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INHALT 3

TRÖDLER

ISSN 1863-0340

VERLAG

GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de

GESCHÄFTSFÜHRER

Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

CHEFREDAKTEUR

Karl Ruisinger eMail: karl.ruisinger@gemiverlag.de

REDAKTION

Nicola Fritzsch, Joscha Eberhardt Karin Probst, Helene Stümpfle-Wolf

AUTOREN DIESER AUSGABE

Reinhard Bogena, Kathrin Bonacker, Heidrun Th. Grigoleit Ludger Spielberg, Reinhard Wylegalla

REDAKTIONSASSISTENZ

Heike Genz

TERMINE

Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de

LITHOS, SATZ, HERSTELLUNG

Westner Medien GmbH (Anschrift siehe Verlag)

ANZEIGEN

Markus Westner, Tel. 08441/4022-13 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34

KLEINANZEIGEN

Heike Genz, Tel. 08441/4022-18 Marlene Westner, Tel. 08441/4022-12

VERTRIEB

Gerd Reddersen

ZEITSCHRIFTENHANDEL

VU Verlagsunion KG

MARKTVERTRIEB

Jörg Kirschbaum Mobil 0172/4436638

4

LESERFORUM ■ Expertenauskünfte

6

MAGAZIN ■ Ausstellungen – Messen – Märkte

DESIGN

12

■ Logos

AUKTIONEN

20

■ Berichte – Preise – Termine

SCHALLPLATTEN

32

■ Schwarzes Gold für Sammler

BLECHSPIELZEUG

72

■ Winterfreuden

ABOVERWALTUNG

DRUCK

Gemi Verlags GmbH Postfach 85291 Reichertshausen Tel: 08441/4022-0 Fax: 08441/71846 eMail: info@gemiverlag.de

KERAMIK

80

■ Kacheln und Fliesen

ONLINETIPP

87

■ Websites für Sammler

BÜCHER

90

■ Heinz Helfgen

BLICKPUNKT

96

■ Asiatika / Novelties

westermann druck Gmbh

FUNDSTÜCKE

98

■ Flohmarktpreise

TERMINE UND ANZEIGEN ERSCHEINUNGSWEISE

monatlich

■ ANTIKMARKTTERMINE

TITELFOTOS

Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt / © Konstantin Voit Ludger Spielberg

■ SAMMLERBÖRSENTERMINE ■ AUSLANDSTERMINE ■ REGELMÄSSIGE TERMINE

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fallen die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM.

■ FLOH- UND TRÖDELMARKTTERMINE ■ KLEINANZEIGEN IN DER SAMMLERBÖRSE

Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/11 (Preise gültig seit 01.08.2006)

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LESERFORUM 4

EXPERTISEN

nichts im Internet finden. Aus welcher Zeit stammt das Schild und welchen Wert hat es? Eugen Maier, Schwäbisch Gmünd

!

Interessantes Emailleschild, das Logo zeigt den Doppelt-T-Anker der Boschmagnetzünder, die Signatur stammt vom Atelier Lucian Bernhard unter Führung von Fritz Rosen und ist damit auf nach 1925 zu datieren. Die wenig aussagekräftigen Bilder geben mir leider keine Möglichkeit, die Originalität des Schilds zu beurteilen. Das ungewöhnliche Format von 67 cm x 50 cm passt auch nicht zu den bekannten Formaten der Blechschilder, die eine Größe von 46 cm x 65 cm haben oder 32 cm x 46 cm. Ein solches Blechschild mit identischem Motiv wurde 2014 in einer Fachauktion angeboten. Die auf den Fotos zu erkennende Form des Schildes passt auch nicht zu original Schildern von Bosch aus den europäischen Ländern aus denen Werbemittel bekannt sind, besonders der Schildrand und die Bohrungen machen einen neuzeitlicheren Ein-

■ Keramikfigur

?

Ich bitte um Einschätzung dieser Puppe. Sie ist leider etwas beschädigt. Ich habe jedoch das abgeplatzte Teil, sie könnte also repariert werden, falls es sich lohnt. Carolin Siemering, o.O.

!

Es handelt sich hier um eine Cortendorf Keramikfigur. Dargestellt wird eine afrikanische „Watusi“ Frau, knieend, die einen Wasserkrug auf dem Kopf hält. Sie trägt Messingringe und einen Raffiabast-Rock.

se Figur hier aus einer Massenproduktion und hat deshalb nur einen geringen Sammlerwert; und obgleich sie denen der genannten Künstler sehr ähnlich ist, hat dieses Stück nur einen dekorativen Wert von 25 Euro. Patrick Morgan, Auctionata Experte

■ Emailleschild

?

Beiliegendes Werbeschild der RobertBosch A.-G. befand sich immer in der Fahrrad- und Moped-Werkstatt meines verstorbenen Vaters und ist in einem TopZustand. Ein Bekannter, der sich etwas auskennt, hat mir gesagt, es handele sich um ein Emailleschild. Die Maße sind: Höhe 67 cm, Breite 50 cm. Das Bild ist sehr schwer, kein lackiertes Leichtmetall. Meine Fragen dazu wären folgende: Was bedeutet das kleine runde Logo oben links? Handelt es sich bei Bernhard Rosen um eine Künstlersignatur? Ich konnte darüber

Hergestellt wurde die Figur circa 1950 in Deutschland. Figuren dieser Art wurden von den österreichischen Künstlern Anzengruber als Keramik- und Hagenauer als Bronzefiguren gearbeitet, die den afrikanischen Kolonialstil dieser Zeit widerspiegeln. Beide wurden in limitierten Auflagen gefertigt und sind bei Sammlern heiß begehrt. Ähnliche Arbeiten wie die hier präsentierte können auf Auktionen 2.000 Euro und mehr erzielen. Leider kommt die02 / 17

■ In dieser Rubrik beantworten unsere Experten Ihre Fragen zu dem einen oder anderen guten Stück. Doch leider sehen wir uns außerstande, ganze Nachlässe oder sämtliche sich in Ihrem Haushalt befindlichen Trouvaillen bewerten und schätzen zu lassen. Auch bitten wir um Verständnis, wenn es mit der Bearbeitung länger dauert. Senden Sie uns also Ihre Anfrage nur zu einem zu bestimmenden Objekt – mit detaillierter Beschreibung und gutem Foto, auf dem das Objekt ganz abgebildet ist. Noch ein Hinweis zu den Preisen, die von Fall zu Fall von unseren Experten genannt werden: Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die anhand von Fotos allein getroffen werden und je nach Zustand des Objekts nach oben oder nach unten korrigiert werden können. Ihre Anfrage schicken Sie bitte an: Gemi Verlags GmbH Redaktion Leserforum Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen


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LESERFORUM 5 scheint in gutem Zustand zu sein. Es ist rechts unten schwer lesbar handsigniert und mit „94“ (1994) datiert. Das relativ professionell gemalte Bild zeigt einen romantisierenden Blick auf einen Waldsee mit Pärchen. Ich lese die Signatur als „B Aubaly Détel“, finde diesen Maler jedoch in keiner Liste. Auch alternative Lesarten führen nicht zum Urheber dieses Bildes. Ich halte das Bild für ein „Industrial Painting“ aus China. Ich möchte eine Schätzung von 35 Euro vornehmen.

eingegliedert. Im Jahr 1991 wurde sie privatisiert und heißt seitdem Cesky Porcelán Dubí, AS. Noch existent. * Anton Tschinkel (1871-1885) * Meißner Ofen- und Porzellanfabrik, vorm. C. Teichert (1885-1895) * Bernhard Bloch & Co. (1895 -1920) * Eichwalder Porzellan- und Ofenfabriken Bloch & Co. (1920-1938) * Eichwalder Porzel-

Auctionata Experte

■ Porzellanteller druck und weisen auf eine Neuauflage anlässlich eines Jubiläums hin. Falls es wider Erwarten ein Originalschild sein sollte könnte der Wert bei 1.500 Euro liegen. Der Schätzpreis hierfür liegt bei 80 Euro. Marc Wegner, Auctionata Experte

■ Ölgemälde

?

Ich würde gerne dieses Ölgemälde, das auf einem alten Keilrahmen präsentiert wird, bewerten lassen. Ich habe es auf einem Flohmarkt gekauft. Es hat die Maße 33 cm x 40 cm und ist auf Leinwand gemalt. Die Signatur kann ich leider nicht entziffern. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen? Elfi Helsper, o.O

!

Es handelt sich hier offenbar um ein Ölbild auf unbekanntem Grund in der Größe 33 cm x 40 cm. Es ist gerahmt und

?

Wieder einmal bitte ich um Ihren fachmännischen Rat und hätte gerne Angaben zu diesem wunderschönen Teller, der keine Mängel hat. Sein Durchmesser beläuft sich auf 20,5 cm. Wo kommt der Teller her? Welches Alter hat er? Besitzt er einen Wert? Sven Hofer, o.O.

!

Eichwald, dekorativer Jugendstil Wandteller „Orchidee“. Deutschland /Böhmen, Porzellanfabrik Bernhard Bloch & Co. in Eichwald (heute Tschechische Republik/Dubí), vor 1907. Durchmesser 21 cm, polychrome, überwiegend in Blautönen unterglasur Staffierung. Vergleichbare Objekte werden bei Ebay zwischen 20 und 40 Euro angeboten. Marke: Am Boden unterglasurblau bekröntes „E“ und ein weiteres Zeichen. Erhaltungszustand: Perfekt. Beschreibung: Weißer, glasierter Scherben, unterglasur dekoriert. Schalenförmiger Teller mit passig geschweiftem Rand. Die Schauseite ganzflächig mit blautürkisem Fond und einer naturalistisch dargestellten weißen Orchidee mit zwei grünen Blättern dekoriert. Schätzwert 30 Euro. Die Eichwälder Porzellan-Ofenfabriken Bloch & Co. wurde durch Anton Tschinkel im Jahr 1871 gegründet. Sie existierte seit 1864 als Majolikfabrik. Ab 1874 wurden dort auch Porzellane produziert. Im Jahr 1885 wurde sie von der Meißner Ofen- und Porzellanfabrik C. Teichert übernommen und hat von Meissen die Lizenz für die Produktion des Zwiebelmusters bekommen. Zehn Jahre später wurde die Fabrik von Bernard Bloch gekauft. Im Jahr 1920 wurde der Name in Eichwalder Porzellan- und Ofenfabriken Bloch & Co. geändert. Zwischen 1895 und 1930 ist Gustav Klimt künstlerischer Mitarbeiter. Nach der Annektion der Tschechei durch Deutschland 1939 wurde die Fabrik von Dr. Widera verwaltet und hieß bis 1945 Eichwalder Porzellan-, Ofen- und Wandplattenfabriken Dr. Widera & Co. KG. Es werden unter anderem folgende Artikel hergestellt: Hotelporzellan, Gebrauchs- und Luxusartikel (Figuren, Büsten, Schreibzeuge, Jardinieren, Schalen, Vasen) Weiß und dekoriert, unter anderem mit Alt Wiener- und Kopenhagener Dekoren oder Meißener Zwiebelmuster. Beteiligung an zahlreichen Ausstellungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie in Duchcovsky Porcelán und dann im Jahr 1958 in Karlovarsky Porcelán

lan-, Ofen- und Wandplattenfabriken Dr. Widera & Co. KG (1939-1945) * Duchovsky Porcelán (1947-1958) * Karlovarsky Porcelán (1958-1991) * Cesky Porcelán Dubí, AS (1991- ). Maria Sabat, Auctionata Expertin

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Termine im Februar 01 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

02 Do Essen-Bergeborbeck Autokino Essen, Sulterkamp

Anton

03 Fr Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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04 Sa Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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05 So Köln-Marsdorf

Globus, Max-Planck-Straße

Kopp

08 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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09 Do Essen-Bergeborbeck Autokino Essen, Sulterkamp

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10 Fr Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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11 Sa Köln-Porz-Eil

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12 So Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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15 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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16 Do Essen-Bergeborbeck Autokino Essen, Sulterkamp

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17 Fr Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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18 Sa Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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19 So Köln-Ossendorf

IKEA, Am Butzweilerhof

Kopp

22 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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23 Do Essen-Bergeborbeck Autokino Essen, Sulterkamp

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24 Fr Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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25 Sa Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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26 So Keine Märkte wegen Karneval

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LOGO. DIE KUNST MIT DEM ZEICHEN HEIDRUN TH. GRIGOLEIT

Logos umgeben einen, egal, wo man sich befindet. Selbst am eigenen Körper trägt man sie und macht auf Kleidung, beispielsweise Werbung für Armani oder Audi. Logos zieren aber auch Schuhe, Taschen, Accessoires und Geldbörsen. Findet sich darin eine Master Card? Dann trägt man auch ein Stück Konkrete Kunst bei sich. Unter dem Motto „LOGO. Die Kunst mit dem Zeichen“ zeigt das Museum für Konkrete Kunst (MKK) in Ingolstadt noch bis zum 19. März eine bemerkenswerte Ausstellung, die den Besuchern die Verbindung von Zeichen und der signalhaften Malerei in der Konkreten Kunst nahebringen will. Die an das Museum angegliederte Stiftung für Konkrete Kunst und Design (SKKD) ist Mitausrichterin der Ausstellung und wird seit ihrer Gründung 2007 von der Audi AG gefördert.

MKK Ingolstadt Die Idee zu der Ausstellung entstand aus langjährigen Überlegungen, wie man Design und Konkrete Kunst enger zusammenbringen könne. Das Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt geht diesem Ansinnen nun erstmals mit dieser außergewöhnlichen Schau nach. Übergreifend werden Kunst, Grafikgestaltung und Design in bisher nie gezeigter Weise gemeinsam präsentiert, indem das MKK Logo- und Produktgestaltung in direkter Nachbarschaft zur Kunst zeigt und so ein-

drücklich dokumentiert, dass Logo-Gestaltung und Konkrete Kunst zwei gestalterische Felder mit auffällig vielen Parallelen sind.

Künstler als Logo-Gestalter Gleichzeitig macht die Ausstellung deutlich, dass zahlreiche Vertreter aus der Kunst- und Designsammlung des Museums für Konkrete Kunst selbst Logo-Gestalter waren: So ließ der Autohersteller Renault ein Zeichen von dem Op-Art

Künstler Victor Vasarely und seinem Sohn Yvaral entwerfen. Karl Duschek entwickelte das Logo zur Deutschen Börse und Anton Stankowski gestaltete für die Deutsche Bank den berühmten „Schrägstrich im Quadrat“, der zu einem der bekanntesten Markenzeichen im globalen Finanzsektor geworden ist. Auch viele andere Künstler haben wichtige Logos für bedeutende Marken geschaffen.

Linie, Form, Farbe, Fläche Der Erzählstrang der Schau geht mit der Linie, Form, Farbe und Fläche von den grafischen Bildelementen selbst und ihrer vielfältigen Verwendung aus. Dabei sind Logo Deutsche Bahn Courtesy of Deutsche Bahn Vernissage „Logo“ Foto: Vivi D’Angelo 02 / 17


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DESIGN 13 zung und sollten Plagiaten vorbeugen. Eine Hochkonjunktur erlebten sie, als Ende des 19. Jahrhunderts dann das Markenrecht eingeführt wurde.

Abstrakt und ungegenständlich Das abstrakte, ungegenständliche Logo entstand – bis auf wenige Ausnahmen – erst in den 1920er-Jahren. Einen Übergang dazu markiert das Zeichen des Bauhauses von Oskar Schlemmer. Er kreierte das Logo der Gestaltungsschule, verwendet seit 1922, aus geometrischen Formen, die im Verbund ein Gesicht ergeben. Das Signet changierte zwischen Gegenständlichem und Ungegenständlichem. Seitdem wandte sich die Gebrauchsgrafik immer stärker der Abstraktion zu. Spätestens seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhun-

Verständlichkeit, Unverwechselbarkeit, Einprägsamkeit und Reproduzierbarkeit die Hauptkriterien, an denen sich ein Logo bis heute messen lassen muss. Kurt Weidemann, Gestalter des Logos der Deutschen Bahn, brachte es auf den Punkt und beschrieb eine gelungene Ausführung so: „Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann“. Um dieses Ziel der schnellen Wiedererkennbarkeit zu erreichen, bedienen sich Designer häufig exakt derselben Mittel, die in der Konkreten Kunst Anwendung finden – sie nutzen Grundformen, setzen auf Signalfarben und kommen immer mehr zur Reduktion.

Die Anfänge Die Anfänge des Logos liegen weit zurück in den Wappen des Mittelalters und waren auf Kreuzzügen, bei Kriegsschlachten oder bei Turnieren Erkennungs- und Unterscheidungszeichen. Parallel dazu entstanden Zunftwappen. Bei weit verbreitetem Analphabetismus dienten sie der Kennzeichnung von Geschäften und waren zugleich frühe Formen von Qualitätssiegeln. Während der Industrialisierung veränderte sich das Konsumverhalten und das Warenangebot wuchs – und damit die Konkurrenz. Individuelle Erkennungszeichen wurden nun ein Mittel zur AbgrenAusstellungsansicht „Logo“ Foto: Hubert P. Klotzeck Plakatmotiv „Logo. Die Kunst mit dem Zeichen“, darin Verwendung: Anton Stankowski, Raucherspaß, 1935, Fotografie © Stankowski-Stiftung 02 / 17


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DESIGN 14 derts bestimmte dann das Ungegenständliche die Neugestaltung von Logos, respektive ihre Neuüberarbeitungen.

Formal einfach... Ein zentrales Anliegen der Ingolstädter Ausstellung ist es zu zeigen, dass die Moderne als Hauptbedürfnis formal einfacher werden will. Die Ursachen dafür liegen einerseits in der einfacheren Reproduzierbarkeit. Aber auch die Produktpalette vieler Firmen wird immer größer. So müssen Logos auf Trägern aus unterschiedlichsten Materialien platziert werden und dabei trotzdem erkennbar bleiben. Und auch die Neuen Medien beeinflussen zuneh-

mend den Aufbau und die Farbgebung der markanten Zeichen. Denn Logos erscheinen heutzutage nicht nur auf Briefköpfen, Plakaten, Printmedien oder Textilien, sondern müssen zudem auch auf Monitoren, Tablets oder Smartphones funktionieren. Diese neuen technischen Möglichkeiten bestimmen somit die aktuellen Entwicklungen im Logo-Design.

...und immer reduzierter Alles in allem zeigt die Ingolstädter Ausstellung einen eindeutigen Trend auf: Aktuelle Logos sind reduzierter denn je. Für das Ungegenständliche spricht aber nicht nur die einfache Darstellbarkeit. Eng damit verknüpft ist sicherlich auch das Bestreben, vor allem zeitlos und international verständlich zu sein – vergleichbar mit der Konkreten Kunst. Das wird sicherlich einer reduzierten Form wesentlich besser gelingen als etwa einem Wappentier. Dabei richten sich jedoch auch die abstrakten Logos an einen sprachlichen wie kulturellen Kontext.

Von AEG bis Telekom Die Ausstellung räumt aber nicht nur aktuellen, sondern auch historischen Zeichen mit ausgewählten Beispielen einen Platz ein. Dadurch macht die Schau den Werdegang eines Logos anschaulich. Gleichzeitig zeichnet sie pro Beispiel eine individuelle Gestalterbiografie oder eine jeweils spezielle Firmenhistorie nach und erzählt somit eine gemeinsame Designgeschichte seit dem frühen 20. Jahrhundert. TheAusstellungsansichten „Logo“ Fotos: Hubert P. Klotzeck 02 / 17


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DESIGN 15 ge die Schrift von Behrens zum Einsatz. Selbst nach der ganz aktuellen Überarbeitung erinnert das Firmenzeichen noch an diese Anfänge, zeigt sich nun aber deutlich reduzierter.

Deutsche Bank

matisiert werden die Entwicklungen der Logos von AEG, Apollinaris, Audi, BASF, Braun, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutscher Werkbund, ERCO, Langenscheidt, Lucky Strike, Messe Frankfurt, Munich RE, Museum für Konkrete Kunst, Nivea, Rat für Formgebung, Renault, Telekom und wohnbedarf, die u.a. von den Designern wie Otl Aicher, Peter Behrens, Max Bill, Karl Duschek, Günter Fruhtrunk, Karl Gerstner, Raymond Loewy, Wolfgang Schmittel, Anton Stankowski, Victor Vasarely & Yvaral, Kurt Weidemann, Alexander Wollner oder Jörg Zintzmeyer kreiert wurden.

die drei Buchstaben in seiner Eckmannschrift um – eine der ersten modernen Typografien des 20. Jahrhunderts. Peter Behrens reduzierte das Logo noch stärker, als er 1908 das Erkennungszeichen in einem Hexagramm oder später in einem Rahmen platzierte. Obwohl sich das Logo AEG über Jahrzehnte veränderte, kam lan-

„Es [das neue Zeichen der Deutschen Bank] sollte der Bedeutung und dem Charakter unseres Unternehmens entsprechen und dabei Dynamik und Fortschrittlichkeit zum Ausdruck bringen“, formulierte der Vorstand im Jahr 1972 in der Einladung zur Neugestaltung des Firmenlogos an Anton Stankowski und die anderen Teilnehmer eines Wettbewerbs. Die Entscheidung zu diesem wegweisenden Schritt und damit zum „Schrägstrich im Quadrat“ traf die Bank ein ganzes Jahrhundert nach ihrer Gründung. Zunächst hatte der Kaiseradler als Bildzeichen den Schriftzug Deutsche Bank begleitet. Ab Mitte der 1930er-Jahre verwendete die Bank dann ein schlichtes Buchstabenlogo bestehend aus dem Kürzel „DB“ im Oval. Ein inzwischen stilisierter Adler blieb jedoch weiter in Gebrauch und führte mit dem DB-Oval sozusagen eine Doppelexistenz. Das neue und bis heute in seiner Form unver-

AEG AEG gibt es als Unternehmen heute zwar nicht mehr, die Marke schon. Angefangen hatte das AEG Zeichen übrigens als eine „Göttin des Lichts“, die im Nachthimmel auf einem Flügelrad sitzt. Mit dem Fuß berührt sie die Weltkugel, umgeben von Wolken und Blitzen. In ihrer Hand hält sie eine Glühbirne, die viel heller strahlt als Mond oder Sterne. Mit diesem allegorischen Zeichen führte Emil Rathenau 1894 erstmals eine Schutzmarke für seine Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft ein und folgte damit der seinerzeit üblichen Konvention. Abschied von der Allegorie hin zu einer sachlichen Darstellung nahm das Unternehmen schrittweise. Das erste Zeichen mit den AEG-Buchstaben kreierte 1896 der Architekt Franz Schwechten noch aus Akanthusranken. Um 1900 setzte der Jugendstilkünstler Otto Eckmann Ausstellungsansicht „Logo“ Foto: Hubert P. Klotzeck Logo der Deutschen Courtesy of Deutsche Bank 02 / 17


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DESIGN 16 ski zu entscheiden. Denn während andere herausragende Logos dieser Zeit Wortmarken oder Wort-Bild-Marken waren, gab es beim neuen Logo der Deutschen Bank keinen formalen Hinweis oder erklärenden Bezug zu Namen und Tätigkeit des Unternehmens. Vielmehr besteht diese einprägsame, klare Form für sich, die als das Ergebnis der bildnerischen Auseinandersetzung des konkreten änderte Logo mit der konstruktionsbezogenen Bezeichnung „Schrägstrich im Quadrat“ von Anton Stankowski bewährte sich als markant, unverwechselbar und vor allem als zeitlos. Durch die einfache, plakative Form erreicht das Logo einen hohen Aufmerksamkeits- und Erinnerungswert. Passend zur Identität der Deutschen Bank steht der Schrägstrich für progressives Wachstum und positive Entwicklung, das rahmende Quadrat für Sicherheit und ein kontrolliertes Umfeld.

Anton Stankowski Designer Anton Stankowski selber sah als wichtigstes Motiv der Visualisierung des

Logos eine Polarität zwischen gesicherter Basis und zukunftsorientierter Dynamik: „Die versetzte Diagonale wirkt symmetrisch, ist aber asymmetrisch. Der Balken der Schräge ist so angelegt, dass er einem diagonal geteilten Quadrat nicht entspricht. Das macht seine Charakteristik aus. Der Aufmerksamkeitswert der grafischen Anordnung besteht in einer nicht erwarteten Verschiebung.“ Die Entscheidung für das Logo Stankowskis rief damals Erstaunen hervor, doch die gestalterische Ausführung entsprach durch ihre Verständlichkeit, Unverwechselbarkeit, Einprägsamkeit und Reproduzierbarkeit allen Kriterien, an denen sich ein Logo messen lassen sollte – bis heute. Damals war es jedoch ein ziemlich mutiger und visionärer Schritt des Vorstandes, sich für den Entwurf des Designpioniers Stankow-

Künstlers Stankowski mit den geometrischen Elementen Linie und Quadrat angesehen werden kann. Stankowski hatte mit seinem Signet auf jeden Fall ein epochales Logo für die Deutsche Bank geschaffen. Und bis heute gilt das DeutscheBank-Logo „Schrägstrich im Quadrat“ in der internationalen Finanzwelt als herausragendes Markenzeichen, dem in der Ausstellung plakativ gebührend Raum eingeräumt wurde. Es gehört wie der Porsche 911 oder das Corporate Design der Lufthansa zu den prägenden Formen des modernen Deutschlands, die bis heute nahezu unverändert das öffentliche Erscheinungsbild dieser Unternehmen bestimmen.

Ganzheitliches Herangehen Eine Vielzahl von visuellen Erscheinungsbildern, die Stankowskis Atelier seit Mitte der 1950er-Jahre für Firmen im In- und Ausland entwickelte, haben sich aufgrund ihres geometrischen Vokabulars und ihrer klaren Farbgebung tief ins öffentliche Bewusstsein eingeprägt. Wie kaum ein anderer Designer der Bundesrepublik prägte Stankowski in den 1960er- und 1970erJahren die Vorstellungen von gelungener Gestaltung. Bei seinen Entwürfen gab es für ihn keine Trennung zwischen freier und angewandter Kunst und seine ganzheitliche Herangehensweise beschränkte sich nicht auf einzelne Produkte, Aspekte oder Leistungen, sondern konzentrierte sich stets auf das Zusammenspiel zwischen Menschen, Gesellschaft und Unternehmen – etwa bei Orientierungs- und FarbLogo Messe Frankfurt Courtesy of Messe Frankfurt Logo Munich RE Courtesy of Munich RE Anton Stankowski, Aufgeklappt auf Weiß, 1989 Foto: Helmut Bauer, Ingolstadt © Stankowski-Stiftung 02 / 17


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DESIGN 17 neues Logo, gestaltet durch Anton Stankowski, erklärte. Aus einem Buchstaben oder einer Abkürzung des Firmennamens ließe sich keine überzeugende Wortmarke entwickeln, hieß es. Stattdessen habe man nach einem visuell eigenständigen und zeitlosen Zeichen gesucht. Stankowski entwickelte das Zeichen aus 16 waagerechten Bändern, die er in ein Quadrat setzte. Mal kommen sie von rechts, mal von links. Das oberste und das unterste Band sind noch halb so lang wie eine Seite des Quadrats. Die Übrigen nehmen in ihren Längen kontinuierlich zu. Dadurch ergibt sich genau dort, wo sich alle Bänder überlagern, ein neues Quadrat, das auf einer Ecke steht. Ein Quadrat im Quadrat. Mit solchen mathematischen Konstruktionen hatte Stankowski bereits zuvor experimentiert. In dem Schreiben heißt es: „Die geradlinige Gestalt des für uns entwickelten Symbols – auf quadratischem Feld sich begegnende parallele Linien bestimmter Größen entwickeln gemeinsam eine neue quadratische Form – lässt Beziehungen zu unserem Unternehmen und zu unserer Arbeit erkennen: Verbindung und Austausch, Partnerschaft und Verflechtung, Gegenseitigkeit und Vertrauen, Entwicklung und Ordnung, Sicherheit und Solidarität, Größe und Differenziertheit.“ All das sah man durch die gewählte Gestaltung transportiert, die auf einer geometrischen Struktur mit mathematischer

leitsystemen in öffentlichen Gebäuden. Von 1969 bis 1972 war er Vorsitzender des Ausschusses für Visuelle Gestaltung der Olympischen Sommerspiele von München. 1972 begann auch die Zusammenarbeit mit Karl Duschek, der zunächst als Mitarbeiter in sein Atelier kam. In ihm fand Stankowski den perfekten Partner für große Aufgaben wie die Entwicklung des bereits erwähnten prägnanten Erscheinungsbildes der Deutschen Bank, das Duschek nach Stankowskis Entwurf 1974 konzipierte und im Atelier realisierte. Gemeinsam entwarfen sie ferner das Corporate Design der Stadt Berlin, von REWE sowie das Logo der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft.

Munich RE Im Dezember 1972 sandte die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft einen Brief an die Mitarbeiter, in dem sie ihr Ausstellungsansicht „Logo“, Apollinaris Foto: Hubert P. Klotzeck Ausstellungsansicht „Logo“, Langenscheidt Foto: Hubert P. Klotzeck 02 / 17


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DESIGN 18 Grundlage basierte. Dieses Beispiel macht deutlich, wie eng freie und angewandte Arbeiten beieinanderlagen, die Grenzen verschwammen und Kunst und Grafikdesign ineinander übergingen. Heute spricht man bei dem international agierenden Unternehmen kurz von „Munich RE“. Verändert hat sich zwischenzeitlich auch das ursprüngliche Logo. Die 16 Bänder wurden im Zuge der Digitalisierung aufgegeben, da sich mit den Linien Probleme bei der Monitordarstellung ergaben. Das Raster des Monitors vertrug sich nicht mit jenem des Logos. Man könnte ohne Weiteres sagen, dass sich ein gewisser Op-Art-Effekt einstellte. Ist dieser in der Kunst oft erwünscht, trifft genau Gegenteiliges für die Logo-Gestaltung zu. Was also tun, wenn ein Zeichen nicht mehr funktioniert? Aus den 16 Bändern sind nun einfach zehn geworden. Die Reduktion, so wichtig in der Geschichte des Logos im Allgemeinen, setzte sich somit auch bei Munich RE fort.

Langenscheidt Im Jahr 1956, zum 100-jährigen Jubiläum des Langenscheidt-Verlags, führte sich der damalige Leiter Karl Ernst Tielebier-

Langenscheidt alle Produkte seines Hauses vor Augen. Angesichts ihres Erscheinungsbildes konnte er nur zu dem Schluss kommen, es war ein richtiges Durcheinander aus „Kraut und Rüben“ – jedes Buch

sah anders aus. Eine Vereinheitlichung erschien dringend nötig, durch die alle Wörterbücher gleich gestaltet als eine Marke erkennbar wurden! Mit einer gewählten neuen Farbe Gelb kam auch ein neues Zeichen auf. Der Berliner Professor Richard Blank entwickelte das Logo als großes L mit spitz auslaufenden Serifen. Mit diesem prägnanten Logo wurde gleichzeitig eine signifikante Produktgestaltung gefunden. In den 1980ern stand erneut ein Jubiläum an: Das Unternehmen feierte 125 Jahre. Tielebier-Langenscheidt erkannte, dass man 1956 in der Umsetzung des neuen Corporate Designs nicht radikal genug gewesen war, da man nicht sämtliche Bücher aus dem Verlagsportfolio in Gelb einband. Seither wird bei dem Unternehmen auf sämtliche Nebenfarben verzichtet und auf ein bis heute gültiges Statement bei der Gestaltung gesetzt: Langenscheidt-Produkte sind nun alle gelb. Das L hingegen, inzwischen fest etabliert, konnte kleiner werden. 1986 modifizierte der Grafiker und konkrete Künstler Karl Gerstner den Entwurf Blanks. Er reduzierte die überlange Spitze des L auf ein Dreieck und setzte den Buchstaben in ein Quadrat mit blauem Rahmen. Seitdem hat sich das Logo weiter verändert. 2002 wurde der Buchstabe feiner, 2012 kleiner, dafür mittig im Quadrat positioniert, und schließlich entfiel der Rahmen. Das aktuelle Zeichen folgt in seiner Konstruktion dem Prinzip der Fibonacci-Reihe. Diese unendliche Folge von Zahlen bildet die Grundlage harmonisch empfundener Proportionen in Natur Ben Hübsch, Wabingo, 2016, Emaille, Sonderedition Stiftung für Konkrete Kunst und Design, Auflage 20 Aktuelles Logo von Langenscheidt Courtesy of Langenscheidt GmbH & Co KG

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12_19_Logos

12.01.2017

12:33 Uhr

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DESIGN 19

Künstleredition Gemeinsam mit der Stiftung für Konkrete Kunst und Design entwickelte Ben Hübsch extra zu der Ingolstädter Ausstellung eine Künstleredition, die in limitierter Auflage käuflich zu erwerben ist.

Informationen „LOGO. Die Kunst mit dem Zeichen“ ist noch bis 19.03.2017 im Museum für Konkrete Kunst, Tränktorstr. 6-8, in 85049 Ingolstadt zu sehen. Der begleitende Katalog ist im Verlag Surface erschienen. Fotos: wie angegeben und Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt

sowie Gestaltung. Sie entsteht, indem sich die jeweils nächste Zahl durch die Addition der beiden ihr vorausgehenden ergibt: 1, 2, 3, 5, 8, 13 … In seinem Aufbau entspricht das aktuelle Logo damit einem mathematischen Prinzip, so, wie es oft in der Konkreten Kunst zur Anwendung kommt.

Raum für zeitgenössische Kunst Allerdings will die Ausstellung „LOGO. Die Kunst mit dem Zeichen“ nicht nur als bloße Chronik wahrgenommen werden. Tatsächlich gibt sie neben all den gezeigten Archivfunden, Werbemitteln und Verkaufsobjekten auch zeitgenössischen Künstlern, wie Daniel Pflumm, Guido Münch und Ben Hübsch, einen Raum, ihre Werke zu präsentieren. Mit ihren Leuchtkästen und grellen Wandarbeiten setzen sie sich künstlerisch mit der Thematik des Logos auseinander. Präsentiert werden auch die künstlerischen Positionen von Rupprecht Geiger, Konstantin Voit, The Old Boys` Club sowie künstlerische Arbeiten der genannten Logo-Gestalter. The Old Boys’ Club, Abstraction belong to all of us, started in 2011, work on progress animation in loop © Galerie Anita Beckers Guido Muench, Logo Maestro und Varta Foto: Guido Muench Konstantin Voit, Die Malfabrik, Block 7 (Werbeblocks), 16 Logos © Konstantin Voit 02 / 17


32_33_Schallplatten

12.01.2017

12:37 Uhr

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SCHALLPLATTEN 32

.. SCHWARZES GOLD FUR SCHALLPLATTEN-SAMMLER DEUTSCHE ROLLING STONES PRESSUNGEN

€ 200-300 Rolling Stones „19th Nervous Breakdown/As Tears Go By 7 Inch”, erschienen 1966 in Deutschland auf Decca, Nr. „DL 25222”, weinrotes Label. Die Single mit dem sogenannten „Gartencover” wurde nur zwischen November 1966 bis Februar 1967 verwendet, Auflage circa 500 Vinyl-Exemplare

€ 100-200 Rolling Stones „After-Math & Out Of Time LP”, 1967 als 14-Track Stereo Compilation auf Deutscher Schallplattenclub, Nr. „SBD 1125-C (H 220), laminiertes Cover, weinrot-goldenes Label. Der Song „Mothers Little Helper” wurde durch „The Spider & The Fly” ersetzt

€ 100-150 Rolling Stones „Around And Around LP”, erschienen im September 1964 bei Decca Deutschland, Nr. „BLK 16315. Erstpressung, Matrix-Nr. „LDP 010836//-I-X”, goldenes Decca-Logo, rote Buchstaben. Compilation-LP mit 12 Songs, Der LP-Titelsong stammte im Original von Chuck Berry aus dem Jahr 1958

€ 300-400 Rolling Stones „As Tears Go By/19th Nervous Breakdown 7 Inch”, gepresst 1965 von Decca Deutschland für den Schweizer Ex-Libris Buchclub (Export-Single), Nr. „20038”, weinrotes Label. Nicht die Stones hatten mit ihrem Song „As Tears Go By” zuerst Erfolg. Vorab (1964) landete der Song auf einer Single der erst 17-jährigen Marianne Faithfull, die sich mit diesem Klassiker in den „US-Billboard Hot 100” für 9 Wochen auf Position 22 platzierte. Von den Stones existiert auch eine in italienisch gesungene Single-Version mit dem Titel „Con Le Mie Lacrime” (Wert circa 50-100) € 400-600 Rolling Stones „Beat Beat Beat 10 Inch”, erschienen 1965 auf Decca Germany (circa 2.000 Copies) für den Bertelsmann-Club, Nr. „60368 Hi-Fi Sonderauflage”, weinrot-goldenes Label, Matrix-Nr. „LDP 10990/1-X”, ovales Decca-Emblem, „Wabbel-Cover”. Spätere Pressungen mit Zustatz „P-10”, „Boxed Decca Emblem”

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€ 200-300 Rolling Stones „The Best Of The Rolling Stones LP”, erschienen bei Decca BRD 1966 für den Deutschen Schallplattenclub, Nr. „1080”, weinrotes Label, goldene Schrift, laminiertes Cover, Matrix-Nr. „LDP 011500/1-X”

€ 700-1.000 Rolling Stones „Big Hits LP”, veröffentlicht um 1973/1974 auf FonoRing (Christophorus-Verlag Freiburg), Nr. „SFGLP 78299”, Auflage circa 1.000 Exemplare, Cover von Alfred Kutschera („Steine” aus der Dreisam fotografiert). Wohl 1975 kurzzeitig nachgepresst (Wort „Stereo” auf Label kleiner gedruckt)

€ 30-50 Rolling Stones „Bravo LP”, erschienen 1965 in Deutschland auf Hör Zu, Nr. „SHZT 531”. Stereo-Compilation, die damals reißenden Absatz fand


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SCHALLPLATTEN 33

€ 80-120 Rolling Stones „Five By Five 7 Inch”, erschienen 1964 auf Decca Deutschland, Nr. „DX 2330”, Matrix-Nr. „45-D9/10834/35-X”. 4-Track-EP mit weinrot-goldenem „Füllschrift”-Label

€ 150-200 Rolling Stones „I Wanna Be Your Man 7 Inch”, veröffentlicht 1964 in Deutschland auf Decca, Nr. „DL 25129”. Erstes „5 Head”-Cover ohne die rückseitige Diskografie (bei späterer Version)

€ 50-80 Rolling Stones „Street Fighting Man 7Inch”, BRD 1968 auf Decca, Nr. „25350”. Wohl der politischste Song der Stones mit dem berühmten Satz „The Time Is Right For A Palace Revolution”

€ 500-700 Rolling Stones „Flowers LP”, 1967 auf Decca BRD, Nr. „25084”. Export-LP für den Schweizer Buchclub „Ex-Libris”, gestanzte Matrix-Nr. „K-ZAL 7752/53-X” und Tracklisting-Präge-Druck, rotes Label, „Royal Sound Stereo”

€ 100-200 Rolling Stones „Same LP”, erschienen am 16. April 1964 in Deutschland auf Decca, Nr. BLK 16300-P Mono”. Erstes Studioalbum der Stones (in den USA unter dem Titel „England’s Newest Hitmakers” veröffentlicht), aufgenommen mit einem Zweispur-Tonbandgerät in den Regent Sound Studios in London. Bandmanager Andrew Loog Oldham hatte die neue und ungewöhnliche Idee, auf dem Frontcover (deutsche Version im „Wabbelcover”) weder Bandnamen noch den Albumtitel zu erwähnen

€ 100-200 Rolling Stones „Their Satanic Majesties Request LP”, 1967 bei Decca BRD, Nr. TXS 103”. Erstpressung im 3DCover (Foto von Michael Cooper) und Lentikulardruck. Psychedelischstes und zugleich experimentellstes Stones Album

€ 150-200 Various Artists „Same EP”, veröffentlicht in Deutschland 1965 auf dem Label SR International, Nr. „41518”. Neben den Rolling Stones mit „The Last Time” sind noch Peggy March „Mit 17 Hat Man Noch Träume”, Drafi Deutscher „Hast Du Alles Vergessen” und Jewel Akens „The Birds And The Bees” auf der Compilation vertreten € 300-400 Rolling Stones „In Action LP”, erschienen 1966 in Deutschland auf Decca/SR International Sonderauflage, Nr. „74307”, Matrix-Nr. „K LPD-Ste012001/2-X”, weinrot-goldenes Label. Stereo-Compilation-LP mit deutschem „Live Stones”-Bühnencover

Alle angegebenen Schallplattenpreise verstehen sich als ungefähre Richtpreise, die bei Internet-Auktionen, Schallplattenbörsen, Sammler-Foren, Festpreislisten, Privatverkäufen etc. erzielt oder angeboten wurden. Die Preise gelten in der Regel für Mint/Mint-Exemplare (neuwertig bzw. minimale Gebrauchsspuren).

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87_Onlinetipp

12.01.2017

12:51 Uhr

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ONLINETIPP 87

■ Kitsch? Kunst? Nippes? Die Meinungen über Tier- und Menschenfiguren aus Porzellan oder Glas gehen weit auseinander. In fast jedem Haushalt dürften sich ein paar Exemplare befinden, die vielleicht als ungeliebte Geschenke in hinterste Schrankecken verbannt wurden, als Staubfänger in Regalen stehen oder aber stolz hinter Glas präsentiert werden. In Sammlerkreisen sind sie jedenfalls sehr beliebt, werden sogar als Wertanlage betrachtet und füllen oft zu Hunderten mehrere Vitrinen. Die enorme Vielfalt und die große Auswahl hat auch zu Spezialisierungen geführt, z. B. auf Hersteller und Motive.

FIGUREN AUS PORZELLAN UND GLAS ■ Porzellanfiguren

se auf weitere Informationen vorhanden. Wer nicht alle Einzelfotos betrachten möchte, findet unter „Übersicht" einige Gruppenfotos. Dazu kommen noch eine Suchliste und ein paar Angebote. www.goldbach.ch/SammlungS.htm

Auf der recht informativen Sammlerseite werden mehrere bedeutende Porzellanhersteller vorgestellt, jeweils mit dem Schwerpunkt auf deren Figuren und mit einigen Bildbeispielen. www.porzellanfigur.net

■ Hutschenreuther Porzellanfiguren Als Schwerpunkt dieser umfangreichen Präsentation wird die Firma Hutschenreuther vorgestellt, auch mit sehr gutem Bildmaterial von vielen Tierfiguren aus Porzellan. Auch auf die Geschichte des Unternehmens, deren Designer, Modelleure, Bodenmarken usw. wird ausführlich eingegangen. Dazu kommen noch etliche Objekte, darunter ebenfalls reichlich Tierfiguren, einiger anderer Hersteller. Zu vielen Stücken, insbesondere denen von Hutschenreuther, sind auch ausführliche Informationen und Datierungen vorhanden.

■ Meerestiere aus Glas Das Naturhistorische Museum in Wien verfügt seit Ende November 2016 als Dauerleihgabe über eine einzigartige Sammlung gläserner Meerestiere aus dem 19. Jahrhundert. Dazu gibt es einen ausführlichen Pressebericht mit vielen sehenswerten Fotos. kurier.at/wissen/naturhistorisches-museum-dasgeheimnis-des-zoos-aus-glas/232.901.177

■ Rauchverzehrer Auch zahlreiche Rauchverzehrer wurden aus Porzellan und in Tiergestalt produziert. Davon werden hier mehrere Exemplare, hauptsächlich der Marke „Aerozon", vorgestellt. Außerdem gibt es noch einige sehr alte figürliche Darstellungen ver-

schiedener Porzellanhersteller zu sehen. www.aerozon.de

■ Figurensammlung Zahlreiche Figuren aus Glas von Swarovski und aus Porzellan von Goebel/Hummel sind hier mit viel schönem Bildmaterial zu sehen, auch im Großformat und als Diashow. Informationen sind nicht vorhanden. www.rita-lessinger.de

www.porzellansammlung.de/uebersi.htm

■ Eisvogel Sammlung Der große Reiz einer spezialisierten Sammlung wird hier erkennbar, denn es werden ausschließlich Eisvögel aus Porzellan vorgestellt, von denen zahlreiche schon mehrere Jahrzehnte alt sind. Neben einer kurzen und mehrsprachigen Einführung werden sehr gute Bilder mit Größenangaben, Hinweisen zu den Herstellern und häufig auch Datierungen präsentiert. www.porzellan-eisvogel.nl

■ Katzen und Mäuse Geordnet nach Herkunftsländern und Herstellern kann hier in mehreren Bildergalerien eine außerordentlich umfangreiche Sammlung mit Katzen, Mäusen und einigen Hunden aus Porzellan und Glas bewundert werden. Neben den Hinweisen auf die Hersteller sind bei einigen Objekten noch kurze Erläuterungen und Verwei02 / 17


102_AP_04_14

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96_97_Blickpunkt

12.01.2017

12:54 Uhr

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BLICKPUNKT 96

ASIATIKA

■ Oishii „Oishii – Essen in Japan" lautet der Titel einer Ausstellung des Linden-Museums in Stuttgart, die sich erstmals fernab von Nippon nicht nur in kulturwissenschaftlicher Hinsicht, sondern auch anhand von ostasiatischen Kunstwerken der japanischen Ess- und Trinkkultur in Deutschland widmet. „Oishii" ist wohl das geläufigste Wort in Japan, um Schmackhaftes am Esstisch zu beschreiben, so heißt es doch übersetzt: „Es schmeckt mir!". Im Land der aufgehenden Sonne bedeuten Essen und Trinken weit mehr als nur Ernährung, es ist mit allen Bereichen des menschlichen Lebens verbunden. So verwundert es nicht, dass das traditionelle japanische Essen washo-ku 2013 in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO" aufgenommen wurde. Vor diesem Hintergrund lädt das Linden-Museum, eines der größten ethnologischen Museen Europas, den Besucher ein, die facettenreiche japanische Küche anhand von Tuschmalereien, Farbholzschnitten, Netsuke und Keramiken aus der eigenen Sammlung zu entdecken. Bislang zum Teil nie ausgestellte Schätze des Stuttgarter Hauses sowie wertvolle Leihgaben aus dem In- und Ausland führen die reiche Esskultur der Japaner vor Augen. So werden die unterschiedlichen Tendenzen des japanischen Essens in Geschichte und Gegenwart, aber auch wichtige kulturelle Aspekte des Essens – wie der ReisOktopus in einem Topf, Netsuke aus Elfenbein, Pupillen aus Horn, Japan, 2. Hälfte 19. Jh., LindenMuseum Stuttgart, Inv.-Nr. OA 19.234 (TN 492), Slg. Trumpf, Stiftung 1966

Picknickset mit Spatzen- und Bambusdekor, Holz mit schwarzem Lack, hirame, goldenem und silbernem maki-e, Goldfolie, H 33,9 cm, L 37,8 cm, B 19,8 cm, Japan, Meiji-Zeit (1868-1912), Inv.-Nr. B 22.176, Slg. Baelz, erworben 1891 durch das Landesgewerbemuseum Stuttgart

anbau, der Fischfang, das Brauen von Sake oder die Liebe der Japaner zu Nudelgerichten – anschaulich dargestellt. Für viele Japaner ist eine richtige Mahlzeit ohne Reis (kome) nicht vorstellbar. Die heutzutage wichtigste Kulturpflanze wird zwar seit über dreitausend Jahren im gesamten Archipel angebaut, wurde aber erst im letzten Jahrhundert für alle Bevölkerungsschichten selbstverständlich. Davor verzehrte nur die Oberschicht täglich Reis, die Bauern hingegen, die mühevoll das Getreide anbauten, aßen das nahr-

hafte weiße Korn nur zu Festtagen. Der hohe Stellenwert des Reises in der japanischen Gesellschaft findet sich mannigfach in der Kunst wieder. Der Reisanbau stellt ein beliebtes Motiv dar, und Reisfelder versinnbildlichen das Idealbild der japanischen Landschaft. Den ausführlichen Artikel „Oishii – Essen in Japan” (neun Seiten, 24 Abbildungen) von Ina Knekties finden Sie in der aktuellen Februar-Ausgabe der Zeitschrift „Sammler Journal” (ab 31. Januar im Handel erhältlich)

Holzschrein mit Daikoku und Ebisu, Holz, lackiert, bemalt und vergoldet, Metallbeschläge, H 27,0 cm, L (geschlossen) 33,5 cm, B 15,5 cm, Japan, 19. Jh., Inv.-Nr. 50.499 (B 22.343), Slg. Baelz, erworben durch das Landesgewerbemuseum 1891 02 / 17


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12.01.2017

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BLICKPUNKT 97

KUNSTHANDWERK

■ Novelties Im Englischen bezeichnet der Ausdruck „Novelty” – etwa in Verbindung mit Silber als Material und Gewürzständern in Tierfiguren als Gegenstand – etwas Ähnliches wie im Deutschen Scherzgefäße oder -figuren. Verbunden wird damit eine Art Witz oder Überraschung, die an Gegenstände bzw. Funktionsobjekte geknüpft ist. Interessanterweise begegnet uns dieses Prinzip der Novelties schon sehr früh, etwa im Mittelalter und in verschiedenen Zusammenhängen. Es gibt offensichtlich so etwas wie ein menschliches Bedürfnis nach Überraschung, Neuheit, Belustigung, das sich oft mit dem Anspruch auf Luxus und modische Eleganz verbindet. Dabei sind die Grenzen zwischen plattem Scherz und hintergründigem Humor fließend. Überhaupt scheint das Überraschende, der Form-, Funktions-, Material- oder Symbolwechsel, ein Grundprinzip der Kunst sein. Auch in den darstellenden Künsten haben wir das Prinzip der Illusion, die etwa auf einer flachen Bildtafel mit Linie und Farbe Tiefenräumlichkeit, Körper, Licht, Materialien und vieles mehr vortäuscht. Dabei finden wir dieses Bedürfnis nach Augentäuscherei bereits in der mittelalterlichen Buchmalerei, wo mit einfachen ornamentalen Mitteln wahrnehmungspsychologische Illusionseffekte aufs Pergament gezaubert werden. Die Entwicklungsgeschichte dieser illusionären Darstellung in der Malerei und Bildhauerei ist bekannt. Am entschiedensten hat dabei die Tromp l’oeil-Malerei, bei der durch ähnlich ge-

malte, meist flache Gegenstände das Auge real getäuscht werden soll, dieses Prinzip der witzigen Überraschung ausgereizt. Doch schon lange vor diesen Augentäuscherbildern des Barock gibt es in der Frührenaissance in der Buch- und Tafelmalerei augentäuscherische Details, etwa Insekten, Blüten oder Früchte in Lebensgröße, die in ihrer Erscheinung mit den echten Vorbildern konkurrieren. Bereits in der Antike spielen solche Erzählungen von erfolgreicher Augentäuscherkunst eine die Kunstdebatte dominierende Rolle. Erst die Moderne mit ihrer Rückkehr zur Abstraktion bzw. ihrer Erfindung der abstrakten Bildkomposition hat sich von diesem Prinzip der überraschenden und transmedialen Witzigkeit verabschiedet und ist zum Prinzip der Selbstidentität zurückgekehrt: Alles ist, was es ist. Eine Fläche sei flach, rot sei rot, und gerade sei gerade. Mehr nicht! Abgesehen davon, dass es Kunst sein soll und nicht banales Handwerk. So hat dieses Spiel der Formen und Bedeutungen heute den Geruch des Vordergründigen, Billigen, Kindlichen. Was unterscheidet nun einen guten von einem schlechten Scherz, Authentizität von Imitat, Werthaftigkeit von Ramsch? Dabei soll nicht von den normalen humoristischen Darstellungen und millionenfach anzutreffenden Illusionseffekten die Rede sein, sondern von Objekten, die eher im angewandten Bereich angesiedelt sind und mit spezielleren Überraschungseffekten operieren. Dieses Feld ist so groß, dass einzelne Werkgruppen nur schlaglichtartig angerissen werden können. Vielmehr soll auf eine überhistorische Gemeinsamkeit aufmerksam gemacht werden, die etwa mittelalterliche Aquamanile mit barocken Schnapshunden und modernen Ansteckbroschen in Violinform ver-

Mario Buccellati, Schlangenarmreif, Mailand, 1930er-Jahre, Gold und zwei Smaragde, Ø 62 mm. Eine um den Arm geschlungene Schlange hat hier einmal einen tieferen Sinn, denn die Allegorie der Klugheit bzw. die Dialektica wurde mit einer um den Arm gewundenen Schlange dargestellt, um die Schärfe und „Gefährlichkeit" der Argumente zu verbildlichen (Foto: Kaupp)

Meister S G, Zunftgefäß der Fleischhauer, Augsburg (?), 17. Jahrhundert, Zinn, Zunge und Augen rot lackiert, H 33 cm. Die Tradition der Trinkgefäße in Tiergestalt lebt in diesem Zunftgefäß fort, das einen ungewöhnlichen, sich wie ein Pferd aufbäumenden Stier darstellt (Foto: Schloss Ahlden)

bindet. Dabei sind die Vergleichskriterien allerdings gar nicht so leicht zu definieren, da in der Kunst die Bereiche gerne ineinander fließen und sich vermischen. Nur am Rande sei dabei die Welt der Automaten und Spielzeuge erwähnt, die nach eigenen Gesetzen funktioniert. Stattdessen stellt sich die Frage, was erwachsene Menschen dazu bewegt, sich als Nichtkinder und als Nichtspielende, also im mehr oder weniger normalen Leben, mit Dingen zu umgeben bzw. mit ihnen zu hantieren, die diesen demonstrativen Spielcharakter aufweisen. Grundsätzlich gilt hier das Opportunitätsprinzip. Gemacht wird, was möglich ist, was sich also vom Material, den Herstellungsmethoden und den Funktionsweisen anbietet. Auch hier liegen die Abstufungen weit auseinander, d. h. das Opportune ist für einen armen Bauern oder einen reichen Adeligen nicht dasselbe. Von diesem Unterschied leben Hoflieferanten wie Fabergé einerseits, die Nippesindustrie andererseits, auch wenn sie überraschend ähnliche Affekte bedienen. Das offensichtlich und überraschend Einfache steht dem betont aufwändig und kostbar Erzeugten gegenüber. Dabei wird durch die historische Distanz möglicherweise aus einer einstmals billigen Massenware heute ein begehrtes Sammlerobjekt. Den ausführlichen Artikel „Novelties – Scherzgefäße und Objekte” (acht Seiten, 21 Abbildungen) von Dr. Dieter Weidmann finden Sie in der aktuellen Februar-Ausgabe der Zeitschrift „Sammler Journal” (ab 31. Januar im Handel erhältlich)

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12.01.2017

12:55 Uhr

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FUNDSTÜCKE 98

FLOHMARKTPREISE

■ Memorabilia Maskottchen „Original Olympia-Waldi“, Hersteller „D. Ahr GmbH & Co. 507 Bergisch Gladbach“, mit Orig.-Firmenanhänger, Filz, Holzwolle, guter Zustand, Länge circa 25 cm. Nach einem Entwurf des deutschen Gestalters, Grafikers und Gründers der Hochschule für Gestaltung in Ulm Otl Aicher (1922 Ulm - 1991 Günzburg). Von 1967 bis 1972 war Aicher Gestaltungsbeauftragter der Olympischen Spiele von München, wofür er ein bis heute international weit verbreitetes System von Piktogrammen als Wegweiser entwickelte. Der Dackelbesitzer Willi Daume (1913 Hückeswagen - 1996 München, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees) hatte die Idee für den „Olympia-Waldi“, der gerade in München als das beliebteste Haustier seiner Zeit angesehen wurde. Die Farben des Maskottchens richteten sich an dem von Otl Aicher für die Spiele festgelegten Farbschema, das auf den HKS-Farbfächer zurückgriff. 16 Spielwarenhersteller erhielten Lizenzen, u.a. die Firmen Steiff, Schleich, Hermann, Hörath, Ahr, Hegi-Anker (Schuco), die auch für Gewinne der mitbeteiligten Stiftung Deutsche Sporthilfe sorgen sollten. Der fröhliche und mehrfarbige „Waldi“, damals auch als „LSD“-Dackel betitelt, wurde nachträglich ein Flop. Der Gesamtwert der nicht verkauften offiziellen Olympia-Andenken (geschützte Produkte mit der Olympia-Spirale und dem Maskottchen „Waldi“) betrug nach dem Ende der Spiele satte 50 Millionen DM. Unser gut erhaltener „Waldi“ dürfte noch 70 bis 100 Euro bei Sammlern einspielen. Flohmarktpreis: 35 Euro

■ Reklame Original-Verpackungsschachtel „Teufel’s Geradehalter-Corset Repona, bestbewährter Corset-Geradehalter für Mädchen und Damen, D.R. Musterschutz“ (ohne

Corset), 43 x 9,5 x 8 cm. Die Kartonschachtel (mit kleinen Löchern im Deckelbild) zeigt frontseitig eine Firmenwerbung mit diversen Jugendstil-Elementen sowie seitlich zwei Firmen-Schriftaufkleber „Teufels Spezialitäten sind als hervorragend in Zwecksmäßigkeit & als vorzüglich in Qualität & Arbeit über den ganzen Erdball in Ärzte & Fachkreisen rühmlichst bekannt. Jede der echten Teufelschen Spezialitäten trägt den Namenszug Teufel, Nachahmungen weise man zurück!“. Das Modell „Repona Eingetrag. Warenzeichen“ mit einer ansprechenden jungen Dame als Motiv, wurde im „Illustrierten Haupt-Katalog 1911“ der Stuttgarter Firma Wilhelm Julius Teufel aufgeführt (die Firma produziert noch aktuell Orthesen-Konzepte und Prothesen-Komponenten für die Orthopädietechnik). Seltene und ausgefallene Original-Verpackung aus der Frühzeit der Reklame. Sollte von Reklamesammlern mit 50 bis 100 Euro zu bewerten sein.

ders junge Keramik-Künstler wie Hanns Welling und Elmar Anders beschäftigten sich in der Epoche von Petticoat und Nierentisch erfolgreich mit neuen Motiven, Farben und Formen. Ausgefallene und äußerst dekorative deutsche Künstlerkeramik aus den Fifties, die für 150 bis 250 Euro den Besitzer wechseln dürfte. Flohmarktpreis: 50 Euro

Flohmarktpreis: 35 Euro

■ Keramik Vase mit „nächtlicher Pariser Straßenansicht“, Bodenmarke „Keto Keramik, Handarbeit Paris, Ritzsignatur „HW“ (Hanns Welling), Made in Germany“, Lantershofen (weitere ansässige Keramikfirmen Ahr-Keramik, Hema), um 1956, 28 x 15 cm. Großstädtisches, leicht erotisches und damals oftmals skandalöses Sujet auf schwarzem Grund, Konturen geritzt, polychrom emailliert. Die Keto-Keramik wurde 1948/49 bei den Kettiger Thonwerken eingerichtet und bestand bis Mitte der 1960er-Jahre. Allein in diesem Betriebszweig waren in der „Blütezeit" bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Künstlerische Bodenund Tischvasen, Tisch- und Wandteller, Bierkrüge, Wandplatten, Zierkeramik und Reiseandenken wurden in mehr als fünfzig Länder verschickt. Fernweh und Sehnsüchte sollten auf deutschem Keramikdesign der 50er-Jahre sichtbar sein. Beson-

Erscheinungstermin März-Ausgabe: Abo-Versand 21.02.2017 Erstverkaufstag Handel 24.02.2017


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12.01.2017

12:22 Uhr

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