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September 2016 · B 1309 | € 6,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 7,00 | Be/Ne/Lux € 7,50
KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN
SAMMLER JOURNAL
SEPTEMBER 2016
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GEMI
Über 2.000 Sammlertermine Dialog / Auktionen / Ausstellungen
KUNST CHRISTO: THE FLOATING PIERS Uhren PORZELLANUHREN SCHMUCK DAVID WEBB
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K UNSTHANDEL – A UKTIONEN Altes Schloss – D-91484 Sugenheim/Mittelfranken Tel. (0 91 65) 6 50 • Fax (0 91 65) 12 92 www.kube-auktionen.de • info@kube-auktionen.de
Ihr Experte in der Sendung „KUNST & KREMPEL“ (Bayerisches Fernsehen) seit 1990!
Sonderauktion • 24. Sept. 2016 • 12 Uhr HELME DER KAISERZEIT UND MILITARIA
Aus unserem Angebot der Sonderauktion In der Sonderauktion werden aus mehreren Sammlungsauflösungen über 70 seltene deutsche Kopfbedeckungen der Kaiserzeit 1871–1918 angeboten, dabei Offiziers-und Mannschaftshelm des Regts. Gardes du Corps Preußen Parade, Sachsen Garde-Reiter Mannschaftshelm 1907 Parade, Fähnrichshelm Kürassier-Regt. 1, Offiziershelm Kürassier-Regt. 2, mehrere Offiziers-und Mannschaftshelme der Linien-Kürassier-Regimenter und der Regimenter Jäger zu Pferde, Offizierspelzmütze Husaren-Regt. 17, Offizierstschapka 2. Garde-Ulanen-Regt. Parade, Grenadier-Offiziersmütze und Mannschaftsmütze Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regt., Bayern, Preußen und Sachsen Generalshelm, teilweise mit Federbusch, mehrere Offiziershelme preußische Garde, Offiziers- und Mannschaftshelme Baden (LGIR 109), Preußen, Bayern, Braunschweig (Inf.-Regt. 92), Mecklenburg, Sachsen und Württemberg. Orden Pour Le Mérite, Übersendungsschreiben zum Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1870 für Kronprinz Albert v. Sachsen, Reservistenkrüge, -Pfeifen und Teller, Luxus-Blankwaffen (Schießpreis Bayern etc.), Zündnadelkarabiner und vieles mehr.
Der prächtige Farbkatalog erscheint Anfang September, Bestellung gegen 20.- Euro Vorkasse (bar oder Scheck).
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September 2016 · B 1309 | € 6,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 7,00 | Be/Ne/Lux € 7,50
KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN
Über 2.000 Sammlertermine Dialog / Auktionen / Ausstellungen
S C H M U C K – DAV I D W E B B Von Sabine Spindler
KUNST CHRISTO: THE FLOATING PIERS Uhren PORZELLANUHREN SCHMUCK DAVID WEBB
K U N ST R E I S E – C H R I STO Von F. X. Hitzler
Titelfoto: Christo – The Floating Piers (Project for Lake Iseo, Italy). Collage 2014, 17 x 22" (43.2 x 55.9 cm). Pencil, wax crayon, enamel paint, photograph by Wolfgang Volz, map, fabric sample and tape. Photo: André Grossmann © 2014 Christo
PORZELLAN UH REN Von Dieter Weidmann
DIALOG
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MAGAZIN
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MESSETERMINE
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KUNSTMARKT
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FOTOKUNST
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G E M Ä L D E – AU G U ST S E I D E L
AUKTIONSNOTIZEN
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Von Frank-Robin Meißner
AUKTIONSTERMINE
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INSERENTENVERZEICHNIS
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AUSSTELLUNGSTERMINE
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AUSSTELLUNGEN
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LITERATURTIPP
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AUKTIONSPREISE
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VORSCHAU | IMPRESSUM
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K E R A M I K – VA N D E V E L D E Von Wolf Pecher
KINDERSCHREIBMASCHINEN Von Ludger Spielberg
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zwar die Stadt Theben „Diospolis magna“ und eine römische Einheit war in der Nähe stationiert, aber die Musterbezeichnung „Theben“ ist dennoch etwas irreführend. Besser machte es die Firma Kaiser Porzellan in Bad Staffelstein, als sie vor Jahren eine Porzellanserie „Theben“ herausbrachte. Die abgebildete Schale weist die Fabrikmarke auf, die zwischen 1979 und 1990 verwendet wurde. Die Serie wird zurzeit nicht hergestellt, die Schale würde laut Auskunft des Unternehmens etwa 400 Euro kosten, wenn sie wieder aufgelegt würde. Unsere schöne Mokkatasse hat einen Wert als Sammeltasse etwa von 40 Euro. Dr. Graham Dry, München
Guter Entwurf Tafelservice von Fasolt & Eichel
Bacchanten Mokkatasse aus den Zwanzigerjahren Die Tasse ist seit mindestens 50 Jahren in Familienbesitz. Ich gehe davon aus, dass sie wesentlich älter ist. Es handelt sich um eine Mokkatasse mit bacchantischen Motiven. Leider ist uns über die genaue Herkunft nichts bekannt. Aufgrund der Unregelmäßigkeiten bei der Goldverzierung gehe ich davon aus, dass es sich um eine freie Handarbeit handelt. Bei den Bildmotiven sticht die Detailgenauigkeit hervor und die Präzision der Verläufe und Schattierungen. Letztlich bin ich mir nicht sicher, ob diese Bildmotive eventuell gedruckt wurden. Allerdings kann ich mir gar nicht vorstellen, mit was für einem Druckverfahren das umgesetzt sein sollte. Die Tasse hat eine Höhe von 5 cm und einen Durchmesser von 4,5 cm. Die Untertasse hat einen Durchmesser von 10,5 cm. Auf der Unterseite ist eine schwarze/ graue Markierung, die ich als „Theben“ identifiziere. Leider habe ich über diese Marke trotz Nachforschungen bei google gar nichts gefunden. Vielleicht können Sie ja etwas Licht ins Dunkel bringen und die Tasse identifizieren.
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Ralf A. Krüger, Mannheim
Die Mokkatasse stammt aus den Zwanzigerjahren und wurde vermutlich von einer Porzellanfabrik in Sachsen oder Thüringen hergestellt. Die Qualität der Ausführung ist sehr gut, die bacchantische Szene wurde mit großer Detailgenauigkeit und auch sehr professionell ausgeführt. Die Handarbeit, d.h. die Aufbringung der umlaufenden Szene mittels eines Kupferumdruckverfahrens, beschränkt sich allerdings auf den gepunkteten Goldauftrag und die Ausmalung der Umrisszeichnungen, die auf dem Porzellanscherben aufgebracht wurde. Wenn man sehr genau hinschaut, wird man vermutlich die dünnen sepia-braunen Linien finden, die von dem Farbauftrag ausgefüllt wurden. Obwohl die Musterbezeichnung am Boden „Theben“ sich auf eine Szene am Nil in Alt-Ägypten beziehen müsste, steht die bacchantische Szene keineswegs in einer sinnvollen Verbindung dazu, sondern entstammt mit ihren musizierenden Tänzerinnen und kleinen Kentauren dem weiten Bereich der klassischen römischen Mythologie: Zu römischer Zeit hieß
!
Mit großem Interesse verfolge ich jedes Mal die Rubrik Dialog. Vor kurzer Zeit erwarb ich ein circa 60-teiliges Jugendstil-Tafelservice aus Porzellan. Jedes Stück ist mit der Firmenmarke „Weimar Germany“ sowie einer Seriennummer bezeichnet. Könnten Sie mir bezüglich Darstellung, Entstehungszeit und Hersteller Näheres sagen? Im
?
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www.spielzeugauktion.de
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Überraschungen Viennacontemporary in der Marx Halle Nach dem großen Erfolg der ersten Ausgabe der viennacontemporary 2015 im spektakulären Ambiente der Marx Halle, versammelt die größte Kunstmesse der Region auch dieses Jahr mehr als 100 herausragende österreichische, osteuropäische und internationale Galerien und präsentiert junge und etablierte zeitgenössische Kunst. Die Marx Halle mit ihrer historischen Schmiedeeisenkonstruktion wurde im letzten Jahr vom Publikum und den teilnehmenden Galerien als hervorragender Ort für die Präsentation zeitgenössischer Kunst wahrgenommen. Der Besuch bedeutender internationaler Kunstsammler und die stetig wachsende Reputation der viennacontemporary haben viele Galerien dazu bewogen, auch 2016 wieder an der Kunstmesse in Wien teilzunehmen. Dazu kommen neue junge Galerien sowohl aus Österreich als auch den Schwerpunktregionen Europas. Mit besonders großer Spannung werden 2016 die Sonderpräsentationen erwartet. Mit dem neuen Format Solo Expanded unterstützt die viennacontemporary den Wunsch der internationalen Galerien, verstärkt zeitgenössische Sonderpositionen von internationalen Künstlern auf der Kunstmesse in Wien vorzustellen. Bei Nordic Highlights ist heuer die nordeuropäische Kunst zu Gast in Wien, wo ausgewählte Galerien aus Finnland, Dänemark und Schweden die Unterschiede und Ähnlichkeiten der nationalen Kunstszenen vor dem Hintergrund einer Gesamtsicht der nordischen Region aufzeigen. Einen interessanten Aspekt europäischer Kunstgeschichte wird in diesem Jahr die Sonderpräsentation „Focus: Ex-Yugoslavia and Albania“ aufgreifen, in der eine repräsentative Auswahl zeitgenössischer Kunst aus den jugoslawischen Nachfolgestaaten und Albanien zu sehen sein wird. Auch die gut eingeführte ZONE1 verspricht, mit Einzelpräsentationen junger österreichischer Künstler und Künstlerinnen für einen hohen Überraschungsfaktor zu sorgen. (22. bis 25. September). INTERNET I viennacontemporary.at
Marx Halle; Vienna Contemporary © viennacontemporary: Aleksander Murashkin
Ferenc Ficzek, untitled (Scissors, Ziper), ca. 1977; Vienna Contemporary © Courtesy of abc Gallery, Budapest (H)
Mit Rose 19. Roesler-Börse in Bad Rodach Am 27. August 2016 treffen sich die Freunde und Sammler des Roesler Feinsteingutes aus ganz Deutschland wieder zu ihrer alljährlichen Sammlerbörse: wie schon in den Vorjahren an einem Samstag und in Verbindung mit dem auch in diesem Jahr stattfindenden Altstadt-Flohmarkt rund um das Jagdschloss in Bad Rodach – eine erfolgreiche Kombination, durch die ein größeres, interessiertes und neugieriges Publikum angezogen wird. Am Abend treffen sich die Roeslerfreunde ab 18 Uhr im Restaurant des Thermalbades, wo ab 19 Uhr Rolf Peters über die Neuigkeiten der Börse berichtet und einen Vortrag: „Die Feinsteingutfabrik Max Roesler im Spiegel der Fachpresse“ hält. Rolf Peters freut sich, wenn zur Börse seltene Stücke aus der Roesler-Produktion oder auch Fotos und Dokumente zur Geschichte der Fabrik mitgebracht und ihm zur Begutachtung gezeigt werden. In den keramischen Fachzeitschriften „Sprechsaal“ aus Coburg und „Keramische Rundschau“ aus Berlin fanden sich seit den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts die amtlichen Mitteilungen zum Zeichen- und Musterschutzregister. Am 17. Januar 1895 wurde das Wappen mit der Rose als Markenzeichen der neu gegründeten Feinsteingutfabrik im Zeichenregister des Sprechsaal veröffentlicht. Max Roesler war
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www.schloss-ahlden.de www.berliner-auktionshaus.de
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es aber nicht nur wichtig seine Marke zu schützen, sondern er meldete auch fast wöchentlich die neuen Modelle und Dekore zum Musterschutz an, in der Regel für drei Jahre und viele wurden verlängert. Fast bis zum Ende des Ersten Weltkrieges lässt sich so der stetig anwachsende Modellkatalog an Hand der veröffentlichten Eintragungen in den beiden Fachzeitschriften nachvollziehen. Obwohl sich inzwischen die Produktionspalette der Fabrik sehr gut belegen lässt, gibt es vor allem aus den Anfangsjahren noch sehr viele Modelle von denen nur die Modellnummer und der Tag des Musterschutzeintrages bekannt sind, sich aber nicht sagen lässt, was für ein Objekt sich hinter der jeweiligen Nummer verbirgt. Im Jahre 1902 findet sich im Sprechsaal ein erster redaktioneller Artikel, der sich mit der neu gegründeten Feinsteingutfabrik beschäftigt und sowohl die außergewöhnliche Qualität des Scherbens als auch die sich schnell entwickelnde Produktpalette positiv hervorhebt. Besonders genannt werden das Kaffee- und Speiseservice Empire, das sich auch heute noch bei Sammlern großer Beliebtheit erfreut, und eine Serie mit einer Perlstruktur, die Seeigel oder ähnliche Meeresbewohner zum Vorbild gehabt haben könnte, von der es nur sehr wenige Belege gibt. Kleine redaktionelle Artikel waren in den weiteren Jahren häufig zu finden und vor allem wurden die keramischen Jahresgaben Max Roeslers an seine Freunde und Geschäftspartner regelmäßig mit einer kurzen Beschreibung gewürdigt. Interessanter Weise ist die Feinsteingutfabrik Max Roesler in den größeren Zeitschriften, die seit der Jahrhundertwende den sich entwickelnden Jugendstil mit vielen Abbildungen dokumentieren, wie die Münchner Zeitschrift „Die Kunst“ oder die „Deutsche Kunst und Dekoration“ aus Darmstadt nicht zu finden, auch nicht, nachdem Max Roes-
Feinsteingutfabrik Max Roesler, Vase (H 23 cm) und Schale, Form und Dekor Entwurf F. Gustav Partz, 1923; Roeslerbörse Bad Rodach
ler 1914 Mitglied des Deutschen Werkbundes wurde. Lediglich in der Zeitschrift „Die Porzellan- und Glashandlung“ die in den Jahren 1909/1910 Schaufenster-Gestaltungs-Wettbewerbe veranstaltet und die prämierten Schaufenster im Bild zeigt, finden sich immer wieder auch Produkte aus der Rodacher Produktion unter den dekorierten Objekten. Erst nach dem Ersten Weltkrieg mit den neugegründeten Zeitschriften „Kunst und Kunstgewerbe“ und „Die Schaulade“ ändert sich die Präsenz der Feinsteingutfabrik, die jetzt Teil eines größeren Konzerns geworden ist, stetig. Fast in jeder Ausgabe ist eine Anzeige zu finden und im redaktionellen Teil wird auch mit Abbildungen oder auch ausführlicheren Artikeln auf die Produktion der Firma Max Roesler aufmerksam gemacht. Die Entwerfer dieser Zeit Gustav Partz, Adolf Behrmann und Wolfgang Kreidl werden in eigenen Artikeln mit ihren Entwürfen gewürdigt. Bis in die Jahre 1940/41 werden Neuheiten vorgestellt, bevor die Feinsteingutfabrik inzwischen arisiert und von den Siemens-Schukkert Wer-ken übernommen, dann 1942 im Handelsregister gelöscht wird. Das Heimatmuseum ist an diesem Tag für alle Besucher geöffnet. Weitere Informationen zur Roeslerbörse sind neben der Website auch auf Facebook zu finden. Hier kann man sich auch anmelden, wenn man aktiv an der Börse teilnehmen möchte. Feinsteingutfabrik Max Roesler, Vase (H 23 cm) und Schale, Form und Dekor Entwurf F. Gustav Partz, 1923; Roeslerbörse Bad Rodach
TELEFON I 0170 2470583 INTERNET I roesler-freunde.de
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K U N S T AUKTIONS H A U S L E I P Z I G
Auktion No. 106 24. Sept. 16 ab 10.00 Uhr
Joachim Scholz (1934 – 2004) Öl/Hartfaser. 59 x 77 cm.
Vorbesichtigung vom 17. – 22. Sept. Sa./Di.–Do. 10.00 – 18.00 Uhr • So./Mo. 13.00 – 18.00 Uhr
D-04155 Leipzig • Gohliser Str. 19 Tel. (0341) 59 08 80 • Fax (0341) 5 90 88 90 www.kunstauktionshaus-leipzig.de
www.auktionshausanderruhr.com
www.kunstauktionen-duesseldorf.de
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larvt. Wer also zu Hause ein Ölgemälde hängen hat, von dem er nicht weiß, wie alt es ist oder wer auf dem Flohmarkt ein altes Porzellanservice erworben hat und nun mehr darüber wissen will, kann die Gelegenheit am 6. September ab 16 Uhr nutzen, sich von den Experten beraten zu lassen – vielleicht ist das Bild ja zufällig von dem lang verschollen geglaubten katalanischen Meister und das Service aus der berühmten sächsischen Manufaktur? TELEFON I 0821/3244131
Mit Glanz Stuttgarter Münzen-Messe SMM Zwiebelring; Wiener Schmucktage Grafik: Perndl+Co © Foto: Marlene Rahmann
Alljährlich tauschen sich bei der SMM über 2000 Besucher mit rund 100 internationalen Münzenhändlern, den Anbietern von Edelmetallen und den Vertretern der Baden-Württembergischen Münzstätten in der Hanns-Martin-SchleyerHalle aus. Heuer am 17. und 18. September.
Zwiebelring
INTERNET I worldmoneyfair.de/smm
Bewerbung für die Wiener Schmucktage im November Die Ausschreibung richtet sich an alle interessierten Schmuckkünstlerinnen, die ein Schmuckstück im Rahmen der Auftaktveranstaltung zu den Wiener Schmucktagen 2016 im MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst präsentieren möchten. Einreichfrist ist Donnerstag, der 15. September 2016. Die Wiener Schmucktage sind „die“ Plattform für zeitgenössisches Schmuckschaffen in Österreich und finden in diesem Jahr vom 8. bis 12. November 2016 statt. Das Programm umfasst Themenausstellungen, Einzel- und Gruppenpräsentationen, Workshops, geführte Touren durch Galerien, Geschäfte und Ateliers sowie Vorträge, Diskussionen und Dialogführungen. Ziel der Wiener Schmucktage ist es, die ganze Fülle der aktuellen Schmuckproduktion einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen. TELEFON I 0043/1/5249646 INTERNET I wienerschmucktage.at
Schätze schätzen Kunstsprechstunde im Schaezlerpalais Augsburg Restauratoren und wissenschaftliche Mitarbeiter der Kunstsammlungen und Museen Augsburg begutachten mitgebrachte Kunstschätze und geben hilfreiche Tipps zur Pflege des Kunstbesitzes. Kunsthandwerkliche Objekte aus Silber, Gold, Porzellan und Keramik, aber auch Grafiken, Gemälde und Skulpturen werden datiert und stilistisch eingeordndet, als wertvolles Original erkannt oder als Fälschung ent-
Möglichkeiten 2030. Zur Zukunft der kulturhistorischen Museen Die Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel, der auch die Museen und ihre Arbeit beeinflusst und prägt. Die nachhaltige Entwicklung eines Museums erfordert nicht nur die Beschäftigung mit Vergangenheit und Gegenwart, sondern nahezu zwingend auch den Blick in die Zukunft. Die Tagung „2030. Zur Zukunft der kulturhistorischen Museen“, die am 26. September im Linden-Museum in Stuttgart stattfindet, stellt die Zukunftsforschung als wissenschaftliches Instrumentarium zur Beschäftigung mit möglichen zukünftigen Entwicklungen vor. Die Erkenntnisse der Zukunftsforschung und die daraus resultierenden Trends hinterfragt die Tagung auf ihre Relevanz für die kulturhistorischen Museen. Dabei gliedert sich die Veranstaltung in mehrere Themenblöcke: Nach einer Einführung in die Methoden und Möglichkeiten der Zukunftsforschung stehen der Stellenwert und die Qualität von Bildung sowie die Entwicklung der künftigen Identitäten innerhalb der Gesellschaft im Fokus. In einer Synthese wird dann diskutiert werden, welche Rolle die kulturhistorischen Museen in den Szenarien einer mittelfristigen Entwicklung für die kulturelle Wissensvermittlung sowie die Bildung von Identität spielen können oder sogar müssen. Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kulturhistorischen Museen sowie Studierende relevanter Fachrichtungen. Eine Anmeldung ist erforderlich. TELEFON I 030/841095-17 INTERNET I museumsbund.de
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Float ingPi ers Christo – The Floating Piers F. X. Hitzler
Christo – The Floating Piers (Project For Lake Iseo, Italy). Collage 2014, 22 x 17" (55,9 x 43,2 cm). Pencil, wax crayon, enamel paint, photograph by Wolfgang Volz, technical maps, fabric sample and tape. Photo: André Grossmann © 2014 Christo
„EINE BIBLISCHE DIMENSION: MIT MOHAMMED UND CHRISTO ÜBER DAS WASSER ZU WANDELN!" Dieser ironische Satz Christos – einem Link seiner Website entnommen – zu einem Interview gibt Einblick in den tiefsinningen Humor des Künstlers. Es ist nicht gesichert, auf welche Stellen in der Bibel sich der Künstler berief. Doch „Ausschließlichkeit" scheint ausgeschlossen beim ganzheitlichen Denken Christos und seiner Frau! „What ever?", eine geniale Idee! 1970 aus dem Zwiegespräch zweier Künstler entstanden, als Traum geboren und zur Realität entwickelt: „46 years in process!" Vor meinen Augen erscheint sofort das Bild „Der Traum heißt Verlangen” von Robert Indiana, aus der gleichen Zeit. Für Christo und seine Jeanne-Claude fast 40 Jahre Planungs- und Genehmigungs-Realität! Unglaublich, was diese beiden Architekten der Kunst entwickelt und realisiert haben. Mindestens 20 gigantische Projekte, die meisten genehmigt und realisiert. Traum und Realisierung verschmolzen zur Erfüllung des Verlangens! Die unglaubliche mediale Präsenz des Projekts in TV und Print, aber auch sozialen Medien, war Auslöser der reinsten Völkerwanderung zu dem zum Epizentrum der Gegenwartskunst mutierten oberitalienischen Dorf Sulzano am Lago d’Iseo! Ein Kunstevent auf allerhöchstem Niveau, garniert mit der Vorstellung, dem Image romantischer Terrassen, lauen Nächten bei Lichtern, die im See sich widerspiegeln, frischem Fisch vom oder von der See, dazu ein guter Tropfen italienischen Weines. Das alles abseits des üblichen Touristentrubels des Gardasees, wer wollte das nicht mitnehmen, das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden! So weit die Illusion des Kunstgenießers. Freunde der Kunst, Enthusiasten, Unentschlossene, Spontis und Adabeis aller Herren Länder fühlten sich gefordert.
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Christo – The Floating Piers (Project for Lake Iseo, Italy). Drawing 2014 in two parts, 65 x 15" and 65 x 42" (165 x 38 cm and 165 x 106.6 cm). Pencil, charcoal, pastel, wax crayon, enamel paint, cutout photographs by Wolfgang Volz, topographic map, fabric sample and tape. Photo: André Grossmann © 2014 Christo Ref. # 1-2014
DABEI SEIN „Dabei zu sein", beim künstlerischen Environment des bekanntesten Künstlerpaares der Welt, das war es, was sie alle gleichermaßen einte (ohne auch nur zu ahnen, auf was sie sich da einlassen). „Dabei" waren auch F. X. Hitzler – Autor dieses Berichts, ehemaliger Fachlehrer und Galerist mit über 30 Jahren Galerieerfahrung – und sein Studienkollege Manfred Mensch Mayer, Fachlehrer Kunst und freischaffender Künstler. Aus einem zufälligen Gespräch zweier Studienkollegen entstand die Idee, das Verlangen zum gemeinsamen Kunsttrip „gen Italien", frei nach Goethe! Gesagt – getan. Start gegen 1 Uhr mittags, bei italienischen Temperaturen von 34 Grad Celsius im Schatten. Nach Tom-Tom Navi 6,5 Stunden reine Fahrzeit. Es gibt ja zu nahezu allen Lebenslagen ein passendes Sprichwort. In unserem Falle: „Wenn einer eine Reise tut, dann... !” Dass wir zu zweit reisten, war doch erheblich. Klima, Fensterkurbel: Fehlanzeige! Dass Reisen – mit Ausnahme von 1.-Klasse-Abteilen im Intercity mit Speisewagen oder Flugreisen in der Businessclass – speziell in diesem Falle auch anstrengend sein können, steht auf einem anderen Blatt. Wir reisten in einem 15 Jahre alten Mazda-Kombi, der gerade vom Check aus einer türkischen Werkstatt kam. Soviel zur Reise, die ansonsten relativ flüssig und „normal" verlief. Die Route Pfaffenhofen – München – Kiefersfelden – Brenner
– Trento – Gardasee-Park, planmäßig. Die Stimmung abnehmend, hatte aber nichts mit meinem Reisepartner zu tun, lediglich mit den Umständen. Noch ca. 80 km über Brescia nach Iseo. Hoffnung keimte auf, trotz ständig wiederholter Hiobsbotschaften deutschsprachiger Rundfunkstationen aus Oberitalien: Zusammenbruch der Nahverkehrsverbindungen von Bus und Eisenbahn im Großraum Brescia Richtung Iseo! Die Folgen daraus waren für uns sehr bald spür- und sichtbar. Nach Brescia wurde der Verkehr schnell dichter, dann stockend auf den letzten 10 km „stop and go", flankiert von nicht enden wollenden Fußgängerreihen von und in Richtung Iseo, mit stark differenzierenden Tempos. Die einen in strammen, zielorientierten Schritten – die anderen sich mühsam zurückschleppend zu ihren Autostandplätzen. Unsere Fahrzeit näherte sich der 8. Stunde.
Die Ankunftsnacht hat goldenen Boden (Foto: F. X. Hitzler)
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Morgengrauen am Iseo See (Foto: F. X. Hitzler) Frühaufsteher warten auf den Zugang zum Pier – zwei Stunden! (Foto: F. X. Hitzler)
kam es, dass die vorletzte, also dritte Polizeikontrolle uns hektisch mit den Armen rudernd, mit lautem Ruf „Centro riabilitazione" den Weg durch die vierte Kontrolle wies. Wir waren am Ziel. Das Ortsschild „Sulzano” weckte in mir Hungergefühle, die ich bis dahin zurückgestellt hatte. Inzwischen war es 21.30 Uhr geworden, die Dämmerung machte sich breit. Im Ort war alles im Fluss, von und zu den Piers, Menschenmassen schneller als Fahrzeuge. An den von jeweils zwei Polizisten regulierten Übergängen, alle 50 m, sammelten sich so viele Menschen an, dass nach je zehn bis zwölf Autos der Ver-
Der improvisierende Kunstenthusiast in uns war gefordert. Die erste Polizeisperre tauchte auf, die uns den Zutritt ins „gelobte Land" verwehren und uns auf Parkplätze, z. T. mehr als 10 km vom Ort des Geschehens entfernt, abdrängen wollte. Wir mussten abwechselnd tief in der Trickkiste wühlen, um nach Sulzano hineinzukommen – und das mit dem alten Japaner! Vier Polizeisperren galt es zu überwinden. Die Spannung stieg rasant. Es ging nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel"! To be or not do be? Wir entschlossen uns für’s Letztere, und so
Christo – The Floating Piers (Project for Lake Iseo, Italy). Collage 2014, 15 1/4 x 13 7/8" (38.7 x 35.2 cm). Pencil, wax crayon, enamel paint, photograph by Wolfgang Volz, technical data, fabric sample and tape. Photo: André Grossmann © 2014 Christo
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Aufbruch zum „langen Marsch der Kunst” (Foto: F. X. Hitzler)
kehrsfluss jäh gestoppt wurde, um dem Druck der Massen nachzugeben. Die Ortsdurchgangsstraße war weitgehend mit Sperrgittern vor Fußgängern geschützt. Von den Hügeln rechts der Straße wälzten sich Menschenmassen ins Tal zum Ortszentrum. Auch in zweiter und dritter Reihe Sperrgitter zur Verkehrsleitung, doch hier bestimmten die Fußgänger als Herren der Straße das Tempo. Sanitärstationen mit eingezäunten Dusch- und Toilettencon-
Christo – The Floating Piers (Project for Lake Iseo, Italy). Drawing 2015 in two parts, 15 x 96" and 42 x 96" (38 x 244 cm and 106.6 x 244 cm). Pencil, charcoal, pastel, wax crayon, enamel paint, cutout photographs by Wolfgang Volz, hand-drawn technical data, map, fabric sample and tape. Photo: André Grossmann © 2015 Christo Ref. # 4-2015
tainern, Erfrischungsstationen mit zehn Waschbecken, Ablagen und Spiegeln, wechselten mit medizinischen Versorgungsstationen, Taxiständen und Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge der Hilfsdienste und diverser Polizeiorganisationen. Die Piazza Communale (Rathausplatz), Sammelplatz für Stegbesucher, war gefüllt mit Menschen, die auf den
Zugang zum Steg warteten, bei Temperaturen um 25 Grad. Die Parkplatzsuche gestaltete sich problematisch, alles belegt. Achtmal wurden wir abgewiesen, bis uns einer der Parkplatz-Mitarbeiter eine Adresse nannte und sie uns auf einen Zettel schrieb – am Ende eines schmalen Sträßchens, wo wirklich nur ein Fahrzeug in eine Richtung
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durchpasste. Über dem Friedhof fanden wir einen zum Parkplatz gewandelten Olivenhain. Fünf Terrassen – in der obersten ein Platz für unser Auto! Nachtquartier für uns – 10 Euro für Nacht und Tag. 5 Euro für eine Person bei verschmerzbaren Komforteinbußen nach dieser Fahrt. Das Lager war schnell gerichtet. Meine Notfallausrüstung (2 Wolldecken, 1 Leintuch, 1 kleines Kopfkissen) hat sich schnell bewährt. Eine Isomatte, im Winter zur Frontscheibenabdeckung gedacht, 20-30 cm Heu, und schon war ein Lager bereitet. Mein Freund richtete sich im Auto ein. Ruhe, gute Luft und eine fantastische Aussicht über Ort, See und Steg: „Mensch Mayer, was brauchst du mehr?” Zum Che-
cken, Fotografieren und zu einem Absacker zum „Runterkommen” gingen wir nochmal ins Dorf. Wir saugten uns voll mit guter Luft und Eindrücken am See, machten ein paar Fotos und gingen nach dem Genuss von zwei Gläsern leichten Weines zurück zum Auto.
AUF DIE PIERS! Morgens um 4 Uhr beim ersten Blick auf die Piers waren diese schon belebt. Nach Klamottenwechsel ging’s ab ins Dorf. Es erwartete uns das gleiche Bild wie am Vorabend: Menschen über Menschen bevölkerten den Platz vor dem Rathaus und dahinter. Langsam schoben wir uns näher, immer durch Gitter geführt.
Ganz kurz taucht der zweifelnde Gedanke auf: „Muss ich mir das antun?” Doch sofort wird solches verdrängt, wenn sich die eigene Nase im Gestänge eines Rucksacks des neben mir Stehenden verfängt. Ein Gedanke übrigens, der in den beiden Tagen häufiger aufblitzte, doch immer sofort verdrängt wurde. Ablenkung gab’s genug! Um 6.30 Uhr waren wir auf dem Steg. Der Zugang
Christo – The Floating Piers (Project for Lake Iseo, Italy). Collage 2014, 17 x 22" (43.2 x 55.9 cm). Pencil, wax crayon, enamel paint, photograph by Wolfgang Volz, map, fabric sample and tape. Photo: André Grossmann © 2014 Christo
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Verschnaufpause, Steg Nr. 1. Monte Isola „is waiting for us” (Foto: F. X. Hitzler) Peschiera Maraglio zum Greifen nahe, Möglichkeit zur ersten Rast (Foto: F. X. Hitzler)
war portioniert. Es wurden etwa so viele Besucher eingelassen, wie auf der anderen Seite den Steg verlassen hatten. Der Eintritt war kostenlos, und das in einer Zeit, in der Abzocke zum Tagesgeschäft mutiert! Von den 15 Millionen Euro Gestehungskosten ganz zu schweigen. Unglaublich! Auf den Pontons des Stegs, in Goldorange getaucht, verschwindet der Eindruck vom Start eines Volkswandertags sehr schnell. Der bewegte Untergrund im Rhythmus des Wassers, die umwerfende Landschaft, der Mensch als Masse und als Individuum, das Erleben einer genialen, einzigartigen Idee und ihrer geglückten Umsetzung. Das Wandeln über den See, die Teilung des Wassers, die Völkerwanderung – alles biblische Themen, eingebunden in Spannungsfelder unzähliger sinnlicher Wahrnehmung. Alles auf den Punkt gebracht: „Hallo – das ist Kunst!” Die Verarbeitung bewusst oder unbewusst wahrgenommener sinnlicher, optischer, akustischer und physischer Eindrücke sowie der Austausch darüber, eingebunden in die Begehung dieses riesigen interaktiven Installationsprojekts – das ist Schwerstarbeit! Dazu Zeit und Wetter: Drei bis vier Stunden bei strahlender Sonne auf und am Wasser, der See als Reflektor fungierend. Die Fülle an Information durch die Guides, die den Weg flankieren und dich bei Bedarf betreuen. All das erfordert Kraft – viel Kraft. Nach einer Sitzpause, in der ich durch einen weiblichen Guide bestens betreut und mit Traubenzucker und zwei Flaschen Pellegrino kostenlos versorgt wurde, ging es schnell weiter. Mein Kollege war inzwischen zur Insel „San Paolo" (Ei-
gentum und Sommersitz der Beretta Erben) gegangen, hat diese umrundet. Ich verzichtete darauf und wollte nur ganz schnell etwas zu essen, um aus der Unterzuckerung herauszukommen. Der Rückweg war trotz Einkehr am Ende des dritten Stegs kein Spaßprogramm, immer wieder begleitet vom aufrüttelnden Signalton italienischer Ambulanza-Fahrzeuge. Schatten war weitgehend Fehlanzeige, gelegentlich gab es die Möglichkeit, an Stegleitern der Uferpromenade sich die Füße zu kühlen.
Hatte es beim Hinweg noch zu einer kurzen Pause in Peschiera Maraglio am Fuße des Monte Isola gereicht, verzichteten wir auf dem Rückweg darauf. Schwanger mit unglaublichen Eindrücken, erreichten wir unseren Ausgangspunkt Sulzano.
VERGESSENE MÜHEN Nach einer Pause von eineinhalb Stunden machten wir uns auf die Heimreise. Wir wählten eine andere Strecke nach Brescia als bei unserer
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Anreise. Hoch über dem Dorf verlief eine Schnellstraße. An einem Rastplatz hielten wir an und konnten noch einmal eine traumhafte Sicht auf den See und das Objekt werfen. Ich fühlte mich an Däniken erinnert, der in seinen Büchern alte überwachsene Landmarken, Baugrundrisse und Grenzmauern aus der Vogelperspektive betrachtete und geheime Zeichen darin zu erkennen glaubte. Figuren aus der Vorzeit, ja das war es, was vor meinen Augen erstand. Die Verarbeitung hatte eingesetzt. Die geometrisch-abstrakte Figur mit Kopf und Schwanz, als li-
12 Uhr 10: ein Teilsieg. Im Hintergrund Isola San Paolo (Foto: F. X. Hitzler) 30° Bullenhitze; Autor und Guide aus Bottrop beim Austausch von Infos (Foto: F. X. Hitzler)
neare Konstruktion, im Kontex mit der weichen natürlichen Linienführung des ungleichmäßigen Uferbogens, der in Jahrtausenden entstandenen alten Kulturlandschaft mit den Farben der gleißenden Sonne als Lebensspender, gleichzeitig die Trennung von Wasser hervorhebend, den sicheren Weg markierend, bevölkert von Besuchermassen. Eine wahrhaft biblische Dimension! Man braucht nur die Fantasie eines Kindes, um bei der Betrachtung der auf den Kopf gestellten Landkarte einen sitzenden Dinosaurier hinter einem Felsen oder Ähnliches erkennen zu können. Schon wird ein weiteres Spannungsfeld angestoßen, evolutionsgeschichtlich bezogen von der Frühzeit zur Gegenwart. Alle Mühen sind vergessen, Christo, der See und das Werk verabschieden sich von uns – wir von ihnen. Mit einem Gefühl von dazu gewonnenem Reichtum steigen wir ins Auto. Die
Rückfahrt ist anregend gefüllt mit Gesprächen und Empfindungen – Nahrung für die Seele. Die Begeisterung über das Erlebte will nicht abklingen. Dass es weit über 1 Million Besucher werden würden – bei 300.000 bis 500.000 erwarteten –, darüber waren wir uns am 5. Tage einig. Dass wir dieses Ereignis mit ca. 1,2 Millionen Menschen teilen konnten, stimmt uns fröhlich. In einer Zeit, in der 65 Millionen Menschen auf der Flucht sind, grenzt es an ein Wunder, dass so viele aktiviert werden konnten und die Mühen einer Reise nicht scheuten. Menschen aller Rassen und Religionen, Hautfarben und sozialer Schichten, bewegt durch ein friedliches Ereignis. Bedenkt man die Kommunikation im Schnitt mit dem Faktor 5, dazu die ausführlichen Medienberichte, Filme, Plakate, Bilder und Bücher, so erreicht das Ereignis eine Menge von vielen Hundert Millionen Menschen. Man bedenke: ein friedliches Ereignis – ein Kunstereignis! Eine Verneigung vor Christo, posthum auch seiner Frau. Ein kleiner Mann mit großer Wirkung. Ein Napoleon auf dem Feld der Kunst. „Chapeau”!
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Sie gibt es nur einmal Henry’s, Mutterstadt
hat die Firma A. Lange & Söhne lediglich 12 Tourbillons hergestellt. Nach der Lange-Liste lag der damalige Verkaufspreis bei 1.975 Goldmark und ist damit das teuerste, je verkaufte Tourbillon der Manufaktur. Prof. Carl Ludwig Theodor Graff, nach dessen Entwurf das Gehäuse entstand, wurde am 04. Mai 1844 in Grabow geboren. Sein Studium der Architektur absolvierte er von 1861 bis 1864 am Polytechnikum in Hannover und anschließend an der Bauakademie in Berlin, bis er 1867 sein Staatsexamen in Schwerin ablegte. Seine Entwürfe wurden auf zahlreichen Gegenständen wie z. B. Meißner Porzellan, Hängeleuchter, Taufkannen oder Urkundenschänken etc. übernommen. Das Tourbillon wurde in ein vollgraviertes, Louis XV a-goutte-Gehäuse mit reicher Renaissance-Dekoration und Germania-Emailmedaillon im Zentrum des Sprungdeckels eingepasst. Die Goldcuvette ist reich graviert und signiert. Das 4-teilige Emailzifferblatt hat arabische Zahlen, rote Minutenzahlen 5-60. Die 30-Stunden-Gangreserveanzeige wurde bei 12 platziert, die permanente Sekunde bei 6. Die Gold-Birnen-Zeiger sind original. Das verglaste, 21-linige Neusilber 2/3 Platinenwerk mit Kette und Schnecke verfügt über 2 verschraubte Goldchâtons, 17 Steine, Minutentourbillon mit einem extrem feinen Drehgestell, Goldschrauben-Kompensationsunruh, Breguet-Spirale. TELEFON | 06234/80110 INTERNET | henrys.de
Savonette von A. Lange & Söhne, 18 kt Gold, Schätzpreis 300.000600.000 Euro. Henry’s, Mutterstadt, 24.09.2016
Im Rahmen der Auktion Sammleruhren am 24. September bietet Henry’s eine einzigartige Savonette in Sondergröße von A. Lange & Söhne in 18 kt Gold an. Dieses Federchronometer-Tourbillon Nr. 42501 (verkauft am 31. Dezember 1903) aus der Schaffensperiode von Fridolin Stübner, einem der größten Künstler der Glashütter Uhrenindustrie, ist die einzige existierende Tourbillon-Taschenuhr im Louis XV-Gehäuse nach Professor Graff mit reicher Renaissance-Dekoration und Germania-Emailmedaillon. Der Durchmesser der Uhr beträgt stolze 64 mm bei einem Gesamtgewicht von ca. 225 g. Sie ist seit den frühen 1990er-Jahren fest in der Hand eines Sammlers und wurde in dieser Zeit auf dem Markt nicht angeboten. Im Zeitraum von 1845 bis 1945
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Erleuchtung garantiert Buddhistische Kunst aus 2000 Jahren Die Ausstellung „Buddha“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt zahlreiche extrem seltene und besonders herausragende Meisterwerke. Viele der Exponate gehören nach Expertenansicht zu den besten Stücken ihrer Art oder sind sogar die besten Werke ihres Typs, die weltweit bekannt sind. Die Buddha-Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist die bedeutendste panasiatische Buddhismus-Ausstellung, die weltweit jemals gezeigt wurde. „Mit der Ausstellung der buddhistischen Kunst aus dem Kulturraum Asien sorgen wir international für Aufsehen. Schirmherr ist niemand anderes als der XIV. Dalai Lama. Das zeigt die enorme Qualität der Ausstellung. Sie fügt sich hervorragend in unsere neue Tourismuskonzeption, mit der wir auf noch mehr Klasse statt Masse setzen“, sagt Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Mit der Ausstellung „Buddha“ öffnet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ein Portal zur buddhistischen Kultur Asiens. Westliche Industriekultur trifft auf die östliche Kultur des Buddhismus. Ein umfangreiches Begleitprogramm flankiert die einzigartige Ausstellung „Buddha“ mit ihren 232 Meisterwerken. Spezialführungen und eine Ringvorlesung in Kooperation mit der Universität des Saarlandes und der Uni-
Nachdenklicher Avalokiteshvara, China, Yuan-Dynastie, 14. Jahrhundert n. Chr., vergoldete Bronze, Höhe 49 cm, Privatsammlung (ehemals Sammlung Alfred Speelman, London); Völklinger Hütte Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Hans-Georg Merkel
versität Trier präsentieren neueste Forschungsergebnisse. Ein interreligiöser Dialog lässt die zentralen Positionen verschiedener Weltreligionen lebendig werden. Zur Buddha-Ausstellung richtet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte auf dem 600.000 Quadratmeter großen Gelände einen „Pfad der Erleuchtung“ mit acht Meditationsstationen ein. In der Möllerhalle sind Fotografien des berühmten amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry zur Kultur des Buddhismus zu sehen, die er auf seinen zahlreichen Reisen nach Tibet, Indien, Sri Lanka, Myanmar, China, Vierarmiger Avalokiteshvara, Japan, Thailand und Kam- Ostindien, Bihar, Pala-Periode, bodscha aufgenommen 8. Jahrhundert n. Chr., dunkelhat. grauer Stein, Höhe: 120 cm, PriZur Ausstellung erscheint vatsammlung; Völklinger Hütte ein umfangreiches Katalog- Copyright: Weltkulturerbe Völkbuch, herausgegeben von linger Hütte/ Hans-Georg MerMeinrad Maria Grewenig kel und Eberhard Rist. Die Ausstellung bietet ein Panorama der buddhistischen Kunst Asiens. Gezeigt werden Meisterwerke aus Privatsammlungen, die größtenteils noch nie öffentlich gezeigt wurden. Die 232 hochkarätigen Exponate sind in vier Ausstellungsabteilungen gegliedert: Südasien, Ostasien, Südostasien und die Himalaya-Region. Damit bietet die Ausstellung „Buddha“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte einen einzigartigen Überblick zur buddhistischen Kunst Asiens vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts n. Chr. Die außergewöhnlichen Kunstwerke zeugen von hochentwickelten und kosmopolitischen asiatischen Reichen und zeigen die länderübergreifenden kulturellen und künstlerischen Beziehungen auf, die durch den Buddhismus entstanden oder vertieft wurden. Zentrales Faszinosum der buddhistischen Kultur und Zentrum der Ausstellung ist die Gestalt des Buddha, des „Erwachten“. Das Bildnis des friedlichen Menschen ist eine der großen „Ikonen“ der Menschheitsgeschichte. Es zieht Gläubige und selbst Atheisten in seinen Bann. Dabei wurde Siddharta Gautama jahrhundertelang nur symbolisch ins Bild gesetzt. Die Gegenwart Buddhas wurde in dieser sogenannten anikonischen Phase (vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum frühen 1. Jahrhundert n. Chr.) lediglich durch Symbole angedeutet. Dazu gehörten beispielsweise die Lotosblume, das Rad der Lehre, ein leerer Thron, der Bodhi-Baum oder Buddhas Fußabdrücke. Erst in der Kushan-Zeit entstanden in den Kunstschulen von Gandhara und Mathura etwa zeitgleich die ersten Buddha-Bildnisse. (Bis 19. Februar). TELEFON | 06898/9100-100
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Eis-Optik Tapio Wirkkala im Grassimuseum Leipzig Tapio Wirkkala (1915-1985) zählt zu den bedeutendsten, einflussreichsten und auch kommerziell erfolgreichsten Formgestaltern des 20. Jahrhunderts. International seit Anfang der 1950er-Jahre weithin bekannt geworden, hat er einen kaum zu überschätzenden Anteil an der Strahlkraft der skandinavischen und speziell der finnischen Moderne. Die Ausstellung umfasst rund 250 Objekte aus Glas und Silber, die in den Jahren zwischen Mitte der 1940er- und Mitte der 1970er-Jahre entstanden. Der finnische Designer entwarf für so bekannte Unternehmen wie die Glasfabrik Iittala und die Silberschmiede Kultakeskus Oy, daneben auch Porzellan für die deutsche Firma Rosenthal. Seine Glas- und Silberarbeiten gehören zum Kernbereich seines Oeuvres. Die Kühle und Klarheit des Nordens spricht aus allen Entwürfen dieses großen finnischen Designers. Die aus der Flora und Fauna seiner Heimat entlehnten Formen, Glasgefäße in EisOptik und Silberschalen in klarer und organisch geschwungener Formgebung stehen nicht nur für eine typisch finnische Gestaltung, sondern sind beispielhaft für die gesamte internationale Designrichtung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Skandinavische und nordische Protagonisten beeinflussten mit ihrer naturnahen und bewusst schlichten Ästhetik die europäische und internationale Produkt- und Wohnkultur ganz wesentlich. Anlass für die Ausstellung ist der 100. Geburtstag von Tapio Wirkkala. Tapio Wirkkala hatte seine fruchtbarste Schaffenszeit vom Ende der 1940er-Jahre bis in die 1970er-Jahre. Während dieser Zeit übernahm er eine enorme Fülle von Designaufträgen auf unterschiedlichen Gebieten. Gleichzeitig war er als Bildhauer tätig und zog mit seinen abstrakten Skulpturen und Objekten große Aufmerksamkeit auf sich. Die freie und die angewandte Kunst durchdringen und befruchten sich im
Tapio Wirkkala, Sumpfschnepfe; Grassimuseum Leipzig
Oeuvre Wirkkalas gegenseitig. Er selbst sah in den dienstbaren Gegenständen Objekte von hoher ästhetischer Relevanz. Das Intro zur Ausstellung Wirkkalas bilden Fotografien finnischer Landschaften von Annett Pée. Einen komplexen Sonderbeitrag in der Ausstellung stellen die Aufnahmen des deutschen Fotografen Hans Hansen (*1940) dar, der zwischen den frühen 1960er-Jahren bis ins Jahr 2015 von Wirkkala Glasobjekte als unabhängiges Projekt fotografierte. (Bis 3. Oktober). Zur Ausstellung liegt ein Katalogbuch vor (Arnoldsche Art Publishers). TELEFON | 0341/2229104
Himmlisch Sonne, Mond und Sterne im Schmuck in Pforzheim
Tapio Wirkkala, Eisbergvase; Grassimuseum Leipzig
Der Mythos der Edelmetalle ist eng mit den Gestirnen verbunden. Sonne, Mond und Sterne waren in vielen frühen Kulturen und auf allen Kontinenten göttliche Zeichen am Himmel, die gefürchtet und verehrt wurden zugleich: Sie galten sowohl als Bewahrer von Glück und Wohlstand wie auch als Boten böser Mächte. Ebenso haben sich Dichter, Komponisten, Maler und Kunsthandwerker von der Antike bis zur Gegenwart der Himmelskörper angenommen. Auch im Schmuck sind sie auf vielfältige Weise zu finden, ob magisch aufgeladen oder „nur“ in schöner oder teurer Gestalt. „Es ist weltweit das erste Mal, dass eine Schau Schmuck in Beziehung zum Kosmos setzt. Die Bedeutungen dieses altgriechischen Wortes – Ordnung, Weltordnung, Universum und auch Schmuck – legten nahe, dies im Schmuckmuseum Pforzheim zu tun“, erläutert der Kurator und frühere Leiter
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Zierkamm mit Landschaft und untergehender Sonne, René Lalique, Paris, um 1900, Musée Lalique, Wingen-sur-Moder (F); Schmuckmuseum Pforzheim © VG Bild-Kunst, Bonn 2015
des Hauses, Fritz Falk. Die Ausstellung spannt einen Bogen vom alten Ägypten und den Kulturen des Mittelmeers bis zur Gegenwart und geht zudem auf außereuropäische Kulturen sowie Uhren ein. (Bis 30. Oktober). Zur Ausstellung erscheint bei der Arnoldschen Verlagsanstalt ein Begleitband.
ger künstlerischer Kosmos entwickeln. Murano erlebte Blütezeiten und Phasen des Niedergangs. Im 18. Jahrhundert verloren die Manufakturen der Insel ihre Vormachtstellung an Glashütten nördlich der Alpen und konnten erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder international Fuß fassen. In diese Zeit fällt nicht nur die Gründung der ältesten noch heute existierenden Manufaktur der Fratelli Toso, sondern auch die Wiederentdeckung des „Vetro mosaico“, des sogenannten Murrinenglases, das nun zu einer nie gekannten Blüte geführt wurde. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden mit Venini und Arte Vetraria Muranese, kurz A.Ve.M., zwei weitere visionäre Manufakturen auf Murano gegründet. Neue Impulse gingen dabei vor allem von Paolo Venini und Giacomo Cappelin aus, die mit ihrem künstlerischen Leiter Vittorio Zecchin einfarbige Glasobjekte mit klaren Linien produzierten. Der Verzicht auf Kaltveredelungstechniken wie Schliff, Gravur oder Bemalung und die Konzentration auf schnörkellos-elegante Formen verhalfen Murano in den 1920er-Jahren zu neuem Ansehen. Bereits ein Jahrzehnt später entsprachen die Entwürfe der 1920er-Jahre nicht mehr dem Zeitgeist, auch auf Murano wurden nun vielfach dickwandige Gläser mit eingeschlossenem Dekor hergestellt. In den 1950er-Jahren setzte eine kreative Hochphase ein. Die Ausstellung präsentiert bis 23. Oktober etwa 220 Glasobjekte. Parallel dazu zeigt das Italienische Kulturinstitut Berlin die Schau „Glaskunst aus Murano. Meisterstücke aus der Sammlung Holz“ bis 23. Septmber mit weiteren Objekten aus der Sammlung. TELEFON | 030/32690600
TELEFON | 07231/392970
Künstlerischer Kosmos Moderne Glaskunst aus Murano im Bröhan-Museum Die kleine Inselgruppe Murano gilt seit Jahrhunderten als Inbegriff für außergewöhnliche Glaskreationen und Glasmacherkunst auf höchstem Niveau. Das Bröhan-Museum widmet sich mit der Ausstellung „Colori di Murano. Moderne Glaskunst aus Italien“ nicht nur dem außerordentlich großen Variantenreichtum der venezianischen Glaskunst im 20. Jahrhundert, sondern gewährt auch Einblick in den Entwurfs- und Produktionsprozess der Objekte. Die Geschichte Muranos ist wechselvoll und untrennbar mit der lokalen Glasherstellung verbunden. Aus Brandschutzgründen und um das Geheimnis der Glasherstellung zu bewahren, wurden die venezianischen Glasöfen 1295 auf die Laguneninsel verlegt. In der Folge konnte sich ein einzigarti-
Tobia Scarpa für Venini, Vasen und Schale „Occhi“, 1959-69, Sammlung Holz, Berlin; Bröhan Museum Berlin Foto: Martin Adam, Berlin
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Dynamisch Sports / no sports im MKG Hamburg
Horst Janssen, Nachmittag, 22. September 16:45; Olaf Gulbransson Museum Tegernsee © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Nordlandreise Horst Janssen im Olaf Gulbransson Museum Das Werk des in Oldenburg aufgewachsenen Zeichners und als Egomane verschrienen Horst Janssen weist zahlreiche Parallelen zu dem des norwegischen „Titans der Zeichenkunst“ Olaf Gulbransson auf. Als kongeniale Illustratoren von Büchern, begnadete Schreiber von hinreißend gezeichneten Briefen und Freunde von gewichtigen politischen Meinungsbildnern ihrer Zeit erscheinen sie im Rückblick als Seelenverwandte. 1971 reiste Horst Janssen durch Norwegen – Olaf Gulbranssons Heimat –, Finnland und Schweden. Die Anregung zu der Reise kam von Gesche Tietjens, seiner damaligen Lebensgefährtin. Was Janssen sah, zeichnete er und schrieb Briefe an Joachim Fest, Hitler-Biograf und ehemaliger FAZ-Herausgeber. Fest war mit Janssen von 1970 bis zu seinem Tod 1995 befreundet und Autor der ersten biografischen Annäherung an diesen. (Bis 11. September). TELEFON | 08022/3338
Stefan Rosenbauer (Fotograf), Walter Gropius (Architekt), Siedlung „Am Lindenbaum“, Frankfurt a. M., 1929-1930; BauhausArchiv, Museum für Gestaltung, Berlin Bildnachweis: Bauhaus-Archiv © Foto: Istituto Stefan Rosenbauer
Fußballtrainer tragen Maßanzug. Stars zeigen sich in Shorts auf dem roten Teppich und Fidel Castro empfängt den Papst im Trainingsanzug. Wo vor wenigen Jahren noch festgelegte Dresscodes herrschten, Sonja Delaunay, Badeanzüge, scheint heute das „anything 1928; Museum für Kunst und goes“ zu gelten. Die Aus- Gewerbe Hamburg stellung sports | no sports © MKG im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) befasst sich mit der Wechselwirkung von Mode und Sportbekleidung im Verlauf der letzten 120 Jahre und richtet den Blick auf gesellschaftliche, formale und ästhetische Zusammenhänge. Mit rund 150 Kleidungsstücken, Grafiken, Plakaten, Fotografien und Filmen beleuchtet sie die Entwicklung von Mode, Sportbekleidung und wechselnden Körperidealen sowie den Einfluss der Textiltechnologie auf die Kleidung. Die Ausstellung verfolgt den Wandel der Bekleidungsformen und -normen durch Sport, erzählt von der Abschaffung des Korsetts, vom Siegeszug des Trikots und der Hose und von der zunehmenden Androgynisierung der Mode. Damit einher geht auch die Perfektionierung des Körpers. (02.09.-26.02.) TELEFON | 040/428134-800
Reformer Moderne am Main im Bauhaus-Archiv Berlin Bis zum 27. Februar zeigt das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin die Kabinettausstellung „Die Frankfurter Kunstschule – Moderne am Main“ und gibt damit neue Einblicke in seine umfangreichen Bestände. Das BauhausArchiv besitzt weltweit die größte Sammlung zum Bauhaus und forscht und sammelt seit Jahrzehnten auch zu parallelen und nachfolgenden kunstreformerischen Akteuren. Dazu zählt auch die 1923 reformierte Frankfurter Kunstschule, die in enger inhaltlicher und personeller Verbindung zum Bauhaus stand: Einige Bauhaus-Mitglieder wie Adolf Meyer, Christian Dell, Josef Hartwig oder Karl Peter Röhl wechselten als Lehrer an die Kunstschule am Main. Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von Schülern und Lehrern, einige Objekte darunter sind erstmals öffentlich zu sehen. TELEFON | 030/25400245
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International unterwegs Hans Jakob Oeri in Zürich Bis 23. Oktober 2016 veranstaltet das Kunsthaus Zürich die erste Ausstellung zum Werk des Zürcher Künstlers Hans Jakob Oeri (1782-1868). Zu seinen Lebzeiten genoss Oeri in ganz Europa Ansehen und Wertschätzung. Seine Werke zählen zu den qualitätvollsten und innovativsten der Schweizer Kunst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu sehen sind über 60 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken. Oeris Zeugenschaft und seine Rezeption beleuchten einige der brisantesten künstlerischen und kulturhistorischen Verflechtungen des schweizerischen Kunstbetriebs in der Umbruchzeit zwischen Ancien Régime und jungem Bundesstaat. Oeri war ein vom Klassizismus geprägter, frühmoderner Künstler, der sich in seiner Vielseitigkeit nicht auf einen Stilbegriff festlegen lässt. Ein ausführlicher Beitrag folgt in der Oktober-Ausgabe des SJ. Der Katalog ist bei Scheidegger & Spiess erschienen. TELEFON | 0041/44/2538484
Hans Jakob Oeri, Chloe, 1806; Kunsthaus Zürich
In Mode
Prosit!
Tatjana Danova in Kevelaer
Bier im Bezirksmuseum Dachau
Tatjana Danova, die in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg geboren wurde und gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Künstler Alexander Danov 1978 die damalige Sowjetunion verließ, studierte von 1965 bis 1972 an der Kunstakademie W.I. Muchina in LeninTatjana Danova, Modeentwurf, grad und lehrte nach ihrem 1970; Niederrheinisches Muse- akademischen Abschluss um für Volkskunde und Kultur- dort auch Modedesign, Malerei und Zeichnung an geschichte e. V., Kevelaer der Hochschule für Textil und Design. Ihre auf hohem Niveau angelegten Entwürfe und Modezeichnungen prägten das sowjetische Modedesign nachhaltig. Die kulturhistorische Bedeutung ihrer Arbeiten, die den künstlerischen Aspekt der Mode eindrucksvoll bestätigt, würdigt das Niederrheinische Museum in Kevelaer nun mit einer Kabinettausstellung, die eine repräsentative Auswahl der zauberhaften Zeichnungen Danovas einer breiten Öffentlichkeit bietet. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. (Bis 18. September). TELEFON | 02832795410
Seit rund 150 Jahren gehört Bier zu Bayern wie Dirndl, Lederhose und Fußball. Zum 500-jährigen Bestehen des bayerischen Reinheitsgebots steht ganz Bayern 2016 unter dem Zeichen des gelben Getreidesafts. „Jedem sein(e) Maß“: Dieses Wortspiel ist Bonmot und Konzept zugleich, erzählt doch die Ausstellung „Bier lokal“ anhand von Biergefäßen aus fünf Jahrhunderten kurzweilige Historien zum Bier. TELEFON | 08131/5675-14
Hermann Stockmann, Triumphzug des Gambrinus (Detail), 1929/30, Bürgerbräu Bad Reichenhall; Bezirksmuseum Dachau Foto: Peter Brunner, Dachau (-29.01.)
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Unruhe Skulpturen Kunstmuseum Basel (Hg.): Skulpture on the Move 19462016, 167 Seiten, Abbildungen überwiegend in Farbe, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, 2016, Preis: € 35,-. Die Assoziation bei diesem Titel „Sculpture on the Move“, dass eine Marmorstatue urplötzlich zum Leben erwacht und geschmeidigen Schrittes von ihrem Sockel herabsteigt, um anschließend davonzumarschieren und die Welt zu erkunden, ist zweifellos banal – in Hollywood macht man
Constantin Brancusi, Max Bill, Eduardo Chillida, Jean Tinguely, Andy Warhol, Bruce Naumann, Robert Gober, Matthew Barney, Donald Judd, Damian Hirst und und und, die Liste der hier vertretenen Künstler ist lang, das Spektrum weit. ISBN 978-3-7757-4070-8
Hochglanz Hinterglasmalerei Steiner, Wolfgang: Goldglanz und Silberpracht, Hinterglasmalerei aus vier Jahrhunderten, 256 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Deutscher Kunstverlag, Berlin, München, 2016, Preis: € 34,90. Die hier abgebildete, farbenfrohe Hinterglasmalerei ist als ein typisches Werk der Schweizer Malschule zu klassifizieren. Den entscheidenden Hinweis darauf liefert die verwendete Technik: Für diese Arbeit mit dem Titel „Allegorie ‘Astro-
aus solchen Ideen Filme –, und trotzdem ließe sich selbst im Kontext ernstzunehmender wissenschaftlicher Traktakte mit diesem Bild arbeiten. Die massiven Einschnitte und Umbrüche im Kunstbetrieb bedingt durch den Zweiten Weltkrieg, die in ganz besonders eklatanter Weise das Medium Skulptur erfassten, bewirkten u.a. nämlich genau dies: Die klassische Skulptur hatte nun endgültig ausgedient. Sie verschwand, übrigens samt Sockel, und zwar nicht bloß formal, sondern es führte die Entwicklung sogar so weit, dass künftig vergleichbaren Kunstwerken nicht einmal mehr mit dem Begriff „Skulptur“ als solchem beizukommen war. Die Schöpfer oder vielleicht doch besser Erfinder jener Artefakten in der Nachkriegsgeneration sind analog dazu auch häufig keine Bildhauer mehr. „Dreidimensionale Kunst“ bevorzugen demzufolge die Verantwortlichen dieser Jubiläumsausstellung im Kunstmuseum Basel, die von dieser Publikation begleitet wird, für die entsprechend vielfältigen Exponate. Bei der durchaus subjektiven Auswahl der hochkarätigen Objekte stand jeweils der Gedanke des innovativen Momentes im Vordergrund. Alberto Giacometti,
nomie’“, benutzte Niklaus Michael Spengler (Konstanz 1700-1776 Darmstadt) nämlich die für diese Schule typische Malweise, genannt Eglomisé. Hierbei wird zunächst das Motiv mit bunten, transparenten Malfarben auf dem Bildträger aufgebracht und in einem zweiten Arbeitsschritt wird Blattmetall darübergelegt um den Effekt der Lüstrie-
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rung zu erzielen. Bei der anderen, ebenso gebräuchlichen Methode, der Amelierung, ist die Reihenfolge und Methode eine andere: Hier wird zuerst das Glas mit einer Metallschicht überzogen, anschließend radiert, dann mit Lüsterfarben überstrichen und abschließend erneut eine Metallfolie darübergelegt. Gemeinsam und entscheidend für beide Techniken ist jedoch die Verwendung von Metall, insbesondere der Einsatz von Gold und Silber, und das Ergebnis war stets und in jedem Fall ein überaus glanzvolles. Dies dem Leser vor Augen zu führen ist mit den exzellenten Abbildungen der rund 120 Objekte aus der Sammlung Steiner in diesem Band hervorragend gelungen. ISBN 978-3-422-07339-5
Und Schnitt! Hannah Höch Möllers, Sebastian / Fink, Luisa Paulina / Schäfer, Andreas, (Hg.): Vorhang auf für Hannah Höch, 95 Seiten, Abbildungen in Farbe und Schwarzweiß, Imhof Verlag, Petersberg, 2015, Preis: € 22,90. Ihre erste Kollage „Nitte unterm Baum“ entstand 1904, da war Hannah Höch gerade einmal 15 Jahre alt. Jahre später, als sie sich als einziges weibliches Mitglied im Berliner Dada-Kreis um Johannes Baader, John Heartfield, George Grosz und Raoul Haussmann etabliert hatte, sollte sie mit letztgenanntem einen Streit über die Urheberschaft der Kollage ausfechten. Ob und wie sich die Kontrahenten/das Liebespaar schließlich einigten, ist eigentlich unerheblich,
längst steht nämlich fest, dass es Hannah Höch war, die mit ihrer um 1919/1920 geschaffenen Fotomontage „Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche Deutschlands“, nicht nur eine Ikone der Dadabewegung schuf, sondern für sich selbst in der Kollage das bevorzugte Medium gefunden hat. Dada war bekanntlich schon bald Geschichte, Hannah Höch jedoch blieb, und sie blieb auch der Fotomontage ein Leben lang treu. Der Stil ihrer Arbeiten entwickelte sich natürlich weiter. Während sie in den Anfangsjahren Figuren oder Objekte exakt ausschnitt, pflegte sie im Laufe der Jahre eine immer radikalere Ausschneidetechnik, bei der sich Form und Inhalt nicht länger deckten. Meist inszenierte sie dann mit diesen Versatzstücken auf dem Bildträger, wie auf einer Bühne, sozialkritischen Szenerien. Die anerkannte Künstlerin starb 1978 im Alter von 89 Jahren. Laut eigener Aussage habe sie sich jedoch nie, weder um eine Handschrift noch um ein bestimmtes Merkmal gekümmert. Einen Einblick in ihr komplexes Lebenswerk, eine wichtige Rolle spielte darin u.a. die Freundschaft nebst Zusammenarbeit mit Kurt Schwitters, selbst wenn das gemeinsame Projekt „Die Anti-Revue“ nie vollendet wurde, vermittelt dieses Katalogbuch. ISBN 978-3-7319-0313-0
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SAMMLER JOURNAL
ISSN 1863-0332
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REDAKTEURE
Nicola Fritzsch Heidrun Th. Grigoleit Karin Probst Helene Stümpfle-Wolf Joscha Eberhardt
AUTOREN DIESER AUSGABE
Dr. Graham Dry F. X. Hitzler Frank-Robin Meißner Dr. Wolf Pecher Ludger Spielberg Sabine Spindler Dr. Dieter Weidmann
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Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de
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