Titel-T-0318-Uhren-blau.qxp_TR Titel 08.02.18 14:26 Seite 1
Europas Sammlermagazin
03/2018 64419
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Schweiz CHF 8,50 | Österreich € 5,50
Ostern Holzschnitte
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08.02.2018
16:30 Uhr
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14:52 Uhr
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INHALT 3
TRÖDLER
ISSN 1863-0340
VERLAG
GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de
■ Expertenauskünfte
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MAGAZIN ■ Ausstellungen – Messen – Märkte
GESCHÄFTSFÜHRER
Gerd Reddersen Rudolf Neumeier
CHEFREDAKTEUR
Karl Ruisinger eMail: karl.ruisinger@gemiverlag.de
REDAKTION
Nicola Fritzsch, Joscha Eberhardt, Karin Probst, Helene Stümpfle-Wolf
AUTOREN DIESER AUSGABE
Reinhard Bogena, Heidrun Th. Grigoleit, Klaus Mölbert
AUKTIONEN
REDAKTIONSASSISTENZ
Heike Genz
■ Berichte –Preise – Termine
TERMINE
Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de
LITHOS, SATZ, HERSTELLUNG
Westner Medien GmbH (Anschrift siehe Verlag)
SOUVENIRS
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■ Taschenuhrständer
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SCHALLPLATTEN ■ Schwarzes Gold für Sammler
ANZEIGEN
Markus Westner, Tel. 08441/4022-13 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34
KLEINANZEIGEN
Heike Genz, Tel. 08441/4022-18 Marlene Westner, Tel. 08441/4022-12
GRAFIK
VERTRIEB
Gerd Reddersen
■ Crossing Cultures
ZEITSCHRIFTENHANDEL
VU Verlagsunion KG
MARKTVERTRIEB
Jörg Kirschbaum Mobil 0172/4436638
ABOVERWALTUNG
Gemi Verlags GmbH Postfach 85291 Reichertshausen Tel: 08441/4022-0 Fax: 08441/71846 eMail: info@gemiverlag.de
■ Websites für Sammler
westermann druck Gmbh
■ Ostergrüße
DRUCK
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LESERFORUM
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ONLINETIPP
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POSTKARTEN
FUNDSTÜCKE
98
■ Flohmarktpreise
TERMINE UND ANZEIGEN ERSCHEINUNGSWEISE
monatlich
TITELFOTOS
Klaus Mölbert Reinhard Bogena
■ ANTIKMARKTTERMINE ■ SAMMLERBÖRSENTERMINE ■ AUSLANDSTERMINE
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fallen die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM.
Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/11 (Preise gültig seit 01.08.2006)
■ REGELMÄSSIGE TERMINE ■ FLOH- UND TRÖDELMARKTTERMINE ■ KLEINANZEIGEN IN DER SAMMLERBÖRSE
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04_05_Leserforum
08.02.2018
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LESERFORUM 4
EXPERTISEN
■ Ballettfigur
?
Ich wüsste gerne mehr über diese Bronzefigur. Sie ist leider nicht signiert. Sie misst ohne Sockel 30 cm und ist 19 cm breit. Das einzige Manko scheint die Verbindung der beiden Figuren zu sein (Rock Schülerin/Bein Lehrerin). Können Sie mir etwas zu Künstler und Herstellungszeit sagen und eventuell auch den Namen der Gießerei nennen? Was ist die Figur wert? Der Mittelteil des Sockels ist für Marmor zu leicht. Welches Material könnte das sein? C. Hoheisel, Berlin
!
Die hier abgebildete Doppelfigur der beiden Ballett-Tänzerinnen kann aus Bronze gefertigt sein. Möglich ist auch Spiauter, ein Gussmetall für Plastiken, das Bronze vortäuscht und braun patiniert und
in Paris gezeigt. Ein Bronzeabguss der Figur erfolgte nach dem Tode des Künstlers 1921. Bis 1931 wurden 28 weitere Abgüsse hergestellt. Diese sorgten für die weitere Verbreitung dieses Darstellungsthemas. Die hier gezeigte Figur dürfte in die 1940er-/50er-Jahre zu datieren sein. Der Sockel ist dem Foto nach aus Marmor gefertigt. Falls er zu leicht erscheint, könnte es sich auch eventuell um Holz handeln, das marmoriert wurde. Die Figur kann, je nach Material, zwischen 100 und 250 Euro anzusetzen sein, wobei Bronze das wertvollere Material darstellt. Dr. Gabriele Löwe-Hampp, Expertin
manchmal auch vergoldet wurde. Einen Künstler konnte ich leider nicht ausfindig machen. Orientiert haben dürfte er sich aber am Thema des Bronzegusses der „kleinen Tänzerin“ nach einer Wachsfigur von Edgar Degas (1834-1917). Die Wachsfigur wurde nur einmal 1881 im Zuge einer Ausstellung der Impressionisten 03 / 18
■ Heidelandschaft
?
Wir besitzen etliche Bilder unterschiedlichster Herkunft und möchten Sie bitten, diese Heidelandschaft zu bewerten. Sie ist 75 cm breit und 43 cm hoch. Der Maler hat mit J.Dreesen signiert. Claus-Adolf Bremer, Büsum
!
Das Gemälde in Ihrem Besitz zeigt eine weite Heidelandschaft mit Postkutsche. Heidelandschaften entstehen meist durch Abholzung und ungeregelte Überweidung. Heute werden noch einige solcher Heideflächen in der Region Lüneburg mit Hilfe von Heidschnucken erhalten. Die Komposition des in Öl auf Leinwand ausgeführten Gemäldes ist eigentlich ganz gelungen, insbesondere die gelbe Postkutsche gibt dem ganzen einen erzählerischen Orientierungspunkt. Dazu im Gegensatz steht der mangelhafte Duktus. Hier hat ein Laie sein bestes gegeben und stolz mit „J.Dreesen“ signiert. Die Diskrepanz zwischen Komposition und Ausführung ist immer ein Anzeichen für eine Kopie. In diesem Fall diente wohl eine Landschaft mit Postkutsche um 1850 als
■ In dieser Rubrik beantworten unsere Experten Ihre Fragen zu dem einen oder anderen guten Stück. Doch leider sehen wir uns außerstande, ganze Nachlässe oder sämtliche sich in Ihrem Haushalt befindlichen Trouvaillen bewerten und schätzen zu lassen. Auch bitten wir um Verständnis, wenn es mit der Bearbeitung länger dauert. Senden Sie uns also Ihre Anfrage nur zu einem zu bestimmenden Objekt – mit detaillierter Beschreibung und gutem Foto, auf dem das Objekt ganz abgebildet ist. Noch ein Hinweis zu den Preisen, die von Fall zu Fall von unseren Experten genannt werden: Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die anhand von Fotos allein getroffen werden und je nach Zustand des Objekts nach oben oder nach unten korrigiert werden können. Ihre Anfrage schicken Sie bitte an: Gemi Verlags GmbH Redaktion Leserforum Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen
04_05_Leserforum
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LESERFORUM 5 Vorbild, die Kopie wurde im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts ausgeführt. Der Wert wäre eher dekorativ, sicherlich unter 100 Euro.
tenstein, jetzt Zwickauer Land. Dieses Schloss wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges dem Erdboden gleich gemacht und nie wieder aufgebaut.
Klaus-Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg
Kerstin Neumann, Schneeberg
!
Die Kaffeekanne und die Portionskanne mit Zuckerdose und Sahnekännchen wurden vermutlich 1910 hergestellt. Die Kaffeekanne zeigt das Zeichen der Firma Kallmeyer & Harjes aus Gotha, in diesem Fall den Adler mit der Schlange. Die Kallmeyer und Harjes Metallfabrik wurde 1887 gegründet und hatte 1909 etwa 500 Angestellte. Die Firma produzierte einfache, solide Korpuswaren aus vernickeltem Metall oder Messing oder aus dünn versilbertem Alpacca. Stilistisch würden auch die nicht weiter bezeichneten Teile zum Programm von Kallmeyer & Harjes passen. Vermutlich handelt es sich bei allen Teilen um vernickeltes Metall. Ein Schätzpreis wäre 50 bis 80 Euro.
■ Kollwitz Mappe
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Können Sie mir bei der Begutachtung der Mappe helfen? Meine Schwiegermutter hat mir keine Einzelheiten genannt.
denn die Drucke sind extra auf Karton montiert. Leider drückt sich die damalige Wertschätzung heute nicht mehr in Zahlen aus. Vergleichbare Mappen sind heute im Handel für 25 bis 50 Euro erhältlich.
Klaus-Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg
Klaus Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg
■ Kaffee-Set
?
Zu diesem dreiteiligen Kaffee-Set würde mich interessieren, aus welcher Zeit es wohl stammt und wo es angefertigt wurde, und auch eine Wertangabe wäre schön. Das Set sieht außen versilbert aus und innen ist es wahrscheinlich vergoldet. Ich erhielt dieses Set noch zu DDR-Zeiten von einer älteren Dame, die inzwischen schon lange verstorben ist. Besagte Dame meinte, es stamme aus dem Schloss Har-
Der äußere Zustand der Mappe ist ein wenig abgegriffen. Ich würde gerne mehr wissen über die Herkunft, das Alter und den Wert dieser Mappe, die vom Kunstwart München bei Georg D.W. Callwey im Kunstwart Verlag herausgegeben wurde. Es ist dies die 5. Auflage, 13 bis 15 Tausend. München 1927. Die Mappe misst 32 cm x 42 cm. Gerda Riedesel, Witten
!
Die „Käthe Kollwitz Mappe“ traf Mitte der zwanziger Jahren den Zeitgeist und wurde mehrfach wieder aufgelegt. Die Qualität der Lichtdrucke ist ausgezeichnet, die Verarbeitung insgesamt sehr aufwändig, 03 / 18
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.. SCHWARZES GOLD FUR SCHALLPLATTEN-SAMMLER SPACE AGE MUSIC
€ 50-80 Sid Bass (1913-1993) „From Another World LP”, erschienen in den USA 1956 auf dem Low-Budget Label Vik Records, No. „LX-1053”, Monopressung. Zwölf orchestrale Interpretationen bekannter Kompositionen über Weltraumphänomene, mondbezogene Serenaden, jenseitige Begegnungen und betörende Damen
€ 80-120 Les Baxter (1922-1996) „Space Escapade LP“, 1958 auf Capital USA, No. „T-968”, Mono. Baxter gilt neben Martin Denny als „The King Of Exotica”. Acht Top-10-Hits, u.a. der Millionenseller „Unchained Melody” sowie die „Lassie”Titelmusik machten Les Baxter berühmt
€ 50-80 Bob Crewe Generation „Barbarella Motion Picture Soundtrack LP”, 1968 in den USA auf Dynovoice Records, No. „DY 31908”. „Science-Fiction”-Musik zu Roger Vadims Film (Vorlage Comics von Jean-Claude Forest) mit „Barbarella“ (Jane Fonda) auf der Suche nach dem galaktischen Frieden im Jahr 40.000
€ 100-150 Frank Comstock (1922-2013) „Music From Outer Space LP”, erschienen 1962 auf Warner Bros. Records USA, No. „WS 1463”,Stereo. Frank Comstock benutzte bei dieser Aufnahme u.a. spacige Instrumente wie elektronische Violine (gespielt von Eliott Fisher), Theremin und Novachord
€ 40-70 Ferrante & Teicher „Soundproof LP“, veröffentlicht 1958 auf Westminster Rec. USA, No. „WST 15011”, Stereo. Die Frontcover-Aufnahme stammt vom MGM Motion Picture Film „Forbidden Planet”
€ 250-400 Joe Meek (1929-1967) „I Hear A New World 7 Inch”, 1960 Eigenlabel Triumph in England, No. „RGX ST5000”. Die faszinierenden Klangfantasien und verrückten Weltraumklänge dienten damals oftmals als Stereo-Demonstrationsplatte
€ 50-100
Larry Elgert (1922-2017) And His Ensemble „Impressions Of Outer Space 10
Inch”, veröffentlicht in den USA 1953 auf Brunswick Records, No. „BL 58054”. Der Bruder des Trompeters Les Elgart (19171995) und Sohn einer Konzertpianistin spielte in den 1940er-Jahren als Altsaxophonist in zahlreichen Bigbands, u.a. bei Charly Spivak, Woody Herman, Red Novo, Tommy Dorsey. Anfang der 1950er-Jahre nahm er dann mit dem Komponisten und Saxophonisten Charles Albertine einige experimentelle Alben auf. Das spacige Cover stammt von dem berühmten ComicZeichner Alex A. Schomburg (1905-1998) 03 / 18
€ 50-80 Man Or Astro-Man? „Destroy All Astromen! LP”, veröffentlicht 1994 auf Estrus Records USA 1994, No. „ES 1215“. „Surf-Rock”-Band aus Auburn/Alabama, die sich inhaltlich bei Science-Fiction-BMovies der 1950er-/1960er-Jahre bedient
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€ 50-100 Leonard Nimoy (1931-2015) „Mr. Spocks’s Music From Outer Space LP”, 1967 auf Dot Records USA, No. „DLP 25794”. Bekannt wurde er durch Star Trek als „Mr. Spock” auf der „Enterprice”, die von 1965 bis 2013 im Fernsehen durch die weiten Welten der Galaxis düste
€ 30-50 Nurse With Wound „Space Music LP”, 2010 auf Beta-Lactam Ring USA, No. „Baked 11”. Seit 1978 veröffentlichte Steven Stapleton unter NWW über 100 Platten. NWW zählt zu einem der inovatisten Avantgarde-Projekte der Neuzeit
€ 60-100 George Russell (1923-2009) And His Orchestra Featuring Bill Evans (19291980) „Jazz In The Space Age LP”, veröffentlicht 1960 auf Decca USA, No. „9219”, Monopressung. Spacige „Jazz”Scheibe um das „Chromantic Universe”, welches George Russell in seinem Buch „The Lydian Chromatic Concept Of Tonal Organisation” vorab (1959) erläuterte
€ 70-120 Silver Apples „Same LP”, erschienen 1968 auf Kapp Records Germany, Nr. LDVS 17156”. Die Silver Apples gründeten sich 1967 und veröffentlichten das „silberne Album” 1968, welches sich 10 Wochen lang in der Top-100-Liste des Billboard Magazines hielt. Das New Yorker „Space-Rock”-Duo um Simeon Coxe (geb. 1938, Electronics) und Dan Taylor (1948-2005, Drums) gilt auch oft als „The Can” der elektronischen Musik
€ 500-800 Technical Space Composer’s Crew „Canaxis 5 LP”, 1968 Music Factory BRD, Nr. „SRS 2”. „Space”-Projekt von Holger Czukay (Can) und Rolf Dammers (Produzent)
€ 70-120 Peter Thomas „Raumpatrouille Soundtrack LP”, 1966 auf Philips BRD, Nr. „843794PY, Klappcover. Thomas komponierte Musik für über 80 Spielfilme und 600 Serien wie „Edgar Wallace, Babeck, Der Kommissar, Derrick, Der Alte, Winnetou, Bruce Lee, Steiner, Der Große Preis” etc.
€ 250-450 Sun Ra „We Travel The Space Ways LP”, 1967 auf El Saturn Records USA, No. „LP 409”. Sun Ra (1914-1993, eigentlich Herman „Sonny” Blount), behauptete, dass er vom Planeten Saturn stamme, entwickelte eine Kunstfigur aus „kosmischen” Philosophien und lyrischer Dichtung und trug sonderbare Kostüme € 600-1.000 Daniela Ricar „Gebet 2000 LP”, veröffentlicht um 1975 auf Modern Sound Produktion Germering, Nr. „MSP A-100-4”. „Obskure Musik” nach Vorlagen von Erich von Däniken (geb. 1935), arrangiert von Heinz Wilhelm Becker
Alle angegebenen Schallplattenpreise verstehen sich als ungefähre Richtpreise, die bei Internet-Auktionen, Schallplattenbörsen, Sammler-Foren, Festpreislisten, Privatverkäufen etc. erzielt oder angeboten wurden. Die Preise gelten in der Regel für Mint/Mint- Exemplare (neuwertig bzw. minimale Gebrauchsspuren).
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Polyfiguren in großer Auswahl
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Anzeigenberatung: Tel. 08441/ 40 22 34 Anzeigenschluss für das Aprilheft ist Donnerstag 01. März
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Leipzig Warburg-Rimbeck Adenau Hillesheim Kirchheim/Teck Hallbergmoos Zeitz Jena Pößneck Chemnitz Chemnitz Zschopau Bad Belzig Rostock Ammersbek Trittau Eutin Lübeck-Travemünde Travemünde Rendsburg Husum St. Peter Ording Aurich Dornumersiel Leer Papenburg Wiesmoor Wilhelmshaven Wilhelmshaven Cuxhaven Cuxhaven Elze Stadthagen Bad Oeynhausen Lübbecke Bielefeld Verl-Kaunitz Versmold Diemelsee Kirchhain Weilmünster Lauterbach Niederaula Rotenburg/Fulda Göttingen Blankenburg
Jd. Samstag Jd. Samstag Jd. 1. + 3. Mittwoch Jd. 1. + 3. Donnerstag Jd. 1. Montag Jd. Freitag 01.03-03.03 06.03-09.03 25.03 05.03 31.03-02.04 24.03-25.03 16.03-18.03 23.03-08.04 03.03-04.03 Wassermühle 17.03-18.03 Schlossterrassen 31.03-02.04 Am Fährplatz 31.03-02.04 Kreuzfahrtterminal 24.03-25.03 Nordmarkhalle, Willy-Brandt-Platz 10.03-11.03 zum Krokusblütenfest 24.03-25.03 31.03-02.04 Stadthalle 18.03 31.03-02.04 Emsschule 03.03-04.03 Stadthalle 11.03 24.03-25.03 10.03-11.03 17.03-18.03 Alter Fischereihafen 04.03 Alter Fischereihafen 18.03 Schulzentrum 03.03-04.03 Festplatz 16.03-20.03 Museumshof 10.03-11.03 Stadthalle 04.03 Ravensberger Spinnerei 02.03-04.03 Ostwestfalenhalle 01.03-31.03 Autohaus Opel Elmer 25.03 Zentrum 31.03 Zentrum 23.03-25.03 Marktplatz 29.03 Altstadt 25.03 Festplatz 03.03 Göbel Hotels Arena 17.03-18.03 Rathaus 17.03-31.03 Burg Regenstein 31.03-02.04 am Sportforum Elisabethstr. Kirchstr. Marktplatz Innenstadt Hausler-Hof Altmarkt Innenstadt Marktplatz Markt/Neumarkt Burg Rabenstein Schloss Wildeck Marktplatz Kröpeliner Str.
Krammärkte Stadtfeste
Handwerkermärkte Events
Verbrauchermarkt Krammarkt Krammarkt Krammarkt Krammarkt Wochenmarkt Marktschreier Jahrmarkt Ostermarkt Jahrmarkt Ostern im Mittelalter Mittelalterspektakel Marktschreier Ostermarkt Ostermarkt Frühlingsmarkt Kunsthandwerk Ostermarkt Kunsthandwerk KHW-Markt Kunsthandwerk Ostermarkt Hobby & Freizeit Ostermarkt Hobby & Freizeit Kunsthandwerk Frühjahrsmarkt Frühjahrsmarkt Frühjahrsmarkt Fischmarkt Fischmarkt Kunsttage Frühjahrskrammarkt Ostermarkt Kunsthandwerk Kunsthandwerk Hobbymarkt Kunsthandwerk Ostermarkt Ostermarkt Krammarkt Frühlingsmarkt Eulenmarkt Frühling & Pfanzentage Ostermarkt Wikinger auf der Burg
Seifert 0341-1258303 Jäckel 0160-99281749 Gemeinde 02691-3050 Stadt 06593-801-21 Stadt 07021-502-499 REDAS e.K. 0871-43063360 Hoffmann 0173-2154891 Jena Kultur 03641-498144 Stadt 03647-5000 Stadt 0371-4883130 COEX 0355-702315 COEX 0355-702315 Hoffmann 0173-2154891 Großmarkt Rostock 0381-609030 Selekt 04532-260325 Baum, Elke 04154-2037 Handgemacht 0170-3870665 Baum, Elke 04154-2037 Handgemacht 0170-3870665 Stadt 04331-206-235 Baum, Elke 04154-2037 Uwes Märkte 0175-5931774 Sparringa 0491-9791111 Uwes Märkte 0175-5931774 Sparringa 0491-9791111 Grawe 05481-6358 Uwes Märkte 0175-5931774 Uwes Märkte 0175-5931774 Uwes Märkte 0175-5931774 IG Fischmarkt 0173-9115696 IG Fischmarkt 0173-9115696 Stadt Events GmbH 0511-8972462 Stadt 05721-7820 Stadt 05731-140 Grawe 05481-6358 Kühl 05223-4924693 Stadt 05246-961-166 Grawe 05481-6358 Touristinfo 05633-91133 Stadt 06422-8080 Marktflecken 06472-91690 Stadt 06641-184100 Gemeinde 06625-920331 ARCOS 03681-452980 Stadt 0551-4002217 COEX 0355-702315
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Zentrum Schützenplatz Rather Broich Zentrum Fußgängerzone Alleestr. City Stadthalle geg. Hbf im Marler Stern Innenstadt Kirchstr. Bürgerhalle Stadtmitte Autohaus Opel Elmer Zentrum Zentrum Innenstadt ab 17 Uhr Fußgängerzone Zentrum Zentrum Endertplatz Endertplatz Innenstadt Zentrum Bexleyplatz Marktplatz Markt- u. Rathausplatz Schlossplatz Schlossplatz Stadthalle Innenstadt Marktplatz
Fußgängerzone Zentrum Festplatz Zentrum Neuer Messplatz Festplatz Marktplatz Marktplatz Innenstadt Altstadt Krämermarkt Innenstadt Gottlieb-Daimler-Str. Kirchplatz Lederstr. + Marktplatz Zentrum Zentrum Schramberger Str. Marktplatz Fußgängerzone Marktplatz Jahrmarkt Marktplatz Zentrum
31.03 25.03 11.03 28.03-02.04 02.03 24.03-25.03 22.03-14.04 02.03-03.03 14.03 25.03 17.03-18.03 03.03 18.03 25.03 05.03 25.03 25.03 28.03 18.03 25.03 17.03-18.03 16.03-18.03 14.03 17.03-18.03 06.03 11.03 31.03 01.03 08.03 03.03-06.03 25.03 11.03 16.03-18.03 29.03 22.03-25.03 24.03 22.03 31.03-04.04 17.03 31.03-02.04 02.03-11.03 14.03 01.03 12.03 18.03 05.03 07.03 23.03-25.03 23.03 14.03 12.03 17.03-18.03 19.03 06.03 22.03 18.03 06.03 22.03 25.03
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unter dem Motto „Crossing Cultures“ zeigt das Kunsthaus Kaufbeuren noch bis zum 22. April eine Ausstellung, die sich den künstlerischen Wechselbeziehungen zwischen Japan und Europa im Medium des Farbholzschnitts widmet. Der „Japonismus“ förderte in Europa ein Aufbrechen bestehender Konventionen in der Kunst zugunsten neuer Arbeitsweisen und Bildvorstellungen. Rund 150 Werke von über 40 europäischen wie japanischen Künstlerinnen und Künstlern veranschaulichen diesen regen kulturellen und künstlerischen Austausch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind filigran geschaffene Blätter, die teils mithilfe von höchst aufwändiger Drucktechnik hergestellt wurden. Die Motive faszinieren durch ihre poetische Bildsprache und ausgesprochen schöne Farbnuancierungen. Charakteristische japanische Bildmotive wechseln sich ab mit europäischen Sujets und Perspektiven.
Europa und Japan Nach der Öffnung Japans ab Mitte des 19. Jahrhunderts kamen vermehrt japanische Kulturgüter in den europäischen Raum. Diese fernöstliche Ästhetik löste eine Liebe zum Exotischen und Unbekannten und eine regelrechte Japanmode aus, die sich
auch in der Kunst widerspiegelte. Ganz besonders die Avantgarde-Bewegungen der Impressionisten, des Jugendstils und des Expressionismus zeigten sich begeistert von der neu und geheimnisvoll wirkenden Bild- und Formensprache der japanischen Holzschnitte, auch „Ukiyo-e“ (Bilder der heiteren, vergänglichen Welt) genannt. Dieser Einfluss verlief jedoch keineswegs einseitig. Auch japanische
Künstler lösten sich immer mehr von traditionellen Darstellungsweisen und erneuerten die Gattung des Farbholzschnitts grundlegend. Die frühe Phase der fruchtbaren Wechselbeziehungen zwischen EuNatori Shunsen, Nakamura Genjiro I in der Rolle des Sakata Tojyuro, 1925, Farbholzschnitt 38,2 x 26 cm © Galerie Le Cabinet Japonais, München Hiroshi Yoshida, Kurobe River, 1926, Farbholzschnitt Courtesy Sammlung Sven Drühl, Berlin Hiroshi Yoshida, Schloss von Edo, 1929, Farbholzschnitt 24,7 x 37,6 cm © Galerie Le Cabinet Japonais, München 03 / 18
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GRAFIK 81 Kotondo, Nagajūban, Shunsen, Kitano Tsunetomi, Hiroshi und Toshi Yoshida, deren Schaffen einem breiten Publikum hierzulande weitgehend unbekannt sein dürfte.
Farbholzschnitte
ropa und Japan zwischen 1850 bis etwa 1900 wurde bereits häufiger im Rahmen von Ausstellungen thematisiert. Für die zweite Phase jedoch, die zum Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte und sich bis zur Mitte des Jahrhunderts zu einer ungeahnten Blüte entwickelte, steht eine intensive Ausstellungs- und Forschungsarbeit noch aus. Ziel der Ausstellung im Kunsthaus Kaufbeuren ist es, einen repräsentativen Querschnitt durch diese reiche Produktion im künstlerischen Ausdrucksmedium des Farbholzschnitts zwischen 1900 und 1950 zu zeigen und so weitere Impulse für die Auseinandersetzung mit dem Thema zu initiieren.
Bekannte Künstler Unter dem Aspekt der Bedeutung des Farbholzschnitts für die Entwicklung der Avantgarde in Europa und Japan vereint „Crossing Cultures“ die Werke so renommierter europäischer Künstler wie Wassily Kandinsky, Franz Marc, Emil Orlik, Otto Eckmann, Peter Behrens, Martha Cunz, Ewald Mataré, Carl Moser, Hans Neumann, Walther Klemm oder Carl Thiemann mit jenen von japanischen Vertretern der sogenannten „shin-hanga“-Bewegung wie Kawase Hasui, Tsukioka Kogyo, Tsuchiya Rakusan, Ito Shinsui, Natori Torii
Farbholzschnitte sind wie die meisten Papierarbeiten empfindliche Kunstwerke, die besondere konservatorische Sorgfalt bei der Präsentation erfordern. Die künstlerische Rezeption des japanischen Farbholzschnitts in Europa begann im Paris der 1860er-Jahre, wo viele Künstler die ungewöhnlichen und farbenprächtigen Blätter sammelten. Diese waren nach der Öffnung der japanischen Häfen mit den „Schwarzen Schiffen“ des amerikanischen Admirals Perry 1853 nach Europa gelangt. Im Jahre 1862 gründete der Maler und Ra-
dierer Félix Bracquemond in Paris die „Société des aquafortistes“, um die Reproduktionsgrafik wieder zu einer Kunstform zu erheben. Auch andere Künstler interessierten sich für die fernöstlichen Drucke und ließen sich davon anregen. Das wohl bekannteste Gemälde ist „La Japonaise“ von Claude Monet, der seine blonde Frau Camille im kunstvollen Kimono vor einer Wand abbildete, die mit japanischen Fächern geschmückt ist. Trotz der intensiven Auseinandersetzung mit den japanischen Holzdrucken und deren Motiven beschäftigte sich zunächst aber kaum jemand mit der Herstellung und Technik der Farbholzschnitte selbst. Nicht einmal Toulouse-Lautrec (1864-1901), in dessen Werk viele japanische Einflüsse spürbar sind, bemühte sich um das fernöstliche Holzdruckverfahren. Wie viele seiner Kollegen bediente er sich für die Vervielfältigung seiner grafischen Entwürfe sowohl der Lithographie als auch der neu entwickelten fotomechanischen Druckverfahren. Als erster europäischer Künstler interessierte sich der in Paris geborene Henri Rivière (1864-1951) für die unbekannten japanischen Techniken. Er war ein großer Bewunderer von Hokusai und Hiroshige, deren Einflüsse in seinem ganzen Werk deutlich spürbar sind. Die anspruchsvolle Herstellung von japanischen Holzschnitten studierte er eingehend und versuchte diese anhand von Experimenten als Autodidakt selber anzufertigen. Dafür erwarb er Japanpapier, fertigte Werkzeuge und schnitt die Platten selber mit einem Messer.
Emil orlik Erstmals beschäftigte sich dann auch Emil Orlik (1870-1932) im Jahre 1898 mit der Technik des japanischen Holzschnitts, die er bei Siegfried Bing in Paris kennenge-
Emil orlik, Der Holzschneider, 1902, Farbholzschnitt, Kunstbeilage für „Die Graphischen Künste – Gesellschaft für vervielfältigende Kunst Wien“, 19,3 x 15,8 cm © Kunsthaus Kaufbeuren Kitano Tsunetomi, Sagi Musume, Das Reihermädchen, 1925, Farbholzschnitt 45,7 x 30 cm © Galerie Le Cabinet Japonais, München Tsuchiya Kōitsu, Abendansicht vom See Sai, 1938, Farbholzschnitt 27 x 41 cm © Sammlung Sven Drühl, Berlin 03 / 18
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GRAFIK 82 Tonomobu, den er in einem dreiteiligen Holzschnitt „Der Maler – der Drucker – der Holzschneider“ darstellte. Auch seine weiteren Arbeiten zeigen deutlich, welch starken Einfluss der knapp einjährige Aufenthalt in Japan auf das Werk des Künstlers in Bezug auf Motive, Format, Komposition und Kolorit hatte.
Peter Behrens
lernt hatte. Im Jahre 1900 trat er dann eine Japanreise an, „um die Technik des Holzschnitts an Ort und Stelle zu untersuchen“. In Tokio lernt er dann verschiedene Künstler kennen, darunter auch den Maler Kano
kanntester Farbholzschnitt – erschien 1898 im Pan und steht fast schon stellvertretend für den Jugendstil: Ein sich küssendes, androgyn wirkendes Paar ist umgeben von einer Fülle sich kreuzender Ornamentbändern, die aus den Häuptern der Liebenden zu entspringen scheinen. Der sechsfarbige Holzschnitt – blaugrün, hellbraun, rotbraun, ocker, dunkelbraun und schwarz – weist unten das Monogramm PB im Rechteck auf.
Zu den Pionierern des japanischen Holzschnitts gehörte auch der gebürtige Hamburger Peter Behrens (1868-1940), der ab 1890 in München lebte. Hier arbeitet er bis zu seiner Berufung an die Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe im Jahre 1899. Als Maler, Buchkünstler und Kunstgewerbler fand er schnell Kontakt zu den Aktiven der künstlerisch progressiven Kreise und gehörte 1892 zu den Mitbegründern der Münchner Secession. Seit 1898 war er auch ständiger Mitarbeiter des Druckerzeugnisses „Pan“. Für Behrens Stil ist eine betont flächenhafte Stilisierung und eine ornamentale, oftmals symmetrisch angelegte Komposition charakteristisch. „Der Kuss“ – sein wohl be-
Münchner Schule Begründer des farbigen japanischen Holzschnitts in München war Ernst Neumann-Neander (1871-1954). In München wurde 1892 die Münchner Secession gegründet und ab 1896 erschienen dort die satirischen Wochenzeitschriften „Simplicissimus“ sowie die stilbildende „Münchner Wochenschrift für Kunst und Leben – Jugend“. In dieser Aufbruchstimmung folgte Hans Neumann (1873-1957) seinem älteren Bruder Ernst, der um 1900 die „Schule moderner grafischer Künste“ gründete, die auch Paul Klee und Gabriele Münter besuchten. Mit dem Holzschnitt eröffneten sich für Ernst Neumann zahlreiHans Neumann, Fliegene Krähen, um 1912, Farbholzschnitt © Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen Peter Behrens, Der Kuss, 1898, Farbholzschnitt 27,4 x 21,7 cm © Historisches und Völkerkundemuseum, St. Gallen Hans Neumann, Aus Venedig, 1911, Farbholzschnitt 36,8 x 28,6 © Historisches und Völkerkundemuseum, St. Gallen 03 / 18
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GRAFIK 83 geneinander abgesetzter Farbflächen, die sich überschneiden und durchdringen, und nahm bald eine dominierende Stellung innerhalb der Gruppe der Münchner Holzschneider ein. Dazu gehörten auch Carl August Liner, Hans Neumann (der Bruder von Ernst ), Karl Schmoll von Eisenwerth sowie Wassily Kandinsky. Auch bei den Farbholzschnitten von Martha Cunz sind die japanischen Einflüsse unübersehbar: Die meisten Blätter weisen eine Tendenz zur Fläche auf mit einer besonders zarten Farbigkeit. Häufig sind ihre Bilder angeschnitten oder zeigen einen extremen Bildausschnitt. Zudem verwendete sie Parallel- oder Schichtperspektiven. Einige ihrer Werke weisen ein leicht verlängertes Hochformat auf, wobei das Motiv nur ausschnittsweise gezeigt wird. Ein weiterer begabter Holzschnitzer war Carl August Liner (1871-1946), übrigens
che gestalterische und drucktechnische Möglichkeiten, die er in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg in vielfältiger Form meisterhaft anwendete. Auch in seinem Werk gibt es einen vielgestaltigen Bezug auf den japanischen Holzschnitt als eine seiner Inspirationsquellen: Dabei ging er frei und kreativ mit den Charakteristiken der ostasiatischen Kunst um, denn er löste asiatisch anmutenden Motive aus dem ursprünglichen geografischen Kontext und setzte sie in eine europäische Kulisse. Souverän und höchst originell variierte Neumann in seinem Werk so Anregungen aus Jugendstil und Japonismus zu ganz eigenen Bildfindungen. Ein schönes Beispiel ist sein Farbholzschnitt „Aus Venedig“, der 1911 entstand: In dem grau-blauen Druck stehen zwei Damen mit hochgesteckten Haaren und Fächern vor der Kulisse von Venedig. Die Attribute der Damen lassen durchaus auf japanische Vorbilder schließen. Die Fächer könnten aber auch als Accessoires von Flamencotänzerinnen gedeutet werden, und so ist die Nationalität der beiden ungewiss. Neumann verwendete sehr dünnes Japanpapier mit offener Struktur, in das die Farbe tief eindringen kann. Dadurch erscheinen die Farben in transluzenter Farbigkeit, sodass
ein zweiter Blick nötig ist, um Vorder- und Rückseite zu unterscheiden. Die Drucke verlieren dadurch ihren harten grafischen Charakter und vermitteln einen geradezu aquarellhaften malerischen Eindruck. Die Szenen seiner Blätter wirken durch solche drucktechnische Raffinesse häufig wie hinter einem Dunstschleier.
Martha Cunz Auch Martha Cunz war Schülerin von Ernst Neumann. Schnell beherrschte sie das Spiel zart abgestufter und doch klar ge-
Martha Cunz, Feierabend, 1906, Farbholzschnitt 29,7 x 44,9 cm © Historisches und Völkerkundemuseum, St. Gallen Max Kurzweil, Der Polster, 1903, Farbholzschnitt 28,7 x 26 cm © Historisches und Völkerkundemuseum, St. Gallen Lilly Ehrenberg-Teufel, Zwiegespräch, undatiert, Farbholzschnitt 13 x 17 cm © Historisches und Völkerkundemuseum, St. Gallen 03 / 18
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GRAFIK 84 ein guter Bekannter von Martha Cunz, die wie er in St. Gallen aufgewachsen war. Liner beschäftigte sich ab 1903 mit dem Holzschnitt und war ein Meister in der Wiedergabe von Innenräumen, die er mit sparsamem Licht darstellte. Dabei widmete er sich vor allem Sujets aus seiner Schweizer Heimat Appenzell.
Farbholzschnitt in Wien Wien hatte für den japanischen Farbholzschnitt ebenfalls große Bedeutung, und das, obwohl sich das berühmte Dreiergespann Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka dafür nicht besonders interessierten. Hingegen kam Max Kurzweil (1867-1916) in Wien 1902 zum Farbholzschnitt, wo er in der Zeitschrift „Ver Sacrum“ mitarbeitete. Im Jahr 1903 entstand sein bekannter Farbholzschnitt „Der Polster“ für die Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in Wien. Dieses Blatt gehört zu den Inkunabeln des Farbholzschnitts im Jugendstil und war die bedeutendste der wenigen druckgrafischen Werke von Kurzweil: Die melancholischschwermütige Darstellung einer Dame, die das Gesicht verbirgt und sich auf ein gepolstertes Sofa wirft, bewegt sich wie zwischen Traum und Wirklichkeit. Die dramatische Darstellung nimmt vielleicht sogar sein eigenes tragisches Ende voraus, den infolge unglücklicher persönlicher Umstände entschied sich Kurzweil 1916 zusammen mit seiner Schülerin Helene
Heger für den Freitod. Zuvor hatte er jedoch den Tiroler Künstler Carl Moser (1873-1939) mit dem Farbholzschnitt vertraut gemacht, den er 1902 in der Bretagne kennengelernt hatte.
Carl Moser So entstanden schon bald die ersten Blätter von Moser, darunter Darstellungen von
bretonischen Mädchen. Seinen schönsten und bekanntesten Farbholzschnitt „Weißgefleckter Pfau entwarf er um 1905/06 in Paris: Er wiederholte das starke Motiv häufig und in verschiedenen Farbvariationen. Eindrucksvoll lässt sich gerade bei dieser Szene das japanische Vorbild nachweisen: Das „Surimono“ (Gedichtblatt) von Totoya Hokkei stammt aus der 36-teiligen Serie „Sanjurokkei aitsuzuki“ für die Dichtergruppe „Shipporen“, die um 1820 entstanden sein dürfte.
Dachauer Künstlerkolonie Grafische Arbeiten stellen den Hauptbestandteil der künstlerischen Werke von Carl Thiemann (1881-1966) und Walther Klemm (1883-1957) dar. Beide fertigten Farbholzschnitte mit fernöstlicher Ästhetik, die sich im ausgehenden 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten. Zusammen mit Nobertine von Bresslern-Roth, die hauptsächlich durch ihre Linolschnitte bekannt wurde, lebten alle drei in Dachau und waren Teil der dortigen Künstlerkolonie, die sie an deren Ende zu einem Zentrum des Farbholzschnittes machten. Klemm hatte sich die Technik zuvor in Wien angeeignet. Wegweisend war für ihn Emil Orlik. Walther Klemm war insgesamt experientierfreudiger bei der Farbwahl und ging weniger ins Detail als Carl Thiemann. Zudem beschäftigte sich Klemm gerne mit Darstellungen von Menschen
Walther Klemm, Pelikan, 1909, Farbholzschnitt 21,3 x 31,7 cm © Gemäldegalerie Dachau Carl Moser, Weißgefleckter Pfau, ca. 1906, Farbholzschnitt 31 x 31,2 cm © Kunsthaus Kaufbeuren 03 / 18
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und Tieren in der Landschaft, während Thiemann dekorative Blütenzweige, Architektur- oder menschenleere Landschaftsräume als Motive bevorzugte: Sein Bildaufbau greift besonders die Form japanischer Farbholzschnitte auf. Dabei dominieren bei ihm besondere Blickwinkel – etwa seitlich im Vordergrund angeschnittene Bäume oder Geäst, die weit über die Bildränder ragen und die Landschaft gliedern. Es entsteht allerdings keine wirkliche Raumtiefe, alles bleibt an der Oberfläche, was auch bei dem zwischen 1907 und 1910 entstandenen Ansichten des „Grunewaldsees“ deutlich wird. Bei Klemm sind vor allem seine Tierdarstellungen außergewöhnlich: Sie zeichnen sich durch die Wahl des Motivs, die Art der Darstellung und eine überaus feine Ausführung aus. Einen Pelikan stellt er diagonal auf die linke Bildseite mit dem Rücken zum Betrachter vor einen gleichmäßig grauen Hintergrund. Der ausgebreitete rechte Flügel, bei dem jede Feder fein herausgearbeitet ist, reicht bis zur rechten unteren Bildmitte. Der ebenfalls ausgebreitete linke Flügel erscheint extrem verkürzt. Bei seinen be-
eindruckenden Tierdarstellungen versuchte Klemm, die Tiere in ihrer natürlichen Bewegung darzustellen, um so ihre ganz besonderen Merkmale zu betonten, ohne sich jedoch zu sehr im Detail zu verlieren. Seine frühen, vor 1905 entstandenen Farbholzschnitte stehen ganz in der Tradition japanischer Holzschnittkunst, sind aber auch vom Wiener Jugendstil inspiriert. Durch Orliks Beispiel angeregt ist jedenfalls bei beiden Künstlern der Einfluss des japanischen Farbholzschnitts
deutlich spürbar, den sie durch Bildaufteilung und Farbigkeit mit der europäischen Form verbanden. Anders als Emil Orlik, der von der strengen Technik des japanischen Holzschnitts fasziniert war und diese deutlich herausarbeitete, versuchten Klemm und Thiemann jedoch, unterschiedliche Möglichkeiten des Holzschnitts auszuloten und auch weiterzuentwickeln. Während Thiemann Dachau und dem Farbholzschnitt treu blieb, wandte sich Klemm später dem ausdrucksstärkeren, expressiven Schwarzweiß-Holzschnitt, der Lithografie und Radierung zu und verließ 1913 Dachau, um die Leitung an der Hochschule für Bildende Künste in Weimar zu übernehmen. Auch Norbertine Bresslern-Roth kam 1907 nach Dachau. Ihre frühen vor 1919 geschaffenen Schwarzweiß-Holzschnitte weisen Ähnlichkeiten mit denen von Walter Klemm und Carl Thiemann auf. Wie Klemm beobachtete sie intensiv die Tierwelt im Zoo und hatte eine besondere Vorliebe für Tierdarstellungen. Zu Klemms Vogelmotiven gibt es zudem Ähnlichkeiten in der Farbgebung, allerdings blieben bei ihr die Tiere in der Form vereinfacht und wurden nur mit wenigen Strichen akzentuiert. Später entwickelte sie zusammen mit ihrem Mann Georg Ritter von Bresslern, der auch japanische Holzschnitte sammelte, den Linolschnitt zu meisterhaften Fertigung. Der eröffnete ihr die Möglichkeit, Konturen und Flächen weicher und samtiger herauszuarbeiten, um die Tiere zu charakterisieren. Deren Körper, nun ganz auf die Umrisse reduziert, füllte sie mit kräftigen, strahlenden Farben.
Künstler des Blauen Reiter Als Mitherausgeber des im Mai 1912 erschienenen Almanachs „Der Blaue Reiter“
Carl Thiemann, Grunewaldsee, um 1920, Farbholzschnitt 30 x 29,7 cm © Privatsammlung München Wassily Kandinsky, Reiter vor Rot I, 1911, Farbholzschnitt, Handdruck für das Album Klänge, 10,5 x 15,7 cm © Schloßmuseum Murnau 03 / 18
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GRAFIK 86 gab Wassily Kandinsky (1866-1944) entscheidende Impulse bei der Befreiung von akademischen Dogmen. In seinem Werk finden sich bereits früh druckgrafische Werke. In seinem künstlerischen Weg hin zur Abstraktion beruft sich Kandinsky zwar nicht direkt auf die japanischen Ukiyo-e, doch halten Bild- und Kompositionskonzepte von japanischen Künstlern indirekt über den Impressionismus und den Jugendstil Einzug in die Entwicklung der Expressionisten. Seine poetisch anmutenden Hand- bzw. Probedrucke aus dem Jahre 1911 „Reiter vor Rot I“ zeigen bereits eine starke Vereinfachung der Bildkomposition und das Streben des Künstlers nach Abstraktion. In dieser beginnenden Tendenz zur Stilisierung von Formen und Figuren lässt sich seine Entwicklung bei druckgrafischen Techniken ablesen, die er sich übrigens autodidaktisch angeeignet hatte. Da er sich bereits früh intensiv mit dem Holzschnitt beschäftigte, beeinflusste Kandinsky auch die anderen Künstler des Blauen Reiter, darunter Franz Marc (1880-1916).
Franz Marc Dieser interessierte sich vor allem für die Anwendung der Kompositions- und Bildmitte der japanischen Werke und nutzte den Holzschnitt ebenfalls als authentische Ausdrucksform für seine Kunst. Er trug zudem eine beachtliche Sammlung japanische Kunst zusammen – Tuschezeichnungen, Holzschnitte und Bilderbücher, die ihm als Inspiration für sein eigenes Schaffen dienten. Die ausdrucksstarke Bildsprache der Japaner dürften Franz Marc auch zu dem kolorierten Holzschnitt „Fabeltier“ inspiriert haben, ein Werk, das das erste Bild im Almanach „Der Blaue Reiter“ wurde.
Flächigkeit des Holzschnitts geschickt, Mensch und Tier auf dieselbe Bildebene zu platzieren. Campendonk bleibt ans Konkrete gebunden mit einer verspielten und naiven Haltung – entspannt, ornametal und dekorativ. Auch für sein weiteres Werk war der hier gezeigte, ornamental gebändigte Stil kennzeichnend, der die Fläche betont, und spiegelt seine Suche nach einer schöpferischen Einheit zwischen Mensch und Natur wider.
Der japanische Holzschnitt
Heinrich Campendonk Heinrich Campendonk (1889-1957) war der Jüngste in der Künstlergruppe „Der blaue Reiter”. Im Jahre 1911 nahm er mit zwei Gemälden an deren erster Ausstellung teil. Noch ganz am Anfang seiner Entwicklung setzte er sich mit den Werken von Marc, dem Kubismus, Futurismus und der orphistischen Malerei Robert Delaunays auseinander. Für seine künstlerische Arbeit mit dem farbigen Holzschnitt waren Kandinsky und Marc wesentliche Impulsgeber. Insgesamt stammen von Campendonk 70 Holzschnitte, die er in kleiner Auflage drucken ließ. Der Druck „Begebenheit – Mädchen mit Fisch und Vögeln“ aus dem Jahr 1920 dokumentiert sein Bestreben der bildlichen Darstellung einer Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur. Dabei nutzte der Künstler gerade die
Die isolierte Lage Japans förderte die ganz eigenständige Entwicklung des japanischen Holzschnitts, der seinen Ursprung in China hatte, wo um das Jahr 100 mit der Erfindung von Papier die Grundlagen für das Drucken geschaffen wurden. Japanisches Papier eignete sich jedoch wegen seiner stärkeren Fasern besser für den Farbholzschnitt „Mokuhanga“. Über Generationen verbesserten sich in Japan die Werkzeuge, Materialien und Verfahren und so entstand ein Druckmedium, das außerhalb Japans völlig unbekannt war. Die faszinierende, typisch japanische Entwicklung des Farbholzschnitts wäre jedoch ohne äußerer Einflüsse so nicht möglich gewesen: Die signifikante Farbigkeit entstand beispielsweise erst durch den Import von „Preußisch Blau“. In Europa hatte die Entwicklung mit Buchdruck, Tiefdruck und später Lithographie einen ganz anderen Weg genommen. Nach der Öffnung des isolierten Japans im Jahre 1853 interessierte man sich umgekehrt nun auch in Japan für europäische und westliche Arbeitsmethoden und Themen. Das hatte schwerwiegende Auswirkungen auf eine ganze Industrie. Denn während im Westen die Faszination für japanische Holzschnitte immer größere Kreise zog, brach in Japan eine Krise der HolzschnittÖkonomie aus. Die Blüte des Holzschnitts der Edo-Zeit und der Meiji Periode (18681912) war vorbei und es wurde immer schwieriger, mit den alten Techniken die etablierten Strukturen aufrecht zu erhalten. Denn junge japanische Künstler erneuerten die alten Methoden der Druckgrafik in Japan nach Besuchen in Frankreich, Großbritannien oder Deutschland. Der Farbholzschnitt in Japan veränderte sich so mit der fortschreitenden technischen Entwicklung und wurde nun nicht mehr nur eingesetzt, um damit originäre Bilder und Texte zu produzieren, sondern zu einem
Heinrich Campendonk, Begebenheit (Mädchen mit Fisch und Vögeln), 1920, Holzschnitt, handkoloriert 31,8 x 24,8 cm © Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen Franz Marc, Das Fabeltier, 1912, Holzschnitt, mit Schablone koloriert 14,3 x 21,4 cm © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv 03 / 18
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GRAFIK 87 Medium der Reproduktion – denn es wurden nun auch Textilmuster oder Kleiderentwürfe damit verbreitet. Davon wussten die europäischen Künstler zunächst wenig, die ja gerade bemüht waren, die alten japanischen Techniken zu erlernen. Es entwickelte sich jedoch durch diese Wechselwirkung eine visuelle Sprache hin und her, die die europäischen Künstler erlernten und darin ihren eigenen Ausdruck fanden, während japanische Künstler von den Kollegen aus dem Westen dazu animierte wurden, in dieser Sprache neue Aussagen zu formulieren.
stellen. Zudem schuf er Werke mit Krähen, Tauben, Finken oder symbolisch aufgeladenen Tieren wie Affen, Fischen, Insekten. Pflanzenmotiven wie Iris oder Lotus. Landschaftsbilder, wie sein bestechend einfaches und elegantes Werk „Schnee auf der Brücke“ aus dem Jahre 1927 waren hingegen seltener. In den meisten seiner Kompositionen herrschen gedämpfte, vielfach nuancierte Farben vor. Auch die Werke anderer japanischer Künstler wurden in den 1920er- und 1930er-Jahren nicht nur an Privatpersonen und Sammler sondern auch an bedeutende Museen in Europa und den Vereinigten Staaten vermittelt. Japanische Künstler nahmen auch an zwei Ausstellungen in den USA teil, die das „Toledo Museum of Art“ 1930 und 1936 ausrichtete. Die Ausstellungen sollten dokumentieren, dass der ursprüngliche japanische Farbholzschnitt nicht in der Bedeutungslosigkeit versunken war, sondern eine grundlegende Erneuerung erfahren hatte: In den Jahren zwischen 1900 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war aus dem Medium des Farbholzschnitts eine verbindende künstlerische Sprache entstanden, die sowohl im Osten wie Westen neue Ausdrucksformen hervorgebracht hatte.
Ausstellungskatalog
oharan Koson
Zur Ausstellung ist eine umfangreiche Publikation mit zahlreichen Abbildungen und Textbeiträgen erschienen. In ihren Aufsätzen beleuchten verschiedene Autoren die unterschiedlichen Aspekte des Themas und beschäftigen sich detailliert nicht nur mit dem Schaffen europäischer Künstler, sondern auch mit den Werken japanischer Vertreter der sogenannten „shin-hanga“Bewegung wie Kawase Hasui, Tsukioka
Kogyo, Tsuchiya Rakusan, Ito Shinsui, Natori Torii Kotondo, Nagajūban, Shunsen, Kitano Tsunetomi, Hiroshi und Toshi Yoshida.
Informationen Ausstellung „Crossing Cultures. Der Farbholzschnitt in Europa und Japan 19001950”, Kunsthaus Kaufbeuren, noch bis zum 22. April; gleichnamiger Ausstellungskatalog: Hrsg. J.T. Wilms, reich bebildert, deutsch-englisch, 224 Seiten, Kunsthaus Kaufbeuren 2017, ISBN 978-39819254-0-1. Fotos: wie angegeben
Der japanische Künstler Oharan Koson (geb. 1877) war beispielsweise in Japan weniger bekannt als im Westen, denn er fertigte seine japanischen Farbholzschnitte hauptsächlich für westliche Liebhaber. Daher orientierte er sich am Geschmack seiner westlichen Kunden. Insgesamt umfasst sein Werk an die 450 Entwürfe mit Blumen und Vögeln, wobei Darstellungen von Wasservögeln, Reihern, Enten, Gänsen und Eisvögeln die größte Gruppe dar-
Öhira Kasen, Eine junge Frau in einem Kimono, 1931, Farbholzschnitt 38,1 x 25,3 cm © Galerie Le Cabinet Japonais, München oharan Koson, Yanagibashi, Schnee auf der Weidenbrücke, 1927, Farbholzschnitt 36,2 x 23,7 cm © Galerie Le Cabinet Japonais, München Tȫshi Yoshida, Lädchen, 1938, Farbholzschnitt jeweils 28,4 x 30 cm © Privatsammlung München 03 / 18
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OnLIneTIPP 89 n Junghans zählt zwar nicht zu den ganz großen Namen der Uhrenindustrie, war aber im Laufe der wechselhaften und inzwischen fast 160-jährigen Firmengeschichte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Jahresproduktionen von über drei Millionen Exemplaren zeitweise der größte Uhrenhersteller der Welt. Die lange Firmentradition, das sehr breite Sortiment und technische Entwicklungen machen das Unternehmen aber für die Sammlerszene sehr interessant. Außerdem sind schöne alte Stücke, im Gegensatz zu vielen Exemplaren anderer Hersteller, noch zu erschwinglichen Preisen erhältlich.
Junghans-uhren n Junghans Vintage – alte uhren Diese sehr umfangreiche Präsentation dürfte das Informationsbedürfnis vieler Sammler schon fast vollständig bedienen. Die Rubrik „Uhren" mit mehreren Untermenüs bietet nicht nur massenhaft bestes Bildmaterial, sondern auch sehr informative Beschreibungen. Dazu kommen Einzelvorstellungen alter Uhren mit sehr umfassenden Detailangaben; im Menü „Werkstatt" finden sich ausführliche und gut bebilderte Berichte über Reparaturarbeiten und „Diverses" bietet reichlich Abbildungen mit alter Werbung, Firmendokumenten, historischen Fotos, Postkarten u.a.m. Eine Kurzinformation zur Firmengeschichte ist vorhanden, wie auch Verweise auf weitere Junghans-Präsentationen. junghans-vintage.de/de/index.html?index
n Junghans Zeitreise Der Uhrenhersteller bietet als „Zeitreise" einen kleinen bebilderten Überblick zur Firmengeschichte ab 1861, dazu neben Informationen zum aktuellen Sortiment und zum Unternehmen auch noch einen kurzen Hinweis auf das firmeneigene Museum und Besichtigungsmöglichkeiten.
Objekten können auch Ergänzungen oder Kommentare abgegeben und Fragen gestellt werden. uhrerbe.com/category/2868-armbanduhren_ junghans_/index.html
n Junghans historie Wer sich hauptsächlich für die Firmengeschichte von Junghans interessiert, findet hier auf 4 Seiten kompakt die wesentlichen Informationen, insbesondere zur Neupositionierung ab 2008. Auch einige Bilder sind vorhanden. www.deutsche-bank.de/fk/de/docs/BP_Junghans. pdf
n Deutsches uhrenportal Auf 25 Seiten mit fast 300 Dateien werden neben verschiedensten Uhren von Junghans auch einige Fakten zur Firma präsentiert. Zu den vielen Bildern gibt es jeweils knappe Informationen. www.uhrmacherkunst.com/thumbnails.php? album=10
n Junghans Taschenuhren Auf dieser englischsprachigen Präsentation werden in fünf Kategorien sehr ausführlich Taschenuhren vorgestellt. Zu den exzellenten Fotos mit vielen Detailabbildungen führt ein etwas ungewöhnlich gestaltetes Menü, das aber durch eine Farbskala unter der bunten Tabellenansicht überschaubar wird. www.dirkfassbender.de/movements.html
www.junghans.de/de/junghans-junghans-welt/ zeitreise/1861.html
n sammlung Junghans Ein Sammler stellt hier sehr ausführlich einige seiner Junghans-Exponate vor. Neben Fotos der Uhren samt informativer Beschreibungen sind auch Katalogabbildungen, Skizzen, Patent- und Literaturhinweise u.a.m. vorhanden. www.hwynen.de/junghans.html
n uhrerbe – Deutsches uhrenmuseum Auf 29 Seiten werden hier weit über 1000 Junghans-Uhren aller Art vorgestellt; etliche mit vielen Bildern und umfassenden Informationen, andere eher knapp. Auch Schätzwerte werden angegeben. Zu den 03 / 18
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FUNDSTÜCKE 98
FLOHMARKTPREISE n Spielzeug „BOB Steckstein-Baukasten SZ 3 mit 277 Bausteinen und Zubehör“ (Grundplatte und Modellheft), Heinrich Huft, Waldheim/ Sa., Waren-Nr. „37639000“, DDR, 19471957, Holzkasten mit Schiebdeckel, 40 x 26,5 x 8 cm. Heinrich Huft entwickelte 1947 das BOB-Stecksystem. BOB (steht für Bauen ohne Bindemittel) gab es in sechs Größen (123 bis 2105 Noppensteine), teils aus farbigem Sandstein mit Plastikzubehör, zudem Holzteile wie Dachleisten oder auch Pappteile wie Fenster und Türen. Auszug aus der damaligen „BOB“Reklame: „Der Steckstein-Spiel-Baukasten ist der einzige Baukasten, mit welchem wirklichkeitsnahe und naturgetreue Bauten spielend rasch und feststehend mit den bunten Stecksteinen aufgestellt werden können. Wer einmal damit gebaut hat, ob Erwachsene oder Kinder, kommt nicht mehr davon los. Das Kind lässt sogar alles andere Spielzeug liegen und will immer schönere Bauten nach eigener Fantasie aufstellen“.1958 ging die Produktion vermutlich dann an die Firma R. D. Erhardt über. Komplett und neuwertig erhalten, dürften für dieses Spielzeug aus der DDRAnfangszeit 40 bis 70 Euro möglich sein. Flohmarktpreis: 35 Euro
n Comics Konvolut „Piccolo“-Hefte (schmale Streifenhefte), Deutschland, erschienen Ende 1950er-, Anfang 1960er-Jahre, Maße jeweils 16,5 x 7 cm. Dabei „Akim Neue Abenteuer, Die Zeit Drängt“, Nr. 196 (letzte Ausgabe von 1959), „Falk, Einer Gegen Hundert“, Nr. 13, ab Februar 1960, „Nick Der Weltraumfahrer, Verlassen“, Nr. 131 von 1960 (insgesamt erschienen 139 Piccolos von 1958-1960) und „Tibor Sohn Des Dschungels, Der Geheimnisvolle Berg“, Nr. 19, Ausgabe 1959. Alle Piccolo-Hefte erschienen im Lehning Verlag Hannover (1946-1968 Konkurs). Texte und Zeich-
nungen stammen von Hansrudi Wäscher (1928 St. Gallen - 2016 Freiburg), der eine ganze Kindheitsgeneration mit zahlreichen Comics versorgte (u.a. noch Sigurt, Nizar, Bob und Ben, Gerd und Jörg, Titanus, Roy Stark, Buffalo Bill, Lasso, Gespenster Geschichten, Fenrir). Der Pionier des deutschen Comics erhielte viele Auszeichnungen für sein Lebenswerk: den Deutschen Fantasy-Preis 1999, den Maxund-Moritz-Preis 2008 und den Peng!-Comic-Preis 2009. Die späten „Akim“-Piccolos werden mit circa 10 bis 30 Euro gehandelt (Nr.1 1.500-2.500 Euro), „Falk“-Piccolo Nr.13 mit 10 bis 20 Euro (Nr.1 um die 100 bis 150 Euro), „Nick der Weltraumforscher“ Nr.131 mit 5-15 Euro (Nr.1 um die 200 Euro) und „Tibor der Sohn des Dschungels“ Nr.19 mit 10 bis 15 Euro (Nr. 1 100 bis 150 Euro).
debezirk) konnten (wie viele andere auch, so zum Beispiel Richard Rodac oder Keramik-Hersteller wie Cortendorf, Goldscheider etc.) nach dem Ende der NSHerrschaft wieder exotischere Produkte herstellen und anbieten. Besonders in den 1950er-Jahren und Anfang der 60er-Jahre waren afrikanisch ausgerichtete Metallund Keramikarbeiten im Wirtschaftswunderland BRD mehr als „hip“. Aktuell sind solche Bronze-Miniaturen wieder sehr gefragt, besonders von den Hagenauer Werkstätten, da sie nicht nur in Österreich nachgefragt sind. So ist es nicht verwunderlich, dass auch für so ein winziges Baby 100 bis 200 Euro über den Tisch wandern könnten. Flohmarktpreis: 35 Euro
Flohmarktpreis: 20 Euro
n Bronze „Kleines afrikanisches Baby“, Bauchunterseite gemarkt mit „Hagenauer Signet „wHw“ und „Made in Austria“, Ende 1940er-/1950er-Jahre, mit Halsring, Material Bronze, 3,8 x 3,2 x 1,5 cm. Auch die Hagenauer Werkstätten (gegründet 1898 von Carl Hagenauer im 7. Wiener Gemein-
Erscheinungstermin April-Ausgabe: Abo-Versand 19.03.2018 Erstverkaufstag Handel 23.03.2018 03 / 18
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www.melan.de
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