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Europas Sammlermagazin
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11/2026 64419 • € 6,50 Österreich € 7,20
TERMINHEFT als Beilage 2 Monate Termine
Moldavit Plattenpreise
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MAGAZIN
Die Süddeutschen Glassammlertage bieten nicht nur Sammlern eine Gelegenheit zum Fachsimpeln und Entdecken, sondern laden alle Interessierten dazu ein, in die faszinierende Welt historischer Gläser einzutauchen
Tipp für Kurzentschlossene 24./25. Oktober
Glaskultur 11. Süddeutsche Glassammlertage in Murrhardt Die Süddeutschen Glassammlertage in Murrhardt verbinden Ausstellung und Verkauf und richten sich an Fans historischer Gläser sowie an alle, die sich für die Geschichte und Vielfalt des Glases interessieren. Sammler und Freunde alter Gläser treffen sich in der Stadthalle, um besondere Stücke zu präsentieren, Erfahrungen auszutauschen und das eine oder andere Sammlerstück zu erwerben. Das Angebot reicht von historischem Waldglas über Trinkgläser und Flaschen bis hin zu Fachliteratur und weiteren Raritäten. Bei den angebotenen Gläsern handelt es sich um Originale aus unterschiedlichen Epochen. Die Stücke stammen aus dem 16. bis 20. Jahrhundert und geben einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung der Glaskunst und Glaskultur. Ein weiterer Service ist die Möglichkeit, antike Gläser begutachten zu lassen. WEBSEITE | www.waldglas.com
5. bis 8. November
Junge Talente Affordable Art Fair, Hamburg Norddeutschlands größte Kunstmesse öffnet zum 14. Mal in Hamburg: Die Affordable Art Fair präsentiert 90 Galerien aus 19 Ländern, die Positionen aufstrebender Talente neben Arbeiten von Gerhard Richter, Takashi Murakami und Katharina Grosse zeigen. Seit 2012 gehört die Messe für erschwingliche Kunst fest zum Kulturkalender der Hansestadt und ist heute
die größte ihrer Art in Norddeutschland. Ihrem Versprechen, „Kunst für alle“ anzubieten, ist sie über die Jahre treu geblieben. Jedes Werk ist transparent bepreist und bewegt sich in einem Rahmen von 100 bis 10.000 Euro. Was sich in diesem Jahr ändert, ist die Art, wie die Messe ihre Fläche nutzt. Mit einem eigenen Areal für Skulptur und einer InJulia Nordholz, Zwischen Mauern und stallation, die betreFugen ten werden darf, bekommt die dreidimensionale Kunst in Hamburg deutlich mehr Platz als zuvor. Von Deutschland über Großbritannien und die USA bis nach Südkorea, Japan und Hongkong, aus insgesamt 19 Ländern reisen die Aussteller und Ausstellerinnen an. Gezeigt werden Positionen aus Malerei, Plastik, Druckgrafik und Fotografie, ausgewählt nach einem Prinzip, das die Messe seit ihrer ersten Hamburger Ausgabe verfolgt: international im Blick, lokal verankert. Elf Galerien kommen aus Hamburg selbst, darunter die Affenfaust Galerie, die Galerie Schimming und die Galerie Holthoff. Mit 24 Neuzugängen ist rund ein Viertel des Portfolios in diesem Jahr zum ersten Mal in Hamburg vertreten. Zu den internationalen Highlights zählen die Pigment Gallery und die Galería Rodrigo Juarranz aus Spanien sowie die japanische Systema Gallery. „Kunst begegnet den meisten Menschen heute zuerst auf einem Bildschirm – als Bild unter tausend anderen“, erklärt Messedirektor Oliver Lähndorf. „Wir wollen unser Publikum zurückholen vor die Werke selbst und ihnen zeigen, dass die Kunstwelt zugänglicher ist, als sie auf den ersten Blick erscheint. Dafür braucht es weder Sammlungserfahrung noch ein großes Budget – es genügt, hereinzukommen und sich Zeit zu nehmen. Eine Skulptur wirkt anders, wenn man um sie herumgehen kann, ein Gemälde, wenn man ihm gegenübersteht. Und das Schönste: Bei uns bleibt es nicht beim Anschauen – was einen nicht mehr loslässt, darf man mitnehmen. Diese Freude des Entdeckens und Sammelns wollen wir allen ermöglichen – und bieten dafür sowohl ein abwechslungsreiches Portfolio als auch die nötige Hilfestellung, damit der erste Kunstkauf gelingt.“ Zum demokratischen Selbstverständnis der Affordable Art Fair gehört die Förderung von Künstler und Künstlerinnen, die noch am Anfang ihrer Marktkarriere stehen. Mit ihrer jährlichen Sonderausstellung gibt die Messe ihnen eine eigene, kuratierte Fläche und damit eine Sichtbarkeit, die zu Beginn einer Laufbahn am schwersten zu bekommen ist. In diesem Jahr trägt das Format den Titel „Common Grounds" und versammelt auf 44 Quadratmetern die Arbeiten von drei in Hamburg lebenden Emerging Artists: Lulu MacDonald, Jianan Ning und Julia Nordholz. Für die Sonderausstellung hat Kuratorin Hannah Weber-Heidenfels jene Werke ausgewählt, in denen sich die Wege der drei kreuzen. Sie alle befragen das Verhältnis des Menschen zur Natur, von der er lebt. Bewährtes kehrt ebenfalls zurück. Die Unter-1.000-
Euro-Wand zeigt, wie weit ein kleineres Budget auf dieser Messe reicht, während täglich kostenlose Führungen für Orientierung auf der Fläche sorgen. Für die jüngsten Besucher und Besucherinnen steht erneut die interaktive Kindermalwand bereit, die im vergangenen Jahr ihre Hamburger Premiere feierte. Ein Highlight bleibt die öffentliche Late View am Donnerstagabend von 17 bis 22 Uhr: Wer nach Feierabend kommt, kann bei einem Drink und Musik von DJ Levente den Messerundgang in jener lockeren Atmosphäre ausklingen lassen, für die die Affordable Art Fair seit Jahren bekannt ist. WEBSEITE | www.affordableartfair.de
14./15. November
Der besondere Fund Europas größtes Vintage-Event in Utrecht, Niederlande Ein wahres Paradies für Fans von Vintage, Antiquitäten, Kuriositäten und außergewöhnlichen Stücken ist die VerzamelJaarbeurs Utrecht. Von nostalgischen Gegenständen aus vergangenen Zeiten bis hin zu besonderen Raritäten für passionierte Sammler und Sammlerinnen ist vieles geboten. Gerade diese enorme Vielfalt macht die Vintage-Messe so besonders. Hinter jedem Stand könnte eine neue Überraschung warten. In Utrecht kann man auf die Suche nach dem besonderen Fund gehen: ein außergewöhnliches Objekt für das eigene Zuhause, eine Erinnerung aus der Kindheit, ein einzigartiges Vintage-Stück oder etwas, von dem man vorher gar nicht wusste, dass man danach gesucht hat. Schauen, stöbern, handeln und entdecken, genau das macht die besondere Atmosphäre dieser Messe aus. WEBSEITE | www.verzamelaarsjaarbeurs.nl
Die VerzamelJaarbeurs in Utrecht ist das Wochenende, das Sammler und Sammlerinnen, Vintage- und Designfans nicht verpassen sollten
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AUKTIONSNOTIZEN
Tipps für Kurzentschlossene 24. Oktober
Weltchronik bis Jugendstil Bamberger, Nürnberg Ein weiter Bogen spannt sich durch die Grafikofferte: Am Anfang steht die Schedelsche Weltchronik von 1493 mit ihrer berühmten Nürnberger Stadtansicht, am anderen Ende die Bildwelt von Christo und Markus Lüpertz. DazwiBrasiliensammlung von Carl Wilhelm und Leon Theremin, 1817-1852, rund schen liegen Jahrhunderte druckgrafischer 540 Originalzeichnungen und handschriftliche Dokumente (Taxe 100.000 EuKunst mit Arbeiten von Johann Adam Klein, ro). Reiss & Sohn, Königstein, 27.-30.10.2026 dessen präzise Beobachtung von Landschaft, Tier und Alltag den Übergang in die Moderne markiert. Auch bei den Gemälden und Aquarellen lohnt der genauere Blick. Hervorzuheben ist ein Aquarell 27. bis 30. Oktober von Maria Slavon, die 1865 in Lübeck als Marie Dorette Caroline Schorer geboren worden ist und als eine der wichtigen deutschen Impressionistinnen gilt (Limit 2.800 Euro). Unter den Silberarbeiten finden sich Empirekannen des Nürnberger Silberschmieds J. S. Schoenberg (1.350/850 Euro). Ein Gebrauchsstück, das von der langen Tradition der Steinzeugproduktion erzählt, ist ein Westerwälder Krug vom Anfang des 17. Jahrhunderts (300 Euro). Nah an der Reiss & Sohn, Königstein modernen Formensprache liegen die Objekte des Jugendstils, unter denen Arbeiten von Zsolnay, Meissen, SchneReiss & Sohn bietet mit seinen bibliophilen Kostbarkeiten ckendorf und den Amphora-Werken vertreten sind. ein Panorama darüber, wie Wissen gesammelt und geordnet wurde und Europa sich die Welt einst vorgestellt hatte. TELEFON | 0911 222120 In mehr als 1.700 Lose sind mittelalterliche Handschriften, WEBSEITE | www.auktionshaus-bamberger.de frühe Drucke, wissenschaftliche Revolutionen, Weltkarten, Reiseberichte und botanische Prachtwerke zu entdecken. Luther ist ebenso vertreten wie Kant und Newton, Ptolemaeus ebenso wie Shakespeare. Einen besonderen Akzent setzen zwei Sammlungen: die Bibliothek des Münchner Sammlers Rainer Köbelin zur europäischen Fechtkunst und die erst kürzlich wiederentdeckte und bislang unveröffentlichte Brasilien-Sammlung von Carl Wilhelm und Leon Theremin aus den Jahren 1817 bis 1852. In rund 540 Originalzeichnungen und handschriftlichen Dokumenten ist ein unmittelbarer Blick auf Brasilien gegeben. In Skizzenbüchern wurden Alltagsszenen, Städte und Landschaften festgehalten, mit besonderem Augenmerk auf Rio de Janeiro. Naturbeobachtungen stehen neben schriftlichen Aufzeichnungen. Zum Bestand gehört zudem ein bislang unveröffentlichter Expeditionsbericht von Leon Theremin samt Skizzen. Zusammen mit weiteren Originalzeichnungen und Aquarellen entsteht so ein dichtes Bild eines Landes im 19. Jahrhundert und ein Dokument darüber, wie europäische Reisende eine ihnen vielfach noch fremde Welt betrachteten. Die Sammlung zählt zu den bemerkenswerten Entdeckungen des diesjährigen Angebots (Taxe 100.000 Euro).
Die Welt zwischen zwei Buchdeckeln
Maria Slavona, Aquarell (Limit 2.800 Euro). Bamberger, Nürnberg, 24.11.2026
TELEFON | 06174 92720 WEBSEITE | www.reiss-sohn.de
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schnitt von Barock bis zur Moderne bildet die Gemäldeofferte mit Namen wie Christian Rohlfs (5.000 Euro), Jörg Immendorff (4.600 Euro), Max Slevogt (3.000 Euro) und Wilhelm Trübner. TELEFON | 03672 424350 WEBSEITE | www.auktionshauswendl.de
29. Oktober
Alexander Gerbig, Triumpf des Bacchus (Limit 650 Euro). Wendl, Rudolstadt, 28.-31.10.2026
Tipps für Kurzentschlossene 28. bis 31. Oktober
Schätze und Raritäten Wendl, Rudolstadt Die beiden imposanten viktorianischen Silberleuchter aus royalem Besitz sind die besonders prominenten Objekte dieser Herbstauktion (mehr dazu im SJ 10/2026), doch reicht das Spektrum der insgesamt rund 3.500 Lose von Kunst und Möbeln über Porzellan und Schmuck bis zu Spielzeug, Glas und historischen Waffen. Eine Offerte, in der sich große Namen ebenso finden wie Entdeckungen. Wer die besondere Qualität schätzt, auf die sich in der Vergangenheit selbst Königinnen verließen, wird bei den Uhren fündig. Eine Taschenuhr mit Goldgehäuse, einem Übergehäuse aus Schildpatt sowie diamantbesetzten Zeigern des Londoner Uhrmachermeisters Daniel de St Leu, ab 1765 Hofuhrmacher der englischen Königin Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, besticht durch Funktionalität und der Verwendung von erlesensten Materialien, die die museale Qualität der Taschenuhr unterstreichen (Limit 950 Euro). Den Glanz vergangener wie gegenwärtiger Zeiten gibt es auch beim Schmuck mit über 300 Losen zu erleben. Keinen stichhaltigen Grund braucht, wer so kurz vor Weihnachten beim Spielzeug auf einen Zuschlag aus ist. Aus mehreren Privatsammlungen stammen seltene Erzgebirgsfiguren, darunter drei Schiffsarchen. Hinzu kommen Schönhut-Konvolute mit Humpty-Dumpty-Zirkusfiguren und Tieren sowie eine umfangreiche Sammlung historischen Christbaumschmucks. Puppen, darunter drei Automaten, und die Fortsetzung der Versteigerung einer hochwertigen, unlimitiert angebotenen Puppenstubensammlung ergänzen den Bereich. Auch beim Glas begegnen sich Raritäten und stilgeschichtliche Höhepunkte. Zwei Objekte aus Hyalithglas aus der Zeit um 1825 bis 1850, ein Flakon (1.200 Euro) und eine Flasche (1.100 Euro), stehen ebenso zum Aufruf wie ein seltenes Kelchglas von Peter Behrens (1.200 Euro). Im Bereich der Porzellane führen mehr als 600 Lose durch die Geschichte des europäischen weißen Goldes von frühen Meissener Arbeiten über KPM bis zu regionalen Erzeugnissen wie dem Großen Chinesenpaar der Schwarzburger Werkstätten Unterweißbach. Einen Quer-
Witz, Loetz und Wiesn Scheublein, München Bei Scheublein trifft feinsinniger Humor auf Jugendstil und das größte Volksfest der Welt. Besonders charmant ist die kleine Auswahl von Arbeiten des Zeichners und Karikaturisten Paul Flora, dessen Figuren und Tiere stets zwischen Witz, Melancholie und liebevoller Menschenbeobachtung changieren. Die kolorierte Tuschezeichnung „Faschingsfigur und Huhn“ wird mit 800 Euro taxiert, die Farbradierung „Zwei Raben mit Weinglas“ mit 200 Euro. Einen Hauch Wiener und böhmischen Jugendstil bringen mehrere Glasarbeiten mit. Darunter befindet sich eine Vase, wohl von Joh. Loetz Witwe, aus Opalglas mit Einschmelzungen (Limitpreis 200 Euro). Ergänzt wird das Angebot durch irisierende Arbeiten von Pallme-König, Muller Frères und Jérôme Massier. Passend zum gerade erst zu Ende gegangenen Münchner Oktoberfest ist eine historische Radierung von Peter von Hess. Auf seinem Blatt „1. Oktoberfest“ hat er das legendäre Pferderennen von 1810 anlässlich der Hochzeit des späteren Königs Ludwig I. mit Therese von SachsenHildburghausen festgehalten. Jenes Fest, aus dem die Oktoberfest-Tradition hervorging. Hess’ Gespür für Menschenmengen und Bewegung ist bereits in diesem frühen Blatt eindrucksvoll zu erkennen. Die kolorierte Fassung wird mit 450 Euro, die Schwarz-Weiß-Version mit 350 Euro taxiert. TELEFON | 089 23886890 WEBSEITE | www.scheublein.com
Paul Flora, Faschingsfigur mit Huhn, kolorierte Tuschzeichnung, 6 x 9 cm (Schätzpreis 800 Euro). Scheublein, München, 29.10.2026
www.hartung-hartung.com
Nova totius Asiae tabula, Amsterdam, Petrus Schenk, ca. 1710, 85 x 97,5 cm (Schätzpreis 30.000 Euro). Hartung & Hartung, 03.11.2026
3. November
Die Insel Kalifornien Hartung & Hartung, München Wer genau hinsieht, erkennt, wie viel Weltgeschichte in diesem großformatigen Blatt steckt. Die „Nova totius Asiae tabula“, um 1710 in Amsterdam von Petrus Schenk herausgegeben, und nun neben wertvollen Büchern, Manuskripten, Autografen und Grafiken eines der Herbsthighlights bei Hartung & Hartung, entfaltet auf 85 mal 97,5 Zentimetern ein Bild Asiens, das vom Mittelmeer und Nordostafrika im Westen bis nach Korea und Nordaustralien im Osten reicht. Zeitgenössisch koloriert und aus zehn Segmenten zusammengesetzt, ist diese Karte in der einschlägigen Fachliteratur nicht verzeichnet. Am unteren Kartenrand wird die große Geografie konkret. Fünf Ansichten und Pläne zeigen Surat, Colombo, Batavia (das heutige Jakarta), Goa und Jerusalem. Gerade solche Details erzählen von Handelswegen, Städten und Orten, die für das europäische Weltbild des frühen 18. Jahrhunderts von besonderem Interesse waren. Zwei weitere Exemplare der Karte sind bekannt, weichen jedoch in Einzelheiten von dieser Fassung ab, unter anderem in der Reihenfolge der Stadtansichten und in der Größe des Schriftzugs „Asiae“. Auch ihre Entstehung führt tief in die Geschichte der Kartografie. Schenks Erdteilkarten knüpfen an die 1655 erschienenen Karten von Jan Mathysz an, die ihrerseits auf Joan Blaeus Weltkarte von 1648 zurückgehen. Ein besonders eindrucksvoller Blickfang ist die große Kartusche mit einer Weltkarte in zwei Hemisphären, umgeben von einer allegorischen Szenerie. Sie wurde nach einem Entwurf von Philip Tideman von Willem van Gouwen gestochen. Dass Kalifornien darin noch als Insel erscheint, erinnert daran, dass auch die vermeintlich festgefügte Weltkarte einst voller weißer Flecken und geografischer Irrtümer war. Einige spätere Überarbeitungen und Restaurierungen sind erkennbar, vor allem an Rändern und kleineren Rissen. So bewahrt dieses seltene Blatt ein historisches Bild der Welt und die Geschichte ihrer Vermessung (Schätzpreis 30.000 Euro). TELEFON | 089 284034 WEBSEITE | www.hartung-hartung.com
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mail@versteigerungshaus.de
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AUKTIONSNOTIZEN
6./7. November
Wiederentdeckt K & K, Heidelberg Eine ganz besondere Rarität und kunsthistorische Entdeckung kommt in Heidelberg mit Otto Hettners „Frühlingsfest“ von 1905 zum Aufruf (Taxe 4.500-6.000 Euro). Das impressionistische Hauptwerk, 1906 bei der Berliner Secession und im Kunstsalon Emil Richter in Dresden ausgestellt, zeigt eine vielfigurige Szene in toskanisch-mediterraner Landschaft mit antikisierenden Bauten. Gemalt in Eitempera auf Eternit und mit originalen Ausstellungsetiketten versehen, gilt das Gemälde als bemerkenswerte Wiederentdeckung aus altem Privatbesitz. Stilistisch bewegte sich der Maler, Grafiker, Bildhauer und Professor an der Akademie der bildenden Künste in Dresden, Otto Hettner, in einem hochdynamischen Umfeld, das vom Impressionismus, Symbolismus, Neo-Impressionismus und dem Expressionismus geprägt war. Obwohl er zu Lebzeiten eine treibende Kraft der frühen Moderne war und ein vielseitiges Gesamtwerk von rund 4.300 Arbeiten hinterließ, wurde sein Werk während der Nazi-Diktatur, die es als „entartet“ diffamierte, stark dezimiert und ist heute in der Forschung weitgehend übersehen. Spannende Akzente wurden mit der Sammlung russischer und osteuropäischer Kunst gesetzt: Isaak Brodskijs „Lenin mit seinen militärischen Beratern“, um 1920 (4.000-5.000 Euro), Jan Stanisławskis stimmungsvoller
„Vollmond hinter Bäumen“, 1895 (10.000-12.000 Euro) sowie Arbeiten von Julian Stanczak (6.000-9.000 Euro) und Władysław Jackiewicz (3.000-4.000 Euro). Ein Blickfang ist Bernard Schulzes großformatige „Circe“ von 1980 in musealer Größe (7.000-9.000 Euro). Daneben sorgen kleinere, nicht minder interessante Arbeiten für Überraschungen. Für Pop-Art-Freunde ist Andy Warhols Farbsiebdruck „Committee 2000“ von 1982 besonders interessant (7.000-8.000 Euro).
TELEFON | 06221 840840 WEBSEITE | www.auktionen-in-heidelberg.de
6./7. November
Alltag und Atmosphäre Allgäuer Auktionshaus Kühling, Kempten Von der bäuerlichen Stube über den Viehmarkt bis zur nächtlichen Landschaft: Mit der Gemäldeofferte präsentiert Kühling auch ein Stück Alltagsgeschichte. Besonders stimmungsvoll ist Eduard Schleichs „Rinderherde im Mond-
Otto Hettner, Frühlingsfest, 1905, Eitempera auf Eternit (Taxe 4.500-6.000 Euro). K&K, Heidelberg, 06./07.11.2026
AUKTIONSNOTIZEN
zum Viehmarkt“ verbindet seine Vorliebe für Tiere, Menschen und alte Architektur und steht exemplarisch für sein lebenslanges Interesse an Viehmarktszenen (1.800 Euro). Daneben reicht das Angebot von Otto Dix (Lithografie „Vaucluse“, 500 Euro), Hugo Wilhelm Kauffmann und István Bosznay über Schmuck und Porzellan bis zu Skulpturen und religiöser Kunst. Ein spätgotisches Doppelrelief der „14 Nothelfer“ und eine historische Memminger Zunfttafel setzen dabei besondere Akzente. TELEFON | 0831 5642530 WEBSEITE | www.allgaeuer-auktionshaus.de
6. November Ludwig Vollmar, Die Vorleserin in der Stube, Öl auf Leinwand auf Faserplatte, 37,5 x 46 cm (Limitpreis 4.600 Euro). Allgäuer Auktionshaus Kühling, Kempten, 06./07.11.2026
Lust auf Papier Schneider-Henn, Seefeld
schein“. Der Wegbereiter der Münchner Landschaftsschule verband genaue Naturbeobachtung mit einer poetischen, beinahe märchenhaften Auffassung von Landschaft (Aufrufpreis 1.800 Euro). Den Alltag in seiner ganzen erzählerischen Feinheit zeigt Ludwig Vollmar im detailreiche Genrebild „Vorleserin in der Stube“. Gebannt lauschen die Kinder dem Vortrag der älteren Schwester, selbst die Lausbuben sind für einen Moment still (4.600 Euro). Auch Karl Stuhlmüller widmete sich dem ländlichen Leben. „Auf dem Weg
Otto Dix, Vaucluse, Lithografie, 1934, 57 x 50 cm, 1/30 (Limitpreis 500 Euro). Allgäuer Auktionshaus Kühling, Kempten, 06./07.11.2026
Die Welt braucht Muster für Abwechslung und neue Orientierung, in der Kunst als Vorlagen weithin verbreitet. Sie stellen eine ansehnliche Gruppe bei Schneider-Henn, meist als Mappenwerke, in den Ateliers einst als Anregung häufig vereinzelt und heutzutage auch blattweise in den Antiquariaten. Die Reihe dieser Spezialitäten beginnt mit Monogrammen, die ihre Gestalt dem Jugendstil unterworfen haben (E. Belville, Monogrammes, Paris 1910, Schätzpreis 100 Euro), die Vorlagen parallel weitergeführt in den Gebrauch von Jugendstil und Art déco (H. Clouzot, Le Décor Moderne, um 1920, 800 Euro). Fachlich engagierte Zeitschriften haben häufig den Transport der Muster zu den Verbrauchern übernommen, führend ab 1890 die in 39 Jahrgängen erschienenen „Dekorativen Vorbilder“, ihre ersten drei Jahrgängen sind auf 900 Euro geschätzt. Der Wettbewerb der Ideen hat zur Spezialisierung der Vorlagen geführt: die Blüten als Ornament (G. Devresse, Décoration florale, Plauen, um 1900, 600 Euro) oder die Anregungen für Goldschmiede und Juweliere (M. Gerlach, Die Perle, Jahrgänge ab 1880, 700 Euor) oder ornamentale Huldigung an das bunte Herbstlaub (P. Robert, Feuilles d'Automne, 1909, 450 Euro) oder das Flachornament dreier deutscher Entwerfer (H. Sachs, R. Kuehnel, M. Starke) mit einem Mappenbeitrag für den französischen Markt (Motifs de décoration plane, um 1905, 550 Euro) oder als Zeitschrift „Le Modèle“ (2. Jahrgang 1895, 150 Euro). Eine neue Erfindung waren die neuen Erfindungen allerdings nicht, sondern als Ornament schon in Renaissance und Barock gut aufgestellt. Zu sehen in der kompletten Folge von Jean le Pautres „Frises et diferants ornaments à Italiene“ (6 Kupferstiche, Paris 1659, 500 Euro) oder als Kupferstich eine groteske Halbfigur aus dem 16. Jahrhundert, wohl rheinländisch (150 Euro). „Wechselten Stil oder Mode, hatte das Ornament mitzuhalten. Dies führte zu gelegentlichen Erschöpfungen. Wie es dem Ornament jedoch immer wieder gelang, sich zu erneuern, zeigt sich an der Überlieferung von ornamentalen Vorlagen.“, erläutert Auktionator Schneider-Henn in seinem Buch „Ornament und Dekoration“ (Prestel, 1997). TELEFON | 08152 70765 WEBSEITE | www.schneider-henn.de
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