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Mai 2016 · B 1309 | € 6,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 7,00 | Be/Ne/Lux € 7,50
SAMMLER JOURNAL
MAI 2016
KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN
Über 2.000 Termine
Gustave SerrurierBovy Jugendstil
Skulptur Elfenbein
Gemälde Johann Peter Krafft
Dialog Anfragen & Schätzungen
Auktionen Berichte & Preise
GEMI
Ausstellungen Tipps & Termine
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Mai 2016 · B 1309 | € 6,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 7,00 | Be/Ne/Lux € 7,50
KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN
Über 2.000 Termine
Gustave SerrurierBovy
J U G E N D ST I L
Jugendstil
Gustave Serrurier-Bovy
Skulptur
Sabine Spindler
Elfenbein
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Gemälde Johann Peter Krafft
Dialog Anfragen & Schätzungen
Auktionen Berichte & Preise
Ausstellungen Tipps & Termine
SKULPTUR Titelfotos: © Courtesy Galerie Yves Macaux; Bonhams
DIALOG
Elfenbein / 1 Dieter Weidmann
4
MAGAZIN
10
MESSETERMINE
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KUNSTMARKT
14
AUKTIONSTERMINE
28
INSERENTENVERZEICHNIS
33
AUKTIONSNOTIZEN
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LITERATURTIPP
54
AUSSTELLUNGSTERMINE
56
AUSSTELLUNGEN
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AUKTIONSPREISE
76
IMPRESSUM
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VORSCHAU
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GEMÄLDE Johann Peter Krafft Anja Iwa
UHREN W. Bröcking
TERMINE & KLEINANZEIGEN IN DER BEILAGE
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Christoph Prignitz
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Ibedji Statuette (H. 26 cm) Nigeria Yoruba. Schätzpreis 1800,- €
Asiatika, Stammeskunst (Teil 1), Westliche Kunst
Auktion am 30. April 2016 Auktion und Ausstellung Riehler Str. 77, 50668 Köln Tel. 0221 16899440 weissenberg-deville@signens.com Katalog www.signens.com und auf Anfrage
EINLADUNG ZUR 100. KUNSTAUKTION Samstag, 21. Mai 2016 ab 10.00 Uhr – Saalöffnung 9.00 Uhr Neue Vorbesichtigungszeiten: GmbH
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14.05.16 15.05.16 16.05.16 17.05.16 18.05.16
10.00 -18.00 Uhr 10.00 -18.00 Uhr 10.00 -18.00 Uhr 10.00 -18.00 Uhr 10.00 -18.00 Uhr
Do.+Fr. sind wir telefonisch erreichbar.
Auktionskatalog unter: www.auktionshaus-walldorf.de Heinrich-Hertz-Straße 9 D-69190 Walldorf bei Heidelberg
Telefon 06227 / 40 43 Telefax 06227 / 63 64 2 info@auktionshaus-walldorf.de
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MAGAZI N
Alles andere ist künstlich Stroke auf der Praterinsel München Vom 4. bis zum 8. Mai 2016 öffnet die weltweit erste Kunstmesse mit ausgeglichenem Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Garantie für Unterhaltung und Kurzweil wieder auf Münchens wunderbarer Praterinsel ihre Tore. Nach dem Erfolgsrezept der Stroke gefragt, antworten die Macher Marco und Raiko Schwalbe gemeinsam:„Erklären kann man das nicht – man muss es erleben“ und formulieren damit die eigentliche Essenz des Events: Stroke – das ist Kunst ohne Berührungsängste, jenseits von Erklärungszwängen, Spekulationsinteressen oder elitären Abgrenzungsversuchen – und das bereits seit sieben Jahren. Auch 2016 wird es wieder spannend! Besonders erfreulich zum einen die Verfügbarkeit der Praterinsel und zum anderen die Kooperation mit Lufthansa, die der Stroke hinsichtlich der Live-Kunst tatkräftig unter die Arme greifen wird. Neben unzähligen Live-Aktionen internationaler Künstler werden als Sonderprojekt sechs begehrte Flugzeug-Trolleys gestaltet und für ein gemeinnütziges Projekt gestiftet. Stroke – alles andere ist künstlich! ÖFFNUNGSZEITEN I 04.05: 19-22 Uhr, 05.05: 12-22 Uhr, 06. 05.: 12-22, 07.05. : 12-22 Uhr, 08.05.: 12-18 Uhr TELEFON I 089/46089357
Antikes am See Antikmarkt in Prien Seit einigen Jahren treffen sich Freunde guter Antiquitäten und edlen Trödels in Prien am Chiemsee. Der Markt findet jährlich statt und entwickelt sich immer mehr zu einem Highlight im oberbayerischen Raum für Antiquitätenfreun-
Eindrücke von der Stroke 2015 auf der Münchner Praterinsel
Eindrücke von der Stroke 2015 auf der Münchner Praterinsel
de aus ganz Deutschland und Europa. Am 22. Mai bieten die Händler eine gute Mischung aus schönen aber bezahlbaren Stücken. Das Warenangebot beginnt mit Objekten aus dem 17. Jahrhundert und endet bei Design und raren Schallplatten aus den 60er-Jahren. Strikt verboten sind auf dem Markt Kunsthandwerk, Neuwaren und insbesondere reproduzierte Antiquitäten. Auch das Heimatmuseum in Prien am Chiemsee ist während des Antikmarkts geöffnet. TELEFON I 08051/6905-0 INTERNET I www.schoene-maerkte.de
Kunstgenuss für alle Sinne Antikkulinaria 2016 auf Schloss Oelber Als erste Veranstaltung auf Schloss Oelber starten die Kunst- und Antiquitätentage vom 20. bis 22. Mai in die neue Saison. Wie jedes Jahr versammeln sich aus ganz Deutschland Antiquitätenhändler hier in diesem herrlichen historischen Ambiente, um ihre Schätze zu präsentieren. Für Sammler jeglicher Couleur ein unvermeidlicher Termin. Im aufwändig renovierten Marstall präsentieren international renommierte Antiquitätenhändler ihre Kunstschätze und geben Gelegenheit zum Fachgespräch. Ein vielfältiges Angebot an hochwertigen Möbeln von Barock bis Art déco, Porzellan, Glas, Silber, Schmuck, Gemälde und Grafiken alter Meister. So breit gefächert wie die Sammelgebiete sind auch die Epochen und Jahrhunderte, aus denen die Exponate stammen. Die ältesten Stücke datieren aus der Zeit der Gotik. Über Barock und Biedermeier bis hin zu Jugendstil und Art déco setzt sich die Zeitreise der Exponate fort. Hier trifft Möbelchic auf Schmuckdesign, Hochkarätiges auf Liebhaberstück und manch Museales auf Kuriositäten. Auch kann drei Tage lang automobile Geschichte auf dem Schlosshof bestaunt und bewundert werden. Fahrzeuge
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aus verschiedenen Epochen des Automobilbaus werden zu sehen sein. Am Samstag gegen 14 Uhr wird Horst-Dieter Görg (Motorjournalist aus Hildesheim) die schönsten Oldtimer vorstellen. Anschließend wird es eine sehenswerte Ausfahrt der Oldtimer in die Frühlingslandschaft um Schloss Oelber geben. Zeitgleich organisiert Oelber Event das „Schloss-Frühlingsfest“ mit einer Auswahl verschiedenster Attraktionen. Das kulinarische Angebot reicht von frisch zubereiteten Spezialitäten bis zu erlesenen Weinen. Auch der Modefrühling kommt nicht zu kurz. Gezeigt werden Stoffe und Kleider aus aller Welt, Handtaschen, Accessoires und Chic der Saison erfreut das Shopping-Herz – kurz: schöne Dinge entdecken und köstliche schmecken. TELEFON | 04542/8569070 INTERNET | www.mendelssohn-messen.de ISMU – Internationale Sammlermesse in Ulm
Vielseitiges Programm ISMU – Internationale Sammlermesse Ulm 2016 Die ISMU findet in diesem Jahr vom 27. bis 29. Mai statt. Im Bereich der Antiquitätenmesse erwartet der Veranstalter wieder ausgewählte Händler, darunter den langjährigen Spezialisten für Ikonen und russische Antiquitäten Dr. Ewenstein, den Uhren-Fachmann Kiss, den Regensburger Galeristen Bezenka sowie die bekannte Kunsthandelfirma Seidel & Sohn aus Berlin, Antiquitätenhändler Rudolf Seidl (Grünwald) und den Volkskunstexperte Karl-Hein Hiermeyer (Eggenfelden) neben anderen nahmhaften Händlern. Neben dem Kuratorium zur Förderung historischer Waffensammlungen e.V., das seine nächste Vorstandsitzung auf der ISMU abhält, führt der Vdw e.V. seine Mitgliederversammlung durch. Beide Verbände veranstalten wieder Ausstellungen bzw. Sonderschauen zu verschiedenen Waffenthemen mit besonderen Einzelstücken. Thema beim Kurato-
Es ist angerichtet: Antikkulinaria auf Schloss Oelber
rium: „Die Pistolen PP und PPK“. Thema beim vdw: „Scharfschützenwaffen und verbotene Gegenstände“. Die Deutsches Gesellschaft für Ordenskunde e.V. plant eine Ausstellung mit raren Besonderheiten süddeutscher Orden und Ehrenzeichen aus Baden, Bayern & Württemberg neben Uniformen. Neu mit einem Stand vertreten sein wird der Bayerische Soldatenbund 1874 e.V. mit seinem Landesschießwart Mario Burg, der dem rund 80.000 Mitglieder (davon rund 12.000 Sportschützen) starken Verband seit November 2015 vorsteht und erstmals einen eigenen Stand mit einer Ausstellung als Anlaufstelle für Mitglieder und Besucher auf der ISMU organisiert. Gezeigt werden neben Fahnen auch Ehrenzeichen. Ebenfalls neu hinzugekommen sind der Krugsammlerclub „Alte Germanen“ mit dem 1. Vorsitzender Walter Schreiner und der Verein „Die Krugsammler e.V.“ mit Harald Busse, die an ihren Ständen den Besuchern ausgewählte rare KrugKostbarkeiten präsentieren und fachlich beraten. Nach gewisser Absistenz auf deutschen Messen kehrt eine Ikone des deutschen Auktionswesen und mittlerweile Experte aus der Fernsehsendung „Kunst & Krempel“ mit einem Messestand zurück: Jan K. Kube aus Sugenheim. Daneben sind auch die Auktionshäuser Hermann Historica, Auktionshaus Andreas Thies und Auktionshaus Landshuter Rüstkammer mit Informationsständen zum Schätzen von mitgebrachten Objekten der Besucher wieder mit dabei. Die Fechtgruppe um den Hamburger Dr. Thomas Samek zeigt in historischen Kostümen Fechten aus der Zeit der französischen Musketiere mit Rapieren und Linkshanddolchen. Der Verlag VDM Heinz Nickel mit dem bekannten Fachmagazin Int. Militaria-Magazin kündigt die Vorstellung und Besprechungen neuer Waffen- und Ordens-Fachbücher an seinem Stand an. Daneben bietet ein Augsburger Schmiedeprofi an, am offenen Feuer für die Besucher Messer- und Schwertklingen zu schmieden. Hierfür muss eigens eine Schmiede aufgebaut werden. TELEFON I 0871/4308736 INTERNET I www.sammlermesse.com
Frühjahrsauktionen 2016 30. April 30. April 19./20. Mai 21. Mai
Berlin-Auktion (Berlin) Russisches und sowjetisches Porzellan (Berlin) Schmuck, Silber, Porzellan, Fayence-Slg. Dr. Erwin Lukas, Möbel Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen des 15.–19. Jh.
Art Déco-Armband mit Diamanten und Farbsteinen. Frankreich, um 1925 Platin/18 kt Weißgold. L 18,5 cm, B 3,7 cm. Gewicht 86,8 g.
Europäische Fayence. 17. / 18. Jh. Basierend auf einem Kupferstich von Melchior Küsel, 1682, nach Johann Wilhelm Bauer
Régence-Kassette. Silber, vergoldet. Johann Erhard II Heuglin Augsburg, 1725 – 1729
Ovaler Funktionstisch. David Roentgen. Neuwied, um 1785 – 1790 Mahagoni, Maserfurniere, vergoldete Bronze, H 72,7; B 73; T 50,7 cm
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J.P . Krafft
JohannPeter Krafft Anja Iwa
VIELSEITIGES TALENT Zu Lebzeiten ein hoch geschätzter Porträtist, machte sich Johann Peter Krafft (1780-1856) mit monumentalen Historiengemälden einen Namen und wurde schließlich zum Direktor der damals im Oberen Belvedere beheimateten kaiserlichen Gemäldegalerie in Wien berufen. Seine Arbeiten zeugen nicht nur von einem vielseitigen Talent, sondern geben Einblick in das gesellschaftliche und politische Geschehen einer ganzen Epoche. Die florierende Großstadt Wien und vor allem die dortige Kunstakademie zog die Künstler damals nahezu magisch an. Nach seinem Aufenthalt in Wien ging Krafft eine Zeitlang nach Paris, das in kultureller, politischer und auch künstlerischer Hinsicht als Gegenpol zu Wien betrachtet werden kann. Hier machte Krafft unter anderem Bekanntschaft mit der Kunst von JacquesLouis David (1748-1825), François Gérard (1770-1837) und Antoine-Jean Gros (1771-1835) und ließ sich vom französischen Klassizismus prägen. Als er später nach Wien zurückkehrte, musste der Künstler politisch umdenken, denn Wien war nun Hauptstadt des Kaisertums Österreich. Meisterhaft setzte Krafft den neuen Staat in seinen Bildern in Szene und er verstand es hervorragend, bei der Darstellung von Triumphzügen vor allem das Volk in den Mittelpunkt zu rücken. „Als Maler eines neuen Österreich wurde Krafft schon von seinen Zeitgenossen für seine neuartige Präsentation des Hauses Habsburg geschätzt", so die Direktorin des Belvedere in Wien über die Be-
Der Abschied des Landwehrmannes, 1813, Öl/Leinwand, 281 x 351 cm (© Belvedere, Wien, Foto: © Belvedere, Wien) Die Heimkehr des Landwehrmannes, 1820, Öl/Leinwand, 280 x 360 (© Belvedere, Wien, Foto: © Belvedere, Wien)
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Kaiser Franz I. von Österreich folgt dem Sarg eines Armen, um 1834, Öl/Leinwand, 32 x 45 cm (© Belvedere, Wien, Foto: © Belvedere, Wien) Der Einzug von Kaiser Franz I. in Wien nach dem Pariser Frieden am 16. Juni 1814, vor 1828, Öl/Leinwand, 38,5 x 65 cm (© Belvedere, Wien, Foto: © Belvedere, Wien) Erzherzog Karl mit der Fahne des Regiments Zach in der Schlacht bei Aspern, 1809, 1811, Öl/Leinwand, 56,6 x 48 cm (Privatbesitz, Foto: © Belvedere, Wien)
sonderheit von Kraffts Schaffen. Darüber hinaus pflegte der Maler jedes noch so kleine Detail exakt auszuführen, wodurch seine Bilder heute fast schon fotorealistisch wirken.
BIOGRAFIE Johann Peter Krafft wurde am 15. September 1780 als Sohn des Emaillemalers Ignatz Peter Krafft (17451810) und seiner Frau Anna Katharina Magdalena Krafft, geb. Donné, (vor 1762 - nach 1816) in der Residenzstadt Hanau geboren. Seinen ersten künstlerischen Unterricht erhielt er von seinem Vater und zwischen 1790 und 1799 besuchte er das Gymnasium in Hanau. Gleichzeitig nahm er Unterricht an der überregional bedeutenden Zeichenakademie in Hanau, unter anderem bei dem Goldschmied und Graveur Jean-Louis Gallien (1730/31-1809) und dem Hanauer Hofmaler Anton Wilhelm Tischbein (1730-1804). Sein frühestes bekanntes Werk entstand 1796 und trägt den Titel „Wilhelm Tell". Im April 1799 reiste der junge Künstler nach Wien, wo er am 1. Mai in die Akademie der bildenden Künste eintrat. Schon ein Jahr später fertigte Krafft Kopien in der Wiener Sammlung des Fürsten Alois I. Joseph von Liechtenstein (1759-1805) an, darunter befanden sich bedeutende Por-
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GEMÄLDE
Kaiser Franz I. setzt einen Mann auf dem Laxenburger Teich über, um 1837, Öl/Leinwand, 56,5 x 73,5 cm (© Schloss Artstetten, Niederösterreich) Tod Nikolaus Zrínyis vor der Festung Szigeth (Szigetvár) 1566, 1821, Öl/Papier, 25,3 x 34,7 cm © Benedikt Abensperg und Traun, Foto: Belvedere, Wien)
träts aus der Hand Rembrandts (1606-1669). Im Mai 1802 zog es ihn zusammen mit dem Maler Veit Hans Schnorr von Carolsfeld (1764-1841) nach Paris. Dort besuchte er den Sommer über den Antikensaal der École des Beaux-Arts und schrieb sich schließlich Ende des Jahres an der Schule ein. Außerdem arbeitete er im Atelier des Porträtmalers François Gérard – nicht, wie vielfach angenommen, bei dem damals vor allem für seine Historiengemälde hoch geschätzten Jacques-Louis Da-
vid. Bereits 1802 nahm Krafft mit mehreren Werken an der regelmäßig stattfindenden Ausstellung aktueller Kunst in Paris, dem sogenannten „Salon", teil. Während seines zweijährigen Aufenthaltes in Paris malte Krafft auch Kopien nach Gemälden im Louvre, dies teilweise auch im Auftrag von einem Bruder Napoleons, Lucien Bonaparte (1775-1840). Ab September 1804 zurück in Wien, arbeitete er dort recht gewinnbringend als Historienmaler, allem voran jedoch als Porträtist. Als er im
Sommer 1808 einen Auftrag des Hofes erhielt, begab sich der Maler auf eine mehrmonatige Reise nach Rom, wo er die Kunstwerke der Stadt studierte und Porträts von der französischen Besatzung anfertigte. Seine Werke waren stark vom französischen Klassizismus beeinflusst, trugen aber bereits gegen Ende des Jahrzehnts eine realistischere und persönlichere Note. Nach der Rückkehr nach Wien fasste er endgültig Fuß als Porträtmaler, 1811/12 konnte er auf einer der regelmäßig stattfindenden Ausstellungen der Wiener Akademie der bildenden Künste einen ersten Erfolg mit seinem Historiengemälde „Erzherzog Karl mit der Fahne des Regiments Zach in der Schlacht bei Aspern 1809" verzeichnen. Am 23. Januar 1812 kam das erste gemeinsame Kind von Johann Peter Krafft und Juliana Preisinger (1790-1847), die Tochter Marie, zur Welt. Es folgte am 13. Februar 1813 die Aufnahme des Künstlers als ordentliches Mitglied in die Wiener Akademie der bildenden Künste und sein Durchbruch als Historienmaler mit dem Bild „Abschied des Landwehrmannes". Dieses Werk wurde mehrmals ausgestellt, unter anderem 1816 in der Wiener Akademie der bildenden Künste, wo es Franz I. für die kaiserliche Galerie erwerben ließ. Das Gegenstück zu diesem Gemälde, „Die Heimkehr des Landwehrmannes", wurde nach seiner Fertigstellung im Jahr 1820 ebenfalls für die kaiserliche Galerie angekauft. Am 29. April 1815 heiratete der Maler Juliana Preisinger und im Juli 1815 ernannte
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man Krafft zum Mitglied der Hanauer Zeichenakademie. Am 25. Februar 1816 erblickte der gemeinsame Sohn Albrecht das Licht der Welt. 1817-1819 fertigte Krafft zwei monumentale Gemälde für das Wiener Invalidenhaus (heute Heeresgeschichtliches Museum, Wien) an: „Erzherzog Karl mit seinem Stab in der Schlacht bei Aspern 1809" und „Siegesmeldung des Fürsten Schwarzenberg nach der Schlacht bei Leipzig an die alliierten Monarchen 1813". Für verschiedene Kunden folgten kleinere Wiederholungen dieser Monumentalwerke. 1819 bewarb sich Krafft für eine Professur für „historische Elementarzeichnung" an der Wiener Akademie der bildenden Künste sowie für die Stelle als Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerie. Beides blieb leider ohne Erfolg. Am 26. April 1821 wurde Kraffts Tochter Julie geboren, und als der Künstler sich 1822 um die Stelle eines Korrektors an der Wiener Akademie bemühte, wurde ihm diese im nächsten Jahr bewilligt. Zu seinen Studenten zählte unter anderem Moritz von Schwind (1804-1871), der
Marie Krafft am Schreibtisch, Öl/Leinwand, 27,5 x 21,2 cm (© Belvedere, Wien, Foto: © Belvedere, Wien)
Krafft jedoch wohl nicht besonders schätzte. Das letzte Kind von Johann Peter und Juliana Krafft, die Tochter Ludovica, kam am 18. August 1828 zur Welt, am 25. Dezember 1828 wurde der Maler dann schließlich zum Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerie sowie zum Schlosshauptmann des Belvedere ernannt. Im Jahr darauf bezog er mit seiner Familie eine Dienstwohnung nahe des Oberen Belvedere. Die Stelle als Korrektor hatte er zwar nicht mehr, behielt aber dennoch den Titel eines außerordentlichen Professors an der Akademie. Zu den neuen Verpflichtungen als Galeriedirektor und Schlosshauptmann gehörten unter anderem die Neuaufstellung, die Pflege und der Ausbau der kaiserlichen Gemäldegalerie sowie die Unterhaltung und Restaurierung der Gebäude und des Belvedere-Gartens. Zwischen 1828 und 1830 führte Krafft seine letzten Monumentalwerke in Form von drei Wandgemälden für den Audienzwartesaal der Wiener Hofburg in Enkaustik (Wachsmalerei) aus. Danach nahm der Künstler nur noch wenige Aufträge an und malte größtenteils für seine Familie und zum Privatvergnügen. 1830 zählte Krafft zu den Gründungsmitgliedern des Wiener Kunstvereins, 1832 erhielt er den Auftrag zur Restaurierung der barocken Fresken in der Wiener Universitäts- bzw. Jesuitenkirche. Ab 1834 bis 1840 malte er im Auftrag von Kaiserin Karoline Auguste drei Szenen aus dem Leben von Franz I., von denen er eines noch vor dem Tod des Kaisers am 2. März 1835 fertigstellte. 1836 schloss Krafft die Neuaufstellung der kaiserlichen Galerie ab, im Folgejahr erschien der von seinem Sohn Albrecht verfasste Katalog „Verzeichnis der kais. kön. Gemälde-Gallerie im Belvedere zu Wien". Von 1835 bis 1838 unternahm Krafft Dienstreisen nach Dresden, München, Venedig, Berlin und Prag. Außerdem wurde er 1835 zum Akademischen Rat und 1838 zum Ehrenmit-
Franz Wessely, 1810, Öl/Leinwand, 61 x 48 cm (© Belvedere, Wien, Foto: © Belvedere, Wien) Bildnis Florentina Troclet-Fautz, 1815, Öl/ Leinwand, 106 x 74,5 cm (© Belvedere, Wien, Foto: © Belvedere, Wien) Unbekannter Herr, 1807, Öl/Leinwand, 57,3 x 50,7 cm (© Oberösterreichisches Landesmuseum, Foto: © Alexandra Bruckböck)
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glied der Akademie der schönen Künste in Kopenhagen ernannt. 1839 fertigte er Entwürfe zu lebensgroßen Bildnissen der Kaiser Ferdinand II. und Rudolf II. für den Kaisersaal im Frankfurter Römer an und 1840 setzte er das Bildnis Ferdinands II. um. Das Jahr 1847 bescherte Krafft einige Schicksalsschläge, denn er verlor gleich drei Familienmitglieder: Am 1. März starb seine Frau, am 23. Mai sein Sohn Albrecht und am 4. Juni seine jüngste Tochter Ludovica. Daraufhin zog seine älteste Tochter Marie zusammen mit ihren beiden Kindern zurück in die elterliche Wohnung beim Oberen Belvedere. Im Oktober 1848 wurde der BelvedereGarten von Aufständischen besetzt, Krafft konnte jedoch deren Befehlshaber General Józef Bem am Betreten des Schlosses hindern. Die Sammlung und das Gebäude blieben unversehrt, der Garten wurde
von 1850 bis 1852 nach Plänen von Krafft wieder aufgebaut. Im Herbst 1850 ging er auf eine Dienstreise nach Mailand und erneut nach Venedig. In seinen letzten Jahren befasste sich der Künstler unter anderem mit alttestamentarischen Themen und 1856 stellte er mit „Faust am Ostermorgen" sein letztes Gemälde fertig. Der Maler starb am 28. Oktober 1856 und wurde zwei Tage später auf dem evangelischen Friedhof im ehemaligen Wiener Vorort Matzleinsdorf beigesetzt.
AUSSTELLUNG Diesem Hauptmeister des Klassizismus und Vorbereiter des Realismus in Österreich ist die Ausstellung „Johann Peter Krafft – Maler eines neuen Österreich" (bis 5. Juni) in der Orangerie des Unteren Belvedere gewidmet. Dabei wird ein künstlerischer Bogen von seinen Lehrjahren in Paris über die Porträtmalerei bis zur Historienmalerei mit Schlachtenszenen und monumentalen Werken wie „Der Abschied des Landwehrmannes" und „Die Heimkehr des Landwehrmannes" gespannt. Die Ausstellung wirft darüber hinaus einen Blick in das Atelier des Künstlers: Exemplarisch wird gezeigt, wie Krafft ein Gemälde durch Zeichnun-
Baronesse Diller, geb. Gräfin Hess, 1813, Öl/Leinwand, 120 x 92 cm (Privatbesitz, Foto: © Belvedere, Wien)
Joseph Karl Franz Herzog von Reichstadt, 1823, Öl/Leinwand, 220 x 142 cm (© Museo di Capodimonte, Neapel, Foto: © Fabio Speranza, Neapel) Arindal und Daura, um 1820/1825, Öl/ Leinwand, 161 x 213 cm (© Belvedere, Wien, Foto: © Belvedere, Wien)
gen, Detailstudien und Ölskizzen vorbereitete, bevor er es im Großen ausführte. Außerdem wird ein Streiflicht auf seine künstlerisch begabte Tochter Marie Krafft geworfen. „Die aktuelle Ausstellung bietet die Möglichkeit zu zeigen, welche Schätze sich in der Sammlung des Belvedere befinden. So verfügen wir auch über einen umfangreichen Bestand von Gemälden sowie weit mehr als 200 Zeichnungen aus allen Schaffensperioden Johann Peter Kraffts", so Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere und des 21er-Haus. Mit Johann Peter Krafft ehren das Belvedere und ab Juli auch das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe einen Künstler, dessen Schaffen auf das Engste mit Wien und dem „neuen Österreich” verbunden ist. Weitere Infos: www.belvedere.at
LITERATUR Katalog zur Ausstellung: „Johann Peter Krafft – Maler eines neuen Österreich", herausgegeben von Agnes Husslein-Arco, Katharina Bechler und Rolf H. Johannsen, Wien 2016
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VO R S C H AU / I M P R E S S U M
SAMMLER JOURNAL 6 / 2016
SAMMLER JOURNAL
ISSN 1863-0332
VERLAG
GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 /4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de
GESCHÄFTSFÜHRER
Gerd Reddersen Rudolf Neumeier
K U N ST H A N D W E R K Elfenbein / Teil 2
ASSISTENZ DER GESCHÄFTSFÜHRUNG
Karin Teichmann
CHEFREDAKTEUR
Karl Ruisinger eMail: karl.ruisinger@gemiverlag.de
REDAKTEURE
Nicola Fritzsch Karin Probst Helene Stümpfle-Wolf Joscha Eberhardt
AUTOREN DIESER AUSGABE
Dr. Graham Dry Reingard Ecker Anja Iwa Dr. Christoph Prignitz Sabine Spindler Dr. Dieter Weidmann
REDAKTIONSASSISTENZ
Heike Genz
TERMINE
Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de
LITHOS, SATZ, HERSTELLUNG
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Kössinger AG Schierling
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Auktionen Mai/Juni 2016
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