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Trödler 02/2019

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inhaLt 3

trÖdLer

ISSN 1863-0340

VerLag

GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de

geschÄftsfÜhrer

Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

chefredaktion

Nicola Fritzsch eMail: nicola.fritzsch@gemiverlag.de

redaktion

Joscha Eberhardt, Karin Probst, Helene Stümpfle-Wolf

autoren dieser ausgabe

Dr. Kathrin Bonacker, Dr. Susanne Buck, Heidrun Th. Grigoleit, Theresia Peters

redaktionsassistenz

Heike Genz

termine

Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de

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druck

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Leserforum n Expertenauskünfte

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magazin n Ausstellungen – Messen – Märkte

geschichte der feuerwehr n Feuerwehrmodellfahrzeuge

design n Mutige Frauen

auktionen n Berichte – Preise – Termine

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termine und anzeigen erscheinungsweise

monatlich

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Dr. Susanne Buck, Dr. Kathrin Bonacker (www.kabinettstueckchen.de)

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fallen die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/11 (Preise gültig seit 01.08.2006)

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04_05_Leserforum

10.01.2019

14:12 Uhr

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LESERFORUM 4

EXPERTISEN

■ Teller

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Als Anhang übersende ich Ihnen die Aufnahme eines Metall-Tellers mit bemaltem Porzellan-Teller als Mittelteil. Diesen Artikel habe ich erst kürzlich erworben, da ich von der Malerei sehr beeindruckt war. Bei dem Metall handelt es sich wohl um Blech. Der gesamte Durchmesser beträgt 43 cm. Der Porzellanteller hat einen Durchmesser von 18 cm. Ich hoffe, es ist Ihnen möglich, anhand des Fotos eventuell die Herkunft, das Alter und den ungefähren. Wert des doch sehr schönen Artikels einzuordnen. Gerhard Schmied, Rinteln

!

Das zu bewertende Objekt ist ein gerahmter Porzellanteller mit der Darstellung einer höfisch gekleideten Dame. Das handgemalte Porzellanbild mit dem

die Kunst der Renaissance angespielt und somit ist als Entstehungszeit dieses Stückes der Historismus beziehungsweise die Gründerzeit zu benennen. Somit wird dieses Stück in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts entstanden sein. Georg Ottomeyer, Berlin

■ Teeservice

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Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir über dieses Teeservice im Bauhausstil Auskunft geben könnten. Trotz langer Suche konnte ich im Internet dieses Modell unter den verschiedensten Stichworten nicht finden. Mich würde interessieren, wer der Entwerfer dieses Modells war und wann es produziert wurde. Es

Durchmesser von 18 cm zeigt eine dunkelhaarige Frau im Dreiviertelprofil mit einer Tracht, wie sie in der Renaissance üblich gewesen ist. Sie trägt eine rote Haube mit blauer Krempe und eine hochgeschlossene Bluse und Goldschmuck. Auf der Rückseite des Porzellanstückes ist leider keine Marke oder Pressstempel erkennbar, die eine weitere Einordnung ermöglicht hätten. Der Rahmen mit dem Durchmesser von 43 cm ist wohl aus geprägtem Weißmetall gefertigt und ist mit Rollwerk und Medusenköpfen verziert. Wie bei der Tracht der Dame wird hier auf 02 / 19

■ In dieser Rubrik beantworten unsere Experten Ihre Fragen zu dem einen oder anderen guten Stück. Doch leider sehen wir uns außerstande, ganze Nachlässe oder sämtliche sich in Ihrem Haushalt befindlichen Trouvaillen bewerten und schätzen zu lassen. Auch bitten wir um Verständnis, wenn es mit der Bearbeitung länger dauert. Senden Sie uns also Ihre Anfrage nur zu einem zu bestimmenden Objekt – mit detaillierter Beschreibung und gutem Foto, auf dem das Objekt ganz abgebildet ist. Noch ein Hinweis zu den Preisen, die von Fall zu Fall von unseren Experten genannt werden: Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die anhand von Fotos allein getroffen werden und je nach Zustand des Objekts nach oben oder nach unten korrigiert werden können. Ihre Anfrage schicken Sie bitte an: Gemi Verlags GmbH Redaktion Leserforum Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen


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LESERFORUM 5 stammt von der Zeller Keramik am Harmersbach und die Modellnummer ist wohl die Zahl 3101. Das Service ist komplett für vier Personen, mit Tellern und Tassen. Dankbar wäre ich auch für eine preisliche Bewertung. Franziska Plischka, o.O.

!

Das elegante Teeservice in Ihrem Besitz zeichnet sich durch eine Nähe zu Bauhausentwürfen der Zeit aus. Insbesondere das Tee-Extraktkännchen MT 49 von Marianne Brandt aus dem Jahre 1924 greift auf ähnliche Gestaltungsprinzipien zurück. Der Hersteller Zeller Keramik ist vor allem durch das Service „Hahn und Henne“ bekannt. Bleibt man bei diesem Bild, stellt sich die Frage: Wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Die Formgestaltung aus Halbkugel, Kreis und Bogen und der auffällige Exzenter Teedeckel sind sicher von Marianne Brandt inspiriert, die Farbgestaltung wurde von der Firma Max Roesler „geliehen“. Irgendeine direkte Verbindung oder Nähe zum Bauhaus kann nicht hergestellt werden. Als anonymer, aber zeittypischer und vermutlich selten ausgeführter Entwurf – laut Stempel nach 1932 – hat das Service heute einen Wert von 200 bis 400 Euro. Klaus-Dieter Müller Kunstsachverständiger Lüneburg

■ Gemälde Kleinwalsertal

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Ich hätte eine Bitte an Sie, bevor ich verzweifle: Ich bin im Besitz eines Ölgemäldes, das wohl in abstrakter expressionistischer Form einen Gebirgszug mit Fluss oder ähnliches zeigt. Am Anfang hat es mir überhaupt nicht gefallen, doch je länger ich das Bild betrachte, um so besser gefällt es mir. Es ist in Öl auf Leinwand gemalt, im oberen Bereich ziemlich pastös, vermutlich mit dem Spachtel aufgetragen. Die Abmessungen sind ca. 70 x 50 cm. Das Bild ist unten links monogrammiert mit, zumindest lese ich es so, „J.Wh.71“ oder „J.ivh.71“. Auf der Rückseite steht handschriftlich etwas geschrieben, das ich gar nicht entziffern kann. Die zweite Zeile könnte eventuell heißen „zu

der Breitach“. Können Sie mir weiterhelfen und das Monogramm entschlüsseln und eine Einschätzung vornehmen? Ernst Balazs, o.O

!

Das dekorative Gemälde in Ihrem Besitz zeigt, wie der Titel sagt, eine Partie an der Breitach, dem Hauptfluss des Kleinwalsertals. Die Signatur liest sich „J.Sch. 71“ sowie rückseitig „J.Scheuplein 71“. Josef Scheuplein, 7.8.1916 Würzburg 26.3.1998 Würzburg, absolvierte von 1931 bis 1935 eine Ausbildung als Grafiker und studierte dann am Polytechnischen Zentralverein u.a. bei Willi Greiner. Der Kriegsdienst unterbrach zunächst seine künstlerische Laufbahn. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft war er wieder als freischaffender Künstler in der Region Würzburg tätig, jedoch sind auch Motive aus anderen Regionen von seiner Hand bekannt, z.B. die Rhön, Alpen, Norwegen etc. Als Lehrer wirkte er an der Fachoberschule in Würzburg. Gemälde von Scheuplein werden sehr selten auf Auktionen verkauft. Für das gelungene Gemälde eines regional bekannten Malers würde ich heute 200 bis 400 Euro ansetzen.

in sogenannter französischer Schur handelt. Dies ist bei Plüschspielwaren – vor allem bei Hunden aus DDR-Betrieben – nicht immer der Fall. Bei nicht wenigen Tieren kann man zwar vermuten, dass es sich um einen Hund handeln soll, die eigentliche Rasse ist dagegen nicht immer erkennbar. Das gute Design steht ein wenig im Widerspruch zu der handwerklichen Ausführung. So gehen an einigen Stellen die Nähte auf, wobei der gute bis sehr gute allgemeine Plüschzustand auf wenig Gebrauch hindeutet. Es ist erstaunlich, dass der Hund noch aufrecht auf den Radachsen steht; bei vergleichbaren Modellen sind die Beine oft abgeknickt, da keine zusätzlichen Verbindungsschienen zwischen der Vorder- und Hinterachse angebracht wurden. Eine zeitliche Zuordnung ist in diesem Fall über das verwendete Material möglich: Das Fell aus Kunstseidenplüsch, die Nase und die Räder aus Kunststoff datieren dieses Tier in die Zeit um 1958 bis 1962. Eine finanzielle Bewertung liegt realistisch bei etwa 25 Euro, da es kaum einen spezialisierten Sammlermarkt für Plüschtiere (ausgenommen natürlich Teddybären) aus VEB-Produktion gibt. Daniel Hentschel, Rheine

Klaus-Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg

■ Pudel auf Rädern

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Ich habe diesen Pudel auf einem Flohmarkt gekauft. Der Körper ist aus Pappe(?). Das Fell am Körper ist beige, an den Beinen, der Nase und oben auf dem Kopf ist das Fell mal hellblau gewesen. Das linke Ohr ist länger. Die Rollen sind rot. Mich würde interssieren, wo und wann er hergestellt wurde und eine Wertangabe wäre auch schön. Renate Henning, Senden

!

Bei Ihrem Plüschtier handelt es sich um ein Produkt aus Volkseigenen Betrieben (VEB) bzw. Produktionsgenossenschaften des Handels (PGH) der ehemaligen DDR. Der Pudel auf Rädern hat ein relativ aufwändiges Design: Man erkennt auf den ersten Blick, dass es sich um einen Pudel 02 / 19


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DESiGn 20

MUTiGE FRAUEn HEiDRUn TH. GRiGOLEiT

„Gegen die Unsichtbarkeit – Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938“ heißt eine Ausstellung in Dresden, die dort noch bis zum 3. März im Japanischen Palais gezeigt wird. Hier werden erstmals 19 Frauen vorstellt, die bereits im frühen 20. Jahrhundert im Kontext der Deutschen Werkstätten arbeiteten.

Vergessene Gestalterinnen Die Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wirft ein Schlaglicht auf Gestalterinnen, die trotz reger Entwurfs- und Lehrtätigkeit, zahlreichen Ausstellungen und erfolgreichen Wettbewerbsteilnahmen im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind: Frauen, die als Möbeldesignerinnen auftraten, obwohl sie – generell zu dieser Zeit ohne Studienberechtigung – oft nur als Zeichenlehrerinnen ausgebildet waren.

Frauen in einer Männerdomäne Dabei handelte es sich um mutige Frauen, die sich alten gesellschaftlichen Traditionen widersetzten: Mit der Ausübung zuvor ausschließlich Männern vorbehaltenen Tätigkeitsbereichen brachen sie in eine Männerdomäne ein. Dadurch erlangten sie auch mehr Autonomie und Selbstbestimmung im beruflichen und gesellschaftlichen Leben. Zudem trugen diese äußerst Porträt Clara Möller-Coburg, Privatbesitz © Foto: unbekannt Tapetenmusterbuch der Deutschen Werkstätten Hellerau, um 1910, Herausgeber: DWH/Erismann & Cie., Stadtarchiv Breisach/Sammlung, Tapetenfabrik Erisman & Cie. © SKD, Foto: Robert Vanis Ausstellungsansicht „Gegen die Unsichtbarkeit – Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938", 2018 © SKD, Foto: Klemens Renner 02 / 19


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DESiGn 21 hungsprozess der Objekte geben, werden über 270 Werke präsentiert, von denen viele in Dresden überhaupt das erste Mal einer Öffentlichkeit gezeigt werden. Das beträchtliche Spektrum an Textilien, Tapeten und Möbeln sowie Spielzeugen und Gefäßen eröffnet damit auch ganz neue Einblicke in die Zeit zwischen 1898 und 1938. In der umfangreichen Auseinandersetzung mit den Deutschen Werkstätten und ihren Gestalterinnen fügt das Kunstgewerbemuseum der Designgeschichte der Moderne ein entscheidendes Kapitel hinzu, das von „Frauenpower“ geprägt war.

Biografien Ebenso vielgestaltig wie ihre Produkte waren die Biografien der Frauen. Anhand von Briefen, Fotografien und Zeugnissen

zeichnet die Schau nun auch erstmals die Karrieren und Netzwerke wie auch die privaten Lebensentwürfe der Designerinnen nach. Daneben ermöglichen Magazine, wissenschaftliche Publikationen und Dokumentationen ein Verständnis dafür, wie die Designerinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wahrgenommen wurden. Dabei stellt sich die Frage, auf die auch der Ausstellungstitel hinweist: Wie konnten Frauen und ihr Schaffen in der damaligen Zeit eigentlich so völlig unsichtbar werden? Denn zweifellos beteiligten sich diese Frauen zwischen 1898 und 1938 äußerst aktiv und kreativ an der Kunstgewerbebewegung. Sie nahmen auch an Wettbewerben teil, stellten ihre Produkte auf zahlreichen Ausstellungen aus und vertrieben diese. Einige Künstlerinnen waren zudem im Deutschen Werkbund oder anderen Interessenvereinigungen organisiert. Und dennoch sind viele ihrer Werke in Kunstsammlungen auch heute noch unentdeckt.

kreativen Frauen auch maßgeblich zum Erfolg der noch jungen Werkstätten bei und trieben gleichzeitig die Reformbewegung in Dresden entscheidend voran. Es gab 27 verschiedene Berufsbezeichnungen, mit denen diese Frauen beschrieben wurden – unter anderem als Grafikerin, Bildhauerin, Möbeldesignerin, Innenarchitektin, Musterzeichnerin oder Textilgestalterin – ein Versuch, ihren vielfältigen Tätigkeiten und Begabungen gerecht zu werden. Die Schau im Japanischen Palais zeigt die riesige Bandbreite der Produkte, die über drei Generationen von Designerinnen geschaffen wurden. Neben Entwurfszeichnungen, die einen Einblick in den EntsteBertha Senestréy, 1923 Privatbesitz © Foto: unbekannt Jahrbuch der Deutschen Werkstätten Hellerau, Einband, Bertha Senestréy, 1928 © SKD, Foto: Robert Vanis Tapetenmuster, Emmy Seyfried, um 1910 Stadtarchiv Breisach/Sammlung Tapetenfabrik Erisman & Cie. © SKD, Foto: Robert Vanis 02 / 19


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DESiGn 22

Frauenpower Die Ausstellung in Dresden hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, das ausdrucksstarke Werk der Designerinnen Elisabeth Bertsch-Kampferseck, Margarete von Brauchitsch, Elisabeth EimerRaab, Lotte Frömel-Forchner, Marie von Geldern-Egmond, Margarete Junge, Gertrud Kleinhempel, Charlotte Krause, Margaret Leischner, Dora Lennartz, Clara Möller-Coburg, Ulla Schnitt-Paul, Bertha Senestréy, Emmi Seyfried, Lilli Vetter, Else Wenz-Viëtor, Ruth Hildegard Geyer-Raak, Käthe Lore Zschweigert und der Produkt-

fotografin Hedda Reidt vorzustellen und in Erinnerung zu rufen.

Frauen und Beruf Obwohl Frauen mit vielen Einschränkungen um 1900 kämpfen mussten, da sie von den großen Kunstakademien ausgeschlossen waren, fanden sie offensichtlich dennoch Mittel und Wege, um Berufe in Kunst und Gestaltung zu ergreifen. Alternative Möglichkeiten waren Privatschulen und vor allem Schulen von Frauenvereinen sowie Kunstgewerbeschulen. Gerade Letztere boten neben den klassischen Fächern wie Zeichnen auch praxisbezogene Kurse an – etwa Kunststicken, Musterzeichnen oder die Herstellung kunstgewerblicher Gegenstände.

nach innovativen Gestaltungsmöglichkeiten kennzeichneten deren Weg. Aber trotz Erfolgen zu ihren Lebzeiten war die Rezeption der Werke der beiden von einer permanenten Marginalisierung der künstlerischen und gestalterischen Leistungen gekennzeichnet – und das, obwohl sich Möller-Coburg in München und Berlin einen hervorragenden Ruf als innovative und spezialisierte Gestalterin mit viel technischem Fein- und lebendigem Farbgefühl erworben hatten – etwa für Reformspielzeug, textile Bilder, Hausdekor, Teppiche und Kissen. Und auch Lilli Vetter galt zwar als Schöpferin von originellen textilen Werken – wurde aber nicht als Künstlerin, sondern nur als „Kunstgewerblerin“ bewertet. Trotz aller Hindernisse kämpften beide Frauen gegen solche Vorurteile und setzten ihren schöpferischen Weg unbeirrt fort. Die Gestalterin Emmy Seyfried gab ihre anfangs heiteren floralen Motive auf Tapetenmustern mit der Zeit zugunsten von fantastischen Pflanzenwelten auf. Expressive

Emanzipatorische Kleidung In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen für beruflich engagierte Frauen Fragen einer adäquaten Bekleidung auf. Gerade Künstlerinnen fanden in der Suche nach bequemen Kleiderformen unter emanzipatorischen, ästhetischen und reformatorischen Gesichtspunkten damit eine Nische für sich. Als Modegestalterinnen entwarfen etwa Maria van de Velde, Margarete von Brauchitsch, Clara MöllerCoburg, Gertrud Kleinhempel oder Margarete Junge und auch viele andere Künstlerinnen in ihren Ateliers die sogenannte „Reformmode“. Auch Clara MöllerCoburg und Lillie Vetter fanden über textile Kunst zur ihren professionellen Karrieren. Enormer Schaffensdrang und die Suche 02 / 19

Bezugsstoff, Else Wenz-Viëtor, um 1922 © SKD, Foto: Robert Vanis Deckelvase, Else Wenz-Viëtor, 1911, Privatbesitz Hersteller: Porzellanfabrik Weiden Gebr. Bauscher für Deutsche Werkstätten Hellerau © SKD, Foto: Robert Vanis Kaffeekanne Modell 234, Else Wenz-Viëtor, 1921 © SKD, Foto: Robert Vanis Polsterstuhl, Marie von Geldern-Egmond, um 1905 Hersteller: Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Dauerleihgabe SKD, Kunstgewerbemuseum © SKD, Foto: Robert Vanis


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DESiGn 23 Farben und Formen prägten zunehmend ihre Tapeten und Teppiche, die sie für die Velourfarbenfabriken AG entwarf. Ab 1918 führte sie dann eine eigene Porzellanund Glasmalerei-Werkstatt, in der sie die meisten der Dekore eigenhändig umsetzte. Die Frauen erregten mit dieser ganz neuen Modeströmung viel Aufmerksamkeit und es gelang einigen über diesen Weg auch der Einstieg in andere Bereiche der Gestaltung – etwa für Interieur und Möbel.

Deutsche Werkstätten Hellerau Mit der Gründung der Deutschen Werkstätten Hellerau im Jahr 1898 rückte Dresden im Hinblick auf innovative Gestaltung und gesellschaftliche Erneuerung für einige Jahrzehnte ins Zentrum der internationalen Kunstgewerbe- und Reformbewegung. Auch hier interessierte man sich für die reformierte Frauenmode. Bislang nahezu unbekannt war die Öffnung der Deutschen Werkstätten für Frauen als künstlerische Mitarbeiterinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dies ist vor allem Karl Schmidt (1873-1948), dem Gründer der Deutschen Werkstätten, zu verdanken, der eine ganze Reihe von Frauen als Gestalterinnen beauftragte, die ihre Produkte unter ihren Namen vertreiben konnten.

Möbeldesignerinnen Die ersten Gestalterinnen, die die Chance nutzten, um auch in die Männerdomäne der Möbelgestalter einzubrechen, waren Gertrud Kleinhempel, Margarete Junge und Marie von Geldern-Egmond. Mit ihren innovativen Möbel-Entwürfen trugen sie viel zum Erfolg der noch jungen Werkstätten bei. Für elegante Formen und raffinierte Details steht der Name Else WenzViëtor. Sie zählt zu den erfolgreichsten Designerinnen ihrer Zeit und der Deutschen Werkstätten. Ihre elegante Formensprache setzte sie in der gesamten Breite der Gestaltung und Materialien an. Bei der Fülle und Qualität ihres Schaffens ist es verwunderlich, dass auch sie bislang wenig gewürdigt wurde. Bereits zu Beginn des Jahres 1910 entwarf sie Metall-,Glas- und Porzellangefäße, Lampen und Teppiche. Das Jahr 1908 markiert ihre Zusammenarbeit mit den deutschen Werkstätten. Aus Porträt Gertrud Kleinhempel, Historisches Museum Bielefeld © Historisches Museum Bielefeld Wäscheschrank, Gertrud Kleinhempel, um 1905, Hersteller: Werkstätten für Deutschen Hausrat Theophil Müller, Dresden © SKD, Foto: Robert Vanis

dieser Zeit stammt ein Damenzimmer, das sehr gut verkauft wurde: Sofa, Stühle und Schreibtisch verdeutlichen früh ihren sicheren Umgang mit Form und Konstruktion. Zwar bestimmten noch kleinteilige Dekore diesen Entwurf – ein Stilmittel, von dem sie sich in der Folge emanzipierte. Geschwungene Silhouetten, elegant geschwungene Füße und intensive Farben waren charakteristisch für die Werke der begabten Künstlerin, die zu Beginn der 1920er-Jahre auch geometrische Formen – etwa Rauten – in ihre Entwürfe integrierte. Ihr großes Schaffenspensum in den Bereichen Möbel, Glas, Porzellan und Textilien bewahrte leider auch sie nicht davor, in Vergessenheit zu geraten.

Ausstellung und Katalog „Gegen die Unsichtbarkeit – Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938“ bis 3. März im Japanischen Palais im Kunstgewerbemuseum Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD). Zur Ausstellung ist ein Katalog mit umfangreichen Essays, Objektanalysen und farbigen Bildstrecken im Hirmer Verlag erschienen, den Tulga Beyerle und Klara Němečková von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2018 herausgegeben haben. Er hat 254 Seiten und kostet 39 Euro, ISBN 978-3-7774-3218-2. Fotos: wie angegeben

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ScHMucK 74

SiMpLy DANiSH THereSiA peTerS

Die Ausstellung im Berliner Bröhan Museum „Simply Danish: Silberschmuck des 20. Jahrhunderts“ präsentiert noch bis zum 3. März 174 Silberschmuck-Objekte von 48 dänischen Künstlern. Die gezeigten Objekte stammen aus der Sammlung des Berliner ehepaars Marion und Jörg Schwandt.

Sammlung Schwandt Die Sammlung Schwandt, die in mehr als 40 Jahren entstanden ist, gibt einen Überblick der verschiedenen Strömungen des dänischen Schmuck-Designs im 20. Jahrhundert. Dabei bilden die gezeigten Arbeiten das weite Spektrum dänischer Schmuckkunst ab – vom Einzelstück aus der Studio-Werkstatt bis zu den DesignIkonen aus der Serienfertigung der großen Manufakturen. Die Berliner Ausstellung dokumentiert, wie die Fixierung auf den materiellen Wert eines Schmuckstücks vom dänischen Bürgertum zugunsten des künstlerischen Wertes aufgegeben wurde.

Dieser Sinneswandel hat die dänische Schmuckgestaltung nun schon seit über 100 Jahren zu ästhetischen Höchstleistungen animiert.

Dänischer Schmuckstil Von großer Bedeutung für den hohen ästhetischen Standard des Silberschmucks ist die für Dänemark so typische enge Beziehung zwischen Künstler und Handwerker, deren unterschiedliche Fähigkeiten sogar oft in einer Person zusammenkommen. Das Einzigartige des dänischen Schmuckstils besteht zudem

in der konsequenten Beschränkung auf unprätentiöse Materialien wie Silber und schlichte Schmucksteine. Dies war Folge des gesellschaftlichen Wandels zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als das erstarkte Bürgertum zu einem ganz eigenen, unabhängigen Geschmack fand und ein Schmuckstück nicht mehr länger nach seinem Materialwert beurteilte. Links: Henning Koppel, Brosche, 1969, Silber, Georg Jensen Silberschmiede, Kopenhagen, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin Mogens Ballin, Haarkamm, 1900/01, Schildpatt, Silber, Malachit, Werkstatt Mogens Ballin, Kopenhagen, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin Georg Jensen, Brosche No. 84, 1910/12, Silber, grüner Achat, Georg Jensen Silberschmiede, Kopenhagen, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin 02 / 19


74_77_Simply_Danish.qxp_A Tibet 10.01.19 15:13 Seite 3

ScHMucK 75 trie. Diese Periode stand auch im Zeichen der Kunst des Zisilierens.

Ausdruck durch Kontraste Die große Perfektion in dieser Technik war ausschlaggebend für den starken Ausdruck und die Plastizität der naturnahen dänischen Schmuckstücke, die sehr populär waren. Große Kontraste erzielte man zudem durch Oxidation, die mithilfe einer schwefelhaltigen Lösung die Vertiefungen in den Stücken schwärzte. Damit wurden die anderen erhabenen Teile optisch hervorgehoben und die bildhafte Kraft des Materials in den Vordergrund gerückt. Die Jahre 1932 bis 1934 markieren einen großen Umbruch in der dänischen Schmuckgestaltung. Das narrative Element verschwand nun zugunsten kunstvoll angeordneter, konstruktivistischer Formen.

Gustav Hansen Silberschmuck Dem Material Silber haben die dänischen Schmuckkünstler dann ganz unterschiedliche Wirkungen abgewonnen: Die naturnahen Motive der Jahre von 1900 bis 1925 sind plastisch ziseliert und nutzten die hohe Schmiedbarkeit des Silbers. Bekannten Namen von erfolgreichen Schmuckdesignern dieser Zeitspanne, deren Stücke für internationale Beachtung sorgten, sind Mogens Ballin, Georg Jensen und Thorvald Bindesbøll.

mus. Er führte bei einigen seiner Broschen zwei unterschiedliche pflanzliche Formen zusammen, die in der Natur so gar nicht gleichzeitig vorkommen. Auch beim Bildhauer Thorvald Bindesbøll kam die realistische und konkrete Darstellung der Natur nicht vor. Er sprengte mit seinen organisch-plastischen und wolkenähnlichen Motiven zudem die Grenzen der Symme-

Die abstrakten Arbeiten der 1930er-Jahre dokumentieren den technischen Prozess – beispielsweise bei Karl Gustav Hansen. Er verwendete teils vorfabrizierte, einfache geometrische Einzelteile, die von Hand nachbearbeitet und montiert wurden. Aber auch in diesen Zeiten des rationellen Pro-

Ballin, Jensen, Bindesbøll Die naturbezogene Bildsprache dieser narrativen Periode des dänischen Silberschmucks geht vor allem auf Einflüsse der japanischen Kunst zurück. In Anlehnung an japanische Vorbilder lag der Fokus nicht auf der naturgetreuen Wiedergabe eines Motivs, sondern auf den formalen Bedingungen seiner Präsentation: Bei den Arbeiten aus der Werkstatt Ballin sind derartige Stilisierungen auch von der Malerei des Symbolismus abgeleitet. Auch Georg Jensen vermied einen bloßen NaturalisThorvald Bindesbøll, Brosche, 1905/08, Silber, Holger Kyster, Silberschmiede Kolding, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin Halskette unbekannt, circa 1940, Just Andersen, Silberschmiede Kopenhagen, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin 02 / 19


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ScHMucK 76 men, sondern vor allem die Brechung des Lichts auf den schnörkellosen organischen Formen mit ihren glatten Oberflächen eröffneten neue Wege der Gestaltung von Silberschmuck. Denn zweifellos sind es Lichteffekte, die auf Silberschmuck eine ganz besondere Wirkung erzielen – vom sanften Leuchten bis hin zu blendenden Reflexen.

Henning Koppel Mit der Einführung organischer, nicht gegenständlicher Formen durch den Bildhauer Henning Koppel im Jahr 1947 endete die Ära der Bildhaftigkeit. Volumen und Plastizität, aber auch die Geschlossenheit des Umrisses machten jetzt die Wirkung eines Schmuckstücks aus. Die neuen, körperlich gewölbten Formen mit polierter Oberfläche erzeugen große Felder intensiver Reflexe, wodurch das Licht gleichsam in Bewegung gerät – durch die geringste Bewegung von Hand, Arm oder Körper der Trägerin.

duzierens wurde weiterhin viel Sorgfalt auf das Material und seine Bearbeitung gelegt. Mit der Abkehr von konkreten Motiven kam dem Material Silber eine ganz neue Rolle zu: Nicht nur das Gewicht und Volu-

Dietzel, Knudsen, Gabrielsen Auch die Künstler wie Nanna und Jørgen Dietzel, Bent Knudsen und Bent Gabriel-

sen erschufen Formen, deren polierte Oberflächen das Licht in lebendige Bewegungen mit unterschiedlichen Lichteffekten versetzten. Solche ständig bewegten, intensiven Reflexe verliehen den Schmuckstücken eine zusätzliche Dimension des Expansiven. Dies war der Beginn einer lang anhaltenden Blütezeit des dänischen Silberschmucks, die ihn weltweit bekannt machte. Im Jahr 1957 fügte Bent Knudsen den vorherrschenden organischen Motiven dann ein geometrisches Element hinzu. Das Nebeneinander organischer und geometrischer Formen mit vielfältigen Variationsmöglichkeiten hielt bis in die 80er-Jahre an. Danach verschob sich das Verhältnis zugunsten der geometrischen Elemente.

Schmucksteine Eine wichtige Rolle spielten nun auch Schmucksteine, die durch Farbe und Struktur zusätzliche starke Kontraste erzielen. Dabei entwickelte sich eine technische Neuerung, die als „Schattenfuge“ bekannt ist und einer räumlichen Trennung und dem Hervorheben von Teilen dient. Seit 1969 war es besonders Gustav Hansen, der seine Stücke auf diese Weise freistellte. Indem der Schmuckstein nunmehr geklebt wurde, nahm die ehemalige Fassung jetzt die Rolle eines eigenständigen Elements in der Gesamtkomposition ein. Mit seinen vielen Entwürfen für Armerik Magnussen, Anhänger „pillendreher”, 1912/15, Silber, vergoldet, porzellan, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin erik Magnussen, Brosche „Schildkröte”, 1916, Silber, Gold, Diamant, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin erik Magnussen, Brosche, ca. 1915, eigene Werkstatt, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin 02 / 19


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ScHMucK 77 und das auch auf technischem Gebiet. Die wilden 70er-Jahre mit zunehmend heftigen Materialkontrasten blieben aber Episoden. Denn auch wenn in dieser kurzen Periode in den 1970er-Jahren einige Entwerfer gegen die Harmonie der glatten Formen rebellierten – zentrales Charakteristikum des dänischen Silberschmucks in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Spiel des Lichts auf den hochplastischen, dekorlosen Formen.

Ausstellung und Katalog

bänder, die er allein zwischen 1957 und 1966 schuf, gilt besonders Bent Knudsen als Meister der geometrischen Kontraste. Dabei arbeitete er auch mit Paaren von

Gegensätzen – rund und eckig, groß und klein, linear und voluminös. Die geometrischen Elemente boten Anregungen für zahlreiche künstlerische Experimente –

„Simply Danish: Silberschmuck des 20. Jahrhunderts“ im Bröhan Museum Berlin, noch bis zum 3. März. Zur Ausstellung ist ein großformatiger Katalog mit 232 Seiten und zahlreichen Farbabbildungen in deutsch/englisch im Verlag Arnoldsche 2018 erschienen. Er kostet 38 Euro an der Museumskasse, ISBN978-3-89790526-9. Fotos: wie angegeben

Das Sammlerehepaar Marion und Jörg Schwandt Foto: Henrik Bjerg Bent Gabrielsen pedersen, Anhänger No. 368, Silber, Hans Hansen Silberschmiede, Kolding, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin Nanna und Jørgen Ditzel, Armband, 1961, Silber, Georg Jensen Silberschmiede, Kopenhagen, Sammlung Marion und Jörg Schwand Foto: Martin Adam, Berlin Bent Knudsen, Armband No. 26, 1957, Silber, Sammlung Marion und Jörg Schwandt Foto: Martin Adam, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 02 / 19


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.. SCHWARZES GOLD FUR SCHALLPLATTEN-SAMMLER DEAD MUSIC HEROES 2018

€ 30-45 Charles Aznavour (*1924 Paris) „Collected 3LP”, 2017 im limitierten „Tricolor-Vinyl”. Der armenisch-französische Chansonnier, Songwriter, Schauspieler und Diplomat sang sich ab Mitte der 1950er-Jahre in die Herzen seiner Fans und vermittelte das französische Lebensgefühl musikalisch wie kaum ein anderer

€ 40-60 Filthy Phil (1954-2015) & Fast Eddie (1950-2018) „Naughty Old Santa’s Christmas Classics LP”, veröffentlicht in England 1989 auf Receiver Records Limited. Der britsche Drummer „Philthy Animal” Taylor und der Gitarrist Eddie Clark spielten bei der legendären „Rockband” Motörhead. Letzterer war das letzte noch lebende Bandmitglied. Zusammen mit Bassist Pete Way von UFO gründete er u.a. 1983 die „Rockband” Fastway

€ 10-15 Aretha Franklin (*1942) „Respect 7 Inch”. Der Millionenseller der „Queen & 1st Lady Of Soul”, geschrieben 1965 von Otis Redding, erschien 1967 in Deutschland. Sie wurde zur Hymne der afroamerikanischen Befreiungs- und Frauenbewegung

€ 60-80 Freddie Mercury & Montserrat Caballé (*1933) „Barcelona LP”, 1988 in England. Die im Oktober verstorbene Sopranistin zählt zu den bedeutendsten Opernsängerinnen und gilt als die letzte große Operndiva. Freddie Mercury spielte mit ihr den Titelsong für die Sommer-Olympiade 1992 ein

€ 120-200 Embryo „Rocksession LP”, erschienen 1973 auf Brain (olivgrün). Über 400 Musiker/-innen haben bis heute bei den „Weltmusikern” von Embryo gespielt. Ihr Gründer Christian Burchard war als einziger immer mit dabei. Auf seinen vielen Reisen vergrößerte er seinen musikalischen Horizont vielfältig. Er verstarb 2018 mit 71 Jahren € 10-20 Denny Edwards „Don’t Look Any Further LP”, erschienen 1984 bei Gordy Records. Der 1943 in Fairfield Alabama geborene „Soul-“ und „R&B”-Sänger wurde in den 1960er-Jahren mit den Tamla Motown Legenden „The Temptations” bekannt, bei denen er 1968-1977, 1980-1984 und 1987-1989 mitwirkte. Den Titelsong des Soloalbums nahm er im Duett mit Siedah Garrett auf, der sich auf Platz 2 der Billbord Black Single-Charts platzierte und somit ein Welthit wurde

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€ 25-30 The Fall „Hip Priest And Kamerads LP”. Mark E. Smith (*1957) war genialer Songwriter und Frontman der „Besten PostPunk Band” ihrer Zeit. Er verstarb im Januar mit 60 Jahren an Krebs. Die Compilation ist vielleicht ihr bedeutenstes Album

€ 15-20 France Gall (*1947) „Computer Nr. 3 7 Inch”, BRD 1968 auf Decca. Mit deutschen Titeln war die Französin sehr erfolgreich und erreichte beim Deutschen Schlagerwettbewerb mit diesem „Beat”Song den 3. Platz. Sie verstarb im Januar


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€ 30-40 Dieter (Thomas) Heck (*1937) „Schokoladenbraun 7 Inch”. Der deutsche Schlagersänger, Schauspieler, Showmaster, Produzent und Entertainer war das Gesicht der ZDF-Hitparade, die er (ohne Sonderausgaben) 183 mal moderierte

€ 10-15 Los Treboles Mit Fito Und Zulu „Hausparty LP”, veröffentlicht in den 1960er-Jahren in Deutschland auf Fontana. „Kuriosität” mit dem 1924 in Berlin geborenen „Jazz”-Gitarristen Coco (Heinz Jakob) Schumann († 28.01.2018)

€ 50-100 Hugh Masekela (*1939) „Introducing Hedzoleh Soundz LP”, 1973 Blue Thumb Records USA. Er war einer der wichtigsten „Jazz” und „Weltmusik”-Pioniere Südafrikas. In vielen seiner Songs besingt und kritisiert er die Aphartheid

€ 30-40 Ingo Insterburg „Kon-Tiki 7 Inch”, 1968. Der 1934 in Ostpreußen geborene „Musik-Kabarettist” war u. a. Schriftsteller, Schauspieler, Komponist, Maler u. gründete 1968 Insterburg & Co., die mit „Ich Liebte Ein Mädchen ...” 1974 einen Riesenhit hatten

€ 4-8 Jürgen (Beumer) Marcus „Eine Neue Liebe Ist Wie Ein Neues Leben 7 Inch”, erschienen 1972 bei Telefunken. Der 1948 in Herne geborene Sänger war mit seinem wohl erfolgreichsten Schlager 15 Wochen in den deutschen Top Ten. Er trat mit unterschiedlichen Liedern insgesamt 37 mal in der ZDF Hitparade auf. Wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag verstarb er an einer Lungenerkrankung in seiner Münchner Wohnung

€ 50-100 Abi Ofarim (*1937) „Shake, Shake 7 Inch”, BRD 1964 bei Philips. Früher SoloRelease des israelischen Musikers, der in seiner Karriere mit insgesamt 59 „Goldenen Schallplatten” ausgezeichnet wurde

€ 50-90 The Cecil Taylor (*1929) Quartet „Looking Ahead! LP”, veröffentlicht 1959 in den Staaten bei Contemporary Records. Der US-amerikanische Pianist, Komponist und Dichter gilt als einer der großen, inspirierenden Persönlichkeiten des „frei improvisierten Jazz”. Er überwältigt mit seiner „perkussiven” Art des Klavierspiels und dem physischen Einsatz, mit dem er dabei spielt € 10-15 Danny Kirwan (*1950) „Same LP”, erschienen 1976 in den USA. Gitarrist, Songwriter und Sänger der britischen „Bluesrocker” Fleetwood Mac von 19681972. Er veröffentlichte drei Solo-Alben (1975-1979)

Alle angegebenen Schallplattenpreise verstehen sich als ungefähre Richtpreise, die bei Internet-Auktionen, Schallplattenbörsen, Sammler-Foren, Festpreislisten, Privatverkäufen etc. erzielt oder angeboten wurden. Die Preise gelten in der Regel für Mint/Mint- Exemplare (neuwertig bzw. minimale Gebrauchsspuren).

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www.battenberg-gietl.de


Termine im Februar

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ROLLER, Max-Planck-Straße

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