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SEPTEMBER 2020
September 2020 · B 1309 | € 8,00 Schweiz CHF 12,30 | Österreich € 8,90 | Be/Ne/Lux € 9,00
SAMMLER JOURNAL
KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN
FOTOKUNST KUNSTMARKT AUSSTELLUNGEN
ADOLPH AMBERG GEMI
Meister des Jugendstils
HANS BALUSCHEK Ein scharfer Beobachter seiner Zeit
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SAMMLER-SERVICE
Zirkusdirektor Terrakotta-Büste
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Ich möchte Ihnen heute als Flohmarktfund einen lustig ausschauenden Mann als Büste vorstellen. Sie steht auf einem gedrechselten Holzsockel und ist aus bunt angemaltem, gebranntem Ton. Die Höhe beträgt 26 cm, die Breite 18 cm. Leider habe ich nichts über den Abgebildeten und auch nicht über das Alter herausfinden können. Der Hut und der Ohrschmuck könnten auf Südeuropa hinweisen. Die Signatur klingt deutsch. Es ist bestimmt kein Einzelstück. Über eine Einschätzung würde ich mich sehr freuen. Klaus Nitsche, Kürten
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Die Terrakotta-Büste in Ihrem Besitz lässt sich sicher in das damalige Österreich-Ungarn verorten. Der kleine Hut ist typisch für Volkstrachten in Ungarn, findet sich jedoch auch in Tschechien. Die prachtvolle Uniform-ähnliche Jacke ist mit Schellen besetzt, wäre also für einen Soldaten absolut ungeeignet. Ein reisender Zirkusdirektor dieser Region, möglicherweise mit Tanzbär unterwegs, könnte so etwas getragen haben. Solch ein exotisches Thema würde in das Produktionsspektrum der Firma Friedrich Goldscheider pas-
sen. Die Qualität der Ausformung und der gedrechselte Sockel aus ebonisiertem Holz legen eine Verbindung zu diesem Hersteller nahe. Zu dieser Büste hat vermutlich ein Gegenstück existiert, entweder ein weibliches oder eben ein Zirkustier. Über den Künstler VJH Frömml oder JH Frömme findet sich leider kein Hinweis. Für die dekorative Terrakotta-Büste aus dem Umfeld von Goldscheider, späte 1880er-Jahre (siehe auch SJ 01/2008, Artikel von Hans-Jürgen Flamm zum Thema „Goldscheider”) würde ich aktuell einen Wert von 200 bis 300 Euro ansetzen. Klaus-Dieter Müller, Kunstsachverständiger Jagdschloss Göhrde
St. Andreas in Hildesheim Holzschnitt von Peter Behrens
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Seit nunmehr zwei Jahren sind mein Mann und ich auf der Suche nach näheren Informationen zu diesem Holzstich. Wir konnten auf unserer Recherche zwei Exemplare davon finden. Er nennt sich Winterlandschaft, ist vermutlich von 1898 und der Künstler ist Peter Behrens. Uns ist mittlerweile bekannt, dass dieser Holzschnitt für die Zeitschrift PAN gestaltet wurde. Zum einen hat er eine OriginalSignatur von Peter Behrens, zum anderen eine Art Prägestempel. Können Sie uns bitte Näheres zu diesem Stich Fenna Boomgaarden, Leer sagen?
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Das hier zu besprechende Kunstwerk ist eine Druckgrafik auf Papier mit den Bildmaßen 21 x 26 cm. Das Werk zeigt einen von schneebedeckten Bäumen umstandenen Hohlweg, der auf ein romanisches Stufenportal mit Würfelkapitellen zuführt. Das auf Nahsicht konzipierte Blatt hat den Titel „Winterlandschaft“ und zeigt die Kirche St. Andreas in Hildesheim. Weiter ist das Blatt in der rechten unteren Ecke von dem deutschen Künstler und Designer Peter Behrens (1868-1940) in Bleistift handsigniert und mit einem Prägestempel versehen. Dieser Stempel verweist auf die von Peter Behrens mitherausgegeben Zeitschrift PAN und zeigt das Profil des namensgebenden griechischen Gottes. Dieses Blatt scheint entweder ein handsigniertes Exemplar dieses Holzschnittes zu sein, welches der vierten Ausgabe der Zeitschrift PAN beilag. Die zweite Möglichkeit ist, dass Behrens dieses Blatt im Rahmen einer niedrigeren und früheren Edition veröffentlichte. Diese Frage ist ohne das Werksverzeichnis oder weitere Literatur zu konsultieren, nicht zu
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entscheiden. Ein vorsichtiger Schätzpreis sollte mit 600 bis 1.200 Euro angesetzt werden. Sollte sich herausstellen, dass es sich tatsächlich um eine frühe und niedrige Auflage handelt, wäre der Schätzpreis höher anzusetzen. Georg Ottomeyer, Experte Berlin
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Rundum Riemenschneider Mit 360°-Technik im Museum für Franken Das Museum für Franken veröffentlicht als dreidimensionales Erlebnis den „Riemenschneider-Saal“ als virtuellen Museumsbesuch. Interessierte können ab sofort über die Homepage des Museums dessen Highlight-Sammlung bewundern. Digitale Besucherinnen und Besucher schlendern online von Standpunkt zu Standpunkt durch den Raum und genießen die weltbekannten Riemenschneiderwerke inklusive Kurzinformationen und Nahaufnahmen. Natürlich ist es noch einmal etwas ganz anderes, direkt vor den Bildwerken zu stehen, aber nun haben auch Menschen, die nicht auf den Marienberg kommen können, die Chance, Riemenschneiders Werke im Museumskontext zu betrachten. Gleiches gilt beispielsweise auch für Studierende und Forscher weltweit. Nach und nach sollen alle Räume des Museums aufgenommen werden, um den aktuellen Stand für die Zukunft zu dokumentieren. Schließlich soll in den nächsten Jahren in der Inneren Kernburg der Festung, also in den Gebäuden, die man von der Alten Mainbrücke aus sieht, das neue Museum für Franken entstehen. Auch dort wird Riemenschneider – das steht natürlich außer Frage – wieder eine zentrale Rolle spielen. Das Museum für Franken, das auch in den Sozialen Medien aktiv ist und einen YouTube-Kanal betreibt, verfolgt auch mit diesem Projekt das Ziel einer engen Verzahnung der Angebote vor Ort im Museum und online. Das 360°-Projekt wurde gemeinsam mit Hahn Media, Veitshöchheim realisiert. Das Museum für Franken inklusive Fürstenbaumuseum hat aktuell regulär Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
Riemenschneider 3D, Museum für Franken, Produktion Hahn Media
9-Zylinder Sternmotor, „WaspJr” Modell R985-AN, Die Neue Sammlung München; www.bavarikon.de/dns
geöffnet. Führungen für Erwachsene in Kleingruppen bis zu zehn Personen sind buchbar. TELEFON | 0931 2059423 WEBSEITE | www.museum-franken.de
Hundert Highlights Die Neue Sammlung auf digitaler Plattform bavarikon.de Für die digitale Plattform bavarikon.de des Freistaats Bayern zur Präsentation von Kunst-, Kultur- und Wissensschätzen aus Einrichtungen in Bayern hat Die Neue Sammlung – The Design Museum aus ihrem Museumsbestand eine einzigartige Auswahl von 100 Highlights getroffen. Die Objekte spiegeln die Vielseitigkeit der Sammlung wider und machen die entscheidenden Etappen der Entwicklung des modernen Designs nachvollziehbar. Die Bandbreite reicht von seriell gefertigten Industrieprodukten über Möbeldesign bis hin zu einzigartigem Kunsthandwerk. Hierdurch erschließen sich die Komplexität guten Designs und die damit verbundenen Fragen, was dieses ausmacht und für welche Bereiche der Begriff Gültigkeit besitzt. Mit dieser Auswahl aus mehr als 100.000 Sammlungsobjekten steht nun ein zentraler Sammlungsbestand mittels hochwertiger Digitalisate einer breiten Nutzerschaft digital zur Verfügung. 91 Objekte sind ab sofort online, neun weitere 3DModelle folgen. Seit ihrer Gründung legt Die Neue Sammlung ihren Fokus auf Objekte, die exemplarisch für einen sich stetig erneuernden Begriff der zeitgenössischen Gestaltung stehen. Erste Sammlungsstücke lassen sich auf eine Zeit zurückdatieren, die noch vor dem offiziellen Gründungsjahr des Museums 1925 liegt. Bereits 1907 hatten Mitglieder des
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Deutschen Werkbundes ein erstes Konzept für die Grundsteinlegung einer Sammlung von zeitgemäßen, den modernen technischen Fertigungsmöglichkeiten und sozialen Anforderungen entsprechenden Objekten formuliert. So wurden auch bereits ab 1911 vom Münchner Bund Gegenstände erworben, die sich bis heute im Besitz des Museums befinden: Objekte von Künstlern der Darmstädter Mathildenhöhe, der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk in München oder der Wiener Werkstätte. Der im Namen des Museums anklingende Fokus auf das „Neue“ führte dazu, dass weitere bedeutende Entwürfe der Designgeschichte bereits kurz nach ihrer Markteinführung in die Sammlung aufgenommen wurden, darunter Produkte des Bauhauses in Weimar und Dessau sowie der Burg Giebichenstein in Halle. Es ist aber auch die umfassende Sammlung aus dem Bereich Industriedesign – sie reicht vom Prototyp bis zum finalen Serienprodukt –, die das Münchner Haus als eines der weltweit bedeutenden Museen für Design auszeichnet. Kontinuierlich wurden seit seiner Gründung exemplarische Entwürfe gesammelt und hierdurch neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der Fertigung, der Technologie, aber auch der gestalterischen Konzeption dokumentiert. So beherbergt Die Neue Sammlung – The Design Museum gleichermaßen Objekte des Jugendstils und des Art déco wie des Funktionalismus und der Postmoderne bis hin zu zeitgenössischen Entwürfen. Die Sammlung vereint in sich die Möglichkeit für eine historische Aufarbeitung und die Diskussion zukunftsweisender Innovationen. Die digitale Plattform bavarikon.de ist bereits seit April 2013 online und gewinnt stetig neue Partner hinzu. Mittlerweile sind über 330.000 Inhalte von mehr als 90 Kultureinrichtungen online. Das Spektrum reicht von Handschriften, Urkunden, Archivalien und archäologischen Funden über Münzen, Gemälde und Fotografien bis zur bildenden Kunst
Kommode dd 22 „You can´t lay down your memories", Die Neue Sammlung – The Design Museum – Inventarnummer: 502 / 98, Tejo Remy (geboren 1960), Utrecht 1991, H ca. 110 cm, B ca. 120 cm (variabel) / Material: Holz, Ahorn u.a., z.T. lackiert, beschichtet; www.bavarikon.de/dns
und Volkskultur. Die Plattform bietet vielfältige Hintergrundinformationen zu den Objekten sowie digitale Recherchemöglichkeiten. Die Objekte sind außerdem hochauflösend, zoombar und aus nächster Nähe zu betrachten – teilweise auch als 3D-Modelle. TELEFON | 089 23805122 WEBSEITE | www.bavarikon.de/dns www.pinakothek-der-moderne.de
Neuzugänge Positions Berlin Art Fair Die diesjährige Positions Berlin Art Fair und paper positions.berlin findet vom 10. bis 13. September im Flughafen Berlin-Tempelhof statt. Über 130 Ausstellerinnen und Aussteller mit über 400 künstlerischen Positionen überwiegend zeitgenössischer und moderner Kunst werden erwartet, darunter zahlreiche Neuzugänge wie zum Beispiel die Galerie Thomas Schulte mit aktuellen Zeichnungen des spanischen Künstlers Juan Uslé sowie neue Arbeiten der in Berlin lebenden Künstlerin Iris Schomaker. Galerie Kleindienst zeigt auf der Psitions Berlin Art Fair unter anderem Werke des jungen Künstlers Sebastian Speckmann. Die Galerie Georg Nothelfer präsentiert mit Richard Serra einen der bedeutenden US-amerikanischen Bildhauer der Gegenwart. Walter Dorwin Teague (1883-1960), Radio „Nocturne”, Modell 1186, Die Neue Sammlung München; www.bavarikon.de/dns
TELEFON | 030 74073789 WEBSEITE | www.paperpositions.com
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www.auktionshaus-citynord.de
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Christo. Der Künstler, der Berlin verpackt hat Der große US-amerikanische Künstler bulgarischer Herkunft ist am 31. Mai dieses Jahres verstorben. Christo Wladimirow Jawaschew stammte aus Gabrowo, einer Industriestadt, aus der er – versteckt in einem Güterzug – 1957 geflohen war. In Paris angekommen, traf er seine Partnerin für alle zukünftigen Projekte, Jeanne-Claude, geboren am selben Tag wie er: 13. Juni 1935. In den ersten Pariser Jahren verdiente Christo seinen Lebensunterhalt mit dem Malen von Porträts und kreierte im Geheimen seine ersten Verpackungen. Er verkehrte auch mit der Pariser Avantgarde, den Vertretern des Nouveau Réalisme, Yves Klein, Arman, César, deren gemeinsames Anliegen das „poetische Recycling von Siedlungs-, Industrie- und Werberealität“ war, um es mit den Worten des Kunstkritikers und Begründers der Bewegung Pierre Restany auszudrücken. Christo „recycelt“ und verpackt Alltagsge-
genstände, darunter auch die Schuhe von Jeanne-Claude. Er verpackt auch einige der Porträts, die er gemalt hat und errichtet insbesondere seine erste In-Situ-Installation, indem er die Rue Visconti in Paris mit Ölfässern blockiert (Wall of Oil Barrels – The Iron Curtain, Paris, 1962). In der – damals illegalen – Aktion steckt bereits der Ehrgeiz der großen zukünftigen Projekte. Christo ist noch keine 30 Jahre alt. Ab 1964, dem Jahr seines Umzugs nach New York mit JeanneClaude, nehmen die Projekte eine ganz neue Dimension an. Grandiose Werke In den nächsten Jahrzehnten führen Christo und JeanneClaude, die 2009 verstorben ist, monumentale Projekte durch, die jahrelange harte Arbeit erfordern. Zusätzlich zur plastischen und technischen Vorbereitung der Installationen stellen sie eine außergewöhnliche Hartnäckigkeit unter Beweis, wenn es darum geht, die notwendigen Genehmigungen für die Ausarbeitung der Werke auszuhandeln und zu erhalten, und die öffentlichen Behörden, aber auch die Bürger vor Ort zu überzeugen. Weil sie eine Überschreitung
Christo, Pont Neuf, 1984 (Artcurial (S.V.V.), HôTEL MARCEL DASSAULT, Paris, Dezember 2011, Zuschlagspreis 500 Euro)
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des Bestehenden implizieren, sind ihre vergänglichen Werke außerdem ebenso leidenschaftlich in den Debatten, die sie ausgelöst haben, wie in ihren Errungenschaften und ihren Erinnerungen. Das Paar hat vier Jahre gearbeitet, um zwei Tage lang einen 400 Meter breiten orangefarbenen Vorhang für Valley Curtain (1972) in Colorado aufstellen zu können. Sie brauchten ein Jahrzehnt, um die Pont Neuf in Paris (1985) zu verpacken. Ein Unterfangen, an dem ein Dutzend Unternehmen, ein Dutzend Ingenieure und Hunderte Arbeiter beteiligt waren; mehr als 40 Jahre für das Projekt der Dauerausstellung „Mastaba“ in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die „höher als die Cheopspyramide mit ihren 150 Metern sein sollte“; 24 Jahre und drei Absagen, 1977, 1981 und 1987, um den Reichstag in Berlin 1995 zu verpacken. In seinem großen silbernen Kleid hat der Reichstag in zwei Wochen fünf Millionen Schaulustige in Berlin angelockt. Ein außergewöhnlicher Publikumserfolg. Die 100.000 Quadratmeter Polypropylengewebe und etwa 320 Tonnen Metallstützen, die für die Verpackung des Reichstags notwendig waren, wurden nach der Demontage recycelt. Christo und
Jeanne-Claude dachten an alles, beauftragten lokale Firmen damit, die Stoffbahnen vorab zu fertigen, recycelten alles nach der Ausstellung, und das ohne Auswirkungen auf die Steuerzahler. So bestand eine der großen Stärken des Paares darin, ihre grandiosen Projekte selbst zu finanzieren. Finanziert von den Künstlern selbst
Christo, Wrapped Reichstag (Auktionshaus Dannenberg, Berlin, September 2019, Zuschlagspreis 200 Euro)
Die Essenz ihrer poetischen und vergänglichen Arbeit ist, dass „sie zu nichts nütze ist“, um die Worte von Christo zu verwenden. Sie ist da „wegen der Schönheit, der Liebe zur Kunst und sonst nichts“. Durch ihre Entscheidung, zu verdecken um zu enthüllen, durch Verwandlung der Umgebung mit Stoff hat das Künstlerduo Erfahrungen geschaffen, Werke, die den Blicken gratis zur Verfügung gestellt wurden, die „niemand (…) kaufen, besitzen und vermarkten kann“. Diese kostenlosen, aber gewaltigen Installationen mussten jedoch finanziert werden. Ohne Subventionen oder Sponsoring, unter Ablehnung aller privaten Sponsoren und öffentlichen Subventionen haben Christo und Jeanne-Claude all ihre Projekte über den Direktverkauf von Werken finanziert: vorbereitende Skizzen, Collagen, Zeichnungen, Drucke, Modelle und Bücher. Manchmal wurden auch die Stoffbahnen, die einen Ort verpackt und verwandelt hatten, nach der Demontage des Werks verkauft. Da sich eine Kunstsammlung von Natur aus verändert und in Bewegung ist, gelangen Werke, die mit den großen Projekten in Zusammen-
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Christo, Valley Curtain, 1973 (Bassenge, Berlin, November 2010, Zuschlagspreis 300 Euro) Reproduktion: Galerie Bassenge, Berlin
hang stehen, regelmäßig zu Auktionen, überwiegend in Europa und in den USA (20 Prozent der Lose wurden seit 2010 in den USA verkauft). Eine der schönsten Studien für den Reichstag (Wrapped Reichstag, 1993) kam 2007 bei Sotheby's London für 300.000 Dollar unter den Hammer. Eines der 30 besten Resultate für ein Werk von Christo bei einer Auktion. Es gibt mehrere Lithografien des ReichstagProjekts, die im Durchschnitt zwischen 500 und 900 Dollar wert sind. Der höchste Preis, der jemals bei einer Auktion für eines seiner Werke erzielt wurde, lag 2014 bei 600.000 Dol-
lar, also beim Dreifachen des Schätzpreises für eine historische Verpackung, „Wrapped object“, von 1961 (Christie's Paris, 02/12/2014). Zum Zeitpunkt von „Wrapped object“ hatte der Künstler Paris noch nicht verlassen. Hier hat alles begonnen. Hier kann man in diesem Sommer die große Retrospektive zu Ehren von Christo und Jeanne-Claude im Centre Pompidou sehen. Diese Ausstellung sollte mit dem ultimativen Großprojekt von Christo, der Verpackung des Triumphbogens gekoppelt werden. Aber das Projekt wurde aus den wohlbekannten Gründen (Stichwort: Gesundheitsschutz) um ein Jahr verschoben. Sophie Duplaix, Chefkuratorin der zeitgenössischen Sammlungen des Musée National d'Art Moderne und Kuratorin der Ausstellung im Centre Pompidou erklärt, dass „er seit Beginn der 1960er-Jahre, als er sich in Paris niederließ, mit diesem Projekt geliebäugelt hatte: Er hatte ein Atelier im 17. Arrondissement mit Blick auf den Triumphbogen, der für ihn so etwas wie ein Denkmal war, das es zu erobern galt.“ Ohne Christo als Projektleiter ist es nicht sicher, dass die Verpackung dieses Triumphbogens jemals zustande kommt, es würde jedoch einem letzten Triumph gleichkommen. QUELLE | artprice.com