & Co in Altwasser, Schlesien, und zwar in der Zeit von 1863 bis 1890. Im Fuß ist ein „D“ eingepresst, das nach unserer Erfahrung die Form bezeichnet. Die beiden „Knöpfe“ am Hals des Behälters deuten auf die Möglichkeit der Anbringung eines Henkels hin, analog zu den Wassereimern. Genauere Auskunft dazu gaben uns die Kataloge von 1856 mit Anhängen, 1891, 1893, 1895 und 1914 aber leider nicht. Jürgen Gebhardt, o.O.

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Mit den Angaben zu Hersteller und Zeitraum haben sie sicher Recht. Wenn man dem Grundsatz „form follows function“ folgen darf, sollte es sich um einen Gegenstand für die bürgerliche Tafel handeln. Die beiden Fortsätze zur Seite könnten einen Henkel gehalten haben oder auch dazu gedient haben, einen hölzernen Deckel per Draht zu befestigen. Die einzig plausible Funktion scheint mir ein „Schmalztopf" zu sein. Zwar könnte man damit auch jede Flüssigkeit aufbewahren und sogar Weih-

gen Stühlen und einer Bank ausgestattet. Durch eine halb geöffnete Flügeltür sieht man in einen Garten, der in einem starken Farbkontrast zu dem Innenraum in gedeckten Farben steht. Auf der Rückseite des Bildes befindet sich ein Etikett, welches den Künstler August von Brandis, den Titel des Bildes „Auf der Diele“ und die „Vereinigung der Kunstfreunde“ in Berlin benennt. August von Brandis (1859-1947) ist ein Vertreter des deutschen Impressionismus, er wuchs in Berlin auf und besuchte auch dort die Königlich-Preußische Akademie der Künste. Er ließ sich von den Ideen der französischen Impressionisten 09 / 18

wasser nach Hause schwingen, dennoch scheint mir die Funktion „Schmalztopf" für einen bürgerlichen Haushalt des späten 19. Jahrhunderts am plausibelsten. Für das alte von Hand bemalte Porzellangefäß würde ich einen Schätzpreis von 30 bis 50 Euro ansetzen. Klaus Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg

■ In dieser Rubrik beantworten unsere Experten Ihre Fragen zu dem einen oder anderen guten Stück. Doch leider sehen wir uns außerstande, ganze Nachlässe oder sämtliche sich in Ihrem Haushalt befindlichen Trouvaillen bewerten und schätzen zu lassen. Auch bitten wir um Verständnis, wenn es mit der Bearbeitung länger dauert. Senden Sie uns also Ihre Anfrage nur zu einem zu bestimmenden Objekt – mit detaillierter Beschreibung und gutem Foto, auf dem das Objekt ganz abgebildet ist. Noch ein Hinweis zu den Preisen, die von Fall zu Fall von unseren Experten genannt werden: Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die anhand von Fotos allein getroffen werden und je nach Zustand des Objekts nach oben oder nach unten korrigiert werden können. Ihre Anfrage schicken Sie bitte an: Gemi Verlags GmbH Redaktion Leserforum Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen


04_05_Leserforum

09.08.2018

14:58 Uhr

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LESERFORUM 5

■ Lampen-Seilzug

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Auf einem Flohmarkt wurde dieses Objekt aus Neugier gekauft, jedoch ohne zu wissen, wofür es ursprünglich verwendet wurde. Einige Merkmale (ein innen liegendes Keramik-Drehrad für einen Seilzug?) könnten auf ein Lampenteil deuten, die schwarz/weiße Gestaltung vielleicht auf eine österreichische Manufaktur? Oder handelt es sich doch um etwas ganz Anderes? G. Walter, Nürnberg

!

Das hier besprochene Objekt ist eine geprägte Plakette auf die Weltausstellung in Wien 1873. Die Vorderseite der Plakette zeigt vier Figuren umrahmt von der Umschrift „Dem Fortschritte – Weltausstellung 1873 Wien“. Rechts sitzt die Personifikation Österreichs der „Austria“, erkennbar an dem Wappenschild mit dem Habsburger Adler und der Krone aus einer Stadtmauer. Von rechts nahen die Personifikationen von Industrie und der Wissenschaft heran. Austria weißt mit einer Hand auf die beiden Personifikationen und befehlt somit einem Genius des Fortschrittes der Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft einen Lorbeerkranz zu verleihen. Die Szene kann als Programm einer Weltausstellung verstanden werden, da Fortschritt nur durch die Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft möglich ist, welches ja an den verschiedensten Produkten einer Weltausstellung gezeigt werden soll. Diese Plakette geht auf die Preismedaille nach dem Entwurf des Künstlers Joseph Tautenhayn (1837-1911) zurück. Die originale Medaille wurde auf der Weltausstellung ausgezeichneten Stücken und deren Entwerfern verliehen und zeigt zusätzlich auf der anderen Seite das Porträt Kaiser Franz Joseph I. von Österreich. Joseph Tautenhayn war Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Münz-

graveur beim Hauptmünzamt in Wien und war ab 1874 Leiter der Gravurakademie. Neben figuralem Bauschmuck und kunstgewerblichen Arbeiten, schuf er zahlreiche Gedenk- und Portraitmedaillen. Diese hier besprochene Plakette ist wohl entweder aus Kupfer, welches sich besonders gut prägen lässt, oder sie besteht aus verkupfertem Weißmetall, welches auf der Rückseite zu sehen ist. Die Plakette war höchstwahrscheinlich an einem Möbelstück befestigt, dessen Entwurf auf der Weltausstellung ausgezeichnet worden ist. Ein solches Stück würde mit unter 30 Euro bewertet werden, aufgrund der Ausführung, des Materials und der Beschädigung. Georg Ottomeyer, Experte Berlin

■ Lithographie

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Ich erbitte Aufklärung und gegebenenfalls Expertise über Bild und Maler. Dr. Dieter Behm, Berlin

! !

Mit Ihrer Vermutung liegen Sie absolut richtig. Es handelt sich tatsächlich um ein Teil eines Jugendstil-Lampen-Seilzugsystems. Ihnen fehlt nur der passende Baldachin. Irgendwo im entfernten Umkreis von Josef Hoffmann oder Albin Müller um 1910 wäre der Entwerfer zu finden, genauer konkretisieren lässt sich das nicht. Als Schätzpreis würde ich 50 bis 100 Euro ansetzen. Klaus-Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg

■ Plakette

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Vielleicht können Sie mir behilflich sein bei der Bestimmung dieser Plakette? Sie ist vermutlich aus Kupfer und misst 7 cm im Durchmesser. Es steht „Dem Fortschritte Weltausstellung 1873 Wien“ darauf. Wer wurde damit ausgezeichnet und wofür? R. Grundmann, o. O.

Eine in der Tat eindringliche Szene. Dargestellt ist ein Asiate, vermutlich ein Japaner, welcher eine Öllampe in die Höhe hält und eine Hand in Richtung des Betrachters ausstreckt. Szenen eines Volksaufstands sind als kleine Zeichnungen hinzugefügt. Unten rechts ist die Lithographie in der Platte und handschriftlich signiert „Hans van der Beij“ sowie 1946 datiert. Name und Art der Handschrift verweisen auf einen niederländischen Künstler, die dargestellte Szene könnte sich in Niederländisch-Indien während der japanischen Besetzung oder danach ereignet haben. Leider finden sich zu dem sehr professionell arbeitenden Künstler keine weiteren Informationen. Das mag mehrere Gründe haben. Der Indonesische Unabhängigkeitskrieg zog sich noch bis 1949 hin und hat viel Leid verursacht und im neuen Nationalstaat wurde das niederländische Erbe zunächst nicht sonderlich gepflegt. Als Schätzpreis würde ich einen Wert von 100 bis 200 Euro nennen. Klaus-Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg

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22_23_Auktionen.qxp_TR Redaktion 09.08.18 15:59 Seite 2

AUKTIONEN 22

VORBERICHTE n Wormser Spielzeugauktion Pünktlich zur 122. Auktion, die vom 30. August bis 1. September stattfindet, ist auch die neue Website des Wormser Auktionshauses fertiggestellt. Das Auktionswochenende wird dieses Mal mit der 3. Porzellan- und Kunst-Auktion eröffnet, bei der am 30. August rund 180 Positionen hochwertiges Porzellan und Kunst aus Meißen und den Spitzen-Manufakturen Hutschenreuther, Rosenthal und Fürstenberg im Angebot stehen. Highlights sind neben vielem anderen eine Wiener Portaluhr sowie eine Leica R3 Electronic Kamera, die anlässlich des 100. Geburtstags des Leica Erfinders und Konstrukteurs Oskar Barnack hergestellt wurde. In der 122. Wormser Spielzeug-Auktion wartet man erneut mit über 4.000 Positionen aus allen Bereichen rund um das antiquarische Spielzeug auf. Eisenbahnen und Zubehör von Spur Z bis IIm sind auch diesmal wieder sehr stark vertreten, unter anderem von Märklin, Fleischmann, Trix, Roco, Liliput, LGB, KM 1. Aber auch in den anderen Rubriken werden die Sammler ganz sicher wieder fündig werden. Als Highlights bei den Eisenbahnen sind zu erwähnen: ein Freudenreich/Schmidt-Gepäcktriebwagen der SBB in Spur Z (Ausrufpreis 200 Euro), ein Micro Metakit H0 94600 H Schlepptenderlok der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen (650 Euro), eine Märklin H0 CCS 800 (3015) Typ 4 E-Lok „Krokodil“ der SBB (1.500 Euro), eine Hehr Spur 0 CCS 12920/79 E-Lok „Krokodil“ der SBB (2.000 Euro), eine Märklin Spur 0 HR 66/12920 Schlepptenderlok BR 01 der DRG (1.000 Euro), eine Markscheffel & Lennartz Spur 1 Schlepptenderlok der DB (3.600 Euro) und eine Märklin Spur 1 02067/1 Einsteigehalle (1.800 Euro). Außerdem wird in dieser Auktion der LGBNachlass des Mitbegründers und Sängers

der Gruppe Truck Stop, Cisco Berndt, versteigert. Schöne und seltene Stücke sind auch beim Blechspielzeug zu finden. Von Tipp-Co gibt es ein grünes Motorradgespann TCO 59 (400 Euro), einen Motorradfahrer T 686 ohne Beiwagen und ein Silver Racer TCO-59 (500 Euro). Auch über das „Wegenwacht-Motorradgespann mit Seitenwagen von Göso darf sich ein neuer Besitzer ab 450 Euro freuen. Viele weitere schöne Sammlerstücke runden das Angebot ab. Telefon: 06247/90460 Webseite: www.wormser-auktionshaus.de

n Glasmuseum, Rheinbach Im Glasmuseum Rheinbach findet am 9. September eine Glasbörse mit Versteigerung und Expertenberatung statt. Ob bemalten, graviertes oder geschliffenes Glas, ob historischer Pokal oder Becher, Glas aus Italien oder Frankreich – es gibt an diesem Tag die Möglichkeit, die eigenen Schätze von einem Expertenteam begutachten und anschließend versteigern zu lassen. Interessenten können bereits bis zum 2. September ein Foto des gläsernen Schätzchens an info@freunde-edlenglases.de senden. Telefon: 02226/917501 Webseite: www.glasmuseum-rheinbach.de

n Bloss, Merzhausen Zwischen Design- und Schlossmöbeln: Zur Herbstauktion vom 10. bis 12. September muss man sich im badischen Traditionshaus Bloss nicht zwischen Antiquitäten und Moderne entscheiden. Der spannende Kontrast zwischen edelsten französischen Schlossmöbeln aus dem 18. Jahrhundert und Designklassikern der 1950erbis 1970er-Jahre wie Poltrona Frau, deSede, Zanotta, Eileen Gray, Philippe Starck oder Eero Saarinen vermag den einen

Hehr Spur 0 CCS 12920/79 E-Lok „Krokodil“ der SBB (Ausrufpreis 2.000 Euro). Wormser Spielzeugauktion, 30.08.-01.09.2018 09 / 18

oder anderen zu inspirieren, zweifelsohne weckt er beim Besucher Neugier und öffnet den Blick für das breitgefächerte Angebot. Aus dem Komplettnachlass eines Adelshaushaltes stammen beispielsweise zahlreiche besonders schöne Teile Tafelsilbers und Bestecks, antiker höfischer bis geschmackvoll moderner Schmuck und gleichermaßen reizvolle wie zeitlose Kristallgläsersätze namhafter Manufakturen wie Baccarat oder Lauenstein. Herzstück des Nachlasses ist dabei eine beeindruckende Sammlung mit erlesenem Porzellan – diese umfasst hochwertigstes Speise- und Kaffeegeschirr, prächtige Tafelgefäße, kunstvoll verzierte Schalen, liebevoll ausgearbeitete Figuren und nicht zuletzt mehrere äußerst exquisite Porzellanbilder, größtenteils vom Künstler Johann Karl Reinhardt, die mit allerfeinster Malerei auf hauchdünn hergestellten Platten in Staunen versetzen. Quantitativ wie qualitativ außerordentlich stark ist die Sparte mit Silber vertreten. Darunter finden sich eine Bowle-Kelle, deren origineller Mechanismus sich unauffällig in den aufwändigen Reliefdekor einfügt sowie eine eindrucksvolle, vergoldete Tafelgarnitur aus der Zeit George III., London, 1819, die als besonderes Glanzstück auf einer festlich gedeckten Tafel ihresgleichen sucht. Passendes Tafel- und Vorschneidebesteck sollte sich bei über 30 entsprechenden Losen spielend finden; gleich mehrere umfangreiche Bestecksätze sowie zahlreiche kleinere Positionen mit dem altbewährten, da unverändert elegant und immer zeitgemäßen „Augsburger Faden“Dekor. Dazu gibt es ein vielfältiges Programm an Ölgemälden, Zeichnungen, Aquarellen und Skulpturen. Eine große Winterlandschaft von Karl Hauptmann und eine Bronze von Moritz Wolff, die einen Bauern mit seinem Ochsenfuhrwerk bei der Arbeit zeigt, gehören dazu. Telefon: 0761/408048 Webseite: www.bloss-auktionen.de

Johann Karl Reinhardt, Porträt der Erzherzogin Maria Pawlowna von Sachsen-Weimar (1786-1851), Porzellan, 11,7 x 14 cm. Bloss, Merzhausen, 10.09.2018


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AUKTIONEN 23

n Auction Team Breker, Köln Um Geschichten aus der Gruft dreht sich beim Auction Team Breker alles in der Auktion „Historical Pre-Cinema“ am 29. September. Die Rezeptur für Schauerromane ist einfach – wenn man einem unbekannten Autor in einer 1797 erschienenen Ausgabe des „Spirit of the Public Journals“ glauben darf. Geheimnisvolles, Geister und übernatürliche Kräfte sind die Hauptzutaten der Schauerliteratur. Seit 1764 „Das Schloss von Otranto“ des britischen Schriftstellers Horace Walpole, 4. Earl of Orford erschienen ist, boomte das Schauerroman-Genre enorm. Walpole gilt somit als Begründer der Gothic Novel, deren populärste Vertreter die Londoner Schriftstellerin Ann Radcliffe, die mit ihrer Spannungsliteratur „Mysteries of Udolpho“ (1794) berühmt wurde, und Matthew Lewis, dessen bekanntestes Werk „The Monk“ (1796) ist. Die Beschäftigung mit dem Übernatürlichen, mit Geistern, Dämonen und extremen Angstzuständen öffnete auch die Kellertür für Gespenster, die die Populärkultur bis heute heimsuchen. Dank der Gothic Novel gibt es den modernen Horrorfilm, Messerstecher-Movies der 1970er und die unvergesslichen Antihelden wie Bram Stokers Dracula und Mary Shelleys Frankenstein. Die anhaltenden Fortschritte in Objektiv- und Linsentechnik während des späten 18. Jahrhunderts spielten eine große Rolle bei der Entstehung von Gothic Fiction, indem Geistererscheinungen und Trugbilder ins öffentliche Bewusstsein projiziert wurden. Optische Errungenschaften wurden oftmals dem Bösen, dem Teufel, dessen Methode mehr auf Sinnestäuschung denn auf Schöpfergeist basiert, zugesprochen. Zum ersten Mal taucht der Ausdruck „L’art trompeur“, der die Sinnestäuschung in der Kunst umschreibt – der kunsthistorische Begriff der Trompe-l’oeilMalerei benennt ebensolches –, in der Aufzeichnung des französischen Reisenden Charles Patin von 1674 auf, in der er einen Besuch einer Laterna-magica-Aufführung in Nürnberg beschreibt. 100 Jahre später tauchte die Phantasmagoria-LaternenShow in Deutschland auf. Das Fantascope, 1799 vom belgischen Entertainer und Showman Etienne-Gaspard Robert perfektioniert und patentiert, war eine komplexe Erfindung, die die ersten projizierten Spezialeffekte hervorbrachte. Die „Katzenauge“-Linse und mechanische Autofokuseinstellungen zauberten grässliche Geistererscheinungen herbei, die mal auf das entsetzte Publikum herabrasten, mal über es hinwegschwebten. Einen ganz ähnlichen Eindruck musste der erste Kurzfilm der Gebrüder Lumière, die Erfinder des Cinematografen, bei ihrem Publikum 1896 hinterlassen haben. Das Fantascope konnte ebenfalls als Projektor für opake Objekte und 3D-Bilder benutzt werden. Das „Moisse Molteni Skeleton“ besteht aus vier 3D-Bildern (ein klassisches Brustbild, ein fliegender Totenkopf, ein düsterer Sensenmann und das Skelett im Sarkophag), dargestellt in Alfred Moltenis Werk „Instructions Pratiques sur l’Emploi des Appareils de Projection“. Das Bild zeigt einen gemalten Sarkophag, unter dessen

Molteni Skeleton Illusion, um 1830 (Schätzung 30.000-50.000 Euro). Auction Team Breker, Köln, 29.09.2018 sich öffnenden Deckel ein Skelett in Mönchskutte, zähneklappernd und hohläugig, herauskriecht. Diese mechanisch hervorgerufene Illusion ist nicht nur ein Kunstwerk und kulturelles Zeugnis ihrer Zeit, sondern auch ein wichtiges Verbindungsglied zwischen unbewegten Bildern und dem Erwachen der „laufenden“ Bilder, des Films. Das Werk ist auf 30.000 bis 50.000 Euro geschätzt. Bereits vor der Erfindung der Daguerreotypie 1839 war man an optischen Erfindungen interessiert. Das Myriorama, auch „Many Thousand Views“ genannte, war eine Kartensammlung, die zusammengenommen eine Landschaft ergab. In Europa waren sogenannte Guckkästen als vue d’optiques bekannt. Ein solcher Guckkasten aus Holland, aus der Zeit um 1780, ist auf 3.500 bis 5.000 Euro taxiert. Im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts produzierte man in Paris das beliebte Polyorama Panoptique, mit dem man die handkolorierten Szenen in unterschiedlicher Tag- und Nachtbeleuchtung betrachten konnte (Taxe 500-700 Euro). Eine Reihe Spiegel, die wie ein facettiertes Prisma angebracht wurden, spielten eine Rolle im „Praxinoscope Theatre“, das auf Emil Reynauds Patent von 1878 basierte und das die Arbeit Thomas Edisons und der Brüder Lumière bereits vorwegnahm (2.500-3.000 Euro).

Flugpostbelege sowie Zeppelinpost, darunter ein Brief der Ägyptenfahrt 1931, der seinen Ausruf zügig auf 8.300 Euro verdoppelte. Ein Beleg der italienischen Polarfahrt des Luftschiffes Norge sorgte beim Zuschlag von 1.400 Euro für Freude, aber auch ein Beleg der Unglücksfahrt des LZ 129 Hindenburg interessierte die Bieter und kam für 4.600 Euro unter den Hammer. Der Hauptkatalog begann gewohnt stark mit den Themengebieten „Europa“ und „Übersee“, in dem neben bekannten Stücken wie dem chinesischen Schauspielblock „Mei Lan-fang“ von 1962 (Zuschlag 3.000 Euro) auch Raritäten wie eine US-amerikanische „90 C“-Freimarke von 1860 in exzellenter Erhaltung für 4.400 Euro den Besitzer wechselten. Eine Probe des österreichische WIPA-Blocks auf Japankartonpapier, eines von nur zwei der Fachwelt bekannten Exemplaren, kam für 7.500 Euro unter den Hammer. Ein anderes Toppstück aus Österreich, ein kompletter „Dalai-Lama“-Kleinbogen, wurde für 4.000 Euro weitergereicht. Aus der eidgenössischen Philatelie stammt eine weitere Weltrarität, die „10 Rp Rayon II“ mit Kreuzeinfassung, die mit einem Zuschlag von 15.000 Euro sicherlich sowohl den Einlieferer als auch den neuen Eigentümer glücklich machte. Bei den Marken der Bundesrepublik Deutschland stellte eine Grande Dame alle anderen in den Schatten: Zum ersten Mal seit zwölf Jahren unter dem Hammer wechselte die vor der Ausgabe zurückgezogene Wohlfahrtsmarke „Audrey Hepburn“ erneut den Besitzer für 50.000 Euro, was einmal mehr beweist, dass der Bann der „Blauen Mauritius Deutschlands“ ungebrochen ist. Gute Standards brachten gute Preise. Ein kompletter Posthorn-Luxussatz in tadellos postfrischen Paaren wurde für 2.400 Euro versteigert und ein Exemplar der beliebten „Kerstfest-Marke“ kam in tadelloser Erhaltung für 1.600 Euro unter den Hammer. Ein Nachlass in acht großen Alben mit Prachtstücken aus aller Welt wurde für phantastische 19.000 Euro versteigert. Eine Sammlung „China“ mit modernen Klassikern wie dem Schauspielblock „Mei LanFang“ und dem Pfingstrosen-Block kam für 16.000 Euro unter den Hammer. Telefon: 0211/5504413 Webseite: www.felzmann.de

Telefon: 02236/384340 Webseite: www.breker.com

NACHBERICHT n Felzmann, Düsseldorf Immer wieder für Bietgefechte sorgen bei Felzmann Aufrufe aus dem Flugpost-Sonderkatalog. So auch Anfang Juli. Gleich zu Beginn konnte die grönländische Aero-Rarität mit „Rockwell Kents private airmail stamp“ abgesetzt werden (Zuschlag 7.500 Euro). Besonders beliebt waren italienische

Österreich, 125 C Dalai Lama Tenzin Gyatso, anlässlich dessen 70. Geburtstages geplante, aufgrund des Einspruchs der Volksrepublik China vom Verkauf zurückgezogene Ausgabe ohne Aufdruck im kompletten 10er-Kleinbogen (Zuschlag/Ausruf 4.000 Euro). Felzmann, Düsseldorf, Juli 2018 09 / 18


33_Onlinetipp.qxp_Onlinetipp.qxd 09.08.18 16:06 Seite 3

ONLINETIPP 33 n Für weltweite Bekanntheit müssen Orte nicht unbedingt sehr groß sein, mit außergewöhnlichen Bauwerken oder berühmten Persönlichkeiten glänzen. Begehrte und beliebte Produkte reichen auch, um zumindest bei Kennern, Genießern und Sammlern einen ausgezeichneten Ruf zu genießen. Das gilt z. B. auch für Glashütte in Sachsen, zwar nur circa 7.000 Einwohner zählend, in Bezug auf die Uhrenherstellung aber eine bedeutende Weltstadt. Begehrt sind die Produkte mit ihrer Kennzeichnung „Glashütte" wegen ihrer Qualität, seit Jahrzehnten aber auch als Sammelobjekte mit Wertbeständigkeit.

UHREN AUS GLASHÜTTE n Das Dorf der Uhrmacher Als Einführung in das Thema mit vielen Fakten zu Geschichte und Gegenwart der Glashütter Uhrenherstellung bietet sich dieser Artikel aus der Zeitschrift „Capital" vom April 2018 an. www.capital.de/wirtschaft-politik/glashuettedas-dorf-der-uhrmacher?article_onepage=true

n Uhrenmuseum Glashütte Die Museumshomepage bietet u.a. einen virtuellen Rundgang durch die Räumlichkeiten, eine Zeitreise mit Meilensteinen des sächsischen Uhrmacherhandwerks und stellt einige alte Meisterwerke ausführlich vor. Die für Besucher wichtigen Informationen wie Öffnungszeiten sind natürlich vorhanden. Als Service bietet das Museum die Erstellung von Echtheitszertifikaten, die kostenfreie Nutzung des Archivs und Möglichkeiten für Restaurierungen.

n Taschenuhren aus Glashütte Mit Produkten von Lange & Söhne, speziell Taschenuhren, dürfte diese vorzügliche Präsentation wohl nur einen begrenzten Sammlerkreis ansprechen. Trotzdem ist ein Besuch der Homepage mit Uhrenvorstellungen in drei Alben allein wegen des herausragenden Bildmaterials und der vielen Informationen lohnend. Dazu kommen noch interessante Anmerkungen zur preislichen Einschätzung. www.glashuetter-uhren.de/_/Willkommen.html

n Glashütte – Uhrenfertigung Eine Sammlung wird auf dieser Homepage zwar nicht präsentiert, doch sind hier reichlich Tipps und nützliche Ratschläge für Sammler zu finden. So gibt es Hilfen zur Herstellerzuordnung, Hinweise auf Fälschungen, ausführliche Vorstellungen der Glashütter Uhren- und Zubehörproduzenten, Literaturtipps, ein umfangreiches Lexikon u.a.m.; alles reich und vorzüglich bebildert. Außerdem stehen etliche Dokumente zum Download zur Verfügung. www.glashuetteuhren.de

n Glashütte zur DDR-Zeit Die Zeit der Glashütter Uhrenproduktion von 1951 bis 1990 ist Thema dieser Präsentation und bietet mit dem Bezug auf eine Sonderausstellung von 2015 eine gute Einführung zur Historie des Volkseigenen Betriebs Glashütter Uhrenbetriebe (VEB GUB). http://gisbert-brunner.gq.de/post/123198651103/ glashütte-zur-ddr-zeit

www.uhrenmuseum-glashuette.com

n Private Uhrensammlung Eine circa 150 Exemplare umfassende Sammlung von Herrenarmbanduhren aus der Zeit von 1930-1995 wird mit ausgezeichnetem Bildmaterial und kompetenten Informationen vorgestellt. Die nach Firmen geordnetete Übersicht führt zu ausführlichen Angaben über die Hersteller und deren Uhren, wovon etliche mit zahlreichen Detailfotos zu sehen sind. www.glashuette-archiv.de

n Glashütte Uhrenlexikon Der Zugang zum Datenbestand dieses Lexikons erschließt sich über den Menüpunkt „Sammlung" mit einer umfangreichen Liste der erfassten Uhren. Zu allen Uhren gibt es ausführliche Informationen, häufig auch mehrere Bilder. Die Suchfunktion bietet Möglichkeiten zum raschen Auffinden von Uhrentypen, -herstellern usw. www.glashuette-uhrenlexicon.de 09 / 18


82_88_Bier_Reklame.qxp_A Tibet 09.08.18 16:15 Seite 2

WerBUNG 82

Bier-reklAme kATHriN BONACker

Als Saisonware muss Bier zu sommerlichen Fußballspielen, beim Grillen und natürlich zum Oktoberfest dabei sein, es ist aber auch nach wie vor der Deutschen liebster Alltagsschoppen und das markenbewusstsein ist hoch. Schäumend und als erfrischungsgetränk außerordentlich beliebt, füllt das Bier in kaum veränderter rezeptur seit Jahrhunderten so manches Glas. Die Bier-Werbung ist deshalb auch von Traditionen geprägt und hält viele Schätze bereit. Als Sammelgebiete gibt es kronkorken, Gläser und Humpen, Bierdeckel, die Bauchbinden der Flaschen, Werbeschilder und die hier gezeigten illustrierten Annoncen. manchmal stehen dabei die Trinkenden im mittelpunkt des Bildes, oft sind es die Herkunftsregionen des Gebräus.

Bierbrauerei Wichtig für alle Bierherstellung sind traditionell die Zutaten Hopfen und Malz. Landwirtschaftlich reiche Gegenden mit genug Wasser hatten also schon immer die Möglichkeit, gutes Bier zu brauen und etliche Brauereien blicken auf eine sehr lange Tradition zurück. Die Herstellung von Bier funktioniert grob gesagt so, dass zunächst Getreide mit Wasser zum Keimen gebracht und danach wieder getrocknet (gedarrt) wird. In der Regel wird (außer für Weizenbier) dabei Gerste verwendet. Dieses Malz, also ein lagerfähiges Getreideprodukt, bestimmt schon zum Großteil, um was für eine Art Bier es sich nachher handeln kann: Wenn zum Beispiel bei sehr hohen Temperaturen getrocknet wird, kann das Malz dunkler oder auch karamellig im Geschmack sein. Das Malz wird dann geschrotet und mit dem Brauwasser (das wiederum durch seine Mineralien die Qualität des Biers entscheidend beeinflusst) als Maische angesetzt und anschließend gefiltert. Die daraus entstandene Würze bekommt im nächsten Schritt Hopfen zugegeben und wird damit aufgekocht. Nach dem Abkühlen kommt Hefe dazu und nach fünf bis acht Tagen ist das Bier alkoholisch vergoren und wird als Jungbier in Lagertanks 'geschlaucht', zur bis zu drei Monate dauernden Nachgärung. Nach einem letzten Filtern kann es heute in Fässern, Flaschen oder Dosen per Lkw oder Bahn zu Läden und Schankbetrieben transportiert werden. Dies geschah früher per Bierkutsche, und die Auslieferung war ein wahrer KnoHerforder-Anzeige mit Blumenschaum auf der Oberlippe (1980) Hannen-Alt-Werbung von 1972

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chenjob. Die Entwicklung der Flaschenbiere durch die Nutzung einer neuen Maschine zur Automatisierung des Glasflaschenblasens ab 1908 machte das Ganze im wahrsten Sinne handhabbarer.

reinheitsgebot Auf das sogenannte Reinheitsgebot für Bier, nämlich die als deutsches Kulturgut gehandelte Idee, dass Bier nur aus Hopfen und Malz sowie Hefe und Wasser hergestellt werden darf, wird immer gerne hingewiesen, wenn es um das Bier als Exportartikel oder einfach als das Nationalgetränk geht. Dieses Gebot gilt allerdings nur bedingt (lediglich in Bayern ist die Rede vom „absoluten Reinheitsgebot“) und ist so etwas wie eine freiwillige Selbstverpflichtung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Brauereien Bayerns unter Bezugnahme auf Verordnungen des späten Mittelalters ins Gespräch gebracht wurde und jetzt eine Art inoffizielles Gütesiegel deutscher Biere bildet, die in der EU auf dieser Grundlage als „traditionelle Lebensmittel“ geschützt sind. Der Begriff 'Traditionsbrauerei', der ebenfalls gerne für Reklamezwecke benutzt Anzeige von 1907 für Bauers Bier im Fass Werbung von kitzing und Helbig mit Bier in Glasflaschen von 1909 Herrenhäuser Bier-Werbung mit langem reifeprozess als Gütezeichen (1977) Getreide als Bier-Grundstoff in Schneider Weisse-reklame (1994)

wird, erinnert an große Fässer, Klöster als Männerdomänen und fröhliche, angetrunkene Mönche. Viele der alten Marken behalten daher gerne ihre alten Embleme oder andere Hinweise auf ihr frühes Gründungsdatum, feiern Hundertfünfzigjahrfeiern oder verankern die Braukunst mit Hilfe antiker Zitate oder kostümierter Werbeträger in der 'guten alten Zeit'. Inzwischen ist aber auch das neuerdings verwendete englische Wort „Craftsbeer“ (also eigentlich handwerklich hergestelltes Bier) eine Bezeichnung, die klar machen soll, dass es sich hier um ein traditionelles und vor allem regionales BraukunstErgebnis handelt. Allen gemeinsam ist, egal wie alt: Am Ende schäumt es beim Einschenken und die Schaumkrone (unter Stammtischpoeten auch ‘Blume’ genannt) hinterlässt vielleicht – wie Milch – beim Trinken einen kleinen weißen Bart auf der Oberlippe.

trunken wird. Es stammt aus der Gegend von Goslar (im Harz), wird seit dem Mittelalter gebraut und hat heute wieder eine echte Fangemeinde. Ursprünglich als lokale Produkte fast überall zu bekommen, waren die Biere zunächst sehr selten unterwegs. Kein Wunder also, dass die Bezeichnung „Exportbier“ zum Werbebegriff wurde. Bedeutete sie doch, dass das jeweilige Bier der Wahl auch außerhalb der eigenen Stammkneipe und Stadtgrenze zu haben sein konnte. Exportbier war durch eine andere, untergärige Brauweise länger haltbar und wurde stärker gebraut. Seine Beliebtheit wurde erst in den 1970er-Jahren durch das „Pils“ abgelöst, das seinen Namen von der tschechischen Stadt Pilsen hat und zwar ähnlich gebraut wird,

Biervarianten Bei den diversen Sorten, die sich im Getränkemarkt erfragen lassen, wird vor allem unterschieden zwischen Pils und Weizen, Altbier oder alkoholfreiem Bier. Manch lokale Spezialität ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Die Herstellungsvarianten und Geschmacksrichtungen wiederum bilden im Dschungel der Bierlandschaft den ein oder anderen Orientierungspunkt: Sie sind heller, dunkler, stärker, würziger, herber oder süßer. Es gab und gibt Gosen, Weiße, Weizen, Schwarzbier, Kölsch, Bockbier, Starkbier, Lager, Pils, Ale oder Malzbier, alles, was das Herz des Hopfenfans begehrt. Das Gosenbier beispielsweise ist ein säuerliches, mit Salz und Koriander gewürztes Bier, das ähnlich der Berliner Weiße auch mit Himbeer- oder Waldmeistersirup ge09 / 18


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aber ein stärkeres Hopfenaroma aufweist. Der Mai-Bock wiederum ist ein im Hochmittelalter entwickeltes Starkbier, das aus dem niedersächsischen Einbeck stammt und zunächst nach Bayern exportiert wurde, der Doppelbock ein später entwickeltes, noch stärkeres Konkurrenzprodukt der Paulanerbrauerei in München. Inzwischen gilt der Ausdruck Bockbier für diese Art zu brauen im Allgemeinen. Seit der Entwicklung der abgefüllten Radler oder Alster und der bereits in der Flasche mit Himbeersirup gesüßten Berliner Weiße, die bis dato nur im passenden, einer Dessertschale ähnelndem Glas bei Tisch gemixt wurde, sind auch den Geschmacksrichtungen darüber hinaus keine Grenzen mehr gesetzt. Schöfferhofer feiert große Erfolge mit einem Weizenbier, dem Grapefruit-Limonade beigemischt ist. Veltins bezeichnet seine Sortenvielfalt als „trendigen Biermix“ und bietet sogar Bier mit Taurin als „V+ Energy“ an.

Diätbier, Alkoholfreies, malzbier „Vita“- oder „Karamalz“ und viele andere Sorten gibt es, die Kindern süßes 'Bier' bieten: Ein schäumendes Malzbier im Restaurant zu bestellen, wenn die Eltern ein Pils trinken, das ist immer attraktiv. Das unvergorene Malzbier (zwischenzeitlich auch als Nährbier bezeichnet) muss allerdings inzwischen Malztrunk genannt werden: Im sogenannten Süßbierstreit wehrten sich Ende der 1950er-Jahre bayerische Brauer dagegen, das Erfrischungsgetränk als Bier durchgehen zu lassen, und gewannen vor dem Bundesgerichtshof. Das ganze Gegenteil wurde mit „D-Pils“ versucht: Hier war die Idee, Bier in einer kalorienarmen Form anzubieten. Der uninspirierte Text von 1980 („Für alle, die mit ihrer Waage auf Kriegsfuß stehen, für alle, die gesund leben, sich bewusst ernähren und dazu vernünftig trinken möchten, gibt es feinherbes D-Pils, das kalorienarme Diät-Bier für unbeschwerten Pilsgenuss.“) war dazu sparsamst illustriert mit Bierglas, Flasche und Personenwaage. Das ging auch anders: Als Löwenbräu 1992 seinem Wappentier eine Frau zugesellte, hatten die Werbetreibenden keine Scheu, die beiden ordentlich mythologisch aufzuladen. Die Dame wurde zur göttlichen Lichtgestalt, die mit dem Löwen an ihrer Seite die Landschaft zauberisch zu beherrschen schien und dabei das Bier „alkoholfrei“ bewarb.

Frauen und Bier In der Bier-Werbung gab es ganz früh schon Frauen, mehr oder minder erotisch aufgeladen, als Eye-Catcher innerhalb eines vor allem für Männer angepriesenen Getränkesektors. Die klassischen franzö09 / 18

sischen Plakate für das „Bière de la Meuse“ oder die Fotografie der Strandschönheit mit Hut, die Henninger Ende der 1960er-Jahre nutzte, sind da hübsche Beispiele. Dies änderte sich auch nur wenig, als Frauen als Zielgruppe der Bierindustrie erschlossen werden sollten. Der gemeinschaftliche Genuss von Bier wurde parallel zum Rauchen beiderlei Geschlechts ab Ende der 1960er-Jahre zum Thema der Reklame-Bilder. Beck's war pfiffig genug, 1975 den eigenen Slogan „Beck's Bier löscht Männer-Durst“ mit der Abbildung könig Pilsener Anzeige von 1968 mit erläuterung des Werts von Hopfen Döllnitzer Gose, Anzeige mit Brauereigebäude von 1908 Nährendes malzbier von Schultheiss 1931 beworben Beck's-Dame mit männlichem Durst (1975) einbecker mai-Ur-Bock mit Verweis auf seine Tradition (1980)


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einer würdigen, Bier trinkenden Dame auf die Schippe zu nehmen, bevor der Satz fast unmerklich in „Beck's löscht KennerDurst“ umgewandelt wurde. Astra kehrte das traditionelle Geschlechterverhältnis in einer Werbung sogar glatt um und ließ einen fröhlichen Mann seiner Besucherin entgegen flöten: „Tulpen, wie lieb von Dir!“, während er drei gefüllte Biergläser entgegen nahm.

Besondere kampagnen Bier-Reklame, so wäre zu vermuten, hat ja eigentlich nicht viel zu bieten: Gelbe, weiß schäumende Flüssigkeit in Gläsern oder Flaschen, womöglich sogar Dosen, dazu die Konsumierenden, zu Hause oder in mehr oder minder attraktiven Lokalen. Klar, es gibt unzählige Bier-Anzeigen mit wunderschön fotografierten Tropfen am beschlagenen kühlen Glas oder mal links oder rechts von der Flasche oder dahinter aufgestellte Gläser; sich zuprostende Runden von Menschen aller Art oder ganz einsam genießende. Wer sein persönliches Hopfengetränk gefunden hat und ihm treu bleibt, kann dann einfach zum Lieblingsbier die Werbung ergänzen. Dies ist aber mitnichten alles, was die WerbeIndustrie dazu in petto hat! löwenbräus Fantasygestalt für alkoholfreies Bier (1992) Gilde-Anzeige von 1969 mit attraktiven Frauen in minis Astra-Tulpen für den Herrn, ende der 1990er-Jahre Henninger-Werbebild der 1960er-Jahre mit doppeldeutigem Slogan

Der Guru der deutschen Werbung um 1968 war Charles Wilp, von dem vor allem seine Afri Cola-Kampagne „Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola“ mit den provokanten Fotos bekannt geworden ist. Auch

für Bluna-Limonade erfand er die „Sieben Jungfrauen“-Serie. Keine Frage, dass die Bier-Industrie ihn buchen wollte: Für Isenbeck-Pils ließ er sich eine James BondParodie als Werbespot einfallen, in dem


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das attraktive, gefesselte Bond-Girl, das an einem Hubschrauber hing, von dem coolen Agenten mit Hilfe eines Ablenkungsmanövers durch eine Kiste Isenbeck gerettet werden konnte. Die moderne Koppelung der Anzeige an einen Fernsehspot half allerdings leider auch nicht zu verhindern, dass Isenbeck sich langfristig nicht zu halten vermochte. Bier mit Sekt oder Champagner zu vergleichen heißt, es aufzuwerten oder in einer anderen gesellschaftlichen Situation anzubieten. Erdinger fährt diese Linie mit seinem Weißbräu, das laut Werbetext obergärig „wie Champagner in der Flasche“ reift, und 1979 hieß es bereits in einer Anzeige: „Sherry aus Spanien, Whiskey aus Kentucky, Wodka aus Rußland, Champagner aus Frankreich und Warsteiner aus Warstein.“ Auf die Spitze trieb die Idee aber Schöfferhofer gegen Ende der 1990er-Jahre mit einer Prise Erotik: 1997 gab es im deutschen Fernsehen einen Spot für Weizen-Bier, in

dem sich eine weibliche Stimme mit französischem Akzent vernehmen ließ, die ihren Freund „’arrald“ nach dem Bier fragte, „das so schön ’at geprickölt in meine Bauchnaböl“ – die vergangene Liebesnacht wurde damit in der Fantasie lebendig. Derweil ihre Worte zu hören sind, sehen die Zuschauer erst den Text, handgeschrieben, dann den attraktiven jungen Mann beim Packen der Dinge, die sie sich zur Erinnerung wünscht. Schließlich gibt es eine Rückblende auf ihren makellosen Bauchnabel umgeben von schwarzer Spitzenunterwäsche, getitelt vom Logo des Bierherstellers Schöfferhofer. Die Stimme, die traditionellerweise in Radio und Fernsehen eher mit Champagner in Verbindung gebracht worden wäre, gehörte der beliebten Anmoderatorin der Harald-Schmidt-Show, Nathalie Licard. Wenn eine Französin tatsächlich nach Bier verlangte, dann musste es ja etwas Besonderes sein. Der Spot war ein echter Hit.

Freche kampagnen Das Kiez-Bräu Astra in einer Sektflöte zu servieren war allerdings ein Widerspruch in sich, und so nutzten die Reklametreibenden konsequent genau diesen Effekt und titelten „Finden sie den Fehler“, während ein in die Kamera grinsender alter Seemann sein Sektglas erhob, dessen Inhalt ja doch vermutlich eher nicht aus Trauben gemacht war. Ab etwa 1994 baute die Werbeabteilung von Flensburger auf eine ganz neue Idee: Sie bewarb ihr Bier jetzt über die altmodischen Flaschen mit den Bügelverschlüssen. Wer „Plop“ in einer Anzeige las, wusste, es ging um ein „Flens“. Eine lustige Entstehungsgeschichte hat auch das Bier „Bölkstoff“, das eigentlich innerhalb der Geschichten des Comic-Künstlers Brösel dessen Held Werner immer trinkt, ein komplett erfundenes Rülpsmittel also. Die Comics waren aber sehr beliebt und daher hatte jemand die kluge Idee, ein Bier zu brauen, das tatsächlich so heißt. Seit 1991 wurde „Bölkstoff“ zunächst von der GildeBrauerei (Hannover) produziert, seit 2001 ist es in der Hand von Flensburger. Ende der 1990er-setzten die Kreativen mit Astra noch eins drauf und starteten mit ihrer „Was dagegen?“-Kampagne 1998 eine bis dahin beispiellose Serie von Tabubrüchen. Deren Erfinder Hartwig Keuntje schildert im „Buch zum Astra“ (S. 8) die Ausgangslage so: „Die Konsumenten waren alt und wurden schon aus biologi-

isenbeck-Anzeige mit Filmszene von 1968 Flensburger „Plop“-kampagne (1994) Astra mit reeperbahn-location (1998) Schöfferhofer-Prickel (1997) 09 / 18


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schen Gründen immer weniger. Das Image war mies, 'Hafenplörre' war noch eins der schmeichelhafteren Attribute.“ Ein Blick zu den anderen half da nicht: „Alle Biermarken machten damals auf Premium – weiße Yachten, schicke Menschen, edles Pils. Auch so was für Astra? Wohl kaum. Astra war immer ein einfaches Pils gewesen und sollte es auch bleiben. (...) Und so dachte ich mir: Warum versuchen wir nicht einfach das genaue Gegenteil von dem, was die anderen machen? Eine echte Anti-Premium-Kampagne, und zwar so, dass die Tresen wackeln. Und dann haben

maisel's-Werbung mit Opern-Personal (1981) Anzeige für Bindings „römer-Pils“ (1976) Herr Tegtmeier kommentiert 1968 das Dortmunder Union-Bier komplette Bit-Serie von 1974 Drei musketiere ritten 1981 für Wicküler

wir angefangen, alles richtig schön falsch zu machen. Die falschen Models – KiezKoberer und Prekariat statt netter Hanseaten. Die falschen Foto-Locations – Eingang vom Eros-Center statt gemütlicher Kneipenstimmung.“ Der Plan ging auf, Astra-Bier ist damit komplett neu durchgestartet.

Sammlerstücke Bierwerbung ist nicht besonders teuer oder aufwändig zu erwerben, wer alte Spiegel-, Auto-Motor-Sport- oder MerianHefte durchblättert, findet schon oft schöne Bilder, die für das Lieblingsbier Reklame machen, oder es gibt Reklame für Biere zu entdecken, die es nur sehr kurz gegeben hat. Auch Prominente haben sich als Werbetreibende in Szene setzen lassen, allen voran der Schauspieler und Kabarettist Jürgen von Manger (1923-1994) alias „Herr Tegtmeier“ für Dortmunder Union, der Volksschauspieler Walter Sedlmayr (1926-1990) für Paulaner als „echtes Stück Bayern“, Fußballegende Fritz Walter

(1920-2002) für Schlegel-Pils, „Kaiser“ Franz Beckenbauer für Erdinger Weißbier oder Quizmaster Robert Lembke (19131989), Hannelore Elsner, Til Schweiger, Boris Becker, Reinhold Beckmann und viele andere für König Pilsener. Wer die alten Römer liebt, der schaue nach Binding-Reklame, für die drei Musketiere ist Wicküler zuständig auf und Maisel's Brauerei in Bayreuth rühmt ihr Bier mit Hilfe seiner Lokalgröße Richard Wagner. Ganze Serien zusammenzustellen ist manchmal etwas schwieriger, aber es lohnt die Mühe. Gerade Bitburger hat ab 1971 monatlich erscheinende Anzeigen geschaltet, die wie Kalenderblätter gemacht sind. Eine andere Reihe ergibt sich beispielsweise bei Löwenbräu aus dem Slogan „Das Bier, das so berühmt ist wie seine bayerische Heimat“, wenn diese mit Bildern vom Königssee, von der Wies'n, einem Brezelstand oder Passau gezeigt wird. Da entsteht dann sehr schnell ein bayerischer Bilderbogen, genauso wie

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Köln in den Kölsch-Anzeigen sein Panorama zur Schau stellt. Friesland präsentiert sich in den wunderschönen Landschaftsbildern von Marschen, Meer und Küste in der Jever-Reklame oder die mittelhessilöwenbräu zeigt Bayern mit dem königssee (1970) löwenbräus Brezel-Anzeige (1970) kölner Gaffel-reklame (1979) Jever-reklame mit windschiefen Bäumen (1991) eule aus der licher-Natur-reihe von 1993 Flaschenfoto aus der „Beck's Appeal“-Serie von 1971

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sche Fauna in den Anzeigen für Licher Bier mit dem Slogan „Aus dem Herzen der Natur“. Hier erfreut sich das Auge am hübschen Käuzchen, dem bunten Eisvogel oder der Bachstelze, nur: vielleicht fehlt dann doch das Bier? Die schönsten Flaschenbilder hat jedenfalls ganz sicher (und wie wäre es bei der Wortwahl anders zu erwarten) die Serie „Beck's-Appeal“ aus den frühen 1970erJahren!

empfehlenswerte literatur Edmund Simon: Die Bierfibel. Ein unterhaltsames Buch für die Freunde des Bieres (Carl Lange Verlag, Duisburg, 1951), Rolf Lohberg: Das große Lexikon vom Bier (Scripta Verlag, Stuttgart, 1984) oder Hartwig Keuntje u.a.: Was dagegen? Das Buch zum Astra (Pulse Publishing, Hamburg,

2015). Für fachlich Interessierte gibt es darüber hinaus die Zeitschrift „Brauwelt“, die seit 1861 wöchentlich in Nürnberg erscheint, ursprünglich unter dem Namen „Allgemeine bayerische Hopfenzeitung“. Besonders spannend ist deren Jubiläumsband, ein Überblick zur Brauereigeschichte, der 1986 als Buch herauskam: „125 Jahre Brauwelt“. Als Freude für Sammler vor allem von Etiketten darf sicher auch „Lechner's Liste“ gelten, in der der passionierte Brauer und Sammler Georg Lechner „Traditionelle Brauereien in Deutschland“ zum Thema machte (Lechner, Oelde/ Westfalen, 2008). Und wer über die Grenze ins Nachbarland schauen möchte, dem sei „Deux siècles d'affiches de la bière“ von Philippe Voluer empfohlen, das französische Bier-Plakate vom späten 18. Jahrhundert bis in die 1960er-Jahre zeigt (Citédis Editions, Paris, 1998). Alle Anzeigen aus dem Archiv der Autorin (www.kabinettstueckchen.de)


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L I T E R AT U R F Ü R S A M M L E R L I T E R AT U R F Ü R S A M M L E R

Emanuel Poche

Jan Divis

Jan Divis

Porzellanmarken

Goldstempel

Silberstempel

Malermonogramme

Zinnmarken aus aller Welt

aus aller Welt

aus aller Welt

aus aller Welt

von 1700 bis 1870

264 Seiten, Hardcover, Format 12,5 x 19 cm, 18. Auflage 2012

256 Seiten, Broschur, Format 12,5 x 19 cm, nach Motiven geordnet, 6. Auflage 2010

248Seiten, Broschur, Format 12,5 x 19 cm, nach Motiven geordnet, 7. Auflage 2010

zur schnellen Zuordnung von Zinnmarken auf Kunstwerken und Gebrauchsgegenständen

ISBN 978-3-86646-080-5 | Battenberg • Gietl Verlag

ISBN 978-3-86646-066-9 | Battenberg • Gietl Verlag

ISBN 978-3-86646-065-2 | Battenberg • Gietl Verlag

3. Auflage 2010, Broschur, Format 12,5 x 19 cm, 304 Seiten, weltweite Übersicht zu d. „Markenzeichen“ d. Künstler, Bildhauer u. Architekten, mit Zusatzinformationen wie z. B. Lebensdaten, Schaffenszeiten u. Hauptwirkungsbereiche

Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

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€ 12,90

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Dagmar Stará

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€ 12,90

ISBN 978-3-86646-064-5 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Evamaria Ciolina, Erhard Ciolina

Das Reklamesammelbild Von Schokolade bis Schuhcreme Kleine Werbekunstwerke völlig überarbeitete und neu bewertete 2. Auflage 2007, Format 21 x 28 cm, durchgehend farbig, ca. 300 Seiten, Hardcover

€ 39,80 € 9,90

ISBN 978-3-86646-022-5 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Bernhard Bornheim

Die russische Haus-Ikone im Wandel der Zeit Erweiterte 4. Auflage, mit aktuellen Marktpreisen, 300 Seiten, 200 Farb- und 650 s/wAbbildungen, Format DIN A4, Leineneinband mit Schutzumschlag

€ 39,90 € 9,90

ISBN 978-3-86646-043-0 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

4. Auflage 2012, 12,5 x 19 cm, 260 Seiten, Broschur

€ 12,90

ISBN 978-3-86646-091-1 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Dieter Warnecke

Leonhard Dingwerth

Uta M. Matschiner

Blechspielzeug Nutzfahrzeuge und Traktoren

Historische Schreibmaschinen

Keramos - Wiener Kunstkera-

Geschichte, Technik, Faszination

Übersichtskatalog mit aktuellen Preisen, 1. Auflage 2007, 21 x 28 cm, über 500 Abb., durchgehend farbig, 170 Seiten, Hardcover

Dieses Werk beschreibt ausführlich die wichtigsten Typen, Erfinder, Konstrukteure und Fabriken. 1. Auflage 2008, Format 21 x 28 cm, 168 Seiten, Hardcover

Firmengeschichte, Biografien der 61 Bildhauer, umfangr. Werkverzeichnis, 708 Seiten, 22,5 x 29,7 cm, ca. 3.000 Abb., Hardcover, Text teils Deutsch und Englisch

€ 19,90 € 9,90

ISBN 978-3-86646-030-0 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

mik und Porzellanmanufaktur

€ 29,90 € 9,90

ISBN 978-3-86646-041-6 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

€ 122,00

ISBN 978-3-200-01817-4 | Eigenverlag Uta M. Matschiner Im Buchhandel & beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Robert E. Röntgen

Deutsche Porzellanmarken von 1710 bis heute 6. Auflage 2007, Format 16,5 x 22 cm, 328 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover

€ 29,90

ISBN 978-3-86646-013-3 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Christoph Thun-Hohenstein / Rainald Franz (Hg.)

300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur

Anne-Claire Schumacher / Frank Nievergelt / Volker Ellwanger

Till Alexander Stahlbusch

Robert E. Dechant | Filipp Goldscheider

Leidenschaft für Keramik

Weißes Gold aus Meißen

Goldscheider

Sammlung Frank Nievergelt

Service und Geschirre

Firmengeschichte u. Werkverzeichnis

Übersichtskatalog mit aktuellen Marktpreisen, 2. Auflage 2009, 168 Seiten, durchgehend farbig, Format 21 x 28 cm, Hardcover

640 Seiten, 22,5 x 31 cm, mit 548 zumeist farbigen Abb., über 4.000 Modell-Nr. u. mehr als 1.600 Modellabb. in Farbe u. s/w, Hardcover m. Schutzumschlag, Text in Deutsch und Englisch

272 S., 23 x 30,5 cm, 365 Abb. in Farbe u. s/w

224 Seiten, 24,5 x 27 cm, 185 Abbildungen in Farbe, Hardcover. Deutsch/Französisch.

ISBN 978-3-89790-530-6 | ARNOLDSCHE

ISBN 978-3-89790-459-0 | ARNOLDSCHE

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ISBN 978-3-86646-034-8 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

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ISBN 978-3-89790-216-9 | ARNOLDSCHE Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Ulf Weissenberger

Eiserne Schönheiten Schloss und Schlüssel 288 Seiten, 23 x 30,5 cm, farbig bebildert, Hardcover. Fast 5000 Jahre Geschichte eines selbstverständlichen Kulturguts, viel Wissenswertes rund um das Thema Schloss und Schlüssel

€ 79,00 € 49,90

ISBN 978-3-86646-078-2 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Martina Pall

Martina Pall

Martina Pall

Martina Pall

Schlüssel und Schlösser

Eisenkunstguss aus der

Das europäische Vorhangschloss

Versperrbare Kostbarkeiten

248 Seiten, mehr als 700 Farbabbildungen und technische Zeichnungen, Glossar und ausführliches Literaturverzeichnis, Hardcover

Kästchen und Kassetten aus aller Welt

ISBN 978-3-9501971-2-9 | SCHELL COLLECTION GRAZ

ISBN 978-3-9501971-1-2 | SCHELL COLLECTION GRAZ

328 Seiten, mehr als 1000 Farbabbildungen und technische Zeichnungen, Glossar und ausführliches Literaturverzeichnis, Hardcover

€ 48,00

ISBN 978-3-9501971-4-3 | SCHELL COLLECTION GRAZ Erhältlich beim Gemi Verlag und bei der Schell Collection, Wienerstr. 10, A-8020 Graz, www.schell-collection.com

Österreichisch/Ungarischen Monarchie

132 Seiten, mehr als 200 Farbabbildungen und über 100 Gießereizeichen. Ausführliches Literaturverzeichnis, Hardcover

€ 29,00

ISBN 978-3-9501971-3-6 | SCHELL COLLECTION GRAZ Erhältlich beim Gemi Verlag und bei der Schell Collection, Wienerstr. 10, A-8020 Graz, www.schell-collection.com

€ 38,00

Erhältlich beim Gemi Verlag und bei der Schell Collection, Wienerstr. 10, A-8020 Graz, www.schell-collection.com

162 Seiten, 450 Farbabbildungen. Glossar und ausführliches Literaturverzeichnis, Hardcover

€ 28,00

Erhältlich beim Gemi Verlag und bei der Schell Collection, Wienerstr. 10, A-8020 Graz, www.schell-collection.com


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Martin Fischer

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98_Fundstuecke.qxp_Trödler Rubriken 09.08.18 16:20 Seite 2

FUNDSTÜCKE 98 herstellern. In der Zwischenkriegszeit wurde die Solo in eine tschechische und eine österreichische Solo geteilt. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde das jüdische Unternehmen enteignet und in die Deutsche Zündwaren Monopolgesellschaft eingegliedert. 100 bis 150 Euro dürften für dieses Emailschild im guten Zustand möglich sein

FLOHMARKTPREISE n Literatur „Leica-Mädel Monika – Eine fesselnde Erzählung aus dem Leben einer jungen Bildreporterin“, Elisabeth Günther, Neuer Jugendschriften Verlag Hannover, 1955, 1. Auflage, 61 Seiten. Die „Mädchen“-Geschichte dürfte für Leica-Fans eher dürftig sein, auch wenn die bekannte M3 zum großen Bildreporter-Glück beigetragen hat. Und welche Marke hat es schon auf einen Buchumschlag eines Romans gebracht und ist sogar zum Gegenstand der Erzählung geworden? 30 Euro dürfte der neugierige Leica-Fan wohl dann trotzdem springen lassen, auch wenn das Buch dann später (nur) dekorativ im gut gefüllten Leica-Sammler-Regal stehen sollte. Flohmarktpreis: 15 Euro

n Reklame Emailschild „Nur die Solo Pasta für Ihre Schuhe“, unten mittig Herstellerbezeichnung „Email Hölzl, Wien, XX“, hergestellt

Flohmarktpreis: 50 Euro

wohl 1930er-Jahre, Maße 38 x 49 cm. Flach, abgekantetes Emailschild mit vier Befestigungslöchern, insgesamt sehr gut erhalten, rechts neben dem Motiv eine Entwerfersignatur „Konopatsch“. Gegründet wurde die Solo Zündwaren- und Wichsefabriken AG im Jahr 1903 durch den Zusammenschluss von mehreren Zündholz-

n Technik Tragbares Radiogerät „Ingelen TRV 100 Portable“, Hersteller Elektrotechnische Fabrik Ing. Ludwig Neumann GmbH Wien, 1957/1958, Maße 22 x 15 x 7 cm. Superhet mit Mittelwelle, Batteriebetrieb, 2 x 4,5 Volt, Gewicht 1,2 kg, im Original-Karton. Das Unternehmen wurde 1907 in Wien gegründet, ab 1924 wurden die ersten Detektorenempfänger gebaut. Bekannt wurde die Firma u. a. durch den Ingelen Geographic mit der weltweit patentierten GeographicSkala. 1966 wurde Ingelen an die ITTTochter Standard Elektrik Lorenz verkauft, die dann 1987 von Nokia übernommen wurde. Allgemein sind Radiogeräte mit begrenzten Empfangsmöglichkeiten (hier nur MW möglich) im Preisflug nach unten. Kaum mehr als 30 Euro sind für ein funktionierendes Gerät erzielbar. Flohmarktpreis: 25 Euro

Erscheinungstermin Oktober-Ausgabe: Abo-Versand 17.09.2018 Erstverkaufstag Handel 21.09.2018 09 / 18


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Kopp Veranstaltungs – GmbH & Co. KG Homburger Straße 22 50969 Köln-Zollstock Telefon: (0221) 36 47 03 Telefax: (0221) 360 56 67 www.kopp-maerkte.de

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Globus, Max-Planck-Straße

Köln-Marsdorf

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OBI, Gewerbegebiet Pesch

14 So Köln-Porz-Lind

Porta, Portastraße

21 So Köln-Marsdorf

Roller, Max-Planck-Straße

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