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Kaffee-Reklame Jugendstil
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Kaffee-ReKlame KathRiN BoNaCKeR
als traditionelle Kolonialware wurde das exotische importprodukt Kaffee von Beginn an beworben: für Sammelnde gibt es daher bereits aus der frühzeit der anzeigen- und Plakatwerbung attraktive motive, und die heute etablierten firmen blicken oft auf eine sehr lange Geschichte zurück. Sie ergänzten die gedruckte Werbung oft mit Behältnissen, und speziell Kaffee-Blechdosen aus dem 20. Jahrhundert sind ein beliebtes Sammelgebiet. aber auch liederbüchlein, Spiele oder Püppchen, Kaffee-Geschirr, -mühlen oder -filter im jeweils zeitgenössischen Stil erzählen von der Produktgeschichte.
Kaffee in Deutschland Der Name „Kaffee“ stammt von dem im heutigen Äthiopien gelegenen Königreich Kaffa, einer Gegend, in der bis heute Ara-
bica-Kaffee angebaut wird. In Mitteleuropa wird er seit dem 17. Jahrhundert getrunken. Zum Speise- und Getränkeplan der deutschen Normalbevölkerung gehört er allerdings noch keine hundert Jahre, dafür war er zunächst viel zu teuer, und er wurde stark besteuert. Wer dennoch Kaf-
fee-Ähnliches auf den Tisch bringen wollte, behalf sich mit günstigeren Ersatzprodukten, die ebenfalls braun waren und bitter schmeckten. So ist beispielsweise der Malzkaffee (als Sammelbegriff dient oft der bekannte „Caro“-Kaffee) vor allem in ländlichen Haushalten lange Zeit die übliche Variante gewesen, liebevoll spöttisch auch „Muckefuck“ genannt. Solch ein Kaffeeersatz, der kein Koffein enthält, wird beispielsweise auch aus Zichorien-(also Wegwarten-)Wurzeln, allen möglichen Getreidesorten oder Früchten, Caro-Kaffee, Picknickmotiv von 1985 Nescafé mit attraktiver Stewardess von 1954
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Eicheln oder Kastanien hergestellt und wie Kaffee mit heißem Wasser aufgegossen. Eine der bekanntesten Herstellerfirmen war die 1828 gegründete Ludwigsburger „Landkaffee Manufaktur“ der Familie Franck, bekannt mit den Marken „Aecht Franck“ und „Enrilo Feigen-Kaffee“. Sie fusionierte 1943 mit „Kathreiner's Malzfabrik“ zu „Franck & Kathreiner“, startete 1954 mit „Caro“ Instant-Kaffeeersatz neu durch, bot ab 1964 als „Unifranck GmbH“ auch „Linde's“ und „Roland“-Kaffee-Ersatzmischungen an und wurde 1971 vom Schweizer Nestlé-Konzern übernommen. Die korrekte Produktbezeichnung ist übrigens „Kaffeesurrogatextrakt“. 1981 wurde Volker Lechtenbrinks damals sehr populärer Schlager „Ich mag“ speziell für „Caro“Kaffee umgeschrieben. Die Nachfrage hat in den letzten Jahren jedoch ständig nachgelassen, ab 2019 wird „Caro“-Kaffee deshalb nicht mehr in Deutschland, sondern nur noch in Portugal produziert. Bereits ein Jahr vorher (mit Beginn 2018) schloss Nestlé die 1960 gegründete deutsche Produktionsstätte für „Nescafé“, also den löslichen Kaffee, der auf Anregung der brasilianischen Regierung zwar seit 1938 produziert wurde, aber während des Krieges als Aufputschmittel zunächst nur an Wehrmachtsangehörige ausgegeben worden war. Dieser lösliche Kaffee war dann besonders in den Fünfziger Jahren bei Jugendlichen sehr beliebt und ist als Portionstütchen bis heute fester Bestandteil des bereit stehenden Heißgetränkevortchibo „frisch-Depot“ von 1966 hag- und onko-Dosen aus der Weihnachtszeit von 1955 Jacobs unterm Weihnachtsbaum, 1957 Nescafé 1959 mit südamerikanischem Gitarristen
rats beim Wasserkocher in komfortablen Pensionszimmern. Die Einwegkaffeekapseln für Portionskaffeemaschinen wurden seit 1970 auch zuerst bei Nestlé entwickelt, ab 1986 auf den Markt gebracht und mit Hilfe von Krups weiter entwickelt. Obwohl in den 2000erJahren sehr erfolgreich, sieht sich diese auf Wegwerfprodukte ausgerichtete Produktionsweise immer mehr der Kritik aus Sicht des Umweltschutzes ausgesetzt. Seit 2016 gibt es daher auch biologisch abbaubare Kaffeekapseln. Konkurrenz erhielten die Kapseln allerdings vor allem von den „Kaffeepads”, seit 2001 zuerst unter dem Systemnamen „Senseo“ von dem
Elektrohersteller und „Pad”-Pionier Philipps vermarktet. Passionierte Kaffeetrinkende können über all dies nur den Kopf schütteln. Dreht sich doch in ihrer Welt alles um die Frage des richtigen Aufbrühens des frischen (und für viele auch am liebsten selbst gemahlenen) Kaffees. Da wird allenfalls über Sorten und Geschmack diskutiert, unstrittig aber ist: Wenn es aussieht wie Tee, ist es „Blümchen-Kaffee”. Viel zu dünn (nämlich so, dass der florale Dekor auf dem Tassenboden sichtbar bleibt) und nicht trinkbar. Koffeinfreier Ersatz scheint aus dieser Warte ohnehin nicht akzeptabel. Dabei wird er ja gerade für Leute angeboten, die
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auf gar keinen Fall auf seinen Geschmack verzichten möchten. Kaffee „Hag“ und andere entkoffeinierte Kaffeesorten haben bei – so wird geworben – gleichem Geschmack den Vorteil, dass sie den üblichen, stark anregenden und Blutdruck steigernden Effekt des Koffeins nicht haben, so dass dieser Gesundheitsaspekt
bei der Werbung oft im Vordergrund steht. So warb „Hag“ im Kriegsjahr 1915 ganz unverblümt mit folgendem, nicht illustrierten Text: „Teile ganz ergebenst mit, daß wir mit dem Kaffee Hag, dem coffeinfreien Bohnenkaffee, die großartigsten Erfolge bei den Verwundeten im Lazarett haben. Er regt an, ohne aufregend zu wirken. Die Kranken können vor dem Schlafengehen ruhig eine Tasse Kaffee Hag ohne den geringsten Nachteil trinken. Bei den vielen magenleidenden Soldaten ist meiner Erfahrung nach Kaffee Hag zu einer wahren Erquickung geworden.' gez. Frau Oberbürgermeister St.“. Besonders entspannte oder schlafende Menschen und sogar Kinder wurden in der Folge als Werbeträger benutzt, einer der Slogans der Fünfziger Jahre lautete konsequent „Immer mit Ruhe und Kaffee Hag“.
importwege und traditionsfirmen Da es sich bei Kaffee um ein Importprodukt handelt, das in der Regel per Schiff im Überseehafen in Deutschland ankommt, finden sich viele Kaffeegroßhändler und -verarbeitungsbetriebe in den Hansestädten Bremen und Hamburg. Dass Edeka seine Kaffee-Eigenmarke „Hanseaten“ taufte, ist daher gut nachvollziehbar. Die Kaffeerösterei Ogo saß wie auch die Firma Hermann Faber in Bremen, Kaffee „Hag“ wurde bereits seit 1906 hier produziert und ab 1950 auch „Onko“-Kaffee. Die bekannte Kaffeerösterei Eduscho (verschmolzen aus des Gründers Namen „Eduard Schopf”) entstand 1924 in Bremen und wurde 1997 von Tchibo aufgekauft. Tchibo dagegen hatte seine Geburtsstunde erst 1949 – ein Jahr nach der von der Familie Rothfos gegründeten „Arko“ – als Hamburger Familienbetrieb, übrigens ursprünglich aus der Idee heraus, Kaffee per Post zu verschicken. Statt dessen wurde Tchibo vor allem deshalb so bekannt, weil es seit den 1950er-Jahren bis 1973 Produktzugaben wie Aromadosen oder Kochbüchlein gab, die in den Filialgeschäften, den so genannten „Frisch-Depots“ in vielen deutschen Städten zu bekommen waren.
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Einer der wichtigsten deutschen Urväter in der Produktgeschichte, Johann Jacobs, gründete schon 1895 sein „Specialgeschäft für Caffee, Thee, Cacao, Chocoladen und Biscuits“ in Bremen, bevor er ab 1907 auch eine Kaffeerösterei betrieb. Die 1837 gegründete Kaffeerösterei Zuntz aus Bonn mit Filiale in Berlin hatte einen stillen Teilhaber in Kaiser’s Kaffee. Sie wurde, obwohl sich ein Teil der jüdischen Familie durch Emigration den Nazis hatte entziehen können und nach dem Krieg zurückkehrte, 1951 von Dallmayr übernommen und bestand dann aber immerhin noch bis 1980. Kaiser's Kaffeerösterei, in den 1880erJahren als Filialbetrieb mit Sitz in Berlin, Heilbronn und Breslau gegründet, war Teil eines Lebensmittelhandels und gehörte bis 2017 zu Tengelmann. Die bekannte fröhliche Kaffeekanne wurde 1904 zu ihrem Markenzeichen. Dallmayr wiederum entstand erst 1933 als Teilbereich des alteingesessenen Münchner Delikatessengeschäftshauses. Mit der Marke „Prodomo“ und einem sehr gepflegten, extrem konservativen Image erfolgreich, konnte Dallmayr sogar 1986 die alte Braunschweiger Kaffeefirma „Heimbs“ aufkaufen. Markenzeichen des bayerischen Betriebes ist das Ladengeschäft selbst, in dem nach wie vor Balkenwaagen zum Abwiegen des Kaffees getypisch dargestellter Kolonialwarenhandel (1901) Kaiser's markenzeichen als Relief in einer Blechdose Kolumbianerin, 1997 für tchibo im Bild Kaffeekränzchen, das 1914 Bohnenkaffee von Rauer trinkt eduscho, vom onkel aus amerika genossen (1970)
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WeRBUNG 17 Tansania produzierten „Rapunzel“-BioKaffee, von der harten und vormals nur selten adäquat bezahlten Plantagenarbeit die Rede. In der Zeit des in Deutschland meist noch unhinterfragten Kolonialismus zeigte der Kolonialwarenhandel in der Regel Gesichter von dunkelhäutigen Menschen, um die geheimnisvolle exotische Herkunft ihrer Produkte wie Kakao, Tabak oder eben auch Kaffee unmissverständlich anzupreisen.
Kaffeetrinken als soziales ereignis
nutzt werden, der in bemalten Porzellanbehältern dargeboten wird, und das weibliche Personal gestärkte, weiße Latzschürzen über den blauen Kleidern trägt. Für einen 2018 erschienenen Werbespot konnte Moritz Bleibtreu gewonnen werden, der „Crema d'Oro“ trinkt und das Italienische daran genießt: Das Nachbarland ist vor allem bekannt für die Kaffee-Zubereitungsarten Espresso und Cappuccino, also Espresso mit Milchschaum. Dallmayrs Schöpfung „Crema d'Oro“ – übersetzt so viel wie „Creme aus Gold“ – adelt die „Crema“ nochmals. Der Begriff bezeichnet den auf dem Espresso entstehenden, leichten Schaum, der je nach verwendeter Bohnensorte und Zubereitungskompetenz variiert. In Italien legte Luigi Lavazza den Grundstein für seinen Kaffeekonzern ebenfalls bereits 1895 in Turin, das als wichtiger Verkehrsknotenpunkt über eine der ältesten Bahnstrecken Europas Zugang zum Seehafen in Genua hatte. Heute exportiert das Familienunternehmen seinen Espressokaffee weltweit.
exotisches im Reklamebild Mit der Herkunft des Kaffees aus Afrika oder Südamerika, speziell Äthiopien, Kamerun, Brasilien oder Kolumbien, stand der Reklame dafür ein Feld offen, das extrem attraktives Bildmaterial bot. Traumziele konnten wie in der Tourismuswerbung als reine Naturbilder oder von exotischen Tieren bevölkert gezeigt werden, Großeltern mit oster-Geschenk: Jacobs-Kaffee (1960) erfahrene GeG-Genießerin von 1931 Dallmayrs ladengeschäft (1999)
die Nutzpflanzen in üppigen, Gartenschau-reifen Abbildungen, die Bevölkerung der Länder in romantischen Porträts. Erst in jüngster Zeit – während sich die „Fair Trade“-Idee langsam durchsetzt – ist auch manchmal, zum Beispiel bei dem in
Der überwiegende Teil der Reklame stellt aber die hübsch gedeckte Kaffeetafel mit Gebäck oder jemanden, der seine Tasse Kaffee allein oder mit anderen so richtig genießt, in den Mittelpunkt. Am Kaffeetisch im eigenen Raum geht es darum, die Gäste mit dem Getränk zu verwöhnen (und dafür Lob und Ehre zu erhalten), sei es die vielzitierte Schwiegermutter oder der Chef mit seiner Gattin. Weil nur das Beste serviert wird, muss niemand Angst vor Kritik haben, und der Kaffee dient auch schon
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mal als Geschenk für die Großeltern zu Ostern. Alleine Trinkende werden dagegen immer so gezeigt, dass sie womöglich mit geschlossenen Augen riechend oder an der Tasse nippend das Aroma des Kaffees erfahren. Der berühmte Melitta-Mann, Nescafé-Gesicht George Clooney und auch der „Jura“-Kaffeemaschinen-Bürge und Tennis-Star Roger Federer haben in der Reklame daher alle die gleiche Rolle zu spielen: Sie sind Sachverständige für Genuss. Bei Tchibo gab es diesen Sachverständigen eher als Institution: Der „Experte“ zierte als lebensgroßer Papp-Aufsteller die „Frisch-Depots“ und leistete den Konsumentinnen Gesellschaft. Für den löslichen Cappuccino der Firma Krüger nahmen die Werbetreibenden der Agentur „Brand Lounge“ ab 2008 mit Schauspieler und Ulknudel Hape Kerkeling das Klischee der Hausfrau als Kaffeeexpertin auf die Schippe und legten der Figur „Gisela“ den ebenso simplen wie genialen Satz „Das möchte ich.“ in den Mund. Mit diesem macht sie ihrem Mann „Wolfgang“ (ebenfalls durch Kerkeling
verkörpert) unmissverständlich klar, dass überhaupt gar nichts anderes in Frage kommt, um sie zufrieden zu stellen. Kerkeling karikiert meisterhaft einerseits einen verwöhnten, weiblichen Unterton im Fernsehspot, andererseits aber auch das seit den 1950er-Jahren vorherrschende Bild der Hausfrau mit Kaffeetasse aus dem traditionellen Werberepertoire in der Anzeige.
Sammlerstücke Beliebt bei Kaffee-Fans sind besonders gut erhaltene Blechdosen. Ein Klassiker darunter ist die blassgelbe EduschoDose, deren Kaffeekränzchen-Damen so wunderbar die Mode der 1920er-Jahre repräsentieren. Im Preis ist sie je nach Erhaltungszustand zwischen 5 € und 30 € zu erwerben. Es gibt im gleichen Design auch eine Kaffeemühle mit Porzellanbehälter zur Wandmontage oder ein Maßband im Handel. Die Mühle allerdings ist
1994 zum 70-jährigen Jubiläum wieder nachgebaut worden, täuscht also ihr Alter manchmal nur vor. Andere begehrte Dosen sind bestimmte runde Tchibo-Klassiker mit orientalisch anmutenden Mustern in Dunkelblau-Gold oder Dunkelrot-Gold (deren fast kantenlose Formen ein Ideal der 1950er bilden und manchmal als „UFO“ beschrieben werden), oder eine dreibeinige Dose in Holzoptik, 1964 ebenfalls von Tchibo verkauft. hape Kerkeling mimt Krügers „Gisela“ (2009) Jacobs-frau mit dem erfolgreichen „Wunderbar“Slogan (1957) musikalischer melitta-mann (1988) Royale Dose von 1968, tchibo eduscho-Dose aus den 1920er-Jahren
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WeRBUNG 19 In der Frühzeit der Produktwerbung waren bei „Aecht Franck“, „Kathreiner's Kneipp Malzkaffee“ oder auch „Titze's Kaiser-Kaffee-Zusatz“ Sammelbildchen beigelegt, bei Tchibo bekam die Kundschaft reich illustrierte Lieder- und Kochbüchlein jahreszeitlich abgestimmt, in Heftform unter anderem auch ein „Tchibo-Magazin“ (das vor allem von Comic-Fans je nach Alter für 5 bis 70 € gehandelt wird), später das „Gold-Mocca Magazin“. Eduscho gab 1932 bis 1939 eine „Illustrierte Monatsschrift“ heraus, die neben Informationen zu Kaffeethemen Kunstdrucke, Lyrik und Reiseberichte enthielt. Auch Eduschos Werbepostkarten mit Motiven aller Art, die nicht einmal in Sinnzusammenhang mit dem Kaffee standen, waren beliebt und wurden gerne verschickt. Die Hasenfamilie „Mümmelmann“ (angelehnt an eine Figur des Heide- und Heimatdichters Hermann Löns) erlebte in den fröhlichen Bilderbuchgeschichten der Bremer Firma
literatur Über Kaffee-Reklame gibt es kein umfassendes Spezialwerk, aber immer wieder befasst sich jemand mit Details oder dem Kaffee an sich, von der Bohne bis zum Brühverfahren. So wird beispielsweise im Deutschen Museum in München ab Juli 2019 die Ausstellung „Kosmos Kaffee“ zu sehen sein, zu der ein Katalog erscheint. In der Hamburger Speicherstadt (St. Annenufer 2) hält das Kaffeemuseum der Rösterei Burg regelmäßig seine Schätze bereit. Hierzu gehören neben dem Nachbau eines Ladengeschäfts auch viele Kaffeedosen früher in Hamburg ansässiger Kaffeeröstbetriebe. Von Veikko Jungbluth gab es 2004 den Sammlerkatalog „Faszination alter Caffee Werbung: Kaffee-Reklamemarken“ auf CD zu erstehen. 2007 brachte Jürgen Trimbach „Kaffeewerbung anno dazumal“ als „book on demand” auf den Markt, es zeigt auf 124 Seiten in den über 400 Abbildungen vor allem Kaffeedosen, aber auch Spardosen, Zahlteller oder Werbeanzeigen. Der 1995er-Ausstellungskatalog „Mein Aroma! wunderbar. Motive und Parolen in der Kaffeewerbung“ von Gabrielle Obrist und Roger Fayet erschien im Johann Jacobs Museum (Sammlung zur Kulturgeschichte des Kaffees) in Zürich, hat allerdings nur 55 Seiten. Manch schöne Kaffee-Blechdose findet sich auf der Website www.dosenpapst.de von Jochen Steitz abgebildet. Der Berliner Christian Sakowski präsentiert als „My Vintage Coffee Club“ auf www.sampor.de darüber hinaus eine recht umfassende Sammlung von allem, was das Herz begehrt, von der Kanne über die Reklame bis hin zur Firmengeschichte einzelner Röstereien. Alle Abbildungen in diesem Beitrag aus dem Archiv der Autorin, www.kabinettstueckchen.de
1968 gab es eine weiße Kaffeedose, ganz royal mit Prinzessinnenrelief und Goldrand, zunehmend außerdem Plastikund auch Glasgefäße, die in den Küchen weiter verwendet wurden. Aber auch die unterschiedlich gekleideten Gummi-Werbefiguren „Ed“, „Usch“ und „O“, wie sie die Eduscho-Anzeigen zieren, sind gesucht, am liebsten natürlich vollzählig zu dritt, sie kosten zusammen zwischen 10 und 40 €. „mümmelmann“-Bilderbuch von 1955 „ed“, „Usch“ und „o“ mit Plastikgefäß (1968) leidenschaftliches lavazza-Paar von 2011
allerlei Abenteuer. So wird der Hasenvater einmal sogar von bunten Außerirdischen in einem UFO zum Mars entführt, gelangt aber rechtzeitig zu Ostern wieder zurück zu seiner Familie. Die Welt des Kaffees hält eben für Sammlerinnen und Sammler allerlei Überraschungen bereit! Alte Werbebilder zeigen oft Kaffeesorten und Mode, die es nicht mehr gibt, und bieten in Kombination mit traditionellem Porzellan als Dekoration das richtige Flair für ein altmodisches, genießerisches Kränzchen. Und wer sich mit der aktuellen Reklame befassen möchte, sei auf Lavazzas originelle Motive verwiesen, die seit etwa 2005 ein bisschen schrill, aber immer pfiffig mit italienischen Stereotypen spielen: Da gibt es viel Farbe, Musik, Temperament und vor allem „amore“! 05 / 19
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ONLINETIPP 33 n Als wichtige Bestandteile von Türen, Schränken, Truhen usw. gehören sie natürlich meistens zusammen. Während verschließbares Mobiliar und Türen aus Holz im Laufe der Zeit verrotteten, unansehnlich oder unmodern wurden, blieben die Schlösser meistens funktionsfähig und die Beschläge weiterhin ansehnlich. Sie wurden deshalb nicht immer verschrottet, sondern häufig erneut verwendet und besonders die technisch oder historisch interessanten und optisch attraktiven Stücke landeten in Sammlerhänden und Museen. Allerdings nicht immer in ihrer ursprünglichen Kombination, weshalb auch Sammlungen nur mit Beschlägen, Schlüsseln oder Schlössern zu finden sind.
sCHLÖssER, sCHLÜssEL UND BEsCHLÄGE n schlosssammler Ein Sammler stellt hier mit Bildern und kurzen Textinformationen einige Stücke aus seiner Kollektion vor. Darunter sind sehr alte und mehrere neuere Exemplare, auch ein paar vollständige Tresore. www.schlosssammler.de/index.html
n schloss- und Beschlägemuseum Neben Informationen über Schlösser und das Museum bietet die Homepage auch virtuelle Rundgänge durch die Räumlichkeiten. Das Museum verfügt über eine umfangreiche Fachbibliothek mit historischen Katalogen, Patentschriften u. a. m. und kann damit kompetente Beratung anbieten. Auch Sammler können sich mit entsprechenden Anfragen per E-Mail an das Museum richten. www.schlossundbeschlaegemuseum.de
n sammlung Türbeschläge
n Gropius-Drücker Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es hier um Design-Klassiker im Bauhausstil. Den Schwerpunkt der Präsentation bilden die Gropius-Drücker, aber auch andere Exemplare aus den 1920er-Jahren werden vorgestellt. Sortiert sind die Exponate nach Herstellern und werden innerhalb dieser Rubriken mit ausführlichen Informationen, Bildmaterial sowie Angaben zur jeweiligen Firmengeschichte präsentiert. Außerdem sind noch umfassende Hinweise zur Typologie von Türdrückern, verwendeten Materialien und Verweise auf Designer vorhanden. gropius-druecker.de
n schell-Collection Diese Museumshomepage bietet reichlich Textinformationen über die vorhandenen Exponate, unter „Blick ins Museum" auch viel Bildmaterial und einige interessante Videos. Interessenten erhalten damit schon vorab gute Vorinformationen über die zu erwartende Vielfältigkeit der Ausstellung. Die Filme bieten u. a. Ansichten von sehr aufwändig konstruierten Schließmechanismen für Truhen. Mit Angaben
über Öffnungszeiten, Führungen usw. sind auch alle für Besucher notwendigen Informationen vorhanden. Der Museumsshop bietet ein interessantes und umfangreiches Literaturangebot. www.schell-collection.com
n Historische Türklinken 16 Türklinkensätze aus der Jugendstilund Gründerzeit werden hier vorgestellt, allerdings nur mit kleinformatigen Bildern und sehr knappen Beschreibungen. www.antike-tuerklinken.de/tuerklinken.htm
Eine kleine Sammlung mit Türbeschlägen, von denen mehrere über 100 Jahre alt sind, wird hier vorgestellt. Auch Schlösser, Klinken und Griffe sind dabei. Zu dem guten Bildmaterial sind meistens noch Datierungen und Hinweise auf das Material, die Hersteller und Designer vorhanden. www.zweckundform.de/sammlungtuerbeschlaege.htm
n Antike Türbeschläge Diese umfangreiche, informative und sehenswerte Sammlerhomepage bietet in zehn üppigen Bildergalerien Übersichten mit Beschlägen und kompletten Drückergarnituren, darunter auch sehr alten Exemplaren. Zu jedem der fast 200 Exponate ist eine Detailseite mit weiteren Fotos und vielen Informationen vorhanden. Dazu kommen noch einige technische Hinweise sowie Kauf- und Tauschangebote. www.antike-tuerbeschlaege.de
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76_78_Stadtmusikanten.qxp_A Tibet 08.04.19 14:35 Seite 2
KULTURGESCHICHTE 76
BREMER STADTMUSIKANTEN THERESIA PETERS
Seit der Erstveröffentlichung der „Bremer Stadtmusikanten“ im Jahr 1819 in den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm fasziniert die abenteuerliche Reise von Esel, Hund, Katze und Hahn nach Bremen die Leser. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Veröffentlichung der fantastischen Geschichte widmet die Kunsthalle Bremen gemeinsam mit dem Staatsarchiv Bremen dem bekannten Märchen eine umfangreiche Sonderausstellung unter dem Motto „Tierischer Aufstand: 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft“.
Tierische Protagonisten Zwischen historischem Bildmaterial und moderner Alltagskultur beleuchten unter anderem Werke von Jeff Koons, Gerhard Marcks, Maurizio Cattelan, Ayse Erkmen, Glenn Ligon und Hiwa K den künstlerischen Umgang mit den tierischen Protagonisten sowie mit den Themen des Märchens. Noch bis zum 1. September zeigt die Präsentation die Wege der vier tapferen Tiere in der Bremer Kunsthalle von den historischen Vorlagen ins Märchen, vom
Buch in den Bildraum, von der Stadt ins Museum und von Bremen in die Welt.
Von Bremen in die Welt Das Märchen ist geprägt von der Suche nach einem würdevollen Leben – ein Thema, das bereits damals große Brisanz besaß. Immerhin waren Anfang des 19. Jahrhunderts Altersarmut und Missachtung für Gesinde und untere Bevölkerungsschichten an der Tagesordnung. Obwohl die vier
Märchenfiguren in der Erzählung nie in der Hansestadt Bremen ankommen, sind die Tiere und ihr Sehnsuchtsort zu einer begrifflichen Einheit geworden. In der Auseinandersetzung mit den historischen Hintergründen des Märchens zeigt die Ausstellung, dass sowohl dem Zielort als auch dem Beruf des Stadtmusikanten um 1819 Idealvorstellungen vorausgingen, die im Oberweserraum – der Herkunftsregion des Märchens – mit der alten Hanse- und Hafenstadt Bremen verbunden wurden. Links: Maurizio Cattelan, Love Saves Life, 1995 und Love Lasts Forever, 1998, Tierpräparate, Tierskelette Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen © Maurizio Cattelan Ganz oben: Zeichnung der Bremer Stadtmusikanten in der von George Cruikshank illustrierten ersten englischen Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen, London 1823 Sammlung Dieter Brand-Kruth Oben: Illustration von Karl Fahringer, in: Kinderund Hausmärchen nach Sammlung der Brüder Grimm, Leipzig o. J. Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Sammlung Schwarzwälder
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KULTURGESCHICHTE 77
Symbol des Märchens Die Pyramide als Symbol des Märchens ist mittlerweile derartig verbreitet, dass der Bezug nicht immer vom Künstler oder von der Künstlerin selbst intendiert sein muss, sondern vom Betrachtenden automatisch hergestellt wird. Dies verdeutlicht das vor dem Eingang der Kunsthalle Bremen ausgestellte Werk „Pinpointing Progress“ des belgischen Künstlers Maarten Vanden Eynde. Seine Skulptur stapelt Objekte wie präparierte Insekten, die der Künstler mit einer Nadel fixiert hat. Je weiter sich die Pyramide nach oben verjüngt, desto jünger werden auch die Objekte.
Wahrzeichen der Stadt Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Vielfalt der Objekte, die heute rund um die Bremer Stadtmusikanten Verbreitung finden. Gezeigt werden die älteste Bremer Stadtmusikanten-Skulptur aus dem Ratskeller von 1899 sowie Vorarbeiten zu Kunstwerken im öffentlichen Raum – etwa die Gussform der 1953 am Bremer Rathaus aufgestellten TierpyramidenSkulptur von Gerhard Marcks. Diese machte die Stadtmusikanten zum inoffiziellen Wahrzeichen der Stadt und ist heute auf zahlreichen Reproduktionen wie Souvenirs und Postkarten abgebildet. Darüber
Tierpyramide Die Tierpyramide als Sinnbild des Grimm’schen Märchens im Zentrum der Ausstellung steht auch für einen Wandel bildlicher Darstellungsformen. Die erste Bilddarstellung der vier Bremer Stadtmusikanten, 1823 von dem englischen Illustrator George Cruikshank gezeichnet, stellt mit Krawall und Gewalt den Überfall ins Zentrum des Märchenstoffs. Prägend in den Bildern der Bremer Stadtmusikanten ist jedoch vor allem die Darstellung als Tierpyramide, die schon bei Cruikshank gezeigt wurde. Mit ihr beginnt der Siegeszug der aufeinander gestellten Tiere durch Märchenbücher, Sammelbilder und Postkartendrucke bis hin zu vielfältigen weiteren Abwandlungen. Im Laufe der Zeit wurden die Tiere in illustrierten Kinderbüchern immer weiter verniedlicht. Dennoch bot und bietet die Tierpyramide bis heute vielfältige Ansatzpunkte für eine künstlerische Auseinandersetzung. Die Ausstellung verdeutlicht dies unter anderem mit den Plastiken aus der Sammlung des Kunstvereins „Love Saves Life“ (1995) und „Love Lasts Forever“ (1997) von Maurizio Cattelan. Neben Werken von Jeff Koons, Martin Creed und Mark Dion zeigen Cattelans Plastiken, wie allmählich die Pyramidenform zum einprägsamen Signet des Märchens der Brüder Grimm wurde. Oben: Jeff Koons, Stacked, 1988 mehrfarbig lackiertes Holz, V-A-C Collection, Moskau © Jeff Koons Oben rechts: Ayse Erkmen, Einer fehlt, 2003, Reihe aus vier Fotografien, Offsetdrucke Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen © Galerie Barbara Weiss Unten: Maarten Vanden Eynde, Pinpointing Progress, 2018, unterschiedliche Materialien Courtesy Maarten Vanden Eynde
Sozialkritik Neben der Betrachtung bildsprachlicher Aspekte behandelt die Ausstellung auch die dem Märchen zugrundeliegenden sozialkritischen Themen wie Armut, Ausgrenzung und Formen der Reaktion darauf. Gezeigt wird die Auseinandersetzung zeitgenössischer Kunst mit der Erzählung über vier Außenseiter, die aus Gründen von Alter, Armut und Nichtzugehörigkeit ihren Platz in der Gesellschaft verloren haben. Arbeiten von Gimhongsok, Hiwa K und Boris Mikhailov verdeutlichen die tagesaktuelle Brisanz des Märchens, indem Motive wie Wohnungs- und Heimatlosigkeit, Migration, Aufbegehren und Solidarität in den Mittelpunkt gerückt werden. Mit solchen sozialkritischen Werken entsteht in der Ausstellung ein Diskussionsraum, der einlädt, über und vor allem mit Bevölkerungsgruppen zu sprechen, die an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden. 05 / 19
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KULTURGESCHICHTE 78
Oben links: Karl Horst Hödicke, Die Hausbesetzer, 1983 Kunstharz auf Leinwand Lamunieri Fondazione © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Oben Mitte: Illustration von M. Majofisa, in: Die Bremer Stadtmusikanten, Leningrad 1980 Staatsarchiv Bremen, Sammlung Röpcke Foto: Koetzle Oben rechts: Mark Dion, Africotropical, aus der Serie Die Weltordnung der Tiere, 2014 Siebdruck Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen © Marc Dion und Tanya Bonakdar Gallery hinaus greift die Präsentation die Reproduktionsvielfalt mit unterschiedlichen Varianten von Kitsch-Objekten auf: Auch Kinderbesteck, Handpuppen und Kerzenhal-
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ter sorgen dafür, dass die Bremer Stadtmusikanten Eingang ins kollektive Gedächtnis erhalten haben und verdeutlichen die gesamte Bandbreite der Märchenrezeption, die über Bremen hinaus globale Verbreitung findet.
Stadtmusikanten-Sommer 2019 Die Ausstellung „Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft“ ist Teil des „Bremer Stadtmusikanten-Sommers 2019“, mit dem Bremen das Jubiläum feiert. Noch bis 30. September 2019 finden unter diesem Titel verschiedene Festlichkeiten rund um die Märchenfiguren statt. Höhepunkt wird die fast einwöchige Geburtstagsfeier sein, die die Bremer Innenstadt und die Weserwiesen im Rahmen der Breminale vom 3. bis 6. Juli mit bunten Aktionen füllen wird.
Katalog Anlässlich der Ausstellung erscheint ein deutschsprachiger Katalog im Schünemann Verlag, 144 Seiten mit Texten von Dieter Brand-Kruth, Konrad Elmshäuser, Arie Hartog, Manuela Husemann und Jennifer Smaile. „Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft“, 19,90 Euro im Museumsshop, ISBN 978-3-7961-1051-1. Fotos: wie angegeben
Unten links: Postkarte mit Stadtmusikanten-Denkmal, Rathaus und Schütting, um 1960 Staatsarchiv Bremen Unten rechts: aus: Bremer Stadtmusikanten von Janosch, erschienen bei Edition Temmen © Janosch film & medien AG, Berlin
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STiCKEREiEn und SPiTzEn HEidRun TH. GRiGOLEiT
das Archiv der Wiener Werkstätte im MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst umfasst zahlreiche unterlagen aus der zeit von 1906 bis 1930. doch während Möbel, Glas, Keramik oder Schmuck heute längst einem breiten Publikum bekannt sind, waren Spitzen und Stickereien der Wiener Werkstätte bislang eher ein Gebiet für Experten. diese filigranen Kostbarkeiten wurden nun erstmals in einer umfassenden Publikation im Verlag Arnoldsche unter dem Titel „die unbekannte Wiener Werkstätte: Stickereien und Spitzen 1906 bis 1930“ veröffentlicht: künstlerisch ausgefeilte Skizzen und Entwürfe ebenso wie Blaupausen, Klöppelbriefe, gestaltete Mustermappen oder historische Schwarzweiß-Aufnahmen der Originalobjekte von rund 40 Künstlerinnen und Künstlern.
Filigrane Spitzen Möglicherweise weiß man so wenig über Stickereien und Spitzen der Wiener Werkstätte deshalb, weil sich – wie so oft im textilen Kontext – nur vergleichsweise wenige ausgeführte Artefakte erhalten haben. Aus den Unterlagen des MAK wird ersichtlich, dass die frühesten Stickereien von 1906 für Möbelbezüge der Familie Wittgenstein stammen. Die Produktion von Spitzen begann dann um 1915. Dabei handelte es
sich um Borten und Decken sowie Einsätze für Vorhänge und Bettüberwürfe. Zusammen mit den im Museum erhaltenen Objekten – darunter Stoffproben, Kleidungsstücke, Bänder, Klöppelspitzen oder Tüllstickerei – vermitteln die Unterlagen des Archivs der Wiener Werkstätte ein authentisches Bild dieser außergewöhnlichen und bislang weitgehend unbekannten Produktion. In über 150 Abbildungen, kenntnisreichen Texten von Angela Völker sowie Biografien der wichtigsten Künstlerinnen und Künstler werden die Spitzen und Stickereien aus der Produktion der
Wiener Werkstätte in dem großformatigen farbigen Bildband auf 145 Seiten erstmals umfassend präsentiert – und damit ein bisher weitgehend unbekannter Schatz früher Designgeschichte ans Licht gebracht.
Wiener Werkstätte Auf dem Höhepunkt des Jugendstils im Mai 1903 gründeten der Architekt Josef Hoffmann, der Maler Koloman Moser und als Financier der Textilfabrikant Fritz Wärndorfer die Wiener Werkstätte. Entwerfende Künstler und versierte Handwerker sollten hier gleichberechtigt zusammenarbeiten, und kunsthandwerkliche Gegenstände für alle Bereiche des täglichen Lebens herstellen. Die Produkte hatten den Anspruch, den Kunden einerseits einen guten Geschmack zu vermitteln und sich andererseits von den schlecht verarbeiteten und formal unbefriedigenden Fabrikerzeugnissen der damaligen Zeit deutlich zu unterscheiden. Nach einer ersten frühen und sehr strengen Stilphase setzten sich vor allem im Interieur des Palais Stoclet zunehmend dekorative Tendenzen der Jahre Josef Hoffmann (Entwurf), WW-Modeabteilung (Ausführung), ca. 1910, Redoutenkleid, Mischgewebe, Baumwolle, Seide, Atlas, Applikationsstickerei, 145 × 109 cm. MAK, T 11827 Foto: Georg Mayer / MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst Josef Hoffmann & Carl Otto Czeschka (Entwurf), WW (Ausführung), 1906, Ofenschirm für Karl und Leopoldine Wittgenstein, Monogramm rechts unten: WKP (Wittgenstein, Karl, Pauline); Holzrahmen vergoldet, vier Kugelfüße, Lindenholz, vergoldet; VS: Wollstickerei auf Stramin, Gobelinstich (halber Kreuzstich); RS: Eichenholz, schwarz gebeizt, Poren gelb eingerieben, 103,5 × 186,5 × 27 cm. MAK, T 12765 Foto: Georg Mayer / MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst
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um 1910 durch. In den Jahren zwischen 1915 und 1930 entstanden dann auch erste originelle Stickereien. Die wichtigsten Künstlerinnen und Künstler solcher feinen Textilarbeiten waren Dagobert Peche, Fritzi Löw-Lazar, Hilda Jesser-Schmid, Anny Schröder-Ehrenfest, Irene SchaschlSchuster, Mathilde Flögl, Vally Wieselthier, Felice Rix-Ueno, Maria Likarz-Strauss, Maximilian Snischek, Eduard Josef WimmerWisgrill und Josef Hoffmann.
Verkaufsbroschüre Den ersten Verkaufskatalog gab die Wiener Werkstätte 1923 heraus. Hier war von Tüllstickerei oder Spitze jedoch noch Oben links: Mela Köhler (Entwurf), 1911, WWPostkarte nr. 518, Mode – Hundeserie; Rock und weiße Bluse mit schwarzer Stickerei, grüne Stola mit Stickereimedaillons, Papier, Lithografie, 14 × 9 cm. MAK, Ki 9121-35 Foto: MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst
nichts zu sehen, die aber im folgenden Jahr in der neuen Verkaufsbroschüre bereits integriert wurden. Im dem Katalog des Jahres 1928 waren dann unter den 1000 Objekten auch Tüllstickereien, Spitzen und Kissen nun sehr adäquat vertreten und mit Entwerfern und Projektnummern beschrieben. Und auch Zeitungsausschnitte aus dieser Zeit berichten von erfolgreichen Ausstellungen und Modeschauen im In- und Ausland. Die Stoffproben, und -bahnen, Musterbücher, Kleidungsstücke, Stickereien, Beutel, Bänder, Klöppelspitzen und Tüllstickereien dokumentieren eindrucksvoll den Geschmack und die Mode der damaligen Zeit.
Josef Hoffmann In den frühen Jahren der Wiener Werkstätte regte Josef Hoffmann als erster bei wichtigen Aufträgen für Zimmereinrichtun-
gen auch Entwürfe für Stickereien an oder entwarf diese gleich selbst. Denn die Innendekoration sollte als Gesamtkunstwerk die Architektur mit entsprechenden Möbeln und Dekorationsgegenständen ergänzen. Carl-Otto Czeschka entwarf dann durch Hoffmann angeregt schon 1906 erste Stickereien für die Wiener Werkstätte – etwa für Stühle oder einen Ofenschirm für das Wiener Stadtpalais Karl Wittgenstein. Ab etwa 1910 erweiterte man die Werkstätte mit einer speziellen Abteilung für Textilien, Mode und Kunsthandwerk. Hier entstanden künstlerische Leinen- und Seidenstoffe, die mit Modeln bedruckt wurden, sowie Stickereien auf Möbelpolstern, Kissen, Accessoires und Kleidern. Auch andere Gebrauchsgegenstände aus den unterschiedlichsten edlen und unedlen Materialien mit variationsreichen Blumenund Tiermustern wurden hier kreiert und hergestellt. Um 1910 übernahm der Architekt Josef Wimmer-Wisgrill die Leitung der WW-Modeabteilung, für die er neben Kleidern und Kostümen auch zahlreiche Stickerei-Motive entwarf und ausführen ließ. Er kreierte etwa 20 Stoffmuster – unter anderem das erfolgreiche neobiedermeierliche Muster „Ameise“ sowie das ausdrucksstarke Motiv „Mandelkrähe“. Auch die reizvollen farbigen Postkarten von Mela Köhler betonen die modischen Charakteristika der Wiener Neoempire-Linie.
Stickereien Stickereien wurden in Österreich an Heimarbeiterinnen vergeben, die Taschen und Beutel, Hutbänder, Krawatten, Schals, Bilder und Kissen in unterschiedlichen Formaten nach genauen Entwürfen bestickten. Die damals besonders beliebten Taschen und Beutel in verschiedensten Formen und Varianten wurden auch gehäkelt oder mit Glasperlen aufwändig verziert. Maria Likarz-Strauss, Felice Rix-Ueno und vor allem Dagobert Peche lieferten dafür unaufhörlich reizvolle und originelle Entwürfe. Nicht nur der fein gearbeitete PerlBeutel von Maria Likarz-Strauss „Liebes-
Oben rechts: dagobert Peche (Entwurf), ca. 1919, Klöppelbrief für einen Klöppelspitzeneinsatz, Profilkopf nach rechts (seitenverkehrt aufgezogen), Papier, Lichtpause (dyazotypie) 33 × 21,8 cm. MAK, WWA, WWKL 113 Foto: MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst Rechts: Verschiedene Kissen aus bestickten Stoffen und diversen WW-Stoffen von dagobert Peche u.a., 1928, Fotografie; 7 × 15 cm. MAK, WWA, WWF 109-67-3 Foto: MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst 05 / 19
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Klöppelspitzen paar und Dame auf Chaiselongue“ ist erhalten, sondern auch die entsprechende Entwurfszeichnung der begabten Künstlerin. Und der Entwurf für einen Teewärmer von Mathilde Flögl dokumentiert eindrucksvoll, wie diese mit den kräftigen Farben Rot, Gelb, Schwarz, Grün und Grau in strengen Formen umzugehen verstand. Dagobert Peche hatte sich seit 1918 in Zürich mit den beliebten Beutelchen beschäftigt, die er mit dem Vermerk „Zürich“ oder auch nur mit „Z“ kennzeichnete. Im Modellbuch steht, dass zwischen 1918 und 1921 mehr als 50 Exemplare eines ganz besonders beliebten Exemplars verkauft wurden. Eine Entwurfszeichnung für ein Kissen in Form eines Blattes mit zwei Quasten von Dagobert Peche stammt aus dem Jahr 1920. Es wird vermutet, dass Peche auch Initiator der Tüllstickerei und Klöppelspitzen-Produktion war, die seiner Kreativität perfekt entgegenkam. Von ihm und anderen Künstlerinnen und Künstlern sind zahlreiche Entwürfe und Arbeitsunterlagen über solche filigranen Meisterwerke erhalten.
Tüllspitzen Die Tüllstickerei besteht aus einem transparenten, mit einem Netzmuster versehenen Baumwolltüll, der mit zumeist ebenfalls weißen (selten bunten) Baumwoll- und Seidenfäden mit der Hand oder maschinell bestickt ist. Das Motiv wurde wie bei der Stickerei mithilfe einer beschriebenen Pause auf den Stickgrund übertragen. Solche Tüllspitze vermittelt mit ihrer weißen Farbe, Transparenz und Zartheit die Optik einer Spitze: Gefertigt wurden in dieser Technik neben Decken und Vorhängen auch Volants und Kragen für die Mode. 05 / 19
Auch für die Klöppelspitzen haben sich im Archiv viele Arbeitsvorlagen erhalten. Die Herstellung der Klöppelspitzen übernahmen auch Heimarbeiterinnen. Den Klöppelbrief – also die Vorlage für die erwünschte Arbeit – erhielten die fleißigen Arbeiterinnen vom Auftraggeber. Dieser Oben links: Maria Likarz-Strauss, 1919, Entwurf für einen Perlbeutel mit Liebespaar und dame auf Chaiselongue, Papier, Gouache, bezeichnet „Likarz“, 25,5 × 34,3 cm. MAK, Ki 12318-22 Foto: MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst Oben rechts: Maria Likarz-Strauss (Entwurf), 1919, Österreichische Hausindustrie (Ausführung), ausgeführt bis 1921, Perlbeutel mit Liebespaar und dame auf Chaiselongue Perlstickerei, oberer Rand gehäkelt, 23 × 18 cm. MAK, T 10130 Foto: Georg Mayer / MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst Mitte links: dagobert Peche, 1920, Entwurf für ein Kissen in Form eines Blattes mit zwei Quasten seiner ombriertern Pongéseide „Regenbogen“, WWnr. 22, Karton, Bleistift, Wasserfarben, urheberrechtsstempel 36,6 × 23,2 cm. MAK, WWA, WWSP 1834 Foto: MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst unten links: Mathilde Flögl, 1928, Entwurf für einen Teewärmer in Rot, Gelb, Schwarz, Grün und Grau mit Anmerkungen zu den Materialien, bezeichnet „Flögl“, WW-nr. St. 400, Papier, Bleistift, Aquarellfarben, 29,8 × 46 cm. MAK, WWA, WWSP 1578-1 Foto: MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst
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WiEnER WERKSTÄTTE 87 Spitzen lag wahrscheinlich ihre Größe und Funktion zugrunde. Bislang konnte man die Systematik jedoch noch nicht entschlüsseln. Es handelte sich bei Tüllstickereien sowie bei den Klöppelspitzen um Borten, Decken und Deckchen, um Vorhänge und Bettüberwürfe. Vorhänge waren oft als Tüllstickerei konzipiert, aber auch aus Leinen mit Einsätzen aus Klöppelspitze gefertigt. Das gab es auch bei den Bettdecken, die aber gelegentlich auch als Tüllstickerei gefertigt wurden. Dagobert Peche lieferte die originellsten Entwürfe auch in diesem Genre und wurde dafür nicht nur von den Konsumenten, sondern auch in vielen einschlägigen Fachzeitschriften gewürdigt. Fritzi LöwLazar, Hilda Jesser-Schmid, Reni Schaschl-Schuster und Mathilde Flögl wirkten bereits 1916 in der neu eingerichteten Künstlerwerkstätte in freier Mitarbeit als Entwerferinnen solcher Tülldecken, Spitzen sowie gestickter Kissen und Wiener-Werkstätte-Stoffe. Entwurfs- und Rein-
Herrlicher Bildband Der herrliche Bildband dokumentiert einmal mehr, dass die Wiener Werkstätte zu den bedeutendsten Zentren des Kunsthandwerks im frühen 20. Jahrhundert zählt und mit ihrem Anspruch auf ganzheitliche Durchdringung aller Lebensbereiche und zukunftsweisenden Entwürfen die Designgeschichte auf allen Gebieten nachhaltig geprägt hat. Christoph Thun-Hohenstein / Angela Völker (Hg.), Die unbekannte Wiener Werkstätte – Stickereien und Spitzen 1906 bis 1930. 144 Seiten, 112 Abbildungen in Farbe, 43 in Schwarzweiß, Verlag Arnoldsche, Hardcover Deutsch / Englisch, 34 Euro, ISBN 978-3-89790-511-5, www.arnoldsche.com Fotos: wie angegeben
Klöppelbrief liegt während des Herstellungsprozesses unter dem zu klöppelnden Gegenstand. Darüber entsteht die feine Spitze durch das Kreuzen und Drehen der Fäden – die auf Klöppel gespult – über der Oberfläche bewegt werden. Die Rückseiten vieler Klöppelbriefe und einige Blaupausen sind mit Hinweisen für die Heimarbeiterinnen gestempelt. Wichtige Kreuzungspunkte werden bei der arbeitsaufwändigen Technik mit Stecknadeln fixiert. Dabei wird der Klöppelbrief durchstochen, so dass er danach meist nicht mehr verwendet werden kann. Es haben sich aber zahlreiche unbenutzte Klöppelbriefe erhalten, die offenbar nach der Beendigung der Arbeit wieder an die Wiener Werkstätte zurückgegeben wurden. In Nejdek (heute Tschechien) existierte wohl auch eine Produktionsstätte für WienerWerkstätte-Spitzen. Da für Klöppelspitzen kein Modellbuch erhalten ist, gestaltet sich die zeitliche Einordnung der Stücke schwieriger. Einem Nummernsystem der Oben: Verschiedene Entwerfer, ca. 1920, Vorhang aus 81 geklöppelten Einsätzen, entworfen von dagobert Peche (3 Motive), Anny Schröder-Ehrenfest (5 Motive) und Vally Wieselthier (4 Motive) Leinen, Klöppelspitze, 225 × 166 cm. MAK, T 14684, Schenkung ERnST PLOiL Foto: Georg Mayer / MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst Mitte rechts: dagobert Peche, datiert 1920, Entwurf für einen Lederelefanten, Papier, Bleistift, Buntstift, signiert, 44 × 58 cm. MAK, Ki 12791-12 Foto: MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst unten rechts: dagobert Peche (Entwurf), WW (Ausführung), ca. 1920 Lederelefant, Fotografie; 10,8 × 13,5 cm. MAK, WWF 100-79-2 Foto: MAK − Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst
zeichnungen sowie Blaupausen und Klöppelbriefe vermitteln noch heute einen Eindruck dieser Objekte. Auch einige der in den Zeitschriften gezeigten Fotografien sind im Wiener-Werkstätte-Archiv im MAK erhalten. Ein wunderbarer Vorhang, der aus 81 geklöppelten unterschiedlichen Einsätzen besteht, setzt sich sogar aus den Stücken verschiedener Entwerfer zusammen: Neben Dagobert Peche (drei Motive) und Anny Schröder-Ehrenfest (fünf Motive) hat Vally Wieselthier zu dem Leinenvorhang mit Klöppelspitze vier Motiven beigesteuert. Leider haben sich außer auf den Fotos nur wenige Originalstücke der Vorhänge oder Decken erhalten. 05 / 19
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SCHALLPLATTEN 88
.. SCHWARZES GOLD FUR SCHALLPLATTEN-SAMMLER BRITISH PROGRESSIVE ROCK
€ 300-400 Atomic Rooster „Atomic Roooster LP”, veröffentlicht 1970 in England auf B & C Records, No. „CAS 1010”, LyricInnersleeve, Erstpressung („The Original Keyboard Only Mix”). Der „Atomare Truthahn” mit der prägenden Orgel (Vicente Crane) startete 1969 im Londoner Lyceum als Vorgruppe von Deep Purple
€ 700-1.000 Cressida „Same LP”, 1970 auf „Swirl” Vertigo, No. „VO 7, 847904 VTY” UK, Erstpressung, mattes Foldout-Cover. Die ersten Cressida-Gigs fanden zusammen mit Colosseum und East Of Eaden im Herbst 1969 in Deutschland statt. Die zweite LP „Asylum” wurde 1971 nach der Auflösung der Band erst veröffentlicht
€ 400-500 Gentle Giant „Same LP“, auf „Swirl” Vertigo UK 1970, No. „6360020”, Foldout-Cover, „Alcard” statt „Alucard” auf Label gedruckt. 1966 in Schottland als Simon Dupree & The Big Sound gegründet, ab 1970 als Gentle Giant tätig
€ 700-1.000 Gnidrolog „Lady Lake LP”, 1972 auf RCA Victor UK, No. „SF 8322”, Lyrics Insert. 1969 von den beiden Brüdern Goldring gegründet, existierte die Band nur bis 1972 und veröffentlichte nur 2 LPs € 40-60 Camel „Mirage LP“, erschienen 1974 auf Decca UK, No. „SML 1107”, Inlets (Band-Fotos, Song-Liste & Credits). Zweites erfolgreiches Album mit melodischen Kompositionen und langen Instrumentalteilen, geprägt durch Andrew Latimer’s Gitarren- und Querflötenspiel
€ 40-50 Emerson, Lake & Palmer „Tarkus LP, veröffentlicht 1971 in England auf Island Records, No. „ILPS 9155”, Heavy Card Gatefold-Sleeve, Pink Rim Label. „Tarkus” (halb Panzer/Gürteltier) ist das zweite Konzept-Album von ELP. Auf der ASeite befindet sich der zwanzigminütige Titeltrack mit Jazz/Klassik-Anklängen, auf der B-Seite sechs kurze Tracks. Die LP landete damals in Großbritannien auf Platz 1 und in Deutschland auf Platz 4 der Charts
€ 100-200 Genesis „Foxtrot LP”, erschienen 1972 auf Charisma Großbritannien, No, „CAS 1058”, Gatefold Textured Sleeve, Erstpressung mit eingeritztem „Porky & Pecko” in der Auslaufrille. Der 23-minütige epische Track „Super’s Ready” zählt zu den „Prog”-Klassikern des Genres. Mit ihrer vierten LP landeten Genesis mit Gabriel, Banks, Rutherford, Collins und Hackett in den LP-Charts auf Platz 12 in England und auf Platz 45 in Deutschland 05 / 19
€ 300-400 Jethro Tull „Stand Up LP”, veröffentlicht 1969 auf Island Records UK, No. „ILPS 9103”, Gatefold-Sleeve (inside E.J. Day Printer Credits), „Orange Bullseye Pink Label”. Zweites Konzept-Album der Band um Ian Anderson, aufgenommen in den Morgan Studios London, das den ersten Platz der UK-Charts erreichte
88_89_Schallplatten
08.04.2019
13:27 Uhr
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SCHALLPLATTEN 89
€ 500-800 King Crimson „In The Court Of The Crimson King LP”, veröffentlicht 1969 auf Island UK, No. „ILPS 9111”, Gatefold Cover, Pink „i”-Label, printed by E.J. Day. Debüt-LP um Bandchef Robert Fripp, welches immer noch zu den schillerndsten, besten und wegweisendsten Alben der damaligen Rockmusik zählt
€ 100-200 Pink Floyd „Atom Heart Mother LP”, veröffentlicht auf Harvest UK 1970, No. „SHVL 781”, no boxed EMI-Logo on Labels. Erstes No. 1 UK-Album mit einem wagnerischen Blechblasorchester und einem gemischten Chor (John Alldis)
€ 80-120 Rare Bird „Same LP”, erschienen 1969 auf Charisma Großbritannien, No. „CAS 1005”, frontseitig laminiertes Cover. Die beiden ersten Rare Bird LPs wurden von Keyboards dominiert, ohne Gitarren. Mit der Single „Sympathy” erreichten sie in Italien und Frankreich 1969 Platz 1, in England Platz 27. Der Charisma-Label-Gründer Tony Stratton-Smith (1933-1987) war u. a. auch Manager von Bands wie Nice, Van Der Graaf Generator und Genesis
€ 150-250 Soft Machine „The Soft Machine LP”, 1968 auf Probe Records USA, No. „CPLP 4500”, uncensored „Nude Girl”Cover. Die britische Band The Soft Machine gehörte schon 1967/68 zum Inventar der Londoner Psycheldelic Scene rund um die Clubs UFO, Zebra, Roundhouse, und Marquee. Ihre Debüt-LP nahmen sie in New York während einer US-Tour als Vorband von Jimi Hendrix auf
€ 100-200 Wishbone Ash „Pilgrimage LP”, 1971 auf MCA UK, No. „MAPS 5060”, Gatefold-Cover. 1969 gegründete Band (Ex Tanglewood), die Anfang der 1970er-Jahren zu den beliebtesten „Rock”-Bands zählte
€ 150-200 Yes „Same LP”, 1969 auf Atlantic UK, No. „588190”, Gatefold-Cover, Insert. Yes entstanden aus der „Psych-Rock”Band Mabel Gree’s Toyshop (1966) & The Syn. Den Durchbruch schafften sie mit „The Yes Album” im Jahr 1971
€ 250-400 Van Der Graaf Generator „The Least We Can Do Is To Wave To Each Other LP”, 1970 auf Charisma UK, No. „CAS 1007”, Gatefold-Cover, Poster. Die 1967 gegründete Band um Peter Hammill war damals weniger kommerziell erfolgreich als Genesis oder Jethro Tull € 100-200 Procol Harum „Same LP”, erschienen Ende 1967 auf Regal Zonophone UK, No. „SKLRZ 1001”, Mono, Flipback-Cover. Vorab wurde Procal Harum mit dem Welthit „A Whiter Shade Of Pale” (hier nicht auf der UK-Pressung veröffentlicht) berühmt
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81_AP_1819
03.12.2018
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