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Sammler journal 0814

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AUGUST 2014

August 2014 · B 1309 | € 6,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 7,00 | Be/Ne/Lux € 7,50

SAMMLER JOURNAL

KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN

Über 2.000 Sammlertermine

Keramik Goldscheider West Germany

Skulptur Kopien antiker Skulpturen

Möbel Thonet

Gemälde Max Slevogt

Dialog Leser & Experten

Auktionen GEMI

Berichte & Preise

Ausstellungen Tipps & Termine


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August 2014 · B 1309 | € 6,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 7,00 | Be/Ne/Lux € 7,50

KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN

Über 2.000 Sammlertermine

Keramik Goldscheider West Germany

KERAMIK

Skulptur

Goldscheider West Germany

Kopien antiker Skulpturen

Ina Knekties

Möbel

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Thonet

Gemälde Max Slevogt

Dialog Leser & Experten

Auktionen Berichte & Preise

Ausstellungen Tipps & Termine

SKULPTUR Titelfotos: Nele Weinert

Kopien antiker Skulpturen Dieter Weidmann

DIALOG

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MAGAZIN

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MESSETERMINE

16

KUNSTMARKT

18

AUKTIONSNOTIZEN

38

AUKTIONSTERMINE

44

INSERENTENVERZEICHNIS

46

LITERATURTIPP

66

AUSSTELLUNGSTERMINE

68

AUSSTELLUNGEN

73

GEMÄLDE

AUKTIONSPREISE

84

Max Slevogt

IMPRESSUM

90

VORSCHAU

90

MÖBEL Thonet Heidrun Th. Grigoleit

Susanne Lux

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TERMINE & KLEINANZEIGEN IN DER BEILAGE

DESIGN Hans-Theo Baumann Wolfgang Hornik

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Sitzende

seine Kunst zum Expressionismus hin. Er wurde Lehrer an der Kunstgewerbeschule (später Folkwang-Schule) in Essen und wurde während des Ersten Weltkriegs als Maler an der Flandernfront eingesetzt. Nach dem Krieg wurde er Mitglied im Künstlerbund „Junges Rheinland“ und mit 34 Jahren wurde er 1923 zum Professor an der Folkwang-Schule in Essen berufen, wo er fast 50 Jahre als Maler und Zeichner blieb. In späteren Jahren wandte er sich einem impressionistischen Realismus zu, der auch den Stil der „Sitzenden“ von 1971 auszeichnet. Einige seiner Werke wurden von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert und von Ausstellungen ausgeschlossen. Im Krieg wurden unzählige seiner Werke bei einem Bombenangriff zerstört. Seine Erblindung setzte 1970 ein. Werke des Künstlers – Landschaften, Porträts, Aquarelle u.a. mit seinen geliebten Pferdemotiven – sind im Clemens-Sels-Museum in Neuss zu besichtigen. 2013 erschien von Kurt Hollmann das Buch „Josef Urbach. Ein Expressionist Rheinischer Prägung“ bei Deller Druck in Neuss. Der Wert der „Sitzenden“ liegt bei etwa 400 Euro. Dr. Graham Dry, München

Aquarell von Josef Urbach Dieses Aquarell haben wir zu unserer Hochzeit 1971 von dem erblindeten Maler Josef Urbach, Professor aus Essen-Werden an der Ruhr, erworben. Die Signatur ist unter dem Passepartout. Das Aquarell zeigt die Breminsel in der Ruhr zu Essen-Werden an der Ruhr. Da ich hier geboren bin, hat für mich die Breminsel einen großen ideellen Wert. Ich möchte nun gerne wissen, ob das Aquarell ein Schatz oder Schätzchen ist. E. Wiesner, Ratingen

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Die in einer Lichtung Sitzende ist wunderbar gelungen und natürlich eine bemerkenswerte, helle und positiv gestimmte Leistung angesichts der Erblindung des Künstlers Josef Urbach. Der Maler ist natürlich höchst professionell vorgegangen und lässt die lang trainierte handwerkliche Fertigkeit die Pinsel führen, aber das Bild ist dennoch ein künstlerisches Dokument der ungebrochenen Zuversicht geworden. Josef Urbach (Neuss 1889-1973 Essen-Werden) studierte an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule bei berühmten Lehrern wie Peter Behrens, Frith Hellmuth Ehmcke und Wilhelm Kreis. 1910 hielt er sich in Paris auf, wo er Zeuge des Aufschwungs in der modernen französischen Malerei wird, ab 1911 wird er Student an der Karlsruher Akademie bei Prof. Friedrich Fehr und wendet sich der Malerei im impressionistischen Stil zu. Noch vor 1914 wandelt sich

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Guter Eindruck Bechergewichte Vor einigen Monaten kaufte ich auf einem Flohmarkt, wie ich nun inzwischen weiß, ein Bechergewicht. Beim Kauf wusste ich nicht, um was es sich handelt, brachte das schwere Teil aber mit Gewichten in Verbindung und kaufte es, da es mir nicht zu teuer für etwas erschien, das ich noch nicht gesehen hatte. In einem Sammler-Journal fand ich dann unter Auktionen: Waagen und Gewichte ähnliche Gewichte. Könnten Sie mir nun bitte einige Informationen zu diesen Bechergewichten geben: über Alter und Herkunft, die Punzen und Zahlen auf dem Deckel und den Bechern, und natürlich bin ich auch auf eine Wertschätzung neugierig. Das Teil ist aus Eisen, hat innen zwölf Bechereinsätze, ist mit aufgestelltem Henkel circa 18 cm hoch und wiegt 9,5 kg.

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Kurt Weigand, o. O.

Das hier verwendete Material ist nicht Eisen, sondern Zinn. Becher-, Eimer-, Einsatz-, Schüssel- bzw. Topfgewichte (frz. „poids gigogne“, „poids à godets“, „pile de Charle-

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magne“ bzw. „poids de marc“; engl. „nested cup weights“) gibt es seit 2000 Jahren. Seit dem 15 Jahrhundert wurden sie vor allem von den Meistern der so genannten Nürnberger Rotschmiede gefertigt. Ihr Export machte die Stadt in ganz Europa bekannt. Das älteste Einsatzgewicht Nürnberger Rotgießer stammt aus dem Jahr 1563. Die Einsatzgewichte wurden entweder aus Glockenspeis (Kupfer-ZinnBronze), oder aus Messing (Kupfer-Zink-Legierung) gegossen. Es gab sie aber auch aus Kupfer und Blei. Außer in Nürnberg wurden Einsatzgewichte in größeren Stückzahlen in Frankreich, Österreich und England hergestellt, wenige in Italien, Schweden und anderen Ländern. Die Identifizierung erfolgt anhand der auf dem Deckel (rechts vom VerschlussRiegel) eingeschlagenen Meistermarken. Durch einen Buchstaben (Gebietskennzeichen) auf der dem Meisterzeichen gegenüberliegenden Seite des Verschlussriegels wurde gekennzeichnet, für welches Land oder Gebiet (auch Stadt) die Einsatzgewichte hergestellt worden waren. Sie wurden überall dort benötigt, wo Waren gehandelt, gewogen und verzollt wurden. Sie wurden vor allem in Apotheken verwendet. Kopien bzw. Nachgüsse davon sind seit dem späte-


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ren 19. Jahrhundert auch für dekorative Zwecke angefertigt worden und zu diesen Erzeugnissen der Neuzeit gehört der vorliegende Satz von Bechergewichten. Damit der Satz einen guten antiken Eindruck macht, wurden bei der Herstellung entsprechend antik aussehende Punzen angebracht, die nicht zu identifizieren sein werden. Vermutlich entstanden diese Bechergewichte in den Dreißigerjahren. Ihr Wert liegt trotz der exzellenten Verarbeitung nicht sehr hoch, etwa zwischen 50 und 150 Euro, je nachdem, ob der Entstehungsort zu bestimmen ist oder nicht. Zum Vergleich zeigen wir die Abbildung eines Satzes, der gerade auf eBay angeboten wurde und einen neuen Besitzer beim Zuschlag von 45,16 Euro fand. Bezeichnet war der neuzeitliche Satz mit den Worten „FEIN ZINN“ und das Datum 1770. Dr. Graham Dry, München

Ausgefallenes Stück Jugendstil-Standuhr Hier handelt es sich um einen Entwurf für die Fa. Etzold & Popitz, Leipzig, die seinerzeit einen Uhrenhandel betrieb und sehr vermögende Kunden hatte. Die Uhr wurde auf der Historischen Uhrenausstellung 1905 in Nürnberg präsentiert. Es handelt sich definitiv um ein Einzelstück. Etzold & Popitz war auch 1904 bei der Weltausstellung in St. Louis vertreten und bekam dort mehrere Goldmedaillen. Diese Uhr weicht völlig von dem ab, was E & P normalerweise vertrieb. Meine Frage ist nun, wer diese Uhr entworfen haben könnte. Es wurden schon Namen wie Riemerschmid, Olbrich, Hoffmann, Behrens genannt. Kann man die Uhr geographisch zuordnen? Ein bekanntes Auktionshaus wollte die Uhr gerne für die nächste Jugendstilauktion haben. Zeitlich würde alles zu Riemerschmid passen. Vielleicht haben Sie eine Idee zu dem guten Stück. Sie war eine Sonderanfertigung für die Fa. Etzold & Popitz, die sich gerne als Entwerfer für Uhrenkästen ausgaben, was aber nicht stimmt. Als Laie würde ich sie als ein Möbelstück und Teil ein Zimmers betrachten. Sie ist Mahagoni teilfurniert.

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M. Welzel, o. O.

Der Stil der Standuhr lässt sich in zwei Bereiche unterscheiden. Der obere Teil, der wie eine Figur aussieht, die mit erhobenen Armen den Standabschluss hochhält, ist von

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den geometrischen Formvorstellungen des modernen holländischen Kunstgewerbes beeinflusst, das seit etwa 1902 in Deutschland gut bekannt war, vor allem durch die Messingarbeiten des Jan Eisenloeffel. Der Sockelteil ist dagegen eher konservativ gehalten, mit einem klassizistischen Messingbeschlag, der optisch dem geometrisch-konstruktiven Aussehen des oberen Bereichs entgegenwirken soll. Das mit klassizistischen Girlandenmotiven verzierte Zifferblatt, das wiederum ganz moderne Zeiger aufweist, steht als ausgleichendes Zwischenelement zwischen dem geometrischlinearen oberen Bereich und dem konservativen Sockelbereich. Es handelt sich im Großen und Ganzen um ein sehr gelungenes und gefälliges Design, das damals die konservativen Käufer nicht abschreckte und auch den fortschrittlicheren Kundenkreisen genehm war. Entwürfe mit Stilmischungen dieser Art sind allerdings nicht im Oeuvre von Architekten und Designern wie Riemerschmid, Olbrich, Behrens oder Hoffmann zu finden, die um 1905 ganz entschieden gegen die Verwendung von historischen Schmuckformen waren, auch in Kombination mit modernen Elementen. In ihren Werken finden sich auch keine Beispiele, die auf einen möglichst großen Absatz durch moderne oder historische Zitate zielen. Solche Designer und Entwerfer kommen als Urheber der Uhr nicht infrage, zumal beispielsweise Riemerschmid fast ausschließlich, aber nur in einem durchwegs modernen Stil, für die Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk, München, oder die Dresdner bzw. Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau tätig waren. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Entwurf der Uhr von einem angestellten Designer der Fa. Etzold & Popitz, Leipzig stammt, der, wie im Übrigen alle Hausdesigner der


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großen Möbel- und Metallwarenfabriken, von der Geschäftsleitung angehalten war, „gängige“ Entwürfe und so genannte „Novitäten“ für ein breiteres Publikum zu schaffen, das in den großen Möbelhäusern zu kaufen pflegte. Es ist auch ganz offensichtlich, dass es sich bei der Uhr keineswegs um ein Einzelstück handeln kann. Die Art der Herstellung deutet vielmehr auf eine halbindustrielle Anfertigung hin. Die Uhr war auch bestimmt im Verkaufskatalog des Herstellers mit einer Modellnummer abgebildet und konnte anhand des Katalogs bestellt werden. Die Dielenuhr war damals bestimmt nicht in einer niedrigen Preislage angesiedelt. Sie ist auf jeden Fall, unabhängig von den kunstgeschichtlichen Überlegungen zur Herkunft und Entwerfer, ein sehr ausgefallenes Beispiel einer Jugendstilstanduhr. Es ist zudem fast ein Wunder, dass eine Abbildung der Uhr in einer doch sonst sehr entlegenen Zeitung der Entstehungszeit gefunden wurde bzw. sich als Begleitdokument zur Uhr erhalten hat. Bei einer guten Auktion müsste man zurzeit erwarten, eine Summe von etwa 1.200 bis 1.500 Euro zzgl. etwa 22 % Aufgeld für die Uhr als Werk des Leipziger Herstellers Etzold & Popitz bezahlen zu müssen, ohne dass ein Entwerfername genannt werden kann. Sollte ein etwa in Österreich beheimatetes Auktionsunternehmen davon überzeugt sein, mit gutem Gewissen die Uhr als „Umkreis Josef Olbrich“ anbieten zu können, könnte man mit einem höheren Betrag rechnen, für den Fall, dass ein Käufer dieser eventuellen Zuordnung des Auktionshauses Glauben schenken möchte. Die Standuhr gehört überhaupt zu einer Art dekorativer Accessoires, die auch sehr gut, wenn alle Messingteile auf Hochglanz gebracht wurden, in einer ansonsten modernen Wohnung aussehen. Sie wäre dort auf jeden Fall ein absoluter Hingucker und Topthema. Wenn sie in einem vornehmen, auf Schauwirkung eingestellten Inneneinrichtungsgeschäft des oberen Segments stehen würde, in dem die Kundschaft nicht so sehr nach der genauen Herkunft solcher Prachtobjekte fragt, kann man sich vorstellen, dass die Uhr ein Preisschild in Höhe von etwa 4.000 bis 5.000 Euro haben könnte und dass sie auch zu diesem Preis verkauft werden könnte. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass solche Geschäfte diese ausgefallenen Objekte meistens in Kommission von einem Verkäufer haben, der bloß einen „normalen“ Verkaufspreis verlangt, in diesem Fall einen Erlös von etwa 1.500 Euro. Dr. Graham Dry, München

Neue Abenteuer Gemälde von Alfred Jensen Dieses Bild (rechts oben) befand sich seit circa 1918 im Haus meiner Großeltern in Dessau. In den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Rahmen erneuert. Abmessungen ohne Rahmen: Breite 84,5 cm Höhe 60 cm. Das Bild ist auf Leinwand gemalt. Zur damaligen Zeit waren Herkunft und Maler des Bildes für mich als Kind nicht von Interesse. Heute würde ich Sie gern um nähere Angaben in Bezug auf den Maler (Alfred Jensen? 1914?) und den Wert des Bildes bitten. Im Anhang habe ich Bilder angehängt.

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Konstantin Oppermann, o. O.

Der Marinemaler Alfred Jensen (Randers, Dänemark 16.11. 1859 - 29.6.1935 Hamburg) war ein überaus fleißiger Maler von Segel- und Dampfschiffen auf hoher See bei allen Wetterlagen, im Hafen, beim Sonnenuntergang und vor Landschaftskulisse. Populärer waren allerdings seine Darstellungen der Segelschiffe, die immer auf den Weg zu einem neuen Abenteuer oder auf dem Weg von einem solchen zurück zu sein scheinen und appellieren dadurch, in einer Zeit, als die Dampfschiffe schon lange die strengere Botschaft des kühlen Welthandels wiedergeben, an die nostalgischen Gefühle des Betrachters, der auch solche Bilder von seinen Kinderbüchern her noch gut kennt. Als Vergleichsbeispiel bilden wir ein ähnlich gestaltetes Bild des Malers aus dem Jahre 1914 (unten), das beim Auktionshaus Stahl in Hamburg versteigert wurde. Das Schema der Bildgestaltung ist gut erkennbar: Diagonal von links kommend rauscht ein Segelschiff heran, nach unbekanntem aber bestimmt aufregendem Ort unterwegs, und nicht nur die Herzen der Norddeutschen schlagen bei diesem Anblick höher. Alfred Jensen, man hätte es ahnen können, ging selbst mit 14 Jahren zur See, machte weite Reisen, studierte

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Malerei bei Heinrich Leitner in Hamburg, ging wieder zur See und setzte seine Ausbildung ab 1897 bei Emil Neumann an der Kunstakademie in Kassel fort. Er ließ sich in Hamburg nieder – und hatte von nun an nur die Schiffe seiner Weltreisen im Sinne, die er so wirklichkeitsnah und überzeugend darzustellen wusste, dass sie ihm ein sehr gutes Einkommen bescherten. Im Kunsthandel wimmelt es daher nur so von Jensens Segelschiffen und erstaunlicherweise werden sie mit guten bis sehr guten Preisen honoriert, obwohl sie sich im Motiv und Malweise oft weitgehend ähneln, ohne aber dass ein Bild dem anderen gleicht. Ein Seebär, ein nostalgischer Möchtegern-Hochseekapitän oder einfach ein Liebhaber von alten Seeschiffen und den Geschichten dazu scheint nicht ohne mindestens einen Jensen sein eigen nennen zu können, denn die Preise für Bilder dieser Größe liegen zwischen etwa 1.500 und 2.000 Euro und manche sogar darüber. Es ist bei Jensen das Thema selbst, das den Ausschlag für seine Beliebtheit ausmacht, nicht unbedingt die Qualität der Malerei selbst, die manchmal etwas routiniert dahin gepinselt, aber immer mit Verve und Können, daherkommt. Aber Jensen-Bilder regen die Fantasie und den Kind gebliebenen Abenteurer in uns an und darin hat die Kunst auch hohen Verdienst. Dr. Graham Dry, München

Ostasiatisches Vorbild Teller aus der Delfter Manufaktur „De Grieksche A“ Als langjährger Leser Ihrer Fachzeitschrift möchte ich Sie um Alter und Werteinschätzung dieses Tellers bitten.

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Philipp Krieger, Burghaun

Der Keramikteller weist einen gleichmäßigen achtseitigen Spiegel mit bemalter Gartendarstellung und japanischer Figur auf, aus dem sich die leicht gewölbte Fahne fächernd nach außen entwickelt. Die Fahne teilt sich in vier zungenförmige Felder, die weitere Gartenszenen mit Figur

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zeigen, und vier gleichförmige Felder, die mit Blumenzweigen gefüllt sind, dazwischen befinden sich ornamentale Blatt- und Blütenmotive auf rotbraunem Grund. Die auf den Boden gemalte Marke, ein Monogramm aus den Buchstaben PAK, deutet darauf hin, dass es sich beim Teller nicht um eine japanische Arbeit handeln kann, sondern um einen Zierteller, der in einer europäischen Manufaktur unter Verwendung von ostasiatischen Vorlagen entstand. Genauer gesagt, haben wir es hier mit einer Arbeit aus der Delfter Fayencemanufaktur „De Grieksche A“, die 1658 von Wouter van Eenhorn gegründet wurde. 1678 erhielt dessen Sohn Samuel die Manufaktur als Hochzeitsgeschenk. Nach seinem Tod 1687 wurde sie von seinem Schwager Adriaen Kocks erworben und dann 1701 von dessen Sohn Pieter Adriaensz Kocks weitergeführt, der schon 1703 starb. Seine Witwe Johanne, geb. van der Heul, war Töpfermeisterin, übernahm den Betrieb bis 1722 und verkaufte ihn an Jacobus van der Kool. Als Fayencemanufaktur bestand sie bis etwa 1818 und gehörte während dieser langen Jahre zu den bedeutendsten holländischen Manufakturen. Die künstlerischen Leistungen der Frühzeit dieses Delfter Unternehmens gelten als hervorragend und besonders die Imitationen von K’ang-hsi-Porzellan des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts werden gerühmt. Die Buchstaben des Monogramms PAK deuten darauf hin, dass der Teller nicht vor 1701 entstanden sein kann. Der Stil des Tellers – Szenerien, Felder und Ranken- und Blütenzweigmotive in orangeroter Malerei mit kobaltblauem Grund oder kobaltlauen Motiven gehört dem „Imari“-Porzellan an, die ab etwas 1650 bis 1750 aus dem Töpferort Arita in Japan nach Europa importiert wurde. verantwortlich für die Einführung des „Imari“-Stils bei De Grieksche A war Jan Verburgh, dort Meistermaler von 1698 bis 1706, der von „De Porceleyne Fles“ in Delft gekommen war. Der schöne Teller mit dem Monogramm PAK, das von der Witwe des Pieter Adriaenz Kocks beibehalten wurde, entstand theoretisch zwischen 1701 und 1722. Für den Nachfolger Jacobus van der Kool scheint jedoch keine eigenständige Marke nachweisbar zu sein und da er die traditionellen Muster des Unternehmens weiterführten, scheint es möglich zu sein – obwohl die Porzellanlexika nicht darüber berichten – , dass van der Kool auch die alte Marke PAK ebenfalls weiter verwendete. Als der Schwiegersohn Jan T. Dextra den Betrieb 1758 übernahm, wurden neue Marken, darunter zwei mit den Initialen ITD, eingeführt. Der vorliegende Teller kann also noch um 1750 entstanden sein. Auf den Wert des Tellers, der bei etwa 400 Euro liegt, hat die frühe oder spätere Datierung keinen Einfluss. Es handelt sich um ein wie immer faszinierendes Dokument der Verehrung der europäischen Keramikherstellung im 18. Jahrhundert für ostasiatische Vorbilder, das in ungewöhnlich gutem Erhaltungszustand zu sein scheint. König Willem III. von Oranien, König von Großbritannien und Irland bis 1702, gehörte zu den Kunden des Unternehmens. Dr. Graham Dry, München

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Länderschwerpunkt: Indien St. Moritz Art Masters Bereits zum siebten Mal bildet das Engadin die einzigartige Kulisse für die St. Moritz Art Masters, das jährliche Kunstund Kulturfestival, heuer vom 22. August bis 31. August. Der diesjährige Länderschwerpunkt Indien verspricht kontrastreiche, künstlerische Positionen der zeitgenössischen indischen Kunstszene: von jungen, über bereits etablierte Künstler, ortsbezogene Interventionen bis hin zu Einblicken in die indische, klassische Moderne. Die St. Moritz Art Masters zeichnet sich neben dem hochkarätigen Programm aus indischer, nationaler und internationaler zeitgenössischer Kunst durch seine besonderen Ausstellungsorte und den Walk of Art aus. Skulpturen und künstlerische Arbeiten in privaten und öffentlichen Räumen und die Nutzung unkonventioneller Ausstellungsorte lassen die Kunstwerke in einem anderen Licht, jenseits des gewohnten „White Cube“, erscheinen. Befreit von der kolonialen Last der Vergangenheit, nehmen sich die zeitgenössischen indischen Künstler den drängenden Fragen der Gegenwart an, indem sie Ritual, Mythos und Alltag in einzigartiger Weise miteinander verknüpfen. Das pulsierende Feld der zeitgenössischen indischen Kunst spiegelt den rapiden Wandel dieser Nation und deren Gegensätze wider, indische Künstler haben mittlerweile eine ganz eigene Stimme auf dem internationalen Kunst-Parkett gefunden. Die Gruppenausstellung „India: Maximum City“ zeigt Arbeiten von neun aufstrebenden Künstlern, die sich intensiv mit dem dynamischen und unkontrollierten Wachstum der indischen Metropolen auseinandersetzen. Innerhalb des Indien-Themas präsentiert die Messe außerdem eine Gruppenausstellung mit Werken aus der Stellar International Art Foundation, der Privatsammlung der Familie Choudhrie: eine Kunstsammlung, die zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird und vornehmlich auf Werken der indischen Moderne basiert.

Francesco Clemente, Standing with Truth, 2012-2013; St. Moritz Art Masters Courtesy: the artist and BLAIN/SOUTHERN

Christoph Steinmeyer, not yet titled, 2014; St. Moritz Art Masters Courtesy: the artist and Galerie Michael Janssen

Im historischen, kürzlich restaurierten Paracelsus Gebäude in St. Moritz Bad wird die Filminstallation Hommage an Satyajit Rays „The Music Room“ zu Ehren des Regisseurs Satyajit Ray von Matthias Brunner, dem bekannten Schweizer Kurator und Filmschaffenden, inszeniert. Sein Hauptwerk The Music Room (1958) markiert außerdem den Anfang der kleinen Filmreihe (aus dem Zeitraum von 1958 bis 2013), die den besten indischen Film des jeweiligen Jahrzehntes repräsentiert. Die Filme werden vom 25. bis 30. August im Kino Scala in St. Moritz gezeigt. Die St. Moritz Art Masters steht mit ihrem Programm für eine Symbiose aus lokaler Anbindung und internationalem, kulturellem Austausch. In diesem Zusammenhang präsentiert das Kunstund Kulturfestival in diesem Jahr unter anderem eine monumentale Zelt-Installation des US-amerikanischen Künstlers Francesco Clemente. Seine Zelte, die er in Indien erschaffen hat und die er als „Höhlenmalerei“ oder „mobile Kapellen“ bezeichnet, entführen die Besucher an einen Ort der Stille und Kontemplation. Ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Festivals ist der britische Künstler Billy Childish: Er bezieht sich in seiner mehrteiligen Bild-Serie auf den Engadiner Künstler Giovanni Segantini. Diese Werke, großformatige Malereien, speziell für die St. Moritz Art Masters konzipiert, werden in der Französischen Kirche in St. Moritz zu erkunden sein. Weitere Informationen zum diesjährigen Kunst- und Kulturfestival werden laufend auf der Webseite aktualisiert. Hier die Vorläufige Künstlerliste: Pablo Bartholomew | Jayasri Burman | Riddhibrata Burman | Billy Childish | Francesco Clemente | The Bilderberg Collection | Pratul Dash | Smriti Dixit | Shilpa Gupta | Subodh Gupta | Lori Hersberger | Maqbool Fida Husain | Leiko Ikemura | Jitish Kallat | Reena Saini Kallat | Ranbir Kaleka | Philipp Keel | Manish Nai | Paresh Maity | Nalini Malani | Manish Nai | Julian Schnabel | Gigi Scaria | Mithu Sen | Christoph Steinmeyer | Sooni Taraporevala und Hema Upadhyay. INTERNET I www.stmoritzartmasters.com


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Erbe verpflichtet 19. Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen In der mittelalterlichen Domstadt Bamberg haben sich Kunst- und Antiquitätenhändler und das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia zusammengeschlossen und veranstalten vom 23. Juli bis 18. August gemeinsam die Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen. Im Umkreis von circa 500 Metern liegt unterhalb des Domberges das so genannte Antiquitätenviertel. In der persönlichen Atmosphäre ihrer Galerien, im historischen Barockzentrum, bieten die Kunst- und Antiquitätenhändler wertbeständige Kunst an. Alle Schauräume befinden sich in denkmalgeschützten Häusern. Auf insgesamt 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche findet die alljährliche Leistungsschau der Kunst- und Antiquitätenhändler statt. Es wird ein breites Spektrum an nationaler Kunst und internationalem Kunsthandwerk aus sieben Jahrhunderten geboten. Auf den Bamberger Kunst- und Antiquitätenhandel ist man in Deutschland aufmerksam geworden, herrscht hier doch ein angenehmes Miteinander. Bei ausgefallenen Kundenwünschen ist man in Bamberg bemüht, den Sammlerwunsch zu erfüllen. Die Händler empfehlen sich untereinander weiter, so dass der Kunde vor Ort fündig wird und zufrieden ist. Jeder Händler ist Experte auf seinem Gebiet. Jeder hat in diesem „Bamberger Modell“ seinen Platz. Und

Christian Eduard Böttcher (1818-1889), Die Einkehr, 1864; Kunsthandel von Seckendorf bei den Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen

Georg Jensen, Saucière Magnolie; Silber Kontor Heiss bei den Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen

dieser Platz des Angebots von Kunst und Antiquitäten ist nicht eine Messehalle am Stadtrand, sondern es sind die Galerien im barocken Zentrum einer der schönsten historischen Städte Deutschlands. Was hier angeboten wird, korrespondiert in schönster Weise mit der Architektur der fränkischen Siebenhügelstadt, deren Zeugnisse weit vor die Barockzeit zurückreichen. Die Qualität von Antiquitäten erwächst aus der Hand der Künstler, die sie geschaffen haben und aus der Vermittlung des Geistes der Zeit, in der sie entstanden sind. Darüber hinaus ist es oft spannend und aufschlussreich, ihre Provenienz zu erfahren, noch spannender, diese zu erforschen. Dazu können die erfahrenen Bamberger Kunsthändler ihre Expertise anbieten. Zu ihrem kundenfreundlichen Service gehören auch kostenlose Schätzung mitgebrachter Kunstwerke und fachkundige Beratung bei Restaurierungsfragen. Ein Paar Fauteuils, Louis Seize; Schmidt-Felderhoff bei den Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen

TELEFON I 0175/2468806 INTERNET I www.bamberger-antiquitäten.de

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Antikuhrenbörse in Furtwangen

zunehmend Händlerinteressen bis nach Fernost wie China und Japan sowie den USA. Die Antikuhrenbörse geht einher mit einem der größten Trödelmärkte Südbadens, der zusammen mit einem Stadtfest durchgeführt wird. Mit dem Eintritt in die Uhrenmesse hat man gleichzeitig die Möglichkeit, das Deutsche Uhrenmuseum zu besichtigen. Mit mehr als eintausend Ausstellungsobjekten ist es das größte auf Uhren spezialisierte Museum in der Bundesrepublik. Auch die Gründung des Museums geht auf Robert Gerwig zurück. Er legte schon zu Beginn der Uhrmacherausbildung 1850 eine Lehrmittelsammlung an, um einen Gedankenaustausch für Lehrlinge aber auch für Uhrenmanufakturen anzuregen. Die diesjährige Antik-Uhrenbörse findet vom 29. bis 31. August statt. TELEFON I 07723/7860 INTERNET I www.antik-uhrenboerse.eu

Uhren im August 30 Jahre Antikuhrenbörse in Furtwangen Furtwangen war im 19.Jahrhundert das Zentrum der badischen Uhrenmanufakturen und Uhrenindustrien. Bedeutende Uhrenfabriken wie Lorenz Furtwängler, die Badische Uhrenfabrik, Union Clock u.a. hatten hier ihren Sitz. Der Großherzog von Baden hatte mit Weitblick 1850 in Furtwangen die erste Uhrmacherschule Deutschlands unter der Leitung des Ingenieurs Robert Gerwig eingerichtet. Sie war damals auch die Mutter aller Schulen in Furtwangen. Wenn auch fast die gesamte Uhrenindustrie im badischen und württembergischen Schwarzwald in den vergangenen mehr als 160 Jahren der technischen Entwicklung Tribut zollen musste, so pflegt die Furtwanger Antikuhrenmesse diese Tradition weiter. Am deutlichsten sichtbar ist diese Entwicklung an den beiden Bildungsstätten der Robert-Gerwig-Schule – eine staatliche Berufsbildungsstätte-, die bis auf den heutigen Tag u.a. noch Uhrmacher ausbildet, die nach ihrer Ausbildung weltweit gefragt sind. Durch weitsichtige ehemalige badische Kulturpolitiker durchlief die 1850 gegründete Uhrmacherschule eine exorbitante Entwicklung über die Meister- und Technikerausbildung zur 1948 gegründeten Ingenieurschule. Heute werden an der mittlerweile firmierenden HFU – Hochschule Furtwangen University – mit zwei Außenstellen in VS-Schwenningen und Tuttlingen mehr als 6000 Studenten unterrichtet. Während der Semesterferien findet jährlich im August – in diesem Jahr am Wochenende 29. bis 31. August – die Antikuhrenmesse in den Räumlichkeiten der HFU statt. In den 30 Jahren ihres Bestehens hat sich die Antikuhrenmesse zu einer Institution entwickelt, die bei technikinteressierten Uhrenfans nicht mehr wegzudenken ist. Das Angebot an antiken Uhren ist kaum zu überschauen und befriedigt jedes Sammlerherz. Nicht nur Uhrenliebhaber aus der Region strömen an diesen Tagen nach Furtwangen, die Kreise der Interessierten werden immer größer. Stammkunden aus Deutschland und dem EU-Raum werden ergänzt durch Liebhaber antiker Uhren aus osteuropäischen Ländern. Mehrsprachige Internetseiten wecken

Antikforum in Klosterkirche Antik- & Kunstforum in Bornheim-Walberg Es ist sicher keine alltägliche Umgebung für ein Antikforum, aber gerade deshalb ist das erste „Antik- & Kunstforum” in einer alten Klosterkirche besonders reizvoll. Die Klosterkirche bietet mit ihrem Erscheinungsbild ein außergewöhnliches und wohl einmaliges Ambiente. Die Klosteranlage des ehemaligen Dominikaner-Klosters in Bornheim-Walberberg (bei Bonn), idyllisch eingebettet in einen großzügigen Klosterpark, lädt zum Verweilen und Genießen ein. Dort findet am 17. August das erste „Antik- & Kunstforum” statt. Eine erlesene Auswahl wertvoller Antiquitäten, alter Kunst, seltener Exponate, antiker Möbel aller Stilepochen,

Die Klosterkirche des ehemaligen Dominikaner-Klosters in Bornheim-Walberg wird Schauplatz des ersten Antik- & Kunstforums am 17. August


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Schmuck und Silber sowie Gemälde, Druckgrafiken und wertvolle Zeichnungen erwartet die Besucher und Gäste des Antik- & Kunstforums. Ausschlaggebend für diese Veranstaltung ist auch die zentrale Lage des ehemaligen Klosters zwischen den Großstädten Köln und Bonn am Hang des Vorgebirges oberhalb der Kölner Bucht. TELEFON I 02232/931717 INTERNET I www.a-v-a.net

Kunst mit Kontur

Fest der Porzelliner in Selb

Art Salzburg Die Art Salzburg findet heuer bereits zum 8. Mal während der Salzburger Festspiele statt. Und so wird vom 15. bis 24. August auf dem Gelände der Salzburger Residenz, im Hof Dietrichsruh, eine elegante, vollklimatisierte Messehalle errichtet, die Sala Terrena wird weitere Ausstellungsplätze beherbergen und der barocke Hof in einen prächtigen Garten verwandelt. Das strikte Konzept der Art Salzburg, Qualität vor Quantität, wird fortgesetzt und in besonders spannenden Raumkonzepten ausgebaut und vertieft. Die Art Salzburg versteht sich als Treffpunkt der Kunst verschiedener Epochen, um im Ensemble von Gegensätzen und Parallelen, von Tradiertem und von radikalen Brüchen dem einzelnen Kunstwerk Schärfe und Kontur zu verleihen. TELEFON I 0043/1/9137930 INTERNET I www.art-port.cc

„Weißen Goldes“. Die Herstellung vom Rohstoff bis zur feinst dekorierten Ware ist nur eine Dimension, die der Museumskomplex in Selb bereithält. In Hohenberg an der Eger schließlich geht es um Service, Zierartikel und Figuren. Auf dem Porzellinerfest ist das Museum ebenfalls vertreten: Expertisen und Beratung gehören zum Programm. TELEFON I 09287/883-118

Feinsteingut Roesler-Börse in Bad Rodach

Porzelliner feiern

Seit mehr als zwölf Jahren treffen sich in Bad Rodach Sammler und Händler aus ganz Deutshland zur RoeslerBörse, in diesem Jahr am Samstag, dem 30 August. Dabei steht Rolf Peters, Autor des Buches „Max Roesler. Keramik zwischen Jugendstil und Art déco“ zu jeder Börse für Fachgespräche und Auskünfte rund um das Roesler-Feinsteingut und allem rund um die ehemalige Max Roesler AG bereit.

Fest der Porzelliner in Selb

INTERNET I www.roesler-freunde.de

Traditionell am ersten Samstag im August steigt in Selb wieder das „Fest der Porzelliner" mit dem wohl längsten und größten Porzellanflohmarkt dieser Art in ganz Europa. Tausende von Sammlern und Liebhabern des „Weißen Goldes" haben den 2. August dick im Kalender angestrichen und so zieht es sie an diesem Tag nach Selb, auf der Suche nach einem besonderen Schnäppchen bei einem der über 300 Anbieter am Porzellanflohmarkt. Darüber hinaus werden beim „Porzellinerfest" an zahlreichen Ständen Informationen zum Thema Porzellan geboten. Und wer Lust hat, der kann sich sogar selbst einmal am Bemalen von Porzellanfiguren versuchen. Absolut sehenswert ist die Ausstellung „Weißes Gold – Porzellan erleben“ im Rosenthal-Theater der Stadt. Dort zeigen die regionalen Porzellanfirmen und -manufakturen wieder ihre neuesten Produkte. Das Porzellanikon, Europas größtes Spezialmuseum für Porzellan, bietet an seinen Standorten in Hohenberg an der Eger und Selb einen faszinierenden Einblick in die Welt des

Wolfgang Kreidl, Service 160 „Bremen“, Sammlung Rolf Peters; Roesler-Börse in Bad Rodach Foto: Rolf Peters


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MESSETERMINE |JULI| BAMBERG 23.07.-18.08.2014 Bamberger Kunst- & Antiquitätenwochen Diverse Galerien Tel. 0175-2468806 www.bambergerantiquitaeten.de

Termine 2014 24.8. Bonn • Innenstadt 31.8. Bad Münstereifel Fußgängerzone 28.9. Bad Honnef Fußgängerzone 5.10. Siegburg • Marktplatz 12.10. M’gladbach Kaiser-Friedrich-Halle 26.10. Bonn • Innenstadt

www.rhein-antik.de NEU Tel. 02232 / 29 00 633

Unser Markt im DuMont-Carré pausiert wegen baulicher Umgestaltung bis voraussichtlich Sept. 2014.

• Antiquitäten • Raritäten • Kitsch • Kunst •

|AUGUST| ANIF (A) 21.08.-24.08.2014 Kunst- und Antiquitätenmesse Gemeindesaal Tel. 0043/664/9173631 www.antik-events.at BAD AUSSEE (A) 15.08.-17.08.2014 Antiquitätenmesse Tel. 0043/732/738741 www.antiquitaetenmesssen.at BAD RODACH 30.08.2014 Roesler Feinsteingut Schlossplatz Tel. 09564/1368 www.roesler-freunde.de BERGEN-ENKHEIM 24.08.2014 Antikmesse Hessen-Center Tel. 02104/46152 www.interantik-gmbh.de BIARRITZ (F) 08.08.-11.08.2014 Salon des Antiquaires Halle Iraty Tel. 0033/559311166 www.salon-antiquaires.com

Westfalenhallen

16. / 17. Aug. Sa.+ So. 10 –17 Uhr MLG GmbH Wannestr. 180 • 44265 Dortmund Tel. 02304/942 79-11 • Fax 02304/942 79-22 www.mlg-gmbh.de

CHIEMING 01.08.-03.08.2014 INTER ART. Kunst- und Antiquitätentage Gut Ising, im Festsaal Tel. 089/94385683

DORTMUND 16.08.-17.08.2014 Antik & Sammlermarkt Westfalenhallen Tel. 02304/9427911 www.mlg-gmbh.de FURTWANGEN 29.08.-31.08.2014 Antik-Uhrenbörse Fachhochschule Tel. 07723/7556 www.antik-uhrenboerse.de KNOCKE (B) 09.08.-17.08.2014 Artnocturne. Kunst- und Antiquitätenmesse Kulturzentrum Scharpoord Tel. 0032/50/354007 www.artnocturneknocke.be PÖRTSCHACH (A) 07.08.-10.08.2014 11. Internationale Kärntner Kunst- und Antiquitätenmesse Congress Center Wörthersee Tel. 0043/664/9173631 www.antik-events.at SALZBURG (A) 15.08.-24.08.2014 Art Salzburg Residenz Tel. 0043/676/9246008 www.artsalzburg.info ST. MORITZ (CH) 22.08.-31.08.2014 Art Masters Diverse Orte Tel. 0041/818331028 www.stmoritzartmasters.com SULZBACH/TS. 17.08.2014 Antikmesse Main Taunus Zentrum Tel. 02104/46152 www.interantik-gmbh.de TETBURY (GB) 15.08.-17.08.2014 Die Cotsworlds Decorative Antiques & Fine Art Fair Westonbirt Schule www.cooperevents.com

www.antik-uhrenboerse.eu


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Antiquitäten-Tage Antikmarkt Hessenhalle Alsfeld

Accessoires • Edeltrödel • Kunst • Antiquitäten 36304 Alsfeld, An der Hessenhalle 1, direkt an der Autobahnausfahrt A5 Alsfeld-West

Sa./So.: 19.+20. Juli • 16.+17. Aug. • 20.+21. Sept. • 18.+19. Okt. Geöffnet: 9 bis 15 Uhr für Besucher. Standgebühr: Halle 15,– € / lfm, Freigelände 10,– €

www.antikmarkt-alsfeld.de • Messebüro Rode • Tel. 0160 / 96 23 76 22

Antik- und Flohmärkte

Hann. Münden, Weserpark, auch überdacht: 26.+27. Juli • 23.+24. Aug. • 27.+28. Sept. • 25.+26. Okt. Aufbau Samstag 9 Uhr, geöffnet bis 16 Uhr, Aufbau Sonntag 7 Uhr, geöffnet bis 17 Uhr

Borken bei Kassel, Halle und Freigelände: So. 10. Aug. • So. 14. Sept. • So. 12. Okt. Aufbau Sonntag 7 Uhr, geöffnet bis 17 Uhr

info@a-v-a.net • www.a-v-a.net


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Tipp für Kurzentschlossene

Porzellane & Gemälde Rehm, Augsburg Gesucht und geschätzt bei Sammlern schöner Porzellane sind Stücke aus Meißen. Das Augsburger Auktionshaus Rehm kann am 24. und 25. Juli mit ebensolchen aufwarten. Im Angebot ist eine reizende Figur eines Spielzeugverkäufers aus den 1940erJahren wie auch die zierliche Venus nach dem Entwurf von Paul Scheurich. Aus der Nymphenburger Manufaktur stammt ein Kaffeeservice mit Goldrand und floralem Dekor. Die Originalrechnung vom 31. August 1927 dazu belegt, dass es einmal dem Kasseler Rechtsanwalt Karl Kreitz gehörte. Ein besonderes Möbelstück ist ein süddeutscher, nussbaumintarsierter Barockschrank aus dem 18. Jahrhundert. Die Gemäldekategorie umfasst 150 Ölbilder, darunter Werke von Otto Pippel und dem Marinemaler Patrick von Kalckreuth (1892-1970). Für Spannung könnte eine große Leinwand aus dem 19. Jahrhundert sorgen, die einen Maler hinter seiner Staffelei zeigt, der ein Stillleben mit Früchten, Musikinstrumenten und einem Globus malt. Eine Sammlung chinesischer Kunstgegenstände enthält Porzellane und Skulpturen. Dazu kommen hochwertige Gebrauchsgegenstände wie ein Silberrechaud und ein Paar feuervergoldeter französischer Prunkleuchter zum Aufruf sowie eine große Auswahl an Preziosen, die sich vor allem aus Brillant- und Diamantschmuck zusammensetzt. TELEFON | 0821/551001 INTERNET | www.auktionshaus-rehm.de

Meißen, Venus, Entwurf Paul Scheurich, 1920/21, H 35 cm. Rehm, Augsburg, 25./25.07.2014

Der Löwe von Zermatt

men zwei Blumenstilleben, die jeweils für 1.200 Euro Aufrufpreis angeboten werden. Des Weiteren gibt es Werke von Oskar Mulley, Oswald Grill,William Kay Blacklock, Julius Seyler, Ludwig Hermann, Sabri Berkel, Adolf Lier und Carl Millner. Gleich mehrere Raritäten sind beim Porzellan zu entdecken. Hervorhebung verdient ein frühes Meißener Déjeuner der sogenannten Punkt-Zeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Set aus einem Tablett, einer Kanne, Zuckertopf, Milchkännchen, zwei Teetassen mit Untertassen, zwei Kaffeetassen sowie einem Löffel ist aufwändig mit Kauffahrteiszenen bemalt und mit moderaten 2.200 Euro limitiert. Aus der Manufaktur Ludwigsburg kommt ein vierteiliges Kernstück mit frühen Bodenmarken, wohl vor 1762. Die zylindrischen Gefäßkörper ruhen auf Löwenfüßen und werden von DeckelKnäufen in Form plastischer Löwen bekrönt. Das aus zwei Kannen, Zuckertopf und Milchkännchen bestehende Set soll einem Sammler mindestens 1.400 Euro wert sein. Zwei Platten aus dem bayerischen Krönungsservice der Manufaktur Nymphenburg werden zum Limit von 220 Euro, eine Kanne mit fünf Mokkatassen zum Limit von 680 Euro angeboten. Rarissima bietet auch die Silberofferte, wie das Paar figürlicher Besteckteile mit detailreich geschnitzten Elfenbeingriffen in Form von Bacchanten. Messer und Gabel sind um 1700 gearbeitet und dürften auf großes Interesse stoßen. Das Limit der frühen Tafelzier liegt bei moderat kalkulierten 400 Euro. Ein Augsburger Döschen aus vergoldetem Silber lässt sich aufgrund seiner Punzierung dem Augsburger Meister Johann

Richter & Kafitz, Bamberg Rund vierhundert Positionen Kunst und Altertümer privater Provenienzen umfasst die Sommerauktion am 16. August bei Richter & Kafitz in Bamberg. Bei den Gemälden sei an erster Stelle ein Paar des Münchner Malers Anton Doll hervorgehoben. Die beiden mit Figuren reich belebten, auf Holz gemalten Dorfansichten stammen aus jahrzehntelangem Privatbesitz und sollen zusammen mindesten 1.000 Euro kosten. Ein Pastell des polnischen Malers Teodor Axentowicz mit der Darstellung einer sanft blickenden jungen Frau wird mit 3.300 Euro aufgerufen.Von Willy Moralt, dem Großneffen Spitzwegs, stammt ein rührendes Motiv eines Kinderpaares beim Überreichen eines Blumenstraußes an einen Eremiten. Der Ausrufpreis des Gemäldes liegt bei 1.200 Euro. Von Edward Harrison Compton gibt es mit der Darstellung des Matterhorns eines seiner klassischen Bergmotive. Die rückseitige Bezeichnung „Der Löwe von Zermatt“ lässt vermuten, dass das Gemälde von der erstmaligen Bezwingung der Matterhorn-Nordwand in den 1930er-Jahren inspiriert sein dürfte, die in der Presse mit der Metapher „Löwe von Zermatt“ gefeiert wurde. Comptons Leinwand soll mindestens 1.400 Euro kosten. Eugen Bracht malte 1916 eine traulich wirkende, dörfliche Szenerie mit dem Titel „Haus am Bach“ (Limit 1.900 Euro). Von Otto Pippel stam-


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Edward Harrison Compton,„Löwe von Zermatt“, Öl auf Leinwand (Limit 1.400 Euro). Richter & Kafitz, Bamberg, 16.08.2014

Leonhard Allmann aus der Zeit um 1743 zuweisen (140 Euro). Eine Henkelschale mit Unterteller in prunkvoller Vergoldung wurde um 1820 von Louis Wollenweber in München gearbeitet. Die elegante Schale des renommierten, in der Silberkammer München vertretenen Goldschmiedes wird bei 300 Euro aufgerufen. Reich bestückt ist das Grafikangebot. Von Max Pechstein findet sich mit der Lithografie einer Mutter mit Kind ein singuläres Blatt, dessen Authentizität von der Urheberrechtsgemeinschaft bestätigt wurde (Limit 2.000 Euro). Otto Müllers Holzschnitt „Mädchen zwischen Pflanzen“ von 1912 soll mindestens 800 Euro kosten. Dazu erscheinen im Katalog Namen aus der Klassischen Moderne neben jüngeren Künstlern des 20. Jahrhunderts: Erich Heckel, Lynn R. Chadwick, Karl Hubbuch, Fritz Winter, Gerhard Altenbourg, Max Slevogt, Alfred Kubin, Salvador Dali, Paul Wunderlich oder Christian Schad. Für Liebhaber afrikanischen Kunsthandwerkes gibt es eine umfangreiche Sammlung von äthiopischen Ohrlöffeln und eine große Sammlung koptischer Kreuze (jeweils 900 Euro). Skulpturen gibt es in Form verschiedener Barockengel sowie einer schönen Apostelfigur des 18. Jahrhunderts, die für ein niedriges Limit von 300 Euro zum Aufruf gelangt. Daneben finden sich verschiedene Kleinplastiken aus Bronze, etwa eine Sprintergruppe des französischen Bildhauers Alfred Boucher (1.700 Euro) und die bildnishafte Darstellung eines Araberhengstes von Franz Richter (1.800 Euro).

ren zwei Arbeiten von Henry van de Velde dazu: zwei schlanke Pfeilerschränkchen aus der Zeit um 1908, hergestellt bei Scheidemantel Weimar und mit eingelassener Künstlervignette in Messing. Zum Ausruf kommen die beiden Möbel mit je 2.400 Euro. Eine Rarität ist auch die angebotene Silberbrosche des Designers Patriz Huber, bei Theodor Fahrner in Pforzheim hergestellt. Das von Spiralmotiven verzierte und mit Chalcedoncabochons besetzte Schmuckstück geht mit 1.200 Euro ins Rennen. Eine reizvolle Arbeit, die dem österreichischem Künstler Dagobert Peche zugeschrieben ist, ist die Brosche in Form zweier Weinblätter mit Traubenrebe. Sie trägt den Stempel der Wiener Werkstätte und wird zum Startpreis von 2.400 Euro aufgerufen. Auch die Künstlerinnen Vally Wieselthier und Gudrun Baudisch lieferten Entwürfe für die Wiener Gemeinschaft. Mehrere ihrer keramischen Arbeiten aus den 1920er-Jahren sind im Katalog, darunter eine Vase mit reitender Pierrette, ein durchbrochen gearbeiteter Lampenfuß mit Tier- und Figurenmotiven und ein Lampenfuß mit Bandhenkeln sowie stilisiertem Floraldekor (Limitpreise je 2.000 Euro). Aus der Werkstatt Georg Jensens stammt das Kernstück aus der Serie „Magnolie“, das zu den ersten Entwürfen für Korpuswaren des Dänen überhaupt gehört. Entworfen um 1905, wurde das dreiteilige Set mit der vollplastisch aufgelegten Blüte 1940 in 925er-Sterlingsilber ausgeführt (Limit 8500 Euro). Edle Stücke aus den Stammkategorien sind der große barocke Dielenschrank aus dem Stadtmuseum Mühlberg (3.000 Euro), eine aufwändig furnierte barocke, dreischübige Aufsatzkommode (2.000 Euro) oder auch das etwa um 1660 in Dippoldiswalde gefertigte, besterhaltene Brandweinfässchen aus grauem Feinsteinzeug mit aufwändigen Verzierungen (2.400 Euro). Noch etwas früher wurde der wertvolle Serpentinhumpen mit vergoldeter Messingmontierung gefertigt, der mit 9.500 Euro limitiert ist. Das 1617 datierte walzenförmige Bierseidel aus fast schwarzem, leicht geädertem sächsischem Serpentin besticht nicht zuletzt aufgrund seines ungewöhnlich guten Erhaltungszustandes. Außergewöhnlich sind zudem die vier großformatigen, frühen Skelettdarstellungen von prähistorischen Tieren wie Riesenhirsch oder Plesiosaurier. Die ca. 140 x 200 cm großen Temperamalereien datieren vom Anfang des 19. Jahrhunderts und stammen ursprünglich aus der Mineraliensammlung von Schloss Schaumburg nahe Limburg (2.400 Euro). Auch Liebhaber historischer Technik können fündig werden. TELEFON | 03741/221005 INTERNET | www.mehlis.eu

TELEFON | 0951/5099343 INTERNET | www.richter-kafitz.de

Jubiläum Mehlis, Plauen Vom 21. bis 23. August findet bei Mehlis in Plauen die bereits 75. Auktion statt. Gebührend gefeiert wird das Jubiläum mit einer schönen Auswahl an begehrten Objekten. Ganz besondere Schätze aus Jugendstil, Art déco und Design werden zudem innerhalb einer Sonderauktion angeboten. Hier gehö-

Dagobert Peche zugeschrieben, Weinblatt-Brosche, Wiener Werkstätte (Startpreis 2.400 Euro). Mehlis, Plauen, 21.-23.08.2014

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Nachberichte

Bedeutende Porzellane Metz, Heidelberg Die Auktionen von Metz in der ersten Jahreshälfte 2014 liefen äußerst erfolgreich, was die hohen Zuschläge vor allem für Porzellan, Glas und Teppiche zeigen. So wurde eine Sammlung mit modernem Porzellan des 20. Jahrhunderts, unter anderem von Goldscheider, Hutschenreuther, Kopenhagen, Meißen, Nymphenburg, Rosenthal, Schwarzburger Werkstätten, Augarten und Wiener Werkstätte für zusammen 330.000 Euro versteigert. Der zweithöchste Zuschlag konnte mit 48.800 Euro für ein Paar Meißener August-RexVasen verzeichnet werden. Mit 21.300 Euro landete ein chinesischer Teppich auf Platz drei des Ergebnisrankings. Für eine gelungene Gallé-Vase von 1903 mussten 13.400 Euro aufgebracht werden. 20.000 Euro ließ sich ein Sammler ein Kandelabrium aus feuervergoldeter Bronze und einem Meißener Kaendler-Papagei kosten. Eine Meißener Tabatière mit Malereien von J.J. Wagner kostete 9.800 Euro. Aber auch Porzellane anderer Manufakturen wie Gotha waren begehrt, so wurde ein fünfteiliges Solitär von 1780 für 12.200 Euro versteigert. Die nächste Auktion bei Metz mit bedeutenden Porzellanen findet am 29. November statt. TELEFON | 06221/23571 INTERNET | www.metz-auktion.de

Links: Meißen, ein Exemplar des Augustus-Rex-Vasenpaares, 172536, H 29,6 cm (Ergebnis 48.800 Euro). Rechts: Emile Gallé, Vase, Nancy, 1903, H 21,8 cm (Ergebnis 13.400 Euro). Metz, Heidelberg, 1. Jahreshälfte 2014

Trinkstier, Silber 925, getrieben, graviert und vergoldet, 20. Jahrhundert, H 28 cm, ca. 970 g (Zuschlag 7.000 Euro). Nusser, München, 20.05.2014

Alles, was glänzt Nusser, München Schmuck und Silber waren in der Mai-Auktion von Nusser begehrt, was sich in deutlichen Steigerungen widerspiegelte. Den Höchstzuschlag beim Silber erreichte ein historistischer Trinkstier, für den der Hammer bei 7.000 Euro fiel. Eine elegante Parure im Chanel-Look wurde für 6.500 Euro weitergegeben, der Bulgari-Ring „Saphire flower" für 4.200 Euro. Florales kam auch in Gestalt des Ringes von Johann Michael Wilm gut an. Den Rufpreis von 600 Euro ließ man schnell hinter sich, um schließlich beim Zuschlag von 3.300 Euro zu landen. Ebenfalls von Wilm war eine Brosche in Form einer venezianischen Maske, die 1.600 Euro forderte. 2.900 Euro wurden für einen Weißgoldanhänger mit Altschliffdiamanten auf den Tisch gelegt, 1.500 Euro kostete das Ohrclippaar in Form von Sonnen von Sévigné. Für Aufsehen sorgte der Aufruf eines Ölgemäldes, das Karl Pavlovic Brjullov zugeschrieben ist und eine junge Wäscherin in Tracht zeigt. Nach Telefonbietergefechten konnte es trotz des schlechten Erhaltungszustandes für 8.200 Euro zugeschlagen werden. Anton Dolls Blick auf die Zugspitze war einem Liebhaber 5.200 Euro wert. „Beim Dorfmusikanten" ist das Gemälde von Paul Felgentreff betitelt, das 1.500 Euro kostete. Die Sphinx mit dem Goldhelm von Ernst Fuchs lag bei 2.200 Euro. 1.500 Euro lautete der Zuschlag für die Loreley von Meißen, 1.000 Euro wurden für eine ovale Henkelschale von Nymphenburg mit dem Cumberland-Dekor gewährt. TELEFON | 089/2782510 INTERNET | www.nusser-auktionen.de


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Pures Design Herr, Köln Mit zahlreichen Zuschlägen im fünfstelligen Bereich verlief die Frühjahrsauktion von Herr am 24. Mai erfolgreich. Zu den interessanten Objekten gehörte das spektakuläre Glasmosaik mit einer Darstellung des Apoll im Streitwagen von Einar Forseth, das bereits im Vorfeld für große Aufmerksamkeit gesorgt hatte. 32.000 Euro lautete der Zuschlag, der alle Erwartungen bestätigte. Groß war das Interesse auch an Art déco-Figuren. Neben Entwürfen von Colinet und Zach waren vor allen die von Demetre Chiparus besonders begehrt: Die Figur Nubian Dancer wurde bei 34.000 Euro zugeschlagen, Footsteps bei 32.000 Euro, Delhi Dancer bei 11.500 Euro. Mehr als verfünffachen konnte sich der Preis für eine Küstenansicht der Insel Capri von Konstantin Ivanovich Gorbatov. Bei einem Limit von 3.000 Euro endete das Bieten für die Gouache erst bei 15.500 Euro. Für seltenes Design musste ebenfalls tiefer in die Tasche gegriffen werden. Breuers Armlehnsessel für Embru war erst für 13.500 Euro zu haben, sein Schrank von 1927 wurde bei 7.000 Euro zugeschlagen. Ein früher Mies-van-der-Rohe-MR10, für die Berliner Metallgewerbe Joseph Müller entworfen, lag bei 4.600 Euro, zwei Sarfatti-Stehleuchten kosteten 7.200 Euro und 4.600 Euro. Für die zwölf schwarzen S-Chairs von Verner Panton mussten 29.000 Euro bereitgestellt werden. Skandinavische Entwürfe waren ebenso erfolgreich, zwei PK22-Sessel wurden von 800 Euro auf 4.800 Euro gesteigert, zwei Faltsessel No. 512 von Hans J. Wegner auf 5.600 Euro, ein Fellsessel von Michel Haillard von 600 Euro auf 4.200 Euro.

stand, wechselte für 13.000 Euro den Besitzer. Ein Arik Brauer kostete 5.200 Euro. Ferdinand Preiss‘ Bronze „Ecstasy“ wurde zu stolzen 24.000 Euro ins europäische Ausland gegeben. Acht Riemerschmid-Positionen wurden zusammen für rund 7.200 Euro abgegeben. Besonders beliebt waren die Kleinkunstrubriken Porzellan und Glas. Die Meißener Figurengruppe „Die Liebesprüfung“ nach dem Modell von Michel Victor Acier ging für 1.800 Euro an einen Telefonbieter. Das Meißener Uhrgehäuse mit Jägerin und Hund nach dem ScheurichModell holte sich ein Sammler für 4.200 Euro nachhause. Eine Daum-Vase mit Birkenwaldmotiv kostete 2.000 Euro, die konische Vase „Champignons“ 4.000 Euro. TELEFON | 0511/851085 INTERNET | www.kastern.de

TELEFON | 0221/254548 INTERNET | www.herr-auctionen.de

Ekstatisch Kastern, Hannover Niki de Saint Phalle ist Hannover als Ehrenbürgerin und dem Sprengel als großzügige Stifterin besonders verbunden. Eine ihrer farbenfrohen Arbeiten hatte Kastern Ende Mai im Angebot. Ihre Farblithografie „Pink Martini“ erfreut nun einen Kunstsammler für 3.300 Euro. Immendorffs „Ständchen für B. und D.“, ausgeführt als Farbserigrafie und Linolschnitt auf Leinwand, wurde bei 3.000 Euro zugeschlagen. Acht DalíBlätter, darunter signierte Radierungen, wurden zu rund 8.000 Euro an Bieter aus dem In- und Ausland versteigert. Ebenfalls beliebt war die Kunst des 19. Jahrhunderts. Ein frühes Werk Paul Baums kostete 4.800 Euro. Die ruhige, harmonische Komposition „Getreideverladung an der Ostsee“ des Mecklenburger Carl Wilhelm Christian Malchin wurde von 7.000 Euro auf 13.000 Euro gehoben. Vom gefragten schottischen Porträtisten William Dyce stammt das Bildnis der sechsjährigen „Dora Louisa Grant mit Kaninchen“ (Zuschlag 9.000 Euro). Die beiden großen Aquarelle Adolf Schroedters, die einst Karlsruher Museumsbesucher erfreuten, bleiben als Bilderpaar erhalten (Zuschläge 3.000 und 3.700 Euro). Fjodor Antonowitsch Mollers Mädchenbildnis, das 1843 in Rom ent-

Oben: Carl Wilhelm Christian Malchin, Getreideverladung an der Ostsee, Öl/Leinwand, 62 x 103 cm (Zuschlag 13.000 Euro). Unten: Ernst von Bandel, Bildnisbüste Ernst Ebeling, Marmor, H 60,3 cm (Zuschlag 17.000 Euro). Kastern, Hannover, 31.05.2014

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Abhören des Baumes Hauswedell & Nolte, Hamburg Als Magneten erwiesen sich bei Hauswedell & Nolte Mitte Juni Werke der Kunst nach ‘45, ganz vorne das Nagelrelief von Uecker. 1963 auf Bestellung für Volker Kahmen genagelt, wurde das kleine Relief nun von 42.000 Euro auf 295.000 Euro gehoben und einem europäischen Erwerber zugesprochen. Polkes Kugelschreiberzeichnung „Abhören des Baumes“, mit 3.600 Euro ausgerufen, kostete 32.700 Euro, seine Zeichnung „Warum bist du so unsicher“ wurde gleich für 34.080 Euro verkauft. Eine frühe Drahtplastik von Hans Uhlmann, Schätzwert 25.000 Euro, forderte 57.960 Euro. Zwei kleine MenzelBleistiftzeichnungen aus der mittleren Schaffensperiode, Ansichten von Amsterdam und Gmund lagen bei 22.680 Euro und 32.760 Euro. Eine Tuschezeichnung von Kirchner mit zwei kessen Modistinnen wurde bei 34.000 Euro weitergegeben. Eine Meditation aus der späten Werkreihe von Jawlensky in dunkel glühender Farbigkeit mit Galka-Scheyer-Provenienz wurde für 53.200 Euro vermittelt. Der lediglich in zehn Handdrucken existente Farbholzschnitt von Franz Marc in ungewöhnlich intensiver, leuchtender Farbigkeit wurde für 126.000 Euro über seine Schätzung von 70.000 Euro verkauft. Modersohns Worpsweder Birkenbild war einem deutschen Privatsammler 25.200 Euro wert. Für 25.200 Euro ebenfalls in Deutschland bleibt der „Weibliche Akt, Strümpfe ausziehend“ von George Grosz. Eine Schützengrabenzeichnungen von Dix, auf 4.500 Euro geschätzt, kostete 15.120 Euro. Eine prachtvolle Rohrfederzeichnung von Erich Heckel von 1913 ging für 31.240 Euro nach England. Eine Version von Lissitzkys berühmtem „Wolkenbügel“ in farbiger Kreide wurde mit 50.540 Euro bewertet, eine Bleistiftzeichnung von Hans Bellmer, mit dem bezeichnenden Titel „A Sade“, ging für 23.940 Euro in die USA. TELEFON | 040/4132100 INTERNET | www.hauswedell-nolte.de

Oben: Wohl Marianne Brandt, Teeset mit Kanne, Milchkännchen, Zuckerdose und Tablett, Messing, Kupfer und brasilianisches Rosenholz, Entwurf 1924, Ausführung Bauhaus-Werkstatt Dessau um 1926 (Ergebnis 38.400 Euro). Unten: Theodor Bogler und Otto Lindig, Teeset mit Kombinationsteekanne, Keramik, 1923-26, Entwurf Teekanne: Theodor Bogler, 1923, Entwurf Sahnekännchen und Zuckerschale: Otto Lindig, 1923-1926, Dornburger Werkstätte (Ergebnis 54.000 Euro). Auctionata, 02.06.2014

Wolfgang Tümpel erzielt werden, welche für 40.800 Euro versteigert wurde, womit der Startpreis von 14.000 Euro fast verdreifacht wurde. Ein seltenes Teeset aus Messing, Kupfer und Holz, das Marianne Brandt zugeschrieben wird, wechselte für 38.400 Euro den Besitzer. TELEFON | 0800/6118800 INTERNET | www.auctionata.com

Bauhaus zum Ersten Auctionata In seiner ersten Bauhaus-Auktion „Zeitloses Bauhaus Design“ Anfang Juni konnte das Berliner Onlineauktionshaus Auctionata gleich mehrere Spitzenergebnisse und einen neuen Auktionsrekord verzeichnen. Die Versteigung, die von einer New Yorker Expertin kuratiert wurde, bot eine vielfältige Auswahl an Möbeln und Designobjekten der einflussreichen Künstler und Architekten der Bauhausbewegung. Unbestrittenes Highlight war ein Keramikset von Bogler und Lindig mit einer der berühmten Kombinationsteekannen von Theodor Bogler sowie einer Zuckerdose und einem Milchkännchen von Otto Lindig entworfen und gefertigt. Der Startpreis von 24.000 Euro war schnell überschritten, vom zeitlosen Bauhaus-Design war ein Bieter aus den USA für 54.000 Euro überzeugt. Mit diesem Ergebnis setzte Auctionata für die Künstler einen neuen Auktionsrekord. Ein weiteres Spitzenergebnis konnte für eine Silberkanne von

Efeu gebuckelt Art & Auktionen Scheublein, München Ende Juni versteigerte das Münchner Haus hervorragende Silber- und Zinnobjekte, Porzellane und Fayencen, die Preise erzielten, die an die Ergebnisse aus den besten Zeiten anknüpfen konnten; der Bestzuschlag war allerdings in der Gemälderubrik auszumachen: Ein typisches Venedig-Motiv von Friedrich Nerly, mit 12.000 Euro taxiert, wurde für weit mehr als das Doppelte bei 28.000 Euro an einen Saalbieter zugeschlagen. Der silberne Kaviaraufsatz in der Form „Efeu gebuckelt“, der 1909 von Josef Hoffmann entworfen und 1910/11 von der Wiener Werkstätte ausgeführt wurde, kostete 24.000 Euro. Mit 10.000 Euro wurde ein absoluter Spitzenpreis für die FayenceTerrine in Form eines Truthahns, die der Künersberger Manufaktur zugeschrieben ist, erzielt. Zur dreißig Nummern starken


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Zinnofferte gehörte eine sechzig Zentimeter hohe Schleifkanne aus dem sächsischen Leisnig von 1606, die mit 2.200 Euro taxiert, auf 8.500 Euro gehoben wurde. Beachtlich war auch der Zuschlag von 5.200 Euro für einen Deckelkrug aus dem 17. Jahrhundert und mit 3.700 Euro das Ergebnis für einen Breslauer Humpen. Ähnliches passierte, als die Meißener Porzellane aufgerufen wurden. Eine Teekanne wurde bei 6.700 Euro zugeschlagen, ein Milchtöpfchen mit Unterteller bei 5.500 Euro. Das 18-teilige Kaffee- und Teeservice mit indianischem Blumendekor ging für 6.300 Euro, das 23-teilige Kaffee- und Teeservice mit gelbem Fond für 3.000 Euro weg. Zwei Koppchen mit Untertassen mit Kakiemondekor kosteten 4.400 Euro, je 3.300 Euro wurden für eine Kumme, eine Melonendose mit Becher und drei kleine Fingerhüte gewährt.

Moderne war Franz Sedlaceks aufgeregte Szene in stürmischer Nacht, um das mehrere private Sammler bis 140.000 Euro stritten. Unter den Antiquitäten sorgte die schöne Ägypterin aus dem Wüstensand für Aufregung: Das seltene Mumienporträt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. ersteigerte ein englischer Sammler für 170.000 Euro. Die Sparte Jugendstil & Design warb mit einem wunderbar fein karierten Hoffmann’schen Tafelaufsatz (15.000 Euro), Otto Prutschers Anhänger (20.000 Euro) und Bruno Zachs Bronze-Frau (32.000 Euro) für sich. Highlight war das von feinen roten Linien durchzogene Glas aus der Werkstatt J. Loetz Wwe. nach dem Entwurf von Josef Hoffmann, das eines der wenigen erhaltenen Exemplare jener Gläser darstellt, die auf der legendären Kölner Werkbund-Messe 1914 präsentiert wurden (Zuschlag 40.000 Euro).

TELEFON | 089/238868915 INTERNET | www.artauktionen.com

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Canal Grande

Traumhafte Landschaft

Im Kinsky, Wien

Auktionshaus Jena, Jena

Um den herrlichen Blick vom Canal Grande auf Santa Maria della Salute stritten mehrere nationale und internationale Sammler in der Sommerauktion im Kinsky. Der Zuschlag erfolgte erst bei 420.000 Euro, was einen Kaufpreis von 530.000 Euro bedeutet. Das lang verschollene Gemälde aus dem nahen Umkreis Bernardo Bellottos wurde von den ImKinsky-Experten entdeckt. Das Madonnenbildnis von Giovanni Battista Salvi, genannt Sassoferrato, kostete 120.000 Euro. Eine Entdeckung des Hauses war das bislang größte Gemälde des Klosterneuburger Orientmalers Alphons Leopold Mielichs in der Sparte 19. Jahrhundert, dessen Marktwert sich mit dem hochgesteigerten Ergebnis von 40.000 Euro für seinen fantastischen Orientmarkt entscheidend erhöht hat. Eine zarte wie ungemein expressive Landschaftsskizze Egon Schieles war unter 110.000 Euro nicht zu haben und auch für Gustav Klimts Porträt der Margaret Stonborough-Wittgenstein stritten mehrere Sammler um den Erwerb (45.000 Euro). Toplos der

Der Leipziger Carl Gustav Carus, Kunstphilosoph, Maler und Leibarzt der königlichen Familie, schuf unter dem Einfluss von Casper David Friedrich romantische Landschaften im geisterhaften Zwielicht, die das Traumhafte wiedergeben. Seine Theorie der romantischen Landschaftsmalerei entwickelte er in seinen „Briefen über Landschaftsmalerei“ von 1831. Das Auktionshaus Jena hatte in seiner Juni-Auktion ein Bild des in vielen deutschen Museen vertretenen Landschafters. In Öl auf Leinwand hat er eine idyllisch gelegene Wassermühle im warmen Licht der Morgendämmerung mit feinem Pinselstrich eingefangen. Das kleine feine Gemälde wurde in Jena erst für 40.000 Euro weitergereicht.

Bernardo Bellotto Umkreis, Blick vom Canal Grande auf Santa Maria della Salute (Zuschlag 420.000 Euro/Kaufpreis 530.000 Euro). Im Kinsky, Wien, Juni 2014

Carl Gustav Carus, Romantische Landschaft, 1831, Öl auf Leinwand, 34,5 x 27 cm (Ergebnis 40.000 Euro). Auktionshaus Jena, Jena, Juni 2014

TELEFON | 03641/229526 INTERNET | www.auktionshaus-jena.de

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SITZEN – LIEGEN – SCHAUKELN Das Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig zeigt in einer Sonderschau mit Titel „Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet" noch bis 14. September rund 130 Sitzmöbel des heute in Frankenberg/Hessen ansässigen Familienunternehmens Thonet. Seit bald 200 Jahren schreibt Thonet Möbelgeschichte. Präsentiert werden in der Sonderausstellung nicht nur Klassiker von einst, sondern auch die Neuentwicklungen der Firma seit 1945 – mit überraschenden Entwürfen bekannter Designer wie Verner Panton, Hanno von Gustedt, Gerd Lange, Stefan Diez oder Norman Foster. Im Fokus steht dabei die Entwicklungsgeschichte der letzten 60 Jahre seit Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute. Zu der Ausstellung ist ein Bildband gleichen Titels erschienen, der auf 224 Seiten die Möbel von Thonet durch die Jahrzehnte vorstellt und die Entwicklungsgeschichte der einzelnen Modelle detailliert erläutert. Thonet-Möbel sind für an Design Interessierte längst ein Begriff: Denn die traditionellen Bugholzmodelle vom Kaffeehaus- bis zum Schaukelstuhl erlebten in den 60er- und 70Jahren eine richtige Renaissance. Auch die Stahlrohrklassiker haben sich seit ihrer Wiederentdeckung in den 80ern als Ikonen der Moderne im öffentlichen Designbewusstsein eingebrannt. Und frühe Thonet-Modelle werden gesammelt. Mit modernem Hausrat kombiniert, haben sie Kultstatus.

DIE ANFÄNGE Stuhl Nr. 14, Entwurf: Michael Thonet, 1859, Buche massiv, gebogen; Rohrgeflecht. Foto: Constantin Meyer Stuhl 811, Entwurf: Josef Hoffmann, 1929/30, Buche massiv, Sperrholz, teilweise lackiert. Foto: Constantin Meyer Schaukelliege 7500, Entwurf: wohl August Thonet, 1880-83, Buche massiv, gebogen; Rohrgeflecht. Foto: Constantin Meyer

Die Möbelproduktion der Firma Thonet begann schon 1889 im hessischen Frankenberg an der Eder, als das Unternehmen zahlreiche, über ganz Europa zerstreute Standorte aufbaute. Die Anfänge gehen aber weiter zurück – nämlich, als Michael Thonet in seiner Tischlerwerkstatt in Boppard in den 1830er-Jahren mit


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Gartenschaukelstuhl ST 459, Entwurf: Hanno von Gustedt, 1958/59, Rundstahl, lackiert, Kunststoffschnüre; Holz, lackiert. Foto Constantin Meyer

Verfahren der Verformung von Holz experimentierte und nach neuen Möglichkeiten suchte, Möbel einfacher, schneller und vor allem preisgünstiger herzustellen. Dabei schienen ihm damals schon bekannte Techniken vielversprechend, massives Buchenholz oder mehrere dünne Holzschichten unter Einwirkung von Hitze und Wasserdampf zu biegen. Thonets Bemühungen, ein Patent für diese Technik zu erhalten, scheiterten jedoch und so blieb der ökonomische Erfolg vorerst aus. Als Thonet 1842 ein Angebot des Fürsten von Metternich erhielt, nach Wien umzusiedeln, nahm er an und erhielt dort einige Großaufträge. So war er um 1849 wieder in der Lage, eine eigene Werkstatt zu gründen und sich dann auf den Weltausstellungen in London und Paris zu präsentieren. Dort erregte er mit seinen exklusiven Einzelmöbeln viel Aufmerksamkeit. Trotzdem galt sein Hauptinteresse weiterhin der Entwicklung von seriellen Möbeln. So reichte er wieder einen – diesmal erfolgreichen – Patentantrag ein, um sich Marktvorteile gegenüber der immer stärker werdenden Konkurrenz zu verschaffen. Mit dem Patent

auf die Technik des Biegens von massivem Holz gelang Michael Thonet der Durchbruch für die Serienproduktion, mit der er den Grundstein für die industrielle Herstellung seiner Möbel und seine wirtschaftlichen Erfolge legte. Gebogenes Holz hatte nämlich gegenüber dem konventionellen Möbelbau den Vorteil, dass aufwändige Holzverbindungen eingespart werden konnten und auch die Oberflächen nicht nachträglich furniert werden mussten. Mit unternehmerischem Gespür, Mut zur Expansion durch Standortverlegung direkt zu den Holzquellen sowie klugen Marketing- und Vertriebsstrategien gelang es ihm und seinen Söhnen in den folgenden Jahrzehnten, aus seiner Wiener Werkstatt ein Weltunternehmen zu bilden. Um 1900 wurden bereits 6000 Arbeiter beschäftigt.

DER KAFFEEHAUSSTUHL Eines der Modelle, das maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitrug, war der berühmte Stuhl Nr. 14 aus dem Jahr 1859. Dieser Stuhl ist durch und durch ein Serienmodell aus genormten Einzelteilen, das sich zudem preisgünstig in alle Welt transportieren ließ, denn in eine 1 m3 große Transportkiste passten 36 Stück dieses so genannten „Kaffeehausstuhles". Das auch für breite Bevölkerungsschichten erschwingliche, anfangs als „Drei-Gulden-Stuhl" be-

Klappstuhl B 751, Werksentwurf, 1930, Buche massiv, Sperrholz. Foto: Constantin Meyer Liegestuhl „Siesta “, Entwurf: Hans Luckhardt, 1936, Holz massiv, Sperrholz. Foto: Constantin Meyer Gartenstuhl B 33 G, Entwurf: Mart Stam, 1935, Stahlrohr, lackiert; Holzlatten, lackiert. Foto: Constantin Meyer

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Stuhl ST 664, Entwurf: Eddi (Edelhard) Harlis, 1954, Sperrholz, lackiert; Stahlrohr, verchromt. Foto: Constantin Meyer Stuhl 703, Entwurf: Günther Eberle, 1955, Buche massiv, lackiert; Sperrholz, lackiert. Foto: Constantin Meyer Sessel ST 683, Entwurf: Eddi (Edelhard) Harlis, 1956, Stahlrohr lackiert, Sperrholz, überpolstert. Foto: Constantin Meyer

zeichnete Möbel fand reißenden Absatz und kam in Kaffeehäusern, Versammlungsräumen und Amtsstuben in ganz Europa zum Einsatz: Schon damals wurde die Gesamtproduktion auf etwa 40 Millionen dieser Stühle geschätzt. Das löste den Begriff „demokratisches Design" aus, den heute noch die schwedische Möbelkette IKEA für sich in Anspruch nimmt. Thonet war ein typischer Unternehmer der Gründerzeit, der die Herausforderungen des starken Verdrängungswettbewerbes und veränderte Marktsituationen annahm. Sich immer wieder neuen Situationen anzupassen, bestimmte fortan die Geschicke des Unternehmens. An verschiedenen Stuhlmodellen kann man diese Anpassungsversuche schön erkennen: Selbst am Stuhl Nummer 14 wurde stets an dessen Optimierung gearbeitet. So entwickelte Thonet aus Kostengründen das Modell Nummer 56, für dessen Herstellung kürzere Stäbe und sogar Reststücke verwendet werden konnten, wodurch die Produktionskosten gesenkt wurden. Auch aus anderen Basismodellen entwickelte Thonet weitere Varianten und Folgemodelle, die man verschiedenen Funktionen anpassen konnte, denn die Lehnen oder Fußverbindungen waren in der Regel frei kombinierbar. So war die Ausstattung je nach Geschmack und den finanziellen Möglichkeiten der Kundschaft frei zu wählen – ein Prinzip, das Thonet stets beibehalten hat und bis heute pflegt. Gleichzeitig schufen seine Söhne, die Brüder Thonet, Ende des 19. Jahrhunderts auch verschiedene Sessel und Stühle, die vor allem durch ihre Extravaganz bestechen. Sie verdeutlichen die Möglichkeiten des Biegens von Holz in der Form und zeichnen sich zudem auch technisch durch innovative Lösungen aus – beispielsweise das häufig als elegantester Bugholzentwurf bezeichnete Schlafsofa Nr. 7500.

SPERRHOLZMÖBEL Zunehmend interessierte man sich bei Thonet dann auch für Technologien mit Sperrholz. Damit war es möglich, sehr stabile Flächen zum Sitzen oder Anlehnen herzustellen. Was anfangs noch als billiges Ersatzmaterial für aufwändige Geflechte der Sitz- und Rückenflächen galt, entwickelte sich bei Thonet schnell zu einem eigenständigen Material, das ästhetisch eingesetzt zunehmend Verwendung fand. Um die Jahrhundertwende entdeckten dann die Architekten der Wiener Moderne das gestalterische Potenzial gebogenen Holzes und gaben Thonet und anderen Unternehmen neue DesignImpulse. Bugholzmöbel gerieten mehr und mehr in die Sphäre der künstlerischen Avantgarde. Auch Thonet produzierte nun Bugholzmöbel im neuen Stil. Selbst wenn davon keine Verkaufs- und Produktionszahlen bekannt sind, ist sicher, dass derartige Modelle in wesentlich geringeren Stückzahlen hergestellt wurden und heutzutage gesuchte und kostspielige Sammlerstücke sind.

STAHLROHRMÖBEL Eine entscheidende Wende erfolgte Ende der 20er-Jahre und in den 1930ern mit der Einführung von Stahlrohrmöbeln. Das in kaltem Zustand biegsame Stahlrohr entsprach ideal den avantgardistischen, vom Bauhaus geprägten Vorstellungen und Gestaltungskriterien von Funktionalität und Transparenz. Die ersten Freischwingermodelle aus den Jahren 1926 bis 1928 wurden kurz nach der Entdeckung des Materials auch für den Möbelbau verwendet. Gerade der frei schwingende Stuhl ohne Beine als gebogene Konstruktion hatte ein revolutionäres Design, das optimal auf die Eigenschaften von Stahl abgestimmt war. Ein damaliger Rechtsstreit über die Urheberschaft des neuen Prinzips zeigt, wie wegweisend diese Neuentwick-


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lung schon damals eingestuft wurde. Folgerichtig wandte sich auch Thonet dem neuen Material zu, zumal auch die klassischen Bugholzmöbel für den neuen Werkstoff als Inspiration dienten. Ab 1929 nahm Thonet die Produktion von Stahlrohrmöbeln auf und baute den Standort in Frankenberg an der Eder für die Herstellung der neuen Stahlrohrmöbel aus. Dafür wurden bedeutende Designer wie beispielsweise Marcel Breuer gewonnen. Und für den eigenständigen französischen Produktionszweig „Thonet France" entwarfen Designergrößen wie Le Corbusier, Charlotte Perriand, Pierre Jeanneret und Bruno Weil exklusive Modelle für eine mondäne Käuferschicht. Mit einer Riege bedeutender internationaler Entwerfer entwickelte sich Thonet nun rasch zum führenden Hersteller von Stahlrohrmöbeln. Dennoch wurden diese damals zu keiner Zeit von der großen Masse akzeptiert und blieben einer elitären Klientel vorbehalten. Folgerichtig wurden die beiden Materialgruppen Holz- und Stahlrohrmöbel in den Vorkriegsjahren auch stets getrennt und in unterschiedlichen Publikationen präsentiert und angeboten.

NACHKRIEGSJAHRE Die Nachkriegsjahre stellten die Firma vor große Herausforderungen, denn die Wiener Zentrale war zerstört, osteuropäische Standorte verloren und aus dem vormals weltweit operierenden Unternehmen wurde ein deutscher, ein österreichischer und ein nordamerikanischer Zweig gebildet. Im Angebot dieser Jahre gab es viele Vorkriegsmodelle, besonders preiswerte Holzstühle im anonymen Werksdesign und konventionelle Polstersessel. Mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den 50er-Jahren gerieten derart preiswerte und einfache Modelle jedoch bald in den Hintergrund und kamen erst in den 1960erund 70er-Jahren mit Stühlen der

Gruppe 61 wieder zu neuen Ehren. Das Programm umfasste auch noch die Stahlrohrmöbel des Marcel Breuer, die weiterhin als modern erachtet wurden. Damals begann Thonet auch verstärkt, Läden, große Restaurants, Cafes und öffentliche Gebäude einzurichten – etwa den Bundestag in Bonn.

50ER-JAHRE Die Wirtschaftswunderjahre sorgten in den 50ern dann für einen großen Aufschwung. Bei Thonet suchte man nach neuen Möglichkeiten und Wegen, sich in dem rasch anwachsenden Möbelsektor zu behaupten und mit jungen Designern das Produktspektrum zu bereichern. Entwürfe aus Sperrholz von Alvar Aalto wurden ebenso aufmerksam studiert wie die von Charles und Ray Eames, die auch mit Kunststoffen experimentierten. Wie einst das Stahlrohr, entwickelten sich Kunststoff und geformtes Sperrholz in dieser Zeit zum Motor für neues Design. Mit hydraulischen Pressen, neuen Verfahren und Klebstoffen ließ sich nun auch geschichtetes Holz organisch verformen. Während man Schichtholz hauptsächlich für Seitenrahmen verwendete, fand Sperrholz für Sitzund Rückenflächen Verwendung. Der in formaler Hinsicht konsequenteste Entwurf in Sperrholztechnik ist der Stuhl 664 von Eddi Edelhard Harlis, der ab 1953 für Thonet arbeitete. Der 1954 vorgestellte Sessel besteht aus einer trichterförmigen, rot lackierten Sperrholzschale, die an zwei gegenüberliegenden Seiten eingeschnitten und aus kreisförmig geschichteten Furnieren gearbeitet sind. Beim Verformen der runden Platten schließen sich die Kanten des Dreiecks und nur die beiden Ausschnitte bleiben offen. Diese futuristisch anmutende Form bildet einen starken Kontrast zum zierlichen Unterbau mit schräg ausgestellten Beinchen, auf denen die Schale zu schweben scheint. Vielleicht war

Polsterstuhl 659, Werksentwurf, 1954, Buche massiv; Sperrholz, überpolstert. Foto: Constantin Meyer Sessel 668, Entwurf: Rudolf Glatzel, um 1957/58, Holz massiv; Sperrholz, Deckfurnier. Foto: Constantin Meyer S-Stuhl 275, Entwurf: Verner Panton, um 1963-1965, Sperrholz, lackiert. Foto: Constantin Meyer

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diese skulpturale Formgebung für den damaligen Geschmack etwas zu modern und extrem, denn der Sessel wurde kommerziell kein großer Erfolg. Trotzdem etablierte sich die klassische Schalenform ab Beginn der 50er-Jahre bei Thonet, wenngleich in gemäßigter Form. Teilweise wurden die Modelle auch in gepolsterten Varianten angeboten. Der gepolsterte Stuhl 695, ein Werksentwurf aus dem Jahre 1954 aus massiver Buche und Sperrholz, spiegelt den Geschmack der 50er-Jahre am besten wider. Auch Gartenmöbel, die bereits in der Vergangenheit bei Thonet eine Rolle spielten, wurden in den 50ern durch organische Formen ergänzt. Für eine Gartenschaukel von Hanno von Gustedt von 1958/59 verwendete man dann erstmals Kunststoff-Schnüre und -Schläuche, die um des Stuhlgerüst aus lackiertem Rundeisen geflochten eine flexible Sitz- und Rückenfläche abgeben.

60ER-JAHRE Weniger organisch und schon die Sachlichkeit der 60er-Jahre vorwegnehmend wirkt der Sessel von Rudolf Bernd Glatzel, der um 1957 aus Sperrholz mit Deckfurnier entworfen wurde. Das Vierkantrohr führte Hanno von Gustedt 1960 als weitere Variante von Stahlrohr ein. Das vierkantige Rohr wurde jedoch nicht gebogen, sondern in Stücke geschnitten und in den Winkeln miteinander verschweißt – eine Bauweise, die den Entwürfen eine sachliche, auf dem Kubus basierende Linie verlieh. Diese strengen Linien kamen den Anhängern des Funktionalismus entgegen, etwa in der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Aber auch in den USA generierte sich dieser so genannte „International Style", der von Florence Knoll und BauhausGrößen wie Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe geprägt war. So kamen vergleichbare Modelle sowohl in Europa wie den USA fast zeitgleich auf den Markt. Das stren-

ge Stilprinzip des Funktionalismus zeichnete sich auch bei den Holzkonstruktionen jener Zeit ab und Thonet entwickelte in der ersten Hälfte der 60er-Jahre zahlreiche Stuhlmodelle, die sich in der Erscheinung geradlinig gaben und dem rechten Winkel folgten.

RENAISSANCE Gleichzeitig zeichnete sich in den 60er-Jahren ein großes Interesse am Bauhaus ab und es gab eine Rückbesinnung auf historische Bugholzmodelle und Stahlrohrklassiker. Teilweise bleiben diese Entwürfe sehr nah am Vorbild, heute „Facelifting" genannt. So entschied man 1960, das Modell 14 wieder auf den Markt zu bringen. Die Form des alten Modells wurde jedoch aus produktionstechnischen Gründen verändert, die den Stuhl etwas komfortabler und einladender wirken lassen. Eine klare Trennlinie zu historischer Originalen ist in manchen Fällen jedoch schwer festzustellen, denn selbst die firmeneigene Vergabe von neuen Modellnummern – oder eine vorhandene zu belassen – lässt kein Aussage darüber zu, ob man bei Thonet eine optische Modellpflege, Weiterführung

Sessel ST 805, Entwurf: Eddi (Edelhard) Harlis, um 1959, Vierkantrohr, lackiert; Leder, Afromosia. Foto: Constantin Meyer Stuhl 270 F, Entwurf: Verner Panton, um 1965/66, Sperrholz, lackiert. Foto: Constantin Meyer Sessel S 401, aus dem Programm S 400, Entwurf: Verner Panton, 1963, Stahlrohr, verchromt; Polster. Foto: Constantin Meyer Polsterstuhl S 432 P, aus dem Programm S 430, Entwurf: Verner Panton, 1968, Stahlrohr, verchromt; Polster. Foto: Constantin Meyer


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Stuhl „Up & Down“, aus dem VARIO Programm, Entwurf: Rainer Fuss, 1982, Stahlrohr, verchromt, Polster. Foto: Constantin Meyer

oder Neuinterpretation definierte. Um ein junges Publikum anzusprechen, das Qualität und Tradition gleichermaßen zu schätzen wusste, zeigen die Firmenprospekte dieser Jahre die klassischen Bugholzmodelle nun in farbigen, poppigen Rauminszenierungen. Die Herausbildung von Klassikern und die Wertschätzung ihrer „Zeitlosigkeit" in Einklang mit technologischen und ästhetischen Innovationen zu bringen, war fortan eine entscheidende Herausforderung bei Thonet. Auch die Freischwingermodelle von Marcel Breuer, die bei Thonet nach dem Zweiten Weltkrieg in S 32 und S 33 umbenannt wurden, standen bei den Kunden hoch im Kurs. Durch freundschaftliche Bande beginnt 1966 die Zusammenarbeit mit Verner Panton, der Mut zu außergewöhnlichem Design und bunten Farben einbrachte. Er verfolgte seit geraumer Zeit die Idee, einen Stuhl ohne Hinterbeine

aus einem Stück zu kreieren. Das gelang ihm mit dem „Panton Chair" und wurde bei Thonet mit den in Sperrholz ausgeführten Modellen Nr. 275 und Nr. 276 hergestellt. Wegen ihrer glänzenden farbigen Lackierung erweckten diese beinahe den Eindruck von Kunststoffprodukten.

70ER-JAHRE Auch wenn aus der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Panton bei Thonet nie ein Sitzmöbel aus Kunststoff entstand, beeinflusste er doch die Meinung bei Thonet, das zukunftsweisende Material Kunststoff stärker in Betracht zu ziehen. Denn Plastik galt in den 70ern fast gleichsam als Synonym für das Lebensgefühl einer neuen Generation. Ab 1972 wagte man dann auch bei Thonet den Schritt in Richtung Kunststoff. Mit diesem – übrigens äußerst erfolgreichen Experiment – wurde der Designer Gerd Lange beauftragt, der den preiswerten Stapelstuhl „Flex" entwickelte. Dieser Kunststoffstuhl wurde ein echter Verkaufsschlager, denn die Materialkombination aus einer Polyesterschale mit einer Un-

Stapelstuhl 2100, (System 2000) aus dem Programm Flex, Entwurf: Gerd Lange, vor 1974, Buche massiv, Sperrholz, Polypropylen. Foto: Constantin Meyer Freischwinger S 78, Entwurf: Christiane von Savigny, 1983, Stahlrohr, verchromt, Polster. Foto: Constantin Meyer Stuhl Nr. 14 MUJI, Für Muji, Entwurf: James Irvine und Werksteam, 2008. Foto: Constantin Meyer

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terkonstruktion aus massiven, hölzernen Beinen erzeugten eine gelungenen Balance zwischen schlichter Formensprache, Funktionalismus und Flexibilität unter Einbindung des neuen, modern anmutenden Materials. Der Flex war von Anfang an als flexibles System geplant, der auf verschiedenste Bedürfnisse eingehen konnte: Reihenbestuhlung, Stapelfähigkeit sowie große Variationsmöglichkeiten im öffentlichen wie im privaten Bereich. Bis 1993 wurde dieses Erfolgsmodell im Programm gehalten. Bestuhlt wurden damit viele öffentliche Räume – Gemeindesäle, Kirchen oder Hallen –, etwa die Tonhalle in Düsseldorf. Auch die Pflege von historischen

Stuhl S 893, aus dem Programm 890, Entwurf: Lievore/Altherr/Molina, 2001, Stahlrohr, verchromt, Polster. Foto: Constantin Meyer Schaukelstuhl S 826, Entwurf: Ulrich Böhme, 1971, Stahlrohr, verchromt; Sperrholz, überpolstert. Foto: Constantin Meyer Schaukel-Liege S 828 „Still-Leben”, Entwurf: Torben Skov, 1985, Stahlrohr verchromt, Synthetikgurte. Foto: Thonet GmbH Stuhl 107, Entwurf: Robert Stadler, 2011, Buche massiv, Buchensperrholz, gebeizt. Foto: Thonet GmbH

80ER-JAHRE

Modellen fand eine Fortsetzung. Und bis in die 80er-Jahre lassen Firmenschriften darauf schließen, dass primär bestehende Programme ausgebaut und ergänzt wurden, die in der direkten Nachfolge bereits erfolgreicher Modelle standen: Ein Stahlrohrschaukelstuhl von 1971 von Ulrich Böhme bezieht sich konkret auf einen historischen Schaukler aus Bugholz. Dieser Bezug auf das jeweils andere Material scheint die Designer von Thonet immer wieder aufs Neue fasziniert zu haben. Aber auch bei Neuentwicklungen erfuhren Bugholz und Stahlrohr eine Gleichbehandlung hinsichtlich Konstruktion und Linienführung.

Die 80er-Jahre standen dann unter neuen Vorzeichen und einem dramatischen Wandel in der Einstellung wichtiger Bevölkerungsschichten zu traditionellen Werten. Man beschäftigte sich nun mit Themenkreisen wie Ökologie und alternativen Designstrategien. Vor dem Hintergrund dieses allgemeinen Wertewandels unterschiedlicher Zielgruppen wurde auch bei Thonet die Bedeutung der Markt- und Meinungsforschung erkannt und in die eigenen Strategien einbezogen. Eine Reihe von Entwürfen aus der Mitte der 80er-Jahre zeigt beispielhaft Versuche, aktuelle wie auch konservative Strömungen zu verbinden. Mutige Entwürfe, wie das Freischwingermodell S 78 der jungen Designerin Christiane Savigny im Jahre 1983 oder das Stuhl- und Sesselprogramm „Up and down" von Rainer Fuss spiegeln den Konflikt und die Zerrissenheit wider, den unterschiedlichen Zielgruppen gerecht zu werden. Einige Designer brachten auch spielerische Elemente in die Gestaltung ein. Ihre Entwürfe waren wandelbare Möbel für Individualisten. Wie der Stuhl „Up and Down", der sich mit einigen einfachen Hand-


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Stuhl 214 K, Werksentwurf, 1983. Foto: Constantin Meyer Schlitten S 333, Entwurf: Holger Lange, 2006, Stahlrohr, Holz massiv. Foto: Thonet GmbH

griffen in einen bequemen Sessel verwandelte, war auch die Liege S 828 von Torben Skov mit dem Namen „Still-Leben" aus dem Jahre 1985 wandelbar. Sie fügte sich zudem gut in die Reihe der historischen Stahlrohrmöbel ein. Das exklusive Stück war mit dem stolzen Verkaufspreis von etwa 5.000 Mark aber nicht massentauglich. Dennoch hielt sich die Liege bis 1994 im Programm und wurde sogar 2009 nochmals aufgelegt. Bei diesem und anderen, weniger gut laufenden exklusiven Modellen, gab es zumindest einen Imagegewinn, den man bei Thonet auch als Erfolg verbuchte.

NEUZEIT In den 1990er-Jahren war Thonet etabliert als eine Marke, die sich dem Design verpflichtet hatte – mit einer geradlinigen, durchdachten Linie und einer hervorragenden Qualität in der Ausführung. Nicht zufällig fiel auch die Eröffnung des Thonet-Museums 1989 in Frankenberg auf das Ende dieses Jahrzehnts. In der eigenen retrospektiven Wahrnehmung und einem erweiterten Designbegriff musste man nun vielfältige Strömungen berücksichtigen. Um sich auf einem internationalen Markt zu behaupten oder gar zu

wachsen, braucht es aber wieder – wie schon in den Gründerjahren – Mut und Risikobereitschaft. Der Bekanntheitsgrad der historischen Bugholz- und Stahlrohrmöbel ist dabei für die Marke Thonet immens hilfreich und der Umsatz dieser Modelle ist immer noch ein wichtiges Standbein. Trotzdem kann man sich auf diesen Erfolgen und dem historischen Erbe nicht ausruhen, sondern hat die anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen, die Marke Thonet mit aktuellen, zeitgemäßen Produkten in die Zukunft zu führen. Sitzmöbel aus Holz scheinen jedoch das Interesse vieler Designer wieder neu geweckt zu haben. So erschien 2007 der Stuhl 404 von Stefan Diez, der sich damit ausdrücklich zur Tradition der berühmten Bugholzmodelle bekennt: „Für mich ist das Thema Dreidimensionalität besonders eng mit der Geschichte von Thonet verbunden – dieser verrückten Idee, Holz so zu biegen, als ob es ein zweites Mal wächst…"

INFO Katalog zur Sonderausstellung im Grassi Museum Leipzig, bis 14. September 2014: „Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet”, Kerber Verlag ISBN 978-3-86678-934-0. 224 Seiten, reich bebildert. Info: www.grassimuseum.de

Stuhl 404, Entwurf: Stefan Diez, 2007, Buche massiv, Sperrholz, gebeizt. Foto: Thonet GmbH Stuhl 330 ST, aus dem Programm 330, Entwurf: Läufer & Keichel, 2012. Buche massiv, Sperrholz, gebeizt. Foto: Thonet GmbH Polstersessel S 798 F, Entwurf: Hanno von Gustedt, um 1963/64, Stahlrohr, verchromt, Polster. Foto: Constantin Meyer

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Im Farbenrausch Malerei Fondation Pierre Arnaud (Hg.): Divisionismus – Beherrschte Farbe? Ungebändigte Farbe!, 296 Seiten, Klappenbroschur, Abbildungen in Farbe, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, 2014, Preis: € 38,-. Die Schweizer und im Speziellen die Walliser Malerei, hatte es dem französischen Mäzen und Sammler Pierre Arnaud (1922-1996) angetan. Die im Jahre 2007 ins Leben gerufene, gleichnamige Stiftung konnte nun vor kurzem ein eigenes Domizil beziehen: 2013 feierte die Gemeinde Lens, in der Nähe von Crans Montana, wo sich Arnaud häufig aufhielt, die Eröffnung des Centre d’Art Pierre Arnaud. Zwei Ausstellungen jährlich sind geplant. Den Auftakt bildete der „Divi-

le von Pointillismus oder Neoimpressionismus gebräuchlich. Dass und weshalb dies eigentlich international die zutreffendere Bezeichnung für diese Stilrichtung der Malerei wäre, legen die Autoren dieser Publikation u.a. in ihren Essays schlüssig dar. ISBN 978-3-7757-3578-0

Bellissimo Modeschmuck Farneti Cera, Deanna: Fashion Jewellery: Made in Italy, 392 Seiten, Text in Englisch, durchgehend bebildert, überwiegend in Farbe, Antique Collector's Club, New York, 2013, Preis: circa € 52,-. Kaum ein anderes europäisches Land kann es in Geschmacksfragen mit Italien aufnehmen. Italienische Mode ist – geschlechtsunabhängig – der Inbegriff von Stil und Eleganz. Ob mit lässig um die Schultern geschlunge-

sionismus“. Anstelle des offiziellen Untertitels Beherrschte Farbe? Ungebändigte Farbe! wäre ebenso die Schlagzeile „Das Wallis, die Schweiz und der Rest der Welt“ denkbar für diese sowie die künftigen, bereits geplanten Ausstellungen. Schließlich geht es den Verantwortlichen nicht allein darum, die heimischen Künstler einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen, ihr Anliegen ist es vielmehr, diese in den Gesamtkontext der Schweizer und/aber auch der europäischen Malerei einzubetten. Mehr als Hundert Gemälde, präsentiert in Lens sowie in diesem Katalog, machen dies möglich. Historisch bedingt war der Einfluss der italienischen Kunst am Nachhaltigsten. Neben den Gemälden aus Frankreich, den Niederlanden, Deutschland oder Belgien bilden diese somit die größte Werkgruppe in der Ausstellung. Darüber hinaus ist in Italien der Terminus Divisionismus anstel-

nem, dunkelblauem Kaschmirpullover und Loafers aus handschuhweichem Leder, selbstverständlich barfuß getragen, oder im perfekt geschnittenen Anzug aus feinstem Tuch – die Männerwelt pflegt ihren ganz eigenen Italian Style. Das perfekte Erscheinungsbild der donne besteht aus


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ein paar mehr Komponenten. Nahezu unverzichtbar – auch für fashionista in der restlichen Welt – wurde spätestens in den 1970ern ein ganz bestimmtes Accessoire: Modeschmuck made in Italy. Der Trend phantasievolle Kreationen aus den unterschiedlichsten unedlen Materialien zum „part of the look“ zu machen war zwar nicht wirklich neu und kam, zugegeben, aus Paris, doch schmälert dies den Reiz der überaus vielfältigen Objekte der italienischer Schmuckdesigner, die Deanne Farneti Cera ausfindig gemacht hat und in diesem opulent bebilderten Band präsentiert, keineswegs. Der zeitliche Rahmen ihrer Überblickdarstellung umspannt die Entwicklung der letzten 100 Jahre. ISBN 978-1-85149-681-5

Ein Genuss Porzellan Beaucamp-Markowsky, Barbara: Meissener Tabatieren des 18. Jahrhunderts, 350 Seiten, zahlreiche Abbildungen, überwiegend in Farbe, Hirmer Verlag, München, 2013, Preis: € 49,90.

Der Tabak zählt zu den Genussmitteln, d. h. zumindest den Konsumenten vermittelt er von jeher einen gewissen Lustgewinn. Außenstehende sahen dies schon in früheren Zeiten häufig anders. Ob das Zeug nun geraucht oder geschnupft wurde, für die französische Schriftstellerin Madame de Stael (1766-1817) war das Jacke wie Hose: entweder roch man anschließend wie ein Schwein oder man sah so aus; da nahm sie kein Blatt vor den Mund, höchstens das Riechsalz zur Nase. Aus heutiger Sicht sieht man das Ganze dann doch ein wenig differenzierter. Aber unabhängig davon, dass zwischenzeitlich die Gefahren des Passiv-

rauchens erwiesen sind, hätte man der Mode des Schnupfens wie sie zu Lebzeiten Madames intensiv gepflegt wurde, aber eigentlich schon immer etwas Positives abgewinnen können. Der kunstsinnige Betrachter jedenfalls gerät angesichts der wundervollen Tabatieren aus jenem galanten Zeitalter von jeher in Verzückung. Kein Wunder, dass diese damals wie heute Begehrlichkeiten wecken. Als Teile fürstlicher Sammlungen bekamen sie einen Ehrenplatz in den Schatzkammern und da die Lust an schönen Dingen das alte Regime überlebte, behielten sie den Status kostbarer Sammelobjekte. Im vorliegenden Katalog sind ausschließlich Exponate aus privaten Sammlungen vertreten, 124 an der Zahl. Heike Zech widmet den „jüngeren“ Sammlern und ihrer Leidenschaft ein ganzes Kapitel. Die anderen Fachbeiträge, verfasst von namhaften Experten auf diesem Forschungsgebiet, thematisieren sowohl die Kulturgeschichte des Tabakschnupfens als auch die der -dosen und zeichnen nach, wie speziell in der Manufaktur Meissen diese Galanteriewaren zu einem künstlerischen Höhepunkt geführt wurden. Diese profunden (Er)Kenntisse im Zusammenklang mit den brillianten Abbildungen machen diesen Band ganz ohne Tabak zu einem Genuss für Sammler und solche, die es werden wollen – und wer wollte es nicht. ISBN 978-3-7774-2132-2

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Frühe Jahre Britische und deutsche Kunst nach 1945, Sprengel-Museum Die Kunst der Nachkriegszeit wird oft allein in einem kulturhistorischen Kontext betrachtet, reduziert auf einen konservativ bürgerlichen Hintergrund. Die durchweg positiv bewertete Aufbruchzeit der 1960er-Jahre hat den 1950erJahren gewissermaßen „die Schau gestohlen“ und überblendet mit ihren Avantgarden die künstlerischen Errungenschaften der Konsolidierungszeit. Mit mehr als sechzig Jahren Abstand scheint ein neuer Blick auf die skulpturalen und bildnerischen Eigenschaften der Kunst der 1950er-Jahre möglich, zeigen doch nicht nur die Beispiele aus der Sammlung des Sprengel Museums in Hannover die Qualität der Werke dieser Zeit. Die Autonomie der Kunst als idealistisches Moment kommt in der Formensprache zum Ausdruck. In ihrer Entwicklung zeichnet sich ein neuer, intensiv diskutierter ethischer Anspruch der Künstlerinnen und Künstler ab. Auch wenn sich die Situation der deutschen Kunst als ein abrupter Bruch darstellt und die britische Situation mit der zentralen Figur Henry Moore eine andere Kontinuität besitzt, sind die künstlerischen Fragestellungen in beiden Ländern vergleichbar. Die Suche nach neuen Formen aus einer Ursprünglichkeit und Einfachheit einerseits und eine verdichtete Formensprache andererseits gibt den Werken dieser Zeit eine Ausstrahlung der Konzentration und Fokussierung. Organische Formen und glatte Materialien wie Holz und Bronze fügen sich zu einem klaren Abschluss nach Außen. Sie verleihen der Figur eine neue Identität. Die Verhältnisse von Figur zu Raum bei Künstlern wie Lynn Chadwick oder Norbert Kricke zeigen, dass sich die menschliche Figur neu verortet. Ihre Werke beschreiben Bewegung in einem Raum, der als Existenzraum aufgefasst werden kann. In der Auseinandersetzung von Abstraktion und Figuration verfolgen die Künstlerinnen und Künstler häufig einen dritten Weg, der beide Strömungen zu verbinden sucht. In der Abstraktion wird die Figur nicht aufgegeben und bleibt

Werner Held, Fensterausblick mit Mandoline, um 1947; Sprengel Museum Hannover Fotografen: Michael Herling / Aline Gwose / Benedikt Werner, Sprengel Museum Hannover © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Kenneth Armitage, Family going for a walk, 1961; Sprengel Museum Hannover Fotografen: Michael Herling / Aline Gwose / Benedikt Werner, Sprengel Museum Hannover © 2014 Kenneth Armitage Foundation

gewissermaßen letzter Garant einer humanen Weltsicht. Die Bildhauerei, auf deren Werke die Ausstellung einen Schwerpunkt setzt, wird für die Völkerverständigung vereinnahmt und repräsentiert das allgemein Menschliche in seiner spezifischen Form. Das Medium der Skulptur scheint insbesondere in Großbritannien der Gegenstand einer humanistischen Geste zu sein. Die Ausstellung thematisiert in diesem Zusammenhang den 1953 vom British Council in Deutschland ausgeschriebenen Wettbewerb für das Denkmal des unbekannten politischen Gefangenen. Exemplarisch wird an den Modellen von Bernhard Heiliger, Hans Uhlmann und Reg Butler die Diskussion um den Entwurf anschaulich. Die neuen Skulpturen und Bilder vor allem der britischen Künstler waren international präsent. Die documenta und die britischen Pavillons in Venedig informierten Museumsleute und Sammler wie Bernhard Sprengel über die neuesten Strömungen, die diese in die Museen trugen – hier kann Henry Moore als zentrales Beispiel gesehen werden. Während Deutschland auf der Biennale von Venedig noch die Klassische Moderne und vor allem die vormals verfemten Künstler des Expressionismus präsentierte, zeigten die Briten dezidiert seit 1948 ihre Gegenwartskünstler: Bereits in der ersten Nachkriegsbiennale wurde Henry Moore gemeinsam mit William Turner ausgestellt. Die Ausstellung umfasst circa 90 Werke, unter anderen von Kenneth Armitage, Francis Bacon, Willi Baumeister, Emil Cimiotti, Karl Fred Dahmen, Hans Hartung, Bernhard Heiliger, Werner Heldt, Barbara Hepworth, Ernst Wilhelm Nay, Ben Nicholson, Richard Oelze, Eduardo Paolozzi, Bernard Schultze, Emil Schumacher, Fritz Winter und Wols. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. (Bis 28.09.). TELEFON | 0511/16843875

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Der Kaktusfreund Carl Spitzweg im Museum Georg Schäfer, Schweinfurt Die weltweit größte Sammlung von Spitzweg-Werken im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt umfasst gegenwärtig 290 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Kollagen. Sie wurde seit mehreren Jahrzehnten von dem vor einem Jahr verstorbenen Spitzweg-Experten Jens Christian Jensen aufgearbeitet, kommentiert und zu einem Bestandskatalog zusammengeführt. Mit dem Armen Poeten läutete Spitzweg die Geburtsstunde seiner typischen Bildsprache ein, unter anderem des Kammerstückes. Von Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit an hat sich Spitzweg als Fachmaler verstanden. Damit hatte sich für ihn eine Lücke im Geflecht der Spezialisierungen im riesigen Bildermarkt aufgetan. Wie seine Münchner Malerfreunde Eduard Schleich d. Ä., Bernhard Stange, später auch Eduard Grützner, hat Spitzweg intensiv gezeichnet. Seine Studien nach der Natur lieferten ihm einen Fundus für Bildideen. Die Ausstellung zeigt unter den 125 Arbeiten Spitzenwerke wie Der strickende Wachtposten, Der Bücherwurm, Der abgefangene Liebesbrief, Der ewige Hochzeiter, Der Kaktusfreund und Bilder aus allen Themengebieten des Künstlers sowie eine Auswahl von Zeichnungen. Ironisch demonstriert er hehre Vorstellungen und ihr Verkommen in der Realität, zum Beispiel in seinen Soldatenszenen. Die ausgestellten Landschaften weisen Spitzweg als Künstler aus, der die Barbizon-Maler studiert hatte. Ein Meister des Freilichts – obgleich er immer im Atelier gemalt hat. Motiv und Ausarbeitung des idyllischen Bildes Badende

Nymphen, 1870/75, finden ihre Vorbilder in Waldlandschaften mit Figurengruppen von Narcisse Diaz de la Peña oder von Jules Dupré. Der Entwicklung Carl Spitzwegs kann in dieser Ausstellung nachgespürt werden, zum Beispiel anhand der Figur im Raum. Bis um 1860 sind die Figuren in der Malerei durch ihre Konturen vom Umraum abgesetzt. Dann aber bettet sie die Farbtextur ein. Der Naturforscher in den Tropen, 1835, ist eines seiner frühesten Figurenbilder. Es ist in Linien entworfen, dann hat er die Zeichnung mit Farben illuminiert. In Carl Spitzweg, Der Kaktusliebfesten Konturen setzt sich haber, um 1850; Museum Georg also die Figur von dem Schäfer, Schweinfurt umgebenden Bildraum ab. © Museum Georg Schäfer, Carl Spitzweg war ein der Schweinfurt Welt zugewandtes Organisationstalent, sein eigener Galerist und Verkäufer. Zu Lebzeiten verkaufte Spitzweg in Eigenregie annähernd 480 Gemälde, wobei er mit dem Einsatz von Agenten, seiner Kontaktpflege zu den Kunstvereinen in ganz Deutschland und der Werkpräsenz im Ausland bis nach Amerika äußerst versiert und geschäftstüchtig vorging. Mit den Worten des „Dutzenddichters“ Carl Spitzweg gesprochen, zählt die Treue zum eigenen Fach: „Das Schönste, was der Dichter singt./Unmöglich ist’s zu malen/Das Schönste, was der Maler bringt,/Mit Worten nicht zu lallen.“ (Bis 30.11.). TELEFON | 09721/4820

Ewig ist eh nichts Vanitas – zur Vergänglichkeit in der zeitgenössischen Skulptur von 1960 bis heute im Georg Kolbe Museum

Carl Spitzweg, Der Naturforscher in den Tropen, 1835; Museum Georg Schäfer, Schweinfurt © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Die Gruppenschau „Vanitas – Ewig ist eh nichts“ vereint rund 20 Werke von 15 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit der Endlichkeit der Dinge auseinandersetzen. Die künstlerischen Ansätze reichen von umgedeuteten Vanitas-Symbolen, über die Verwendung vergänglicher Materialien bis zu einer vollkommen neuen Ästhetik, die den Zusammenbruch zelebriert. Die Kunstwerke haben alle eines gemeinsam: Sie kommentieren eine von Krisen erschütterte Welt. Zu sehen sind Arbeiten von 1960 bis heute, unter anderem von Dieter Roth, Thomas Schütte, Alicja Kwade, Mona Hatoum oder Tomàs Saraceno. Das Thema „Vanitas“ (lateinisch: leerer Schein, Eitelkeit, Nichtigkeit) ist seit dem Mittelalter fester Bestandteil des westlichen Kunstkanons und erfuhr in den Vanitas-Still-


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leben des Barock, insbesondere in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts, seinen Höhepunkt. Die klassischen Symbole – wie zum Beispiel Totenschädel, verwelkte Blumen, erlegte Jagdtiere oder erloschene Kerzen – stellten für die damaligen Betrachter gut lesbare Verweise auf die Vergänglichkeit alles Irdischen dar. Verknüpft waren damit Botschaften, die zur Mäßigung und Hinwendung zum christlichen Glauben ausrufen sollten. Das Thema Vanitas spielt in der Kunst seit 1960 erneut eine wichtige Rolle. Dabei greifen Künstler häufig auf symbolisch aufgeladene, klassische Vanitas-Motive zurück, die – in den zeitgenössischen Kontext übertragen – die Endlichkeit des (eigenen) Seins und das gebrochene Vertrauen in gültige Aussagen über den Zustand der Welt angesichts von zahlreichen Krisenphänomenen reflektieren. (Bis 31. August; Katalog). TELEFON | 030/3042144

Leistungsschau Die Künstlerkolonie Darmstadt 1914 Genau einhundert Jahre nach der Großausstellung von 1914 präsentiert die Übersichtsschau „Dem Licht entgegen" die ganze Bandbreite des kreativen Schaffens der KünstlerkoloDetail aus Friedrich Wilhelm Kleukens Der Kuss, 1914, Mosaikbild in der Eingangshalle des Hochzeitsturms; Institut Mathildenhöhe Darmstadt. Foto: Institut Mathildenhöhe Darmstadt

James Hopkins, The Dance of Death, 2014; Georg Kolbe Museum Berlin © James Hopkins, Foto: Nathan Spencer

nie Darmstadt kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Möbel, Kunstgegenstände, Schmuck und Fotografien sowie ein Parcours im Außenraum und eine digitale Zeitreise lassen den Geist dieser letzten Ausstellung vor dem Krieg lebendig werden. Als krönender Abschluss der wegweisenden Kultur- und Wirtschaftsförderung des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein öffnete die Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt am 16. Mai 1914 ihre Pforten. Keine drei Monate vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs war auf der Mathildenhöhe Darmstadt ein harmonisches Zusammenspiel von Architektur, Baukunst, Malerei, Skulptur, Angewandter Kunst, Gebrauchsgrafik, Textilkunst, Musik und Tanz zu sehen, zu hören und zu erleben. Die Jubiläumspräsentation zur Ausstellung von 1914 – der letzten Großausstellung der Künstlerkolonie nach 1901, 1904 und 1908 – zeigt die große Vielfalt an künstlerischen Ideen auf, die vor hundert Jahren auf der Mathildenhöhe Darmstadt präsentiert worden sind. Die Werke und Zeitdokumente von Albin Müller, Bernhard Hoetger, Elizabeth Duncan, Friedrich Wilhelm Kleukens, Emanuel Josef Margold, Arnold Mendelssohn und Heinrich Jobst beleuchten zugleich den historischen Stellenwert dieser Leistungsschau. (Bis 14.09.). TELEFON | 06151/133738

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Obstsalat Fruchtmalerei im Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd Seit der Antike regen Äpfel im Besonderen und Früchte im Allgemeinen Künstler zu Meisterwerken an. Die bis heute anhaltende Faszination für dieses Sujet bezeugt die international renommierte Sammlung für Fruchtmalerei und Skulptur mit Sitz in Heidelberg, die in den letzten 40 Jahren von dem Unternehmer Prof. Dr. Rainer Wild aufgebaut wurde. In über 500 Kunstwerken bildet sie die ganze Vielfalt der Frucht in der Kunst des 20. Jahrhunderts ab. (Vom 27. Juli bis 2. November). TELEFON | 07171/6034130

In den Bergen Philipp Bauknecht im Museum Würth, Künzelsau Eine kraftvolle Farbigkeit und kompositorische Ungezwungenheit kennzeichnen die Bilder des Malers Philipp Bauknecht (1884-1933), dessen Leben und Werk eng mit dem Schweizer Luftkurort Davos verbunden ist. Hier beginnt sein eigentliches künstlerisches Schaffen, denn nach dem Besuch der Schreinerfachschule in Nürnberg und einem Studium an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart muss Bauknecht 1910, im Alter von 26 Jahren, aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung nach Davos übersiedeln, wo er bis zu seinem Tod 1933 bleibt. (Bis 2. November, Katalog). TELEFON | 07940/151926

Alexej von Jawlensky, Stillleben mit Obstschale, Böhmischem Glas und Empire Tasse, 1907; Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd © Stiftung für Fruchtmalerei und Skulptur, Heidelberg

Welt in Wolle Häkelkosmos im Deutschen Textilmuseum Krefeld Handarbeiten ist wieder „in“. Dies nimmt das Deutsche Textilmuseum zum Anlass, erstmals eine Ausstellung rund ums Häkeln zu präsentiern. Gezeigt werden Kunstwerke, die sich mit der Natur und naturwissenschaftlichen Themen befassen. Prominentestes Objekt ist das Föhr Riff, ein Korallenriff, an dem mehr als 700 Personen gehäkelt haben. Es wird kombiniert mit Arbeiten von Katharina Krenkel, Silke Bosbach, Susan Feind, Ulrike Waltemathe und Objekten von Krefelder Schülern und Senioren. (Bis 14.12.). TELEFON | 02151/9469450

Philipp Bauknecht, Hirtenjunge, 1912, Privatbesitz; Museum Würth, Künzelsau

Das Föhr Riff ist ein Satellit des weltweit tätigen Hyperbolic Crochet Coral-Projektes des Institute For Figuring, Los Angeles. Hier die gehäkelte Variante von 1400 fleißigen Händen; Deutsches Textilmuseum Krefeld


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Viele Facetten Klaus Elle in der Kunstsammlung Jena Über die Jahrhunderte hinweg ist das Porträt ein immer wieder überraschendes und in seinen Facetten unerschöpfliches Kapitel der Kunstgeschichte. Die Klaus Elle, o. T., aus Bewusst- Kunstsammlung in Jena seinsplaneten 2001-05; Kunst- zeigt nun bis 17. August einen retrospektiven Übersammlung Jena blick aus dem umfangreichen Werk des Hamburger Fotografen Klaus Elle, der seit mehr als 30 Jahren sich selbst und andere porträtiert.

Keramik pur Edmund de Waal (geb. 1964) im Theseustempel Wien Der britische Keramikkünstler und Autor („Der Hase mit den Bernsteinaugen“) präsentiert im Theseustempel sein neues Werk „Lichtzwang“, inspiriert von gleichnamigem Gedicht von Paul Celan. Seine Arbeiten sind in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt, u.a. im Victoria and Albert Mu- Edmund de Waal, Lichtzwang, seum in London. (Bis 5. Ok- 2014, Detail, Courtesy Gagosian tober). Gallery; Kunsthistorisches MuTELEFON | 0043/1/525240

seum Wien, Theseustempel © KHM

TELEFON | 03641/498266

Grenze im Krieg

Edles Schimmern Silber zwischen Jugendstil und Gegenwart in Leipzig

Der Erste Weltkrieg am Bodensee, Rosgartenmuseum Die Wogen der nationalen Begeisterung schlugen im Sommer 1914 auch am Bodensee hoch. Doch am Dreiländersee waren die nachbarschaftlichen Verhältnisse kompliziert: Tausende Arbeiter der grenznahen Betriebe pendelten täglich über die Grenze. Mit der Schließung der Grenzen rissen alltägliche Handelsbeziehungen und der vertraute Umgang miteinander jäh ab. Ordenssammlung eines Kon- Das Rosgartenmuseum in stanzer Soldaten; Rosgartenmu- Konstanz erinnert in Zusammenarbeit mit der Geseum Konstanz meinde Kreuzlingen/ Museum Rosenegg, dem Festungsgürtelverein Kreuzlingen e.V. und anderen Partnern mit einer Sonderausstellung an die besondere Situation der Bodenseeregion während des Ersten Weltkriegs. Berührende Lebensgeschichten, eindrückliche Objekte, unbekannte Zeugnisse und historisches Film- und Bildmaterial erinnern an einen Krieg, dessen tiefgreifende Folgen bis heute nachwirken. (18.07.-30.12., Kat.). TELEFON | 07531/900246

Anlässlich der umfangreichen Schenkung von Silberobjekten des 20. Jahrhunderts von Hugo Ströh, Kiel, präsentiert das Grassimuseum in Leipzig bis 19. Oktober nun eine Auswahl, ergänzt durch Silberobjekte aus eigenem Bestand. Gezeigt werden Bestecke, Schmuck, Puderdosen, Zigarettenetuis, Gefäße und Gerät. Die Schau gibt einen Überblick über die stilistische Entwicklung des Silbers im 20. Jahrhundert in Europa, wobei deutsche und dänische Arbeiten dominieren. TELEFON | 0341/2229104

Tee- und Kaffeekanne, Carl Mads Cohr, 1950er-Jahre, Silber, Elfenbein; Grassimuseum Leipzig Foto: Christoph Sandig

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SAMMLER JOURNAL 9 / 2014

SAMMLER JOURNAL

ISSN 1863-0332

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GESCHÄFTSFÜHRER

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PORZELLAN Botanisches Porzellan

ASSISTENZ DER GESCHÄFTSFÜHRUNG

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Dr. Graham Dry Dr. Dieter Weidmann Heidrun Th. Grigoleit Anja Iwa

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AUKTIONEN Juli 2014

Freitag, 25. 07. 2014 • Antiker Schmuck & Silber • Moderner Schmuck Samstag, 26. 07. 2014 • Glas, Porzellan, Keramik • Antiquitäten & Sammlerstücke • Antike & Sammelwürdige Möbel • Kunst Samstag, 02. 08. 2014 • Orientteppiche

Vorbesichtigungen: • Orientteppiche: ab sofort • Schmuck & Silber, Kunst & Antiquitäten, Möbel: ab 15. 07. 2014 Fordern Sie unseren kostenlosen Farbkatalog an oder informieren Sie sich unter www.henrys.de

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